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Zweisimmen (Vorschau)

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Hansueli Gammeter Ernst Hodel

Hansueli Gammeter // Ernst Hodel

Zweisimmen

Hansueli Gammeter // Ernst Hodel

Zweisimmen Vom Marktflecken zum Sonnendorf am Rinderberg

Vom Marktflecken zum Sonnendorf am Rinderberg

Hansueli Gammeter und Ernst Hodel geben Einblicke in die frühe Geschichte des Marktfleckens im Obersimmental und berichten über die Entwicklung in der Landwirtschaft, im Handwerk und Gewerbe und im Tourismus. Spezielle Kapitel sind der Kirche, dem Armenwesen, dem Gesundheits- und Sozialbereich und den Schulen gewidmet. Die beiden Verfasser beleuchten auch die Fortschritte im Strassen- und Bahnbau und in wichtigen Infrastrukturbereichen. Nicht zuletzt zeigt das reichbebilderte Album die vielen landschaftlichen Schönheiten des «Sonnendorfs am Rinderberg» und dessen Umgebung.

neutral Drucksache No. 01-12-409142 – www.myclimate.org

Zweisimmen

«Dieses ganze Thal ist nirgendswo schöner und angenehmer, als bey dem Dorf Zweysiemen, weil es da am allerbreitesten ist», rühmte der Berner Arzt Dr. Daniel Langhans im Jahr 1753 in seiner «Beschreibung verschiedener Merkwürdigkeiten des Siementhals».

Die romantische «Höhenpromenade» nach Obegg um 1900. (Zur Verfügung gestellt von U. und Ch. Hählen-Gyger.)

ISBN 978-3-03818-342-6 Werd & Weber Verlag AG CH-3645 Thun / Gwatt www.weberverlag.ch

© myclimate – The Climate Protection Partnership

RZ_Hodel_Zweisimmen_Cover.indd Alle Seiten

03.09.21 13:54


Zweisimmen am Zusammenfluss der beiden Simmen. (Foto: Ernst Hodel)


Inhalt

01 Historisches

Seite

5

02 Bäuerten, Gemeinde, Weiler, Landschaften

39

03 Soziales, Gesundheit

73

04 Kirchengeschichte

95

05 Das Dorf und seine Häuser

115

06 Bildung

135

07 Kultur

151

08 Landwirtschaft

185

09 Tourismus

211

10 Handwerk, Gewerbe, Dienstleistungen

255

11 Verkehr, Kommunikation, Energie

289

12 Infrastrukturen

327

13 Sport, Sportvereine

349


Historisches

4


Historisches

01

Historisches Duessimenes, Zweysimnen …

7

Die frühe Geschichte des Simmentals

9

Und Meister blieb der Mutz

12

Der Untergang des «alten Bern»

14

Armut, Auswanderungen und Internierungen

18

Der Dorfbrand von 1862

23

Der Start ins 20. Jahrhundert: Aufbruch und Krisen

26

Zweisimmen in der Zeit des Zweiten Weltkriegs

30

Wirtschaftlicher Aufschwung und Zentralisierungen

35


Historisches

6

Die erste schriftliche Erwähnung von «Duessimenes» im Jahr 1228 in einem Kirchenrodel des Bistums Lausanne. (Quelle: Archiv Gottfried Matti, Blankenburg)


Historisches

Duessimenes, Zweysimnen …

Duessimenes – die erste Erwähnung von Zweisimmen in einem Kirchenverzeichnis des Bistums von Lausanne vor fast 800 Jahren im Jahr 1228 bedeutet beileibe nicht die Gründung der Obersimmentaler Dorfschaft am Zusammenfluss der beiden Simmen. Funde weisen darauf hin, dass das Tal schon Jahrtausende früher, in der Steinzeit begangen wurde. Auch die Römer dürften vor zweitausend Jahren hier durchgezogen sein. Alemannische Sippen leiteten um 700 die dauerhafte Besiedlung ein. Dem Simmental kam schon früh eine grosse strategische Bedeutung zu. Die Burgen von Laubegg, Mannenberg und Reichenstein zeugen – ebenso wie das Schloss Blankenburg – davon. Die Ritter von Raron, die Grafen von Greyerz, die Herren von Strättligen und Tüdingen stritten sich lange um den Besitz der Talschaft. 1386 übernahm Bern das Szepter. Die Obersimmentaler wurden mit einem Freiheitsbrief ausgestattet, der aber auch zu Verpflichtungen führte. Auch «Mannen» aus Zweisimmen wurden zu Kriegseinsätzen in den Burgunderkriegen und gegen die Habsburger eingezogen. Die Zweisimmner erwiesen sich aber über eine lange Zeit als aufmüpfig: Sie leisteten in den Jahren der

Reformation energischen Widerstand gegen den neuen Glauben. Sie galten nach dem Untergang des «alten Bern» als Rädelsführer beim Aufstand gegen den von Napoleon festgelegten Kanton Oberland und sie wehrten sich gegen die herrschaftlichen Einflüsse der Berner Patrizier. Das 19. Jahrhundert war eine von Armut geprägte Epoche. Zahlreiche Bewohner wanderten aus und suchten ihr Glück in fernen Staaten. Der grosse Dorfbrand von 1862 brachte viel Unglück ins Dorf. Die Verwüstungen boten aber anschliessend auch die Chance zu einer neuen Orts- und Strassengestaltung. Markante Ereignisse um die Wende zum 20. Jahrhundert waren die Eröffnung der Bahnlinien ins Unterland, in die Westschweiz und nach Lenk, verbunden mit dem Neubau von Hotels und der Einrichtung neuer Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Die beiden Weltkriege und die zwischenzeitliche Weltwirtschaftskrise stoppten die Entwicklung auf dramatische Weise. Erst nach diesen weltpolitisch bewegenden Ereignissen, um 1950, stellte sich auch in Zweisimmen ein immer noch andauernder Aufschwung ein. Aus dem einstigen Marktflecken wurde ein pulsierender und prosperierender regionaler Hauptort.

7


Historisches

8

Restaurierte Ruine der «Unteren Mannenbergburg». (Foto: Beat Affolter)


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