Sorten, Botanik, Geschichten Das «Geranium» ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es ziert sowohl Bauernhöfe, Chalets und Bergbahntalstationen als auch städtische Häuser und Lauben. Nun wird des Schweizers liebste Balkon- und Fensterpflanze endlich mit einem Buch gewürdigt. Neben einem konkreten Überblick über 66 moderne und historische Geranien-Sorten sowie nützlichen Informationen zur Botanik bietet dieses Buch einen spannenden Einblick in die bewegte Kulturgeschichte dieses Storchschnabelgewächses: von seiner afrika nischen Herkunft und Einreise in die Schweiz über die Bedeutung der Geranie in der Liter atur bis hin zum traditionellen Bärner Graniummärit.
Unser Geranium
Unser Geranium
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nium Sorten, Botanik, Geschichten
ISBN 978-3-85932-781-8 Werd & Weber AG Verlag CH-3645 Thun / Gwatt www.werdverlag.ch www.weberverlag.ch
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Vorwort Ursula Wyss, Gemeinderätin der Stadt Bern Christoph Schärer, Leiter Stadtgrün Bern
«Sugar Baby», «Hot Spot Kiss» oder doch eher «Elsi» oder «Stadt Bern»? – Die Sortenvielfalt bei den Pelargonien ist beein druckend. Ebenso beeindruckend sind ihre Namen und die Bil der, die sie unweigerlich in uns hervorrufen. Während wir «Elsi» mit stattlichen Bauernhäusern, entlegenen Tälern und Boden ständigkeit assoziieren, denken wir bei «Sugar Baby» eher an flüchtige Begegnungen in den Gassen und auf den Plätzen einer belebten Stadt. Und diese Bilder sind nicht so falsch. Denn das Geranium – wie der Volksmund die zwei Storchschnabel-Gat tungen Geranien und Pelargonien in einem Begriff zusammen fasst – ziert längst nicht nur Dorfbrunnen, Landgasthöfe und Bergbeizen. Auch im urbanen Raum avancierte das Geranium zum beliebten Blumenschmuck. Es prägt die Stadtansichten ebenso wie die Dorfbilder und schafft so eine visuelle Verbin dung zwischen Stadt und Land. Nicht nur in der Schweiz. Von Wien bis Nizza – im ganzen Alpenbogen – pflanzen die Men schen Pelargonien in ihre Blumenschalen und Balkonkistchen. Und dies, obschon die Pelargonien im Alpenraum nicht hei misch sind. Sie stammen ursprünglich aus Südafrika und wur den bereits vor über 400 Jahren nach Europa importiert. Doch erst in den letzten 150 Jahren erfreuten sie sich zunehmender Beliebtheit. Was dann folgte, kann man als Erfolgsgeschichte der Integration bezeichnen. Eine kleine Erfolgsgeschichte schrieb das Pelargonium auch in Bern. So erstaunt es nicht, dass ein Züchter 1947 sein robustes, aufrechtes Geranium nach der Bundesstadt benannte. Allerdings waren die Beweggründe, die die Zierpflanze bei der Stadtbevölkerung schliesslich beliebt machten, alles andere als erfreulich. Um der aktuellen Krisenstimmung entgegenzuwir 7
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Vorwort ken, rief ein Aktionskomitee 1936 mit dem Blumenschmuck- Wettbewerb «Bern in Blumen» die Einwohnerinnen und Ein wohner zur Verschönerung der Stadt auf. Rund 20 Jahre später fand zum ersten Mal der «Bärner Graniummärit» statt. Das Schöne daran: beide Anlässe sind noch heute feste Grössen im Berner Veranstaltungskalender. Kein Wunder also, dass den Pelargonien in Bern ein besonderer Stellenwert zukommt. Vier Berner Institutionen – das Alpine Museum der Schweiz, der Botanische Garten Bern, die Kornhausbibliotheken und Stadtgrün Bern – haben sich deshalb 2016 zum Ziel gemacht, das Geranium mit dem Projekt «Geranium City – Bern feiert sei ne Blume» zu würdigen. Und dies in einer Zeit, in der das Gera nium einen neuen Aufschwung erlebt. Wir laden Sie ein, mit diesem Handbuch in die Farben- und Sortenvielfalt der Pelar gonien einzutauchen. Lassen Sie sich überraschen und begeis tern. Und entdecken Sie auf Ihrem nächsten Stadtspaziergang die Farbtupfer in Berns Gassen und auf den Plätzen der Stadt. Denn auch die kleinen, leisen Dinge machen Bern aus.
Ursula Wyss, Gemeinderätin der Stadt Bern
Christoph Schärer, Leiter Stadtgrün Bern
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Sorten Moderne Sorten Duftpelargonien Historische Pelargonien
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Sorten
Pelargonien Vielfalt in Blüte, Wuchs und Farbe Die Pelargonien sind in der Schweiz die Nr. 1 der Balkonpflanzen. Dies haben sie nicht zuletzt den vielfältigen Wuchsformen und Blütenfarben zu verdanken. Für welche Pflanze Sie sich letzt endlich entscheiden, hängt einerseits von Ihren persönlichen Vorlieben bezüglich Farbe, Wuchs- und Blütenform, anderer seits vom Verwendungszweck der Pelargonien ab. Im Folgen den stellen wir Ihnen vor, welche wichtigen Geraniengruppen und Wuchsformen es gibt, was diese ausmacht und wie sie ver wendet werden können. Eine detaillierte Sortenbeschreibung ausgewählter Pelargonien folgt im Anschluss.
Der aufrechte Klassiker Die aufrechte Wuchsform und deren Sorten gelten als Klassiker unter den Geranien. Botanisch heissen sie Pelargonium zonale. Dank ihrer meist behaarten Blätter sind sie gut gegen Verbren nungen geschützt und kommen deshalb auch mit einem voll sonnigen Standort gut zurecht. Die Laubblätter sind meistens grün oder weisen rötliche bis dunkle Bereiche auf. Neben den gewöhnlichen Blättern gibt es jedoch auch solche mit einzigar tigen Farbmustern aus weissen, gelblichen oder braunen Zo nen, womit die Pflanzen schon nur aufgrund ihrer Blätter ein richtiger Blickfang sind. Das knallige Rot ist unter den Blütenfarben der Klassiker schlechthin. Im Laufe der Zeit wurde aber eine Vielzahl weiterer Blütenfarben gezüchtet. Sie haben die Wahl zwischen abwechs 10
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Moderne Sorten
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Moderne Sorten
Eco Astra
Blütenfarbe Blühbeginn Blütenform Blattfarbe Blattzone Wüchsigkeit
Weiss Früh Halbgefüllt Mittelgrün Schwach Mittel
Die Pelargoniensorte Eco Astra hat eine etwas dichtere Wuchs form und ist sehr robust. Die mittelgrünen Laubblätter besitzen keine Zeichnung. Farblich heben sich die schneeweissen Blüten, welche früh im Jahr erscheinen, in deutlichem Kontrast von den grünen Blättern ab. Orangerot gefärbte Staubblätter setzen, aus der Nähe betrachtet, einen weiteren interessanten Akzent. Wie auch die anderen Eco-Sorten ist Eco Astra ebenfalls hitze tolerant und wüchsig. 16
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Eco Blue Touch
Blütenfarbe Blühbeginn Blütenform Blattfarbe Blattzone Wüchsigkeit
Hellviolett Früh Halbgefüllt Mittelgrün Keine Mittel
Die Individuen der Pelargoniensorte Eco Blue Touch weisen eine mitteldichte Wuchsform auf. Die Blüten können schon früh im Jahr betrachtet werden. Sie sind hellviolett gefärbt und bei zwei der fünf Blütenblätter geht die violette Färbung zur Mitte hin ins Weisse über. Die Blüten haben zusätzlich im Zentrum noch rötliche Adern. Die ganze Pflanze scheint etwas bläulich zu schimmern, wozu auch die sehr schwache, etwas verschwom mene, kreisförmige Zeichnung auf den Blättern beiträgt. 17
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Moderne Sorten
Eco Light Pink
Blütenfarbe Blühbeginn Blütenform Blattfarbe Blattzone Wüchsigkeit
Hell-lachsfarben Sehr früh Halbgefüllt Mittelgrün Schwach Mittel
Eco Light Pink ist eine robuste Sorte, deren dunkle Blätter eine schwache Zeichnung mit leichtem Rotstich aufweisen. Für die Sorte jedoch charakteristisch ist die Farbe der Blüten. Ins gesamt lässt sich die Farbe als helles Rosa beschreiben. Zur Blütenmitte hin wird das helle Rosa durch die Aderung der Blü tenblätter etwas dunkler und intensiver. Dies führt dazu, dass die Blüten filigran und doch intensiv wirken. Die Sorte blüht schon früh im Jahr und ist hitzetolerant. 18
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Eco Neon Rose
Blütenfarbe Blühbeginn Blütenform Blattfarbe Blattzone Wüchsigkeit
Rosa bis Pink Früh Halbgefüllt Grün Schwach Mittel
Rund und kugelförmig ist das Erscheinungsbild dieser eher dichten und reich verzweigten Pelargonie, die um 30 cm hoch wird. Schon von weitem sind die vielen Blüten mit ihrem schril len Pinkrosa zu sehen. Von nahem wird in der Mitte der Blüte ein kleines, weisslich gezeichnetes Auge sichtbar. Die rundli chen Laubblätter weisen eine breite bräunliche Zone auf, die fast bis zum Blattrand reicht. 19
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