Es ist eine wahre Geschichte, wie sie das Leben schreibt. Zum Vorlesen oder Erzählen für Menschen ab 6 Jahren oder zum Selberlesen ab 9 Jahren.
Karin Widmer Beat Hugi
JONAS UND SEIN SCHUTZENGEL
Jonas stürzt in einem Bergtal mit dem Mountainbike. Er wird erst nach einer kalten Nacht im Freien von einem Suchtrupp schwer verletzt gefunden und geborgen. Der Rettungschef, die Helikopter-Pilotin, der Chefarzt und die Pflegenden sind sich einig: Jonas hatte einen grossen Schutzengel. Was aber ist ein Schutzengel, was tut er wann und wo? Wie sieht er überhaupt aus? Warum hat er den Sturz von Jonas nicht verhindert? Jonas‘ Vater wusste in der ersten Nacht an Jonas’ Bett in der Intensivstation: Er muss Jonas‘ Schutzengel suchen, finden und fragen.
Beat Hugi Karin Widmer
ISBN 978-3-03818-338-9 Werd & Weber Verlag AG CH-3645 Thun/Gwatt www.weberverlag.ch
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Diese Geschichte ist wirklich passiert. Sie beginnt in einem Tal der Schweizer Alpen mit einem Sturz vom Mountainbike. Jonas ist 31 Jahre alt und allein auf einer Biketour unterwegs. Irgendwie kommt er vom Weg ab und fällt einen steilen Abhang hinunter. Eine ganze Nacht lang liegt er im dichten Gestrüpp unterhalb des Wanderwegs.
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Die Nacht ist kalt, die Temperatur fällt unter null Grad. Über 17 Stunden bleibt er vermisst. Bis ihn am nächsten Morgen ein Suchtrupp findet. Er lebt. Er ist ansprechbar. Aber er ist sehr schwer verletzt. Ein Helikopter fliegt ihn zuerst ins nahe Regionalspital, dann in die grosse Klinik jenseits der Berge. Dort kommt Jonas auf die Intensivstation und wird Tag und Nacht von einem ganzen Team von Ärztinnen, Ärzten und Pflegefachpersonen gepflegt. Sie geben ihm auch ein Medikament, damit er sehr tief schläft. So kann sich sein Körper erholen.
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Seit diesem Unfall weiss ich, dass es Schutzengel gibt. Warum das so ist, will ich euch hier erzählen. Ich bin der Vater von Jonas.
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Er habe mit seinen Freundinnen und Freunden vom Notfalldienst der Schutzengel nach dem Sturz sein Bestes gegeben, sagt der kleine Schutzengel. Sie alle hätten dafür gesorgt, dass Jonas die Kraft h atte, sich in der Nacht ständig irgendwie zu bewegen, um sich so ein bisschen warm zu halten. Auch wenn der Helikopter mit seinen Suchscheinwerfern und der Wärmebildkamera Jonas in der Nacht nicht orten konnte, fanden ihn die Frauen und Männer des Suchtrupps im Tal am andern Morgen rasch. «Zufall? Schicksal?», murmle ich vor mich hin. Der kleine Schutzengel hört alles und wiederholt meine Worte, als wäre es ein Echo: «Zufall? Schicksal?» Dann sagt er bestimmt: «Nein! Das ist weder Zufall noch Schicksal. Wir Schutzengel sind seither nicht von Jonas’ Seite gewichen. Wir sind auch jetzt immer bei ihm, wo er wieder gesund ist und zu arbeiten, zu b iken und zu wandern beginnt. Genauso wie bei vielen anderen Menschen. Bei dir. Bei all jenen, die diese Geschichte erzählen oder erzählt bekommen. Manchmal kommen wir spät, aber oft sind wir sogar da, bevor etwas Schlimmes passiert.»
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