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Rostocker Ausblicke

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R O STO CK ER AUSB LIC KE

Ein Bilderbuch mit Fotos und Texten von Hinrich Bentzien


WINDIGE STADT Auf den Wind ist Verlass in der Sommerhitze. Wenn sich anderswo kein Lüftchen mehr rührt, weht er noch über das Wasser an der Flussbiegung. Hinter den Werfthallen, wo sich der Blick nach Norden weitet, musst Du ihm Dein Gesicht entgegen halten, um noch etwas Kühlung zu finden. Vom Herbstwind kannst Du Dich mit dem Rad in die Stadt schieben lassen und Dich schon mal auf die Rückfahrt freuen. Manchmal schläft der Wind. Er wartet nur darauf, durch die Straßen zu fegen, an Bäumen zu rütteln und Mülltonnen umzuwerfen. Ein paar Windkanäle in West-Ost-Richtung hat er sich ausgesucht, in denen es sich empfiehlt, vom Fahrrad zu steigen oder seine Kinder an die Hand zu nehmen. Der Sturm vertreibt mich nachts aus meinem Schlafzimmer, wo er gegen die Scheiben drückt und einen tosenden Krawall in den hohen Pappeln vor meinem Haus veranstaltet.


Er nutzt jeden Fensterspalt, um tagsüber mit leisem Jaulen durch die Wohnung zu ziehen, wobei er im Flur mit einer Teppichkante beharrlich auf die Dielen haut. Der Wind kennt verschiedene Muster, die er in den Sand des Strandes zeichnet, wie die lang gezogenen, feinen Sandfähnchen, die sich hinter freigeblasenen Steinen verstecken. Weiter ostwärts, vor der Mole und hinter der Flussmündung, arrangiert er das Ausgesiebte zu neuen Formen. Im Gebläse dieses Sandstrahles ist gut spazieren, wenn man die feucht-kalte Luft im Rücken hat, vorbei an Moor und Wald wo die Bäume in vorderster Reihe vor seinem Druck landeinwärts biegen. Du wirst nicht alleine sein am Meer die Sturm-Junkies dieser Stadt lassen sich gerne zum Spaß über den Strand wehen.


Fritz-Reuter-StraĂ&#x;e (um 1992)


Neptunwerft (2009)


DEM MORGENROT ENTGEGEN Ein Möwenschrei ersetzt den Wecker. Die innere Uhr ließe mich ohnehin nicht verschlafen. Sie bewahrt mich vor allzu plötzlichen Tagesbeginnen. Morgens früh halb sechs - Start der Expeditition ins Morgenland. Der Ablauf ist genau einstudiert und ein Paket Zeitungen wartet schon auf der untersten Stufe im Flur: ein ehemaliges „Zentralorgan“ vor allem. Expedition zwecks Distribution - möglichst ohne Konfusion - sonst: Reklamation. Sie sind Garanten eines kleinen Nebeneinkommens, meine Genossen, die Unverzagten, die ihre Abos nicht nach Tageslage wechselten. Nach und nach muss ich ihre Namen aus meiner Liste streichen. Oft erst nach Monaten kann ich die jahrelang eingeübten Wege vergessen. Es ist wie eine kurze Ehrerweisung - ein paar Schritte, ein Zögern und Umkehren. Wenn ich die Haustür öffne, stehen die Akteure schon bereit für ihren Einsatz. Hier öffnen sich Türen, da werden die immer gleichen werktäglichen Wege beschritten. Menschen begegnen sich an Hausecken,

Hunde pinkeln gegen die selben Laternenpfähle und auch ich spiele mit in ein paar Szenen des großen ­Morgenfilmes, dessen Handlung je nach Fortbewegungsmittel langsam oder gerafft abläuft. Merkwürdige Erinnerungen an längst vergangene ­Reisen stellen sich ein: Als obdachloser Rucksack-Tourist, bin ich aufgewacht unter freiem Himmel in einer fremden Stadt, nicht dazu gehörend, beobachtend, am Rande der allmorgendlichen Völkerwanderung. Hier wie da entdeckte ich bald Ähnlichkeiten, heimliche Strukturen, das Vertraute im Fremden, Verborgenes im Vertrauten . Überhaupt ist der frühe Sommermorgen die beste Tageszeit und man muss schon da sein - auf der Straße sein - wenn er gerade beginnt. Was danach kommt, kann nur schlechter werden. Bald bricht die Normalität des Tages an. Die allgemeine Vorschubbewegung weicht dem Normalbetrieb, der morgendliche Zauber verfliegt. Ich kenne mich nicht mehr aus in dieser 8-Uhr-Welt. Sollen sich andere damit beschäftigen.


Rostock - Mühlenstraße 2016


Mechanik der PetribrĂźcke (2017)


Silohalbinsel mit St. Petri (1997)


SPÄTSOMMERRAUSCHEN

In diesem zugigen Land kommt der Wind oft von der See her. Wolkentürme ballt er ­zusammen und verschiebt sie von West nach Ost. Unterwegs hat ein Schauer die Luft abgekühlt. Sie ist mit diesem besonderen, s­ ommerlichen Regen­geruch v­ ersehen und trägt schon eine Vorahnung des Herbstes in sich. Der bucklige Findlings-­Granit des Pflasters glänzt rot, der Sand am Wegesrand ist wie gesprenkelt von den schweren Regentropfen und gezeichnet vom Profil unserer Sohlen. Bei einer Rast hinter der Böschung schließe ich kurz die Augen. Geschützt vor dem Wind, will ich alle Geräusche in mich aufzunehmen. Ohne das Sausen in den Ohrmuscheln kann ich das Rauschen unterscheiden und wieder z­ usammenfügen zum Getöse eines Orchesters. Mit feinem Zischen und hellem Brausen durchkämmt der Wind den Feldrain. Büsche, Gräser fliehen vor ihm und neigen sich tief.


Weiter oben bläst er noch stärker und das Rauschen tönt dunkler - in den Kronen der Kastanien, deren Blätter schon welk sind. Äste knarren und schlagen manchmal aneinander, Zweige und Blätter wogen wild hin und her. Ein Lied von früher mischt sich zwischen die Gedanken. Es erinnert an Wanderungen durch windige Alleen, vorbei an stoppeligen Hügeln und gepflügten Feldern: „Out On The Weekend“ by N.Y. Ein trockener Takt im Rhytmus unserer Schritte, die Mund­harmonika wie der Wind in den Bäumen. Unser Ziel ist ein Bahnhof. Dort wird es einen Kiosk geben mit angeschlossenem Fahrkartenverkauf - eine Sensation in diesem Land der vernagelten Bahnhofsgebäude. Zwei Regionalbahnen kämmen das Land längs und quer nach Menschen aus, um sie weit weg zu schaffen. Schranken bimmeln, Autos rumpeln über den nahen Bahnübergang und zwei Menschen ­mit Rollkoffern verlaufen sich in der sonntäglich verschlafenen ­Kleinstadt. Der Mann mit dem Leinenbeutel da drüben will nicht verreisen. Stille. Spätsommerrauschen.


Beim Jugendklubhaus MAU (1996)


FEINDESLAND Gleich hinter der Tür verläuft die Grenze. Sie ist schwer bewacht. Dahinter liegt Feindesland. Der Feind geht zuweilen auf und ab. Er ist stärker als ich und hat es nicht nötig, seine Schritte zu dämpfen. Auch die steilen Treppen poltert er herab. Vor meiner Tür scheint er zu verharren. Er weiß, dass hier ein Feind wohnt. Jetzt reißt er die Haustür auf. Ich stehe in meinem Flur und warte, lausche angestrengt in gekrümmter Haltung auf das vertraute Krachen der schweren Tür. Mein ganzer Körper scheint zu lauschen. Will er mir eine Falle stellen? Wartet er im Kellergang, während ich sorglos vorbeilaufe?


Sorglos? Jetzt nur hinaus und Luft holen, zwei feindliche Bürgersteige kreuzen, ausweichen, durch die Häuserlücke hindurch, über den Hof, die Strandstraße kreuzend zum Fluss. Hier weht immer ein leichter Wind von der nahen See her und es riecht etwas nach Tang und Salz. Das Ufer ist sehr breit und fast unbebaut. Hier wohnen keine Feinde. Der Blick reicht weit. Gut zu wissen, dass es den Fluß gibt. Sein Wasser scheint fast still zu stehen und manchmal, bei Nordweststurm, fließt er zurück ins flache Land.


Rostock - Graffiti am Rande der SĂźdstadt (2008)


Rostock - Graffiti beim MAU, Blücherstraße (1992)


Rostock - Hansatheater (2014)


HOSE HALBMAST Heute verließ mich mein Hosengürtel. Er hinderte meine Jeans daran, etwa fünf Zentimeter tiefer zu rutschen. Mein einstiger Helfer ist nach fünfzehnjähriger stabiler Partnerschaft von mir gegangen. Er ist mitten im Dienst still und ohne zu klagen einfach in zwei Teile zerfallen. Ich sah sofort, dass hier keine Rettung möglich war. An ihm konnte ich mit geübtem Auge Phasen meiner persönlichen Entwicklung ablesen. Da waren etwa die hektischen Mittneunziger und das verfressene neue Jahrtausend, welche Spuren hinterlassen hatten. Mein Gürtel war eine pflichtbewusste, e ­ hrliche Haut, ein gerader Charakter, ohne unnützen Klimm-Bimm, ohne irgendwelche Nähte oder Ver­zierungen. Einfach nur treues, derbes Leder, ein streng funktioneller Diener, aus einem Stück gefertigt. Niemals hatte ich einen anderen Gürtel neben ihm. Aus Gründen des Anstandes werde ich für einige Zeit auf alle Gürtel verzichten. Meine Jeans trauert mit mir. Fürs Erste macht sie das Beste draus, geht mit der Mode und hängt auf Halbmast.


Tunnel der Hafenbahn beim Vรถgenteich (2015)


ICH MAG DIE ALTEN ZÜGE Ich mag die alten Züge, schon lange stillgelegte Waggons, verrottend auf den Abstellgleisen verwaister Güterbahnhöfe oder ganz selten, jenseits der Grenze, tapfer auf Nebenstrecken ihren Dienst tuend. Da sind die großen grünen Doppelstockwagen, die während meiner Kindheit machmal von Dampflocks gezogen wurden oder kleine rote Ferkel-Taxis, als einzelne Triebwagen bis heute durch die Provinz unterwegs, wie verirrte Sendboten einer vergangenen Zivilisation. Jahrzehnte verschwinden im Augenblick des Wiedererkennens, des ersten Schrittes auf die eisernen Tritte. Das ist Widerstand der Schiebetür, ihr vertrautes Geräusch, zehntausend mal gehört. Hier eine Treppe hinauf und da zwei hinab, dort die kunstledernen, grünen Bezüge der Bänke und immer noch die gleichen Gepäckablagen, Haltegriffe und Aschenbecher.

Güterbahnhof (1993)


Auch mit verbundenen Augen würde ich mich hier zurecht finden. Das da war mein Platz - der einzelne vorn im unteren Geschoss des Doppelstockwagens. Ich musste schnell sein, um ihn mir zu sichern - nur keine fremden Gesichter vor sich haben vor der Frühschicht. Auch keine Bekannten morgens früh um fünf. Ich mag die alten Züge, in deren Gängen man stundenlang an den herab gezogenen Fenstern herumlümmeln und sich den Fahrtwind um die Ohren sausen lassen konnte, bei endlosen Fahrten durch Vorpommern, Transsylvanien oder sonst wohin. Der Zug hält an einer Station, die Bremsen kreischen. Doch keine der vertrauten Haltepunkte finden sich draußen auf dem Bahnsteig. Stattdessen unbekannte Namen in einem fremden Land.


WINTERS ÜBERSTUNDEN Der Winter machte Überstunden bis Ende März. Er schien gar nicht mehr aufhören zu wollen bei minus zehn Grad und strahlendem Sonnenschein. Ein starkes Hochdruckgebiet hing fest irgendwo über dem nördlichen Ural. Es schickte einen eisigen Sturm von Ost-Südost gegen die Warnemünder Molen. Dieser schob das Wasser weit weg vom Strand. Salziger Sprühregen hatte die Steine der Molenbefestigung schon mit einer grellweißen Kruste bedeckt. Von den Geländern tropfte das Wasser, es gefrohr zu langen Eiszapfen, denen man direkt beim Wachsen zuschauen konnte. Sie hingen im Wind wie in der Bewegung erstarrte Vorhänge. Zu Ostern kam der Winter noch mal zurück mit sehr viel Schnee und einer riesigen Packung Matsch. Nur eine Woche später war alles getaut, geschmolzen und vergessen.


BALTISCHE GRIPPE (dem Denkmal am Rostocker Kabutzenhof aus gegebenem Anlass gewidmet)

Sie kamen auf Torpedobooten quer über die Ostsee im November 1918. Nur ein paar schlecht ernährte Kieler Matrosen, kaum wahrgenommen auf der Mole und an der feinen Promenade. In entgegengesetzter Richtung war ein Jahr zuvor ein gewisser Wladimir Uljanow gereist, im verplombten Waggon, durch ganz Deutschland, zur Saßnitzer Fähre. Als die Matrosen von der Flussmündung aufbrachen, trugen sie keine Fahnen und nur wenig Gepäck, aber sie hatten Gewehre, und aufrührerische G ­ edanken bei sich. Hochansteckend waren diese wie die Grippe, die gerade wütete rund um den Erdball. Es fuhren keine Züge flussaufwärts zur Stadt und keine zurück zum Ostseestrand. Sie waren angehalten worden - Quarantäne wegen Weltrevolution.

Die Matrosen gingen zu Fuß, denn nach vier Jahren Krieg waren sie nicht zu schrecken noch aufzuhalten. Sie hatten genug, genug, mehr als genug, und auf halbem Wege, auf einem Kartoffelacker, ging nach kurzem Kampf ein Zeitalter zu Ende. Am Flugplatz, in den Kasernen und der großen Werft wurden sie begeistert empfangen. Doch die Matrosen hatten es eilig - der letzte Zug nach Berlin wartete nicht. Auch an der nächsten Station wehte schon ihre Fahne über dem Bahnhof und im Gegenzug saß ein leibhaftiger Großherzog, wie sein kaiserlicher Herr unterwegs ins Exil. Ihre blaue Kluft wurde nur wenig bestaunt auf den Berliner Straßen. Auch gestreikt wurde und geschossen und jeder kämpfte bald gegen jeden. Klar war nur eins: Es würde nie wieder sein wie zuvor.

Rostock - Matrosendenkmal beim Kabutzenhof


Altstadtgalerie 2015


Blick vom Patriotischen Weg zum PORTCENTER, (1995)


Neptunwerft (1997)


LICHT IM APRIL Die Frühlingssonnes steht schon tief. Nach einer halben Stunde im Nahverkehr und einem schnellem Fußmarsch kann ich das Rauschen der Ostsee schon hören. Viel kühler ist es hier und windiger als in der Stadt. Einen Winter lang war ich nicht mehr an der Steilküste. Was mögen Wind, Wellen und Frost inzwischen angerichtet haben? Gleich wird die Sonne vor ihrem Untergang ganz kurz um das Kapp von Geinitzort herum das Ufer der Stoltera anstrahlen, nachdem dieses einen Winter lang im Schatten gelegen hatte. Für ein paar Minuten ist dann das ganze Ufer in ein gelblich-rotes Licht getaucht. Gelblich-weiß leuchten die Warnemünder Hotels und auch die h ­ aushohen Skandinavien-Fähren, welche vor einer blaugrauen Regenwolke ein- und auslaufen.

Stoltera - Geinitzort (2017)

Es ist, als ob der Winter seinen Vorhang hoch gezogen hätte, um die Bühne für den Sommer frei zu geben. Nur Minuten später versinkt die Sonne und nur ein verblassender Schimmer liegt noch kurz auf dem Steilufer.


Rostock von Osten (2017)


DAS LAND POMORJE Merkwürdiges Land da hinter‘m Graben, der ­eigentlich „Fluss“ heißt und dessen schöne ­Küstenlinie versöhnt für platte Eintönigkeit. Der Wind hat sie zusammengefädelt mit sandiger Schnur aus rund geschliffenen Inselbrocken. Merkwürdiges Land mit zwei, drei Städten, ­ die diesen Namen verdienen. Auch sie mit übertrieben großen Kirchen wie ihre Kleinstadtgeschwister. Wie versehentlich gelandete Raumschiffe, hoch aufragende Backstein-Kolosse, die einem die Sprache verschlagen in ihrem Ehrgeiz. Dazu gesellten sich Plattenbauten nach den B ­ ränden der letzten Kriegstage. Merkwürdig geteiltes Land „Am Meer“, dessen Lebenslinien sich neu finden mussten.

Grimmen - Bentziens Mühle


Merkwürdige Menschen leben dort, viele von jeher dem Hochprozentigen zugetan. Sie bestehen auf ihrem Anderssein, und formen beim Sprechen verräterisch-kantige Verschlusslaute, während sie manche Zischlaute verschludern. Einige hissen in ihrem Garten trotzig blau-weiße Fahnen mit rotem Fabelwesen im Wappen. Merkwürdig vertraute Gesichter auf der Straße: nachgedunkeltes rotblondes Haar und Augenbrauen im Hautton, schmallippig, sommersprossig, mit grün-grauen Augen. Überraschendes Wiedererkennen irgendwo unterwegs. Merkwürdiges Land voller Windräder und darin ein Dorf, dessen Namen ich trage. Vielleicht 20 Kilometer entfernt von einem ­verlassenen Hof bei einer flügellosen ­ Windmühle, am Rande einer kleinen Stadt.


Rostock - Am Wendländer Schilde (1995)


BERLIN 1983

Sonntagabend, Oranienburg. Endlich raus aus dem Zug, an die frische Luft. Drüben, am Gleis gegenüber, steht schon die Berliner S-Bahn.

Kaum zu verstehen, die Lautsprecherstimme am Bahnsteig in ihrer Mischung aus Dialekt und Pampigkeit. Die Sonne versinkt über dem nördlichen Stadtrand. Bis Schönhauser Allee werde ich wieder vertraut sein mit den Berlingeräuschen, Berlinslang und Gerüchen.

Foto: Martin Gapa / pixelio.de

Ein leichter S­ onnenbrand, von der Ostsee mitgebracht, jagt mir eine Gänsehaut über die geröteten Unterarme in der Abendkühle. Nur schnell rüber und einen guten Platz finden. Morgen ist schon wieder Berufsschule.


Der Mief der Rieselfelder ballert durch die abgekippten Fenster der rasenden Bahn und auch sie selbst selbst hat ihren Eigengeruch von verbranntem Gummi und etwas hauptstädtischer Unternehmungslust. Die Abstände zwischen den Stationen sind lang im Berliner Norden. Ein verschwommenes Bild des S-Bahn-Innenlebens und meiner selbst spiegelt sich in den Scheiben und wird wieder gespiegelt. In meinem Kopf rattert ein Lied, passend zum hämmernden Rhythmus der Schwellen und dem Summen der Motoren. Es wird mich immer an diesen Abend erinnern, und an so ein scheinbar grundloses Gefühl des Glücks und der Freiheit.


hinrichbentzien.de · hinrichbentzien@web.de

Es sammelt sich so einiges an. Doch weder Texte noch Fotos hätten alleine für ein Büchlein gereicht. So mussten sie sich miteinander anfreunden und passen im besten Falle auch thematisch zueinander. Ansonsten sind sie einfach nur nett anzusehen, wie ich hoffe. Die Texte entstanden zwischen 2001 und 2017. Rostock, 2018 HINRICH BENTZIEN (geb. 1965) war in verschiedenen Druckereiberufen tätig und arbeitet heute als freiberuflicher Mediengestalter. Seit über 30 Jahren fotografiert er die Stadt Rostock mit ihrem Umland.


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Rostocker Ausblicke by Hinrich Bentzien - Issuu