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Wirkstoff 7–8/2026

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Wirkstoff

Lesestoff für den Fachhandel Selbstmedikation

7–8/2026

Präzis gestochen, gut verheilt

Prävention leicht gemacht

Diese Chancen bei Präventionsangeboten können Drogistinnen und Drogisten nutzen

Thomas Wirth im Interview

Der CEO der Biomed AG erzählt über das 75 ­jährige Unternehmen und seine Motivation

Üble Sache: Brechdurchfall

Wieso Wasser trinken und Elektrolyte ersetzen bei MagenDarm­Infekten so wichtig ist

Branche

Schwerpunkt

Dank Prävention in eine erfolgreiche Zukunft

Im Rahmen der neuen Strategie sollen Drogistinnen und Drogisten vermehrt das Thema «Prävention» ins Auge fassen. Public-HealthExperte Thomas Steffen erklärt, mit welchen Ansätzen Drogerien punkten können.

Impressum Wirkstoff

Buntes Gesundheitsrisiko?

Tätowierungen sind im Trend. Doch die Körperkunst birgt Risiken wie allergische Reaktionen oder langfristige Auswirkungen auf das Immunsystem. Umso wichtiger ist deshalb eine gute Beratung rund um die in die Haut eingebrachten Farbpigmente.

Herausgeber Schweizerischer Drogistenverband, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel, Telefon 032 328 50 30, info@drogistenverband.ch

Verlag vitagate ag, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel Geschäftsführung und Verlagsleitung: Tamara Gygax-Freiburghaus, t.gygax@vitagate.ch

Inserate: Tamara Gygax-Freiburghaus, Marlies Föhn, Valérie Rufer, Janine Klaric, inserate@vitagate.ch

Abonnemente und Vertrieb: Sabine Andersen, vertrieb@vitagate.ch

Redaktion

Publizistische Leitung, Chefredaktorin Wirkstoff: Céline Jenni, c.jenni@vitagate.ch

Redaktionelle Mitarbeit in dieser Ausgabe: Adrian Ritter, Désirée Klarer, Sabine Reber Wissenschaftliche Fachkontrolle: Dr. phil.-nat. Anita Finger Weber Übersetzung: Marie ­Noëlle Hofmann

Titelbild: stock.adobe.com/alfa27

Produktion

Layout: Claudia Luginbühl

Druck: Courvoisier-Gassmann AG, Biel ISSN 2673-4974 (Print), ISSN 2673-4982 (Online); CHF 65.–/Jahr, inkl. MWST. Auflage von 5 469 Ex. WEMF/KS-beglaubigt (9/2025) 7. Jahrgang. Erscheinung 10× jährlich © 2026 – vitagate ag, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel

Offizielles Magazin des Schweizerischen Drogistenverbandes und Medium von Angestellte Drogisten Suisse

Interview

Zwischen Mut und Demut

Der CEO der Biomed AG

Thomas Wirth erzählt im Interview, was das 75 ­jährige Unternehmen auszeichnet, wo er die Stärken der Drogerien sieht und was ihn persönlich antreibt.

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Angestellte Drogisten Suisse Was gilt bei einer Kündigung während der Probezeit? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

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Fermentierte Kosmetik

Was macht Kosmetika mit fermentierten Inhaltsstoffen so besonders? Michael Muehlhaupt, der jahrelang dazu geforscht hat, gibt Antworten.

Editorial Fachwissen

Unangenehm und potenziell gefährlich

Magen­Darm­Infekte sind üble Begleiter – und für ältere Menschen und Kinder schnell lebensgefährlich, wenn Wasser und Elektrolyte nicht ersetzt werden. Diese Tipps helfen bei der infektiösen Gastroenteritis.

Die Kampagne «Selbstmedikation» startet am 27. Juni!

Danke, dass Sie die Botschaft der Kampagne mittragen und verbreiten: «Alle rezeptfreien Medikamente gibt es in der Drogerie.»

Hier finden Sie alle Unterlagen zum Download:

Farbe unter der Haut

Manche Entscheidungen geraten schon nach wenigen Tagen in Vergessenheit, andere prägen uns über Jahre hinweg. Und manche begleiten uns ein Leben lang. Tätowierungen gehören zweifellos zur letzten Kategorie. Gerade bei sommerlichen Temperaturen begegnen sie uns wieder vermehrt: beim Baden, auf dem Arbeitsweg oder beim Einkaufen. Tätowierungen in allen Mustern, Farben und Grössen erzählen seit Jahrtausenden Geschichten und sind Ausdruck von Kultur und Persönlichkeit. Dahinter steckt präzises Handwerk: Mit tausenden Nadelstichen pro Minute bringen Tätowiererinnen und Tätowierer Farbpigmente dauerhaft in die Haut. Wenn für uns auf der Haut ein schönes Motiv sichtbar wird, beginnt gleichzeitig unter der Haut ein komplexer Vorgang: Das Immunsystem wird aktiv und die Wundheilung beginnt. Genau in dieser Phase – wenn die Haut gerötet ist, die Wundheilung läuft und Unsicherheiten auftauchen – suchen viele Frischgestochene Rat. Und den finden sie oft in der Drogerie. Von der richtigen Vorbereitung über die Wundpflege bis hin zu Fragen zu allergischen Reaktionen und zum Sonnenschutz bieten Tätowierungen zahlreiche Berührungspunkte für den Beratungsalltag. Unsere Titelgeschichte erklärt, was beim Tätowieren im Körper passiert und welche Risiken bestehen. Denn nur wer die gesundheitlichen Aspekte kennt, auf ein seriöses Studio setzt und sein Tattoo sorgfältig pflegt, schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die Entscheidung zur Tätowierung ein Leben lang Freude macht.

Céline Jenni, Leiterin Publizistik, Chefredaktorin Wirkstoff, c.jenni@vitagate.ch

«Prävention darf auch bunt sein»

Thomas Steffen ist Arzt, ehemaliger Kantonsarzt von Basel-Stadt und Public-Health-Experte. Er erklärt, was hinter den drei Begriffen Public Health, Prävention und Gesundheitsförderung steckt, warum das Schweizer System gesündere Menschen strukturell verhindert – und welche konkreten Chancen sich für Drogistinnen und Drogisten daraus ergeben.

Thomas Steffen, Ihre Kernthemen sind Public Health und Prävention. Wie ist es dazu gekommen?

Thomas Steffen: Der erste Kontakt war im Medizinstudium. Ich habe in Vorlesungen gemerkt, dass man Gesundheit auch statistisch anschauen kann – aus der Vogelperspektive. Nicht: Was hat dieser Patient? Sondern: Wie geht es den Leuten insgesamt, und was hängt davon ab? Ich war danach jahrelang hin- und hergerissen zwischen klinischer Medizin und Public Health. Beides hat mich gereizt. Aber die Frage, wie man Gesundheit auf Bevölkerungsebene verbessern kann und daraus konkrete Handlungen ableitet, hat am Ende überwogen.

Public Health, Gesundheitsförderung, Prävention – für viele klingt das nach ein und demselben. Worin liegt der Unterschied? Public Health ist der Oberbegriff. Es geht darum, die Gesundheit der Bevölkerung als Ganzes zu betrachten und daraus abzuleiten, welche Gruppe was braucht. Prävention und Gesundheitsförderung wiederum sind die Werkzeuge, um die Gesundheit der Bevölkerung als Ganzes zu erhalten und zu fördern.

Können Sie das bitte präzisieren? Sicher. In der Prävention lautet die Frage: Wie verhindere ich, dass eine Krankheit entsteht oder häufiger auftritt? In der Gesundheitsförderung hingegen ist die Frage breiter: Wie stärke ich die Gesundheit insgesamt – beim Einzelnen und in der Gesellschaft? Im Alltag vermischen sich die beiden, aber das ist nicht schlimm. Wenn man hingegen Angebote entwickeln will, hilft die Unterscheidung. Wer weiss, auf welcher Ebene er ansetzt, kann gezielter wirken – und gezielter kommunizieren.

Sie sprechen davon, Angebote zu entwickeln. Beim Blick auf das Schweizer Gesundheitssystem hat man nicht den Eindruck, dass der Wille zur Investition im Bereich Prävention vorhanden ist. Was läuft da falsch? Wir reparieren auf Weltniveau – keine Frage. Aber es stimmt auch, dass wir im europäischen Vergleich keine Präventionskultur pflegen. Wir blenden relativ stark aus, dass wir die Krankheitslast deutlich reduzieren könnten, wenn wir die Schwerpunkte im

Experten wie Thomas Steffen helfen der Branche, die Strategie weiter zu schärfen und anschliessend in die Praxis zu überführen.

Gesundheitssystem anders setzen würden. Das erzeugt viel Leid, das vermeidbar wäre. Ich unterstelle das nicht dem einzelnen Arzt oder der einzelnen Ärztin. Es liegt am System.

Inwiefern?

Das System bezahlt die Behandlung, nicht die Prävention. Behandlungsleistungen lassen sich viel einfacher abrechnen als Präventionsleistungen – für viele Präventionsangebote fehlen die Tarife gar komplett. Das ist ein klassischer Fehlanreiz, der auf Systemebene behoben werden müsste. Politisch wird er aber kaum diskutiert.

Was bleibt, wenn das System falsch ausgerichtet ist – und wo stehen Drogistinnen und Drogisten dabei?

Es gibt zwei Ebenen, auf denen man ansetzen kann – und beide sind relevant. Die erste ist die Verhaltensprävention. Sie setzt beim Individuum an: Information, Beratung, Impulse für Veränderungen im eigenen Alltag. Das ist der Bereich, in dem Drogistinnen und Drogisten täglich arbeiten.

Hinzu kommt die Verhältnisprävention. Richtig?

Ganz genau. Auf dieser Ebene geht es darum, die Lebenswelt so zu gestalten, dass gesundes Verhalten leichter fällt – Grünflächen, sichere Radwege, Rauchverbote in der Gastronomie. Beide Ebenen verstärken sich gegenseitig. Und: Gesetze sind oft nur für den Anfang wichtig. Irgendwann wird eine Norm zur Kultur – dann braucht es das Gesetz gar nicht mehr. Das Passivrauchen in geschlossenen Räumen ist ein gutes Beispiel.

Was lehrt das für die Beratung in der Drogerie?

Prävention, die wie Bevormundung wirkt, löst Widerstand aus. Die Kunst ist also, gute In-

formation anzubieten, ohne zu drängen. Wer das schafft, gewinnt Vertrauen. Und Vertrauen ist in der Drogerie das Kapital schlechthin.

Am Strategieworkshop des SDV haben Sie von Präventionsinseln gesprochen – konkreten Themenfeldern, an die die Drogerie anknüpfen kann. Können Sie zwei Beispiele nennen?

Erstens: Das Thema Longevity – also was ich tun kann, damit ich möglichst viele gute Lebensjahre vor mir habe – ist gerade sehr präsent. Das ist im Moment sicher auch ein Hype, aber dahinter steckt ein echtes, zeitloses Bedürfnis der Menschen. Genau dort kann die Drogerie attraktive, fachlich fundierte Angebote erstellen.

Und zweitens?

Die psychische Gesundheit: Schlaf, Stress, Ausgeglichenheit. Viele Menschen spüren, dass ihnen gerade alles etwas schwerer fällt – und sie suchen jemanden, der sie begleitet, nicht nur ein Präparat. Beide Themen bieten eine grosse Chance für Drogistinnen und Drogisten. Drogerien können Lifestyle-Relevanz mit Fachlichkeit verbinden. Das unterscheidet sie von schrillen Internet-Angeboten mit wilden Tablettenmischungen und Heilsversprechen.

Zum Abschluss: Was wünschen Sie der Branche?

In meinen Kontakten mit Drogistinnen und Drogisten bin ich unverkrampften, kreativ denkenden, offenen Menschen begegnet. Das ist nicht selbstverständlich – und es ist genau der Boden, auf dem neue Präventionsangebote wachsen können. Meine Botschaft: Bleibt nah an eurer Kundschaft und habt keine Scheu davor, dass Prävention auch Spass machen darf. Sie sollte nicht langweilig sein. Sie darf bunt sein. 

Das Themengebiet «Prävention» ist Teil der Branchenstrategie «Selbstmedikation», «Komplementärmedizin», «Herstellung», «Digital» sowie «Beratung und Prävention» – das sind die fünf Geschäftsfelder der neuen Branchenstrategie. Der Verband hat an der Generalversammlung 2025 beschlossen, zwei der Geschäftsfelder noch weiter zu vertiefen: «Prävention» und «Digital». Thomas Steffen hat den Workshop zum Thema «Präventionsinseln» als Experte begleitet und mitgeprägt, welche konkreten Themenfelder Drogerien künftig besetzen sollen – und welche nicht. Sein Blick von aussen half der Branche, das Potenzial rund um Longevity, psychische Gesundheit oder Mutter und Kind zu schärfen und strategisch zu verorten. Mehr über die Strategieworkshops können Sie in der Wirkstoff-Ausgabe 6/2026 nachlesen.

Tätowierungen gekonnt hegen und pflegen

Schwarze und bunte Hautverzierungen begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden. In der Schweiz ist rund ein Fünftel der Bevölkerung tätowiert. Mit der wachsenden Verbreitung von Tätowierungen rücken deshalb gesundheitliche Fragen rund um Farben, Hautreaktionen und Pflege stärker in den Fokus.

7 Céline Jenni

Tätowierungen sind keine neue Modeerscheinung. Im Gegenteil: Das älteste Tattoo wurde auf dem Körper des Eismanns Ötzi gefunden, der vor mehr als 5 200 Jahren lebte. Je nach Kultur erfüllten Tätowierungen unterschiedliche Funktionen – sie symbolisierten Status, Tapferkeit, Religiosität oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Manchmal dienten sie auch als Bestrafung. Polynesische Kulturen nutzten Tattoos beispielsweise als zentralen Teil ihrer Identität, bei der komplexe Muster die Stammeszugehörigkeit und spirituelle Stärke ausdrückten. Das Wort Tattoo leitet sich vom polynesischen «tatau» ab, was sinngemäss «etwas markieren» oder «Muster einschlagen» bedeutet.1,2 Heute sind Tätowierungen vor allem ein Ausdruck der Persönlichkeit, bei der Überzeugungen, Erfahrungen und Identität als Kunst auf der Haut gezeigt werden. «Oftmals sind die Motive Ausdruck positiver Erinnerungen, wie zum Beispiel die Geburt eines Kindes. Aber mit dem Tätowieren werden manchmal auch belastende Erlebnisse oder Erfahrungen wie Depressionen verarbeitet», erzählt Tätowiererin Sandra Stadler. Gefragt seien in ihrem Tätowierstudio «Black Line Tattoo» in Schönenberg momentan vor allem Schriftzüge, Tiere oder Tätowierungen mit Bezug zur Familie, beispielsweise die Abdrücke von Babyfüsschen mit dem Geburtsdatum. Stadler zeichnet dabei seit 1998 alle Kundenwünsche und -ideen von Hand und verzichtet bewusst auf Computerprogramme. «Das Freihandzeichnen bereitet mir so viel Freude und es ist für mich auch nach all den Jahren immer noch eine Ehre, dass andere Menschen meine Kunst ein Leben lang mit sich tragen.»

Hygiene als entscheidendes Qualitätsmerkmal

In der Schweiz ist gemäss «SRF» rund jede fünfte Person tätowiert. Landesweit gibt es ungefähr 1 000 Tattoo-Studios – offizielle Statistiken dazu fehlen jedoch. Seit 2017 besteht für TattooStudios eine Meldepflicht. Die kantonalen Laboratorien kontrollieren die registrierten Betriebe regelmässig auf Hygienemängel und prüfen, ob gesundheitsschädliche Farben eingesetzt werden. Branchenkenner schätzen, dass auf jedes seriöse Tattoo-Studio drei bis fünf unseriöse Anbieter kommen. Diese Tätowierer locken mit

tiefen Preisen und arbeiten im Versteckten, beispielsweise in Privaträumen oder Hotels – ohne Kontrolle.³ Gemäss Tätowiererin Sandra Stadler zeichnen sich seriöse Tattoo-Studios vor allem durch Transparenz aus: «Kundinnen und Kunden sollen jederzeit nachfragen können, wie zum Beispiel der Hygieneplan aussieht, welche Mittel von welchem Hersteller verwendet werden oder wann eine Farbflasche geöffnet wurde.» Besonders wichtig sei ihr auch das unverbindliche Kennenlerngespräch, bei dem Stadler ihr Studio zeigt und alle Fragen beantwortet. Das OnlineMagazin tattoo.ch betont zudem, dass ein gutes Tattoo auch seinen Preis hat: Niedrige Preise gehen oft mit Abstrichen bei Material, Hygiene oder Können einher. Professionelle Studios und Tattoo-Artists präsentieren ihre Hygienestandards transparent, die Arbeitsräume sind aufgeräumt und sauber, es gibt eine professionelle Beratung zum Ablauf und zur Nachsorge und es werden nur Farben ohne verbotene Inhaltsstoffe verwendet.4,5

Wie ein spitzer Bleistift auf der Haut

Doch was geschieht eigentlich beim Tätowieren? Grundsätzlich schützt die Haut den Körper vor äusseren Einflüssen wie Kälte, Hitze, Druck, chemischen Stoffen oder Krankheitserregern (siehe Grafik auf Seite 9). Die äusserste Schicht der Haut, die Epidermis oder Oberhaut, erneuert sich kontinuierlich alle 15 bis 30 Tage von innen nach aussen. «Diesen Erneuerungsprozess kann man direkt beobachten. Malt man mit einem wasserfesten Filzstift auf die Haut, dann verblasst die Zeichnung nach einigen Tagen», erklärt Professor Dr. Peter Wick von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa, der zu Nanomaterialen in Zellen und Geweben forscht. «Beim Tätowieren wird die natürliche Hautbarriere und dieser Erneuerungsprozess umgangen, indem Farbpigmente in die Dermis eingebracht werden.» Die Dermis (Lederhaut) besteht hauptsächlich aus Bindegewebe und Fasern und enthält Nerven, Sinnesrezeptoren, Immunzellen, Blutund Lymphgefässe.

«Mit der Tätowiernadel werden die Farbpigmente rund 1 bis 2 Millimeter tief in die Haut eingebracht – je nach Körperstelle und Hautdicke», erklärt Tätowiererin Sandra Stadler. Dabei treten rund

20 bis 40 Prozent der Farbe während der Wundheilung wieder aus. Ein Teil wird mit der Kruste abgestossen und ein Teil wird vom Immunsystem abgebaut und abtransportiert. «Letztlich verbleiben nur rund 60 bis 80 Prozent der Farbpigmente dauerhaft in der Haut», sagt Stadler. Eine Tätowiermaschine sticht die Nadel mit einer hohen Frequenz von 50- bis 300-mal pro Sekunde in die Haut. «Die einzelnen Nadelstiche merkt man beim Tätowieren nicht. Der Schmerz oder das Gefühl ähnelt eher einem spitzen Bleistift, der über die Haut gezogen wird. Es fühlt sich wie ein Kratzen oder Brennen an», erklärt die Tätowiererin. Wie schmerzhaft eine Person das Tätowieren empfinde, sei individuell und abhängig von der Körperstelle. Auch Faktoren wie Müdigkeit, körperliche Verfassung und allgemeines Wohlbefinden würden dabei eine Rolle spielen.

Tätowierte Lymphknoten

Durch das Stechen in die mittlere Hautschicht entsteht eine oberflächliche Wunde, die sich infizieren kann, wenn Bakterien, Viren oder Pilze eindringen. Zu den schwerwiegenden Komplikationen gehören Infektionen mit Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV. Aber das Risiko, sich bei professionell arbeitenden Tätowierenden mit

hohen Hygienestandards in der Schweiz anzustecken, ist sehr gering. Sobald Farbpigmente in die Haut gelangen, wird das Immunsystem aktiv. «Lösliche Bestandteile und kleinere Farbpartikel werden relativ rasch über das Lymphsystem abtransportiert und ausgeschieden», sagt Peter Wick. Studien zeigen, dass sich die Pigmente dabei in den Lymphknoten anreichern – man tätowiert also nicht nur die Haut, sondern die Lymphknoten gleich mit. Die Lymphknoten spielen eine entscheidende Rolle bei der Immunabwehr. «Schädigen wir die Lymphknoten, dann beeinträchtigen wir damit auch unser Immunsystem», betont Wick. Das Tätowieren stresst unter anderem auch Makrophagen, die dazu da sind, Fremdkörper aus dem Körper zu transportieren. Beim Kampf gegen die Tinte sterben Makrophagen teilweise ab. Dies kann Entzündungsreaktionen fördern und langfristig das Immunsystem zusätzlich schwächen. Eine neue Studie an Mäusen zeigt, dass Tätowierungen zudem die Immunantwort auf Impfungen verändern können.6–9 «Da Farbpigmente aus Tätowierungen als Fremdkörper im Gewebe bleiben, wirkt sich das langfristig auf den Körper aus», sagt Wick. Es sei grundsätzlich nicht gut, wenn ein System ständig in Alarmbereitschaft sei. Entscheidend sei jedoch die Dosis: Ein kleines Tattoo stelle eine andere Belastung dar als grossflächige Tätowierungen

Kälte Wärme

Epidermis

Blutgefässe

Dermis

Subkutis

Druck, Reibung, Schläge Chemikalien Bakterien

Nerven

Lymphgefässe

Fettgewebe

Gesunde Haut schützt den Körper vor Kälte, Wärme, Druck/Reibung und Schlägen und sie verhindert, dass chemische Stoffe oder Mikroben in den Körper gelangen.

Epidermis

über den ganzen Körper, so Wick. Zudem komme es auch auf die Zusammensetzung der Tinte an.

Farbige Pigmente

Tätowierfarben bestehen aus verschiedensten Chemikalien, hauptsächlich aus Pigmenten und Suspensionsmittel als Trägerflüssigkeit (z. B. Verdicker und Konservierungsstoffe).7 «Dabei handelt es sich eindeutig um Nanopartikel im unteren Nanometerbereich», sagt Wick. Schwarze Tinte basiere meist auf Kohlenstoffverbindungen, farbige Tinte könne auch Schwermetalle enthalten. Seit 2025 unterstehen Tätowierfarben in der Schweiz den REACH-Vorschriften der EU. Die REACH-Verordnung regelt Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Mehr als 4 000 in Tattoofarben eingesetzte Substanzen wurden gemäss der Verordnung verboten, da sie krebserregend oder erbgutverändernd sein können. Dazu gehören beispielsweise Azofarbstoffe, Phenylendiamin, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Methanol. Eine Positivliste mit gesundheitlich unbedenklichen Farben existiert aber mangels aussagekräftiger wissenschaftlicher Daten nicht.10–13

Dermis

Subkutis

Obwohl REACH-konforme Farben für mehr Sicherheit sorgen, sind sie nicht automatisch risikofrei. Inhaltsstoffe können dennoch allergische Reaktionen auslösen. «Wenn allergische Reaktionen auftreten, dann ist es fast immer bei roter Farbe», erklärt Tätowiererin Sandra Stadler, «mit schwarzer Tinte hatte ich in fast 30 Jahren als Tätowiererin keinen einzigen entsprechenden Fall.» Eine ähnliche Einschätzung äusserte auch Urs Hauri, Leiter Chromatografie am Kantonalen Laboratorium Basel-Stadt, gegenüber dem «Beobachter». Weshalb rote Farbtöne häufiger allergische Reaktionen verursachen, sei bislang unklar. Es gibt nämlich nicht «den» roten Farbstoff, sondern vielmehr kommen unterschiedliche Pigmente und Chemikalien zum Einsatz. Eine mögliche Erklärung liegt in der Herstellung der Tätowierfarben. Die verwendeten Farbpigmente werden auch für die Kunststoffindustrie genutzt. Diese Pigmente enthalten oft Verunreinigungen, da sie nicht speziell als Farbe fürs Tätowieren hergestellt werden.6,14,15 Akute allergische Reaktionen auf Tätowierungen äussern sich durch Hautausschläge, Rötungen oder Schwellungen mit starkem Juckreiz. Häufig sind Konservierungsmittel in der Tinte die Auslöser. Allergische Reaktionen auf die Farbstoffe können sich auch erst Monate oder Jahre später zeigen, wenn sich die Farbpigmente in der Haut verändern oder

Beim Tätowieren wird die Hautbarriere überwunden und es werden Farbpigmente mit einer Nadel in die Dermis eingebracht. Kleine Farbpartikel wandern passiv (via Blut) zu den Lymphknoten oder werden von Immunzellen phagozytiert und aus der Haut in die Lymphknoten abtransportiert. Während der Wundheilung wird auch ein Teil der Farbpigmente ausgewaschen. Wird ein Tattoo zu tief in die Haut gestochen und landen die Farbpigmente in der Subkutis anstatt der Dermis, wird das als «Tattoo-Blowout» beschrieben. Die Farbe breitet sich dort ungewollt aus, was zu verschwommenen Konturen und unerwünschten Schattierungen führt. Wird ein Tattoo zu wenig tief gestochen, landen die Farbpigmente in der Epidermis. Die Epidermis erneuert sich alle paar Wochen, weshalb ein Tattoo in dieser Zellschicht schnell verblasst.

wenn ein zweites Tattoo mit der gleichen Farbe gestochen wird. Zur Behandlung kommen je nach Ausprägung kortisonhaltige Präparate infrage.

Vorbereitung aufs Tätowieren

Entscheidet sich eine Person für eine Tätowierung und hat sie ein seriöses Tätowierstudio gefunden, können Drogistinnen und Drogisten für eine gute Vorbereitung folgende Punkte empfehlen:

• Hautpflege: Regelmässiges Eincremen hilft, trockene Hautstellen zu vermeiden und die Haut geschmeidig zu halten.

• Hautreizungen und Sonnenbrand vermeiden, da auf gereizter Haut nicht tätowiert werden kann.

• Ausgeruht und genährt: Damit der Körper gut mit den Schmerzen und der Belastung zurechtkommt, sind genug Schlaf und eine ordentliche Mahlzeit hilfreich.

Das Einmaleins der Tattoopflege

Mit dem letzten Nadelstich beginnt die Nachsorge: «Direkt nach dem Tätowieren wird das Tattoo mit einer Schutzfolie vor reibender Kleidung und Keimen geschützt», erklärt Tätowiererin Sandra Stadler. Zuhause sollte die Folie entfernt, das Tattoo mit kaltem Wasser und einer Hautwaschemulsion gewaschen und das austretende, farbige Wundsekret vorsichtig abgetupft werden.

Henna-Tattoos

Die ESD-Studierenden Léon Hesse, Diana Rutz und Hanna Knellwolf, die alle selbst auch tätowiert sind, sind sich einig, dass ein Tattoo wie eine offene Schürfwunde behandelt werden sollte. Das frische Tattoo sollte möglichst nicht berührt werden. «Vor dem Versorgen des Tattoos müssen die Hände gründlich mit Seife gewaschen und die Wunde desinfiziert werden», sagt Léon Hesse. «Früher wurde oft empfohlen, das Tattoo möglichst auszutrocknen», sagt Diana Rutz, «inzwischen weiss man aber, dass eine feuchte Wundheilung deutlich besser ist.» Das heisst, dass die tätowierte Haut in den ersten Tagen mehrmals täglich eingecremt werden sollte. Wundgels, Heilsalben oder spezielle Tattoo-Cremes unterstützen die Regeneration und fördern den Wiederaufbau der Hautbarriere. Vor allem Cremes mit dem Wi rkstoff Dexpanthenol haben sich bewährt, da dieser wundheilungsfördernd und antiinflammatorisch wirkt.7 Die «Pharmazeutische Zeitung» weist darauf hin, dass pflanzliche Zubereitungen mit beispielsweise Ringelblumenextrakt oder Teebaumöl bei der Pflege des Tattoos kritisch beurteilt werden sollten, da sie potenziell allergieauslösend sein können.18 Wichtig ist, dass die Wundkruste auf keinen Fall abgekratzt wird. «Ich habe vor dem ersten Tattoo den Juckreiz unterschätzt», erzählt die angehende dipl. Drogistin HF Diana Rutz. «Regelmässiges Eincremen und Befeuchten lindert die Beschwerden und verhindert das Kratzen am Tattoo.» Eine unzureichende Pflege kann zu einer dickeren Kruste auf dem Tattoo führen. Diese kann einreissen oder aufplatzen, was zu Farbverlust oder gar Vernarbungen führen kann.19 Das Tattoo sollte deshalb nie austrocknen.

Eine Alternative zu permanenten Tätowierungen sind Henna-Verzierungen. Vor allem als Urlaubssouvenir sind Henna-Tattoos beliebt. Henna wird aus den Blättern der Strauchpflanze Lawsonia inermis gewonnen und zu einem Pulver verarbeitet. Natürli che Henna-Paste besteht aus Henna-Pulver, Zucker, Zitronensaft und Ölen, ist bräunlich, gelblich oder grünlich und hat einen erdigen Geruch. Die Paste wird auf die Haut aufgetragen und getrocknet. Dabei dringt der Farbstoff in die oberste Hautschicht ein. Wenn die getrocknete Paste abgekratzt wird, erscheint das Motiv zuerst hellorange und wird in den nächsten 48 Stunden dunkler, da die Farbpigmente an der Luft oxidieren. Aber Achtung: An Veranstaltungen, an Festivals und bei Strassenkünstlern werden oft Henna-Verzierungen angeboten, bei denen die Henna-Paste Para-Phenylendiamine (PPD) enthält. Dieses Lösungs mittel sorgt dafür, dass die Paste schwarz wirkt, schneller trocknet und das Einfärben der Haut beschleunigt wird. Doch PPD ist ein bekanntes Kontaktallergen, das starke allergische Reaktionen auslösen kann. Ist man erstmals auf PPD sensibilisiert, muss jeglicher Kontakt mit Produkten, die Diamine enthalten, möglichst vermieden werden. Viele dieser Substanzen finden sich je doch in Alltagsgegenständen wie schwarz gefärbten Textilien, dunklen Lederwaren, Radiergummis, Medikamenten oder Haarfarbe. Beim ersten Anzeichen einer allergischen Hautreaktion sollte ärzt licher Rat eingeholt werden. Die Abheilung des Ekzems kann mehrere Wochen dauern und es kann zu bleibenden, unschönen Pigmentflecken bis hin zu Narbenbildung kommen.20–23

Das vollständige Literatur verzeichnis finden

Sie hier:

Tätowiererin Sandra Stadler empfiehlt ihren Kundinnen und Kunden jeweils, am ersten Tag eine Wundheilsalbe und ab dem zweiten Tag eine leicht fettende Tattoo-Creme zu verwenden. «Wundheilsalben können etwas Farbe aus der Tätowierung ziehen, deshalb empfehle ich keine zu lange Anwendung», sagt Stadler. Für die weitere Pflege erhalten alle Kundinnen und Kunden in ihrem Studio eine speziell entwickelte Tattoo-Creme, die nach ihrer Rezeptur in einer Hautapotheke hergestellt wird.

Guten Sonnenschutz nutzen

In den ersten Tagen und Wochen nach dem Tätowieren sollte auf Baden, Schwimmen und zu langes Duschen verzichtet werden. Aufgeweichte Haut kann das Eindringen von Krankheitserregern erleichtern. Auch Sport und schweisstreibende Aktivitäten sollten vorerst vermieden werden. Frisch tätowierte Haut sollte man zudem in den ersten Wochen vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. «Tattoos bergen wie alle Wunden Risiken», betont Diana Rutz. Durch die Verletzung der Haut sei das Gewebe vorübergehend anfälliger für Infektionen und Entzündungen. Folgende «Red Flags» sollten ärztlich abgeklärt werden: starke Schwellung, Fieber, gelb-grünliches Wundsekret, ausgeprägte Rötung, allgemeines Unwohlsein und starke, zunehmende Schmerzen.

«Die Pflege der Tätowierung geht auch nach abgeschlossener Wundheilung weiter», sagt Rutz. Regelmässige Feuchtigkeitspflege der tätowierten Stelle hält die Haut geschmeidig, so dass die Farben strahlen. Und: Tätowierungen müssen konsequent

Tattooentfernung

vor der Sonne geschützt werden, am besten mit einem Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50+. Das bestätigt auch Tätowiererin Sandra Stadler: «Tätowierte Haut verbrennt schneller, da sie dunkler ist. Deshalb ist Sonnenschutz das A und O.»

Hohe Akzeptanz im Drogeriealltag

Tätowierungen sind heute gesellschaftlich weitgehend akzeptiert – auch im Berufsalltag von Drogistinnen und Drogisten. Dies bestätigen die Drogisten Léon Hesse, Diana Rutz und Hanna Knellwolf. «Gelegentlich sprechen Kundinnen und Kunden sichtbare Tätowierungen an, doch die Fragen sind sehr respektvoll», sagt Diana Rutz. Auch Léon Hesse erzählt von Komplimenten, die er oft bekommt. «Ich habe mich mit knapp 17 Jahren tätowieren lassen, weil mich Tattoos schon immer fasziniert haben – vielleicht auch, weil meine Eltern ebenfalls tätowiert sind.» Negative Erfahrungen habe er noch keine gemacht, sogar sein Lehrmeister habe seine Sujets schön gefunden. Hanna Knellwolf erzählt, dass sie sich im Vorfeld viele Gedanken über mögliche Reaktionen gemacht habe, da sie sich ein Tattoo am Arm stechen lassen wollte. «Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv und viele Kundinnen und Kunden waren neugierig und wollten mehr über die Tätowierung wissen.» Tätowierungen können im Beratungsalltag sogar als Gesprächseinstieg dienen: «Vor allem Kinder oder Personen, die selbst auch tätowiert sind, haben Freude an tätowiertem Drogeriepersonal und reagieren sehr offen», sagt Knellwolf. 

Gefällt einer Person ihr Tattoo nicht mehr, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dabei kann das Tattoo überarbeitet oder überstochen werden, damit ein anderes Motiv entsteht. Alternativ lassen sich Tätowierungen mittels Laserbehandlung bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen aufhellen oder teilweise entfernen. Eine vollständige Entfernung kann jedoch nicht garantiert werden. Bei einer Laserbehandlung werden die in der Haut befindlichen Farbpigmente mit einem hochenergetischen Lichtimpuls im Nanosekundenbereich bestrahlt. Die Pigmente absorbieren das Licht und zerfallen durch die Energie in kleinere Partikel. Die nun zerkleinerten Pigmentpartikel können über das Blut und das Lymphsystem in die Lymphknoten abtransportiert werden. Welche gesundheitlichen Risiken durch die neu entstandenen chemischen Verbindungen bei der Laserbehandlung entstehen, ist noch unklar. Beschrieben wurden bereits genotoxische Spaltprodukte von Azofarbstoffen und allergische Reaktionen auf Pigment-Abbauprodukte. Nach einer Laserbehandlung ist es wichtig, die Hautstelle konsequent vor Sonne zu schützen, sie trocken und sauber zu halten und regelmässig einzucremen. Blutverdünnende Medikamente sollten in ärztlicher Absprache ein paar Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden, um Blutergüsse zu vermeiden.24,25

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Je mehr Drogerien die Kampagne mittragen, desto grösser die Wirkung. Machen Sie mit und streuen Sie die Botschaft: Alle rezeptfreien Medikamente gibt es in der Drogerie.

Gemeinsam für eine starke Branche. Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz!

Die Kampagne läuft vom 27. Juni bis 12. Juli und vom 31. August bis 6. September 2026.

Eine Firma zwischen Mut und Demut

Thomas Wirth ist CEO der Biomed AG. Im Gespräch erzählt er, was das mittelständische Pharmaunternehmen einzigartig macht, warum der Point of Sale im Gesundheitswesen immer wichtiger wird – und was ihn persönlich antreibt.

7 Désirée Klarer | Miriam Kolmann

Thomas Wirth, Sie sind seit 15 Jahren bei Biomed, seit 2018 als CEO. Was hält Sie?

Thomas Wirth: Ich könnte jetzt sagen: Das spannende Aufgabengebiet. Natürlich ist das auch wichtig, doch es sind immer die Beziehungen, die einen halten. Der Spass bei der Arbeit und die Freude an dem, was man macht – das hängt sehr stark von den Menschen ab. Ich meine damit sowohl die Beziehungen gegen innen als auch zur Kundschaft oder zur Branche.

Biomed war nicht Ihr erster Arbeitgeber. Sie kamen von Pfizer, waren dort Teil der Geschäftsleitung. Der nächste logische Schritt wäre die grosse, weite Welt gewesen. Wie kommt es, dass Sie sich stattdessen für Biomed in Dübendorf entschieden haben?

Die Arbeit ist in meinen Augen immer ein Resultat des Lebens, das man führen möchte. Als Vater von drei Kindern mit meiner Frau um die Welt reisen, ständig umziehen – das war für uns keine Option. Als dann Biomed auf mich zugekommen ist, fiel mir der Entscheid leicht.

Also lieber im Kleinen etwas bewegen, als auf der grossen Bühne?

Ganz genau. Zumal ich bei Biomed trotzdem vieles tun kann, was ich bei einer grossen Firma auch hätte tun können – und vermutlich sogar noch ein wenig mehr. Hier wächst man mit der Firma, nicht entlang

eines Organigramms. Bei Biomed kannst du Projekte angehen, die dich aus der Komfortzone holen – und die letztlich auch wirklich umgesetzt werden.

Biomed gibt es seit 75 Jahren. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Da müsste man eigentlich die Kundschaft fragen und nicht mich. Aber was mir spontan dazu einfällt, ist die Verbindung zwischen Mut und Demut.

Wie meinen Sie das?

Wir sind ein Pharmahandelsunternehmen, das ausschliesslich für den Schweizer Markt tätig ist und rund 60 Leute beschäftigt. Wir sind zwar im Gesundheitswesen aktiv, aber nicht im Bereich von lebensbedrohlichen Erkrankungen, sondern in der Grundversorgung oder Prävention. Die Welt dreht sich auch weiter ohne Biomed. Soviel zur Demut.

Und zum Mut?

Wir mögen im Markt ein kleinerer Player sein – aber wir wollen trotzdem etwas bewegen. Dieses Bewusstsein macht uns aus. Und es prägt auch die Menschen, die hier arbeiten.

Wie würden Sie das Aufgabengebiet von Biomed jemandem beschreiben, der das Unternehmen noch nicht kennt?

Thomas Wirth

Der Lebensmittelingenieur ist seit 2018 CEO der Biomed AG. Davor war er während sechs Jahren ebenfalls bei der Biomed als Sales und Marketing Director tätig. Er ist verheiratet, Vater von drei Kindern und verbringt seine Freizeit unter anderem gerne auf dem Velo.

Wir kennen den Schweizer Markt – eine Insel innerhalb von Europa, samt eigenen Regulatorien und Zulassungswegen – und helfen jenen Firmen, die hier keine Filiale aufbauen wollen, beim Vertrieb ihrer Produkte. Wir können das Dossier in der Schweiz einreichen, haben eine Handelsbewilligung und übernehmen das Marketing und den Vertrieb in der Schweiz. Die Komplexität, die für andere eine Hürde ist, ist unser USP. Ausserdem haben wir in den letzten Jahren begonnen, auch eigene Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Diesen Bereich wollen wir in Zukunft stärken.

«Ich sehe die Stärke der Drogerie in der Haltung: die Sowohl-als-auch-Haltung. Zwischen Komplementärmedizin und Schulmedizin hat bis heute …»

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?

Das strategische Tüfteln, das mit dieser Komplexität einhergeht. Das logische Denken, analysieren, Muster erkennen – das bereitet mir wirklich Freude. Und dann: verschiedene Menschen mit verschiedenen Stärken so zusammenzuführen, dass etwas Gutes dabei rauskommt. Führung und Führungsentwicklung beschäftigen mich sehr. Das kann ich ständig weiterentwickeln.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Der Tag beginnt um halb acht. Seit zwei Jahren frühstücke ich morgens mit meiner Frau – das klingt nach einer Kleinigkeit, aber es ist eine bewusste Entscheidung. Privatleben und Arbeit gehen heute immer mehr ineinander über. Vielleicht ist mir gerade deshalb dieses Ritual sehr wichtig geworden. Danach arbeite ich E-Mails ab und ab neun Uhr folgen in der Regel Meetings und Gespräche zwischen Tür und Angel. Kurz: Ich bin viel unterwegs. Ich buche mir aber auch bewusst Zeit, in der ich selbst arbeiten kann. Gewisse Sachen möchte ich noch selbst machen, auch

wenn es vielleicht effizienter wäre, es täte jemand anderes.

Spannender Ansatz für einen CEO, der eigentlich alles delegieren könnte. Warum ist es Ihnen so wichtig, gewisse Dinge selbst zu erledigen?

Früher war ich der junge Wilde, der Excel bedienen konnte. Heute ist KI ganz weit vorne. Und da merke ich den Gap schon. Wer aufhört, Dinge selbst auszuprobieren, verliert irgendwann den Anschluss. Darum ist es mir zum Beispiel bei KI wichtig, Prompts auch einmal selbst zu schreiben, statt die Arbeit zu delegieren. Wer nur über etwas liest, verinnerlicht das Handwerk nicht. Selbst interessiert bleiben geht nur durch Tun.

Gutes Stichwort! Interessiert bleiben ist nicht nur im Umgang mit der KI wichtig, sondern auch, wenn man auf dem Markt bestehen will. Wo sehen Sie für Biomed aktuell die grössten Chancen?

Überall dort, wo man mit Prävention auch potenzielles Ungleichgewicht verhindern kann – etwa bei der Insulinresistenz, welche in Diabetes münden kann. Schon jetzt besteht ein Fachkräftemangel im medizinischen Bereich, hinzu kommt der anhaltende Kostendruck. Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass hier sehr viel Entwicklungspotenzial liegt und ein Wandel bevorsteht. Unser Gesundheitswesen ist im Grunde ein Krankheitssystem – das halte ich für einen Fehler.

Was meinen Sie damit?

Prävention greift nie über ein einzelnes Produkt oder eine Beratung allein. Sie greift dann wirklich, wenn es gelingt, Menschen zu Verhaltensänderungen zu führen – gerade im Bereich der Ernährung und Bewegung. Damit sich hier in der breiten Bevölkerung etwas verändert, bräuchte es auch den politischen Willen, den Fokus von der Heilung auf die Vorsorge zu verschieben. Bis dahin können wir das Feld jedoch nicht den grossen Firmen überlassen, sondern schauen, wie und wo wir uns als kleinerer Player gewinnbringend im Wandel positionieren können.

Welches Projekt fordert Sie aktuell am stärksten?

Der Aufbau eines Serviceangebots für den B2B-Handel – nicht produktbezogen, sondern servicebezogen.

Worum geht es dabei genau?

Es geht darum, einen Service anzubieten, den Drogerien und Apotheken vor Ort anbieten können. Im Bereich Prävention zum Beispiel möchten wir eine venöse Blutanalyse direkt für die Kundschaft anbieten –mit einer App und einem Laborpartner. Unser Ziel ist es, die Fachpersonen vor Ort dahingehend zu befähigen, dass sie kompetent und umfangreicher beraten können. Ferner sehen wir darin die Möglichkeit, die Gesundheitskompetenz zu stärken und die Beratungsmöglichkeiten vor Ort auszubauen.

Welche Trends beschäftigen Sie derzeit am stärksten?

Ganz weit vorne sind Themen rund um Ernährung, Bewegung und Stoffwechsel. Als ich vor 15 Jahren zu Biomed kam, boomte der Abnehmmarkt – er war ein Vielfaches so gross wie heute. Doch was wir heute bei Biomed kommunizieren wollen, ist ein anderes Bild: Es geht nicht darum, einem äusserlichen Ideal zu entsprechen, sondern um Stoffwechselgesundheit im weiteren Sinne. Darum haben wir auch eine neue Produktlinie lanciert.

Sie entwickeln seit einiger Zeit auch selbst Produkte in Lohnherstellung – und beziehen dabei die Drogeriebranche mit ein? Ja, seit drei Jahren sind wir in der Lage, auch selbst Produkte zu entwickeln. Dafür haben wir ein Advisory Board mit Drogistinnen und Apothekern. Da diskutieren wir Produktideen und schauen gemeinsam auf die Märkte. Der eigene Standort auf der Landkarte beeinflusst auch die Perspektive, die man hat. Es gelingt uns vielleicht nicht immer, doch es ist uns wichtig, nah am Markt zu sein. Die Advisory Boards sind nebst regelmässigem Austausch mit der Branche ein wichtiges Instrument dafür.

Bleiben wir bei der Drogerie. Wie sehen Sie deren Zukunft in Anbetracht des Wandels, den Sie vorhin angesprochen haben?

Die Positionierung im Markt ist anspruchsvoll. Im Ausland wissen viele Menschen noch nicht einmal, was eine Drogerie ist. «Eine Apotheke ohne verschreibungspflichtige Arzneimittel» trifft vielleicht den Kern, wird der Sache aber auch nicht gerecht. Die Drogerie ist mehr als eine «Apotheke light» und bietet eine Vielzahl an Dienstleistungen, die es nur dort gibt. Das muss in der Positionierung entsprechend kommuniziert werden. Und es wird wohl noch dringlicher, wenn der Onlinehandel im OTC-Bereich Realität wird.

«… keine wirkliche Annäherung stattgefunden – obwohl sie sich gegenseitig befruchten könnten.»

Was könnte dieses Mehr sein?

Ich sehe die Stärke der Drogerie in der Haltung: die Sowohl-als-auch-Haltung. Zwischen Komplementärmedizin und Schulmedizin hat bis heute keine wirkliche Annäherung stattgefunden – obwohl sie sich gegenseitig befruchten könnten. Die Drogerie ist im komplementärmedizinischen Bereich daheim, aber das schliesst nicht aus, dass auch das, was die Schulmedizin anbietet, hier seinen Platz hat. Beispielsweise mit den rezeptfreien Arzneimitteln. Auf den Kunden eingehen, Empathie zeigen, echte Beratungskompetenz ausstrahlen – das ist meines Erachtens die Stärke der Drogerie.

Wird ihr dieser Platz durch die Digitalisierung streitig gemacht? Das Thema Gesundheit dürfte massiv digitalisiert werden. Doch unser Beispiel mit dem B2C-Service zeigt auch: Man wird es nie vollständig in digitale Hände geben. Der menschliche Kontakt, die echte Beratung, das bleibt essenziell. Qualitativ hochstehende Produkte, kompetente Beratung und eine klare Spezialisierung – mit dieser Kombination kann man der Konkurrenz etwas entgegenhalten, das Bestand hat. Was es braucht, ist die Musse, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um diesen Platz trotz allem zu behalten. Das gilt für Biomed ebenso wie für die Drogerien. 

In der SeptemberAusgabe von Wirkstoff erwartet Sie an dieser Stelle ein Gespräch mit Islam Alijaj, der sich als Nationalrat für mehr Inklusion einsetzt.

Probezeit im Arbeitsrecht

Was gilt bei einer Kündigung während der Probezeit? Dieser Beitrag soll zentrale Praxisfragen beantworten und die Anwendung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) klarstellen.

Christoph Balmer, Rechtsanwalt und Geschäftsführer Angestellte

Drogisten Suisse

Dies ist eine Seite von Angestellte Drogisten Suisse. Die Meinung des Autors muss sich nicht mit jener der Redaktion und/oder des Schweizerischen Drogistenverbandes decken.

www.drogisten.org

Jüngst musste sich das Bundesgericht mit der Thematik der Probezeit auseinandersetzen, weil streitig war, ob die Kündigung in der Probezeit erfolgte oder nicht. Obwohl die vertraglich vereinbarte Probezeit noch nicht vorbei war, entschied das Bundesgericht, dass die Arbeitnehmerin von einer bestandenen und damit abgeschlossenen Probezeit ausgehen durfte, weil die Arbeitgeberin ihr (zu früh) zur bestandenen Probezeit gratuliert hatte. Im Ergebnis erfolgte die Kündigung daher nach Ablauf der Probezeit. Da die Arbeitnehmerin zu diesem Zeitpunkt schwanger war, hat der Kündigungsschutz gegriffen und die Kündigung war nichtig (BGer 4A_254/2025 vom 26.11.2025).

Sinn und Zweck der Probezeit

Die Probezeit dient dem gegenseitigen Kennenlernen auf fachlicher und persönlicher Ebene. Innerhalb dieser Phase kann beurteilt werden, ob die beidseitigen Erwartungen erfüllt werden. Erweist sich eine längerfristige Zusammenarbeit als nicht sinnvoll, können beide Seiten mit einer kurzen Kündigungsfrist von 7 Tagen kündigen (Art. 8 GAV). Der Gesamtarbeitsvertrag der Drogeriebranche regelt die Probezeit in Art. 5 klar und knapp: «Die Probezeit beträgt einen Monat. Sie kann schriftlich auf insgesamt drei Monate verlängert werden (Art. 335b OR).» Wird also im individuellen Arbeitsvertrag die Probezeit nicht geregelt (vgl. Art. 3 GAV), kommt der GAV zur Anwendung und die Probezeit dauert 1 Monat (Art. 5 GAV). Die Probezeit kann gemäss GAV schriftlich auf insgesamt höchstens 3 Monate verlängert

werden. Dies ist im Sinne einer Vereinbarung möglich, sei es direkt im individuellen Arbeitsvertrag oder nachträglich mittels zusätzlicher schriftlicher Abrede. Eine einseitige Verlängerung durch den Arbeitgebenden ist nicht zulässig. Bei Abwesenheiten aus bestimmten Gründen verlängert sich die Probezeit um die entsprechenden Ausfalltage. Der GAV verweist ausdrücklich auf Art. 335b OR. Erfasst sind insbesondere Krankheit, Unfall sowie die Erfüllung einer nicht freiwillig übernommenen gesetzlichen Pflicht. Fehlt der Arbeitnehmende während der Probezeit, verschiebt sich deren Ende somit um die Anzahl der Abwesenheitstage entsprechend nach hinten. Es empfiehlt sich deshalb, Abwesenheiten (Krankheit/Unfall/ Gesetzespflicht) während der Probezeit zu dokumentieren, da sie das Enddatum der Probezeit automatisch nach hinten verschieben.

Auswirkungen der Probezeit

Beide Parteien können das Arbeitsverhältnis jederzeit unter Einhaltung der 7-tägigen Frist kündigen und es bestehen keine vorgegebenen Endtermine. Somit muss die Kündigung nicht auf das Ende eines Monats ausgesprochen werden. Der besondere Kündigungsschutz gemäss GAV/OR greift erst nach Ablauf der Probezeit (u. a. Krankheit/Unfall, Schwangerschaft, Militärdienst). Während der Probezeit gelten diese Sperrfristen nicht. Eine Kündigung kann in der Probezeit demnach ausgesprochen werden, auch wenn der Arbeitnehmende wegen Krankheit oder Unfall nicht zur Arbeit erscheinen kann. 

Brechdurchfall –

wann es gefährlich wird

Ein Magen-Darm-Infekt ist sehr unangenehm. Entscheidend ist, genug zu trinken und die Elektrolyte zu ersetzen. Vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann ein Flüssigkeitsmangel lebensbedrohlich werden.

7 Adrian Ritter

Was tun, wenn einem nur noch übel ist, mit Durchfall und Erbrechen? «Das Wichtigste bei einem Magen-Darm-Infekt ist, frühzeitig in zuerst kleinen Schlucken zu trinken und damit die verlorenen Elektrolyte zu ersetzen», sagt Prof. Dr. med. Tom M. Ganten, Facharzt für Gastroenterologie bei der Gastroklinik AG und Hirslanden Klinik Zürich. Denn die grösste Gefahr ist die Dehydrierung. Vor allem über den Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit und

Salze, gleichzeitig sind die Erkrankten geschwächt und ihnen ist bisweilen so übel, dass sie kaum noch trinken mögen. Brechdurchfall, Magen-Darm-Infekt, Magen-Darm-Grippe oder in der Fachsprache infektiöse Gastroenteritis nennt sich das Übel, das auch in der Schweiz jährlich Hunderttausende befällt. Es handelt sich um eine Entzündung der Schleimhäute in Magen und Darm, ausgelöst meist durch Viren oder Bakterien – selten durch

Amöben oder Parasiten. Allerdings sind es andere Viren als bei einer Grippe, weshalb der Begriff Magen-Darm-Grippe eigentlich unpassend ist.

Vielfalt von Symptomen

Zu den häufigsten Auslösern gehören Noroviren und Rotaviren. Rotaviren treten besonders häufig bei Kindern auf, Noroviren sind bekannter etwa aus Altersheimen. «Die auslösenden Mikroben sind oft sehr infektiös», sagt Ganten. So sind manchmal ganze Altersheime oder Klassenlager betroffen. Beim Norovirus reichen schon wenige Viruspartikel für eine Ansteckung. Manchmal treten die Symptome bereits Stunden nach einer Infektion auf, die Inkubationszeit kann aber auch bis zu einer Woche betragen. Ähnlich wie bei Erkältungen und Grippe häufen sich die Fälle vor allem im Herbst und Winter – wenn wir mehr Zeit in Innenräumen und etwa an Familienfesten verbringen, wo die Keime leicht weiterwandern können.

Durchfall, Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten Symptomen, müssen aber nicht zwingend immer alle auftreten. Fieber und Magenkrämpfe können zusätzliche Symptome sein. Umgekehrt können solche Symptome auch auftreten, ohne dass eine Entzündung in Magen und Darm vorliegt – etwa nach dem Verzehr verdorbener Lebensmittel (vgl. Kasten unten). «In der grossen Mehrheit der Fälle aber handelt es sich bei Symptomen wie Durchfall und Erbrechen um eine infektiöse Gastroenteritis», sagt Ganten.

Kommt jemand – weil die Person etwa beruflich mit Kindern arbeitet – häufig mit den entsprechenden Erregern in Kontakt, entwickelt sich mit der Zeit eine gewisse Immunität. Dann kann sich ein Infekt auch nur mit leichten Symptomen zeigen. Bei ansonsten gesunden Menschen ist der Verlauf ohnehin zumeist mild. Die Beschwerden klingen in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab, weil das Immunsystem die Erreger erfolgreich bekämpfen kann.

Weitere Ansteckungen verhindern

Am stärksten gefährdet für einen schweren Verlauf sind Kleinkinder mit noch untrainiertem Immunsystem, chronisch Kranke und ältere Personen, deren Abwehr nicht mehr so effizient arbeitet. Zu den «Red Flags», bei denen man sich ärztliche Hilfe holen sollte, gehören:

• Blut im Stuhl,

• hohes Fieber,

• starke Bauchschmerzen,

• Beschwerden von mehr als etwa drei Tagen und

• eine ausgeprägte Dehydrierung.

Eine ausgeprägte Dehydrierung ist an sehr trockener Haut und trockenen Schleimhäuten erkennbar oder daran, dass jemand auch kleine Mengen Flüssigkeit schnell wieder mit dem Stuhl verliert oder erbricht. Gerade bei Kleinkindern kann ein Flüssigkeitsmangel schnell kritisch werden. Die Gefahr besteht unter anderem, dass ein Kreislauf- oder Nierenversagen eintritt.

Reisedurchfall und Lebensmittelvergiftung

Der Magen­ Darm­ Infekt wird oft als Überbegriff für verschiedenartige Beschwerden des Verdauungssystems verwendet. Auch der Reisedurchfall gehört dazu. Er kann verschiedene Ursachen haben – oft sind es bakterielle Erreger im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene oder von verunreinigtem Wasser oder Nahrungsmitteln. Eine Lebensmittelvergiftung kann zwar ebenfalls durch Bakterien wie Staphylococcus aureus in Nahrungsmitteln verursacht werden. Meist aber sind es nicht die Bakterien selber, welche Symptome auslösen, sondern von Bakterien produzierte Toxine. Typisch dabei: Die Beschwerden treten sehr schnell nach dem Essen oder Trinken auf. Denn die Toxine sind schon vorhanden, es müssen sich nicht erst Bakterien im Körper vermehren wie beim klassischen Magen-Darm-Infekt. Die Behandlung und die «Red Flags» bei Reisedurchfall und Lebensmittelvergiftung sind identisch mit denjenigen von Magen-DarmInfekten.

Aber auch bei älteren Personen ist diese Gefahr nicht zu unterschätzen. Kleinkinder werden dabei häufig apathisch. Ein Warnsignal für Flüssigkeitsmangel bei Kleinkindern ist auch, wenn die Windel zu lange trocken bleibt.

Bei bestimmten Erregern besteht zudem das Risiko, dass sie ins Blut übergehen und eine Sepsis verursachen oder dass die Entzündung im Darm zu einer Perforation der Darmwand und anschliessend zu einer Bauchfellentzündung führen kann. Bei schweren Verläufen wird im Labor der genaue Erreger bestimmt, um die Therapie entsprechend anzupassen.

Treten «Red Flags» auf, empfiehlt sich zuerst eine telefonische Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt oder der Hausärztin.

Denn ein Besuch in der Praxis birgt das Risiko weiterer Ansteckungen, weshalb eventuell ein Hausbesuch sinnvoller ist. Abhängig ist dies auch vom Gesundheits-

zustand. Bei schwerer Dehydrierung sollte im Notfall der Rettungsdienst verständigt werden.

Elektrolyte in der richtigen Mischung

Bei der Behandlung auch leichterer Fälle steht immer im Zentrum, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Dabei genügt es nicht, Wasser zu trinken. Eine Elektrolytlösung enthält die richtige Mischung aus Wasser, Mineralien und Zucker, um vom Körper gut aufgenommen werden zu können. Entweder man bereitet sich die Lösung beispielsweise aus Tee, Orangensaft und etwas Salz selber zu oder kauft sie fixfertig zubereitet.

Sofern die Erkrankten etwas essen mögen, bietet sich leichte Kost an: Bananen, Kartoffeln, weisser Reis, Teigwaren ohne

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Sauce, Zwieback oder Weissbrot. Etwas Salz und wenig Zucker sollten mit eingenommen werden. Ballaststoff- und fetthaltige Nahrung gilt es zu vermeiden, denn sie belastet Magen und Darm zu sehr. «Wenn immer möglich verzichten wir bei der Behandlung auf Antibiotika, denn sie verkürzen die Leidensdauer nur unwesentlich, bringen aber das Risiko von Nebenwirkungen und einer Resistenzentwicklung mit sich», sagt Gastroenterologe Ganten.

Hilfreiche Flohsamenschalen

Welche anderen Tipps und Produkte aus der Drogerie und Apotheke können bei Magen-Darm-Infekten hilfreich sein? Medikamente, die den Wir kstoff Loperamid enthalten, stoppen Durchfall, indem sie den Darm lähmen. Sind Bakterien die Ursache für den Durchfall, beispielsweise bei einer bakteriellen Enterokolitis (ausgelöst durch Salmonellen, Shigellen oder Campylobacter), ist von Loperamid abzuraten. Ist der Darm nicht mehr in Bewegung, können sich die Mikroben umso stärker vermehren. Probieren kann man hingegen Aktivkohlepräparate, wobei deren Wirksamkeit gegen Durchfall gemäss Ganten nicht mit

Bisweilen gehörte Tipps wie Cola trinken taugen aus der Sicht von Gastroenterologe Tom Ganten nicht: «Sehr zuckerhaltige Getränke bieten den Bakterien reichlich Nahrung – ausserdem sind kohlensäurehaltige Getränke gerade bei einem geschwächten Magen und Darm weniger gut verträglich.» Ebenfalls verzichten sollte man auf Kaffee. Hingegen können Kräutertees (zum Beispiel Kamille, Anis, Fenchel) und eine Wärmeflasche auf dem Bauch helfen, Magen und Darm zu be-

Hat jemand nach einigen Tagen Durchfall einen wunden After, helfen Wundsalben. Zudem kann

die betroffene Person versuchen, mit Flohsamenschalen den Stuhlgang zu normalisieren. Ganten empfiehlt, mit täglich drei Teelöffeln Flohsamenschalen zu beginnen und später auf drei Esslöffel zu erhöhen. Sie sollen immer zusammen mit genügend Wasser eingenommen werden – pro Esslöffel Flohsamenschalen mindestens ein bis zwei Deziliter. «Es gilt, individuell zu testen, ob man die Flohsamenschalen verträgt, was nicht bei allen Menschen der Fall ist», sagt Ganten.

Ebenfalls helfen kann ein Mittel gegen Erbrechen. Und auch die Phase nach der akuten Erkrankung kann seitens Drogerie und Apotheke unterstützt werden. «Unser Mikrobiom im Darm ist zwar erstaunlich stabil und erholt sich nach einer Erkrankung relativ schnell wieder. Probiotika können diesen Prozess aber unterstützen», so Ganten.

Abgesehen von der Behandlung gilt es, die Prävention von Magen-Darm-Infekten nicht zu vergessen. Diese betrifft die allgemeine Hygiene und den Umgang mit Lebensmitteln. Die Erreger können entweder über die Nahrung oder andere Menschen zu uns gelangen – letzteres in der Regel über den fäkal-oralen Übertragungsweg. Dabei kann schon ein verunreinigter Toilettensitz oder Türgriff für eine Ansteckung reichen. Entsprechend hilft eine gute Händehygiene, gerade im Umfeld von bereits erkrankten Personen. Gewisse Erreger wie das Norovirus können sich auch über Tröpfcheninfektion verbreiten, sodass eine Gesichtsmaske im Umgang mit Erkrankten Schutz bietet.

Was Lebensmittel anbelangt, ist es etwa möglich, dass Gemüse und Obst mit tierischem Dünger behandelt wurden und sich darin Erreger befanden. Deshalb gilt es, Lebensmittel gut zu waschen. Bei Reisen in Länder mit schlechter Wasser- und Lebensmittelhygiene wird das Prinzip «Cook it, peel it or forget it» empfohlen: Kann man ein Lebensmittel weder kochen noch schälen, sollte man vom Verzehr absehen. 

Flohsamenschalen enthalten pflanzliche Ballaststoffe, die sehr viel Wasser binden können. Dadurch wird bei Durchfall die Verweildauer des aufgenommenen Wassers im Darm verlängert und die Darmaktivität reguliert.

Arbeite dort, wo Gesundheit im Mittelpunkt

Kaskadenfermentierte Kosmetik

Kosmetika mit fermentierten Inhaltsstoffen werden immer beliebter. Michael Muehlhaupt hat jahrelang in der Forschung für solche Produkte bei Dr. Niedermaier Pharma gearbeitet. Im Interview erzählt er, was er erfunden hat und was die fermentierte Kosmetik besonders macht.

Michael Muehlhaupt, Sie haben viele Jahre im Bereich der Erforschung von Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika mit kaskadenfermentierten Essenzen gearbeitet. In letzter Zeit gibt es einen grossen Trend hin zu prä- und probiotischen Pflegeprodukten. Sie haben auch so etwas erfunden?

Michael Muehlhaupt: Ich habe von 2008 bis im Frühling 2026 bei Dr. Niedermaier

Pharma gearbeitet und in dieser Zeit einige Gesundheitsprodukte zum Einnehmen wie Nahrungsergänzungsmittel und auch Cosmeceuticals mit kaskadenfermentierter Regulatessenz entwickelt. Dafür werden frisches Obst und Gemüse sowie Nüsse mit Milchsäurebakterien in drei nacheinander folgenden Stufen fermentiert. So entsteht ein einzigartiges Bak-

7 Sabine Reber

terienlysat mit über 50 000 hochwertigen Vitalstoffen beziehungsweise sekundären Pflanzenstoffen, den Polyphenolen und deren Metabolite.

Ist dieses Bakterienlysat ein Probiotikum? Nein, da es keine lebensfähigen Bakterien enthält. Das Herstellverfahren imitiert den natürlichen Nahrungsaufschluss unseres Verdauungssystems, wodurch die pflanzlichen Zutaten körpergerecht aufgeschlossen werden.

Welche Gemüse und Früchte werden fermentiert?

Je nach Regulatessenz sind das zum Beispiel Zitronen, Datteln, Feigen, Walnüsse, Sojabohnen, Karotten, Äpfel, Zwiebeln, Mungobohnensprossen, Granatäpfel, Himbeeren, Kokosnüsse, Artischocken, Kichererbsen, Erbsen, Sellerie, Hirse und Ingwer. Die Vielfalt an Zutaten spielt für die Vielfalt der sekundären Pflanzenstoffe eine Rolle. Jede Pflanze bildet unterschiedliche Polyphenole in unterschiedlichen Mengen, um sich vor Umweltschadstoffen wie UV-Strahlung, Luftverschmutzung oder Fressfeinden zu schützen. Wichtig bei unserer speziellen Kaskadenfermentation ist die Metabolisierung der Polyphenole in Metabolite. Diesen Vorgang kann ein gesundes Dick-

darmmikrobiom übernehmen. Wir machen das in unseren Fermentern wie ein «extrakorporales» Mikrobiom.

Welche Bakterienkulturen wirken in der Kaskadenfermentation?

Zur Kaskadenfermentation setzen wir Lacticaseibacillus paracasei und Lacticaseibacillus rhamnosus ein. Im Endprodukt sind nicht mehr die lebenden Lacticaseibacilli enthalten, sondern ein Lysat aus diesen Milchsäurebakterien. Das Ferment wird kurzzeitig erhitzt, um die Produkte haltbar und noch wirksamer zu machen.

Wie wirken die Produkte?

Wir wissen aus jahrzehntelanger Erfahrung und wissenschaftlichen Studien, dass die Regulatessenz immunregulierend, hautberuhigend, antioxidativ und energetisierend wirkt, dass sie das Hautmikrobiom unterstützt und die natürliche Schutzbarriere stärkt sowie für

Mungobohnensprossen enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamin C.

SwissSkills 2027 –

Save the Date

Die nächste Berufsmeisterschaft Drogist/Drogistin EFZ findet vom 14. bis 18.September 2027 in Bern statt.

Scanne den QR-Code, lass dich inspirieren und verpasse keine News, damit du 2027 nicht nur zuschaust, sondern mittendrin bist… …wir sehen uns in Bern!

ein frischeres, energetisiertes, gesundes Erscheinungsbild der Haut sorgt. Polyphenole helfen, die Haut vor schädlichen freien Radikalen zu schützen. Die Produkte unterstützen den milchsauren pH-Wert von 5,5 der Haut, sie sind gut verträglich und hypoallergen.

Was ist der Unterschied Ihrer Produkte zu denjenigen aus der koreanischen Kosmetik, die derzeit gross im Trend sind und ebenfalls fermentierte Pflanzenstoffe enthalten? Koreanische Kosmetik enthält nur einzelne fermentierte Pflanzenstoffe. Unsere Regulatessenz bildet mit ihrer vielfältigen Mischung vieler fermentierter Pflanzen die Vielfalt der Natur ab.

Wirken bei der Haut die gleichen Bakterienkulturen wie bei der Darmgesundheit?

Auf der Haut und im Darm – genauer gesagt im Dickdarm – findet man teilweise dieselben Bakterien, beispielsweise Milchsäurebakterien. Diese stellen für beide Mikrobiota ein günstiges milchsaures Milieu her. Auf der Haut gibt es zudem viele Staphylococcus epidermi-

Forschung und Wissenschaft

dis- und Staphylococcus homidis/lugdunensis-Bakterien. Diese Staphylokokken leben normalerweise nicht im Darm. Im Darm wiederum gibt es wichtige Bakterien, zum Beispiel Akkermansia muciniphila oder Faecalibacterium prausnitzii, die in der Sauerstoffatmosphäre auf der Haut nicht lebensfähig sind. Laktobazillen (Milchsäurebakterien) und Bifidobakterien werden häufig für Darmpräparate verwendet. Diese Bakterien sind grundsätzlich auch für die Haut gesund, wirken aber in Pflegeprodukten schwächer als bei innerlicher Anwendung.

Können innerlich angewendete Kulturen auch die Hautgesundheit fördern und umgekehrt Bakterien aus der Gesichtspflege auf den Darm wirken?

Grundsätzlich hängt der Zustand unserer Haut in einem grossen Masse von einem gesunden, gut funktionierenden Darm und seinem Darmmikrobiom ab. Nach meinen jahrelangen Erfahrungen haben zum Beispiel die meisten Neurodermitis-Patientinnen und -Patienten einen schlechten Darmzustand. Insofern för-

Michael Muehlhaupt studierte Pharmazie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde Apotheker. Er machte eine Weiterbildung bei der Bayerischen Landesapothekerkammer zu Ernährungsberatung, Prävention und Gesundheitsförderung. Danach war er lange Zeit Leiter der Abteilung Forschung und Wissenschaft bei Dr. Niedermaier Pharma in Hohenbrunn bei München. Heute ist er pensioniert.

Fermented Skincare

Sieben Pflegeprodukte mit Präund Postbiotika, die die Hautschutzbarriere stärken, während Ceramide und Membranlipide die Hautstruktur regenerieren

dert ein gesundes Darmmikrobiom eine gesunde Haut. Für unser Darmmikrobiom sind Laktobazillen und Bifidobakterien als Probiotika nachgewiesenermassen günstig. Einige wichtige Darmbakterien (besonders Akkermansia muciniphila und Faecalibacterium prausnitzii) sind sehr empfindlich gegenüber Sauerstoff. Ausserhalb unseres Dickdarms sind diese Bakterien sofort tot. Daher kann man diese bis heute nicht supplementieren. Man kann aber diese für die Darmgesundheit wichtigen Bakterien durch Präbiotika – also Ballaststoffe – fördern, zum Beispiel durch Inulin, Akazienfasern, resistente Stärke, Leinsamen oder Flohsamenschalen. Bakterien aus der Gesichtspflege können bei gesunder Haut nur lokal wirken, aber das sollen sie auch. Dafür haben wir unsere Hautschutzbarriere. Daher wirken Bakterien aus der Gesichtspflege bei anwendungsgemässer äusserlicher Anwendung nicht auf den Darm.

In manchen Produkten sind lebendige Bakterienkulturen enthalten, in anderen Produkten tote Bakterien. Was ist der Unterschied?

Lebende Bakterien – Probiotika – haben nachgewiesene günstige Wirkungen auf unser Darmmikrobiom, wie zum Beispiel immunmodulatorische oder antientzündliche Wirkungen. Über den Darm können sie sich über die neu entdeckte DarmHaut-Achse positiv auf die Haut auswirken. Probiotika wirken auch lokal angewendet auf der Haut immunmodulierend, antientzündlich und können Hautzellen vor oxidativem Stress schützen. Probiotika haben in Punkto Sicherheit aber Nachteile: bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten können sie zu Infektionen führen, ebenso bei Kindern. Probiotika können auch Resistenzgene übertragen. Um dies zu vermeiden, werden die Bakterien durch Hitze abgetötet, so entstehen Postbiotika. Diese entfalten ähnliche Wirkungen wie Probiotika, sind aber noch wirksamer und sicherer, weil sie sich nicht vermehren können. Eine Gruppe von Postbiotika sind die sogenannten Bakterienlysate, darin findet man Zellwandbestandteile der Bakterien

wie Lipoteichonsäuren, Peptidoglykane und Exopolysacharide.

Muss man Produkte mit lebenden Bakterien im Kühlschrank aufbewahren?

Ja, sonst können sich die Bakterien zu stark vermehren und die Produkte können verderben. Auch aus diesem Grund sind die Postbiotika viel praktischer.

Stimmt es, dass fermentierte Kosmetik für Allergiker besser geeignet ist?

Ja, denn allergene Stoffe, insbesondere Proteine, werden durch Fermentationen so umgewandelt beziehungsweise aufgespalten, dass sie nicht mehr allergen wirken. Es ist allerdings so, dass bei fermentierter Kosmetik nicht das gesamte Kosmetikum fermentiert ist, sondern einzelne fermentierte Zutaten eingesetzt werden. Wenn es sich um allergene Zutaten handelt, dann ist eine Fermentation sinnvoll und kann sich für Allergiker günstig auswirken. Einzelne fermentierte Zutaten wirken sich leider nicht auf das allergene Potenzial der anderen Zutaten aus, das Kosmetikum kann immer noch allergen wirken. 

Mitgliedermutationen

Übergaben

• Per 30.6.2026 an die Droguerie Vive SA: Droguerie Jaquet SA, Rue du Simplon 35, 1800 Vevey

Übernahmen

• Per 1.7.2026 in die Sektion Suisse romande: Droguerie Vive SA, Célia Croset, Rue du Simplon 35, 1800 Vevey

Schliessungen

• Per 30.6.2026: Dorf-Drogerie Hafen, Säntisstrasse 1, 8305 Dietlikon

• Per ca. 31.7.2026: Drogerie Wenger, Milchgasse 1, 5703 Seon

Alle Mitgliedermutationen richten Sie bitte an: Schweizerischer Drogistenverband, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel/Bienne, info@drogistenverband.ch, 032 328 50 30

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