Bewusst gesund leben
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Heilsames Odeur Wie Düfte unser Leben beseelen
Titel 1 bis 2 Zeilen Zusatztext Titel Exotische Früchte 1 bis 2 Zeilen Einige gedeihen auch Zusatztext in hiesigen Gärten Titel 1 bis 2 Zeilen Zusatztext Naschkatzen Warum wir Süsses lieben
Weihnachtsgüetzi Anis in seiner besten Form
Mundhygiene Damit das Küssen wieder anmacht
Liebe
Mit Achtsamkeit frostige Zeiten überwinden
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Samuel Krähenbühl
Von der Liebe zu Süssem und der Süsse zu lieben! Liebe Leserin, lieber Leser Es weihnachtet! Auch im «natürlich». Und was wäre Weihnachten ohne Weihnachtsgüetzi? Doch die gängigen Rezepte für Mailänderli, Spitzbueben und Co. beinhalten viel Weissmehl und Zucker. Deshalb bietet es sich an, auch mal ein etwas anderes Güetzi zu backen: Anis-Chräbeli oder Anis-Güetzli. Anis ist eine Heilpflanze aus der Familie der Doldenblütler. Ihre Samen regen die Drüsen des Magen-Darm-Traktes an und lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien. So hilft Anis bei Erkältungen und Nasennebenhöhlenentzündungen. Aber nicht nur. Dem Anis wird auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Damit sind wir gleich beim nächsten Thema dieser Ausgabe: «Liebe sich, wer kann». In diesem Beitrag geht es unter anderem darum, wie wir mit Achtsamkeit und einigen wenigen Sätzen, die positiv formuliert werden, eine Beziehung stärken können. Denn die Liebe ist wie eine Blume, die regelmässig gegossen werden muss, damit sie lebendig bleibt. Ebenfalls der Liebe, konkret der Liebe zu Süssem widmet sich unsere Kolumnistin Sabine Hurni. Und nein, sie hebt nicht einfach den Zeigefinger; vielmehr zeigt sie auf, dass ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Geschmacksrichtungen nicht nur gesünder ist, sondern auch das Genusserlebnis steigert. Apropos Genuss: Wer isst und liebt, der küsst zuweilen auch. Ein frischer Atem kann hier helfen. Wir gehen deshalb der Frage nach, mit welchen natürlichen Mitteln wir unsere Zähne stärken und unseren Atem reinigen können. Ach ja, in der Hoffnung auf einen schneereichen Winter bis in die Niederungen gehen wir auch auf einen schönen, nachhaltigen Wintersport ein: das Schlitteln. Das alles und noch viel mehr lesen Sie im neusten «natürlich». Wir vom «natürlich»-Team wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Start ins Jahr 2022!
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Inhalt GESUND SEIN
10 Knackiges Anisgebäck hräbeli und Brötli: Anis in seiner C schönsten und leckersten Form.
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Liebe und Achtsamkeit
GESUND WERDEN
35 Mediales Heilen Ein Interview über Frequenzen und erstaunliche Heilungserfolge.
Auf was es in einer Beziehung ankommt – und was man tunlichst vermeiden sollte.
38 Vitamin D
18 Mundhygiene
40 Heilende Düfte
Mit der (natürlichen) Zahnpflege allein ist es nicht getan.
Welche Odeurs wir wie für Gesundheit und Wohlbefinden nutzen können.
24 Exotische Früchte Wieso sie ihre Berechtigung haben, auf was es beim Einkauf zu achten gilt und welche man selbst anbauen kann.
Supplementieren? Im Winter: ja. Aber sicher!
46 Wolfs Heilpflanze Was uns die Eibe über das Mysterium von Leben und Tod vermittelt.
30 Sabine Hurni über… … unsere Liebe zu Süssem.
32 Leserberatung Von trockenen Schleimhäuten über Gelenkentzündungen bis hin zum Zähneknirschen.
DRAUSSEN SEIN
54 Der Winter Wie wir die Jahreszeit der Stille und Regeneration für unser Wachstum nutzen können.
58 Schlitteln Die schönsten Abfahrten und was es bei dem Plausch zu beachten gibt.
Service 04 Editorial / 06 Leben und heilen / 23 Liebesschule / 50 Staunen und wissen / 62 Neu und gut / 63 Hin und weg / 64 Rätsel / 65 Impressum und Vorschau / 66 Eva unterwegs
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leben & heilen
Abends mit Sport nicht übertreiben Wer in den zwei Stunden vor dem Zubettgehen intensiv joggt oder anderweitig hart trainiert, schläft schlechter ein. Das fanden Wissenschaftler der Concordia University in Montreal (Kanada) heraus. Einen guten Effekt auf den Schlaf hat hingegen ein moderates Training, das man ungefähr zwei Stunden vor der Bettruhe beenden sollte. gesundheitstipp.ch
Demenz
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Rezept
Soziale Kontakte besser als Medis
Booster für das Immunsystem
Demenzkranken, die an Depressionen und Einsamkeit leiden, helfen Medikamente weniger als andere Therapien. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der kanadischen Universität von Toronto. Ihr Fazit: Mit Massage, Berührungstherapie, Bewegung und sozialen Kontakten zu anderen ging es den Patienten besser als mit Medikamenten. gesundheitstipp.ch
3 Zitronen waschen und mit oder ohne Schale in kleine Stücke schneiden. Zirka 200 g Ingwer schälen und klein schneiden. Beides im Mixer gut verrühren. Dann 400 g Honig dazugeben und gut mischen. In ein grosses Glas abfüllen. Davon täglich 2-3 EL einnehmen (pur oder im Tee). krea
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Wenn du nicht bereit bist, dein Leben zu ändern, kann dir nicht geholfen werden
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Hippokrates von Knos (460-370 v. Chr.)
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Mit Sprachen geht Heilpflanzenwissen verloren Indigene Völker geben ihr Wissen über Heilpflanzen mündlich weiter. Gemäss einer neuen Studie der Universität Zürich sind 75 Prozent der Anwendungen in nur einer Sprache bekannt. Da von den weltweit fast 7400 Sprachen bis zum Ende des 21. Jahrtausends rund 30 Prozent verschwunden sein könnten, ist deshalb auch das medizinische Wissen von Naturvölkern bedroht. uzh.ch/krea
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Zuviel der Unterhaltung
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er Macher des überaus erfolgreichen YouTube-Wissenskanals «kurzgesagt» bringt den Lesern das komplexe Thema Immunsystem leicht verständlich und unterhaltsam näher – wobei der Schreibstil wohl nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Auch hätte eine Straffung des Inhalts dem Buch gutgetan, denn die vielen Wiederholungen wären in diesem Ausmass sicher nicht nötig und stören eher. Der praxisnahe Teil hingegen wäre ausbaufähig. Trotzdem eine empfehlenswerte Lektüre für Menschen, die mehr über die Funktionsweise unserer Körperabwehrkräfte erfahren möchten.
Philipp Dettmer «Immun. Alles über das faszinierende System, das uns am Leben hält» Ullstein 2021, ca. Fr. 30.–
Hustenmittel nützen bei Kindern nichts
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rosse Studien zeigen: Weder chemische noch pflanzliche Hustenmittel nützen bei Kindern. Sie können sogar schädlich sein. Deshalb rät auch die Gesellschaft Pädiatrie Schweiz ab von Hustenmitteln für Kinder. Das lindert den Husten:
Referendum
Organspende ohne explizite Zustimmung – was will das Volk? Durch den Rückzug der Initiative «Organspende fördern – Leben retten» tritt nach Ablauf der Referendumsfrist automatisch der Gegenvorschlag des Bundesrates in Kraft: Wer zu Lebzeiten nicht schriftlich einer Organspende widerspricht, wird automatisch zum Organspender oder zur Organspenderin. Nun hat sich ein unabhängiges, überparteiliches Referendumskomitee gebildet, das sich dafür einsetzt, dass ein solcher Paradigmenwechsel nicht ohne das Volk vollzogen wird.
– Honig: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein Löffel Honig im Tee beruhigend auf die Bronchien wirkt und kurzzeitig den Hustenreiz lindert. Aber Achtung: Honig darf erst nach dem ersten Lebensjahr eingenommen werden. – Viel trinken: am besten Salbeitee mit Honig. – Gute Luftbefeuchtung: Trockene Schleimhäute reizen und sind anfällig für Erreger. – Geduld: Ein normaler Erkältungshusten kann zwei, drei Wochen andauern. krea
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anis | gesund sein
Anis – ein altes Gewürz neu entdecken Bereits in der Antike wurde der Anis als Heilpflanze und Gewürz geschätzt. Heute fristet er zu Unrecht ein Schattendasein. Höchste Zeit also, das Wundergewürz wieder hervorzuholen und es in Form von Anisgüezi zu Weihnachten in seiner dekorativsten Form auf den Tisch zu bringen. Text: Therese Krähenbühl-Müller
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enn es um Gewürze in süssen Backwaren geht, endet der geschmackliche Horizont vieler Menschen meist bei Vanille- und Schokoladenaromen und maximal etwas Zimt oder an Weihnachten Lebkuchengewürz. Obwohl Letzteres auch bereits vielen zu würzig ist. Wenn man bedenkt, wie viele gute Eigenschaften Gewürze enthalten, ist das eine sehr bedauerliche Entwicklung. Gerade die Früchte der Doldenblütler – zu denen Kümmel, Koriander, Dill, Liebstöckel, Fenchel, Petersilie, Sellerie und Anis gehören – verlieren immer mehr an Bedeutung. Wohl auch deshalb, weil ihr Geschmack von vielen Menschen als zu intensiv oder gar als unangenehm empfunden wird, weil man ihn viel zu selten schmeckt. Interessanterweise finden sich etliche der Gewürz-, Gemüse- und Heilpflanzen aus der Doldenblütlerfamilie in der salzigen, deftigen Küche, wie etwa in Salzgebäcken, Currys oder auch in Würsten. So werden zum Beispiel in der Toskana Salami, die sogenannte Salame Finocchiona, mit Fenchelsamen und das bekannte Südtiroler Schüttelbrot mit Kümmel gewürzt. In der Schweiz kennt man unter anderem die Longeole IGP, eine Schweinswurst, die mit Fenchelsamen verfeinert wird. Dill wird meist zu Fisch gereicht, Liebstöckel, Petersilie und Sellerie verleihen einem Gemüsefond eine besondere Note. Der Anis hingegen fristet in deftigen Speisen ein Schattendasein. Einzig in Spirituosen und beigemischt zu Likören, wie etwa Pastis, Absinth und dem griechischen Ouzo, um nur einige Beispiele zu nennen, spielt er eine grosse Rolle.
anishaltige Getränke zu. Der 30. November hiess in Böhmen sogar Anischtag, weil man glaubte, dass die Anisgetränke an diesem Tag besonders viel Zauberkraft enthielten. Auch als Opfergabe oder als Gastgeschenk bei Hochzeiten, hatten sogenannte Aniskringel lange Zeit eine wichtige Bedeutung. Zusätzlich sollte das Gewürz vor schlechten Träumen und dem bösen Blick schützen. Während diese Wirkkraft wohl nie wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, weiss man heute aber sicher, dass Anis die Drüsen des Magen-Darm-Traktes anregt und daher gut für die Verdauung ist. Besonders wirkungsvoll ist er, wenn er mit seinen Brüdern Fenchel und Kümmel gemischt wird. Zusätzlich soll Anis bei Wöchnerinnen die Milchbildung anregen und wird, da seine ätherischen Öle wieder über die Lungen ausgeschieden werden, auch oft in der Herstellung von Hustentees oder Kautabletten verwendet. Alfred Vogel beschreibt in seinem Buch «Der kleine Doktor» die heilende Wirkung von Anis in einer Teemischung, die bei Arthritis zum Einsatz kommt.
Schutz und Liebeleien Umso schöner ist es, dass der Anis der Star eines alten, traditionellen Gebäcks ist: Anis-Chräbeli, auch Anisbrötli oder einfach Anisgüezi genannt, haben einen intensiven Anisgeschmack. Meist werden sie in der Winterzeit, besonders auf Weihnachten hin, gebacken. Das kommt nicht von Ungefähr; denn dem Anis wird eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Nach den strengen Arbeiten auf dem Feld, sollten sich die Männer im Herbst wieder den häuslichen Pflichten zuwenden, und daher bereiteten die Frauen in ländlichen Gebieten ihren Männern traditionellerweise
Anissamen | Die alte Gewürz- und Heilpflanze hat eine wissenschaftlich anerkannte Wirkung bei Katarrhen der Atemwege und Verdauungsbeschwerde.
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g e s u n d s e i n | themenstichwort
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Anisgüezi sind ein liebevolles, selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk.
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Wundermittel der Antike
Rezept Anisgüezi Sie sind unter dem Namen Anisbrötli, Anisgüezi oder AnisChräbeli bekannt – ein (oft geprägtes) Gebäck aus Anisteig, das nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch einen feinen, ganz besonderen Geschmack hat.
Zutaten:
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4–5 Eier (sie sollten ohne Schale 220 g wiegen. Damit der Teig nicht zu feucht oder zu trocken wird, ist es wichtig, das Gewicht der Eier abzuwägen)
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500 g Puderzucker
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500 g feines Weissmehl
1 EL gereinigter Anis (optional können die Samen im Mörser etwas zerstossen werden, damit der Geschmack noch besser zur Geltung kommt; auch das leichte Rösten der Samen intensiviert den Anisgeschmack)
1 TL Obstbrand
Zubereitung Eier und Zucker mit dem Handrührwerk schaumig rühren, bis eine luftige Creme entsteht. Den Anis und den Obstbrand dazu geben und nochmals gut weiterrühren. Zum Schluss das Mehl dazu sieben und alle Zutaten zu einem festen Teig verkneten. Diesen mindestens zehn bis maximal dreissig Minuten zugedeckt ruhen lassen. Den noch leicht klebenden Teig in vier Teile teilen und einzeln auf einem mit Mehl bestäubten Untergrund acht bis zehn Millimeter dick ausrollen. Der Teig sollte sich wie Seide anfühlen; nun wird er nochmals leicht mit Mehl bestäubt. Danach das Model vorsichtig und gleichmässig in den Teig drücken, das Bild mit einem passenden Ausstecher oder einem Messer ausschneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Den eventuell trocken gewordnenen Restteig mit feuchten Händen weiterverarbeiten. Nach 12 bis 24 Stunden Trocknungszeit (gleichbleibende Temperatur, kein Durchzug) werden die Anisgüezi bei 160 Grad in der unteren Ofenhälfte für sechs Minuten gebacken. Danach den Ofen einen Spalt breit mit einer Holzkelle offenhalten und die Güezi weitere 12 Minuten lang backen. Die Güezi danach gut auskühlen lassen und an einem kühlen, trockenen Ort lagern.
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Dass der Ouzo bis heute das griechische Nationalgetränk ist, zeugt davon, welch hoher Stellenwert der Anis bereits im alten Griechenland hatte. Er wurde nicht nur als unverzichtbares Heilmittel gegen Husten, sondern sogar gegen Gift, wie etwa bei Stichen von Skorpionen und Bissen von Schlangen eingesetzt. Auch in der Bibel und in den ältesten Schriften Indiens, findet das Gewürz Erwähnung. Interessanterweise spielt Anis oft auch in Kombination mit dem Sternanis in der indischen Küche eine grosse Rolle. Der Sternanis ist mit dem Anis nicht verwandt, trägt seinen Namen aber, weil er einen ähnlichen Geschmack hat. Während früher oft aus den Anissamen mithilfe von Wasserdampfdestillation Öl gewonnen wurde, wird der Anis heutzutage vorwiegend als Gewürz zum Backen und Kochen verwendet. Allgemein sollen Speisen, denen Anis beigemischt wird, leichter verdaulich sein. Wer sich also zu Weihnachten etwas Gutes tun will und sich eine Alternative zu den üblichen Güezi mit viel Zucker und Butter wünscht, sollte sich ans Backen von Anisgüezi wagen. Denn sie sind nicht nur geschmacklich interessant, sondern wenn man mit einem Model arbeitet, meist auch wunderschön anzusehen. Oft befinden sich alte Gebäckmodel zum Prägen von Teig sogar noch im Familienbesitz. Es lohnt sich, diese hervorzuholen, zu reinigen und damit Anisgüezi herzustellen – nicht nur für den Eigenbedarf, sondern vielleicht sogar als liebevolles, hausgemachtes Weihnachtsgeschenk.
Kunstvoll | Anismodel zum Prägen des Teigs.
anis | gesund sein
Zu Besuch im Anisparadies Anisbrötli sind ein faszinierendes Traditionsgebäck. Linus Feller aus Niedergösgen (SO) stellt die Model dafür selber her und verkauft sie auf Weihnachtsmärkten.
Wenn Linus Feller über seine Anismodel spricht, dann funkeln seine Augen und man merkt schnell, dass sie für ihn nicht nur ein Beruf, sondern Berufung sind. «Ich bin im Wallis aufgewachsen und habe Anisgüezi nicht gekannt», erzählt Feller. Als er dann einmal einen Marktfahrerkollegen vertreten habe, der Anismodel verkaufte, sei er damit zum ersten Mal in Berührung gekommen. «Die Faszination ist geblieben. Seit 1985 produziere und verkaufe ich nun Anismodel.» Im Laufe der Jahre hat sich Linus Feller zu einem Experten entwickelt und sogar ein Buch über das Thema Anisbrötli und Model geschrieben. In seiner Kollektion finden sich auch zahlreiche alte Model. Feller hat zur Kopie der handgeschnitzten, historischen Model eine eigene, ganz spezielle Methode entwickelt. «Vom Originalholzmodel wird ein Silikon-Abdruck abgeformt», erklärt der Anisbrötli-Experte. «In diese Silikonform giessen wir unter Vakuum unser eigens entwickeltes Giessharz. Pro Silikonform können wir ungefähr zehn Model ausformen. Diese ausgeformten Model werden anschliessend im Ofen getempert, sowie auf der Rückseite geschliffen und abgerundet. Mit einer speziellen Patina erhalten die Gebäckmodel die optische Schönheit eines Holzmodels.»
Bei Fellers am Stand werden also nicht nur historische Model verkauft. Im Gegenteil: Jedes Jahr kommen neue Kreationen von Linus Fellers Frau Petra Mösli dazu. «Meine Frau orientiert sich immer auch daran, wie die Model früher gestaltet wurden und verleiht ihnen dann einen modernen Dreh», erklärt Feller. Denn schliesslich sei ein Anismodel schlussendlich doch etwas Geschichtsträchtiges und Traditionelles. «Das macht wohl auch die Faszination dafür aus. Wer einmal mit seiner Grossmutter oder Mutter Anisbrötli gebacken hat, wird das ein Leben lang nicht vergessen.»
Die Webseite www.springerle.com von Linus Feller ist ein wahrer Schatz voller Informationen rund um das Thema Anis, Anismodel und Rezepte dazu. Gleichzeitig gibt es dort einen Marktplan. In diesem Jahr verkauft Linus Feller seine Model u. a. auf dem Weihnachtsmarkt in Basel.
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g e s u n d s e i n | schenken
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achtsamkeitsserie teil 5 | g e s u n d s e i n
Liebe sich, wer kann Liebe, Verständnis und Achtsamkeit sind die Grundlagen glücklicher Beziehungen. Wir können jederzeit anfangen, das zu üben. «natürlich» liefert die Inspiration und das Wissen dazu. Text: Lioba Schneemann Illustration: Sonja Berger
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ir erwarten heute viel von einer Partnerschaft: Selbständigkeit und gegenseitiges Interesse, Unterstützung in unserem Wachstum sowie eine tiefe und leidenschaftliche Liebe über Jahre, besser Jahrzehnte, ja bis zum Tod; dazu Verbundenheit und Freundschaft, gemeinsame Projekte und Freunde. Allein beim Lesen dieser längst noch nicht vollständigen Liste wird es einem fast schwindelig. Das Mammutprojekt, das sich mit «Alles-mit-Einem-fürimmer-und-ewig» zusammenfassen lässt, die lebenslange, allumfassende Liebe zu zweit, klappt jedoch fast nie. Denn Leidenschaft braucht Gefahr, während Freundschaft und partnerschaftliche Liebe Sicherheit brauchen. Realistisch beurteilt der Paartherapeut Michael Mary deshalb: «Wer eine partnerschaftliche Langzeitbeziehung favorisiert, bei dem wird die Leidenschaft zwangsläufig abnehmen.» Und das halten viele nicht aus. Die Scheidungsraten sprechen eine deutliche Sprache. Es braucht, so scheint es, neue Wege und neue Sichtweisen. Denn das vermeintliche Ideal ist offenbar häufig reines Wunschdenken und entspricht nicht dem, was wir erleben.
Was so einfach tönt, ist allerdings nicht leicht. Wir üben ja jahrelang stets das Gegenteil: Wir bewerten, ohne es wirklich zu bemerken; wir sind kaum im Jetzt gegenwärtig, sondern grübeln über Vergangenes oder Zukünftiges; wir atmen flach. Und wie häufig hangen wir negativen Gedanken nach und vernachlässigen das Wahrnehmen all der kleinen Freuden des Alltags! Wie oft sind wir bewusst dankbar für das, was ist? Auch die Wertschätzung gegenüber anderen drücken wir eher selten aus – wenn überhaupt. Und, Hand aufs Herz, wie reden wir mit uns selbst? Eine gute Übung in solchen Momenten ist, zu ergründen, wie wir mit unserer Mutter reden würden – in welchem Ton, mit welchen Worten und Gesten würden wir mit ihr reden, wenn ihr etwas Dummes widerfahren ist? Und wie sprechen wir mit uns selbst bei einem Missgeschick? Gibt es einen Unterschied? Und wenn ja: Sollten wir nicht auch mit uns selbst liebevoller ins Gericht ziehen?
Achtsam leben und lieben Achtsamkeit hilft, eine neue Sicht auf Beziehungen – wie auf das Leben allgemein – zu gewinnen. Eine achtsame Haltung einnehmen, bedeutet, offen sein für alle Erfahrungen, die wir Moment für Moment machen. Man nennt es eine entspannte Wachheit. Sie macht neugierig auf das, was um und in uns geschieht. Diese bewusste und wertfreie Haltung hilft, Ruhe zu bewahren, wenn die Wellen hochschlagen. Achtsamkeit hilft, sich im Moment, im Hier und Jetzt, zu «erden». Indem wir uns etwa in achtsamem Atmen üben, können wir auch in schwierigen Situationen eher einen klaren Kopf bewahren. Wir sind dann in der Lage, weise Entscheidungen zu treffen und reagieren nicht sofort aus dem Stressmodus heraus. Vielleicht – das ist zumindest meine Vermutung – kann Achtsamkeit so manche Beziehungskrise und deren Ende verhindern; oder zumindest eine Trennung erträglicher machen.
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In unserem Innern ist unser Zuhause. Mit unserem Ein- und Ausatmen beginnen wir, Ordnung zu schaffen.
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Thich Nhat Hanh, Meditationslehrer und Friedensaktivist
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g e s u n d s e i n | achtsamkeitsserie teil 5
Tiefes Zuhören Authentisch sein und mit gesundem Realismus die Dinge sehen, wie sie sind – das braucht Mut, Gelassenheit und Stabilität. Zunächst: Können wir überhaupt anerkennen, dass Unzufriedenheit und Krisen zum Leben gehören? Um die Ursachen von Unzufriedenheit und Spannung zu ergründen, braucht es erst einmal die Innenschau: Wir müssen auf uns selbst aufmerksam werden. Und gewillt sein, uns zu verändern (statt den oder die andere/n). Bei der Innenschau untersuchen wir, wie wir mit Leid und Stress umgehen. Was denke ich, wenn der Partner meine Bemühungen gar nicht zu bemerken scheint? Nehme ich Dinge persönlich, auch wenn ich gar nicht gemeint bin? Was empfinde ich im Körper, wo spüre ich vielleicht einen Druck oder Schmerz, wenn meine Partnerin dies oder jenes sagt, tut oder unterlässt? Wie fühle ich mich, wenn ich an die letzte Auseinandersetzung denke? Traurig, verletzt, nicht gesehen? Und wo spüre ich das im Körper? Was will ich und was brauche ich in diesem Moment? Mit diesen Fragen ergründen wir unser inneres Universum. Das hindert uns davor, uns abzumühen, den Partner ändern zu wollen oder an der Beziehung zu «arbeiten», was eh nicht funktioniert. Der bekannte Mönch und Meditationslehrer Thich Nhat Hanh (95) nennt die Innenschau «tiefes Zuhören». Dieses sei zentral für eine gelingende Kommunikation und für ein gutes Miteinander. Tiefes Zuhören beginne bei sich selbst, so Thich Nhat Hanh, mit dem Innehalten und dem mit sich selbst in Kommunikation treten: «Sie setzen sich hin, und beenden den Zustand des Verlorenseins, des
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Nicht-Sie-selbst-Seins.» Wir hören einfach mit dem auf, was wir grade tun und verbinden uns mit uns selbst. Achtsames Gewahrsein bedeutet demnach: Einfach da sein, bewusst ein- und ausatmen und sich seiner selbst bewusst sein. Thich Nhat Hahn: «Sie wissen, was in ihrem Körper, ihren Gefühlen und ihrer Wahrnehmung geschieht. In unserem Innern ist unser Zuhause. Mit unserem Ein- und Ausatmen beginnen wir, Ordnung zu schaffen.» Wir lernen die Geschichten kennen, die wir über uns und andere erzählen. Das ist wichtig, denn sie prägen unsere Sicht auf uns und die Welt. Wir üben damit auch, anderen Menschen zuzuhören und ganz für den anderen und seine Sorgen präsent zu sein. Denn erst wenn wir uns selbst zuhören und uns selbst kennenlernen, dann können wir auch anderen mit Mitgefühl begegnen. Achtsamkeit gibt uns Erkenntnis und eine ausreichende Stabilität. Hilfreich dabei ist eine wohlwollende Haltung uns selbst gegenüber. Wir versuchen anzunehmen, was ist, anstatt zu hadern oder sich vorzustellen, was sein könnte.
Liebevolles sprechen Genauso zentral ist laut Thich Nhat Hanh das «liebevolle Sprechen». Er hat selbst erfahren können – sei es im Kloster oder als Vermittler in Friedensverhandlungen –, dass es möglich ist, mit mitfühlendem Hören und Sprechen zwischenmenschliche Kontakte herzustellen und zu verbessern, die Kommunikation wieder in Gang zu bringen und Leid und Konflikte zu mindern. Er definiert zu diesem Thema sechs Formeln oder Mantras, die man im Stillen oder laut aussprechen kann (siehe Seite 17).
Sich selbst in einer emotional fordernden Situation wahrzunehmen und den Mann/die Frau bewusst zu sehen, zu hören und zu spüren, ist eine hohe Kunst. Es braucht viel Übung. Thich Nhat Hanh rät, sich geduldig immer wieder daran zu erinnern, achtsam und wertfrei zuzuhören und zu sprechen. So kann es zur Gewohnheit werden, was Akzeptanz, Wertschätzung und Verbundenheit stärkt. Unsere Liebe und Beziehungen seien wie Blumen, sagt der Mönch in seiner typischen liebevollen Art und Weise: «Blumen müssen regelmässig gegossen werden, damit sie frisch und lebendig bleiben.» Ähnlich ist es mit den Menschen: Mitgefühl und Liebe erwachsen aus unserem Verständnis – Verständnis für uns selbst und für den anderen.
Bucht ipp
Thich Nhat Hanh: «Achtsam sprechen – achtsam zuhören. Die Kunst der bewussten Kommunikation» Knaur MensSana 2019, ca. Fr. 14.–
Mantras zur Stärkung der Beziehung Diese Mantras von Thich Nhat Hanh können laut oder leise gesprochen, der Situation angepasst oder umformuliert werden, sodass sie zu den eigenen Bedürfnissen passen:
1. Ich bin für dich da Oft sind wir körperlich zwar da, aber unser Geist ist woanders. Wir nehmen unser Gegenüber nicht wirklich wahr. Das Mantra erinnert uns an die Gegenwart des anderen, dass wir ihn/sie lieben respektive gernhaben. Der Mensch, der das Mantra hört, wird sich wertgeschätzt fühlen.
2. Ich weiss, du bist da und ich bin sehr glücklich Durch diesen Satz vergegenwärtigen wir uns und dem anderen Menschen, wie kostbar seine Präsenz ist, wie wertvoll uns die Beziehung zu ihm/ihr ist.
3. Ich weiss, du leidest, und darum bin ich für dich da Wenn ein anderer Mensch leidet, können Sie dieses Mantra anwenden. Vielleicht haben Sie auch etwas gesagt oder getan, was den anderen verletzt hat. Sie müssen dann gar nichts weiter tun, als einfach für ihn oder sie da zu sein. Das reicht aus, damit sich der oder die andere besser fühlt.
4. Ich leide. Ich möchte, dass du das weisst, bitte hilf mir Auch wenn Sie glauben, der andere hat Ihr Leiden verursacht, versuchen Sie dieses Mantra. Sie signalisieren damit, dass Sie sich verletzt fühlen und dass Sie eine Erklärung brauchen. Dieses Mantra ist schwer zu formulieren. Doch auch wenn Sie Angst vor Zurückweisung haben oder sich zu stolz fühlen, kann es helfen. Diese Sätze sind eine Einladung an beide Seiten, tief zu schauen. Das Mantra verdeutlicht: Wir brauchen einander.
5. Das ist ein glücklicher Moment Wenn Sie mit jemanden zusammen sind, der ihnen etwas bedeutet, können Sie dieses Mantra aussprechen. Es erinnert uns daran, dass wir uns glücklich schätzen können für unser Leben und unsere Beziehungen. Die Fähigkeit, zu erkennen, dass dies ein glücklicher Moment ist, hängt vom Grad der Achtsamkeit ab.
6. Du hast teilweise recht. Dieses Mantra sollte man anwenden, wenn jemand uns lobt oder kritisiert: Wenn andere mich loben, sollte ich mich davon nicht blenden lassen; wenn andere mich kritisieren, sollte ich mich nicht in der Kritik verlieren und darob die positiven Dinge vergessen. Auf ähnliche Weise können wir auch andere betrachten: Wir wissen, dass wir stets nur einen Teil von ihnen sehen.
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gesund sein | mundhygiene
in den Mund geschaut In unserer Mundhöhle tummeln sich unzählige Mikroben und Bakterien. Eine sorgfältige Mundhygiene ist deshalb unerlässlich für die Zahngesundheit und unseren gesamten Organismus. Text: Gundula Madeleine Tegtmeyer
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ie Advents- und Weihnachtszeit steht bevor und mit ihr eine Zeit geballter süsser Verlockungen. Das verführerische Naschwerk ist ein Gaumenfest für Gross und Klein, aber auch für die Bakterien in unserer Mundhöhle. Was also tun? Die gute Nachricht vorab: Es muss nicht auf Verzicht herauslaufen. Doch schauen wir uns zunächst genauer an, was sich da in unserem Mund so tummelt. Zur sogenannten Mundflora zählen sämtliche Mikroorganismen, die sich natürlicherweise in unserem Mundraum befinden. Sind nützliche und schädliche Bakterien nicht mehr im Gleichgewicht, führt dies zu Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Aus einer Zahnfleischentzündung, der Gingivitis, kann eine Parodontitis, die Zahnbettentzündung, werden. Im schlimmsten Fall führt sie zu Zahnausfall. Zudem entlassen solche Entzündungsherde auch immer wieder Bakterien in den Blutstrom. Und das kann gefährlich sein. Die richtige Pflege der Mundflora kann das verhindern. Sie ist so wichtig, weil das feucht-warme Milieu im Mundraum eine wahre
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Brutstätte für pathogene Bakterien ist. Diese ernähren sich vorrangig von zuckerhaltigen Speisen. Dabei verstoffwechseln sie auf den Zähnen anhaftenden Zucker zu schädigenden Säuren, etwa zu Milch-, Butter- und Essigsäure. Des Weiteren gibt es sogenannte Karieserreger. Als besonders gefährlich gilt das Bakterium Streptococcus mutans. Es gehört nicht zur normalen Bakterienflora der Mundhöhle, sondern wird von Mensch zu Mensch übertragen. Die Karieserreger Oralstreptokokken wiederum lösen nicht nur Zahnkaries aus, sondern können auch Erkrankungen bis hin zur Herzklappenentzündung verursachen. Im Schnitt dauert es vier bis acht Jahre, bis Karies das Zahninnere erreicht. Bei Entzündungen des Zahnbettes, können die Bakterien über das Blut in den Körper wandern und das Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen. Doch all das muss nicht sein. Unsere Ernährungs- und Putzgewohnheiten haben einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit unserer Zähne und des Körpers. «natürlich» liefert Tipps für eine sanfte und nachhaltige Mundhygiene.
mundhygiene | gesund sein
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Wenn die Zahnschmerzen anfangen, vergeht der Kopfschmerz sofort.
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Die richtige Zahnputz-Technik Die BASS-Methode
Ran an die Zahnzwischenräume Die Zahnzwischenräume machen einen nicht unerheblichen Anteil der Gesamtoberfläche eines Zahnes aus. Dennoch werden sie oft vernachlässigt. Dabei gehört die Verwendung von Zahnseide zu den effektivsten Massnahmen gegen Karies und Zahnstein. Man sollte sie abends anwenden. Zahnseide aus echter Seide ist eine biologisch abbaubare Alternative zu Nylonzahnseide. Eine vegane Alternative ist Zahnseide aus dem Biokunststoff PLA, der Polymilchsäure. Sie wird aus Pflanzenstärke gewonnen, z. B. aus Mais oder Kartoffeln. Einige Anbieter haben auch Interdentalbürsten aus PLA im Sortiment. Ein weiterer Aspekt bei nachhaltiger und ökologischer Zahnseide und Interdentalbürsten: Ihre Verpackungen sind meist aus Glas, Pappe oder biologisch abbaubaren Kunststoffen. Interdentalbürsten aus Bambus sind ein weiteres nachhaltiges Zahnpflegeprodukt. Wobei zumeist nur der Griff aus Bambus ist, der Borstenkopf jedoch oftmals aus Nylon besteht, in der Regel aber zumindest frei von Bisphenol A (BPA) ist. Diese synthetische Verbindung wurde im Januar 2018 wegen seiner schädigenden Wirkung auf das Hormonsystem in die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen.
Mundspülungen zerstören Bakterien Bei akuten Entzündungen des Zahnfleisches können medizinische, antibakteriell wirkende Mundwasser sinnvoll sein. Von einer langfristigen Anwendung ist indes abzuraten, denn sie können auch nützliche Bakterien zerstören. Milder wirken Mundspülungen mit Kamille, Pfefferminze, Teebaumöl oder Myrrhe. Interessant ist auch Salbeitee: Er wirkt antibakteriell, verhindert schädliche Beläge und stärkt zudem das Zahnfleisch. Das beliebte Küchen- und Heilkraut Rosmarin wiederum kann akute Beschwerden lindern. Kauen Sie einige Minuten auf frischen Rosmarinblättern oder spülen Sie die Mundhöhle mit starkem Rosmarintee. Spülungen mit einem Aufguss aus Gewürznelken ist ebenfalls ein bewährtes natürliches Hausmittel. Gewürznelken können auch Zahnschmerzen lindern: Sie betäuben örtlich, stillen so die Schmerzen und wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Kauen oder lutschen Sie dazu ein oder zwei Gewürznelken.
Benannt nach dem US-amerikanischen Zahnarzt Charles Bass basiert die Methode auf kleinen, fast auf der Stelle rüttelnden Bewegungen. Sie ist eine der gängigsten Methoden. Ihr Vorteil: Gründliche Reinigung von Zähnen und Zahnzwischenräumen. Jeden Zahn von jeder Seite zu reinigen, ist dabei entscheidend. Bei der modifizierten Bass-Methode werden die Zähne in kreisförmigen Bewegungen gereinigt. Setzen Sie dazu die Zahnbürste an Aussenseiten der Zahnoberflächen im unteren Bereich der Zahnkrone im 45-Grad-Winkel an. Wichtig: Ein Teil der Bürsten liegt dabei auf dem Zahnfleisch; rütteln oder kreisen Sie mit der Zahnbürste gegen das Zahnfleisch, dann nach unten ausstreichen. Wiederholen Sie die Bewegungen zehn bis fünfzehn Mal. Mit dieser Technik kann Plaque gründlich entfernt werden und zugleich wird das Zahnfleisch massiert. Putzen Sie dann die Kauflächen mit kleinen kreisenden Bewegungen. Die Bass-Methode empfiehlt sich auch bei entzündetem Zahnfleisch und erkranktem Zahnhalteapparat. Die Borsten der Zahnbürste sollten weich bis mittelhart und abgerundet sein und nach jedem Putzvorgang desinfizieren werden. Dazu eignen sich eine 3%-ige Wasserstoffperoxidlösung oder Bio-Grapefruitkernextrakt. Letzterer wirkt als natürliches Antibiotikum. Anwendung: Geben Sie 1–2 Tropfen in einen mit wenig Wasser gefüllten Zahnputzbecher und lassen Sie die Bürste darin gut fünf Minuten stehen. Anschliessend gründlich abspülen und zum Trocknen aufrecht hinstellen. Wichtig: In der Nahrung enthaltende Bakterien greifen den Zahnschmelz an. Wer unmittelbar nach dem Essen mit dem Zähneputzen loslegt, kann den Schmelz deshalb beschädigen. Deshalb sollte man nach Mahlzeiten 30 bis 60 Minuten warten mit der Zahnreinigung.
Zahnbürsten aus Bambus, ab Fr. 5.90 brack.ch
Selbst hergestellte Mundspülung 1 TL Natron und 20 g Xylit (Birkenzucker) in 250 ml lauwarmen Wasser auflösen, 5 Tropfen ätherisches Minzöl dazugeben, kräftig schütteln. Nach dem Zähneputzen gründlich damit spülen.
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gesund sein | mundhygiene
Frischer Atem Das Kauen von Gewürzsamen wirkt gegen Mundgeruch. Dazu 2 Teile Anis, 2 Teile Fenchel, 1 Teil Kümmel und 1 Teil Koriander mischen und in eine Dose füllen. Einige Samen nach den Mahlzeiten oder zwischendurch gut kauen.
Miswak, das Zahnputzholz Die nachwachsende und vollständig kompostierbare Zahnbürste aus den jungen Zweigen des sogenannten «Zahnbürstenbaums», botanisch: Salvadora persica, wird traditionell von Afrika bis Indien angewendet und erfreut sich auch in westlichen Breiten zunehmender Beliebtheit. Die Pflanze ist reich an Mineralien, Rohfasern, Proteinen und keimhemmenden Substanzen. Die Hölzer enthalten darüber hinaus einen hohen Fluoridanteil. Anwendung: Kauen Sie ein Ende weich, bis ein «Bürstchen» ausfranst. Mit Wasser anfeuchten und die Zähne einzeln damit bürsten. Dann mit leichtem Druck über das Zahnfleisch streichen. Bei regelmässiger Anwendung festigt die adstringierende Wirkung der enthaltenen Gerbstoffe das Zahnfleisch. Das Zahnputzholz besitzt zudem antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, die gegen Zahnfleischentzündungen wirken.
Zahnpasta-Rezepturen zum selber machen 1. Aloe Vera und Pfefferminz-Paste Mahlen Sie so viele frische oder getrocknete Pfefferminzblätter, bis eine halbe Tasse gefüllt ist und geben Sie gemahlenen Blätter in eine Schüssel. Geben Sie dieselbe Menge fein gemahlenes Kristallsalz hinzu, zudem einige Tropfen eines als therapeutisch eingestuften Bio-Pfefferminzöls sowie eines reinen Bio-Aloe-Vera-Gels (ohne Zusatzstoffe). Pfefferminze wirkt antibiotisch, infektions- und entzündungshemmend, antimikrobiell, antiparasitär, antiseptisch, adstringierend und stimulierend. Aloe Vera wirkt ebenfalls gegen pathogene Bakterien und Pilze; die enthaltenen entzündungshemmenden Anthrachimone unterstützen zudem den Heilungsprozess, etwa bei Aphten und Schleimhautentzündung, und lindern Schmerzen. Das Kristallsalz regt das Wachstum nützlicher Bakterienkulturen an und fördert so die Wiederherstellung einer gesunden Mundflora.
Multitalent | Aloe Vera wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.
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Das Zahnputzholz Miswak, hat antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften.
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2. Zimt, Nelken und Rotes Palmöl Mischen Sie eine halbe Tasse Zimtpulver mit der gleichen Menge fein vermahlenem Himalayasalz. Geben Sie 8 bis 10 Tropfen eines als therapeutisch klassifizierten ätherischen Bio-Nelkenknospenöls hinzu. Rühren Sie dann so lange kaltgepresstes, biologisch angebautes Rotes Palmöl in die Masse, bis eine Paste entsteht. Zimt wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzstillend. Nelkenknospenöl wirkt antimykotisch, antimikrobiell und antiviral. Kombiniert mit Zimt werden seine gesundheitsfördenden Eigenschaften verstärkt. Rotes Palmöl enthält, neben einer ausgezeichneten Fettsäure-Zusammensetzung, phytosterole Flavonoide, Phenolsäuren, Glycolipide, Vitamin K, Q-10 und Squalen. Ausserdem ist das Öl eine hervorragende Vitamin E-Quelle. Zahnfleisch und Zähne schützt es vor freien Radikalen. 3. Kokosöl und Pfefferminze 120 ml Kokosöl erwärmen, zwei bis drei Teelöffel Xylith (Birkenzucker) einrühren und bis zu fünfzehn Tropfen ätherisches Pfefferminzöl hinzugeben. Kokosöl bekämpft Keime, Bakterien und Viren und verringert so das Risiko von Zahnbelag, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Xylit hemmt den Stoffwechsel schädlicher Bakterien und reduziert die Bildung von Biofilmen auf der Zahnoberfläche.
Ölziehen Über Nacht vermehren sich im Mundraum Bakterien und Keime. Sie lassen sich bei der morgendlichen Mundhygiene – idealerweise vor dem Frühstück – durch das sogenannte Ölziehen entfernen. Das Ölziehen mit Kokosöl ist erwiesenermassen nicht nur preiswerter und umweltschonender, sondern sogar effektiver als der zahnmedizinische Goldstandard Chlorhexidin. Man kann aber auch Sesam- oder Sonnenblumenöl für das Ölziehen verwenden. Es reinigt nicht nur die Zähne, sondern lindert auch Zahnfleischentzündungen, reduziert Kariesbakterien, verbessert die Mundflora, hemmt die Belagbildung und leitet Giftstoffe aus. Es pflegt auch Zunge und Wangenschleimhaut. Zudem werden Speichel- und Lymphfluss angeregt und das Blut gereinigt. So geht‘s: 1 bis 2 TL Öl in den Mund nehmen und schlürfend durch die Zahnzwischenräume ziehen. Optimal ist eine Anwendungszeit von 20 Minuten. Aber besser kürzer als gar nicht. Dann die entstandene Emulsion in die Mülltonne spucken. Keinesfalls schlucken (wegen der Toxine) oder ins Waschbecken spucken, da das Öl mit der Zeit den Abfluss verstopfen kann. Abschliessend den Mund gründlich mit Wasser ausspülen und die Zähne mit Zahnpasta putzen.
Wer mit dem Ölziehen beginnt, bei dem bildet sich häufig viel Schleim in den Nasennebenhöhlen und/oder im Rachen. Dies, weil der Körper Gifte ausscheiden möchte. Viele haben dann das Bedürfnis, das Öl rasch wieder auszuspucken. Das ist auch gut so: Spucken Sie es aus und machen Sie mit frischem Öl weiter, bis die ca. 20 Minuten Gesamtzeit erreicht sind. Wenn das Öl häufiger gewechselt wird, gerade zu Beginn, können auch mehr Gifte ausgeleitet werden. Eine sinnvolle Ergänzung zum Ölziehen ist die Zungenreinigung. Eine langlebige Alternative zu einem Plastikschaber sind Zungenschaber aus Edelstahl.
Aufhellung – Bleaching oder Whitening Zähne werden im Laufe der Jahre dunkler, denn der Zahnschmelz baut sich ab und das darunter liegende, gelbliche Zahnbein (Dentin) schimmert immer stärker durch. Das Mass für die abtragende Wirkung der Putzkörper wird mit RDA («Relative Dentin Abrasion») angegeben. Empfohlen wird ein RDA-Wert zwischen 70 und 150, der auch von konventionellen Whitening-Zahnpasten nicht überschritten wird. Gesundheitshinweis: Auf die vielbeschworenen Hausmittel Aktivkohle, Natron, Backpulver und Zitronensaft zur Aufhellung der Zähne sollte man besser verzichten – sie sind zu aggressiv und können den Zahnschmelz schädigen.
Ernährung, die die Zähne stärkt Was wir essen und trinken hat einen entscheidenden Einfluss auf ein gesundes Gebiss und die Mundflora. Zahnärzte raten zu «kauaktivem» Essen. Knackiges Gemüse wie Karotten und Kohlrabi sind ideal, ebenso zuckerarmes Obst wie Äpfel. Zitrusfrüchte hingegen enthalten viel Säure, die den Zähnen schaden kann. Deshalb sollte man nach ihrem Verzehr mit einem Glas Wasser nachspülen und mit dem Zähneputzen minestens eine halbe Stunde abwarten. Zuckerfreier Kaugummi regt die Speichelproduktion an, was die Zähne spült. Brokkoli liefert den Zähnen wichtiges Kalzium. Bestimmte Inhalte in Schwarz- und Grüntee können Karies entgegenwirken. Essenspausen zwischen den Mahlzeiten beugen einer Übersäuerung im Mund vor. Und vermeiden Sie Fertiggerichte und Softdrinks. Viele von ihnen enthalten viel Zucker, der sich hinter einer Vielzahl von Begriffen versteckt, wie etwa Glucose, Saccharose, Dextose, Fructose, Sirup oder Honig. In vielen zuckerfreien Softdrinks steckt Zitronensäure, die den Zahnschmelz angreift. Für Säfte und Smoothies gilt: höchstens einmal am Tag geniessen. Gesunde Getränke sind Wasser und ungesüsste Tees. Schwarz- und Grüntee können zwar mit der Zeit dunkle Belage auf den Zähnen verursachen; bestimmte Inhaltsstoffe wirken aber Karies entgegen.
Zahnfreundliche Gewürze Die aus Indien stammende Heilpflanze Kurkuma wirkt keimneutralisierend und abschwellend; sie regt die Zahnfleischdurchblutung an und fördert allgemein eine gesunde Mundflora. Anwendung: Kauen Sie einige Minuten auf einer rohen Kurkumawurzel. Alternative: Kurkumapulver mit Wasser und Kokosöl mischen und mit dieser Paste die Zähne putzen. Auch Salbei ist überaus gesund und hellt ausserdem die Zähne natürlich und sanft auf. Möglichst nach jeder Mahlzeit ein oder zwei Blätter gut zerkauen. Zusätzlich können Sie Salbei zum Putzen der Zähne benutzen: dazu mit einem Blatt mit leichtem Druck über die Innen- und Aussenseiten der Zähne reiben. Wem weder Kurkuma noch Salbei zusagt, kann zu Nelkenöl greifen. Geben Sie einfach einige Tropfen davon zur Zahnpasta. Sie können Ihre Zähne auch mit unverdünntem Nelkenöl einreiben. Dabei aber unbedingt niedrig dosieren, denn Nelkenöl kann das Zahnfleisch reizen und unter Umständen Allergien auslösen. Die natürliche Zahnheilkunde empfiehlt zudem das Indische Basilikum (Tulsi) als sanftes Hausmittel gegen Zahnfleischerkrankungen, Zahnfleischschwund, aber auch zur Zahnaufhellung. Wie beim Salbei kann man jeden Tag zwei bis drei Blätter minutenlang kauen. Der Aufhelleffekt lässt sich mit getrocknetem Tulsikraut noch verstärken.
Wenn jeder Biss schmerzt Knirscht oder knackt der Kiefer, ist das Kauen eine Qual und sind Nacken und Schultern verspannt, können dies Anzeichen für eine Kiefergelenkarthrose sein. Ursache für den Knorpelabbau im Kiefergelenk sind Fehlbelastungen durch Zahnfehlstellungen oder schlecht sitzenden Zahnersatz. Folglich stimmt der sogenannte «Biss» nicht mehr: Die Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers treffen nicht korrekt aufeinander. Sollten Sie obgenannte Symptome haben, ist eine Zahnarztkonsultation ratsam. Was Sie selbst tun können sind Massagen im Nackenbereich und Schulterkreisen. Wieso das hilft? Weil unser Kauapparat über Muskeln mit Nacken und Schultern verbunden ist.
Anregend | Kurkuma wirkt durchblutungsfördernd und sorgt für eine gesunde Mundflora.
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g e s u n d s e i n | themenstichwort
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weisse Flecken Nein, hier geht es nicht um weisse Weihnachten. Es geht um die weissen Flecken auf unserer Kommunikationslandkarte. Es gibt eine weit verbreitete Einstellung in Familien und Ehen, die lautet ungefähr so: Um des lieben Friedens Willen sprechen wir nicht über alles, was uns wichtig ist. «Meine Frau versteht das nicht, warum soll ich sie damit belästigen?» «Ich nehme Rücksicht: Meinen Eltern/Kindern/Geliebten kann ich nicht zumuten, was ich wirklich denke.» «Wenn mein Mann wüsste, wovon ich träume, wäre er entsetzt.»
Und so entstehen unter den nahestehendsten Menschen die Schweigezonen: vermintes Gelände, wo man sich im Gespräch sehr vorsichtig von einem sicheren – und meistens langweiligen – Thema zum nächsten hangelt, weil man – immerhin! – die Stichworte sehr gut kennt, die beim andern für eine Explosion sorgen. Und so breitet sich die Langeweile aus in den Beziehungen: Ehepartner haben sich nichts mehr zu sagen – weil das, was ihnen wirklich wichtig ist, den anderen verletzen könnte. Familien laufen auseinander oder schalten den Fernseher an, bevor irgendetwas von Bedeutung angesprochen werden könnte. Doch Vorsicht: Alles Unausgesprochene führt zu einem Bodensatz, der vor sich hin gärt und irgendwann explodiert. Meistens in den Ferien oder zu Weihnachten, wo man mehr Zeit miteinander verbringt.
uns ausserhalb der allgemein möglichen Gesprächslandkarten brennend interessiert. Ganz oft geht es in den Schweigezonen um Sexualität. Was uns wirklich antörnt. Wen wir ausser unserem Partner / unserer Partnerin auch noch attraktiv finden. Ein befreundetes Paar hat es anders gemacht und genau darauf ihre Partnerschaft aufgebaut: Sie gingen gemeinsam durch Städte, in Discos und Supermärkte und zeigten einander, wen sie sexy fanden, was für Fantasien ein fremder Blick, ein schöner Po, eine betörende Stimme in ihnen auslöste. Damit hatten sie eine einigermassen realistische Grundlage für ihre sexuelle Wirklichkeit.
Ich glaube, die meisten Ehen werden durch weisse Flecken auf der Kommunikationslandkarte abgetötet. Sie wieder zu beleben, ist eine bewusste Entscheidung von beiden Partnern. Das ist nicht immer leicht. Manchmal hilft ein Ritual, z. B. dieses: Der eine spricht 15 Minuten am Stück über alles, was ihn beschäftigt, der andere hört nur zu, ohne zu reagieren. Dann wechselt man die Rollen. Mir hilft es sehr, wenn Freunde uns dabei unterstützen; wenn Menschen unseres Vertrauens einen Kreis bilden und den Raum halten für all die Dinge, die wir uns bisher nicht zu sagen wagten. Egal, wie Sie es machen: Nehmen Sie sich Zeit dafür. Es könnte eines der wichtigsten Dinge sein, um ihre Beziehung schöner und wahrhaftiger zu machen.
Meine These: Jede menschliche Gemeinschaft und Liebesbeziehung ist so resilient wie der Umfang der Dinge, die wir miteinander ins Gespräch bringen. Kennen Sie die Story, wo eine junge Frau sich umbringen möchte und vorher noch all ihren Lieben schreibt, was sie wirklich über sie denkt? Sie überlebt und hat es mit den meisten Freunden verdorben – aber dafür mit einigen wenigen eine ehrliche und lebendige Beziehung aufgebaut.
Geben wir es ruhig zu: Meistens ist es nicht Rücksicht, sondern Feigheit, wenn wir unseren Geliebten nicht zumuten, was uns beschäftigt: was uns aneinander stört, was wir uns wirklich voneinander wünschen, was
natürlich 07|08-2021
fotos: getty-images.com
L eila Dregger ist Journalistin und Buchautorin. Sie begeistert sich für gemeinschaftliche Lebensformen, lebte u.a. über 18 Jahren in Tamera, Portugal, sowie anderen Gemeinschaften auch in anderen Kontinenten. Am meisten liebt sie das Thema Heilung von Liebe und Sexualität sowie neue Wege für das Mann- und Frau-Sein.
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exotische früchte | g e s u n d s e i n
Exquisite Exoten Exotische Früchte sind wegen ihrer schlechten Ökobilanz in Verruf geraten. Deshalb muss man Avocados oder Mangos aber nicht komplett vom Speisezettel streichen. Worauf es beim Einkauf ankommt. Text: Vera Sohmer
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litzschnell zubereitet, angenehm sättigend, unschlagbar gesund und immer wieder ein Genuss: Der mexikanische Avocado-Dip Guacamole gehört nicht nur bei Vegetarierinnen oder Veganern zum Repertoire, ob als Apéro-Snack oder Hauptmahlzeit. Darauf zu verzichten, würde vielen schwerfallen, liegt angesichts aktueller Negativ-Schlagzeilen aber nahe: Wer Avocados kauft, gilt als Umweltfrevler – wegen der langen Transportwege und des immensen Wasserverbrauchs beim Anbau. Rund 1000 Liter werden für ein Kilo Früchte benötigt. «Das Problem ist der Hype, nicht die Frucht an sich», sagt Umweltwissenschaftler Claudio Beretta von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Avocados werden seit Jahrzehnten als begehrtes Superfood vermarktet. Die exponentiell wachsende Nachfrage habe zu Monokulturen geführt. In Mexiko etwa werden jährlich mehrere tausend Hektar Wald für die Avocadoproduktion gerodet, und das illegal. Ein grosses Problem ist zudem der Anbau in Regionen mit Wasserknappheit. Dies führt zu einem sinkenden Grundwasserspiegel und langfristig zu unbrauchbaren Böden.
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Die grosse Nachfrage z. B. nach Avocados oder Papayas führen zu Waldrodungen und Monokulturen.
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Grosser Fussabdruck | Papayas, auch Baummelonen genannt, werden meist mit dem Flugzeug importiert.
Der erdverträgliche Genuss Dennoch findet es Claudio Beretta falsch, Avocados und alle anderen exotischen Früchte in einen Topf voller Umweltsünden zu werfen. Es gelte zu differenzieren. Klar ist, dass Flugimporte die Umwelt stark belasten. Papayas, bestimmte Mango-Sorten, Passionsfrüchte, Physalis, Litschis oder Babybananen gehören deshalb streng genommen nicht in den Einkaufskorb. Anders sieht es bei Bananen oder Zitrusfrüchten aus, wenn diese Biound Fairtrade-Labels tragen und mit Frachtschiffen importiert werden. Hier kann die Ökobilanz sogar besser ausfallen als jene von Schweizer Äpfeln, die mit Pestiziden angebaut und mehrere Monate lang in einem ineffizient betriebenen Kühlhaus gelagert wurden.
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g e s u n d s e i n | exotische früchte
Einheimische und exotische Früchte: Tipps für den nachhaltigen Einkauf
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Bei exotischen Früchten auf Bio- und Fairtrade-Zertifikate achten. Konventioneller Anbau geht oft mit Kinderarbeit und krebsfördernden Arbeitsbedingungen einher. Besonders pestizid-intensiv sind beispielsweise Ananas-Plantagen.
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Labels sind eine gute Richtschnur. Einen Schritt weiter gehen Initiativen wie www.crowdfarming.com. Hier lassen sich Avocados oder Mangos zur Erntezeit direkt bei europäischen Produzenten bestellen. Denn Regionen wie das südspanische Málaga sind für tropische Früchte gut geeignet. Pluspunkt: Die jungen Landwirte und Landwirtinnen bauen biologisch an und setzen auf sparsame Bewässerungssysteme. Interessierte können die Farmen besichtigen.
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Die Hysterie um exotische Superfoods hat bedenkliche Formen angenommen, nicht nur, was die Umweltbelastung betrifft. Wohltuend ist, sich wieder auf das zu besinnen, was vor der Haustüre gedeiht und punkto Geschmack und Nährstoffe ebenso gut oder sogar besser abschneidet. Statt Avocados stehen Baumnüsse, Marroni, Leinsamen, Himbeeren oder Heidelbeeren zur Auswahl.
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Bei einheimischen Früchten gilt ebenfalls: Produkte aus Monokulturen meiden, Kleinproduzenten und Direktvermarkter berücksichtigen, wenn möglich Biofrüchte bevorzugen oder Bauernhöfe, die ohne Zertifizierung ökologische Produktion betreiben. Und: Nicht zu viel einkaufen, damit nichts verdirbt (weitere Tipps zum Thema siehe www.foodwaste.ch).
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Eine schöne und nützliche Idee: Seinen Obstgarten anderen für die Ernte öffnen. Auf den Plattformen www. meinobstgarten.ch oder www.mundraub.org. finden sich, manchmal sogar in der Nachbarschaft, Bäume mit pflückreifen Früchten. Es gibt auch Raritäten wie das Wildobst Speierling.
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Exotische Früchte aus Schweizer Anbau? Auch dies ist eine Möglichkeit. So werden beispielsweise in Allaman (VD) am Genfersee Biokiwis angebaut. Haarlose Mini-Kiwis, die mit Haut gegessen werden, gibt es aus dem Thurgau. Und einzelne Landwirte versuchen es rund um den Bodensee mit Pawpaw-Bananen, die optisch und geschmacklich an Mangos erinnern.
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Erfrischend | Die Drachenfrucht oder Pitaya ist die Frucht eines Kakteengewächses und schmeckt süss-säuerlich.
Exoten können eine bessere Ökobilanz haben als Schweizer Äpfel, die mit Pestiziden angebaut und mehrere Monate gekühlt gelagert wurden.
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Klug kauft deshalb ein, wer ein paar Grundsätze beachtet und sich nach innovativen Bezugsquellen umschaut oben. Am umweltfreundlichsten ist es, zuerst die Vielfalt einheimischer und saisonaler Früchte auszuschöpfen. Zumal diese alle Nährstoffe liefern, die wir benötigen. Avocados oder Mangos kann man sich ab und zu gönnen – als Abwechslung und Ergänzung auf dem Speiseplan und Luxus für besondere Anlässe. So bleibt der Konsum etwas Exquisites und bleibt erst noch erdverträglich.
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Exotische Früchte selber ziehen Ob Mango, Chinabeere oder Indianerbanane – exotische Früchte sind bei uns sehr beliebt. Wer auf Nachhaltigkeit setzt, hält nach Bio- und Fairtrade-Labeln Ausschau, kauft sie aus heimischer Landwirtschaft oder baut sie gleich selber an. Eine kleine Auswahl an Exoten, die auch bei uns recht problemlos und zuverlässig gedeihen:
Physalis
Chinesisches Spaltkölbchen
Andenbeeren (Physalis peruviana) und Ananaskirschen (Physalis pruinosa) sind sehr dekorativ und vitaminreich. Beide werden hierzulande einjährig kultiviert. Die kleineren Ananaskirschen sind deutlich früher reif und bieten sich daher auch für klimatisch weniger günstige Regionen an. Am besten wächst die krautige Pflanze an einem geschützten vollsonnigen Standort in lockerem nährstoffreichem Boden. Sie kann auch in grossen Pflanzgefässen (>10 l) auf Balkon und Terrasse kultiviert werden. Idealerweise dicht an der Hauswand, die die Wärme des Tages speichert und nachts abgibt. Bei Voranzucht im März können die ersten Früchte schon im Juni geerntet werden.
Beeren, Blätter und Blüten des Chinesischen Spaltkörbchens (Schisandra chinensis) werden in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Die winterharte und pflegeleichte Kletterpflanze mag halbschattige Plätze und durchlässige, nährstoffreiche Böden. Sie braucht ein Klettergerüst. Für die Topfkultur ist ein möglichst grosser Kübel mit mindestens fünfzig Litern Erdvolumen empfehlenswert. Normalerweise kommt es zwei bis drei Jahre nach der Pflanzung zur Fruchtbildung. Die Beeren sind reich an Vitamin E, Eisen, Magnesium, Natrium und Phosphor. Gemäss TCM wirken sie unter anderem hustenlindernd und helfen bei Asthma.
Kaki Der bis zu acht Meter hohe, relativ robuste, jedoch etwas frostempfindliche Kakibaum braucht einen windgeschützten Standort mit viel Sonne und einen durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Ideal ist ein Platz vor einer nach Süden ausgerichteten Hauswand oder ein Innenhof. Im Sommer, während der Fruchtreife, ist der Wasserbedarf hoch; ansonsten kommt der Kakibaum auch mit kurzzeitiger Trockenheit zurecht. Die Kakis – auch Kaki- oder Dattelpflaumen genannt – werden erst ab Ende Oktober, aber noch vor dem ersten Frost geerntet. Es gibt Sorten, die man frisch essen kann, und andere, die zuerst nachreifen müssen. Die Früchte sind reich an Ballaststoffen und Beta-Carotin (Provitamin A).
Worauf es beim Kauf ankommt
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Schmeckt mir und der Familie die Frucht überhaupt? In Baumschulen und Gartencentern kann man nach Degustationsmöglichkeiten fragen.
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Wie viel Platz nimmt die ausgewachsene Pflanze ein? Welche klimatischen Bedingungen braucht die Pflanze? Ist sie winterhart?
Einer der grössten Schweizer Produzenten auch von Exoten und neuen Kreuzungen ist die Thurgauer Baumschule Häberli, die sogar eine Abteilung für Forschung und Entwicklung hat: www.haeberli-beeren.ch. Eine grosse Auswahl exotischer Früchte zum selber ziehen gibt es auch bei www.lubera.com. krea
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Rezepte des Monats
Ein köstlicher Kick Traditionen verlocken zu Variationen. Einen ganz neuen, köstlichen Kick gibt diesem altbewährten Gebäck der Buchweizen. Mit Getreide hat er allerdings gar nichts zu tun, denn er ist ein Knöterichgewächs. In diesem Rezept stammt er vom Schweizer Bio-Acker.
Zubereitung
1. Das Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken.
BUCHWEIZEN-VANILLEKIPFERL für ein Backblech
2. Das Ei verquirlen und in die Mulde giessen. 3. Honig, Mandeln und Vanille dazugeben.
250 g
Biofarm Buchweizenvollmehl
4. Die kalte Butter in Würfel schneiden und zusammen mit den anderen Zutaten rasch zu einem glatten Teig kneten. Den Teig für eine Stunde kühl stellen.
1
Ei
150 g
Biofarm Honig
100 g
Biofarm Mandeln gemahlen
1 TL
Vanille gemahlen
150 g
Butter, kalt
6 El
Puderzucker
1 Päckli
Vanillezucker
5. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. 6. Aus dem Teig Gipfeli formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. In der Ofenmitte etwa 8 Minuten backen. 7. Puderzucker und Vanillezucker mischen. Die lauwarmen Vanillegipfeli damit bestäuben.
Offeriert von biofarm.ch
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Rezepte des Monats
Golden-Milk-Guetzli Adventszeit ist Guetzli-Zeit! Sie kommen in allen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen daher. Passend zum goldenen Advent verfeinert die Curcuma-Latte-Gewürzmischung diese Guetzli mit einer süssen und leicht würzigen Weihnachtsnote.
GOLDENMILK- GUETZLI für 4 Personen 150 g
Ghee
100 g
Baumnüsse, gemahlen
50 g
Sharkara (ayurvedischer Rohrzucker)
150 g
Dinkelmehl
30 g
Maizena (Maisstärke)
1 EL
Vanillezucker
1 – 1,5 TL Curcuma-Latte-Gewürzmischung, Bio
Zubereitung
1. Alle Zutaten mit dem Knethaken des Rührgerätes zu einem glatten Teig verarbeiten. Eventuell den Teig am Schluss von Hand zusammenfügen. 2. Sollte der Teig sehr weich sein, für einige Zeit in den Kühlschrank stellen. 3. Anschliessend den Teig auf der gut bemehlten Arbeitsfläche 5 mm dick ausrollen und mit Ausstechformen Guetzli ausstechen. Unterdessen den Ofen auf 180 °C Ober/Unterhitze oder 160 °C Umluft vorheizen. Die Guetzli auf mit Backpapier ausgelegten Blechen verteilen. Lassen Sie dazwischen genügend Abstand, da sie beim Backen grösser werden. 4. Für 20 – 25 Minuten backen. Die Guetzli sollten leicht Farbe annehmen und hellbraune Stellen bekommen. 5. Nach dem Backen je nach Wunsch mit Sharkara bestäuben.
Offeriert von veda.ch
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Sabine Hurni über unsere Liebe zu Süssem
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s gibt kein Entrinnen! Die Welt duftet zu verführerisch. Schlemmen, Genuss und Unvernunft sind jetzt angesagt, vor allem was Süsses betrifft. Egal wo wir hingehen: Überall locken fröhlich bunte Blechbüchsen und glitzernde Verpackungen voller Leckereien. Geniessen Sie ihn ruhig, diesen Schmaus! Die Süsse des Lebens darf ihren Platz haben im Alltag.
Der süsse Geschmack wird in der indischen Naturheilkunde Ayurveda eingehend behandelt. Sämtliche süsse Lebensmittel sind demnach für den Winter wichtig. Denn sie sorgen für Brennstoffe und Energie in den Zellen und nähren den Körper mit ihrer erdigen Kraft. Wir reden hier nicht nur vom Zucker. Auch Getreide, Wurzelgemüse, Nüsse, Datteln, viele Früchte, Linsen und Milchprodukte sind süsslich auf der Zunge. Nur weil die Süsse im Winter wichtig ist, heisst das nicht, dass wir uns mit zuckersüssen Schleckereien vollessen sollen. In der Ernährungslehre nach Ayurveda wird vielmehr darauf geachtet, dass der süsse Geschmack nicht isoliert vorkommt. Der Grund dafür ist einfach: Wir können Süsses besser verdauen, wenn alle anderen Geschmacksrichtungen ebenfalls im Gericht vertreten sind. Nach dem Prinzip vom Ayurveda ist ein Gericht erst rund, wenn es gleichzeitig süss, sauer, salzig, scharf, bitter und herb schmeckt. Wenn die Zunge alle sechs Geschmacksrichtungen wahrnehmen kann, besteht eine ausgewogene Harmonie im Essen – und schlussendlich auch in unserem Körper. Denn wenn wir vielseitig essen, können sich alle Körperzellen gesund und ausgewogen aufbauen.
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Für jeden Grundgeschmack befinden sich auf der Zunge Geschmacksknospen. Darin sind Sinnesrezeptoren enthalten, die die Geschmacksempfindungen an das Gehirn weiterleiten, das sie als süss, sauer, salzig, scharf und bitter erkennt. Im Ayurveda kommt zusätzlich eine sechste Geschmacksrichtung ins Spiel: Der herbe, leicht pelzige, zusammenziehende Geschmack, den wir von Salbei, Rhabarber oder Kaki kennen. Unser Sinnesorgan, die Zunge, ist also auf verschiedenste Geschmacksnuancen spezialisiert. Und doch ist Süss des Menschen liebster Genuss, dem er oft nur schwer widerstehen kann. Offenbar ist der Grund dafür in der Evolution zu finden: Es handelt sich um einen Überlebensimpuls, dank dem wir zu den wichtigsten Nährstoffen kommen, die der Körper braucht. Denn sämtliche Lebensmittel mit süssem Geschmack sind zucker- und/oder stärkehaltig. Wir brauchen sie zur Sättigung und zur Energiegewinnung. Lebensmittel mit bitteren und sauren Geschmacksrichtungen hingegen sind potenziell gefährlich: Bittere Kräuter oder Pilze können giftig, saure Lebensmittel vergoren oder vergammelt sein. Die Geschmacksrichtungen sind im Ayurveda eng verbunden mit der Elementenlehre. So ist der süsse Geschmack der Erde zugeordnet, der saure, salzige und scharfe dem Feuer und der herbe und bittere Geschmack der Luft. Brauchen wir etwas, das uns erdet und wärmt, greifen wir zu einem Kartoffel- oder Getreidegericht. Ist uns eher nach Leichtigkeit und Frische, wählen wir intuitiv den Salat. Nüsse, Rosinen und Dat-
sabine hurni
Verführerisch | Gewürzt mit Zimt, Anis, Nelken und Piment ist Weihnachtsgebäck ein fast schon ayurvedischer Genuss.
teln wiederum sind die ideale Stressnahrung – besser als Brot, Pasta und Schokolade. Und sonst so? Ein Überblick: • Der süsse Geschmack gibt dem Körper Feuchtigkeit, baut ihn auf und wirkt erdend. Tipp: Um Lebensmittel mit süssem Geschmack gut zu verdauen, dürfen ruhig etwas Kurkuma, Chili, grüne Kräuter und Zitronensaft mitgekocht werden. • Saure Speisen regen die Verdauung an und stärken die Widerstandskraft. Tipp: Ein Schuss Zitronensaft auf das fertige Essen geben, das fördert die Verdaulichkeit und hilft bei der Aufnahme von Nährstoffen. • Salziges macht das Gewebe weich und wirkt befeuchtend. Es hält Wasser zurück und fördert die Verdauung. Tipp: Besser als das herkömmliche Kochsalz sind unraffinierte Salze, Steinsalz, Himalayasalz oder Kristallsalz. • Scharfes Essen regt das Verdauungsfeuer an und fördert die Durchblutung. Es reinigt den Körper, wärmt und löst Schleim. Tipp: Rote, klein geschnittene Chilischoten passen bestens in Rahmsaucen und Kartoffel-Käse-Speisen. Sie machen die deftige Nahrung bekömmlicher. • Bitteres regt den Stoffwechsel an und wirkt verdauungsfördernd. Bitteres ist zudem wichtig für Leber, Galle und Magen. Tipp: Bittere Salate sind enorm gesund. Als Alternative kann man im Fachhandel Bittertropfen kaufen. Man muss sie gut einspeicheln, weil Bitteres reflektorisch über die Zunge wirkt. • Der herbe Geschmack kommt im grünen Blattgemüse, in Kräutern und Hülsenfrüchten vor. Gerbstoffe und Tannine wirken stark antioxidativ und verhindern das Eindringen von Keimen in den Körper. Tipp: Jeden Tag ein Blättchen Salbei gut kauen. Das stärkt das Immunsystem.
Pure Süsse gibt es nur im weissen Zucker; reine Bitterstoffe im Enzian, absolute Säure in der Zitrone und feurige Schärfe in der Chilischote. Die meisten Lebensmittel lassen sich jedoch nicht so klar in eine Liste aufteilen. Sie sind eine Summe vieler Einzelteile mit einer Tendenz zu einer oder mehreren Geschmacksrichtungen. Bleiben Sie also vielseitig, würzen Sie mutig und erforschen Sie immer wieder von neuem den Geschmack eines Lebensmittels. Unsere Vorfahren waren hierbei achtsamer. Sie würzten die traditionellen Weihnachtsgebäcke mit Zimt, Anis, Nelken, Bittermandelextrakt, Piment und Fenchel – das förderte die Verdauung und machte die Naschereien zu fast schon ayurvedischen Geschmackskombos. Geniessen Sie also die Zimtsterne, die Anis-Chräbeli, den Lebkuchen und den Christstollen! Sie passen so wunderbar zum Winter und der Weihnachtzeit. Den Bitterstoffen können wir uns im Frühling wieder widmen.
abine Hurni ist dipl. Drogistin HF und NaturheilprakS tikerin, betreibt eine eigene Gesundheitspraxis, schreibt als freie Autorin für «natürlich», gibt Lu-Jong-Kurse und setzt sich kritisch mit Alltagsthemen, Schulmedizin, Pharmaindustrie und Functional Food auseinander.
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sabine hurni | beratung
Beratung Zähneknirschen Meine erwachsenen Kinder leiden an starkem Zähneknirschen (nachts) und tragen eine Zahnschiene. Meine Tochter liess sich Botox in den Kiefer spritzen, um die Verhärtung lockern. Damit ist die Ursache aber nicht behoben. Ihr Zahnarzt empfahl Meditation. Was empfehlen Sie? Von welchem Körperteil aus kommt das Zähneknirschen? Wo liegt die Ursache? R. R., Zug
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as Zähneknirschen in der Nacht ist oft die Folge eines enormen Drucks, den man sich im Leben auferlegt. Ehrgeiz, hohe Ansprüche und Perfektion fördern das Zähneknirschen. Meines Erachtens liegt hier das Grundproblem. Einmal die Woche ein bisschen meditieren, reicht allerdings kaum aus, dem Druck, den man sich aufbaut, auf den Grund zu gehen. Um mittels Meditation Entspannung und Gelassenheit zu finden, braucht es eine regelmässige Praxis. Das heisst, man sollte morgens und abends jeweils 10 bis 20 Minuten in der Stille sitzen. Um das zu erlernen, gibt es diverse Seminare z. B. in Zen-Meditation oder auch tibetischbuddhistische Praktiken, die dabei helfen, eine MeditationsRoutine zu finden. Was ebenfalls für den Anfang hilfreich sein kann, sind bewegte Formen von Meditation: zum Beispiel eine ruhige Form von Hatha-Yoga mit Fokus auf Entspannung.
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Der Kiefer wird auch als kleines Becken bezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich muss man, um den Kiefer zu lösen, bei der Beweglichkeit und der Öffnung der Hüfte ansetzen. Das ist eine wichtige Grundlage bei vielen Yogaübungen. Es wäre sicher auch hilfreich, die Kiefer- und Nackenmuskulatur mittels Osteopathie oder Craniosakraltherapie ins Lot zu bringen. Was man bei verspannten Kiefermuskeln selbst tun kann, ist die Massage mit einem wärmenden Öl, z. B. Arnikaöl: Man massiert damit die Schläfen, die Umgebung um die Ohren und die Ohren selbst sowie die Kaumuskulatur der Wangen. Danach legt man sich mit einem möglichst flachen Kissen ins Bett. Die meisten Kissen sind viel zu hoch. Dadurch kann der Rücken nicht flach auf der Matratze liegen.
Gesundheitstipp
Trockene Schleimhäute
Leukämie und Augenherpes
Ich habe eine sehr trockene Nasenschleimhaut mit kleinen Rissen und Entzündungen. Welche Pflege und Massnahmen würden Sie generell bei trockenen Schleimhäuten nach der Menopause empfehlen?
Mein Vater hat chronische Leukämie und eine stark vergrösserte Milz. Was haben Sie dazu für Tipps (bezüglich Ernährung usw.)? Meine Mutter leidet an Augenherpes – was gibt es bei ihr zu beachten?
E. H., Bern
D. S., Zug
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egen die Risse helfen fettige Lippensalben auf der Basis von Lanolin. Vermeiden Sie es, die Lippen mit Speichel zu befeuchten, da dies die Haut noch mehr austrocknet. Lippenpomaden mit mineralischen Ölen können Sie sich ebenfalls ersparen, da diese wie ein Film über der Haut liegen und nicht richtig eindringen und nähren. Von verschiedenen Naturkosmetikherstellern gibt es aber gute Produkte auf Basis von tierischen und pflanzlichen Fetten. Auch hochwertige Pflanzenfette pflegen die trockene Nasenschleimhaut. Sie können diese mit Kokosöl, Ghee oder Mandelöl befeuchten: einfach morgens eine kleine Menge auf die Nasenschleimhäute reiben. Das soll laut Ayurveda sogar Falten vermindern und das frühzeitige Ergrauen der Haare verhindern. Gegen die trockene Scheidenschleimhaut können Sie den Intimbereich mit Pflanzenölen pflegen oder ab und zu einen Tampon mit Öl tränken und diesen über Nacht einführen. Da sich die Haut von innen nach aussen aufbaut, macht es Sinn, auch innerlich befeuchtende Massnahmen zu treffen. Sie könnten zum Beispiel Leinölkapseln einnehmen, regelmässig eine Kur machen mit Aloe Vera-Saft und beim Kochen im Winter durchaus etwas mehr Olivenöl verwenden als bisher. Befeuchtend wirken zudem sämtliche Früchte wie Äpfel, Kaki, Kiwi oder auch Rosinen und Datteln. Gute Begleiter nach der Menopause sind zudem die Schüsslersalze 1 und 11. Sie stärken das Bindegewebe und regen den Hautstoffwechsel an. Und nehmen Sie tagsüber genügend Flüssigkeit zu sich. Besonders wichtig ist das Trinken am Morgen. Starten Sie den Tag mit zwei grossen Gläsern Wasser, am besten warm mit einem Spritzer Zitrone oder naturtrübem Apfelessig drin. Das nährt die Schleimhäute und regt sanft den Stoffwechsel an.
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eben einer ärztlichen Behandlung ist für Ihre Eltern wichtig, dass Sie ihr Immunsystem auf Vordermann bringen. Das geht gut über die Erährung. Vielleicht wäre es aber auch sinnvoll, dass Sie den beiden ein Stärkungsmittel kaufen, damit sie mit allen Nährstoffen ausreichend versorgt sind, die der Körper braucht. Ein Strath zum Beispiel, allenfalls ergänzt mit einem Propolis- oder Echniacea-Präparat. Indem Ihre Eltern ihr Immunsystem stärken, tragen sie sehr viel zur Gesundheit bei. Dazu gehört allgemein eine gesunde Lebensführung: Sie sollen jeden Tag Spaziergänge an der frischen Luft machen, abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse essen, jeden Tag zwei Äpfel geniessen und täglich ein bis zwei Liter Wasser oder schwach angebrühten Tee trinken. Durch die Pflanzenkost kann sich die Darmflora sehr gut aufbauen und gesunderhalten. Unser Darm benötigt zwingend Ballaststoffe, Feuchtigkeit und gesunde Fette, damit die Schleimhäute intakt bleiben und die gesunden Darmbakterien gute Nahrung erhalten. Wichtig ist auch, dass man warme Nahrung zu sich nimmt. Nichts schwächt Immunsystem und Milz mehr als ungekochte, kalte Nahrung. Man muss deswegen nicht stundenlang in der Küche stehen. Es reicht, wenn ihre Eltern morgens das Brot toasten oder Früchte dämpfen, mittags eine warme Mahlzeit kochen und abends noch eine Suppe oder gedämpfte Kartoffeln essen. Besonders im Winter ist das sehr wichtig.
Alle Jahre wieder – so bleiben Sie gelassen in der Vorweihnachtszeit Während des Jahresabschlusses im Geschäft, der Suche nach Geschenken, dem Besuch von Weihnachtsmärkten und Genuss von üppigen Speisen erhalten Körper und Geist laufend neue Reize und Informationen, die rund um die Uhr eine Reaktion erfordern. Das Gehirn benötigt Zeit, um alles zu verarbeiten und einzuordnen. Gelingt dies nicht, machen sich kreisende Gedanken und Gereiztheit breit. Ein überforderter Geist überfordert aber auch den Körper. Um diesen zu entlasten, ist neben Erholung eine gesunde und ausgewogene Ernährung entscheidend. Pflanzen enthalten wichtige Botenstoffe für den Körper. Da der Körper diese Stoffe nicht selbst herstellen kann, müssen sie dem Organismus über die Nahrung zugeführt werden. PADMA NERVOBEN basiert auf einer Muskatnuss-Rezeptur aus der Tibetischen Konstitutionslehre. Sie wurde bereits vor 1000 Jahren angewendet, um Körper und Geist zu erden, das Nervenkostüm zu stabilisieren und so die Gelassenheit zu unterstützen. Das Nahrungsergänzungsmittel besteht aus naturbelassenen Pflanzen und Magnesium. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zu einer normalen psychischen Funktion bei. Es wird in der Schweiz hergestellt und ist in Apotheken, Drogerien und online erhältlich. www.padma.ch
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sabine hurni | beratung
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Patientenfrage
Todesfall nach Routineoperation – was wir daraus lernen können
Eine Patientin sucht ein kleineres Regionalspital auf, um ihre Gallenblase entfernen zu lassen - ein Eingriff, der in fast jedem Spital häufig durchgeführt wird. Nachdem die OP zunächst gut zu verlaufen schien, stellte sich im Nachhinein heraus, dass die Leber beschädigt worden war. Nachdem detaillierte Untersuchungen zu spät eingeleitet worden waren, verstarb die Patientin an multiplem Organversagen. Dieser tragische Fall zeigt mehrerlei:
Gelenkentzündung Ich leide an einer Gelenkkapselentzündung an den Fingern. Ein Finger ist stark geschwollen und schmerzt sehr. Umschläge mit Wallwurzsalbe, Schwefelbäder und Knorpelaufbaupräparate haben leider keinen Erfolg gebracht. Zurzeit salbe ich den Finger zweimal täglich mit einer schmerzstillenden Salbe ein. Ich ernähre mich gesund, esse wenig Fleisch und einmal in der Woche Fisch. V.S., Uster
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ie Kittasalbe-Umschläge und Schwefelbäder können Sie gut auch weiterhin anwenden. Zudem könnten Sie sich eine Packung Heilerde kaufen und das feine Pulver auf die schmerzende Stelle reiben. Das kann sehr viel bewirken. Ich würde Ihnen aber grundsätzlich empfehlen, vermehrt von innen her den Körper zu stärken, damit eine sanfte Entgiftung stattfinden kann. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel Kurkuma. Kurkuma gibt es in Drogerien in Form von Kapseln, auch kombiniert mit MSM (Methylsulfonylmethan). Kurkuma wirkt stark entzündungshemmend und MSM, eine Schwefelverbindung, verstärkt diese Wirkung. Zudem könnten Sie die Nieren- und Blasentätigkeit anregen, indem Sie täglich einen Liter Brenn-
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nesseltee trinken. So kann das Gewebe gereinigt werden und die Schwellung hoffentlich abklingen. Verzichten Sie zudem auf salzige und fettige Nahrung sowie auf Essig. Diese Lebensmittel erhitzen den Körper. Besser bereiten Sie die Salatsauce mit Zitronensaft zu. Frühstücken Sie warm und möglichst fettfrei, damit ihre Leber am Vormittag etwas Zeit hat, sich zu regenerieren. Gedämpfte Früchte oder Dörrfrüchte mit Haferflocken oder Dinkelgriess wären gute Optionen. Generell würde ich im Moment Eier, Fleisch und Milchprodukte eher stiefmütterlich behandeln und stattdessen vermehrt auf pflanzliche Nahrung setzen, bis die Entzündung abgeklungen ist. Auf diese Weise führen Sie ihrem Körper ein Maximum an Vitalstoffen zu, die er zurzeit so sehr benötigt. Auch Äpfel wirken stark entzündungshemmend und jetzt während der Saison sollten zwei bis drei Stück davon zur täglichen Nahrung gehören. Auf diese Weise überschwemmen Sie ihren Körper mit basischen Salzen, die wiederum die Entzündung lindern können.
• Auch bei Routineoperationen können Komplikationen vorkommen, gerade im Bauchraum, wo lebenswichtige Organe nahe beieinanderliegen. Doch die Gefahr für Patienten könnte minimiert werden, indem frühzeitig das beste verfügbare Wissen beigezogen wird, ggf. durch Kontaktaufnahme mit einer spezialisierten Klinik. • Zu diesem wichtigen Wissen muss auch das Wissen der Angehörigen gezählt werden. Der Partner der Verstorbenen ist zurecht verstört, dass auf seine eindringlichen Hilferufe erst so spät reagiert wurde – niemand kannte die Patientin besser als er. Daher gilt: Informieren Sie sich auch bei häufigen Operationen darüber, wie oft ein Eingriff am jeweiligen Spital vorgenommen wird. Routine schliesst Fehler nicht aus, aber erhöht die Chance, dass auch bei Komplikationen richtig reagiert wird.
Chantal Agthe, Patientenberaterin SPO. Mehr zum Thema Patientenrecht unter Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz, www.spo.ch Telefonische Beratung via Hotline 0900 567 047, Fr. 2.90/Min. Im Rahmen der SPO-Mitgliedschaft erhalten Sie diese Beratung unentgeltlich (044 252 54 22).
sodbrennen | gesund sein
Heilende Energie mit erstaunlicher Wirkung In der Westschweiz ist der Heiler Hannes Jacob schon lange bekannt. Jetzt macht er zusammen mit der Fachschule für Medialität den Schritt in die Deutschschweiz. Im Gespräch erzählt er «natürlich» mehr über sich und seine Heilmethode EPI (Extraktion Pathologischer Informationen). Interview: Blanca Bürgisser
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g e s u n d s e i n | heilende energie
Herr Jacob, können Sie sich und Ihre Arbeit im Bereich der Sensitivität kurz beschreiben? Sensitivität ist ein umfassender Begriff für aussersinnliche Wahrnehmung. Heilung und Medialität sind Kategorien der Sensitivität. Wenn man von Medialität spricht, denkt man an die Verstorbenen und die Kommunikation mit ihnen. Mit Medialität und Heilung kann man das Feinstoffliche erfassen und lesen. In diesem Rahmen spielt sich mein ganzes Leben ab. Bei der Arbeit konzentriere ich mich allerdings nur noch auf die Heilung.
Wie funktioniert Heilung? Bei einer Heilung braucht man nicht die gleiche Frequenz wie bei einem medialen Kontakt. In der Heilung versuche ich, so passiv wie möglich zu sein, damit ich die Energie bestmöglich kanalisieren und weitergeben kann. In der Medialität geschieht das Gegenteil. Sie ist interaktiv, es ist ein Hin und Her von Energien. Dabei ist die Frequenz sehr schnell, während in der Heilung die Frequenz immer langsamer wird, bis es zu einem Trancezustand kommt. Das sind tiefe Hirnfrequenzen, im Bereich der Theta- und Delta-Frequenzen, also des Schlafs oder der Pathologie.
Wie haben Sie persönlich Heilung und Medialität gefunden? Ich bin aus Neugier dazugekommen. Bei einer Meditation ist so viel Energie durch meine Arme und Hände geflossen, dass ich in der gleichen Sekunde wusste, dass diese dem Heilen dient. Zuerst habe ich die Kühe des Nachbars geheilt, die plötzlich wieder normal Milch geben konnten. Ich war früher im Marketing tätig, doch das interessierte mich von heute auf morgen nicht mehr. Ich habe jeden Morgen vier Stunden meditiert und war bis drei Monate im Jahr an Weiterbildungen, um meine Abschlüsse zu machen. Ich machte jahrelang Geistheilung und Therapeutic Touch. Nach und nach entwickelte ich mit EPI meine eigene Behandlungsmethode.
Hannes Jacob | Der Gründer und Direktor von Fréquences, der Schweizer Schule für Heilung, lehrt nicht nur, sondern legt auch immer noch selbst Hand auf.
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An ihrem Vortrag in der Fachschule für Medialität, den ich besuchen durfte, haben Sie mehrere erfolgreiche EPI-Behandlungen durchgeführt. Personen mit jahrelangen Schmerzen konnten wieder schmerzfrei gehen und Menschen mit Heuschnupfen konnten ihre Nase wieder ohne zu Niesen ins Heu halten. Können Sie erklären, was EPI genau ist und wie es funktioniert? Früher machte ich bis zu acht Kriya-Massagen (dabei wird die Energie der behandelten Person genutzt) pro Tag und Geistheilungen. Heute mache ich nur noch EPI (Extraktion Pathologischer Informationen). Denn alles andere hat nicht so einen unglaublichen Effekt. Bei einer Geistheilung, egal ob bei Reiki oder Therapeutic Touch, muss man bei der Quelle Energie holen und diese dem Patienten weitergeben. Bei EPI ist es anders. Bei EPI sucht man das krankheitsverursachende Partikel und wenn man dieses erwischt, dann stoppt man das ganze Domino. Das ist wie bei einer Badewanne voller Wasser. Es ist nicht ein Wasser, sondern es sind eine Milliarde Tropfen. Und es hat einen dreckigen Tropfen, den man rausnehmen muss. Analog dazu hat es im Energiefeld eines Patienten z. B. ein Partikel, das die Information Arthrose trägt. Wenn der Therapeut dieses Partikel entfert, ist das Problem gelöst. Das dauert nur fünf bis zehn Minuten. Es ist ein Paradigmenwechsel. Aber es funktioniert. Unsere Statistiken beruhen auf 2200 Patientinnen und Patienten. Bei Allergien und Lebensmittelintoleranz haben wir eine rund 90-prozentige Erfolgsquote. Bei den gemischten Pathologien, das reicht von Hämorrhoiden bis Arthrosen, sind es etwa 80 Prozent. Das ist bei allen EPI-Therapeuten so, nicht nur bei mir. Man kann das lernen. Meine Schülerinnen und Schüler haben ähnliche Erfolgsquoten. Voraussetzung zum Lernen dieser Methode ist eine mind. einjährige Grundausbildung in Sensitivität und Medialität, wie sie z. B. von der Fachschule für Medialität in Bern angeboten wird.
Wie sieht Ihr Arbeitsalltag in Ihrer Praxis aus? In meiner Praxis arbeite ich zusammen mit Heilern. Sie bereiten die Patienten vor und öffnen ihre Energie. Dann muss ich nur noch von Patient zu Patient gehen, um das krank-
machende Partikel zu extrahieren. Es ist sehr spektakulär für Menschen, die Methode nicht kennen. Viele sprechen von Wundern, aber es ist ganz rational. Wenn man einmal verstanden hat, dass wir aus lauter verschiedenen Partikeln bestehen, dann macht es Sinn. Auf diese Weise kann ich bis zu 40 Menschen am Tag behandeln. In der Westschweiz ist die Nachfrage riesig. Dort haben Fernsehen und Zeitungen über uns berichtet, was die Nachfrage stark gesteigert hat. In der Deutschschweiz kennt man uns noch kaum. Ich bin sehr froh, dass ich mit der Fachschule für Medialität jemanden gefunden habe, mit dem ich das ändern kann. Die Idee ist, dass wir EPI langsam auch in der Deutschschweiz etablieren. Menschen von in meine Praxis nach Neuchâtel weither kommen, von Belgien bis Paris.
Gibt es Heilungs- bzw. Medialitätserfahrungen, die Ihnen besonders in Erinnerungen geblieben sind? Mich bewegt, ist, dass so viele meiner Patientinnen und Patienten in Tränen ausbrechen. Diese Menschen haben teilweise seit Jahrzehnten ein Leiden und waren schon bei allen möglichen Ärzten und Heilpraktikern, bevor sie zu mir kommen. Viele können es nicht fassen, dass sie nach so vielen Jahren plötzlich schmerzfrei sind. Das ist etwas, das mich sehr berührt. Es ist eine Ehre, dass ich diese Arbeit machen darf.
Sie haben mit Fréquences eine Schule für Heilung in der Westschweiz eröffnet. Wie ist die Nachfrage nach diesem speziellen Bildungsangebot? Als ich Fréquences 2005 eröffnet habe, gab man mir nicht ein Jahr. Doch schon das Jahr darauf hatten wir zwei Parallelklassen. Ich hatte auch grosses Glück gehabt, dass über die erste Klasse ein grosser Bericht in der «Le Temps» erschien. Dort schrieben sie: «À l’école du medium honnêt», also «an der Schule des ehrlichen Mediums». Heute haben wir fünf Parallelklassen, zwei in der Sparte Medialität und drei in der Heilung. Wir sind von der Schweizerischen Stiftung für Komplementärmedizin ASCA als Weiterbildungsstätte anerkannt.
Welche Ratschläge haben Sie für Menschen, die sich für die Themen Medialität und Heilung interessieren? Pragmatisch bleiben. Ich kann das nur immer wieder betonen. Wenn Sie solche Themen kennen lernen und erfassen wollen, dann geht das nur pragmatisch. Sonst weiss der Verstand nicht, was wo und wie einordnen. Natürlich ist die Lust auf diese Themen nicht pragmatisch; das ist etwas, das man spürt, das steckt in einem drin. Heilerinnen und Heiler spüren auch, dass sie für diese Aufgabe hier sind.
Sie setzen sich sehr dafür ein, dass die Spiritualität von der Wissenschaft ernst genommen wird. Welche Erfahrungen machen Sie in diesem Bereich mit Ärztinnen und Wissenschaftlern? Es gibt viele Ärztinnen und Ärzte, die offen sind. Schwieriger ist es, mit Spitälern etwas zu machen. Ein bekannter Gastroenterologe aus Lyon hat zwar über den Erfolg der Methode jubiliert, aber keine Zahlen veröffentlicht. Er hat gesagt, wenn er das tun würde, würde ihn die Branche nicht mehr ernst nehmen. Aus diesem Grund hat auch ein Allergologe, mit dem ich über eine mögliche Studie gesprochen habe, abgelehnt. Doch dann sind immer mehr Patientinnen und Patienten von ihm zu mir gekommen. Und viele, gingen danach wieder zu ihm und ihre Allergiewerte waren auf null. Seitdem ist er interessiert und hat mich schon rund 50 bis 100 Personen weiterempfohlen. Die ersten Türen gingen zuvor dadurch auf, dass ich fünf Jahre in der Neurologie als Pfleger gearbeitet habe. Dort haben sie an mir während Geistheilungen EEGs gemacht, mit erstaunlichen Resultaten. Damit bin ich zu Ärzten gegangen. Diejenigen, die sich die Zeit genommen haben, die EEGs anzuschauen, sind auf mich und meine Methode eingestiegen. Sie sehen, es ist sehr aufwendig, mit Ärzten etwas aufzubauen, aber es lohnt sich.
Leserangebot Mehr spannende Hintergründe über die Arbeit von Hannes Jacob erfahren Sie in seinem Buch «Spiritualität & Wissenschaft». «natürlich»-Abonnenten können es mit dem Gutscheincode «natürlich» für 39.00 statt 49.00 bestellen (inklusive Versand).
Infoabend mit Behandlung Wer mehr über Hannes Jacob und die Heilmethode EPI erfahren und erleben möchte, kann am 16. Dezember um 19 Uhr den Infoabend an der Fachschule für Medialität in Bern besuchen. Der Eintritt ist frei, die Anmeldung obligatorisch: www.fachschulemedialitaet.ch/weiterbildung. Interessierte können sich an diesem Abend gratis von Hannes Jacob behandeln lassen. Behandelt werden nur Menschen mit Allergien (keine anaphylaktische Reaktionen) und Arthrose, weil bei diesen Krankheiten die Wirkung sofort ersichtlich ist.
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gesund werden | vitamin d
Sicher substituieren Seit Jahren wird es kontrovers diskutiert: Vitamin D. Ein Wundermittel ist es nicht. Wegen des verregneten Sommers und der anhaltenden Pandemie macht es für viele Menschen aber Sinn, das «Sonnenhormon» den Winter über zu substituieren. Doch wieviel ist genug? Text: Andreas Krebs
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lte Menschen und Schwangere sind besonders häufig von einem Vitamin-D-Mangel betroffen. Deshalb wird Heimbewohnern und schwangeren und stillenden Frauen generell die Substitution empfohlen. Das Kantonsspital Aarau (KSA) z. B. empfiehlt Schwangeren mit normalem Vitamin-D-Spiegel und ohne Risikofaktoren 500 – 600 Einheiten pro Tag (IE), jenen mit normalem Spiegel und Risikofaktoren 1000 IE und bei schwerem Mangel 1500– 2000 IE. Erlaubte Höchsttageszufuhr sind laut KSA 4000 Einheiten. Risikofaktoren für einen Vitamin-D-Mangel sind neben Alter (körpereigene Bildung ist reduziert) und Schwangerschaft (vermehrter Bedarf) eine geringe Sonnenexposition, dunkle Haut sowie Übergewicht und Adipositas. Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel bekommen häufiger Herz-Kreislauf-Probleme (z. B. Herzinfarkt
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und Schlaganfall), sind im Alltag öfters müde und haben ein geschwächtes Immunsystem. Das ist wissenschaftlicher Konsens. Verschiedene Studien konnten ausserdem zeigen, dass ein schwerer Vitamin-D-Mangel bei Intensivpatienten zu häufigeren Komplikationen und einer höheren Sterberate führen kann. Deshalb bekommen sie oft Vitamin-D-Gaben in Form von Infusionslösungen, Tabletten oder Trinklösungen. Ob so ein Ausgleich eines (schweren) Vitamin-D-Mangels bei Intensivpatienten tatsächlich sinnvoll ist und die genannten Probleme verbessern kann ist bis heute indes umstritten. Doch nun läuft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main eine Phase-III-Studie, die genau das untersucht: den «Effekt von hochdosiertem Vitamin D3 auf die 28-Tage-Mortalität bei erwachsenen, kritisch kranken Patienten mit schwerem Vitamin-D-Mangel».
Kein Covid-19-Medikament Im Zuge der Pandemie wurde wieder vermehrt über Sinn und Unsinn der Substitution von Vitamin D3 gestritten. Unbestritten ist: Viele der schwer an Covid-19-Erkrankten weisen einen Vitamin-D-Mangel auf. Allerdings sind von einem schweren Covid-19-Verlauf besonders häufig ältere Menschen betroffen – und die haben auch besonders häufig einen Vitamin-DMangel. Nur Korrelation oder auch Kausalität? Die Frage lässt sich noch nicht abschliessend beantworten. Inzwischen deuten aber zahlreiche Studien darauf hin, dass Vitamin D das Ansteckungsrisiko reduzieren und den Krankheitsverlauf mindern kann, und zwar wenn der Blutspiegel bei mindestens 50 ng/ml liegt (besser: 70–100 ng/ml). Das kann man vom Arzt überprüfen lassen. Darüber hinaus verhindert bzw. lindert Vitamin D Entzündungsvorgänge und Gerinnungsstörungen. Gerade deshalb ist eine ausreichende Versorgung mit dem Hormon derzeit so wichtig. Denn viele der Covid-Todesfälle sind hauptsächlich auf Blutgerinnsel zurückzuführen, die Lungenembolien, Organversagen oder Schlaganfälle verursachen. Der Ernährungsmediziner Hans-Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim in Stuttgart hat 30 Studien ausgewertet – und einen Vitamin-D-Mangel als möglichen Indikator für den Schweregrad und die Mortalität bei einer Covid-19-Erkrankung identifiziert. Er empfiehlt deshalb, den Vitamin-D-Spiegel unbedingt im Auge zu behalten und gegebenenfalls zu substituieren. Biesalski betont: «Vitamin D ist kein Medikament, mit dem man Covid-19-Erkrankungen heilen kann. Doch man kann damit positiv auf den Krankheitsverlauf einwirken, indem es dem Organismus ermöglicht, die Balance zwischen den pro- und antientzündlichen Prozessen wiederherzustellen.»
Denn das kurbelt die körpereigene Vitamin-D-Produktion so richtig an: an sonnigen Tagen draussen möglichst viel Haut zeigen. Über die Nahrung hingegen ist ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel kaum zu erzielen. Reich an Vitamin D sind vor allem fetter Fisch und sonnengetrocknete Pilze. Doch das reicht nicht aus, und in der Schweiz sind – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – Lebensmittel nicht angereichert. Auf gut Glück Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, empfehlen Mediziner wie Biesalski dennoch nicht: «Im Zweifelsfall ist das zu wenig, um einen schlechten Vitamin-D-Status zu verbessern. Prophylaktisch sollte man sich aber viel im Freien aufhalten, auf die Ernährung achten und spätestens bei Verdacht auf eine Infektion den Hausarzt bitten, den Vitamin-D-Spiegel zu prüfen.» Das ist sicher das ideale Vorgehen. Wer aber so oder so substituiert – was in den Wintermonaten durchaus sinnvoll erscheint – halte sich an die Richtlinie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Demnach gilt die tägliche Höchstdosis (bei einem Körpergewicht von 70 kg) von 4000 IE (100 Mikrogramm) als sicher. Eine Überdosierung über längere Zeit kann zu Gesundheitsproblemen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, reduziertem Muskeltonus bis hin zur Niereninsuffizienz führen. Und: Wer Medikamente wie Herzglykoside nimmt, sollte die Vitamin-D-Zufuhr unbedingt mit dem Arzt absprechen!
Sonnenanbeter | Der beste Schutz vor einem Vitamin-D-Mangel: viel draussen sein, gerade auch im Winterhalbjahr.
Im Zweifelsfall substituieren Darüber hinaus ist Vitamin D3 wichtig für starke und gesunde Knochen und Zähne (weil es dem Körper hilft, Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen). Es reguliert die Verdauung und die mikrobielle Besiedelung des Darms (und stärkt auch so das Immunsystem). Es beeinflusst unseren Stoffwechsel und unterstützt neurologische Funktionen. Es gibt sogar Belege dafür, dass Vitamin D3 dazu beiträgt, Tumoren des Darms, der Brust, der Prostata und der Eierstöcke zu verhindern. Und es scheint Alterungsprozesse allgemein zu verlangsamen. Viele Ärzte – und auch Zahnärzte – empfehlen ihren Patienten deshalb die Supplementierung. Vor allem, wenn ihre Patienten sich nur selten draussen aufhalten, wie es in diesem doch ziemlich verregneten Sommer wohl nicht nur bei Heimbewohnern der Fall war.
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gesund werden | heilende düfte
Heilsames Odeur Orangen, Zimt, Vanille oder Fichtennadeln – während der Weihnachtszeit liegen magische Düfte in der Luft, die wie unsichtbare Zauberwesen Erinnerungen wecken und Emotionen auslösen. Als ätherische Öle und Räucherstoff werden Pflanzenstoffe aufgrund ihrer heilenden Wirkung geschätzt. Text: Erna Jonsdottir
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s ist faszinierend, was Düfte alles bewirken können: Im Winter bringen Gewürze und Räucherungen mit Harzen und anderen Pflanzenstoffen Licht in die Dunkelheit des Winters; im Frühling erwecken blühende Bäume und Sträucher die Lebensgeister. Diese Schätze der Natur weiss auch der Mensch für sich zu nutzen. Seit es unseren Vorfahren gelungen ist, Duftstoffe aus Pflanzen zu extrahieren, benützen wir sie als Parfums, die wie geflügelte Wesen in die Nasen jener getragen werden, die uns nahe sind. Düfte legen sich wie eine Aura um uns Menschen – ein Art Erinnerungsfeld: Sie haften sich an Ereignisse sowie Stimmungen, die tiefe Eindrücke in unserem emotionalen Gedächtnis hinterlassen. Richtig angewendet, haben ätherische Öle auch deshalb eine heilende Wirkung auf Körper und Seele.
Räuchergaben ums Göttergnaden Das wussten schon unsere Urahnen: Die Wurzeln der Aromatherapie und Parfümerie liegen im Räuchern von getrockneten Pflanzen, Gräsern, Früchten und Harzen: Das Wort «Parfüm» leitet sich vom lateinischen «per fumum» ab und bedeutet «durch den Rauch». Im Altertum wurden in fast allen Kulturen Räucherungen zur Reinigung und zur Behandlung von Krankheiten durchgeführt. Zudem dienten sie zu sakralen Zwecken, trugen Botschaften zu den Göttern und Gebete in den Himmel.
Den Begriff Aromatherapie wurde 1937 vom französischen Chemiker René-Maurice Gattefossé geprägt. Wie die wohlriechenden Tröpfchen des ätherischen Öls von den Pflanzenteilen getrennt werden, dieses Rätsel wurde aber schon vor rund 5000 Jahren gelöst. Das beweisen zahlreiche mesopotamische Destilliergeräte aus Ton, die zur Herstellung von ätherischen Ölen dienten, sowie mehrere Destillen, die von Archäologen auf der Insel Zypern gefunden wurden. Seltsamerweise ging das Wissen über die Kunst der Destillation von Heilpflanzen und die Verwendung von ätherischen Ölen im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder verloren (siehe Seite 43).
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Richtig angewendet, haben ätherische Öle eine heilende Wirkung auf Körper und Seele.
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gesund werden | heilende düfte
Heute werden unterschiedliche Verfahren für die Gewinnung von ätherischem Öl eingesetzt. Sie reichen von der Wasserdampfdestillation, über die Gewinnung durch Kaltpressung, Enfleurage (Pflanzenteile werden in Öl oder Fett eingelegt), über die Lösungsmittel- oder CO2-Extraktion bis hin zur Resinoid-Herstellung: Harze wie Styrax oder Weihrauch werden mit Lösungsmitteln angesetzt, erhitzt, verrührt, extrahiert und gefiltert.
Das Odeur der Erinnerung Doch wenn wir durch die Weihnachtsmärkte schlendern und uns die Aromen von Zimt, Vanille, Kardamom und Nelke an die Marktstände locken, die uns mit Spekulatius und Lebkuchen das Leben versüssen, denken die wenigsten daran, dass diese Düfte auch als Heilmethode angewendet werden. Eher werden wir an unsere Kindheit erinnert, mit allen Emotionen, die dazugehören. Der Grund: Düfte nehmen Einfluss auf unsere Gemütsverfassung. Manche sind gar aphrodisierend oder psychoaktiv. Von Geburt an werden der Erfahrungen mit Düften sowie deren begleiteten Gefühle im limbischen System – dem Zentrum aller Emotionen – gespeichert und mit sogenannten limbischen Markern gekennzeichnet. Diese Marker verbinden alle Erlebnisse, inklusive des dazugehörigen Duftes, mit den begleitenden Gefühlen wie Gefahr, Schmerz, Angst, Genuss, Freude oder Trauer. Steigt nun ein uns bekannter Duft in die Nase, wird die Erinnerung mit den dazugehörenden Bildern und Gefühlen geweckt. So sind Düfte in der Lage unsere Stimmung zu beeinflussen, Sympathie, Abneigung oder Lust zu erzeugen, und unser Sexualverhalten zu steuern.
Sinnlich | Eine Duftlampe, eine Kerze und ein gutes Öl – das ist alles, was es für das heilsame Ritual braucht.
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Möglichkeiten der Aromatherapie Die Aromatherapie, ein Teilbereich der Phytotherapie, setzt genau dort an: Unter Anwendung ätherischer Öle, die eine umfassende physische, psychische und physiologische Wirkung haben, werden Befindlichkeitsstörungen oder körperliche Erkrankungen therapeutisch behandelt. Über sogenannte Diffuser haben die Öle eine direkte Wirkung auf die menschlichen Organe, weshalb sie entzündungshemmend, antiviral oder schmerzlindernd sein können. Dass die Duftstoffe der ätherischen Öle das vegetative Nervensystem beeinflussen und sich auf die Psyche auswirken, ist wissenschaftlich belegt. Sie finden deshalb auch Beachtung in der Schulmedizin. In der Aromatherapie gibt es unterschiedliche Anwendungen. So können ätherische Öle • verdünnt oder mittels sogenannten Hydrolaten eingenommen werden (ein Hydrolat entsteht bei der Gewinnung von ätherischen Ölen durch Wasserdampfdestillation), • bei Inhalationen zum Einsatz kommen, • in der Sauna zur Entgiftung dienen, • Wunden desinfizieren, • in Kompressen eine entspannende und entkrampfende Wirkung haben, • als Badezusatz wohltuend und entspannend auf Psyche und Haut wirken, • als Gesichts- und Körperöle pflegend wirken, • für Entspannung, Vitalisierung und für Schmerzlinderung bei Massagen sorgen. Wichtig: Ätherische Öle sollten nur unter therapeutischer Anleitung eingenommen und niemals direkt auf der Haut aufgetragen werden. Ihre starke Konzentration kann zu
Hautreizungen führen. Man bedenke: Für einen einzigen Tropfen Rosenöl werden rund 30 Duftrosen benötigt! Weiter können ätherische Öle zu Kontraindikationen führen, eine stark toxische Wirkung haben oder Hautreizungen und Allergien verursachen. Erwachsene sollten bei Anis (hohe Dosen können das Nervensystem schädigen) vorsichtig sein; Schwangere unter anderem bei Kümmel, Muskatnuss, Petersilie oder Campher. Bei Kindern sollten die Öle von Rosmarin, Basilikum, Fenchel (bitter), Kreuzkümmel und Zimtrinde ganz vermieden werden und bei Pfefferminzöl ist grösste Vorsicht geboten. Düfte aus der Duftlampe, die die meisten Kinder lieben, sind Bienenwaben, Orange oder Clementine – Essenzen, die wunderbar in die Adventszeit passen.
Lustvolle Weihnachten Diese Weihnachtsdüfte schlagen auch bei uns Erwachsenen an: Das Öl von Bienenwaben wirkt in Duftlampen, Bädern und in Massageölen beruhigend, entspannend, ausgleichend und entzündungshemmend; Orange ist gut fürs Gemüt und Mandarine unterstützt einen gesunden, sorglosen Schlaf. Dass das Odeur der Weihnachtsgewürze nicht nur unsere Lust an Lebkuchen weckt, sondern auch Licht in diese dunkle Zeit bringt, liegt wohl daran, dass Vanille besänftigt, beruhigt und bei Ärger, Frust und Reizbarkeit ausgleicht. Zimt wiederum wirkt antidepressiv und aphrodisierend bei Frigidität sowie Impotenz. Und Kardamom stimuliert die Sinnlichkeit. Oh, là là!
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Für einen einzigen Tropfen Rosenöl werden rund 30 frische Duftrosen benötgt.
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Entspannend und beruhigend hingegen wirken Lavendel und Neroli. Sie gehören wie die belebenden Zitrusöle Zitrone, Grapefruit und Bergamotte oder die harmonisierende Rose zu den Klassikern in der Aromatherapie und als solche in die gut sortierte Hausapotheke. Genauso wie das Fichtennadelnöl: Es erdet und kann uns zurück auf den Boden der Tatsachen holen. Wer keine sanfte Landung hatte und ein aufbauendes und stabilisierendes Öl braucht, der kann zur Angelika greifen, der Engelwurz. Das Öl der altbekannten Magenbitterpflanze wirkt körperlich unterstützend bei Magenbeschwerden und auf psychischer Ebene bei Angst, Nervosität, Stress, Schlaf- und Mutlosigkeit. So vielfältig sind sie, die heilsamen Kräfte der Düfte! Es macht Freude, sie ins Leben einzuladen und nach und nach kennenzulernen. So erlebt man rasch, wie faszinierend es ist, was Düfte alles bewirken können.
Die Geschichte der ätherischen Öle Ätherische Öle aus Zedernholz, Zimt oder Koriander waren schon im Alten Ägypten (um 3000 bis 2000 v. Chr.) begehrt. Sie dienten zur Mumifizierung, zur Heilung und auch für die Kosmetik. Nach der Eroberung des ägyptischen Reiches nutzen und erweiterten die Griechen und Römer das alte Wissen der Ägypter. Auch die Chinesen und Inder kannten früh den Gebrauch des Destilliergerätes. Nachdem das Geheimnis der Destillation verloren gegangen schien, tauchte es Ende des 10. Jahrhunderts bei arabischen Alchemisten wieder auf. Mit den Kreuzzügen kam das Wissen der duftenden Tropfen nach Europa. Der Schweizer Arzt und
Alchemist Paracelsus (1493 bis 1541) förderte und beeinflusste die Herstellung sowie den medizinischen Gebrauch der Öle massgeblich: bis zu 114 verschiedene Öle lernte man von 1500 bis 1730 zu destillieren und medizinisch einzusetzen. Im 19. Jahrhundert wurden die wertvollen Heilmittel aufgrund der neuen, chemischen verdrängt. Heute liegen die Naturstoffe wieder im Trend: Über 300 ätherische Öle werden in der Aromatherapie verwendet.
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Ätherische Öle für die Duftlampe Wohnbereich Harmonisierend und sorgen für eine angenehme sowie freundliche Atmosphäre: Bergamotte, Eisenkraut, Geranie, Grapefruit, Lavendel, Mandarine, Myrte, Nerol (aus den Blüten der Bitterorange), Orange, Petitgrain (aus Blätter und Zweige der Bitterorange), Rose, Vanille, Zeder
Mischungen: Morgentau – erheiternd Bergamotte 6 Tropfen, Neroli 2, Geranie 2, Eisenkraut 1 Relax – bei seelischer und körperlicher Verspannung Muskatellersalbei 2 Tropfen, Vetiver 1, Zitrone 4 Sunshine – erheiternd, antidepressiv Rose 3 Tropen, Neroli 2 Antistress Rose 2 Tropfen, Lavendel 4 Kuss der Muse – warm, optimistisch stimmend Neroli 2 Tropfen, Tonka 1, Rose 2 Land in Sicht – antidepressiv, tröstend Neroli 2 Tropfen, Grapefruit 8
Im Wartezimmer – ausgleichend, erfrischend, desinfizierend Bergamotte 10 Tropfen, Zeder 3, Zitrone 3, Grapefruit 3, Myrte 2, Manuka 3 Teamwork – für die gute Zusammenarbeit und die Konzentration Lemongrass 4 Tropfen, Limette 5, Myrte 4
Im Schlafzimmer Beruhigend, schlaffördernd und für den Ausklang des Tages: Bienenwaben, Geranie, Lavendel, Melisse, Mimose, Myrte, Orange, Petitgrain, Rosenholz, Römische Kamille, Vanille, Zeder
Sinnliche Öle: Frangipani, Jasmin, Kardamom, Labdanum Mimose, Moschuskörner, Narzisse, Neroli, Patchouli, Rose, Safran, Sandelholz, Tonka, Tuberose, Vanille, Vetiver, Ylang Ylang, Zimt
Mischungen: Rosa Wolken – beruhigend Rose 2 Tropfen, Lavendel 7, Neroli 2 Süsse Träume – wonnig Orange 7 Tropfen, Tonkabohne 2, Zeder 4, Kardamom 1 Im Garten der schönen Li – betörend Ylang Ylang 2 Tropfen, Sandelholz 7, Tuberose 2
Im Arbeitsbereich Anregend, erfrischend sowie konzentrationssteigernd: Bergamotte, Eisenkraut, Grapefruit, Limette, Minze, Myrte, Speiklavendel, Wacholder, Weisstanne, Ysop, Zitrone, Zitroneneukalyptus
Mischungen: K2 – erfrischend, anregend Bergamotte 5 Tropfen, Eisenkraut (Verbena) 2, Zirbelkiefer 3, Grapefruit 1 Professor Bienlein – konzentrationsfördernd Ysop 5 Tropfen, Minze 1, Limette 1
WICHTIG Öl ist nicht gleich Öl! Deshalb gilt: Finger weg von synthetisch hergestellten Aromaölen. Wer ätherische Öle für seine Gesundheit und Wohlbefinden kaufen möchte, sollte darauf achten, dass diese zu 100 Prozent naturrein sind und den höchsten Ansprüchen von Qualität und Reinheit entsprechen. Nur dadurch können sie ihre heilende und belebende Kraft entfalten. Schweizer Hersteller mit guten Produkten sind Weleda und Farfalla. Quelle Himmlische Düfte von Susanne Fischer-Rizzi
Bucht ipps Susanne Fischer-Rizzi: «Himmlische Düfte. Das grosse Buch der Aromatherapie» AT Verlag 2011, ca. Fr. 36.– Susanne Fischer-Rizzi: «Das Buch vom Räuchern» AT Verlag 2005, ca. Fr. 42.– Sabine Eilmsteiner, Elisabeth Nussbaumer: «Magisches Dufträuchern» Kneipp Verlag 2021, ca. Fr. 34.–
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gesund sein | heilpflanze
Sieg über die Vergänglichkeit Die Eibe ist eine allwissende Beschützerin und eine Begleiterin für sämtliche Übergänge im Leben. Sie nimmt uns die Angst vor dem Tod und hilft uns, in der dunkelsten Nacht des Jahres, kurz vor Weihnachten, tief in unser inneres Licht zu tauchen. Text: Steven Wolf
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rauchst du Entspannung? Dann geh, und ruh dich unter einer alten Eibe (Taxus baccata) aus. Schon nach wenigen Stunden im Dunstkreis der Eiben tauchst du in andere Bewusstseinsebenen. Der Blick wird unscharf und die Zweige verweben sich zu flirrenden Mustern. Das durchscheinende Licht wandelt sich zu Lichtpunkten, die sich in der Unendlichkeit der Weite verlieren. Plötzlich wird die alltägliche Welt unbedeutend, fast, als würde sich ein sanfter Schleier über dich legen. Wieso ich Ihnen das erzähle? Weil das Jahresrad bald auf seinem tiefsten Punkt steht: Wir nähern uns dem 21. Dezember, der dunkelsten Nacht des Jahres. Bald beginnt sich das Jahr von Neuem zu drehen, denn selbst wenn es draussen dunkel und kalt ist, sind tief in der Erde unsichtbare Kräfte am Werk. Doch lassen wir sie noch ein wenig im Untergrund und tauchen erst mal ein in die stillen, heiligen Nächte, um bei Feuer und Kerzenschein, tief in uns hineinzulauschen. Die Weihnachtszeit ist weit mehr als ein Zusammenkommen mit den Nächsten. Mindestens genauso wichtig ist das Erleben des Mysteriums der Wiedergeburt. Wenn wir uns Zeit nehmen für die Stille, erleben wir in der meditativen Innenschau auch die Wiedergeburt des eigenen, inneren Lichtes. Alle Menschen sind Kinder des Lichtes. Die Weihnachtszeit hilft uns, dieses innere Leuchten wiederzuentdecken und zu wecken; es zu fühlen und eine Ahnung davon zu bekommen, wie wir dieses Licht auf die Erde tragen können.
Das Licht ins neue Jahr tragen Die geweihten heiligen Weihnachts- und Rauhnächte öffnen unsere Sinneswahrnehmungen für höchst sensitive Schwingungen. Es ist eine Zeitspanne des Orakelns; eine Chance nach innen zu lauschen, zu träumen und die Stimme des inneren Kindes wahrzunehmen. Selten lässt es sich so gut Pläne schmieden wie an den Tagen zwischen den Jahren. Wir können uns neu ausrichten, neues säen und im wahrsten Sinn des Wortes zur Besinnung kommen. Unendlich viele Samen in uns möchten Wachsen und Erblühen! Jetzt ist die Zeit, dies zu erkennen und entsprechend zu handeln. Machen wir uns also bereit für das Erleben des wichtigsten Momentes im Jahreskreis. Tauchen wir ein in die Nacht der Nächte, in die Mutternacht zur Wintersonnenwende.
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Ich bin die Einweihung in die Weisheit des Lebens, das Begreifen des Mysteriums von Leben und Tod.
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Es ist die stillste Nacht des Jahres. Tief verborgen im dunklen Reich der Erde wird der Samen des Lichts von der Muttergöttin erschaffen. Es ist dieser wachsende Lebensfunke, den es in Demut zu erleben gilt. Diesem zarten Lichtsamen müssen wir Sorge tragen. Wir müssen ihn schützen und pflegen, denn er ist klein und verletzlich. Heissen wir diese neue Kraft in uns also willkommen, um sie ins kommende Jahr tragen zu können. Auf diese Weise kann der Lichtfunke heranreifen, sich im Frühling voller Tatendrang entfalten und stetig anschwellen, bis sich im Sommer aus dem Funken ein starkes Feuer entwickelt hat – und wir im Herbst ernten können, was wir nun säen.
Im Dialog mit der Eibe Bei dieser Einkehr in die Stille, dem Gebären des persönlichen Lichtsamens für das neue Jahr, hilft uns die Eibe. Im meditativen Dialog spüre ich folgende Energie: «Ich bin die Einweihung in die Weisheit des Lebens, das Begreifen des Mysteriums von Leben und Tod. Ich bin das Tor zur Ewigkeit, die Erneuerung und die Auferstehung. Einige nennen mich Mutter Tod – doch fürchte dich nicht! Ich befreie dich von der Furcht des Todes und helfe dir dabei, dass du dir selbst be-
Stoffwechselanregend | Das Heidekraut eignet sich wunderbar zum Durchspülen der Harnblase und Nieren. Weitere wichtige Indikationen sind unter anderem Gicht und Rheuma sowie Nervenschwäche, Milzerkrankungen und Probleme mit Gallen- oder Blasensteinen.
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gesund sein | heilpflanze
gegnen kannst. Meine Wesenskraft ist die Manifestation aller göttlichen Kräfte. In mir vereinen sich sämtliche Ströme des Lebens und des Seins. Tauche mit mir in Wirklichkeitsebenen, von denen wir noch nicht viel wissen. Diese verschiedenen Anderswelten wollen erfahren, erlebt und bereist werden. Von den höheren Sphären bis hin zu den unteren Welten, den Elemente und den Toren zur Heimat der Elfen und Zwerge. Dies wird deine innere Achse ausrichten, dich mit der Mutter, dem Vater und dem Wissen deiner Ahnen verbinden. Dadurch kannst Du selbstbestimmend in der Kraft des Herzens erwachen. Die Schau nach innen macht dich frei und geduldig. Es sind oft auch die steinigen Lebensabschnitte, die eine Verzögerung mit sich bringen, weil sie dich blockieren. Vermeide durch gerechtes Handeln alle Schwierigkeiten, die du kommen siehst. Aber bewerte nicht. Auch Schwierigkeiten sind nützlich. Bestimmte Unannehmlichkeiten wirst du überwinden müssen. Sie fördern das Reifen deiner Seele. Sei nachgiebig mit dir. Es braucht hier weder Hektik noch ein Streben nach einem erhofften Resultat. Nur so kannst du mit Ausdauer und Voraussicht handeln und die Geduld in dein Leben integrieren. Geduldig seien die, die im Leben wandeln».
Beschützerin bei Übergängen Wer sich Zeit nimmt und vor einer alten Eibe steht, der kann sie spüren, die Ehrfurcht. Es ist, als würde sie alles durchdringen. Die Eibe scheint allwissend zu sein. Mit ihren vielen verschiedenen Wesenszüge ist sie der Baum der Übergänge und eine starke Beschützerin und Begleiterin für den Weg in die Tiefe.
Wir nutzen die Blüten der Eibe zur Herstellung von Blütenessenzen. Die Essenz verwenden wir bei starren und unnachgiebigen Zuständen, die uns daran hindern, Probleme zu meistern. Sie hilft Menschen, die sich zu sehr um andere kümmern und dabei langsam ausbrennen. Auch Melancholie, Depressionen und das Gefühl von Einsamkeit oder Verlassenheit kann die Essenz in lichtvolle Energie wandeln. Insbesondere dann, wenn diese Hoffnungslosigkeit den Schlaf raubt und man verzweifelt ist, weil man anderen nicht helfen kann, obwohl man es gerne tun würde. EibenEssenz fördert den Umgang mit Emotionen wie Freude, Trauer, Wut, Angst, Enttäuschung, Mitleid, Sympathie, Empathie, Neid, Stolz und Verliebtheit. Auch bei Hautkrankheiten und Magen-Darm-Beschwerden, bei Gicht, Rheuma, Herzkrankheiten, Leberkrankheiten, Nieren- und Blasenleiden kann sie unterstützend wirken. Die Nadeln und Rinde sowie das Holz kann man als Amulett tragen oder getrocknet für Räucherung verwenden. Beides fördert die geistige Ausdauer, stärkt die Willenskraft, die spirituelle Kreativität und die Visionssuche. Das Räuchern fördert die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen und der Realität der Welten. Es stärkt die Erinnerung und das Anknüpfen an das alte Wissen unserer Ahnen. Zudem hilft es, unerwünschte Einflüsse zu entlarven und zu bannen. Sanfte Räucherungen des Holzes lösen zähen Schleim in den Atemwegen bei Schnupfen und Katarrh. Ein Wanderstab aus Eibenholz dient dem Schutz und Wohlergehen der Gesundheit und kleine, mit Eibenholzspähnen gefüllte Kissen, dienen für Körperauflagen
Ahnenbaum | Die Kelten und Germanen verehrten die Eibe. Sie gilt als Totenbaum und Vertreiberin von Dämonen. Eine mögliche Anwendung des Giftgewächs ist das Räuchern. Es fördert das Loslassen. Sterbenden erleichtert es das Loslösen aus dieser Welt. Auch bei schamanischen Reisen kann geräucherte Eibe in andere Welten verhelfen. Eibe soll sparsam und drinnen nur bei geöffnetem Fenster geräuchert werden.
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bei Krämpfen, Blasenleiden und zur Herzstärkung. Zudem nutzen wir die Eibe für Trauminitiationen, um visionäre Träume zu fördern.
Vorsicht, giftig! Da die Eibe sehr giftig ist, vor allem die Nadeln und die recht grossen, harten Samenkerne enthalten grössere Mengen des Alkaloids Taxin, darf man sie nicht innerlich einnehmen. Bereits ein Auszug von 50 bis 100 Gramm Eibennadeln kann für einen Erwachsenen tödlich sein! Das einzig geniessbare an der Eibe ist das süsse Fruchtfleisch, der sogenannte Samenmantel, der roten, schleimigen Früchte. Diese schmecken sehr lecker und man darf sie sich im Herbst reichlich zu Gemüte führen. Aber Vorsicht! Es sollte kein Samen zerkaut oder heruntergeschluckt werden. Die Früchte kann man mit der Zunge am Gaumen zerquetschen, so löst sich das Fruchtfleisch gut vom Kern, den man dann ausspuckt. Bei Kindern ist das Risiko, dass sie den Kern schlucken zu gross; man sollte sie deshalb vor der Eibe inklusive den Beeren warnen. Auch beim Räuchern von Nadeln, Holz und Samenkernen sollte man Vorsicht walten lassen und sich langsam an das Ritual herantasten. In Innenräumen während des Räuchervorgangs unbedingt lüften! Beim Tragen des Holzes auf der nackten Haut in Form eines Amulettes besteht keine Vergiftungsgefahr. Im Gegenteil: Ein Eiben-Amulett schützt das Herz und hält unholde Energien fern.
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Auch Schwierigkeiten sind nützlich. Sie fördern das Reifen der Seele.
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Anwendungsmöglichkeiten der Eibe
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In der Homöopathie wird Taxus als Essenz aus den frischen Nadeln bei rheumatischen Erkrankungen sowie bei Nieren- und Blasenleiden eingesetzt.
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Hildegard von Bingen empfahl das Räuchern von Eibenholz wenn «jemand in seiner Nase und in seiner Brust ein Gebrechen hat». Doch auch beim Räuchern ist Vorsicht angesagt (siehe Abschnitt «Vorsicht, giftig!»).
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Taxol, ein Wirkstoff der Eibe, ist Bestandteil vieler Krebstherapien. Besonders wirksam soll er bei Brust-, Lungen- und Eierstockkrebs sein. Taxol kann mittlerweile vollsynthetisch hergestellt werden.
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Aus Eibenholz kann man sich ein Schutzamulett schnitzen, denn «vor Eiben kann kein Zauber bleiben». Das wussten schon die Kelten und Germanen, die die Eibe verehrten und aus ihrem Holz Kultgegenstände fertigten.
Steven Wolf hat schon als Kind von seiner Grossmutter altes Pflanzenwissen gelernt und weiss um die Kraft der Natur mit all ihren sichtbaren und unsichtbaren Wesen. Er lebt in Escholzmatt, wo er zusammen mit seiner Partnerin ganzheitliche Pflanzenkurse für interessierte Menschen durchführt. Im Lochweidli steht dafür eine eigens gebaute Schuljurte. www.pflanzechreis.ch
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Heidelbeersaft senkt das Risiko Das Hautkrebsrisiko lässt sich laut einer kanadischen Studie durch den Konsum von Heidelbeersaft mindern. Vor allem Polyphenole sollen für diesen positiven Effekt verantwortlich sein. So gilt die Heidel- oder Blaubeere (Vaccinium myrtillus) schon länger als potenziell antikarzinogen. Diese Eigenschaften konnten Forscher der University of Ottawa jetzt also erneut belegen: Ihrer Erkenntnis nach reduziert Blaubeersaft das Hautkrebsrisiko signifikant. sam
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«Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.
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Joseph von Eichendorff (1788 – 1857)
120 Meter
Die Tessiner Superbatterie Das Tessiner Unternehmen Energy Vault betreibt nahe Bellinzona seit über einem Jahr eine 120 Meter hohe mechanische «Superbatterie». Das Prinzip ist simpel: Bei Energieüberfluss werden 35 Tonnen schwere Betonklötze aus recycletem Material aufgetürmt, die Energie wird so gespeichert. Bei Energiebedarf werden die Klötze mittels der Erdanziehung wieder abgesenkt und die so erzeugte Energie wird eingespeist. Der Energieverlust beträgt laut Energy Vault nur zehn Prozent. Wie viel Strom gespeichert werden kann, hängt von der Grösse der «Batterie» ab. Das Prinzip könnte wegweisend sein für die Energiezukunft. Globale Energiemultis haben bereits Interesse angemeldet. krea
Landw ir tschaft
Kommt bald der Hanf-Boom-Booster? Seit 2017 darf in der Schweiz wieder legal Hanf angebaut werden. Allerdings nur solcher mit einem THC-Gehalt unter einem Prozent. CBD-Hanf hauptsächlich. Doch inzwischen ist der Markt mit CBD-Produkten gesättigt. Nun eröffnen sich möglicherweise neue Märkte. Denn bald soll auch Hanf mit einem höheren THC-Gehalt legalisiert werden. Dem stimmte Mitte Oktober nach der zuständigen Kommission im Nationalrat auch das Pendant im Ständerat zu. Sollte das politisch durchkommen, bietet es auch für Bauern Potenzial. Der potenzielle Markt für Cannabisprodukte wird auf mehrere Milliarden geschätzt. Hanf könnte in Zukunft beispielsweise vermehrt als Baustoff für Dämmungen und Leichtbauplatten eingesetzt werden. Der mögliche Baumarkt wird auf 600 Milliarden US-Dollar geschätzt (ca. 550 Mrd. Franken). Der Markt für Kunststoffe auf 500 Mrd. US-Dollar. Noch grösseres Potenzial gibt es im Markt für Arzneimittel mit geschätzten 1200 Mrd. US-Dollar. srf.ch/krea
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staunen und wissen
Planetentrio am Abendhimmel Anfang Dezember kann am Abendhimmel eine eindrückliche Planetenparade von Jupiter, Saturn und Venus beobachtet werden. Besonders interessant ist die Konstellation vom 7. bis 9. Dezember, wenn sich die schmale zunehmende Mondsichel dazu gesellt. In dieser Phase ist beim Mond noch das sogenannte Erdlicht zu sehen, d. h. die dunkle Seite des Mondes ist in einem fahlen Licht sichtbar. Es ist das Licht der fast vollen Erde, die zu dieser Zeit auf den Mond scheint und reflektiert wird.
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Von den drei Planeten sind Jupiter und Venus gut sichtbar. Besonders hell ist die Venus, die gerade zu dieser Zeit im grössten Glanz als Abendstern erscheint. Saturn ist in der Abenddämmerung noch erkennbar. Das Planetentrio mit der Mondsichel ist vom 7. bis 9. Dezember im südlichen und südwestlichen Teil des Himmels in der Abenddämmerung zu sehen. Danach wandert der Mond immer mehr in östlicher Richtung von den drei Planeten weg. Die drei Planeten verändern ihre Stellung bis zum Ende des Monats nur wenig. Andreas Walker
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Noble Tropfen und ihre Geschichten
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ie beiden ehemaligen Journalisten Andreas Z’Graggen und Markus Gisler haben ein ebenso unterhaltsames wie lehrreiches Buch über aristokratische Rebgüter geschrieben. Sie beleuchten nicht nur den Verlust der Privilegien der Aristokratie, nachdem 1798 die Alte Eidgenossenschaft zusammenfiel, sondern auch das Hier und Jetzt: So wird auf zahlreichen der geschichtsträchtigen Schlösser mit ihren Rebbergen auch heute noch Weinbau betrieben. Grossartige Bilder vermitteln einen Eindruck der noblen Châteaus und charmanten Winzer und ihren zumeist ausgezeichneten Weinen. Ein schönes Weihnachtsgeschenk nicht nur für Schloss- und Weinliebhaber.
Andreas Z’Graggen, Markus Gisler «Wein, Schlösser, Adel. Über noble Winzer und ihre charmanten Châteaux in der Schweiz» Weber Verlag 2021, ca. Fr. 89.– weberverlag.ch
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gewusst
Eine Wolke steigt aus dem Nebel empor Am häufigsten entsteht bei uns der Nebel im Winterhalbjahr. Es entsteht ein See aus kalter Luft, der die Täler und Senken füllt und worin die Feuchtigkeit als Nebel auskondensiert. Der Nebel ist nichts anderes, als eine am Boden aufliegende Wolke. Paradoxerweise sind die Temperaturen unter dem winterlichen Nebelmeer oft viel kälter als darüber in den Bergen. Es entsteht eine Temperaturinversion, das heisst, die Temperatur nimmt mit der Höhe nicht ab (wie das normalerweise der Fall ist), sondern zu. Typisch für solche Wetterlagen ist die Situation, dass der Nebel ähnlich einer Käseglocke, keine Durchmischung der Luftmassen über und unter ihm zulässt. So ist die Luft unter der Nebeldecke mit viel Feuchtigkeit und vermehrten Schadstoffen angereichert, während sie über dem Nebel klar und rein ist. In der Regel gibt es fast keinen Luftmassenaustausch vom Nebel an die darüber liegende Luftschicht. Eine Ausnahme bildet diese Wolkenfahne auf dem Bild, die das Nebelmeer durchdringt und an die Oberfläche steigt. Es ist die Kühlturmfahne des Kernkraftwerks Gösgen (SO), die aus dem Nebelmeer steigt, vom Belchen aus gesehen. Die warme Luft aus dem Kühlturm des Kernkraftwerks hat genug Auftrieb, um die Nebeldecke zu durchschlagen und bietet so einen seltsamen Anblick. Andreas Walker
Unbewusstes geht nicht vergessen
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isher ging man davon aus, dass nur bew usst Erlebtes im sogenannten episodischen Gedächtnis gespeichert w ird und auch das Verhalten beeinf lusst. Eine Studie der Universität Bern zeigt nun, dass auch unbew usst Erlebtes gespeichert und verhaltensw irksam w ird. Im Gegensatz zu bew usst Erlerntem w ürden die unbew usst gespeicherten Informationen nicht vergessen, so die Forscher. Was das Erinnern mit Düften gemein hat, erfahren Sie auf Seite 40 ff. universität bern/krea
Alles still! Alles still! Es tanzt den Reigen, Mondenstrahl in Wald und Flur, Und darüber thront das Schweigen Und der Winterhimmel nur. Theodor Fontane (1819–1898)
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im rhythmus der jahreszeiten | draussen sein
Winter – Zeit der Ruhe und der Besinnung Der Winter ist die Jahreszeit der Stille und Regeneration. Die Ernte ist eingefahren, die Natur ruht. Der kürzeste Tag – die Wintersonnenwende – lädt ein zu Besinnung und Rückschau auf das vergangene Jahr. Text: Andreas Walker
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ie Natur ist still geworden. Der Herbst hat sich furios mit einem farbigen Feuerwerk verabschiedet. Dann ist es plötzlich kalt geworden und über Nacht hat sich der Schnee wie eine gigantische weisse Bettdecke über die Landschaft auch in niedrigeren Gegenden gelegt. Die Sonne zeigt sich nur noch spärlich, als würde der Jahreskreis wie ein Schwungrad auslaufen und immer langsamer drehen, um an der Wintersonnenwende, am Dienstag, 21. Dezember, still zu stehen – und danach wieder neu zu starten. Anstatt im Garten oder auf dem Balkon, ist es jetzt in der wohlig geheizten Wohnung am schönsten. Die Aktivitäten haben sich von draussen nach drinnen verlagert. Analog zur still gewordenen Natur halten die Menschen vermehrt in meditativer Art Einkehr in ihr eigenes Inneres. Es ist Zeit, das Jahr zu reflektieren und das Alte loszulassen, damit das Neue, das da kommt, Platz hat.
Dem Nebel entfliehen Die Tage sind nun am kürzesten und oft trübt Nebel in den tieferen Lagen die Sicht und leider auch unser Gemüt. Über der Nebeldecke aber herrscht oft sonniges und warmes Wetter. Wie erstaunt ist man doch, wenn man aus dem kalten Nebeltal in die Berge fährt und sich schlagartig in einer sonnig warmen Landschaft wiederfindet. Der Nebel entsteht bei uns häufig bei winterlichen Hochdrucklagen. In den klaren und windstillen Nächten fliesst die kalte, schwere Luft talwärts; am Morgen ist ein Nebelmeer entstanden, das die Wetterverhältnisse buchstäblich auf den Kopf stellt: In den Niederungen ist es grau und kalt, in den Bergen sonnig und warm. Da die Schweiz ein gebirgiges Land ist, fällt es uns im Winter leicht, der trüben Nebelsuppe zu entfliehen, um in der Höhe Sonne zu tanken. Sonne ist nicht nur gut für unser Gemüt, sie hilft auch, das für unsere Gesundheit essenzielle Vitamin D zu erzeugen, an dem es im Winter in unseren Breiten chronisch mangelt.
Erster Schnee Wie nun alles stirbt und endet und das letzte Lindenblatt müd sich an die Erde wendet in die warme Ruhestatt. So auch unser Tun und Lassen, was uns zügellos erregt, unser Lieben unser Hassen sei' ins welke Laub gelegt! Reiner weisser Schnee, oh schneie, decke beide Gräber zu, dass die Seele uns gedeihe still und kühl in Wintersruh! Bald kommt jene Frühlingswende, die allein die Liebe weckt, wo der Hass umsonst die Hände dräuend aus dem Grabe streckt.
Gottfried Keller (1819–1890)
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Ganzheitliche Krebsbehandlung mit Misteltherapie
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Feste zur Wintersonnenwende
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Die Wintersonnenwende war in vielen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen ein wichtiges Fest. Deshalb waren die beiden Wendepunkte – die Sommersonnenwende am 20. oder 21. Juni und die Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember – im jährlichen Sonnenkreislauf besonders wichtig. Ab dem 23. Dezember werden die Nächte auf der Nordhalbkugel der Erde wieder kürzer und die Tage entsprechend länger. Am Anfang ist das noch kaum merklich. Aber immerhin: Die Finsternis weicht endlich wieder dem zunehmenden Licht. Deshalb war es naheliegend, dass Menschen der verschiedensten Kulturen diesen Neubeginn im Jahreszyklus feierten. Dabei wurde oft ein paar Tage vor oder nach dem Datum der tatsächlichen Sonnenwenden gefeiert: Als der julianische Kalender im Jahre 45 v. Chr. von Julius Caesar eingeführt wurde, lagen die Sonnenwenden auf dem 25. Dezember und dem 24. Juni. Als im 4. Jahrhundert das Weihnachtsfest eingeführt wurde, legte man es auf den traditionellen kalendarischen Tag der Wintersonnenwende, was dem 25. Dezember zur Zeit der Einführung des julianischen Kalenders entsprach. Es war das gleiche Datum, an dem auch das Fest des römischen Sonnengottes Sol Invictus (lateinisch: «unbesiegter Sonnengott») gefeiert wurde. Die durchschnittliche Jahreslänge des julianischen Kalenders beträgt 365,25 Tage. Damit ist sie um etwa 11 Minuten länger als das Sonnenjahr mit seinen 365,2422 Tagen. Deshalb verschob sich der Frühlingsanfang etwa alle 128 Jahre um einen Tag in Richtung Jahresanfang. Und so wanderte die Wintersonnenwende im Laufe der Zeit im julianischen Kalender immer weiter nach vorne, bis sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit der gregorianischen Kalenderreform übereinstimmend wieder auf den 21. Dezember zu liegen kam.
Alte Mittwinterbräuche Zur Mittwinterzeit wurden früher verschiedene Rituale begangen, um den unfruchtbaren Winter fernzuhalten. Ebenso fürchtete man sich in dieser dunklen Zeit vor den Seelen der Toten, da man glaubte, dass diese in den längsten Nächten des Jahres die Lebenden heimsuchen würden. So war es naheliegend, mit furchterregenden Masken und viel Lärm die bösen Geister zu vertreiben. Viele Bräuche sind also dadurch entstanden, dass die Menschen maskiert und verkleidet selbst in die Rolle der Geister schlüpften. Dabei sollte der Lärm der Geisseln, Glocken, Hörner und Dreschflegel das Böse verjagen und das Gute hervorlocken.
im rhythmus der jahreszeiten | draussen sein
Schon im Mittelalter war der 2. Januar der sogenannte «Berchtentag». «Berchtelen» bedeutete früher «verkleiden, umziehen, schmausen» und besagt, dass an diesem Tag Masken getragen und Feste gefeiert wurden. Der Tag hielt sich lange als die «dritte lange Nacht» nach Silvester und Neujahr. Doch mit der Reformation (1517–1648) bekämpfte die Kirche die Fasnacht und alle anderen Maskentraditionen; in vielen Städten konnte sie diese Traditionen erfolgreich auslöschen. In den reformierten ländlichen Gebieten hingegen reichte die Macht der Kirche nicht aus, um dem Treiben ein vollständiges Ende zu setzen. Und so überlebten viele heidnische Volksbräuche, die letztendlich widerwillig von der Kirche geduldet wurden. Unter ihnen sind viele Mittwinterbräuche, die noch heute praktiziert werden, etwa das Räuchern in den Rauhnächten, den zwölf heiligen Nächten zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. In manchen Gegenden werden aber auch nur drei Rauhnächte gefeiert. Bei vielen anderen winterlichen Bräuchen kommen urchige und gfürchige Gestalten vor, die an Naturgeister erinnern, etwa bei den Appenzeller Silvesterchläusen oder den Bärzelibuben im aargauischen Hallwil. Einige dieser Winterbräuche wären beinahe vergessen gegangen, wurden jedoch wieder neu belebt.
Fit und gesund durch den Winter Im Winter draussen in der Kälte Sport treiben – das tönt erstmal nicht motivierend. Doch Bewegung, Sonnenlicht und frische Luft ist gerade jetzt sehr wichtig, um gesund durch den Winter zu kommen. Allerdings ist Aufwärmen eine wichtige Grundvoraussetzung für ein gesundes Training. Sportliche Aktivitäten stärken das Immunsystem und vermindern damit Infekte. Zudem verbessert Sport die Stimmung. Besonders gut kann man das an den Kindern beobachten, die voller Freude eine Schneeballschlacht veranstalten oder den Hang hinunter schlitteln. Eine sehr beliebte Wintersportart ist das Langlaufen. Der Ausdauersport ist besonders für Menschen geeignet, die auch sonst gerne laufen. Übrigens durchaus auch für Ältere. Die Gleitbewegung schont die Kniegelenke, das Gleichgewicht und der ganze Körper wird trainiert. Auch Curling oder Eislaufen machen Spass und halten den Körper fit. Im Winter essen viele gerne deftig und süss. Allerdings braucht unser Körper gerade im Winter hochwertige Nährstoffe wie Obst und Gemüse. Diese enthalten viele wichtige Vitamine und unterstützen unseren Organismus, damit er gegen Viren und andere Krankheitserreger gewappnet ist.
Der Winter aus meteorologischer Sicht Der astronomische Winter beginnt dieses Jahr auf der Nordhalbkugel am Dienstag, 21. Dezember um 16.59 Uhr. Dieser Tag ist für alle Orte der Nordhalbkugel der kürzeste und für alle Orte der Südhalbkugel der längste des Jahres. Am südlichen Wendekreis steht die Sonne an diesem Tag am Mittag senkrecht am Himmel; am Äquator erreicht sie zum zweiten Mal im Jahr den niedrigsten Stand von 66,5°. Bei uns erreicht die Sonne am Mittag eine maximale Höhe von gerade mal 19°. Während der 21. Dezember bei uns etwa 8,5 Stunden dauert, wird die Tageslänge in Richtung Norden immer kürzer; im Gebiet des nördlichen Polarkreises bis zum Nordpol geht die Sonne gar nicht mehr auf (Polarnacht). Im Gebiet des südlichen Polarkreises bis zum Südpol hingegen geht sie gar nicht unter (Mitternachtssonne). Am Südpol steht die Sonne (maximal) 23,5 ° über dem Horizont und am Nordpol herrscht Polarnacht.
Vitamin C spielt – neben Zink und Vitamin D – eine besonders wichtige Rolle für unsere Abwehrkräfte. Es ist vor allem in Zitrusfrüchten, Petersilie und Sauerkraut enthalten. Weitere wichtige winterliche Vitamin-Lieferanten sind Grünkohl, Brokkoli, Spinat, Nüsse, Knoblauch, Äpfel, Ingwer, Beeren, Kiwi, Orangen, Mandarinen und Kürbiskerne. Die Gewürze Kurkuma, Zimt, Oregano und Ingwer stärken ebenfalls das Immunsystem.
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Volle Fahrt voraus! Unzählige Schlittelabfahrten locken Hunderttausende Schlittelbegeisterte auf die Kufen. Schlitteln verbindet Sport mit Spass, Adrenalinkick inklusive, und das mitten in der Natur. Kein Wunder begeistert der Wintersport Jung und Alt. Was es dabei zu beachten gibt.
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Text: Blanca Bürgisser
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ie Tradition des Schlittelnplauschs in der Schweiz reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Schlitten gibt es zwar schon länger, diese dienten aber dem Warentransport und nicht dem Vergnügen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reisten immer mehr Touristen, vor allem aus England, auch im Winter in die Schweiz. Schon bald darauf baute Emanuel Heinz um 1880 in Davos die ersten Schlitten für die feinen Damen und Herren aus nah und fern. Damit gilt er als vermutlich erster Hersteller des Davoser Schlitten, wie wir ihn heute kennen. Bereits drei Jahre später fand das erste offizielle Schlittenrennen statt: Die Teilnehmenden sausten mit den von Emanuel Heinz hergestellten Schlitten von Davos Wolfgang nach Klosters. Heute, über 100 Jahre später, begeistert Schlitteln genauso wie damals – wenn nicht noch mehr. Und die Tendenz ist steigend, immer mehr Menschen sausen auf Kufen statt Skiern die Pisten hinunter. Vielleicht auch weil Schlitteln eine kostengünstigere Alternative zum Skifahren und Snowboarden ist. Hinzukommt die Geselligkeit des Sports, so macht es unglaublich Spass, mit Freunden und Familie die Piste hinunterzusausen oder die Winterlandschaft zu geniessen. Und gesund ist es obendrein, schliesslich ist man draussen an der frischen Luft und tankt das im Winter umso wertvollere Vitamin D. In den letzten Jahrzehnten wurden die Schlitten stetig weiterentwickelt. Es entstand der Rodel als Weiterentwicklung des Holzschlittens. Anders als der traditionelle Holzschlitten hat der Rodel bewegliche Kufen. Dadurch lässt er sich nicht nur besser lenken und ist bequemer, sondern auch schonender für den Rücken. Diese Beweglichkeit erlaubt beim Rodeln das Steuern durch Gewichtsverlagerung. Dies ist für viele einfacher und instinktiver als beim Holzschlitten, bei dem durch einseitiges Bremsen gesteuert wird.
Alles dabei? Die Checkliste Mit einem Schlitten erreicht man Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h. Umso wichtiger ist die richtige Ausrüstung: Helm Ski- oder Sonnenbrille Sonnencreme Gute Schuhe mit festen Sohlen Handschuhe Warme, am besten wasserfeste Kleidung Funktionsunterwäsche Bei Nachtschlittelfahrten unbedingt die Stirnlampe einpacken
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Malerische Momente in Leontica
Winterwunderwald Zürich
Bereits auf der Hinfahrt bezaubern die malerischen Tessiner Bergdörfer. Auch mit dem Schlitten gleitet man immer wieder an verschneiten Dörfern vorbei: Von Pian Nara geht es rasant hinunter bis Cancorì, perfekt für schnelle Schlittelfans. Auf dem Abschnitt von Cancorì nach Leontica wird die Strecke etwas ruhiger und es geht gemütlich weiter bis ins Tal.
Zürcherinnen und Zürcher müssen nicht immer eine lange Reise auf sich nehmen, um zur nächsten Schlittelpiste zu gelangen. So lässt beispielsweise der Zürcher Hausberg die Schlittlerherzen höherschlagen. Bei genügend Schnee bietet der Uetliberg eine 3 km lange Abfahrt bis ins Triemli.
Ein besonderer Spass ist die Fahrt mit dem vom Tessiner Skilehrer Pierluigi Paganetti erfundenen «Skitti»-Schlitten, der nur an der Bergstation Cancorì gemietet werden kann. Auf zwei Skiern ist ein Sitz mit Bremse und Lenkhebel montiert – eine flotte Fahrt ins Tal ist damit garantiert. Länge: 5 + 5 km, Höhenmeter: 1015 m, Durchschnittsgefälle: 10,1 % Anreise: Mit der SBB nach Biasca, von dort mit dem Postauto nach Acquarossa und dann mit dem Kleinbus nach Leontica.
Die Strecke führt grösstenteils durch den Wald und die verschneiten Bäume sorgen für eine zauberhafte Winterstimmung. Die Abfahrt ist perfekt für Familien mit Kindern, da man zwar schwungvoll hinuntersausen kann, aber nie gefährliche Steilstrecken bewältigen muss. Mit ihrer ruhigen Atmosphäre sind die Nachtschlittelfahrten besonders reizvoll, vor allem in einer sternenklaren Nacht. Dabei daran denken, die Stirnlampe mitzunehmen. Länge: 3,1 km, Höhenmeter: 325 m, Durchschnittsgefälle: 10,5 % Anreise: Mit der SZU S10 von Zürich HB bis auf den Uetliberg.
Königliche Abfahrt von der Rigi
Schlittelparadies Grindelwald
Ein Ausflug auf die Königin der Berge lohnt sich zu jeder Jahreszeit, auch im Winter. Über dem Nebelmeer kann man die sonnige Winterlandschaft geniessen und wenn sich der Nebel lichtet, hat man einen überwältigenden Panoramablick. Teils sind die Schlittelpisten auch nachts beleuchtet, was der Abfahrt eine Portion Abenteuer gibt.
Grindelwald ist das Schlittelparadies schlechthin, über 60 km Schlittelbahnen ziehen sich durch die umliegende Berglandschaft. Dabei findet sich für alle etwas – vom Anfänger bis zum Profi für Familien, Singles und Freundesgruppen.
Eine Schlittelstrecke führt von Rigi Kulm über Schwändi nach Klösterli. Die Piste startet gleich unterhalb des Hotels Kulm. Der breite Schlittelweg führt über weite Strecken ohne grosse Hindernisse. Während man so ins Tal gleitet, geniesst man stets die Aussicht auf den Vierwaldstättersee. Die Strecke eignet sich für sportliche Schlittelbegeisterte, die mit Schwung hinab düsen wollen ebenso wie für Familien. Länge: 4 km, Höhenmeter: 449 m, Durchschnittsgefälle: 11,2 % Anreise: Immer lohnenswert ist die Anreise per Schiff über den Vierwaldstättersee nach Vitznau. Ansonsten mit der SBB nach Goldau. Von Goldau oder Vitznau mit der Zahnradbahn nach Rigi Kulm.
Eine besonders spezielle Strecke ist die Abfahrt von der Kleinen Scheidegg entlang der berühmten Lauberhornstrecke nach Wengen. Durch teils längere flache Abschnitte ist es beinahe eine Schlittel-WanderStrecke und eignet sich so bestens für Personen ohne grosse Vorkenntnisse sowie Familien mit Kindern. Keine Sorge, auch abenteuerlustige Schlittelfans kommen voll auf ihre Kosten. So zum Beispiel auf den rasanten Abfahrten wie dem City Run oder dem Eiger Run. Länge: 6,8 km, Höhenmeter: 787 m, Durchschnittsgefälle: 11,5 % Anreise: Mit der Zahnradbahn, der Berner Oberland-Bahn, von Grindelwald oder Lauterbrunnen via Wengen zur Kleinen Scheidegg.
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service 41. Jahrgang 2021, ISSN 2234-9103 Erscheint 10-mal jährlich Druckauflage: 22 000 Exemplare Verbreitete Auflage: 14 820 Exemplare (WEMF/KS beglaubigt 2020)
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Kontakt mail@natuerlich-online.ch www.natuerlich-online.ch Herausgeber und Verlag Weber Verlag AG Gwattstrasse 144, CH-3645 Thun/Gwatt Tel. +41 33 336 55 55 leserbrief@natuerlich-online.ch Verlegerin Annette Weber-Hadorn a.weber@weberverlag.ch Verlagsleiter Zeitschriften Dyami Häfliger d.haefliger@weberverlag.ch Redaktionsadresse «natürlich» Gwattstrasse 144, CH-3645 Thun/Gwatt Chefredaktor Samuel Krähenbühl s.kraehenbuehl@weberverlag.ch Redaktionsteam Andreas Krebs a.krebs@weberverlag.ch Sabine Hurni (Leserberatung) s.hurni@weberverlag.ch Autor:innen Therese Krähenbühl-Müller, Lioba Schneemann, Gundula Madeleine Tegtmeyer, Leila Dregger, Vera Sohmer, Sabine Hurni, Blanca Bürgisser, Andreas Krebs, Erna Jonsdottir, Steven Wolf, Andreas Walker, Eva Rosenfelder Grafik/Layout Celine Lanz Cornelia Kälin Shana Hirschi Copyright Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung durch den Verlag. Für unverlangte Einsendungen wird jegliche Haftung abgelehnt. Anzeigenleitung Dino Coluccia, Tel. +41 76 324 64 45 d.coluccia@weberverlag.ch
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g e s u n d s e i n | themenstichwort
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Türkispfeil im Nebelmeer Nebelschwaden hängen über der Landschaft, dürre Hülsen starren ins Leere. Manchmal taucht eine Gestalt aus der kalten Nebelsuppe auf, doch kaum jemand ist jetzt unterwegs. Ich hülle mich enger in meinen Mantel, gehe schneller, um warm zu werden und diesem melancholischen Schweigen zu entkommen. Als ich forsch dem Bach entlang schreite, schillert unverhofft etwas Türkisblaues im Gestrüpp. Ich blinzle zweimal, doch tatsächlich: Es ist ein Eisvogel! Mein erster Eisvogel, den ich in freier Natur entdecke. Still verweilt er auf einem Ast, der über den Bach ragt. Ich bleibe behutsam stehen, möchte ihn genauer anschauen, wahrnehmen. Allein schon diese Absicht genügt und husch – schnell wie ein Pfeil taucht der Eisvogel unter im schützenden Nebelmeer. Trotz des schillernden Gewandes verliert sich das spatzengrosse Juwel sogleich im Licht- und Schattenspiel. Dieser farbenprächtige Kerl lässt mich hellwach zurück. Mein Herz klopft freudig, alle Sinne pulsieren, von der Schönheit seines Wesens bis ins Innerste bezaubert. Wie weggewischt ist die trübe Herbst-Melancholie; ich bin dankbar, gerade so reich beschenkt worden zu sein. Anders als ich, hat sich dieser Eisvogel Stille und Schutz des Nebels zunutze gemacht, um sich in Ruhe dem Wesentlichen zu widmen: In diesem Fall seiner Beute. Doch schon wieder kam jemand – ich – daher getrampelt. Wie oft uns doch die Wildtiere aus dem Weg gehen müssen, denke ich und nehme mir vor, künftig noch achtsamer unterwegs zu sein da draussen. Wo Bäume und Sträucher am Ufer fehlen, ist für den Eisvogel keine Nahrung zu erjagen. Denn stets späht er von erhöhter Warte aus ins Wasser, um sich dann blitzschnell auf seine Beute zu stürzen. Dabei taucht er bis zu 60 Zentimeter (!) tief hinunter und erwischt mit seinem langen Schnabel nahezu jeden Fisch, den er ins Visier genommen hat. Kleine Fische, Kaulquappen und Insekten aber kann er nur erbeuten, wenn das Wasser klar ist und nicht eingetrübt durch überschüssige Nährstoffe von Düngern und Algen, die ihm die Sicht vernebeln.
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Rosenfelder Eva unterwegs
Hier an diesem Bachlauf, der gerade erst naturgemäss gestaltet wurde, einen Eisvogel zu treffen, grenzt für mich an ein Wunder. Ist dieser Prachtkerl bloss auf der Durchreise? Ein erst flügge gewordener Jungvogel vielleicht, auf der Suche nach dem eigenen Revier? Bis zu einem Kilometer Umkreis bräuchte er um sein Nest zur Nahrungssuche. Ist die Umgebung durch Überbauungen beeinträchtigt, dann noch viel mehr. Ein echtes Problem für den Eisvogel – überall ist er umzingelt von der invasiven Spezies Mensch. Wo finden sich denn noch die langsam fliessenden oder stehenden Gewässer mit Steilwänden, in die er ungestört seine Bruthöhlen graben kann? Eisvogelmännchen umwerben ihre Auserwählte charmant mit Fischen. Willigt sie ein, so folgen die Flitterwochen und bald legt sie bis zu neun Eier in die Bruthöhle. Bereits nach drei Wochen schlüpfen die Jungtiere, die bis zum ersten Monat von beiden Eltern im Teamwork gefüttert werden. Werden sich hier im Frühling kleine Eisvögelchen tummeln? Oft aber überlebt ein Teil der Küken den ersten Sommer nicht. Und nur ein Drittel der erwachsenen Vögel überstehen die Winter. Sie harren in der Kälte aus, um bereits in den Monaten Dezember und Januar wieder mit der Balz zu beginnen. Eins ist sicher: Wo Eisvögel vorkommen, geht es auch der Natur gut. Doch werden wir Joggerinnen, Velofahrer, «Hündeler» und Co. bereit sein, dem Traumvogel einen Teil von unserem Raum abzugeben? So sinniere ich vor mich hin und spähe ins Gebüsch. Doch weg ist sie, die schillernde blau-orange Schönheit. Wohin nur? Meine guten Wünsche folgen dem Eisvogel entlang der in Nebelschwaden verborgenen Gewässer – in der Hoffnung, die Wildnis möge ihm und uns nie verloren gehen.
Eva Rosenfelder ist Autorin/Journalistin BR. In ihrer Serie schreibt sie für «natürlich» über kleine und grosse Glücksmomente des Alltags. Mehr über die Autorin und ihre Angebote wie Naturspaziergänge und Naturorakel erfahren Sie unter www.natur-und-geist.ch
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