Nr. 2 (193) 24.01.13 I.P. 9 Jg.
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Vinschger helfen ohne Grenzen Poste Italiane SpA - Spedizione in Abbonamento Postale - D.L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 n° 46) art.1, comma1, NE Bolzano Poste Italiane SpA - Versand in Postabonnement - ges. Dekr. 353/2003 (abgeändert in Ges. 27/02/2004 Nr. 46) Art. 1, Komma 1, Ne Bozen
Die humanitäre Stiftung „Omenia“ in Rumänien Mit der Pensions-Vorsorge von GENERALI gewinne ich immer! Zinszuwachs in den letzten 5 Jahren 21,34% Kapitalgarantie, 2% Jahresmindestverzinsung Hannes Kiem, FC Südtirol Die in Vergangenheit erwirtschafteten Ergebnisse sind nicht bindend für die Zukunft. Vor Vertragsunterzeichnung bitte Informationsbroschüre lesen.
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Inhalt
Kommentar
Inhalt Schnals: Im Sommer kein Skilauf mehr
Seite 4
Schlanders/Vinschgau: 50 Jahre Bezirksgemeinschaft
Seite 4
Schlanders: Gefahr für das Krankenhaus
Seite 5
Schluderns: Rohr erhitzt Gemüter
Seite 5
Titel (Bild): Helfen ohne Grenzen
Seite 6
Schlanders: Guten Appetit
Seite 8
Latsch: Interview mit Harald Plörer
Seite 8
Vinschgau: Rita übergibt an Johann
Seite 9
Staben: Freunde der Eisenbahn
Seite 12
Latsch: „Stiegen zum Himmel“ sollen weitergebaut werden
Seite 12
Vinschgau: Interview mit Bauernjugendobmann Franz Spiess
Seite 13
Menschen: Franz Schöpf aus Schleis
Seite 15
Schlanders: Furioses Neujahrskonzert der Russen
Seite 16
Kultur: La Morenita und La Pastora
Seite 19
Sonderthema: Bauen - „Zuerst bauen, dann heiraten“
ab Seite 26
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von Chefredakteur Erwin Bernhart
Neue Impulse! Auf die Initiative von Erich Müller hin wurde die Talgemeinschaft Vinschgau 1963 in einer Konsortialversammlung aus der Taufe gehoben. Taktgebender Hintergrund für dieses damals erste Gebilde seiner Art in Südtirol war das Krankenhaus in Schlanders. Müller, damals Bürgermeister von Schlanders, konnte die Bürgermeister des Tales - von Reschen bis zur Töll - für gemeinsames Vorgehen gewinnen. In der Causa Krankenhaus vorerst, die Bergbonifizierung kam hinzu, die Talbonifizierung, der Fremdenverkehr... Der Vinschgau hatte in allen Belangen enormen Aufholbedarf. Die Gesetzgebung in Südtirol bzw. in der Regionalregierung hinkte dem Tatendrang und dem Ideenreichtum, der sich im Vinschgau rund um Müller zusammenbraute, hinterher. Kristian Klotz folgte Müller als Talschaftspräsident - die Deponiefrage, die Frage der Eisenbahn im Vinschgau, die Erschließung der Höfe, die Sozialdienste und viele andere Fragen kamen hinzu, die einer Lösung harrten. Unter Sepp Noggler als Bezirksgemeinschaftspräsident kam die Energie-Frage in den Vordergrund, Johann Wallnöfer verwaltete kurz und nun sitzt der Laaser BM Andreas Tappeiner am Bezirksruder. Die Bezirksgemeinschaft - der Zusamenschluss von 13 Gemeinden (Naturns, Plaus und Partschins sind seit den 70er Jahren in der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt) braucht zwingend neuen Zusammenhalt, neue Ideen, Impulse, die dem Vinschgau Zukunft sichern. Mir scheint es dann doch zu wenig, wenn sich die Bürgermeister gemeinsam aufraffen und dem Giro d’Italia im Vinschgau ihre Unterstützung zusagen. Dies wäre für mich unter Punkt „Allfälliges“ abzuhaken.
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Der Vinschger Wind 2-13
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Politik & Lokales
Schnals
Das Haus der Bezirksgemeinschaft ist seit Samstag nach „Dr. Erich Müller“ benannt. Bei der Enthüllung, v.l.: Johann Wallnöfer, Andreas Tappeiner und Sepp Noggler
Ausgegletschert
Z
umindest für die Hochsommermonate Juli, August, bis in den Herbstanfang hinein. Der Gletscher schwindet, der Tourismus auch, was nun schlimmer ist, ist schwer zu sagen. Prognosen sind spekulativ und auch wieder nicht. Für den nächsten Tourismussommer am Schnalstaler Gletscher wohl eher eindeutig, was der Gletscherschwund umwelttechnisch für uns bedeutet, ist wohl eher schwer zu sagen. Dass er schwindet ist Tatsache, wie lang sich der Stilfserjoch noch hält, eher fraglich. Und dabei wollten wir´s ja lange gar nicht glauben. Dass man was tun müsse. Was tun wir denn so Schlimmes wider die Natur, dass wir uns ändern müssten? Unseren schönen Lifestyle? Den wohlverdienten. Vielleicht ist es einfach wider die Natur im Sommer Ski zu fahren. Vielleicht ist es einfach wider die Natur Gletscherbahnen in ein einst unbezwingbares Terrain zu bauen. Vielleicht wäre es einfach besser, nicht widernatürlich zu handeln, oder zu leben. Aber wer weiß denn schon, was widernatürlich bedeutet oder wider die Natur, wenn er sie noch nie gesehen hat, höchstens aus der Gondelperspektive, womöglich im August. (sil)
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Umfrage auf www.vinschgerwind.it Welcher Partei gedenken Sie bei den Parlamentswahlen ihre Stimme zu geben? (212 abgegebene Stimmen) 64,6 %
SVP
(137 Stimmen)
19,3 %
(41 Stimmen)
16,0 %
(34 Stimmen)
Freiheitliche
Grüne
Neue Umfrage: Sind Sparmaßnahmen eine Gefahr für das Krankenhaus Schlanders?
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Schlanders/Vinschgau
50-Jahre Bezirksgemeinschaft D as Haus der Bezirksgemeinschaft in Schlanders heißt seit dem vergangenen Samstag „Dr. Erich Müller“. Müller war es, der die Talgemeinschaft Vinschgau vor 50 Jahren aus der Taufe gehoben hat und er hat diesem Gremium von Beginn an bis 1978 vorgestanden. Damals als freiwillige Gemeinschaft der Gemeinden zwischen Reschen und Töll. Der zwingende Grund einer übergemeindlichen Zusammenarbeit war der Bau des Krankenhauses in Schlanders. Die Talgemeinschaft Vinschgau war die erste ihrer Art in Südtirol. Das 50-jährige Bestehen wurde am vergangenen Samstag im Haus der Bezirksgemeinschaft gefeiert. Kristian Klotz, der Müller als Talschaftspräsident folgte, hielt Rückblick, zählte Gesetze auf, die für die Talgemeinschaft von Bedeutung waren, zählte Gemeinschaftsaktionen auf (das Krankenhaus, die Sozialdienste, die Mülldeponie in Glurns, das Abfallsystem, die Tennishalle in Sulden, die LeaderProjekte, die Vinschgerbahn), erinnerte an solche, die gescheitert sind (die Neutrassierung der Vinschgerstraße etwa). Klotz ließ Episoden Revue passieren, etwa jene, als das Schloss Goldrain an die Bezirksgemeinschaft hätte übergehen sollen. Ein Rekurs vom damaligen Malser BM Albert Flora habe die Beschlüsse dann zu Fall gebracht. Das Fazit von Klotz insgesamt: Die Bezirksgemeinschaft Vinschgau sei eine Erfolgsgeschichte. LH Luis Durnwalder pflichtete dem in seiner Festrede durchaus bei. Durnwalder bezeichnete den Vinschgau als landschaftlich und kulturell vielfältigste Gegend von Südtirol. Er hob den Talschaftsgründer Erich Müller als weitsichtigen Pionier hervor, den er als BM von Pfalzen kennen und schätzen gelernt habe. Vorbildcharakter habe die Talgemeinschaft Vinschgau auf das ganze Land gehabt. Was man durch Zusammenhalt erreichen konnte, hätte der
Vinschgau bewiesen. Allerdings sei dieser Zusammenhalt, bei der Vinschgerbahn, erst allmählich zustande gekommen. Und für die Zukunft sei ein gemeinsames Vorgehen besonders wichtig. Ein Beispiel: Der Vinschgau brauche nämlich ein schlüssiges Verkehrskonzept, um die Erreichbarkeit attraktiv gestalten zu können. Denn Arbeitsplätze seien besonders im Vinschgau sehr wichtig. Durnwalder bedankte sich bei den Talschaftspräsidenten, bei Müller, Klotz und bei Sepp Noggler, Johann Wallnöfer und dem derzeitigen Präsidenten Andreas Tappeiner namentlich. Mit der Enthüllung zweier Marmorbüsten im Eingangsbereich des Hauses der Bezirksgemeinschaft wurden zwei Vinschger Persönlichkeiten im Besonderen geehrt: Alfons Benedikter und Otto Saurer. Für Benedikter hielt der Schlanderser BM Dieter Pinggera die Laudatio, und für den anwesenden Otto Saurer der Prader BM Hubert Pinggera. Saurer ist seit 2009 Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Prad und er bedankte sich auf seine Art: Saurer mahnte soziales Denken an, ersuchte darum, den Ausbau der Berufsschule in Schlanders zu forcieren. Rudi Benedikter sagte, dass sich der sonst so gestrenge und Lob und Ehrungen zurückweisende Vater Alfons Benedikter über dies Art der Ehrung durchaus gefreut hätte. Mit der Enthüllung des Schriftzuges für den Gründerpräsidenten Erich Müller durch die ehemaligen Bezirkspräsidenten Sepp Noggler und Johann Wallnöfer endete der offizielle Teil der Feier. Bei ansprechendem Buffet ließen die Geladenen, LR Richard Theiner, das Büropersonal, Mitarbeiter in den Sozialdiensten, Mitarbeiter in den technischen Umweltdiensten, darunter auch die Bürgermeister des Tales (gekommen sind auch der ehemalige Partschinser BM Robert Tappeiner und der Naturnser BM Andreas Heidegger) das Fest ausklingen. (eb)
Politik & Lokales
Schlanders/Bozen
Alarm: Gefahr für Krankenhaus D
ie chirurgische Tätigkeit am Krankenhaus Schlanders - wie auch in Sterzing und in Innichen - soll arg beschnitten werden: die gesamte Tumorchirurgie soll, geht es nach dem Plan des Sanitätsbetriebes, ausgelagert werden. Dabei werden in der chirurgischen Abteilung in Schlanders technisch einfache Eingriffe am Dickdarm etwa oder am Magen seit Bestehen des Krankenhauses routinemässig durchgeführt, immer nach dem jeweiligen neustem chirurgischen Standard. Der Primar der Chirurgie, Peter Stecher, schlägt Alarm. Wenn diese relativ einfachen Eingriffe, die zur Grundversorgung gehören, in der Peripherie verboten würden, dann käme das einem schleichenden Tod der chirurgischen Abteilung und somit wohl auch des Krankenhauses Schlanders gleich. Denn damit würde die Attraktivität der Chirurgie Schlanders gewaltig sinken, sei es für die derzeit tätigen Chirurgen und vor allem auch für den Ärztenachwuchs. Und auch für die Patienten im Tal. Was, wenn sich keine gut ausgebildeten Chirurgen mehr für die Peripherie melden? „Die Jungärzte werden entweder von den Ausbildungsstellen in einem größeren Krankenhaus nicht mehr zurückkommen oder sich überhaupt nicht mehr um eine Stelle bei uns bewerben“, sagt Stecher. Es herrsche große Unsicherheit im Krankenhaus. Stecher vertritt seine Meinung bei weitem nicht allein. Die Primare in Schlanders befürchten ebenfalls das langsame Ausdünnen der Peripherie. Schmerzhaft war schon vor Jahren die Abschaffung des Radiologieprimariates. Nun wird befürchtet, dass auch das Primariat der Pädiatrie nicht mehr besetzt werden soll. Zudem steht dem Krankenhaus
Schlanders - der Regierung Monti und den schon vor Monti angedachten Sparplänen der Landesregierung ist das zu verdanken - eine Bettenreduzierung (man spricht von mindestens15) ins Haus. Das teilweise „Berufsverbot“ in der Chirurgie gefährdet nun möglicherweise auch qualifizierte Arbeitsplätze. Im Lande wird Peter Stecher, ein Ärztemangel beklagt und gleichzeitig Primar der Chirurgie wird, vor allem in den peripheren Kran- in Schlanders, warnt kenhäusern, an der Attraktivität gesägt. vor einem schleiDie Chirurgie-Primare der Krankenhäuser chenden Sterben Innichen, Sterzing und Schlanders haben des Krankenhauses in mehreren Schreiben LR Richard Theiner auf die Gefahren hingewiesen, die ein Wegfallen der gesamten Tumorchirurgie in den peripheren Krankenhäusern zur Folge hätten. Unterstützung erhalten die Ärzte vom Professor Johann Pratschke, Vorstand der chirurgischen Uniklinik in Innsbruck. Pratschke hat letzte Woche in einem ff-Interview gefordert, dass „komplikationsarme onkologische Eingriffe , die zur Grundversorgung gehören,sollen auch dort (in der Peripherie Anm d. Red.) angeboten werden. Eine gewisse Zentralisierung sei notwendig. Aber mit Augenmaß. Größere , komplexe und seltene Eingriffe, das sagt auch Stecher, werden schon seit Jahren in größere Krankenhäuser geschickt, da an erster Stelle der Pazient und dessen optimale Versorgung stehen müssen. (eb)
Schluderns
Stellungnahme
Rohr erhitzt Gemüter
Verpachtung annulliert
Das Rohr erzürnt die Anrainer
D
as Bauen im Ortskern kann seine Tücken haben, wenn z. B. das Dachwasser der umliegenden Gebäude umgeleitet werden muss - so wie es in Schluderns erforderlich war. Doch der Reihe nach. Nachdem in einem Anger im Matscherwinkl mit dem Bau eines Hauses begonnen wurde, waren die Nachbarn aufgefordert, für das Regenwasser ihrer Wirtschaftsgebäude eine neue Abflussmöglichkeit zu schaffen. Bisher war dieses über den Anger abgeleitet worden. Nun „ziert“ ein zirka 35 Meter
langes Rohr die alten Stadelstrukturen und erhitzt die Gemüter. „Das Ganze war eine Nacht- und Nebenaktion“, wettert der Anrainer Josef Schöpf. „Zufleiß“ habe man das getan, denn es wurde nicht der kürzeste Weg in die Kanalisation gewählt, sondern der längste.“ Schöpf kreidet BM Erwin Wegmann an, das erlaubt zu haben. Wegmann dementierte das bei der Gemeinderatsitzung. Gemeinderätin Pia Trafoier hatte das unästhetische Rohr angesprochen: „Müssen wir uns das als Gemeinde gefallen lassen? Wenn jeder tun kann, was er will, kommen wir in eine Schieflage.“ „Es hat auch mich überrascht, dass das Dachwasser-Problem so gelöst worden ist“, sagt Wegmann. Er versprach zu vermitteln, um den Nachbarschaftszwist zu entschärfen. (mds)
Die Verpachtung der gemeindeeigenen Obstanlagen von Mals wurde mit Ausschussbeschluss Nr. 6/2013 vom 15. Jänner 2013 gestoppt. Der Gemeindeausschuss ist „nach eingehendem Studium der Rechtslage und der gängigen Rechtsprechung zur Überzeugung gelangt“ die Verpachtung zu Annullieren und eine neue Ausschreibung der Obstanlagen vorzubereiten. Der unterfertigte Gemeinderat hat auf eventuelle Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die Obstanlagen bereits hingewiesen und wurde dafür von Bürgermeister Veith scharf kritisiert. Dass die Ausschreibung jetzt neu aufgelegt werden muss, weil die von mir beanstandete Ausschreibung laut dem Malser Gemeindeausschuss „den Grundsätzen der Transparenz“ widerspricht“ bestätigt meinen Verdacht. Bürgermeister UlrichVeith und Referent Josef Thurner waren vielleicht informiert, aber scheinbar zu wenig! Stecher Peppi, Gemeinderat der Freiheitlichen in Mals
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Titel
Hilfe aus dem Vinschgau kommt an Viele von uns haben das Bedürfnis zu helfen, etwas zu spenden, etwas Gutes zu tun. Man hat die Mittel, man kann sich´s leisten. Und doch fällt es schwer. Wofür habe ich nochmal gespendet? Konnte ich auch wirklich jemandem helfen? Wurde ich bloß ausgenutzt? Jeder sollte sich genau informieren, was und wofür er spendet. Finanzielle Hilfe z.B. ist nicht zwangsläufig für jeden das Richtige. Die Verantwortung darüber sollte der Spender selbst tragen, oder er nimmt die Sache einfach in die Hand… von Sylvia Ilmer Wieser
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ib dem Menschen einen Fisch, und er isst für einen Tag. Lehre ihm das Fischen, und er isst ein Leben lang.“ Dieses chinesische Sprichwort finde ich in der Broschüre der humanitären Stiftung „Omenia“, welche mir Karl Telser aus Vetzan übergeben hat. Telser war Mitgründer der Organisation für mittellose Jugendliche in Rumänien und unterstützt diese
Das Haus der „Omenia“ Stiftung, wo Bäckerei, Maurerei und das Heim untergebracht sind. Es steht in Iasi, einer rund 300.000 Einwohnerstadt in Rumänien, ca. 20 km westlich zur moldawischen Grenze gelegen
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seit 2005. „Jedes Hilfsprojekt sollte mit der Frage beginnen, ob man es auch im Stande ist, zu Ende zu bringen“, sagt Karl Telser. Arme müssen soweit betreut werden können, dass sie auf eigenen Füßen stehen. Dies verläuft mitunter in einer Zeitspanne zwischen fünf und acht Jahren. Wenn man bedenkt, aus welchen Verhältnissen, sozialer, seelischer und oft auch körperlicher Verwahrlosung die Menschen kommen. In
Rumänien zahlt der Staat Sozialhilfe nur bis zum 18. Lebensjahr, danach ist jeder auf sich gestellt. Die Jugendlichen, die die Stiftung „Omenia“ betreut, sind Obdachlose, leben teilweise unter Brücken oder in besetzten Rohbauten, manche verwaist, die anderen ohne jeglichen Kontakt zu ihrer Familie. Mit der Hilfe und dem Mitwirken von vielen Freunden und Spendern aus dem Vinschgau konnte Karl Telser ein Projekt verwirklichen, das einen fundamentalen Grundstein für die Jugendlichen aus Iasi legt: die Hilfe zur Selbsthilfe. Es wurden eine Bäcke-
Titel
rei und eine Maurerei gegründet. Dort werden die Jugendlichen nun ausgebildet, können sogar Lehrgänge an Schulen besuchen und haben somit ein finanzielles Standbein im Leben gesichert, denn ausgebildete Arbeiter sind rar in Rumänien. Außerdem arbeiten diese zwei hauseigenen Firmen nach europäischem Standard, auch dies ist ein Vorteil für die Jugendlichen in der rumänischen Arbeitswelt. Einige bleiben auch direkt in der Bäckerei oder der Baufirma angestellt. Weiters wurde ein Gebäude errichtet, von den jungen Maurerlehrlingen selbst, sozusagen mit bloßen Händen und mit den geringen Mitteln der Baufirma. In Zusammenarbeit mit den vielen Vinschger Helfern und Spendern konnte der Bau letztendlich fertiggestellt werden. Es gelang Karl Telser sogar, eine Klasse der Berufsschule Schlanders für zwei Wochen zur Mithilfe mit Lerneffekt nach Rumänien einreisen zu lassen. Alle Fenster stammen vom alten Gebäude der Lebenshilfe in Schlanders, das Haus wurde eigens dafür angepasst und logistische Meisterleistungen wurden vollbracht. Ebenso stammt ein großer Teil der Einrichtung von einem Hotel, das renoviert
Das Mädchen mit dem Augenleiden. Sie hatte schon fast aufgegeben
G
wurde. Den Balkon zimmerte eine Vinschger Seniorengruppe vor Ort, das Holz dafür spendete ein Sägewerk. „Unterstützt wurden wir unter anderem von den Südtiroler Ärzten für die Dritte Welt mit Dr. Antonio Pizzecco, ohne dem es das Projekt wahrscheinlich nicht mehr gäbe“, sagt Telser. In dem Haus sind nun die Bäckerei und die Baufirma untergebracht, außerdem dient es als Unterkunft für die Jugendlichen. Das Haus bietet nun Platz für 30 Personen, im Alter zwischen 18 und 26 Jahren. Es gibt Mehrbettzimmer mit sanitären Einrichtungen, Küche und Speisesaal für die Verpflegung, alles einfach, aber funktionell. Sie werden medizinisch und psychologisch betreut. Mitarbeiter für soziale Dienste sorgen für die Eingliederung in die Gesellschaft, knüpfen Kontakte mit Familienangehörigen oder versuchen diese zu finden. Rundumbetreuung ist gewährleistet und dies sind die besten Voraussetzungen, den Sprung aus der Armut zu schaffen, welcher oft nicht einfach ist, bedenkt man, dass viele von ihnen kein anderes Leben kennen und wie mir Karl Telser erzählt, auf ihre eigene Weise glücklich, zumindest fröhliche
Guiliano Bertagna (rechts) aus Schlanders mit Mitarbeitern der Bäckerei in Iasi
iuliano, der sein Studium bereits abgeschlossen hat, war auf der Suche nach „Abwechslung“. Mit Karl Telser beschloss er, nach Rumänien, nach Iasi zu gehen, um die Stiftung und die Jugendlichen zu besuchen und dort ein „bisschen mitzuhelfen“. „Junge Leute haben oft einen besseren Draht zu anderen Jugendlichen und oft mehr Einfluss, besonders in heiklen Situationen“, erklärt Karl. Nun ist es für Giuliano schon der zweite Aufenthalt dort und er schickt mir aktuelle Fotos und Berichte. „Mit einem Jungen namens Andrei Rusu habe ich zusammen Brot ausgeliefert, nun helfe ich zwei anderen Jungs auf
der Baustelle. Sie haben sich zusammen ein Grundstück gekauft, von dem Geld, das sie in der Stiftung als Lehrlinge verdienten. Die Grundstückspreise in Rumänien sind sehr gering. Nun bauen sie dort zusammen ein Doppelhaus. Sie bauen an ihrer Existenz. Die Baufirma hilft ihnen und bildet so wieder ihre Lehrlinge aus. Es ist ein Kreislauf.“ „Ein Mädchen, das sehr lange von der Stiftung betreut wurde und wegen eines Augenleidens operiert und geheilt werden konnte, wollte plötzlich nicht mehr. Eine Weile haben wir sie in Ruhe gelassen, das ist ein wichtiger Prozess, die jungen Leute müssen diese Erfahrung oft machen. Dann haben wir
Menschen sind. Sie leben wie Familien unter den Brücken, haben sich eingerichtet und doch fehlt es ihnen an allem, an Essen, an Kleidung, an medizinischer Versorgung und vor allem an einer Zukunftsperspektive. Sie müssen viele Dinge erst lernen, z.B. das Einhalten von Arbeitszeiten, warum überhaupt arbeiten, warum Schule, warum Pünktlichkeit, warum Kommunikationsregeln beachten usw. „Nicht jeder schafft es“, sagt Telser, „nicht jeder will es schaffen, auch dies gehört dazu. Man kann die jungen Leute nicht einsperren, jeder muss lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Aber manchmal kommen sie zurück, das ist für uns ein unbeschreiblicher Moment. Ich habe Glück gehabt, Mittel zur Verfügung zu haben, um helfen zu können“, erklärt Telser am Schluss unseres Gesprächs, „und manchmal werde ich gefragt, warum ich nicht hier helfe, es gibt auch bei uns Arme. Dann sage ich immer, das geht nebenher, denn ich habe schon Vinschger mit nach Rumänien genommen, denen es wohl auch an Perspektive gefehlt hat, und plötzlich konnten sie wieder ganz zufrieden sein mit ihrem Leben“.
Das Haus, das die zwei Jungs Simion und Gribincia für sich selber bauen, mit Hilfe der Stiftung
sie wieder gefunden, unter einer Brücke. Sie will den Absprung noch einmal versuchen und sich von der Stiftung helfen lassen, dann wird jeder wieder herzlich aufgenommen“. „Diesmal bin ich hierhergefahren, um ein altes Auto zu liefern, einen 4x4, der hier sehr nützlich sein kann im Winter. Das Auto war vollbeladen mit verschiedenen Spenden aus dem Vinschgau, diese haben wir vor Weihnachten an Familien aus der Umgebung verteilt“. „Die Zeit hier ist für mich eine sehr positive Erfahrung, man hat die Möglichkeit zu erfahren, dass es Menschen gibt, die mit wenig auskommen und mit wenig zufrieden sein können“.
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Wirtschaft
Schlanders
Latsch
Bon Appétit
Interview mit Harald Plörer
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ereits seit dem 01.11.2012 bietet das Schlanderser Bürgerheim eine Seniorenmensa. Sieglinde Hanny, Vorsitzende des Seniorenbeirates erklärt dazu, dass es schon lange ein großes Anliegen war, älteren Menschen diesen doppelt wertvollen Service anbieten zu können. Einerseits besteht nun endlich die Möglichkeit, an allen Wochentagen, bzw. auf Wunsch auch nur an bestimmten Tagen, den Mensadienst zu beanspruchen, andererseits können soziale Kontakte gepflegt oder neu geknüpft und Alterseinsamkeit vorgebeugt werden. Begleitend werden die Senioren von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betreut. So ist man froh und voll des Lobes fürs Bürgerheim: Der Speisesaal ist schön und behaglich eingerichtet und die 10-12 Senioren, welche derzeit ihren Lunch im Heim genießen, fühlen sich im etwas separierten Essraum überaus wohl. Es herrscht eine vertraute, nahezu familiäre Stimmung: Man kennt sich, isst gemeinsam, redet und genießt gute, abwechslungsreiche Mahlzeiten in trauter „Mehrsamkeit“. Vor allem liefert die Mensa aber einen willkommenen Anlass, drohender Vereinsamung zu entfliehen, um aktiv am gemeinschaftlichen Leben - auch kulinarisch – teilzunehmen. Die Gäste fühlen sich im Bürgerheim bestens umsorgt und die Kosten sind für alle erschwinglich, zumal die Be-
Seniorenmensa St. Nikolaus von der Flüe
zirksgemeinschaft Berechtigten auf Antrag einen Teil des Preises rückvergütet. An 2 Tagen in der Woche dinieren zudem über ein Dutzend Oberschüler im Bürgerheim, welche ihrerseits die feinen, schmackhaften Menüs ebenso hochschätzen und uneingeschränkt weiterempfehlen. (re) 8
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Vinschgerwind: Herr Plörer. Wie ist die Gemeinderatssitzung verlaufen? Harald Plörer: Von 18 Räten wurde ich 16-stimmig gewählt, 2 Enthaltungen, zum einen habe ich mich der Stimme enthalten, zum anderen enthielt sich Thomas Pichler, Freiheitliche. Er hat sich nicht dazu geäußert, er wollte wohl erst meinen genauen Zuständigkeitsbereich kennen, welcher erst am Donnerstag definiert wurde, außerdem wäre ihm wohl ein Wirtschaftsvertreter recht gewesen.
dem Lizenzwesen zusammenhängen, übernimmt diese Zuständigkeiten der Bürgermeister.
Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger, welche Ziele setzen Sie sich? Ich möchte darauf noch keine Antwort geben. Vielleicht fällt es mir als „Außenstehender“ leichHarald Plörer, neuer Gemeindeter, neutrale EntWarum wurden Sie für dieses referent in Latsch für Wirtschaft scheidung zu treffen. und Tourismus Amt beauftragt, bzw. gewählt? Ich werde im BeVorab muss ich bemerken, dass reich Wirtschaft und die Nachbesetzung bzw. Nominierung vom Tourismus fungieren, Sanierungsgespräche Bürgermeister vorgenommen wird. Na- führen, wirtschaftliche Anliegen ausarbeitürlich war unser aller (SVP-Mandatare) ten, Kontakte knüpfen, was ich im Vorfeld Bestreben, den Wirtschaftskandidaten aus auch schon gemacht habe. Latsch, Harald Trafoier, in dieses Amt hineinzuwählen, weil er von der Wirtschaft Finden Sie Ihr Vorgänger hat Fehler bereits bei den Gemeinderatswahlen 2010 gemacht? nominiert wurde, beste Kontakte in der Nein. Fehler passieren immer, das ist Wirtschaft hat (ist selbst im Ortsausschuss menschlich. Ich finde, mein Vorgänger der LVH-Ortsgruppe Latsch), sehr gute hat vieles sehr gut gemacht, er ist einer, Voraussetzungen für dieses Amt hätte. der sich immer an schwierige Aufgaben Nach unzähligen Gesprächen hat er leider gewagt hat. Er hat uns weiterhin seine Zuabgelehnt. Gleich darauf begannen die Ge- sammenarbeit angeboten, welche wir auch spräche mit der jungen Wirtschaftskandida- annehmen werden. tin Sandra Stricker aus Goldrain, die nach kurzer Bedenkzeit, aus privaten Gründen Konkret, wie werden Sie mit dem Seilbahn(sie führt zwei Betriebe) abgelehnt hat. Zu betrieb St.Martin weiterverfahren? Beginn dieses Jahres hat der Bürgermei- Der Betrieb der Seilbahn wird sicher so ster mich diesbezüglich um ein Gespräch weitergehen wie bisher. Ich bin der Ansicht, gebeten, nach einiger Bedenkzeit und mit dass dieser Betrieb für den Latscher TouRücksprache mit der SVP-Fraktion im rismus eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Gemeinderat, vor allem mit Harald Tra- Sollten deshalb umsetzbare und reale Verfoier und Sandra Stricker, habe ich dann besserungsvorschläge von Seiten der Tourimeine Zusage gegeben. Der Bürgermeister stiker kommen, werden diese bei mir sicher war der Ansicht, dass ich direkten Kontakt auf ein offenes Ohr treffen. In den nächsten zum Handwerk habe und durch meine ver- Tagen werde ich mich mit den Mitarbeischiedenen Tätigkeiten auch die Vorausset- tern der Bahn zusammensetzen, da einige zungen besitze, dieses Amt zu übernehmen. kleinere Investitionen zu tätigen sind, aber Aufgrund dieser ganzen Vorgeschichte auch ein neuer Ingenieur mit den Wartungswusste ich bereits vor der Ratssitzung am arbeiten beauftragt werden wird. Ein großes 07.01.2013, dass mich der Bürgermeister Bestreben von Seiten der Gemeindeverwalvorschlagen würde. tung ist es, baldmöglichst den Barbetrieb am Berggasthaus wieder mit einem neuen Was ist nun Ihr Zuständigkeitsbereich? Pächter zu öffnen. Denn zurzeit haben in St. Die Zuständigkeiten als Referent, mit wel- Martin fast alle Betriebe geschlossen, dachen der Bürgermeister mich beauftragt rum ist es auch unabdingbar für die Gäste, hat, sind folgende: Tourismus, Handwerk welche mit der Bahn oder zu Fuß nach St. und Industrie, Seilbahn St. Martin, Märkte, Martin kommen, ein geöffnetes Wirtshaus Wirtschaft, Gewerbezonen und Transport. anzutreffen. Da Handel und Gastbetriebe sehr viel mit Interview: Sylvia Ilmer
Wirtschaft
Vinschgau
Rita Egger übergibt an Johann Wallnöfer A m Freitag, den 10. Jänner 2013 gab Rita Egger im Rahmen der SWRBezirksausschusssitzung in Latsch den Vorsitz ab. Rita Egger hatte das Amt der Bezirkspräsidentin seit 16. April 2009 inne. SWR-Präsident Hansi Pichler hob in seinen Grußworten die wichtige Rolle der Bezirksausschüsse als Interessensvertretung für sektorenübergreifende Themen und Anliegen auf lokaler Ebene hervor. Im Anschluss verlas Rita Egger ihren Tätigkeitsbericht und verlieh dabei ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Bezirk vom SWR auf Landesebene weiterhin so gut unterstützt wird, wie dies in den vergangenen zwei Jahren der Fall war und weiter auf Zusammenhalt gebaut wird. „Ich bin überzeugt, dass der Zusammenhalt der Wirtschaft eines Tales grundlegend für den Erfolg ist. In diesem Sinne wünsche ich meinem Nachfolger viel Energie und weiterhin eine glückliche Hand“, so Egger, die abschließend ihrem Verband für das Vertrauen und dem Ausschuss für den starken Rückhalt dankte. Letzterer zollte der scheidenden Präsidentin viel Anerkennung. „Du hast es verstanden die einzelnen Sektoren an einen
Tisch zu bringen und bei den unterschiedlichen Themen gegenseitiges Verständnis aufzubauen“, sagte etwa der Präsident der Bezirksgemeinschaft, Bauernbundbezirksobmann und SWR-Ausschussmitglied Andreas Tappeiner an Eggers Adresse. Dies bestätigten auch Hans Moriggl (UVS), Erhard Joos (LVH), Thomas Rinner (HGV) und Dietmar Spechtenhauser (hds). Nachdem sich der SWR-Bezirksausschuss bei seinen letzten beiden Sitzungen auch mit der Frage der Nachfolge befasst hat und sich dafür aussprach, dass ein Vertreter der Landwirtschaft in den nächsten zwei Jahren den Vorsitz übernehmen soll, gab Andreas Tappeiner bekannt, dass der SBB Johann Wallnöfer nominiert hat. Er wurde von den anwesenden Verbandsvertretern einstimmig bestätigt. Wallnöfer, Jahrgang 1961, ist als ehemaliger Bürgermeister von Schlanders sowie Talschaftspräsident und Bezirksleiter des Bauernbundes im Vinschgau kein Unbekannter: „Ich führe selbst einen Obstbaubetrieb und fühle mich damit als Teil der Wirtschaft. Als ehemaliger Bürgermeister habe ich eng mit den Wirtschaftstreibenden
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v.l.: Hansi Pichler, Rita Egger und Johann Wallnöfer
zusammengearbeitet und kenne damit die unterschiedlichen Realitäten der einzelnen Sektoren. Zuletzt fühle ich mich als leidenschaftlicher Vinschger, dem der Zusammenhalt und die Einigkeit immer wichtig war und die ich weiter pflegen will“, so Wallnöfer. Gegen Ende stieß auch noch Senator Manfred Pinzger zur Sitzung hinzu. Ihm dankte der SWR-Bezirksausschuss für seine geleistete Arbeit in Rom, sein stets offenes Ohr und seinen Einsatz für die Wirtschaft und den Vinschgau.
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Leserbriefe
Leserbriefe Referendum gegen Pestizide
Dank an Elisabeth Scarpatetti für ihren Leserbrief „Pestizidrückstände“ im Vinschgerwind Nr. 25. Dank an Margit Gaiser für ihren Rambacheinsatz u.ä.m.. Schweigen, wenn es zu reden gilt? Nein! Religiosität, Traditionalität? – Traditionalen Charakter hat auch die Mode der heutigen monokulturellen Landwirtschaft angenommen – Nein! Artenvielfalt auch für Meinungen? Sie ist völlig ausgestorben! Wahlen, Bürgerbefragungen, die in Wahrheit keine sind! Nein! Davon genug! Zur Reportage „Wahlen mit Nebengeräuschen“ im Vinschgerwind Nr. 25: Großen Dank an Gabriella Binkert für ihren Mut zum Einsatz einer zukunftsfreundlichen und nachhaltigen Entwicklung in Val Müstair, und für ihr jüngst zusätzliches
Interesse an der politischen Führungsspitze teilzunehmen. Schämen muss sich der alte und der neue Gemeindepräsident Arno Lamprecht, weil er wohl der Hauptschuldige ist, welcher Garbiella Binkert ausklammerte, und das noch nach seinem eingestandenen Fehlverhalten tut. Gut daran ist nur die Form, dass zur betreffenden Gemeindevorstands-Wahl alle Stimmberechtigten ihre Kandidaturbereitschaft im Gemeindeamt anmelden durften. Diese gute Form von Demokratie wird aber, wie aus der o.g. Reportage hervorgeht, untergraben. Ob nicht auch bei den Wahlen selbst getrickst wurde. Wahlen mit einem solchen ungerechten Vorfeld, würde ich als ungültig verurteilen. Ist Ähnliches nicht auch beim Referendum in Mals geschehen? Zumal wurde hier kein Wahlbeobachter zugelassen. Die Wahlkontrolle lag nur
in der Hand der Wahlkommission, welche vom Wahlamt ernannt wurde. Dieses aber liegt „traditionell“ in den Händen der Gemeindevorsteher und diese schrien einstimmig und „anständig“, vor allem durch das Sprachrohr des Großtechnikers Ing. Walter Gostner, für ein, zwei Klein- Mittelkraftwerke am Rambach. Nur die Freiheitlichen haben sich „vorsichtig“ zurückgehalten. Anfang eines neuen Jahres! Ein eindeutig kontrolliertes Referendum für oder gegen Pestizideinsätze in der Gemeinde Mals ist dringend anzustreben! Möchte ich sehen, wie viele Bürger für eine wahre und nachhaltige Lebensgrundlage, die allen gleichviel gehört, stimmen? Nur zum Kopfschütteln wurden bisher die allgemeinen Bürger von dem „gestrigen“ Führer angeleitet! Diese Führer – Verführer sind nur auf Symptombehand-
lung und nicht auf Ursachenbekämpfung darauf aus. Bin ich froh, dass die kartenspielende, schwachsinnige, massenstarke, dürre Hinterwäldler Landesregierung zu Ende geht. Nun wünsche ich mir eine markante, umwelt- und zukunftsrelevante Vinschgerin an die Regierungsspitze. Versenkung aller Piratenparteien! Schiff ahoi für eine wahre Demokratin, die hinter alle Larven schaut und keinen Hampelmann u.ä.m. um sich herum duldet! EVA PRANTL heißt der prächtig, kräftigst brennende, hellbrennendste Stern! Dank an das Vinschgerwind Team für seinen kräftigen Freiheitssinn, welcher sich besonders in den Kommentaren und Leserbriefen zeigt und für die Superfotos von Gianni Bodini! Paul Gruber, Mals
Glurns
Stadt stellt das erste sanierte Gebäude bereit D
ie Verantwortlichen der Stadtgemeinde haben mit der Wiedergewinnung alter Bausubstanz im Sinne der Stadtentwicklung Ernst gemacht. In Kürze wird das „Schaller Haus“ (Architekt: Martin Stecher) in der Laubengasse fertig gestellt sein. Ein kleines Juwel ist entstanden, mit dem besonderen historischen Flair, mit qualitativ hochwertigen Wohnungen und Geschäftslokalen im Parterre. Diese können nun gekauft oder gemietet werden. In zwei bis drei Monaten wird auch das „Söles Haus“ (Architekt Jürgen Wallnöfer) in unmittelbarer Nähe bezugsfertig sein. Mit den Arbeiten an den beiden Laubenhäusern war im Frühjahr beziehungsweise im Frühsommer 2012 begonnen worden. Im Jahre 2010 hatte die Stadtgemeinde die historischen Gebäude im Rahmen des Projektes „Glurns 2020“ 10 Der Vinschger Wind 2-13
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BM Erich Wallnöfer, Dominik Telser und Christoph Prader unter den Gewölben des Geschäftsraumes im „Schallerhaus“
erworben, den ArchitekturWettbewerb ausgeschrieben und die Sanierungsmaßnahmen eingeleitet. Ziel der Aktion war es, möglichen Verkäufen der wertvollen Bausubstanz an ortsfremde Touristen auf der Suche nach Zweitwohnsitzen, oder an Bauspekulanten und dergleichen entgegenzutreten. „Wir setzen auf unsere Leute und wünschen uns, dass in
erster Linie Bürgerinnen und Bürger der Stadt oder jene aus dem Vinschgau ihr Interesse bekunden“, erklärt Christoph Prader, Präsident von „Projekt 2020“. Für Erstwohnungskäufer sind zurzeit öffentliche Unterstützungen möglich. So können neben der seit zirka einem Jahr bestehenden Ortskernförderung (Unterstützung abhängig von der verbauten
Kubatur) 48.000 Euro innerhalb von zehn Jahren in Abzug gebracht werden. Diese staatliche Förderung ist vorerst nur noch bis zum 30. Juni.2013 möglich. Zudem kann jeder Erstwohnungskäufer auch die ihm zustehende Wohnbauförderung nutzen. Der Stadtgemeinde ist es außerdem möglich, die Spesen und Gebühren beim Kauf auf ein Minimum zu reduzieren. Und dazu ist sie bereit. Durch die Unterstützungen erhalten junge Menschen eine Chance, zu den eigenen vier Wänden zu kommen, um zu wohnen oder gewerblich tätig zu werden. BM Erich Wallnöfer ist zuversichtlich, dass die Strukturen ihre Besitzer finden und neues Leben in die Stadt einzieht. (mds) Telefon 0473 835526; E-Mail: dominik.telser@glurns.eu
Die Einsiedlerin in der Kachel - Martell. Auf meinen einsamen Streifzügen im Hochgebirge mache ich oft die seltsamsten Begegnungen. So mit dieser Zirbe auf 2.400 m in einer unwirtlichen Gegend. Weit und breit kein Baum, nur sie, und sie hat mich zum Gespräch, zur Besinnung eingeladen. Plötzlich habe ich die Kälte vergessen. Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it
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Lokales
SeitenWind
Staben/Vinschgau
Vinschgau – Tschechien
Freunde der Eisenbahn
Sr. Josefa, eine junge Ordensfrau und Kindergärtnerin aus Tschechien singt mit Kindern im Kindergarten Taufers ein Lied. Die Kinder lernen das Lied in der neuen Sprache schneller als alle Kindergärtnerinnen und haben Spaß daran. Für die pädagogischen Fachkräfte ist der Austausch sehr interessant. Der gemeinsame Grundgedanke ist der religionspädagogische Ansatz nach Franz Kett. Diese Methode ist im Vinschgau seit Jahren eine Möglichkeit, den jungen Kindern Achtsamkeit und Werte zu vermitteln. Die Kindergärtnerinnen und Leiterinnen aus Tschechien nahmen sich viele Ideen mit und wollen in ihren Einrichtungen einiges weiterentwickeln. Sie wollen Material für den religionspädagogischen Ansatz ankaufen, einen Außenspielbereich gestalten und eine Küche erneuern. Zu dieser Unterstützung ging der Erlös der Weihnachtsaktion 2012 an fünf Kindergärten in Tschechien. (ba)
Reschen/Vinschgau. Seg-
ler und solche, die es werden wollen, sollten sich den DiaVortrag der beiden Segler vom Ägeri-See, Ruth und Tony, am 9. Februar 2013 im Vereinshaus von Reschen nicht entgehen lassen. Die beiden Schweizer erzählen anhand von Bildern die faszinierende Geschichte ihrer „8-jährigen Hochzeitsreise auf hoher See“. Beginn ist 20.30 Uhr – im Anschluss an die Jahresversammlung des Segelvereins Reschensee.
Richtigstellung: In der neu eröffneten Bären-Lounge in Mals legen DJs nur jeden Freitag ab 20.00 Uhr Tanzmusik auf, und zwar für Fox&Oldie-Liebhaber. Es kann also nicht täglich getanzt werden, wie irrtümlich berichtet. Geöffnet ist die Bärenlounge von Montag bis Samstag ab 20.00 Uhr. 12 Der Vinschger Wind 2-13
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M
ehr als 1000 Mitglieder, darunter illustre Persönlichkeiten: Der Verein Freunde der Eisenbahn hat kürzlich seine 12. Jahresvollversammlung in Staben abgehalten. Der Vositzende Walter Weiss blickte auf drei Jahre Tätigkeit zurück: darunter 10 runde Tische, das Projekt „Zeit für neue Haltestellen“, das neue Projekt „Bahnhof des Jahres“ (der Bahnhof in Niederdorf ist dies 2012). Der Verein ist vorpolitische Lobby für die öffentlichen Verkehrsmittel. Manchmal effizient und manchmal weniger. Denn in der Diskussion kam von Luis Perfler exakt dieselbe Frage wie im vorigen Jahr: Beim Bahnhof in Goldrain müsse endlich etwas passieren, kein Warteraum, kein WC, alles zugesperrt. Zudem könnte man aus den Gründen, die der Bahn gehören, einiges lukrieren. Pacht werde keine gezahlt, sagte Perfler. Walter
v.l.: Hans Peter Leu (SBB) und Günther Burger, Amtsdirektor Amt für Personenverkehr
Weiss gelobte Einsatz für diese Probleme. Günther Burger, der Amtsdirektor des Amtes für Personenverkehr und Hans Peter Leu, der Leiter von Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit der Schweizer Bundesbahnen, hielten Impulsreferate. Burger unter anderem: Ab Herbst 2013 werde es 8 neue Flirtzüge geben, 170 neue Busse ab Sommer 2013 und noch 2013 werde ein Südtriolzug bis nach Innsbruck fahren. Was wie ein Wahlprogramm für LR Thomas Widmann klingt, soll dem öffentlichen Nahverkehr
weiter auf die Sprünge helfen. Hans Peter Leu verwies darauf, dass mit der neuen Linie MalsMartina „tolle Rundfahrten im Dreiländereck“ möglich werden. „Der Schweizer ist ein Bus- und Bahnreisender“, sagte Leu und deshalb werde das Modell Südtirolpass in der Schweiz genau verfolgt. 10 Prozent der Reisenden der Vinschgerbahn seien Schweizer, schätzt Leu. Neu gewählt wurde der Vereinsausschuss. Walter Weiss bleibt für weitere drei Jahre an vorderster Front. (eb)
Latsch/Vinschgau
„Stiegen zum Himmel“ werden weitergebaut
D
as InterregProjekt „Straße der Romanik“, auch bekannt unter dem Slogan „Stiegen zum Himmel“, läuft im Sommer 2013 aus. Der Wunsch der teilnehmenden Kulturstätten ist es, das Projekt wei- v.l.: Silvia Tumler, Maria Kreidl und Maria terzuführen. Diese Gufler: Basisleistungen sollen weiterbestehen Aufgabe soll weiterhin die Ferienregion Ober- für die Öffentlichkeitsarbeit vinschgau als bisheriger Pro- des Projektes, erläuterte den jektträger übernehmen, um die Internetauftritt, die Vernetzung Basisleistungen (Führungen, der Stätten untereinander und Karte, Romaniktag, Homepage den geplanten Buchband zu und Korrespondenz) aufrecht den Stätten. Bei der Beschilzu erhalten. Silvia Tumler von derung der Stätten habe man der Ferienregion Obervinsch- für die geplanten Stelen keine gau ist davon überzeugt, dass Genehmigung vom Denkamldas Projekt weiterlaufen und amt bekommen. Man habe auf eigenen Beinen stehen sich dann auf eine schlichtere soll. Maria Gufler, zuständig „Pult“-Variante geeinigt, wel-
che unmittelbar bei den Stätten aufgestellt werden könne. Die Stelen könnten an der Straße angebracht werden, wie kürzlich jene beim Kloster Marienberg. Maria Kreidl, die das Projekt seit den Anfängen 2006 mitbegleitet, stellte den Tag der offenen Tür (heuer am 12. Oktober 2013) und die Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten für die Führer in den Romanikstätten vor. Im heurigen Jahr soll mit den Bike-Organisationen die „Genuss-Radtour“ verstärkt vermarktet werden. Die Karte soll angepasst und die Zusammenarbeit mit Universitäten gesucht werden. Sichtlich froh war Vinschgau-MarketingDirektor Kurt Sagmeister darüber, dass die Ferienregion Obervinschgau das Projekt weiter betreuen wird. (eb)
Vinschgau
„Mit der Hofübergabe wird oft viel zu lange gewartet“ Lichtenberg und Stilfs. Gleich mehrere Gruppen finden wir am Schlanderser Nördersberg.
Franz Spiess, Taufers i. M, scheidender Obmann der Bauernjugend im Bezirk Vinschgau
Vinschgerwind: Als Obmann der Bauernjugend im Vinschgau stellen Sie sich bei der Bezirksversammlung am 2. Februar nicht mehr der Wahl. Welches Resümee ziehen Sie nach vier Jahren an der Spitze? Franz Spiess: Für mich war es eine schöne Zeit. Ich bin mit vielen Menschen in Kontakt gekommen, mit bäuerlichen Spitzenvertretern und Politikern. Neben gesellschaftlichen Veranstaltungen im Sinne der Traditionspflege war es mir ein Anliegen, auch Sachthemen weiterzubringen, wie zum Beispiel die Prävention zur Unfallverhütung. Anhand von sechs Kurzfilmen wurde beispielsweise das Thema Arbeitssicherheit bewusst gemacht. Themen waren auch die Vermarktung bäuerlicher Produkte, die Direktvermarktung und der schonende Einsatz von Spritzmitteln. Denn fast zwei Drittel unserer Mitglieder kommen aus dem Bereich Obstbau. Heißt das, die Hochburgen der Bauernjugend befinden sich im unteren Teil des Bezirkes? Ja, das kann man sagen. Die größten Gruppen gibt es in Kortsch und in Latsch. Insgesamt haben wir derzeit 22 Ortsgruppen. Keine Ortsgruppen gibt es zum Beispiel in Graun, St. Valentin, Langtaufers, Burgeis, Schlinig, Mals, Laatsch,
Wie erklären Sie sich das? Was den Nördersberg betrifft, erkläre ich es mir so, dass die Bauern wegen ihrer entlegenen Lage seit jeher gezwungen waren, zusammenzuhalten. Was die übrigen weißen Flecken im Tal betrifft, haben wir oft versucht, etwas zu bewegen. Doch es ist nicht gelungen, die Leute zu motivieren. In besagten Orten sind viele im Jungzüchterclub organisiert. Auch das könnte eine Rolle spielen, ist eine Zeitfrage. Die Bauernjugend vergibt jährlich den Bergbauernpreis der Stiftung Südtiroler Sparkasse. Können Sie die diesjährigen Preisträger nennen? Nein, das wird erst bei der Versammlung bekannt gegeben. Nur so viel: Es wird immer schwieriger, junge Bergbauernfamilien zu finden, denen unsrere Jury den Preis zusprechen kann. Denn mit der Hofübergabe wird meist viel zu lange gewartet. Das ist ein großes Problem im Hinblick auf den Fortbestand vieler Höfe und es wird nicht mehr investiert. Wenn den Jungen nichts gehört, orientieren sie sich anders. Die Folge sind verwaiste Höfe vor allem im Berggebiet. Auch dieses Thema haben wir öfters angesprochen und mit den Bauernorganisationen diskutiert. Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger/Ihrer Nachfolgerin? Ich wünsche der neuen Führung viel Geschick bei der Organisation der verschiedenen Veranstaltungen. Ich wünsche, dass es gelingt, Sachthemen weiterzubringen und auch Gruppen im Obervinschgau dazuzugewinnen. Interview: Magdalena Dietl Sapelza
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Gesellschaft
SeitenWind
Vinschgau - AUS DEM GERICHTSSAAL
Prad. Der Nationalpark Stilfserjoch veranstaltet wieder eine Vorbereitung auf die Fischerprüfung im Nationalparkhaus „aquaprad“. Am 27. Jänner, 3., 9. u. 10. Februar wird im Nationalparkhaus aquaprad jeweils ab 14.30 Uhr eine spezielle Führung als Vorbereitung auf die Fischerprüfung angeboten, welche vom Referenten inhaltlich den Anforderungen des praktischen Teils der Fischerprüfung angepasst wird. Die Führung dauert ca.1,5 Stunden. Anmeldung erforderlich unter Tel. 0473 618212 bis 17.00 Uhr des jeweiligen Vortages. Unkostenbeitrag: Eintrittskarte (4 € Gruppenpreis) zuzüglich 2 € für die Führung.
Am modernen Pranger Für diese Nummer war eigentlich eine nette Hundegeschichte mit gerichtlichem Hintergrund gedacht. Da kamen mir die Abendnachrichten im lokalen Fernsehen dazwischen. Oberstaatsanwalt Rispoli hatte zur Pressekonferenz geladen. Bei dieser Gelegenheit stellte er den Medien den Urheber der versuchten Vergewaltigung vor, welche ein paar Tage vorher an einer alten Frau in einem Pflegeheim in Bozen verübt worden war. Der Täter wurde mit vollem Namen genannt und ein Fahndungsfoto gleich mitgeliefert, welches über die Medien gebührend Verbreitung fand. Der Staatsanwalt schränkte zwar ein, dass über die Schuldfrage ausschließlich der Richter zu entscheiden habe. Inzwischen aber wurde der mutmaßliche
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Täter erst einmal als Monstrum auf die erste Titelseite geknallt und entsprechend vorverurteilt. Mag das begangene Delikt auch für erhebliche Unruhe in der Bevölkerung gesorgt haben, dies rechtfertigt jedoch noch immer nicht die Vorgangsweise der Strafverfolger. Denn damit wurden gleich mehrere elementare Grundrechte verletzt. Zum einen wurde die von der Verfassung garantierte Unschuldsvermutung mit Füßen getreten. Diese besagt, dass bis zum Erlass eines rechtskräftigen Urteils von der Unschuld des Täters auszugehen ist. Zum anderen wurden dessen Persönlichkeitsrechte in gröbster Weise verletzt. Dieser hat speziell in der Phase der Vorermittlungen ein Anrecht darauf, nicht namentlich und auch noch mit Foto mit einem Delikt in Verbindung gebracht zu werden.
Und als besonders schwerwiegend ist schließlich der Umstand anzusehen, dass diese Rechtsverletzungen auch noch „von oben abgesegnet“ werden. Eine gewisse Zurückhaltung würde gerade der Staatsanwaltschaft gut anstehen. Vor ein paar Tagen erst brachte der Sender Bozen einen Rückblick auf den Serienmörder Gamper aus Meran. Der damalige Staatsanwalt Tarfusser glaubte den Täter ausgeforscht zu haben, überreichte den Journalisten einen Stapel Fotos des „eingelochten“ Nobile und trat seinen Urlaub an. Dummerweise gingen die Morde weiter, der bereits als überführt vorgestellte Nobile musste enthaftet und auf Staatskosten entschädigt werden! Peter Tappeiner, Rechtsanwalt
Menschen
„I hoff, dass si eppas fa miar hoobm“
I
n der Stube tollen seine drei Urenkel umher. Lächelnd verfolgt der 92-jährige Franz Schöpf das fröhliche Treiben von seinem Rollstuhl aus. Hie und da schiebt er sich zum Keyboard und spielt darauf. „Viel tua i iaz nimmr, i loss di Kinder zui“, sagt er, und sein Strahlen verrät, dass ihn das Interesse der Kleinen freut. „I hoff, dass si eppas fa miar hoobm“, meint er. Sein Leben war von musikalischem Schaffen geprägt. Geweckt wurde sein Talent in der Stilfser Pfarrkirche, wo er als Sohn der Mesner-Familie regelmäßig dem Orgelspiel lauschte, das ihn faszinierte. Schon bald entlockte er den Pfeifen die ersten Töne. Der Lehrer, Organist und Chorleiter Leonhard Paulmichl erkannte sein Talent und schickte ihn zu einer sechsmonatigen Ausbildung ins Pustertal. Am Pfingstmontag 1935 gab der 14-jährige Franz sein Debüt in der Kirche bei den Hl. Drei Brunnen in Trafoi. Nachdem Paulmichl von den Faschisten in eine italienische Provinz verbannt worden war, trat Franz in dessen Fußstapfen als Organist und Chorleiter. Nebenbei begann er eine Ausbildung als Flügelhorn-Bläser in Schlanders und wurde mit 18 Jahren Kapellmeister der 20 Mann-starken „Stilfser Musi“. Obwohl es die Faschisten nicht gerne sahen, führte er die musikalischen Traditionen weiter. Zum Jahreswechsel zog er mit seinen Sängerinnen und Sängern aus und trug vor jeder Haustür das „Stilfser Neujahrslied“ vor. Nach dem Kriegsausbruch 1939 lichteten sich die Reihen und die Sänger, alle Optanten genauso wie er, zogen in den Krieg. Franz blieb vorerst verschont. Er sang Stilfser Lieder vor den Mikrophonen von Alfred Quellmalz. Dieser sammelte das „Ahnen-Gut“. 1942 erhielt auch Franz die Einberufung. Betroffen verabschiedeten ihn die Chormitglieder am Spondinger Bahnhof mit einem Lied, das in Tränen erstickte. Franz kam nach „Monte Casino“. „Dies isch di Höll gwesn“, meint er. Wie durch ein Wunder überlebte er mit schwersten Schussverletzungen. Im Lazarett erfuhr er, dass sein Arm steif bleiben würde. „Obr i honn miar nit unterkriegn glott“, meint er. Wieder daheim übte er an der Orgel, bis er zurechtkam. Schon bald spielte er wieder so gut, dass er an vielen Orgeln im Tal als Aushilfe einspringen konnte. Als Autodidakt brachte er sich das Ziehharmonika-Spielen bei. Vom scheidenden Pfarrer ließ er sich 1948 überreden,
Franz Schöpf, Jahrgang 1921, Schleis mit seinen Urenkeln Marion (7J), Josef (6J) und Jasmin (3). Er war 68 Jahre Organist. Umsorgt wird er heute von seiner Tochter Edith und seiner Enkelin Marilena
mit ihm nach Schleis zu ziehen. Am Dreikönigstag 1948 saß Franz erstmals an der Schleiser Orgel und begleitete den Chor, mit dem er schon bald das Stilfser Neujahrslied einstudierte. Seither wird dieses auch in Schleis gesungen. 1949 gründete er die Musikkapelle Schleis und war treibende Kraft in der Theatergruppe. Er lernte seine spätere Frau Hilda Christandl kennen. „Dr Pforrer hott fescht kuppelt, weil er gwellt hott, dass i bleib“, erinnert er sich. Ein Jahr nach der Hochzeit kam Tochter Hilda zur Welt. Die Freude war groß, genauso groß wie später das Leid nach einer Früh- und einer Todgeburt. Es schmerzte ihn sehr, als er das tote Kind heimlich in die Friedhofserde legte. Denn den Ungetauften verwehrte die Kirche damals noch einen Platz in der geweihten Erde. Mit dem Stammhalter Elmar kehrte die Freude zurück. Die Familie lebte inzwischen in einem eigenen Haus, Hilda vermietete Gästezimmer und
Franz führte seinen kleinen Laden am Schleiser Hauptplatz. „Solz und Tabak hot mai Frau mit dr Radlpeeg af Mols gholt“, sagt er. Später erwarb sie den Führerschein, was Franz wegen der Behinderung verwehrt blieb. Das eigene Auto erleichterte das Leben. Abwechslung und Freude fand Franz beim regelmäßigen Musizieren. Er spielte die Ziehharmonika im legendären „Trio Jörg“. Zusammen mit dem Zitherspieler Florian Jörg aus Burgeis und dem Gitarristen Johann Thanei aus Matsch trat er landauf landab auf. „Selm sain miar ollm ersch spaat Hoam kemman“, erzählt er. Die Kriegsverletzungen holten ihn ein. Der linke Fuß machte nicht mehr mit und wurde amputiert. Er musste kürzertreten. Orgel spielte er jedoch weiterhin, trotz der erneuten Einschränkung. Schon kurz nach der Operation trugen ihn Männer auf die Empore. Seit fünf Jahren ist der Rollstuhl sein Begleiter. Franz weiß, dass es eine Frage der Zeit ist, bis er seiner vor sechs Jahren verstorbenen Frau folgen wird. Er nimmt es gelassen. „Bis zur Erstkommunion fa dr Marion will i unbedingt nou leebm“, verspricht er. Für einen Moment hält die kleine Rasselbande inne. Dann tollen die Kleinen erneut um ihren Urgroßvater in der Stube umher. Magdalena Dietl Sapelza
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Gesellschaft
SeitenWind
Vinschgau
OEW – Gruppe Laatsch
Wer kennt Don Quijote?
Gedenkmesse für Sr. Lydia Seit Jahren unterstützt die OEW-Gruppe Laatsch mit Spendengeldern Projekte in armen Ländern, unter dem Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe“. In Südamerika fördern die Mitglieder unterschiedliche Projekte von Pater Toni Amort und in Afrika von Sr. Lydia Pardeller. Beide haben schon öfters Laatsch besucht und stehen in persönlichem Kontakt mit der OEWGruppe. Im vergangenen November hat Isabella Erhard Sr. Lydia in Nairobi besucht und kam überzeugt von ihrem Projekt zurück. Kurz darauf ist Sr. Lydia überraschend verstorben. Die Schulen, in denen viele hun-
Isabella Erhard mit einer Mitarbeiterin von Sr. Lydia
dert Kinder Grundnahrung erhalten und Bildung erfahren und die Frauengruppen, die zusammenarbeiten, werden von der österreichischen Caritas unter dem Namen „Hilfswerk Sr. Lydia“ weitergeführt. Am Sonntag, 27. Jänner 2013, um 10.30 Uhr findet in Laatsch ein Gedenkgottesdienst statt. (ba)
Wort/Unwort. Die deutschsprachige Jury hat „Skandal“ zum Wort des Jahres 2012 in Südtirol gewählt. Das Unwort des Jahres kommt aus dem Bereich der Finanzwelt. Es ist die „Fieberkurve der Wirtschaft“, auf die nicht nur Italien gebannt schaut: der „Spread“. Ein englischer Begriff, den außerhalb der Finanzwelt wohl kaum jemand erklären kann und der bestens dazu geeignet ist, komplexe Sachverhalte noch mehr zu verschleiern. 16 Der Vinschger Wind 2-13
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Regieassistentin Veronika Fliri spricht sich mit dem zukünftigen Don Quijote des Bezirks ab
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er kennt „El ingenioso“, den sinnreichen Ritter Don Quijote von der Mancha, der gegen Windmühlen kämpft und dauernd verprügelt wird? Wer kennt seinen Gaul Rosinante? Wer kennt seinen geduldigen und vernünftigen Begleiter Sancho Pansa, der von der Herrschaft über eine Insel träumt? Die Fragen wurden Lehrern, Kunsterziehern, allen Grund-
und fast allen Mittelschülern des Bezirks Vinschgau gestellt. Bis 31. Jänner hat die Schuljugend noch Zeit und völlige Freiheit, sich den „Ritter mit der traurigen Gestalt“ vorzustellen und zu Papier zu bringen. Im Auftrag des Theaterbezirks Vinschgau wird Veronika Fliri die Zeichnungen oder Malereien in DIN A3Hochformat sammeln und einer Fachjury vorlegen. Das Sieger-
Werk wird zum Plakatmotiv des Projekts „Der Vinschgau spielt Theater“. Es winken 300 Euro für die Klassenkasse und eine Freikarte für Schüler und Lehrperson der Siegerklasse. Zudem werden alle Arbeiten der Klasse im Foyer des Kulturhauses in Schlanders ausgestellt. Kontakt und Rückfragen an Veronika Fliri, Rufnummer 347 8265280 zwischen 17 und 18 Uhr. Inzwischen reiten Don Quijote und Sancho bereits durchs Tal. Genauer gesagt, sie reiten seit Oktober durch die Köpfe der Darsteller und der gut 20 Personen, die sich mit der Organisation, mit Regie, Bühne, Kostümen, Schminke, Frisuren, Liedern und Musikstücken beschäftigen. Ab März treten die Vinschger Theatermenschen unter Regisseur Christoph Brück dann in die heiße, „spanische“ Probe-Phase.
Schlanders
Furios dirigiert, virtuos gespielt
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ie Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg unter der Leitung von Juri Gilbo hat bei ihrem Neujahrskonzert im vollbesetzten Sparkassensaal des Kulturhauses Karl Schönherr in Schlanders Standing Ovations geerntet. Während die meisten Neujahrskonzerte landauf, landab das Publikum mit Melodien und Ohrwürmern der StraußFamilie erfreuen, begeisterten die über 40 Musiker - die meisten von ihnen Absolventen des traditionsreichen St. Petersburger Staatskonservatoriums - das Publikum in Schlanders mit bekannten und weniger bekannten Werken russischer Komponisten. Borodins „Polowetzer Tänze“ oder Chatschaturjans „Säbeltanz“ sorgten für einen schwungvollen Start ins neue Jahr. Der Pianist Oleg Polian-
ski zeigte sein Können bei einer temperamentvollen Interpretation von Tschaikowskis Klavierkonzert Op. 23. Swiridows „Romance“ aus der Suite „Der Schneesturm“ ließ russisches Lebensgefühl aufkommen, und bei Eilenbergs „Petersburger Schlittenfahrt“ nahm das großartige Orchester die Zuhörer mit auf einen Galoppritt durch den russischen Winter. Ein Erlebnis auch der energie-
geladene Dirigent: Juri Gilbo, der dieses Vorzeigeorchester seit 12 Jahren leitet, dirigierte z. B. Tschaikowskis Polonaise aus der Oper „Eugen Onegin“ oder die Walzer und Tänze aus „Schwanensee“ oder „Trepak“ aus dem „Nussknacker“ so leidenschaftlich, dass er und sein Orchester mehrere Zugaben spielen mussten und mit lang anhaltendem Applaus aus Südtirol verabschiedet wurden. (mt)
Gesellschaft
Matsch
Matscher Jungmusikkapelle vom Feinsten E
s war Blasmusik vom Feinsten. Die 25 jungen Matscher Musikantinnen und Musikanten – der jüngste neun Jahre alt, der älteste Ende zwanzig - begeisterten die Gäste im vollbesetzten Kultursaal am Samstag, den 12. Jänner, mit ihrem grandiosen Neujahrskonzert. Das anspruchsvolle Repertoire hatte der Musiklehrer Rupert Seidl aus Mals für die Jugendlichen ausgewählt und mit ihnen einstudiert. Das Programm reichte von der „Fanfare for an Occasion“ (Ivo Kouwenhoven), „Irish Dream“ (Kurt Gäble, „The Little Magyar (Alfred Bösendorfer), „Olymic Tune“ (Thomas Berghoff), „Pirates of the Caribbean“ (Klaus Badelt, Arr. Michael Sweeney) bis hin zu „Smoke on the water“, (Arr. Paul Murtha). Vor vier Jahren hatten junge Mitglieder der Musikkapelle Matsch um Jugendleiter Daniel
Die 25 jungen Musikantinnen und Musikanten aus Matsch begeisterten unter der Leitung von Rupert Seidl (links im Bild) mit einem grandiosen Blaskonzert
Telser die Jugendmusikkapelle aus der Taufe gehoben. „Ziel war es, für die vielen Musikschülerinnen und Musikschüler ein Betätigungsfeld zu schaffen, bevor sie in die Musikkapelle Matsch aufgenommen werden konnten“, so Telser. Jährlich lud die Gruppe zum Konzert. Nun konnte erstmals Seidl gewonnen werden. Fast drei Monate lang
leitete der Fachmann die wöchentlichen Proben. Er feilte an den Feinheiten und formte einen harmonischen und ausdrucksstarken Klangkörper. Das Publikum war begeistert. In der Pause spielte die „Manutzamusi“, eine kleine „Tanzlmusi“ aus dem hinteren Matschertal, mit Dominik Stocker, Johanna Kofler, Martin Linser und Carolin Hei-
nisch. Musikalisch hat Matsch also Hochkarätiges zu bieten. Demnächst beginnen die Vorbereitungen für das große Konzert der Musikkapelle Matsch im Frühjahr, erstmals unter der Leitung des Kapellmeisters Philipp Gunsch. Alt und Jung werden am Ostersonntag erneut Blasmusik vom Feinsten servieren. (mds)
Glurns/Vinschgau
Schmackhafter Jahresabschluss
A
m 18. 12. 12 traf sich die Herzsportgruppe Obervinschgau zu einem Essen im Hotel Post in Glurns . Es wurde eine sehr nette, fröhliche Weihnachtsfeier der inzwischen stark gewachsenen Gruppe aus elf Ortschaften des oberen Vinschgaus. Nach einem guten Essen, nicht nur für den Magen, auch fürs Auge, wurde noch ein bisschen geratscht und mit dem Wunsch auf ein fröhliches Weiterturnen im Ja-
nuar trennte sich die Gruppe. Herzlich bedanken möchte sich die Gruppe auf diesem Wege noch einmal bei ihren betreuenden ÄrztInnen und beim Übungsleiter für die fachkundige und nette Art der Betreuung übers ganze Jahr. Einen herzlichen Dank auch an den Bürgermeister der Gemeinde Mals, Ulrich Veith und den Verantwortlichen der Schule für die unentgeltliche Zuverfügungstellung der Turnhalle der Grundschule in Mals, in der wir uns jeden Dienstag um 18.00 Uhr treffen. Interessierte Personen, die der Gruppe beitreten möchten, können dies unter der Nummer 340 8469921. Toni Gruber
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Kultur
La Morenita und La Pastora Die Attraktivität „Unserer Lieben Frau“ für die unterschiedlichsten Gattungen des Denkens, für Gläubige, Andersgläubige, Ungläubige und Abergläubige, macht diese Frauengestalt zu einem Phänomen nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch der sogenannten abendländischen Kulturgeschichte. Sie präsentiert sich als interdisziplinäre Kultfigur, als eine Ikone, die über ihr Bild verschiedene Ausdrucksformen und Stimmungen vertritt. Die vier wichtigsten Typen stellen, ähnlich der Charaktere der Menschen, seelische oder psychische Zustände dar: Die Traurige (mater dolorosa), die über den Dingen stehende (weise Jungfrau), die in sich stimmige (wunderbare Mutter), und die geheimnisvoll sinnliche (rosa mystica, Pforte des Himmels). Dieser Frau gelingt zudem noch das unglaubliche Kunststück, die grundverschiedenen antiken Göttinnen in einer Person zu binden: Diana, Demeter, Isis und Venus. Zu ihren interessantesten und rätselhaftesten Ausformungen gehört die sogenannte „Schwarze Madonna“. Diese Frau, deren Herkunft wir vergessen haben, steht im Mittelpunkt bedeutender Wallfahrtsorte wie Czenstochow, Montserrat, Oropa, Altötting, Einsiedeln und Loreto. Zur „Virgen Morena de Guadalupe“, La Morenita, Mexikos Nationalpatronin (sollte eigentlich heißen Nationalmatrone), ziehen jedes Jahr hunderttausende Menschen, ihre Wohnstätte ist eine der größten und bedeutendsten Wallfahrtsziele der Welt. Weder der offiziellen Kirche noch der Kunstgeschichte ist es gelungen, die Verehrung der Schwarzen Madonnen einerseits zu verhindern oder zu unterbinden, andererseits sinnvoll zu interpretieren. Von Seiten der Kirche hieß es lange Zeit, die schwarze Farbe des Gesichts und der Hände stammte vom Rauch der geopferten, also angezündeten Kerzen. Diese Begründung konnte nur ein Unfug sein, und ist inzwischen auch als solcher erkannt worden. Andere Erklärungsversuche sehen eine Bibelstelle als Ausgangspunkt (nigra sum, sed formosa), glaubhafter jedoch erscheint es, in dieser Figur eine Nachwirkung des antiken Göttinnenkultes zu sehen, jenseits von Kirchenlatein und offiziellem Kanon. Die ältesten, uns noch bekannten Schwarzen Madonnen (vierge noir) stammen aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Das Hauptverbreitungsgebiet ist Südund Zentralfrankreich. In Italien zählt die Madonna Nera di Loreto zu den maßgeblichen Ikonen Europas, deren Bild sich über Imitation und Repliken weit verbreitet hatte. Von der Schwarzen Madonna di Oropa (Piemont) wird erzählt, sie sei vom Evangelisten Lukas eigenhändig geschaffen und schon im 4. Jahrhundert in die Berge bei Biella gekommen. Das heißt nichts anderes, als dass sie dort schon vor den Missionaren angekommen war. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Heiligtümer und Kapellen, in denen diese Frau verehrt wird, so zum Beispiel die „Madonna della Bruna“ in Matera (Basilikata), die am 2. Juli jeden Jahres während eines äußerst altertümlichen und bizarren Umzuges durch die Stadt getragen wird. Eine weitere stilbildende Figur ist die Schwarze Madonna der Benediktinerabtei Einsiedeln. Das Gnadenbild sei angeblich von einem Restaurator 1803 gereinigt, von „Schmutz und Ruß“ befreit, und wieder mit heller „Fleischfarbe“ angemalt worden. Diese radikale Verwandlung ließen sich die Gläubigen jedoch nicht gefallen, und so musste der Lieben Frau ihre ursprüngliche schwarze Farbe wieder zurückgegeben werden. In der Hauskapelle des Ansitzes Plawenn, heute Adresse der Gemeinde Schlanders, befindet sich ebenfalls eine Schwarze Madonna (Morenita de Silandro), deren Typus gewisse Ähnlichkeiten mit der Schwarzen Madonna von Einsiedeln hat (Benediktinerkloster im Kanton Schwyz). Künstler und Entstehungsjahr sind unbekannt, wahrscheinlich aber von den Herren oder Damen von Plawenn um 1714 in Auftrag gegeben. In der Kapelle von Maria Saalen bei St. Lorenzen befindet sich eine ähnliche Figur, während andere Beispiele in Südtirol entweder zum Typus der Madonna di Loreto, wie in Klausen oder Winnebach, oder jenem von Altötting (HeiligGrabKirche Innichen) gehören. Eine weitere, gleich interessante wie liebenswerte Erscheinung „Unserer Lieben Frau“ ist eine Madonna namens „Divina Pastora“, deren Verehrung sich in Europa auf das südliche Spanien beschränkt (Dort vermutlich mit den Gitanos eingewandert). Diese „Göttliche Hirtin“ hätte alle Voraussetzungen, zur Schutzfrau unseres Sonnenberges zu werden. Gewandet in ein Schaffell, an dem Schmetterlinge und glitzernde Steinchen aufsitzen, darüber ein blumenverzierter Mantel, erinnert sie an die mythischen Frauengestalten unserer Gegend, die Pflegerinnen der Haustiere und der Almwirtschaft. Auskunft darüber geben die Erzählungen der „Saligen“ und ein Lied aus Graubünden, das sich mit einer Sennerin auseinandersetzt, ihrem schönen Busen und vollen Butterfass. Unsere ältesten, hiesigen Vorfahren, Jäger Ezzi und die Hirtin/Sennerin Ezzigin, bewohnten und belebten den Sonnenberg, zogen im Frühling auf die Höhen, im Herbst zurück und im Winter hin und her, und wie es aussieht, waren es die Frauen, die damals den Ton angaben, als noch keine Religion, keine Monokultur und keine Massentierhaltung erfunden waren. Bild links: die Schwarze Madonna im Ansitz Plawenn Erich Kofler Fuchsberg
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Gesellschaft
Naturns
Heimatbühne Kastelbell-Tschars
Aktion Jugendkreuz
Eine Leiche sorgt für Aufregung
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as diözesane Jugendkreuz der SKJ (Südtirols Katholische Jugend) wurde am 21. Oktober in Brixen von Bischof Ivo Muser an die Jugendlichen übergeben. Das Holzkreuz soll bis zum nächsten Weltjungendtag im Juli 2013 (Rio de Janeiro) in die verschiedenen Deka-
nate gebracht werden. Das Kreuz bleibt für jeweils einen Monat im jeweiligen Dekanat. Dem Dekanat Naturns wurde das Kreuz in der Silvesternacht auf dem Jesus Besinnungsweg übergeben. Rund um das Kreuz werden verschiedene Feiern, Gottesdienste, Diskussionsrunden, Gespräche stattfinden. Mit dem Kreuz wird auch ein Koffer übergeben, dessen Inhalt sich rund um den Weltjugendtag dreht; hier ist auch eine Projektmappe enthalten, welche mit Berichten und Fotos ergänzt wird. Das Kreuz wird im Februar dem Dekanat Meran übergeben. (klab)
risch, frech, turbulent und amüsant – mit der Kriminalkomödie „Wohin mit der Leiche“, von Walter G. Pfaus servierten die Schaupielerinnen und Schauspieler der Heimatbühne Kastelbell ein köstliches Theatergericht zum Schmunzeln und Lachen. Die neun Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugten mit Spontanität, mit treffenden Gesten und Spielwitz. Mutig hatte die 20-jährige Regisseurin Marion Kuntner als Nachfolgerin von Max Blaas die Zügel in die Hand genommen. Das Rüstzeug hatte sie sich bei einem Seminar für Regie geholt und setzte es treffend ein. Unterstützung erhielt Kuntner vom Regisseur Franz Braun als Supervisor. Dieser war einige
Wo ist die Leiche?
Male bei den Proben anwesend und gab wertvolle Tipps, die Kuntner engagiert aufsaugte
und erfolgreich umsetzte. Es ist erstaunlich, was die junge Regisseurin bei ihrem Debüt mit ihrer motivierten Truppe auf die Bühne gezaubert hat. Der Inhalt dreht sich um einen verschuldeten Gauner, der sich eine reiche Frau angelt. Nach einer Eifersuchtsszene gerät die Lage außer Kontrolle. Plötzlich liegt eine Leiche da und verschwindet wieder. Das Leben der hysterischen Ehefrau gerät außer Rand und Band, auch weil laufend ungebetene Besucher eintreffen. Die Besucher im Saal dankten mit viel Applaus. Die beiden ersten Spieltage waren nahezu ausverkauft. (mds) Weitere Aufführungen siehe Theaterwind
Schlanders
Kevin Kostner darf nicht sterben
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s kann nur einen geben. Den Kevin Kostner oder den Lukas Lobis. Das deshalb, weil nicht passieren soll, was am Ende doch passiert: die Mutation - der Tiroler. Angefangen hat alles mit einer befruchteten Eizelle – urtiroler Genmaterial -, das im Ortler-Gruppen-SexGebiet gefunden wurde und von der gleich zwei Buben – Es kann nur einen geben: Lukas Lobis (l.) oder Kevin Kostner (r.)
eben der Kostner und der Lobis - abstammen, besser gesagt das Ergebnis eines wissenschaftlichen Experiments sind. Beide buhlen um die Gunst des Publikums und liefern sie sich bis zum Schluss des Kaberettabends vollmundige Rededuelle. Da werden dann die Freiheitlichen schon mal zum Sinnbild für den Urknall, nur umgekehrt eben mit viel Raum und wenig Materie, die Südtiroler Knödel kommen aus China ganz nach dem Motto „lokal denken und global handeln“und das poli20 Der Vinschger Wind 2-13
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tische Orchester Südtirols ist schlicht zum Scheitern verurteilt, und das nicht nur weil der Hans Heiss vor jedem Ton eine Volksbefragung im Sinne der direkten Demokratie will. Eineinhalb Stunden plaudert er da auf der Bühne dahin und tauscht in Sekundenschnelle die Rollen, der Lukas Lobis. Die Knochenarbeit wusste das Publikum im Kulturhaus Schlanders vergangenen Samstag zu schätzen, mit herzhaftem Zwischen- und Schlussapplaus. (ap)
Gesellschaft
Literatur: Das neue Buch von Joseph Zoderer
Latsch
Leben und Tod zwischen Wörtern
Faschingsumzug und Party
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ach dem Roman „Die Farben der Grausamkeit“ sind nun zwei Erzählungen von Joseph Zoderer erschienen. Berührend, ja ergreifend, schildert Zoderer die Beziehungen zwischen jeweils zwei Männern – eine Freundschaft in „Konrad“ und eine Bruderliebe in „Mein Bruder schiebt sein Ende auf“. Am Berg geboren, ist Konrad geprägt von der Moral, er tut sich schwer mit den inneren Absperrungen, was Wunder, dass die Schicksalsergebenheit ihn nur von außen gesehen stark machte. Konrad verbringt die Jahre des Studiums in Wien, dann ist er Journalist in Rom, er wird ein „Stadtgeist“. In Rom, Ende der 60er Jahre, blüht er auf, es wird gegessen, getrunken, und durch die nächtliche Stadt flaniert - der Leser spürt gleicherweise die Umgebung und die Tageszeit. Sein Freund, der Ich-Erzähler, sieht aber jetzt, da Konrad an Leukämie erkrankt ist, auch seinem eigenen Vergehen ins Gesicht. Als er dann die Asche seines Freundes über den Friedhof trägt, trägt er diesen selbst zwischen den Händen.
Im Erzählton schwingt Respekt und Demut, mit Wärme, geradezu Zärtlichkeit baut der Erzähler seinem Freund ein Denkmal. Die Erinnerungen sind allesamt Herzensangelegenheiten, gespeichert auf der Festplatte eben des Herzens, freilich treten Altlasten und Versäumnisse hervor, das Fremde allenthalben. Mittels starker Bilder taucht man also in die Lektüre und verweilt gewissermaßen im Gravitationszentrum der Beziehungen zwischen den Männern. Auch in der zweiten Erzählung beweist Joseph Zoderer großes Einfühlungsvermögen. Wieder ist das unentrinnbare Schicksal ein starkes Motiv. Darin eingeschlossen ist die Frage, was der Bruder dem Bruder ist, und das Grübeln darüber, ob man das Leben überhaupt meistern kann. Dass das Leben endet, ist unbegreiflich, der Autor jedoch ergeht sich nicht in hoher Dramatik. Ist das Verhältnis zum Freund Konrad liebevoll und empa-
Contemporary City Dance Company HONG KONG
SILVER RAIN
Joseph Zoderer, Mein Bruder schiebt sein Ende auf, Haymon, 2012, 141 S.
r 2013 Freitag, 1. Februa um 20.00 Uhr chönherr S im Kulturhaus Karl in Schlanders -Filialen, bei Non Stop Music in Uhr. allen Athesia Kartenvorverkauf in Bozen sowie an der Abendkasse ab 19 Meran und Baba‘s in
Foto: Ringo Chan
CHINESISCHES TANZTHEATER
thisch, mischen sich in jenes zum Bruder, der sein unabänderliches Ende aufschiebt, mitunter huldvolle Anwandlungen, in denen sich dennoch der Schmerz des Abschiedes ereignet: Wenn die existentiellen Fragen für den noch vitalen Mann nicht in der letzten Konsequenz dringlich sind, das Ungeheuerliche ihn noch nicht trifft, wenn die verleugneten Fragen, die zu stellen ein ganzes Leben scheinbar kein Anlass war, ihm nicht von den Lippen wollen. Wenn nichtsdestotrotz den jüngeren Bruder alles nach einem versöhnlichen Dialog drängt. So, wie Zoderer das schwierige Thema aufrollt, spinnt er unsichtbare aber starke Kontakte zum Leser, vor dessen innerem Auge ein packendes, durch und durch poetisches Bild des Seins entsteht, ein Bild von der großen Wirklichkeit des Lebens wie des Todes. Claudia Theiner
s war im März 2011, als in Latsch nach Jahren erstmals wieder ein großer Faschingsumzug durch die Straßen zog. Zahlreiche Zuschauer, aber vor allem die mehr als 15 Vereine haben mit ihren spektakulären Wagen und Faschingskleidern für eine tolle Stimmung im Dorf und bei der anschließenden Faschingsfete im und rund um das Culturforum gesorgt. Aufgrund des großen Erfolges soll das kunterbunte Faschingstreiben nun zur Tradition werden. Heuer wird sich daher am Samstag, den 09. Februar 2013 das Latscher Dorfzentrum wieder in eine richtige Faschingsmeile verwandeln. Das Latscher Faschingskomitee rund um OK-Chef Oberhofer Stefan hat in den letzten Wochen und Monaten ein tolles Programm erarbeitet und will gemeinsam mit den teilnehmenden Ve r e i n e n den Besuchern eine lustige und abwechslungsreiche Veranstaltung bieten. Der Faschingsumzug startet um 14.30 Uhr im Moosweg (Feuerwehrhalle) und führt über die Marktstraße in die Bahnhofstraße und endet beim Vereinshaus „Culturforum“. Erstmals werden dabei die vier Vereine Bürgerkapelle Latsch, ASV Latsch Raiffeisen – Sektion Fußball, die Latscher Lederkrocher und die Schützenkompanie Latsch gemeinsam für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Für beste Unterhaltung sorgt die Heimatbühne Tschengls mit ihrem Einakter „Der Kaffeeklatsch“, die Latscher Wurzlmusi und der Vierklang Männerchor Goldrain mit ihrer Sketcheinlage. Spektakulär wird es, wenn die Latscher dann erstmals „Latsch sucht den Superverein“ spielen und diese dem Publikum zeigen werden, was sie alles draufhaben. 24.01.13
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Saatgut für Garten und Acker
Die „Geschichten-Küche“ des Giancarlo Godio
Welches Saatgut ist für den Nutzgarten und Acker geeignet? Der Vortrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Lokalsorten, zeigt den Unterschied zwischen frei abblühenden Sorten und Hybridpflanzen auf und informiert darüber, wie Saatgut im Nutzgarten gesammelt wird und wie der Anbau und die Pflege erfolgt.
Übern Berg gschaut…… Giancarlo Godio hat die Kochkunst gepflegt und uns ein großes Erbe an Rezepten und Ratschlägen hinterlassen. Er lehrt uns, das Essen als Nahrung für Körper und Seele zu schätzen. Das Buch „Giancarlo Godio – ein Stern für die bonne cuisine“ von der Gruppe Blau erhielt den österreichischen Staatspreis und erzählt die Geschichte eines Mannes, der seiner Zeit vorausgegangen ist. Neben den Autoren sorgen Ultner Sänger und Ultner Mohnkrapfen für musikalische & kulinarische Leckerbissen.
Datum: Beginn: Ort: Referentin: Organisation:
Montag, 28.01.2013 20.00 Uhr Graf Hendl Saal auf Schloss Goldrain Martha Lochmann – Bäuerin am Hof Bildheim Bildungsausschuss Goldrain
Datum: Sonntag, 03.02.2013 Beginn: 10.30 Uhr Ort: Restaurant auf Schloss Goldrain Gestaltung: Werner Oberthaler, Alfonso Demetz, Markus und Daniel Breitenberger Musik: Ultner Männerquintett Organisation: Bildungsausschuss Goldrain
Die Kinderapotheke für zu Hause In diesem Vortrag gibt die Apothekerin Marialuise Maier Werkzeuge in die Hand, um auf naturheilkundliche Weise Erkrankungen vorzubeugen und diese im Rahmen der Selbstmedikation zu behandeln: Sinnvolles Mischen von Bachblüten und geeignete Schüßlersalze bzw. homöopathische Mittel, wichtige Mikronährstoffe und deren Einsatz, die Anwendung von Wickeln, Pflanzenheilkunde und Ölen. Praxisorientierte Beispiele dienen dabei zur Veranschaulichung und bieten Platz zum gemeinsamen Diskutieren.
Paleo und viel mehr Gesund mit Paleo Warum die hohe Kohlenhydratbelastung unserer heutigen Ernährung schädlich ist? Welche Fette sind gesund und welche nicht? Mit welchem Fett sollten wir kochen? Warum hat die Ernährungsberatung in den letzten 40 Jahren versagt?
Datum: Donnerstag, 31.01.2013 Beginn: 20.00 Uhr Ort: Brunnenzimmer auf Schloss Goldrain Referentin: Dr. Marialuise Maier – Autorin und Apothekerin Organisation: Bildungsausschuss Goldrain
Datum: Dienstag, 05.02.2013 Beginn: 20.00 Uhr Ort: Graf Hendl Saal auf Schloss Goldrain Referentin: Dr. Christina Tomasi, Fachärztin für Innere Medizin Präsidentin ONLUS Osteoporose Verein Organisation: Bildungsausschuss Goldrain
„Auf den Spuren des Apostels Jakobus“ Bilder einer Reise Unterwegs in Nordspanien auf dem ältesten aller Jakobswege, den Camino Primitivo. Er führt von Oviedo nach Santiago de Compostela. Ein Bericht über die vierzehntägige Wanderung über 310 km durch das gebirgige Asturien nach Galicien. Datum: Beginn: Ort: Referenten: Organisation:
Freitag, 01.02.2013 20.00 Uhr Graf Hendl Saal auf Schloss Goldrain Christl und Otto Ilmer Bildungsausschuss Goldrain
Goldrainer Kinderfasching Zug der Maschgra durchs Dorf zum Schießstand mit spaßigen Stationen. Spiele und Musik bis 17.00 Uhr. Hausgemachte Kuchen, Faschingskrapfen, Pizza, Kaffee, Tee und Säfte. Es wäre toll, wenn auch viele Erwachsene verkleidet kommen! Datum: Start: Ort: Organisation:
Unsinniger Donnerstag, 07.02.2013 13.30 Uhr im Schulhof der Grundschule Schießstand Goldrain SBO-Bäuerinnen/Ortsstelle Goldrain
Die Goldrainer Dorftage werden vom Bildungsausschuss Goldrain in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und Einrichtungen organisiert.
Nehmen Sie sich Zeit – es lohnt sich! Ganzjährig bietet der Bezirksservice Weiterbildung den Bildungsausschüssen Beratung und Informationen an. Informationen: Bezirksservice Weiterbildung, Bahnhof Spondinig, Prad a. Stj., Tel: 0473 618166 - fax +39 0473 618116, mail: bezirksservice.vinschgau@gwr.it ; Homepage des Landes www.provinz.bz.it/weiterbildung/dorf 22 Der Vinschger Wind 2-13
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Kastelbeller besuchen „Ultner Beck“ Im Rahmen des Mehrjahresprojektes „Einfach Xund“ lud der Bildungsausschuss KastelbellTschars zu einer Bildungsfahrt ins Ultental in die Bio-Bäckerei „Ultner Brot“ nach St. Walburg ein. Das Interesse war groß und die Teilnehmer zeigten sich erstaunt darüber, dass der Betrieb überwiegend Vinschger Roggen der Marke „REGIOKORN“ verarbeitet. Dieses wird täglich frisch gemahlen und zu vielfältigen Spezialitätsbroten verarbeitet. Einige Arbeitsvorgänge konnten die Kastelbeller mit Betriebsinhaber und Bäckermeister Richard Schwienbacher vor Ort nachverfolgen. Beim Zubereiten der Teigsorten erklärte und beantwortete er auf humorvolle Weise viele Fragen. Brötchen, Zöpfe und sogar ein kunstvoll geformtes Krokodil landeten im modernen Backofen. Großzügig beschenkt mit frischem Brot und viel Grundlagenwissen rund um unser wichtigstes Nahrungsmittel vom „Ultner Beck“ und seiner Frau Gerti kehrten die TeilnehmerInnen zufrieden von ihrer Bildungsreise „über den Berg“ zurück. (lu)
Tanzseminar
Vom Licht umfangen durch das Jahr im Josefshaus Laas am 2. Februar 2013 von 9.00 – 16.00 Uhr Am Tag der Kerzenweihe, der „lichten Messe“, werden die Teilnehmerinnen miteinander die Bedeutung dieses Festes neu überdenken.Sie werden sich dem Sinnbild Kerze und Licht zuwenden. Mit Musik, Bewegung und Gespräch werden sie einen Tag in tanzender Gemeinschaft erleben. Freudig können sie sich von diesem Licht ins neue Jahr hinein geleiten lassen. Referentinnen: Sr. M. Lea Blöchlinger, Schweiz (Religionslehrerin, Tanzpädagogin) Anna Stimpfl, Laas (Ausbildung in Tanzund Bewegungstherapie) Anmeldung bis 30. Jänner 2013: Anna Stimpfl, Tel. 0039/0473/626577 oder anna.martina.stimpfl@gmail.com Diese Veranstaltung wird unterstützt vom Bildungsausschuss Laas.
Fotowettbewerb: „Unser Dorf früher und heute“ C h ro n i s t e n a r b e i t findet in den Tätigkeiten des Bildungsausschusses Kastelbell immer wieder Raum und hat seit seinem Bestehen Tradition. In diesem Sinne wurde im vergangenen Foto. v.l.n.r: Julia Debiasi (Jury), Josef Gitterle, Charlotte Gamper, Jahr ein FotowettMartin Kaserer, Kahti Donà (Bildungsausschuss), Robert Kaserer, bewerb unter dem Martin Forcher, Karl Bernhart (Raika Kastelbell-Tschars), Johann Motto „Unser Dorf früher und heute“ Forcher, Lukas Tappeiner ausgeschrieben, an dem sich ein Dutzend Fotofreunde aus dem Gemeindegebiet beteiligten und an die vierzig Bilder einreichten. Eine Jury (Gianni Bodini, Julia Debiasi, Daniela Montini, Stefan Gorfer) bewertete die einzelnen Bilder und es wurden in verschiedenen Kategorien Anerkennungspreise vergeben. Ein erfreulicher Nebeneffekt dieser Aktion entstand dadurch, dass das Motto des Fotowettbewerbes für die Gestaltung des Jahreskalenders der Raiffeisenkasse Kastelbell-Tschars hergenommen wurde. Darin wurden dann auch einige Fotos aus dem Fotowettbewerb aufgenommen und mit Texten und Informationen von Robert Kaserer ergänzt. So profitiert nun die gesamte Bevölkerung des Gemeindegebietes von Kastelbell-Tschars von dieser Initiative, indem sie Zeugnisse der landschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen Monat für Monat im eigenen Haus mitverfolgen und betrachten kann. (lu)
Impressum: Initiative von
Vortrag
„Osteoporose“ mit Dr. Armin Maier (Leiter der Rheumaambulanz am Krankenhaus Bozen) Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine Erkrankung, bei der Knochendichte und -qualität vermindert sind, was zu einer Schwächung des Skelettes führt. Wie kann ich die Knochen stärken und dem Knochenschwund vorbeugen? Montag, 4. Februar 2013 um 19.30 Uhr im Ratssaal der Gemeinde Kastelbell
Gedächtnistraining mit Margit Hillebrand aus Latsch Start: Mittwoch, 13. Februar 2013 um 19.30 Uhr im Raikasaal in Kastelbell Insgesamt 6 Abende Kosten: 50 Euro Anmeldungen: ab sofort bei Annemarie Platzgummer, Handy 335 56 82 247
......in Zusammenarbeit mit den Bildungsausschüssen des Vinschgaus Koordination: Ludwig Fabi
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Jugend JuZe Freiraum Schlanders Ö Fr. 25.01.13 um 16.45 Bowling & Pizza; Treffpunkt: JuZe Freiraum Schlanders Kosten: 3 Euro + Pizza Ö Sa. 26.01.13 um 13.30 Eislaufen; Treffpunkt: JuZe Freiraum Schlanders Ö Mi. 30.01.13 ab 16.00 Uhr Spanische Küche Ö Fr. 01.02.13 ab 20.00 Uhr Film & Popcorn Ö Sa.02.02.13 ab 15.00 Uhr Vorentscheidung Calcettocup Ö Mi. 06.02.13 ab 16.00 Uhr Spielenachmittag Jugendtreff Burgeis Ö Sa. 26.01.13 ab 18.00 Uhr Disco Sound by Treff Djs Ö Mi. 30.01.13 ab 14.30 Uhr FIMO Schmuck selbst gemacht Jugendtreff CHILL HOUSE Ö Mi. 23.01.13 und Sa. 26.01.13 Treff geschlossen Ö Fr. 25.01.13 um 18.00 Uhr Fußballturnier im Kulturhaus Ö Mi. 30.01.13 Faschingsvorbereitungen Deko-Material mitbringen! Ö Fr. 01.02.13 ab 18.00 Uhr Nachtrodeln Ö Sa. 02.02.13 ab 18.00 Uhr Filmabend JuZe Naturns Ö Sa. 02.02.13 ab 10.00 Uhr Rodelausflug! Mit Anmeldung. Ö So.03.02.13 ab 16.00 Uhr JuZe Suntig. Abhängen, chillen.... Jugendtreff KOSMO Plaus Ö Mi. 30.01.13 ab 14.30 Uhr Eislaufen in Naturns Jugendzentrum JUMA Mals Ö Fr. 25.01.13 um 14.00 Uhr Girlsnachmittag Ö Sa. 26.01.13 um 13.30 Uhr Ausflug zum Breakdance nach Prad ins Ju!P Jugendtreff Reschen Ö Sa. 26.01.13 um 14.00 Uhr Breakdance im Ju!P Prad Jugendtreff „Juze“ St. Valentin Ö Sa. 09.02.13 ab 19.00 Uhr Faschingsparty Jugendtreff Phönix Schluderns Ö Mi. 06.02.13 ab 15.00 Uhr Faschingsdeko basteln Ö Do. 07.02.13 ab 14.00 Uhr Faschingsfeier Citytreff Gurns Ö Fr. 25.01.13 ab 15.00 Uhr Activity Nachmittag für Mittelschüler Ö Fr. 25.01.13 ab 19.00 Uhr Spaghettata Ö Fr. 01.02.13 ab 15.00 Uhr Faschingsdeko basteln Jugendtreff Explosiv Prad Ö Fr. 25.01.13 ab 19.00 Uhr Spiele aus deiner Kindheit Ö Sa. 26.01.13 ab 14.00 Uhr Breakdanceworkshop Anmeldung erforderlich Jugendtreff Revoluzer Taufers Ö Fr. 25.01.13 ab 16.00 Uhr Gemeinsames Kochen Ö Sa. 26.01.13 ab 14.00 Uhr Breakdanceworkshop
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Zu Beginn des Jahres nutzten die Jugendtreffs Oberland wieder einmal eine der abwechslungsseichen Weiterbildungen, welche vom Amt für Jugendarbeit jedes Jahr angeboten werden. So konnte Heidi Ritsch aus Tramin als Referentin für den KreativWorkshop „Taschen machen“ gewonnen werden. Der interessante Kurs fand im Jugendraum „Enjoy“ in Graun statt. Die 8 Teilnehmerinnen erlernten Techniken, um mit einfachen Werkzeugen wie Schere und Lochzange tolle Taschen aus Traktorschlauch herzustellen. Diese individuellen Kunstwerke wurden nicht genäht, sondern ineinander gesteckt. Ein besonderes Highlight waren Anschnallgurte und das Recyceln alter Gürtel als Umhängegurt. Heidi stand uns bei den vielen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Am Ende hatten alle Mitwirkenden eine einmalige und originelle Tasche aus Traktorschlauch, welche sie nach ihren persönlichen Vorstellungen kreieren konnten. Fazit: Gerne wieder! Vielleicht das nächste Mal dann Gürtel aus Fahrradschlauch?!
Be the Dj
jedermann statt. Die Juraum regelmäßig Discopartys für Seit einiger Zeit finden im JuZe Frei Welt des Auflegens erdie in lick dass sie gerne mehr Einb er, wied er imm n erte äuß hen gendlic 3 ein Dj-Workshop mit Alex Wunsches fand am 15. Jänner 201 halten möchten. Aufgrund dieses sieben Teilnehmer abgede individuell auf die Wünsche der Rohregger statt. Der Workshop wur lernte ein Mischpult und ent, n eine Einführung ins DJ-Equipm stimmt. Die Jugendlichen erhielte auer anschauen. gen gen rgän sich das mixing von Übe nten kon und n iene bed zu ne Mikrofo ersten Einstieg, im nen Jugendliche nun nach diesem Da Auflegen trainiert sein will, kön ent weiter üben und leitung an professionellem Equipm Jugendzentrum Freiraum unter Beg g bei den Discopartys sorgen. natürlich somit für gute Stimmun
Dj Workshop im JUMA In den Weihnachtsferien fand im JUMA in Zusammenarbeit mit der bank4fun an zwei Abenden ein DJ-Workshop für interessierte Jugendliche statt. Unter der Anleitung eines Experten versuchten sich die Jugendlichen an der Musikanlage, erhielten Informationen über das neueste DJ-Equipment und natürlich das Wichtigste: sie lernten wie man das Publikum bei einer Party mit tollen Sounds so richtig einheizt und richtige Übergänge schafft. Die Newcomer-DJs haben sich tapfer geschlagen und wir freuen uns schon auf die erste Party, wo sie den Besuchern des JUMA ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
Gesellschaft
Kastelbell
Stilfs/Tansania
Kinder basteln für krebskranke Kinder
Brunnenprojekt
Die Kinder und Lehrerinnen der Grundschule Kastelbell haben sich in der Vorweihnachtszeit in den Dienst der „Kinderkrebshilfe Regenbogen“ gestellt und der Organisation am 8. Jänner einen Scheck von 765 Euro übergeben
D
ie Schulgemeinschaft der Grundschule Kastelbell hat sich in der vergangenen Vorweihnachtszeit während vieler Bastelstunden in den Dienst krebskranker Kinder und der Organisation „Kinderkrebshilfe Regenbogen“ gestellt. Eifrig fertigten die Schülerinnen und Schüler, unterstützt von ihren Lehrerinnen, kleine Handarbeiten, sie schufen Glückwunschkarten, Bäumchen, Tonsachen,
Kreationen aus Salz-Teig und vieles mehr. Die kleinen Kostbarkeiten fanden beim Weihnachtsmarkt kurz vor dem großen Fest reißenden Absatz. Das ließ die Kasse klingeln. Einer Vertreterin der Organisation konnte nach Schulbeginn im Jänner die stattliche Summe von 765 Euro übergeben werden. „Die Aktion war eine wichtige Erfahrung für die Kinder. Sie traten einerseits ge-
danklich mit Kindern in Kontakt, denen es nicht gut geht und andererseits lernten sie das Loslassen von Dingen, die sie geschaffen hatten“, sagt Lehrerin Ruth Gstrein. Mit einem Schreiben dankte der Regenbogen-Obmann Pepi Larcher für den großartigen Einsatz und versicherte, dass jeder Euro den kleinen Patienten und deren Angehörigen zu Gute kommt. (mds)
Kinder lernen Volkstanz eun Kinder im Alter von 9-13 Jahren nahmen am Schnupperkurs für Volkstanz in Latsch teil. Mit traditionellen Klängen führte Hermann Matscher aus Marling, die Kinder in die Welt von volkstümlichen Kreis- und Gruppentänzen ein. Veranstalter ist der Familienverband Latsch, der den Kurs kostenfrei anbietet. Orga-
en Wasserhahn aufzudrehen und sauberes Wasser trinken zu können ist ein Luxus, den wir als Selbstverständlichkeit ansehen. Auf Urlaub in Tansania hat Irma Werth Freundschaft mit Angehörigen der Massai geschlossen und ist dadurch erstmals auf die dort vorherrschende Not aufmerksam geworden. In den Ortschaften Kileguru und Kwediboma, wo etwa 2500 Menschen leben, sind 3- bis 6-stündige Fußmärsche an der Tagesordnung, um kostbares Nass für Mensch und Tier zu besorgen. Ein Brunnen wäre daher eine enorme Erleichterung. Aus diesem Grunde hat es sich die engagierte Eppa-
Irma Werth und Hochwürden Florian Öttl
Latsch
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nisatorin Gerlinde Gamper erklärt, dass Matscher ehrenamtlich die Kinder unterrichtet und dass die Gemeinde die Räumlichkeiten im CulturForum zu Verfügung stellt. Matscher leitet auch das „offene Tanzen“, das ebenfalls wöchentlich in Latsch stattfindet und für jeden zugänglich ist. Mit der Ziehharmonika unterstützt Matscher klanglich die
schwungvollen Tänze. Der Familienverband erhofft sich Anklang bei der Bevölkerung, und dass der Volkstanzkurs weitergeführt und erweitert werden könnte. Die Kinder scheinen in jedem Fall Spaß daran gefunden zu haben und präsentieren schwungvoll und selbstbewusst ihr neuerlerntes Können. Auch die Eltern sind herzlichst eingeladen. (sil)
Eltern und Senioren unterstützen die Kinder beim Tanz; re: Hermann Matscher aus Marling
nerin zum Ziel gesetzt, hier in Südtirol Unterstützer für die Realisierung des Brunnenbaus zu finden. „Es ist allerdings ein teures Vorhaben (ca. 14.000 Euro), da man, um an das kostbare Grundwasser zu kommen, in eine Tiefe von bis zu 120 m bohren müsste“ erläuterte Werth Irma auch bei der diesjährigen KVW-Weihnachtsfeier der Stilfser Senioren ihr Anliegen. Als Hochwürden Florian Öttl davon erfuhr, war er sofort dazu bereit, auch mit seiner Pfarrgemeinde einen Beitrag dafür zu leisten. So wurden jene Spenden, welche beim Schülerrorate und der Christmette den Klingelbeutel füllten, am 13. Jänner beim Sonntagsgottesdienst der Initiatorin des Projekts Werth Irma persönlich in Form eines Schecks von 1100 Euro überreicht. Sollte jemand noch aktiv diesen Brunnenbau unterstützen wollen, so kann er sich jederzeit an den Stilfser Pfarrer Florian Öttl wenden. (re) 24.01.13
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Bauen Sonderthema
Vinschgerwind von Angelika Ploner
Sonderthema Bauen
„Zuerst sollte man zusammen bauen, dann kann man heiraten“ Der Vinschgerwind hat mit Elke Ladurner und Stephan Marx vom Schlanderser Architekturbüro marx/ ladurner ein Gespräch über Architektur, über die Zusammenarbeit zwischen Bauherren, Architekt und Handwerkern gesprochen und welchen Stellenwert - auch finanziell - Architekten in Südtirol haben. Fotos: Magdalena Dietl Sapelza
v.l. Stephan Marx und Elke Ladurner vom Architekturbür marx/ladurner in ihrem Büro in Schlanders
Vinschgerwind: Beginnen wir mit einem Rollentausch: Wie würden Sie als Bauherr Ihren Architekten wählen? Elke Ladurner: Ich glaube als Bauherr würde ich den Architekten anhand von 26 Der Vinschger Wind 2-13
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Bauten, die er realisiert hat, auswählen. Ich würde mir anschauen, was er geplant hat und in einem zweiten Moment das persönliche Gespräch suchen. Das gibt Aufschluss darüber, ob man auch
menschlich zurechtkommt. Es kann vorkommen, dass der Architekt zwar tolle Gebäude plant, aber menschlich die Chemie nicht stimmt. Stephan Marx: Jeder, der baut gibt eine
Bauen Sonderthema
Menge Geld aus, deshalb zahlt es sich sicher aus, mehrere Bauten anzuschauen. Wenn man als Vergleich hernimmt, wieviel Zeit zum Beispiel bei einem Autokauf investiert wird, dann stimmt das Verhältnis nicht. Das Problem ist – und das ist typisch für Südtirol – dass Architekten und auch Handwerker aufgrund mündlicher Empfehlungen ausgesucht werden. Dies ist an sich ja nicht schlecht, aber nicht professionell. Was für den einen passt, muss der andere noch lange nicht gut heißen. Aber natürlich muss die menschliche Ebene zwischen Architekt und Bauherr auch passen, das ist schon klar. Das zeigt sich aber oft erst im Laufe der Zusammenarbeit. Stephan Marx: Das stimmt, prinzipiell sollte es aber passen. Elke Ladurner: Die Erfahrung, die wir machen, ist die, dass Bauherren am Anfang der Bauphase beeinflusst sind durch eine Vielzahl von Journalen und Bildern. Im Laufe des Baues kristallisieren sich durch Gespräche die eigenen Befürfnisse heraus und es ergibt sich eine klare Vorstellung darüber, wie sie selber wohnen
wollen. Bei Paaren kann es durchaus zu Diskussionen kommen, wenn man erkennt, dass die Vorstellungen des Partners unterschiedlich sind. Also ist Bauen auch eine Kompromisssuche? Elke Ladurner: Ja, oft schon. Stephan Marx (lacht): Bauen könnte man als Teil der Ehevorbereitungsseminare einführen, dann kommen die Paare drauf, ob’s passt. Oder man baut erst zusammen und wenn das überstanden ist, kann man auch heiraten. Themenwechsel. Gute Architektur zeichnet sich für Sie aus durch .... Stefan Marx: Zurückhaltung. Gute Architektur ist für mich Zurückhaltung, das ist eh am schwierigsten zu erreichen, sich selbst als Architekt zurückzuhalten. Vinschger Architekten und ihre Bauten genießen in Südtirol und darüber hinaus Anerkennung. Ist der Vinschgau ein gutes Umfeld, in dem Architektur gedeihen kann? Stephan Marx: Das kann man prinzipiell schon sagen. Dass der Vinschgau aller-
dings architektonisch eine Vorreiterrolle genießt, das ist nicht mehr der Fall. Was progressive Architektur angeht, hinken wir Vinschger Architekten im Vergleich zum Rest von Südtirol nach. Vielleicht haben wir aber auch einen Sprung weiter gemacht und tendieren dazu, bewusst zurückhaltend zu sein. Außerhalb des Vinschgau wird aber zur Zeit mehr Geld in Architektur investiert. Elke Ladurner: Man denke nur an die neuen Kellereien oder Villen. Zusammengefasst heißt das, der Vinschgau ist Schlusslicht, was architektonische Vorzeigegebäude betrifft. Stephan Marx: Da muss man aufpassen. Ich spreche von Prestigeobjekten. Man könnte es auch so sehen, dass der Vinschgau in seiner Zurückhaltung eine Vorreiterrolle einnimmt. In den vergangenen Jahren war Südtirol davon geprägt, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Viele waren zum Studieren im Ausland und von einer internationalen Architekturausrichtung beeinflusst. Zurückgekommen um das Erlernte anzuwenden, wurde in vielen Fällen außer Acht gelassen, was wirklich passend ist und was nicht.
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Steckbrief: ARCHITEKTEN MARX / LADURNER Architektin Elke Ladurner, geb. 1968 in Meran, Studium der Architektur in Innsbruck und Venedig, Diplom Venedig 1996, seit 2001 gemeinsames Büro in Schlanders,
intensive Beschäftigung mit der Materie von Seiten des Architekten klafft eine Lücke zwischen Architekt und Bauherr. Viele Dinge sind für uns Architekten logisch, die für den Bauherren nicht leicht nachvollziehbar sind. Es erfordert Fingerspitzengefühl, diesen Umstand zu erkennen, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, das Gedachte an den Bauherren weiterzugeben. Aber es gibt Aspekte in der Architektur, die unerklärlich bleiben sollten.
arch.ladurner@dnet.it, www.elkeladurner.com
Das heißt, Bauherren müssen ihrem Architekten einen Vertrauensvorschuss geben? Stephan Marx: Genau, das ist das grundsätzlichste überhaupt. Das müsste man im Vertrag festschreiben können. Umfeld ein. Jedes Projekt erfordert eine individuelle Vorgangsweise. So entsteht jedes Objekt in Relation zur jeweiligen Situation.
Eine architektonische Sturm- und Drangzeit, also? Stephan Marx: Ja genau, die endet jetzt so langsam und Südtirol kann sich mit dem erarbeiteten Selbstbewusstsein der vergangenen Jahre die Frage stellen: Welche Architektur wollen wir hier überhaupt? Die Schweitzer zum Beispiel haben sich diese Frage schon viel früher gestellt. Durch die Einberufung eines Gestaltungsbeirates wurde diese Diskussion auch in Südtirol gefördert. Wie würden Sie Ihren Baustil beschreiben? Elke Ladurner: Wir gehen bei jeder unserer Bauaufgaben auf das direkte
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Das Zusammenspiel im Dreieck Bauherr – Architekt – Handwerker ist oft ein ungenügendes. Woran liegt das ? Elke Ladurner: Bei diesem Dreieck geht es um ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Der Bauherr legt den Kostenrahmen fest, der Architekt verfolgt einen ästhetischen-funktionalen Anspruch und der Handwerker betrachtet die handwerklich-technische Seite, die es auch zu berücksichtigen gilt. Früher hatte der Architekt den Ruf, dass er alles bestimmt ohne wenn und aber. Wir sind jetzt die Generation, die diskutiert und gemeinsam eine Lösung sucht. Ich würde dieses Dreieck gar nicht so ungenügend beschreiben. Natürlich muss man sich als Architekt auch die Zeit nehmen, das Produkt, das man im Kopf hat, den Bauherren zu erklären. Stephan Marx: Da gibt es ein Kommunikationsproblem. Durch die lange und
In Architektenkreisen stellt man sich oft die Frage, ob der Beruf des Architekten unter Wert verkauft wird. Was glauben Sie? Elke Ladurner: Wenn wir unser Honorar mit dem unserer Kollegen im Ausland vergleichen, dann liegt es deutlich tiefer, was bei wirklich professioneller Arbeit eine Unterbezahlung zur Folge hat. Stephan Marx: Jetzt muss ich politisch werden. In Südtirol ist das Problem, dass von ganz oben die Meinung herrscht, dass der Architekt zuviel verdient. Diese Meinung beeinflusst viele. Seit Monti sind die Honorare liberalisiert. Das heißt, dass der Preispolitik keine Grenzen gesetzt sind. Die Gemeinden übertrumpfen sich gegenseitig mit dem größten Abschlag auf Kosten der Architekten. Momentan ist alles in der Schwebe, die öffentliche Hand hat kein Instrument wie Projekte abgerechnet werden. Südtirol könnte da im Rahmen der Autonomie in Zukunft einen eigenen Weg gehen, aber daran scheint die politische Elite kein Interes-
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se zu haben. Auf politischer Ebene haben die Architekten ein miserables Image. Unverständlicherweise, denn Südtirol behauptet sich in der Architekturszene im Ausland durch herausragende Projekte.
Steckbrief:
Wie wird das Honorar genau berechnet. Stephan Marx: Da gibt es ganz unterschiedliche Bemessungsarten. Es gibt ein Prozentsatzsystem, ein Pauschalsystem, ein Stundensystem. Es gibt eine Studie der Eurac, die besagt, wir Architekten verdienen im Schnitt deutlich weniger als unsere Technikerkollegen.
Architekt Stephan Marx geb. 1969 in Schlan-
Themenwechsel: Öffentliche Wettbewerbe am Beispiel der Weiskugelhütte. Ihr Projekt ist an zweiter Stelle gereiht worden, hinter jenem von Thomas Höller und Georg Klotzner aus Meran, das Titanzink als Hülle vorsieht. Von einem Protzbau war die Rede, von einem Bunker: die Polemiken schienen nicht abreißen zu wollen. Verständnis dafür? Stephan Marx: Die Diskussion wurde zum Teil sehr oberflächlich geführt. Elke Ladurner: Das Ganze hat einen Stellenwert bekommen, der ihm gar nicht zusteht. Stephan Marx: Es ist schwierig über ein Projekt urteilen, das vor dem unseren gewonnen hat. Prinzipiell finden wir die architektonische Lösung des Baukörpers eine gute. Aber die Standortfrage des Gebäudes am Bauplatz berücksichtigt den Wind nicht. Wenn wir als Vinschger Architekten etwas wissen, dann ist es, von wo der Wind kommt, um darauf zu reagieren.
ARCHITEKTEN MARX / LADURNER ders, Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Diplom 1999 , Mitglied des Vorstands der Architektenkammer, arch.marx@dnet.it, www.stephanmarx.com
Elke Ladurner: Ja, das ist richtig. Es hat ja beim alten Projekt schon eine ausgesetzte Terrasse gegeben, die nicht genutzt wurde. Die Leute setzten sich lieber in den Bereich der geschützten Mulde, wo kein Wind ging. Auf welches Ihrer Projekte sind Sie besonders stolz und warum? Stephan Marx: Stolz ist ein falscher Ausdruck. Es gibt bei einigen Projekten eine Tendenz, welche es wert ist, sie weiter zu verfolgen. Wenn man eines nennen will, dann die Pfarre in Tabland. Hier haben wir den alten Stadel stehen gelassen. Die Idee, diesen stehen zu lassen, ist aus dem Umfeld heraus entstanden und wir haben Altes und Neues verbunden, uns in Zurückhaltung geübt und haben an den gegebenen Bauformen weitergebaut.
Elke Ladurner: Es ist ein ständiges Suchen nach dem richtigen Weg. Wir wollten nichts Neues, Fremdes hineinstellen, sondern in Zusammenhang mit dem Vorhandenen bauen. Wir haben uns in der Formensprache untergeordnet, um das Gefüge nicht zu zerstören. Was wäre Ihr Traum? Was würden Sie gerne einmal bauen? Stephan Marx und Elke Ladurner (lachen beide): eine Schutzhütte.
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Fragen und Vorurteile zum Klimahaus
Gastbeitrag von Paolo Orrù, Ingenieur, Energieberatungsstelle Vinschgau, www.energie.bz.it
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Was ist ein KlimaHaus? Als KlimaHaus wird ein luftdichtes und wärmebrückenfreies Gebäude bezeichnet, das während der gesamten Heizperiode einen Heizbedarf von maximal 5 Litern Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche benötigt. Das bedeutet, dass z.B. ein Gebäude mit 100 Quadratmeter Nettowohnfläche maximal 500 Liter Heizöl verbrauchen darf. Je nach Verbrauch werden KlimaHäuser in die Kategorien B, A oder Gold eingestuft. Hinzu kommt ein „+“, falls ökologische Baumaterialien und erneuerbare Energien verwendet werden. Jedes KlimaHaus erhält von der KlimaHaus Agentur eine Bescheinigung, das sogenannte KlimaHausZertifikat.
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Wie lebt es sich in einem KlimaHaus? Das Wohngefühl ist sehr angenehm, da es nicht „zieht“ und man sich auch in der Nähe von Außenwänden und Fenstern aufhalten kann, ohne Kälte zu verspüren.
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Schimmel trotz KlimaHaus! Schimmel kann auch in einem KlimaHaus vorkommen, ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Ursache für Schimmel sind entweder Bauschäden oder falsches Lüften und mangelndes Heizen.
Wofür wird ein KlimaHaus-Zertifikat benötigt? Um von der Gemeinde die Einzugsgenehmigung zu erhalten, wird bei einem Neubau das KlimaHaus-Zertifikat gefordert. Bei einer Sanierung wird es nur dann verlangt, wenn der Kubaturbonus von 200 Quadratmeter, Landesförderungen und bestimmte Staatsförderungen in Bezug auf energetische Sanierungen in Anspruch genommen werden. Benötigt wird das Zertifikat auch beim Verkauf und bei der Vermietung von Wohn- und Bürogebäuden, nicht aber für einzelne Einheiten. Für diese muss lediglich ein Energieausweis ausgestellt werden.
Welche Änderungen sind in den nächsten Jahren zu erwarten? Bei einem Neubau wird die Provinz Bozen zukünftig nicht mehr KlimaHaus B, sondern A oder sogar Gold vorschreiben. Ähnlich definierte Energieklassen sind in anderen europäischen Ländern bereits seit Jahren Standard. Des Weiteren wird der Trend dahin gehen, sich von den Rohstoffen Öl und Gas zu trennen, um ausschließlich erneuerbare Energien, wie Biomasse, solare Energie und Geothermie einzusetzen.
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Was wird für die KlimaHaus-Zertifizierung benötigt? Das Ansuchen um die KlimaHaus-Zertifizierung muss vor Baubeginn erfolgen. Ein Techniker, meist der Planer selbst, führt die KlimaHaus-Berechnung durch. Dabei wird der Heizbedarf und somit die KlimaHaus-Klasse ermittelt, wobei ersichtlich sein muss, dass alle Wärmebrücken gelöst wurden. Bei Fertigstellung eines Neubaus wird zudem ein Luftdichtheitstest, der sogenannte BlowerDoor-Test, vorgeschrieben. Die Bauphase muss fotografisch dokumentiert werden. Von den verwendeten Baumaterialien und technischen Anlagen werden Datenblätter und Prüfzeugnisse verlangt.
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Wozu die lästigen Kontrollen? Im Gegensatz zu anderen Provinzen Italiens werden in Südtirol alle KlimaHäuser von der KlimaHaus Agentur durch sogenannte Auditoren kontrolliert. Der Bauherr kann folglich sicher sein, dass sein KlimaHaus auch tatsächlich alle Kriterien erfüllt. Manche Planer empfinden die Kontrollen der KlimaHaus Agentur als lästig und sinnlos. Sehr oft werden aber in der KlimaHaus-Berechnung bzw. in der Realisierung oder Sanierung des Bauwerks vor allem im Zusammenhang mit Wärmebrücken und Luftundichtheiten unwillkürlich Fehler begangen, die durch die Kontrollen behoben werden können.
Bei einer Sanierung ist der KlimaHaus-Standard nicht rentabel! Werden im Zuge einer energetischen Sanierung die Fenster ausgetauscht und die Gebäudehülle gedämmt, ist es vorteilhaft im Voraus eine KlimaHaus-Berechnung durchzuführen. Es zeigt sich dann in vielen Fällen, dass das Gebäude, mit nur einem geringen finanziellen Mehraufwand, alle Richtlinien für ein KlimaHaus erfüllen könnte. Dies macht sich nicht nur in der Energieersparnis bezahlt, sondern auch in der Wertsteigerung der Immobilie bei einem eventuellen Verkauf.
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Was kostet eine KlimaHaus-Zertifizierung? Die KlimaHaus Agentur verrechnet für das Ausstellen des Zertifikats und für die Kontrollen je nach Größe des Gebäudes zwischen 800 und 2.000 Euro. Die KlimaHausBerechnung und das KlimaHaus-Projekt kosten zusätzlich zwischen 1.500 und 2.500 Euro + MwSt.
Wie kann ein KlimaHaus atmen, obwohl es luftdicht ist? Als Vergleich kann der menschliche Körper beispielgebend sein: Er atmet durch die Lunge und schwitzt durch die luftdichte Haut. Genauso „atmet“ das KlimaHaus durch das Öffnen der Fenster und „schwitzt“ durch die Gebäudehülle. Sind gedämmte Wände und Decken luftdicht, bedeutet das nicht, dass sie keine Feuchtigkeit durchlassen. Da die Wassermoleküle im gasförmigen Zustand (=Feuchtigkeit) viel kleiner sind als die Luftmoleküle, besitzen sie nämlich die Fähigkeit, die Gebäudehülle zu durchdringen.
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Bauförderungen im Jahr 2013 Das Förderungsangebot in Südtirol ist auch im Jahre 2013 sehr vielseitig. Neben Landesbeiträgen und Steuerabzugsmöglichkeiten ist seit kurzem auf staatlicher Ebene ein neues Fördersystem in Kraft getreten. Das so genannte Wärmekonto („Conto termico“). Die Vielfalt ist da, die Suche nach dem Optimalsten nicht einfach. Gastbeitrag von Christine Romen, Energieforum Südtirol
Landesbeitrag für energiesparende Maßnahmen Das Amt für Energieeinsparung vergibt für diverse Energiesparmaßnahmen Beiträge im Ausmaß von bis zu 30 Prozent der anerkannten Kosten. Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine einmalige Förderung, welche unabhängig von der Einkommenssituation ausbezahlt wird. Die Höhe der Förderung orientiert sich in erster Linie an den Ausgaben. Gewährt wird der Landesbeitrag für:
• Wärmedämmung von Dächern, Außenwänden, obersten und untersten Geschossdecken, Lauben und Terrassen an bestehenden Gebäuden • Einbau von thermischen Solaranlagen für die Warmwasser- bereitung oder Schwimmbaderwärmung • Einbau von thermischen Solaranlagen für die Heizungsunter- stützung oder Kühlung • Einbau von automatisch beschickten Heizanlagen für feste Brennstoffe, wie Hackschnitzel und Pellets, sowie der Einbau von Stückholzvergaserkesseln • Einbau von geothermischen Wärmepumpen • Austausch der Fenster und Fenstertüren von Gebäuden unter Ensembleschutz
Staatlicher Beitrag für den Einsatz erneuerbarer Energiequellen Seit dem 3. Jänner ist es möglich, alternativ zu den Steuerabzügen einen Beitrag für den Einsatz erneuerbarer Energiequellen zu erhalten. Für Privatpersonen und Kondominien sieht das neue Fördersystem (Conto termico) einen Beitrag im Ausmaß von bis zu 40% der Ausgaben vor. Die Förderung wird zu gleichen Teilen auf 2 bzw. 5 Jahre aufgeteilt. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss innerhalb 60 Tagen ab Durchführung bzw. Fertigstellung der Arbeiten der Antrag an die GSE (italienischen Netzbetreiber) in elektronischer Form erfolgen. Folgende Maßnahmen werden gefördert:
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• Der Austausch der alten Heizanla ge und deren Ersetzten durch eine Wärmepumpe (Luft, Erdwärme, Wasser) • Der Austausch des elektrischen Warmwasserboilers und das Ersetzen mit einer Wärmepumpe • Der Einbau einer thermischen Solar anlage (Warmwasserproduktion) auch kombiniert mit einem solaren Kühlsystem
Die Wohnbauförderung Bei der Wohnbauförderung handelt es sich hingegen um einen Beitrag, welcher in einmaliger Form oder in Form eines zinslosen Darlehens ausbezahlt wird. Die Höhe und Art der Förderung wird in Form eines Punktesystems ermittelt. Für die Punkteermittlung sind folgende Kriterien ausschlaggebend: wirtschaftliche Verhältnisse der Familie, Anzahl der Familienmitglieder, Dauer der Ansässigkeit, Zwangsräumung, Widerruf der Dienstwohnung, bewohnen einer unbewohnbaren bzw. überfüllten Wohnung, Gründung einer neuen Familie, der/die Gesuchsteller/in oder ein unterhaltsberechtigtes Familienmitglied ist ein/e Versehrte/r, Arbeits- oder Zivilinvalide. Um in den Genuss der Wohnbauförderung zu kommen, müssen verschiedene Kriterien wie Ansässigkeit in der Provinz, Alter, Lebensminimum, kein Besitz, Besitz der Eltern usw. erfüllt werden.
Bauen Sonderthema Steuerabzug für Instandhaltungsarbeiten
Steuerabzug für energetische Sanierungsmaßnahmen Hier handelt es sich um einen Steuerabzug, der von der geschuldeten Einkommenssteuer - auf 10 Jahre aufgeteilt - abgezogen wird. Wer keine Steuern bezahlt, kann auch nichts abziehen. Daher sollte man sich vorab gut informieren. Um in den Genuss des Steuerabzuges zu kommen, muss innerhalb 90 Tagen nach Fertigstellung der Arbeiten eine Mitteilung (www.acs.enea. it) an die ENEA gemacht werden. Dies muss, außer in einigen wenigen Ausnahmefällen, von einem Techniker (Architekt, Geometer ...) erledigt werden. Der Steuerabzug für energetische Sanierungsmaßnahmen ist bis zum 30. Juni 2013 aufrecht. Die Rechnungen müssen innerhalb dieses Datums bezahlt werden, damit man den Steuerabzug in Anspruch nehmen kann. Für folgende energetische Sanierungsmaßnahmen können 55% der Ausgaben (ink. MwSt.) von der Einkommenssteuer abgezogen werden:
Hier handelt es sich um einen Steuerabzug, der im Ausmaß von 50% der getätigten Ausgaben von der Einkommenssteuer abgezogen wird. Der Steuerabzug wird zu gleichen Teilen auf 10 Jahre aufgeteilt. Bis zum 30. Juni 2013 beträgt die Höhe des Steuerabzuges 50% und max. 96.000 Euro. Ab diesem Datum wird der Steuerabzug auf 36% und der Maximalbetrag auf 48.000 Euro gesenkt. Der Steuerabzug kann für diverse Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten von Wohnungen, Wohngebäuden, sowie für den Ankauf bereits sanierter Wohngebäude (nur 36 %) in Anspruch genommen werden. Es ist keine eigene Mitteilung mehr erforderlich, doch bei Arbeiten, die einem Risiko unterliegen, muss vorab ein Einschreibebrief an das Arbeitsinspektorat in Bozen gerichtet werden. Dies darf nicht vergessen werden, ansonsten verfällt die Möglichkeit des Steuerabzuges.
• für Sanierungsarbeiten zur energietechnischen Verbesserung von bestehenden Gebäuden, sofern die gesetzlich vorgeschriebene Werte eingehalten werden. • für Ausgaben an bestehenden Gebäuden, Teilen davon oder Immobilieneinheiten sofern diese die vorgegeben Wärmedämmwerte (U-Werte) einhalten. Begünstigt wer den Wärmedämmarbeiten an Mauern, Dächern, Decken und Böden, sowie der Austausch der Fenster einschließlich Fensterstöcken. • für den Austausch der alten Heizanlage und deren Ersetzung durch einen Brennwertkessel, eine Geothermieanlage oder eine Wärmepumpe, sowie die diesbezügliche Anpassung des Verteilersystems. • für die Anschaffung von Sonnenkollektoren zur Bereitung von Warmwasser.
Hausbau- und Sanierungsseminare 2013 Jeder Hausbau und jede Gebäudesanierung ist für den/die Bauherren/ frau eine große Herausforderung und stellt ihn/sie vor einen Berg voller Fragen. Deshalb bietet das Energieforum Südtirol Seminare für den Hausbau und die Gebäudesanierung an, um dem Häuslbauer den Einstieg in das Bauwesen zu erleichtern. Fachleute informieren über Baufinanzierung, Wohnbauförderung, energiesparendes Bauen, gesunde Baustoffe u.v.m. Weitere Informationen und Anmeldung: afb, Pfarrhofstraße 60/a, Bozen - Tel. 0471-254199,Fax: 0471-1880494, info@afb.bz; info@energieforum.bz
Sanierungsseminar 2013
Nr. 1: Sa., 23. März, 6. und 20. April sowie 4. Mai Nr. 2: Sa., 2., 16. und 30. November und 14. Dezember
Hausbauseminar (für Neubau) 2013 Nr. 1: Samstag, 23. März, 27. April sowie 4. Mai Nr. 2: Samstag, 2. November sowie 7. und 14. Dezember
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Wolfgang Platter am Tag des Hlg. Franz von Sales, Patron der Journalisten, 24. Jänner 2013
Nationalpark Stilfserjoch:
Das Bartgeierjahr 2012 Das Internationale Monitoring
Foto: Giacomo Albo
Auch im abgelaufenen Jahr wurden die Bartgeier im Alpenbogen im Rahmen des Internationalen Bartgeiermonitorings (IBM) intensiv beobachtet. Auf der Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft des IBM im schweizerischen Brunnen wurden die Ergebnisse unter den Projektverantwortlichen und Beobachtern in den verschiedenen Alpenländern ausgetauscht. Enrico Bassi ist der Ornithologe im Nationalpark Stilfserjoch. Seine Feldbeobachtungen und Aufzeichnungen sind die erste Datenquelle für meinen heutigen Beitrag. Eine zweite Quelle stellt der Bartgeierbericht IBM Dezember 2012 dar. 34 Der Vinschger Wind 2-13
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Die Bartgeier in den Zentralalpen
Die Anzahl der Brutpaare in den Zentralalpen ist im Jahre 2012 auf 9 angewachsen. Vier dieser Brutpaare sind in den lombardischen Tälern des Nationalparks Stilfserjoch oder in unmittelbarer Nähe angesiedelt, fünf im Engadin bzw. in weiteren graubündner Tälern. Zwei der engadiner Paare haben sich erst 2011 neu gebildet und 2012 erstmals gebrütet. Insgesamt haben von den 9 Paaren 2012 6 eine Brut begonnen. Bei 4 der 6 Paare ist die Brut bereits vor dem Schlupf des Jungvogels misslungen. Von den 2 Paaren „Livigno“ und „Albula“ ist je
ein Jungvogel flügge geworden. In den Ötztaler Alpen hat sich im Vinschgau ein neues Bartgeierpaar gebildet. Und wir dürfen auf die erste Brut gespannt sein.
Die höchste Erfolgsrate
Seit der 1. Naturbrut des Paares „Braulio“ im Jahre 1998 sind von den oben genannten 9 Paaren insgesamt 61 Bruten unternommen worden. Daraus sind 43 Junggeier flügge geworden. Dieses Verhältnis 43/61 entspricht einem Aufzuchtserfolg von 70%. Diese Verhältniszahl ist als die höchste Bruterfolgsrate im gesamten Alpenbogen zu verzeichnen. Die Zahl ist
auch ein direkter Hinweis, dass sich die Habitate oberhalb der Waldgrenze in den Tälern um den Ortler-Cevedale-Stock mit den hohen Beständen an Huftieren und entsprechendem Fallwild für den Bartgeier besonders gut eignen.
2012 – ein Ausreißer-Jahr
Mit nur zwei ausgeflogenen Jungvögeln von 9 Paaren, wovon 6 eine Brut begonnen haben, bleibt das Jahr 2012 aber ein Jahr mit einem außerordentlich niedrigen Bruterfolg (33%). Die Gründe hierfür sind noch nicht hinreichend geklärt. Ein Versuch einer Erklärung ist der schneearme Winter mit geringen Stückzahlen an Fallwild und Aas. Ein weiteren Ansatz zur Erklärung liegt in der zunehmenden Anzahl von unverpaarten Individuen und immaturen Jungvögeln, welche immer häufiger die Brutterritorien verpaarter Bartgeier bestreichen. Durch diese Einflüge kommt es zu arteigenen Interaktionen und Störungen der Brutpaare durch „Junggesellen“. Diese artspezifischen Interaktionen erhöhen den Stress unter den Geiern. Und der erhöhte Stress könnte die verpaarten Vögel davon abhalten, großen Aufwand in das Brutgeschäft zu investieren.
Die alpenweite Situation
Insgesamt sind im Jahre 2012 im gesamten Alpenbogen 10 Junggeier aus Naturbruten flügge geworden, die Mehrzahl davon diesmal in den Westalpen. Erfreulich ist, dass 2012 mit den 2 Jungvögeln im Piemont erstmals auch Bartgeier im italienischen Teil der Alpen außerhalb des Nationalparks Stilfserjoch geboren wurden.
Die Ergebnisse in den Aufzuchtstationen
Für das Wiederansiedlungsprojekt stehen 31 Vogelpaare in Aufzuchstationen und Zoos zur Verfügung. Im Jahre 2012 haben alle 31 Zuchtpaare eine Brut begonnen und und aus 25 Eiern sind Küken geschlüpft. Flügge geworden sind davon 19 Jungvögel. 10 Jungtiere konnten für weitere Freilassungen an 5 Orten in Kärnten, St. Gallen, Argentera Alpi Marittime und in Frankreich zur Verfügung gestellt werden. Bis heute wurden seit der 1. Freilassung im Jahre 1986 insgesamt 186 Junggeier aus Zuchten in Volieren freigelassen. Und seit der ersten erfolgreichen Brut im Freiland im Jahre 1997, elf Jahre nach dem Start des Wiederansiedlungsprojektes, sind im Alpenbogen bis 2012 insgesamt 92 Junggeier aus Naturbruten flügge geworden. Die im Freiland geborenen Junggeier machen derzeit 33,5% der Alpenpopulation aus (Angabe: SCHWARZENBERGER, A. und ZINK, R. in „infogipeto“ Nr. 29 Dezember 2012).
Geringe genetische Variabilität
Die Schweizer Forscherin Franziska Lörcher hat im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Zürich die genetische Variabilität der Bartgeier in den Alpen untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine derzeit sehr niedrige genetische Variabilität: Von 38 Gründervögeln tragen nur 7 mit ihren Nachkommen zu 50% an der derzeitigen Population bei. Damit besteht ein beträchtliches Risiko von Inzucht innerhalb weniger Generationen mit erhöhter Krankheitsanfälligkeit. Um diesen Flaschenhals zu überwinden, müssen daher bei den nächsten Freilassungen möglichst Vögel mit fremden Blutlinien ausgewildert werden.
Satellitentelemetrie
Der Schweizer Biologe Daniel Jegglin ist im Rahmen des alpenweiten Monitorings zuständig für die Auswertung der Daten aus der Satellitentelemetrie. Von den 10 im Jahre 2012 freigelassenen Junggeiern konnten 8 mit einem Satellitensender ausgestattet werden. Von 9 weiteren, in den Jahren 2010 und 2011 besenderten Vögeln sind 2012 noch Satellitendaten eingegangen. Insgesamt waren im Zeitraum eines Jahres von Dezember 2011 bis November 2012 ca. 21.000 Ortungen möglich. Damit hat sich unser Bild von den Bewegungsradien und der Raumnutzung durch die Bartgeier weiter vervollständigt.
Die Reise von Jakob
Beispielhaft sei hier die beeindruckende Sommer-Reise von Jakob erwähnt. Das Bartgeier-Männchen Jakob stammt aus einer Zoo-Geburt und war 2011 im Nationalpark Hohe Tauern freigelassen worden. Im Mai 2012 ist der einjährige Jakob von den Hohen Tauern an die Holländische Meeresküste geflogen. Dort hat er einige Tage verbracht. Anschließend konnte er 25 km vom Stadtzentrum von Paris geortet werden. In der 1. Juniwoche ist Jakob dann bei Valence im Rhontetal lokalisiert worden, um danach wieder, den Alpenbogen von West nach Ost querend, in die Hohen Tauern zurückzukehren.
Nochmals: Bleivergiftungen
Leider mussten im Berichtsjahr wieder 3 Fälle von aufgefundenen Bartgeiern mit Bleianreicherung im Blut und im Körper registriert werden. Das Blei kommt über die Nahrungskette in die Vogelkörper, wenn die Vögel Eingeweide von Wildtieren aufnehmen, welche nach dem jagdlichen Abschuss von Huftieren mit Bleimunition im Freiland verbleiben. Blei als Schwermetall führt zu Lähmungen mit Flugunfähigkeit und Organversagen. Eine Dosis von 150 Mikrogramm pro Deziliter Blut gilt für Bartgeier als letal. „Lousa“, das Bartgeierweibchen BG 619 war 2010 in Vercors (F) freigelassen worden. 2012 wurde der Vogel geschwächt, aber lebend in Vorarlberg aufgefunden. Der Bleigehalt im Blut betrug 8,5 Mikrogramm/ Deziliter. Der Vogel befindet sich derzeit in Pflege an der Zuchtstation Haringsee von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, ist aber noch nicht wieder flugfähig. „Glocknerlady“ ist das Weibchen BG 718, welches am 23. Juni 2012 im Nationalpark Hohe Tauern freigelassen worden war. Am 3. November 2012 wurde der Vogel in Slowenien lebend, aber in einem sehr schlechten Zustand aufgefunden. Die Laboranalysen ergaben den unglaublichen Bleigehalt von 656,4 (!) Mikrogramm pro Deziliter. Auch dieser Vogel wird in Haringsee gepflegt und kann inzwischen wieder fliegen. „Nikolaus“, das Weibchen BG 138 wurde am 20. Jänner 2012 bei Matrei in Osttirol tot aufgefunden. Neben einer Bleiintoxikation im Blut wurden im Röntgenbild auch drei Schrotkugeln aus einer Schussverletzung festgestellt. Nikolaus war 1991 in Rauris in den Hohen Tauern freigelassen worden. Ihr Brutversuch mit einem Partner im Jahre 2001 war der erste im Freiland in Österreich seit 1880. Nach dem Verlust ihres Partners hat das Weibchen 11 Jahre als solitäre „Witwe“ im Nationalpark Hohe Tauern verbracht, ohne sich neu zu verpaaren und ohne sich fortzupflanzen. Die sich häufenden Fälle von Bleivergiftungen bei Aasfressern, Greifvögeln, gründelnden Entenvögeln und im Schlick schlappernden Flamingos müssen zu einem verstärkten Bemühen im Austausch der Bleimunition bei der Jagd führen.
Foto: Matteo Illini
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Sport
Eishockey Latsch
Bozen/Innsbruck
Eisfix ärgern den Tabellendritten
Silvesterläufe
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ie beste Leistung der Saison zeigten die Eisfix beim Heimsieg gegen den Tabellendritten HC Como. Die Zuschauer sahen eine unterhaltsame Partie mit schönen Spielzügen und schnellem Hockey. Das erste Drittel verlief äußerst ausgeglichen, kurz vor der Drittelsirene brachte Johannes Lampacher die Latscher in Führung, nach Anpfiff des zweiten Spielabschnittes netzte Florian Unterholzner nach einem Al-
D
as neue Laufjahr beginnt noch vor Neujahr: mit dem Boclassic-Silvesterlauf. Die 5 Kilometer des Ladurner Volkslaufes sind das 1.Rennen der TOP7-Serie. Vom ASV Rennerclub Vinschgau haben heuer 33 daran teilgenommen. Es waren 4 kurze Runden zu laufen, wobei für die Schnelleren das Überrunden Zeit und Kraft kostete. Schnellste der Frauen war wiederum Petra Pircher. Sie wurde insgesamt Dritte und siegte in ihrer Kategorie. Zweitschnellste aus dem Vinschgau war Mirka Lorenzani (Laas) und Dritte die Neue im Rennerclub, Verena Pratzner. Platz 3 in der Altersklasse schafften Tama-
Foto Helmut Zischg
ra Schwienbacher und Anna Kerschbaumer. Der schnellste der Vinschger Herren war der Prader Peter Pfeifer als gesamt 17. in 16 Minuten 54 Sekunden. Nur 3 Sekunden dahinter folgte Günther Angerer. Seinen Sieg in der Altersklasse konnte
Helmut Pazeller feiern. Aber auch alle anderen Läuferinnen und Läufer weihten mit vollem Einsatz das neue Laufjahr ein. Beim Silvesterlauf in Innsbruck liefen heuer nur Dietmar Waldner und seine Frau. Helmut Zischg
Schluderns/Watles
Ski-Nachwuchs übt am Watles D leingang den Puck souverän ins gegnerische Tor ein. In der Folge diktierten die Vinschger das Spielgeschehen, vergaben aber einige Chancen ihre Führung auszubauen. Im letzten Drittel nutzten die Eisfix eine Überzahlsituation aus und erhöhten durch Lorenz von Pföstl auf 3:0. Die Gäste warfen nun alles nach vorne und wurden bestraft. Mirko Clemente nutzte in der 44. Minute eine Unachtsamkeit in der Verteidigung aus, steuerte allein aufs Gästetor zu und bescherte den Vinschgern das 4:0. Einen Gegentreffer musste Torhüter Johannes Tappeiner, der eine starke Leistung bot, kurz vor Schluss zwar hinnehmen, doch am Ende freuten sich die Vinschger dank des 4:1 Sieges über die wichtigen Punkte im Kampf um die Play Off Plätze. (sam) 36 Der Vinschger Wind 2-13
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ie Schludernser Kinder und Jugendlichen erhalten zum Jahreswechsel traditionell die Gelegenheit, das Ski- und Snowboardfahren zu erlernen. Die Verantwortlichen des Amateursportvereins Schluderns organisieren den Weihnachts-Skispaß in Zusammenarbeit mit jenen des Skigebiets Watles und mit
Hilfe von vielen freiwilligen Ski- und Snowboard-Lehrerinnen und Lehrern möglich. 25 Kinder und Jugendliche nahmen an den diesjährigen „Gaudi-Ski und Snowboardkursen“ bei idealen Wetterbedingungen teil. Sportpräsident Heiko Hauser zieht positive Bilanz. „Alles ist zur Zufriedenheit gelaufen und was be-
sonders wichtig ist: Niemand hat sich verletzt.“ Beim Abschlussrennen führten die „Ski- und Snowboard-Hasen“ vor, was sie gelernt haben. Die Eltern dankten den Freiwilligen vom ASV für die Initiative, die ihren Sprösslingen während der Ferien eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglicht. (mds)
Die „Skihasen“ des Sportvereins Schluderns mit ihren Betreuerinnen und Betreuern
Sport
Freizeithockey CCM-Cup
Vinschger Duell um den Titel I
m Kampf um den Meisterschaftsgewinn im Freizeithockey geht es langsam in die spannende und alles entscheidende Phase. Zu den Favoriten gehören die Hockeycracks des SSV Naturns Blue Cannibals, die im bisherigen Meisterschaftsverlauf eine starke Leistung boten und alles versuchen werden, um den Titel erstmals nach Naturns zu bringen. Angeführt wird die Mannschaft, die sich aus einer guten Mischung aus Jung und Alt zusammensetzt, vom Präsidenten und Kapitän Andreas Humml und Peter Klotz, die seit über 25 Jahren dem Verein die Treue halten. Verstärkt wurden die Blue Cannibals in dieser Saison durch Andreas
Palla, Alexander Pixner und der Rückkehrer Manuel Messner. Kurz vor den Play Offs liegt das Team von Coach Walter Allneider an zweiter
Stelle, punktegleich mit dem Vinschger Rivalen HC Prad Hockey, der die Tabelle aufgrund der direkten Duelle anführt. In den bisherigen 13 ge-
spielten Partien verließen die Untervinschger lediglich drei Mal als Verlierer das Eis. Als großer Spielverderber könnte sich ausgerechnet das Team aus Prad erweisen, das beide direkten Duelle für sich entscheiden konnte und im bisherigen Meisterschaftsverlauf nur zwei Niederlagen kassierte. Ein Aufeinandertreffen beider Mannschaften im Endspiel wäre sicher für die Spieler als auch die Hockeyfans ein Traumfinale, das Spannung und viel Brisanz verspricht. Auf diesem Weg möchte sich der Verein bei allen Fans, Gönnern und Sponsoren für ihre Unterstützung bedanken. (sam)
Ski
Ski - Europacup Damen
TZV Nachttorlauf Schnals
Erfolg mit guter Vorbereitung
v.l.: Melanie Bachmann ATZV, Elisa Platino SC Meran, Margesin Niklas SC Vigiljoch, Ewald Pixner SC Hirzer Tagesbestzeiten
A
uch der 4. Nachttorlauf des TZV in Schnals beim Gloggenlift, der als Sprintriesentorlauf in zwei Durchgängen gewertet wird, war wieder ein schöner Skiabend für alle Beteiligten. Zum Rennen sind alle ausgeschriebenen Kategorien der FISI, aber auch Freizeitsportler zugelassen. Es haben sich 95 Skifahrer am Rennen beteiligt, davon an die 65 Kinder und Jugendliche die sich in ihrer Kategorie eine Leistungsorientierung für die kommende Rennsaison über sich und ihre KollegInnen holen
konnten. Tagesbestzeit bei den Erwachsenen holte sich Ewald Pixner vom SC Hirzer mit einer Gesamtzeit von 34:59. Bei den Damen war es Bachmann Melli vom Trainingszentrum Vinschgau mit 38:21. Bei der Jugend Mädchen Platino Elisa vom SC Meran mit 36.3. Und die männliche Jugend gewann der vom SC Vigiljoch gemeldete Margesin Niklas in einer Gesamtzeit von 35: 70. Dank optimaler Pistenverhältnisse und guter Verpflegung im Zielgelände durch unsere Vereinsmitglieder, konnte das Rennen
ohne Zwischenfälle abgeschlossen werden. Ein Dank an dieser Stelle auch den Schnalstaler Gletscherbahnen dem freundlichen Liftpersonal der Skischule Schnals für die Zeitnehmung und der Fam. Gurschler Piccolo Bar für die Abhaltung der Preisverteilung in ihren Räumlichkeiten. Anschließend an der Preisverteilung war unsere große Startnummernverlosung mit tollen Sachpreisen, gestiftet von verschiedenen Firmen und Privatpersonen, die alle namentlich erwähnt wurden. Den Hauptpreis, ein Paar Skier der Marke Nordica mit Bindung ging an den jungen talentierten Skiläufer Grüner Felix aus Tabland. Die Präsidentin des TZV, Sonja Platzer bedankte sich noch einmal bei allen Beteiligten mit einem Ski Heil, sie wünschte ihnen eine gute Heimreise und den Athleten eine super Skisaison 2013. Auch im Dezember 2013 wird das Trainingszentrum dieses Rennen wieder organisieren.
E
inige ausgezeichnete Resultate sind im ersten Teil dieser Ski-Europa Cup Saison zu vermelden. Zu diesen Ergebnissen trägt auch Monika Müller als Konditionstrainerin der italienischen Nationalmannschaft bei. Die Schlanderserin ist das zweite Jahr Konditionstrainerin im Europa Cup. Gleich beim ersten Europa Cup Rennen der Saison in Norwegen siegte Michela Azzola im Slalom, wobei sie auch letzthin im Weltcup mit einem 19. Rang aufhorchen ließ. Kurz vor Weihnachten konnte der zweite Sieg in Courchevel (Frankreich) durch Sofia Goggia eingefahren werden. (lp)
Monika (rechts) mit Sofia Goggia
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Sport
Martell
IBU-Cup in Martell
M
Martelltal – Val Martello
it dem Weltcup in Antholz erreicht der Südtiroler Biathlonwinter zweifelsohne seinen Höhepunkt. Doch nur zwei Wochen später erwartet die Fans dieser faszinierenden Sportart ein neuer Leckerbissen auf Südtiroler Schnee: Der IBU-Cup macht
zwischen dem 1. und 3. Februar 2013 in Martell Station. Beim IBU-Cup handelt es sich um den „kleineren Bruder“ des Weltcups, von manchen daher und nicht zu Unrecht auch „B-Weltcup“ genannt. Und wenn man sich die Meldeliste für die Wettkämpfe
in Martell ansieht, so ist diese allein bereits Beweis für die Internationalität und die umfassende Bedeutung des Ereignisses. 42 Nationen haben bereits ihre Teilnahme an den Sprint- und Verfolgungswettkämpfen in Martell angekündigt, von Argentinien bis zu den USA sind Athleten mit Ski und Gewehr dabei. Natürlich werden die großen Biathlonnationen wie Russland, Deutschland, Norwegen oder Frankreich nicht fehlen, aber auch Italien wird als Gastgeber eine Reihe namhafter und starker Biathleten ins Rennen schicken. Gerade in diesem Winter hat
der IBU-Cup bewiesen, dass er das ideale Sprungbrett für den Aufstieg ins Weltcupgeschehen ist, und kurz vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Nove Mesto na Morave (am 7. Februar) dient das Wochenende in Martell bei verschiedenen Nationen noch als letzte Qualifikationsmöglichkeit bzw. abschließende Formüberprüfung. Das Programm in Martell sieht für Freitag das offizielle Training vor. Am Samstag, den 2. Februar folgen dann die Sprintwettkämpfe (die Damen starten um 11 Uhr, die Herren um 13.30 Uhr), während am Sonntag, 3. Februar, die spannenden und sehr publikumsfreundlichen Verfolgungswettkämpfe anstehen. Hier starten die Frauen bereits um 10 Uhr, die Männer folgen ab 12.15 Uhr.
IBU-Cup
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Du bist nicht mehr da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind. Der Mensch wird nicht wirklich sterben, solange ein anderer sein Bild im Herzen trägt.
Die Jahre des Affen mit Georg Kaser
Zwei witzig-ironische Monologe über das Altwerden: „Blue Moon“ von Maria C. Hilber & „Der alte Affe Liebe“ von Selma Mahlknecht Wann: Do. 24. Jänner 2013 – Beginn 20.00 Uhr Wo: NATURNS – Pfarrsaal (Karten: Tel. 0473 667 307, Geschäftszeiten) Wann: Sa. 26. Jänner 2013 – Beginn 20.30 Uhr Wo: MALS – Kulturhaus Burgeis
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IT’S
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Florin Frank „Rainolter Florl“ *22.09.1940 †16.01.2013 Montetschinig
brass band wipptal in concert
it’s brasstime
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Wann: Samstag, 26. Jänner 2013 20.00 Uhr Wo: Mals – Oberschulzentrum Aula Magna
für ein stilles Gebet, für eine stumme Umarmung, für die tröstenden Worte, gesprochen oder liebevoll geschrieben, für einen Händedruck, wenn die Worte fehlten, für alle Zeichen der Liebe und Freundschaft, für das letzte Geleit, für die Blumen und Spenden, für alle Hilfen, die uns in diesen schweren Tagen zuteil wurden.
Winter-Konzert der Musikkapelle Unser Frau – Karthaus
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YOGA FÜR MÄNNER UND FRAUEN
REFERENT/IN TERMINE UHRZEIT VORMITTAG UHRZEIT ABEND ORT VORMITTAG ORT ABEND Kursbeitrag ANMELDESCHLUSS
Johanna Wassermann Do, 21.02. – Do, 25.04.2013 (jeweils Do) 09.00 Uhr – 11.00 Uhr, 19.00 Uhr – 21.00 Uhr, insgesamt 9 Treffen Sozialsprengel Obervinschgau OSZ Mals 90 Euro Mo, 04.02.2013
VEGETARISCHE GERICHTE AUS REGIONALEN ZUTATEN UND KLEINGEBÄCK REFERENT/IN TERMINE UHRZEIT ORT Kursbeitrag ANMELDESCHLUSS
Erwin Folie Mo, 18.02. – Do, 21.02.2013 (jeweils Mo, Di und Do) 19.30 Uhr – 23.00 Uhr, insgesamt 3 Treffen OSZ Mals 75 Euro Do, 14.02.2013
Info – Anmeldung: Hauptstraße 1 – Bahnhof Spondinig – 39026 Prad am Stilfserjoch Tel.: 0473 61 81 66 – E-mail: info@gwr.it Öffnungszeiten: Mo – Do: 08.00 Uhr – 17.00 Uhr | Fr: 08.00 Uhr – 12.00 Uhr Details zu den Kursangeboten finden Sie auf unserer Homepage www.gwr.it
ENGLISCH FÜR ANFÄNGER 50+ REFERENT/IN TERMINE UHRZEIT ORT Kursbeitrag ANMELDESCHLUSS
Michaela Parth Di, 19.02. – Do, 21.03.2013 (jeweils Di und Do) 19.00 Uhr – 21.00 Uhr, insgesamt 10 Treffen OSZ Mals 130 Euro Do, 14.02.2013
ERSTE HILFE IM RAHMEN DER ARBEITSSICHERHEIT (BETRIEBE GEMÄSS KLASSIFIZIERUNG A) REFERENT/IN Ausbilder unter Aufsicht eines Arztes – WK Bozen TERMINE Fr, 22.02. – Sa, 23.02.2013 UHRZEIT Fr, 08.00 Uhr – 17.00 Uhr, Sa, 08.00 Uhr – 12.00 Uhr, insgesamt 2 Treffen ORT Feuerwehrhalle Prad am Stilferjoch Kursbeitrag 195 Euro ANMELDESCHLUSS Mo, 11.02.2013
AUFFRISCHUNGSKURS ARBEITSICHERHEIT FÜR ARBEITNEHMER (D.LGS. NR. 81 VOM 09.04.2008) REFERENT/IN Jürgen Hafner TERMINE Fr, 01.03.2013 UHRZEIT 08.00 Uhr – 15.30 Uhr, insgesamt 1 Treffen ORT GWR Spondinig Kursbeitrag 75 Euro ANMELDESCHLUSS Mo, 25.02.2013
Integrierte Volkshochschule Vinschgau – Weiterbildung für Menschen mit und ohne Behinderung Töpfern
REFERENT/IN Andrea Raich KURSBESCHREIBUNG Töpfern ist ein altes Handwerk. Aus Ton kann man viele Dinge machen. TERMIN Sa, 02.02. – Sa, 06.04.2013 (jeweils Sa) UHRZEIT 18.30 Uhr – 12.30 Uhr, insgesamt 7 Treffen ORT OSZ Mals KURSBEITRAG 75 Euro (inkl. Materialspesen) ANMELDESCHLUSS Mi, 30.01.2013
24.01.13
Der Vinschger Wind 2-13
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