Visit
Nr. 2 Sommer 2021
Magazin von Pro Senectute Kanton Zürich www.pszh.ch
Wasser, unsere Lebensquelle Es bietet Erfrischung, schenkt Wohlbefinden und Genuss. Und es ist für uns alle schlicht unentbehrlich: Ohne Wasser gibt es kein Leben.
INHALT Liebe Leserin, lieber Leser Endlich steht der Sommer vor der Tür. Wie haben wir ihn nach diesen Corona-Monaten vermisst! Wieder hinausgehen, liebe Freunde treffen, die Natur geniessen und die warmen Sommerabende. Und was gibt es Schöneres als eine Wanderung an einem Bach, ein Spaziergang am Flussufer oder ein Picknick am See?
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Wasser zieht uns magisch an. Es schenkt Erfrischung, Entspannung und Lebensqualität. Es belebt unseren Körper, beflügelt unsere Seele. Es ist Lebensraum für unzählige Tierund Pflanzenarten. «Wasser ist ein kostbares, für die Natur und den Menschen unentbehr liches Gut», mahnt die Europäische Wasser- Charta seit 1968: «Ohne Wasser gibt es kein Leben.» Das zeigt nicht zuletzt der mensch liche Körper: Er besteht bis zu 75 Prozent aus Wasser, wobei der Anteil mit dem Alter sinkt.
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23.11.20 15:27
Foto Titelseite : Renate Wernli ; Seite 3: Daniel Rihs, Christian Roth, werner Grieder
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Es gibt also eine Menge guter Gründe, diese Sommerausgabe von Visit dem kostbaren (und köstlichen) Lebenselixier zu widmen. Wir tun das aus verschiedenen Blickwinkeln. Wir gehen der Frage nach, warum Wasser für uns alle so wichtig ist (ab Seite 4). Wir laden Sie ein zu einer Entdeckungsreise an idyllische Klein- und Kleinstseen im Kanton Zürich (Seite 32). Und vielleicht wecken wir Ihre Lust an Aqua Zumba (Seiten 30/31) oder Aqua-Fitness (siehe Kursbeilage Aktiv). Denn inzwischen sind Kurse und Veranstaltungen mit bis zu 15 Personen sowohl drinnen als auch draussen wieder erlaubt. Die Kurse von Pro Senectute Kanton Zürich können deshalb wieder im Präsenzunterricht durchgeführt werden – selbstverständlich nach wie vor mit Schutzkonzept. Ich wünsche Ihnen eine erfrischende Lektüre und einen erlebnisreichen Sommer in der faszinierenden Natur.
4 Wasser ist eines der wichtigsten Lebenselixiere. Visit widmet sich diesem Element und besucht das Frauenbad in Zürich.
16 Die Wasserversorgung der Stadt Zürich vollbringt Unglaubliches: Für rund 900 000 Menschen garantiert sie Trinkwasser in ausgezeichneter Qualität. Visit durfte hinter die Kulissen blicken.
LEBENSRAUM 4 Lebenselixier Wasser 12 «Wasser ist nicht unendlich»: Im Gespräch mit Lisa Krebs von «Blue Community» 16 0,2 Rappen für 1 Liter sauberes Wasser
LEBENSART 24 Die Ganzjahresschwimmerin: Porträt von Gerda Holliger (75). 29 Medientipps 30 Sie erorbert die Herzen mit Aqua Zumba: Ana Alvarez ist Sportleiterin für Aqua Zumba von Pro Senectute Kanton Zürich.
Véronique Tischhauser-Ducrot
36 Der Pfäffikersee ist ein wichtiges Schutzgebiet für Flora und Fauna. Um so herrlicher ist es, sich auf die malerische Rundwanderung um den drittgrössten See des Kantons Zürich zu begeben.
LEBENSLUST 32 Versteckte Paradiese: Seen und Kleinstseen im Kanton Zürich 34 Tanzen kann sich positiv auf Menschen mit Demenz auswirken: Neues Angebot von Pro Senectute Kanton Zürich 36 Auf Schritt und Tritt am Seewasser: Rundwanderung um den Pfäffikersee 42 Rätsel 44 Marktplatz 45 Impressum 46 Goldene Zeiten: Wellness am Zürichberg
BEILAGE AKTIV Agenda mit Veranstaltungen und Kursen von Pro Senectute Kanton Zürich
Vorsitzende der Geschäftsleitung
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LEBENSRAUM
Lebenselixier Wasser Ohne Wasser kein menschliches Leben: Dieses kostbare und gleichzeitig kostengünstige Element ist für uns alle schlichtweg unsersetzbar. Unser Stoffwechsel funktioniert nur, wenn der Körper immer wieder ausreichend mit Wasser versorgt wird. Wasser bedeutet aber auch Wohlbefinden und Genuss. Text: Markus Sutter, Rita Torcasso (Porträts)
Foto: Daniel Rihs
«Ohne Wasser gibt es kein Leben. Wasser ist ein kostbares, für die Natur und den Menschen unentbehrliches Gut» heisst es in der Europäischen Wassercharta aus dem Jahr 1968. Alle grossen Kulturen und Religionen verehren Wasser als göttliche Substanz. In der Tiefenpsychologie gilt Wasser als Teil des Unbewussten und der Gefühle. Träume vom Wasser sollen einen Blick tief in unsere Seelen vermitteln. Zumindest in unseren Breitengraden stellt Wasser keinen Luxus dar. Trinkwasser aus der Leitung ist jederzeit in hervorragender Qualität und in ausreichender Menge zu haben. Die Bevölkerung des Kantons Zürich beispielsweise «konsumiert» Jahr für Jahr etwa das Wasservolumen des Greifensees. Rund 160 Liter beträgt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser in den Haushalten der Stadt Zürich. Das Departement der Industriellen Betriebe publiziert auf seiner Homepage noch eine weitere interessante Zahl zu diesem Thema: Der Wasserpreis beträgt gerade einmal 0.002 Rappen pro Liter. Das kostbare Gut ist bei uns also fast zum Nulltarif zu haben (vgl. dazu auch die Reportage ab Seite 16). Lebenswichtige Aufgaben Kostbar im wahrsten Sinne des Wortes: Wir Menschen können nur wenige Tage ohne Wasser überleben. Unser Organismus würde innerhalb kürzester Zeit zusammenbrechen. Denn Wasser erfüllt mehrere lebenswichtige Aufgaben. Es 4
steuert die Körpertemperatur und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Es dient als Transportmedium von Nährstoffen, Enzymen und Hormonen. Und es erleichtert uns die Verdauung. Jede Zelle unseres Körpers enthält Wasser. Es ist ein ewiger Kreislauf: Mit Hilfe von Wasser werden Substanzen und Giftstoffe ausgeschieden und der Körper gereinigt. Durch den Stoffwechsel und das Verdunsten über die Haut, aber auch über den Atem, den Darm und die Nieren gehen bei einem erwachsenen Menschen täglich etwa 2,5 Liter Wasser verloren. Wassermangel macht sich als erstes Zeichen in Form von Durst bemerkbar. Und es bedeutet, dass wir bereits ein halbes Prozent unseres Körpergewichts in Form von Wasser verloren haben. Bei einer zu geringen Flüssigkeitsauf nahme kann der Körper austrocknen (dehydrieren) und der Mineralstoffhaushalt entgleiten. Auf genügend Wasserzufuhr achten Dass der Körper im Alter nur noch aus 40 von 50 Prozent Wasser besteht (bei Neugeborenen sind es mehr als 70 Prozent), ist der normale Lauf der Dinge. Aber da der ältere Körper mit der Zeit seine Wasserspeicher-Fähigkeit verliert, sollte unbedingt auf eine ausreichende Wasserzufuhr geachtet werden. Doch warum ist das gerade bei Seniorinnen und Senioren oft nicht der Fall? Antworten dazu gibt Anna Georgi, Oberärztin an der Universitären Visit Sommer 2021
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LEBENSRAUM Anzeige
Klinik für Akutgeriatrie am Stadtspital Waid in Zürich. Im Alter lasse das Durstempfinden nach, aber nicht nur deswegen werde weniger getrunken. Georgi: «Manche Ältere leiden unter dem sehr schambesetzten Thema Urininkontinenz und versuchen deshalb, möglichst wenig zu trinken.» Andere wiederum würden aus Sorge vor einem nächtlichen Toilettengang (Sturzgefahr) auf das Trinken verzichten oder seien zu wenig mobil, um selbstständig die Toilette aufzusuchen. Wie realisiert jemand überhaupt selber, dass er oder sie zu wenig trinkt? Ein Indiz könnte weniger häufiges Wassein, so Georgi, weil Ohne körperliche Aktivität serlösen die Urinmenge abnimmt, gelewird ein Konsum von rund gentlich auch ein trockener 2 Litern Wasser pro Tag für Mund oder eine dunklere Urinfarbe. «KonzentrationsFrauen und 2,5 Litern für schwäche, Kopfschmerzen, eine geringere LeistungsfähigMänner empfohlen. keit sowie trockene Haut sind ebenso mögliche Anzeichen dafür, dass der Organismus Schaden zu leiden beginnt.» Besonders bei älteren Menschen könne ein Wassermangel auch zu Verwirrtheit führen, im Extremfall zu einem Kreislaufversagen oder gar einem lebensbedrohenden Zustand. 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht Ohne körperliche Aktivität und bei normaler Aussentemperatur wird in den Europäischen Richtlinien ein Konsum von rund zwei Litern Wasser pro Tag für Frauen und 2,5 Litern pro Tag für Männer empfohlen. Dies schliesst in der festen Nahrung gebundene Flüssigkeit mit ein. Als reine Flüssigkeit werden Frauen rund 1,5 Liter pro Tag und Männer rund zwei Liter nahegelegt. Anna Georgi nimmt das Gewicht als Kriterium dazu und spricht von einem täglichen Wasserbedarf von rund 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht. Bei sportlicher Tätigkeit darf es auch ein bisschen mehr sein. Die Trinkempfehlungen haben sich diesbezüglich im Laufe der letzten Jahrzehnte stark verändert. Während vor 50 Jahren noch die Devise galt «Trinke nichts während des Sports», galt es um die Jahrtausendwende gerade das Gegenteil: «Trinke so viel wie möglich». 6
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Heute geht man davon aus, dass 4 bis 8 dl Wasser pro Stunde ideal sind. Zudem wird empfohlen, «nach Bedarf zu trinken». Gerade auch im Krankheitsfall sollte man unbedingt auf genügend Flüssigkeit achten: Durchfall oder Erbrechen entziehen dem Körper Wasser, das im Normalfall wegen des Unwohlseins nicht wieder umgehend aufgenommen werden kann. Ebenso ist bei Wassertabletten (sogenannte Diuretika) Vorsicht am Platz. «Wenn die Person unter Fieber oder Durchfall leidet und es heiss ist, besteht die Gefahr einer Dehydration», so Oberärztin Georgi. Also auch hier: Genügend zu trinken ist ein Gebot der Stunde. Aber Achtung: Auch zu viel Wasser kann des Guten zu viel sein. Bei Nieren- oder Herzkrankheiten etwa ist Vorsicht geboten: In solchen Fällen muss die Trinkmenge eventuell sogar verringert werden. «Wenn zu viel Wasser getrunken wird, besteht die Gefahr, dass es zu Veränderungen im Salzhaushalt kommt, die sich negativ auf die Hirnleistung auswirken können», betont die Ärztin. Nicht nur zum Trinken da Doch Wasser ist schliesslich weit mehr als nur eine Flüssigkeit, die unseren Körper am Leben erhält. Ob eine erfrischende kalte Dusche nach dem Sport im Sommer oder das heisse Bad nach einem Winterspaziergang – Wasser bedeutet Lebensqualität, Erfrischung und Entspannung. Wir können wieder die Ruhe in uns selbst finden. Kein Wunder, dass auch der Spa-Bereich in Hotels bei vielen Menschen hoch im Kurs steht. Spa steht für sanum per aquam, Gesundheit durch Wasser. Das soll man schon 23 vor Christus herausgefunden haben. Damals waren es allerdings kalte Wassergüsse, welche kranke Menschen genesen liessen oder vor Krankheiten schützten. Gerade bei älteren Menschen heutzutage besonders beliebt sind auch Kneippkuren. In vielen Kantonen der Schweiz finden sich öffentliche Kneippanlagen, allein ein halbes Dutzend gibt es im Kanton Zürich. Hier kommt die Hydropathie, zu Deutsch die Wasserheilkunde, zum Tragen. Diese Methodik wird zu Therapiezwecken angewendet, bei chronischen Beschwerden, auch zur Abhärtung des Körpers und zur Regeneration. Selbst ohne direkten Kontakt Wasser kann aber auch einen erholsamen Effekt ausüben, ohne dass man mit ihm überhaupt in Berührung kommt. Oft genügt es, das Wasser auch nur zu sehen – etwa die enorme Kraft des Meeres. Der Deutsche Florian Schmid-Höhne bietet Coachings am Meer an. Er hat ein Buch über die psychologische Bedeutung des Meeres verfasst. «Das Meer ist ein Ort der Selbstwahrnehmung,
der Reflexion, es wird als Ort der Ruhe wahrgenommen.» Das liege auch an der beruhigenden blauen Farbe. In Corona-Zeiten ist es den meisten von uns nicht vergönnt, solche Oasen der Ruhe am Meer live zu geniessen. Ein Blick auf den schönen Zürichsee kann allerdings durchaus für vergleichbare Entspannungsmomente sorgen.
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RINGVORLESUNGEN Info
Das Immunsystem: Körperabwehr mit Tücken
Trinkmotivation fördern
Koloniale Schweiz
Um vor allem Seniorinnen und Senioren das Trinken zu vereinfachen, hier ein paar Tipps:
Outsider Art
Trinkprotokoll: Jede getrunkene Menge an Getränken wird über einen bestimmten Zeitraum notiert und je nach Bedarf dann angepasst.
Klingende Bilder – Musik und Film
Trink-Rhythmus: Trinkrituale helfen, das Trinken nicht zu vergessen. Nach dem Aufste hen immer ein Glas trinken, ebenso zu jeder Mahlzeit. Das erhöht die Gewohnheit und führt zu einer grösseren Trinkmenge. Verteilung: Verteilen Sie die Trinkflaschen an hochfrequentierten Orten wie im Wohnzimmer oder Esszimmer, damit das Trinken jederzeit möglich ist. Nachfüllen: Ausgetrunkene Gläser gleich wieder auffüllen. Abwechslung schaffen: Nicht nur beim Essen, auch beim Trinken ist Abwechslung wichtig (Wasser, Tee, Kaffee). Greifen Sie zudem bei Wasser auf farbige Gläser zurück. Das kann die Trinkmotivation ebenfalls fördern. Und Achtung: Im Gegensatz zu Kaffee hat Alkohol eine dehydrierende Wirkung, entzieht dem Körper also Wasser. Zu jedem Glas Alkohol ein Glas Wasser trinken.
Zwanzig Jahre Krieg gegen den Terror KURSE Geologie und Wasser: Natursteinbrunnen der Stadt Zürich Wasserstadt Zürich Vom Überschwemmungstal zum Hightech-Valley Tektonikarena Sardona und Rheinschlucht Ritter, Ärzte, Kaperkapitäne Jeder kann brauen: Bierbrau-Seminar Faszinierende Welt der Moose Wasserkraft in der Stadt Zürich
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LEBENSRAUM
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Die Badmeisterin Nathalie Schneider (49) Badmeisterin, Zürich Noch ist es im Frauenbad am Stadt hausquai in Zürich leer und kalt. Nathalie Schneider (Bild linke Seite) arbeitet seit 30 Jahren hier, heute als Leiterin. «Auf die Sommersaison freue ich mich besonders, es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in dieser Stadtoase, wo man einfach sein kann.» Badmeisterin wurde sie zufällig. Sie meldete sich nach dem KV auf eine Ausschreibung und erhielt die Stelle. «Das Wichtigste am Beruf ist, dass man gut mit Menschen umgehen kann.» Nathalie Schneider wuchs in Zürich auf und ging schon immer in die Seebäder. «Einen engen Bezug zum fliessenden Wasser der Limmat habe ich dann nach und nach entwickelt.» Das Schönste aber sei die Badi selber. «Ich fühle mich aufgehoben hier, vielleicht liegt es am Kastenbau, der in eine andere Welt ein lädt.» 133 Jahre alt ist der orientalisch wirkende Holzbau im Jugendstil, der in der Limmat schwimmt. Erbaut wurde er als Waschanstalt für Frauen, denn in vielen Häusern gab es damals noch keine Bäder. Ein guter Tag beginnt für Nathalie Schneider mit Schwimmen vor der Arbeit. «Ich gehe jeden Tag ins Wasser, der Fluss gibt mir Energie und ich geniesse die morgendliche Ruhe.»
Zum Tagesablauf gehöre dann Putzen, Pflegen und Überwachen der Badi, dazu komme viel Administratives und Organisatorisches. Sie leitet ein Team von fünf Badmeisterinnen. «Die Arbeit verlangt eine Mischung von Aufmerk samkeit und Vertrauen, ich bin für die Sicherheit verantwortlich», sagt sie. Eine Rettung war in den drei Jahrzehnten zum Glück noch nie nötig. Ihre Freude am Wasser gab die Bad meisterin an ihre beiden Buben weiter. «Ich schwamm auch während der Schwangerschaft täglich, heute ver bringen wir die Freizeit oft am und im
Wasser.» Die Zürcher Gewässer schätzt sie mehr als das Meer, das sie eher als bedrohlich empfindet. «Im Fluss fühle ich mich zuhause, ich kann seine Zei chen deuten.» Dennoch gebe es auch Überraschungen: Vor zwei Jahren stand die Badi nach starkem Regen gute 30 Zentimeter unter Wasser.
«Hier im Fluss fühle ich mich zuhause und er gibt mir Energie.» Nathalie Schneider
Frauenbad am Stadthausquai
Der Fischer Kurt Frischknecht (73), Hobbyfischer, Stäfa
Nathalie Schneider ist Badmeisterin und Leiterin im Frauenbad am Zürcher Stadthausquai.
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Sechs Felchen liegen im Aussentrog des «Fischerhüsli» in Männedorf – der heutige Fang. Für Kurt Frischknecht ist Fischen seit der Kindheit eine grosse Leidenschaft. Als Jüngster von zehn Kindern wuchs er am See auf und blieb. «Wir fischten als Jugendliche mit selber gemachten Leinen.» Nach der Ausbildung gründete er in Stäfa ein eigenes Malergeschäft. Und kaufte sich ein F ischerboot. Seit 43
Jahren fährt der Hobbyfischer hinaus auf den See, b is zehn Leinen kann er auslegen. «Draussen geniesse ich die Natur und kann abschalten.» Er zeigt Fotos von prächtigen Sonnenauf gängen. Mit den gefangenen Fischen fährt er ins «Fischerhüsli» nach Männedorf, putzt und filetiert sie. Das Holzhaus am See ist der Treffpunkt der Fischer. An den Wänden hängen ein riesiger Hecht und eine Seeforelle,
auf einem Bord stehen Pokale. Bis zur Corona-Pandemie gab es hier regel mässig Jassrunden und der erfahrene Fischer bot Kurse im Nymphenbinden an. «Und mit Schulklassen fahren wir hinaus und zeigen, wie man fischt», erzählt er. Und hofft, dass es nun im Frühling mit gemeinsamen Felchen fischen und Jungfischerkurse wieder losgehen kann. Kurt Frischknecht engagiert sich seit rund 40 Jahren in Visit Sommer 2021
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Der Kneipper Rolf Hess (66), Kneipp-Gesundheitsberater und Saunaleiter, Zürich
«Ich schätze die grosse Kameradschaft unter den Fischern». Kurt Frischknecht
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der Fischerei-Vereinigung Stäfa Männe dorf Uetikon, die 160 Mitglieder zählt. Er half 1986 bei der Renovation des Fi scherhüsli und war zehn Jahre Präsident. «Ich schätze die grosse Kameradschaft unter den Fischern», sagt er. Mit den Kollegen unterstützt er auch den Fischereiaufseher bei der Aufzucht der bedrohten Seeforellen. «Das heisst, täglich Brütlinge füttern und Becken reinigen; im Frühling setzen wir gut 10 000 Jährlinge aus.» Als Vollblutfischer liebt er Abwechslung beim Fang: «Ich war schon mehrmals mit Kollegen in Norwegen, dort fischen wir Lachs und andere Meerfische.» Und was macht er mit den Fischen? «Ich fi letiere sie und friere sie ein.
Wenn ich zwei Dutzend Seefische habe, räuchere ich sie.» Und natürlich esse er oft frische Fische.
An der Wand hängen die fünf Säulen der Kneipplehre – Bewegung, Lebens ordnung, Wasser, Heilkräuter und Er nährung. «Das Wasser steht für mich im Zentrum», sagt Rolf Hess. «Es ist mein Lebenselixier und hat heilende Wirkung.» Vor 15 Jahren machte er die Ausbildung zum Kneipp-Gesundheits berater und später zum Kneipp-Hydro therapeuten. In seiner kleinen «Wollis hofer Sauna» ist Sebastian Kneipp allgegenwärtig. «Ich verstehe seine Wasserheilkunde als Vertiefung der Saunakultur, spannend finde ich das Ganzheitliche, das Körper und Psyche umfasst.» Rolf Hess kneippt jeden Tag: «Am Morgen mache ich einen Gesichts- und Oberguss, auch Trockenbürsten wende ich an. Abends wirken Untergüsse beruhigend.» Wie Güsse und Wickel richtig angewendet werden, zeigt er in Seminaren. Der begeisterte Kneipper ist überzeugt, dass vor allem die Viel seitigkeit der Lehre gesund ist. Er s elber sei praktisch nie krank und habe kaum Arbeitsabsenzen. Der gelernte Kranken pfleger im Rentenalter leitet die Sauna und arbeitet einmal wöchentlich bei der Nachtspitex. In der Freizeit engagiert er sich seit 20 Jahren als Präsident im Kneippverein Zürich. «Der Verein hat 100 Mitglieder, doch leider fehlt der Nachwuchs.» Zum diesjährigen Jubiläum «200 Jahre Sebastian Kneipp» soll nun ein viel seitiges Programm Kneippen bekannter machen. Im Juni kann man an einem offenen Tag die Zürcher Kneipp-Anlagen kennenlernen und im Angebot steht auch ein «Tag des Fusses». Hess erklärt: «Wassertreten ist die bekannteste Kneipp-Anwendung, in einigen Zürcher Pärken gibt es öffentliche Becken für alle», erklärt Hess. Weitere Höhepunk te des Jubiläums: eine Kräuterwande rung an den Katzensee und ein Kneipp-Festtag. «Das Schöne am Kneippen ist, dass man es mit etwas Fantasie überall im Alltag anwenden kann.
www.fischer-vereinigung.ch
www.kneipp.ch/kneippverein-zuerich
«Das Schöne am Kneippen ist, dass man es überall anwenden kann: Auf einer Wanderung im Bach Wassertreten, frühmorgens über eine taufrische Wiese laufen – das tut Körper und Seele gut.» Rolf Hess Visit Sommer 2021
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Visit: Frau Krebs, welches Trinkwasser konsumieren Sie persönlich? Aus dem Hahnen oder aus der Flasche?
Lisa Krebs: Ich trinke sehr gerne Hahnenwasser. Ich vertraue unserer Wasserversorgung, umso mehr, als Wasser eines der am besten kontrolliertesten Lebensmittel darstellt. Wir leben in einem «Wasserschloss», heisst es. Wir haben Wasser in ausgezeichneter Qualität. Und es steht allen ausreichend zur Verfügung – zumindest in der Schweiz. Was soll angesichts dieser Ausgangslage eine Organisation wie Blue Community?
Dazu gibt es einige Punkte, die ich erwähnen möchte. Erstens ist es so, dass der Mythos Wasserschloss Schweiz bröckelt. Auch wir hatten schon Jahre mit trockenen Sommern, in denen sich Engpässe gezeigt haben; im Gefolge des Klimawandels dürfte sich die Lage noch verschärfen und es dürfte zu lokalen Wasserknappheiten kommen. Ein weiteres Thema ist die Verschmutzung, zum Beispiel die Verunreinigung mit Pestiziden. Kurz: Auch in der Schweiz ist das Wasser nicht einfach unendlich und unbegrenzt verfügbar. Zudem importieren wir sehr viel Wasser. Wo liegen denn die aktuell grössten Probleme und Herausforderungen? Lisa Krebs arbeitet nur einige Meter neben der Aare in Bern.
«Auch in der Schweiz ist Wasser nicht einfach unendlich» Die Sozialanthropologin Lisa Krebs setzt sich bei Blue Community für den bewussten Umgang mit Wasser ein. Besonders stossend sei der grosse Wasser-Fussabdruck in der Schweiz, weil über 80 Prozent unseres konsumierten Wassers «importiert» sei. Interview und Foto: Robert Bösiger
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Wie erwähnt besteht ein Problem mit der Verunreinigung des Wassers, wie beispielsweise durch die Landwirtschaft. Rückstände von Pestiziden und Düngern bleiben jahrzehntelang im Wasser. Es gelangen aber auch von Haushalten und Industrie Rückstände von Medikamenten, Hormonen, Schwermetalle oder Plastik ins Wasser. Wir haben zudem ein Problem mit zunehmendem Druck auf Schutzzonen. Gerade im Mittelland, wo die Platzverhältnisse eng sind, nimmt dieser Druck zu. Im Hinblick auf die globale Ebene müssen wir uns dessen bewusst sein, dass wir sehr viel Wasser importieren. Was heisst das?
Wir leben zwar in einem Land mit einem grossen Wasserreichtum. Aber: Durch die vielen Nahrungsmittel und Konsumgüter, die wir importieren, konsumieren wir sehr viel Wasser aus dem Ausland. Hier müssen wir eine internationale Verantwortung tragen. Gerade hier kommen die Blue Communities zum Einsatz: Sie sensibilisieren und zeigen, dass wir das Wasser wertschätzen und sorgfältig mit ihm umgehen sollen. Wasser soll man nicht einfach als selbstverständlich und garantiert ansehen. Ein grosses Aha-Erlebnis ist, dass wir mit unseren importierten Konsum- und Lebensmitteln unglaublich viel Wasser «importieren»:
Etwa 82 Prozent des Wassers, das wir konsumieren, stammt aus dem Ausland, teilweise aus Gegenden, in denen die Leute selber Wasserprobleme haben. Gerade landwirtschaftliche Produkte benötigen viel Wasser: Wir leben so gesehen auf Kosten anderer. Wasser ist per Definition ein öffentliches Gut. Was bedeutet das konkret?
Wasser ist Leben, ein unverzichtbares Gut. Es ist durch nichts zu ersetzen. In dem Sinn müssen alle Zugang dazu haben. Und so gesehen ist Wasser ein Gut, das für mich unter der Kontrolle der Öffentlichkeit stehen muss. Gleichzeitig aber haben wir die Problematik, dass durch den Konsum der einen für die anderen der Zugang erschwert wird. Heisst das, dass die Wasserversorgung z wingend in der Obhut der öffentlichen Hand sein müsste?
Unbedingt. Die Öffentlichkeit muss die Kontrolle über die Wasserversorgung behalten, damit ein fairer Zugang dazu gewährleistet wird. Zahlreiche Beispiele von Wasserprivatisierungen weltweit sind schiefgelaufen. Die Weltbank ist mitschuldig daran, weil sie die Vergabe von Krediten mit der Bedingung verknüpft hatte, die Wasserversorgung zu privatisieren. Dahinter lag die Erwartung, die Versorgung werde damit effizienter. Letztlich geht es bei den Privaten in aller Regel um Profit. Dazu werden Wasserpreise erhöht, bei Schadstoffkontrollen und Löhnen gespart oder etwa Dienstleistungen abgebaut. Hierzulande gibt es ein paar private Wasserversorgungsgesellschaften, aber diese sind stark in der Minderheit und zudem darf kein Gewinn erwirtschaftet werden. Was kann die Schweiz tun als eines der k leinsten Länder der Welt, damit Wasser t atsächlich sicher, sauber, zugänglich und erschwinglich bleibt?
In der Entwicklungszusammenarbeit kann die Schweiz etwas von ihren Erfahrungen weitergeben und den Gedanken weitertragen, dass eine öffentliche Kontrolle bei der Wasserversorgung möglich ist. Eines der grössten Wasserunternehmen der Welt ist der Nestlé-Konzern mit Sitz in Vevey, der überall in der Welt Flaschenwasser verkauft. Setzt sich die Schweiz genügend dafür ein, dass der kostenlose Zugang zu Trinkwasser überall auf der Welt garantiert ist und bleibt?
Es gibt viele kritische Stimmen, die besagen, dass man zu wenig gut hinschaue und dass Nestlé in der Schweiz nahezu unantastbar sei. Ich persönlich finde es auch gefährlich, dass zum Visit Sommer 2021
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«Etwa 82 Prozent des Wassers, das wir konsumieren, stammt aus dem Ausland, teilweise aus Gegenden, in denen die Leute selber Wasserprobleme haben.» Lisa Krebs
Beispiel die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) eng mit Nestlé zusammenarbeitet. Kritische Stimmen allein reichen nicht …
Blue Community ist im Moment noch zu klein. Und eine Lobbyarbeit können wir nicht stemmen. Wir engagierten uns dafür vor allem im Bereich Sensibilisierung. Trotzdem sind wir zuversichtlich, auch einen Beitrag leisten zu können. Wie ist denn derzeit die Situation rund um s auberes Trinkwasser auf der Welt?
Gerade kürzlich ist der Weltwasserbericht 2021 publiziert worden. Man spricht etwa von 2,2 Milliarden Menschen weltweit, die keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Und etwa 800 Millionen Menschen haben keinen elementaren Zugang zu Wasser, müssen mindestens eine halbe Stunde zu Fuss gehe, bis sie an Wasser gelangen. Die Zahlen haben sich in den letzten Jahren wenig verändert und es besteht die Befürchtung, dass positive Fortschritte wieder zunichtegemacht werden könnten durch den Klimawandel, durch nicht nachhaltige Nutzungen und Verunreinigungen. Und gleichzeitig wächst die Erdbevölkerung weiter. Eine traurige Bilanz … oder anders gesagt: Blue Community kämpft gegen Windmühlen …
Ja, zuweilen kann einem das so vorkommen. Gleichzeitig gibt es positive Schrittchen, die Mut machen. Zum Beispiel?
Ich denke da beispielsweise an Wasserversorgungen, die wieder zurück in die Hand der Öffentlichkeit gebracht worden sind, oder an die vielen Menschen, die bewusster konsumieren. Auf der Ebene von Blue Community denke ich spontan an ein Projekt von HEKS (Hilfswerk der Evange lischen Kirchen Schweiz), das ebenfalls eine Blue Community ist. HEKS setzt sich in Brasilien für
den verbesserten Zugang zu Wasser von Kleinbäuerinnen und -bauern ein. Dabei gibt es Unterstützung von der Universität Zürich, die eine ursprünglich für die Schweiz entwickelte App zur Messung der Verfügbarkeit von Wasser nun auch für den Kontext im Cerrado zur Verfügung stellt. Die KleinbäuerInnen brauchen diese Daten, um mit den Behörden in Verhandlung zu treten und ihre Rechte einzufordern. Die Tatsache, dass Blue Community in der Schweiz, aber auch inter national stetig wächst, ist sicher ein Zeichen dafür, dass die Themen wichtig sind und die Menschen bewegen.
Wasser, das während des Wachstums einer Pflanze nötig war oder für die Produktion von Viehfutter. Damit wir eine Tasse Kaffee trinken können, braucht es über 100 Liter Wasser, dies eben, weil die Kaffeepflanze während mehrerer Monate gewachsen ist – dank Wasser. Und in einem Kilo Rindfleisch stecken rund 15 000 Liter Wasser. Selbst ein weisses A4-Blatt entspricht etwa 10 Liter Wasser. Wenn wir das Wasser für unsere Nahrungsmittelproduktion und für unsere weiteren Güter des täglichen Gebrauchs summieren, kommen wir in der Schweiz auf etwa 4200 Liter pro Tag und Kopf.
Am 13. Juni kommt die Trinkwasserinitiative zur Abstimmung. Wie wichtig ist diese Abstimmung für Blue Community?
Weshalb setzt sich gerade die Kirche ein fürs Wasser?
Blue Community ist eine Initiative und die Mitglieder – Städte, Universitäten, Kirchgemeinden, NGO und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen – sind locker miteinander verbunden. Wir haben deshalb nicht eine grosse, starke Stimme, mit der wir auftreten könnten. Aber wir haben ein Argumentarium, das besagt, dass nicht nur die Quantität zählt, sondern auch die Qualität des Wassers. Es ist wichtig, dass wir das Thema der Wasserqualität in der Schweiz diskutieren. Wir können nicht wie bis anhin weiterfahren mit der Verschmutzung. Ist es kein Nachteil, wenn Sie nicht mit einer Stimme auftreten können?
Auf der einen Seite sicher. Handkehrum sehe ich es als Vorteil an, dass wir aus ganz unterschiedlichen Ecken an das Thema rangehen und trotzdem am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen können. Im Zentrum steht immer Wasser als Menschenrecht und öffentliches Gut. Und jede Blue Community hat ihre eigenen Möglichkeiten. Eine Kirchgemeinde hat andere Möglichkeiten als zum Beispiel eine Stadt wie Bern. Und hier gibt es spannende Brücken, wie vorhin erwähnt, zwischen dem Hilfswerk HEKS und der Uni Zürich.
Der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ist für mich ein Kernanliegen der Kirche. Anhand des Beispiels Wasser können wir einen solchen Einsatz exemplarisch aufzeigen. Was können wir, jede und jeder Einzelne, tun, um unseren Wasser-Fussabdruck zu verringern?
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Persönlich Lisa Krebs (45) ist Sozialanthropologin. Sie hat das Nachdiplom für Entwicklung und Zusammenarbeit an der ETH (MAS in Development and Cooperation) absolviert. Nach Stationen bei verschiedenen schweizeri schen NGOs, mit Schwerpunkt Landwirt schaftsprojekte unter Berücksichtigung der Wasserproblematik, trat sie 2014 das Teil pensum bei den reformierten Landeskirchen Bern, Jura und Solothurn als Fachbeauftragte Entwicklungszusammenarbeit an.
Wir können etwas tun: Indem wir Produkte möglichst lange nutzen und so unseren Konsum Anzeige
Vergesslicher als früher?
Wenn man die Herstellung der ausserhalb der Schweiz produzierten Produkte mit einbezieht, welche im Land verbraucht werden, brauchen wir offenbar alle etwa 4000 Liter Wasser im Tag. Was bedeutet dieser Verbrauch im G esamtbild des ökologischen Fussabdrucks?
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Allein im Haushalt brauchen wir etwa 140 bis 160 Liter pro Kopf. Neben diesem sichtbaren Wasser gibt es den «virtuellen» Wasserverbrauch. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage.
Virtueller Wasserverbrauch heisst was?
Virtuelles Wasser bezeichnet das Wasser, das im Endprodukt nicht mehr vorhanden ist, also das Tebofortin-Finger_Anz_188x122mm_DE.indd 1
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r eduzieren – vom Kleiderkauf bis hin zu elektronischen Geräten. Indem wir weniger und bewusster Fleisch konsumieren. Indem wir umweltschonende Wasch- und Putzmittel verwenden. Und indem wir saisonal, lokal und biologische Lebensmittel einkaufen. Und indem wir Leitungswasser trinken statt Flaschenwasser. Und – ganz wichtig: seien wir uns bewusst, woher das Wasser kommt, und nutzen wir es mit Bedacht.
19.04.2021 14:20:11
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Davon können Menschen in den meisten anderen Grossstädten und in anderen Ländern dieser Erde nur träumen: In Zürich kommt Wasser in herausragender Qualität aus dem Hahnen. Und draussen sind es über tausend Brunnen auf Stadtgebiet, die erstklassiges Trinkwasser spenden (vgl. Beitrag «Brunnenstadt Zürich» Seite 19). Kurz: die Zürcherinnen und Zürcher sind verwöhnt und können sich seit vielen Jahren an sauberem und kristallklarem Wasser laben. Weil die Stadtväter schon vor langer Zeit den Wert einer guten und sauberen Trinkwasserversorgung für das Gedeihen einer blühenden Gemeinschaft erkannt und entsprechend gehandelt haben. Anno 1868 hat die Gemeindeversammlung der Stadt Zürich das Unternehmen «Wasserversorgung Stadt Zürich» aus der Taufe gehoben (vgl. Beitrag «Kleine Geschichte des Wassers» Seite 20). So möchte VISIT einen Blick hinter die Kulissen der Wasserversorgung Stadt Zürich tun. Etwas, was hie und da auch Schulklassen und andere Gruppen tun dürfen, wie wir vom Medienverantwortlichen Hans Gonella (60) erfahren, der uns nun in die Welt des «Züriwassers» entführt.
Blick in eine von vier Kammern des Reservoirs Lyren.
0,2 Rappen für 1 Liter sauberes Wasser Woher kommt das Wasser? Diese Frage stellt sich kaum jemand, der morgens unter der Dusche steht oder einen Tee aufsetzt. Dabei durchläuft das Wasser einen aufwendigen Prozess, bis es als frisches Trinkwasser aus dem Hahnen sprudelt. Visit begibt sich auf Spurensuche bei der Wasserversorgung Zürich. Text: Robert Bösiger
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Foto: Christian Roth
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Wie aus Seewasser Trinkwasser wird Als erste Station statten wir dem Seewasserwerk Lengg einen Besuch ab. Hier gibts das erste Aha-Erlebnis: Gut 70 Prozent des Zürcher Trinkwassers kommt aus dem grössten «Reservoir» der Region, dem Zürichsee! Und hier, im Seewasserwerk Lengg, wird dieses Seewasser aufbereitet. Deshalb ist diese Anlage so was wie das Herzstück der Zürcher Wasserversorgung. Durch eine Leitung mit einem Durchmesser von 1,6 Metern, die 585 Meter weit in den See hinausführt, wird Seewasser angesaugt. Damit es den Weg zum Seewasserwerk Lengg findet, wird es durch das Pumpwerk Tiefenbrunnen «nach oben» gepumpt. Bis das Wasser – maximal eine Viertelmillion m3 pro Tag – als Trinkwasser in die Stadt und die angeschlossenen Gemeinden gelangen kann, durchläuft es hier einen gut 12-stündigen und mehrstufigen Reinigungsprozess: Von der Vorozonung (mit Ozon werden etwa Plankton, Bakterien, Viren und Sporen abgetötet) führt der Weg über Schnellfilter, wo Schwebstoffe mechanisch zurückgehalten werden. Danach geht das Wasser nochmals zu einer Ozonung und danach durch den Aktivkohlefilter, wo sich das Ozon zu Sauerstoff zurückbildet. Hier werden auch Geruchs- und Farbstoffe sowie weitere organische Schadstoffe beziehungsweise Spurenstoffe beseitigt. Zu guter Letzt wird das Wasser noch im mehrschichtigen Langsamfilter ein weiteres Mal gereinigt, und zwar durch wasserreinigende Mikroorganismen. Dank diesen
bleibt das Wasser auf seinem Weg zu den Konsumenten ohne krank machende Bakterien. Zudem kann im ganzen Netz seit 1993 darauf verzichtet werden, das Wasser mit Chlor anzureichern. Gut 120 000 m3 Seewasser werden im Seewasserwerk Lengg täglich aufbereitet. Über das Reinwasserpumpwerk im Werk Lengg wird das Trinkwasser nun in die höher gelegenen Reservoire gepumpt, von wo es wiederum in die Haushaltungen und in die öffentlichen Brunnen gelangt. Demnächst wird neu eine Ultrafiltrationsanlage im Seewasserwerk Moos eingebaut, um die Sicherheit nochmals zu erhöhen.
Aus der Tiefe ins Grundwasserwerk Hardhof Nächste Station ist das Grundwasserwerk Hardhof, wo auch der Hauptsitz der Wasserversorgung Zürich (WVZ) zuhause ist. 1934 war es, als die WVZ aus dem Grundwasserfeld Wasser zu gewinnen begann. Eine Schutzzone, auf der strenge Nutzungsbeschränkungen gelten, sichert das Grundwasser gegen Verschmutzung. Angezapft wird der «unsichtbare» Fluss im Untergrund, der durch das Limmattal fliesst. Gespeist wird dieser Strom durch Wasser aus der Limmat und der Sihl sowie durch Regenwasser, das in unversiegelten Flächen versickert. Schon im Mittelalter wurde aus dem Grundwasserstrom mit Sodbrunnen Wasser gewonnen. Heute gelangt das Wasser aus vier 25 Meter tiefen Horizontalfilterbrunnen mit je drei Unterwasserpumpen ins Pumpwerk Hardhof. Von hier aus wird es in die verschiedenen Reservoire gepumpt, von wo aus es dann wieder verteilt wird. Der Hardhof produziert bis zu 100 000 m3 Grundwasser. Erstens. Und zweitens laufen hier in der Steuerzentrale auch alle Fäden zusammen. Die Zentrale ist rund um die Uhr besetzt. Betriebsdisponent Martin Hache und seine Teamkollegen
Die Steuerzentrale im Hardhof ist rund um die Uhr besetzt – und dies sieben Tage die Woche. Betriebsdisponent Martin Hache (Bild) und seine Team kollegen können bei Bedarf sofort einen Pikettdienst aufbieten.
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LEBENSRAUM Reise zum tiefsten Punkt der Stadt Letzte Station unseres Blicks hinter die Kulissen der Zürcher Wasserversorgung ist das Reservoir Lyren, eines von gut 20 solcher Reservoire. Dass das Reservoir Lyren unter dem Uetliberg wohl zu den grössten Wasserspeichern des Landes zählen dürfte, wird uns beim Blick in die riesigen Wasserhallen bewusst. Hier lagert es also, das aufbereitete See- und Grundwasser. Beim Stehen auf der Plattform beschleicht uns ein eigenartiges Gefühl, etwas Metaphysisches, Psychedelisches. Die Halleffekte sind imposant; sie lassen erahnen, wie es vor drei Jahren hier geklungen haben mag, als aus Anlass des 150-Jahre- Jubiläums eine klassische Formation hier aufgespielt hat. Einmal jährlich werden die vier Lyren-Kavernen, die gesamthaft 60 000 m3 Wasser fassen, abgelassen und mit Hochdruck gereinigt, erklärt Hans Gonella, der uns nun noch zum tiefsten Punkt der Stadt führen möchte. Dazu besteigen wir einen Lift, der uns gut 123 Meter Sicherheit durch in die Tiefe befördert. Die Fahrt kontinuierliche Kontrollen dauert etwas mehr als eine halbe Ein Blick in die Labore zeigt Minute. Für den Notfall – sollte uns, dass die WVZ tatsächlich der Lift stecken bleiben – gibt es permanent daran ist, die Waseinen Notausstieg und eine Trepserqualität zu kontrollieren. pe mit 625 Stufen, für Leute mit Dies geschieht auf verschiedene Platzangst allerdings keine Gleicher Job, andere Methode: Que Art und Weise: Hatte es beim wirkliche Alternative. My Tran (lernende Laborantin) und Seewasserwerk Lengg noch Dem Besucher hier unten Regenbogenforellen kontrollieren eine Fisch-Testanlage – ein öffnet sich ein höhlenartiger, die Wasserqualität. Aquarium mit echten Regen hoher Raum, der von Röhren bogenforellen –, so kommen aller Grössen und Durchmesser neuerdings auch Wasserflöhe dominiert wird. Hier, sagt (sogenannte Daph n ien) als Gonella, treffen die Röhren des «Frühwarntruppe» zum EinRingstollens (die grösste Trinksatz. Und in den Mikrobiologiewasserleitung Zürichs) aufeinLaboren werden kontinuierlich Proben unter- ander, der die Seewasserwerke Moos und Lengg sucht. So lässt sich einerseits die Trinkwasser mit dem Grundwasserwerk Hardhof verbindet. qualität hochhalten und andererseits ana Die Temperaturen hier unten liegen bei 8 Grad, lysieren, welche Keime und Stoffe das Wasser da gehört leichtes Frösteln dazu. Hier, am tiefsten beinhaltet. Punkt Zürichs, 34 Meter unter dem Spiegel des Das Züriwasser hat höchste Qualität. Das ver- Zürichsees, gibts keinen Handyempfang, dafür deutlicht Hans Gonella mit einem eindrück hängt in einer Ecke ein orangefarbenes Nottelefon lichen Beispiel im Zusammenhang mit dem an der Wand. Wirkstoff Aspirin, der nebst anderen auch im Egal. Allemal spannender, als zu telefonieren, Seewasser vorkommt: «Angenommen, Sie trin- ist es für uns, das Ohr an die dicke Röhrenwand ken täglich 7000 Jahre lang je zwei Liter Wasser, zu halten und dem Wasser zu lauschen, das so wäre dies am Schluss vergleichbar mit einer hier mit 15 bar Druck durchfliesst. Wasser, das einzigen Tablette Aspirin.» Die meisten Subs- demnächst irgendwo wie selbstverständlich aus tanzen, auch Drogen, würden durch die Ozonie- einem Hahnen sprudelt. Zu einem unschlagbar rung komplett abgebaut, sagt Gonella. günstigen Preis.
Zürich – eine Stadt der Brunnen
sorgen dafür, dass bei einem S törungsfall im 1530 Kilometer langen Leitungsnetz oder in einer Anlage sofort ein Pikettdienst aufgeboten wird, um nach dem Rechten zu sehen. Kommt es zu einem Rohrbruch – was durchschnittlich zweimal täglich passiert –, wird umgehend der Wasserlauf unterbrochen. Gleichzeitig macht sich ein Team daran, zu graben und die Rohre zu ersetzen. Das extrem sportliche Ziel, einen Rohrbruch in einem Tag zu flicken, kann in Zürich tatsächlich meistens erfüllt werden, wie Hans Gonella bestätigt. In diesem Zusammenhang berichtet Gonella, dass der WVZ- Mitarbeiterbestand von gut 280 Personen aus den unterschiedlichsten Berufsgattungen zusammengesetzt ist: «Wir haben fast 40 verschiedene Berufe bei uns: Schlosser, Maurer, Spengler, Maler, Zeichner, Buchhalter, IT-Spezialisten, Ingenieure sowie Chemiker und Laboranten – und sogar einen Bildhauer, der Brunnen flickt.»
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In der Stadt Zürich tragen 1277 Brunnen zur Lebensqualität bei. Aus allen sprudelt erstklassiges Trinkwasser. Gut 320 dieser Brunnen (zumeist historische Altstadtbrunnen) und 80 Notwasserbrunnen werden über ein separates Netz von 150 Kilometern mit Quellwasser gespeist. Das Wasser stammt zumeist aus Quellfassungen, die seit dem 15. Jahrhundert in den Hügeln rund um Zürich erstellt wurden. Die übrigen Brunnen sind am normalen Verteilnetz der Wasserversorgung angeschlossen und werden – wie die Haushaltungen – mit einer Mischung aus 70 Prozent Seewasser, 15 Prozent Quellwasser und 15 Prozent Grundwasser beliefert. Auf dem Gebiet der Stadt Zürich braucht man nicht weit zu gehen, um auf einen der vielen Brunnen zu stossen. Damit gehört Zürich zu den brunnenreichsten Städten der Welt. Über jeden Brunnen gäbe es spannende Geschichten zu erzählen. VISIT stellt drei dieser Brunnen vor:
Amazonen-Brunnen
Amazonenbrunnen als öffentliches Kunstwerk Am Rennweg findet sich der Amazonenbrunnen: Ums Jahr 1430 in Betrieb genommen, zählt er mit der Figur, die den Brunnen schmückt, zu den ersten der Stadt, die auch als öffentliches Kunstwerk betrachtet wurden.
Fotos: zVg
Barockbrunnen beim Haus zum Rechberg Das stattliche Haus zum Rechberg, heute Staatskanzlei, wurde 1770 eingeweiht. Das Grundstück lag damals ausserhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Anna Werdmüller, Tochter des damals wohl reichsten Zürchers, des Mousseline- Fabrikanten Hans Kaspar Oeri, liess das Palais «Zur Kronen» mit dem prächtigsten Garten der Zeit erbauen. Vom Hof aus führen zwei kurze geschwungene Treppen, die sich um einen prächtigen Barockbrunnen ranken und jeweils von einer Skulptur flankiert werden. Seit 1899 gehört der Rechberg zur Universität Zürich. Die Rechberg-Gesamtanlage ist im Inventar der kantonalen Denkmalschutzobjekte und im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung enthalten. Lindenhofbrunnen im Herzen der Stadt Den Lindenhofbrunnen finden wir im Herzen der Stadt Zürich, im Kreis 1 der linksufrigen Altstadt, in nächster Nähe zur St. Peterskirche. Der heutige Brunnen wurde 1912 in Erinnerung an die tapferen Zürcherinnen erstellt, die 1292 in Kampfmontur ein österreichisches Heer vor einer Stadtbelagerung abgeschreckt haben sollen.
Brunnen beim Haus zum Rechberg
Lindenhofbrunnen
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LEBENSRAUM
Kleine Geschichte unseres Wassers Die Stadt Zürich hat schon früh erkannt, dass die Verfügbarkeit von gutem Trinkwasser wichtig ist für die Gesunderhaltung der Bevölkerung. Im frühen Mittelalter wurde Grundwasser aus privaten und öffentlichen Sodbrunnen bezogen. Trinkwasser: Beim Rechberg-Brunnen steht dieser «öffentliche» Trinkbecher bereit.
Im 14. Jahrhundert wurden Röhrenbrunnen mit Wasser aus Quellen oder durch Flusswasser gespeist. Dazu wurden Schöpf- und Radbrunnen verwendet. Zum Einsatz kam auch die «Gigampfi- Wasserstampfi» am See, mit der dank Verlagerung des Körpergewichts Seewasser geschöpft werden konnte. Am 6. September 1868 stimmte die Gemeindeversammlung der Stadt Zürich der Gründung des Unternehmens «Wasserversorgung Stadt Zürich» zu. So wurden nach und nach die Quellwasser leitungen optimiert und das Flusswasserwerk Bauschänzli erbaut.
Die Eingemeindung von zehn Vororten und die nachfolgende rasche Entwicklung der Stadt ab 1893 führten zu einer markanten Vergrösserung des Verteilnetzes und des Wasserbedarfes.
Anthroposophisches Alters- und Pflegeheim Sonnengarten Hombrechtikon
1895 bis 1902 wurde die neue grosse Quellwasserversorgung (aus dem oberen Sihltal und dem Lorzetal) erbaut, um die Wasserknappheit zu steuern und neue Brunnen mit Quellwasser beliefern zu können. 1914 Bau des Seewasserwerk Moos. 1934 begann die Wasserversorgung Zürich Trinkwasser aus dem Grundwasserfeld Hardhof zu gewinnen, 1949 erfolgte der Bau der Seeleitung zur Lengg zur Unterwasseraufnahme beim Tiefenbrunnen. Seit 1993 wird dank guter Aufbereitung bis heute erfolgreich auf den Zusatz von Chlor im Leitungsnetz verzichtet.
• Grosszügige Wohnungen und Gemeinschaftsräume • Kurs- und Kulturangebot • Alters- und bedarfsgerechte Ernährung (Biologisch/Vollwert/Schonkost/täglich Vegetarisch) • Anthroposophisch erweiterte Pflege • Spezialisierter Pflegebereich für Demenzerkrankte • Siedlung mit Alterswohnungen • Grosser Park und organische Architektur In der Regel findet am ersten Freitag im Monat um 14.00 Uhr eine öffentliche Führung durch den Sonnengarten statt (Anmeldung erforderlich). Alters- und Pflegeheim Sonnengarten Etzelstrasse 6 • 8634 Hombrechtikon/ZH • T 055 254 45 00 www.sonnengarten.ch • info@sonnengarten.ch
Wussten Sie, dass … … die Wasserversorgung Zürich (WVZ) durchschnittlich 55,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr abgibt?
Im Alter zu Hause leben
… 8 von 10 Litern Trinkwasser aus dem Zürichsee stammen? se enlo Kost ng und u t Bera spekte Pro rdern! anfo
… das Leitungsnetz der WVZ rund 1530 Kilometer beträgt? … es im Durchschnitt pro Tag zu zwei Leitungsbrüchen kommt? … zur WVZ total 7375 Hydranten und 1277 Brunnen gehören? ... der durchschnittliche Tagesverbrauch pro Stadtbewohner im Haushalt bei rund 160 Litern liegt? … auf einen Liter Trinkwasser rund 100 Millionen harmlose Mikroben kommen? … ein Liter Seewasser etwa 300 Millionen Kei me aufweist? … die Konsumenten für 1000 Liter Züriwasser nur durchschnittlich 2 Franken bezahlen?
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Im Alter nochmals mit Fremden zusammenziehen? Altersgerechtes Wohnen ist ein Milliardengeschäft. Heute sind Angebote in allen Formen und Facetten vorhanden. Meist werden die Altersresidenzen von Privaten betrieben. Bei den «jungen Alten» ist nun gar ein Trend zur Alters-WG festzustellen. Text und Foto: rs.
Selbstverwaltete Wohn- oder Hausgemeinschaften, die genossenschaftlich oder privat organisiert sind, ja selbst die WG, die günstige Wohnform junger Studierender – unterschiedlichste Wohnmodelle sind bei Senioren immer gefragter. In ihrer Immobilienstudie stellt Raiffeisen Schweiz fest, dass unter «jungen Alten», wie man die Rentenboomer gerne nennt, die Nachfrage nach WGs steigt. Die Zürcher Age-Stiftung fördert Wohnangebote durch Investitionen in zukunftsfähige Projekte. Um nur ein Beispiel zu nennen: In Basel entsteht eine Gemeinschaft aus «älteren Expats», die ein «Leben mit internationaler Ausrichtung» teilen wollen.
Die Gemeinschaftsräume vermitteln ein ungezwungenes «WG-Feeling». Der Einzugstermin fiel mit dem Ausbruch von Corona in der Schweiz zusammen, sodass die Vorfreude auf die Inbetriebnahme etwas getrübt wurde.
Für Bewohnerin Katharina Stadelmann schliesst sich auf dem ehemaligen Werk areal der Kreis: Hier absolvierte sie als Mädchen schon ihre Lehre.
Innovative Wohnformen 10 Jahre dauerte es seit der Gründung einer Wohngenossenschaft in Winterthur bis zum grossen Einzug vor einem Jahr. Ihr Name ist ein Wortspiel: «Zusammen(h)alt». Ihr Credo umfasst nebst dem Wohnen in der zweiten Lebenshälfte bewusst die gemeinsame Aktivität. Die Gründer kannten sich schon in jüngeren Jahren. «Vorausschauend überlegten wir uns», erinnert sich Judith Wick, «auf welche Weise wir im Alter leben möchten.» Viele unter ihnen haben aus WG-Erfahrungen gelernt, dass man auf Dauer nicht den gesamten Lebensraum teilen mag. «Man braucht einen eigenen Raum, in den man sich auch mal zurückziehen kann», ist Wick heute überzeugt. Die Ziele waren ambitioniert: An zentraler Lage sollte ein Bau für bis zu 100 Menschen entstehen. Realisiert wurde das Gebäude schliesslich auf 4800 Quadratmetern
des ehemaligen Sulzer-Areals. Abendrot, die Sammelstiftung für Pensionskassen, liess sich zur Finanzierung motivieren; die Genossenschaft ihrerseits schoss Geld ein und konnte sich so in der Projektentwicklung einbringen. 76 Wohnungen verteilen sich auf 5 Stockwerke mit drei gemeinschaft lichen Terrassen. Für Durchmischung ist gesorgt: Die Zürcher Hochschule ZHAW belegt einen Teil des Baus; mehrere Kleinbetriebe sorgen für einen Gewerbemix, selbst ein Quartierladen wird genossenschaftlich betrieben. Schöner Wohnen hat seinen Preis «Älterwerden: eine grosse Chance und die Freiheit, noch einmal etwas Neues zu beginnen», wirbt die «Zusammen‑ (h)alt» in ihrer Broschüre. Dieses neue Zusammensein wird in Gemeinschaftsräumen wie Bibliothek, Meditationsraum, Sauna, Küche gelebt. Diese Freiheit hat freilich ihren Preis. Je nach Wohnungsgrösse liegt die Nettomiete zwischen 1000 und 2200 Franken. Der Mitgliedschaftsanteil beträgt 2000 Franken und 500 pro Quadratmeter. Das Genossenschaftskapital wird bei Austritt zurückbezahlt. Zum Vergleich: In Ascona entstand jüngst auf eine katholische Initiative die Residenza San Clemente mit fast 50 Wohneinheiten, um Einwohnern im AHV-Alter bezahlbare Mietwohnungen anzubieten: 1300 Franken für 2,5 Zimmer, 1500 für 3,5 Zimmer. Was ist bezahlbar? Seit 30 Jahren berät Simone Gatti, Präsidentin der Genossenschaft ZukunftsWohnen, Gemeinden und Investoren in
Zum Fussballspielen braucht es zwei: Gründungsmitglieder Walter Gamper und Judith Wick.
Projekten für altersgerechtes Wohnen. Die Wünsche der Seniorinnen und Senioren hätten sich in der Zwischenzeit nicht geändert: «Sie wollten damals wie heute gute, kleine Wohnungen – und zwar zahlbar.» Zu Investitionen ins hochpreisige Segment rät die Gerontologin nicht. «Unterdessen haben Investoren festgestellt, dass teure Alterswohnungen nicht so leicht zu vermieten sind wie kleinere Eigentumswohnungen.» Raiffeisen Schweiz kann diese Aussage bestätigen. Luxus-Varianten bleiben zwar eine gefragte Nische, weiss Immobilienmarkt-Analyst Francis Schwartz, und auch im mittleren Preissegment werden fleissig Bedürfnisse abgedeckt. Aber für die grosse Mehrheit seien solche Angebote schlicht zu teuer: «Finanziell schlechter gestellte Senioren werden nach wie vor auf staatliche Angebote angewiesen sein.» Wohn-Experimente Wohngemeinschaften scheinen auch aus finanziellen Gründen anziehend für Personen, die sich nie verheiratet haben oder geschieden sind, weniger für Verwitwete, die durch die Rente besser abgesichert sind. Für die damals
gerade verwitwete Jutta Schai hingegen bot sich eine Hausgemeinschaft im aargauischen Unterkulm als ideale Wohnform an. Noch berufstätig zog sie mit 62 Jahren mit gut einem Dutzend Männern und Frauen zusammen. 10 Jahre später zieht sie eine etwas ernüchternde Bilanz. «Ich kann zwar diese Wohnform jedem nur empfehlen», sagt sie, doch hänge letztlich das gesellige Zusammensein von jedem Einzelnen ab. Heute ist die älteste Mitbewohnerin 86-jährig, doch Pflegeleistungen kann die Hausgemeinschaft nicht erbringen. Droht Überalterung? Zurück nach Winterthur, wo man der Überalterung vorbeugen will, indem man möglichst jüngere Jahrgänge zwischen 45 und 64 Jahren anziehen möchte. In der Vermietungskommission ist eine von Giorgio Conconis Auf gaben, neue Mieter kennenzulernen. Denn auch charakterlich soll man ins Gefüge passen. «Man sollte schon auch bereit sein für Gemeinschaftsarbeit», erklärt er. Bewohner Walter Gamper pflichtet ihm bei: «Man muss mit anderen Menschen zusammen sein wollen.» Zwar kann jeder sich in sein Réduit
zurückziehen, wann immer ihm danach ist. «Aber wer nur in seiner Wohnung sein will», findet Gamper, «der muss nicht hierher kommen.» Nicht immer fügen sich die so vielfältig veranlagten Bewohner harmonisch zusammen. Als gescheitert bezeichnet Gila Fankhauser ihr Zusammenleben auf Grundlage des Prinzips «Wohnen für Hilfe». Noch 2019 berichteten das Magazin der Sanitas und sogar der «Blick», wie die damals 66-jährige ihre Wohnung mit einem 19-jährigen Studenten teilte, basierend auf der einleuchtenden Idee: Wohnraum für Studierende ist in Zürich so knapp wie teuer; gleichzeitig wohnen manchmal einsame Ältere in grossen Wohnungen. Die von Rheuma geplagte Rentnerin bot im Hunziker-Areal von Zürich- Oerlikon günstige Mietfläche gegen Unterstützung im Alltag. Die Vermittlung lief über Pro Senectute Kanton Zürich, die die Bewerber auf ihre verbindliche Bereitschaft prüfte. Anfangs waren die Seniorin und der Student ein Herz und eine Seele. Corona änderte alles. Das Studium wurde zum Fern studium, der junge Mann blieb nur noch in der Wohnung, und die Gefahr der Ansteckung war nicht von der Hand zu weisen. Schliesslich löste man die WG auf. Gila Fankhauser wohnt unterdessen nicht mehr dort.
Gratis registrieren Vor 10 Jahren teilten sich nur 1,5% der Schweizer ihre Wohnung mit einer anderen Person, nun liegt die Zahl der WGs bei 2,7%. Über 8% der ledigen über 65-jährigen leben in WGs, fast ebenso oft wie ledige 25bis 45-jährige. Pro Senectute Kanton Zürich bietet Unterstützung und Informationen zu solchen Wohn formen. Wer Partner für Wohn- oder Hausgemeinschaften sucht, kann sich gratis registrieren, das Angebot vorstellen und mit Interessierten Kontakt aufnehmen. Umfassende Infos finden sich auf RaiffeisenCasa. ch/wohnen55plus
LEBENSART
Die Ganzjahresschwimmerin Seit ihrer Kindheit ist Gerda Holliger fasziniert vom Wasser. Seit 11 Jahren schwimmt sie auch im Winter regelmässig. Mutig hat sie in ihrem Leben immer wieder Neues ausprobiert – als Unternehmerin, Graphologin und Marktfahrerin. Text: Rita Torcasso Foto: Renate Wernli
Am Himmel wechseln sich Wolken und Sonne ab. Die kleine Wiese in Männedorf am See ist der «Winterbadeplatz» von Gerda Holliger. Anfang März ist das Wasser knappe 6 Grad kalt. «Ganzjahresschwimmen ist genau richtig für mich, das kann ich überall», erklärt die 75-Jährige. «Ich geniesse es; wenn ich draussen bin, fühle ich mich dann ganz bei mir selber in meiner Welt.» Im Winter hält sie sich an die Grundregel für Kaltwasserschwimmer: «Ich bleibe so viele Minuten draussen, wie das Wasser warm ist.» Und sie nimmt eine warme Decke und heissen Tee mit an den See. Wenn im Frühling das Freibad an ihrem Wohnort Gossau ZH öffnet, schwimmt sie täglich 30 Minuten sportlich Brust und Crawl. «Ich bin ein Sommerkind, im August geboren, im Wasser bin ich ganz in meinem Element.»
«Ich bleibe so viele Minuten draussen im Wasser, wie das Wasser warm ist»: Ganzjahresschwimmerin Gerda Holliger.
Ein sorglos mutiges Kind Gerda Holliger wuchs in der Nachkriegszeit mit zwei jüngeren Schwestern in Winterthur auf. Sie erzählt: «Ich war ein unbehütetes Kind, sorglos mutig, beide Eltern arbeiteten viel.» Mit dem Velo fuhren die Mädchen häufig an die Thur und lernten durch Nachahmung schwimmen. «Meine Grossmutter führte in der Badi in Frauenfeld den Kiosk, ich half ihr im Sommer und beobachtete die Schwimmer, so konnte ich dann auch crawlen.» Mit der Kindheit verbindet sie viele schöne Erinnerungen. «Wir drei Schwestern waren unzertrennlich und machten bei den Pfadfindern mit.» Heute sei sie von der Familie allein zurückgeblieben, die beiden starben früh mit 54 und 64 Jahren. Nach der Schule machte Gerda Holliger eine Lehre als Coiffeuse und heiratete mit 19 Jahren, 1965 wurde Sohn Robert und 1967 Tochter Barbara geboren. «In diesen Jahren begann ich
mich für die Rechte von Frauen einzusetzen», sagt sie. Natürlich erinnere sie sich gut an das Jahr, als endlich das Frauenstimmrecht kam. «Doch viel wichtiger als die politischen Rechte war für meine Entwicklung der Wunsch, ausser Haus zu arbeiten; zuhause mit den beiden Kindern fehlten mir die sozialen Kontakte». Als die Kinder neun und sieben Jahre alt waren, zerbrach die Ehe. Vom Coiffeursalon zum eigenen Label Die alleinerziehende Mutter gründete ihren eigenen Herrensalon in Hinwil. «Das war schon mutig, man gab mir damals im Dorf ein Jahr, doch ich führte das Geschäft dann fast 20 Jahre lang. Es war viel Arbeit, doch ich hatte die Freiheit, meine Zeit selber einzuteilen.» In dieser Zeit entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Nähen. «Ich war begeisterte Fasnächtlerin und gründete eine Hexengruppe, für die ich alle Kostüme gestaltete und nähte.» Eine Wende nahm ihr Leben, als sie an einem Dorffest in Hinwil ihren zweiten Mann kennenlernte. Nach der Heirat 1993 zog sie mit ihm nach Gossau. Sie verkaufte den Herrensalon in Hinwil, «auch weil ich erschöpft war und eine Ruhepause brauchte». Lange dauerte diese nicht, sie begann eine Ausbildung zur Graphologin. «Eine Zeit lang erstellte ich dann Gutachten vor allem für Private, doch es ist ein einsamer Job.» So entwickelte sie ihre Leidenschaft fürs Nähen weiter und gründete das eigene Label «Blue Bag». Mit den Taschen und Hüten aus gebrauchten Jeans fuhr sie in der ganzen Deutschschweiz zu Markte. «2019 war ich noch auf mehreren Märkten; es ist eine eigene Welt mit interessanten Kontakten, viele Marktfahrer traf ich Jahr für Jahr wieder.» >> Visit Sommer 2021
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LEBENSART
«Seit meiner Kindheit lote ich gerne meine Grenzen aus, dazu gehören auch immer wieder neue Herausforderungen.» Gerda Holliger
Nach der erzwungenen Corona-Pause freut sie sich jetzt auf den Sommer. Die Gemeinde plant im Juli ein dreitägiges Fest «Gossau fiired». «Ich bin mit meinem Stand wieder dabei, doch ich nähe nichts mehr Neues, es ist für mich zu einer Fleissarbeit geworden und mir fehlt heute das Kreative daran.» Auf und im Wasser An ihrem Wohnort Gossau schätzt Gerda Holliger die Wohnung mit grossem Dachgarten und Blick in die Voralpen. «Und die Nähe zum See», sagt sie. Denn die Konstante in ihrem Leben ist die Faszination für alles, was mit Wasser zu tun hat. «Ich war zehn Jahre lang Windsurferin, das war mir so wichtig wie heute die Leidenschaft fürs Kaltwasserschwimmen.» Mit 42 machte sie den Segelschein und zehn Jahre später noch die Prüfung für Motorboote. Holliger: «Seit der Kindheit lote ich gerne meine Grenzen aus, dazu gehören auch immer wieder neue Herausforderungen.» Schwimmen geht sie nicht nur für sich alleine, sondern macht bei vielen wichtigen Schwimm ereignissen mit: am Samichlausschwimmen in der Limmat, am Zibeleschwümme in Bern, am Coupe de Noël in Genf und am Blaueierschwimmen in Uster. Geschwommen wird bei jedem Wetter, auch wenn es schneit. «Je nach Ereignis kostümieren wir uns passend, gefragt sind jeweils kreative Ideen.» Mit ihren fantasievollen Kostümen kam sie schon mehrmals in die Lokalpresse.
«Nach all den Jahren sind wir eine eingeschworene Gruppe, anschliessend ans Schwimmen feiern wir zusammen.» Seit Corona sind alle Events abgesagt. «Diese gemeinsamen Treffen fehlten mir in diesem Winter schon sehr», sagt sie. Für Facebook inszenierte sie als Gruss an ihre Mitschwimmenden Samichlaus- und Weihnachtskostüm bilder im See. Und sie plant, im Herbst einen Winterschwimmklub in Männedorf zu gründen. «Verwirklichen, was mir durch den Kopf geht» Beim heissen Kaffee nach dem kalten «Schwumm» im See erzählt Gerda Holliger von ihrem Alltag. «Gestern ging ich zusammen mit Werner einkaufen, dann gab es ein feines Mittagessen, am Nachmittag fuhren wir an den See. Und weil es der erste wirklich warme Frühlingstag war, stiessen wir mit einem Ouzo im Garten auf einen schönen Sommer an.» Der Ouzo erinnere sie an Griechenland: «Müsste ich auswandern, wäre dieses Land meine erste Wahl.» Früher reiste sie viel. «Heute finde ich die Schweiz gross genug. Und wir haben all die schönen Erinnerungen.» Zu ihrem Alltag gehören auch die beiden Kinder und drei Enkelkinder, die zwischen 21 und 13 Jahre alt sind. Dazu sagt sie: «Als sie noch klein waren, ging ich oft mit ihnen in die Badi, Schwimmen haben sie mit mir gelernt.» Auf die Zukunft angesprochen, sagt Gerda Holliger: «Am wichtigsten ist mir, dass ich mich wohlfühle und noch vieles von dem, was mir durch den Kopf geht, verwirklichen kann.» Seit einigen Jahren leidet ihr Mann an Krebs, bisher noch mit wenigen Einschränkungen im Alltag. «Doch ich muss mich mit der Angst vor dem Verlust konfrontieren», räumt sie ein. Dafür will sie sich im Frühling eine zweiwöchige Auszeit in Ascona nehmen – selbstverständlich mit dem Badekleid im Gepäck. Sie sagt: «Schwimmen ist für mich wie ein Raum, in dem ich mich aufgehoben fühle.»
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Aus dem Familienalbum von Greta Holliger (von oben nach unten rechts): Als Marktfahrerin mit dem eigenen Label «Blue Bag», zusammen mit ihren beiden jüngeren Schwestern Ruth und Erika in Winterthur sowie beim Zehn-Jahre-Jubiläum ihres Herrensalons in Hinwil.
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LEBENSART
Sucht im Alter: Frühzeitig erkennen und Hilfe annehmen
Medientipps Ausgewählt von der Visit -Redaktion
Bücher
Sucht kennt keine Altersgrenze. Aber auch die Möglichkeit, wieder von einer Sucht loszukommen, ist in jedem Alter möglich. Ein Suchtverhalten zu erkennen und fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, sind wichtige Schritte auf dem Weg aus der Sucht.
Wasser. Eine fotografische Entdeckungsreise von Rudi Sebastian; 2019, Verlag teNeues, Augsburg, 270 Seiten Wasser. Ursprung des Lebens. Der Glücksfall kosmi scher Zufälle, das Chamäleon unter den Molekülen, das den Unterschied macht. Alles, was lebt, ist an Wasser gebunden. Der Fotograf Rudi Sebastian hat sein fotografisches Leben dem Wasser in all seinen Formen gewidmet. Die letzten Jahre war er weltweit unterwegs, um dem Ausnahmeelement in allen denkbaren Facetten auf die Spur zu kommen. Ent standen ist so ein Bildband, der eine nie gesehene Bandbreite des Wunderstoffes porträtiert: vom Tümpel bis zu den unendlichen Weiten des Pazifiks, vom Eis der Polregionen zu den salzverkrusteten Seen der grossen Wüsten. Sebastian nimmt uns mit auf eine fotografische Reise über den blauen Planeten, die eindrucksvoll vor Augen führt: Wasser ist nicht gleich Wasser. Sondern ein ganzes Universum an Vielfalt und Schönheit.
Bei vielen Menschen nehmen mit dem Älterwerden belastende Ereignisse zu. Krankheiten tauchen auf oder nahestehende Personen sterben. Das kann dazu führen, dass Entlastung im Alkohol gesucht wird. Gerade im Alter kann Alkohol schneller zu körperlichen Schädigungen führen. Ob der Alkoholkonsum noch im grünen Bereich liegt, kann man einfach herausfinden: in einem anonymen Test unter www.suchtpraevention-zh.ch/ selbsttests-freundetests.
Sucht als gesellschaftliches Tabu Alter und Sucht: Das ist ein gesellschaftliches Tabu. Aussagen wie «Lassen wir ihm doch seine Gläser Rotwein. Er hat ja sonst nicht mehr viel im L eben» oder «Ohne die Tabletten kann sie gar nicht mehr schlafen. Der Mensch braucht schliesslich seinen Schlaf» verharmlosen das Suchtpotenzial von Alkohol und Medikamenten und verhindern es, genauer hinzuschauen und Hilfe zu suchen.
Zahlen und Fakten Ein Blick in die Statistik zeigt: Von allen Altersgruppen trinken Menschen ab 65 Jahren täglich am häufigsten so viel Alkohol, dass ihre Gesundheit dadurch stark gefährdet wird. Ebenso ist der tägliche Konsum von starken Schlafund Beruhigungsmitteln in dieser Altersgruppe am stärksten vertreten. Diese Mittel können in kurzer Zeit abhängig machen, das Gedächtnis verschlechtern und das Risiko zu stürzen vervielfachen. So kann die Lebensqualität deutlich eingeschränkt werden und es droht ein frühzeitiger Verlust der Selbstständigkeit. Problematische Konsummuster Es ist wichtig, möglichst frühzeitig problematische Konsummuster bei sich zu erkennen oder bei anderen Menschen anzusprechen. Dies braucht manchmal Überwindung. Studien zeigen, dass ä ltere Menschen gute Chancen haben, aus problematischen Verhaltensweisen wieder herauszufinden. Dies gelingt besonders gut mit fachlicher Unterstützung.
Wasser und Zeit, Eine Geschichte unserer Zukunft; Andri Snær Magnason; 2020, Insel Verlag, Leibzig. 204 Seiten
Fachliche Unterstützung erhalten Die Suchtfachstellen im Kanton Zürich suchtberatung-zh.ch bieten Rat und Unterstützung – auch für Angehörige oder Personen, die sich um jemanden Sorgen machen. Ausserdem können Interessierte bei den Stellen für Suchtprävention www.suchtpraevention-zh. ch/suchtpravention-fur/altersbereich diverse Unterlagen und Informationen zum Thema anfordern. Weitere Informationen sind unter alterundsucht.ch verfügbar. Text: Domenic Schnoz, Zürcher Fachstelle zur Prävention des Suchtmittelmissbrauchs (ZFPS), und Franziska Herren, Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich
Foto: iStock
Gewisse Medikamente können süchtig machen Ein problematischer Gebrauch von Medikamenten nimmt ebenfalls häufig in Zusammenhang mit belastenden Situationen seinen Lauf. Denn Beruhigungsund Schlafmittel versprechen eine schnelle Lösung bei Beschwerden wie Bedrücktheit oder Schlafstörungen. Wegen ihres hohen Suchtpotenzials und ihrer Nebenwirkungen sollte die Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. Detaillierte Informationen sind in der Broschüre «Alkohol und Medikamente beim Älterwerden» auf www.gesund-zh.ch/publikationen zu finden.
Filme
In Island schmelzen die Gletscher, der Meeresspiegel steigt. Unsere Kinder werden, anders als Andri Snær Magnasons Grosseltern, ihre Flitterwochen nicht mehr nutzen können, um über einen Gletscher zu wandern. 2180 sind die Zwillings-Urenkel des Autors 90 Jahre alt, stellt er sich vor. In was für einer Welt werden sie leben? «In den nächsten hundert Jahren wird sich das Leben auf der Erde grundlegend ändern. Gletscher werden schmelzen, der Meeresspiegel wird steigen, und der Säuregrad der Ozeane wird stärker zunehmen als in den letzten 50 Millionen Jahren. Diese Veränderungen beeinflussen das gesamte Leben – aller Menschen, die wir kennen, und aller Menschen, die wir lieben. Der Isländer Autor Andri Snær Magnason hat die Worte gefunden, um dieses Gefühl zu beschreiben. Sein Buch ist eine philosophische, literarische, persönliche, wissenschaftlich fundierte Annäherung an die Klimawissenschaft – über uralte Mythen von heiligen Kühen, Geschichten von Vorfahren und Verwandten, Begegnungen und Gespräche mit dem Dalai Lama. Es ist ein Appell, der das Persönliche mit dem Politischen verbindet. Und er zeigt, dass wir handeln müssen.
Land am Wasser. Ein Dokumentarfilm von Tom Lemke. Deutschland 2016. Silvio lebt in einem Geisterdorf. 1998 wurden die Bewohner umgesiedelt, damit die Braun kohle darunter abgebaut werden kann. Vor über 900 Jahren nannten die ersten Siedler den Ort «Land am Wasser», weil ein kleiner Bach durch die Landschaft fliesst. Mit diesem Wasser bestellt Silvio kleine Agrar flächen im Dorf und tränkt sein Vieh. Seinen Heimatort, der nutzlos geworden war, hat er so als Landwirt wieder erobert. Wie lange er hier seinen Lebensunterhalt noch verdienen kann, ist ungewiss. Niemand weiss, wann die Tagebaubagger auch hier ankommen werden. Die Häuser des Dorfes werden zwar nach und nach abgerissen, aber Silvio ist nicht allein. Sein Nachbar schmiedet im über hundertjährigen Familienbetrieb weiter gegen die Zeit, und Norbert, vom ebenfalls betroffenen Nachbarort, rebelliert als Letzter eisern gegen die Umsiedlung. Manch mal kommen auch ehemalige Bewohner vorbei. Man hilft sich noch immer und nebenbei verschwindet eine ganze Dorfgemeinde. Als auch die letzten Mitbewohner den Ort verlassen haben, versucht Silvio, sich weiter gegen das Unvermeidliche zu stemmen. Wohl wissend, dass das Ende nicht aufzuhalten ist. Fahr ma obi am Wasser; Film von Walter Steffen, Deutschland 2017 Die Münchner Frauenkirche hätte es ohne die Arbeit der Flösser nicht gegeben. Über die Isar lieferten sie nicht nur das Holz für den Bau des Doms, sondern auch für dessen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Da war das traditionsreiche Handwerk längst im Niedergang begrif fen. Die Weltwirtschaftskrise, das Aufkommen neuer Ver kehrs- und Transportmittel und der Bau zahlreicher Was serkraftwerke setzten der Flösserei schliesslich ein Ende. Heute verkehren die Gefährte nur noch als Touristen attraktion. Regisseur Walter Steffen folgt der Isar und der Loisach von ihren Quellen bis nach München, begleitet ein historisches Floss, das die Bedingungen einer Fahrt vor mehr als 100 Jahren rekonstruiert. Entlang des Wegs macht Steffen an historisch bedeutenden Orten Station, interviewt dort Flösser, Historiker und Landwirte, Frem den-, Stadt- und Bergführer, Autoren und Anwohner, die alle eine Anekdote über die Flüsse und ihre Flösser parat haben.
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LEBENSART
Reggaeton bis Cumbia. Die Rhythmen fliessen direkt in Herz und Hüfte und lassen die Seele in die Ferne schweifen. Begeisterte Rückmeldungen Wer noch unschlüssig ist, darf bei Ana zuerst eine kostenlose Schnupperlektion buchen. «90 Prozent der Schnuppernden kommen anschliessend in den Kurs.» Die 45-Jährige erhält zahlreiche positive Rückmeldungen für ihre Stunden. «Eine Seniorin hat mir gesagt, dass ihre Rückenschmerzen weg sind, seit sie Aqua Zumba macht. Eine andere Teilnehmerin fühlt sich nach der Stunde jeweils so voller Energie, dass sie gleich nach Hause geht und ihre Wohnung putzt», erzählt Ana lachend. Eine weitere Kursteilnehmerin habe ihr berichtet, dass sie gefühlte 15 cm grösser geworden sei, weil wir eine aufrechte Haltung trainieren, während ihr Mann immer mehr schrumpfe. An ihre älteste Seniorin erinnert sich Ana besonders gerne. «Die Dame war 94-jährig und kam zu mir in die Stunde aufgrund ihrer Hüftprobleme. Sie hat die fröh lichen Stunden so sehr genossen.» Ana Alvarez, die 45-jährige Sport leiterin, versprüht Begeisterung und Lebensfreude.
Sie erobert die Herzen mit Aqua Zumba Lateinamerikanische Rhythmen gekoppelt mit tänzerischen Bewegungen im Wasser garantieren Feriengefühle. Das Angebot Aqua Zumba für Seniorinnen und Senioren ist ein Wassertraining mit hohem Spassfaktor, das gleichzeitig den Körper schont. Text und Bild: Caroline Schneider
Ana Alvarez, die Sportleiterin für Aqua Zumba von Pro Senectute Kanton Zürich, steht sinnbildlich für Lebenslust und Power. Seit Oktober 2019 unterrichtet sie «Zumba im Wasser». Die Spanierin versprüht Lebensfreude. Ihre Begeisterungsfähigkeit ist ansteckend und ihre Kurse sind entsprechend gut besucht. Tanzen im Wasser Zumba hat längst die Fitnessszene erobert. Es steht für ein Fitnesskonzept, das Aerobic mit lateinamerikanischen Tanzelementen kombiniert und damit viele begeistert. Aus dem Zumba-Boom haben sich verschiedene Varianten entwickelt. 30
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«Aqua Zumba ist Tanzen im Wasser. Wir bewegen, kreisen und schütteln unsere Hüften, Brust und Schultern», erklärt Ana. Während sie die Übungen an Land vorzeigt, machen es ihr die Seniorinnen im Wasser nach. «Zu Beginn wärmen wir unsere Gelenke und Muskeln auf und lassen die Herzfrequenz langsam ansteigen. Danach machen wir zu jedem Musikstück eine kleine Tanzabfolge.» Die mitreissende Choreografie nützt den Wasserwiderstand aus, um Muskeln und Herzkreislauf zu kräftigen. Musikalisch kriegt man das volle Repertoire lateinamerikanischer Klänge und Rhythmen ab. Von Salsa über Merengue, Tango, Bachata, Samba, Flamenco,
Soziales und Spass haben Vorrang Anas grösstes Anliegen ist, dass die Seniorinnen gesund bleiben, weniger Schmerzen haben und gleichzeitig ihre Fitness halten oder gar steigern. «Aqua Zumba ist ein perfektes Ganzkörpertraining.» Hier wird Kraft trainiert, ohne die Gelenke zu belasten. Die tänzerischen Übungen verbessern die Koordination. Aufgrund des Wasserwiderstandes ist alles etwas anstrengender als an Land, was die Ausdauer fördert. Gleichzeitig werden aufgrund des Wasserauftriebes der Rücken und die Gelenke entlastet. Die Stunde wird mit einem Stretching abgerundet. Das Wichtigste aber sei für sie der Spassfaktor. «Wir machen Party im Wasser und lachen viel», sagt Ana. «Meine Kursteilnehmerinnen treffen jeweils früher ein, weil sie noch etwas plaudern und sich austauschen möchten.» Ana verfügt über viel Empathie und hat die Gabe, die Menschen dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Sie vermittelt Freude und Leichtigkeit. Ana liegt sehr viel an der Seniorinnengruppe. «Es geht um das Knüpfen von neuen Beziehungen und um das Miteinander. Das ist bei Kursen mit jüngeren Leuten anders. Sie kommen, um ihren Körper zu trainieren, und gehen wieder.» Bei den Seniorinnen ist die soziale Komponente genauso wichtig wie der Sport selbst. Gegenüber der älteren Generation hegt Ana Respekt und Dankbarkeit. «Ihnen verdanken wir letztlich unser Leben. Ich kann viel von ihnen lernen und sie erzählen gerne aus alten Zeiten.» Was Ana an ihrer Tätigkeit schätzt, ist die Verbundenheit mit ihren Kursteilnehmerinnen, die von Mal zu Mal stärker wird.
Sie lernt nie aus Anas Ausbildungen lesen sich wie ein Marathonlauf. Sie verfügt über sämtliche Zumba-Ausbildungen, die es gibt: Zumba Step, Zumba Gold, Zumba Toning, Zumba Kids, Zumba Sentao bis Aqua Zumba. Nebenbei arbeitet sie als Fitness-Instruktorin und Personal Trainerin. Und weil Ana nie genug kriegt, absolviert sie zur Zeit eine Weiterbildung in Sportmanagement an einer spanischen Universität. «Mir wird es sonst langweilig», sagt die begeisterte Sportleiterin, deren Energie nie versiegt. Männer, wo bleibt ihr? Ana hat bis jetzt nur Seniorinnen unterrichtet. «Wo bleiben die Männer?», wundert sie sich. Tatsächlich gehen Männer generell weniger ins Gruppenfitness. «Sie trainieren lieber für sich alleine an den Geräten. Wenn sie nur wüssten, wie viel Spass ihnen entgeht», sagt sie lachend. Sie wünscht sich, dass Männer sich getrauen, ihre Hemmungen loszulassen, und sich für eine Schnupperstunde anmelden. Freude ist garantiert. Vor allem zusammen mit Ana.
Info
Aqua Zumba Kurse Mittwoch in Zürich: Schulschwimmanlage Riedtli Dienstag in Uster: Hallenbad Uster
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LEBENSLUST
Ob der Gemeinde präsident von Laufen- Uhwiesen auch hie und da die Idylle des Presi- weihers geniesst? Wir mögen es ihm gönnen.
Versteckte Paradiese
Angesichts der Dominanz des Zürichsees geht beinahe verloren, dass es auf dem Gebiet des Kantons Zürich noch weitere etwa 250 Klein- und Kleinstseen gibt. Höchste Zeit für eine Entdeckungsreise. Text: Robert Bösiger
Ja, selbstverständlich. Den Zürichsee kennen alle, diesen fünftgrössten See des Landes mit einer Fläche von über 88 km2, an den die drei Kantone St. Gallen, Schwyz und Zürich grenzen. Und vielleicht noch den Greifensee, der auf Rang 17 figuriert und flächenmässig zehn Mal im Zürichsee 32
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Platz hätte. Aber hätten sie gewusst, dass es neben diesen beiden Grossen im Kanton noch gut 250 weitere kleine und kleinste Seen, Seeli und Weiher gibt? Visit hat sich aufgemacht, etwas Licht in diese unbekannte Zürcher Gewässerwelt zu bringen.
Spannende Vielfalt Es gibt auf Kantonsgebiet nur noch einen See, der grösser ist als einen Quadratkilometer, nämlich den Pfäffikersee mit 3,3 km2. Vgl. dazu auch die Wanderung ab Seite 36. Alle anderen Gewässer im Kanton Zürich sind kleiner. Dennoch handelt es sich um eine sehr spannende und vielfältige Gewässerlandschaft, die es lohnt, einmal etwas näher betrachtet zu werden. Das Spektrum reicht von A wie Aabach-Weiher (in Horgen) bis Z wie Zwillikerweiher in Affoltern am Albis. Die Liste aller Seen im Kanton finden Sie bei Wikipedia, wenn Sie die Stichworte Liste der Seen Kanton Zürich eingeben. Die Bezeichnungen geben oft einen Hinweis darauf, wo der Kleinstsee liegt oder wofür er einst diente: So gibt es 25 Weiher, die im Namen den Zusatz Mühle, Mühli oder Müli haben und uns zeigen, wofür das Wasser gedient haben mag. Doch gibt es auch Bezeichnungen, die neugierig machen. Weshalb zum Beispiel heisst der Mördersee in Kleinandelfingen so? Oder: Welchen realen Hintergrund hat es, dass das Russeseeli in Laufen-Uhwiesen so heisst? Oder: Hat die Existenz des Presiweihers in Laufen-Uhwiesen etwas zu tun mit einem ehemaligen Gemeindepräsidenten? Ob das Hungerseeli in Fehraltorf etwas mit dem entsprechenden Gefühl in der Magengegend zu tun hat, das uns täglich mehrfach beschleicht? Wohl kaum, denn das Seeli ist ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung und ist Lebensraum von unter anderem Molchen und Fröschen. Die Antworten kennen wir nur zum Teil. Aber der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Was das Russeseeli anbelangt, so handelt es sich um zwei «Waldpfützen», die im Volksmund Russeseeli genannt werden, heisst es in einer Abhandlung in der «Uhwieser Mappe». Es seien natürliche Nassstandorte, die oftmals zwei bis drei Jahre im Sommer trockenliegen. Der Name Russeseeli dürfte im Zusammenhang mit Kampfhandlungen zwischen den französischen Truppen und der Allianz von Russen und Österreichern sein, die 1799 in der Gegend stattfanden («Franzosenzeit»). Auf unterschiedlichen Höhen Die Gewässer liegen auf unterschiedlichen Höhen. Am weitesten hinauf – und zwar zu Fuss – müssen wir wandern, um den Bachtelweiher in Wald zu erreichen. Aber es lohnt sich doppelt: Dieser Weiher, im 19. Jahrhundert angelegt für die Weberei Hueb, liegt idyllisch in die Landschaft eingebettet auf 894 m ü. M. Kenner pilgern jeweils im Sommer zum kleinen Seelein, um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Wer mag, wird den Bachtel als
Die Ziegeleiweiher im Säuliamt heissen so, weil hier früher Lehm für die Ziegelproduktion gefördert wurde.
Nomen es omen? Ob es beim Mördersee in Kleinandel fingen einst mörderisch zu und herging? Das bleibt ein Geheimnis.
höchste Erhebung in der Region mit 1115 m ü. M. selber erklimmen. Von hier aus kann man den Blick schweifen lassen über den Alpenkranz mit dem Säntis, den Glarner Berggipfeln, den Spitzen der Zentralschweiz bis zu den Berner Alpen. Der am tiefsten gelegene Weiher, den Sorweiher in Wettswil am Albis, er liegt auf 346 m ü. M. und dient dem «Fischerverein Züri Unterland» als Fischgrund. Der FVZU versucht die Fischerei zu erhalten und zu fördern. Die Aus- und Weiter bildung der Mitglieder, die Verbesserung des Umweltverhaltens sowie das Verständnis für die Belange der Natur, der Mitglieder und der Bevölkerung werden ebenfalls angestrebt. Zu den kleinsten Gewässern mit je um die 100 m2 (= 1 Are) gehören der Gheidweiher (Regensdorf), der Heslibachweiher (Küsnacht), der R ömerweiher (in Bassersdorf), der Schlossbreiti-Waldweiher (Dübendorf), der Stockenweiher (Dällikon), der Turbinenweiher (Bonstetten). Visit Sommer 2021
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LEBENSLUST
«Lichte Momente beim Tanzen» Ältere Menschen studieren unter professioneller Anleitung eine Choreografie einer laufenden Produktion eines Kulturhauses ein. Neu gibt es ein spezielles Angebot für Demenzkranke. Ulrike Liebert, Geschäftsführerin von Generation 65 Plus, erklärt, worum es dabei geht. Interview: Stefan Boss
einer laufenden Produktion im Konzert Theater Bern oder am Opernhaus Zürich und tanzen ausgewählte Sequenzen dieser Choreografien unter professioneller Anleitung. Wie ist das Projekt entstanden?
Die Initiative stammt von Clare Guss-West. Als Mitgründerin der Dance and Creative Wellness Foundation ist sie europäisch auf dem Gebiet Tanz vernetzt. Sie hat zusammen mit der Universität Bern und unter Einbezug vom Konzert Theater Bern im Jahr 2018 ein Pilotprojekt aufgegleist. 2019 hat Pro Senectute Kanton Bern das Tanzprojekt Seniorstars mit dem «Silberbär» ausgezeichnet. Ich engagiere mich seit längerer Zeit dafür, dass die Lebensqualität von Menschen in der aktiven Rentenphase mit digitalen Hilfsmitteln erhöht wird – dies meist im Rahmen von Intergenerationen-Projekten. So wurde ich letztes Jahr, als das Projekt wegen Covid-19 online weiterentwickelt werden musste, hinzugezogen. Gleichzeitig bot der Online-Zugang auch die Chance, das Tanz projekt in weiteren Städten zu etablieren.
Professionelle Tänzerinnen und Tänzer begegnen den Kursteilnehmenden beim Tanzen.
Was beinhaltet das Projekt konkret? Stefan Boss: Bewegung und Sport im Alter sind wichtig, so viel ist bekannt. Aus welchem Grund aber sollen ältere Menschen tanzen?
Ulrike Liebert: Beim Tanzen werden viele Sinne angesprochen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Tanzen eine positive Wirkung auf die mentale Gesundheit hat. Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?
Man muss beim Tanzen auf verschiedene Einflüsse reagieren: auf die Musik, aber auch auf den Raum und den Partner oder die Gruppe. Es gilt, sich die Abläufe und Schrittfolgen zu merken. In unseren Kursen arbeiten wir mit Choreografien 34
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Dieses Jahr bieten wir fünf Kurse an, in denen ältere Menschen unter professioneller Anleitung Choreografien einstudieren. Ein Kurs besteht aus rund 15 Lektionen à 90 Minuten. Wegen der Corona-Pandemie erfolgten die ersten drei Kurse online. Im Juli 2021 startet ein Kurs, bei dem wir – soweit es Covid-19 erlaubt – auch physische Exkursionen (Basel, Bern und Zürich) zu Ballett- Themen einplanen. Im September beginnt ein Kurs angelehnt an die Aufführung des Balletts «Angels’ Atlas» am Opernhaus Zürich. Hier werden vor allem Menschen mit Demenz und deren Partner/innen oder Bezugspersonen, die sie im Alltag unterstützen, angesprochen.
Dieser Kurs unter dem Namen «Silverstars», der in Kooperation mit Pro Senectute Kanton Zürich und Generation 65 Plus angeboten wird, richtet sich besonders an Demenzkranke und ihre Betreuungspersonen – ein Tandem also. Warum dieser Ansatz?
Es gab bisher schon viele Angebote für Demenzkranke. Neu ist aber, dass die Betreuungspersonen involviert werden und gemeinsam Kultur erlebbar gemacht wird. Bei Menschen mit Demenz nimmt das Bewusstsein ja sukzessive ab. Durch die Musik kommt oft noch einmal die Persönlichkeit des geliebten Menschen zum Vorschein, welche sich hinter einem Schleier zu verbergen scheint. Wir möchten den Teilnehmenden Techniken mitgeben, womit sie diese lichten Momente zuhause wieder hervorrufen können.
«Durch die Musik kommt oft noch einmal die Persönlichkeit des geliebten Menschen zum Vor schein, welche sich hinter einem Schleier zu verbergen scheint.» Ulrike Liebert
Welche Reaktionen haben Sie in Ihren bisherigen Kursen erhalten?
Die Reaktionen waren überwältigend, und dies betrifft alle: Teilnehmende, Trainer, Experten, Tänzer und Produktions-Manager der jeweiligen Kulturhäuser. Die Teilnehmenden konnten mit den Verantwortlichen von Konzert Theater Bern und Opernhaus Zürich sowie den professionellen Tänzern in einen Dialog treten; dies wurde von beiden Seiten geschätzt. Für die Kulturhäuser sind die Nähe und der offene Dialog auf Augenhöhe zum Zielpublikum während Covid-19 noch wichtiger geworden. So gab es viele spannende Begegnungen, auch weil sich herausstellte, dass sich nicht nur die älteren Menschen, sondern auch die profes sionellen Tänzer während der Einschränkungen isoliert fühlten. Das war sehr wertvoll. Denn geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid … Besteht ein wachsendes Bedürfnis nach Angeboten in dieser Richtung?
Die Menschen waren überrascht, dass es funk tionierte – Kultur online gemeinsam erleben und sich dabei körperlich betätigen. Aber die Menschen freuen sich selbstverständlich auch, wenn sie dies wieder physisch in den Kulturhäusern tun können.
Ist überzeugt, dass Tanzen sich positiv auf Menschen mit Demenz auswirkt: Ulrike Liebert, Geschäftsführerin von Generation 65 Plus.
Tanzen hilft gegen Demenz
Info
Andrea Schärli, Mitgründerin des Tanzprojekts in Bern und verantwortlich für den Master of Advanced Studies (MAS) in Dance Science an der Universität Bern, sieht ein grosses Poten zial von Tanzen auf Wohlbefinden, Kognition und physische Fitness. Sie verweist dabei auf eine Studie des Albert Einstein College of Medicine in New York von 2003. Diese Studie zeigt auf, dass Tanz die effektivste körperliche Aktivität ist, um einer Abnahme der geistigen Wahrnehmung entgegenzuwirken. Eine weitere Studie zeigt, dass Tanzen das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 76 Prozent reduziert, während andere körperliche Aktivitäten wie Radfahren, Teamsport und Gruppenfitness das Risiko nicht zu verklei nern vermochten. Pro Senectute Kanton Zürich bietet in Zu sammenarbeit mit Generation 65 Plus vom 6. September bis 20. Dezember 2021 den Kurs «Silverstars – Tanzen für Demenzer krankte und deren Betreuerinnen/Betreuer» an. Weitere Informationen: Ulrike Liebert, Projektleiterin und Mitorganisatorin, Ulrike.Liebert@generation65plus.com, 079 2879755, Anmeldung: www.pszh.ch/tanz.
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LEBENSLUST
Das Gebiet um den Pfäffikersee und der See selber müssen die Menschen schon immer angezogen haben: Ur- und frühgeschichtliche Siedlungsreste – Pfahlbauten vor allem – belegen, dass hier b ereits in der Jungsteinzeit Menschen gelebt haben. Die Kantonsarchäologie Zürich datiert die an mehreren Stellen gemachten Funde zurück ins 31. Jahrhundert v. Chr. Das liegt deutlich weiter zurück als das römische Kleinkastell Irgenhausen, das an leicht erhöhter Lage (562 m ü. M.) am nördlichen Seeufer liegt. Die Befestigungsanlage, erbaut im 4. Jahrhundert, hat damals mutmasslich die Verbindungsstrasse gesichert. Sie zählt zu den am besten erhaltenen Kastellen des Landes. Pfäffikon – die Perle am See Wir starten unsere gemütliche Seeumrundung in Pfäffikon ZH, dem mit mehr als 12 000 Einwohnern starken Bezirkshauptort. Die Gemeinde sieht sich gerne selber als «Perle am See». Vom Bahnhof aus gelangen wir durch die verkehrsberuhigte Begegnungszone hinab zum Ufer des Pfäffikersees. Vorbei an der imposanten reformierten Kirche und dem Heimatmuseum gelangen wir zum «Naturzentrum Pfäffikersee». Dieses Zentrum liegt direkt am See und am Rande des Natur- und Landschaftsschutzgebietes. Vor gut fünf Jahren wurde der Verein Natur zentrum Pfäffikersee von verschiedenen Organisationen aus der Taufe gehoben, unter anderem von BirdLife Schweiz und Pro Natura. Der Verein hat das Naturzentrum geplant, realisiert und betreibt es seit April 2019. Angeboten werden Kurse, Exkursionen und Veranstaltungen für Schulen, Private sowie Natur- und Vogelfreunde. (naturzentrum-pfaeffikersee.ch)
Auf Schritt und Tritt am Seewasser Der Pfäffikersee ist dank seinen Moorgebieten ein wichtiges Schutzgebiet für Flora und Fauna. Um so bezaubernder ist es, sich auf die malerische Rundwanderung um den drittgrössten See des Kantons Zürich zu begeben. Eine Entdeckung. Text: Robert Bösiger
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Fotos: Robert Bösiger und Werner Grieder
Am Pfäffikersee gibt es zahlreiche Stege, teilweise mitten im Schilf, auf denen sich rasten und sinnieren lässt.
Badespass und Fischgründe Dieses Naturschutzgebiet rund um den See, das zu den wertvollsten See- und Moorlandschaften der Schweiz gehört, nehmen wir nun unter unsere Schuhe. Bereits am Morgen zeigt sich, dass der Seequai beliebt ist bei Gross und Klein. Auf dem grosszügigen Kinderspielplatz tummeln sich Eltern und Kinder. Wir malen uns aus, dass zur warmen Jahreszeit wohl regelmässig viele hierherkommen, um ein Ruderboot zu mieten oder sich auf Rundfahren entführen zu lassen. Fischer, Wassersportler und Badegäste kommen im Sommer auf ihre Rechnung. In anderen, weniger belasteten Zeiten sollen hier jeweils im Rahmen des Forellenfestes in der grössten Fischpfanne Europas rund 2800 Forellen zubereitet werden. Apropos Forellen: Im See finden viele Arten von Fischen – vom Aal über Felchen und Forellen bis zum Zander – ihren Lebensraum. >> Visit Sommer 2021
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Kurz Feri ena und ufen tha mög lich lte
Willkommen zu Hause! So vielseitig wie das Leben ist, so individuell ist auch das Älterwerden. Ein schönes Zuhause zu haben und sich wohlzufühlen, bedeutet für jeden etwas anderes. Deshalb bietet die Senevita für jedes Bedürfnis das passende Angebot im Betreuten Wohnen und in der Langzeitpflege. Wir stehen für attraktives Wohnen, individuelle Dienstleistungen und eine ausgezeichnete Gastronomie. Mehrere Standorte im Raum Zürich. Finden Sie Ihr neues Zuhause unter: www.senevita.ch Senevita AG, Worbstrasse 46, Postfach 345, 3074 Muri b. Bern Telefon 031 960 99 99, kontakt@senevita.ch, www.senevita.ch
Der etwa 10 Kilometer lange Rundweg ist gut beschildert und es ist schier unmöglich, auf Abwege zu gelangen. Gut begehbare Wege und (Holz-) Stege führen durch die Moorlandschaft. Immer wieder führen Stege hinaus in den See. Dieser liegt an diesem kühl-klaren Apriltag ruhig in seinem Becken, dahinter zeigt sich das Bergpanorama. Unser Blick schweift bei gutem Wetter von den Glarner Alpen via Tödi bis in die Zentralschweiz zu Mythen und Titlis.
Die idyllische Gemeinde Seegräben thront über dem Pfäffikersee (oben); der See und seine Uferpartien bieten Flora und Fauna Lebensraum.
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Freiluft-Gymnastik in den Ruinen Wir passieren den Felsenbrunnen, auf dem zu lesen ist: «Der Felsen der Wahrheit und das Wasser der Gerechtigkeit formen das Leben für die Ewigkeit». Schon bald erreichen wir die Badi Pfäffikon. Einige hundert Meter weiter stehen wir bereits auf dem erwähnten römischen Kastell (546 m ü. M.). Was wohl die hier stationierten wackeren römischen Legionäre beim Anblick der Frauen gedacht hätten, hätten sie die hier oben praktizierten Yoga- und Pilatesübungen sehen können? >>
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Saurier und Kürbisse Doch der Blick hinauf täuscht: Nähmen wir den kurzen Weg hinauf ins Dorf in Angriff, würden wir feststellen: Seegräben mit seinen gegen 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern war vor Jahrzehnten durchaus ein wichtiger Industriestandort. Die Textilindustrie im Aatal brachte Beschäftigung und Wohlstand. Heute ist die Gemeinde mit dem «Dorfbild von überregionaler Bedeutung» bekannt durch das ansässige Sauriermuseum Aathal. Es befindet sich in den Gebäuden der ehe maligen Spinnerei Unteraathal an der Strasse zwischen Uster und Wetzikon und wurde vor 30 Jahren von einer Privatperson gegründet; bis heute funktioniert es übrigens ohne staatliche Unterstützung. Wir legen einen Mittagshalt am Strand ein und stärken uns. Gäbe es keine coronabedingten Einschränkungen, würden wir vermutlich zum nahe gelegenen Juckerhof pilgern, um dort im Hofrestaurant einzukehren. Zur Sommerzeit kann man sich da mit Produkten wie Kirschen und Beeren aller Art eindecken. Dem Vernehmen nach ist hier zwischen September und November auch die schweizweit eindrücklichste Kürbisausstellung zu bewundern. Zum Juckerhof gehören mittlerweile vier Erlebnishöfe, zwei Restaurants sowie vier Hofläden. Und in der hofeigenen Manufaktur, Küche und Bäckerei werden die regionalen Spezialitäten veredelt. Von hier aus dauert es noch rund eine Stunde, bis sich der Kreis schliesst und wir Pfäffikon wieder erreichen. Eine ebenso interessante wie erholsam-gemütliche Seeumrundung geht zu Ende. Und wir kehren ab Bahnhof Pfäffikon zurück nach Hause.
Wegweiser Hin- und Rückfahrt Mit dem ÖV Wanderzeit Ja nach Lust und Laune und Zwischenhalten sollten Sie für die knapp 10 Kilometer mindes tens zwei Stunden einplanen. Auf diesem Rundweg sind kaum Höhenmeter zu überwin den und die Wege sind auch mit Freizeitschu hen gut zu begehen. Sehenswürdigkeiten Dorfkern Pfäffikon mit reformierter Kirche Seequai Heimatmuseum Naturzentrum Pfäffikersee Rund um den See Moorlandschaften und Naturschutzgebiete Römerkastell Gemeinde Seegräben Sauriermuseum Aathal
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Unweit des Uferquais von Pfäffikon (oben) befindet sich das Heimatmuseum. Und ausserhalb der Gemeinde stossen wir auf das römische Kastell.
Nach einer guten halben Stunde erreichen wir bereits das zweite Strandbad, den Zeltplatz in Auslikon. Am Kiosk lassen wir uns einen Kaffee reichen, um uns auf einem Bänkli etwas auszuruhen. Sogar öffentliche Toiletten finden wir hier. Jeweils im August stürzen sich von hier aus im Rahmen des Volksschwimmens ein paar Hundert Wasserratten in den See, um zur Schifflände Seegräben zu schwimmen. Im Durchschnitt benötigen die Teilnehmenden gut 45 Minuten für die 1100 Meter lange Seeüberquerung. Uns fröstelt beim Gedanken an den Schwumm im kalten Seewasser und wir wandern genau dorthin, wo die Schwimmerinnen und Schwimmer jeweils wieder festen Boden erreichen. Hier blickt das idyllische Dörfchen Seegräben über Rebhänge hinab zum Ufer.
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Sudoku So nehmen Sie an der Verlosung teil Senden Sie eine Postkarte mit dem Lösungswort und Ihrer vollständigen Adresse an : Pro Senectute Kanton Zürich, Magazin Visit, Forchstrasse 145, Postfach, 8032 Zürich. Oder ein E-Mail an: raetsel@pszh.ch Pro Person ist nur eine Einsendung erlaubt. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden ausgelost und direkt benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss : 9. Juli 2021 Lösungen Preisrätsel aus Visit 1 / 2021 1 2 So funktioniert Sudoku Füllen Sie das Gitter so aus, dass jede Reihe, jede Spalte, alle 3 x 3 Boxen die Zahlen 1 bis 9 enthalten.
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Alle Neune in einer Reihe : Eine ausgefüllte Reihe muss jede der angegebenen Zahlen beinhalten. Es ist pro Zelle nur eine Zahl einzugeben. Es gibt neun Reihen in dem Raster gitter, für die alle dasselbe gilt.
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LÖSUNGSWORT: EI NBL ICK
Versehentlich war in der letzten Ausgabe das Sudoku mit der Lösung abgedruckt. Wir bitten die Sudoku-Fans um Entschuldigung.
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Gewinnerinnen und Gewinner Visit-Preisrätsel 1 / 2021 1.–10. Preis Marcel Voélin, Tagelswangen Werner Hinder, Winterthur Heidi Senn, Brüttisellen Doris Kleesattel, Zürich Heinz Schlüssel, Bassersdorf Ursula Kolbe, Hausen a.A. Renée Iselin, Bülach Irene Kistler, Zwillikon Marianne Horn-Carando, Greifensee Maria Lampart, Winterthur Lösung Sudoku aus Visit 1 /2021
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Modular-Rollstuhl Meyra Eurochair Vario, neu, Sitzbreite 43 cm, Antriebsrad 24 x1 3/8», PU-Bereifung, Rückengurt verstellbar, Seitenteile abklapp- und höhenverstellbar, Fussstützen abschwenk-, hochklapp- Höhen- und Winkel-verstellbar. Rahmenfarbe silverline, Gehstockhalter, Neupreis CHF 2606.– abzugeben für CHF 1500.–, 079 400 34 20, Simmen
4 kg Klaviernoten, Bach, Chopin etc., CHF 12.–; 6 kg Klaviernoten mit Liedertexten, Schumann, Schubert etc., CHF 18.–; Nachlass Schachtel 39x29x10 cm, mit Bordüren, Deckeli etc. gehäkelt, gestrickt, z.T. Richelieu, CHF 48.–. Thodorn@gmx.ch, 044 858 28 86
Elektro-Scooter Invacare LEO. Farbe Rot, Vmax 6 km/h, Korb am Lenker, ca. 3 1/2 Jahre alt, leichte Gebrauchsspuren. Preis CHF 750.– (VB), Besichtigung in 8603 Schwerzenbach, Daniel Ernst, 077 457 36 60 d.ernst@ggaweb.ch
Wegen Druckerwechsel zu verkaufen: 1 HP Druckerpatrone 300 XL schwarz, 1 HP Druckerpatrone 300 XL dreifarbig, Originalverpackt, Neupreis zusammen Fr. 80.50 Abzugeben für CHF. 50.–. Ruedi Wenger, 044 431 81 77, rudolf.wenger@hispeed.ch
Magnetresonanz-Matte Vita-Life MRS 2000 (mit extra Kissen), älteres Modell, wenig gebraucht, NP CHF 3550.–, Preis nach Absprache. 079 669 99 44
Strickautomat Duomatic 80 mit verschiedenem Zubehör. Paula Gisler, Irchelstr. 12, 8459 Volken, 052 318 14 85
Akkordzither mit Kunstleder-Etui, Notenständer, Noten und Stimmgerät. Elfie von Aesch, elfievon@gmail.com, 044 865 57 57 Super Gelegenheit für sehr schöne Originale Rolf Knie Lithographien zu Sonderpreisen (Sammlungsauflösung). «De Schneller isch de Gschwinder». 8053 Zürich, 079 382 30 00
1 Altsaxofon Gold Startone SAS-75, Mundstück, Ständer, 4 Wischer, Einlageblätter, praktisch neu, aus gesundheitlichen Gründen abzugeben, Preis nach Absprache. Rosmarie Leuthold, Kalchbühlstr. 24, 8038 Zürich, 044 481 02 44
Privat inserieren Ich möchte in der nächsten Visit-Ausgabe ein kostenloses Inserat platzieren unter der Rubrik Zu verkaufen Zu verschenken Gesucht Reisen, Ferien , Erholung Allerlei Ihr Inserat nehmen wir gerne auch per E-Mail entgegen: marktplatz@pszh.ch Bitte geben Sie im Betreff die ent sprechende Rubrik an.
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Gesucht
Impressum
Weil falsch eingekauft, neue Ersatzbürsten für elektrische Zahnbürste, 3 Stück Oral-B TRIZONE, 2 Stück Oral-B PULSONIC, 2 Stück Oral-B PULSONIC CLEAN. 044 942 00 39
Funktionstüchtiges Gerät zum Abspielen von Video-Cassetten (im Handel nicht mehr erhältlich). Helene Baumann, 052 222 69 47
Visit ist das Magazin von Pro Senectute Kanton Zürich. Es richtet sich an Spenderinnen und Spender sowie an die interessierte Öffentlichkeit.
Sumiswalder-Pendule, knapp fünfzigjährig mit Sockel, muss abgeholt werden. 052 222 07 47 1 Handorgel (Tasten) 70-jährig, 044 810 82 44 2 Markenalben roter Deckel, 16 Doppelseiten, 23/31 cm, 2.5 cm Rückendicke; 1 Marken album grüner Deckel, 16 Doppelseiten, 23/31 cm, 2.5 cm Rückendicke; 1 Markenalbum blauer Deckel, 32 Doppel seiten, 23/30 cm, 4,5 cm Rückendichte; alle Alben OHNE Briefmarken. Walter Brupbacher, Oberdorfstr. 22, 8820 Wädenswil, 079 515 54 47, walochaetz@bluewin.ch Nasen- und Ohrenhaartrimmer batterie betrieben, inkl. Batterien, abnehmbarer und abwaschbarer Aufsatz, von Manor 2 Jahre Garantie, wie neu. Berti Winteler, Höhenstr. 1, 8342 Wernetshausen. Time-Life-Bücher (20 Bände) zu Geschichte der Seefahrt, alle Themen. Weitere historische Literatur über Marineschiffe und Passagierdampfer. Top LP-Platten-Abspielgerät Dual, Verstärker/Bediengerät (Turm), 2 Lautsprecherboxen KEF. Modernes Design-Sitzmöbel (2-Plätzer, Holz, dunkelbraun) mit separaten Polsterkissen für kleine Räume geeignet. Alles kostenfrei und abholbereit bei Martin Christen, Chlirietstrasse 7, 8154 Oberglatt, 079 776 16 63, chr.oberglatt@bluewin.ch 1 Filmprojektor Bolex SP 80, Super 8, Hermann Maag, Altmoosstr. 52, 8157 Dielsdorf, 044 854 08 11
ZAW Wanderkarte Kt. Zürich, Blatt 5 (1:25000) Zürichsee. Ursula Brunner, Bühlstrasse 32, 8125 Zollikerberg, 044 392 25 41 Suche gebrauchte noch komplette PUZZLEs bis Grösse 1000, Gabi.huttner@bluewin.ch Filmprojetor, 8 mm und Super 8, z.B. «Bauer T525». Ich habe diverse alte Filmrollen von meinen Eltern, die wir gerne anschauen möchten, aber keinen funktionierenden Projektor mehr haben. Heidi Gattiker, Im Bruggen 28, 8907 Wettswil, 044 700 35 08 Privater Sammler kauft Ihre Briefmarkensammlung – sofortige Barzahlung. 079 703 95 62
Allerlei
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Vierteljährlich, 24 634 Expl. (Wemf) Verlag und Redaktion
Pro Senectute Kanton Zürich Forchstrasse 145, Postfach 8032 Zürich, Tel. 058 451 51 00, Konto : PK 87-709119-2 Leitung Marketing und Kommunikation
Monica Flückiger Redaktionelle Realisation, Konzept und L ayout
bachmann medien ag, Basel www.bachmannmedien.ch Redaktionsmitglieder
Ivo Bachmann, Robert Bösiger, Ariane Gautschi, Monika Greter, Daniel Rihs, Karin Schmidiger, Flurin Truog, Rita Torcasso
Welche(r) (pensionierte) erfahrene, seriöse Uhrmacher(in) wäre bereit, meine wunderschöne perfekt laufende Taschenuhr «Chronograph PAUL BÜHRÉ, Le Locle», ca. 1900 einer sorgfältigen Revision zu unterziehen? Ich freue mich auf Ihr Angebot. 044 342 24 30, klaus.juergen@bluewin.ch
Mitarbeitende dieser Ausgabe
Dipl. Mechanikermeister mit polymechanischer Werkstatt, pensioniert, möchte weiter behilflich sein beim Lösen von mechanischen Problemen. Werner Frey, Sonnenbühlstrasse 8, 8305 Dietlikon, 044 833 30 91, 9–10 Uhr
Zürichsee Werbe AG Laubisrütistrasse 44, 8712 Stäfa Tel. 044 928 56 11, Fax 044 928 56 00, visit@fachmedien.ch www.fachmedien.ch
Tango Argentino 50plus, in Zürich, Workshop mit den Maestros, 5./6. Juni. 079 470 61 49. Details siehe www.tango50plus.ch
Stefan Boss, Werner Grieder, Christian Roth, Caroline Schneider, Markus Sutter, Rita Torcasso, Silja van der Does, Renate Wernli Druck
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GOLDENE ZEITEN
Wellness am Zürichberg Von Ivo Bachmann*
Sünnele, nach Geschlechtern getrennt: Blick ins Männerabteil des Luft- und Sonnenbads am Zürichberg anno 1909.
Bildquelle: VGZ
Wer heute einige Wellnesstage buchen will oder einen Kuraufenthalt planen muss, denkt vielleicht an das Solebad in Rheinfelden, an die schweflige Quelle in Schinznach, an das Thermalbad in Zurzach. Oder – wenns doppelt gesund sein soll – an die Höhenluft in Leukerbad. Kaum jemand aber plant eine Rekonvaleszenz auf dem Hügel vor der eigenen Nase. Das war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch anders. Zum Beispiel am Zürichberg. Bevor das vermögendere Drittel der Menschheit den sonnigen Abhang als Wohnsitz entdeckte und sich dort Villa an Villa reihte, Thuja an Thuja drängte, zog es die sogenannten Lebensreformer in diese nahe «gesunde Höhenluft» (NZZ). Etwa den Naturarzt Max Bircher-Benner, dem die Welt das Birchermüesli verdankt. Er eröffnete auf dem Zürichberg 1904 sein Sanatorium «Lebendige Kraft». In dessen Räumen fand unter anderen der junge Thomas Mann neben einer Stärkung seiner Gesundheit auch vielerlei Anregung für seinen Roman «Der Zauberberg». Selbst Bircher-Benner verbrachte seine letzten Tage in der «Lebendigen Kraft», wo er anno 1939 als 71-Jähriger starb. Seiner Privatklinik war längeres Leben beschieden: Sie wurde erst 1994 geschlossen. Nur zwanzig Gehminuten von Birchers einstigem Sanatorium entfernt befindet sich ein weiterer Zeuge der Zürcher Kurkultur: das «Hotel Zürichberg». Es war um 1900 vom Zürcher Frauenverein (ZFV) als alkoholfreies Volks- und Kurhaus eröffnet worden. Unter seinem Dach sollte «allen Bevölkerungsschichten die Möglichkeit geboten werden, an privilegierter Lage hoch über der Stadt Ferien zu geniessen oder sich bei Kaffee und Kuchen verwöhnen zu lassen». Der ZFV war Ende des 19. Jahrhunderts als «Frauenverein für Mässigkeit und Volkswohl» von Susanna Orelli und einigen weiteren Zürcher Bürgerfrauen gegründet worden. Übermässiger Alkoholkonsum stürzte damals viele Familien ins Elend; die neue Abstinenzbewegung wollte deshalb den örtlichen Wirtshäusern und Spelunken alkoholfreie Tee- und Kaffeestuben gegenüberstellen. Das war ein erfolgreiches Konzept: Inzwischen zählt der ZFV zu den führenden Hotellerie-, Gastronomie- und Bäckereiunternehmen der Schweiz mit
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landesweit über 200 Betrieben und mehr als 2800 Mitarbeitenden. «Sorell», der heutige Name der ZFVHotels, erinnert verklausuliert noch an die visionäre Unternehmensgründerin Susanna Orelli. Auch das älteste Luft- und Sonnenbad der Stadt entstand in jenen Tagen am Zürcher Hausberg: die heutige «Stadtoase» des Vereins für Volksgesundheit Zürich (VGZ). Diese Anlage «prägte die Entwicklung der gesamten Badekultur massgebend», wie es in einem
Auch das älteste Luft- und Sonnenbad der Stadt entstand in jenen Tagen am Zürichberg. Es ist ein wichtiger Zeuge für die Geschichte unserer Badeanstalten. Inventar der kantonalen Denkmalpflege heisst: «Die Sonnenterrassen in den Zürcher Bädern gehen auf das Luft- und Sonnenbad am Zürichberg zurück... Es ist ein wichtiger Zeuge für die Entwicklungsgeschichte der Badeanstalten.» Der als «Naturheilverein Zürich» gegründete VGZ hatte das Paradies in den Jahren 1901 bis 1906 auf einer Wiese an der Tobelhofstrasse geschaffen. Die Anlage war in ein Männer- und Frauenabteil getrennt mit gedeckten Wandelhallen, Duschen, Sitzbadewannen, Ruhe- und Liegeräumen. Für die sportliche Ertüchtigung standen Turngeräte zur Verfügung; sogar eine Spielwiese und einige Schrebergärten gehörten dazu. An sonnigen Tagen sollen sich vor dem Eingang in das Luft- und Sonnenbad lange Besucherschlangen gebildet haben. Der VGZ war Teil der aufkommenden Lebensreform bewegung. Naturheilkunde, Freikörperkultur, Vegetarismus ... was bis heute mancherorts im Trend ist, fand vor über 100 Jahren seinen Anfang. Auch in Zürich, in seiner «gesunden Höhenluft». * Ivo Bachmann ist Geschäftsführer von bachmann medien ag, die auch das Visit redaktionell begleitet. Er war zuvor unter anderem Chefredaktor des « Beobachters » und der « Basler Zeitung ».
Das Thema im nächsten Visit: Demenz Mal etwas vergessen gehört zum Älterwerden. Doch wo liegt die Grenze zwischen Vergesslichkeit, Demenz und Alzheimer? Visit zeigt auf, welche Warnzeichen man beachten sollte, wie Betroffene und Angehörige mit der Krankheit umgehen und wie man einer Erkrankung vorbeugen kann.
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Wir sind für Sie da – Sozialberatung Finanzen, Gesundheit, Lebensgestaltung, Wohnen, Vorsorge, Recht – Finanzdienstleistungen Büroassistenz, Steuererklärungs- und Treuhanddienst, Rentenverwaltung – Hilfen zu Hause Pro Senectute Home – Pflege und Betreuung zu Hause, CasaGusto – Mahlzeitendienst, Umzugs- und Packhilfe – Freizeitgestaltung Bewegung und Sport, Bildung und Kultur – Freiwilliges Engagement in den Gemeinden, Besuchsdienst, Treuhanddienst, Bewegung und Sport, Generationen im Klassenzimmer etc. – Beratung in der Altersarbeit Beratung von Gemeinden und Institutionen, Pensionierungsvorbereitung
Limmattal und Knonaueramt, Schlieren, Telefon 058 451 52 00 Oberland, Wetzikon, Telefon 058 451 53 40 Pfannenstiel, Meilen, Telefon 058 451 53 20 Unterland und Furttal, Bülach, Telefon 058 451 53 00 Winterthur und Weinland, Winterthur, Telefon 058 451 54 00 Zimmerberg, Horgen, Telefon 058 451 52 20 Stadt Zürich, Zürich, Telefon 058 451 50 00
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