CHUNNSCH O MIT? Was es zu bewahren gilt
Hanspeter Latour und Levio Sturzenegger
INHALT
Einleitung
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Vorwort
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Wie es zum Buch kam
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Wer ist Levio?
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Biodiversität in der Schweiz – Für die Natur geschützte Flächen
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Naturschutzgebiete
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Biodiversität im Siedlungsraum
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Mein persönlicher Beitrag
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Vielfalt an Beobachtungsund Informationsmöglichkeiten
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Die Vielfalt der Tiere in der Schweiz Von der Honigbiene bis zum Braunbrustigel Fakten, Gedanken und Beobachtungen
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Jetzt ist Levio am «Ball» Von Waldkäuzen bis zum Schillerfalter Tierbeobachtungen und Fotografien von Levio Sturzenegger, erzählt und dokumentiert von Hanspeter Latour
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Beitrag Wildhut Kanton Bern
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Gedanken von Hanspeter Latour
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Fachkommentare Long Covid Kids
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Die Zusammenarbeit von Hanspeter Latour mit Levio Gedanken der beiden Autoren und der Eltern von Levio
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Fazit und Dank
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Impressum
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EINLEITUNG «Chunnsch o mit?» Diese Frage stellte mir der 14-jährige Levio auf der Brücke beim Kanderdelta am Thunersee. Diese Frage war der Ursprung zum Buch und hat es verdient, als Titel auf dem Cover zu erscheinen. Weil der Kerninhalt des Buches die Vielfalt, Faszination und Gefährdung der bei uns in der Natur lebenden Tiere aufzeigen soll, haben wir noch «Was es zu bewahren gilt» dazugeschrieben. Die Vielfalt und Faszination kommen in den Bildern zum Vorschein und für die Fakten verwenden wir die Roten Listen des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Das BAFU selbst erklärt, dass die Listen nebst der wissenschaftlichen Verwendung auch zur Orientierung der Gesellschaft dienen sollen. In den letzten zwölf Jahren habe ich nachweisbar über 300 Vorträge über die Natur gehalten und dabei festgestellt, dass sich die wenigsten unserer Gesellschaft je mit den Roten Listen befasst haben, obwohl sie schon davon gehört haben. Mit dem Buch möchten wir zumindest den Lesenden die Möglichkeit anbieten, auf unterhaltsame Art mehr darüber zu erfahren. Es sind gesicherte Fakten, die Auskunft über den Zustand der Biodiversität in der Schweiz ermöglichen. Im Buch zeigen wir zum besseren Verständnis nur die nötigsten, teilweise vereinfachten, Darstellungen und Grafiken dazu. Die ausführlichen und vollständigen Listen und deren Bedeutung können Sie über die abgebildeten QR-Codes einsehen. Wir zeigen und beschreiben zahlreiche Beispiele von Tieren, die in verschiedenen Gefähr-
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dungsstufen auf den Roten Listen stehen und somit teilweise auch selten zu sehen sind. Diese vielen Leuten unbekannten Arten sind auf unterschiedliche, ökologisch intakte Flächen, mit einer wirksamen Vernetzung angewiesen. Die noch vorhandenen Gebiete sind zum Erhalt der Artenvielfalt entscheidend und müssen geschützt und für unsere Nachkommen erhalten werden. Wir wollen die Leserinnen und Leser nicht ermuntern, nach diesen zum Teil seltenen Tieren zu suchen. Vielmehr könnte es sein, dass diese ihnen in der Natur einmal begegnen, und dann müsste es ein Aha-Erlebnis werden. Noch etwas mehr als die Hälfte der bei uns in der Natur lebenden Tiere gilt zurzeit als nicht gefährdet. Dazu gehören beispielsweise 81 Brutvogelarten und 145 Tagfalterarten. An diesen können Sie sich in Parkanlagen, im Garten und bei Spaziergängen in der Landschaft erfreuen. Auch ihnen gilt es Sorge zu tragen und auch diese haben bezüglich des Aussehens und Verhaltens viel Grossartiges zu bieten und sind zudem für das Ökosystem von grösster Bedeutung. Das zufällige Zusammentreffen mit Levio zeigt deutlich, dass sich auch die junge Generation, nebst dem Spielen im Wald und am Wasser, bereits leidenschaftlich für die Natur interessieren kann. Dafür braucht es, wie überall, Vorbilder oder eben wie in meinem Fall, Erwachsene, die auf die Frage «Chunnsch o mit?» bereit sind, wegweisend mitzugehen. Dabei entstehen Ge-
schichten, die Unerwartetes zum Vorschein bringen. Durch seine Krankheit hat sich bei Levio einiges verändert. Dort, wo seine Schwächen zu erkennen sind, leidet er. Kann er dagegen die vorhandenen Stärken wie beim Beobachten und Fotografieren in der Natur ausspielen, ist er in seiner Altersklasse unschlagbar! Genau gleich wie er vor seiner Krankheit über 1000 Meter der schnellste Thuner seines Jahrganges war! Wie schnell eine in der Gesellschaft weitgehend noch nicht bekannte oder zumindest nicht begriffene Krankheit eines Kindes, eine Familie, insbesondere den Betroffenen und die Eltern, vor grosse Herausforderungen stellen kann, erfahren Sie nur so nebenbei. Erklärt wird dies von einer dafür bestens qualifizierten Ärztin und einem auf diesem Gebiet führenden Arzt.
Hanspeter Latour
Der Wildhüter Marco hat sich bei mir gemeldet. Er hatte vernommen, was ich mache. Weil ihm das gefiel, hat er sich angeboten, mich bei gewissen Anliegen zu unterstützen. Unter anderem zeigte er mir das Foto, das er uns später auf meinen Wunsch für das Cover zur Verfügung stellte. Es symbolisiert, was für die Qualität unserer Natur nötig ist: Volksvertreter und Volksvertreterinnen im Bundeshaus, welche bei Abwägungsentscheiden unabhängig von ihrer Partei, der Natur und ihren Tieren den nötigen Respekt entgegenbringen. Der wieder heimische Luchs ist das beste Beispiel dafür. Nebst der gegebenen Sachlichkeit des Buches wird es auch Geschichten oder Aussagen geben, die Ihnen ein Lesevergnügen und ein Schmunzeln entlocken sollen.
Levio Sturzenegger
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VORWORT Merci Hanspeter ! Manchmal beginnt ein Buch nicht mit einer Idee, sondern mit einer Begegnung. Als Hanspeter Latour uns von Levio Sturzenegger erzählte, von diesem naturbegeisterten Jungen mit Feldstecher und Kamera und von seiner schlichten Frage «Chunnsch o mit?», war rasch zu spüren: Hier entsteht etwas Besonderes. Das vorliegende Buch ist bereits das sechste gemeinsame Werk, das Hanspeter Latour und der Weber Verlag zusammen auf den Weg bringen. In all den Jahren habe ich ihn nicht nur als leidenschaftlichen Naturbeobachter und mitreissenden Erzähler kennengelernt, sondern auch als Mensch und Motivator schätzen gelernt. Hanspeter kann begeistern, ermutigen und Dinge in Bewegung bringen. Gleichzeitig hält er mir hin und wieder den Spiegel vor und übt offen Kritik. Das schätze ich sehr – gerade weil sie ehrlich, wohlwollend und konstruktiv ist. Und wenn er recht hat, setze ich seine Anregungen am liebsten sofort um. Mit Levio hat Hanspeter einen ebenso aufmerksamen wie talentierten Weggefährten gefunden. Mehr als sechs Jahrzehnte liegen zwischen den beiden, und doch verbindet sie Entscheidendes: Neugier, Geduld und die Freude am Entdecken. Ihre Zusammenarbeit zeigt berührend, wie Generationen voneinander lernen, einander Mut machen und gemeinsam etwas bewirken können. Levio lebt mit den Folgen von Long Covid. Vieles, was für Gleichaltrige selbstverständlich ist, bleibt ihm zeitweise verwehrt. In der Beobachtung und
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Fotografie von Wildtieren hat er eine neue Leidenschaft gefunden. Seine Bilder und Geschichten erzählen deshalb auch von Zuversicht, Beharrlichkeit und der Kraft, neue Wege zu gehen. Wie dringend ein bewussterer Umgang mit unserer Umwelt ist, führt uns der aktuelle Hitzesommer eindrücklich vor Augen. Ausgetrocknete Böden, belastete Gewässer, leidende Pflanzen und Tiere: Die Veränderungen sind längst auch bei uns spürbar. Man muss nicht militant auftreten, um festzustellen, dass ein Umdenken gefragt ist. Es geht nicht um Verbote oder Schuldzuweisungen, sondern darum, genauer hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und dem, was unsere Lebensgrundlage bildet, mit mehr Respekt zu begegnen.
Dieses Buch verbindet persönliche Erlebnisse mit fundierten Informationen über die Biodiversität in der Schweiz und die Roten Listen des Bundesamts für Umwelt. Es will nicht belehren, sondern sensibilisieren. Es lädt uns ein, wahrzunehmen, was uns umgibt, und zu erkennen, dass auch das Kleine, Unscheinbare und selten Gewordene unseren Schutz verdient. Als Verlegerin erfüllt es mich mit Freude und Stolz, dieses besondere Gemeinschaftswerk begleiten zu dürfen. Ich wünsche Ihnen viele überraschende Entdeckungen und die Lust, auf die Frage «Chunnsch o mit?» aus voller Überzeugung mit Ja zu antworten. Annette Weber-Hadorn Verlagsleiterin und Inhaberin Weber Verlag AG
WIE ES ZUM BUCH KAM
Kanderdelta mit den Berner Alpen im Hintergrund.
Ich bin bei guter Gesundheit, habe eine gleichaltrige, liebe Frau, zwei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder, darf dem 80. Lebensjahr und 55. Hochzeitstag entgegensteuern. Ich freue mich jeden Tag, dass es so ist und bin dankbar dafür. Das ist ein langer Satz, der vielleicht etwas «blumig» daherkommt. Doch der Inhalt stimmt. Ich hatte bisher Glück im Leben! So sitze ich heute im Weber Verlag und signiere einige Bücher, die anlässlich meiner Vorträge bestellt wurden. Mit dem Weber Verlag hat sich über die Jahre eine schöne und erfolgreiche Zusammenarbeit ergeben. Das mir vom Verlag geschenkte goldene Buch für über 25 000 verkaufte Bücher zeugt davon. In der Nähe des Verlags befindet sich das Kanderdelta, wo die Kander in den Thunersee mündet. Ein
Naherholungsgebiet und ein Naturschutzgebiet liegen dort, gut beschildert, eng nebeneinander. Weil das Wetter an diesem Frühlingstag gut ist und ich die Kamera bei mir habe, erlaube ich mir einen Abstecher ins beschriebene Gebiet. Es sonnen sich schon Eidechsen und am Ufer der Kander entdecke ich ein Gänsesägerpaar.
Bereits zurück gegen den Parkplatz gehend, aber immer noch im Wald, kreuzt ein Knabe, ausgerüstet mit Feldstecher, Kamera und Rucksack meinen Weg. Wir sagten uns nur kurz «Hallo». Er war schon fast an mir vorbei, als ich ihn fragte, worauf er aus sei. Auf den Eisvogel gab er mir eine schnelle und präzise Antwort. Als ich ihm erklären wollte, wo er hier am besten zu sehen sei, sagte er nur leise, er höre ihn gerade. «Oha Lätz», dachte ich. Der Jüngling kennt sich in Sachen Vögel offenbar aus. So kamen wir ins Gespräch. Dabei zeigte er
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mir auf seinem Handy Erstaunliches: Beste Fotos von selten zu beobachtenden Vögeln und voller Stolz von ihm fotografierte Luchse in der freien Wildbahn. Ich fragte ihn nach seinem Namen und seiner Handynummer und erklärte ihm, ich würde noch am Abend mit seinen Eltern reden. Weil ich nur Papiertaschentücher bei mir hatte, schrieb er mit meinem Kugelschreiber fein säuberlich seinen Namen – Levio Sturzenegger – und die Handynummer auf das Taschentuch. Mir war sofort klar, dass Levio auf seinem Gebiet viel Talent und Eifer besitzt. Wenn ein Knabe in seinem Alter beispielsweise so gut Fussball spielt, wie Levio beobachten und fotografieren kann, ist er längst bei einem grösseren Verein und wird entsprechend gefördert. Ich habe mir vorgenommen, mit Levios Eltern über unsere Begegnung und meine Gedanken zu reden. Als ich mich verabschieden wollte, meinte er, er müsse sich jetzt auch auf den Heimweg machen. Seine Eltern seien ohnehin jeweils etwas besorgt,
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wenn er allein unterwegs sei. Da er mit seinen Eltern auch auf dem Parkplatz abgemacht hatte, gingen wir gemeinsam über die Kanderbrücke. Auf den aus dem Wasser ragenden Steinen entdeckte er dabei ein Wasseramsel-Paar. Weil ich die Vögel nicht gleich erkannte, gab er mir seinen Feldstecher. «Alles klar», sagte ich, «jetzt kann ich sie auch sehen.» Levio meinte, er wolle diese unten vom Ufer aus noch fotografieren. «Chunnsch o mit?», sagte er zu mir. Es tönte fragend, aber irgendwie auch hoffend und nur eine Antwort erwartend. Dieses «Chunnsch o mit?» hat mich wachgerüttelt. Mir wurde sofort bewusst: Da haben sich zwei Generationen gefunden. Ich musste allerdings Levio erklären, dass ich hier nicht herunterkönne und wir zudem im Naturschutzgebiet «verbotenes» Gelände betreten müssten. Levio liess es dann auch sein und wir begaben uns auf unsere unterschiedlichen Heimwege.
Der gemeinsame Kalender als Startschuss! Und bei ersten Gesprächen mit Verlegerin Annette Weber und Hanspeter Latour. Mit dabei waren selbstverständlich auch Levios Eltern.
Levio hat dann natürlich zu Hause von dieser Begegnung mit einem alten Mann erzählt und dass dieser anrufen werde. Allerdings wusste er weder meinen Namen noch, wer ich bin. Als die Mutter am Telefon meinen Namen hörte, begriff sie sofort, wer ich war. Sie wäre dabei fast vom Stuhl gefallen, sagte mir Levio später. Jedenfalls habe ich anschliessend Levios Familie kennengelernt und habe ihnen vorgeschlagen, einmal mit mir beim Weber Verlag vorbeizukommen, um mit Verlegerin Annette Weber über ein mögliches Projekt mit Levio zu sprechen. Die Verlagsleiterin und Inhaberin war von unserem Vorhaben, gemeinsam etwas zu machen, angetan und empfahl uns vorerst einen Kalender. Später könnte es – so meine Idee – auch ein gemeinsames Buch geben. «Später» ist für Levio und mich morgen. Wir machten uns – gegenseitig motiviert – an die Arbeit. Für mich bedeutet das den Schlussspurt und für Levio einen weiteren Anlauf für ein hoffentlich erfüllendes Leben.
Eigentlich wollte ich nicht unbedingt noch ein neues Buch schreiben. Doch wenn es uns dabei gelingt, Generationen übergreifend beim Lesen und Betrachten etwas für einen respektvollen Umgang mit der Natur beizutragen, hat sich aus unserer Sicht jeder Aufwand gelohnt. Aufgrund meines Alters und Levios Gesundheitszustands haben wir uns geeinigt, uns keinen Stress aufzuerlegen und das Vorhaben jederzeit abbrechen zu können, ohne dass dabei jemand zu Schaden kommt.
Erfreulicherweise dürfen wir auch auf die Unterstützung der Berner Wildhut und mir bekannten Experten zählen. Und das wohl Wichtigste: Levios Eltern stehen hinter unserem Vorhaben und gewähren uns die volle Unterstützung. Wenn Sie das Buch heute in den Händen haben, hat Levio eine weitere Medaille gewonnen und zu einer Leidenschaft gefunden, die seine Träume erfüllen wird. Und ich kann glücklich sagen: Das wars! Freuen Sie sich über jede Blume, jeden Schmetterling und jedes Vogelgezwitscher!
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WER IST LEVIO? Levio kam als drittes von fünf Kindern der Familie Sturzenegger am 18. Februar 2012 auf die Welt und wohnt in Blumenstein. Dort besucht der 14-Jährige auch die Schule. Sturzeneggers besitzen ein grosses Haus und einen schönen Garten mit Bäumen. Es hat neben verschiedenen lauschigen Plätzchen auch ein kleines Fussballfeld mit Toren. Hühner, Hasen und Meerschweinchen zeugen von der Tierliebe und Naturverbundenheit der ganzen Familie. Levio ist sportbegeistert und geht regelmässig nach Thun im Lachenstadion ins Training. Er ist Mitglied des polysportiven Leichtathletikvereins «fun and run» Thun. Seine Stärke ist der 1000-Meter-Lauf. In seiner Altersklasse war er über diese Distanz schon einmal der schnellste Thuner. Auch an überregionalen Wettkämpfen erlief sich Levio Podestplätze und besitzt eine entsprechend schöne Medaillensammlung. Harmonisch in einer Familie mit Haus und Garten aufwachsen, erfolgreich im Sport; was wünscht man sich als Kind noch mehr? Vielleicht ist Ihnen jetzt gerade dieser Gedanke durch den Kopf gegangen. Stimmt auch. Wenn da nur nicht diese Corona-Pandemie gewesen wäre. Vielleicht denken Sie jetzt: Das ist doch vorbei! Für Levio nicht. Er leidet immer noch stark unter den Folgen seiner Covid-Erkrankungen. 2023 erhielt er nach entsprechenden Untersuchungen im InselSpital Bern die Diagnose Long Covid.
Levio ging es lange Zeit sehr schlecht. Dann wieder besser. Und jetzt phasenweise wieder schlechter. Seine Belastbarkeit in Schule und Sport ist stark eingeschränkt. Seinen starken Willen und seine positive Ausstrahlung hat er aber behalten. Im Gespräch wirkt er klar und munter. Im Wesen fleissig und mutig. Und dann sind sie in unregelmässigen Abständen, mehrheitlich abends, wieder da: Diese leidvollen Erschöpfungszustände, die auch für seine Eltern schwierig sind. In diesen Phasen ist weder an Schule noch an Sport zu denken. Was LongCOVID für Kinder bedeutet, erfahren Sie von kompetenter Seite im Schlussteil des Buches. Doch Levio wäre nicht Levio, wenn er nicht in dieser schwierigen Situation eine neue Leidenschaft gefunden hätte. Glücklicherweise liess ein Nachbar von Sturzeneggers Levio durch ein Fernrohr Vögel beobachten. Für Levio war das der Start in eine neue Welt. Seine Leidenschaft und Faszination für Naturbeobachtungen, insbesondere für die Vögel, sind beispiellos. Sein in kurzer Zeit erworbenes Wissen erstaunlich. Sein Beobachtungsdrang unaufhaltsam und seine dabei gemachten Fotos sind grossartig. Sein Weg und Verhalten können hoffentlich von Krankheit oder anderen Einschränkungen betroffenen Kindern Mut und Hoffnung machen. Levio verdient es, gefördert zu werden.
Stolz präsentiert Levio einen Medaillensatz aus dem Sport.
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BIODIVERSITÄT IN DER SCHWEIZ – FÜR DIE NATUR GESCHÜTZTE FLÄCHEN Der schweizerische Nationalpark ist mit 170 km² die grösste streng für die Wildnis geschützte Fläche der Schweiz. Wie die untenstehende Abbildung zeigt, sind die Möglichkeiten in der Schweiz, der Natur ihre Ursprünglichkeit zu überlassen, im Vergleich mit anderen europäischen Staaten beschränkt. Umso mehr gilt es diese Gebiete zu erhalten und zu unterhalten.
Naturschutzgebiete und Natur zeigende und erklärende Institutionen. Wir zeigen einige Beispiele. Zu weiterführenden Auskünften und Daten gelangen Sie über den hier abgebildeten QR-Code (www.bafu.admin.ch/de/paerke).
Schachbrettfalter (Melanargia galathea).
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DAS NATURSCHUTZGEBIET ROTMOOS BE Das Rotmoos ist ein Hochmoor an der Grenze zwischen Oberem Emmental und Oberland im Kanton Bern. Auf signalisierten Wegen und Pfaden sind schöne Spaziergänge durch eine intakte
Oben: Hier beobachtet eine Schulklasse, die in einem Ferienheim eine Projektwoche verbringt, einen Waldameisenhaufen. Unten: Breiter Wildblumensaum am Wegrand.
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Landschaft möglich. Am Rande des Naturschutzgebietes gibt es zwei Ferienheime. Hier lernen die Schüler und Schülerinnen, wie man sich in solchen Gebieten zu verhalten hat.
DAS NATURSCHUTZGEBIET SÄGEL-SCHUTT SZ Dieses Naturschutzgebiet ist eines der schönsten, welche ich in der Schweiz besucht habe. Landschaftlich sehr abwechslungsreich mit ei-
ner Vielzahl von Pflanzen und Tieren, die andernorts nur schwer zu sehen sind, wenn überhaupt. Gerne zeige ich hier einige Bilder.
Auch bei klaren Verhaltens regeln gibt es hier Grossartiges zu beobachten. Ich hoffte auf eine Sichtung des Sumpfrohrsängers.
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Zahlreiche Seelein und Tümpel an der Sonne und im Schatten sind Lebensraum für verschiedene Amphibien, Reptilien und Insekten.
Eine Rarität
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Sumpfrohrsänger
Gelbbauchunke
Erinnerungen an den gegenüberliegenden Felssturz von 1806.
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DER NATUR PARK PFYN VS Diese einzigartige Landschaft ist teilweise durch den Waldbrand des Pfynwalds von 2003 entstanden. Unter anderem ein Paradies für Schmetterlinge. Für einmal die Bilder ohne Namen, dafür zum Staunen.
Oben: Hang mit vielfältig aufwachsender Vegetation nach dem Brand. Unten: Einzigartige Fläche für Boden- und Baumbewohner der Tierwelt im Tal.
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DIE NATURSCHUTZZENTREN VON BIRDLIFE SCHWEIZ IN LA SAUGE, IM NEERACHERRIED, AM KLINGNAUER STAUSEE UND AM PFÄFFIKERSEE
Beides möglich: Beobachten im Freien oder gut versteckt.
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Oben: Der Eisvogel (Alcedo atthis) und der Haubentaucher (Podiceps cristatus) sind hier im Element zu beobachten. Unten: Höckerschwäne (Cygnus olor) und Graureiher (Ardea cinerea) posieren für die Fotografen.
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NATUR HUNZIKEN Auf 43 Hektaren ist ein Naturparadies mit wunderbaren Erholungs- und Beobachtungsmöglichkeiten entstanden. Auf einem Rundgang mit Geschäftsführer Lorenz Hirni und Daniel Mosimann, Experte für biodiversitätsfördernde Flächen und Anlagen, konnte ich einen erstmaligen
Oben: Lorenz und Daniel, Biber-Fans und Exponenten von Natur Hunziken. Unten: Unschwer zu erkennen, dass wir uns im Biberrevier befinden.
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und überzeugenden Einblick in das von Menschen und Bibern geschaffene Gelände erhalten. Private und staatliche Flächen ermöglichen hier eine sinnvolle Vernetzung von unterschiedlich eingestuften Schutzgebieten.
Eindrücke, aufgenommen vom Spazierweg. Natur pur!
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Keine Schlange. Nur ein selten schön erhaltenes Natternhemd. Hier hat sich eine Ringelnatter erfolgreich gehäutet.
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Ein kleiner Einblick in die vielfältige Tierwelt darf nicht fehlen. Ein Highlight ist ein regelmässig auf der Fotofalle erscheinender Fischotter (Lutra lutra).
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BIODIVERSITÄT IM SIEDLUNGSRAUM Im Siedlungsraum, wo erfreulicherweise noch viele nicht gefährdete Arten vorkommen, haben private Gärten und öffentliche Parks, wenn sie naturnah angelegt werden, ein grosses Potenzial. In Deutschland beispielsweise machen die privaten Gärten ein Vielfaches an Fläche aus wie die gesamte Fläche aller Schutzgebiete. Entsprechende Zahlen über die Schweiz konnte ich nicht finden. Im Siedlungsraum ist ein erfreulicher Trend für mehr Biodiversität deutlich sichtbar. Stärker jedenfalls als in der Landwirtschaft.
Klar ein mit Wildblumen bepflanzter Verkehrskreisel hilft dem Auerhahn und anderen gefährdeten Arten nichts. Für Insekten, für unsere Sensibilisierung und für unser Wohlbefinden dagegen sind diese Bemühungen sicher wertvoll.
Nach dem Motto: Keine Fläche ist zu klein, um der Natur dienlich zu sein.
Oben: Strassenkreisel in Steffisburg, speziell für Wildbienen gestaltet. Links: Steinhügel zur Förderung von Hermelin (Mustela erminea) und Mauswiesel (Mustela nivalis) im Bonstettenpark am Thunersee.
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MEIN PERSÖNLICHER BEITRAG Im Hinblick auf meine Pensionierung habe ich mir einen lang ersehnten Traum erfüllt. Auf einer Fläche von gut 2000 Quadratmetern konnten meine Frau und ich einen Naturgarten anlegen und wachsen lassen. Dazu besitzen wir ein kleines Waldstück und eine eigene Quelle. Für eine Naturwiese haben wir ein Stück Land gepachtet. In den letzten 15 Jahren beobachtete ich dabei viel Spannendes und habe die Natur besser kennengelernt. Mein Wissen ist immer noch klein, dafür wird die Freude und Begeisterung immer grösser. Im Moment sitze ich inmitten von Bäumen bei 29 °C im Schatten und schreibe an diesem Buch. Alle Bäume sind einheimischer Art und von uns gepflanzt. Unsere Kinder haben beispielsweise vor gut 30 Jahren je eine Rosskastanie als kleinen Sprössling in den Boden gepflanzt. Obwohl der Standort in einer Hecke nicht ideal ist, blühen sie in voller Pracht. Oder die 25 Meter hohe Birke, die ich seinerzeit mit dem Auto bei geschlossenem Kofferraum hierhergebracht habe. Direkt beim Eingang eine gesunde Esche. Wild gewachsen und vom bekannten Eschensterben nicht betroffen. Schneebälle mitten im Sommer.
Gemeint sind der Gewöhnliche und der Wollige Schneeball. Beides einheimische Blüten und beerentragende Gehölze. Jeder Baum hat seine Geschichte und seine Bedeutung. Im Garten haben wir zwei Biotope. Ein grosses und ein kleines. Das grosse ohne Fische, das kleine mit Moderlieschen. Einer unserer kleinsten einheimischen Fischarten. Daneben wachsen verschiedene Wildblumen. Frühblühende und spätblühende, damit immer Nektar für die Insekten vorhanden ist. Es gibt Stein- und Laubhaufen, Totholz und Ruderalflächen. Besucher fragen sich wohl manchmal, wo denn hier der Garten sei. So vielfältig wie die Strukturen sind, so vielfältig sind auch die Lebewesen, deren Gastgeber wir sind. Einige Arten leben hier und andere kommen nur gelegentlich vorbei. So konnte ich hier schon Tiere beobachten, die auf den Roten Listen als gefährdet eingestuft sind. Ich habe schon viel darüber erzählt, geschrieben und fotografiert. Weil es in der Landschaft die Amphibien besonders schwer haben, zeige ich als Beispiel die Grasfrösche in unserem Biotop.
Bäume und Hecken im Naturgarten mit einer 25 m hohen Birke.
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