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Kurzvorschau - Gletscher der Schweiz – West

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Christoph Käsermann Andreas Wipf

GLETSCHER DER SCHWEIZ


Christoph Käsermann, Andreas Wipf

Band 1

West

GLETSCHER DER SCHWEIZ BERN, WALLIS UND WAADT 52 FASZINIERENDE BERGWANDERUNGEN ZU EISSTRÖMEN


Alle Angaben in diesem Buch wurden von den Autoren nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und von ihnen und vom Verlag mit Sorgfalt geprüft. Inhaltliche Fehler sind dennoch nicht auszuschliessen. Daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autoren noch Verlag übernehmen Verantwortung für etwaige Unstimmigkeiten. Alle Rechte vorbehalten, einschliesslich derjenigen des auszugsweisen Abdrucks und der elektronischen Wiedergabe.

© 2026 Weber Verlag AG, 3645 Thun/Gwatt 1. Auflage 2011 2. Auflage 2026 (Text komplett überarbeitet. Bilder, Gletscherkärtchen und -tabellen, Stand 1. Auflage) Titelbild: Blick vom Golegghorn auf den Gauligletscher und -see, hinten links von Lauteraar- und Schreckhorn überragt (2022) Frontispiz: Gletscherrandsee bei Märjelen (2007) Autoren: Christoph Käsermann, Andreas Wipf Gesamtherstellung: Kösel, Krugzell Weber Verlag AG Verlags- und Projektleitung: Annette Weber-Hadorn Typografische Anpassungen: Shana Hirschi Korrektorat: Julia Zimmermann, Sophie Souvignier Karten: © swisstopo Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. ISBN 978-3-7225-0200-7 www.weberverlag.ch mail@weberverlag.ch Auslieferung EU Brockhaus Commission GmbH Postfach 1220 D-70803 Kornwestheim info@brocom.de


Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Dank. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   7

Übersichtskarte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   8 Aufbau und Gebrauch des Wanderführers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   9 Faszination Gletscher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   15

Wanderungen 1

Stein- und Steinlimigletscher mit Steinsee, Sustenpassgebiet, BE . . . . . . . . .

37

2

Triftgletscher, Gadmertal, BE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

43

3

Rhonegletscher, Furkagebiet, VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

49

4

Unteraar-, Oberaar- und Bächligletscher, Grimselgebiet, BE/VS . . . . . . . . . . .

57

5

Gauligletscher, Oberhasli, BE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

66

6

Unterer und Oberer Grindelwaldgletscher, Jungfrauregion, BE . . . . . . . . . . . .

73

7

Grosser Aletsch-, Mittelaletsch- und Fieschergletscher, Aletschgebiet, VS . . . .

81

8

Oberaletsch-, Driescht- und Zenbächengletscher, Aletschgebiet, VS. . . . . . . . .

91

9

Lang-, Jegi- und Dischliggletscher, Lötschental, VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

97

10

Tschingel-, Wetterlücken-, Breithorn-, Grosshorn- und Schmadrigletscher, Jungfrauregion, BE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103

11

Blüemlisalp- und Gamchigletscher, Kanderfirn, Kandertal, BE . . . . . . . . . . . . 109

12

Wildstrubel-, Steghorn- und Tälligletscher, Wildstrubelgebiet, BE/VS . . . . . . . 115

13

Glacier de la Plaine Morte, Wildstrubelgebiet, BE/VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121


14

Glacier de Tsanfleuron, Gl. des Diablerets, Gl. du Sex Rouge, Diableretsgebiet, VD/VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127

15

Glacier d’Orny, Glacier du Trient, Val Ferret/Trientgebiet, VS . . . . . . . . . . . . . 133

16

Glacier de Valsorey, Gl. de Tseudet und Gl. du Sonadon, Grand Combin-Gebiet, VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139

17

Glacier de Corbassière, Glacier du Giétro, Val de Bagnes, VS . . . . . . . . . . . . . 145

18

Glacier du Brenay, Gl. d’Otemma und Gl. du Mont Durand, Val de Bagnes, VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153

19

Glacier de Cheilon, Glacier de Tsijiore Nouve, Glacier de Pièce, Val d’Hérens, VS. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161

20

Glacier de Moiry, Val d’Anniviers/Eifischtal, VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167

21

Glacier de Zinal, Val d’Anniviers/Eifischtal, VS. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173

22

Glacier de Moming, Gl. du Weisshorn, Turtmanngletscher, Val d’Anniviers/Turtmanntal, VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180

23

Turtmann- und Brunegggletscher, Turtmanntal, VS. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185

24

Zmutt-, Howäng-, Matterhorn-, Trift- und Gabelhorngletscher, Zermatt, VS . . . 192

25

Gornergletscher, Zermatt, VS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200

26

Findel-, Längflue-, Mellich- und Weingartengletscher, Zermatt, VS . . . . . . . . . 207

27

Riedgletscher, Mattertal, VS. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214

28

Fee-, Hohlaub-, Allalin- und Schwarzberggletscher, Saastal, VS . . . . . . . . . . . 220

29

Chaltwassergletscher, Simplongebiet, VS/I . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 227

30

Gries- und Hohsandgletscher, Ghiacciaio del Sabbione, Nufenengebiet, VS/TI/I . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 234

Quellennachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241


Vorwort Die Gletscher gelangten durch den ausgesprochen raschen Schwund innerhalb der letzten vierzig Jahre in den Fokus von Politik (Klimawandel, Naturgefahren), Wirtschaft (Wasserkraftnutzung) und Tourismus. Gleichzeitig fas­ziniert die eisige Bergwelt aufgrund ihrer Schönheit und ihrer Unnahbarkeit. Früher wurden die verglet­ scherten Regionen hingegen als gefährlich wahrgenommen und als Wohnsitz von Geistern und Dämonen ge­ fürchtet. Werden die wie erstarrt wirkenden Eisströme innerhalb weniger Jahre mehrmals besucht, nimmt man die erstaunlich grossen Veränderungen der Hochgebirgslandschaft hautnah wahr: Wo noch vor wenigen Jahren eine län­gere Gletschertraverse bestand, ist seither ein kilometerlanger See entstanden, über Gletscher führende Hütten­ zustiege mussten wegen des Eisrückgangs und instabiler Moränen durch neugebaute Höhenwege ersetzt werden oder statt einer Eishöhle nahe der Gletscherzunge wie noch vor zwei Jahren spriessen nun an derselben Stelle im Schutt erste Pionierpflanzen. Eisflanken apern aus, braun-graue Felswände verdrängen die gleissenden Firne und Eisfelder, vermehrter Steinschlag ist die Folge. Die enge Verbundenheit mit den Gletschern der Schweizer Alpen bewog uns, die lang gehegte Idee eines Gletscherwanderführers mit abwechslungsreichen, gletscherspezifischen Wanderungen für Bergbegeisterte, Erholungs­suchende und Naturliebhaberinnen und -liebhaber in die Tat umzusetzen. Das vorliegende Buch möchte die Lesenden für solche rasch ablaufenden, gut sichtbaren Veränderungen sensibilisieren, denn der fortschreitende Gletscherschwund macht den aktuellen Klimawandel für alle erleb- und nachvollziehbar. Trotz des Abschmelzens sind die Schweizer Gletscher und das umgebende Hochgebirge noch immer unvergleichlich schön und faszinierend. Dieses Buch möchte deshalb mit zahlreichen gletscherspezifischen Informa­tionen und Wandervorschlägen ein breites Publikum dazu animieren, auf eine Entdeckungsreise in die atem­beraubende Gletscherwelt aufzubrechen. Total werden 52 Wanderungen in 30 Gletscherregionen in den Kantonen Bern, Wallis und Waadt vorgestellt. Darunter finden sich sowohl einfache Familienwanderungen als auch anspruchsvollere Gipfelbesteigungen, eisfreie Routen oder solche mit Gletscherquerungen, halb- bis zweitägige Wanderungen, einsame oder beliebte Routen. Nur wer die Einzigartigkeit und den Wert einer Landschaft erkennt, wird auch Sorge zu diesem kostbaren Gut tragen. In diesem Sinn wünschen wir Ihnen, geschätzte Lesende, erlebnisreiche Abstecher zu den immer noch spektakulären Eisströmen und dass es Ihnen beim Anblick der eiskalten Gestalten warm ums Herz wird.

Dank Viele Personen haben zum Gelingen dieses Wanderführers beigetragen. Die beiden Autoren bedanken sich ­herzlich bei: • der Familie Käsermann, Anna Leonowicz und allen Personen im direkten Umfeld der Autoren, welche die oft langen Abwesenheiten – sei es im Gelände oder am Computer – erduldet haben und durch ihr Verständnis und ihre Unterstützung dieses Buch erst ermöglicht haben. • Prof. Dr. Max Maisch, Geografisches Institut Universität Zürich – GIUZ, für die kritische Durchsicht des Gletscherkapitels, die wertvollen Anregungen sowie das Zur-Verfügung-Stellen von Abbildungsvorlagen. • Dr. Frank Paul, GIUZ und Livia Hollenstein, Institut für Kartografie der ETH Zürich – IKA, für die Gletscher­ inventardaten sowie Dr. Andreas Bauder, VAW ETH Zürich, für die Gletschervermessungsdaten. • Dr. Hanspeter Holzhauser und Dr. Stefan Bader, MeteoSchweiz, für etliche Grafikvorlagen im Gletscherkapitel. • Dr. René Sieber, IKA, für die Kartengrundlage zur Wander-Übersichtskarte. • Prof. Dr. Heinz J. Zumbühl und Dr. Samuel Nussbaumer für die historischen Gletscheraufnahmen. • Felix Hauser für die beiden digitalen Vorlagen aus dem Hydrologischen Atlas der Schweiz. • Barbara Iseli, Anna Leonowicz, Bettina Villiger, Daniel Regenass, Erich Suter, Leonhard Blank, Markus Anken, Albert Käsermann und Heinz Wäspi für die Begleitung auf verschiedenen Rekognoszierungstouren. • den zahlreichen Bildautoren, welche Fotos zur Verfügung gestellt und die Abdruckrechte gewährt haben: Marcel Baer, Isabelle Balleys, Leonhard Blank, Hansruedi Burgener, Franziska Feller, ­Andreas Gygax, Christian Hadorn, dem Gletschergarten Luzern, Eric Kalt, Fabian Meyer, Etienne Michaud, Adi Möhl, Ueli Raz, Ronny Rostock, Urs Schiebner und Marcy Stader. • allen weiteren Personen und Institutionen, die dieses Buchprojekt in irgendeiner Form unterstützt haben.

Vorwort

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Vorwort

Genève

50 km

Lausanne

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Martigny

Sion

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Visp

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Interlaken

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2

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Engelberg

Luzern

Maggia

Airolo

Andermatt

Glarus

21 22 23 24 25 26 27 28 29 30

Bellinzona

Splügen

Ilanz

Blüemlisalp- und Gamchigletscher, Kanderfirn Wildstrubel-, Steghorn- und Tälligletscher Glacier de la Plaine Morte Gl. de Tsanfleuron, Gl. des Diablerets, Gl. du Sex Rouge Glacier d‘Orny, Glacier du Trient und Gl. de Saleina Glacier de Valsorey, Glacier de Tseudet, Gl. du Sonadon Glacier de Corbassière, Glacier du Giétro Glacier du Brenay, Gl. d‘Otemma, Gl. du Mont Durand Glacier de Cheilon, Gl. de Tsijiore Nouve, Gl. de Pièce Glacier de Moiry

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20 22 19 21

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Gstaad

Bern

Stein- und Steinlimigletscher Triftgletscher Rhonegletscher Unteraar-, Oberaar- und Bächligletscher Gauligletscher Unterer und Oberer Grindelwaldgletscher Grosser Aletsch-, Mittelaletsch- und Fieschergletscher Oberaletsch-, Driescht- und Zenbächengletscher Lang-, Jegi- und Dischliggletscher Tschingel-, Breithorn-, Grosshorn- und Schmadrigletscher

Davos

St. Moritz

Chur

Scuol

Glacier de Zinal Glacier de Moming, Glacier du Weisshorn Turtmann- und Brunegggletscher Zmutt-, Matterhorn-, Trift- und Gabelhorngletscher Gornergletscher Findel-, Längfluh- und Mellichgletscher Riedgletscher Fee-, Hohlaub-, Allalin- und Schwarzberggletscher Chaltwassergletscher Gries- und Hohsandgletscher/Ghiacciaio del Sabbione

30 ausgewählte Gletscherregionen in den Berner, Walliser und Waadtländer Alpen mit 52 Wanderungen zu Gletschern

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Aufbau und Gebrauch des Wanderführers Der Gletscherwanderführer ist in 30 Gletschergruppen in den Kantonen Bern, Wallis und Waadt aufgeteilt. Die Gletschergruppen bilden meist einen zusammenhängenden Komplex aus einem bis mehreren kleineren und grösseren Gletschern. Darunter sind bekannte Gletscher wie Grosser Aletschgletscher oder Rhonegletscher, aber auch unbekanntere wie Ried-, Chaltwassergletscher oder Glacier d’Orny. Jede Gletschergruppe wird auf einer separaten Gletscherinformationsseite mit ihren Charakteristiken, einem Übersichtsfoto und Kenngrössen zur Gletschergeschichte seit 1850 präsentiert. Eine bis maximal drei Wanderungen führen zu den Highlights der jeweiligen Gletschergruppe. Die meisten ­Wanderungen sind mit einer gewissen Grundkondition für alle Interessierten gut machbar. Nur wenige Touren verlangen höhere Anforderungen und eine spezielle Ausrüstung, darunter auch bis zu wenig schwierigen Hochtouren wie z. B. auf die Pigne d’Arolla (W 19.2). Die Anforderungen werden jeweils auf einer Wanderinformationsseite angegeben. Zudem werden dort alle Routen pro Gletschergruppe mit Profilen und Übersichtskarte kurz vor­gestellt. Die Wanderbeschreibungen zielen nicht nur auf eine kurze Übersicht zur Route ab, sondern bieten neben der Landschafts- und Gletscherbeschreibung zahlreiche kleinere Exkurse zu Natur, Landschaft und Kultur, illustriert mit fünf bis acht Bildern pro Gebiet. Eine kurze, prägnante Charakterisierung der entsprechenden Wanderung wird der Beschreibung stets vorangestellt. Alle Informationen wurden – Stand Sommer 2010 und weitgehend überarbeitet Winter 2025 – sorgfältig zusammengetragen.

Gletscherinformationsseite Als Besonderheit in diesem Wanderführer werden bei jeder Gletschergruppe ein bis vier Gletscher mit Text, Panoramabild, Übersichtskarte mit eingezeichneten Gletscherumrissen von 1850, 1973 und 2000 sowie einer Tabelle mit zahlreichen Detailangaben kurz vorgestellt. Diese Informationen erlauben einen vertieften Einblick in die von den Wanderungen tangierten Gletscher und geben auch einen kurzen Überblick über ihre Be­sonderheiten und ihre Gletschergeschichte, die meist an den verschiedenen Moränenständen ablesbar ist. Gletscherkärtchen Die Gletscherkärtchen im einheitlichen Massstab von 1:200 000 geben die Umrisse der Gletscherausdehnung um 2000 in blau, diejenigen des Schwundes seit 1973 in rot sowie jene des Schwundes zwischen 1850 und 1973 in gelb an. In grau sind die umliegenden Gletscherflächen angedeutet (Quelle: Schweiz. Gletscherinventar). Insbesondere bei kleinen Gletscherflecken wurde jedoch z. T. keine Rekonstruktion der 2000er-Ausdehnung durchgeführt. Auf diesen Kärtchen sieht man eindrücklich den Rückgang der Gletscher seit dem letzten Hochstand um 1850, aber auch innerhalb der letzten Jahrzehnte. Durch die Verwendung desselben Massstabs sind zudem alle Gletschergruppen unter­einander vergleichbar. Im Kärtchen sind oft mehrere Gletscher abgebildet, wobei die bekanntesten mit einer Nummer gekennzeichnet sind und in einer zugehörigen Tabelle mit Kennzahlen aufgelistet werden. Zudem werden bekannte Gipfel in der Umgebung (Dreiecke) mit ihrer Höhe sowie die höchsten und tiefsten Punkte der Gletscher (Quadrate bzw. Kreise) ausgewiesen. Die Zungenhöhe hat sich seit dem Jahr 2000 bereits wieder und teils massiv verändert. Bis auf Ausnahmen wie dem Trift-, Ried- oder Gauligletscher wurden aufgrund fehlender systematischer Aufnahmen der Gletscherumrisse trotzdem die Werte von 2000 verwendet. Durch die rasche Veränderung zeigen auch die neuesten Landeskarten oder die im Internet bereitgestellten Luftbilder (z. B. von Google Earth, den Geoportalen des Bundes und von swisstopo oder das Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz) meist nicht den aktuellsten Zustand. Gletschertabellen Die Tabellen auf der Gletscherinformationsseite enthalten zahlreiche gletscherspezifische Angaben, meist zu einem bis vier Gletschern im Bereich der Wanderungen. Die Nummern beziehen sich auf die Lage im benachbarten Gletscherkärtchen. In der Tabelle werden unter anderem Gletschertyp (S. 17), Angaben zur Länge 1850, 1973 und 2009 sowie jeweils der prozentuale Anteil an der Gletscherlänge von 1850 (letzter Hochstand) angegeben. Zudem ist der summierte Schwund bis 2009 in Kilometer aufgeführt. Bei der Fläche sind es absolute Werte zu 1850, 1973 und 2000 in Quadratkilometer und in Prozent von 1850 sowie zur Schuttbedeckung um 2000. Es kommt oft vor, dass sich der ursprüngliche Gletscher (Hochstand 1850, sogenannter Totalgletscher) wegen des Gletscherschwundes in mehrere Teile aufgespaltet hat (sogenannte Teilgletscher), wie z. B. beim

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Schnelle Wetterwechsel bergen grosse Gefahren im Gebirge – Wegweiser unter der Cabane de Valsorey CAS nach einem Kaltlufteinbruch mit Nebel im Oktober (W 16).

Weg nicht verlassen! Da gesichert und gespurt, wird das Trassee vom Jungfraujoch zur Mönchsjochhütte trotz der hochalpinen Gletscherquerung als T2 eingestuft (W 7.3).

Grossen Aletschgletscher: Um 1850 floss er noch mit dem Mittelaletschgletscher zusammen, heute sind beide voneinander getrennt (S. 81). In der Tabelle werden darum für den Flächenwert 2000 zwei Werte, einen für den Totalgletscher (das heisst die Summe aller Teilgletscher; zur Vergleichbarkeit mit den anderen Zeitständen) und einen für die effek­tive Gletschergrösse des heutigen Teilgletschers aufgelistet. In der Literatur wird jeweils nur der Flächenwert des aufsummierten Totalgletschers erwähnt. Die Angaben zum tiefsten Gletscherpunkt sind, soweit bekannt, aktuell, sonst gemäss der neuesten Karte. Die Höhe der Gleichgewichtslinie 1973 (GWL; S. 18) rundet die Informationen ab. Die Daten wurden aus dem Schweizer Gletscher­inventar und dem Schweizerischen Gletscherbeobachtungsnetz zusammengetragen und ergänzt.

Wanderinformationsseite Route Die eine bis drei vorgestellten Wanderungen einer Gletschergruppe werden kurz mit Ausgangs-, Endpunkt und wichtigen Zwischenpunkten, der Gesamtwanderzeit und der Schwierigkeitseinstufung charak­ terisiert (T1–T4 respektive L–WS, s. Wander- und Hochtourenskala des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) weiter ­unten). Anforderungen Zur objektiven Einschätzung der Schwierigkeiten wurden alle Wanderungen und Varianten nach der Schwierigkeitsskala für Wanderungen des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) respektive der Schweizer Wanderwege eingestuft (Tab. S. 13). Dabei gilt für die gesamte Wanderung immer die Einstufung der ­schwierigsten Stelle. Eine Route gilt also z. B. auch dann als T4, wenn auf mehreren Wanderstunden nur

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Aufbau und Gebrauch des Wanderführers


zehn Minuten dieser Einstufung entsprechen. Die Einstufung gilt bei guten Verhältnissen. Bei Nässe, Nebel, Schnee etc. können besonders hochgelegene oder ausgesetzte Wanderungen rasch wesentlich anspruchsvoller werden. Gletschertraversen werden grundsätzlich mindestens als T4 respektive als Alpinwanderweg eingestuft, auch wenn sie einfach zu begehen sind. Im vorliegenden Führer wurde in wenigen Fällen (z. B. bezüglich der gespurten und abgesteckten Traversen zur Mönchsjochhütte und über den Glacier de Tsanfleuron eine tiefere Einstufung vorgenommen (T2 resp. T3). Schneebedeckte Gletscher dürfen hingegen wegen der Spaltengefahr grundsätzlich nur angeseilt betreten werden. Nach Regenfällen kann die Gletscheroberfläche sehr rutschig sein, dann sind auch auf den einfachen Routen in diesem Führer im Einzelfall möglicherweise Steigeisen oder Grödel/Schuhkrallen notwendig. Es folgen kurze Erläuterungen zu einigen Besonderheiten der Wanderung, z. B. zu Gletschertraversen, gesicherten Wegpassagen, Ausgesetztheit oder notwendigen Voraussetzungen wie Trittsicherheit oder Schwindelfreiheit. Alle beschriebenen Wanderungen sind, falls im Text nicht anders vermerkt, markiert. Im Gebirge können sich Schwierigkeiten rasch ändern, so sind der Wegzustand und insbesondere die Begehbarkeit von Moränen und die Lage der Gletscherzungen Veränderungen unterworfen. Vielfach lohnt es sich deshalb, vorgängig in der SAC-Hütte oder beim Tourismusbüro Erkundigungen über den Zustand der Bergund Alpinwanderwege oder der Gletscherquerungen einzuholen. Ausgangs-/Endpunkt Der Ausgangs- und Endpunkt der Wanderungen und manchmal der Varianten werden genannt, ebenso die Art der Anfahrt mit dem öffentlichen Verkehr (ÖV). Haben mehrere Wanderungen einer Gletschergruppe denselben Ausgangs- oder Endpunkt, werden sie zusammengefasst. Restaurant/Unterkunft Restaurants und/oder Unterkunftsmöglichkeiten entlang der Wanderrouten werden meist als Stichwort in der Beschreibung zur Wanderung, seltener zusammenfassend, aufgelistet. Aus Aktualitätsgründen wurde im Text auf weitere A ­ngaben verzichtet, zusätzliche Informationen wie auch ­Telefonnummern und Mailadressen finden sich jeweils beim zuständigen Fremdenverkehrs- oder Touris­ musbüro, im Internet meist unter dem Namen der Unterkunft/des Restaurants sowie bei SAC-Hütten unter www.sac-cas.ch. Karten Angabe der Landeskarte mit Nummern und Namen, welche von der Wanderroute oder den Varianten tangiert werden (Karte(n) 1:25 000 von swisstopo, Bundesamt für Landestopografie). Gipfelziele/Übergänge Damit neben den beschriebenen Wandermöglichkeiten auch Gipfelziele oder Passübergänge nicht fehlen, wird eine Auswahl innerhalb der Gletschergruppe mit ihren zu erwartenden Schwierigkeiten genannt. Dabei kommt für Berg- und Alpinwanderwege wieder die SAC-Wanderskala zum Zuge, für Gletscherbegehungen wird hingegen die Hochtourenskala (L-EX) des SAC verwendet. Es wurden allerdings nur einfache Touren bis maximal WS aufgenommen. Detailliertere Informationen zu diesen Touren finden sich auf dem Tourenportal des SAC. Lebensräume Nennung der wichtigsten Lebensräume und Vegeta­tionstypen (Verbände), die entlang der Wanderroute anzutreffen sind. Die Liste ist nicht vollständig, ermöglicht jedoch eine Vorstellung der durchwanderten Habitate. Umfassende Vegetationsbeschreibungen finden sich in Delarze R. & Y. Gonseth (2015): ­Lebensräume der Schweiz bzw. der Lebensraumtypologie (TypoCH) bei Info Flora oder in den Naturführern von Käsermann Pflanzenwelt der Jungfrauregion, Pflanzenwelt von Zermatt, die sich auch auf die restlichen in diesem Gletscherwanderführer tangierten Gebiete in den westlichen Nordalpen bzw. im Wallis übertragen lassen. Hinweis

Hier folgen weitere spezifische Angaben z. B. zu Lehrpfaden oder anderen interessanten Aspekten.

Übersichtskarte Als Grundlage dienen die aktuellsten digitalen Pixelkarten von swisstopo im Massstab 1:100 000. Die Übersichtskarte im Massstab 1:80 000 oder 1:100 000 zeigt in Rot, Gelb und Lila und mit Nummern versehen den beschriebenen Routenverlauf sowie in Grün mögliche Varianten, welche am Schluss der Wanderung unter der entsprechenden Nummer kurz charakterisiert werden. Auf der Karte sind zudem in Blau die Gletscherflächen und -umrisse des Jahres 2000 sowie, schwach braun hinterlegt, die Hochstandsausdehnung von 1850 (Quelle: Schweizer Gletscherinventar) zu erkennen. Dadurch lassen sich die Angaben aus der Gletscherinformation und der Routenbeschreibung besser lokalisieren und der Gletscherschwund seit 1850 wird visualisiert. Da seit dem Jahr 2000 die meisten Gletscher stark abgeschmolzen sind, führen nun einige eisfreie Varianten scheinbar noch über Gletscher. Profil Das Höhenprofil zeigt die Routen in dreifacher Überhöhung, die Topografie wird so leichter erfassbar. Das Profil enthält detaillierte, aufsummierte Angaben zu Wanderzeit, Distanz und Höhenmeter sowie die Höhenlage der Wanderrouten. Zudem benennt das Profil wichtige Zwischenstationen und gibt mit einem Aufbau und Gebrauch des Wanderführers

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1.1 Steingletscher (Bus) – Steinsee – Chüöbärgli – Umpol – Seebodensee – Steingletscher (Bus) (T2, 2:30 h) 1.2

Steingletscher (Bus) – Umpol – Tierberglihütte SAC und zurück (T3, 5 h)

Anforderungen 1 T2 – markierte, gute Bergwanderwege. Auf der Moräne schmäler und etwas rutschig 2 T3 – markierte Berg- und Alpinwanderwege, teils steil, bei Nässe rutschig, Schneefelder bis in den Juli Ausgangs-/Endpunkt

Steingletscher, Bus von/nach Meiringen oder Göschenen

Restaurant/Unterkunft

Hotel Steingletscher, Tierberglihütte SAC (2), sonst keine Einkehrmöglichkeit

Karten Landeskarte 1:25 000: Blatt 1211 Meiental Gipfelziele/Übergänge Giglistock 2898 m ü. M. (T4/L), Gwächtenhorn 3404 m ü. M. (L), Sustenhorn 3502 m ü. M. (L, V2); Tierberg- oder Sustenlimi – Chelenalphütte SAC (L); Tierberg­ lücke – Trift- oder Windegghütte SAC (L) Lebensräume Silikatschutt und -fels, Borstgrasweiden, Kiesbettfluren, Pioniervegetation auf Moränen, Kalkarme Kleinseggenriede, Schwingrasen, Krummseggenrasen, Alpenrosen- und weitere Zwergstrauch­ heiden Hinweis 1 Gletscherlehrpfad; informative Broschüre beim Hotel Steingletscher erhältlich. Privatstrasse nach Umpol (kostenpflichtig)

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5 km 1h

1:45h

2:30h

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Wanderung 1.1 1-tägig Dauer: 2:30h Distanz: 6,8 km Aufstieg: 420 m Abstieg: 420 m

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1863

2095 1 km

2095 5 km

0:55h

3h

1863 10 km

4:15h

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Wanderung 1.2 1-tägig Dauer: 5h Distanz: 10,4 km Aufstieg: 960 m Abstieg: 960 m


1.1 Gletscherlehrpfad Steinsee Der Steingletscher mit dem vorgelagerten Steinsee ist einer der bekanntesten Schweizer Eisströme und ein Schulbeispiel für zahlreiche Gletscherphänomene. Auf dem landschaftlich abwechslungsreichen Gletscherlehrpfad können Gletschersee, Zunge und Vorfeld ebenso hautnah erlebt werden wie eine seit 11 500 Jahren eisfreie Rundhöckerlandschaft mit Seen und Mooren. Ein grosser Teil dieser Wanderung führt entlang dem Gletscherlehrpfad. Nach wenigen Metern auf der kostenpflichtigen Privatstrasse nach Umpol zweigt links der Fussweg gegen den Steinsee ab und steigt über dem Einschnitt des Steinwassers gemächlich an. Diese Erosionsrinne demonstriert eindrücklich die Kraft des Wassers und das Gefahrenpotenzial von moränengestauten Gletscherseen: Am 30. Juli 1956 brach der randvoll gefüllte Steinsee plötzlich aus. 800 000 m3 Wasser erodierten eine Bresche durch die 1920er-Moräne und schossen talwärts. Dabei vertiefte sich die bestehende Rinne auf einen Schlag um über fünf Meter. Ein kleinerer Ausbruch 1998 erodierte diese nochmals um zwei Meter. Schon bald kommt der ovale Steinsee in Sicht. Die eigentümliche, eisgrau-grüne Seefärbung stammt von der Gletschermilch, dem mit feinstem Gesteinsmehl vermischten Schmelzwasser des Gletschers. Kurz darauf wird die schwach ausgeprägte doppelte Endmoräne des Vorstosses von 1920 gequert. Nun führt der Weg gemütlich dem See entlang, den markanten Sustenspitz stets im Hintergrund. Dieser Bereich ist schon seit 70 bis 100 Jahren eisfrei, entsprechend ist die Vegetation bereits weiterentwickelt als auf dem direkt dem Gletscher vorgelagerten, erst nach 1990 eisfrei gewordenen Sander südlich vom See. Beeindruckend ist der Blick den Gletscher hoch: Vom Sustenhorn fliesst er weiss im Mittagslicht gleissend, über verschiedene Steilstufen herab, wobei zahlreiche Spaltensysteme aufreissen. Die östliche Gletscherseite sammelt den Schutt aus den steilen, brüchigen Felshängen zwischen Sustenhorn und -spitz, entsprechend ist das Eis dort völlig schuttbedeckt. Die mächtige, hohe Ufer­moräne nördlich davon markiert den letzten Gletscherhochstand. Zurück beim Steinsee wandern wir hinauf zur Strasse, zweigen dort gleich wieder links (südwärts) für einen einstündigen Abstecher vom Lehrpfad ab. Der schmale, unmarkierte aber durchgehend gute Pfad (fehlt teilweise auf der 1:25 000er-Karte) steigt durch herrlich blühenden Pionierrasen gegen das Chüöbärgli an. Oben angelangt lädt der ausgezeichnete Blick Richtung Steingletscher mit seinem Vorfeld zu einer Rast ein. Aus der Mulde direkt unter der Ufermoräne südöstlich vom Chüöbärgli hat sich der Gletscher nach dem heissen

Der Seebodensee in der Rundhöckerlandschaft In Hublen mit den Felswänden der Gadmerflue

Stein- und Steinlimigletscher mit Steinsee, Sustenpassgebiet, BE

39


Zunge des Steingletschers im Jahr 2009 mit dem im Sommer 2003 entstandenen Randsee

Sommer 2003 weitgehend zurückgezogen, dabei bildete sich ein neuer Gletscherrandsee auf rund 2050 m ü. M. Seit 2007 hat dieser aber auch keinen Eiskontakt mehr. Der schmale Weg führt weitere 200 m über die Moräne bis fast an den Fuss des Bockberges. Wer noch etwas näher an den Gletscher herankommen möchte, folgt dem unmarkierten Pfad und zuletzt den Wegspuren entlang der Moräne südostwärts in 15 Min. über die Geröllund Felsterrasse östlich von Pt. 2203 problemlos bis zum Fuss der Steilstufe (V1, T3). Viele Schuttpflanzen, z. B. die gelbblühende Clusius Gemswurz und der Kriechende Nelkenwurz oder die violetten Polster des Alpenleinkrauts, lenken von der steinigen Route ab. Die Hauptroute zweigt aber von der Moräne rechts ab und führt über Blockschutt kurz hinab zur Schwemmebene von Umpol. Im Sander fallen mehrere Schotterstrassen und vis-à-vis ein farblich gut unterscheidbarer kleiner Felssturz auf. Dieser wurde 1992 durch eine fatale Explosion in der militärischen Munitionsvernichtungsanlage ausgelöst, wobei sechs Personen den Tod fanden. Die Schwemmebene gehört bereits zum gemeinsamen Vorfeld des Steinlimigletschers und der beiden namen­ losen Seitenarme des Steingletschers, die 1860 noch alle zusammenstiessen. Die zerklüfteten Reste der östlichen Zunge sind hoch oben zwischen dem Bockberg und dem Tierbergli gut zu erkennen. Zahlreiche Bacharme mäandrieren durch diese sandige, vegetationsarme Ebene. Diese Bachläufe sind ein Paradies für Kinder; stundenlang können sie sich mit dem Bauen von Staudämmen oder mit «Sändelen» beschäftigen. In vegetations­armen Senken wächst Gletscher-Hahnenfuss und die Ufer sind gesäumt von weissen, im Wind wogenden Beständen des Scheuchzers Wollgrases. Von der Schwemmebene folgen wir dem schäumenden Abfluss des Steinlimigletschers für 500 m nordostwärts, bis wir wieder den Gletscherlehrpfad und damit den Weg gegen den Seebodensee erreichen. Nach nur 60 Höhenmetern gelangen wir in eine neue Welt: Vor uns dehnt sich die faszinierende Rundhöckerlandschaft In Huble mit vielen namenlosen kleinen Seen und Sümpfen in den Mulden sowie Zwergstrauchheiden und rundgeschliffenen Gneisfelsen aus. Diese ebenfalls vom Gletscher gestaltete Landschaft ist jedoch bereits seit über 11 500 Jahren eisfrei. Seither sind viele der kleinen Seen verlandet und es bildeten sich ökologisch äusserst interessante kleine Schwingrasen, Flach- und kleinste Hochmoore. Die ältesten Torfschichten wurden auf ca. 9200 Jahre vor heute datiert. Der Weg windet sich abwärtshaltend zwischen den Rundhöckern und mehreren Tümpeln hindurch, wobei sich schöne Ausblicke zum grösseren Seebodensee öffnen. Bei der Seebodenhütte liegt ein schön eingerichteter Rastplatz. Nordostwärts, stetig etwas auf und ab, gelangen wir etwa 20 m links vom Weg zu einem zwischen zwei Seelein gelegenen Aussichtspunkt (Station 14 des Lehrpfads). Übers Tal blickt man zu den düsteren, senkrechten Wandfluchten der Wendenstöcke und der Gadmerfluh. Kurz danach beginnt ein steiniger Abstieg von etwa 200 m Höhendifferenz, an einigen kleineren Arven vorbei, zurück zum Hotel Steingletscher.

Variante 1 Abstecher gegen den Gletscherrand am Nordostfuss des Bockbergs, T3 Unmarkiert aber mit Pfadspuren wie im Text beschrieben (retour 0:25 h, auf/ab je 90 m, 0,9 km).

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Stein- und Steinlimigletscher mit Steinsee, Sustenpassgebiet, BE


1

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3

1  Sonnenuntergang neben dem Giglistock 2  Séracs vor den Firnhängen des Mittler Tierberges 3  Der dreiarmige, stark zurückgewichene Steingletscher (2010) mit Steinsee, Gwächtenhorn und

gut sichtbaren Moränen früherer Gletscherstände


1.2 Hinauf in die Gletscherwelt zur Tierberglihütte SAC Eindrücklicher Aufstieg zwischen zwei zunehmend abschmelzenden Gletscherbrüchen zur Tierberglihütte mit ihrem eisgeprägten, herrlichen Panorama. Gute Übersicht über das grosse Nährgebiet des Steingletschers sowie Startpunkt für einfache, lohnenswerte Gletschertrekkings. Schon von der Sustenpassstrasse aus sieht man neben dem Steingletscher auf dem westlichen der beiden Felsköpfe die Tierberglihütte (SAC) thronen. Vom Hotel Steingletscher bis zur stabilen Brücke (2095 m) über den Abfluss des Steinlimigletschers am Fuss des Tierberglis gelangt man entweder zeitsparend mit dem Privatauto (kostenpflichtig, Parkplatz), direkt (1 h) oder viel schöner und abwechslungsreicher wie in der ersten Hälfte von Wanderung 1 beschrieben. Danach wenden wir uns dem weiss-blau-weiss markierten, unproblematischen Hüttenweg zu und steigen über 800 Höhenmeter hinauf zur Tierberglihütte. Als Variante führt ein schöner, mittelschwerer Klettersteig (K3, C) ebenfalls zur Hütte hoch (Klettersteigausrüstung notwendig). Zuerst noch etwas gemächlich zieht der Weg eine kleine Ufermoräne querend an den Fuss des Absturzes des Seitenarms des Steingletschers. Noch immer beeindrucken einzelne Séracs (Eistürme) am Horizont, die früher faszinierenden Eisabbrüche sind aber seltener geworden. Nun steiler und im Zickzack, im Frühsommer oft noch über Restschneefelder (Vorsicht Rutschgefahr!), steigen wir bis 2360 m auf, bevor der Weg westwärts auf eine herrliche Aussichtskanzel (Pt. 2427) hinüberquert. Bei einer kurzen Rast geniesst man den Ausblick gegen die Spaltenzone am Horizont, den Giglistock und den Vorder Tierberg. Im Rücken dominieren etwas entfernt die Fünffingerstöcke und die massive Wand des Titlis den Horizont. Erholt nehmen wir die restlichen – steilen – Höhenmeter zur Tierberg­lihütte in Angriff. Der Weg, im oberen Teil neben dem Eisbruch verlaufend, wird teilweise etwas schwieriger. Trittsicherheit ist notwendig und manchmal muss man auch die Hände zu Hilfe nehmen. Allerdings ist er gut markiert und nie ausgesetzt. Welch eine Aussicht bietet sich von der am nördlichen Rand des Steingletschers trohnenden Tierberglihütte: Von Westen über Süden nach Osten sieht man fast nur Schnee und Eis. Diese Hochgebirgsszenerie lohnt den etwas mühevollen Aufstieg allemal und wer hier übernachtet, um anderntags das Sustenhorn (L, V2) oder einen der anderen Gletscherberge zu erklimmen, kommt in den Genuss herrlicher Abend- und Morgenstimmungen. Der Rückweg erfolgt auf dem Aufstiegsweg.

Variante 2 Gletschertrekking Sustenhorn (3503 m ü. M.), L Der Aufstieg von der Tierberglihütte über die weissen Firn- und Gletscherhänge hinauf zum Sustenhorn 3503 m ü. M. ist technisch einfach. Trotzdem ist wegen der Spaltengefahr das Anseilen und eine adäquate Gebirgsausrüstung und -erfahrung oder das Beiziehen eines Bergführers Pflicht. Das Sustenhorn ist ein herrlicher Aussichtsberg mit einem Panorama, das von Graubünden übers Urnerland bis zum Matterhorn im Wallis reicht (retour ca. 4:30 h, auf/ab je 730 m, 9,3 km).

Die Spinnweb-Hauswurz besiedelt v. a. Felsterrassen und steinige Rasen über Silikat.

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Stein- und Steinlimigletscher mit Steinsee, Sustenpassgebiet, BE


Triftgletscherzunge mit Eisfall (2009) und dem in den letzten Jahren entstandenen grossen See vor dem Felsriegel bei der Hängebrücke

2

Triftgletscher, Gadmertal, BE

• Talgletscher mit einem ausgedehnten, hochgelegenen Einzugsgebiet • grosser, durch spektakulären Gletscherschwund entstandener See • im Zungenbecken maximaler Eisdickenverlust von etwa 350 m seit 1850 • gut erhaltene, teils datierte Moränenwälle bei der Windegghütte • wegen Gefahrenpotenzial ständig überwachter Gletscher

Der Triftgletscher weist ein ausgedehntes, mehrheitlich flaches Einzugsgebiet auf und hängt zwischen dem Wysse Nollen und Tieralplistock auf mehreren Kilometern mit dem Rhonegletscher zusammen. Die Eismasse endet westlich der Trifthütte mit einer steilen, stark zerklüfteten Abbruchfront. Noch bis Mitte der 1990erJahre füllte die flach auslaufende, spaltenarme Zunge das gesamte Becken bis zum Felsriegel ostsüdöstlich der Windegghütte auf und wies lehrbuchmässig ausgeprägte Ogiven auf (bogenförmige Stauchwülste quer zum Gletscher). Im 19. Jahrhundert überfloss der Gletscher den Riegel und die Schlucht zwischen Wind- und Drosiegg und trieb seine Zunge um 1850 sogar bis zur heutigen Bergstation der Triftbahn vor. Die Hängebrücke ermöglicht eine optimale Aussicht auf das abbrechende Zungenende, den See und die Schlucht. Die Entstehung von randglazialen Seen führte zu einem verstärkten Abschmelzen des Gletschers. Zusammen mit dem Eisverlust durch Kalben hat sich so der Schwund des Gletschers rasant beschleunigt. Allein seit 1995 ist der Gletscher um etwa einen Kilometer kürzer geworden! Heute reicht das Zungenende nicht mehr in den See, sondern der Gletscher stirnt am oberen Rand der Felsstufe. Der ehemals spektakuläre Eisfall ist abgeschmolzen. Der Gletscherschwund hatte bis gegen Ende der 2010er Jahre zu einer neuen potenziellen Gefahr geführt, da Eismassen aus dem instabilen Eisfall direkt in den See stürzen und somit Flutwellen auslösen konnten.

1650 m

2240 m

2

3200 m

2009

Hinter Tierberg 3447 m

1

N 0

Diechterhorn 3389 m

5 km

Gletscher

 1 Trift

 2 Tierberg

Gletschertyp Länge 1850 1973 2009 Verlust 1850 – 2009 Fläche 1850 1973 2000 Verlust 1850 – 2000 Schuttbedeckung 2000 Zungenhöhe 2009 GWL 1973

km km/% km/%

Talgl. 9,1 6,6 73 5,7 63

Gebirgsgl. 2,75 1,70 62 1,6 58

km/% km2 km2/% km2/%

3,4 19,6 17,2 15,7

37

42

88 80

1,2 1,6 1,2 1,0

km2/%

3,9

20

0,6

40

% m ü. M. m ü. M.

0,9 1665 2750

74 60

0,1 2240 2630

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2.1

Underi Trift (Seilb.) – Hängebrücke – Windegghütte SAC – Underi Trift (Seilb.) (T2, 3 h)

2.2

Underi Trift (Seilb.) – Hängebrücke – Trifthütte SAC und zurück (T4, 7 h)

Anforderungen 1 T2 – durchgehend markierte Bergwanderwege, Hängebrücke problemlos, aber leicht wackelig, verlangt ­etwas Schwindelfreiheit (Begehung bei 1 nicht notwendig) 2 T4 – wie 1, im Hüttenaufstieg mit Ketten gesicherte Wegpassagen. Trittsicherheit notwendig Ausgangs-/Endpunkt

Underi Trift, Seilbahn KWO und Bus von/nach Innertkirchen

Restaurant/Unterkunft Underi Trift, Windegghütte SAC, Trifthütte SAC (2), sonst keine Einkehrmöglichkeit Karten Landeskarte 1:25 000: Blätter 1210 Innertkirchen, 1211 Meiental, 1230 Guttannen Gipfelziele/Übergänge Dammastock 3630 m ü. M. (WS), Diechterhorn 3389 m ü. M. (WS, V4), Hinter Tierberg 3443 m ü. M. (WS), Steinhüshorn 3121 m ü. M. (L), Tieralplistock 3383 m ü. M. (WS); Diechterlimi – Gelmerhütte SAC (L), Furtwangsattel – Guttannen (T3, V2), Tierberglücke – Tierberglihütte SAC (L), Undri Triftlimi – Belvédère (Furka) (L) Lebensräume Silikatschutt und -fels, Borstgras- und Krummseggenrasen, Kiesbettfluren, Pioniervegetation auf Moränen, Kalkarme Schneetälchen, Alpenrosen- und weitere Zwergstrauchheiden, Grünerlengebüsche

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2213

2213

2000 1385

1385 1 km

5 km 1:30h

3h

10 km 4h

W1 W2 V1

V3

e ütt ift cke gh i Tr brü indeg der Un W Wanderung 2.1 1886 1-tägig 1740 Dauer: 3h Distanz: 5,6 km 1385 1385 Aufstieg: 675 m 1 km 5 km Abstieg: 675 m 1:30h 2h 3h er i

d m ü.M. Un 2000 1500

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4:40h

6h

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1740

1740 1500

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Wanderung 2.2 1-tägig Dauer: 7h Distanz: 15 km Aufstieg: 1620 m Abstieg: 1620 m

2417

2500

V2

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7h


2.1 Rundweg via Hängebrücke zur Windegghütte SAC Rundwanderung zur atemberaubenden Hängebrücke über die 100 m tiefe Schlucht mit Blick auf den Rest des ehemals spektakulären Eisfalls des Triftgletschers und den vorgelagerten Gletschersee. Die Triftbahn, eine Werkseilbahn der Kraftwerke Oberhasli (KWO), transportiert seit 2005 auch Touristen in die rund 350 Meter höher gelegene Underi Trift. Unterhalb der Bergstation wird der mächtige Triftbach in einem Ausgleichsbecken gestaut und zur Stromproduktion durch Stollen der Kraftwerkszentrale Hopflauenen zugeleitet. Schwer vorzustellen, dass die Zunge des Triftgletschers noch um 1850 beim Auffangbecken geendet hat, heute haben wir eine mehrstündige Wanderung vor uns, um den Gletscher zu erreichen! Mit der Zungenendlage auf etwa 1330 m ü. M. war er damals einer der tiefstreichenden Gletscher der Schweizer Alpen. Auf einer Brücke überqueren wir den wild schäumenden Bach. Auf der Warntafel wird vor einem möglichen Hochwasser gewarnt, das durch abstürzende Eismassen ausgelöst werden könnte. Kaum zu glauben, dass bei diesem grossen Abfluss weiter oben überhaupt noch ein Gletscher anzutreffen ist. Der Weg führt uns weiter via Pt. 1424 zum orografisch linken 1850er-Moränenwall, den wir etwa 150 m später, nach einem grossen Felsblock betreten. An der Gegenseite können wir die ehemalige Ausdehnung auch am unterschiedlich hohen Baumbewuchs ­erkennen. Bis zum Bosslis Stein verläuft der Weg mehr oder weniger auf dem Wall. Bei der Verzweigung zur Windegghütte nehmen wir den unteren Weg geradeaus Richtung Osten. Unter uns ist der Bach in einer Schlucht verschwunden, nur die vom Gletscher schön polierten seitlichen Felswände sind noch sichtbar. In leichtem Auf und Ab durch die rundgeschliffene Granitlandschaft wandernd, stehen wir unvermittelt auf einer Felskuppe neben der spektakulären Hängebrücke mit ausgezeichnetem Blick gegen die Abbruchfront des Triftggletschers. Durch die Wärmeaufnahme des neuen Sees ist die Gletscherzunge innert weniger Jahre abgeschmolzen und hat sich aus dem See zurückgezogen. Inzwischen endet sie hoch oben im Bereich des früheren Eisfalls nahe der neuen Trifthütte SAC. Unglaublich, dass der Gletscher noch bis Mitte der 1990er-Jahre die gesamte aktuelle Seefläche bis vor die Hängebrücke mit Eis ausfüllte! Der frühere, einfache Zugang über die Gletscherzunge zur Trifthütte wurde durch den neuen See verunmöglicht, deshalb baute man 2004 eine erste Hängebrücke und einen neuen Hüttenweg. Ihr Zugang war jedoch für den überraschend grossen Andrang zu heikel und kanalisierte, starke Fallwinde kippten in Ex­t­ remsituationen die Hängebrücke zur Seite weg. Deshalb wurde im Jahr 2009 als neues Herzstück die mit 170 m Länge und 100 m Tiefe die zu dem Zeitpunkt längste Wanderweg-Hängebrücke im Alpenraum eingeweiht. Seit 2004 ist es mit der Ruhe in dieser spektakulären Hochgebirgsregion definitiv vorbei. War man früher hier oft alleine unterwegs, so pilgern heute bis über 20 000 Wandernde pro Sommer zur Hängebrücke hoch, einer der grössten «Erlebnis­attraktionen» im Oberhasli. Mit etwas wackligen Knien überqueren wir die luftige, aber robuste Hängebrücke. Tief unter unseren Füssen fliesst das Schmelzwasser des Triftgletschers durch die Schlucht ab. Statt zur Trifthütte aufzusteigen (W 2.2) kehren wir nach einer kurzen Aussichtspause wieder über die Hängebrücke zurück. Vor dem Abstieg unternehmen wir einen Abstecher zu den Windegghütten, entweder einfach via den sogenannten «Familienweg» oder direkt und etwas anspruchsvoller die eindrück­lichen Felsplatten hinauf über den «Ketteliweg». Nordwestlich der Windegghütte quert Luftige Hängebrücken-Traverse vor dem Eisfall des Triftgletschers (2009)

Triftgletscher, Gadmertal, BE

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der Familienweg eine Staffel von Moränenwällen. Ihr Pendant ist auf der gegenüberliegenden Talseite bei der Lokalität Mälchsteinen anhand von Linien im alpinen Rasen auszumachen. Den untersten der drei jüngeren Wälle dürfte der Triftgletscher um 1850 abgelagert haben. Die Windegghütten wären, hätten sie damals schon existiert, nur gerade 50 m vom Gletscherrand entfernt gewesen. Eine Übernachtung ermöglicht, am nächsten Tag über den Furtwangsattel ins Oberhasli zu wandern (V1). Ansonsten kehren wir nach dieser Reise in die Vergangenheit und einer kleinen Stärkung durch lichten ­Arvenwald wieder zum Bosslis Stein und auf bekanntem Weg zur Bergstation der Luftseilbahn zurück. Wer schon müde Beine hat, nimmt die Seilbahn ins Tal, möglicherweise mit langer Wartezeit, oder aber steigt auf der rechten Talseite hoch über der Triftschlucht, die letzten Sonnenstrahlen geniessend, zur ­Sustenpassstrasse ab (V2).

Varianten 1 Über den Furtwangsattel hinüber nach Guttannen, T3 Von der Windegghütte führt der Weg mit einem Tiefblick auf den Triftsee und gegen die zerrissene Gletscherzunge ins Trifttälli, am hübschen Tälliseeli vorbei und über Schutthalden steil zum Furtwangsattel hoch, mit ausserordentlichem Panorama auf die Berner Alpen und tief hinab ins junge Aaretal. Anschliessend folgt der lange und steile Abstieg via Rindertal, Farlaui und Wysstanni nach Guttannen (5 h, auf 750 m, ab 1580 m, 9,2 km). 2 Abstieg zur Talstation der Seilbahn, T2 Von der Bergstation auf der rechten Talseite über der Triftschlucht zuerst leicht absteigend, ab Im indren Hori einen Gegenanstieg überwindend und schon steht man auf einem aussichtsreichen Sporn mit schönem Blick zur Gadmerflue und talauswärts gegen Meiringen. Durch den Schaftellauiwald entweder zur Triftbahn oder etwas kürzer zur Bushaltestelle nach Fuhren hinunter (Fuhren: 1:40 h, auf 230 m, ab 440 m, 4 km).

1  Nährgebiet des Triftgletschers (2009) und Beginn des

Eisfalls von der Trifthütte 2  Schwindender Triftgletscher (2008) von der Hängebrücke

mit dem neu entstandenen See 3  Blick über die rundgeschliffenen Felsen ins

untere Trifttal 4  Bläulicher Schlund, das Gletschertor des Triftgletschers 5  Die Zunge des Triftgletschers mit ausgeprägten

Ogiven reichte 1992 noch bis zur heutigen Hängebrücke

46

Triftgletscher, Gadmertal, BE


1

2

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5


2.2 Zur neuen Trifthütte SAC via Hängebrücke Lohnende Tour via Hängebrücke, hinauf zur abgelegenen Trifthütte und in die hochalpine Gletscherwelt des Triftkessels. Startpunkt für mehrere einfache Gletschertrekkings. Wie in Wanderung 2.1 beschrieben, steigen wir bis zur Hängebrücke hoch. Auf ihrer Ostseite wechselt die Markierung von weiss-rot-weiss auf weiss-blau-weiss. Nicht ohne Grund, führt doch der Hüttenaufstieg über etwas exponiertere, z. T. mit Ketten abgesicherte Passagen. Wegen Steinschlag- und Murgganggefahr wurde der Hüttenweg verlegt. Neu führt er steil durch den felsigen Hang hoch und quert den Bach erst auf der Geländeverflachung bei ca. 1910 m ü. M. Auf etwa 2010 m ü. M., kurz bevor wir die aussichtsreiche Wiesenterrasse mit herrlichem Blick auf den Triftgletscher nahe Pt. 2056 queren, erreichen wir den ehemaligen Gletscherrand von 1850. Ein Blick in die Tiefe zeigt den enormen Mächtigkeitsverlust von knapp 350 m! Die grüne Oase mit der umliegenden Bergkulisse lädt zu einer kurzen Pause ein, manchmal können wir Gämsen oder einen Adler beobachten. Anschliessend traversieren wir das Tal von Zwischen Tierbergen, wobei wir das schmale Vorfeld des von der Tierberglücke kommenden kleinen Gletschers durchschreiten. Unter dem Fusse des Telltistocks, immer mit Blick gegen die Gletscherzunge und die Reste des Eisfalls, erreichen wir nach einer Passage über geschliffene Felsen die 2026 neu eröffnete Trifthütte auf 2417 m ü. M. am Fuss des Hinter Tierberges. Die frühere Hütte auf 2520 m ü. M. wurde im Jahr 2021 durch eine Lawine beschädigt und musste aus Sicherheitsgründen danach aufgegeben werden. Die Aussicht in die Hochgebirgs- und Gletscherwelt ist herrlich, man überblickt den untersten Teil des Einzugsgebietes des Triftgletschers: Mit seinen knapp 16 km2 Fläche (2000) ist er immerhin der zwölftgrösste Gletscher der Schweizer Alpen und damit etwa gleich gross wie sein berühmterer südlicher Nachbar, der Rhonegletscher. Faszinierend nah öffnen sich die gähnenden Querspalten nahe der Gletscherzunge am Ende des Undre Triftchessels, während sich über den im Mittagslicht gleissenden Firnhängen der Gipfelkranz vom Wysse Nollen bis zum Steinhüshorn erhebt. Eine Übernachtung in der Trifthütte lohnt sich, um diese Gletscherwelt ausreichend auf sich einwirken zu lassen. Zudem ist sie ein optimaler Ausgangspunkt für einfache Gletschertrekkings – natürlich nur mit entsprechender Gletscherausrüstung und -erfahrung bzw. Bergführer – z. B. zum Diechterhorn (V3) und der Gelmerhütte oder gar via Dammastock, mit 3630 m der höchste Urner Gipfel und den Rhonegletscher hinab, ist ein bleibendes Naturerlebnis abseits der Hektik des Alltags. Ohne Seil, Pickel und Steigeisen ist die Trifthütte aber Endstation, also steigen wir denselben aussichtsreichen Weg wieder bis zur Hängebrücke resp. zur Bergstation Underi Trift hinunter.

Variante 3 Gletschertour aufs Diechterhorn (3389 m ü. M.), WS Von der Trifthütte lassen sich mit Hochgebirgsausrüstung einige eindrückliche, einfache Gletschertouren unternehmen, so z. B. über den Triftgletscher aufs Diechterhorn. Abstieg entweder zur Trifthütte zurück (retour 6 h, auf/ab je 975 m, 9,5 km) oder via Diechterlimi Richtung Gelmerhütte und -see, danach mit der steilsten Standseilbahn Europas hinab zur Handegg oder zu Fuss nach Chüenzentännlen (beide mit Bushaltestellen, bis Chüenzentännlen: ca. 7:30 h, auf 1080 m, ab 2000 m, 13 km).

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Triftgletscher, Gadmertal, BE


Rhonegletscherzunge (2010) und randglaziale Seen mit Blick in den Gletschbode (Vorfeld) und ins Goms

3

Rhonegletscher, Furkagebiet, VS

• bekannter und leicht zugänglicher Talgletscher mit entstehendem grossen Randsee • vielfältiges Gletschervorfeld mit Schwemmebene und Felsstufe, Quelle der Rhone • formschöne Gletscherschliffe • für den Alpenraum einmalige Vielfalt an gut erhaltenen Endmoränenwällen • mit historischem Bildmaterial gut dokumentierte Gletscherschwankungen • glaziologischer Forschungsschwerpunkt (u. a. Seebildung)

Der Rhonegletscher gehört zu den bekanntesten Gletschern der Dammastock 3630 m Schweiz. Aus dem grossen, hochgelegenen Einzugsgebiet zwischen Galen-, Damma- und Tieralplistock fliesst der schuttarme Gletscher Tieralplistock südwärts und endet heute oberhalb einer markanten Felsstufe nord3383 m 1 westlich des Belvédères. Um 1856 erreichte der Gletscher den letzten Hochstand, bildete seine Galenstock 3586 m berühmte Eiskalotte im Gletschbode aus und endete nur rund 250 m hinter Gletsch. Bei weiteren Hochständen im Postglazial hat er meh­ 2 rere, durch Bautätigkeit leider teils beeinträchtigte Endmoränenwälle 3100 m hinterlassen, in dieser Art einmalig im Alpenraum. Von 1874 bis 1915 2720 m wurde ein erstes umfassendes Forschungsprojekt durchgeführt, u. a. mit den Zielen, die Gletscherschwankungen zu rekonstruieren, eine 2200 m grossmassstäbige Karte (1:5000) zu erstellen und das Fliessverhalten zu ergründen. Letzteres wurde anhand der Bewegung von eingefärbten N Steinreihen quer über den Gletscher gemessen: Oberhalb des Belvé­ dère floss er mit 100 m/Jahr und unterhalb des damaligen Eisfalls mit 5 km 0 200 m/Jahr. Auch in den letzten 20 Jahren wurde intensiv mit den neusten Methoden geforscht. Mit Radarmessungen wurde sowohl das gesamte Gletscherbett als auch die Eisdicke (max. 450 m zwischen Galen- und Tällistock) bestimmt. Auch der Randsee (seit   Gletscher 1 Rhone 2 Gärsten 2007) vor der Gletscherzunge wurde detailliert unterGletschertyp   Talgl.   Gebirgsgl. sucht. Das Gletscherbett weist hinter dem Felsriegel beim Länge 1850 km 11,7 1,0 1973 km/% 9,6 82 0,6 61 Belvédère eine Übertiefung auf, sodass in den letzten 20 2009 km/% 9,3 79 0,6 58 Jahren ein Randsee von 700 m Länge entstanden ist. Seit Verlust 2025 ist der Rhonegletscher aus diesem See auf die 1850 – 2009 km/% 2,4 21 0,4 42 nächste Felsstufe zurückgeschmolzen. 20,0 1,6 Fläche 1850 km2 Massenbilanzberechnungen haben ergeben, dass die Eis2/% 17,5 88 1,0 61 1973 km dicke des Gletschers von 1865 bis 2007 durchschnittlich 16,4 82 0,8 51 2000 km2/% Verlust um 42 m abgenommen resp. er ca. 30 % seines Volumens 1850 – 2000 km2/% 3,6 18 0,8 49 eingebüsst hat. Schuttbedeckung 2000 Zungenhöhe 2009 GWL 1973

% m ü. M. m ü. M.

1,2 2209 2825

0,0 2790 2875

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3.1 Grimselpass (Bus) – Nägelisgrätli – Roti Blatte (T2) – Rhonegletscher – Belvédère (Bus) (T4, 3:15 h) 3.2 Furkablick (Galenböden) – Chli Furkahorn (3026 m ü. M.) – Furkastock – Belvédère (T3, 3:30 h) 3.3 Gletsch (Bus) – Gletschbode und zurück (T2, 0:55 h) Anforderungen 1 T4 − steinige, aber meist gut begehbare, markierte Bergwanderwege, Querung Rhonegletscher unmarkiert (T4, nur bei guten Verhältnissen), sonst ab Roti Blatte ohne Gletscherberührung gleicher Weg zurück (T2) 2 T3 − unterschiedich gute Wegspuren, teils alte, nicht durchgehende Wegmarkierungen, ab etwa 2800 m ü. M. über Blockschutt und zuoberst unmarkiert mit vereinzelten Steinmännern; im Abstieg bei 2650 m ü. M. kurz weglos 3 T2 − zuerst Fahrweg (bis Pt. 1775), danach guter Pfad bis an den Hangfuss Ausgangs-/Endpunkt Grimselpass, Belvédère, Furkablick/Galenböden, Gletsch; alle Bus von/nach Meiringen (via Grimselpass), Andermatt (via Furkapass) oder Oberwald (Stat.) Restaurant/Unterkunft

Grimselpass (1), Belvédère, Furkablick (Galenböden) (2), Gletsch (3)

Karten Landeskarte 1:25 000: Blätter 1230 Guttannen, 1231 Urseren, 1250 Ulrichen Gipfelziele/Übergänge Chli Furkahorn 3026 m ü. M. (T3, s. 2), Dammastock 3630 m ü. M. (WS), Galenstock 3586 m ü. M. (WS), Tieralplistock 3383 m ü. M. (WS); Undri Triftlimi – Trifthütte SAC (L) Lebensräume Silikatschutt, -fels, Pioniervegetation auf Moränen, Kiesbettfluren, Gebirgsauen mit Flachmooren, Kalkarme Schneetälchen, Borstgras- und Krummseggenrasen, Auen- und Gebirgsweiden­ gebüsche, Grünerlenbestände s

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Wanderung 3.1 1-tägig Dauer: 3:15h Distanz: 8,3km Aufstieg: 685 m 3:15h Abstieg: 580 m

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5 km 1:50h

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Wanderung 3.2 1-tägig Dauer: 3:30h Distanz: 7,1 km Aufstieg: 700 m Abstieg: 860 m

3:30h

Wanderung 3.3 1-tägig Dauer: 0:55h Distanz: 3,9 km Aufstieg: 50 m Abstieg: 50 m

V1 W1

W2 V2

W3


3.1 Traversierung des Rhonegletschers Mineralienreiche Bergwanderung mit herrlicher Übersicht über den Rhonegletscher und das ganze Grimsel- und Furkagebiet. Faszinierende Tiefblicke in das Vorfeld im Gletschbode, die meist einfache Gletscherquerung, der grosse See vor der Eiszunge und vielfältige Gletscherschliffe bereichern die Wanderung. Grimsel- und auch Furka- oder Nufenenpass haben schon lange eine grosse Bedeutung für den Verkehr. Besonders der Grimselpass ist bis zum Lötschenpass weit im Westen die einzige einfache Verbindung vom Wallis in den Kanton Bern. Der Furka- und Nufenenpass bilden die einzigen befahrbaren Übergänge vom Wallis ins Urserental und weiter in die Zentralschweiz oder Graubünden sowie ins Tessin. Vom Grimselpass steigen wir am Gratrücken entlang der Kantonsgrenze Bern/Wallis durch die abgeschliffene Granitlandschaft nordostwärts bergan. Am Übergang zu den schroffen, zackigen Felsen oberhalb 2600 m ü. M. ist die Schliffgrenze der eiszeitlichen Gletscher noch gut erkennbar. Beim Pt. 2390 wechseln wir von der Walliserseite mit gutem Blick auf den Verkehrsknotenpunkt Gletsch und den noch 1860 vollständig vom Rhonegletscher bedeckten Gletschbode wieder auf die Bernerseite, mit schöner Aussicht aufs Aarmassiv: Unter uns der Grimsel- und der Räterichsbodenstausee, vis-à-vis die SidelhorenPyramide (W 4.2) und im Hintergrund Ober- und Unteraargletscher (W 4.1). Letzterer wird dabei von den Bergriesen Finsteraar-, Schreck- und Lauteraarhorn überragt. Das ganze Grimselgebiet ist sehr mineralienreich, in Klüften – kleinen Hohlräumen im Gestein – werden besonders viele Bergkristalle gefunden. Auch das Nägelisgrätli ist eine bekannte Fundstelle, wobei entlang dem Weg nur kleine Quarzkriställchen zu finden sind. Nach knapp eineinhalb Stunden hat man beim Remersee das Plateau des Schafbergs und Nägelisgrätlis erreicht, das Berner Oberland gerät nun nach und nach ausser Sicht, dafür zeigen sich auf der Rhonetalsüdseite die Walliser Viertausender und vor uns ragen die Plattenschüsse des Hohhorens immer markanter in den Himmel. Unterwegs dehnen sich zwischen den Felsbuckeln Fragmente von Krummseggenrasen mit dem gelb blühenden Schweizer Milchkraut und der hübschen Bergmargerite aus. In etwas länger schneebedeckten Gletschergeschliffene, typische Granitlandschaft beim Grätlisee mit Galenstock

Rhonegletscher, Furkagebiet, VS

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Mulden reicht die Vegetationszeit für die Bildung von Gebirgsrasen nicht mehr aus; hier siedeln sogenannte Schneetälchen mit einem sehr niedrigwüchsigen Teppich aus Krautweiden, dem «kleinsten Baum der Welt», weiteren nur zwei bis drei Zentimeter hohen Blütenpflanzen und vielen Moosen. Nimmt die Vegetationsdauer noch mehr ab, können schliesslich nur noch Moosteppiche überleben. An den Felsbuckeln blühen im Frühsommer sehr auffällig die hübschen roten Behaarten Felsenprimeln, auch die Flora der nachfolgenden Schutt­ hänge ist farbenfroh und abwechslungsreich. Das Gelände wird nun etwas flacher, bleibt aber steinig und felsig, eine etwas bizarre Rundhöckerlandschaft, geschaffen vom eiszeitlichen Rhonegletscher. Dessen Zunge wird immer besser sichtbar, besonders vom breiten, wenig ausgeprägten Rücken des Nägelisgrätlis. Beim Grätlisee, zwei kleinen, hübschen Bergseen, in denen sich bei Windstille der Galenstock wunderschön spiegelt, wechseln wir nun endgültig ins Wallis und haben auf 2661 m ü. M. auch gleich den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Auf dem nächsten Kilometer verläuft der Weg praktisch höhenparallel, mit stetig grandioseren Ausblicken auf den fast schuttfreien, weiss glänzenden, vom Dammastock leicht geschwungen herabfliessenden Eisstrom sowie auf den Galenstock mit seiner markanten Gletscherkappe. Über uns erheben sich schroff die Gärstenhörner, ein Felsgrat reicht fast bis zu unserem Weg herab. In den benachbarten Karen halten sich letzte Gletscherflecken, die aber bald abgeschmolzen sein dürften. Bim grosse Stei beginnt nun der sanfte Abstieg gegen Roti Blatte, hier hat man die beste Sicht auf den gesamten Rhonegletscher. Seit dem Jahr 2000 hat er sich hinter den Felsriegel zurückgezogen und Gletscherschwund­ szenarien zeichnen ein düsteres Bild: Falls sich die Durchschnittstemperatur in den Alpen um zwei Grad erhöht, wie dies für die nächsten 50 bis 100 Jahre erwartet wird, dürfte sich der Gletscher noch mehrere Kilometer – vermutlich bis an den Fuss von Tälli- und Galenstock – zurückziehen. So geniessen wir also den aktuellen, immer noch mächtigen Eisstrom unter uns. Von der Roti Blatte sind auch die beidseitig markanten 1850erUfermoränen und das sich bildende Vorfeld mit den Seen gut einzusehen. Besonders am rechten Rand ist vom Gletscher viel feinkörniges Material abgelagert worden, dabei zeigen die vorhandenen Rippen und Strukturen sehr schön zahlreiche kleine Vorstösse an (sog. Wintermoränen). Auch mehrere unterschiedliche Uferlinien sind in den Sedimenten auszumachen, Zeugen der stark wechselnden Wasserstände der Gletscherseen in den letzten Eisschollen vermitteln Arktisfeeling am See beim Rhonegletscher (2007)

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Rhonegletscher, Furkagebiet, VS


Jahren (gut sichtbar auf V2). Nachdem wir uns sattgesehen haben, müssen wir uns entscheiden, ob wir die bei einem Schönwettertag im Spätsommer mögliche Gletscherquerung hinüber zum Belvédère und der Furka­strasse wagen oder aber zum Grimselpass zurückkehren wollen (evtl. via V1) oder aber auf teils schlecht sichtbarem Pfad nach Gletsch absteigen (V2). Ist der Gletscher schneefrei und der Übergang aufs Eis un­problematisch, so lohnt sich die unmarkierte Traversierung. Wir folgen also zuerst noch kurz dem Moränenwall bis etwa 2425 m ü. M. und biegen dann scharf nach links ins Vorfeld ein. Das Eis wird an einer geeigneten Stelle (wechselt von Jahr zu Jahr) östlich unterhalb der Roti Blatte betreten. Einigen kleineren Spalten ausweichend, traversiert man den flachen Gletscher in einem Bogen Richtung Osten ausholend zum linken Rand und zum Nordostufer des Gletschersees mit Überresten bzw. Abdeckungen der ehemaligen Eishöhlen. Bei der Querung sind die sich bildenden Einbruchstrichter oberhalb zu umgehen, Teile sind vermutlich unterspült und können jederzeit einbrechen. Es ist anzuraten, sich vor der Tour über den Zustand der Gletscherzunge zu informieren. In den letzten Jahren wurde im vordersten Zungenbereich von einem Betreten abgeraten. Seit 2025 hat sich der Gletscher aus dem ersten, grossen Gletschersee zurückgezogen. Bald dürfte sich ein weiterer Gletscherandsee bilden. Vom Gletscherende bis vor den Aufstieg zum Belvédère ist auf Steinschlag aus der Ostflanke des Chli Furkahorn Südwestgrates zu achten. Kurz darauf erreichen wir schliesslich beim Hotel Belvédère die Furkastrasse und die Bushaltestelle. Beim leider seit mehreren Jahren geschlossenen, altehrwürdigen Hotel konnte bis 2025 die alljährlich aus dem Eis herausgesägte Eisgrotte besucht werden. Sie ist aber inzwischen trotz Schutz durch Abdeckungsplanen komplett vom Gletscher abgetrennt und als «Toteisblock» schon praktisch vollständig abgeschmolzen. Spektakulär ist auch der Besuch des Aussichtspunktes ob dem Seeausfluss mit der wildschäumenden jungen Rhone und den vom Eis glatt polierten Felsen. Selten sieht man Gletscherschliffe so schön wie hier: An der markanten Felsbarriere hat das Eis mit seinem mitgeführten Gesteinsmehl die Granitfelsen perfekt poliert, sodass im Gegenlicht sogar die Oberflächen glänzen. Zudem sind gelblich-braune Limonitablagerungen oder vom Gletscher herausgebrochene, typische Sichel­brüche zu sehen. Weit unter uns liegt der Gletschbode ausgebreitet, wie das alte Zungenbecken des Rhonegletschers genannt wird (W 3.3). Kaum zu glauben, dass er im 19. Jahrhundert bis fast zu den Gebäuden von Gletsch unter Eis lag. Sowohl die Verästelungen der jungen Rhone als auch das Vegetationsmosaik sind von hier oben gut zu studieren.

Varianten 1 Kleine Rundtour vor der Rückkehr zur Grimsel mit Abstieg zum Pt. 2340, T3 Wer den Gletscher nicht traversieren will, kann – statt von der Roti Blatte direkt zum Grätlisee zurückzukehren – zuerst zur Moräne beim Pt. 2340 absteigen und danach via Bäreritz (nur Pfadspuren, aber spärlich markiert) wieder zum Grätlisee gelangen (Rückkehr Grimsel 0:35 h, auf/ab je 150 m, 0,3 km länger). 2 Abstieg auf Wegspuren durch den Südhang nach Gletsch, T4 Von der Roti Blatte ebenfalls zur Moräne beim Pt. 2340 absteigen und danach der 1850er-Moräne (eine ausgesetzte Stelle) bis zum herrlichen Aussichtspunkt östlich des Punkts 2301 folgen. Hier sieht man direkt hinunter auf den Randsee und gegen die weit zurückgeschmolzene Gletscherzunge sowie ins Vorfeld des Gletschbodes. Danach über teils stark verwachsene Wegspuren via Ober- und Unnersaas durch den Südhang nach Gletsch absteigen. Die gletscherfreie Verbindung zum Belvédère ist wegen der Querung der Rhone, den glattpolierten Felsen und den Seen nicht möglich (1:45 h, auf 30 m, ab 785 m, 4,2 km).

3.2 Kurzer Aufstieg zum Klein Furkahorn Teils wegloser, aber einfacher Aufstieg auf einen herrlichen Aussichtsgipfel hoch über dem Rhonegletscher, blumenreiche Gebirgsrasen im Abstieg zum Belvédère. Der Aufstieg beginnt am besten bei der Barackensiedlung des Militärs bzw. dem Restaurant Furkablick, 500 m nordöstlich der Furkapasshöhe. In der Westecke der Siedlung steigt der Weg direkt westlich der wenig ausgeprägten Bachrinne an und unterquert gleich die Transportseilbahn des Militärs. Auf 2540 m ü. M. mündet von rechts ein weiterer Pfad ein, dem wir links folgen bis wir nur 40 m höher nordwärts abzweigen. Durch Borstgrasweiden, die zwischen 2600 und 2700 m ü. M. mehrheitlich in Schutt übergehen, steigt der Weg nun etwas steiler an. Nördlich eines markanten Felskopfes (Pt. 2814) mit einem kleinen Pass öffnet sich ein herrlicher

Rhonegletscher, Furkagebiet, VS

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Blick über grüne Matten zum Galenstock und Sidelengletscher (2008) im Aufstieg zum Klein Furkahorn

Blick übers ganze Goms bis zu den Viertausendern im Matter- und Saastal, zur Grimsel mit den Bergriesen ums Finsteraarhorn im Berner Oberland sowie hinab zum Gletschbode. Ab hier verläuft der Aufstieg meist weglos. Man gewinnt durch groben Blockschutt nach weiteren 200 m Höhendifferenz den Gipfel des Klein Furkahorns auf 3026 m ü. M., ein herrlicher Aussichtsbalkon. Tief unter uns fliesst der Rhonegletscher wie ein träger Strom dahin, gut sichtbar sind einige klei­nere Spalten­systeme. Gegenüber faszinieren die zahlreichen scharfen Spitzen der Gärsten- und Hinteren Gelmerhörner. Im Nordosten ist auch der stark abschmelzende Sidelengletscher mit der Sidelenhütte erkennbar, darüber erhebt sich die Pyramide des Galenstocks. Auch die Weitsicht übers Urserental zum Oberalppass oder hinüber in die Grenzberge zum Tessin sind gute Gründe für den Aufstieg. Geologisch Interessierte haben hier einen sehr guten Überblick übers Aar- und einen Teil des Gotthardmassivs wie auch über die Urserenzone mit ihren kalkhaltigen Sedimentgesteinen am Furkapass. In dieser Schwächezone liegt die grosse Längsfurche der Alpen vom Rhone- übers Urseren- zum Vorderrheintal. Am Gipfel selbst steht Aaregranit an, unterhalb wechselt man in eine Gneiszone. Der Abstieg verläuft bis zum Felskopf (Pt. 2815) auf demselben Weg, entlang der Kantonsgrenze Wallis/Uri. Danach passiert man den Felsen auf der Westseite und folgt dem Weg steil südostwärts ebenfalls Richtung Galenbödmen bis etwa 2650 m ü. M. Hier wird das benachbarte Schuttfeld wenige hundert Meter weglos ­hinüber gegen den Furkastock traversiert, wo man bei den militärischen Anlagen auf dem Plateau wieder auf Wege trifft. Der Direktabstieg zum Furkapass ist möglich, wir wählen aber den interessanteren Weg zum Belvédère. Dazu wandern wir westwärts auf etwas überwachsenen Pfaden durch blumenreiche Gebirgsrasen hoch über der Furkastrasse via Galen zum Passweg. Nun auf dem markierten, guten Bergwanderweg fast höhenparallel, bis sich 500 m weiter die Rhonegletscherzunge in ihrer ganzen Pracht darbietet. Leicht kann man alle Details wie Spalten, Moränen, den Randsee, aber auch die polierten Felsen an der Felskante zum Gletschbode erkennen. Fünf Minuten später trifft man beim Hotel Belvédère auf die Furkastrasse und die Bushaltestelle. Wer will, kann noch die interessanten Gletscherseen besuchen (W 3.1).

1  Grimselsee und -pass mit Sidelhoren (W 4.2),

Oberaargletscher und Finsteraarhorn 2  Bunte Kalkflora am Furkapass mit Straussblütiger

Glockenblume, Wundklee und Berg-Hauswurz 3  Neue Gletscherrandseen am Rhonegletscher

(2007) mit Belvédère (rechts)

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Rhonegletscher, Furkagebiet, VS

4  Wie aus der Vogelschau – Blick vom Belvédère

hinab ins Rhonegletschervorfeld im Gletschbode 5  Vom Gletscher (2007) extrem polierte Felsen ob

der Steilstufe zum Gletschbode


1

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Rhonegletscher, Furkagebiet, VS

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3.3 Gletscherlehrpfad im Gletschbode Gemütliche Wanderung auf einem Naturlehrpfad durch die abwechslungsreiche Auenlandschaft des Gletschbodes mit sehr vielfältiger Gletschergeschichte und gut sichtbaren Endmoränenwällen verschiedener Hochstände. In Gletsch treffen sich seit alters her die Passwege von Furka und Grimsel und befinden sich Thermalquellen, weshalb hier ein wichtiger Warenumschlagplatz war und wegen des attraktiven, leicht zugänglichen Gletschers eine der ersten Ortschaften mit touristischer Zielsetzung in der Schweiz entstand (ab 1834). Die seither mehrfach ausgebaute Furkastrasse wurde allerdings erst 1868 fertiggestellt. Der Name «Rhone», deutsch «Rotten», stammt evtl. vom Wort «Rothe» für rot ab. Dies könnte auf die Farbe der heute gefassten Thermalquelle bei Gletsch hinweisen, die gemäss alten Dokumenten den Einheimischen auch als Quelle der Rhone galt, die gewaltigen Schmelzwasserflüsse des Gletschers diesbezüglich völlig ignorierend. Die grosse Attraktion in Gletsch war im 19. Jahrhundert der Rhonegletscher (s. Box und Gletscherinfo), der 1856 bis auf 250 m ans Hotel Glacier du Rhône in Gletsch heranreichte und den ganzen Talboden ausfüllte. Heute ist er aus dem Gletschbode hinter dem Felsriegel beim Belvédère nicht mehr zu erkennen. Einzig die junge Rhone, hier Rotten genannt, schiesst attraktiv in mehreren imposanten Kaskaden über die glattgeschliffenen Felsen herab und bildet im botanisch interessanten Vorfeld mehrere weit verzweigte Flussarme. Die Wiederbesiedlung des ausgedehnten Gletschbodes konnte exemplarisch verfolgt werden; als Forschungsfeld der Vegetationsentwicklung hat er internationale Bekanntheit erlangt. Mit den Jahrzehnten ist ein sehr vielfältiges Vegetationsmosaik aus Schotterflächen, Kiesbettfluren, Feucht- und Trockenstandorten sowie Borstgrasweiden, grossen Grünerlen- und Weidenbeständen entstanden. Bisher konnten hier etwa 15 verschiedene Weidenarten gefunden werden, eine einmalige Vielfalt mit seltenen Arten wie Hegetschweilers Weide oder der Zweifarbigen Weide. Besonders erwähnenswert sind zudem die im Gletschbode grossflächig vorkommenden, vielfältigen Feuchtgebiete und Ufergesellschaften, darunter auch typisch ausgebildete Schwemmufergesellschaften. Der Gletschbode enthält die Hälfte der Moor- und Feuchtgebietsflächen aller national bedeutenden alpinen Auen im Wallis. Auch Lärchen konnten sich in grossen Beständen in den über hundert eisfreien Jahren etablieren, im Herbst bieten sie mit den goldenen Nadeln einen herrlichen Anblick. Die Naturwunder des Gletschbodes, früher durch ein gigantisches Staudammprojekt mit einem mehrere ­Kilometer langen Stausee gefährdet, sind heute vom Lehrpfad auf der Nordseite leicht zugänglich. Dieser Weg führt bis nahe an den Felsfuss unter dem Rhonegletscher. Gletscherzirkus Gletsch – ein Mahnmal für den Gletscherschwund Der Rhonegletscher bot Mitte des 19. Jahrhunderts bei Gletsch ein eisiges Spektakel, das Reisende aus ganz Europa anzog und den Bau mehrerer Hotels ermöglichte. Der Gletscher stürzte über einen 400 m hohen Eisfall herab und füllte damals mit seiner riesigen, fladenförmigen Eiskalotte den ganzen Gletschbode aus. Das Zungenende reichte bis 250 m ans Hotel Glacier du Rhône heran. Als Besonderheit für den Alpenraum weist das Vorfeld des Rhonegletschers mindestens sieben lehrbuchmässig ausgeprägte Endmoränen-Wallsysteme postglazialen Alters auf: Die äussersten beiden Wälle sind frühmittelalterlichen oder älteren Ursprungs, der dritte aus dem 14. Jahrhundert zeigt die maximale Ausdehnung des Gletschers in der Kleinen Eiszeit. Ein weiterer Wall wurde um 1600 aufgeschüttet. Aufgrund der leichten Zugänglichkeit lassen sich, wie beim Gorner- und den Grindelwaldgletschern, die einzelnen Gletscherstände seit etwa 1770 auch durch genaue und künstlerisch hochwertige Bilder rekons­truieren. Dabei werden im Gletschbode drei unterschiedliche Vorstösse sichtbar. Beim stärksten Vorstoss um 1770 bis 1781 stiess die Eisfront um 660 bis 800 m, evtl. gar um 1100 m vor. Die Gletscherstände von 1817 und 1856 sind mit Steinmännern und Blockpyramiden markiert, wobei die Jahreszahlen nach neusten Erkenntnissen zu tauschen wären. Seit 1856, der grössten Ausdehnung im 19. Jahrhundert, hat sich der Rhonegletscher bis 2023 um rund drei Kilometer zurückgezogen, dabei wurden im Steilhang Quarzbänder mit reichen Kristallklüften freigelegt. 1960 wurden hier mehrere leicht rauchige Quarzkristalle von einem halben Meter Höhe gefunden. Bis 1880 berührte das Eis noch den Strassendamm der zweitobersten Kurve der neu erstellten Furkapassstrasse unter dem Belvédère. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts endete die Zunge im Gletschbode am Fuss der Steilstufe und der Gletscher bildete so weiterhin den imposanten Eisfall. Heute hat sie sich über den Felsriegel aufs Plateau hinter dem Belvédère zurückgezogen und ist von Gletsch nicht mehr sichtbar.

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Rhonegletscher, Furkagebiet, VS


Schuttbedeckte Zunge des Unteraargletschers (2009) mit Grimselsee, Lauteraarhütte, Finsteraar- und Schreckhorn

4

Unteraar-, Oberaar- und Bächligletscher, Grimselgebiet, BE/VS

• Wiege der Gletscherforschung, erste grossmassstäbige Karte eines Gletschers • riesiger Eisstrom mit mehreren Armen und flache, mit Mittelmoränen bedeckte Zunge • Quelle der Aare; national bedeutende Schwemmebene Bächlisboden

Mit seinen riesigen Einzugsgebieten Finsteraar, Lauteraar und Strahlegg am Fusse des mächtigen Finsteraar- und Schreckhorns gehört der Unteraargletscher zu den grössten Gletschern des Alpenraums. Entsprechend vielfältig sind fast alle typischen Gletscherphänomene ausgebildet. Er liegt in einer von Gletscherschliffen geprägten, spektakulären Granitlandschaft und weist eine flach auslaufende, von Moränenmaterial bedeckte Zunge mit einem abwechslungsreichen Glet­ schervorfeld auf. Er wird als ­Wiege N der Gletscherforschung bezeichnet, da bereits ab dem frühen 19. Jahr3060 m 2330 m Bächlistock hundert Untersuchungen zum Fliess- Schreckhorn 3 3247 m verhalten durchgeführt worden sind. 4078 m So wurde durch Louis Agassiz u. a. auch die Eiszeit-Theorie erhärtet. 1920 m 1 Etliche fossile Hölzer und Böden ­ konnten datiert und ein Gletschervorstoss um etwa 900 bis 1000 Jahre vor heute belegt werden. 3400 m 2305 m 4080 m Seinen letzten Hochstand erreichte Finsteraarhorn er um 1871, rund 20 Jahre später als 4274 m Oberaarhorn 2 die meisten Alpengletscher. 3629 m Gründe für das abweichende Verhal0 5 km ten dürften in der flachen, schutt­ bedeckten Zunge liegen, die ihn träg auf sich verändernde Klimabedin   1 Unteraar 2 Oberaar 3 Bächli gungen reagieren lassen. Das Zun­ Gletscher   Talgl.   Talgl.   Gebirgsgl. gen­ ende scheint heute nicht mehr Gletschertyp 1850 km 14,5 6,9 4,3 dynamisch zu reagieren, sondern an Länge 1973 km/% 13,0 89 5,0 72 2,8 65 Ort und Stelle zu zerfallen. 2009 km/% 12,0 83 4,7 69 2,3 53 Der Oberaargletscher entspringt eiVerlust nem einfachen Einzugsgebiet, sein 1850 – 2009 km/% 2,5 17 2,2 31 2,0 47 Vorfeld ist grösstenteils vom Ober- Fläche 33,4 8,5 2,6 1850 km2 29,5 88 *27,1 5,8 69 *5,2 1,8 71 1973 km2/% aarsee überflutet. Beim Bächliglet26,7 80 *24,3 5,5 64 *4,9 1,6 60 2000 km2/% scher entstand nach dem nacheisVerlust zeitlichen Gletscherschwund eine 6,7 20 3,0 36 1,0 40 1850 – 2000 km2/% ein­ zigartige, praktisch vegetations- Schuttlose Schwemmebene. bedeckung 2000 % *24,4 *5,7 4,8 Zungenhöhe 2009 GWL 1973

m ü. M. m ü. M.

1930 2510

*2485

2315 2725

2355 2625

*2680

* Teilgletscher

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