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Seit über 160 Jahren arbeiten wir mit Herz und Leidenschaft für die Gesundheit. Zeller hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von pflanzlichen Arzneimitteln mit klinisch bewiesener Wirksamkeit spezialisiert.
Unsere Antwort auf Schäfchen zählen.
Ein- und Durchschlafstörungen sowie unruhigem Schlaf.





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Bei Beschwerden wie Nervosität, Spannungs- und Unruhezuständen sowie Prüfungsangst.



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Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Max Zeller Söhne AG, 8590 Romanshorn, www.zellerag.ch


Weitere Informationen zu diesen und vielen weiteren rezeptfreien Zeller Produkten finden Sie hier: zellerag.ch
Ob Schnupfen, Husten, Bauchschmerzen oder Energielosigkeit – solche Beschwerden sind häufig. Doch nicht jedes Symptom erfordert sofort den Gang zur Ärztin oder zum Arzt. Im Gegenteil: Unnötige Arztbesuche belasten unser Gesundheitssystem unverhältnismässig stark und treiben die Kosten weiter in die Höhe.
Viele leichte Beschwerden lassen sich mit rezeptfreien Arzneimitteln gut selbst behandeln – vorausgesetzt, man tut es informiert. Drogerien und Apotheken sind dafür die erste Anlaufstelle. Was sie von anderen Bezugsquellen unterscheidet, ist die persönliche, fachkundige Beratung: Drogistinnen und Drogisten sowie Apothekerinnen und Apotheker nehmen sich Zeit für Ihre Anliegen – und helfen Ihnen, die richtige Wahl zu treffen. Von der Beratung bei akuten Beschwerden über Prävention bis hin zur Unterstützung bei chronischen Erkrankungen bieten Drogerien und Apotheken eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen. Sämtliche rezeptfreien Arzneimittel sind sowohl in der Drogerie als auch in der Apotheke erhältlich.

Diese Broschüre zeigt Ihnen, wie Selbstmedikation gelingt und welche (Dienst-)Leistungen Drogerien und Apotheken anbieten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Jürg Stahl
Zentralpräsident Schweizerischer Drogistenverband
«Selbstmedikation im Fokus» erscheint in einer Auflage von 30 000 Exemplaren.
Herausgeber Schweizerischer Drogistenverband, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel, drogerie.ch. Verlag vitagate ag, Thomas-Wyttenbach-Strasse 2, 2502 Biel, vitagate-ag.ch, info@vitagate.ch. Verlagsleitung Tamara Gygax-Freiburghaus. Redaktion Céline Jenni (Chefredaktion), Désirée Klarer, Lisa Heyl, Sabine Reber. Wissenschaftliche Fachkontrolle Dr. phil.-nat. Anita Finger Weber. Layout Claudia Luginbühl. Titelbild vitagate ag (KI-generiert). Druck Stämpfli AG, 3001 Bern.
© 2026 – Schweizerischer Drogistenverband. Für jede Art der Wieder veröffentlichung der Inhalte dieser Publikation bedarf es der vorgängigen schriftlichen Zustimmung des Herausgebers.

Ob rezeptfreie Medikamente, Naturheilmittel oder Hausspezialitäten: Das Angebot und die Gesundheitsberatung in den Drogerien sind einmalig. Eine Drogistin und ein Drogist geben Einblick in ihren abwechslungsreichen Alltag.
Sabine Reber

Kaum eine Berufsgattung ist so vielseitig und bietet so viel Spielraum für eigene Kreativität und Innovation. Das wissen die Drogistin Pascale Robinson aus dem Seeland und der Drogist Patrick Thurner aus dem Bündnerland beide sehr zu schätzen. Ein Besuch in ihren Drogerien zeigt das breite Spektrum ihres Wirkungsgebiets. Beginnen wir unsere Tour d’Horizon im Bündnerland bei Patrick Thurner. Er ist dipl. Drogist HF und Inhaber der Drogerie in Savognin und leitet den Familienbetrieb in zweiter Generation. Mit Leidenschaft pröbelt er an neuen Rezepturen, wobei seine Drogerie hauptsächlich im Bereich Kosmetik und Geschenke für ihr riesiges Sortiment mit regionalen Produkten bekannt ist. Wichtig sind hierfür die Edelweissfelder, die von seiner Mutter angebaut und gepflegt werden. Im Sommer helfen die ganze Familie und das Drogariateam nach der Arbeit beim Pflücken mit.
Bei den Hausmitteln nach eigener Rezeptur kommt nebst Murmeltierfett und anderen Naturprodukten auch Bergkristall zum Einsatz, der die Wirkung verstärken soll.
Auch Kräutertees und Bademischungen
werden eigenhändig vom Team in der Drogerie hergestellt. Und dann gibt es die Hausschnäpse und Kräuterliköre. Auch hier haben Patrick Thurner und sein Team über die Jahre ein grosses Sortiment aufgebaut. Sein Röteli-Rezept ist ein preisgekröntes Familiengeheimnis. «Bei uns ist alles echt und authentisch, das wissen die Kunden sehr zu schätzen», sagt Thurner stolz. Neben den vielen eigenen Produkten bietet Patrick Thurner auch das ganze klassische Drogeriesortiment an, von Selbstmedikation und Naturheilmitteln über Verbandsmaterial bis zu Spezial-Reinigungsprodukten. Die einheimische Bevölkerung sei froh über das breite Angebot. Patrick Thurner betont, wie wichtig Eigeninitiative und Unternehmertum seien und dass man sich seine eigene Nische erschaffen müsse, um mit einer kleinen Drogerie im Berggebiet Erfolg zu haben. Er ist Drogist mit Leib und Seele. Sein Vater hat die Drogerie im Jahr 1969 gegründet und ist dann leider früh verstorben. Die Mutter führte den Betrieb, bis der junge Drogist seine Ausbildung an der Höheren Fachschule in Neuenburg abgeschlossen hatte. Diesen Schritt hat er nie bereut, denn «in keinem anderen Bereich hätte ich mich so schnell selbstständig machen und erfolgreich mein eigenes Geschäft aufbauen können».


Robinson ist dipl. Drogistin HF und Inhaberin der beiden Swidro-Drogerien in Nidau und Täuffelen. zVg
Auch die Drogistin Pascale Robinson ist mit viel Herzblut in ihrem Beruf tätig. Sie konnte gleich nach der Ausbildung an der Höheren Fachschule in Neuenburg die Swidro-Drogerie in Nidau bei Biel übernehmen. «Zu jedem Produkt, das wir im Laden haben, können wir eine fundierte Beratung anbieten», sagt sie stolz. Sie betont, wie breit gefächert das Wissen der Drogistinnen und Drogisten ist: «Wir sind wichtige Player im Gesundheitssystem, denn uns kommt eine Triage-Funktion zu. Wir können eine Empfehlung abgeben, ob eine Person ärztliche Behandlung braucht oder nicht. Damit entlasten wir Hausarztpraxen und Notfallstationen.»
Für die Versorgungssicherheit komme den Drogerien eine grosse Rolle zu, insbesondere mit den Arzneimitteln, die sie selbst herstellen, sagt Pascale Robinson. «Wir sind flexibel und können improvisieren. Wenn ein Inhaltsstoff oder ein Produkt einmal nicht verfügbar ist, dann kennen wir Alternativen.»
Besonders während der Pandemie habe sich gezeigt, was den Drogerien für eine wichtige Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung zukomme: «Mal gab es keinen Alkohol mehr, dann waren die Flaschen ausverkauft, aber irgendwie haben wir uns immer zu helfen gewusst und konnten jederzeit die gefragten Desinfektionsmittel anbieten.»
Überhaupt seien die Drogerien in schwierigen Zeiten eine wichtige Anlaufstelle. Auch die Hausspezialitäten der beiden
Beim Pflücken des Edelweisses hilft jeweils die ganze Familie Thurner mit, damit daraus diverse Hausspezialitäten hergestellt werden können. zVg, freepik.com
Swidro-Filialen in Nidau und Täuffelen werden sehr geschätzt. Pascale Robinson erzählt, dass neue Produkte oft im Team entwickelt würden, «wir machen kreative Sitzungen und testen, bis es für alle stimmt». Hustensirup, Erkältungssaft und Verdauungstropfen seien die am häufigsten nachgefragten Produkte in ihrem Einzugsgebiet. Auch Nahrungsergänzungsmittel individuell auf die Kundschaft abstimmen, Mangelzustände bestimmen oder Blutdruck messen gehört zu den Aufgaben. In den Drogerien von Pascale Robinson kann man verschiedene Proben wie Haare oder Stuhlgang auswerten lassen, «die Kunden schicken die Proben selber ein und die Resultate kommen dann zu uns, damit wir sie auswerten können».
Im Seeland sei ausserdem die Tierspagyrik ein grosses Thema, besonders in Täuffelen hätten sie viele Katzen und Hunde, aber auch Pferde. Ausserdem ist am rechten Bielerseeufer das Thema Schwimmbad-


chemikalien sehr präsent. In der Drogerie in Täuffelen können Wasserproben direkt analysiert werden und das Team ist auf die entsprechende Beratung spezialisiert. Auch andere technische Produkte, beispielsweise für die Fleckenentfernung und das Kleiderfärben bis hin zu Bodenpflegemitteln, sind ein Thema, ebenso wie die Schädlingsbekämpfung.
Pascale Robinson und ihr Team veranstalten gerne Themenanlässe für die Kundschaft. Gerade im Bereich Hautpflege und Kosmetik sei das gefragt. Manchmal lädt sie eine Vertreterin einer Marke ein, um eine eingehende Hautberatung zu machen, oder es gibt einen Schminkanlass mit einer Makeup-Spezialistin. Ob in Nidau oder in Täuffelen,
die Kundinnen und Kunden schätzen das Persönliche, erzählt sie, und sagt, über die Jahre habe sie sich eine treue Stammkundschaft aufbauen können. Sie lege Wert darauf, dass alle Kundinnen und Kunden mit Namen angesprochen würden und dass man beim nächsten Besuch nachfrage, wie es ihnen ergangen sei. «Das Vertrauensverhältnis ist in der Drogerie enorm wichtig. Und ein gutes Gedächtnis müssen wir haben. Wenn wir uns nach einem Jahr noch erinnern, was jemand für ein Problem hatte, dann schätzen die Leute das sehr.» Die Erinnerung und das Persönliche würden auch bei der Beratung helfen, denn: «Wir können ein Problem oftmals besser einordnen, wenn wir jemanden schon lange kennen – und haben dann vielleicht aus dem Gesamtkontext heraus eine Idee, was auch noch helfen könnte.»

Trockene Augen gehen mit Rötung, Brennen, Jucken, Tränenfluss und Fremdkörpergefühl einher.
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In vielen Drogerien gibt es ein beeindruckendes Angebot, das kaum jemand kennt: Arzneimittel, hergestellt nach eigener Formel, direkt vor Ort.
Désirée Klarer
zVg

Nadia Minder ist die Geschäftsinhaberin der Bahnhof-Drogerie Worb. Gemeinsam mit ihrem Team stellt sie in ihrer Drogerie über hundert verschiedene Hausspezialitäten her.
Wer in eine Drogerie geht, weiss meist, welches gesundheitliche Problem behandelt werden soll. Und nicht selten hat man dazu auch eine klare Vorstellung des Produkts, welches man kaufen möchte. Schade eigentlich. Drogistinnen und Drogisten verfügen über ein immenses Wissen und sie verwandeln dieses Wissen in Produkte. Meist in Form von Gels, Sprays oder Salben. Diese werden offiziell «Arzneimittel nach eigener Formel» – kurz ANEF – genannt. Drogistinnen und Drogisten sprechen jedoch meistens von Hausspezialitäten, da sie das Produkt nach dieser einzigartigen Formel nur an die Kundschaft der eigenen Drogerie verkaufen dürfen.
Manche Hausspezialitäten werden auf Vorrat hergestellt – sogenannte Defekturen. Beschwerden, für die fast alle Drogerien Defekturen herstellen, sind etwa Erkältungen, Heuschnupfen, Hautprobleme oder Muskelschmerzen. «Besonders nachgefragt sind zudem Mittel, die bei Stress, innerer Unruhe und Schlafproblemen helfen können», sagt Nadia Minder, dipl. Drogistin HF. In ihrer Drogerie am Bahnhof in Worb sind Hausspezialitäten seit 18 Jahren fester Bestandteil des Sortiments. «Jeder Dritte läuft bei uns mit einer Hausspezialität in der Hand wieder aus der
Drogerie», sagt sie. Um das bewältigen zu können, wissen alle im Team, wie man diese mischt. Auch Ad-hoc-Mischungen sind gefragt, also Mittel, die sofort nach der Beratung individuell hergestellt werden. «Wir stellen so viele individualisierte Mischungen her, dass wir sogar zusätzliche Messzylinder dazu kaufen mussten», verrät Minder. Dabei gilt: Je offener das Gespräch, desto gezielter die Mischung.
Hinter jeder Hausspezialität steckt erheblicher Aufwand, der für Aussenstehende unsichtbar bleibt. Alle Zutaten müssen behördlich anerkannt und von zertifizierter pharmazeutischer Qualität sein. Jede Herstellung wird lückenlos dokumentiert: Rohstoff, Lieferant, Chargennummer, Verfallsdatum. Je nach Kanton gelten zusätzliche Vorschriften. Die fachverantwortliche Person trägt die Verantwortung für Sicherheit und Qualität – von der Herstellung bis zur Abgabe. Minder und ihr Team halten zudem fest, wer wann welches Mittel erhalten hat. Das Speichern der Daten, das Nachfragen und das Anpassen gehören genauso zur Hausspezialität wie das Mischen selbst – alles mit demselben Ziel, wie Minder betont: «Mit den Hausspezialitäten geben wir den Leuten ein Werkzeug an die Hand, damit sie sich daheim selber helfen können.»




Dr. Wilhelm Schüssler fand bereits vor Jahren heraus, dass die Ursache vieler Beschwerden oft auf einen Mineralstoffmangel in den Zellen zurückzuführen ist – die Zellen geraten aus dem Gleichgewicht. Schüssler Salze helfen dem Körper, die Balance wieder herzustellen.
OMIDA Dr. Schüssler Salze Nr. 1 bis 25 sind biochemische Arzneimittel aus der Komplementärmedizin. Erhältlich als Tabletten, Cremen, Tropfen, Lotion, Lipstick, Balsam und Pulver.
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Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Angaben auf der Packung. Schwabe Pharma AG, 6403 Küssnacht am Rigi.
Drogerie- und Apothekenteams bieten einen niederschwelligen Zugang bei vielen Gesundheitsfragen mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten. Sie entlasten Hausärztinnen und Hausärzte sowie die Notaufnahmen und helfen bei der Versorgungssicherheit von Arzneimitteln mit. Die Schweizer Bevölkerung bekommt durch Apotheken und Drogerien einen einfachen Zugang zur Selbstmedikation, zum Gesundheitssystem und zu Präventionsdienstleistungen.

► Drogistinnen und Drogisten dürfen sämtliche rezeptfreien Arzneimittel verkaufen.
► In Drogerien findet sich ein umfassendes Angebot an komplementärmedizinischen Heilmitteln wie Phytotherapie, Spagyrik, Homöopathie oder Schüssler Salze.
► Drogistinnen und Drogisten bieten eine ganzheitliche und individuelle Beratung rund um Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden an.
► Viele Drogerien stellen Hausspezialitäten her, zum Beispiel Arzneimittel nach eigener Formel, die direkt vor Ort produziert werden (siehe Seite 7).
► In der Deutsch- und Westschweiz gibt es rund 500 Drogerien.



► Apothekerinnen und Apotheker führen Arztrezepte aus und dürfen gewisse rezeptpflichtige Medikamente selbst verschreiben
► In über zwei Drittel aller Apotheken in der ganzen Schweiz können sich Personen ab 16 Jahren impfen lassen.
► Apothekenteams bieten Gesundheitsdienstleistungen an, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Screenings, Allergie-Checks, Notfallverhütung oder die Überprüfung, ob ein Vitaminmangel vorliegt.
► In der Schweiz gibt es über 1 800 Apotheken.

Bei leichten gesundheitlichen Beschwerden sind Drogerien und Apotheken gute erste Anlaufstellen. Das spart Gesundheitskosten und stärkt die Eigenverantwortung, wie eine neue Studie zeigt.

zVg

Prof. Dr. rer. pol. Uwe May und Cosima Bauer haben mit «May und Bauer» ein Beratungsund Forschungsunternehmen zu gesundheitsökonomischen und versorgungspolitischen Fragestellungen gegründet und verschiedene Studien zur Selbstmedikation publiziert.


Die Kosten im Gesundheitswesen steigen von Jahr zu Jahr. 2025 haben sie rund 97 Milliarden Franken betragen. Spitalaufenthalte und Arztbesuche machen mit 52 Prozent den grössten Teil der Kosten aus. Ideen, wie die Kosten reduziert und die begrenzten ärztlichen Kapazitäten entlastet werden könnten, gibt es einige. Ein guter Ansatz, um insbesondere die ärztliche Grundversorgung zu entlasten, sind die Dienstleistungen in Apotheken und Drogerien. Apothekerinnen und Drogisten helfen, das passende Arzneimittel zu finden, sie messen den Blutdruck, beantworten Ernährungsfragen oder geben Präventionstipps – so wird die Eigenverantwortung gestärkt. Und wenn bei einem gesundheitlichen Problem ärztliche Expertise gefragt ist, wird die Kundschaft darauf hingewiesen.






Dass Selbstmedikation Kosten spart, ist aber nicht einfach eine Behauptung. Eine eigens für die Schweiz durchgeführte gesundheitsökonomische Untersuchung im Auftrag der ASSGP zeigt dies klar auf. Die Studienautoren Professor Dr. Uwe May und Cosima Bauer haben dafür berechnet, welche Kosten entstehen, wenn eine leichte Gesundheitsstörung




wie eine Erkältung oder eine Magenverstimmung im Rahmen der Selbstmedikation oder alternativ mit einer Arztkonsultation behandelt wird. «Die Berechnungen zeigen, dass die Selbstmedikation in einem solchen Behandlungs-fall mehr als 120 Franken an direkten Kosten einspart», sagt Uwe May. Zudem würden Patientinnen und Patienten etwa eine halbe Stunde an Weg- und Wartezeit sparen. Hochgerechnet auf alle Fälle ergibt sich dadurch allein für das Gesundheitssystem eine Kostenreduktion von rund 1,3 Milliarden Franken pro Jahr. Berücksichtigt man darüber hinaus sämtliche direkten Kosten, also auch jene, die von den Patientinnen und Patienten selbst getragen werden, beläuft sich die Einsparung durch Selbstmedikation im Vergleich zu einem Arztbesuch sogar auf rund 2,4 Milliarden Franken jährlich. Cosima Bauer betont: «Ohne Selbstmedikation müsste jede Hausärztin und jeder Hausarzt pro Tag fast drei Stunden zusätzlich arbeiten. Oder bei gleichbleibender Arbeitszeit bräuchte es fast ein Drittel zusätzliches ärztliches Fachpersonal in Vollzeit.» Zusammengefasst: Jeder Franken, der für Selbstmedikation ausgegeben wird, spart für die Schweizer Gesellschaft durchschnittlich rund 10 Franken ein.
Damit Selbstmedikation wirkt und die Menschen erreicht, braucht es gut ausgebil-
dete Fachleute und ein niederschwelliges Beratungsangebot. Drogistinnen und Drogisten verfügen über eine fundierte Ausbildung und einen grossen Erfahrungsschatz. Deshalb dürfen sie neben den Apothekerinnen und Apothekern in der Schweiz sämtliche rezeptfreien Arzneimittel abgeben – ein europaweit einzigartiges Modell. Dadurch steht in allen Landesteilen ein dichtes Netz an Fachgeschäften mit langen Öffnungszeiten und in der Regel ohne nennenswerte Wartezeiten zur Verfügung. «Selbstmedikation funktioniert natürlich nur, wenn die entsprechenden Arzneimittel verfügbar sind und der Zugang ermöglicht wird», sagt Bauer.
Ein einfacher Zugang zu rezeptfreien Präparaten führe dazu, dass eine medizinisch sinn-
volle Behandlung überhaupt stattfinde oder frühzeitiger begonnen werde, so May. Ausserdem existiere ein breites Spektrum an Präparaten aus Drogerien und Apotheken, die präventiv eingesetzt würden, um Erkrankungen oder Mangelzuständen vorzubeugen. «Diese beiden Effekte sind auf gesundheitlicher und ökonomischer Ebene bedeutsam», erklärt May.
Der Fachhandel nimmt hier eine wichtige Funktion ein. Es ist eine Kernaufgabe von Drogisten und Apothekerinnen, das richtige Arzneimittel abzugeben, zu informieren, wie es wirkt, und warum es wichtig ist, es wie vorgeschrieben einzunehmen. Denn wenn Patientinnen oder Patienten ihre Therapie nicht oder ungenau befolgen, entstehen neben gesundheitlichen Schäden auch wieder hohe Kosten. Eine gute Beratung im Gesundheitsbereich ist also das A und O.
Das können Anzeichen von Durchblutungsstörungen im Gehirn sein.


Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Schwabe Pharma AG, Küssnacht am Rigi

Tebofortin ® Verbessert die Durchblutung. Bei Vergesslichkeit und Konzentrationsmangel.
Arzneimittel bei ausländischen Onlineanbietern zu kaufen, ist mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Ruth Mosimann, Fachspezialistin Kontrolle illegale Arzneimittel beim Heilmittelinstitut Swissmedic, klärt auf.
Céline Jenni
Ruth Mosimann, wer Medikamente übers Internet im Ausland bestellt, zahlt oft deutlich weniger. Warum sollte man es trotzdem nicht tun?
Ruth Mosimann: Ganz einfach deshalb, weil man nie sicher sein kann, was man wirklich bekommt. Die online aus dem Ausland bestellten Medikamente sind möglicherweise von zweifelhafter Qualität. Im schlechtesten Fall behandelt man sich also mit einem wirkungslosen oder gar schädlichen Präparat. Doch nicht nur deshalb kann sich die anfängliche Ersparnis von ein paar Franken rasch in einen teuren Spass verwandeln.
Was kann die Sache denn noch teuer machen?
Das Gesundheitsrisiko, denn: Fehlbehandlungen kosten um einiges mehr als ein geprüftes Medikament aus der Schweiz. Zudem kann es sein, dass die Sendung gar nie beim Empfänger ankommt, sondern beschlagnahmt wird. Dann geht das ausgegebene Geld verloren und man riskiert darüber hinaus ein kostspieliges Verwaltungsverfahren. Ob also rechtliche Konsequenzen oder Gesundheitsfolgen: Bei diesen Bestellungen geht man immer ein unnötiges Risiko ein.

Was sind das für Gesundheitsrisiken?
Gewisse Arzneimittel aus dem Internet enthalten beispielsweise einen falschen, gar keinen, einen unter- oder überdosierten Wirkstoff. Auch giftige oder süchtig machende Substanzen sind möglich – all das ist gesundheitsgefährdend. Darüber hinaus wird die Krankheit nicht richtig behandelt und man wird unter Umständen noch kränker.
Swissmedic rät daher dringend davon ab, Arzneimittel online und aus dem Ausland zu bestellen.
Ist es denn immer illegal, wenn man Arzneimittel im Internet bestellt?
Nein, nicht automatisch. Es gibt legale Schweizer Versandapotheken. Aber auch dort muss man aufpassen, gewisse Produkte können aus dem Ausland geliefert werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Medizinprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel, die die ge setzlichen Vorgaben der Schweiz möglicher weise gar nicht erfüllen.
Und Bestellungen aus dem Ausland?
Es ist illegal, mehr als einen Monatsbedarf eines Medikaments im Ausland zu bestellen. Es ist

Ruth Mosimann ist Fachspezialistin Kontrolle illegale Arzneimittel beim Heilmittelinstitut Swissmedic. zVg

also erlaubt, eine kleine Menge für sich selbst zu importieren, auch wenn wir das nicht empfehlen.
Welche Präparate werden am meisten online bestellt?
Der erste Platz geht an die Erektionsförderer, dies ist schon seit Jahren so. Aber es gibt weitere Medikamente, die uns Sorgen machen. Dazu gehören Hormone, Schlafmittel und Schlankheitsmittel. 2025 gab es zudem einen Boom auf Mittel gegen Haarausfall, insbesondere auf ein rezeptfreies Medikament, eine Lösung mit Minoxidil.
Wieso werden Präparate online bestellt?
Nur, weil es günstiger ist?
Nein, nicht nur. Neben den Kosten spielt sicher auch die Bequemlichkeit eine Rolle. Hinzu kommt, dass es wahrscheinlich gar nicht allen bewusst ist, dass es Medikamente sind, die sie online bestellen.
Können Sie ein Beispiel dafür nennen?
Nehmen wir das Mittel gegen Haarausfall, das ich vorhin erwähnt habe. Dabei handelt es sich um eine Lösung mit pharmakologischem Wirkstoff, der auf die Haare aufgetragen wird. Viele Leute halten das fälschlicherweise für ein Kosmetikum statt für das, was es ist: ein Arzneimittel, das neben der Wirkung auch Nebenwirkungen haben kann. Dies bedarf einer Fachberatung durch Drogistinnen oder Apotheker. Selbst dann, wenn es kein rezeptpflichtiges Arzneimittel ist.
Fakten zu illegalen Arzneimittelsendungen in der Schweiz (2025)
► Über 6 600 illegale Arzneimittelsendungen wurden 2025 beschlagnahmt.
► Die Dunkelziffer von unzulässig in die Schweiz importierten Medikamenten dürfte um einiges höher sein.
► Herkunft der illegalen Arzneimittelsendungen:

Westeuropa (40 %)
► Meist beschlagnahmte Art der Produkte:
Mittel gegen Haarausfall (19 %) Erektionsförderer (41 %)

Hormone (12 %)






• Reduziert überschüssige Magensäure,
• bildet eine Schutzbarriere
• und beseitigt die aggressive Wirkung des Magensaftes.
Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilagen.

Wie kann ich überprüfen, ob ein Onlineanbieter sicher ist?
Das herauszufinden ist in der Tat nicht immer einfach. Websites von kriminellen Anbietern sind sehr ansprechend gestaltet und oft schwer zu erkennen, insbesondere durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Wir haben auch schon Beispiele gesehen, bei denen Betrüger Websitenamen von real existierenden Apotheken missbraucht haben. Wichtig ist, dass man generell misstrauisch ist. Eine Faustregel habe ich aber.
Und die lautet?
Es gibt keine legalen Arzneimittelanbieter auf Social Media. Wer digitale Bestellungen entgegennimmt und Medikamente per Post versendet, benötigt eine kantonale Versandhandelsbewilligung. Einige offizielle OnlineApotheken sind in sozialen Medien präsent, dies jedoch nur zu Werbe- oder Informationszwecken – und nicht für die Bestellung von Medikamenten.
Kann man an der Arzneimittelpackung erkennen, ob es ein «echtes» Medikament ist und keine Fälschung? Fälschungen sehen oft überzeugend echt aus. In der Schweiz ist auf jedem zugelassenen Medikament eine Swissmedic-Vignette aufgedruckt. Wir haben bis jetzt bei von Swissmedic zugelassenen Arzneimitteln aus legalen Kanälen noch nie Fälschungen entdeckt. Am sichersten ist es, Arzneimittel in einer Drogerie oder Apotheke zu kaufen. Diese beziehen die Medikamente von legalen Grosshändlern, dabei wird die Vertriebskette von der Herstellung bis zur Abgabe streng kontrolliert.
Sie arbeiten schon seit 20 Jahren bei Swissmedic. Welcher Fall mit illegalen Arzneimittelsendungen hat sie am meisten entsetzt?
Zulassungsinhaberin:
Es gibt viele haarsträubende Fälle. Schlimm fand ich unter anderem die Ozempic-Fälschungen vor ein paar Jahren. Das Diabetesmedikament mit dem GLP-1-Wirkstoff wurde damals massenhaft als Schlankheitsmittel nachgefragt –es kam zu Versorgungsengpässen. Dies haben Betrüger ausgenutzt. Sie nahmen Insulin-Pens und tarnten diese als Abnehmspritzen. Menschen, die online und aus unsicheren Quellen bestellten, injizierten sich unwissentlich Insulin und wurden mit akuter Unterzuckerung hospitalisiert. Es
gab mehrere solcher Fälle. Die problematischen Präparate wurden aber allesamt nicht in der Schweiz gekauft, sondern aus dem Ausland importiert. Diese Ereignisse waren alle lebensbedrohlich. Daran sieht man, dass die Betrüger skrupellos sind und den Tod von Menschen in Kauf nehmen, nur um Geld zu verdienen.
Dahinter stecken kriminelle Netzwerke?
Ja, es ist eine unglaubliche Power dabei. Immer dann, wenn den Zollbehörden ein grosser Schlag gegen solche illegalen Arzneimittelfälschungen gelingt oder wir in unserem Jahresbericht publizieren, woher die illegalen Arzneimittel kommen, sehen wir kurzfristige Verschiebungen dieser Lieferketten. Wir warnen eigentlich immer vor dem gleichen: Nichts bestellen und nichts einnehmen, was von einer unbekannten Quelle kommt, sondern den Fachhandel aufsuchen und sich beraten lassen.
Mit künstlicher Intelligenz kann man sich aber heute auch online beraten lassen.
Ja, das kann auch problematisch sein. Vermehrt machen Personen eine Selbstdiagnose und recherchieren dann vielleicht auch gleich, welches Medikament am besten wirken könnte. Als Laie ist es selbst mithilfe von künstlicher Intelligenz äusserst schwierig abzuschätzen, ob man das richtige Arzneimittel ausgesucht hat. Zudem müssen auch Neben- und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Eine Beratung in Apotheken und Drogerien oder durch ärztliches Fachpersonal ist deshalb zielführender.
Bis jetzt haben wir über Arzneimittel gesprochen. Gibt es auch Probleme bei Nahrungsergänzungsmitteln?
Ja. Viele Nahrungsergänzungsmittel enthalten zwar natürliche Inhaltsstoffe, doch diese sind nicht unbedingt ungefährlich. Auch da empfehle




ich eine Fachberatung. Zudem gibt es viele Fälschungen. Es passiert immer wieder, dass in vermeintlichen Nahrungsergänzungsmitteln nicht deklarierte pharmazeutische Wirkstoffe gefunden werden. Besonders häufig ist das bei potenzfördernden Nahrungsergänzungsmitteln der Fall oder bei solchen, die beim Abnehmen helfen sollen. Beides gehört zum Gefährlichsten, was man sich bestellen kann.
Haben Sie ein konkretes Beispiel?
In Schlankheitstees haben wir in Laboranalysen Sibutramin entdeckt. Dieser Wirkstoff ist wegen starker Nebenwirkungen wie beispielsweise Psychosen, Bluthochdruck und Herzrasen fast weltweit vom Markt genommen worden. Der Wirkstoff wird hauptsächlich noch in China hergestellt und in Schlankheitsmitteln verarbeitet, weil er den Appetit zügelt. Die Einnahme kann jedoch lebensgefährlich sein.
Noch gefährlicher scheint mir, dass man nicht weiss, was man einnimmt und nicht auf Nebenwirkungen vorbereitet ist.
Ganz genau. Man geht davon aus, dass man einen Tee oder sonst etwas rein Pflanzliches zu sich nimmt, dabei konsumiert man unter Umständen einen höchstdosierten chemischen Stoff. Es ist bedenklich. Momentan sind auch sogenannte GLP-Nahrungsergänzungsmittel eine Art Trend. Dabei wird der Name von Abnehmspritzen missbraucht, die GLP-1Wirkstoffe enthalten. Das ist Betrug mit dem Namen, da man damit suggeriert, dass es hilfreich für die Gewichtsabnahme ist. Aber in diesen Nahrungsergänzungsmitteln ist kein Wirkstoff drin und sie sind logischerweise auch nicht wirksam. Das schadet nebst der Gesundheit auch dem Portemonnaie.
Ihr Tipp ist also, in jedem Fall dem Fachhandel zu vertrauen?
Genau, denn auch Nahrungsergänzungsmittel, rezeptfreie Medikamente oder natürliche Heilmittel sind nicht in jedem Fall harmlos. Es ist allemal sicherer und günstiger, sich in Drogerien oder Apotheken beraten zu lassen und dort die Präparate zu kaufen.

Elisabeth von GrünigenHuber führt die Drogerie von Grünigen in Gstaad und ist Zentralvorstandsmitglied beim Schweizerischen Drogistenverband.
Arzneimittel dürfen in der Schweiz Stand heute nur dann verschickt werden, wenn ein ärztliches Rezept vorliegt. Das gilt auch für alle nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel. Diese rezeptfreien Medikamente können jedoch online bestellt und in der gewünschten Drogerie oder Apotheke abgeholt werden. «Arzneimittel sind keine Konsumgüter. Vor der Einnahme braucht es eine professionelle Abklärung und eine Fachberatung, damit die Patientin oder der Patient über die richtige Mittelwahl, Dosierung, Anwendung und allfällige Nebenwirkungen aufgeklärt wird», betont Elisabeth von Grünigen-Huber. Die dipl. Drogistin HF ist beim Schweizerischen Drogistenverband Zentralvorstandsmitglied und zuständig für Politik und Branche. Ihr Engagement ist gerade jetzt gefragt: Mit der laufenden Revision des Heilmittelgesetzes könnte der Versandhandel mit Arzneimitteln in den kommenden Jahren Realität werden. Deshalb setzt sich von Grünigen-Huber dafür ein, dass auch im digitalen Abgabekanal die Patientensicherheit jederzeit gewährleistet bleibt. «Klar ist, dass bei jedem Versand eines Arzneimittels ein Kontakt zwischen einer zugelassenen Fachperson und dem Patienten respektive der Patientin stattfinden muss und er oder sie identifiziert wird», sagt von Grünigen-Huber. Es sei zudem wichtig, dass Medikamente nur von Anbietern mit einer anerkannten Zulassung versendet werden dürfen. Bis Arzneimittel allerdings legal einfach online bestellt werden können, dauert es noch eine Weile.

Vorbeugung und Behandlung für die ganze Familie

Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel.
Lesen Sie die Packungsbeilage. BOIRON AG

► Ausbildungsdauer: 4 Jahre, die Ausbildung kann mit einer eidg. Berufsmaturität abgeschlossen werden.
► Ausbildungsorte: In einer Schweizer Drogerie, 1–2 Tage wöchentlich an einer Berufsfachschule.
► Berufsbild: Beratung für schulmedizinische, naturheilkundliche und ernährungsbasierte Therapien, chemische Produkte und Dienstleistungen, Herstellung von individuellen Rezepturen und Eigenprodukten, Bewirtschaftung des Sortiments und Durchführen von verkaufsfördernden Massnahmen. Eigenständige und teamorientierte Arbeitsweise sowie starke Kundenorientierung, Einfühlungsvermögen und Kommunikationsstärke.
► Ausbildungsziele: Arbeit in einer Drogerie; gute Perspektiven, um in der Pharmabranche oder bei einer Krankenkasse zu arbeiten.
► Weiterbildungsmöglichkeiten: Diverse fachspezifische Kurse, Weiterbildung zum dipl. Drogist HF, zur Detailhandelsspezialistin, zur Marketingfachperson, zum PharmaBetriebsassistent, zur Verkaufsfachperson mit eidg. Fachausweis, zur Detailhandelsmanagerin, zum Marketingleiter oder zur Verkaufsleiterin mit eidg. Diplom sowie Studium an einer Fachhochschule (nur mit Berufsmaturität).


Kathrin Benoit, Drogistin EFZ, Naturdrogerie Ins
«Die abwechslungsreichen Aufgaben und die Begegnungen mit der Kundschaft bereiten mir grosse Freude. Immer öfter kommt es vor, dass Kundinnen und Kunden uns auch in ihre emotionalen Herausforderungen einweihen – das braucht Zeit und Einfühlungsvermögen, ist aber eine bereichernde Erfahrung.»
► Ausbildungsdauer: 3 Jahre, die Ausbildung kann mit einer eidg. Berufsmaturität abgeschlossen werden.
► Ausbildungsorte: Berufslehre in einer Schweizer Apotheke und 1–2 Schultage pro Woche an einer Berufsfachschule.
► Berufsbild: Beratung der Kundschaft zu frei verkäuflichen Medikamenten, Pflege-, Kosmetik- und Diätprodukten sowie Abgabe von verordneten Arzneimitteln inklusive Aufklärung über Anwendung und Nebenwirkungen in enger Zusammenarbeit mit der Apothekerin/dem Apotheker. Durchführung medizinischer Basisleistungen wie Blutdruck- und Blutzuckermessungen. Bewirtschaftung des Warensortiments sowie Erledigung administrativer Aufgaben. Teamorientierte, dienstleistungsorientierte und zuverlässige Arbeitsweise mit ausgeprägtem Einfühlungsvermögen.
► Ausbildungsziele: Arbeit in einer öffentlichen Apotheke oder öffentlichen oder privaten Spitalapotheke in der Schweiz; gute Perspektiven, um in der Pharmabranche oder bei einer Krankenkasse zu arbeiten.
► Weiterbildungsmöglichkeiten: In Ernährung und Diätetik, Kosmetik und Körperpflege, Alternativ- und Veterinärpharmazie oder die Weiterbildung zum Berufsbildner, Studium an einer Fachhochschule (nur mit Berufsmaturität), Pharmaziestudium an Schweizer Universitäten oder an der ETH Zürich (nur mit eidg. anerkannter Maturität), Ausbildung zur Pharma-Betriebsassistentin mit eidg. Fachausweis (nach 3 Jahren Berufserfahrung in der Apotheke), Studium an der Höheren Fachschule ESD (nach 24 Monaten Berufserfahrung in einer Drogerie und bestandener Aufnahmeprüfung; mit Berufsmaturität ohne Aufnahmeprüfung).

Alejandra Meli, Fachfrau Apotheke im 3. Lehrjahr, Swidro Apotheke Drogerie Walenstadt
«Ein offenes Ohr für Menschen, Teamarbeit und abwechslungsreiche Beratungen – das macht das Arbeiten für mich in der Apotheke besonders.»
► Ausbildungsdauer: 2 Jahre (Vollzeit).
► Ausbildungsorte: Höhere Fachschule für Drogistinnen und Drogisten (ESD) in Neuenburg.
► Berufsbild: Umfassende Fachberatung in Pharmakologie, Homöopathie, Komplementärmedizin sowie Ernährung und Ökologie. Ganzheitliche Erfassung des Menschen und seiner Erkrankungen mit fundiertem Wissen zu über 3 000 schulmedizinischen und naturheilkundlichen Arzneimitteln. Übernahme unternehmerischer Verantwortung durch Marketingkonzepte, Erstellen von Budget und Jahresrechnung, Sortimentsgestaltung und Mitarbeiterführung.
► Ausbildungsziele: Selbstständig eine Drogerie führen.
► Besonderes: Die ESD existiert seit 1905 und ist in Europa einzigartig. Auch in der Schweiz ist sie die einzige Bildungsstätte auf der dritten Bildungsstufe für die Branche.
► Weiterbildungsmöglichkeiten: Im Detailhandel, in Betriebsökonomie, in Biotechnologie, im Aussendienst, im Labor, in der Qualitätssicherung, im Marketing sowie Ausbildungen zur Naturheilpraktikerin, zum Komplementärtherapeuten, zur Produktmanagerin und zum Berufsschullehrer.


Célia Croset, dipl. Drogistin HF, Inhaberin und Co-Geschäftsführerin
Droguerie Vive in Vevey
«Eine Drogerie zu führen, ist eine bereichernde Aufgabe und eine spannende Herausforderung zugleich. Egal, ob unsere Kundinnen und Kunden beraten, mein Team motivieren oder administrative Tätigkeiten –mein Berufsalltag ist vielseitig und lehrreich.»
Mehr über die verschiedenen Berufe im Bereich Selbstmedikation finden Sie via QR-Code:
► Ausbildungsdauer: 5 Jahre mit Bachelor- und Masterstudium (inklusive Assistenzzeit) und eidg. Diplomprüfung.
► Ausbildungsorte: Universitäten Basel, Bern, Genf sowie an der ETH Zürich. Das 1. Studienjahr kann auch an den Universitäten Lausanne oder Neuenburg absolviert werden.
► Berufsbild: Tätigkeit vorwiegend in öffentlichen Apotheken mit Beratung und Betreuung der Kundschaft bei (rezeptpflichtigen) Arzneimitteln, Dienstleistungen wie Impfen, Rezeptvalidierung, Arzneimittelherstellung, Marketing und Teamführung oder in Spitalapotheken mit Herstellung individualisierter Medikamente für Patienten, klinischer Prozessbeteiligung, Beschaffung, Lagerung und Verteilung von Medikamenten im Spital.
► Ausbildungsziele: Arbeit als Apothekerin in der Offizin- oder Spitalapotheke oder in der Industrie, Forschung oder Verwaltung. Um den Beruf in eigener fachlicher Verantwortung ausüben zu können, muss zusätzlich zur eidg. Diplomprüfung ein eidg. Weiterbildungstitel als Fachapotheker/in in Spitaloder Offizinpharmazie erlangt werden. Diverse Tätigkeitsfelder in der Pharma-, Veterinär-, Lebensmittel- oder Kosmetikindustrie möglich.
► Weiterbildungsmöglichkeiten: Doktorat in Pharmazeutischen Wissenschaften, diverse MAS, beispielsweise in Public Health, Weiterbildung zum/ zur Fachapotheker/in in Offizin- oder Spitalpharmazie, Fähigkeitsausweise FPH in Offizinund Spitalpharmazie sowie in Phytotherapie und Komplementärmedizin.

Danielle Arnoldi, eidg. dipl. Apothekerin, Inhaberin und Geschäftsführerin Landapotheke in Siebnen «Ich liebe die tägliche Abwechslung in meinem Beruf – Menschen nicht nur Medikamente abzugeben, sondern sie ganzheitlich auf ihrem persönlichen Gesundheitsweg zu begleiten, mit Fachwissen, Menschlichkeit und Herz.»
Andrea Zihlmann gewann die erste Berufsmeisterschaft der Drogistinnen und Drogisten an den SwissSkills 2025 in Bern. Im Gespräch erzählt die Schweizermeisterin von Gänsehautmomenten, dem besonderen Reiz des Drogerieberufs und ihrem Traum für die Zukunft.
Lisa Heyl

Andrea Zihlmann, als du die Messehalle an den SwissSkills zum ersten Mal betreten hast – was hast du gefühlt?
Andrea Zihlmann: Es war überwältigend. Ich spürte einen Hauch Nervosität – und wusste: Jetzt geht es los. Von Anfang an begleitete mich ein Filmteam. Es war aufregend, aber auch irgendwie unwirklich.
Was war dein persönlichster Moment der ganzen Woche – neben der Siegerehrung?
Der Moment kurz vor der Siegerehrung, als alle Berufsgruppen unter der PostFinance Arena versammelt waren. Die Drogistinnen und Drogisten aus der Romandie begannen zu klatschen, und plötzlich breitete sich dieser Ketteneffekt aus. Das Klatschen und der Jubel hallten auf dem steinernen Boden wider – das war ein echter Gänsehautmoment, den ich nie vergessen werde.
Du hast erst am Freitagabend erfahren, dass du im Finale stehst. Wie hast du diese Nacht verbracht?
Ich fuhr gerade mit dem Auto von der Arbeit nach Hause, als das Telefon klingelte. Ich konnte es kaum fassen – rannte zu meinen Eltern, war überglücklich und voller Adrenalin. Am Abend vertiefte ich die Be -
ratungsthemen und repetierte die Pflanzen. Und dann – schlief ich überraschend gut. Deutlich besser als in der Nacht zuvor in der Zivilschutzanlage in Bern.
Du sagst, Drogistin zu sein ist für dich eine Berufung. Wann hast du das zuletzt ganz stark gespürt?
Immer dann, wenn sich Kundinnen oder Kunden in einem Beratungsgespräch wirklich öffnen und auch persönliche Dinge teilen. Das gibt mir die Möglichkeit, gezielt zu

helfen und gleichzeitig selbst etwas mitzunehmen. Ein grösseres Kompliment gibt es nicht, als wenn sich jemand einem anvertraut. Und wenn diese Menschen dann wiederkommen und mich wiedererkennen – das ist das Schönste.
Was liebst du an deiner täglichen Arbeit am meisten?
Die Laborarbeit – egal, ob Herstellungen, Spagyrikmischungen oder Teemischungen. Das ist ein Moment, in dem ich ganz bei mir bin. Ich mag exaktes Arbeiten sehr und kann diese Eigenschaft dort richtig ausleben. Und am Ende das Gesamtbild einer schön zusammengestellten Teemischung zu sehen – das macht mich glücklich.
Was würdest du jemandem sagen, der noch nie in einer Drogerie war?
Eine Drogerie ist ein Ort, an dem jeder Mensch gut aufgehoben ist. Von Kosmetik über pflanzliche Heilmittel, Arzneimittel, Sanitätsmaterial bis hin zu Düften und Lebensmitteln – das Sortiment ist enorm vielfältig. Und dahinter steckt fundiertes Fachwissen. In einer Drogerie darf man sich auch gerne öffnen, um ganzheitlich besser beraten zu werden.
Welche Verantwortung trägst du als erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Anliegen?
Ich schätze diese Verantwortung sehr, habe aber auch grossen Respekt davor. Oft kommen Menschen mit Anliegen zu uns, die eigentlich eine ärztliche Abklärung brauchen. Genau da liegt eine unserer wichtigsten Aufgaben: die richtige Einschätzung und Abgrenzung. Dazu kommen individuelle Faktoren wie Allergien, andere Medikamente oder Schwangerschaft – das alles muss in jeder Beratung mitgedacht werden.
Was wünschst du dir für die Zukunft des Drogistenberufs?
Dass der Beruf vielseitig und lebendig bleibt – und dass der enge Kontakt zur Kundschaft erhalten bleibt. Ich bin überzeugt, dass Spezialisierungen künftig eine noch grössere Rolle spielen werden. Und ich wünsche mir, dass auch in Zukunft noch viele junge Menschen Feuer für diesen Beruf fangen. Er verdient mehr Sichtbarkeit – und mehr Begeisterung.

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Arzneimittel mit pflanzlichen Inhaltsstoffen werden häufig als verträglicher und ungefährlicher eingeschätzt als chemisch-synthetische Mittel – ohne fachliche Beratung sollten sie dennoch nicht eingenommen werden.
Sabine Reber

Hanspeter Michel ist dipl. Drogist HF und Inhaber der Drogerie Michel in Teufen. zVg
Natürliche Heilmittel werden immer beliebter. Nicht zuletzt, weil sie in der Bevölkerung als schonender und verträglicher wahrgenommen werden als chemische. Drogist und Heilkräuterspezialist Hanspeter Michel aus dem appenzellischen Teufen: «Viele natürliche Heilmittel sind tatsächlich völlig problemlos. Ich denke hier an Bachblüten, Spagyrik, Schüssler Salze oder homöopathische Mittel in tiefen Potenzen. Sie alle sind sehr gut verträglich.» Auch Tees sind in den meisten Fällen unproblematisch, wie Drogist Michel erklärt. Sie enthalten eine vergleichsweise milde Wirkstoffkonzentration. Allerdings können sie für Menschen, die auf Korbblütler allergisch reagieren, ungeeignet sein. Viele Drogerien führen ein grosses Sortiment an Teekräutern in Arzneiqualität («Drogen» eben, aus dem Holländischen «droog» für «getrocknet») und bieten auch individuelle Mischungen oder Mischungen auf Verordnung an.
Wichtig ist für alle Arten von Heilmitteln, ob natürlich oder synthetisch, immer die Beratung durch eine Fachperson. «Besonders aufmerksam sind wir bei Säuglingen und
Kleinkindern, bei Frauen, die stillen, sowie bei Schwangeren, insbesondere im ersten und im letzten Drittel der Schwangerschaft.» So kann in der Schwangerschaft beispielsweise Vorsicht geboten sein bei gewissen Arzneitees. Etwa solchen mit Sennesblättern, bei denen sogar ein Abortrisiko besteht. Auch Nieren-Blasen-Tees sind in der Schwangerschaft nicht immer angebracht. Enthalten sie Bärentraubenblätter, sollten sie nicht getrunken werden.
Eine Fachperson um Rat fragen sollten Schwangere, Stillende und Eltern von Kleinkindern auch beim Gebrauch von ätherischen Ölen. «Beispielsweise Pfefferminze oder Salbei können eine abstillende Wirkung haben», sagt Hanspeter Michel. Dabei kommt es immer auf die Umstände an. «Es macht einen Unterschied, ob sich jemand von Kopf bis Fuss mit einem Öl einreibt oder ob er nur kurz daran riecht. All das beziehe ich bei der Beratung mit ein.» Zudem gibt es verschiedene sogenannte Chemotypen bei ätherischen Ölen. «Verwendet man beispielsweise nicht Eucalyptus globulus, sondern Eucalyptus radiata, ist die Verträglichkeit viel besser. Wichtig ist, dass man



die Unterschiede kennt und weiss, was kri- sagt Michel. «Dort sind Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beschrieben. Eine Fachperson kann einschätzen, wann die Einnahme unproblematisch und wann Vorsicht geboten ist. Und sie weiss auch, wann eine noch sanftere, risikofreie Therapie, etwa mit Spagyrik oder Homöopathie, angebracht sein kann.»

Im Rahmen der Umteilung der Abgabekategorien von Medikamenten wurden seit 2019 auch einige von der Kategorie D in die Kategorie E umgeteilt und dürfen damit ohne Fachberatung verkauft werden, etwa im Grossverteiler. Darunter sind vor allem Produkte, die eine sehr tiefe Konzentration an Wirkstoffen haben. Arzneitees der Liste D, welche beispielsweise Johanniskraut enthalten, Nieren-Blasen-Tees mit Bärentraubenblättern oder Abführtees gibt es aber weiterhin nur mit Fachberatung in der Drogerie oder Apotheke.




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