Wirkstoff Lesestoff für den Fachhandel Selbstmedikation
10/2026
Schnell getestet – und dann? Gut geglückt
Erfolgreich aufhören
Nachhaltig genutzt
Ein Rückblick auf die gross angelegte Kampagne «Selbstmedikation»
Rauchen schadet – so können Drogerien beim Rauchstopp unterstützen
Palmöl hat einen schlechten Ruf, obwohl ein nachhaltiger Anbau möglich wäre
Die Anzeigenkombi, mit der Sie mit einer einzigen Buchung das gesamte Fachpersonal in Drogerien und Apotheken erreichen
Wirkstoff den Lesestoff für
9/2026
dikation l Selbstme Fachhande
Fachkräfte zen insetpha rm geschickt e hlt, was es
erzä Der Politiker gelingt it Inklusion braucht, dam nötig sind esserungen und wo Verb
Gegen rte fehlende Wo
e auf psychisch Menschen fällt anzusprechen Erkrankungen wichtig i wäre es so schwer – dabe
aJourn Schweizer Apothekerze itung | Jou rnal
12 000 Leserinnen und Leser
60 Jahr e Tox In Hier dr fo Suiss eht sic e h alles ums Gi Digita ft le Vern etzung Neue Pa mit M rtnersc ehrw haft m Gesund it heitspl der digi ert attform talen Well Long Co vid Ergänz ende Be ha spezifis chen He ndlung mit ilpflanz en Health care-P rofess 2026 ionalsInitiat Erst lie ive fern, da nn verg üten
al
Suisse de Pharmacie | Giornale Svizzero
«Pregn ant wom Diabet en beco es und me sw neue ee Schwan Therapieans ter» ätze in gerscha ft und Pilotp Stillzeit rojekt im Ka Grosse nton W s Intere aadt Apothe sse: Ein Dritt el der ken m HIV: Um eldete gang sich an mit Fa Die Sc lschinf hlüsse or matio lrolle de ne r Apot Statut hekersc n enrevi haft Den Ve sion be rband fit mac i pharmaSui hen fü r die Zu sse kunft
Jetzt buchen! Tamara Gygax-Freiburghaus 032 328 50 54, t.gygax@vitagate.ch, vitagate-ag.ch vitagate ag, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel
di Farmacia
9.2026, 164.
istinnen ebildeten Drog Die frisch ausg haben EFZ und HF und Drogisten erhalten ihre Diplome
Islam Alijaj im Interview
Bern, 25.0
Abschluss geschafft
Jahrgang
9 | 9.2026
Schwerpunkt
Fachwissen
8
14
Editorial
MK
Selbsttests richtig einordnen
Schädliche Stoffe in der Lunge
Das Angebot an Selbsttests wächst, doch die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind komplex. Ein Überblick über die wichtigsten Regeln und weshalb das Thema für Drogerien spannend sein könnte.
Dass Rauchen der Gesundheit schadet, ist bekannt. Doch was passiert im Körper beim Zigarettenkonsum genau? Und wie schädlich sind Passivrauchen und E-Zigaretten?
2 6
19
Kampagnenrückblick Die Kampagne «Selbst medikation» ist in zwei Etappen erfolgreich über die Bühne gegangen. Für die Drogerie im Einsatz Maja Fabich-Stutz hat 40 Jahre lang ihre Drogerie geführt und sich für ihren Beruf eingesetzt – ein Porträt der Drogistin. Unterstützung beim Rauchstopp Die Drogerie ist eine wichtige Anlaufstelle, um Raucherinnen und Raucher vom Glimmstängel wegzubringen.
21 24 28
Angestellte Drogisten Suisse Was bei Lohnanpassungen rechtlich gilt und was kommuniziert werden muss. Nachhaltiges Palmöl Die Palmölproduktion schadet oft der Umwelt. Wie könnte ein nach haltiger Anbau aussehen? Was Blaulicht mit den Augen macht Bildschirme sind im Alltag überall präsent. Schadet das Blaulicht unseren Augen?
Schnell getestet, gut beraten Selbsttests boomen. Egal, ob Schwanger schaft, Vitaminmangel oder Hormonstatus: Heutzutage kann fast alles zuhause getestet werden. Praktisch? Klar. Günstiger als zum Arzt zu gehen? Vielleicht. Problematisch? Durchaus. Denn bei Selbsttests ist nicht im mer sicher, wie aussagekräftig die Resultate sind. Auch wenn sie als Medizinprodukte gel ten, braucht es nicht die gleichen Kontrollen oder Nachweise wie bei Arzneimitteln. Eine weitere Schwierigkeit: Nach dem Testen gibt es keine fachliche Einordnung und Begleitung. Ist dieser Wert noch normal? Braucht es eine Supplementation? Oder wäre doch ärztlicher Rat angezeigt? Selbsttests können Ängste auslösen, wo keine nötig wären, oder falsche Sicherheit vermitteln, wo eigentlich Hand lungsbedarf bestünde. Drogerien können hier eine wichtige Rolle übernehmen: Vorgesprä che führen, Ratsuchende begleiten, Fragestel lungen richtig einordnen und, wo nötig, an an dere Fachstellen weiterverweisen. Was es rechtlich zu beachten gilt und weshalb es sich lohnt, sich mit dem T hema auseinanderzuset zen, erfahren Sie in unserer Titelgeschichte auf Seite 8. Céline Jenni, Leiterin Publizistik, Chefredaktorin Wirkstoff, c.jenni@vitagate.ch 10/2026 | Wirkstoff
1
nnte chaf t ko nenbots g die a p n e m ri a e K le Drog ung der dass il so vie , e k Die Wirk w n , a n D e entfalt zlichen r r e u H n . h n n! ic e s rstützte ht h a b ne unte itgemac g a m p e m n a g K a er Kamp Sie bei d
Gemeinsam sichtbar: Ein Rückblick auf die Kampagne Die Kampagne «Selbstmedikation» ist in zwei Etappen erfolgreich über die Bühne gegangen. Ein Blick auf die Massnahmen, die Zahlen, die Erfolge und die Verbesserungsmöglichkeiten. 7 Céline Jenni |
Der Schweizerische Drogistenverband hat gemeinsam mit der vitagate ag die bisher grösste Kampagne zur Selbstmedikation durchgeführt. Mit dem Slogan «Alle rezeptfreien Medikamente gibt es in der Drogerie! … Naturheilmittel übrigens auch.» wurde auf die Kompetenz der Drogerien rund um das Thema «Selbstmedikation» aufmerksam gemacht. «Das Ziel war es, mit einer klaren und starken Botschaft die breite Bevölkerung anzusprechen», sagt Andrea Ullius, Geschäftsführer des SDV. «Kundinnen und Kunden sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Drogerie die erste Anlaufstelle ist, wenn es um rezeptfreie Medikamente geht.» Besonders gefreut hat Ullius, dass sich mehrere Gruppierungen
2
Wirkstoff | 10/2026
SDV
bereit erklärt hatten, die Kampagne aktiv mitzutragen. «So konnten wir als Branche geschlossen auftreten und die Sichtbarkeit erhöhen», so Ullius.
Vielfalt an Massnahmen Die Kampagne wurde in zwei Etappen durchgeführt: vom 27. Juni bis zum 12. Juli sowie vom 31. August bis zum 6. September. Dabei sind 22 662 811 Ausstrahlungen des Kampagnenspots über die LivesystemScreens mit 43 337 856 Kontakten erzielt worden, 11 00 Taschentücher wurden bestellt und rund 100 Drogerien haben sich am Kindermalwettbewerb beteiligt. Zusätzlich
Bunte Vielfalt: Hunderte von Kindern haben beim Malwett bewerb im Rahmen der Kampagne mitgemacht.
war die Kampagne mit zahlreichen Plakaten und Beiträgen auf Social Media und verschiedenen Online-Kanälen sichtbar. Zum Verteilen gab es neben Taschentüchern und Stofftaschen ausserdem die Broschüre «Selbstmedikation», welche die Bevölkerung über die spannenden Themen rund um rezeptfreie Arzneimittel, Naturheilmittel und die beruflichen Möglichkeiten in der Drogerie informiert. «Wir haben uns für differenzierte Kanäle entschieden, damit wir die Drogeriekundschaft von jung bis alt möglichst gut erreichen», sagt Tamara Gygax, Geschäftsführerin der vitagate ag, welche die Kampagne leitete. Besonders gefreut habe sie die grosse Sichtbarkeit der Branche während der Kampagnenwochen. «Noch wichtiger war für mich aber, dass wir den Austausch zwischen der Kundschaft und den Drogerien sowie zwischen den Drogerien und dem Verband fördern konnten.»
Die Drogerie aus K inderaugen Eine überzeugende Massnahme der Kampagne, die Eltern und Grosseltern mit den Kindern in die Drogerie brachte, war der nationale Malwettbewerb. «Wir wollten mit der Malvorlage die Drogerien als familienfreundlichen Ort positionieren», sagt Nadine Leuenberger, Projektmitarbeiterin der Kampagne beim SDV und bei der vitagate ag. Dazu wurde eine A4-Malvorlage digital bereitgestellt. Die ausgedruckten Exemplare konnten interessierte Eltern und Grosseltern in der Drogerie beziehen. Alternativ hatten sie die Möglichkeit, die Vorlage daheim auszudrucken. «Alle, die beim Malwettbewerb mitmachen wollten, mussten ihre Zeichnung wieder zurück in die Drogerie bringen – eine tolle Massnahme, um Menschen für den Besuch einer Drogerie zu begeistern», so Leuenberger. Rund 100 Drogerien haben die drei bis vier schönsten und originellsten Bilder der 2- bis 12-jährigen Kinder anschliessend an die Geschäftsstelle des SDV zurückgeschickt. Dort musste eine 4-köpfige Jury aus rund 400 kunterbunten Bildern auswählen – eine schwierige Aufgabe. Viele Kinder malten nämlich nicht nur einfach
die Vorlage aus, sondern schmückten die Bilder mit kleinen Zeichnungen von Pillen, Cremes, Pflanzen und fantasievollen Details aus oder klebten und verzierten sie mit Glitzersteinchen, Aufklebern, Stoff oder gar einem Ballon. Die Jury berücksichtigte dabei das Alter der Kinder, um die schönsten und originellsten Bilder auszuzeichnen. Die siebenjährige Myla darf sich nun über eine Familienübernachtung im Wellnesshotel freuen, der neunjährige Janeo über einen Globetrotter-Gutschein und acht weitere Kinder zwischen 3 und 12 Jahren über Faber-Castell-Farbstifte.
Positive Wahrnehmung Nach Abschluss der Kampagne hat der SDV eine Online-Umfrage bei den SDV-Mitgliedern und via d-mail durchgeführt. «Wir wollten insbesondere herausfinden, wie die Kampagne bei den Drogistinnen und Drogisten angekommen ist und wo Verbesserungspotenzial besteht», sagt Claudia Severus, Projektmitarbeiterin der Kampagne beim SDV. 155 Personen haben die Umfrage ausgefüllt, 131 davon als Firmen-,
1
Dieses bunt ausgemalte Bild mit vielen gezeich neten Details und aufgeklebten Elementen der siebenjährigen Myla überzeugte die Jury am meisten. In der Drogistenstern-Ausgabe 5 werden alle Gewinnerinnen und Gewinner aufgeführt.
10/2026 | Wirkstoff
3
zVg
Während mehreren Wochen war die grossangelegte Kampagne in den Drogerien in der ganzen Schweiz sichtbar – im Bild die Droguerie des Tanins in Porrentruy.
Personen- oder Passivmitglied des SDV oder als Vertretung einer Drogeriegruppierung. 24 Antworten kamen von Seiten der Drogeriekundschaft beziehungsweise von Industriepartnern. Die Kampagne wurde am häufigsten in einer Drogerie gesehen. Rund 80 Prozent der Antwortenden nannten diesen Kontaktpunkt. Knapp die Hälfte nahm die Kampagne zudem über Social Media wahr. Ein Drittel der Befragten gab an, die Kampagne auf Screens in Bussen, an Tank- oder Poststellen gesehen zu haben. «Die Befragung zeichnet insgesamt ein positives Bild», betont Claudia Severus. So sei die Botschaft der Kampagne von den Befragten als verständlich und relevant beurteilt worden. Rund 65 Prozent bewerteten die Verständlichkeit mit einer 5 oder 6 auf der sechsstufigen Skala. Die Relevanz für die Bevölkerung schnitt noch etwas besser ab: Knapp 72 Prozent vergaben eine 5 oder 6.
Anderes Sujet, anderer Slogan? Auch die Kampagnenmaterialien wurden rege eingesetzt. Besonders häufig kamen die Plakate (84 Prozent) und die Broschüre «Selbstmedikation» (75 Prozent) zum Einsatz. Der Kindermalwettbewerb wurde von 59 Prozent der Befragten genutzt. «Mich freut es, dass so viele positive Rückmeldungen gekommen sind», sagt Severus. Besondere schön findet sie, dass es unter
4
Wirkstoff | 10/2026
anderem bei der Broschüre so viele Nachbestellungen gab. «Toll, dass eine grosse Mehrheit die Broschüre auch über die Kampagnendauer hinaus einsetzen möchte!» Gleichzeitig zeigt die Umfrage, wo noch Potenzial besteht. In den Kommentaren der Befragten wurde das Kampagnensujet einerseits gelobt, andererseits kritisiert. Das Sujet der Kampagne sollte die Vielfalt des Angebots in Drogerien abbilden. Die Wahl fiel auf den Drog istenstern, da dieser einen hohen Wiedererkennungswert hat und zu allen Drogerien jeglicher Ausrichtung passt. Damit der Drog istenstern als Sujet überhaupt so abgeändert werden konnte, brauchte es gemäss dem Reglement über die Verwendung des Verbandssignets (Art. 3.2) einen Antrag an den Zentralvorstand. Dieser hat die Verwendung des abgeänderten Logos bis Ende 2027 einstimmig gutgeheissen. «Gemäss der Umfrage haben mehrere Personen diese Wiedererkennung des Drog istenstern auch so wahrgenommen und fanden ihn schön ausgeschmückt», sagt Kampagnenleiterin Tamara Gygax. «Andere konnten jedoch mit dem Logo wenig anfangen und hätten sich etwas anderes gewünscht, das mehr Emotionen hervorruft.» Kritisiert wurde, dass das Logo KIgeneriert aussehe und keine Menschen ins Zentrum stelle und dass auf dem Stern zu viel Verbandsmaterial abgebildet sei – obwohl das nicht per se die Kernkompetenz von Drogistinnen und Drogisten sei. Auch der Slogan «Alle rezeptfreien Medikamente gibt es in der Drogerie! … Naturheilmittel übrigens auch.» stiess nicht bei allen Drogistinnen und Drogisten auf Begeisterung. Mehrere Personen wünschten sich, dass Naturheilmittel, Phytotherapie und die spezifische Fachkompetenz der Drogerien künftig stärker ins Zentrum gerückt werden und dies nicht als ergänzendes Thema zu den rezeptfreien Arzneimitteln behandelt wird. Zudem wurde eine noch längere Kampagnendauer und eine häufigere Wiederholung der Botschaft angeregt, wobei die Kampagne auch ausserhalb der Drogerien stärker über mehr Plakatflächen, Online-Werbung, Radio oder auf Social-Media-Kanälen präsent sein sollte. «Grössere Präsenz ist jedoch auch eine Kostenfrage», betont Gygax.
Einsatz für die Branche und Gesundheitsberatungen sind ihr Ding Den Menschen als Ganzes sehen, zuhören, Vorschläge machen und Lösungen erarbeiten: So hat Maja Fabich-Stutz ihre Drogerie während vierzig Jahren geführt. Im Herbst übergibt sie den Betrieb an Andrea Temperli. Wer nun einen ruhigen Ruhestand erwartet, kennt die Drogistin schlecht. 7 Désirée Klarer |
«Seriöse Beratungen und Ehrlichkeit schaffen Vertrauen. Ohne geht es nicht, sonst lässt du es besser bleiben.» Maja FabichStutz sagt diesen Satz ohne Umschweife. So wie sie auch alles andere sagt. Hält sie etwas für unseriös, sagt sie es. Ist sie überzeugt, dass eine Idee gut ist, setzt sie diese um. «Wer zu 120 Prozent im Geschäft ist, weiss, wie schnelllebig heutige Trends sind», sagt sie. Seit 55 Jahren gehört die eidg. dipl. Drogistin zur selben Drogerie in Sarmenstorf, seit 40 Jahren als Inhaberin. Im Oktober übergibt sie den Betrieb einer ehemaligen Lernenden, Andrea Temperli. Ganz aufhören will sie nicht: «Ich mache im 40-Prozent-Pensum weiter mit den Beratungen. Solange es für beide Seiten passt.»
Die Drogerie im Blut Die Wurzeln der Drogerie reichen bis in die Kriegsjahre zurück. Ihr Grossvater war Samariterpräsident und damit erste Anlaufstelle im Dorf. «Der Arzt aus dem Nach «Seriöse Beratungen und Ehrlichkeit schaffen Vertrauen. Ohne geht es nicht, sonst lässt du es besser bleiben.» Maja Fabich-Stutz sagt diesen Satz ohne Umschweife. So wie sie auch alles andere sagt. Hält sie etwas für unseriös, sagt sie es. Ist sie überzeugt, dass eine Idee gut ist, setzt sie diese um. «Wer zu 120 Prozent im Geschäft ist, weiss, wie schnelllebig heutige Trends sind», sagt sie.
SDV
Seit 55 Jahren gehört die eidg. dipl. Drogistin zur selben Drogerie in Sarmenstorf, seit 40 Jahren als Inhaberin. Im Oktober übergibt sie den Betrieb einer ehemaligen Lernenden, Andrea Temperli. Ganz aufhören will sie nicht: «Ich mache im 40-Prozent-Pensum weiter mit den Beratungen. Solange es für beide Seiten passt.»
Die Drogerie im Blut Die Wurzeln der Drogerie reichen bis in die Kriegsjahre zurück. Ihr Grossvater war Samariterpräsident und damit erste Anlaufstelle im Dorf. «Der Arzt aus dem Nachbardorf hatte bestimmt, dass alle zuerst zu ihm gehen. Dann wurde entschieden, ob es einen Arzt braucht oder nicht», sagt FabichStutz. Bezahlt wurde oft in Naturalien. Diese wurden von der Grossmutter in einem kleinen «Lädeli» verkauft und sicherten so das Überleben. Daraus entstand 1957 die Drogerie Stutz, gegründet von ihrem Vater Franz. «Das Wirken meines Vaters hat mich stark beeindruckt.» Mit zehn Jahren hilft sie erstmals im Laden mit. Nach dem Tod des Vaters 1974 führt die Mutter den Betrieb mit eidg. dipl. Drogisten weiter – in der Hoffnung, dass eines der vier Kinder den Betrieb übernehmen würde. Die drei Brüder wurden alle Handwerker. Anders Maja Fabich-Stutz. Sie entschied sich für die Berufslehre zur Drogistin EFZ. Diese absolvierte sie in Dottikon, in einer Drogerie, die zugleich Kiosk und Lebensmittelladen war, Farben 10/2026 | Wirkstoff
5
verkaufte und sich gar um Schwimmbäder kümmerte. «In der Gewerbeschule in Solothurn mussten wir eine Woche lang Häuser streichen und neben der Arbeit in der Drogerie musste ich auch beim Schwimmbad vorbeigehen. Chlor rein ins Schwimmbecken, putzen. Das war meine Lehre», sagt sie und lacht. Nach der Drogistenfachschule ESD in Neuenburg übernimmt sie 1986 mit 24 Jahren den elterlichen Betrieb.
Immer einen Schritt voraus Stillstand ist nicht ihre Sache. Überschüssiges Geld investierte Fabich-Stutz lieber in den Betrieb als in sich selbst. «Ich habe keinen Schmuck», sagt sie trocken. Bereits 1990 kauft sie ein elektronisches Kassensystem – obwohl ihr davon abgeraten wird. 1997 baut sie die Drogerie um und wagt sogleich einen noch grösseren Schritt: Sie lagert die Lebensmittel aus und übernimmt dafür den «Kiosk Comestibles» im Dorf. «Ohne grosses Geschrei konnten wir so die Lebensmittel abspalten und eine reine Drogerie aus unserem Geschäft machen.» Vom ersten Tag an steigt der Umsatz. Den Kiosk selbst gibt sie nach vier Jahren wie-
6
Wirkstoff | 10/2026
der ab, weil ein notwendiger Umbau wegen dem Vermieter nicht umgesetzt werden kann. Vor allem aber gewinnt sie Raum für das, was ihr wichtig ist: beraten statt bloss verkaufen. Dazu gehören gute Mitarbeitende. Ihr Rezept: «Weiterbildung ermöglichen und Wissen vermitteln.» Wer vier Jahre Ausbildung hinter sich hat, soll dieses Wissen auch anwenden können. Drei der Drogistinnen haben den Stellvertreterkurs erfolgreich absolviert und bleiben der Drogerie auch nach der Übergabe an Andrea Temperli erhalten.
Orientierung geben Bereits 1997 richtet sie eine Beratungsecke ein und beginnt, längere Beratungen zu verrechnen – lange bevor Corona solche Modelle verbreiteter macht. Mit der Pandemie stellt sie ganz auf Beratungen mit vorgängiger Terminvereinbarung um. Wer zu ihr kommt, bringt Blutwerte, Medikamentenlisten und seine Sorgen mit. Manche Kundinnen und Kunden reisen gar aus dem Wallis an. Dokumentiert wird von Hand. «Vor zwanzig Jahren sagte jeder, das gehe am PC einfacher. Heu-
Kämpfen für den Beruf
Maja Fabich-Stutz setzte sich jahrelang für die Drogerie branche und klare gesetzliche Rahmen bedingungen ein – das Bild zeigt die engagierte Drogistin an der Branchen konferenz 2018.
So selbstverständlich Maja Fabich-Stutz Verantwortung gegenüber ihrer Kund schaft übernimmt, so selbstverständlich setzt sie sich auch für ihren Berufsstand ein. Mit 26 Jahren gründet sie den Gewerbeverein Sarmenstorf mit und übernimmt das Präsidium. Später engagiert sie sich 26 Jahre lang im Vorstand des Aargauer Drogistenverbands, 13 Jahre davon als Präsidentin. Besonders geprägt hat sie der Einsatz für klare gesetzliche Rahmenbedingungen und die Einheitsliste. Gemeinsam mit Martin Bangerter und Dr. Rolando Geiser habe sie «Tag und Nacht geschaut, dass wir bei den Drogeriegesetzen keinen wilden Westen erhalten». Eine intensive Zeit, in der schnelles Reagieren und auch politische Vernetzung gefragt waren. Den heutigen administrativen Aufwand und die zahlreichen Kontrollen sieht sie allerdings kritisch. Alles gesetzeskonform zu dokumentieren und zu kontrollieren koste den Betrieb viel Zeit und Geld.
Loslassen, aber nicht ganz Dass dieser administrative Teil mit der Übergabe wegfällt, darauf freut sich Fabich-Stutz. Den Betrieb übernimmt A ndrea Temperli, die von 2004 bis 2008 bei Fabich-Stutz gelernt hat, später Drogerien als Geschäftsführerin leitete und
2022 nochmals aushalf. Am 15. Oktober 2026 e röffnet sie – aus der Drogerie Stutz wird die Lindenberg Drogerie. Was danach anders wird? «Nicht auf die Uhr schauen», sagt Fabich-Stutz. Auch ihr Mann ist pensioniert. «Er hat 44 Jahre Rücksicht auf mich genommen.» Dass sie nun plötzlich alles gemeinsam machen, kommt für sie aber nicht infrage. Jeder brauche weiterhin seine Freiräume. Dann habe man sich am Ende des Tages auch etwas zu erzählen. Und Maja Fabich-Stutz selbst? Sie will reisen, Weiterbildungen besuchen, neue Rezepte ausprobieren. «Ich gehe nicht irgendein Heftchen kaufen, um mich mit Klatsch und Tratsch zu befassen.» Ein Heft wartet allerdings tatsächlich noch auf sie: die Anleitung ihres Backofens. Die möchte sie endlich einmal richtig lesen. «Die Kuchen waren vorher auch gut», sagt sie, «aber vielleicht geht es noch besser.»
Zur Person
zVg
te kommen die Leute gerade deshalb zu uns, weil sie sich Sorgen um ihre digitalen Daten machen.» Früher habe es den Doktor, den Pfarrer und den Drogisten gegeben – Menschen, denen man vertraut habe. Heute kämen die Kundinnen und Kunden mit viel Vorwissen, suchten aber umso mehr nach Orientierung. Genau dort sieht Fabich-Stutz ihre Aufgabe. «Die Menschen suchen nach Lösungen.» Diese aufzuzeigen und dabei Natur- und Schulmedizin in Einklang zu bringen, mache für sie den Beruf aus. Entscheiden müsse am Ende aber jeder selbst: «Ich bin nur der Wegweiser.»
Maja Fabich-Stutz ist eidg. dipl. Drogistin und führte die Drogerie Stutz in Sarmenstorf während 40 Jahren in zweiter Generati on. Im Oktober 2026 über gibt sie die Drogerie an ihre ehemalige Lernende Andrea Temperli und bleibt dem Betrieb mit einem 40-Prozent-Pensum in der Beratung erhalten. FabichStutz ist verheiratet und Mutter zweier Töchter. Ihre Leidenschaft für gesunde Ernährung lebt sie auch privat: Gekocht wird bei ihr bis heute jede Mahlzeit frisch. 10/2026 | Wirkstoff
7
De
stock.adobe.com/Ilona
8
Wirkstoff | 10/2026
er Selbsttest-Boom und seine Tücken 7 Martina Huber
Vom Schwangerschaftstest bis zum Hormon-Speicheltest: Das Angebot an Selbsttests wächst rasant – und die Regeln dazu sind komplex. Wirkstoff gibt einen Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen – und zeigt am Beispiel einer Drogerie, warum es sich lohnt, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
10/2026 | Wirkstoff
9
Selbsttest ist nicht gleich Selbsttest
stock.adobe.com/Yauhen
Speichel enthält im Wasser gelöste Stoffe, unter an derem Hormone. Deshalb lassen sich mit Speichel tests auch Hormon spiegel messen, beispielsweise von Cortisol oder Östrogen.
10
Wirkstoff | 10/2026
Das Spektrum der Selbsttests ist sehr breit: von solchen, die Frauen eine Schwangerschaft oder ihre fruchtbaren Tage anzeigen, über solche, die Vitamin-, Eisen- oder Blutzuckerspiegel messen, bis hin zu solchen, die Infektionskrankheiten wie Covid-19 nachweisen. Und schliesslich gibt es eine ganze Reihe von Gentests, die versprechen, Auskunft über die Herkunft, das Risiko für verschiedene Krankheiten oder die optimale Ernährung zu geben. Das Angebot an Selbsttests hat über die Jahre so stark zugenommen, dass es für Drogistinnen und Drogisten nicht immer einfach ist, deren Qualität zu beurteilen und zu entscheiden, welche sie ins Sortiment aufnehmen sollten und was sie beim Verkauf und bei der Beratung berücksichtigen müssen. «Sehr viele Firmen bieten alle möglichen Selbsttests an, und nicht alle machen einen professionellen Eindruck», sagt Isabelle Zaugg, dipl. Drogistin HF und Inhaberin der Drogerie Chartreuse in Hünibach bei Thun. Sie selbst hat sich in den letzten Jahren stark mit dem Thema beschäftigt, um das Angebot ihrer Drogerie entsprechend zu erweitern. Denn nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage hat zugenommen: «Nach der Coronapandemie haben wir gemerkt, dass die Leute viel häufiger und viel schneller einen Selbsttest machen wollen.»
Nach den rechtlichen Rahmenbedingungen für Selbsttests gefragt, sagt Michel Pürro: «Man muss aufpassen, dass man nicht alles in einen Topf wirft.» Pürro leitet die Abteilung «Medical Devices Surveillance» bei Swissmedic, der Schweizerischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte. Entscheidend sei die Zweckbestimmung: «Man muss sich bei jedem Selbsttest fragen: Wofür ist er vom Hersteller vorgesehen? Davon hängt ab, welche rechtlichen Vorgaben gelten.» Für die Abgabe an die Kundschaft lassen sich drei Arten von Selbsttests unterscheiden: 1. Lifestyle-Gentests 2. Lifestyle-Tests, die keine Gentests sind 3. Tests, die eine medizinische Zweckbestimmung haben und daher zu den Medizinprodukten zählen Lifestyle-Gentests sind im Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG) geregelt.¹ Drogerien dürfen sogenannte «Direct-to-consumer»-Gentests (DTC-Gentests) nur verkaufen, wenn es sich um reine LifestyleTests ohne medizinische Fragestellung handelt. Medizinische Informationen wie Krankheits risiken dürfen dabei nicht mitgeteilt werden. Bei einem Lifestyle-Gentest für die Optimierung der eigenen Ernährung darf beispielsweise kein mögliches Diabetesrisiko thematisiert werden, selbst wenn sich ein solches aus den Testresultaten auch ableiten liesse (für mehr Informationen siehe Wirkstoff-Artikel «Lifestyle-Gentests: Neues Angebot für Drogerien?» in der Ausgabe 7–8/2023, QR-Code rechts). Lifestyle-Selbsttests, die keine Gentests sind und keine medizinische Zweckbestimmung haben, etwa Fitnesstests, dürfen Drogerien grundsätzlich verkaufen.
Keine behördliche Zulassung bei Medizinprodukten In den Zuständigkeitsbereich von Swissmedic fallen diejenigen Selbsttests, die als Medizinprodukte gelten, weil sie vom Hersteller explizit zur Diagnose, Verhütung, Überwachung, Vorhersage, Prognose, Behandlung oder Linderung von Krankheiten vorgesehen sind. Sie
werden in der Medizinprodukteverordnung reguliert. Wenn sie nicht im oder am Körper selbst angewendet werden, sondern zur Invitro-Untersuchung von aus dem menschlichen Körper stammenden Proben wie Blut, Speichel, Urin oder Gewebe bestimmt sind, gelten sie zudem als In-vitro-Diagnostika und fallen unter die In-vitro-Diagnostika- Verordnung (für mehr Details siehe Zusatztext «Was gilt als Medizinprodukt?» auf Seite 13). 2,3 Klassische In-vitro-Diagnostika sind beispielsweise Blutzuckertests oder Covid-19Schnelltests. Auch Schwangerschafts-, Hormon- oder Vitaminmangeltests gelten als Medizinprodukte. Drogerien dürfen solche Tests dann abgeben, wenn sie vom Hersteller für die Anwendung durch Laien vorgesehen sind und Drogistinnen und Drogisten die fachliche Beratung gewährleisten. Wobei Pürro betont: «Anders als bei Arzneimitteln gibt es für Medizinprodukte in der Schweiz keine behördliche Zulassung durch Swissmedic.» Stattdessen hat die Schweiz die europäische Regulierung weitgehend übernommen: Hersteller müssen eigenverantwortlich den Nachweis erbringen, dass die Produkte die nötigen Anforderungen bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit erfüllen. Weil Selbsttests aufgrund der grossen Anwendungsmengen und der Anwendung direkt durch Laien eine höhere Risikoklasse darstellen, muss bei Selbsttests, die direkt an Konsumenten verkauft werden, zusätzlich eine unabhängige Prüfstelle (zum Beispiel «Technischer Überwachungsverein (TÜV)») die Angaben des Herstellers zu Sicherheit, Anwendung, Usability und so weiter überprüfen. Für Drogistinnen und Drogisten heisst das konkret: Eine CE-Kennzeichnung mit einer vierstelligen Kennnummer der Prüfstelle auf der Verpackung ist das sichtbare Prüfsiegel, auf das sie beim Einkauf achten sollten.
Selbsttestverbot für fast alle ansteckenden Krankheiten Ebenfalls relevant: Der Verkauf von Selbsttests für ansteckende Krankheiten ist in der Schweiz grundsätzlich verboten, unabhängig davon, ob sie im europäischen Ausland zugelassen und CE-konform sind. Grund sei das Schweizer Epidemiengesetz, so Pürro: «Das Bundesamt für Gesundheit will die Entwicklung solcher Krankheiten
über Meldungen von Fachpersonen überwachen können. Privatpersonen, die sich selbst testen, melden ihre Resultate in der Regel nicht zurück.» Auf Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hat Swissmedic den Verkauf von Covid-19Schnelltests zur Eigenanwendung und von HIVSelbsttests an Laien bewilligt.4,5 Für alle anderen übertragbaren Krankheiten – etwa Hepatitis, weitere sexuell übertragbare Infektionen oder auch Kombitests von Covid-19, Grippe und weiteren Infektionen – gilt das Verbot weiterhin uneingeschränkt. Verstösse können von Swissmedic sanktioniert werden, beispielsweise mit Bussen.
Entlastung von ärztlichem Fachpersonal Trotz der Komplexität lohnt es sich laut Isabelle Zaugg für Drogistinnen und Drogisten, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Selbsttests seien nicht einfach ein weiteres Produkt, das sie verkaufen könnten. Sie sieht darin auch eine Chance, die eigene Beratungskompetenz zu erweitern und mit entsprechenden Dienstleistungen ärztliches Fachpersonal in gewissen Gesundheits fragen zu entlasten: «Wir können uns viel mehr Zeit nehmen für die Beratungen», sagt sie. Konkret hat sie nach der Pandemie zunächst einen Omega-3-Test und später eine ganze Palette von Hormon-Speicheltests ins Sortiment aufgenommen. Für diese arbeitet die Drogerie mit einem externen Labor zusammen, das die Tests auswertet, und bei allen sind ein Vorgespräch vor dem Verkauf sowie eine ausführliche Beratung vorgesehen, sobald die Resultate vorliegen: «Es ist nicht ganz einfach, diese zu lesen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen», erklärt Zaugg. «Wir wollen die Testresultate zusammen mit der Kundin oder dem Kunden anschauen, damit sie oder er diese richtig versteht und nicht überfordert ist.» Beim Omega-3-Test entnehmen sich Kundinnen respektive Kunden morgens nüchtern selbst ein paar Tropfen Kapillarblut aus der Fingerkuppe, lassen sie auf dem dafür vorgesehenen Teststreifen eintrocknen und schicken die Probe per Post direkt ans Labor, mit dem die Drogerie für diesen Test zusammenarbeitet. Die Resultate gehen dann per Mail sowohl direkt an die Kundin respektive den Kunden als auch an die Drogerie, die dann zu einem Beratungsgespräch einlädt.
Der Artikel aus dem Wirkstoff 7–8/2023 zu den LifestyleGentests finden Sie hier:
10/2026 | Wirkstoff
11
Resultate einordnen helfen Ähnlich, aber mit einer zusätzlichen Vorabklärung, läuft es bei den seit rund einem Jahr angebotenen Hormon-Speicheltests ab. Hier steht am Anfang ein Vorgespräch in der Drogerie: Je nach Anliegen – zum Beispiel Kinderwunsch, ausgeprägtes prämenstruelles Syndrom, Schlafprobleme oder andere Wechseljahrsbeschwerden – wählen Zaugg oder eine ihrer Kolleginnen gemeinsam mit der Kundin oder dem Kunden aus, welche Hormone sinnvollerweise gemessen werden. Bestimmt werden können etwa verschiedene Östrogene, Progesteron, Testosteron oder das Stresshormon Cortisol. Theoretisch können sich sowohl Männer als auch Frauen testen lassen, aber bisher werde das Angebot fast nur von Frauen genutzt. Bei diesen sei die Nachfrage gross, sagt Zaugg: Frauen jeden Alters und aus der weiteren umliegenden Region reisen für die Hormontests nach Hünibach, oftmals auf Empfehlung einer Freundin. Erst nach einem Erstgespräch nehmen Kundinnen und Kunden das Test-Kit mit nach Hause, wo sie zum vorgesehenen Zeitpunkt ins Röhrchen spucken und dieses einschicken. Auch hier gehen die Werte parallel an die Kundin oder den Kunden und die Drogerie, die dann zu einem Beratungsgespräch einlädt. Da gerade die weiblichen Hormone oft an einem bestimmten Tag des Zyklus bestimmt werden müssen, dauert es oft mehrere Wochen vom Verkauf des Tests bis die Resultate vorliegen, sagt Zaugg. Im anschliessenden Beratungsgespräch werden die Resultate eingeordnet. «Wir schauen, wie wir die Situation mit pflanzlichen Präparaten, Vitaminen und mit Lebensstilfaktoren wie Sport und Ernährung verbessern können», sagt sie. Sie betont aber auch, dass sie ihre Kundschaft an Haus- oder Fachärztinnen und -ärzte verweist, wenn ein medizinisches Problem vorliegt, beispielsweise wenn eine Hormonbehandlung nötig wäre oder wenn es Abweichungen zu Referenzwerten gibt.
Enge Zusammenarbeit mit Labor und Hausarztpraxis Ein Hausarzt in der Region schätze das Angebot und schicke regelmässig Patientinnen für eine Erstabklärung zu ihnen in die Drogerie, bevor er
12
Wirkstoff | 10/2026
dann, wo nötig, die Behandlung übernehme. «Er weiss, dass bei vielen Beschwerden ein Zusammenhang mit Hormonen möglich ist, aber er hat schlicht nicht die Zeit, Patientinnen zeitintensiv dazu zu beraten», sagt die Drogistin. Ergänzt wird das Angebot an Selbsttests durch eine weitere Kooperation mit einem Berner L abor: Da die Drogistinnen und Drogisten selbst kein Blut entnehmen dürfen, schickt das Labor einmal pro Woche eine «Flying Nurse» für die Blutentnahmen in die Drogerie. Die Proben gehen dann per Kurier ins Labor. So kann die Drogerie auch Messungen für Vitamin D, B-Vitamine, Eisen, Schwermetalle oder zahlreiche weitere Stoffe anbieten. Je nach Fragestellung bieten die Drogistinnen selbst Beratung an, wenn die Resultate vorliegen – etwa zu Vitaminen – oder empfehlen einen Besuch in der Arztpraxis.
Zwischen Empowerment und Überbehandlung Zum Wert solcher Kooperationen befragt, sagt Louison Goldfuss, Assistenzarzt im MediZentrum Ins und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Hausarztmedizin der Universität Bern: «Es ist wichtig, dass wir die Diskussion führen: Was müssen Hausärztinnen und -ärzte machen und was können sie an andere Berufsgruppen abgeben? Ich glaube, es gibt da viele Möglichkeiten, ärztliches Personal in Zukunft zu entlasten.» Goldfuss arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt EviPrev, einem Verein von Hausärztinnen und -ärzten, die sich für evidenzbasierte Prävention in der Grundversorgung einsetzen. Zu diesem Zweck haben sie als Werkzeug eine Tabelle zusammengestellt, die aufführt, welche Vorsorgeuntersuchungen für Menschen ohne Beschwerden aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll sind, welche eher schaden als nützen und für welche nicht genügend Daten vorliegen, um eine Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen.6 Aus seiner Sicht können Selbsttests dort wertvoll sein, wo Scham oder Angstgefühle Menschen von einem Arztbesuch abhalten. Etwa bei Leuten ab 50, die vor einer Darmspiegelung zurückschrecken, wird in der EviPrev-Tabelle zur Darmkrebsvorsorge als alternative Methode ein Test auf okkultes Blut im Stuhl (FIT: «Fecal
Immunologic Test») empfohlen. «Hier können wir mit Selbsttests auch Menschen erreichen, die sich andernfalls nicht testen lassen würden», sagt Goldfuss. Gleichzeitig ist er auch kritisch und sieht die Gefahr der Überdiagnostik und -behandlung bei Menschen ohne konkrete Beschwerden. «Gewisse Tests machen ein Geschäft aus den Hoffnungen und Ängsten von Menschen und sie können dazu beitragen, dass am Ende Gesunde Supplemente einnehmen, die sie gar nicht brauchen würden.» Besonders kritisch sieht er «Direct-toconsumer»-Gentests: «Hier ist die Gefahr gross, dass sie Ängste wecken, ohne einen Nutzen zu bringen», sagt er (siehe auch Infoseite des BAG zu «Direct-to-consumer»-Gentests7). Bevor man einen Selbsttest verkaufe, müsse man sich immer fragen: Ist dieses Testverfahren auch sinnvoll? Und welche Behandlungsoptionen gibt es, wenn der Test auffällig ist? Ist dann eine Behandlung sinnvoll oder geht es vor allem um kommerzielle Interessen? Zwischen Empowerment und Überdiagnostik entscheidet damit letztlich nicht der Test allein, sondern die Kompetenz, mit der er eingeordnet wird – eine Kompetenz, die zunehmend auch in Drogerien gefragt ist. «Wenn man sich da nicht entsprechend schult, kann man nicht kompetent beraten», sagt
I sabelle Zaugg. Während eine Vitaminberatung schon lange zum Kerngeschäft der Drogerie gehöre, hätten sie und ihr Team eine ganztägige Weiterbildung des Anbieters besucht, um zu lernen, die Resultate des Omega-3-Tests einzuordnen. Bei den Hormontests haben Zaugg und mehrere Mitglieder ihres Teams OnlineKurse absolviert, um sich das nötige Wissen anzueignen. Zudem prüfe sie die Anbieter jeweils sorgfältig, bevor sie einen neuen Test ins Sortiment aufnehme. «Wir bieten nicht jeden Billig-Test an, den es gibt», sagt sie. «Mir ist es sehr wichtig, dass wir nur Tests anbieten, die professionell gemacht sind und hinter denen ich zu hundert Prozent stehen kann.»
Das vollständige Literaturverzeichnis finden Sie hier:
Was gilt als Medizinprodukt? Die Medizinprodukteverordnung definiert Medizinprodukte als Instrumente, Apparate, Geräte, Software, Implantate, Reagenzien, Materialien oder andere Gegenstände, die einen oder mehrere der folgenden spezifischen medizinischen Zwecke erfüllen: 1. Diagnose, Verhütung, Überwachung, Vorhersage, Prognose, Behandlung oder Linderung von Krankheiten; 2. Diagnose, Überwachung, Behandlung, Linderung von oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen; 3. Untersuchung, Ersatz oder Veränderung der Anatomie oder eines physiologischen oder pathologischen Vorgangs oder Zustands; 4. Gewinnung von Informationen durch die In-vitro-Untersuchung von aus dem menschlichen Körper – auch aus Organ-, Blut- und Gewebespenden – stammenden Proben.2
10/2026 | Wirkstoff
magnific.com
Als In-vitro-Diagnostikum wiederum gilt gemäss In-vitro-Diagnostika-Verordnung ein Medizinprodukt, das als Reagenz, eagenzprodukt, Kalibrator, Kontrollmaterial, Kit, Instrument, Apparat, Gerät, Software oder System einzeln oder in Ver R bindung miteinander vom Hersteller zur In-vitro-Untersuchung von aus dem menschlichen Körper stammenden Proben, einschliesslich Blut- und Gewebespenden, bestimmt ist. Ausserdem muss es ausschliesslich oder hauptsächlich Informati onen liefern über einen oder mehrere der folgenden Punkte: 1. physiologische oder pathologische Prozesse oder Zustände; 2. angeborene körperliche oder geistige Beeinträchtigungen; 3. die Prädisposition für einen bestimmten gesundheitlichen Zustand oder eine bestimmte Krankheit; 4. zur Feststellung der Unbedenklichkeit und Verträglichkeit bei den potenziellen Empfängerinnen und Empfängern; 5. die voraussichtliche Wirkung einer Behandlung oder die voraussichtlichen Reaktionen darauf; 6. zur Festlegung oder Überwachung therapeutischer Massnahmen.3
13
Jede Zigarette belastet das Herz Tabakrauch belastet Herz und Gefässe erheblich – bereits wenige Zigaretten pro Tag erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch Passivrauchen und E-Zigaretten sind nicht harmlos. 7 Barbara Halter
Eigentlich ist es allgemein bekannt – und steht als Warnhinweis auf Tabakverpackungen: Rauchen schadet der Gesundheit. Bei den Folgen denkt man zunächst an die Lunge. Doch Tabakrauch schädigt nahezu jedes Organ des Körpers. Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sterben Raucherinnen und Raucher am häufigsten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.1 «Sie haben ein zwei- bis vierfach höheres Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall», sagt Claudia Künzli von der Lungenliga Schweiz.
Die Auswirkungen von Tabak und Nikotin Wer eine Zigarette anzündet und den Rauch inhaliert, nimmt Giftstoffe auf, die
über die Lunge und den Blutkreislauf in den ganzen Körper gelangen. Das Nervengift Nikotin stimuliert das Nervensystem und das Herz: Nikotin ist ein Agonist an nikotinischen Acetylcholinrezeptoren und aktiviert unter anderem das sympathische Nervensystem. Die Blutgefässe werden verengt, Herzfrequenz und Blutdruck steigen, wodurch auch der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels zunimmt. Durch die Verbrennung des Tabaks entsteht zudem giftiges Kohlenmonoxid. Es reduziert die Sauerstoffkapazität des Blutes. Rauchende sind deshalb h äufig kurzatmig und weniger leistungsfähig. Tabakrauch erhöht die Gerinnungsbereitschaft des Blutes, aktiviert die Thrombozyten und beeinträchtigt die Gefässinnenwand. Rauchen fördert also die Bildung von Blutgerinnseln und Plaques – verhärtete
Was passiert, wenn man mit dem Rauchen aufhört? Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören, und viele gesundheitliche Vorteile stellen sich schneller ein, als man denkt. Das passiert im Körper, wenn man auf die Glimmstängel verzichtet.
14
Nach 20 Minuten
Nach 8 Stunden
Nach 24 Stunden
Nach 48 Stunden
Nach 1 Woche
Blutdruck, Herzschlag und Körpertemperatur normalisieren sich.
Der Sauerstoffgehalt im Blut ist wieder normal.
Das Risiko für einen Herz infarkt sinkt. Der Kohlen monoxidanteil im Körper sinkt wieder auf 0.
Es befindet sich kein ikotin mehr im Blut. N
Geruchs- und Geschmackssinn sind deutlich besser.
Wirkstoff | 10/2026
stock.adobe.com/9nong
Schichten an den Innenwänden der Arterien. Diese können die Gefässe verengen oder verschliessen und so zu einer Arteriosklerose, der sogenannten Arterienverkalkung, führen. Tabakrauch erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.2 Die gute Nachricht: Ein Rauchstopp wirkt sich schon nach kurzer Zeit positiv auf den Körper und die Gesundheit aus. Atemwegsreizungen werden schon nach einigen Tagen schwächer und verbessern sich nach wenigen Monaten deutlich. Auch das Herzinfarktrisiko sinkt rasch. Ein Jahr nach dem
Rauchstopp ist es noch halb so hoch wie bei Raucherinnen und Rauchern. Nach 15 Jahren entspricht es wieder dem Risiko von Menschen, die nie geraucht haben (siehe Zeitstrahl unten).
Nach 3–9 Monaten
Nach 1 Jahr
Nach 5 Jahren
Nach 10 Jahren
Husten und Müdigkeit verringern sich. Das Atmen fällt leichter, die Lunge arbeitet besser.
Das Risiko für einen Herzinfarkt halbiert sich.
Das Risiko, an Mund-, Speiseröhren- oder Blasenkrebs zu erkranken, ist halbiert.
Belastungen durch Passivrauchen
flaticon.com / magnific.com
Weniger bekannt ist, dass auch geringer Tabakkonsum das Risiko für eine koronare Herzkrankheit und einen Schlagan-
Nach 15 Jahren
Das Risiko eines Hirn Die Gefahr, einen Herzinschlages hat sich farkt zu erleiden, ist gleich normalisiert, dasjenige für hoch wie bei Personen, Lungenkrebs ist halbiert. die nicht rauchen.
10/2026 | Wirkstoff
15
fall deutlich erhöht. Eine 2018 publizierte Metaanalyse zeigt: Männer, die etwa eine Zigarette pro Tag rauchen, haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein um 49 Prozent höheres Risiko für eine Herzerkrankung und ein um 25 Prozent höheres Schlaganfallrisiko. Bei Frauen fällt der Unterschied noch deutlicher aus: Ihr Risiko für Herzerkrankungen ist um 57 Prozent erhöht, jenes für einen Schlaganfall um 31 Prozent.³ Nicht unterschätzt werden sollte die Belastung durch Passivrauchen und dessen schädliche Auswirkungen auf Herz und Blutgefässe. Laut der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC haben Nichtraucher, die Passivrauch ausgesetzt sind, ein um 25 bis 30 Prozent erhöhtes Risiko für eine koronare Herzerkrankung. Ihr Schlaganfallrisiko steigt um 20 bis 30 Prozent. Passivrauchen beeinträchtigt die normale Funktion des Herzens, des Blutes und des Gefässsystems und erhöht dadurch das Risiko für einen Herzinfarkt. Gesundheitliche Schäden können bereits nach kurzer Exposition entstehen. «Es gibt kein unbedenkliches Mass an Passivrauchbelastung», schreibt die CDC.4
Sind E-Zigaretten eine Alternative?
stock.adobe.com/gmstockstudio
In den vergangenen Jahren haben neue Nikotinprodukte wie E-Zigaretten, auch «Vape» genannt, und Snus (siehe Zusatztext auf Seite 17) an Bedeutung gewonnen. Besonders unter Jugendlichen sind sie beliebt und scheinen ebenso weit verbreitet zu sein wie herkömmliche Zigaretten. Das zeigt eine Erhebung des BAG zu Gesundheit und Lifestyle aus dem Jahr 2025.5
Sind diese neuen Produkte weniger schädlich? «Rein theoretisch sind E-Zigaretten weniger gefährlich als herkömmliche Zigaretten. Gesund sind solche Produkte aber nicht», sagt Isabella Sudano, leitende Ärztin an der Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals Zürich. Oft würden beide Arten konsumiert, was der Gesundheit besonders schade. «Aber auch Personen, die nur E-Zigaretten rauchen, haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen», sagt Sudano und verweist auf den 2022 publizierten Review-Artikel «Electronic Cigarette Use and the Risk of Cardiovascular Diseases». E-Zigaretten gelten nach heutigem Kenntnisstand als weniger schadstoffbelastet als herkömmliche Zigaretten, aber sie sind keineswegs harmlos. Erschwerend kommt hinzu, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher E-Zigaretten und E-Liquids (die Flüssigkeit, die es für E-Zigaretten braucht) gibt. «Somit ist es schwierig zu verstehen, welche Produkte zu meiden sind und welche eventuell weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten.» Claudia Künzli von der Lungenliga ergänzt, dass über die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten bislang wenig bekannt ist. Sie spricht von einer Verlagerung der Sucht: Wegen des enthaltenen Nikotins gelinge es den wenigsten Menschen, mit E-Zigaretten dauerhaft mit dem Nikotinkonsum aufzuhören. Die entsprechenden gesundheitlichen R isiken bleiben damit bestehen.
Das vollständige Literatur verzeichnis finden Sie hier:
Die Liquids (Nachfüllflüssigkeiten) in E-Zigaretten enthalten oft fruchtige und süsse Aromen, die für Jugendliche besonders attraktiv sind. Diese Aromen verschleiern, dass E -Zigaretten auch gesundheitsschädigende Substanzen e nthalten.
16
Wirkstoff | 10/2026
Zahlen und Fakten
stock.adobe.com/taaree
Der Tabakkonsum gehört zu den grössten Problemen der öffentli chen Gesundheit, schreibt das BAG. Laut einer Befragung von 2025 konsumieren rund 23 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren mindes tens einmal monatlich ein Tabak- oder Nikotinprodukt. Rund 16 Pro zent machen dies täglich. Dabei dominieren bei Erwachsenen (25 bis 64 Jahre) die herkömmlichen Zigaretten, während bei den Jugend lichen neu aufkommende Produkte wie E-Zigaretten sowie Snus und Nikotinbeutel beliebt sind. Snus und Nikotinbeutel Snus und Nikotinbeutel werden zwischen Ober lippe und Zahnfleisch geklemmt und verbleiben dort bis zu einer Stunde. Über die Mundschleim haut gelangt das Nikotin in den Blutkreislauf – im Vergleich zu einer Zigarette zwar etwas lang samer, jedoch mit längerer Wirkung. Der Körper gewöhnt sich jedoch relativ rasch an die aufputschende Wirkung, so dass mit der Zeit immer mehr Beutel konsumiert werden oder auf stärkere Produkte umgestiegen wird. Die Tabakindustrie bewirbt un ter anderem Snus als harmlosere Alternative zu herkömmlichen Zi garetten. Snus enthält vermutlich nicht die gleiche Menge an Schad stoffen wie gerauchter Tabak, ist aber keineswegs frei von Gesundheitsrisiken. Neben den negativen Auswirkungen des Niko tins steigt beim Snus-Konsum das Risiko für Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs und für Schädigungen im Mundbereich. Klassischer Snus enthält Tabak, Salze, Feuchthaltemittel und Aromen. Nikotinbeutel enthalten keinen Tabak; das Nikotin wird in Form von Salz zugesetzt. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Oral tabak keine wirksame Strategie zur Raucherentwöhnung ist.6–8 Schädliche Stoffe in Zigaretten Im Tabakrauch sind über 7000 chemische Stoffe enthalten. Davon sind mindestens 250 gesundheitsschädlich und rund 70 Stoffe sind krebserregend. Durch das Inhalieren gelangen die Giftstoffe in die Lunge und von dort über das Blut in den ganzen Körper.9
Naphthalin (Wirkstoff Mottenkugeln)
Nikotin (abhängigmachende Droge)
Radon (Radioaktives Gas)
Arsen (Gift)
Methanol (Raketentreibstoff) Butan (Feuerzeugbenzin)
Aceto (Nagellackentferner)
Kadmium (Bestandteil von Autobatterien) Polonium (radioaktiver Abfall) DDT (Insektenschutzmittel)
Ammoniak (Reinigungsmittel) stock.adobe.com/fotofabrika
10/2026 | Wirkstoff
17
Publireportage
– PUBLIREPORTAGE –
Haarausfall gezielt beraten: Pflege beginnt an der Haarwurzel Haarausfall ist ein sensibler Beratungsanlass. RAUSCH unterstützt Drogerien und Apotheken mit einer wirksamen Pflegeroutine für geschwächte Haarwurzeln und Kopfhaut.
Anzahl der Haare / Testfeld (0.903 cm3)
Wirksamkeit des Intensiv-Fluids 120
110
u
Bis z
70 %
100 80
* re a a H ehr
65 60
m
40 20 0
Vor der Behandlung
Haarausfall betrifft Frauen und Männer gleichermassen und zählt zu den sensibleren Beratungsanlässen in der Drogerie oder Apotheke. Die Ursachen sind vielfältig: genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen, Stress, Nährstoffmangel oder belastende Lebensphasen können das Haarwachstum beeinflussen. Die Haarwurzel im Fokus. Für gesundes Haar spielt die Haarwurzel eine zentrale Rolle. Wird sie nicht ausreichend versorgt, kann das Haarwachstum beeinträchtigt werden und Haare können vorzeitig ausfallen. Genau hier setzt die CoffeinLinie mit Ginseng von RAUSCH an. Die Produkte wurden für geschwächte Haarwurzeln und Haarausfall entwickelt und kombinieren Coffein mit hauseigenem Ginseng-Extrakt. Die Linie stimuliert die Kopfhaut, fördert die Durchblutung und stärkt die Haarwurzeln. Sie ist vegan, silikonfrei und besteht aus bis zu 99 % Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs.
18
Pflege und Intensiv-Behandlung. Das Coffein-Shampoo mit Ginseng und der Coffein-Conditioner mit Ginseng bilden die Grundlage der alltäglichen Pflege. Sie stimulieren die Haarwurzeln bereits während der Anwendung und pflegen gleichzeitig Haar und Kopfhaut. Zur IntensivBehandlung eignet sich das CoffeinKopfhaut-Intensiv-Fluid mit Ginseng, das gezielt an der Haarwurzel wirkt. Bei täglicher Anwendung erhöht sich die Anzahl der Haare nach sechs Monaten nachweislich um bis zu 70 %. Zudem bestätigten 100 % der Teilnehmenden die Wirksamkeit des Intensiv-Fluids**. Die Drogerie und Apotheke als wichtige Anlaufstelle. Gerade weil Haarausfall lange ein Tabuthema bleibt, können Sie Betroffenen in der Beratung Sicherheit geben, die passende Pflege erklären und realistische Erwartungen setzen. Für optimale Ergebnisse ist eine regelmässige Anwendung entscheidend.
Nach 6 Monaten
Natürlichkeit. Wirksamkeit. Wohlbefinden. Seit 1890 nutzen wir die Kraft sorgfältig ausgewählter Kräuter. In hauseigenen Verfahren gewinnen wir daraus hochwertige Extrakte, die wir mit modernen Wirkstoffen kombinieren. So entstehen wirksame und verträgliche Pflegeprodukte für Haar, Kopfhaut und Körper – mit Fokus auf ganzheitliches Wohlbefinden.
Made in Switzerland Visit us online! rausch.ch
* Mit dem Coffein-Kopfhaut-Intensiv-Fluid mit Ginseng nach sechs Monaten. ** getestet an einem renommierten Haarforschungsinstitut.
Wirkstoff | 10/2026
stock.adobe.com/Knut Wiarda
Rauchstopp: So können Drogistinnen und Drogisten Unterstützung bieten Wer mit dem Rauchen aufhören will, braucht meist mehrere Anläufe – und oft auch Unterstützung von aussen. Mit dem richtigen Hintergrundwissen können Fachpersonen in der Drogerie eine wichtige Rolle spielen. 7 Barbara Halter «Rauchen Sie?» Diese Frage liegt bei Kundinnen und Kunden mit gesundheitlichen Problemen wie Atemwegserkrankungen, Kurzatmigkeit oder Bluthochdruck nahe. Weniger selbstverständlich ist wohl die Nachfrage: «Haben Sie schon einmal über einen Rauchstopp nachgedacht?» Dabei sei es wichtig, dies zu thematisieren, betont Claudia Künzli, Bereichsleiterin für Prävention, Weiterbildung und Forschung bei der Lungenliga Schweiz. «Viele Raucherinnen und Raucher wünschen sich, häufiger auf ihre Sucht und einen Rauchstopp angesprochen zu werden. Leider trauen sich das viele Menschen nicht. Dabei kann eine
solche Frage motivieren und den Betroffenen helfen, den ersten Schritt zu machen.»
Fünf bis sechs Anläufe sind normal Die Mehrheit der Raucherinnen und Raucher weiss, dass ihr Verhalten der Gesundheit schadet. Rund sechzig Prozent möchten aufhören. Allerdings ist dies schwierig. Viele haben bereits einen oder mehrere Versuche hinter sich – ohne Erfolg. «Durchschnittlich braucht es fünf bis sechs Anläufe, bis ein Rauchstopp gelingt. Wer es 10/2026 | Wirkstoff
19
nicht auf Anhieb schafft, ist also in bester Gesellschaft», sagt Künzli. Fachpersonen sollten betonen, dass jeder Versuch zählt. Denn: «Es geht auch darum, Erfahrungen zu sammeln.» Schwieriger ist es, junge Menschen auf einen Rauchstopp anzusprechen. Sie spüren die gesundheitlichen Auswirkungen ihrer Sucht oft noch nicht. «Sie sind jedoch empfänglich, wenn es um Geld, sportliche Leistungsfähigkeit oder das Aussehen geht, etwa was das Hautbild betrifft», sagt die Expertin. Auch akute Erkrankungen wie eine Grippe oder eine Lungenentzündung bieten eine gute Gelegenheit, das Thema anzusprechen. Während dieser Zeit sollten Betroffene ohnehin auf das Rauchen verzichten.
Die wirksamste Methode Ist eine Person für einen Rauchstopp bereit, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie dabei zu unterstützen. Am wirksamsten sei die Kombination aus Beratung mit Verhaltenstherapie und medikamentöser Unterstützung, sagt Claudia Künzli. «Damit liegt die Erfolgsquote bei rund dreissig Prozent.» Die kantonalen Lungenligen bieten persönliche Beratungen vor Ort, per Telefon oder Video an. Gemeinsam mit einer Fachperson werden die Herausforderungen des Rauchstopps besprochen und individuelle Lösungen entwickelt. Das Rauchstoppangebot stopsmoking.ch hilft ebenfalls weiter. Diese Beratung ist kostenlos und anonym. Um das Verlangen nach Nikotin abzuschwächen, helfen Ersatzprodukte wie nikotinhaltige Pflaster, Kaugummis oder Sprays. Sie sollten nur während zwei bis maximal drei Monaten angewendet werden. «Die körperlichen Symptome des Nikotinentzugs sind vor allem in den ersten Tagen am stärksten. Viel schwieriger ist es, die psychische und verhaltensbedingte Abhängigkeit zu durchbrechen, wie zum Beispiel die täglichen Gewohnheiten, die mit dem Rauchen verbunden sind», sagt Künzli. Hilfreich seien Strategien, um jene Momente zu überbrücken, in denen man normalerweise zur Zigarette greifen würde. Ergänzend können individuell als angenehm empfundene Rituale helfen, bisheri-
20
Wirkstoff | 10/2026
ge Rauchgewohnheiten zu ersetzen – beispielsweise eine Tasse Tee, ein Spaziergang oder eine kurze Entspannungsübung. «Ich empfehle, möglichst viel auszuprobieren. Entscheidend ist, was persönlich funktioniert», so Künzli.
Sorgen wegen Gewichts zunahme ernst nehmen Ein weiterer Punkt, den Drogistinnen und Drogisten ansprechen und ernst nehmen sollten, ist die Gewichtszunahme. Nikotin wirkt anregend, auch auf die Darmbewegung. Nach einem Rauchstopp verlangsamt sich die Verdauung. Der Darminhalt bleibt länger im Darm, was zu Verstopfung oder Völlegefühl führen kann. Zu den Entzugserscheinungen gehört auch ein gesteigerter Appetit, was wiederum zu einem veränderten Essverhalten führen kann. Zudem kann sogenanntes «Food Craving» auftreten, ein starkes Verlangen nach schnellen Energiequellen wie Zucker oder Fett. Fällt das Rauchen weg, sucht das Belohnungssystem im Gehirn nach anderen Möglichkeiten, um Dopamin auszuschütten. Anstatt zur Zigarette greifen Betroffene dann zu Snacks. «Bis sich der Körper wieder eingependelt hat, dauert es einige Zeit», sagt Künzli. Nach einem Rauchstopp nehmen viele Menschen etwas zu. Im Durchschnitt beträgt die Gewichtszunahme nach einem Jahr etwa zwei bis fünf Kilogramm, wobei die individuellen Unterschiede gross sind. «Wer das weiss, kann von Anfang an gegensteuern, auf eine ausgewogene Ernährung achten und sich mehr bewegen. Bewegung lenkt zudem vom Verlangen nach einer Zigarette ab», betont Künzli. Gegen Heisshungerattacken helfen eine ausgewogene Ernährung und gesunde Snacks wie Karottenstäbchen oder Cherrytomaten. Auch Wasser oder Kaugummis können vom Verlangen ablenken. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen zudem, dass sich die Gewichtszunahme während der Rauchstoppbehandlung durch Nikotinersatz etwas dämpfen lässt. Quellen: https://www.lungenliga.ch/kurse-angebote/uebersicht-kurseangebote?topics[]=160&languages[]=de https://stopsmoking.ch/erfolgreich-aufhoeren/gewicht-kontrol lieren/food-craving-heisshunger-beim-rauchstopp#c2925
Lohn und Lohnanpassungen Das Sprichwort «Schweigen ist Gold» hat in vielen Bereichen seine Berechtigung. Bei allfälligen Lohnanpassungen ist jedoch eine klare und transparente Kommunikation zu empfehlen. 7 Christoph Balmer
Nach Art. 13 GAV der Drogeriebranche wird der Lohn zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden individuell festgelegt und periodisch überprüft. Bei der Lohnfestsetzung und bei Lohnanpassungen sollen insbesondere Ausbildung, Stellung im Betrieb, fachliche Qualifikation, Leistung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, die Arbeitsmarktlage sowie die Entwicklung der Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden. Der GAV lässt damit bei der konkreten Lohnfestsetzung einen gewissen Spielraum. Nach unten ist dieser Spielraum jedoch begrenzt: Für Drogistinnen und Drogisten EFZ sowie für dipl. Drogistinnen und Drogisten HF in der Funktion als verantwortliche Geschäftsführende werden Lohnbandbreiten publiziert. Der untere Wert dieser Bandbreite gilt als Mindestlohn, wobei Bonus und Erfolgsbeteiligungen nicht eingerechnet sind.
Einverständnis bei Lohnkürzungen Da der Lohn ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitsvertrags ist, kann er nicht ein-
www.drogisten.org
Christoph Balmer, Rechtsanwalt und Geschäftsführer Angestellte Drogisten Suisse. Dies ist eine Seite von Angestellte Drogisten Suisse. Die Meinung des Autors muss sich nicht mit jener der Redaktion und/oder des Schweizerischen Drogistenverbandes decken.
seitig gekürzt werden. Eine Lohnkürzung setzt grundsätzlich das Einverständnis der arbeitnehmenden Person voraus. Aus Beweisgründen sollte eine solche Änderung klar, transparent und schriftlich vereinbart werden. Der GAV empfiehlt ohnehin, insbesondere Funktion, Arbeitspensum, Arbeitszeit, Lohn und Zulagen schriftlich festzuhalten. Wird der Lohn ohne ausdrückliche Zustimmung reduziert, sollte die betroffene Person umgehend schriftlich erklären, dass sie mit der Kürzung nicht einverstanden ist und mitteilen, dass sie sich ihre Ansprüche auf den bisherigen Lohn ausdrücklich vorbehält. Andernfalls besteht das Risiko, dass eine längere vorbehaltlose Entgegennahme des reduzierten Lohns als stillschweigende Zustimmung ausgelegt wird. Kommt keine Einigung zustande, bleibt dem Arbeitgeber grundsätzlich nur eine Änderungskündigung. Dabei wird der bisherige Arbeitsvertrag ordentlich gekündigt und gleichzeitig ein neuer Vertrag zu geänderten Bedingungen, namentlich mit tieferem Lohn, angeboten. Auch dabei sind die GAV-Bestimmungen über die Kündigungsfristen (Art. 8 GAV) und den Kündigungsschutz (Art. 5 GAV) zu beachten. So wäre zum Beispiel eine während einer Sperrfrist ausgesprochene Änderungskündigung nichtig. Eine Lohnkürzung sollte daher stets sachlich begründet, rechtzeitig kommuniziert, schriftlich geregelt und mit den Mindestlohn- sowie Kündigungsschutzbestimmungen des GAV abgeglichen werden. 10/2026 | Wirkstoff
21
Bereit für den nächsten Schritt? Neue Perspektiven. Neues Wissen. Neue Chancen.
Starte dein HF-Studium an der Höheren Fachschule für Drogistinnen und Drogisten ESD in Neuenburg. Komm am Infotag vorbei, 11. November 2026, 14.00 Uhr:
Jetzt für den Studienstart 2027 anmelden:
École supérieure de droguerie Rue de l’Évole 41 centre de formation professionnelle neuchâtelois
22
ESD ÉCOLE SUPÉRIEURE DE DROGUERIE H Ö H E R E FA C H S C H U L E F Ü R D R O G I S T I N N E N U N D D R O G I S T E N
2000 Neuchâtel Téléphone 032 717 46 00 cpne-esd@rpn.ch
Wirkstoff | 10/2026
www.esd.ch
Miriam Kolmann
Traktanden der Delegiertenversammlung 2026 Die Delegierten der Drogeriebranche treffen sich am 13. November 2026 zur jährlichen Delegiertenversammlung. Die folgenden Traktanden (soweit schon bekannt) werden an der Versammlung behandelt: Eröffnung } Wahl der Stimmenzählenden } Genehmigung der Traktandenliste
Organisatorisches
Genehmigung des Protokolls der DV 2025
Abstimmung
Genehmigung des Jahresberichtes 2025
Abstimmung
Rechnung SDV 2025
Abstimmung
Wahlen
Wahlen
Anträge (siehe «Organisatorisches») Informationen SDV
Informationen
Finanzakte 2027
Abstimmung
Budget 2027
Abstimmung
«Die Delegierten haben das Wort»
Diskussion
Die Delegierten werden die Einladung und die Unterlagen fristgerecht mindestens vier Wochen vor der DV erhalten. Anträge an die Delegierten versammlung können bis am 30. Oktober ( Datum des Post stempels) schriftlich an den Schweizerischen Drogisten verband, Jürg Stahl, ThomasWyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel, gerichtet werden. Die Sektionen sowie die Ketten und Gruppierungen können eine Stellvertretung benennen, wenn ein Delegierter oder eine Delegierte nicht an der DV teilnehmen kann. Die Stell vertretung muss den Anfor derungen nach den Absätzen 1 bzw. 2 entsprechen (SDV- Statuten Art. 31, Abs. 5). 10/2026 | Wirkstoff
23
Thomas Bernet, FiBL
Nachhaltiges Palmöl? Palmöl steht für Regenwaldabholzung, Verlust wertvoller Lebensräume und Menschenrechtsverletzungen – und steckt in einer Vielzahl von Produkten. Ein Agrarökonom erklärt, warum die Ölpalme nicht das Problem ist und wie ein nachhaltiger Anbau möglich wäre. 7 Martina Huber
Palmöl steckt nicht nur in Nutella, Schokolade, Margarine, Wurstwaren, Fertigpizza oder Babynahrung. Auch wer Kerzen, Zahnpasta, Shampoo, Körperlotion, Kosmetika, Wasch- oder Reinigungsmittel kauft, hat in seinem Produkt in vielen Fällen Palmöl oder sogenannte Palmölderivate mit drin – also aus Palmöl gewonnene, chemisch veränderte Stoffe. Oftmals sind diese bei den Inhaltsstoffen aber nicht direkt aufgeführt, sondern verstecken sich hinter Begriffen wie «Emulgatoren» oder
24
Wirkstoff | 10/2026
«Tenside». Das macht es extrem schwierig, den genauen Verbrauch überhaupt zu schätzen. Das Palmöl Netzwerk Schweiz hat dies dennoch getan, in einem Ende 2023 publizierten Grundlagenbericht zu Importen und Verwendung von Palmöl in der Schweiz. Laut den Schätzungen ist Palmöl heute in rund 60 Prozent aller Produkte im Supermarkt zu finden. Der inländische Palmölverbrauch im Jahr 2022 belief sich laut Bericht auf zwischen 29 000 und 58 000 Tonnen. Mit 64 bis 79 Prozent ist
Dunkles Image von Palmöl
Für viele Kleinbauern und Kleinbäuerinnen ist die Ölpalme ein ganz wichtiger Ein kommenszweig. Wenn biologisch bewirtschaftet, ist der Anbau absolut nachhaltig und die Ölmühlen zahlen bessere Preise.
Gewonnen aus den Früchten der Ölpalme Elaeis guineensis, die ursprünglich aus Westafrika stammt, ist Palmöl weltweit das meistverwendete Pflanzenöl. Weil sein Anbau insbesondere in Südostasien und Südamerika zu grossflächiger Abholzung tropischer Regenwälder und zur Trockenlegung von Torfmooren geführt hat, ist es zunehmend in Verruf geraten. Laut einer 2016 in PLOS One publizierten Studie lagen in Südostasien ganze 45 Prozent der untersuchten Ölpalmenplantagen in Gebieten, die 1989 noch Wälder waren. In Südamerika waren es 31 Prozent, in Mittelamerika und Afrika nur 2 respektive 7 Prozent. Entsprechend liegen dort auch noch grosse Waldgebiete, die verletzlich sind gegenüber Abholzung.2 Eine weitere Studie kam zum Schluss, dass zwischen 2005 und 2013 in Südamerika Viehweiden für 60 Prozent der Regenwaldabholzung verantwortlich waren, während in Südostasien Palmöl und weitere Waldprodukte einen Drittel der Abholzung verursachten.³ Laut dem Bericht des Palmöl Netzwerk Schweiz ist dieser Anteil inzwischen zurückgegangen: Nachdem er 2008 bis 2009 einen Höchststand erreichte, als er fast 40 Prozent der indonesischen Entwaldung
ausmachte, ist er seitdem auf weniger als 15 Prozent gesunken.¹ «Palmöl hat einen sehr schlechten Ruf», bestätigt Agrarökonom Thomas Bernet, der am Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) die Gruppe Wertschöpfungsketten und Märkte leitet. Er betont aber auch: «Die Ölpalme ist nicht das Problem, sondern wie sie von vielen grossen Firmen gemanagt wird.» Denn eigentlich sei die Ölpalme eine aussergewöhnliche Pflanze: robust, relativ einfach anzubauen und sehr ertragreich. Mit durchschnittlich 2,9 Tonnen Öl pro Hektar und Jahr liefert sie ein Vielfaches dessen, was andere Ölpflanzen erreichen: Raps und Sonnen blumen kommen nur auf 0,7 Tonnen pro Hektar, Kokospalmen und Olivenbäume liefern auf gleich viel Fläche etwa zehnmal weniger Ertrag. So produzieren Ölpalmen heute 36 Prozent der weltweiten pflanzlichen Öle auf nur 8,6 Prozent der global für die Ölproduktion verwendeten Flächen. Sonnenblumen benötigen annähernd gleich viel Fläche, produzieren jedoch nur 9 Prozent der pflanzlichen Öle.¹
Wie nachhaltige Produktion gelingen kann «Palmöl einfach durch andere Öle zu ersetzen, ist deshalb keine Lösung», sagt Bernet. «Wir müssen vielmehr dafür sorgen, dass die Palmölproduktion in Zukunft nachhaltiger wird.» Genau dazu forscht er selbst seit Jahren, und meint: «Die Ölpalme kann sehr gut nachhaltig angebaut werden.»
Weltweite Flächennutzung für Pflanzenöle
Anteil der Anbauflächen und Erzeugungsmengen für Pflanzenöle 8,6 %
Palmöl
36,6 %
Sojabohnen
39 %
25,5 %
Raps
12 % 8,3 % 3,3 %
11,3 %
Sonnenblumen Olivenbäume
9% 1,6 %
Weltweite Pflanzenölproduktion
der Non-Food-Sektor für den grössten Teil des gesamten Palmölkonsums verantwortlich. Wer also im Drogerieregal zu Duschgel oder Tagescreme greift, kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Produkt mit Palmöl– oft ohne es zu wissen.¹
10/2026 | Wirkstoff
25
Thomas Bernet, FiBL
Bei biologisch bewirtschafteten Palmölplantagen dürfen keine Herbizide eingesetzt werden. Entsprechend ist der Boden begrünt, was die Erosion hemmt und die Bodenfruchtbarkeit fördert.
niger nachhaltig. Nicht zertifizierte Mühlen kaufen laut Bernet alles, was geliefert wird, oft über Zwischenhändler und ohne zu wissen, woher die Früchte stammen und unter welchen Bedingungen und auf welchen Flächen die Ölpalmen angebaut wurden. Nicht zertifizierte Ölmühlen haben oft auch negative Auswirkungen auf die Umwelt, da sie keine Umweltstandards einhalten. RSPO-zertifizierte Mühlen hingegen müssen strengere soziale und ökologische Auflagen erfüllen. Zumindest in der Theorie dürfen sie kein Palmöl pressen, für das ökologisch wertvolle Wälder gerodet oder Torfböden erschlossen wurden. Zudem müssen nationale Arbeitsrechte und die Landrechte indigener Gruppen eingehalten und lokale Kleinbauern sollen eingebunden und beraten werden. Biozertifizierte Mühlen – die in Bernets Studie allesamt auch RSPO-zertifiziert waren – verzichten in der Palmölproduktion sowohl auf eigenen Plantagen wie auch bei zuliefernden Kleinbauern auf chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel.
Ausgepresste Fruchtbündel
Thomas Bernet, FiBL
Nicht zertifizierte Palmölmühlen sparen oft in der Aufarbeitung der a nfallenden Abfälle. Das stark ölhaltige Restwasser fliesst oft hinter der M ühle in die Um gebung und verschmutzt Boden und Wasser.
So haben er und sein Team im Auftrag von Coop untersucht, wie eine nachhaltige Palmölproduktion in der Praxis aussehen könnte. Das Herzstück der Studie: der Vergleich zwischen nicht zertifiziertem, RSPO-zertifiziertem und biozertifiziertem Palmöl. Dabei ist die Art der Zertifizierung der Ölmühle entscheidend: Sowohl Grossproduzenten wie auch Kleinbauern bringen die ganzen Fruchtstände ihrer Ölpalmen – Fruchtbündel von 15 bis 50 Kilogramm – zum Auspressen zur Mühle. Je nachdem, welche Standards dort gelten, ist die Palmölproduktion mehr oder we-
26
Wirkstoff | 10/2026
Da die Ölpalme robust und wenig schädlingsanfällig sei, sei ein Verzicht auf letztere problemlos möglich, sagt der Agrarökonom. Mit einer passenden Begrünung beispielsweise durch Leguminosen könne eine Konkurrenz durch andere Pflanzen vermieden und im besten Fall gleichzeitig Stickstoff im Boden angereichert werden, der für die Ölpalme verfügbar wird. Trotzdem sei eine Düngung sinnvoll. Aber anstatt Kunstdünger können Kompost, die ausgepressten Fruchtbündel und sogenanntes POME (Palm Oil Mill Effluent) genutzt werden: stark ölhaltiges Restwasser, welches beim Ölpressen entsteht und sehr stickstoffreich ist. Die Nutzung von POME als Dünger löst laut Bernet ein weiteres Problem: Wird dieses nämlich nicht genutzt, fliesst es entweder direkt in die Umwelt, wo es Böden und Wasser belastet, oder es wird in Auffangbecken gestaut, wo dann sehr viel Methan in die Luft gelangt – ein Klimagas, das ein Vielfaches stärker wirkt als CO2.
Eine Herausforderung in der Praxis ist, dafür zu sorgen, dass auch Kleinbauern, die ihre Fruchtbündel zum Pressen zur Ölmühle bringen, Zugang zu diesen Reststoffen erhalten für ihre Pflanzungen. Wenn Ölmühlen eigene Plantagen haben, gehen diese Reststoffe normalerweise nur zurück zur eigenen Produktion. Doch ganz ohne Dünger würden die Erträge sehr tief ausfallen, sagt Bernet. Diese Einsicht der Studie habe dazu geführt, dass Bio Suisse dies als Bedingung für die Zertifizierung von Palmöl aufgenommen habe. In den Untersuchungen der FiBL-Forschenden schnitten Ölmühlen, die sowohl RSPOals auch biozertifiziert waren, sehr gut ab, da sie ökologische und soziale Standards gut erfüllen. «Palmöl mit doppelter Zertifizierung kann man mit gutem Gewissen kaufen», sagt Bernet. Auch weil die Ölpalme für Kleinbauern in tropischen Ländern eine sehr interessante Pflanze sei, um bei nachhaltiger Produktion ihr Einkommen zu sichern. Bernet teilt damit die Einschätzung, die im Bericht des Netzwerk Palmöl Schweiz mit einem Zitat von Jeroen Douglas zum Ausdruck gebracht wird, dem langjährigen Exekutivdirektor des «Solidaridad Network»: «Die Ölpalme ist eine ertragreiche Kulturpflanze, die von Millionen von Kleinbauern in vielen tropischen Ländern angebaut wird. Unter den richtigen Bedingungen kann diese Kulturpflanze ein existenzsicherndes Einkommen erwirtschaften, während die Bauern im Einklang mit der Natur arbeiten.»¹
sumentinnen und Konsumenten müssen bereit sein, für nachhaltiges Palmöl etwas mehr zu bezahlen. Solange Hersteller einfach das billigste Palmöl verwenden, lohnt sich der nachhaltige Anbau nicht.» Hier sei die Vorreiterrolle von Unternehmen wie Coop sehr wichtig, die das Ziel haben, für Eigenprodukte im Food-Bereich nur noch Biopalmöl zu verwenden. Während im Bereich der Lebensmittel in den letzten Jahren bereits Fortschritte gemacht wurden, müsste man auch im Non-Food-Bereich noch mehr Transparenz einfordern. Helfen könnte laut Bernet ein öffentlich einsehbares Firmen-Rating, das nicht nur prüft, welche Labels ein Unternehmen trägt, sondern was es konkret tut im Einsatz für nachhaltiges Palmöl. Ähnliche Systeme hätten sich etwa bei Kakao bereits bewährt. Im Non-Food-Bereich könnten Drogerien eine Schlüsselrolle spielen: Sie haben den direkten Zugang zu Konsumentinnen und Konsumenten, den Hebel bei Eigenmarken und die Möglichkeit, von Lieferanten Transparenz einzufordern. Ein Anfang wäre, bei Eigenmarkenprodukten aktiv zu kommunizieren, woher das Palmöl stammt – und biozertifizierten Produkten mehr Regalfläche zu geben.
Nachhaltiges Palmöl anstatt Viehweiden Entscheidend ist laut Bernet, wie das Land vorgängig genutzt wurde. «Wenn für Palmöl Regenwald abgeholzt wird, ist das natürlich katastrophal», sagt er. Aber insbesondere in Südamerika gebe es sehr grosse Flächen, die vor sehr langer Zeit gerodet wurden und die heute als extensiv genutzte Viehweiden dienten. «Würde man auf diesen Flächen nachhaltig Palmöl anbauen anstatt Rindfleisch produzieren, wäre das auch fürs Klima ein grosser Gewinn.» Nachhaltiger Palmölanbau sei möglich, sagt Bernet – aber er habe seinen Preis. «Kon-
Das vollständige Literatur verzeichnis finden Sie hier: 10/2026 | Wirkstoff
27
Müde Augen, schlechter Schlaf: Ist wirklich das Blaulicht schuld? Ob im Büro, in der Freizeit oder im Bett vor dem Einschlafen – Bildschirme begleiten uns rund um die Uhr. Wirkstoff zeigt auf, was die Forschung über Blaulicht, Augen und Schlaf tat sächlich weiss und welche Rolle Licht dabei allgemein spielt. 7 Désirée Klarer
Ob im Büro, in der Freizeit oder gar im Bett kurz vor dem Einschlafen: Bildschirme, Smartphones und LED-Lampen begleiten uns den ganzen Tag. Mit dieser Dauerpräsenz wächst die Verunsicherung: Schädigt das ständige Blaulicht die Augen? Stört es den Schlaf? Und bringt eine Blaulichtfilterbrille wirklich etwas? Ein Blick auf die aktuelle Forschung zeigt ein differenzierteres Bild, als viele Werbeversprechen glauben machen wollen.
Was ist Blaulicht? Sichtbares Licht reicht von etwa 380 bis 780 Nanometern Wellenlänge.1 Blaulicht gehört zum kurzwelligen, energiereichen Bereich des sichtbaren Spektrums und liegt ungefähr zwischen 380 und 500 Nanometern.1 Anders als von Laien häufig angenommen, ist Blaulicht nicht per se schädlich. Spezielle Sinneszellen in der Netzhaut reagieren besonders empfindlich auf kurzwelliges Licht, um dem Gehirn zu melden, wie hell es gerade ist. Darüber hinaus beeinflusst Blaulicht unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Stimmung.1,2 Zum viel diskutierten Thema
wird Blaulicht erst dadurch, dass wir ihm heute über Bildschirme und LED-Lampen auch dann noch ausgesetzt sind, wenn es draussen längst dunkel ist. Denn Licht beeinflusst unsere innere Uhr.
Einfluss von Farbe und Helligkeit Neuere Studien zeigen jedoch, dass für die Wirkung auf die innere Uhr nicht die wahrgenommene Farbe entscheidend ist, sondern wie stark das Licht die melanopsinhaltigen Sinneszellen anregt. 3–5 Das sind jene Zellen, die dem Körper helfen, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu steuern (siehe Kasten unten). Das bestätigte sich 2024 auch in einer Studie des Zentrums für Chronobiologie in Basel. Versuchspersonen waren abends blauem oder gelbem Licht ausgesetzt, wobei die Anregung der Sinneszellen gleich gehalten wurde.4 Auf Melatonin, Müdigkeit oder Schlaf hatte die Lichtfarbe dabei keinen eindeutigen zusätzlichen Einfluss.4 Umgekehrt zeigte eine experimentelle Studie mit Displaylicht: Bei gleich wahrgenommener Farbe und Helligkeit unterdrückte das Licht,
Wer besser schlafen möchte, sollte ein bis zwei Stunden vor der Schlafenszeit auf Bildschirmkonsum verzichten. Das gilt auch fürs Handy.
Was bedeutet «melanopsinhaltig»? Bestimmte Sinneszellen in der Netzhaut enthalten das lichtempfindliche Protein Melanopsin. Sie reagieren besonders stark auf kurzwelliges Licht und melden dem Gehirn, wie viel Licht auf das Auge trifft. Damit helfen sie, die innere Uhr und den Schlaf-Wach-Rhythmus zu steuern. Entscheidend ist dabei nicht, ob wir ein Licht als «blau» wahrnehmen, sondern wie stark es diese Sinneszellen anregt.
28
Wirkstoff | 10/2026
stock.adobe.com/DreamZone
welches die Sinneszellen stärker anregte, das Melatonin deutlicher. Unter bestimmten Bedingungen verlängerte sich auch die Einschlafzeit. 5
Blaulicht im Alltag Auch bei der Frage, ob Blaulicht die Augen schädigt, ist die Antwort nicht so einfach. Im Labor lässt sich zeigen, dass sehr intensives blaues Licht Netzhautzellen schädigen kann. Diese Versuche arbeiten allerdings mit isolierten Zellen oder mit deutlich höheren Lichtmengen, als ein Bildschirm im Alltag abgibt.6 Die Ergebnisse lassen sich also nicht eins zu eins auf den Alltag übertragen.7 Für die Praxis ordnet Dr. med. (H) Richard Nagy vom Lux Augenzentrum ein, dass bei gesunden Augen und einem Bildschirmabstand von mindestens 40 Zentimetern nicht mit Schäden zu rechnen sei.
Doch er räumt ein: «Wird der Augen-Sicherheitsabstand von 40 Zentimetern dauernd auf unter 30 Zentimeter reduziert, könnte dies allerdings Kurzsichtigkeit fördern.»8 Die Schuld liege jedoch nicht unbedingt beim Blaulicht selbst, sondern bei der Naharbeit vor Computern und Co. Eine grosse Übersichtsarbeit von 2023 kommt ebenfalls zum Schluss, dass es hinsichtlich der Nutzung von Bildschirmen und LED-Lampen mit hohem Blaulichtanteil bei normaler Alltagsintensität aktuell keinen Beleg für eine Schädigung der Netzhaut gibt.9
Können Blaulichtfilterbrillen helfen? Und was ist, wenn man nicht genügend Abstand halten kann? Nützen hier Blaulichtfilterbrillen etwas? Die Antwort ist ernüchternd. Eine Cochrane-Review – eine der 10/2026 | Wirkstoff
29
verlässlichsten Auswertungsformen in der Medizin – wertete 17 Studien mit 619 Teilnehmenden aus.10 Ergebnis: Blaulichtfilterbrillen linderten weder Augenermüdung noch verbesserten sie die Sehschärfe, verglichen mit gewöhnlichen Brillengläsern.10 Auch als Schutz vor Augenkrankheiten wie der altersbedingten Makuladegeneration – einer Erkrankung der Netzhaut – liess sich kein Nutzen nachweisen.10 Beim Schlaf zeigt sich ein ähnliches Bild. Einzelne kleine Studien mit stark blaublockierenden, bernsteinfarbenen Gläsern fanden zwar Verbesserungen der Schlafqualität. Insgesamt ist der Nutzen von Blaulichtfilterbrillen jedoch nicht belegt.10–12
sel versuchen, abends jenes Licht zu reduzieren, das die melanopsinhaltigen Sinneszellen anregt.15 Nur leider ist nicht erwiesen, dass dies beispielsweise beim Nachtmodus am Laptop immer zutrifft.16 Besser ist es darum, die Dauer der Bildschirmzeit zu verringern. Laut dem Zentrum für Chronobiologie in Basel kann es bereits helfen, wenn man ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen Laptop und Handy zur Seite legt.15
Selbst aktiv werden Statt sich also auf Blaulichtfilterbrillen zu verlassen, lohnt es sich, bei Beschwerden genauer hinzuschauen. Müde, brennende oder trockene Augen nach längerer Bildschirmarbeit hängen meist nicht mit dem Blaulicht selbst zusammen. Beim konzentrierten Blick auf den Bildschirm blinzeln wir seltener, wodurch der Tränenfilm schneller aufreissen kann und die Augenoberfläche stellenweise ungeschützt bleibt.13,14 Regelmässige Pausen, bewusstes Blinzeln und bei Bedarf befeuchtende Augentropfen können helfen, unabhängig von der Farbe des Lichts. Wer wiederum schlecht einschläft, sollte laut dem Zentrum für Chronobiologie in Ba-
Das vollständige Literatur verzeichnis finden Sie hier:
Aufbau des Tränenfilms Der Tränenfilm besteht aus drei aufeinander abgestimmten Schichten, die das Auge feucht halten und schützen. Beim konzentrierten Blick auf den Bildschirm blinzeln wir seltener, wodurch dieser Film nicht mehr richtig verteilt wird und s chneller aufreisst. Die Folge sind trockenen, brennenden Augen. Luft Lipidschicht ca. 0,1 µm Herkunft: Meibom-Drüsen (Lidrand) Funktion: verlangsamt die Verdunstung des Tränenfilms Wässrige Schicht ca. 8 µm Herkunft: Tränendrüse Funktion: befeuchtet, versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen
Hornhautepithel (Cornea)
30
Wirkstoff | 10/2026
Muzinschicht ca. 0,8 µm Herkunft: Becherzellen der Bindehaut Funktion: verankert den Tränenfilm auf der Augenoberfläche
Mitgliedermutationen Übergaben • Per 31.8.2026 (an die Sanavera-Naturdrogerie GmbH mit SDV-Beitritt per 1.10.26): Dorf-Drogerie Hafen, K lotenerstrasse 8, 8303 Bassersdorf • Per 30.9.2026 (an die Lindenberg Drogerie AG): Drogerie Stutz, Kreuzrain 9, 5614 Sarmenstorf Übernahmen • Per 1.10.2026 in die Sektion ZH/SH: Sanavera-Naturdrogerie GmbH, Ursina Borowski, Klotenerstrasse 8, 8303 Bassersdorf • Per 1.10.2026 in die Sektion AG: Lindenberg Drogerie AG, Andrea Temperli, Kreuzrain 9, 5614 Sarmenstorf
Austritte • Per 30.9.2026 (aufgrund Schliessung der OTC-Abteilung): Müller Handels AG, Ettiswilerstrasse 25, 6130 Willisau • Per 30.9.2026 (aufgrund Schliessung der OTC-Abteilung): Müller Handels AG, Kirchstrasse 11, 8580 Amriswil • Per 31.10.2026: DROPA Betriebs AG, Filiale Dreispitz, Münchensteinerstrasse 200, 4053 Basel • Per 31.10.2026: Blauen Apotheke AG, Therwilerstrasse 11, 4107 Ettingen • Per 31.10.2026: DROPA Betriebs AG, Filiale Laufen, Bahnhofstrasse 11, 4242 Laufen Sektionswechsel • Per 1.1.2027 von der Sektion ZH/SH in die Sektion SG/TG/AR/AI: Drogerie Parfümerie Zollikon AG, Alte Landstrasse 91, 8702 Zollikon
Alle Mitgliedermutationen richten Sie bitte an: Schweizerischer Drogistenverband, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel/Bienne, info@drogistenverband.ch, 032 328 50 30
Wirkstoff wirkt in Ihrem Team! Abonnieren Sie Wirkstoff für Ihre Lernenden und Mitarbeitenden! Wirkstoff ist für alle Mitarbeitenden in SDV-Mitgliederbetrieben kostenlos und wird persönlich zugestellt. Name Vorname
Verlag vitagate ag, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel Geschäftsführung und Verlagsleitung: Tamara Gygax-Freiburghaus, t.gygax@vitagate.ch Inserate: Tamara Gygax-Freiburghaus, Marisa Stettler, Valérie Rufer, Janine Klaric, inserate@vitagate.ch Abonnemente und Vertrieb: Sabine Andersen, vertrieb@vitagate.ch Redaktion Publizistische Leitung, Chefredaktorin Wirkstoff: Céline Jenni, c.jenni@vitagate.ch Redaktionelle Mitarbeit in dieser Ausgabe: Barbara Halter, Désirée Klarer, Martina Huber Wissenschaftliche Fachkontrolle: Dr. phil.-nat. Anita Finger Weber Übersetzung: Marie-Noëlle Hofmann Titelbild: stock.adobe.com/releon8211
Adresse PLZ/Ort Geburtstag E-Mail Ich bin (bitte ankreuzen) Drogist/in
Impressum Wirkstoff
Herausgeber Schweizerischer Drogistenverband, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel, Telefon 032 328 50 30, info@drogistenverband.ch
Pharma-Assistent/in
Apotheker/in Ich arbeite derzeit in folgender Drogerie/Apotheke:
Für das Fachpersonal in allen übrigen Betrieben kostet Wirkstoff für ein Jahr (10 Ausgaben) 65 Franken inkl. Mehrwertsteuer. Senden Sie den Talon an: vitagate ag, Abonnement Wirkstoff, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel, vertrieb@vitagate.ch
Produktion Layout: Claudia Luginbühl Druck: Courvoisier-Gassmann AG, Biel ISSN 2673-4974 (Print), ISSN 2673-4982 (Online); CHF 65.–/Jahr, inkl. MWST. Auflage von 5 469 Ex. WEMF/KS-beglaubigt (9/2025) 7. Jahrgang. Erscheinung 10× jährlich © 2026 – vitagate ag, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel
Offizielles Magazin des Schweizerischen Drogistenverbandes und Medium von Angestellte Drogisten Suisse 10/2026 | Wirkstoff
31