Fredy Joss
ZU DEN HÖCHSTEN WANDERGIPFELN DER SCHWEIZ

Leichte Wege auf die schönsten 3000er
1 Mont Rogneux, Seite 16
2 Mont de l’Étoile, Seite 22
3 Sasseneire, Seite 28
4 Bella Tola, Seite 34
5 Dreizehntenhorn, Seite 40
6 Üssers Barrhorn, Seite 46
7 Mettelhorn, Seite 52
8 Oberrothorn, Seite 58
9 Pfulwe, Seite 64
10 Mittaghorn (Saas-Fee), Seite 70
11 Jegihorn, Seite 76
12 Mattwaldhorn, Seite 82
13 Oldenhorn, Seite 90
14 Arpelistock, Seite 96
15 Wildstrubel, Seite 102
16 Hockenhorn, Seite 108
17 Sparrhorn, Seite 114
18 Bättelmatthorn, Seite 122
19 Klein Furkahorn, Seite 128
20 Piz Cazarauls, Seite 134
21 Fanellhorn, Seite 142
22 Tschima da Flix, Seite 148
23 Piz Blaisun, Seite 154
24 Munt Pers, Seite 160
25 Piz Languard, Seite 166
26 Piz la Stretta, Seite 172
27 Flüela Schwarzhorn, Seite 178
28 Piz Minschun, Seite 184
29 Piz Cristanas, Seite 190
30 Muttler, Seite 196


Fredy Joss
ZU DEN HÖCHSTEN WANDERGIPFELN
DER SCHWEIZ
Fredy Joss
ZU DEN HÖCHSTEN WANDERGIPFELN
DER SCHWEIZ
Leichte Wege
auf die schönsten 3000er
Impressum
Alle Angaben in diesem Buch wurden vom Autor nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und von ihm und vom Verlag mit Sorgfalt geprüft. Inhaltliche Fehler sind dennoch nicht auszuschliessen. Daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder der Autor noch der Verlag übernehmen Verantwortung für etwaige Unstimmigkeiten. Fehlermeldungen und Ergänzungen bitte an: Weber Verlag AG, Gwattstrasse 144, 3645 Thun/Gwatt, sac@weberverlag.ch.
Alle Rechte vorbehalten, einschliesslich derjenigen des auszugsweisen Abdrucks und der elektronischen Wiedergabe.
© 2026 Weber Verlag AG, CH-3645 Thun/Gwatt
3. Auflage
Konzept: Fredy Joss
Fotos: Fredy Joss
Umschlagbilder: Vorderseite – Auf dem Weg zum Munt Pers. Im Hintergrund Piz Palü (links) und Bellavista. Rückseite (von oben nach unten) – Gipfelgrat des Sasseneire, Üssers Barrhorn, Blick vom Mettelhorn Richtung Matterhorn
Kartenausschnitte: Atelier Guido Köhler & Co., Binningen
Grafische Gestaltung und Satz 1. und 2. Auflage: AT Verlag
Weber Verlag AG
Verlagsleitung: Annette Weber-Hadorn
Projektleitung: Andreas Mathyer
Satzarbeit: Erina Zbinden
Cover: Shana Hirschi
Der Weber Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2026–2028 unterstützt.
ISBN 978-3-85902-517-2
www.weberverlag.ch mail@weberverlag.ch
Auslieferung EU
Brockhaus Commission GmbH
Postfach 1220
D-70803 Kornwestheim info@brocom.de
Pfulwe 3314 m
Mittaghorn (Saas-Fee) 3143 m
INHALT
Arpelistock 3036 m
Sparrhorn 3020 m
TESSIN, ZENTRALSCHWEIZ, GLARNER ALPEN 126 Bättelmatthorn 3043 m
132 Klein Furkahorn 3026 m
138 Piz Cazarauls 3062 m
BÜNDNER ALPEN
146 Fanellhorn 3123 m
152 Tschima da Flix 3301 m
158 Piz Blaisun 3200 m
164 Munt Pers 3207 m
170 Piz Languard 3262 m
176 Piz la Stretta 3103 m
182 Flüela Schwarzhorn 3146 m
188 Piz Minschun 3067 m
194 Piz Cristanas 3091 m
200 Muttler 3295 m
Wildstrubel 3244 m 112 Hockenhorn 3293 m

VORWORT
Um ein hohes Ziel zu erreichen, ist oft eine gewisse Anstrengung nötig. Das gilt in vielen Lebenssituationen, besonders aber, wenn das Ziel einer der höchsten Wandergipfel der Schweizer Alpen ist. Für die Auswahl der Wanderungen in diesem Buch war die Höhe der Gipfel aber nicht das alleinige Mass. Die Berge sollten auch attraktiv sein und die Routen einfach. So ist es nicht nur anstrengend, sondern eben auch eine Freude, durch die Bergnatur zu streifen und einen hohen Gipfel zu besteigen – mit leichtem Rucksack und lediglich mit Wanderausrüstung.
Lassen Sie sich Zeit. Die Natur soll nicht bloss Kulisse für eine sportliche Betätigung sein, um schnell noch einen Gipfel mitzunehmen. Sonst unterwerfen wir uns wieder dem Maximierungstrend unserer Zeit, von dem wir schon in zu vielen Lebensbereichen verfolgt und oft auch verführt werden.
Die hier vorgeschlagenen Gipfeltouren sollen vielmehr ein Gesamterlebnis für alle Sinne sein. Dafür braucht es Zeit. Dann aber nehmen wir den Übergang von satten Weiden über mageren Rasen bis zu den kargen Höhen mit vielfarbigem Gestein, formenreichen Felswänden, Gletschern und Firn in allen Facetten wahr. Wir hören die Geräusche der Berge, vom Rauschen der Bergbäche über das Gluckern von Rinnsalen bis zum entfernten Krachen im Gletschereis. Im Abstieg vom nahezu geruchlosen Hochgebirge werden wir überrascht von den starken Aromen der Alpenkräuter und den intensiven Düften des Lärchenwaldes. Vielleicht verbringen Sie auch einmal eine Nacht in den Bergen und erleben den Wandel des Lichts von der harten Mittagssonne zum warmen Abendglühen, die Farben der Dämmerung, das Leuchten der Milchstrasse am tiefschwarzen Nachthimmel und die ersten goldenen Sonnenstrahlen auf den Gipfeln.
Eine Nacht in den stillen, sternenhellen Bergen ist ein tief berührendes Erlebnis. Doch wenn Sie eine komfortable Unterkunft den einfachen Berghütten vorziehen, können Sie sich ebenfalls freuen: Die meisten Gipfel in diesem Buch sind als Tagestouren machbar. Postautos und Seilbahnen ermöglichen die Wahl des Startpunkts bereits in grösserer Höhe.
Der Aufbau der Schweizer Alpen bietet einen weiteren Vorteil: Oft liegen mehrere hohe Wanderberge nahe beieinander. Die meisten befinden sich im Wallis und im Engadin. So können in einem Urlaub gleich mehrere Gipfel der Region bestiegen werden, ohne dass dazwischen lange Reisen nötig sind.
Ich danke meiner Frau Sabine und meinen Kollegen, die mich auf vielen Wanderungen begleitet und sich immer wieder als Fotomodell zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank auch an Karin Steinbach Tarnutzer für ihr sorgfältiges Lektorat sowie dem AT Verlag und dem Weber Verlag für ihre gute Unterstützung und die Bereitschaft, ein solch aufwendiges Werk herauszugeben.
Ich wünsche Ihnen wunderbare Erlebnisse auf den höchsten Wandergipfeln der Schweiz – unterwegs durch die Schönheit und Vielfalt der Gebirgslandschaften dieses kleinen Landes.
Fredy Joss
Im Gipfelaufstieg zum Wildstrubel mit Blick zum Glacier de la Plaine Morte und zum Gletscherhorn (rechts).
EIN PAAR
TIPPS und Gedanken mit auf den Weg
AUSRÜSTUNG
Für die Wanderungen in diesem Buch reicht eine normale Wanderausrüstung. Am wichtigsten sind bequeme Trekkingschuhe. Die Sohle soll griffig, aber nicht allzu hart sein. Sie brauchen für diese Touren keine steigeisenfesten Bergschuhe.
Sonnenschutz muss auf jeden Fall immer dabei sein (Hut, Brille, Sonnencreme). Kleiden Sie sich der Witterung entsprechend. Eine leichte Mütze gehört immer mit in den Rucksack. In den Bergen kann das Wetter unberechenbar sein. Achten Sie deshalb auch im Sommer darauf, immer eine zusätzliche wärmende Schicht dabeizuhaben.
Teleskopstöcke können bei steileren Auf- und Abstiegen die Gelenke entlasten, sofern man sie richtig einsetzt. In heiklem Gelände sind Stöcke jedoch nur ein Hindernis und sogar gefährlich, wenn man freie Hände braucht, um sich zu stützen oder das Gleichgewicht zu halten. Auf solchen Wegabschnitten verstaut man die Stöcke am besten im Rucksack
REISE
Mit der Benützung von Bahn und Bus leistet man einen wichtigen persönlichen Beitrag zur Verminderung der Treibhausgase und zur Verbesserung der Luftqualität. Der öffentliche Verkehr bietet zudem den Vorteil, dass man nicht immer an den Ausgangspunkt zurück muss und sich nach einer Wanderung staufrei und entspannt nach Hause chauffieren lassen kann. Auf dem SAC-Tourenportal, auf der SAC-CAS App, bei SchweizMobil und den digitalen Karten von swisstopo lassen sich sämtliche Haltestellen einblenden. Verbleibende Lücken kann in vielen Regionen Bus alpin (www.busalpin.ch) schliessen.
ORIENTIERUNGSMITTEL
Die meisten Routen in diesem Buch sind nicht schwierig zu finden. Trotzdem kann plötzlicher Nebel für Verwirrung sorgen. Prägen Sie sich die Route schon zu Hause ein, und schauen Sie unterwegs immer wieder auf die Karte. Ein wenig Übung im Kartenlesen kann nie schaden.
WETTER
Berücksichtigen Sie die Wettervorhersagen und beobachten Sie unterwegs die Wetterentwicklung. Schlechtwettereinbrüche in den Bergen sind unangenehm. Besonders Gewitter sind sehr gefährlich. Kehren Sie rechtzeitig um, wenn ein Gewitter aufzieht, und planen Sie bei unsicherer Wetterlage keine längeren Wanderungen – insbesondere keine Grattouren.
TOURENPLANUNG UND UMKEHREN
Auch bei einfachen Wanderungen ist eine Tourenplanung notwendig. Wie ist das Wetter, die Verhältnisse? Wo sind die Schlüsselstellen der Tour, wie lange dauert die ganze Wanderung? Eine saubere Tourenplanung ist ein wichtiger Bestandteil jeder Tour.
Auf hohen Wandergipfeln braucht es immer eine gewisse Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Ausdauer und etwas Orientierungsvermögen. Überschätzen Sie sich nicht, beginnen Sie mit leichteren Wanderungen. Fühlen Sie sich irgendwo unsicher, trauen Sie dem Weg oder dem Wetter nicht, ist Ihnen das Gelände auf einma zu steil, oder ist heute einfach nicht Ihr Tag, dann kehren Sie besser um! Der Berg wartet, bis Sie ein anderes Mal wiederkommen.
BEGLEITUNG
In Gesellschaft unterwegs zu sein, schafft über das Naturerlebnis hinaus Gelegenheit für schöne Begegnungen mit Gleichgesinnten. Mit der Partnerin oder dem Partner zu wandern, öffnet Raum für neue Erfahrungen miteinander. Aber auch allein unterwegs zu sein, kann reizvoll sein. Informieren Sie in diesem Fall zu Hause jemanden darüber, welche Tour Sie vorhaben, und melden Sie sich nach der Heimkehr zurück. Allein zu wandern, erfordert ganz besondere Vorsicht, denn passiert etwas, ist man wirklich völlig auf sich gestellt.
NOTFÄLLE
Misstritte, Stürze oder eine Unvorsichtigkeit mit dem Taschenmesser können überall passieren. Deshalb empfiehlt es sich, eine kleine Rucksackapotheke mit genügend Verbandsmaterial mitzunehmen. In ernsthafteren Notfällen alarmieren Sie die Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht) über die Notfallnummer 1414. Eine Rega-Gönnermitgliedschaft ist sinnvoll (www.rega.ch). Installieren Sie auf Ihrem Smartphone die kostenlose Rega-App. Verlassen Sie sich aber nicht aufs Mobiltelefon – es gibt in den Bergen überall Funklöcher. Grundsätzlich gilt: Besser einmal umkehren als etwas riskieren.
ABFÄLLE
Bitte nehmen Sie all Ihre Abfälle wieder mit. Und seien Sie sich nicht zu schade, auch einmal störenden Abfall von anderen mitzunehmen. In einen separaten Plastiksack verpackt, macht er Ihren Rucksack nicht schmutzig.
PAPIERTASCHENTÜCHER UND TOILETTENPAPIER
Benützen Sie Papiertaschentücher nur, um die Nase zu schnäuzen. Nehmen Sie gebrauchte Papiertaschentücher wie andere Abfälle mit ins Tal, denn in der Natur verrotten sie nur sehr langsam. Für die Notdurft gilt:
Bitte benutzen Sie die vorhandene Infrastruktur, halten Sie einen Abstand von 50 Metern zu Gewässern ein, decken Sie die Exkremente zu und nehmen Sie das Toilettenpapier mit.
HUNDE
Nehmen Sie Ihren Hund sofort an die Leine, wenn Wildtiere in der Nähe sein könnten. Von wildernden Hunden werden jährlich Tausende von Wildtieren verletzt, und viele verenden danach qualvoll. Beachten Sie, dass in Naturschutzgebieten strikter Leinenzwang gilt. Im Frühling gilt in vielen Schweizer Kantonen im Wald eine Leinenpflicht, um die Wildtiere während der Brut- und Setzzeit zu schützen. Lassen Sie Ihren Hund nicht in Brunnentrögen baden. Dadurch wird das Trinkwasser der Kühe verunreinigt.
PFLANZEN
Lassen Sie Blumen stehen, sie sind am schönsten an ihrem Ort in der Natur! Für viele Pflanzenarten ist es zur Vermehrung wichtig, dass sie verblühen und absamen können und nicht vorher gepflückt werden.
ÜBERNACHTEN IN BERGHÜTTEN
Eine Voranmeldung für die Übernachtung ist auch in SAC-Hütten obligatorisch. Am einfachsten geht das mit dem Online-Hütten-Reservations-System der Alpenvereine, das die meisten Hütten im In- und Ausland ganzjährig einsetzen (hut-reservation.org). In der bewarteten Zeit kann man auch direkt in der Hütte anrufen und sich dabei über die aktuellen Öffnungs- und Bewartungszeiten und über herrschende Verhältnisse informieren. Wer an Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten leidet oder in Begleitung eines Hundes eine Hüttenübernachtung plant, sollte sich ebenfalls bei der Anmeldung über die Gegebenheiten erkundigen. SAC-Mitglieder profitieren von vergünstigten Übernachtungen in den SACHütten und von Mitgliederkonditionen in den Hütten der europäischen Alpenvereine (Mitgliederausweis vorweisen). Informationen zur Mitgliedschaft sind unter www.sac-cas.ch/mitgliedschaft erhältlich. Wer reserviert, meldet sich auch ab, falls die Tour nicht zustande kommt. Die rechtzeitige Annullation der Reservation ist bei allen SAC-Unterkünften und bei den meisten anderen Berghütten kostenlos. Die Hüttenteams sind aber berechtigt, eine Annullations- oder no-show-Gebühr zu erheben, wenn Sie sich zu spät abmelden oder ganz ausbleiben. Für SAC-Hütten gelten hierzu die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des SAC, die unter www. sac-cas.ch zu finden sind.
FOTOS TEILEN
#nogeotag: Teilen ist gut. Aber nicht alles. Und nicht immer. Das gilt besonders für das Teilen von Ihren Lieblingsorten auf Social Media und Apps, die genau das Gegenteil propagieren. Denn nur so behält Ihr Geheimtipp seine Schönheit und Unberührtheit. Viele schöne
Orte sind durch den Massentourismus zerstört worden.
Einen schönen Flecken einmal wirklich geheim zu halten, kann auch ein gutes Gefühl sein!
KARTENSKIZZEN
In den Kartenausschnitten werden folgende Kennzeichnungen verwendet:
Hauptroute
Variante
Berghütten und Gasthäuser mit Übernachtungsmöglichkeit
Bergrestaurant
Postautohaltestelle
Taxi/Rufbus
SICHER UNTERWEGS
Die folgenden Empfehlungen helfen Ihnen, den möglichen Gefahren auf Ihren Bergwanderungen wirkungsvoll begegnen zu können und sie genussvoll zu gestalten.
Die 10 Punkte basieren auf den Empfehlungen des Club Arc Alpin (CAA), der Dachorganisation der grossen Bergsportverbände des Alpenbogens, und wurden von den SAC-Fachexperten für Ausbildung und Sicherheit für Sie ergänzt. Diese ersetzen aber keinen Ausbildungskurs, in dem Sie mit ausgebildeten Personen wichtige Grundlagen erwerben und Ihr Wissen erweitern.
1. Gesund und fit in die Berge
Bergwandern ist Ausdauersport. Die positiven Belastungsreize für Herz und Kreislauf setzen Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraus. Vermeiden Sie Zeitdruck und wählen Sie das Tempo so, dass niemand in der Gruppe ausser Atem kommt.
2. Sorgfältige Tourenplanung
Wanderkarten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über Länge, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Besonders Beach-
tung verdient der Wetterbericht, da Gewitter, Schnee, Wind und Kälte das Unfallrisiko stark erhöhen. Stimmen Sie die Touren immer auf die Fähigkeiten der Gruppe ab. Planen Sie Alternativrouten! Informieren Sie sich über nationale Bergrettungs-Notrufnummern (REGA 1414, Euro-Notruf 112).
3. Zweckmässige Ausrüstung
Passen Sie die Ausrüstung dem Ziel an und achten Sie auf ein geringes Rucksackgewicht! Regen-, Kälteund Sonnenschutz gehören immer in den Rucksack. Achten Sie auf gutes Schuhwerk, das Ihnen sicheren Halt gibt. Sonnenschutz mitnehmen. Für den Notfall: Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke, Mobiletelefon.
4. Passendes Schuhwerk
Gute Wanderschuhe schützen und entlasten den Fuss und verbessern die Trittsicherheit! Achten Sie bei der Wahl auf perfekte Passform, rutschfeste Profilsohle, Wasserdichtigkeit und geringes Gewicht. Zudem geben Ihnen hohe Wanderschuhe (über Knöchel) besseren Halt im Gelände, insbesondere bei zunehmender Ermüdung der Füsse auf längeren Wanderungen.
5. Trittsicherheit ist der Schlüssel
Stürze als Folge von Ausrutschen oder Stolpern sind die häufigsten Unfallursachen! Beachten Sie, dass zu hohes Tempo oder Müdigkeit Ihre Trittsicherheit und Konzentration stark beeinträchtigen. Achtung Steinschlag: Durch achtsames Gehen vermeiden Sie das Lostreten von Steinen.
6. Auf markierten Wegen bleiben
Im weglosen Gelände steigt das Risiko für Orientierungsverlust, Absturz und Steinschlag. Vermeiden Sie Abkürzungen und kehren Sie zum letzten bekannten Punkt zurück, wenn Sie einmal vom Weg abgekommen sind. Achtung: Steile Altschneefelder werden häufig unterschätzt und sind gefährlich. Informationen können zum Beispiel bei der Hüttenwartin oder dem Hüttenwart eingeholt werden.
7. Regelmässige Pausen
Rechtzeitige Rast dient der Erholung, dem Geniessen der Landschaft und der Geselligkeit. Essen und Trinken sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Genügend nicht gesüsste Getränke sowie ein ausgewogener Lunch (Müesliriegel, Trockenfrüchte, Schokolade, Käse, Trockenfleisch, Nüsse, Biberli) geben Ihnen die notwendige Energie für den Tag.
8. Verantwortung für Kinder
Beachten Sie, dass Abwechslung und spielerisches Entdecken für Kinder im Vordergrund stehen sollen. In Passagen mit Absturzrisiko kann ein Erwachsener nur ein Kind betreuen. Bei ausgesetzten Passagen das Kind mit einem Seilstück führen. Sehr ausgesetzte Touren, die lang anhaltende Konzentration erfordern, sind für Kinder nicht geeignet.
9. Kleine Gruppen
Kleine Gruppen gewährleisten Flexibilität und ermöglichen gegenseitige Hilfe. Vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr informieren. In der Gruppe zusammen bleiben. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.
10. Respekt vor der Natur
Die Berge bieten einen wertvollen Freiraum zum Bewegen in einzigartiger Natur. Geniessen Sie diese Freiheit und respektieren Sie die sensible Gebirgsnatur! Zum Schutz der Bergnatur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden, auf den Wegen bleiben, Wild- und Weidetiere nicht beunruhigen, Pflanzen unberührt lassen und Schutzgebiete respektieren.
Literaturtipp aus dem SAC Verlag
M. Volken, A. Rossel, R. Sägesser, W. Stucki, A. Mathyer, Bergwandern / Alpinwandern, Planun g, Technik , Sicherheit
SAC-WANDERSKALA
Grad Falls markiert Typisches Gelände und mögliche Schwierigkeiten
T1
Weg gut gebahnt. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden.
T2
T3
T4
Weg mit durchgehendem Trassee. Gelände teilweise steil. Absturzgefahr nicht ausgeschlossen.
Anforderungen
Keine spezifischen Anforderungen. Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich.
Elementare Trittsicherheit. Elementares Orientierungsvermögen.
Beispieltouren
Mont Raimeux, Grubenberghütte, Vermigelhütte, Capanna Cadagno, Kronberg über St. Jakob, Rifugio Saoseo CAS
T5
Weg nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Gelände steil. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Geröllflächen, leichte Schrofen. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit möglicher Absturzgefahr.
Wegspuren, oft weglos. Raues Steilgelände. Einzelne einfache Kletterstellen (I). Blockfelder. Steile Grashalden und Schrofen. Einfache Schneefelder. Gletscherpassagen, meist markiert. Exponierte Stellen mit Absturzgefahr.
Wegspuren, oft weglos. Raues Steilgelände. Einfache Kletterpassagen (I–II). Anspruchsvolle Blockfelder. Sehr steile Grashalden und Schrofen. Steile Schneefelder. Gletscherpassagen, manchmal markiert. Exponiertes Gelände, über längere Strecken Absturzgefahr.
Meist weglos. Ausgeprägtes Steilgelände. Längere Kletterstellen (II). Heikle Blockfelder. Äusserst steile Grashalden und Schrofen. Heikle Schneefelder. Gletscherpassagen. Sehr exponiertes Gelände, über längere Strecken erhöhte Absturzgefahr.
Trittsicherheit. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.
Moléson, Turtmannhütte SAC, Bächlitalhütte SAC, Bergseehütte SAC, Capanna Campo Tencia CAS, Fridolinshütten SAC, Silvrettahütte SAC
Chasseral via Combe Grède, Cabane d‘Orny CAS, Glecksteinhütte SAC, Gross Mythen, Pizzo Centrale, Säntis ab Schwägalp, Zapporthütte SAC
Vertrautheit mit exponierten Passagen. Gute Trittsicherheit. Gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung, elementare Geländebeurteilung. Elementare Kenntnisse im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden.
Vertrautheit mit exponiertem Gelände. Sehr gute Trittsicherheit. Sehr gutes Orientierungsvermögen und Gespür für die Routenfindung. Vertiefte alpine Erfahrung, sichere Geländebeurteilung. Gute Kenntnisse im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. Bei Wettersturz kann ein Rückzug sehr schwierig werden.
Vertrautheit mit sehr exponiertem Gelände. Ausgezeichnete Trittsicherheit. Sehr gutes Orientierungsvermögen und Gespür für die Routenfindung. Ausgereifte alpine Erfahrung, sehr sichere Geländebeurteilung. Versierter Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. Bei Wettersturz kann ein Rückzug sehr schwierig werden.
Tour d‘Aï, Mischabelhütte, Schreckhornhütte SAC, Uri Rotstock ab Musenalp, Bocchetta della Campala, Pizol, Capanna Sasc Furä CAS
Dent de Brenleire arête NW, Stockhornbiwak SAC, Silberhornhütte SAC, Bristen, Pizzo di Claro Via Lumino, Säntis Chammhalden, Zervreilahorn (von Süden)
Dent de Brenleire–Dent de Folliéran, Tour Sallière, Fromberghorn NE-Grat, Schlieren Nordgrat, Cresta dei Corni (Pizzo Campo Tencia), Gams-Chopf Nordgrat, Glärnisch Guppengrat
SAC-WANDERSKALA:
ERLÄUTERUNGEN
Abstufungen
Mit den Zeichen – und + kann die Bewertung einer Route zusätzlich abgestuft werden (z. B. T3, T3+, T4–, T4).
Vergleich mit offiziellen Wanderwegen
Meistens bewegen sich die gelb markierten Wanderwege im Bereich T1/T2, die weiss-rot-weiss markierten Bergwanderwege im Bereich T2/T3 und die weissblau-weiss markierten Alpinwanderwege im Bereich T4/T5. In der Praxis findet man allerdings oft Abweichungen nach unten und nach oben.
Verhältnisse
Routen werden unter der Annahme günstiger Verhältnisse bewertet, also bei guter Witterung und Sicht, trockenem Gelände, normalem Wasserstand bei Bächen, schneefreiem Zustand etc.
Beispieltouren
Falls keine spezifische Route angegeben wird, ist jeweils die Normalroute (leichteste Route) gemeint.
Schuhwerk
Je höher die Schwierigkeit, je schlechter die Wegqualität und je rauer und instabiler das Gelände, desto eher empfehlen sich stabile Bergschuhe mit hohem Schaft und torsionsfester Sohle.
Alpintechnische Hilfsmittel
Grundsätzlich bezieht sich diese Skala auf Routen, die üblicherweise ohne Seilsicherung begangen werden und auf denen eine Seilsicherung nicht möglich / praktikabel ist. In den oberen Schwierigkeitsgraden sollte man dennoch die Mitnahme eines Seilstücks inklusive nötigem Zubehör in Erwägung ziehen (Einrichtung eines Seilgeländers oder Sicherung bei Einzelstellen, grösserer Handlungsspielraum
bei Versteigern, Rückzug oder Notfall) – sofern man die entsprechenden Sicherungstechniken beherrscht. Je nach Geländeart (steiles Gras, harte Schneefelder) können ein (Leicht-)Pickel oder Steigeisen von grossem Nutzen sein und wesentlich zur Sicherheit beitragen. Im steinschlägigen Gelände empfiehlt sich auch das Tragen eines Helms.
Gletscherpassagen
Unter Gletscherpassagen versteht die Skala solche, die im Sommer bei normalen Verhältnissen so weit ausapern, dass sich allfällige Spalten sicher erkennen und ohne Gefahr umgehen lassen (was auf verschiedene hochalpine Hüttenwege zutrifft). Unter diesen Voraussetzungen erübrigt sich eine Hochtourenausrüstung. Bei ungünstigen Verhältnissen können Anseilmaterial, Steigeisen und / oder Pickel hingegen durchaus angezeigt oder gar zwingend sein.
Abgrenzung zu Hochtouren und Felsklettern Ein wesentlicher Unterschied zwischen anspruchsvollen Alpinwanderungen, einfachen Hochtouren und leichten Felsklettereien liegt darin, dass auf einer T5/ T6-Route selten bis nie mit Seil gesichert werden kann, weshalb das Gelände absolut beherrscht werden muss – was hohes technisches Können und mentale Stärke erfordert. Beispiele dafür sind sehr steile Grashänge, wegloses Schrofengelände mit schlechtem Fels oder sehr exponierte Gratpassagen. Deshalb ist Alpinwandern im oberen Schwierigkeitsbereich (T5/T6) in der Regel bedeutend anspruchsvoller als eine einfache Hochtour mit der Bewertung L (= leicht) oder eine gesicherte Klettertour im II. Grad. Aufgrund der unterschiedlichen Merkmale von Alpinwanderungen und Hochtouren lässt sich ein direkter Vergleich der Bewertungsskalen kaum anstellen, doch grundsätzlich kann eine T6-Route vergleichbare Anforderungen stellen wie manche Hochtour im Bereich WS (= wenig schwierig), in vereinzelten Fällen sogar bis ZS– (= ziemlich schwierig).
Mit Ihren Wanderschuhen treten Sie in die Stube der Pflanzen und Tiere ein. Dabei geniessen Sie viele Freiheiten: Sie bestimmen die Tour, den Weg, Ihren Rhythmus. Bei all diesen Entscheidungen sollten Sie immer daran denken, dass Sie ein privilegierter Gast in den Bergen sind.
Viele Tiere und Pflanzen leben in dieser Umgebung und kämpfen unter oftmals harschen Bedingungen ums Überleben. Viele von ihnen sind hoch spezialisiert auf bestimmte Umgebungen und reagieren sensibel auf Eingriffe – wie etwa das Auerhuhn. Es braucht lichte, aber reich strukturierte Nadelwälder mit vielen Zwergsträuchern und Schutz vor Störungen.
10 Tipps für naturverträgliches Wandern Ein paar Tipps helfen Ihnen, sich rücksichts- und respektvoll in der Natur zu bewegen. So können Sie viel dazu beitragen, dass Sie und alle Wandernden nach Ihnen diese einmaligen Naturerlebnisse in alpiner Landschaft auch in Zukunft geniessen können.
1. Beachten Sie Einschränkungen Beachten Sie Informationstafeln zu Schutzgebieten.
2. Benutzen Sie bestehende Wege und Routen Damit schonen Sie sensible Lebensräume für Pflanzen und Wildtiere. Respektieren Sie Privatland und schliessen Sie Weidegatter.
3. Fotografieren Sie Blumen, statt sie zu pflücken Pflanzen sehen in der freien Natur am schönsten aus. Sammeln Sie Beeren und Pilze massvoll und halten Sie sich an Schontage.
4. Halten Sie die Umwelt sauber Nehmen Sie Abfall wieder mit ins Tal. Bitte nutzen Sie vorhandene Toiletten für Ihre Notdurft. Halten Sie immer einen Abstand von mindestens 50 Metern zu Gewässern ein. Graben Sie ein tiefes Loch oder benutzen Sie eine vorhandene Mulde für Ihr Geschäft und decken Sie es anschliessend mit Steinen oder Erde zu. Nehmen Sie Ihr Papier wieder mit (nicht verbrennen, da Waldbrandgefahr besteht).
Beachten Sie ausserdem immer folgende Punkte: Verantwortungsvolles und umweltfreundliches Verhalten gegenüber Natur und Mitwelt ist nicht auf die Tour beschränkt. Auch das Vorher und Nachher, die Planung, die Wahl des Verkehrsmittels und die Übernachtung gehören dazu und tragen wesentlich zum Gelingen der Tour bei.
5. Reisen Sie umweltverträglich an
Nutzen Sie die vielen Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel. Falls es ohne Auto nicht geht: Fahrgemeinschaften bilden und Mobility oder Alpentaxi für Teilstrecken einsetzen.
6. Berücksichtigen Sie Fahr- und Parkverbote Auf Waldstrassen gilt meist ein Fahrverbot. Vermeiden Sie wildes Parkieren – dieses ist ein Ärgernis für Landwirte und Grundeigentümer und kann Flurschaden anrichten.
7. Konsumieren Sie lokal und schonen Sie Ressourcen
Übernachten Sie vor Ort und kaufen Sie lokal ein, um die Bergregionen zu fördern und die Ökobilanz Ihrer Tour zu verbessern. Gehen Sie sparsam mit Wasser und Energie in den Gebirgsunterkünften um. Sie sind knapp!
8. Campieren Sie, aber richtig
Wenn Sie im Freien übernachten möchten, klären Sie vorgängig ab, ob es erlaubt ist. Lassen Sie nichts zurück ausser Ihren Fussabdrücken. In unserem Merkblatt «Campieren und Biwakieren» finden Sie weitere wertvolle Tipps.
9. Benutzen Sie bestehende Feuerstellen
Jede neue Feuerstelle zerstört Vegetation und Boden für Jahre. Beachten Sie die aktuelle Waldbrandgefahr und Feuerverbote.
10. Führen Sie Ihren Hund an der Leine, insbesondere im Wald Wildtiere flüchten vor frei laufenden Hunden und werden häufig von ihnen gejagt. Das bedeutet viel Stress für die Wildtiere.
Literaturtipp aus dem SAC Verlag
A. Rosenkranz, J. Meyer, M. Lüthi, F. Zoller, Lebenswelt Alpen, sehen – kennen – verstehen
LINKS, APPS UND TELEFONNUMMERN
Notfall
Rega App iRega (übermittelt den GPS-Standort)
Rega (ohne Wallis) 1414
Notruf im Wallis 144
Polizei 117
Notruf international 112
Bei schlechtem Handy-Empfang Standort wechseln.
SMS oder Rega-App funktionieren bei schlechtem Empfang besser als Telefon.
Wetter meteoschweiz.ch allgemeiner Wetterbericht, Niederschlagsradar, lokale Wetterprognose, Gefahren meteo.srf.ch allgemeiner Wetterbericht meteoblue.com Wetterbericht mit Detailangaben zu Temperatur, Wind, Niederschlag etc. Weltweit swisswebcams.ch dichtes Netz von lokalen Webcams slf.ch Schnee- und Lawineninformationen 0900 162 333 persönliche Wetterberatung (24 h, kostenpflichtig)
SAC-Tourenportal und SAC-CAS App
Mit dem SAC-Tourenportal und der SAC-CAS App lassen sich ganz einfach neue Hütten- und Tourenziele finden und Bergtouren planen. Aber auch während der Bergtour ist die SAC-CAS App immer dabei und bildet die Routen auf den hochwertigen Kartenlayern von swisstopo ab – auch ohne Netzempfang.

SAC-CAS App
SAC-Tourenportal
Karten, Routen, Wegsperrungen tourenportal.ch, Karte, Hütteninformationen, Routenbeschriebe, Sperrungen, SAC-CAS App Hüttenreservation, Route zeichnen, Offline-Navigation map.geo.admin.ch Karte, Routen, Sperrungen, Route zeichnen schweizmobil.ch Karte, Routenbeschriebe, Sperrungen, Route zeichnen
Tourenberichte/Verhältnisse gipfelbuch.ch hikr.org

LISTE der Gipfel
NACH HÖHE
Üssers Barrhorn (3610 m), Seite 50
Oberrothorn (3414 m), Seite 62
Mettelhorn (3405 m), Seite 56
Mont de l’Étoile (3369 m), Seite 26
Pfulwe (3314 m), Seite 68
Tschima da Flix (3301 m), Seite 152
Muttler (3295 m), Seite 200
Hockenhorn (3293 m), Seite 112
Piz Languard (3262 m), Seite 170
Sasseneire (3254 m), Seite 32
Mattwaldhorn (3249 m), Seite 86
Wildstrubel (3244 m), Seite 106
Munt Pers (3207 m), Seite 164
Jegihorn (3206 m), Seite 80
Piz Blaisun (3200 m), Seite 158
Flüela Schwarzhorn (3146 m), Seite 182
Mittaghorn (Saas-Fee, 3143 m), Seite 74
Fanellhorn (3123 m), Seite 146
Oldenhorn (3123 m), Seite 94
Piz la Stretta (3103 m), Seite 176
Piz Cristanas (3091 m), Seite 194
Mont Rogneux (3084 m), Seite 20
Piz Minschun (3067 m), Seite 188
Piz Cazarauls (3062 m), Seite 138
Dreizehntenhorn (3052 m), Seite 44
Bättelmatthorn (3043 m), Seite 126
Arpelistock (3036 m), Seite 100
Klein Furkahorn (3026 m), Seite 132
Bella Tola (3025 m), Seite 38
Sparrhorn (3020 m), Seite 118
NACH SCHWIERIGKEIT
T3-
Sparrhorn (3020 m), T2/T3-, Seite 118
Piz la Stretta (3103 m), T2/T3- Seite 176
Oberrothorn (3414 m), T2/T3- Seite 62
Munt Pers (3207 m), T3- Seite 164
Bella Tola (3025 m), T3-, Seite 38
T3
Dreizehntenhorn (3052 m), T3, Seite 44
Fanellhorn (3123 m), T3, Seite 146
Flüela Schwarzhorn (3146 m), T3, Seite 182
Mont de l’Étoile (3369 m), T3, Seite 22
Piz Cristanas (3091 m), T3, Seite 194
T3+
Oldenhorn (3123 m), T3/T3+, Seite 94
Arpelistock (3036 m), T3+, Seite 100
Klein Furkahorn (3026 m), T3+, Seite 132
Mont Rogneux (3084 m), T3+, Seite 20
Muttler (3295 m), T3+, Seite 200
Piz Blaisun (3200 m), T3+, Seite 158
Piz Languard (3262 m), T3+, Seite 170
Piz Minschun (3067 m), T3+, Seite 188
Sasseneire (3254 m), T3+, Seite 32
Üssers Barrhorn (3610 m), T3+, Seite 50
T4-
Tschima da Flix (3301 m), T3+/T4-, Seite 152
Piz Cazarauls (3062 m), T3+/T4-, Seite 138
Pfulwe (3314 m), T3+/T4-, Seite 68
Mittaghorn (Saas-Fee, 3143 m), T3+/T4-, Seite 74
Mattwaldhorn (3249 m), T3+/T4-, Seite 86
Mettelhorn (3405 m), T4-, Seite 56
Jegihorn (3206 m), T4-, Seite 80
Hockenhorn (3293 m), T4-, Seite 112
Bättelmatthorn (3043 m), T4-, Seite 126
T4
Wildstrubel (3244 m), T4, Seite 106
Auf dem Schöllihorn, mit Weisshorn und Bishorn im Hintergrund.


WALLISER ALPEN

MONT ROGNEUX 3084 m
p Sicht vom Mont Rogneux zum Mont Vélan (links) und zum Lac des Toules.
u Der Goli d’Aget, einer der zauberhaften Seen um den Mont Rogneux.
Die einladende Cabane Brunet steht auf einer Erhebung neben der Alp La Ly, knapp über der Waldgrenze und mit freier Sicht hinauf und hinunter durch das Val de Bagnes und auf die umliegenden Berge, etwa den Petit Combin, der mit seiner vergletscherten Kappe über das grüne Weideland emporragt. Die Hütte ist ein freundlicher Ort für eine Übernachtung, für einen Kaffee-und-Kuchen-Halt oder als Ausgangspunkt zu einer Gipfeltour. Zahlreiche Wanderwege führen zur Hütte, ganze Tagestouren durch alpine Regionen oder der direkte Weg von der nächstgelegenen Postautohaltestelle durch streckenweise steilen Wald. Weil aber eine Strasse bis zu einem Parkplatz wenig unterhalb der Hütte führt, lässt sich diese auch bequem mit dem Alpentaxi erreichen.
Wunderbare Stunden lassen sich hier verbringen, die neben den Landschaften noch etwas ganz anderes zeigen: Umwege sind selten Irrwege.
Wem nach dem Hüttenaufstieg nicht schon die Schweissperlen auf der Stirn stehen, dem wird von der Hütte an erst mal eine angenehme Aufwärmstrecke geboten. Eine Naturstrasse schlängelt sich zum grossen Stall Écuries de Sery und weiter entlang von Weidehängen mit Tiefblick zur Ebene Pron Sery mit ihren glitzernden Wasserläufen. Bei einer Haarnadelkurve geht der Bergweg geradeaus weiter zur Buvette de Pindin. Danach wird der Weg zum Alpinwanderweg. Weiss-blau-weisse Markierungen und Wegweiser leiten über karger werdendes Grasland zu einer Geländerippe, die in das steinige Reich des Mont Rogneux hinaufführt. Der See Goli d’Aget ist eine erste Perle in dieser Fels- und Gerölllandschaft. Dahinter ist der Mont Rogneux bereits zu sehen, links davon der spitze Grand Aget (auch Grand Laget geschrieben).




p Im Übergang vom Grünland in die steinigen Höhen.
t Die Cabane Brunet mit dem Bec des Rosses im Hintergrund.
Am Ostgrat des Mont Rogneux geht es steiler zur Sache. Zuweilen weicht die Wegspur Felshindernissen in die Ostflanke aus. Nach ein paar Abschnitten mit etwas lockerem Geröll oder rutschigem Untergrund wartet beim Gipfelkreuz der grosse Rundblick. Auf einem Kamm zwischen Val de Bagnes und Val d’Entremont gelegen sowie als letzter mehr als 3000 Meter hoher Ausläufer des Grand-Combin-Massivs bietet der Mont Rogneux eine entsprechend weite Sicht. Die nahe, aus zahlreichen vergletscherten Gipfeln bestehende GrandCombin-Gruppe bietet den prächtigsten Anblick, wenn sie nicht gerade in Wolken gehüllt ist. Wenig rechts dahinter zeigt sich der ebenfalls formschöne Mont Vélan. Im Westen erheben sich Aiguille d’Argentière und Aiguille du Chardonnet, zwei Grenzgipfel zu Frankreich, die den Beginn des Mont-Blanc-Massivs markieren. Im Abstieg über den Ostgrat überrascht die neue Perspektive hinunter zum Goli d’Aget. Je nach Lichteinfall gibt der See mit seinem leuchtenden Cyanblau ein märchenhaftes Bild ab und sieht ganz anders aus, als er vom Aufstieg her in Erinnerung ist.
Für den Rückweg empfiehlt sich eine etwas längere und nur wenig schwierigere Variante. Auf der Karte erscheint das viele Hin und Her und das mehrmalige Auf und Ab wie ein unnötiger Umweg. Doch er lohnt sich! Zuerst steigt man auf dem Ostgrat zurück bis zur Verzweigung bei Punkt 2881. Nun folgt man dem Wegweiser nordwärts hinunter in Richtung

«Tour des Lacs». Durch ein wildes Tälchen und über einige Geröllfelder führt der Weg hinunter zum See Goli du Rogneux. Der kleine See wird zwar gestaut, aber er liegt wunderschön in einer Mulde und spiegelt Gipfel, Wolken und Wandernde, die am anderen Ufer entlanggehen. Dieser Anblick lässt die ruppige Wegstrecke schnell vergessen. Von hier an lässt es sich auch wieder leichter wandern. Weiter geht es über einen scharfen Rücken ins nächste Tälchen mit einem weiteren See. In steilem Winkel biegt die Wegspur ab und führt schon zum dritten See – jeder ist ein Kleinod für sich, und an jedem möchte man eine Picknickpause einlegen. Etwas oberhalb der Buvette de Pindin biegt die Variante wieder in die Hauptroute ein.
Diese Variante zeigt in einigen Schlaufen die zauberhafte Seenlandschaft um den Mont Rogneux. Wen es gepackt hat: Die «Tour des Lacs» hat auch einen südlichen Teil, der zu weiteren spiegelnden, dunklen oder auch kristallklaren Augen in der steinernen Umgebung führt. Wunderbare Stunden lassen sich hier verbringen, die neben Landschaften aus Stein, Wasser und einigen Alpenblumen noch etwas ganz anderes zeigen: Umwege sind selten Irrwege.
Aiguille d’Argentière und Aiguille du Chardonnet (links des Gipfelkreuzes) markieren den Beginn des MontBlanc-Massivs.
Le Châble/Sembrancher

Orsières/ Sembrancher
Goli d’Aget
Grand Aget
Pointe du Parc
Pointe du Six Rodze
La Ly
La Barmasse
Office du tourisme de Verbier/Val de Bagnes, www.verbier.ch, Telefon +41 27 775 38 88 1
Plan Tornay
Cabane Brunet
Les Carres Écuries de Sery
Sery
Goli des Otanes
Les Capucins
Buv. de Pindin
Becca de Sery
Col des Avouillons
Pointe de Boveire
Les Plans
Le Avouillons
Cabane FXB Panossière
AUSGANGS- UND ENDPUNKT
Cabane Brunet (auch: Cabane Marcel Brunet, 2103 m). Mit dem Zug bis Le Châble. Mit Alpentaxi (www.alpentaxi.ch) bis zum Parkplatz wenig unterhalb der Hütte. Mietautos von Mobility gibt es am Bahnhof Martigny.
WANDERZEIT
5 Std. 10 Min.
Cabane Brunet–Mont Rogneux 3 Std. 10 Min. Mont Rogneux–Cabane Brunet 2 Std.
STRECKE UND HÖHENDIFFERENZ
11,4 km, 1040 m Auf- und Abstieg
SCHWIERIGKEIT
T3+, weiss-rot-weiss bzw. weiss-blau-weiss markiert und ausgeschildert. Wegspur streckenweise etwas undeutlich. Einfache Blockfelder. Am Ostgrat stellenweise loses Geröll und eine etwas sandig-rutschige Passage.
ROUTE
Vom Parkplatz unterhalb der Cabane Brunet zur Hütte, auf der Alpstrasse zum Stall Écuries de Sery und weiter über P. 2336 bis zur Buvette de Pindin. Bis hier weiss-rot-weiss markiert, danach weiss-blau-weiss. Über eine Rippe und durch eine Mulde zum See Goli d’Aget (2760 m). Danach über den Ostgrat auf den Gipfel des Mont Rogneux.
VARIANTEN
–
p Auf dem Weg zum Ostgrat des Mont Rogneux.
q Spiegel in der Landschaft: der Goli du Rogneux.

Hüttenaufstieg zu Fuss: Von der Haltestelle Lourtier, La Barmasse (Postauto ab Le Châble) auf Wanderund Bergwanderweg durch steilen Wald hinauf zur Cabane Brunet. 2½ Std., 2,8 km, 820 m Aufstieg, 20 m Abstieg. Im Abstieg 1½ Std.
Viele weitere Wege führen um und auf den Mont Rogneux. Unter Einbezug der Cabane de Mille lassen sich auch mehrtägige Touren durch das Gebiet unternehmen.
EINKEHREN UND ÜBERNACHTEN
Cabane Brunet, www.cabanebrunet.ch, Telefon +41 27 778 18 10
Cabane de Mille, www.cabanedemille.ch, Telefon +41 27 783 11 82
Buvette d’alpage de Pindin, kleine Alpwirtschaft
KARTEN
Landeskarte 1:25 000, 1345 Orsières, 1346 Chanrion (für die zweite Variante, den Hüttenaufstieg, zusätzlich 1326 Rosablanche)
Wanderkarte 1:50 000, 282 T Martigny, 283 T Arolla
INFORMATIONEN
Abstieg über die nördliche «Tour des Lacs»: Bei P. 2881 auf dem Ostgrat nach Norden abbiegen und der markierten «Tour des Lacs» folgen. Via Goli du Rogneux, Goli des Otanes, Les Reunes und Pindin zur Buvette de Pindin. Mont Rogneux–Cabane Brunet 2½ Std., 6,5 km, 60 m Aufstieg, 1100 m Abstieg, T3+/T4-. Farbmarkierungen manchmal etwas weit auseinander, undeutliche Wegspur.

