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ThunerseeLiebi_Frühling_2026_Vorschau

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T hunerseeLiebi

PERSÖNLICHKEITEN

MUSIK VON EVELYN UND KRISTINA BRUNNER

NATUR & OUTDOOR

KROKUSSE: FARBIGE FRÜHSTARTER

SEELIEBE FREIHEIT IM SEEKAJAK

Das Grün

zurück im Spiel

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Liebe Leserin, lieber Leser

Der Frühling ist ein Meister der kleinen Gesten. Er schiebt uns morgens ein paar Minuten mehr Licht auf die Nase, lässt die ersten Farbtupfer im Grau erhellen, und sorgt zuverlässig dafür, dass wir Jacken anziehen, ausziehen – und wieder anziehen. Mal zeigt er sich vorsichtig, mal überraschend mutig. Genau diese Mischung macht ihn so besonders. Und genau dieses Gefühl möchten wir Ihnen mit dieser Ausgabe mitgeben: das langsame Aufblühen, das Entdecken, das kleine Staunen vor der eigenen Haustür.

Wir steigen ein, wortwörtlich, aufs Wasser – und ich darf sagen: Es lohnt sich. Beim Kajakfahren auf dem Thunersee wird schnell klar, wie wohltuend ein Perspektivenwechsel sein kann. Spiegelglatt am Morgen, sanft bewegt am Abend – Freiheit liegt manchmal näher, als man denkt. Ja, man fühlt sich tatsächlich ein kleines bisschen wie ein Kapitän auf Entdeckungsreise.

Ganz andere, aber ebenso berührende Perspektiven eröffnen Evelyn und Kristina Brunner. Die Musik der beiden Schwestern klingt eingespielt, erdig und voller feiner Überraschungen. Verwurzelt in der Volksmusik ihrer Kindheit, getragen von Schwyzerörgeli, Kontrabass und Cello, spielen sie Musik, die nicht laut sein muss, um zu bleiben. Ich höre ihnen gerne zu, und ihre Musik berührt mich jedes Mal von neuem – vielleicht auch Sie?

Und dann sind da diese kleinen Zeichen, die man kaum übersehen kann. Haben Sie sie schon entdeckt? Die Krokusse im Schadaupark oder am Niederhorn die sich tapfer durch den letzten Schnee schieben und mit erstaunlicher Kraft Farbe ins Grau bringen. Hartnäckig, schön – irgendwie bewundernswert. Sie erinnern uns daran, dass der Frühling nicht wartet, sondern einfach beginnt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken – und einen Frühling, der genau so wird, wie Sie ihn mögen!

Maria-Theresia Zwyssig

Leitung Redaktion

Weber Verlag AG, Thun/Gwatt

Highlights

Einsteigen, lospaddeln, durchatmen: Im Seekajak zeigt sich der Thunersee von seiner stillen und zugleich kraftvollen Seite. Ein Perspektivenwechsel auf Sitzhöhe – zwischen Bergen, Wellen und dem Gefühl von Freiheit direkt vor der Haustür.

Zwei Schwestern, vier Instrumente, ein eigener Klang: Evelyn und Kristina Brunner verbinden Schwyzerörgeli, Bass und Cello zu Musik zwischen Tradition und Neugier. Eine Thuner Geschichte voller Herzblut.

Alte Holzbalken, warmes Licht, persönliche Gastfreundschaft: Im Chalet Verve in Interlaken trifft Geschichte auf Slow Luxury. Ein Ort, um anzukommen, durchzuatmen und sich sofort wie zu Hause zu fühlen.

Einblick

Thunersee

6 Seeliebe: Raus aus dem Alltag, rein ins Kajak 14 Tierwelten: Mit den Ohren sehen und den Händen fliegen

58 Landgschichte: Ein Projekt mit Herz für Tiere in Not

62 Natur & Outdoor: Krokusse, überraschende Frühstarter

68 Natur & Outdoor: Ein Zuhause für vier Hufe

80 Fotografie rund um den Thunersee: Action im Blut – Thunersee im Herzen

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88 Kraftorte: Im Märchenwald beim Reutigmoos

108 Architektur: We are home: das Chalet Verve in Interlaken

116 Architektur: Das zweite «Rütli» erstrahlt wieder in altem Glanz

132 Geschichte: Um 1900: das Automobil beginnt seinen Siegeszug am Thunersee

Persönlichkeiten

22 Hans Müller: Vom Emmental nach Japan und zurück

30 Evelyn und Kristina Brunner: Bass, Cello, Örgeli – und zwei, die’s zusammenbringen

Genuss & Heilen

38 Food-Report: Die Sonne im Herzen – und auf dem Teller

44 Mit Liebe produziert: Für den besonderen Pastagenuss

52 Geniessen ab Hof: Ein Ausflug ins Teuffenthal

74 Gesundheit: Blanke Beisserchen leicht gemacht

102 Uf em Märit: Ein Fest für alle Sinne

Kunst & Handwerk

94 Atelier 1818: Alles für eine gute Bindung

124 Basteln: Frühlingserwachen

126 Basteln: 3, 2, 1 Raketen-Start

128 Basteln: Rakete zum Spicken

130 Basteln: Raketen-Würstchen

Literatur

122 Lesen macht glücklich! Buchtipps von Lucie Schmid

138 Bärndütsch: We dr Münzwurf entscheidet.

141 Kreuzworträtsel

142 Gute Adressen

144 Veranstaltungen

146 Was bleibt? & Impressum

Raus aus dem Alltag, rein ins Kajak

Text und Bilder: Maria-Theresia Zwyssig

Gelber Bug voraus: vom kleinen Inselufer hinaus auf den Thunersee.

Spiegelglattes Wasser am Morgen, sanfte Wellen am Abend: Der Thunersee zeigt sich vom Kajak aus jeden Tag etwas anders. Zwischen Bergen, Stille und rhythmischen Paddelschlägen wird aus einer einfachen Ausfahrt ein Perspektivenwechsel – und ein Stück Freiheit direkt vor der Haustür.

Ankommen am See Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Kajakfahrt auf dem Thunersee? Ehrliche Antwort: immer (Ausser bei Gewitter!). Die Stimmung ist jeden Tag anders. Früh an diesem Morgen liegt der See spiegelglatt da, als hätte ihn jemand frisch poliert. Die Bergkanten von Niesen, Blüemlisalp und Stockhorn sind messerscharf gezeichnet, die Welt wirkt sortiert, ruhig, fast andächtig. Am späteren Nachmittag, vielleicht nach einem langen Arbeitstag, ist es anders: Das Einwassern wird zur Entschleunigungstherapie. Gedanken dürfen mit den kleinen Wellen davontreiben – theoretisch bis in die Nordsee.

Mein gelbes Seekajak begleitet mich seit einigen Jahren. Es hat schon fremde Gewässer gerochen. Einmal sind wir gemeinsam von Pavia aus losgezogen, dort, wo sich Ticino und Po treffen, und bis nach Venedig gepaddelt. Durch den Canal Grande, unter der Rialtobrücke hindurch – ein Riesenspass. Zugegeben: es gibt strenge Regeln. Für Kajaks ist der Hauptkanal oft gesperrt und nur zu bestimmten Zeiten befahrbar. Die Sicherheit geht vor, nicht dass es eine Kollision mit Vaporettos und Wassertaxis gibt. Auf dem Thunersee ist das alles deutlich entspannter.

Das Boot

Ein Seekajak ist schlank, stabil (eine grosse Erleichterung, wenn man nicht ständig baden gehen

möchte). Es ist gemacht für lange Strecken, Seen und sogar fürs Meer. Im Gegensatz dazu stehen Wildwasserkajaks: kurz, extrem wendig und ideal für Flüsse mit Steinen, Stromschnellen, Verwirbelungen und Adrenalinschübe. Mein Seekajak hingegen gleitet ruhig dahin, bleibt spurtreu und lässt sich dank dem Einsatz des Skeg (Ruderleitflosse am Heck) präzise steuern. Das Cockpit ist eher klein als geräumig. Viel Beinfreiheit gibt es nicht, dafür einen direkten Kontakt zum Boot – Massanzug statt Jogginghose. Drei wasserdichte Schotten sorgen dafür, dass Zelt, Kocher und Schlafsack trocken bleiben, selbst wenn das Boot einmal Bekanntschaft mit der Schwerkraft macht und kentert. Direkt hinter dem Cockpit liegt eine Tagesluke für Proviant, Sonnencreme und andere lebens -

Oben: Plätzchen am Kanderdelta: Gebaute Steinmännchen, ziehende Wolken - ein Moment ohne Eile.

Unten: Wenn der Tag am Kanderdelta langsam ausklingt: ein kleines Feuer - mehr braucht es nicht.

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Mit den Ohren sehen und den Händen fliegen

Sie orientieren sich durch Echoortung, schweben auf Flügeln lautlos durch die Nacht und leben verborgen mitten unter uns: Fledermäuse gehören zu den faszinierendsten Säugetieren der Schweiz.

Text: Laura Spielmann P Bilder: Fabian Heussler

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Hans Müller:

Vom Emmental nach Japan und zurück

Text: Maria-Theresia Zwyssig P Bilder: Maria-Theresia Zwyssig, zvg

Karate ist mehr als Schläge und Gürtel. Im Budokan Thun vermittelt Hans Müller seit über 50 Jahren einen

Weg zu Gesundheit, Klarheit und innerer Stärke. Sein Dojo im Gwatt ist Trainingsraum, Lebensschule und Ort positiver Energie – mit Blick auf die Berge und auf das Wesentliche im Leben.

Willkommen im Dojo von Budokan Thun

Es ist ein Ort mit Aussicht und Energie. Wer das Dojo betritt, lernt zuerst neue Wörter. Dojo – der Trainingsraum japanischer Kampfkünste. Sensei – der Lehrer. Und ziemlich schnell auch Oss, ein Wort, das so ziemlich alles bedeutet: Hallo, danke, verstanden.

Im Schoren 28 im 3. Stock im Gwatt stehen wir in einem lichtdurchfluteten Raum aus Holz, mit Blick auf Eiger, Mönch, Jungfrau und die Stockhornkette. Gebaut hat ihn Hans Müller selbst, er ist gelernter Schreiner, Zimmermann und lebt Karate. Oder

wie er sagt: «Ich baue gern mit den Händen. Und wir Menschen können mit Karate an uns bauen.»

Ein Blickfang ist das grosse runde Zeichen an der Wand: das Shinsen, das Familienwappen seiner Frau Misa aus Nordjapan. Es steht für Energie –positive Energie. «Schau genau hin, es dreht im Uhrzeigersinn», erklärt Hans und zeigt auf einen Haarwirbel, der sich auch im Uhrzeigersinn wendet. «Negative Energie geht andersrum – wie ein Tornado.» Man glaubt ihm sofort. Dieser Raum meint es ernst – und ist gleichzeitig herzlich.

Hans Müller im traditionellen Karateanzug: 50 Jahre Erfahrung, Ruhe und Konzentration spiegeln sich in jedem Blick des Sensei.

den komp letten

Sie

Lesen

Locker und verbunden: Evelyn und Kristina Brunner auf dem Vorplatz der Bibliothek Spiez, zwischen Musik und Gespräch.

Bass, Cello, Örgeli –und zwei, die’s zusammenbringen

Text: Maria-Theresia Zwyssig P Bilder: zvg

Eingespielt, erdig und voller Überraschungsmomente –so klingt die Musik von Evelyn und Kristina Brunner. Die beiden Schwestern verbinden das Schwyzerörgeli ihrer Kindheit mit eigenen Tönen und lassen Kontrabass und Cello aufblühen. Aufgewachsen über einer Werkstatt und gross geworden mit Ländlermusik, Improvisation und viel Freiraum, spielen sie heute ihre ganz eigene, selbst geschriebene Musik – unverkrampft, neugierig und tief verwurzelt.

Knarrende Böden, klingende Bässe

Der Boden im Café Thunerhof knarrt so knorrig wie ein Bass im Schwyzerörgeli, es duftet nach Kaffee, draussen fliesst die Aare und wir sitzen am Holztisch – ein schöner Ort für ein Gespräch. Die hohen Räume im Café laden zum Weitdenken ein. Diese Weitsicht, die Offenheit und die Tradition: Das ist wie ein Dreiklang, der die beiden Musikerinnen beschreibt. Sie sind Schwestern. Sie sind Thunerinnen. Sie sind Herzblutmusikerinnen. Und sie strahlen – trotz beruflicher Bühne, Studioaufnahmen, Tourplänen und Unterrichtsstunden – eine geerdete Ruhe aus.

Von der Werkstatt auf die Bühne –ein Zuhause ohne Lautstärkenbegrenzung Aufgewachsen sind die beiden direkt über dem Metallbaubetrieb der Eltern. Unten wurde geschweisst und gebogen, oben geübt und improvisiert. Nachbarn gab es keine – ein Glücksfall, wenn man zwei junge Musikerinnen im Haus hat, die unerschöpflich «örgelen», probieren, scheitern, hin und wieder triumphieren und lachen. «Wir konnten Tag und Nacht laut sein», sagt Evelyn. «Es war wie ein Abenteuerspielplatz – einfach einer mit Instrumenten. Diese Umgebung hat geholfen, dass wir uns auf die Musik fokussiert haben». Die Eltern

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Für den besonderen Pastagenuss

Text: Maximilian Geiger P Bilder: Daniela Heuberger, Hannes Zaugg-Graf

In ihrem «Nudelwärchstattlädeli» bietet Daniela Heuberger Teigwaren an, die jenseits industrieller Fertigungen mit hochwertigen Rohstoffen von Hand hergestellt werden und zum geniesserischen Schwelgen einladen. Seit 2018 ist die Nudelwerkstatt Garantin für die Einlösung der Formel: Liebe geht durch den Magen – für Pasta, die den Gaumen und das Herz erfreut.

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Ein Ausflug ins Teuffenthal

Text: Corinne Kneubühler P Bilder: Larissa Dubach

Da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, ganz hinten im Teuffenthal, da liegt der Hof Obertalgut von Christian Fuss und Erika Bohren. Wer hier vorbeikommt, ob mit dem Auto, zu Fuss oder mit dem Bike, darf sich im Hofladen über Selbstgemachtes freuen.

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Die Farben der Krokusse leuchten in den ersten Monaten des Jahres besonders eindrücklich.

Krokusse, überraschende Frühstarter

Text: Maximilian Geiger P Bilder: iStock, zvg, Sabine Joss

Auch wenn der letzte Schnee sich über die Erde legt, sind sie am Schadaupark oder Niederhorn in den ersten Monaten des Jahres kaum zu übersehen: die Krokusse, kraftvolle und erstaunlich anpassungsfähige Pflanzen, die mit ihrer Farbenpracht den Frühling einläuten.

«Iridaceae» – so die lateinische Bezeichnung der Familie der Schwertliliengewächse, zu denen Krokusse zählen. Obwohl die meisten Krokusarten im Vorfrühling ihre Hauptblütezeit haben, gedeiht der Krokus das gesamte Jahr hindurch und erreicht nicht selten eine Wuchshöhe von etwa 20 cm. In Gelb-, Weiss- oder Lilatönen und mit den markanten kelchartigen Blüten machen die Krokusse das gesamte Jahr hindurch in ihrer Farbenpracht und mit ihren geradlinigen Formen auf sich aufmerksam. Eines der Merkmale, die die Botanikerin Kathrin Häberlin an Krokussen am meisten begeistert: die linealen, schmalen Blätter mit ihrer breiten weissen Mittelrippe. Man muss hierfür schon genau hinsehen, betont Häberlin – aber gerade darin liege die Schönheit von Pflanzen. Rund 100 Arten gibt es alleine vom Krokus, und jedes Exemplar verfügt über etwas Eigenes neben den all-

gemeinen, typischen, verbindenden Merkmalen. Herbstkrokusse – sog. Herbstblüher – blühen z. B. von September bis November, die Fruchtbildung setzt dann erst im folgenden Frühjahr ein. Neben dem Siebenbürger Herbstkrokus zählt hierzu etwa auch der Crocus sativus, aus dem sich Safran gewinnen lässt. Die Verbindung des Edelgewürzes mit unserer heimischen Krokuspflanze scheint aufs Erste überraschend, doch hat sie natürliche Gründe, die wir uns noch ansehen werden.

Blühen die sog. Frühblüher von Februar bis April, versorgen sie Bienen und Hummeln mit Pollen und Nektar, die für diese eine wichtige Nahrungsquelle sind. Bekannte Beispiele dieser Gruppe sind der Frühlings-Krokus (Crocus albiflorus) oder der Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus). Für Häberlin ist das immer wieder eine besondere Zeit, denn die

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Oben: Der Thunersee im warmen Abendlicht. Ein einzelner Biker wird Teil der Szenerie –genau dieser Moment ist es, den Tinu Müller sucht und festhält.

Unten: Olympiasieger Gian Simmen in Aktion: Mit Blick auf Interlaken hebt er über dem Thunersee ab – ein Moment perfekter Kontrolle in der Luft.

Action im Blut –Thunersee im Herzen

Tinu Müller pendelt souverän zwischen Pädagogik und Actionfotografie. Was für andere Gegensätze sind, ist für ihn Inspiration: Menschen begleiten, Momente festhalten und die Region rund um den Thunersee immer wieder neu entdecken.

Text: Maria-Theresia Zwyssig P Bilder: Tinu Müller

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Alles für eine gute Bindung

Text: Blanca Bürgisser P Bilder: Thibaut Wenger, Aline Veugel

Kaum durch die Tür des Atelier 1818 eingetreten, findet man sich in einer Wunderwelt des Papiers wieder. Hier haben sich Eva und Daniel einen Traum erfüllt: Sie führen Besuchende in die Kunst des Buchbindens ein, zeigen ihnen die unglaubliche Vielseitigkeit von Papier und bringen buchstäblich Farbe in ihr Leben.

Betritt man das Atelier, stechen einem sofort die wunderschönen Notizbücher ins Auge – von metallischem Schimmer bis hin zu bezaubernden Blüten. Um diese herzustellen arbeitet Daniel mit Tapeten aus dem nahen Ausland. Ein besonderes Highlight sind für ihn die Blumentapeten aus echten Pflanzen. «Die Tapeten sind so hergestellt, dass man die Blumen sogar noch riecht. Wirklich ein besonderes Produkt», schwärmt Daniel.

Von klein auf Daniels Faszination für Papier fing schon früh an, so entschied er sich für eine Lehre als Buchbinder. Nach seinem Abschluss verschlug es ihn für einige Jahre nach Basel, wo er in einem Betrieb arbeitete, der Chemie-Bibliotheksbücher herstellte. Die immergleichen Aufträge boten wenig kreativen Freiraum, deshalb verliess Daniel den Beruf und arbeitete im Verkauf bei Druckereien und in der Maschinen industrie.

Viele Jahre später entdeckte er in einem Museumsladen mit seiner Frau Eva eine Auswahl wunderbarer, handgebundener Notizbücher. Da wurde ihm mit einem Mal wieder bewusst, wie viele Möglichkeiten sein erlernter Beruf eigentlich bietet. Schon war die Idee zur Gründung seines eigenen Ateliers geboren. Dieses sollte aber nicht eine reine Buchbinderei werden: Auch Evas kreative Projekte würden ein Teil des Geschäfts werden.

Schicksalhafte Fügung

Kaum war die Entscheidung für die Eröffnung des eigenen Ateliers gefallen, begann die Suche nach einem passenden Wirkort. Nach einigen Besichtigungen stiess das Ehepaar auf ein Haus in Oberdiessbach. Die beiden verliebten sich auf den ersten Blick in das geschichtsträchtige Gebäude mit den lichtdurchfluteten Räumen. Wie es das Schicksal wollte, war auch der Vermieter von ihrer Idee begeistert. So erhielten sie bereits im Verlauf des ersten Gesprächs die Zusage sowie den Schlüssel für die Räumlichkeiten.

Die Suche nach dem perfekten Namen für das Atelier dauerte hingegen etwas länger. Doch auch

Nach dem Falten der Bögen, werden mit einer Nadel Löcher in den Falz gestochen, damit man die Bögen zusammennähen kann.

hierbei hatte das Schicksal seine Finger im Spiel. Beiden gefiel die Idee einer Zahl im Namen. Eines abends erblickten die beiden im Vorbeifahren die Zahl 1818 an der Fassade des Gebäudes – das Jahr der Erbauung. Sofort war den beiden klar: Das ist es! Später erfuhren sie, dass die Zahl 1818 eine Engelszahl ist und somit ein Symbol für Glück darstellt. Wahrlich ein gutes Omen für ihre Pläne.

Die Zahl 1818 kommt Ihnen vielleicht auch aus einem anderen Grund bekannt vor. Es ist nämlich die ehemalige Nummer der Telefonauskunft. «Schon dreimal haben wir Anrufe von Menschen erhalten, die auf der Suche nach einer Telefonnummer waren», erzählt Daniel lachend. «Beim ersten Mal dauerte es einen Moment, bis mir klar wurde, wieso sie ausgerechnet bei uns anriefen.»

Geübtes Handwerk

Jedes Buch im Geschäft bindet Daniel selbst, manche davon in kompletter Handarbeit. Dafür schneidet er zuerst die Papierbögen auf die gewünschte Grösse zu, faltet sie und sticht sechs Löcher in den jeweiligen Mittelfalz. Danach näht er die losen Bögen von Hand zusammen, sodass ein Buchblock

Oben: Die Notizbücher gibt es in wunderschönen Designs.

Unten: Im Atelier 1818 findet sich auch eine grosse Auswahl an Farben von Tjhoko Paint.

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We are home: das Chalet Verve in Interlaken

Text: Maria-Theresia Zwyssig P Bilder: MAMO Photography

Alte Holzbalken, warmes Licht und liebevoll gestaltete Räume – das ist das Chalet Verve. Es liegt wie ein verborgenes Juwel im Berner Oberland. Hier erzählen

Wände Geschichten, das Gastgeber-Team schenkt ihr Herz – und jeder Moment lädt dazu ein, tief durchzuatmen, anzukommen, zu verweilen, sich zu Hause zu fühlen.

Tauchen Sie ein in eine Welt aus Charme, Geschichte und Slow Luxury.

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Was bleibt?

Begegnungen

Erlebnis

«Der Besuch im Atelier 1818 war für mich als Leseratte ganz ein besonderes Erlebnis. Ich schätze das Handwerk umso mehr und freue mich, in Zukunft meine eigenen Notizbücher zu binden.»

Blanca Bürgisser, Redaktorin

«Es beeindruckt mich immer wieder von neuem, wie Menschen mit Leidenschaft und so viel Herz ihren Weg gehen. Ob Hans Müller im Budokan, Evelyn & Kristina auf der Bühne oder die Gastgeber:innen vom Chalet Verve – mich beeindruckt, wenn Menschen ihren Weg mit Herz und Leidenschaft gehen.»

Maria-Theresia Zwyssig, Redaktorin

Impressum

Herausgeberin und Verlagsleitung: Annette Weber-Hadorn, Weber Verlag AG

Konzept, Realisation: Weber Verlag AG, Gwattstrasse 144, 3645 Gwatt, Tel. 033 336 55 55, Fax 033 336 55 56, www.thunersee-liebi.ch, mail@thunersee-liebi.ch

Projektleitung: Maria-Theresia Zwyssig, m.zwyssig@weberverlag.ch

Inserate: Fabienne Righetti, f.righetti@weberverlag.ch Maria-Theresia Zwyssig, m.zwyssig@weberverlag.ch

Autor:innen: Sonja Berger, Claude Bohler, Blanca Bürgisser, Alain Diezig, Andrea Fischbacher, Maximilian Geiger, Luisa Habegger, Dr. Jon Keller, Corinne Kneubühler, Nina Ruosch, Samuel Krähenbühl, Lucie Schmid, Laura Spielmann, Anna Wingeier, Maria-Theresia Zwyssig

Titelbild: Tinu Müller Fotografie

Fotos: Sonja Berger, Thomas Bornhauser, Blanca Bürgisser, Alain Diezig, Andrea Fischbacher, Maximilian Geiger, Luisa Habegger, Samuel Krähenbühl, Tinu Müller, Mamo Photography, Laura Spielmann, Aline Veugel, Annette Weber-Hadorn, Anna Wingeier, Maria-Theresia Zwyssig

Layout und Grafik: Nina Ruosch, Aline Veugel, Cornelia Wyssen

Ein neues Hobby

«Ich liebe das Wasser. Wenn immer möglich, springe ich rein ins kühle Nass. Es entschleunigt mich wie kaum etwas Anderes. Der Artikel übers kajaken hat mich inspiriert, endlich mit dem Rudern anzufangen.»

Nina Ruosch, Gestalterin

Diese Ausgabe endet hier – aber die nächsten Themen warten bereits …

Die ThunerseeLiebi 2/2026, erscheint Anfang Juni 2026.

Bildbearbeitung: Adrian Aellig

Lektorat: Laura Spielmann

Korrektorat: Maximilian Geiger

Erscheinungsweise: 4× jährlich

Verteilung: Abonnenten, Kiosk, Anwohner um den Thunersee, KKK 1&2, VIPs, Geschäfte, Arztpraxen

Abonnementspreise: 1 Jahr mit 4 Ausgaben CHF 48.– (inkl. 2,5 % MwSt.); 2 Jahre mit 8 Ausgaben CHF 89.– (inkl. 2,5 % MwSt.)

ISSN-Nummer: 2296-8504

Nächste Ausgabe: Anfang Juni 2026

Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten.

Kontakt/Aboservice:

Tel. 033 336 55 55, Fax 033 336 55 56 oder abo@weberverlag.ch, www.thunersee-liebi.ch

Seeliebe P Tierwelten P Natur & Outdoor P Thunersee-Persönlichkeiten P Naturheilkunde P Mit Liebe produziert P Geniessen ab Hof P Kunst und Handwerk aus der Region P Geschichte

Projekt «Weiler»

für Wohnen • Arbeiten • Ausbilden • Begegnen

www.stiftung-uetendorfberg.ch

ENTWICKLUNGEN AUF DEM UETENDORFBERG

Die Stiftung Uetendorfberg wurde 1921 gegründet, um Gehörlosen im ehemaligen Kurhaus «Alpenblick» ein familiäres Zuhause und eine sinnvolle Tagesstruktur zu bieten. Heute begleiten Fachpersonen über 100 Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf in individuell angepassten Wohn ­ und Arbeitsbereichen und investieren mit der Begleitung von 19 Lernenden gezielt in die Zukunft junger Menschen.

106 Jahre nach der Gründung steht die Institution vor einem wichtigen Entwicklungsschritt:

Die Spendenkampagne

Mit dem Projekt «Weiler» wird die Infrastruktur an die heutigen Anforderungen in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Ausbilden angepasst. Zudem soll der Uetendorfberg mit einem vergrösserten Restaurant, Spielplatz und Kleintierzoo zu einem regionalen Begegnungsort für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung weiterentwickelt werden. Jetzt spenden!

Ein Bau beginnt nicht mit Beton, sondern mit Menschen, die an eine Idee glauben. Aufgrund der Umstellung der Finanzierungen im Behindertenbereich ist die Stiftung Uetendorfberg für die Umsetzung des Projekts «Weiler» auf Spenden angewiesen. Das Bauprojekt hat ein Gesamtvolumen von 26 Millionen Franken, davon müssen 8 Millionen Franken durch Spenden finanziert werden. 6 Millionen Franken wurden bereits zugesagt. Jetzt geht’s gemeinsam in’s letzte Viertel der Sammlung.

Getragen wird die Spendekampagne von einem breit abgestützten Patronatskomitee unter dem Präsidium von Bundesrat Albert Rösti und Alt­Ständerat Hans Stöckli sowie zahlreichen Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Kultur, Sport und Politik.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.stiftung­uetendorfberg.ch

Kollektion Colour & Style by Frieden

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