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Vinschgerwind ausgabe 17-14

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Poste Italiane SpA - Spedizione in Abbonamento Postale - D.L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 n° 46) art.1, comma1, NE Bolzano Poste Italiane SpA - Versand in Postabonnement - ges. Dekr. 353/2003 (abgeändert in Ges. 27/02/2004 Nr. 46) Art. 1, Komma 1, Ne Bozen

Nr. 17 (234) 21.08.14 I.P. 10 Jg.

www.vinschgerwind.it Südtirol He imat 2021

Agenda 20 21 Gemeinde n

Studie Südtirol 2021

Flankiere nde Maßnah men Südtirol 2021

Das vergessene Puzzle

Dialoge & Synthegra tion 2021


Radtour Stilfserjoch S

v.l.: Lukas Hofer, Jessica Hofer, Daniel Theiner, Gerald Burger, Hanspeter Gunsch und Florian Winkler Foto: Erwin Bernhart

pektakulär und überwältigend: Das ist die Radtour Stilfserjoch, für die Italiener die „scalata Cima Coppi“. Am 30. August 2014 wird heuer die 14. Auflage des internationalen Events über die Bühne gehen. Das Stilfserjoch gehört an diesem Tag allein den Radfahrern zum Genießen. Eine gute Vorbereitung sei Voraussetzung, sagte der Außenamtsleiter des Nationalparkes Hanspeter Gunsch bei der Vorstellung der diesjährigen Radtour. Denn dann mache das Erklimmen des legendären Passes Spaß. Helm und Regenschutz gehörten ebenso dazu. Die Organisatoren mit insgesamt rund 60 Mitarbeitern sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Tee und Fruchtsäfte werden an

den Kehren 14 und 31 gereicht. Dort stehen auch sanitäre Anlagen bereit. Auf der Franzenshöhe wird aufgeschenkt. Die gelben Trikots des Nationalparks gibt es in Prad und in den Kehren 20 und 44 zu kaufen. Für die Koordination der Einsatzkräfte des Weißen Kreuzes und der Bergrettung ist Florian Winkler verantwortlich. Die 30 m Einsatzkräfte - bestehend aus dem Weißen (a r h U 6.00 8.00 bis 1 asshöhe Kreuz Sulden und Prad, der Bergrettung n o v : e rr P e r p Straßens ) von Trafoi bis zu Prad, drei Notärzten und dem Helikopter gilt 4 30.08.201 Sicherheit e Pelikan 1 - betreuen insgesamt mehrere n e ig e ht! Für Ihre Stützpunkte: In Prad und auf der PasshöHelmpflic eine Helmpflicht. melm n e A g e ll a in he ist der Stützpunkt für eine zeitweilige e e k ein ucht zu es! Es bra rjoch teilnehmen ll a Betreuung eingerichtet, in Trafoi und t is in Dabeise m Radtag Stilfse auf der Franzenshöhe stehen Mitarbeia m u , g dun ter des Weißen Kreuzes und der Bergrtet für ta . s n r e / n e n d ö k start! Je t von 6.30 Uhr n e s rettung bereit. „Die Notrufnummer 118 s a M h inen it ge Es gibt ke Die beste Startze funktioniert auf der gesamten Strer. sich selbe hr. cke“, sagt Winkler. h c li g ö U M 0 t man 2 . bis 10.3 a h rt Fünf Gemeindepolizisten kümmern h fa b e Strecke : Für die A r sich unter der Koordination von GerRückfahrt ckfahrt über dieselbmmende Radfahre ald Burger um die Verkehrsregelung. keiten: Rü ist auf entgegenko aria M . „Je früher die Anreise erfolgt, desto ta Besonders S h se ass nac ! zu achten über den Umbrailp dfahrer wählen dier besser lässt sich das Parkplatzproa Rückfahrt nach Prad. Viele R eschlossen ist, abe blem in den Griff bekommen“, sagt k g und zurüc a die Straße auch tzt wird. Achtung: er Burger. Der Hauptverkehr werde in u d Variante, ufstiegsroute ben icht asphaltiert, ab Richtung Handwerkerzone geleitet, A n selten als e von ca. 5 km ist wo viel Parkraum zur Verfügung k c e Eine Str hren. steht. laden Sie te fa e it b B u r: z e gut nstalt t! ra e is V n Das Rahmenprogramm, orgar e e h d e vorges Wunsch nisiert vom Amateursportverein Tipp und ur dort ab, wo dies n den Müll Prad, beginnt bereits am 29. August ab 18.30 Uhr mit einer Modefos: Weitere In schau für Kinder, gefolgt von einer für Erwachsene. Sportliche Einlagen

erjoch s f l i t S r u o Radt

- Infos

obike.com

vi www.stel

APOTHEKE PRAD Dr. Hartmann Köfler Kreuzweg 2A Tel. 0473 616 144 Fax: 0473 617 765

wird es von den flying art geben. Musikalisch geht es mit den Line Dancern, Kravatte und Kravalle bis in die Nacht hinein. Am Radtag gibt es ab 6.00 Uhr Frühstück und ab 11.00 Uhr ist Radtour-Festbeginn. Am Nachmittag spielt die Gruppe Bergkristall. Die Abfahrt über den Umbrail-Pass wird von den meisten Radfahrern gern in Anspruch genommen und ist auch wichtig, um großen Gegenverkehr über die Jochstraße zu vermeiden. Lukas Hofer hat mit der Kantonalpolizei im Val Müstair eine eigene Streckenführung bei Sta. Maria und bei Müstair ausgemacht. Farbmarkierungen und Streckenposten werden für eine reibungslose Durchfahrt durch das Val Müstair sorgen. Voriges Jahr haben rund 9000 begeisterte Radfahrer an der Radtour teilgenommen. (eb)


21.08.14

Inhalt

/inhalt/ 3

Kommentar Studie „Südtirol 21“ für die Katz?

In Mals hält der Bildersturm an: Die E-AG-Idee mit konsolidierter Bilanz stirbt

Seite 6

Seite 4

Prad: Der Spondiniger Bahnhof ist nun der Prader Bahnhof

Seite

4

Laas/Tschengls: Die Personalienrochaden aus der Laaser Gemeinde

Seite

5

Mals: Volksabstimmung mit Hintertür

Seite

5

Glurns: Wir bedauern Leserbrief-Attacken

Seite

5

Laas: Wenn die Gurken kommen

Seite

8

Laas: 15 Jahre Marmor&Marillen

Seite

8

Naturns: Das Erfolgsmodell - 10 Jahre Seilbahn Unterstell

Seite 10

Stellungnahmen und Leserbriefe

ab Seite 11

Mals: Ist die Gemeinde für Pestizidverbot überhaupt zuständig?

Seite 15

Menschen: Josef Kaserer - „Dr Tschorscher Schneider“

Seite 17

Nationalpark Stilfserjoch: 100 Jahre Nationalpark Schweiz

Seite 38

Di Molzer, di Burgeiser, die Lootscher, die Tartscher, di Matscher, die Schleiser, die Schliniger unt die Planoaler kennan iaz ostimmen.

XEKVEYQ MX

Vinschgerwind 17-14

Du hosch di Plawenner, di Alsocker, die Prämjurer, die Kleaschterer, die Heifr und die Polschterheifr vrgessn. Unt di Ultner. Unt die Lutaschger. Weim honni vrgessn?

von Chefredakteur Erwin Bernhart

Der Wert der Bücher Offensichtlich haben Bücher, hergestellt von Südtiroler Verlagen in Südtirol, für die Südtiroler Landesregierung keinen oder nur einen ganz niedrigen Wert. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass heuer die Förderungen für die Verlage, vor allem für die kleinen, dafür aber höchst agilen Verlage wie Raetia und folio, um 50 Prozent reduziert werden sollen. Bücher sind nach wie vor ein Kulturgut, ein sehr wichtiges noch dazu, vor allem für eine sprachliche Minderheit, wie es die deutsche Minderheit in Italien eine ist. Also, was sollen diese Kürzungen in einem wichtigen Kulturbereich? Ein Kulturbereich, der auch wirtschaftlich von Bedeutung ist. Denn für eine Buchherstellung bis zum Verkauf sind gar einige fleißige Hände und Köpfe involviert. Ein Buch, mit Inhalt aus der Umgebung, für Gäste als Geschenk mitzubringen, ein Buch als Geschenk auch für politische Gäste, war bislang Ehrensache. Oder hat man schon einmal davon gehört, dass ein Landeshauptmann oder ein Landesrat einem politischen Gast eine Web-Adresse zum Geschenk gemacht hat? Der neue Landeshauptmann Arno Kompatscher und der frische Kulturlandesrat Philipp Achammer sollten sich bei dem neu aufzulegenden Kulturgesetz eine Verlagsförderung genauestens überlegen. Und wenn auch noch die Stiftung der Südtiroler Sparkasse, bislang als Kulturförderer Nummer eins im Lande bekannt, Förderungen in ihrer Kernkompetenz - dazu gehört die Förderung von Büchern - drastisch zurückfährt, ist das nicht oder kaum zu verstehen. Die Stiftung Südtiroler Sparkasse wird sich wohl nicht auf eine Stufe begeben wollen mit jenem Sponsor, der so ziemlich alle verrückten Sachen vor seinen Karren spannt: Die Stiftung ist nicht Red Bull. Oder?

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4 /politik/

Vinschgerwind 17-14

21.08.14

Wind - online

Leserbriefe Eine Flut an Leserbriefen zum Thema Volksbefragung in Mals hat die Redaktion des Vinschgerwind erreicht. Alle zu berücksichtigen war uns nicht möglich. Wir bitten um Verständnis.

Umfrage auf www.vinschgerwind.it

Finden Sie es gut, wenn der Südtiroler Anteil des Nationalparks Stilfserjoch ausschließlich von der autonomen Provinz Bozen verwaltet würde? (26 abgegebene Stimmen)

84,6 % Finde ich gut

(22 Stimmen)

15,4 %

(4 Stimmen)

Finde ich nicht gut

Neue Umfrage: Sind Sportevents, wie der Reschenseelauf oder die Radtour aufs Stilfserjoch, für den Vinschgau wichtige Ereignisse?

Tabula rasa

Prad hat jetzt einen Bahnhof

K

Foto: Erwin Bernhart

ürzlich hat die Landesregierung beschlossen, den Bahnhof in Spondinig der Gemeinde Prad im Konzessionsweg zu überlassen. Damit wurde dem Ansuchen der Gemeinde Prad aus dem Jahr 2011 stattgegeben, in dem sie mit einem Projekt des Architekten Kurt Stecher um den Erlass des Bahnhofes angesucht hat. Weil sich große Teile des Bahnhofsareals (Autoabstellplatz und Bushaltestelle, Garage, Fahrradverleih und Reparaturwerkstatt sowie Fahrradständer, Musikwerkstatt) auf Schludernser Gemeindegebiet (K.G. Schluderns) befinden, hat die Gemeinde Schluderns ihrerseits im Jahr 2013 einen Beschluss gefasst, den Pradern die Parzellen zu überlassen, unter der Voraussetzung, dass die Spesen der öffentlichen

Beleuchtung von der Gemeinde Prad getragen werden. Die Konzession soll bis November 2021 laufen. Die Gemeinde ist mit der Vertragsunterschrift ermächtigt, das Projekt von Kurt Stecher umzusetzen. Die Kosten für alle Instandhaltungsarbeiten an den Gebäuden sind von der Gemeinde zu tragen. Die Prader haben nun, auf Zeit, einen eigenen Gemeindebahnhof. Rasch in Angriff genommen wird die Überdachung des Fahrradabstellplatzes, sagt der Prader BM Hubert Pinggera. (eb)

Mals - Tabula rasa heißt es, wenn reiner Tisch gemacht wird. Altes wird über Bord geworfen und vieles soll neu geordnet werden. Dieser Auffassung ist die Mehrheit des Malser Gemeinderates in Bezug auf Fernwärmeleitungen und Gesellschaften. Verkäufe und Käufe innerhalb der Gesellschaften, an denen die Gemeinde Mals mehrheitlich beteiligt ist, gehen demnächst über die Bühne. v.l.: BM Ulrich Veith, Tourismusreferent Joachim Theiner und Bauhof-Referent Andreas Heinisch: entflechten und entfilzen

Foto: Erwin Bernhart

Bozen/Prad

von Erwin Bernhart

D

as Konzept von Harrasser & Partner ist tot. Vor Jahren wurde dieses Konzept, unter dem damaligen Malser BM Josef Noggler, in Auftrag gegeben, in dem die Verschachtelung der Gesellschaften mit mehrheitlicher Gemeindebeteiligung auf solide Basis - anhand einer konsolidierten Bilanz - gestellt werden sollte. Die E-AG, die Touristik und Freizeit AG, die Puni Energie GmbH usw., das Konstrukt wurde vom Vinschgerwind im Februar 2012 detailliert unter dem Titel „Verschachtelt, verschweißt, verfilzt“ vorgestellt. Die grundsätzliche Idee dahinter: Gewinnbringende Gesellschaften, wie die E-AG, sollen Verlust-schreibende Gesellschaften (Touristik & Freizeit AG) aus der finanziellen Patsche helfen. Aus und vorbei. BM Ulrich Veith will das Noggler-Konstrukt entflechten,

entfilzen, zerschlagen. Spätestens mit der frühzeitigen Rückgabe des Oberflächenrechtes beim Hallenbad hat die Aktion „Tabula rasa“ begonnen. Und sie geht weiter: Am Montag, den 11. August, hat der Gemeinderat beschlossen, das Fernwärmenetz der Gemeinde an die E-AG zu verkaufen. Kosten 381.000 Euro. Bisher hat die E-AG das Fernwärmenetz von der Gemeinde gepachtet. In einem zweiten Schritt soll auch das Fernwärmenetz der Touristik & Freizeit AG an die E-AG verkauft werden. Auch dieses Netz betreibt die E-AG zu einem Jahrespacht von 300.000 Euro. Voraussichtliche Kauf-Kosten: 1,1 Millionen Euro. Auf die Feststellung von Ratsmitglied Egon Alber, dass die Touristik & Freizeit AG über das Fernwärmenetz bisher wichtige Einnahmen generiere und dass er ein Verfechter des Harrasser-Konzeptes sei und sich deshalb der Stimme

enthalten werde, sagte BM Veith: „Wir wollen mit offenen Karten spielen. Die Bereiche gehören getrennt. Wir finden versteckte Beiträge an die Touristik & Freizeit AG über die Fernwärme nicht richtig.“ 2013 hat die Touristik & Freizeit AG ein Betriebsergebnis von Minus 81.000 Euro erzielt, bei einem Nettovermögen von rund 5,7 Millionen Euro. Weil das Hallenbad nun in Gemeindebesitz ist, werde sich das Nettovermögen im kommenden Jahr erheblich verringern, sagte BM Veith. Wenn die Gemeinde Mals über die E-AG, welche zu 100 Prozent der Gemeinde gehört, das Fernwärmenetz von der Touristik & Freizeit kauft, wird es eine einmalige Finanzspritze von 1,1 Millionen Euro geben. Auf der anderen Seite fallen aber die bisherigen Pachteinnahmen über das Fernwärmenetz weg. Hängt dann die Touristik und Freizeit AG in der Luft?


21.08.14

Vinschgerwind 17-14

/politik/ 5

Laas/Tschengls/Bormio/Schlanders

Mals

Laaser Personalien

Volksabstimmung

B

A

Fotos: Erwin Bernhart

ekannt ist, dass aus der Gemeinde Laas Persönlichkeiten für höhere Posten im Management teilweise im Land und darüber hinaus verstreut sind. Wolfgang Platter etwa ist Direktor des Konsortiums Nationalpark Stilfserjoch. Die Landesregierung hat vor einem Monat beschlossen, das Mandat Platters als Parkdirektor vom 1. September 2014 bis zum 31. August 2016 zu verlängern. Im Amtsdeutsch heißt es im Beschluss: „Abordnung der Lehrperson Dr. Wolfgang Platter an das Konsortium für den Nationalpark Stilfserjoch“. Eine etwas ungewöhnlichere Entscheidung hat kürzlich Georg Lechner von der Lasa Marmo AG getroffen: Lechner wird seinen Posten als Geschäftsführer der Lasa mit Ende des Jahres zurückgeben. Seit geraumer Zeit ist ihm als 2. Geschäftsführer Paul Graf zur Seite gestanden. Zweimal Alpha auf dem Laaser Marmorboden geht nicht. Georg Lechner zieht sich also aus dem unmittelbar operativen

v.l.: Wolfgang Platter, Georg Lechner und Herbert Raffeiner Geschäft zurück. Lechner wird sich aber als Aktionär und als Verwaltungsrat der Lechner Marmor AG weiterhin für jene Abtransportlösung einsetzen, für die er in den vergangenen Jahren bereits hart gekämpft hat und für die bereits einiges Geld der Aktionäre investiert worden ist: für einen Abtransport über die Bahnstruktur und über die Schrägbahn. Der Kampf soll auf allen Ebenen geführt werden. Eine noch ungewöhnlichere Entscheidung hat der bisherige Direktor des Oberschulzentrums von Schlanders getroffen: Herbert Raffeiner wird - nach 6 Jahren in Schlanders - mit

1. September 2014 im Schulsprengel Schluderns/Glurns/ Taufers als Direktor beginnen. Mit Neugier auch. Er wolle mit zunehmendem Alter leiser treten, sagt Raffeiner einerseits. Andererseits ist er empört über die Nachlässigkeit, die die Landesregierung und andere Verantwortliche beim längst fälligen und überaus notwendigen Neubau der technischen Fachoberschule in Schlanders an den Tag gelegt haben. Um einen Neubau gekämpft hat er all die 6 Jahre und schon lange vorher sei die Notwendigkeit vorhanden gewesen. Verena Rinner ist Raffeiners Nachfolgerin. (eb)

b 22. August 2014 findet die Volksabstimmung über ein Pestizidverbot in der Gemeinde Mals statt. Hektisches Treiben gibt es dazu im politischen Vorfeld: BM Ulrich Veith hat am vergangenen Dienstag (nach Redaktionsschluss) den Gemeinderat in einer Dringlichkeitssitzung über eine authentische Interpretation von Prof. Marino Marinelli abstimmen lassen. Der betreffende Artikel 40 Abs. 6 heißt in der Gemeindesatzung: „Die einführende Volksabstimmung hat eine beschleunigende und innovative Funktion. Sie dient dazu, aktuelle Sachangelegenheiten in die Gemeindepolitik einzubringen und einer verbindlichen Entscheidung zuzuführen.“ Veith verfolgt zwei Strategien: Der Gemeinderat soll mitentscheiden, dass das Bindende der Volksabstimmung etwas aufgeweicht wird - man müsse den Abstimmungstext nicht wortwörtlich umsetzen - und dass der Rat als Mitbestimmungsgremium bei eventuellen Rechtsstreitigkeiten mit im Boot ist.

In eigener Sache - Glurns

„Wind“-Leser - Foto

Distanz und Bedauern

Bioparadies Obervinschgau

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Foto: Erwin Bernhart

ie Vorwürfe, die im letzten Vinschgerwind in einem Leserbrief gegen den Stadtrat von Glurns erhoben worden sind, weisen sowohl BM Erich Wallnöfer als auch der Stadtrat als völlig haltlos zurück. Die im zitierten Schreiben angeführten Argumente entbehren jeglicher Grundlage und mit großer Verwunderung haben

die Mitglieder des Stadtrates zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Person, die den Leserbrief gekennzeichnet hat, gar nicht existent ist. Dies zu überprüfen wäre Aufgabe der Chefreaktion gewesen. Die Stadträte werfen dem Vinschgerwind Nachlässigkeit vor. Dazu stellt der Vinschgerwind fest: Wir bedauern die nicht qualifizierten Angriffe auf den Stadtrat und die würdelosen Unterstellungen, distanzieren uns ausdrücklich von den im Leserbrief geäußerten diesbezüglichen Argumenten und Angriffen. Auch bedauern wir den Umstand, nicht die Person eingehender überprüft zu haben, die den Leserbrief geschrieben hat. Erwin Bernhart Chefredakteur

Wir wünschen den Malsern, dass sie so viel Egoismus entwickeln und bei der Volksabstimmung mit Ja stimmen. Ein Ja für die Gesundheit der gesamten Bevölkerung von Mals und ihrer Nachkommen. Wir wünschen den Bauern, dass sie nicht, so wie wir, ihre gesamten Felder einhausen müssen, um sich vor Abdrift von Pestiziden aus dem integrierten Obstbau zu schützen. Der Initiative „Bäuerliche Zukunft Mals“ wünschen wir viel Mut, dass sie sich getrauen, sich über ihren eigenen Tellerrand hinauszulehnen. Auf der gesamten Welt gibt es biologische Landwirtschaft, wieso sollte diese Wirtschaftsweise nur in Mals nicht möglich sein? Annemarie Gluderer, Kräuterschlössl, Goldrain


6 /Titel/

Vinschgerwind 17-14

21.08.14

Südtirol 2021

Ein Konzept zur Veränderung, das in der Schublade landet Südtirol 2021 - Es ist ein Strategiepapier, eine Vision, Südtirol neu zu gestalten, europafit zu machen, die Wirtschaft und die sozialen Netze zu stärken, die Lebensqualität und die Umwelt zu sichern und die Bürger des Landes aktiv an der Zukunftsgestaltung zu beteiligen. Auf 86 Seiten haben Helmut Pinggera und Christoph Gufler im Jahre 2011 ein Entwicklungskonzept formuliert, das beim Rechnungshof und in einer Schublade des Landes gelandet ist. von Heinrich Zoderer

H

elmut Pinggera lebt seit 2007 in Bruneck. Ich treffe ihn dort, wir sitzen lange zusammen, er hat viel Zeit und viel zu erzählen. 20 Jahre lang, von 1992 bis 2012 war er Koordinator für EU-Projekte (Leader- und Interreg), zuerst im Vinschgau, dann für ganz Südtirol. In dieser Zeit hat er reichlich Erfahrung gesammelt, viele Projekte geplant und durchgeführt und Kontakte mit lokalen und internationalen Institutionen aufgebaut. Mit dem AltLandeshauptmann traf er sich regelmäßig. Er war ein Teil im alten System Südtirol und er wollte dieses System verändern. Sein gesamtes Wissen, seine langjährigen Erfahrungen sind in die Studie eingeflossen. Das Land hat dafür 35.000 Euro bezahlt, 25.000 an Pinggera und 10.000 an Christoph Guf-

ler, den Altbürgermeister von Lana und ehemaligen Chef der SVP-Arbeitnehmer. Damals gab es eine Diskussion über die Randgemeinden mit hoher Abwanderung. Von der Handelskammer wurde 2011 eine Studie über die Bevölkerungsentwicklung veröffentlicht. Mit einem Minus von 6,5 Prozent zwischen 2002 und 2009 verzeichnete die Gemeinde Stilfs die höchste prozentuelle Bevölkerungsabnahme aller Südtiroler Gemeinden. Prettau und Proveis waren zwei weitere Gemeinden mit großen Bevölkerungsverlusten. Diese demografische Entwicklung stellt eine „ernstzunehmende Bedrohung“ dar, so steht es auf Seite 82 in der Studie. Am 21. März 2011 wurde der Landesregierung ein Bericht der ressortübergreifenden Arbeitsgruppe „Abwanderungsgebiete in Südtirol“ mit verschiedenen Empfehlungen vorgelegt. Um die

ganze Thematik zu vertiefen, hat der Landeshauptmann Helmut Pinggera und Christoph Gufler beauftragt, ein Strategiepapier „Südtirol 2021“ auszuarbeiten. Dabei geht es nicht nur um Maßnahmen für abwanderungsgefährdete Gemeinden, sondern um ein Gesamtkonzept für Südtirol. Es sollte einen Paradigmawechsel einleiten, es geht um Regionalentwicklung, die Bildung neuer Netzwerke und um die Abkehr vom Versorgungsdenken, hin zu mehr Eigenverantwortung. Der Inhalt dieser Studie hat jedoch kaum jemanden interessiert. Die Opposition im Landtag, besonders die Freiheitlichen, regten sich darüber auf, dass der damalige Arbeitnehmerchef Gufler einen Beraterauftrag der Landesregierung erhielt. Und der Rechnungshof stellte die Frage, warum die Landesregierung nicht selbst solche Studien erstellt, sondern Außenstehende damit „Die Zielsetzungen moderner Regionalpolitik für Südtirol. Die Grafik führt ein regionales System aus, das aus Mangel an Arbeitsplätzen und/oder einer Abnahme und Überalterung der Bevölkerung in eine negative Entwicklungsspirale geht. Die Südtiroler Landesregierung will diesem Trend bereits im Entstehen durch gezielte Maßnahmen entgegentreten. Bildquelle: Prof. Gerlind Weber, Boku Wien, 2010“ (Grafik und Bildtext aus „Südtirol 2021 Wurzeln und Flügel mit den Menschen stärken“; Helmut Pinggera, Christoph Gufler, Juni 2011)


21.08.14

Vinschgerwind 17-14

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beauftragt. Damit landete die Studie in der Schublade.

Die dritte Phase der Autonomiepolitik: nicht Bauten, sondern der Mensch im Mittelpunkt

Umsetzung auf mehreren Ebenen: Südtirol Agenda, Südtirol Heimat und Südtirol Dialog Durch die „Südtirol Agenda 2021“ sollten die Gemeinden gestärkt werden. Einzelne Pilotgemeinden sollten unter Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen und Berufssparten Entwicklungsprojekte ausarbeiten. Mit Mitteln der EU, des Landes und der Gemeinden sollten die Projekte finanziert werden. Mit der Aktion „Südtirol Heimat 2021“ sollte ein landesweiter Wettbewerb durchgeführt werden und „gute Projekte, die hinsichtlich Umwelt, Lebensqualität, Arbeit oder Gemeinschaft nachhaltig wirken und als Gemeinschaftsprojekte realisiert werden“, sollten prämiert und angemessen publiziert werden. Durch den „Südtirol Dialog 2021“

Foto: „Wind“-Archiv

Der Alt-Landeshauptmann sprach in seiner letzten Regierungserklärung 2008 von einer neuen Politik. Nach dem Kampf um die Autonomie und dem Aufbau verschiedener Infrastrukturen, sollte es in der dritten Phase darum gehen, die neuen Herausforderungen zu bewältigen und die Zukunft zu sichern. Nicht die Bauten, sondern die Menschen sollten dabei in den Mittelpunkt des politischen Handelns gestellt werden. Südtirol, eine Kleinregion in Europa, muss sich dem europäischen Wettbewerb stellen und sich als Teil Europas und der Welt in weltweite Trends einklinken. In dem Strategiepapier von Pinggera und Gufler werden die „Agenda 21“ der Vereinigten Staaten genannt, sowie die Ziele der Europäischen Union „Europa 2020“ und auch das Konzept „Südtirol Klimaland 2020“. Mit der Studie sollte Südtirol auf die vielfältigen Herausforderungen einer immer komplexeren Welt reagieren und das System Südtirol im europäischen und globalen Wettbewerb effizient halten, aber vor allem auch nachhaltig entwickeln. Und das Ganze sollte nicht von oben verordnet werden, sondern von unten wachsen. Man setzt auf Transparenz, Offenheit, Partizipation, ganzheitliches Denken. Es geht um ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Pinggera und Gufler führten Gespräche mit drei Experten: mit Prof. Fredmund Malik aus St. Gallen, mit Prof. Gottfried Tappeiner von der Universität Innsbruck, sowie mit Prof. Konrad Bergmeister von der Universität Wien und Bozen. Außerdem wurden ausführliche Gespräche mit Vertretern aus Niederösterreich, Oberösterreich und Vorarlberg geführt, um über die dortigen Erfahrungen in der Regionalentwicklung, der Stadt- und Dorferneuerung und ihren Erfahrungen mit Zukunftswerkstätten zu erfahren.

Helmut Pinggera aus Stilfs, Koordinator der EU-Projekte Leader und Interreg von 1992 bis 2012, lebt seit 2007 in Bruneck

sollten die einzelnen Projekte vernetzt und damit ein landesweiter Dialog und Lernprozess eingeleitet werden. Um diese Ziele umzusetzen, sollte sich auf politischer, auf strategischer und operativer Ebene einiges ändern. Das bedeutet, dass es Gesetze, eine Organisation und Akteure braucht. Nach den Vorstellungen der Autoren sollte bei der Abteilung Europa eine Netzwerkstelle „Regionalentwicklung Südtirol 2021“ eingerichtet und mit insgesamt 6 Vollzeitstellen besetzt werden: 2 Experten, 1 Projektassistent, 1 Redaktionsstelle und 2 Sekretariatskräfte. Außerdem sollte ein Masterlehrgang Regionalentwicklung durchgeführt werden, um „ein Netzwerk von kompetenten Menschen zu schaffen, die den systemischen Ansatz multiplizieren und umsetzen“. Im Konzept werden verschiedene Aktions- und Projektfelder, aufgeteilt auf vier verschiedene Achsen (wie bei der EU-Förderung vorgesehen) mit vielen Beispielen angeführt. Diese Beispiele sollten als mögliche Projekte für die einzelnen Pilotgemeinden dienen. Pinggera und Gufler führten am Ende der Studie auch einen genauen Zeitplan (Roadmap) für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes

an. Bis Ende 2011 sollten das Netzwerk Land-Gemeinden aufgebaut, die Regionalentwicklungsplattform eingesetzt und die ESF Programmanträge eingereicht werden. 2012 sollte der Wettbewerb „Südtirol Heimat 2021“ ausgeschrieben werden und mit dem „Südtirol Dialog 2021“ die Phase 3 anlaufen. Passiert ist von alledem nichts. Die Netzwerkstelle bei der Europaabteilung wurde nie eingerichtet. Vielleicht war es zu offensichtlich, dass Pinggera und Gufler sich um diese Stellen bewerben wollten. Vielleicht hatte einfach niemand von der alten Landesregierung Lust - am allerwenigsten der Alt-Landeshauptmann - ein neues, basisdemokratisches Projekt zu starten. In der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und in der Gemeinde Stilfs jedenfalls kennt man die Studie von Pinggera und Gufler nicht. Und auch Peter Paul Gamper von der Abteilung Europa in der Südtiroler Landesverwaltung, teilte mit, dass er die Studie im Detail nicht kennt. Aber sie sei als Grundlage für mehrere ESF Projektanträge für systemwirksame Maßnahmen verwendet worden. Das ist zu hoffen, denn sonst wäre die 86 Seiten dicke Studie sehr teures Papier.


Vinschgerwind 17-14

21.08.14

Laas/Eyrs

Neue Anlage am Watles

Von wegen „vergurkt“

Kürzlich wurde am Erlebnisberg Watles eine neue Anlage eröffnet: Neben dem beliebten Spielesee stehen einige Betonblöcke, einige Stangen und Türme und zwei Eurotrampolins. Bahn frei für den neuen Free Running Parcours am Watles. Die Jungs aus der Umgebung von Mals, um die sich bereits in der Vergangenheit eine leidenschaftliche Free Running Truppe gebildet hat, haben den Parcours gleich in Beschlag genommen.

Foto: shutterstock

aben Essiggurken aus Südtirol eine Zukunft? Jedenfalls für die Familie Lechner aus Laas und den Spezialitätenhandel Pur Südtirol. Auf dem Versuchsfeld der Laimburg in Eyrs im Vinschgau wurden 2013 testweise Essiggurken angebaut und von der Familie Lechner in Laas eingelegt. Aus etwa 600 Kilo Gurken wurden so 2.500 Gläser Essiggurken, die von Pur Südtirol erfolgreich verkauft wurden. 2014 ist die Familie Lechner nun selbst in den Essiggurken-Anbau eingestiegen. 2.400 Gläser sollen in diesem Jahr wieder in den Handel gelangen zu einem Stückpreis von etwa vier Euro pro 400-GrammGlas. Eigentlich produzierte Familie Lechner bislang Sauerkraut. Nun aber ist das Produktsortiment um Essiggurken erweitert. „Gemeinsam mit dem Südtiroler Bauernbund waren wir im Rahmen des vom europäischen Sozialfonds (ESF) mitfinanzierten Projektes „NiKuPas“ auf der Suche nach Veredelungs- und Vermarktungschancen von Nischenprodukten“, erläutert Bettina Schmid, Managerin des Bereichs Lebensmittel & Wohlbefinden des TIS. „Die Idee auf die Essiggurken zu setzen, scheint zu funktionieren“, so Schmid. 2013 habe das TIS zudem sehr viele Rezepte durchgekostet damit die Essiggurken nicht zu sauer, nicht zu süß, und vor allem knackig sind. Markus Hauser vom Versuchszentrum Laimburg ergänzt: „ E s s i ggu r k e n werden allerdings immer eine Nische bleiben. Anbau und Ernte von Essiggurken sind aufwendig und anspruchsvoll. Gurken wachsen zum Beispiel sehr schnell: man muss täglich durchs Feld gehen und die Gurken ernten, wenn sie die richtige Größe haben“, so Hauser. Für die Familie Lechner scheint sich der Aufwand aber zu lohnen. Neben Vertriebspartner Pur Südtirol haben mittlerweile auch erste Hotels Interesse an den Südtiroler Gurken für die Minibars in den Hotelzimmer angemeldet. Die Zukunft von Essiggurken in Südtirol scheint also keineswegs „vergurkt“ zu sein.

15 Jahre

Marmor & Marillen Laas - Zum 15. Mal ging heuer das marmor&marillen - Fest in Laas über die Bühne. Die Veranstalter lassen sich immer wieder Neues einfallen und bieten - eingebettet in ein ansehnliches Dorffest Genuss und Kultur.

Großer Zuspruch und reges Treiben herrschten in Laas ganz im Zeichen der Marille und des Marmors

von Heinrich Zoderer

L

aas ist landesweit nicht nur das Marmordorf, sondern auch das Zentrum der Marillenproduktion im Vinschgau, das seit 15 Jahren durch ein besonderes Fest Anfang August gefeiert wird. Dieses Jahr begann alles bereits am 24. Juli. 10 Steinbildhauer aus Europa erhielten ihre Marmorblöcke und konnten 10 Tage daran arbeiten. Am 25. Juli wurde im Weißwasserbruch ein 8 Gänge-Menü für Feinschmecker präsentiert. Dazu gab es Live Musik. An drei Tagen Anfang August war dann das Marmor&Marillenfest. Es war nicht nur ein großes Dorffest mit 40 Marktständen, wo Vinschger Produkte angeboten wurden, sondern auch ein Genussund Kulturfest mit drei Ausstellungen, Marmorführungen, Hofführungen und Verkostungen von Fruchtdestillaten. Kinder konnten basteln, Marillenkerne klopfen, sie wurden geschminkt oder konnten in einer Mar-

mor Sandkiste am Dorfplatz spielen. Mehrere Musikkapellen, aber auch Ziachorglspieler und die Latscher Wurzelmusi spielten auf. Das teilweise wechselhafte Wetter hat dazu geführt, dass viele über das Wochenende nicht eine Bergtour, sondern einen Ausflug nach Laas gemacht und dort Marillen eingekauft haben. Etwas Verstimmung bei den vielen Besuchern brachte das heuer erstmals eingeführte Eintrittsgeld von 2 Euro. Es ist den Kaufleuten und dem Bildungsausschuss Laas in Zusammenarbeit mit der Gemeindeund Eigenverwaltung und vielen Vereinen des Dorfes aber wiederum gelungen, ein einzigartiges Fest rund um den Marmor und die Marille, die beiden Markenzeichen von Laas, zu organisieren.

Fotos: Heinrich Zoderer

H

Foto: Erwin Bernhart

8 /Wirtschaft/


21.08.14

Vinschgerwind 17-14

/Wirtschaft/ 9

Finstermünz/Nauders/

Bilder und Skulpturen in Alt-Finstermünz m Samstag (09.08.) eröffnete Kurator Hermann Klapeer im Klausenturm eine Bilder- und Skulpturenausstellung, die im dritten Obergeschoss und am Dachboden eingerichtet wurde. „Übergang“ nennen Otmar Derungs und Armin Joos die Ausstellung, die auch inhaltlich in den wuchtigen Turm passt. Hier endeten bis 1918 das Vinschgau und das Engadin, die beiden Täler, aus denen die Künstler stammen. Ein Übergang in Form einer Brücke verbindet sie seit Jahrhunderten. Der Titel ist jedoch keine Anlehnung an geografische oder Politische Übergänge. Der Maler Otmar Derungs, 1953 in Ftan geboren, beschäftigt sich seit 1974 mit demselben Thema: Ein Baum, ein Tier, ein Abgrund. Er malt Ölfarbe auf Leinwand. Neue Farben kamen in den vergangenen Jahren dazu und erweitern das unverwechselbare Blau seiner Bilder. „Kunst kann man nicht messen“, sagt Derungs. Selbst schauen ist angesagt. Der Malser Bildhauer und Steinmetz Armin Joos zeigt zwar sichtbare Übergänge zwischen konzeptuellen Arbeiten und

v.l.: Kurator Hermann Klapeer, Armin Joos und Otmar Derungs: Ausstellung bis 15. Oktober 2014

Fotos: Andreas Waldner

A

klassischen Bildhauerarbeiten, stellt die Frage nach Kunst oder den Ursprüngen von Gussarbeiten. Seine Werke in Laaser Marmor und Bronze sind beeinflusst von der griechischen Mythologie, vom Alltag und von Religion. Beide Künstler verweisen jedoch auf einen gemeinsamen Übergang, den sie mit der Ausstellung präsentieren: Jenen Schritt, der die Sicht auf handwerkliche und künstlerische Arbeiten aus einer vermeintlich geschulten Atmosphäre zu der-

jenigen Sichtweise lenkt, über die jeder Mensch auch ohne kunstgeschichtliche oder kunstkritische Schulung verfügt. „Was der Betrachter empfindet ist genau richtig. Es kann angenommen werden, man kann es auch verneinen“, meint Hermann Klapeer. Für Musik sorgte TSU (Acoustic Blues & Rock Rumantsch). Vor der Vernissage gab es um 15 Uhr eine kostenlose Führung durch die Burg. Die Ausstellung bleibt bis 15. Oktober geöffnet. (aw)

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10 /Wirtschaft/

Vinschgerwind 17-14

21.08.14

Konrad Götsch, Führer der Seilbahn Unterstell

„Straubm Team“ der FF Naturns v.l.: Matthias, Elias, Thomas, Marc, Daniel, Simon

Unterstell/Naturns

Die Küchencrew der FF Naturns v.l.: Julian, Franz, Raimund, Simon, Lorenz, Monika, Walter

Jubiläumsbahn Unterstell

A oben: Dekan Rudolf Hilpold führt durch die zahlreich besuchte Bergmesse; links: Schupfer Richard als Kassier; unten v.l.: Die Bergzigeuner; Nadine und Andreas beim „Boarischn“ der Gruppe Bergzigeuner; Marc Mair wacht über die Straubm

m neunten und zehnten August wurde auf Unterstell in Naturns ein besonderes Jubiläum gefeiert. Vor 10 Jahren wurde die Seilbahn zum dritten Mal neu erbaut, den Sicherheitsstandards angepasst und nach umweltfreundlichen Kriterien errichtet. Bürgermeister Andreas Heidegger bezeichnete am Sonntag bei seiner Begrüßung die Seilbahn als eine der wichtigsten Infrastrukturen im Gemeindegebiet. Vor allem für die Anrainer ist sie eine wichtige Anbindung an das Dorfleben, für viele Naturnser, Besucher und Touristen ist sie ein beliebtes Ausflugsziel. Über die Bahn wacht seit Jahren Konrad Götsch, der die Geschichte der Unterstell Seilbahn sehr gut kennt. Er hat alle drei Seilbahnen von 1968, 1979 und nun 2004 miterlebt, ist mit ihnen unzählige Male auf und ab gefahren und sie ist ihm ans Herz gewachsen. Heute befördert er jährlich knapp 100.000 Personen mit seiner Bahn, somit kam in den letzten zehn Jahren eine stattliche Summe von über 1 Million beförderter Personen zusammen. Dieses Jubiläum wurde gebührend gefeiert und dies in einer guten Synergie mit der freiwilligen Feuerwehr. Auf Festen wie diesen wird das Zusammenspiel eines Dorflebens sichtbar. Vereine und Unternehmen planen und organisieren gemeinsam an einem Fest, es entsteht Austausch, Zusammenarbeit und Verbindung, ein wertvoller Beitrag für eine Dorfgemeinschaft. Dekan Rudolf Hilpold führte durch die Bergmesse, segnete die Seilbahn und eröffnete damit das Fest am Naturnser Sonnenberg. Für musikalische Unterhaltung sorgte an beiden Tagen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. (bw)


21.08.14

Stellungnahmen

& Leserbriefe Pressemitteilung: Geburtenabteilung Krankenhaus Schlanders Im Namen aller 13 Gemeinden des Vinschgaus fordert die Bezirksgemeinschaft Vinschgau die zuständige Landesrätin und die gesamte Landesregierung eindringlich auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Geburtenabteilung im Krankenhaus Schlanders langfristig zu sichern! Die Geburtenabteilung in Schlanders gehört zur medizinischen Grundversorgung eines der flächenmäßig größten Bezirke Südtirols. Aufgrund der geografischen Ausdehnung des Bezirkes ist die Geburtshilfe im Krankenhaus Schlanders für die Menschen und Familien des Tales eine unverzichtbare Einrichtung. Bereits Reschen liegt mit 45 km sehr weit von Schlanders entfernt, gar nicht zu sprechen von den zahlreichen und auch langen Seitentälern des Vinschgaus. Jemandem weitere 35 km Fahrt von Schlanders nach Meran in einem Notfall zuzumuten, wäre absolut verantwortungslos und für den Vinschgau nicht hinnehmbar. Wir glauben nicht, dass es der Gesundheit der Kinder und Mütter zuträglich wäre, wenn sie im Auto auf die Welt kommen müssen. Das Krankenhaus Schlanders weist mit rund 400 Geburten im Jahr steigende Geburtenzahlen auf. In diesem Krankenhaus wurden bereits zahlreiche Einsparungs- und Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt, u.a. auch die Zusammenlegung zweier Abteilungen in die sog. Mutter-Kind-Sation. Angesichts der geografischen Verhältnismäßigkeiten und der Verteilung der Krankenhäuser in Südtirol würde das In-Frage-Stellen der Geburtenstation in Schlanders einem gravierenden Ausfall der gesundheitlichen Grundversorgung zu Lasten der Bevölkerung der westlichen Landeshälfte gleichkommen! Die Gesamtheit der Gemeinden des Vinschgaus ist überzeugt, dass es den rechtlichen Spielraum gibt, die einzige Geburtenabteilung des Vinschgaus im Krankenhaus Schlanders langfristig abzusichern! Wir sind zuver-

sichtlich, dass die Landesrätin alle Entscheidungen im grundlegenden Interesse der Vinschger Bevölkerung treffen wird. Der Präsident und der Vizepräsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau Andreas Tappeiner Dieter Pinggera

Für mehr Gesundheit und weniger Pestizide In den letzten Jahrzehnten hat sich der Obstbau vollständig in die Abhängigkeit von ChemieKonzernen begeben. Die Langzeitwirkungen aus dem Pestizid-Einsatz für die Gesundheit der Lebewesen inklusive uns Menschen sind erst ansatzweise bekannt. Eine mutige Initiativgruppe in Mals hat die Sorgen der vielen Menschen wegen der Anwendung starker Gifte aufgenommen und hat erreicht, dass diese nun darüber abstimmen dürfen. Möglich gemacht hat dies die Gemeindeverwaltung durch eine gute Regelung der Mitbestimmungsrechte. Die Bürger haben dadurch die Möglichkeit, selber einen Beitrag für eine gesunde Umwelt zu leisten. Die angekündigte Volksabstimmung hat bereits positive Auswirkungen gebracht. Ohne sie hätte sich die Landesregierung schwerlich durchgerungen, ein Maßnahmenpaket zum Schutz der Natur und der Bürger vor den Giften des Pflanzenschutzes zu erlassen. Aber es müssen nun weitere Schritte folgen. Dem neuen Landesrat wünsche ich dafür Mut. Ein eindeutiges Abstimmungsergebnis für besseren Schutz der Gesundheit wird ihm dabei helfen. Hanns Fliri, Naturns

Agrargifte Wiederholt haben Heu- und Grasanalysen im oberen Vinschgau Reste sämtlicher Spritzmittel angezeigt - Captan, Chlorpyriphos - ganz oben. Zu glauben, dies sei für die Tiergesundheit nicht von Bedeutung, ist illusorisch. Die zuständigen Behörden sind gebeten, diesbezügliche Kontrollen durchzuführen. Eine machbare Problemlösung ist der „Malser Weg“: Anbau von Obst mit biologisch zertifizierten Mitteln. Geben wir nicht nur dem Vinschgerwind die Schuld. Lasst uns Gifte global verringern, besser noch vermeiden! Roland Ploerer, Partschins

Vinschgerwind 17-14

/Leserbriefe/ 11


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Vinschgerwind 17-14

Schließung der Geburtenabteilung am KH Schlanders Im Mittagsmagazin Spezial am Mittwoch, den 06.08.2014 wurde über die Schließung der Geburtenabteilungen in den Krankenhäusern der Peripherie diskutiert. Das Schlanderser Krankenhaus soll ebenfalls von dieser Schließung betroffen sein, denn es wird die Mindestanzahl an Geburten, sprich 500 im Jahr nicht erreicht. Laut verschiedenen Aussagen kann so eine gute Qualität nicht erreicht werden, den Hebammen fehle es an Routine…. Die Vinschger Frauen sollen also zum Gebären ins Meraner Krankenhaus fahren. Was ist, wenn es nun im Meraner Krankenhaus zu einem zu großen Ansturm kommt und die Hebammen überfordert sind? Kann man dann noch von einer guten Qualität und Betreuung der Gebärenden sprechen? Ich glaube nicht. Was ist mit den Frauen, welche z.B. von Reschen, Sulden, Langtaufers und den vielen Bergbauernhöfen bis nach Meran fahren müssen? Kann ihnen dieser lange Anfahrtsweg wirklich zugemutet werden? Das Schlanderser Krankenhaus stellt für den Vinschgau eine wichtige Grundversorgung in allen Bereichen dar. Die Geburtenabteilung gehört genauso dazu wie die Erste Hilfe Station. Ständig wird von Einsparungen und Kürzungen gesprochen. Dass man aber gerade in diesem wichtigen Bereich einsparen will, kann doch nicht sein. Ich, als junge Frau, welche gerne selber einmal eine Familie gründen möchte, hoffe, dass die Geburtenabteilung im KH Schlanders erhalten bleibt. Die Vinschger Bürger, die Bürgermeister des Tales und die Bezirksgemeinschaft sollen sich mit Nachdruck gemeinsam gegen die Schließung einsetzen. Jetzt kann diese vielleicht noch abgewendet werden. Wenn die Abteilung erst einmal geschlossen ist, dann ist es zu spät. Und wie heißt es so schön: Erst wenn man etwas nicht mehr hat, merkt man erst, wie wichtig es eigentlich war. Kathrin Gluderer, Goldrain

21.08.14

Richtigstellung Im Artikel betreffend Literaturtage in Mals, bezeichnen Sie mich als VR-Mitglied und Personalchef der Firma HOPPE, was in keiner Weise stimmt. Ich bin VR-Mitglied und Personalchef der Firma Foffa Conrad AG. Georg Fallet, Müstair Offener Brief an die Bürgermeister der Gemeinden Schluderns, Prad am Stilfserjoch, Laas, Latsch und Naturns sowie den Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und an die Presse

Pestizidrückstände belasten weiterhin Gesundheit und Umwelt Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat im Mai 2014 an mehreren Orten Wasser- und Grasproben ziehen und diese auf Pestizidrückstände analysieren lassen. Die Wasserproben wurden in Prad am Stilfserjoch, in Laas - Nähe Schgumser Möser und in Schluderns im Natura 2000-Biotop Schludernser Au entnommen. Die Grasproben wurden beim Radweg zwischen Eyrs und Laas, beim Sportplatz in Goldrain/Latsch, am Kinderspielplatz in Kompatsch/Naturns und bei der Grundschule Eyrs/Laas gezogen. Die Wasserproben analysierte die akkreditierte Prüf- und Inspektionsstelle LVA GmbH/ Wien, die Grasproben wurden vom Labor für Lebensmittelanalysen/Bozen untersucht. In allen Grasund Wasserproben wurden Pestizidrückstände gefunden. Die Wasseranalysen ergaben, dass in den untersuchten Gewässern die Substanzen Boscalid, Imidacloprid, Methoxyfenozid, Penconazol, Difenoconazol, Metolachlor, Terbuthylazin vorkommen, die allesamt laut Sicherheitsdatenblättern der Herstellerfirmen für Wasserorganismen giftig/sehr giftig sind, bzw. nicht ins Wasser gelangen dürfen. In den Grasproben wurde ebenfalls ein Mix der Wirkstoffe Captan (R40), Chlorpyrifos (R42), Fluazinam (R43), Quinoxyfen (R43), Cyprodinil (R43), Difenoconazol, Penconazol, Dodin und Methoxyfenozid gefunden. Laut Nationalem Aktionsplan und den Vorschriften der Landesregierung im Be-

reich der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln müssten sensible Zonen (Schulgelände, Kinderspielplätze, Sportplätze, Radwege u. a.) vor den gefährlichen Substanzen mit den Risikosätzen R40, R42 und R43 geschützt sein. Die Analyseergebnisse wurden im Auftrag der Umweltschutzgruppe Vinschgau von einer Umweltmedizinerin und einem Biochemiker interpretiert. Diese stellen fest, dass sich diese Substanzen, bevor sie sich im Gras und Wasser niederschlagen, in der Atemluft befinden und in sensiblen Zonen unakzeptabel sind. Im Sinne der Umweltinformationsrichtlinie 2003/4/EG stellt die Umweltschutzgruppe Vinschgau hiermit an die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, die laut Beschluss der LR Nr. 817 Übertretungen feststellen müssen, folgende Fragen: 1. Wurden bisher Kontrollen durchgeführt, um sensible Zonen vor Abdrift zu schützen? 2. Welche Kontrollen sind in welchen Zeitabständen für die Zukunft geplant? 3. Welche Maßnahmen sind geplant, damit sensible Zonen vor Abdrift geschützt sind? 4. Auf welche Art und Weise werden bei erneuten Kontaminierungen die Verursacher ausfindig gemacht? Umweltschutzgruppe Vinschgau; Mag. Eva Prantl - Vorsitzende

Die Bürgermeister nehmen Stellung zum offenen Brief der Umweltschutzgruppe Vinschgau Einleitend stellen die Bürgermeister der vom offenen Brief der Umweltschutzgruppe Vinschgau betroffenen Gemeinden Prad, Schluderns, Laas, Latsch und Naturns sowie der Präsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau fest, dass ihnen die öffentliche Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung ein großes Anliegen ist. Bedauerlicherweise ist die Vorgehensweise der Umweltschutzgruppe speziell bei der Probenentnahme und anschließend bei der Kommunikation der Analysen wenig hilfreich und ist ausschließlich dazu geeignet, Unsicherheit und

Ängste in der Bevölkerung zu verursachen. So bemängeln die Bürgermeister, dass weder die Information im Zusammenhang mit der Probenentnahme (Vorabkontakt mit den verantwortlichen Amtsträgern, genauer Ort und Zeitpunkt) noch die Mitteilung der Analyseergebnisse mit genauen Angaben der Höhe der Rückstände und der gefundenen Wirkstoff ein den einzelnen Proben erfolgt ist. Ebenso ist für die Bürgermeister nicht nachvollziehbar, wie die Probenentnahme durchgeführt wurde. Im Sinne einer transparenten Vorgehensweise wäre es zielführend, wenn die Umweltschutzgruppe die in ihrem Besitz befindlichen und im offenen Brief angeführten pauschalen Analyseergebnisse vorab den betroffenen Verwaltungen zustellen würde, um diese dann gemeinsam erörtern und bewerten zu können. Die Bürgermeister gehen davon aus, dass auch die Umweltschutzgruppe an einer lösungsorientierten Vorgehensweise interessiert ist und laden die Umweltschutzgruppe zu einer konstruktiven Zusammenarbeit ein. Im Auftrag der Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, der Präsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau, Andreas Tappeiner

Pestizide - Rad- und Spazierwege Obstbauern dürfen 24 Stunden nach dem Aussprühen von Spritzmitteln die betreffende Wiese nicht betreten – außer sie tragen den entsprechenden vorgegebenen Atem- und Körperschutz. So sieht es das neue geltende Staatsgesetz vor. Für manche Spritzmittel sehen selbst die Hersteller Fristen von bis zu 72 Stunden vor. Nachdem also die Gefährlichkeit der vielfach verspritzten Pestizide fest steht, stellt sich uns die Frage: Wie sollen wir uns als Familie verhalten, um auf Spaziergängen mit dem Kinderwagen oder entlang des Fahrradweges nicht mit Giftstoffen in Kontakt zu kommen? Und was ist mit den Urlaubsgästen, die ahnungslos durchs Tal radeln? Isolde Moser, Schluderns


Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

Was fĂźr den einen gut ist, ist fĂźr die anderen eine Katastrophe. Aber ob alles wirklich an der Wettervorhersage liegt, ist fraglich.

Der Regenbogen. So viele RegenbĂśgen, wie in diesem Sommer, habe ich noch nie gesehen. So wenig Touristen, wie in diesem Sommer, haben die Hoteliers noch nie gesehen.

21.08.14

Vinschgerwind 17-14

/Impressionen/ 13


14 /Lokales/

Vinschgerwind 17-14

21.08.14

Michlwirt Tartsch

Naturns Blues Festival 2014

Bei der Bauvorstellung „Michlwirt“ Tartsch wurden zwei Zahlen der Telefonnummer vertauscht. Wir stellen diese richtig: 328 363 88 61

In Naturns lebt der Blues, wenn sich Hans Unterthurner und seine Freunde treffen. Der Verein „Blueshot“ veranstaltet nicht nur regelmäßig Blues-Sessions in der Bar „San Zeno“. Seit einigen Jahren bringen die Musikbegeisterten auch internationale Musikgrößen auf die Bühne in Naturns. Heuer sind dies: Norbert Schneider & Band, Maurizio Bestetti & Blues Power, und Bayou Side. Das Blues Festival findet am Samstag, 23. August 2014 mit Start 19.30 Uhr in der Freilichtarena am Bürger- und Rathaus Naturns statt − bei schlechter Witterung im Saal. Eintritt: Freiwillige Spende

Wer ist zuständig?

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Foto: Erwin Bernhart

ufmerksamen Vinschgerwind-Lesern dürfte nicht verborgen geblieben sein, dass die Volksabstimmung in Mals zu einer Rechtsfrage werden wird. Um das Mittel der Volksbefragung geht es dabei nicht. Es geht um die Frage der Zuständigkeit einer Gemeinde, ob Pestizide verboten werden können oder nicht. Dazu hat der Rechtsanwalt Arthur Frei (im Bild) im Namen von rund 150 BürgerInnen eine Eingabe beim Landesgericht Bozen gemacht, welches sich mit der Frage der Zuständigkeit befassen solle. Diese Eingabe, diese Klage, ist kürzlich auch dem Malser BM Ulrich Veith, als Rechtsvertreter der Gemeinde, Johannes Fragner Unterpertinger als Sprecher des Promotorenkommittes und Martin Fischer als Präsident der

Kommission für die Beurteilung der Fragestellung für die Volksabstimmung zugestellt worden. Diese Zustellung hat zu heller Aufregung geführt, von Einschüchterung, von Drohung, von Verletzung der Demokratie war die Rede. „Wir haben keinen Antrag gestellt, dass die Volksbefragung abgesagt wird. Und in einem Rechtsstaat ist es das demokratischste aller Bürgerrechte, strittige Fragen von einem unabhängigen Gericht klären zu lassen“, sagte Frei vor einer Woche bei einer Versammlung in Mals vor seinen Mandanten. (eb)

100 Jahre

Schweizer Nationalpark

Engadin/Zernez - Am 1. August 2014, dem Schweizer Nationalfeiertag, wurde in Zernez auch ein besonderer Gründungstag gefeiert: Vor 100 Jahren wurde der erste Nationalpark der Alpen gegründet - der Schweizer Nationalpark - in unmittelbarer Nachbarschaft zu Südtirol. von Heinrich Zoderer

I

n diesem Jahr wird, teilweise unbeachtet von Südtirol, bei unseren Nachbarn im Engadin an die Gründung des Schweizer Nationalparks vor 100 Jahren gedacht. Über das ganze Jahr gibt es Sonderausstellungen in 16 großen Einkaufszentren der Schweiz, in Zernez wird ein Freilichtspektakel über die sagenhafte Gründung des Nationalparks aufgeführt und im Nationalparkzentrum eine Jubiläumsausstellung präsentiert. Höhepunkt der Feiern war ein großes Fest am 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag und Gründungstag des ersten Nationalparks in den Alpen. Insgesamt 5.000 Personen nahmen an den Feierlichkeiten teil. Im großen Festzelt und auf dem Freigelände rund um das Nationalparkzentrum gab es viel Musik, Infostände (auch vom Stilfserjoch Nationalpark) und Spiele. Am Nachmittag wurde in mehreren Ansprachen an die Pioniere der Gründerzeit gedacht, denen es gelungen ist,

„Allegra e bainvgnüts“ hieß es in Zernez für die rund 5000 Besucher am 1. August

Fotos: Heinrich Zoderer

Mals

ein Stück Gebirgsnatur dem menschlichen Einfluss zu entziehen und als Wildnis- und Naturparadies zu erhalten. Die Bundesrätin Doris Leuthard, die „Ministerin“ für den Umwelt- und Landschaftsschutz in der Schweiz, erinnerte an die Aufbruchstimmung in der Gründerzeit und rief dazu auf, auch die heutigen Herausfor-

links: Bundesrätin Doris Leuthard erinnerte an die Aufbruchstimmung in der Gründerzeit; rechts: Musikkapelle und Ehrengäste vor dem Nationalparkzentrum

derungen mutig und gemeinsam anzugehen, indem man zuhause verwurzelt, weltoffen und global vernetzt bleibt. Abends gab es 90 Minuten eine Live-Übertragung der Feierlichkeiten mit vielen Gesprächen, Musik und Filmeinspielungen durch das Schweizer Fernsehen mit vier Moderatoren in allen vier Landessprachen. Ein besonderes Geschenk zum Jubiläum hat sich die Gemeinde Zernez ausgedacht. In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich wird das Projekt „Zernez Energia 2020“ entwickelt. Bis dahin will Zernez den gesamten Energiebedarf aus eigener Produktion decken und damit die CO2 Bilanz auf Null senken. Eine neue Aufbruchstimmung, eine neue Vision.


Vinschgerwind 17-14

/Lokales/ 15

Mals

Bibliothek feiert 30. Geburtstag

Jugendherberge

M

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it einem Spiele-Nachmittag und einem Konzert am Abend feierte die öffentliche Bibliothek Schluderns am Samstag, den 9. August ihren Geburtstag. Vor 30 Jahren war aus der damaligen Pfarrbibliothek die öffentliche Bibliothek Schluderns geworden. Treibende Kraft beim Aufbau und beim Neubau der Bibliothek war Waltraud Klotz - heute Vorsitzende des Biblitheksrates. Zum Fest hatten die Mitarbeiter der Bibliothek mit vielen Helferinnen und Helfern zahlreiche Straßenspiele in der Pfarrer Pali Straße und im Widumsnager vorbereitet. Rund 100 Kinder nutzen zusammen mit ihren Eltern das vielfältige Angebot. „Auffallend viele Väter waren mit von der Partie“, freut sich Klotz, die auch dieses Mal die organisatorischen Zügel geschickt und fest in den Händen hielt. Selbst einsetzender Regen

Foto: „Wind“-Archiv

Schluderns

Straßenspiele als Geburtstagsgeschenk der Bibliothek. Jung und Alt haben ihren Spaß konnte die Spielfreude nicht trüben. Schließlich mussten die Spiele dann doch in das nahe Kulturhaus verlagert werden. Am Abend gaben dort „Masurizio und Lisa“ (cosa nostra) ein Konzert. Rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörer applaudierten. Pizzaschnitten und italienischer Wein ließen Urlaubsstimmung aufkommen. Bis

Mitternacht wurde gesungen, getanzt und gelacht. Regelmäßig nutzen 500 Leserinnen und Leser das Angebot der Bibliothek. Das heißt: dreißig Prozent der Schludernserinnen und Schludernser lesen. Rund 6.000 Bücher stehen bereit. Jährlich werden 13.000 Entlehnungen verzeichnet. Und das ist beachtlich. (mds)

er Malser Gemeinderat hat kürzlich beschlossen, eine Studie für eine Jugendherberge in Auftrag zu geben. Im Vinschgau gibt es eine derartige Einrichtung nicht und Mals hätte als Gemeinde im Dreiländereck beste Voraussetzungen dafür. Man wolle damit auch das Dorfzentrum beleben und habe bereits mit der Familie Hafner Kontakt aufgenommen, gab BM Ulrich Veith bekannt. Der geschlossene Gasthof „Einhorn“ samt dazugehörenden Stadel wäre ideal. Bauen und führen würde eine Jugendherberge das Land. (eb)

Mit den

COCKTAILS by Night SAMSTAG, 23.08.2014

DIRTY LOVERS

Wem die Sommerabende zu kühl sind, denen wird von den Dirty Lovers eingeheizt. Mit fetziger Live- Musik sorgen die 4 Vinschger Jungs für super Atmosphäre im Freibadbereich. An der Bar werden exotische Cocktails geshaket und Hugo‘s kreirt. Das Sportwell Team freut sich auf euch. Keine Reseriverung notwendig

Für Fragen oder Infos: T. +39 0473 83 15 90 · info@sportwell.it · www.sportwell.it

SUSHI by Night SONNTAG, 31.08.2014 Ein paar Handgriffe vom asiatischen Sushi- Meister am offenen Tresen- und auf elegantem Porzellan präsentiert sich ein kleines Kunstwerk aus gegartem Reis und frischem Fisch. In Zusammenarbeit mit ALPENSUSHI verwandelt sich der Freibadbereich des Sportwell in ein FREILUFT- SUSHI RESTAURANT. (Bei schlechter Witterung entfällt der Abend)

Tischreservierungen erwünscht unter: +39 0473 83 15 90 oder über eine Privatnachricht an: www.facebook.com/sportwell

Foto: Erwin Bernhart

21.08.14


16 /Lokales/

Vinschgerwind 17-14

21.08.14

Latsch

Fotos: Sarah Mitterer

Ein Meer von Klängen und Musikanten

v.l.: Marsch zum Lacusplatz; Musikanten, soweit das Auge reicht; der traditionelle Musikantengruß usikinstrumente, Trachten, Fahnen und Musikanten soweit das Auge reichte – das erste Augustwochenende in Latsch stand ganz im Zeichen der Blasmusik. Im Gleichschritt marschierten hunderte Musikanten durch das Dorf, das für einen Tag lang das Zentrum der Vinschger Blasmusik war. Grund dafür war das 22. Bezirksmusikfest, das in diesem Jahr von der

Bürgerkapelle Latsch ausgerichtet wurde. Über 700 Musikantinnen und Musikanten, deren Leidenschaft der Blasmusik gilt, waren bei dieser musikalischen Zusammenkunft anwesend. Während am Samstag das traditionelle Lederhosenfest stattfand, gehörte der Sonntag ganz der Blasmusik. 16 Vinschger Musikkapellen sowie die deutsche Kapelle aus Rötenbach

waren der Einladung gefolgt. Nach dem Empfang der Kapellen und der Übergabe der Verbandsfahne vor dem CulturForum erfolgte der Einzug auf den Lacusplatz in Form des Sternmarsches, wo eine Messe abgehalten wurde. Zum Abschluss des feierlichen Aktes reckten die Musiker unter der Anleitung des Bezirkskapellmeisters Georg Horrer ihre Instrumente

dem Himmel entgegen und die Klänge zum Stück „Wohl ist die Welt so groß und weit“ erfüllten den Dorfplatz. Im Anschluss marschierten die Musikanten zum Festplatz, wo Liebhaber der Blasmusik durch die Konzerte der verschiedenen Kapellen voll auf ihre Kosten kamen und ein wahres Fest für die Ohren feiern konnten. (sam)

Laas

Zwischen Handwerk und Kunst Jugendliche meißeln aus dem Laaser Marmor Kunstvolles

Foto: Ludwig Fabi

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n fünf Vormittagen bearbeiteten auf dem Freigelände der Lasa Marmo AG zwölf Jugendliche den Laaser Marmor als kreative Sommerbeschäftigung. Begleitet von Martina Thanei und Torsten Andres versuchten sie gemeinsam möglichst viel Handwerkliches, aber auch Kunstvolles aus dem „weißen Gold“ herauszuholen. Entstanden sind dabei Vogeltränken, Hausnummerntafeln, Seifenschalen, Fantasiegebilde und

sogar Schmuck aus Marmor in Form von Anhängern und Ringen. Stolz präsentierten die Jugendlichen ihre Werke den Verwandten und Freunden. Interessiert zeigten sie sich darüber hinaus über die Entstehung und den Abbau des Marmors. Die Lasa Marmo AG stand dabei den Jugendlichen mit Sigrid Zagler und Dietmar Gander die ganze Woche über mit Rat und Tat zur Seite und stellte sogar den Marmor kostenlos zur Verfügung. (lu)


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/Menschen/ 17

Heimatliebe und Naturverbundenheit Josef Kaserer empfängt mich mit einem festen Händedruck, als ich in sein Wohnhaus in Tschars komme. Umgeben von Nähmaschinen, Skizzen und seinem Schneiderwerkzeug erzählt mir der 86-Jährige aus seinem Lebenslauf. Mir fallen sofort die vielen Ehrenurkunden und Familienfotos, welche den Hausgang zieren, auf. Heimatliebe und Naturverbundenheit lese ich daraus.

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osef Kaserer wurde am 23. Februar 1928 in Tschars als drittes Kind seiner Eltern Anna und Josef geboren. „I bin gonz a kluans Poppele gweesn!“ Eine Nottaufe wurde von der Hebamme veranlasst. „Und heint bin i a nit dr Greaschte!“, fügt er mit einem verschmitzten Lächeln hinzu. Nach dem Besuch des italienischen Kindergartens besuchte Josef die Volksschule in Tschars. Es durfte kein Wort deutsch gesprochen werden, sonst gab es Schläge mit der Rute oder dem Stock. Es missfiel ihm, die Einheitsuniform der faschistischen Jugendorganisation „Balilla“ zu tragen, auch beim „Ducelied“ blieb seine Stimme stumm. Der blaue Schurz durfte nicht getragen werden, die Buben versteckten den Schurz auf dem Schulweg hinter Holzhaufen. Die Widumshäuserin Hermine Gerstl aus Latsch unterrichtete viele Kinder, darunter auch Josef und seine Geschwister in einer Katakombenschule in deutscher Sprache. Mit 14 Jahren ging er nach Andrian zu einem Bauer. „Miar hot’s an nicht gfahlt, lai hon i Drweillong noch Dahuam kopp!“ Sein Vater hat ihm das Geld für die Heimfahrt bereits mitgegeben und so konnte Josef die Heimreise mit dem Zug nach einer Woche antreten. Als Stallknecht wollte er einem Bauer auf dem Trumsberg zur Hand gehen. Die schwere körperliche Arbeit schaffte er aber nicht, so ist er bei Nacht und Nebel nach kurzer Zeit abgehauen. Daraufhin war er mehrere Jahre beim Falzrohrhof als „Hiatbua“, bis seine Mutter meinte, er solle einen Beruf erlernen. 19-jährig begann er seine Lehre beim Gruber Schneider in Tschars. Bevor er seine Lehrstelle antrat, machte er eine Wallfahrt zur „Latscher Brugg“. „I hon betet, dass i´s ausholt!“ Von Anfang an hatte er Freude an seinem Beruf, der Kontakt mit Menschen und der Stolz über ein gelungenes Stück machten aus ihm einen fleißigen Lehrling. Während der wärmeren Jahreszeit ging Josef mit seinem Lehrmeister zu seiner Stammkundschaft „af d´Schtear“. Während der dreijährigen Lehrzeit erlernte er einen sicheren Umgang mit Nadel, Faden, Schere, Maßband und Nähmaschine. Als er ausgelernt hatte, suchte er nach einer neuen Arbeitsstelle, mit dem Rad fuhr er bis zum Reschenpass, Stelle fand er keine. Erst als

Evi und Helene zuließen. Unzählige Männertrachten haben sie in Teamarbeit, in liebevoller Handarbeit, für viele Vinschger und Burggräfler Vereine angefertigt, jede ein Unikat. Den nötigen Ausgleich zum Arbeitsalltag suchten sie in den Bergen und der Natur bei Wanderungen, sowie der Tätigkeit in den Vereinen. Josef war treibende Kraft und Gründungsmitglied beim Alpenverein Untervinschgau. Auf seine Initiative hin wurde das Tscharser Wetterkreuz auf 2552 m errichtet. Die Organisation zum Zünden der Herz-Jesu-Feuer am Herz-JesuSonntag hatte er viele Jahrzehnte inne. „Sell isch ollm a Aufregung gweesn! Ob´r bsundersch in di 60-ger Johr, sem isches verboten gwees´n, miar hobm´s obr decht getun!“ 48 Jahre war er mit einer Holzkiste mit Pinsel, roter, weißer und schwarzer Farbe als Markierungswart in seinen geliebten Josef Kaserer, Jahrgang 1928, Tschars, „Dr Tschorscher Bergen unterwegs. Schneider“; Unzählige Trachten hat er für viele Vereine geBeim Bau der Marteller Hütte fertigt, jede ein Unikat. Naturverbunden ist er auch heute war er an vielen Wochenenden noch, stets mit Hut, gerne in den Bergen unterwegs daran beteiligt. 37 Jahre marschierte er in den Reihen der Schützen mit und half, wo Not am Mann war. Die feierliche Beflaggung des er eine Anzeige in der Tageszeitung schalDorfes war ihm stets ein Anliegen. Auch politete, meldete sich der Müller Schneider aus tisch betätigte er sich im SVP-Ortsausschuss. Partschins. In diesem größeren Betrieb, mit Drei Legislaturen war er in der Gemeinde7 Angestellten, lernte er das Nähen von Mänbaukommission tätig und trat dort für den nertrachen und Mänteln. Natur- und Umweltschutz ein. 1984 erhielt 1956 machte er sich in Staben selbststäner aus den Händen von Eduard Wallnöfer in dig. 1963 baute er in Tschars „in olten EtschInnsbruck die Verdienstmedaille des Landes bett“ und richtete dort seine SchneiderwerkTirol für seine Verdienste im Vereinswesen, statt ein. Seine Frau Zenzi Schnitzer vom insbesondere im AVS. Bis 2005 machte Josef Pardellerhof bei Naturns lernte er auch auf kleine Änderungen, eine Sehschwäche hin„Schtear“ kennen und lieben. Zenzi´s Mutdert ihn seitdem daran. „Miar genießn die ter gab einen Mantel bei Josef in Bestellung Rente und Longeweile hobmer it!“ Der große und beim „Halbprobieren“ kamen sich die Garten und die vielen Obstbäume wollen beiden näher. Am 01. Mai letzten Jahres feigepflegt und versorgt werden. Rüstig und erten sie die goldene Hochzeit. Der Verkauf gängig sind er und Zenzi viel mit dem Vinvon Konfektion, der Kleidung von der Stanschgerzug unterwegs. Auf seiner täglichen ge, kam in Mode. Durch das Schneidern von „Moosrunde“ zu Fuß lässt er sich gerne Männertrachten schaffte er sich ein neues auf einen Ratscher ein. Auch GipfelwanStandbein, bei der Handarbeit wurde er tatderungen unternehmen sie noch gerne im kräftig von Zenzi unterstützt. Wenn es der Kreise ihrer Lieben. Haushalt, der große Garten und die Kinder

Foto: Brigitte Thoma

von Brigitte Thoma


18 /Gesellschaft/

Vinschgerwind 17-14

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Fotoausstellung

Bilder zum Nibelungenlied in der Schlandersburg

Noch bis zum 6. September läuft die Foto-Ausstellung zum Buch „Draußen“ vom bekannten Fotojournalisten Udo Bernhart im Spazio Rizzi in Latsch.

In der Bibliothek Schlandersburg ist derzeit im Eingangsbereich eine Ausstellung zum Nibelungenlied zu sehen. Am morgigen Freitag, 22. August findet um 20 Uhr eine Finissage statt, zu der herzlich einladen wird. Der Künstler Ulrich Zwick aus Offenbach bei Frankfurt erzählt über die Entstehung und den Fortgang seiner Arbeit am Nibelungenlied als Graphic Novel, einer Art anspruchsvollem Comic. Die Autorin und Sängerin Brigitte Schär bereichert die Veranstaltung mit ihren konzertanten Lesungen und Lesungs-Performances.

Vinschgau/Südtirol

Vielfalt auf Ansichtskarten

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Foto: EOS/Blickle

m Jahr 2011 wurde das Projekt Regiokorn vom TIS innovation park zusammen mit dem Südtiroler Bauernbund, dem Versuchszentrum Laimburg, der EOS – Export Organisation Südtirol und der Bäckerinnung im hds initiiert und zu Beginn vom Europäischen Sozialfond mitfinanziert. Heute sind 54 Südtiroler Bauern, 46 Südtiroler Bäcker und die Meraner Mühle daran beteiligt. „Wir erwarten eine Erntemenge von etwa 310 Tonnen, das ist eine etwas geringere Menge als im Vorjahr. Im Augenblick halten wir nach einer Sonnen-Periode Ausschau um die Ernte einzubringen“, berichtet Rudolf von Berg, Geschäftsführer der Meraner Mühle mit Sitz in Lana. Das Ziel des Projektes ist es, den früher in Südtirol stark verbreiteten Getreideanbau wiederzubeleben, die traditionelle Zusammenarbeit zwischen Bauer, Müller und Bäcker wieder aufzubauen sowie die Vielfalt der Kulturlandschaft durch die goldgelben Kornfelder zu erhalten. Da die Nachfrage nach lokalen Produkten ständig steigt, ist der Anbau von Getreide in der Berglandwirtschaft ein interessanter Nebenerwerb. „Der regionale Wirtschaftskreislauf wird wieder in Schwung gebracht. Dank der regionalen Zutaten verspürt der Kunde ein größeres Vertrauen in das Produkt und eine hohe Qualität ist gewährleistet.“ sagt Peter Schuster von der gleichnamigen Bäckerei in Mals.

Mals/Taufers/Val Müstair - Mit der Grenzgemeinde Taufers und der Marktgemeinde Mals im Vinschgau verbindet die Biosfera Val Müstair seit 5 Jahren das gemeinsame Interreg-IV-Projekt „Diversicoltura – Biodiversität in der Naturlandschaft“. Als Abschluss wird eine Broschüre erstellt und eine Postkartenaktion durchgeführt. Diese Aktion wurde am Dienstag (05.08.) um 12.00 Uhr an der Grenze auf der Terrasse der Bar CONFINE vorgestellt. v.l.: der Malser BM Ulrich Veith, der Gemeindepräsident Val Müstair Arno Lamprecht und der Tauferer BM Hermann Fliri stellen die Postkarten vor

Foto: Andreas Waldner

Die Regiokorn-Ernte ist im Gange

von Andreas Waldner

D

ie Oberhäupter der Projektgemeinden waren unisono der Meinung, dass eine hohe Biodiversität zur Lebensqualität und zum Erholungswert unserer Umwelt beiträgt. Der stete Rückgang der Biodiversität in der Region macht vermehrte Anstrengungen für deren Schutz nötig. Mit dieser Postkartenaktion möchte man dieses Anliegen weit in die Welt hinaustragen. Biologe Joachim Winkler sprach über die abgebildeten, jedoch selten gewordenen Tierarten, wie Felsenfalter, Röhrenspinne und Amphibien. Fast ein Drittel der Arten der Amphibien gelten als vom Aussterben bedroht, weil Feuchtgebiete praktisch kaum mehr vorhanden sind

und der Mensch versucht, alles zu nützen und das immer nur für seine Zwecke. Bei den Pflanzen gibt es auch eine sehr große Vielfalt. Eine der Postkarten zeigt typische Vertreter von Trockenrasen, eine Küchenschelle, fotografiert auf dem Tartscher Bichl, und eine Primel. „Für mich sind es die Strukturen, wie Trockenmauern, Heckenlandschaften, Ackerunkräuter, die für die Biodiversität beitragen“, sagte Ursula Koch, Umweltingenieurin bei der Biosfera Val Müstair und zeigte die entsprechende Postkarte. „Wir sehen hier Strukturen, die es den Tieren und Pflanzen überhaupt erst ermöglichen, dass sie noch Platz finden.“ Die Karte vom Wasser zeigt den Lai da Rims, den Rombach, der über die Grenze fließt und

den Namen wechselt, aber das gleiche Wasser weiterführt und Bergbäche, die auch auf beiden Seiten der Grenze sind. Weitere Karten unter dem Titel „Natur kennt keine Grenzen - „Diversicoltura“ in den Gemeinden Mals (I), Taufers (I) und Val Müstair (CH)“ befassen sich mit folgenden Themen: Taufers – Lebenswertes Münstertal; Faszinierende Bauten in Mals: Lebendiges Zeugnis von Kunst und Kultur der Vergangenheit; Traditionen verbinden Generationen und Dörfer; Armonia jaura: Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft im Einklang in der Biosfera Val Müstair; KlösterKirchen-Kapellen: Spirituelle und Kulturelle Schätze. Die Ansichtskarten sind bei der Biosfera Val Müstair und im Tourismusbüro Mals erhältlich.


21.08.14

Vinschgerwind 17-14

/Gesellschaft/ 19 Schnalstal

„Dr Neina isch nia mea auftauchtâ€Śâ€œ

Fotoshooting

M

it Tränen in den Augen verlieĂ&#x;en viele Zuschauerinnen und Zuschauer den Saal. Das TheaterstĂźck zu den Mitsommerfeiertagen in Mals berĂźhrte. Autor und Regisseur Ernst Thoma hatte anhand einer Familie die wechselhafte

links: Barbara Stocker als Lisa singt das berßhrende Schlusslied; rechts: Sepp Punter als Serbe Drago und Hanspeter Plagg als Briefträger und Wendehals Much Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts authentisch nachgezeichnet. Die BevÜlkerung litt unter wechselnden Fahnen, unter zwei Weltkriegen, unter der Willkßr von Faschismus und Nationalsozialismus. AngehÜrige star-

ben an der Front. Die Familienmitglieder daheim waren den Schergen der jeweiligen Machthaber hilflos ausgeliefert. Die unfassbaren Ereignisse innerhalb von fĂźnf Jahrzehnten waren schwer auszuhalten. Viele flĂźchteten sich in die Depression, die oft nach Pergine fĂźhrte, in die einstige Nervenheilanstalt. Das Schlusslied, ergreifend gesungen von Barbara Stocker (als Tochter Lisa) brachte das bittere Geschehen auf den Punkt. „Dr Neina isch nia mea auftauchtâ€Śâ€œ Als Einzige der GroĂ&#x;familie saĂ&#x; Lisa 1950 auf dem Schaukelstuhl, versunken in ihre eigene Welt – eine Last fĂźr die einstigen Schergen, die als Wendehälse weiter Karriere machten. Die groĂ&#x;en und kleinen Schauspielerinnen und Schauspieler der Theatergruppe Mals machten Leid, Not und Elend auf der BĂźhne beeindruckend greifbar. (mds)

F

lorian Tausch, Chefredakteur von SkiMagazin, ist begeistert: „Die Location auf 3.200 Meter mit dem umwerfenden Blick zu den hĂśchsten Gipfeln der Ă–tztaler Alpen und dem gut erhaltenen Gletscher ist fĂźr unser Shooting ideal. Die Arbeit im hĂśchsten Hotel Europas ist ein Erlebnis, ich komme sicher wieder, dann aber zum Skifahren!“ Am Schnalstaler Gletscher fand kĂźrzlich ein Fotoshooting zur Präsentation der neuesten Kollektionen des heurigen Winters statt. Organisiert wurden die Arbeiten von der SĂźdtiroler Agentur Smile&Walk.

Foto: „Wind“-Archiv

Fotos: Magdalena Dietl Sapelza

Mals

DONNERSTAG, 28. AUGUST 2014 Die Geschäfte haben bis 22:00 UHR geÜffnet Superschnäppchen & viele tolle Angebote

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(Bewerber/innen gesucht - mehr Infos auf landeckzams.com)

Q am Nachmittag sorgt ein DJ fĂźr tolle Stimmung Q ab 17:00 Holzschnitzer live

OĂ…IFSF *OGPT Ă OEFO 4JF VOUFS MBOEFDL[BNT DPN

Q 19:00 Modeschau bei Damenmode HEDWIG

Schaufensterprämierung der Mitgliedsbetriebe und anschlieĂ&#x;end Wahl der Shopping Queen.

Q 21:30 Versteigerung der Holzschnitzerei und

danach heizen Ihnen die Inntaler ein


20 /Gesellschaft/

Vinschgerwind 17-14

21.08.14

Prad

Schluderns

Kreativ-Sommer

Musikanten gehen baden

um neunten Mal organisierten die Verantwortlichen des Katholischen Familienverbandes der Zweigstelle Prad heuer den „Sommer kreativ“. „Solchen Andrang hat es noch nie gegeben. Noch nie haben so viele Kinder teilgenommen, wie in diesem Jahr“, freute sich Hans Peter Steinhauser vom KFS bei der Abschlussfeier in der Mittelschule von Prad. 41 Burschen und Mädchen genossen das SommerFreizeitangebot in drei Turnussen. Das vermittelten die vielen Schnappschüsse, die mittels Power-Point auf die Leinwand projieziert wurden und auch die kreativ gestalteten Ausstellungstücke im Saal, die die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer stolz zeigten. Themen von „Sommer kreativ“ waren „Das

Foto: „Wind“-Archiv

Z

Die Musikanten mit Gefolge im Teich: der Marsch ist gespielt, die Aufnahme für Youtube gemacht

I

menten ist die auf der Internetplattform You tube von einer österreichischen Musikkapelle gestartete „Cold Water Challenge“. Das Ganze funktioniert so: Eine Musikapelle fordert drei weitere auf, innerhalb von 48 Stunden ins Wasser zu steigen und so weiter. Das Ganze läuft wie ein Kettenbrief. Die Aktionen werden jeweils gefilmt und sind auf Youtube zu sehen.

n bunten Badekleidern stiegen die Mitglieder der Musikkapelle Schluderns bei Nieselregen in das Wasser des kleinen Teiches nahe dem Saldurbach in „Konfall“ und spielten den Marsch „Mit Spiel voran“. Erstaunt beobachteten einige Zaungäste das Treiben im kühlen Nass und fragten sich, was das wohl zu bedeuten habe. Der Grund für das Bad mit Instru-

Die Schludernser waren von der Musikkapelle Kortsch nominiert worden und schritten unverzüglich zur Tat. Hätten sie es nicht geschäfft, wäre eine Marende für die Herausforderer aus Kortsch fällig gewesen. Die Schludernser Musikanten nominierten die Musikkapellen aus St. Valentin, aus der Stadt Glurns und aus Otterfingen. (mds)

fließende Wasser“, betreut von Tobias Thialer und Maria Steinhauser zum einen und „Holzwerkstatt“ unter der Leitung von Martina und Tobias Thanei zum anderen. „Wir haben verrückte Sachen gemacht, aber immer mit Bedacht “, erklärte Thialer. Geschärft wurden die Sinne und das Gespür für einen behutsamen Umgang mit der Natur, zu der auch der Regen gehörte. „Ihr seid`s alle kreativ“, lobte Martina Thanei. „Wir haben das Unsere gegeben, damit ihr auch kreativ bleibt.“ Das Angebot beeindruckte nicht nur die Kleinen, sondern kam auch deren Eltern entgegen, die ihre Sprösslinge in bester Obhut wussten. Steinhauser dankte allen Mitwirkenden und Unterstützern, darunter der Bildungsausschuss und die Gemeinde Prad. (mds)

E

inen prominenten Platz zur Präsentation hat das einzigartige Fahrrad beim Giro d’Italia im Zielgelände von Martell bekommen, dank der Bemühungen des OK-Teams neben den großen Sponsoren. Gergely „Geri“ Borbely, vor 14 Jahren von Ungarn nach Südtirol gezogen, hatte die Idee, ein besonderes Fahrrad zu gestalten und gemeinsam mit dem befreundeten Künstler Vin-

cenzo de Cristofaro wurde das Vorhaben umgesetzt: Nachdem der Carbonrahmen abgeschliffen und von der Firma Wetha mit Mattglanz grundiert worden war, wurden mehrere Südtirol-Motive mit Bleistift aufgetragen und mit Klarlack fixiert. die Einzelteile zusammengestellt hat Bikeman in Schlanders. Herausgekommen ist ein Einzelstück, welches neben dem praktischen auch

Foto: Erwin Bernhart

Die jungen Teilnehmer zeigen stolz ihre Kreation

Einzigartiges Fahrrad

Fotos: Gergely „Geri“ Borbely

Foto: Magdalena Dietl Sapelza

Schlanders/Vinschgau

einen künstlerischem Wert hat. Sein Fahrrad will „Geri“ nun versteigern und den gesamten Verkaufswert einem sozialen Projekt über die Vinzenzgemeinschaft Schlanders spenden. Mit der Herstellung des Fahrrades und mit der Versteigerung für einen guten Zweck will die Familie Borbely Danke sagen: „Wir sind dankbar, von Südtirol und der Bevölkerung hier so nett aufgenommen worden zu sein und die Möglichkeit der Integration erhalten zu haben, sodass uns der Gedanke, etwas zurückzugeben, nicht mehr losließ“, sagen „Geri“ und seine Frau Judit. Mittlerweile ist Söhnchen Ben dazugekommen. Interessierte Käufer, die sich durch diese Aktion auch sozial engagieren möchten, mögen sich unter dankesudtirolbike@gmail. com melden. Der reine Materialwert des Fahrrades beträgt 2.500 Euro. Dieser Betrag sei der Ausgangspunkt für Angebote. (eb)


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CE-ZERTIFIZIERT


22 /Jugend/

Vinschgerwind 17-14

Reise

JuZe Freiraum Schlanders Ö JuZeFreiraum Schlanders Fr. 05.09.14 ab 18.00 Uhr School Opening Party!

„Kosmo“ Plaus der Jugendtreffs „JuZe“ Naturns/ is rma Obe s“ end zusammen mit „Fri

JuZe Naturns Fr. 29.08.14 ab 17:00 Uhr Abschlussfest Sommerprojekt „JuNwa“ im JuZe Garten Ö Mi. 03.09.14 15.00 – 17.00 Uhr U16 – PS3 Turnier „Skate 2“ Ö

Jugendtreff KOSMO Plaus Mi. 03.09.14 ab 15.00 Uhr Calcettoturnier

Ö

Jugendzentrum JUMA Mals Fr. 22.08.14 ab 18.00 Uhr Ab heute wieder geöffnet Ö Do. 04.09.14 ab 20.00 Uhr Filmabend Ö

Chill House Stilfs Sa. 30.08.14 ab 17.00Uhr Vorbereitungen zur Einweihungsfeier am 6.9. Wir brauchen so viele Freiwilligewie möglich!

Ö

Jugendcafé „Chillout“ Latsch 12.08 – 26.08. 2014 Geschlossen Ö Mi. 27.08.14 ab 16.00 Uhr Filmnachmittag Ö Do. 4.09.14 ab 19.30 Uhr Sommerschmaus Ö

Jugendtreff Tschengls Do. 28.08.14 Hot Dog Anmeldung bei Myri oder über Facebook

Ö

Jugendtreff Eyrs Mi. 27.08.14 17.00 – 19.00 Uhr Öffnungszeit für Mittelschüler

Ö

Jugendtreff Taifun Martell Sa. 30.08.14 ab 14.00 Uhr Trattla 10 Jahresfeier und Red Valley rocks Festival

Ö

21.08.14

Vom 02.07.14 bis zum 07.07.14 fuhren wir, eine Gruppe von 13 Jugendlichen mit zwei Beteuern, nach London. Am 2. Juli trafen wir uns sehr früh morgens und fuhren gemeinsam nach Verona, von dort aus flogen wir nach London Gatwick. Nach einer langen Fahrt kreuz und quer durch London kamen wir schließlich bei unserer Pension an, die leicht gewöhnungsbedürftig war, aber auch ihren Charme hatte. In den folgenden Tagen stellten wir uns verschiedenen Herausforderungen, zum Beispiel dem Verstehen des Londoner U-Bahn Systems, auch Tube genannt. Wir besuchten Museen, wie das London Sea Live Aquarium, London Dungeon, Ripleys Belive it or Not, das Jewish Museum und Madame Tussauds. Wir nahmen an einer Street Art Tour und Workshop teil und besuchten das, leider geschlossene, Wembley Stadium. Natürlich besichtigten wir auch die wichtigsten Touristenmagneten: den Big Ben, das Parlament, die Tower Bridge, den Buckingham Palace, die St. Pauls Kathedrale, das London Eye, den Hyde Park, die Baker und Oxford Street, den Trafalgar Square und den Picadilly Circus, den Camden Market und vieles mehr. Am Ende eines jeden Tages fielen wir todmüde, mit schmerzenden Füßen, aber glücklich, ins Bett. Auch das typisch britische Frühstück durften wir am eigenen Leibe erfahren. Gebackene Bohnen, gegrillten Speck, Eier und schwarzen Tee mit Milch zum Frühstück sind nicht jedermanns Sache, jedoch bot man uns glücklicherweise auch „normalere“ Speisen an. Da uns nach ewigem Herumlaufen wirklich die Füße schmerzten, entschieden wir uns Bustickets für die berühmten „Hop on Hop off“ Busse zu kaufen. Dies war eine sehr gute Entscheidung, denn sitzend, mit dem Fahrtwind in den Haaren, ließ sich London gleich nochmal ein Stück mehr genießen. Auch die Fahrt mit dem London Eye, dem größten Riesenrad Europas, gefiel uns allen sehr. Mit dem Wetter hatten wir großes Glück, das typische Vorurteil, dass es in Großbritannien doch so viel regnen solle, traf auf unsere Zeit dort nicht zu. Einen richtigen Regenschauer gab es nur einmal, die restliche Zeit strahlte die Sonne. Zusammenfassend kann man sagen, dass London eine fantastische Stadt ist, die wir alle unbedingt nochmals besuchen möchten. Wir haben tolle Erinnerungen gesammelt, tausende Fotos gemacht und viel zu viel eingekauft. Und sogar Prinz William haben wir gesehen. Halleluja!

„Nachmittagsbetreuung“

Jugendzentrum Freiraum Schlanders

Auch im letzen Schuljahr bot das 3. Mittelschuljahr sind, hatten auch im vergangenen Schuljahr nach Jugendzentrum „Freiraum“ Schlanders Schulende die Gelegenheit, sich noch eine Woche länger intensiv auf die das Projekt der „Nachmittagsbetreuung“ Abschlussprüfung vorzubereiten. Das Ziel des Projektes ist es, berufsan. Das Projekt, das seit vielen Jahren guten tätige Eltern zu entlasten, Jugendliche sollten die Möglichkeit haben, Anklang in der Dorfgemeinschaft Schlansich außerhalb des Elternhauses ihren Hausaufgaben zu widmen und in ders findet, bietet Jugendlichen von der 5. Klasse einem geschützten Rahmen ihre Freizeit zu verbringen. Grundschule bis zur 1. Klasse Oberschule zum einen eine qualifizierte Das Projekt „Nachmittagsbetreuung“ wird auch im Schuljahr 2014/15 Betreuung bei den Hausaufgaben und wieder angeboten. Eltern und Unterstützung beim Lernen an und Jugendliche haben ab sofort die Kontakt: zum anderen ermöglicht das Projekt Möglichkeit, sich im Jugendzentrum Tel. Fleischmann Kathrin (Projektleiterin): 339 8815119 im Rahmen der Freizeitgestaltung den „Freiraum“ Schlanders für das ProE-Mail: juze-schlanders@gmx.net Jugendlichen außerhalb der Schule jekt anzumelden. ein kreatives Freizeitangebot. Den Achtung: Jugendlichen sollen alternative BeAnmeldeschluss 30.09.14 Das Jugendzentrum ist bis am 31.08.14 geschlossen. schäftigungsmöglichkeiten aufgezeigt Teilnehmerzahl begrenzt. Das Team wünscht allen einen schönen Sommer und werden, in denen sie ihre Kreativität hofft auf ein Wiedersehen im Herbst. ausleben können. Schüler, die im Wir freuen uns auf euch.


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/Jugend/ 23

Schlanders

O

hne fleißige freiwillige Helfer könnte das Kinderfest „Radau in der Matscher Au“ nicht jedes Jahr abgehalten werden. Das sei vorausgeschickt. Viele Hände haben auch heuer Kuchen gebacken, Spiele vorbereitet und mit den Kindern gebastelt, sich freiwillig engagiert und ihre Zeit zur Verfügung gestellt. Unter das Motto Afrika haben die Verantwortlichen der VKE-Sektion Schlanders das heurige Kinderfest gestellt und sich um

ein kreatives Programm bemüht. Mehrere Stationen mit Spielen oder Basteleien zum Thema Afrika sorgten für strahlende Kinderaugen, andere Attraktionen wie etwa die „Gratelen“ sind schon seit vielen Jahren beliebt. Die VKE Sektion Schlanders organisiert das Kinderfest nun schon seit 14 Jahren und lockt nicht nur Familien aus Schlanders, sondern auch aus den benachbarten Gemeinden an. (ap)

Fotos: Angelika Ploner

Radau in der Matscher Au

Partschins

Jungmusikanten beim Gasslfest

Foto: „Wind“-Archiv

auf das begeisterte Publikum über. Für die musikalische Leitung konnte Josef Kofler, Jugendleiterstellvertreter des Bezirks Vinschgau gewonnen werden. Weiters präsentierte sich die junge ForDie Jugendkapelle Partschins mit Albert mation an diesem Zerzer (rechts), der die Jugendarbeit betreut Abend im neuen Outfit in Hellblau, Tahlreich war das Publikum, Shirts, welche von Birgit Österwelches sich am Abend des reicher des Stick und Nähstudios 26. Juli am Kirchplatz von Part„Service 4 You“ gesponsert wurschins beim Feststand der Muden. Das Konzert endete mit den sikkapelle versammelte, um den Zugaben „Kuschl Polka“, diese Auftritt der Jugendkapelle nicht wurde speziell Andrea Pircher zu versäumen. 33 motivierte gewidmet, welche in den letzJungmusikantInnen aus der ten Jahren die Ju-Pa leitete und Gemeinde zeigten in einem eindieses Jahr eine Babypause einstündigen Konzert ihr Können, gelegt hat. Albert Zerzer, der Verwelches sie mit dem passenden antwortliche für die Jugendarbeit Titel „Rock the Future“ einleiin der MK Partschins, zeigte sich teten. In all den folgenden Stüerfreut über das Engagement der cken kam die Frische der Jugend „Jupaner“. Die Zuhörer bedankvoll zur Entfaltung und sprang ten sich mit begeistertem Beifall.

SPÄTSOMMERABEND Romantische Lieder und Melodien mit Veronika Haller (Gesang) und Dorota Dobosz (Klavier)

Z

Sonntag, 7. September 2014 um 20 Uhr im Sparkassensaal im

Kulturhaus „Karl Schönherr“ in Schlanders


24 /Kultur/

Vinschgerwind 17-14

21.08.14

Watten in Brandenburg Eine Vinschger Familie im brandenburgischen Ort Netzeband nordwestlich von Berlin, an der A 24 zwischen Neuruppin und Herzsprung. Drei Söhne, alle schon außer Haus, die Eltern Martina und Hans Untersteiner bearbeiten gemeinsam das große Anwesen, das aus mehreren Gebäuden besteht. Gestaltet und gegliedert wird der Hof großzügig durch Gärten, Freiräume, Spielflächen auch für Familien mit Kindern. Gebaut wird meist mit den bewährten Backsteinen, mit viel Holz, also mit Materialien aus der Gegend. Der Hans ist der Oberbaumeister und Techniker, der gerade dabei ist, einen Dachraum neu zu gestalten. Im Winter für Gespräche am offenen Kamin. Knisterndes Feuer regt an, erzeugt Einfälle. Während draußen der Schnee anlegt, behutsam und zögernd auf den Ästen gewaltiger Eichen. Noch aber ist Sommer. Es ist ein weites Land, diese Mark Brandenburg, das vor einem halben Jahrtausend über Heirat und eine Fürstenherrschaft mit Tirol verbunden war. Es ist völlig flach, wenngleich auch hier Flurbezeichnungen wie „Tal“ und „Berg“ üblich sind. In diesem dünn besiedelten Gebiet, das früher militärischen Übungen diente, gibt es jetzt wieder Treibjagden, also Erinnerungen an den Adel, der hier einst das Sagen hatte; einige der alten Geschlechter sind wiederum als Besitzer zurückgekehrt. Zu DDR Zeiten wurde hier alles umgemodelt, aufgelassen, vernachlässigt. Erst jetzt wird wiederum das Ortsbild liebevoll gepflegt, die Dorfstraße wurde als Allee breit angelegt. An ihrem Ende steht eine Kirche des klassizistischen Architekten Karl Friedrich Schinkel (178118419), der aus dem nahe gelegenen Ruppin stammt.

Also viel Kultur, ergänzt durch Veranstaltungen des äußerst rührigen Theatermachers Frank Matthus, der aus der Gegend stammt. Für diesen Sommer hat er das schwierige Shakespeare Stück „Der widerspenstigen Zähmung“ auf dem Programm … ein Netzebander Synchrontheater mit sprühenden Einfällen und mit reger Beteiligung auch einheimischer Spieler. Ganz ähnlich wie in Kortsch. Und damit sind wir wieder in der Heimat, bei einem Glas Weißwein aus Vetzan; von dort stammt auch der Hans. Er verwahrt eine große Mappe mit der Aufschrift „Laggár“, mit großartigen Fotos des aufgelassenen Hofes am Vetzaner Sonnenberg. Erinnerungen an die Zeit, als der Hans die Absicht hatte, dieses herrliche Bergbauernreich zu erwerben, wieder zu beleben, aufzubauen, zu retten. Und dann erzählt er vom gescheiterten Versuch, vom Widerstand der Gemeinde, die von einer Neubelebung ihres Besitzes nichts wissen und nur alles verfallen lassen wollte. Das wäre die beste Politik, wurde ihm gesagt: „So fressen die Höfe kein Brot!“ Der Hans regt sich immer noch auf, er spricht von seiner Enttäuschung, von seinem Versuch, die Gemeinde zu verklagen: Wegen Verwahrlosung eines Denkmals! Also wegen Unterlassung einer kulturellen, gesetzlich verbindlichen Verpflichtung. Dabei durchblättert er die Sammlung mit den Bildern der alten, mühsam aus Steinen gefügten Mauern. Sie formen und herrschen noch immer, die Erde stützend, wie der Riese Atlas, der die Weltkugel auf seiner Schulter trägt. Die Gemeinde wollte nicht helfen, scheute die Kosten, die damit verbunden wären; der mutige Hans wollte sie tätsächlich auf sich nehmen. Und dann, nach weiteren


21.08.14

Versuchen in allen möglichen Ländern, kam das Angebot aus Brandenburg. Das Gegenteil von Laggár: Ein großer Hof, flach, 50 Hektar, preiswert, alle möglichen Begünstigungen. Trotzdem hat sich niemand getraut, diesen Hof zu kaufen. Er ist zu klein, um rentabel zu sein und zu groß für eine kleine Familie; mit Angestellten zu wirtschaften wäre völlig aussichtslos. So die resignierende Meinung der meisten Einheimischen, die völlig an die Staatsversorgung gewöhnt waren. Aber die Familie Untersteiner ließ sich nicht entmutigen, die neuen Herren vom Märkischen Hof haben zugepackt, haben Wirtschaftszweige erfunden und erweitert, durch den Reitbetrieb, durch das Restaurant Clavis, in dem wir sitzen und reden und Karten spielen. „Blind Watten“… die Gäste aus Südtirol werden gleich eingespannt. Die anderen Partner kommen aus Brandenburg. Ganz begeistert wird also gezählt und geboten, mit unseren „Salzburger“ Karten. Es gefällt, das Tiroler Spiel. Es hat aber nichts zu tun mit dem Wattenmeer der Nordsee, auch nichts mit der Ostsee, deren Küste von hier aus schnell zu erreichen ist. Beiden „Ländern“, also Tirol und Brandenburg gemeinsam ist allerdings der rote Adler im Wappen. Gemeinsam - vor allem für Südtirol - sind zudem die schwierigen politischen Zeiten, die Bedrohung durch totalitäre Systeme, Faschismus, Nationalsozialismus, Kommunismus … Wir sprechen über Brandenburg, über die Wiedervereinigung, die Wiederbelebung, über das gewonnene Selbstvertrauen und vergessen die Nöte der großen und kleinen Politik - beim Watten. Hans Wielander

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/Kultur/ 25

Links unten: Die Familie Untersteiner hat im Sommer immer wieder Almen bewirtschaftet, besonders in der Schweiz… für Tina nach getaner Arbeit ein Molkebad im magischen Kupferkessel. Mitte: Drei junge Untersteiner mit Freundinnen, weites Land mit viel Wasser, Ponys und Haflinger, Reiten lernen für die ganze Familie, reichhaltiges Angebot auf dem märkischen Hof. Unten: Hans Untersteiner, vielseitiger Handwerker, ist gerade dabei, sein Reich im Dachboden zu erweitern, für einen Tagungsraum, mit einem Kamin für große Eichenscheite.


26 /Gesellschaft/

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pr-info Kulturhaus Karl Schönherr Schlanders

Krimishow, Musik und Theater Abwechslungsreiches Herbstprogramm im Kulturhaus Karl Schönherr Einzigartige Kulturerlebnisse warten im Herbst auf die Besucher des Kulturhauses Karl Schönherr. Drei der unten aufgeführten Veranstaltungen sind in Südtirol (und Italien) nämlich nur im Kulturhaus in Schlanders zu sehen. Für alle sechs Veranstaltungen gibt es ein Herbst-Abo zum günstigen Sonderpreis von €50.

7. September Spätsommerabend Liederkonzert Die erfolgreiche junge Südtiroler Sopranistin Veronika Haller singt am Sonntag, 7. September romantisch-bezaubernde Lieder von Gustav Mahler, Richard Strauss, Gabriel Fauré u.a.. Sie wird am Klavier von der gefragten polnischen Pianistin Dorota Dobosz begleitet, die aus ihrem umfangreichen Repertoire auch Werke von Frédéric Chopin spielen wird.

10. September Die Kluftinger Krimi-Show Der Allgäuer Kommissar Kluftinger ist Kult und begeistert Millionen von (Krimi)lesern. Privat liebt er Kässpätzle, hält hartnäckig an seinen Vorurteilen gegenüber Touristen, Flugreisen und Trendsportarten fest und tut sich mit allem schwer, was gerade „in“ ist. Beruflich löst er in der beschaulichen Gegend rund um Altusried im Allgäu Mord- und Kriminalfälle, mit denen das Schriftstellerduo Volker Klüpfel und Michael Kobr die deutschen Bestsellerlisten erobert hat. Die beiden Krimiautoren kommen am Mittwoch, 10. September mit ihrer multimedialen Krimi-Show auf Einladung des Kulturhauses, der Bibliothek Schlandersburg und des Vereins Vinschger Bibliotheken erstmals nach Südtirol. Bei diesem einzigen Auftritt hier zeigen Klüpfel&Kobr eigens für die Show gefilmte Spaß-Reportagen, begeben sich vor dem Publikum auf Yogamatten, versehen ihre Krimitexte live mit „Multimediaeffekten“ und präsentieren selbstironisch ihre Ideen für Werbespots, in denen ein bayerisches Autorenduo die Hauptrolle spielt.

18. September The Colour of Grand Music Am Donnerstag, 18. September interpretieren die Joe Smith Band und der Weltklasse-Saxophonist Chris Haller bei diesem schwungvollen Konzert große Welthits und bekannte Evergreens. Auf dem Konzertprogramm dieser vorwiegend aus Südtiroler Musikern bestehenden Band stehen schöne Jazzballaden, Funk, Blues und interessante Eigenkompositionen.

Hinweise: Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr. Das Herbst-Abo und die Einzelkarten sind im Büro des Kulturhauses Karl Schönherr in Schlanders in der Göflanerstr. 27 erhältlich.

3. Oktober Adjiri Odametey: Afrikanische Weltmusik Der westafrikanische Musiker Adjiri Odametey mit der unverwechselbar warmen und erdigen Stimme instrumentiert seine Lieder mit traditionellen afrikanischen Instrumenten wie Cora, Mbira, Kalimba, Balafon, aber auch mit der AkustikGitarre. Der ausstrahlungsstarke Musiker schlägt Brücken zwischen Afrika und Europa, zwischen Rhythmen und Melodien verschiedener Kulturräume. Nur im Kulturhaus in Schlanders zu hören am Freitag, 3. Oktober im Kulturhaus.

9. Oktober Patrick 1,5 In dieser amüsanten und liebenswürdigen schwedischen Komödie, in der ein falsch platziertes Komma für allerlei Turbulenzen sorgt, möchten Sven und Göran liebend gerne ein Kind adoptieren. Die Adoptionsanträge des schwulen Paares werden aber regelmäßig abgelehnt, bis sie eines Tages per Brief die Nachricht erhalten, dass sie den 1,5 Jahre alten Patrick adoptieren dürfen. Sie besorgen daraufhin Schnuller, Kinderwagen und Babyspielzeug, doch als Patrick erscheint, wird klar, dass durch ein falsch platziertes Komma im Brief das Alter des Kindes falsch angegeben wurde. Patrick ist nämlich kein süßes Baby, sondern ein schwer erziehbarer 15-Jähriger mit krimineller Vergangenheit, den das Sozialamt sonst an niemanden vermitteln kann. Wie die drei zu einer Familie werden, zeigen die Theatergastspiele Fürth in der turbulenten Inszenierung mit Jan Hasenfuß, Thomas Rohrer und Stefan Peschek am Donnerstag, 9. Oktober im Schlanderser Kulturhaus. Ihr einziger Auftritt in Südtirol!

18. Oktober Zeitlieder – Lange Nacht der Musik In dieser „Langen Nacht der Musik“ am Samstag, 18. Oktober präsentiert der Südtiroler Barde Georg Clementi zusammen mit der Akkordeonistin Sigrid Gerlach-Waltenberger und dem Gitarristen Tom Reif in einem stimmungsvollen Konzert seine neuen Zeitlieder. Im Anschluss an das Konzert wird im Kinosaal ein Musikfilm gezeigt.

Unsere Kulturveranstaltungen werden u. a. gefördert von der Marktgemeinde Schlanders, dem Amt für deutsche Kultur, der Raiffeisenkasse Schlanders, der SEL und der Stiftung Südtiroler Sparkasse.


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Getränkemarkt Schlanders

Foto: Magdalena Dietl Sapelza

Kundenfreundlich und funktionell

Der neu gestaltete Getränkemarkt an der Staatstraße in Schlanders wurde am 12. Juli 2014 wieder eröffnet. Das Gebäude besticht durch die schlanke Lärchenholzfassade, hinter der sich die Lagerhalle befindet. Durch die großen Glasfronten am Eingang fällt der Blick in den Kundenbereich. Die Räumlichkeiten sind kundenfreundlich und funktionell. von Magdalena Dietl Sapelza

B

ei der festlichen Eröffnung richtete der Betreiber des Getränkemarktes, Walter Karner, einen kurzen Blick auf die Geschichte des Gebäudes,

die in das Jahr 1955 zurückreicht. In der Garage begann die Firma Spitaler mit Autotransporten. 1968 öffnete die Firma ein Geschäft für Detailhandel, und auch der Getränkegroßhandel begann. 1991 übernahm Klaus

Reich die Leitung als Pächter. Es folgten 2004 Walzl Getränke und 2010 Walter Karner als Geschäftsführer. Mittlerweile entsprach der Getränkemarkt nicht mehr den handelsüblichen Notwendigkeiten. Karner überlegte eine

Verbesserung der Struktur und fand mit der Spezialbierbrauerei FORST einen professionellen Partner. Diese kaufte das Gebäude 2012 und stellte die Weichen für den Neubau, der im Jänner 2014 begann.


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Alles ist übersichtlich und kundenfreundlich angeordnet. Die Auswahl ist groß. Destillate, das Sortiment in den hochgestapelten Getränkekisten – alles ist übersichtlich und kundenfreundlich angeordnet. Die Auswahl ist groß und für fachkundige Beratung wird gesorgt. Der Getränkemarkt bietet Detailhandel - auf Wunsch mit Heimlieferdienst an Private. Und er ist spezialisiert für den Großhandel zur Belieferung der Gastronomie sowie anderer Veranstalter z. B. der Vereine.

Fotos: Magdalena Dietl Sapelza

Beim Betreten des Getränkemarktes in Schlanders sticht den Kundinnen und Kunden sofort eine Komposition aus geschmolzenen Flaschen an der oberen Hälfte der Rückwand ins Auge. Der untere Teil ist mit einer reichhaltigen Palette an Spitzenweinen aus Südtirol und Italien bestückt. Die außergewöhnliche Wandverkleidung, konzipiert nach einer Idee des Künstlers Manfred Mayr und geschaffen von Peppi und Martin Spechtenhauser, macht neugierig und steht im Spannungsfeld zwischen Bild- und Baukunst. Die Komposition gibt dem Raum eine besondere Ausstrahlung. Die Theke, die Regale mit weiteren edlen Tropfen, darunter Schaumweine und Spitzen-

oben: der Kundenbereich mit der künstlerischen Flaschen-Komposition und den Regalen mit edlen Tropfen; unten links: die Theke im Eingangsbereich; rechts: das angrenzende Getränkelager Das Gebäude, geplant vom Architekten Arnold Gapp, ist schlank und nach Westen ausgerichtet. Es passt sich harmonisch dem umgebenden Ensemble an. Der größte Teil des Gebäudes dient als Lagerhalle. Der kleinere Teil, der durch die großzügige Verglasung einsehbar ist, dient als Verwaltungsund Kundenbereich. Dieser erhält zusätzliches Licht, das durch eine Öffnung in der Sicht-

Daten:

beton-Decke einfällt. Eine sich automatisch öffnende Tür führt in den angrenzenden Lagerund Rangierbereich. Das Gebäude wurde in wärmegedämmter Massivbauweise mit weißem Anstrich realisiert. Das Dach aus Massivholzplatten ist mit einem verzinkten Blechdach gedeckt. Das großzügige Freigelände dient als Parkplatz und als Lagerfläche für zurückgebrachtes Leergut.

Eigentümer: Spezialbierbrauerei FORST Betreiber: Walzl Getränke GmbH Architekt: Arnold Gapp Bauzeit: Jänner 2014 bis Juli 2014 Beim Bau erhielten vorwiegend Unternehmen aus der Gegend den Zuschlag (siehe Anzeigen) Adresse: Getränkemarkt Schlanders Staatstraße 21 - Telefon: 0473 73 01 78


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/Bauplatz/ 29

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Vinschgerwind von Angelika Ploner

Schulstart & erfolgreich werben

Am 8. September beginnt das heurige Schuljahr. Ein gelungener Schulstart braucht eine gezielte Vorbereitung: auch organisatorisch. Und nicht nur Schülerinnen und Schüler stehen vor neuen Herausforderungen. Auch Eltern. Hier einige Tipps zum Schulstart.

Die Schultasche. „Wich-

tig ist, dass Schulrucksäcke keine Freizeitrucksäcke sind“, sagt Siegmar Ennemoser von Papierwelt 2000 in Schlanders. Die richtige Schultasche ist ergonomisch und stabil. Das Rückenteil muss gepolstert sein, um den Rücken zu entlasten. Siegmar Ennemoser: „Wichtig ist, dass nicht nur das Rückenteil gepolstert ist, sondern auch die verstellbaren Schultergurten. Für eine optimale Gewichtsverteilung sollte die Schultasche zudem mit verstellbaren Brust- und Bauchgurten ausgestattet sein.“ Außerdem sollte die Schultasche gut sichtbar sein. Zur Ausstattung gehören deshalb Reflektoren, die im Dunkeln leuchten. Gute Schultaschen, sagt Siegmar Ennemoser, sind innen mindestens einmal unterteilt. Eine Faustregel besagt: Das Gewicht sollte im leeren Zustand 1,5 kg nicht übersteigen und maximal zehn Prozent des Körpergewichts ausmachen. Alle Modelle gesehen bei PAPIERWELT 2000 in Schlanders.

Zum Schulanfang gibt es eine große Anzahl von Büchern, die sich mit den Themen Einschulung und Schulanfang beschäftigen. Neben dem bekannten „Der Ernst des Lebens“ von Sabine Jörg und Ingrid Kellner aus dem Thienemann Verlag bieten sich auch andere Buchtitel zur Einschulung an. „Die große Wörterfabrik“ von Agnes de Lestrade (mixtvision Verlag), „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ von Martin Baltscheit (Beltz Verlag) oder „Der kleine Drache Kokosnuss kommt in die Schule“ (Ingo Siegner, cbj Verlag).

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/Sonderthema/ 31


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Die Schultüte. Für die Schulanfänger ist das schönste

Geschenk für den ersten Schultag die Schultüte, mit der der erste Tag in der Schule versüßt wird. Gefüllt werden kann diese mit vielem. Ein nützlicher Inhalt in der Schultüte sind natürlich Schulutensilien: Bleistifte, Holzfarben, Radiergummis oder ein Lineal kommen immer gut an. Auch eine Pausenbox oder eine Trinkflasche können hineingelegt werden. Aber auch etwas zum Spielen oder Anziehen kann gut gebraucht werden. Hier einige Tipps, die mit Sicherheit Freude bereiten: eine Knet- und Backform mit Buchstaben, ein Buchstaben-Lernspiel, ein Lesezeichen, ein Schutzengel als Anhänger, ein Freundebuch, verschiedene Lernbüchlein, eine Brotdose, Roller und Füllfeder in einem, ein bruchsicheres Lineal, eine Malschürze und Taschenlampen. Alles gesehen bei KAUFHAUS PINGGERA in Prad a. Stj.

ANGEBOTE nutzen zum Schulanfang. Oft hat der Papierfachhandel zum Schulbeginn gezielte Aktionen. Mit Angeboten kann gutes Geld gespart werden, wenn Augen und Ohren für preiswerte Schulprodukte - auch Nicht-Markenprodukte, die qualitativ mithalten können – offen gehalten werden. In jedem Fall ist Beratung sehr wichtig.


09.01.14

Vinschgerwind 1-14

/Sonderthema/ 31

Auch das Musikschuljahr beginnt:

Plaschke - Das Musikfachgeschäft in Algund.

Vorbereitung ist das A und O

Während Schüler und Eltern über Schreibutensilien, Hefte und Lernmaterialien meist am ersten Schultag informiert werden, können andere Dinge bereits im Vorfeld eingekauft und besorgt werden. Sportbekleidung, Turnschuhe (mit weißen Sohlen), Turnbeutel oder Hausschuhe müssen nicht auf den letzten Drücker oder am ersten Schultag gekauft werden. Bereits einige Wochen vorher erledigt, verkürzt das den Einkaufsmarathon am ersten Schultag erheblich. Außerdem können Eltern und Schüler noch mit einer großen Auswahl an Größen und Modellen rechnen und müssen nicht zähneknirschend Kompromisse machen. Alle Modelle gesehen bei SCHUHE Tumler in Schlanders.

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Der Tradition – Musikinstrumente herzustellen und zu verkaufen –fühlt sich die Familie Plaschke seit genau 116 Jahren verpflichtet. Daran dürfte sich auch in Zukunft nichts ändern: Sohn Alex besucht derzeit die Berufsschule für Musikinstrumentenbau in Wien. Algund ist die Adresse der Musikalienhandlung. Doch nicht nur auf den Verkauf von Musikinstrumenten konzentriert man sich, der Eigenbau von Okarinas und Panflöten beweist sich seit Jahren als Exportschlager. Viel Fachwissen und lange Erfahrung begleiten auch die Workshops und Panflötenseminare, die Maria und Georg Plaschke immer wieder anbieten: heuer - am 11. Oktober – etwa einen Mundharmonika-Workshop für Anfänger und leicht Fortgeschrittene. Auch auf internationalen Messen in Ried, in Regen, im Münchner Heim und auf Handwerksmessen oder aber beim Advendsmarkt in Glurns und den Weihnachtsmärkten in Bozen und in Meran macht Musik Plaschke auf sich aufmerksam. Tipp: Reparatur von Musikinstrumenten in der eigenen Werkstätte.

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Software-Optimierungen sind das Wichtigste“ Der Schulanfang ist für viele der richtige Zeitpunkt ein Notebook oder Tablet zu kaufen. Vor allem in der Oberstufe nutzen Schülerinnen und Schüler gerne Notebooks oder Tablets zum Arbeiten, Recherchieren und natürlich auch Spielen. Der Vinschgerwind hat mit Claudio Donati von WebTeam2000 in Schlanders über Softwareoptimierungen, Ausstattung und die Wichtigkeit von Datensicherung gesprochen.

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Vinschgerwind: Notebook oder Tablet? Was eignet sich besser für Schüler oder Studenten? Claudio Donati: Meiner Meinung nach eignet sich ein Notebook auf alle Fälle besser zum Arbeiten, weil dieses mit einem vollwertigen Arbeitsplatz vergleichbar ist. Ein Tablet ist zum produktiven Arbeiten in Größe, Form und Bedienung nicht ideal. Bleiben wir also beim Notebook. Was muss man beim Kauf beachten? Es muss der Zweck definiert werden. Für was brauche ich das Notebook? Diese Frage muss beantwortet werden, bevor ich ein Notebook kaufe. Eine Faustregel besagt: Ein nicht zu schwaches Gerät kaufen, denn jeder Computer wird mit der Zeit immer langsamer. Prinzipiell ist wichtig, dass man eine gute Installation dazu kauft, dass man das Notebook auf die eigenen Bedürfnisse abstimmt und optimiert. Die Softwareoptimierungen sind das Wichtigste. Vor allem eine ordentliche Wiederherstellungsmöglichkeit sollte von Anfang an berücksichtigt werden. Von vorinstallierten Geräten ist dringend abzuraten. Arbeiten, recherchieren und Spiele spie-

len: Die Anforderungen an das Notebook sind meistens dreierlei. Welche Ausstattung braucht man dazu? Um diesen drei Anforderungen gerecht zu werden, sollte ein nicht zu schwaches Gerät gekauft werden. Die Ausstattung ist dann immer indviduell und sehr technisch. Für einen Laien ist es hier sehr schwierig, sich mit technischen Daten auseinanderzusetzen. Was heißt „ein nicht zu schwaches Gerät“? Das heißt: Grundsätzlich ist von Geräten unter 500 Euro abzuraten, weil diese mit einer „zu“ schwachen Hardware ausgestattet sind. Ist man stolzer Besitzer eines Notebooks, was gilt es dann zu berücksichtigen? Ganz wichtig ist Unterlagen für die Schule und Fotos, also wichtige Daten regelmäßig zu sichern. Das wird maßlos unterschätzt. Und: Ein Ansprechpartner vor Ort ist immer wichtig, um Probleme schnell beseitigen zu können. Grundsätzlich gilt: Wenn man in die Soft- und Hardware gut investiert und vorsorgt, dann minimieren sich auch die Probleme drastisch.


21.08.14

pr-info LSH Software

Neu: BigApple Mobile – die bequeme App für Landwirte BigApple Mobile ist eine App, die von Siegfried Gruber – LSH Software mit Sitz in Vetzan - für Landwirte entwickelt wurde. Nicht mehr am Computer, sondern am Handy kann das sogenannte Betriebsheft schnell und bequem geführt werden. Die ersten Kunden sind überaus zufrieden. Bin immer up to date „Ich habe eigentlich immer auf eine solche App gewartet. Sie bietet einen Riesenvorteil. Noch während des Arbeitens auf der Wiese kann ich alle Behandlungen und Düngungen schnell und bequem in mein Android-Handy eintragen und bin damit immer up to date. Ich kann damit überall mein Betriebsheft führen und muss nicht mehr am Abend alles nachtragen. Von meinem Handy werden alle Daten über die Dropbox an meinen PC übermittelt. Dort kann ich in regelmäßigen Abständen alles überprüfen und an die Genossenschaft weiterleiten. Ich bin sehr zufrieden mit dieser neuen App und dem vorbildlichen Kundenservice von Siegi Gruber.“ Franz Verdross, Schlanders Praktisch und gut „Ich habe die neue App seit kurzem und bin sehr zufrieden. Ich kann Spritzungen, Tagschichten, Erntemengen schnell und einfach eintragen. Ich spare viel Zeit und Aufwand. Man muss sagen, diese neue App ist praktisch. Ich bin begeistert und bis jetzt positiv beeindruckt, vor allem aber vom Kundenservice: Siegi Gruber ist immer da, wenn man etwas braucht.“ Markus Tappeiner, Morter

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36 /Spezial Ritterspiele/

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21.08.14

Der durchschnittliche Besucher der Südtiroler Ritterspiele in Schluderns

Die Südtiroler Ritterspiele vom Freitag, 22. bis Sonntag, 24. August 2014 warten wiederum mit altbewährten und neuen Attraktionen auf. 1.300 Schausteller aus vielen europäischen Ländern lassen das Mittelalter aufleben und schaffen ein Flair zum Genießen. von Magdalena Dietl Sapelza

D

as ehemalige Flugplatzgelände verwandelt sich für drei Tage in einen mittelalterlichen Tummelplatz für Gaukler und Musikanten, für Handwerker und Markttreiber, für Edelleute, Ritter und Rei-

ter… Die Ritterspiele ziehen seit Jahren Ende August tausende Besucher nach Schluderns und bringen Wertschöpfung ins Tal. Der Präsident des Vereins Südtiroler Ritterspiele spricht von 2, 3 Millionen unmittelbaren Wert und 5 Millionen langfristigen Wert. Lingg beruft sich dabei

auf die Daten, die 2012 von der Handelskammer Bozen ermittelt worden sind. Es profitieren Tourismus, Handel, Handwerk und nicht zuletzt auch die Schludernser Vereine, die Versorgungsstände betreiben. Die Ritterspiele sind jährlich die Haupteinnahmequelle für viele

spricht italienisch lebt in fester Beziehung ist ein neugieriger Typ und kommt, um Zeit mit seiner Familie in mittelalterlicher Atmosphäre zu verbringen kommt zu viert mit Familienmitgliedern fährt 217 Kilometer zur Veranstaltung lebt in einer Familie mit zwei Verdienern und einem Einkommen von 2.000 bis 3.000 Euro gibt bei der Veranstaltung für seine vierköpfige Familie 117 Euro aus empfiehlt die Ritterspiele seinen Freunden und will wiederkommen (Umfrage der Freien Universität Bozen)

Foto: Magdalena Dietl Sapelza

Mittelalter zum Genießen


21.08.14

Vereine. Das Festplatzgelände auf dem ehemaligen Militärflugplatz bei Schluderns gehört dem Land Südtirol. Auf einem Großteil des 40 Hektar großen Areals befinden sich mittlerweile die Obstplantagen der Laimburg. Mehrere Bauern des Ortes haben Grünlandflächen gepachtet und stellen diese jährlich gegen ein Entgelt dem Verein Südtiroler Ritterspiele für die Veranstaltung zur Verfügung. Was passiert mit den Ritterspielen, wenn die Pachtverträge auslaufen, wenn neu verpachtet oder verkauft wird, wenn möglicherweise Obstanlagen alles „zupflastern“? „Dann wird es die Ritterspiele in dieser Form in Schluderns nicht mehr geben“, sagt der Koordinator der Ritterspiele, Mirko Stocker. Im Raum

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Schluderns und der näheren Umgebung wäre also keine Großveranstaltung mehr möglich. Und eine wichtige Einnahmequelle würde versiegen. Das wird Bürgerinnen und Bürgern immer mehr bewusst. Viele wünschen sich, die Landesverwaltung unter dem neuen Landeshauptmann Arno Kompatscher möge den noch verbliebenen Grünland-Teil des Flugplatz-Geländes an die Gemeinde übertragen – sprich zurückgeben. Er handelt sich dabei um eine alte Forderung, die bereits vor 10 Jahren an die Landesverwaltung unter LH Luis Durnwalder herangetragen wurde, und zwar, nachdem der Flugplatz vom Staat an das Land übergegangen war. Eine legitime Forderung, wie viele meinen. Denn unter dem Faschis-

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mus waren die Grundstücke den Schludernsern willkürlich enteignet worden. Einige warten heute noch auf eine Entschädigung. Es wäre in den Augen vieler Schludernser mehr als legitim, wenn zumindest der letzte Rest der Fläche an die Gemeinde zurück ginge. Allerdings

braucht es den politischen Willen der Schludernser Gemeindeverwalter und deren Verhandlungsgeschick, um zu sichern, dass das Areal als Festplatzgelände für Großveranstaltungen auch künftig zur Verfügung steht. Diese Wertschöpfung darf nicht verloren gehen.


38 /Nationalpark/

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Nationalpark Stilfserjoch

100 Jahre Nationalpark Schweiz Karte zu Topografie des Schweizer Nationalparks. Entnommen aus: Atlas des Schweizerischen Nationalparks

Ein Blick zu den Bündner Nachbarn

Topografie des Nationalparks Schweiz

Wolfgang Platter, am Tag des Hlg. Bernhard von Clairvaux, 20. August 2014

M

it einem großen Festakt am 1. August 2014 als Schweizer Nationalfeiertag hat der Nationalpark Schweiz in Zernez die ersten Hundert Jahre seines Bestehens gefeiert. Der Schweizer Nationalpark wurde im Jahre 1914 auf maßgebliches Betreiben von Schweizer Naturschützern aus dem Schweizerischen

Bund für Naturschutz (heute Pro Natura) und Naturwissenschaftlern (Naturschutzkommission der Naturforschenden Gesellschaft - heute Akademie der Naturwissenschaften) ausgewiesen. Das Gebiet um den Ofenpass war durch den angesehenen Botaniker Carl Schröter und seinen Forstkollegen Johann Coaz oftmals besucht und ausführlich beschrieben worden und ob seines Artenreichtums und seines WildnisGrades als Schutzgebiet indiziert.

Der Schweizer Nationalpark ist der älteste Nationalpark in den Alpen. Als weltweit erster Nationalpark wurde im Jahre 1872 in den Vereinigten Staaten von Amerika der Yellowstone National Park ausgewiesen. Die Statistik der Vereinten Nationen gibt heute weltweit über 4.000 Nationalparks an. Diese haben zusammen eine Fläche von knapp 5 Millionen km², was etwa 3% der Erdlandfläche entspricht.


21.08.14

Der Nationalpark Schweiz

Die drei Hauptziele des SNP Die drei institutionellen Hauptziele des Schweizer Nationalparks sind : • Schützen • Forschen • Informieren

Schützen Der Schweizerische Nationalpark ist eine streng geschützte Wildnis-Landschaft, in der sich Tiere und Pflanzen frei entwickeln und natürliche Prozesse ihre Wirkung entfalten können. Die Natur ist

Foto: Archiv Nationalpark Stilfserjoch

Der Nationalpark Schweiz liegt im Zentrum der Alpen, in der südöstlichen Ecke der Schweiz, und zwar im Engadin und in der Val Müstair auf Territorium der rätoromanischen Gemeinden S-chanf, Zernez, Val Müstair, Lavin und Scuol. Er umfasst 170,3 km² Gebirgsgelände und entwässert zum Inn. Die mittlere Höhenlage (die sogenannte Massenerhebung) des Schweizer Nationalparks beträgt 2.323 m, der tiefste Punkt liegt auf 1.380 m MH (Clemgia als Bach aus der Val S-charl), der höchste hingegen 3.173 m (Piz Pisoc südlich von Scuol). Der Nationalpark Schweiz ist bis heute nach wie vor der einzige Nationalpark in der Schweiz. Mit dem Locarnese (Kanton Tessin) und dem Adula-Gebiet (Kanton Graubünden) gibt es derzeit zwei Nationalpark-Kandidaten. Das Schweizer Stimmvolk wird entscheiden, ob es zur Klassifizierung dieser zwei Gebiete als Nationalpark kommen wird. Der Schweizer Nationalpark ist grundsätzlich von Menschen unbewohnt. Durch das Nationalpark-Statut ist die in früheren Jahrhunderten erhebliche Einflussnahme der Menschen auf die Parkfläche aufgehoben worden. Dem Park wurden primär karge Räume überlassen, wobei der Verzicht auf Landnutzungen und -bewirtschaftungen möglichst wenig in das Gewicht fiel: Der Anteil der vegetationsfreien Flächen (Fels, Geröll) beträgt 51%, der Waldanteil liegt bei 31%. Der Rest (17%) wird von subalpinen und alpinen Rasengesellschaften gebildet. Nach den Schutzkategorien der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) ist der Nationalpark Schweiz in der höchsten Schutzkategorie 1a eingestuft. Im Park gilt ein absolutes und streng überwachtes Nutzungsverbot. Dieses Nutzungsverbot beinhaltet zum Beispiel das Wegegebot, d.h. Steige dürfen nicht verlassen werden. Im Winter ist der Park geschlossen, um die Wildtiere in ihren Ruhegebieten nicht zu gefährden. Der Wald ist der forstwirtschaftlichen Nutzung entzogen. Das Gebiet des Schweizer Nationalparks soll sich zu einem Wildnis-Gebiet entwickeln können, in welchem die Natur den absoluten Vorrang hat und im Sinne eines umfassenden und strikt eingehaltenen Prozessschutzes weiterentwickeln kann.

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sich selbst überlassen und es darf nichts an ihr verändert werden. Es geht um mehr als reinen Artenschutz: Geschützt ist der ganze Lebensraum mit seinen natürlichen Prozessen. Dazu gehören beispielsweise auch umstürzende Bäume, Lawinen und Murabgänge. Diese konsequente Philosophie ist seit der Gründung des Schweizer Nationalparks am 1. August 1914 zentrales Element und Garant für zukünftige Entwicklung.

Forschen Der Schweizer Nationalpark ist ein einzigartiges Freilandlaboratorium, in welchem Grundlagen- und Langzeitforschung in einem interdisziplinären Ansatz betrieben wird. Dementsprechend lang, umfang- und disziplinenreich ist die Liste der wissenschaftlichen Arbeiten und die Bibliographie. Die weit zurückreichenden Datenreihen des Nationalparks sind einzigartig und begründen seine Bedeutung als attraktiven Forschungsstandort. Die ersten Dauerbeobachtungsflächen wurden bereits im Jahre 1917 eingerichtet und werden seither regelmäßig untersucht und dokumentiert.

Informieren Die Wanderungen in der unberührten Natur des Nationalparks bieten spannende Naturerlebnisse. Mit seiner vielfältigen Informationsarbeit bringt der SNP seinen Besuchern die Zusammenhänge der Natur näher, um sie auch als Partner für deren Schutz zu gewinnen: Geführte Wanderungen, Naturlehrpfade, Lehrerfortbildung, Angebote für Kinder und Schulen, Ausstellungen, digitale Wanderführer, Publikationen und Vorträge sind Bausteine des umfassenden Informationspaketes. Das Besucherzentrum in Zernez bietet viele interaktive und erlebnisorientierte Angebote und bildet den idealen Ort für die Vor- und Nachbereitung einer Wanderung.

La Festa Es gibt viele Dinge, welche die Verantwortlichen des Schweizer Nationalparks anlässlich seines 100-jährigen Bestehens geschaffen haben. Die „Festa“ am 1. August 2014 hat Schweizer Kreativität und Präzision unter Beweis gestellt. Das Volksfest in Zernez ist

Der Steinbock ist das Graubündner Wappentier. Er gehört zu den Huftierarten, die vom Schweizer Nationalpark in einer langjährigen Beobachtungsreihe intensiv beobachtet und erforscht werden.

/Nationalpark/ 39 vormittags mit Kinderkonzerten der Musik- und Theatergruppe Silberbüx gestartet und abends nach einer einstündigen LifeÜbertragung im Schweizer Fernsehen mit einer großen Geburtstagsparty im Festzelt vor dem Schloss Planta Wiltenberg ausgeklungen. Beim nachmittägigen Festakt gab es u.a. bedeutsame Grundsatzreden der Bundesrätin Doris Leuthard, von Parkdirektor Heinrich Haller, vom Präsidenten der Eidgenössischen Nationalparkkommission Robert Giacometti und von Michael Vogel, dem Präsidenten des Netzwerkes alpiner Schutzgebiete alparc. Von bleibendem Wert sind zwei wertvolle wissenschaftliche Publikationen, die im Rahmen der 100-Jahre-Aktivitäten entstanden sind: • Die geschichtliche Aufarbeitung der Entstehung des Schweizer Nationalparks im Buch von Patrick Kupper „Wildnis schaffen – Eine transnationale Geschichte des Schweizerischen Nationalparks Schweiz“, 2012 im Haupt-Verlag Bern erschienen. • Der „Atlas des Schweizerischen Nationalparks – Die ersten 100 Jahre“, herausgegeben von Heinrich Haller, Antonia Eisenhut und Rudolf Haller und 2014 ebenfalls im Haupt-Verlag Bern erschienen. Der höchst professionell gemachte Atlas ist eine wertvolle Fundgrube für viele wissenschaftlichen Daten, welche im Rahmen der langjährigen Forschung im Schweizer Nationalpark zu den verschiedensten naturwissenschaftlichen Fachgebieten erhoben worden sind. Auf 248 Seiten werden in aussagekräftigen Karten und Graphiken und in verständlichen Texten die Sachbereiche Grundlagen, Rückblende, Vergleiche und Kooperationen, Pflanzen, Tiere, Der Mensch, Forschung, Szenarien und Perspektiven abgehandelt. Leider kann ich aus Platzgründen im Rahmen dieser Doppelseite nicht näher auf diese wertvolle Publikation eingehen.

Kompliment und Dank Für die langjährige, unkomplizierte, kollegiale und fachlich wertvolle Zusammenarbeit zwischen den beiden benachbarten Nationalparken Schweiz und Stilfserjoch im Rahmen gemeinsamer Projekte und Vorhaben und für die vielen wertvollen Anregungen möchte ich dem Team des Schweizerischen Nationalparks unter Direktor Dr. Heinrich Haller und den Bereichsleitern Dr. Flurin Fili (Forschung und Monitoring), Dr. Hans Lozza (Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit) und Dr. Rudi Haller (GIS, Raumerfassung und karthographische Darstellung) sehr herzlich danken. Mögen dem Nationalpark Schweiz noch viele Hundert Jahre als Ort natürlicher Prozessentwicklung beschieden sein.


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21.08.14

Förderung des Gemeinschaftssinnes

Gerald Burger ist als Läuferkönig bekannt. Er war auch 17 Jahre Fußballer in Prad und sein Sohn Lars spielt Fußball. „Wichtig ist“, sagt er, „die Kinder zum Spielen zu motivieren, damit die Mannschaften gebildet werden können.“ (lp)

Julia Grüner Oberhofer aus Tschengls im Bild mit Tochter Milena, Fußballerin bei den Red Lions: „Bin froh, dass meine Kinder Fußball spielen, da dies in der Zeit des Computers eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist. Für meinen Sohn ist der Fußball ein Ausgleich zum Naturbahnrodeln im Winter, da beim Fußball auch der Gemeinschaftssinn sehr gelebt wird.“ (lp)

Foto: Leonardo Pellissetti

Läufer und Fußballer

Foto: Leonardo Pellissetti

40 /Sport/

Sommerfußball für die Jungen

Fotos: Leonardo Pellissetti

Die Serie des Junior Camps des FC Südtirol im Vinschgau hat in Prad angefangen und vom 28.07. bis zum 01.08. stattgefunden. Dann waren Glurns vom 04.08. bis 08.08. (für Tormänner) und Schlanders vom 04.08. bis 08.08. am Zug. Die Veranstaltungen wurden mit Begeisterung wahrgenommen.

von Leonardo Pellissetti

D

ie Sommer-Camp-Tätigkeit des FC Südtirol ist imposant. Wie Manfred Tappeiner, Mitglied des Verwaltungsrates von FC Südtirol und Vinschger Verantwortlicher, erklärt, sind es in Südtirol 700 Jugendliche, zwischen 6 und 14 Jahren, welche am Camp teilnehmen. Heuer auch im Trentino, insgesamt also 1030. Arnold Schwellensattl, ausgebildeter Fußballtrainer, Koordinator der Fußballschule des FC Südtirol und Verantwortlicher im Prader Junior Camp, erklärt, wie die Tätigkeiten ablaufen. Das Training dauert eine Woche

Enja Veith und Lars Burger

von Montag bis Freitag. Von 9 bis 11.30 Uhr Training, gefolgt vom gemeinsamen Mittagessen, nachher Freizeit-Gestaltung mit Schwimmen und CalcettoTurnier. Zwischen 15.30 bis 17.00 Uhr wieder Fußball. Hauptziele des Camps sind individuelle und kollektive Technik sowie Fair play. Schwellensattl wird im heurigen Schuljahr FußballProfessor an der Sportoberschule Mals sein. 27 Buben und 3 Mädchen haben in Prad das Camp absolviert und nahmen mit Begeisterung an der Veranstaltung teil wie man auch bei der Siegerehrung beobachten konnte, welche wegen unsicherem Wetter in der Sportbar abgehalten wurde. Sektionsleiter Marco Masiero dankte den Eltern, den Trainern und den freiwilligen Helfern. Präsident Sepp Gritsch unterstrich die konstruktive Freizeitgestalung der Camp-Tätigkeit. Manfred Tappeiner, in Vertretung der Verwaltung des FC Süd-

tirol, dankte dem Prader Verein und erinnerte, dass der FC Südtirol immer die Serie B anpeilt und deshalb Athleten und Unterstützer benötigt. Schwellensattl dankte den Trainern, insbesondere Ivan Gurschler, sehr bekannt als ehemaliger Naturnser Spieler. Alle

Teilnehmer bekamen ein Diplom und eine Karte für ein Spiel des FC Südtirol. Es wurden auch die Spieler prämiert, und zwar deren Schussgeschwindigkeit mit einem geeigneten Gerät gemessen: Peer Daniel 85 km/h, Fleischmann Elias 67 km/h, Fabi Johannes 58 km/h,

Martin Veith: Ski- und Fußball-Experte Der 40-jährige aus Prad stammende Martin Veith war Fußballer in Prad, Schluderns, in Eyrs und in Schnals als Spielertrainer. Als Fußballtrainer waren die Erfolge deutlich, da er Meisterschaften mit Aufstiegen in Eyrs, Schnals und Girlan gewann. Im Bereich Ski ist er als Trainer tätig. Seit drei Jahren Trainer in der Schweiz als Hauptberuf. Seine Meinung über den Vinschger Fußball. „Sicher interessant, hat immer einen großen Zulauf in den Vereinen. Viele Kinder spielen nach wie vor gerne Fußball.“ Bist du auf der Tribüne zu finden? „Wegen der Arbeit nicht so oft, aber wenn ich kann, gehe ich gerne zuschauen“. Wie siehst du das Niveau des Vinschger Fußballs? „Könnte besser sein. Wenn man an die Menge der Spieler denkt, sollte das Niveau eigentlich höher sein!“ (lp)


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Schlanders - Junior Camp 2014

„Sinnvolle Tätigkeit in den Sommermonaten!“ N

v.l.: Alexander Tumler, Daniel Kobler, Daniel Karnutsch und Manuel Rechenmacher, alle Allievi von Schlanders

Fotos: Leonardo Pellissetti

ach Prad hat der Fußball Camp vom FC Südtirol vom 4. bis zum 8. August seine Etappe in Schlanders gemacht. Es waren 40 begeisterte Jungs aus verschiedenen Ortschaften für die Halbtagstrainingsarbeit versammelt. Spielerisch haben die Buben einen guten Eindruck gemacht. Und das aus der Sicht des individuellen Könnens sowie auch des Mannschaftsspiels. Der Ballbesitz sollte nämlich im Dienst des Gruppenspiels sein. Der ehemalige Spieler und Turnlehrer Hannes Platzgummer, der als Hilfstrainer mit dem FC Südtirol zusammen mit den im Bild portraitierten Spielern mitarbeitete, lobte mit Überzeugung die organisatorischen Vorbereitungen von Paolo Gambaro und Blidmund Kristler. Am letzten Tag wurden die Ehrungen vorgenommen und auch Bilanz über die geleistete Arbeit gezogen. Altpräsident Blidmund Kristler dankte inbesondere Sektionsleiter Paolo Gambaro für die organisatorische Arbeit und für die gute Mitarbeit mit dem FC Südtirol, dessen Camp zum 6. Mal in Schlanders abgehalten worden ist. In Vertretung des FC

oben: Max Egger; rechts: Mattia Tassiello (am Ball) und André Wieser Südtirol bedankte sich Manfred Tappeiner für die Organisation und betonte, dass für den FC Südtirol nicht nur die erste Mannschaft wichtig sei, sondern auch die Mannschaften der Jungen, die die Zukunft bedeuten. Für die Gemeinde Schlanders war Referent Manuel Massl anwesend, welcher das Camp als sinnvolle Tätigkeit in den Sommermonaten bezeichnete. Am Ende Ehrungen der Schussge-

v.l.: Paolo Gambaro, Hannes Platzgummer, Blidmund Kristler

schwindigkeit. 1. Rass Fabian 91, 2. Tumler Stefan und Gögele Daniel 70, Kofler Rafael 70, Rodaro Nikolas 63 km/h. Die Leistungen der Jungen in Camp verstärken die Schlanderser Hoffnungen für die kommende Meisterschaft, bei der die Mannschaft von Grünfelder, wie Gambaro betont, aus sehr jungen Spielern bestehen wird und vom Sieg der Junioren viel Vertrauen bekommt. (lp)

v.l.: Stefan Tumler, Daniel Gögele, Rafael Kofler

Eishockey

Fotos: Sarah Mitterer

„Eiszeit“ im Hochsommer

Italiens Nachwuchs trainiert in Latsch für die neue Saison

W

ährend die Leute den Sommer genießen, herrschen im Latscher Eisstadion seit Juli winterliche Temperaturen. Das IceForum gehört seit Jahren landesweit zu den ersten Stadien, die die Eisfläche für die neue Saison präparieren.

Dies nutzen sowohl Vereine aus dem In- als auch dem Ausland aus und absolvieren dort ihre ersten Trainingseinheiten. Der italienische Eissportverband (FISG) organisierte auch heuer wieder ein Trainingscamp für Italiens Nach-

wuchsspieler der Kategorien U15, U16 und U20, sowie ein Tormanncamp und ein Trainingslager für das italienische Damennationalteam. Unter der Leitung professioneller Trainer können sich die Spieler weiterentwickeln und für die Natio-

nalmannschaft ihrer Kategorie empfehlen, denn gleichzeitig dient das Camp auch als Talentschau. In Hinblick auf die neue Saison ist es ein großer Vorteil, so früh wie möglich aufs Eis zurückzukehren Deshalb nutzen die einheimischen Vereine diese Möglichkeit aus, und verschaffen sich so einen kleinen Vorsprung auf die Konkurrenz. Während die Eishockeyteams des AHC Vinschgau und des HC Meran Junior schon jetzt den Puck über das Eis jagen, drehen die Latscher und Meraner Eiskunstläuferinnen auf der Eisfläche ihre Pirouetten und üben sich an den verschiedenen Sprüngen. (sam)


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Eyrs - Tod von Vereinspräsident Lukas Schönthaler

Der Wiederaufstieg ist das Ziel

Klassespieler und Führungsintelligenz L

Fotos: Sarah Mitterer

ie neue Fußballsaison steht in den Startlöchern. Für die Latscher, die sich in der abgelaufenen Saison aus der Landesliga verabschiedeten und die neue Spielzeit in der 1. Amateurliga bestreiten werden, ist das Ziel klar definiert: der sofortige Wiederaufstieg. Seit einigen Wochen trainieren die Fußballer unter dem neuen Spielertrainer Christian Platzer, der in der vergangenen Saison noch im Angriff bei Obermais spielte. Nachdem die Zu- und Abgänge bereits verkündet wurden, gibt es nun einen weiteren Neuzugang zu vermelden. Werner

v.l.: Martin Innerhofer, Werner Schuler und Kevin Vornberger Schuler gibt sein Comeback auf dem Rasen, allerdings nicht als Spieler, sondern als Tormanntrainer. Bereits im Jugendalter sammelte er Spielpraxis in der Kampfmannschaft und bestritt mit Latsch die Landesliga. Aufgrund mehrerer Verletzungen musste er schließlich seine Karriere als aktiver Torhüter beenden. Die Latscher sind somit bestens gerüstet für die Mission Wiederaufstieg und die Fans können sich auf eine spannende Fußballsaison freuen. Vor allem das Derby gegen Kastelbell ist jetzt schon in aller Munde und gehört mit Sicherheit zu den Höhepunkten der heurigen 1. Amateurliga. (sam)

Stabhochsprung

Annulliert Die für Freitag 29. August ab 20.00 Uhr vorgesehene Sportveranstaltung Stabhochsprung am Kulturhausplatz in Schlanders wurde aus verschiedenen Gründen annulliert.

ukas war ein Großer. Nicht nur von Statur, sondern auch als Vorbild“, sagte Wolfgang Platter im Nachruf. Er war ein Großer als Familienvater, als Unternehmer, als Sportpräsident, als Freund, als Aktiver in verschiedenen öffentlichen Bereichen. Lukas Schönthaler hat den Kampf gegen seine Krankheit verloren. Er wurde 48 Jahre alt. Sein Tod macht betroffen. Der Verlust schmerzt vor allem seine Familienmitglieder und alle, die ihn gekannt haben. Im Sportbereich war Lukas für den Eyrser und Vinschger Fußball eine Institution. Als Spieler mit viel Talent gesegnet, war er eine Klasse für sich. Technische Stärke zeichnete ihn aus. Seine Dribblings waren im ganzen Vinschgau bekannt. Im Spiel behielt er stets die Übersicht - auch als Kapitän. Er bekam Spielangebote von Profi-Vereinen und lehnte diese ab. Stets blieb er

links: Lukas Schönthaler als Spieler im Jahr 1992; rechts: auf der Eyrser Tribüne am 20. Oktober 2013 beim Spiel Eyrs-Schluderns seinem Eyrser Verein treu. Nach dem Tod des Präsidenten Walter Brenner im Dezember 2002, der im Alter von 54 Jahren an schwerer Krankheit gestorben war, wurde Lukas Schönthaler bei der Vollversammlung im März 2003 mit überwältigender Mehrheit zum Nachfolger gewählt. Voller Achtung und Respekt für seinen Vorgänger versprach Lukas, den

Verein in dessem Sinne weiterzuführen. Umsichtig mit Gespür für die Bedürfnisse, leitete er den ASV Eyrs 12 Jahre lang - bis zu seinem Tod. Er pflegte den Zusammenhalt und die Kameradschaft. Unvergessen bleiben seine Ruhe, seine Fürsorge, sein Einsatz, seine Freundschaft und seine - wie Platter im Nachruf betonte Handschlag-Qualität. (lp/mds)

Jugenddienst Mittelvinschgau - 30. Juni/8.August

Erlebniswochen Latsch

28 Kinder mit den Betreuern, hinten v.l.: Katharina, Kathrin, Mara, Daniel

F

ür einen erlebnisreichen Sommer wurde Kindern in Latsch ein reichhaltiges Programm mit Sporterlebnissen und Kultur angeboten. In Schnals wurde der Klettergarten in Angriff genommen, in Prad durch den Erlebnispfad

Foto: Leonardo Pellissetti

D

Fotos: Leonardo Pellissetti

Fußball: 1. Amateurliga

gewandert, in verschiedenen Schwimmbädern im Vinschgau geschwommen, in Martell der Erdbeerenweg erkundet, das Bärenbad in Sulden besucht und Fahrradfahrten durchgeführt. Auch das Andreas Hofer-Museum in Passeier und der Archeo-

park in Schnals sowie die Mivor Latsch wurden besichtigt. Die Carabinieri in Schlanders und die Feuerwehr wurden besucht. Es wurde gegrillt und gebastelt. Bei den verschiedenen Angeboten konnten die Kinder viele Ereignisse erleben. (lp)


21.08.14

Vinschgerwind 17-14

/Sport/ 43

Reschensee

2. internationale Turmregatta 2014 um zweiten Mal war der Reschensee vom 1. bis 3. August Austragungsort der internationalen Turmregatta. Bei konstantem Südwind mit 15-20 Knoten konnte die Regattaleitung die höchstmögliche Anzahl an Wettfahrten austragen. Bei der Finn Klasse mit 17 Booten am Start siegte nach sieben Läufen Andreas Bollongino aus Deutschland mit 14 Gesamtpunkten vor Florian Demetz vom Segelverein Kalterersee. Den dritten Platz ersegelte, ebenfalls vom SV-Kalterersee, der jüngste Teilnehmer Leopold Starke. Ohne Pech und Bruch am Pinnenausleger in der 4. Wettfahrt wäre für ihn eine Platzierung ganz oben möglich gewesen. Dies zeigt auch, wie hochstehend und hart umkämpft die Podestplätze in der Finn Klasse waren. Die Fireball-Segler waren bereits zum zweiten Mal zu Gast an der internationalen Turmregatta. Bei den 8 gestarteten Fireballs-Booten gab es

Eine perfekte Regattaorganisation sowohl auf dem Wasser als auch zu Lande bot Athleten und Zuschauern spannende und korrekte Wettfahrten Fotos: Andreas Waldner

Z

einen klaren Start-Ziel Sieg von Erich und Rudi Moser. Mit 6 Laufsiegen nach einem 2. Platz in der ersten Wettfahrt mussten sie zum letzten Lauf schon gar nicht mehr antreten und gewannen dennoch mit 8 Punkten Vorsprung auf Kurt Venhoda und Sonja Zaugg. Mit gerade einem Punkt Vorsprung distanzierten diese Christina Hardi-Landerer und Cedric Landerer auf den 3. Rang. Auch die folgenden drei Plätze waren

hart umkämpft. Vom 4. zum 6. Rang trennen die Segler nur gerade 4 Punkte. Eine perfekte Regattaorganisation sowohl auf dem Wasser als auch zu Land bot den Athleten spannende und korrekte Wettfahrten. Die erwiesene Gastfreundschaft der heimischen Segler und ein ausgezeichnetes Essen am Samstagabend wurden von den Teilnehmern geschätzt und gerühmt.

Glückwünsche

Für 2015 steht der Termin für eine große Regattawoche auf dem Reschensee bereits fest. Am 1.und 2. August wird die dritte int. Turmregatta stattfinden. Es werden die Klassen Fireball, Contender, Finn und TopCat erwartet. Schlag auf Schlag folgt dann vom 5. bis zum 9. August die Schweizermeisterschaft der Fireball und die Klassenmeis-terschaft der Contender. (aw)


44 /Kleinanzeiger/

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Vinschgerwind 17-14

/Kleinanzeiger/ 45

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46 /Kleinanzeiger/

Vinschgerwind 17-14

21.08.14

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Jahrestag/Danksagungen Und dann kam ein Engel nahm mich an die Hand und führte mich fort ins himmlische Land.

1. Jahrestag

Albina Wwe. Pilser geb. Pöhli

*17.11.1921 † 29.08.2013 Kortsch

Ein Jahr ist nun schon vergangen wo du liebe Mama nicht mehr unter uns weilst. In unseren Herzen lebst du aber weiter. In Liebe und voll Dankbarkeit denken wir an dich ganz besonders bei der Hl. Messe am So. 31. August 2014 um 9.45 Uhr in der St. Johann Kirche in Kortsch. Deine Familie

…gegangen bist du aus unserer Mitte, jedoch nicht aus unserem Herzen… 1. Jahrestag

Johann Gemassmer * 11.05.1930 † 25.08.2013 Kortsch

Jahrestag/Danksagungen

Wir gedenken unseres lieben Johann ganz besonders bei der hl. Messe am Samstag, 30. August 2014 um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche von Kortsch. Deine Familie

3. Jahrtag

Olga Staffler geb. Platzer *1.07.1930 † 24.08.2011 Göflan

Liebe Mama,

in Dankbarkeit und Liebe sehen wir zurück und danken Gott für die Zeit, die Du bei uns gewesen bist. In Liebe, Trudi mit Familie

Der Mensch, der von uns gegangen ist, wird immer dabei sein, bei jedem kleinen Lebenswunder, das uns geschieht. Nehmen wir ihn mit in unser weiteres Leben. 1. Jahrestag

Erich Weithaler *18.12.1939 † 30.08.2013 Tschirland

In lieber Erinnerung und tiefer Dankbarkeit gedenken wir deiner ganz besonders am Samstag, 30. August, um 19.00 Uhr bei der Abendmesse in der Pfarrkirche Naturns. In Liebe, deine Familie

Vinschgerwind Impressum info@vinschgerwind.it | redaktion@vinschgerwind.it grafik@vinschgerwind.it | sport@vinschgerwind.it

Dantestraße 4, 39028 Schlanders, Tel. 0473 732196, Fax 0473 732451 Bürozeiten: Mo. bis Fr. von 9.00 bis 12.30 und von 14.30 bis 17.00 Uhr Anzeigen, Sekretariat, Werbung: Edwina Oberthaler: 0473 732196 Kathrin Gluderer: 0473 732196 Gerti Alber: 0473 73 21 96 Chefredakteur: Erwin Bernhart (eb) Stellvertreterin: Magdalena Dietl Sapelza (mds) Grafik: Hartwig Spechtenhauser, Marion Fritz Kultur: Hans Wielander; Gianni Bodini Sport: Leonardo Pellissetti (lp), Sarah Mitterer (sam) Redaktion: Ludwig Fabi (lu), Klaus Abler (klab), Angelika Ploner (ap), Brigitte Thoma (bbt), Monika Feierabend (mo), Karin Thöni (klf), Philipp Trafojer (jan), Maria Gerstgrasser (ria), Brigitte Maria Pircher (bmp), Julia Tapfer (ju), Beat Grond (bg), Andreas Waldner (aw), Sylvia Ilmer Wieser (sil), Barbara Wopfner (bw), Heinrich Zoderer (hzg) Druck: Fotolito Varesco, Auer, Nationalstraße 57 Zustelldienst: EMT Transporte, Kaltern Preise: Einzelnummer Euro 1,00; Jahresabonnement im Vinschgau: Euro 25; außerhalb des geografischen Bezirkes Vinschgau Euro 50; restl. Italien: Euro 100; Auslandsabonnement: Euro 150 (Inkl. Porto); Schweiz: Sfr 95.Mit Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht

unbedingt die Meinung der Zeitung wieder. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sich sämtliche in dieser Zeitung veröffentlichten Stellenangebote ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechtes beziehen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Leserbriefe unter Umständen zurückzuweisen. Für die Inhalte der Werbeinserate und die damit zusammenhängenden Werbebotschaften übernimmt „Der Vinschgerwind“ keine Verantwortung. Druckreif übermittelte Unterlagen (Papierkontakte, Filme und digitale Daten) können seitens der Anzeigenabteilung nicht korrigiert werden. Für die Richtigkeit, sei es in grammatikalischer, stilistischer, inhaltlicher und grafischer Form haftet ausschließlich der Auftraggeber bzw. die beauftragte Agentur. Eigentümer und Herausgeber: Info-Media GmbH. Mwst. Nr: 02445670215 Info-Media GmbH; Ermächtigung des Landesgerichtes Bozen Nr. 6/2005 Bankverbindung: Raiffeisenkasse Schlanders IT 29W 08244 58920 000 3000 05151 „Der Vinschger Wind“ erscheint alle zwei Wochen

www.vinschgerwind.it


21.08.14

Vinschgerwind 17-14

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Sonderthema im Vinschger Wind (September 2014)

Wind-Termine

„Heiraten“

Gartenfest

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Wann: am Sonntag, 24. August 2014 Wo: Festplatz Goldrain (Schießstand) 9.30 Uhr: Familiengottesdienst; Frühschoppen mit der Obervinschger Böhmischen; 14.30 Uhr Konzert der Musikkapelle Oberrasen; 17.00 Uhr Alpenamigos; Zubringerdienst: Tel. 338 28 14 564

innerhalb 25. August 2014

der Musikkapelle Goldrain-Morter

der vinschger

Spätsommerabend Konzert mit Veronika Haller (Gesang) und Dorota Dobosz (Klavier)

Wann: am Sonntag, 7. September 2014, 20.00 Uhr Wo: Kulturhaus Karl Schönherr, Schlanders Kartenvorverkauf: im Büro des Kulturhauses in der Göflanerstr. 27 und an der Abendkasse ab 19.00 Uhr

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Vinschgerwind ausgabe 17-14 by Vinschgerwind - Issuu