VISUELLE KOMMUNIKATION KUNSTUNIVERSITÄT LINZ
Auszug 18/19
Einleitung 2 – 3 Rückblick Studienjahr 2018/19 4 – 23 Ausstellungen und Kooperationen 24 – 35 Bachelorarbeiten 36 – 43 Masterarbeiten 44 – 55 Impressum 56
Willkommen zur Jahresbroschüre
Auszug 18 /1 9 der Abteilung Visuelle Kommunikation der Kunstuni-
versität Linz. Nehmen Sie Einblick in das BestOff unserer Aktivitäten und
staunen Sie über den Querschnitt der
herausragendsten Arbeiten unserer Studierenden des vergangenen Studienjahres.
Im Bachelorstudium
Studierende des Masterstudiums
Grafik-Design und Fotografie
Visuelle Kommunikation
erkunden die Studierenden das
entwickeln Arbeiten, die als per-
und begegnen den Anforderungen
angelegt sind. Die Formulierung
Feld der visuellen Kommunikation
sönlich-künstlerische Forschung
der Disziplinen Grafikdesign und
einer individuellen E rzählung mit
tionellen Ansätzen.
Vordergrund.
Fotografie mit inhaltlich-konzep
visuellen Mitteln steht dabei im
2/3
Abschied und Neubeginn prägten das vergangene Studienjahr 2018/19. Im Frühjahr verabschiedeten wir uns vom langjährigen Standort in Urfahr, um die neu adaptierten, jedoch nicht gänzlich fertiggestellten Räumlichkeiten unserer Abteilung am Hauptplatz 8, im Zentrum der Stadt, zu beziehen. Das tat der beträchtlichen Freude am umfassend neu gestalteten Brückenkopf gebäude West freilich keinen Abbruch. Dessen ungeachtet wurde sogleich der Lehrbetrieb aufgenommen, sämtliche zur Verfügung stehenden Räume sofort aktiviert und freudig belebt, dazu die zahlreich angesetzten Veranstaltungen erfolgreich abgehalten. Unser neues, einladendes Zuhause bestand seine Feuerprobe bravourös. Lassen wir das Studienjahr 2018/19 Revue passieren. Wir legen Ihnen im aktuellen Auszug beste gestalterische und fotografische Arbeiten unserer Studentinnen und Studenten vor: Im Rahmen von Lehrveranstaltungen entwickelte innovative Projekte, außergewöhnliche, künstle rische Positonen, die auf Exkursionen entstanden sind, Werke, die für Koope rationen und Ausstellungen kreiert wurden sowie ausgewählte Bachelor- und Masterarbeiten und vieles mehr. Wir schätzen Begegnungen und würden Sie gerne als interessierten Gast empfangen! Besuchen Sie uns – online auf unserer Webseite ebenso wie per sönlich vor Ort. Der Tag der offenen Tür am 18. März 2020 wäre doch eine gute Gelegenheit dazu. Aber jetzt erst mal viel Freude beim Durchblättern und Lesen der aktuellen Jahresbroschüre, wünscht Ihnen Tina Frank
Rückblick
Studienjahr 18/19
4/5
Im Studienjahr 2018/19 richteten die
Bachelorstudierenden ihre Kameras auf
„Lost Places“ und inszenierten perfekt
die verlassenen Orte. Mit dem temporär bespielten Twitter-Blog „Type Daily“
stand die intensive Beschäftigung mit
Schrift und Raum im Mittelpunkt,
während im Projekt Grafikdesign „Muster und Identität“ unter die Lupe genom-
men wurden. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Internet-
zensur in China fand letztlich illustrativ in einer bemerkenswerten Publikation
Niederschlag.
Das breite Spektrum im Master
studium reichte von der Auseinander setzung mit der zukünftigen Rolle
und Relevanz von GestalterInnen über die eingehende Beschäftigung mit
Informationsdesign bis hin zur Gestal-
tung eines buchkünstlerischen Bei-
trags für das Kunstprojekt „Comrade
Conrade“. Der Fokus lag auf der künstlerischen Erarbeitung von neuem
Material, Inhalten, Methoden und Medien.
BACHELOR
Lost Places Die Lehrveranstaltungen „Einfüh-
rung in die Fotografie“ sowie
„Fotostudio Technik und Workflow digitale Fotografie“ standen ganz im Zeichen von „Lost Places“.
Ein verlassenes Hotel am Semme-
ring, ein Freibad im Winter sowie
das nach der Übersiedlung
verwaiste Gebäude der Kunstuni versität Linz in der Reindlstraße standen Pate für zahlreiche
Fotoarbeiten. Ziel beider Lehrveranstaltungen war, die theoretisch
erlernte Fototechnik anzuwenden und anhand frei zu w ählender
Themen zu vertiefen. Die entstandenen Fotografien wurden in
einem sehenswerten Jahrbuch festgehalten.
Projektbetreuung: Florian Vierhauser
6/ 7
BACHELOR
Type Daily: Display „Type Daily“ ist ein temporär
bespielter Twitter-Blog der Lehr-
veranstaltung „Typografie III“,
der sich mit alltäglichen Phäno menen von Schrift und/im
Raum befasst. Zum Thema des Displays – gedacht als vermit
telnde (Ober-)fläche – zeigen
Poster, Artefakte und andere
Objekte der Studierenden ein-
zelne Fragestellungen dazu auf. Projektbetreuung: Christian Hoffelner Gastkritiker: Benjamin Buchegger (Studio Beton)
und Holger Jagersberger (Atelierhaus Salzamt)
Nadine Marie Schütz
Linda Lachinger
8/9
Vasilisa Aristarkhova
Susanna Katter
BACHELOR
Internet-Zensur in China Illustration verbotener Begriffe Das ZEITmagazin veröffentlichte
im März 2019 die Enzyklopädie
der Internet-Zensur: ein Lexikon
der in China verbotenen Begriffe. Unter den zahlreich gesperrten
Kröte
Wörtern findet sich auch „Winnie Puuh“, zumal dem chinesischen
Präsidenten Xi Jinping eine Ähn-
lichkeit zu dem Kinderbuchbären nachgesagt wird. Die Studieren-
Magdalena Martinak
„Spitzname für den früheren Präsidenten Jiang Zemin, dem eine gewisse Ähnlichkeit mit Amphibien nachgesagt wird.“
蛤
den befassten sich im Rahmen
der Lehrveranstaltung „Illustra-
tion“ eingehend mit Fragen der
Zensur, wählten aus dem Lexikon einzelne verbotene Begiffe und
setzten diese illustrativ um. Die
gesammelten Illustrationen
wurden in einer anschaulichen
KRÖTE: Spitzname für den früheren Präsidenten Jiang Zemin, dem eine gewisse nachgesagt wird. Obwohl die meisten jungen Internetnutzer sich an die Amtszei können, legte der heute 92-Jährige in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Ka net hin. Videos wurden millionenfach im Netz geteilt, in denen Jiang Ukulele sp Presleys »Love Me Tender« singt. Als Jiang 1996 den spanischen König Carlos tra der Tasche und fixierte vor dem König seine Haare. In einem Interview mit CBS im in einem Gespräch über das Tiananmen-Massaker und Falun Gong chinesische V dem Unbekannte im Juli 2014 eine 21 Meter große aufblasbare Kröte in Pe Spitzname »Kröte« verboten.
Publikation in Buchform zusammengefasst.
Projektbetreuung: Blagovesta Bakardjieva
Winnie Puuh Viktoria Hörndler
„Gesperrt, weil Internet-User Präsident Xi Jingping äußerliche Ähnlichkeit zu dem Kinderbuchbären nachsagen.
10 / 11
Oralsex Sophia Wäger
„Ohne Erklärung“
e Ähnlichkeit mit Amphibien it Jiangs nicht mehr erinnern arriere als Kultfigur im Interpielt, Walzer tanzt und Elvis af, nahm er einen Kamm aus m Jahr 2000 fing er an, mitten Volkslieder zu singen. Nacheking aufstellten, wurde der
Aspergillus Flavus Spela Senica
„Ein Pilz, der bei Säugetieren Leberkrebs auslösen kann. Nach dem Tod des Friedensnobelpreis trägers Liu Xiaobo gab es Spekulationen, dass Liu im Gefängnis vergiftetes Essen bekommen hatte.“
BACHELOR
Muster und Identität In „Projekt Grafikdesign“ unter-
suchten die Bachelorstudierenden
die grundlegenden Bausteine von
Gestaltung, Wiederholung und Ver änderung mittels Tuchmuster.
Wie verhält sich die Gestaltung,
wenn das zu bedruckende Material
ein fließender Stoff ist? Wie defi-
niert eigentlich eine Gesellschaft,
eine Gruppe oder Politik Identität bzw. wie zeigt sich unser ganz
individuelles Verständnis von Iden-
tität? Und überhaupt – was ist Identität?
Projektbetreuung: Tina Frank
Susanna Katter
Plakatwettbewerb Gewinner
Christian Azzouni
12 / 13
Als wichtiges Element in der
Gestaltung begegnet uns Wieder holung überall – in der Natur,
Musik oder urbanen Landschaft. Ein zu simpel angelegtes Muster
wirkt schnell monoton und
eintönig. Erst durch die Abwechslung findet ein Muster zu einem
interessanten Rhythmus.
Fotos: Gabriel Rózsa
Hannah Shong
Gabriel Rózsa
Sarah Oos
MASTER
Do you need me? form follows society Visuelle Kommunikation besitzt die Kraft, gesellschaftliche
Veränderungen auszulösen, be stehende Realitäten sichtbar zu
machen und zu gestalten. Im ver
gangenen Studienjahr beschäf
tigten sich die Studierenden des Masterstudiums Visuelle Kom
munikation mit der gesellschaft lichen Relevanz ihrer Disziplin
sowie ihrer Rolle als GestalterIn im Wandel unserer Zeit. Die
unterschiedlichen Perspektiven wurden im Rahmen einer Aus
stellung gezeigt.
Projektbetreuung: Tina Frank, Marianne Pührerfellner,
Christa Amadea
14 / 15
GEWINNER KATEGORIE: APP
LowWater
Bettina Mörz
Die App für ein nachhaltigeres Handeln und den bewussteren Umgang mit der Ressource Wasser. Uns ist im Alltag oft nicht bewusst, dass sauberes Wasser eine knappe und wertvolle Ressource ist. Über 400 Mio. Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jedoch ver brauchen wir pro Tag/Kopf ~4.125 l Wasser. Die App „low water“ ist ein Guide zum nachhaltigeren Handeln – für den bewussteren Umgang mit der Ressource Wasser. Sie soll den UserInnen helfen, ihren individuellen Wasserkonsum (in Echtzeit) aufzuzeigen, zu reduzieren und „Wassersünden“ zu vermeiden. Ziel der App ist ein sofortiger sowie langfristiger Unterstützer, Ratgeber und Motivator zu sein.
MASTER
Be A Man
Raul Izkierdo
Ist es notwendig, patriarchalische Muster beizu behalten, um uns selbst als Männer zu definieren oder sind es eine Reihe von normierten Regeln, die ins Leere gehen? Das Projekt zeigt anhand unter schiedlicher Personen subjektive Sichtweisen auf die Männlichkeit. Was bedeutet „Be A Man“ für die Protagonisten und welche Materialität würden sie dafür wählen? Gibt es eine eindeutige Antwort auf die Frage nach der Männlichkeit oder können wir diese nur auf einer persönlichen Ebene im Laufe des Lebens beantworten?
Selfism
Vasilisa Aristarkhova
Jede/r fühlte sich schon einmal schuldig. Aber, lassen sich Schuldgefühle überhaupt vermeiden? Aktuell verlieren die Menschen ihr Instrument, um Schuld loszuwerden – die Religion. Neben dem Mangel an Mobilität und Flexibilität gelten Reli gionen als veraltetes Modell. Sie sind Unternehmen, die dies zu verbergen versuchen. Fokussieren sich auf ihre Lehren, lehren die Vergangenheit, ver weigern sich Wissenschaft und Bildung. Aber ist das wirklich gut für die Menschen? Egoismus ist die Antwort auf die veränderte Welt. Es ist eine neue Religion mit einem klaren Ziel, abseits von Regula tion und Kontrolle, ein Leben ohne Schuld zu führen.
16 / 17
ICH WILL
Alexandra Möllner
Die Installation „ICH WILL“ besteht aus vier zueinanderstehenden, jedoch voneinander unab hängigen Aussagen. Diese thematisieren die Beziehung zwischen Objekt und Mensch. Dabei bezieht sich der Fokus auf die Fragestellung, wie sich ein Objekt gegenüber einem Individuum verhält und wie dieses darauf reagiert. Was for dert das Objekt von seinem Gegenüber und welche Aufmerksamkeit kann es dadurch erreichen? Die Mitteilungen steigern sich inhaltlich in ihrer Intimität und provozieren dabei eine direkte Auffor derung an die Betrachtenden. Ausgangspunkt des Projektes ist ein konsumkritischer Blick auf unsere Gesellschaft. Stehen wir unter der Kontrolle von Objekten? Lässt sich der subjektive Zugang zum Thema Konsum bewusst machen, beziehungs weise objektivieren?
My Sight
Marjan Moradhasel
Innerhalb einer Kultur haben wir uns darauf verständigt, wie wir die Welt wahrnehmen. Doch wie nehmen Autisten unsere Welt wahr? „My Sight“ gibt einen kleinen Einblick in die Wahr nehmung eines autistischen Freundes – wie dieser die Welt sieht, hört und versteht.
MASTER
Informationsdesign Diese Gestaltungsdisziplin hat
zum Ziel, Informationen (Daten) für Menschen möglichst effizient
und effektiv erfassbar und nutzbar
anzulegen. Dennoch suchen wir
nach ästhetisch ansprechenden
alternativen Formen, denn Balken-
grafiken allein machen zu wenig
Lust, sich mit Zahlen und Fakten
zu beschäftigen. Das Auge liest stets mit!
Projektbetreuung: Tina Frank, Ramon Bauer, Katharina Mayrhofer
Luftverschmutzung Sophia Wäger
Ein Zine über die Ursachen und Auswirkungen der Luftverschmutzung. Ausführliche Daten visualisierungen geben dem/der LeserIn einen Einblick in diese Umweltproblematik.
18 / 19
The European Flags Piyanka Karel
Eine Analyse von Europas Flaggen zeigt deren Farben, Proportionen und Gestaltungsraster mitsamt einer historischen Anzeige, zu welchen Zeiten die jeweiligen Flaggen entstanden.
MASTER
Plastik im Mittelmeer Barbara Oppelt
Mit der Scrollytelling-Webseite für Schulen, Lehrpersonen und Kinder im Grundschulalter können aktuelle Umweltthemen im Unterricht behandelt und diskutiert werden.
Eurovisions Daniel Huber
Die Online-Datenvisualisierung begegnet dem Eurovision Song Contest auf unterhaltsame Weise und offenbart spannende, neue Perspektiven auf das „neue“ Europa und seine sich wandeln den „Euro-Visionen“, die jedes Frühjahr Musik, Kultur, Politik und Wirtschaft verbinden.
20 / 21
Unterwegs auf Europas Autobahnen Bettina Mörz
Die Website vermittelt den UserInnen nicht nur alle wichtigen Informationen zu den europäischen Autobahnen, sondern zeigt auch interessante Aus wertungen der letzten 10 Jahre auf.
MASTER
COMRADE CONRADE. Demokratie und Frieden auf der
Straße.
Auf Einladung der Künstlerin und Initiatorin Nicole Pruckermayr
gestalteten Masterstudentinnen
einen buchkünstlerischen Bei-
trag zum mehrjährigen Kunst-,
Forschungs- und Friedensprojekt
„COMRADE CONRADE. Demokratie und Frieden auf der Straße“.
Das Projekt untersuchte am Bei-
spiel eines repräsentativen Grazer Straßenzuges Zustand und Zu-
kunft von Demokratie und Frieden
in gelebter Form. Die Beiträge
wurden in die inhaltliche Ebene des Buchprojekts eingearbeitet
und entsprechend dokumentiert.
Studierende: Vasilisa Aristarkhova, Alexandra Möllner, Piyanka Karel
Die Ausarbeitung der Publikation
erging an Alexandra Möllner, die das Buch mit dem Verlag CLIO und Her-
ausgeberin Nicole Pruckermayr umsetzte. Es erschien im Herbst 2019.
Weitere Informationen unter:
comradeconrade.mur.at Projektbetreuung: Christian Hoffelner
www.clio-graz.net
22 / 23
Ausstellungen und Kooperationen
24 / 25
Die vielfältigen Aktivitäten unterschiedlichster F ormate reflektieren inhaltlich
das breite Spektrum der Abteilung und verweisen auf die starke Vernetzung und intensive Zusammenarbeit mit
regionalen wie internationalen Institutio-
nen und gesellschaftlichen E inrichtungen. Die Abteilung Visuelle Kommunikation
legt einen ihrer Schwerpunkte auf Informationsdesign und Datenvisualisierung.
So wurden im Rahmen zahlreicher Lehrveranstaltungen innovative Kooperati-
onsprojekte in Angriff genommen, unter anderem mit der Stadt Wien. Die diversen Realisierungen zeigen sich in Form von Broschüren und einer Vielzahl an
Visualisierungen, die in sozialen Medien sowie gedruckten Broschüren der
Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
Im Zuge von Ausstellungen präsentierten die Studierenden Abbildungen im
Genre des Film Noir, die auf einer Studienreise nach Manchester entstanden
sind sowie Fotografien, die sich mit dem letzten Bild auseinandersetzten.
KOOPER ATION
Zines for Science
›Copy. Print. Stamp. Fold. Publish! Masterstudierende der Abteilung
Visuelle Kommunikation erarbei
teten im Austausch mit Forschenden des IFK – Internationales
Forschungszentrum Kulturwissen
schaften der Kunstuniversität Linz in Wien visuelle Artefakte. In
kleinen Heftchen – den sogenann-
ten Zines – zeigten, mixten, interpretierten oder manipulierten
sie aktuelle Forschungsthemen in
diversen Formen und Formaten.
Die Heftserie besteht aus sechzehn monothematischen und indivi
duellen Sonderauflagen, die im Rah men der 25-Jahr-Feier des IFK
in Form eines immersiven Ausstel-
Fabian Estermann: Der Begriff
lungsformats gezeigt wurden.
des Selbstbewusstseins in der
Projektbetreuung: Tina Frank, Marianne Pührerfellner,
20. und 21. Jahrhunderts
Christian Hoffelner, Christa Amadea
vergleichenden Psychologie des
Bettina Mörz
Leila Alieva: Democracy/Auto-
cracy and Religious Attitudes in Post-Soviet Nation-States: The
Case of Islam in Azerbaijan
Hana Opresnik, Nina Mahringer
26 / 27
Von links nach rechts:
Alexandra Möllner; Vasilisa
Aristarkhova, Enikö Gál; Helena
Kappelmüller, Valentina Recheis; Barbara Oppelt, Sophia Wäger;
Hana Opresnik, Nina Mahringer;
Katrin Ganglberger, Piyanka Karel Mit freundlicher Unterstützung von Fedrigoni Austria und Salzer Papier.
Tom Wappler: Praktiken der
musikalischen Intertextualität im frühen 20. Jahrhundert
Daniel Huber, Sophia Krayc
VER ANSTALTUNG
Bildjournalismus: Manchester Noir Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Bildjournalismus“ wurde eine Exkursion nach Manchester
unternommen. Die Studierenden
erhielten einen exemplarischen
Einblick in andere kulturelle Praxis-
formen zum Umgang mit (Bild-)
Sprache in der Alltagskultur. Die
Abbildungen im Genre des Film
Noir als Referenz zeigen Szenerien
aus dem Leben Manchesters. Projektbetreuung: Gerhard Umhaller
Exkursionsbeteiligte: Andrea Eiber Daniel Huber Jiyoon Ha Anna Jochum Sophia Krayc Yoonkyung Lee Claudia Lehmann Anna Miklavcic Gabriel Rózsa Eva-Maria Schitter Hannah Shong Engin Uzunkaya
28 / 29
Analoge Großvergrößerungen von links nach rechts:
Sophia Krayc, Hannah Shong, Eva-Maria Schitter, Yoonkyung Lee,
Andrea Eiber, Daniel Huber, Anna Jochum, Gabriel Rózsa
VER ANSTALTUNG
Blue Eye Photo Award 2019 Fünf Jahre lang widmete sich der Blue Eye Photo Award dem Phä
nomen Fotografie. Nun wurde der begehrte Award unter dem sinn
gebenden Titel „Schlussbild“ zum letzten Mal vergeben. Die Stu
dierenden der Abteilungen Visuelle Kommunikation und Plastische
Konzeptionen / Keramik spielten mit
der Faszination, die von einem
letzten Bild ausgeht. Die aus Ernst Hilger, Peter Hauenschild, Dieter
Anderle und Johannes W egerbauer bestehende Jury sprach den mit
dreitausend Euro dotierten Preis Christoph Breiner, Bachelorstu-
dium Grafik-Design und Fotografie, für seine Arbeit „Frame 37“ zu.
Projektbetreuung: Johannes Wegerbauer, Peter Hauenschild
Studierende: Christoph Breiner, Andrea Eiber, Anna
Eickhoff, April Fowlow, Bettina Gangl, Katrin
Ganglberger, Micha Gerersdorfer, Jiyoon Ha, Helena Kappelmüller, Sabine Köstler,
Sophia Krayc, Jung Ui Lee, Yoonkyung Lee, Hana Opresnik, Wendelin Pober, Gabriel
Rózsa, Eva-Maria Schitter, Jana Simbürger,
Sonja Thoms, Anna W eberberger
30 / 31
Im Werden
Eva-Maria Schitter (2. Platz)
Frame 37
Christoph Breiner (1. Platz)
Fotos: Stefan Kreiner
KOOPERATION
Wien in Zahlen Eine wesentliche Aufgabe im
Grafikdesign stellt die Entwick-
lung von gesamtheitlichen Unter nehmenskommunikationen dar
– eine Brand wird durch die visuellen Elemente ihres Auftritts
maßgeblich geprägt. Gegenwärtig kommen verstärkt quantitative Informationen als Mittel zur
Kommunikation zum Einsatz. Seit Mai 2018 erstellt die Abteilung
Visuelle Kommunikation der Kunst universität Linz in Kooperation mit
der Statistik Wien eine visuelle Sprache, die den BürgerInnen kontinuierlich von der Stadt
Wien erhobene Zahlen zugänglich
macht. In der Folge wurde für die
Magistratsabteilung 23 eine Serie
von Broschüren mit anschaulichen Informationsgrafiken sowie
Basierend auf Otto und Marie Neuraths Visualisierungs
formen wurde eine auf die
jeweilige Ziel- und Alters-
gruppe ausgerichtete visuelle Sprache entwickelt. Die von
der Statistik Wien erhobenen
Zahlen werden durch variierend angewandte Bildspra-
chen klar erläutert, übersichtlich dargestellt und so einer
breiten Bevölkerung zugänglich gemacht.
diversen Datenvisualisierungen
entwickelt.
Projektbetreuung: Tina Frank
Illustrationen Wien [er]zählt: Sophia Wäger, Barbara Oppelt
Illustration Wiener Wasser: Hanna Priemetzhofer
32 / 33
Die Cover-Illustrationen wurden von Stu-
dierenden und Alumnis der Kunstuniversität Linz unter Einbeziehung von Prinzipien des
„Conditional Design Manifesto“ entwickelt:
Sara Koniarek, Hannah Shong, Marthe Manyi, Hanna Priemetzhofer und Sebastian Hierner.
Fotos: Gabriel Rózsa
KOOPERATION
Migration to Europe causes many deaths Die interaktive Datenvisualisierung
von Katharina Mayrhofer und
Julia Singer setzt sich mit Migrationsbewegungen und den damit
verbundenen Schicksalen auseinander. Sie erfasst Vorfälle und
Ereignisse im Leben von Menschen,
die zwischen 2000 und 2018
entlang der Migrationsrouten nach Europa verstarben oder vermisst
werden.
migrationeuropedeaths.com
34 / 35
KOOPERATION
POREM Im Rahmen des Forschungsprojektes
POREM „Politics of Remembrance
and the Transition of Public Spaces.
A Political and Social Analysis of
Vienna“ der Universität Wien, Institut für Staatswissenschaft, realisierte
Tina Frank in Kooperation mit den
Geographen und Datenvisualisierern Ramon Bauer (Stadt Wien) und
Christoph Fink (Universität Helsinki) die digitale Karte und Webseite
„Politics of Remembrance – Explore
Vienna’s Culture of Remembrance“. Diese zeigt die Entwicklung der
Erinnerungskultur in Wien zu Austro-
faschismus und Nationalsozialismus.
porem.wien
KATEGORIE: DIGITAL PRODUCTS GEWINNER
Bachelorarbeiten
36 / 37
Die Bachelorarbeiten dokumentieren
ein kritisches Medienverständnis sowie die individuellen gestalterischen und
technischen Qualfikationen in den Bereichen Grafikdesign und Fotografie, die
die Studierenden im Laufe des Bachelorstudiums erworben haben.
Sie erlangten die Kompetenz, mit Text
und Bild, Form und Farbe sowie mit
Mitteln der Gestaltung und Fotografie Beziehungen sichtbar zu machen,
Sachverhalte zu erläutern und Emotionen
zu vermitteln.
Das Bachelorstudium Grafik-Design und
Fotografie bereitet seine AbsolventInnen bestens auf die vielfältigen Anforderun-
gen und Aufgaben im Kreativbereich vor.
BACHELOR ARBEITEN
Bachelorarbeit von
Anna Wäger
In der Hitze des Orients Es ist der Tag vor dem Sabbat und alles wartet auf einen Stillstand in der Hitze des Orients. Jerusalem, Stadt der Zeichen. Europäische Augen, erfüllt von der Befriedigung des Voyeurismus, die das Fremde vom Gewöhnlichen trennen, das Bekannte vom Unbekannten, den Osten vom Westen. Ein Klick mit der Kamera. Die Oberfläche der Realität wird zur Oberfläche des Bildes. Der Blick der westlichen Touristen wird als Bild wiedergegeben, das als Trophäe des angeeig neten Landes, der Kultur und Erfahrung mit nach Hause genommen wird.
38 / 39
Träum schön Träume ermöglichen einen Zugang zu Welten, in denen alles möglich erscheint. Sie erzählen fantasiereiche Geschichten und lassen spannende Dinge erleben. Bleibt die Erinnerung daran bis zum nächsten Morgen, zeigt sich die Kreativität des Unterbewusstseins. Denn die Bilder der Träume sind oft absurd. Sie können erschrecken, irritieren, aber auch amüsieren. Die Auswahl illustrierter Träume unterhält, regt zum Weiterdenken an und lädt zum Träumen ein.
Bachelorarbeit von
Anna Miklavcic
BACHELOR ARBEITEN
Pink Slime „Pink Slime“ ist Sinnbild für eine Art und Weise, die Fotografie und den Kunstprozess zu betrachten. Gleich dem Pink Slime in der Fleischproduktion bleiben auch im künstlerischen Schaffen Reste und Abfälle über. In der Arbeit werden nicht perfekte Bilder verwendet, die wegen ihrer Unschärfe und Verzerrung für eine weitere Verwendung schein bar unbrauchbar geworden sind. Diese ausgewähl ten Fotografien werden nun wiederverwertet und erhalten durch den weiteren Gebrauch eine neue Bedeutung.
Bachelorarbeit von
Andrea Eiber
Lack of time ?
40 / 41
Bachelorarbeit von
Stella Kucher
Mit „Lack of time?“ entstand ein interaktiver, digitaler Raum, der BetrachterInnen die Möglich keit bietet, in die Ereigniszeit einzutauchen. Formal orientiert sich der Raum an abstrakter, inter aktiver Webart und spielt mit bestehenden Parametern und erlernten Strukturen. Die Webseite setzt sich aus drei Visualisierungen zusammen, wovon jede einzelne auf eigene Weise die Ereignis zeit erleben lässt. Die Ereigniszeit baut auf dem Grundgedanken – ein Ereignis dauert so lange wie es dauert und wird von einem nächsten Ereignis abgelöst – auf. „Lack of Time?“ hinterfragt so exis tierende Systeme der Zeit und zeigt Alternativen auf, schafft gleichzeitig aber auch ein Bewusstsein für die Abhängigkeit der Uhrzeit in unserer Gesellschaft.
BACHELOR ARBEITEN
Bachelorarbeit von
Christoph Breiner
Power to the people Die Lagerstätten fossiler Energieträger leeren sich, wobei CO² zusehends die Atmosphäre schä digt. Das Thema Energie gewinnt immer mehr an Bedeutung – die gründliche Auseinanderset zung mit der Thematik steht im Mittelpunkt der Arbeit. Neben dem Versuch, Energie mittels der Direkteinwirkung von bis zu 140.000 Volt auf Negativmaterial abzubilden, wird am Beispiel Hambacher Forst und dem gegenüberliegen den „Loch“, dem größten Braunkohleabbaugebiet, ein aktueller Konflikt aufgezeigt und fotogra fisch dokumentiert, bei dem sich Umweltaktivist Innen gegen den umweltschädlichen Braun kohleabbau stellen.
Das 45.000 Hektar (63.000 Fuß-
ballfelder) große und rund 300 m
tiefe Abbaugebiet gilt als die größte künstliche Narbe der Welt und ver-
schlingt jährlich ca. 300 Millionen Kubikmeter Erde.
42 / 43
Europäisches Gegenwarts-Tarock Tarock-Decks enthalten 22 Trumpfkarten. Die Darstellungen auf diesen Extrakarten dienen seit jeher dazu, gesellschaftlich relevante Inhalte zu vermitteln. Ziel der Arbeit war, die Bilder des ältes ten und populärsten Tarockspieles, dem „Tarot de Marseille“, in die Gegenwart zu übertragen. Da diese Bilder grundlegende Begriffe des damaligen Lebens zeigen, lässt sich mit der Übersetzung in unsere Zeit kritisch Stellung beziehen. Für die Neugestaltung wurde ausschließlich Bildmaterial aus dem Internet herangezogen.
Bachelorarbeit von
Valerie Danzer
Masterarbeiten
4 4 / 45
Das Masterstudium Visuelle Kommunika-
tion wendet sich unter besonderer Be-
rücksichtigung von Interdisziplinarität
inhaltlich einer forschenden Gestaltungs-
aufgabe zu. Mit der Fokussierung auf die
beiden Schwerpunkte „Medienforschung“
und „Bildgestaltung“ bietet das Masterstudium der Kunstuniversität Linz ein
Alleinstellungsmerkmal auf universitärer
Ebene. Es zielt auf eine Sensibilisierung
von Wahrnehmung, Rezeption und Wirkungsweise durch gezieltes, kritisches
Schauen, Erkennen, Hinterfragen und Ana lysieren der Medien und Bilder.
Der Auszug fasst das geballte Potential
kreativer Masterarbeiten des vergangenen
Studienjahres zusammen und doku
mentiert die kritische Auseinandersetzung
der Studierenden mit den relevanten
Themen unserer Gesellschaft. Die AbsolventInnen des Masterstudiums Visuelle
Kommunikation sind somit bestens vorbe reitet, Entwicklungen mitzugestalten,
diese voranzutreiben und sogar vorweg-
zunehmen.
MASTER ARBEIT
Das Leben ist ein Ponyhof Die Arbeit steht ganz im Zeichen von Intimität und rückt das persönliche Umfeld der Künstlerin ins Zentrum. Der künstlerische Blick richtet sich gänzlich auf Romy und Julian, die beiden Kin der Sabine Köstlers. Unverblümt zeigt er ihre Art, die Welt zu entdecken, ihre unstillbare Neugier, ihren Tatendrang und ihre Verletzlichkeit. Die entstandenen Fotografien inszenieren perfekt pri vate Lebensverhältnisse. Kurzen Gedanken gleich verbinden sich die Bilder der Serie zu einer Geschichte – der Poesie kindlichen Lebens.
Masterarbeit von Sabine Köstler
46 / 47
MASTER ARBEIT
OTA-Care
Entwicklung einer Anwendung zur Unterstützung von Panikattacken und Agoraphobie.
Masterarbeit von Ana-Maria Dumitrache
Das Projekt steht für die Digitalisierung einer Form der kognitiven Verhaltenstherapie, die auf Per sonen zugeschnitten ist, die an Panikstörung und Agoraphobie leiden. Die Intervention war, klas sische Techniken und Methoden, die von Klinikern verwendet werden, durch Design Thinking in ein mobiles, personalisiertes Service zu übertra gen – mit dem Ziel, das Auftreten einer Panik attacke durch einen Erholungspfad zu verringern. Das OTA-Care-Service stellt ein leicht zugäng liches Kognitionstherapieprogramm bereit, das für ein breites Spektrum von Fällen (leicht bis mittel schwer) verfügbar und personalisiert ist. Das Pro gramm beinhaltet: Psychoerzieherische Exposi tionstherapie, kognitive Restrukturierungsaufgaben, Stimmungsanalyse, Panik-Hacks und einen Chatbot-Trainer.
48 / 49
Auszeichnung DIFFERENT BRILLIANT fĂźr innovativen Forschungszugang (IConCMT 2019)
MASTER ARBEIT
Another Sun Unser Verständnis von Raum, Zeit und Dimension beruht auf laufender Beobachtungen des Himmels und der Sterne. Die jüngste Entdeckung tausender Planeten, die die Sterne umkreisen, erweitert anthropozentrische Konzepte, und damit die Möglichkeit anderer Erden. Die Astronomie scheint nicht nur Science-Fiction-Utopien einzulö sen, sie bedient sich auch derselben Strategien in der Visualisierung ihrer Forschungsergebnisse. Von Raumfahrtagenturen generierte Bilder zeigen Landschaften, die durch konstruierte Sonnenun tergänge atmosphärisch inszenierte Welten zu visuellen Leitmotiven werden lassen. „Another Sun“ stellt populäre Bildsujets dem Archiv der Raum fahrt gegenüber und ergänzt diese mit Dokumen tationsmaterialien und Sachbüchern.
50 / 51
Masterarbeit von Sarah Feilmayr
MASTER ARBEIT
KribbelZeit „KribbelZeit“ widmet sich der Sexualerziehung im deutschen Grundschulunterricht der 4. Klasse im Bundesland Baden-Württemberg. In Zusammen arbeit mit PädagogInnen entstand eine Sammlung von Lernmaterialien, die zur Unterstützung des Aufklärungsunterrichts dienen. Die Lehrkräfte können mit den Inhalten flexibel und kreativ arbeiten. Die Arbeit besteht aus einem Ordner, einem Früchtebeutel, einem Lexikon und einer Infor mationsbroschüre für die Eltern zu den Unter richtsmaterialien. Mit klaren Illustrationen und Wort karten wird das Thema den Acht- bis Elfjährigen einfach und punktuell vermittelt.
Masterarbeit von Anna Eickhoff
52 / 53
MASTER ARBEIT
Insideout
Insideout – Ein performatives Selbstbildnis und die Erforschung einer Notation.
Das Unterbewusstsein generiert innere Impulse, die im Körper entstehen und über Bewegungen in den Raum gelangen. Davon ausgehend untersucht „Insideout“ zum einen die Improvisation in der Stille als visuelle Kommunikation zur Darstellung eines Selbstbildnisses und erforscht zum andern die repräsentative Visualisierung innerer Impulse. Im Rahmen der Teilnahme am Choreo graphic Coding Lab wurde die Notation von tänze rischer Performance mittels Fotografie, Film, Sound und Motion Capture hinterfragt und der Prozess der Teilnahme in Form von Gedankenwolken aufgeschrieben und visualisiert.
Masterarbeit von Sonja Thoms
54 / 55
Impressum
Herausgeber Kunstuniversität Linz Institut für Medien, Visuelle Kommunikation Hauptplatz 8 4020 Linz, Österreich e-Mail: viskom.info@ufg.at Redaktion Tina Frank, Daniel Huber, Elisabeth Egger-Mann, Katharina Mayrhofer © 2020 Schrift Calibre, Kris Sowersby Sporting Grotesque, Lucas Le Bihan www.ufg.at twitter.com/vis_kom facebook.com/VisKom
ufg.at/viskom twitter.com/vis_kom facebook.com/viskom