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Musikkapellen im Vinschgau

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Musikkapellen im Vinschgau


Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau

Musikkapelle Kastelbell

Die Musikkapelle Kastelbell unter der Führung von Obmann Horst Raffeiner

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er Grundstein für die Musikkapelle Kastelbell wurde im Jahre 1920 gelegt. Der erste Kapellmeister Carl Strimmer bildete die Mitglieder aus, der erste öffentliche Auftritt erfolgte 1922. Im Jahre 1929 konnte man zum ersten Mal in der Schützenmontur ausrücken, bis dahin trug die Kapelle die Feuerwehruniform und wurde daher „Feuerwehrmusik Kastelbell“ genannt. In den 30er Jahren begannen die Unterdrückungen und Repressalien durch die faschistischen Machthaber, aber trotz schwieriger Umstände wurde die Kapelle nie aufgelöst. Während der Kriegsjahre musizierten die Tscharser und Kastelbeller Musikanten gemeinsam, die Auftritte und Proben leitete Kapellmeister Josef Maschler aus Tschars, der Kastelbeller Kapellemeister Willi Debiasi wirkte als Instrumentalist mit. Nach Beendigung des II. Weltkrieges, der dem Verein arg zugesetzt hatte, erfolgte der Wiederaufbau durch Obmann Gottfried Prister und Kapellmeister Wilhelm Debiasi. Anfang der 50er Jahre entschloss sich die Musikkapelle die Burggräfler Tracht anzu36 Der Vinschger Wind 15-05

schaffen, bisher hatte man sich zu jedem größeren auswärtigen Auftritt das „Bairische“ ausgeliehen. 1951 wurde Josef Viertler zum neuen Kapellmeister ernannt, mit dem man sich in den folgenden Jahren auch an den ersten Wertungsspielen beteiligte. Im darauffolgenden Jahr organisierte der neue Obmann Franz Raffeiner die erste große Auslandsfahrt nach Sonthofen. Im Zuge des Neubaus des Gemeindehauses erhielt die Musikkapelle 1958 ein neues Probelokal. 1959 wurde Herbert Tscholl der neue Kapellmeister, 1962 Siegfried Debiasi der neue Obmann des Vereins. Unter dieser Führung trat man 1963 beim Landesmusikfest in Meran beim Wertungsspiel in der Oberstufe an und erzielte einen historischen ersten Rang mit Auszeichnung. Zum 50jährigen Bestehen veranstaltete die Musikkapelle 1970 ein großes Jubiläumsfest und erhielt eine neue Vereinsfahne. Im November des Jahres 1982 übernahm Christian Prister das Kapellmeistersamt, und Herbert Tscholl wurde zum Ehrenkapellmeister ernannt. Christian Prister, der heute

noch die Kapelle leitet, setzte nun mit intensiver Jugendarbeit, mit Vervollständigung der Besetzung, mit einer Reihe von Weihnachtskonzerten in

Kapellmeister Christian Prister

der Pfarrkirche und der Teilnahme an Wertungsspielen in der Oberstufe neue Akzente. 1986 wurde er zum Bezirksjugendleiter, 1989 zum heute noch amtierenden Bezirkskapellmeister gewählt. Unter Obmann Oskar Bernhart wurde Siegfried Debiasi zum Ehrenobmann ernannt. Im Frühjahr 1987 gab die Musikkapelle ihr erstes Festkonzert im Vereinssaal von Schlums, worauf dieser musi-

kalische Höhepunkt des Jahres auf den Andreas Hofer Sonntag festgelegt wurde. Im selben Jahr nahm man auch die ersten weiblichen Mitglieder in den Verein auf. Erwähnenswert ist auch das folgende Jahr 1988: Einerseits feierte die Musikkapelle beim Wertungsspiel in Tarsch in der Oberstufe einen sehr guten Erfolg, und andererseits konnte der Verein im Dachgeschoss der neu gestalteten Feuerwehrhalle ein neues, geräumiges, mit guter Akustik versehenes Probelokal beziehen. Als Besonderheit und musikalischen Höhepunkt des Jahres 1990 bezeichnet Kapellmeister Prister die Aufführung des Tongemäldes „Die Etsch“ von Sepp Thaler als Ton-Bild. Die Dias dazu stammten von Gianni Bodini und Hans Wielander. Gerne erinnert man sich auch an das Bezirksmusikfest des Jahres 1993 in Burgeis, bei dem die Musikkapelle in der Konzertwertung der Oberstufe mit 94 von 100 Punkten einen ausgezeichneten Erfolg feiern konnte. Unter der Obmannschaft von Norbert Gstrein beging man 1995 das 75-jährige Bestandsjubiläum. In dieser Zeit erreichte der Verein einen Höchststand an Mitgliedern von 55 Musikanten. In den folgenden Jahren lösten sich Stefan Prister, Martin Pohl und der heute amtierende Horst Raffeiner als Obmann ab. In jüngster Zeit plagen den Verein Nachwuchssorgen: Studenten verlassen den Verein, Jugendliche wollen sich nicht mehr so leicht an einen arbeitsintensiven Verein binden und sehr schwache Geburtenjahrgänge vereinfachen nicht die Situation. Auch aus diesem Grund wäre Kapellmeister Christian Prister an einer „musikalischen Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten“ (Musikkapelle Tschars) zumindest bei konzertanten Anlässen interessiert. In der Nachbarskapelle scheint man diesbezüglich jedoch anders zu denken. Dieter Pinggera


Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau

Musikkapelle der Stadt Glurns

Die Musikkapelle der Stadt Glurns im Jahre 2002 unter der Führung von Obmann Karl Pratzner und Kapellmeister Kurt Raffeiner. In der Mitte Ehrenkapellmeister Hermann Ortler.

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bwohl belegt ist, dass sich bereits früher musikbegeisterte Bürger zusammengetan hatten, um gemeinsam zu musizieren, gilt der 14. Juli 1861 als das offizielle Gründungsdatum der Musikkapelle der Stadt Glurns. Dies geht aus der heute im Pfarrarchiv von Glurns aufbewahrten Gründungsurkunde hervor. Die Stadtkapelle ist somit eine der wenigen Kapellen des Landes, die eine formelle Gründungsurkunde aus dieser Zeit aufzuweisen haben. Doch trotz ihres langen Bestehens blickt die Kapelle auf eine erst wenige Jahrzehnte alte Chronik zurück. Höhepunkte aus der früheren Vereinsgeschichte waren das 25-jährige Bestandsjubiläum gefeiert im Jahre 1887 sowie die großen Festlichkeiten des Jahres 1904 anlässlich des 600-jährigen Jubiläums der Stadt Glurns. In den ersten 80 Jahren wirkten folgende namentlich bekannte Herren als Kapellmeister: Lehrer Köll, Johann Zoderer, Gregor Veith, Viktor Steck, Ludwig Schwarz, Alois Margreiter und Josef Steck. Nach dem II. Weltkrieg waren es die Kapellmeister Johann Wieser und Josef Wallnöfer, die in schwierigen Zeiten den musikalischen Wiederaufbau wagten. 46 Der Vinschger Wind 16-05

Ab Mitte der 60-er Jahre erlebte der Verein einen großen Aufschwung: Von den damals 18 Mitgliedern ist er auf rund 50 Musikanten angewachsen, ein beachtlicher Umstand für ein Städtchen von ca. 800 Einwohnern. Den größten Verdienst an dieser positiven Entwicklung hatte Kapellmeister Hermann Ortler, der ab dem Jahre 1964 dreißig Jahre lang die musikalischen Geschicke leitete: Seine große Sorge galt dem Nachwuchs; er lernte junge willige Musikanten an, hob das musikalische Niveau des Klangkörpers und verlegte 1984 das viel besuchte Osterkonzert, den musikalischen Höhepunkt des Jahres, in den Saal. Er verstand es, die Musikanten zu motivieren und zu immer höheren Leistungen anzuspornen und konnte so beim Bezirkswertungsspiel 1988 in Tarsch in der Oberstufe eine sehr gute Leistung erzielen. Nachdem Hermann Ortler 1994 sein Amt an Raimund Polin abgeben hatte, wurde er in Anerkennung seiner 30-jährigen Tätigkeit beim Osterkonzert 1995 zum Ehrenkapellmeister ernannt. Raimund Polin leitete die Kapelle für die nächsten 5 Jahre. Seit 1999 übt der junge Kapellmeister Kurt Raffeiner aus Tschars diese verantwortungs-

Obmann Karl Pratzner und Kapellmeister Kurt Raffeiner

volle Aufgabe aus. Auch die umsichtige Vereinsführung der Obmänner muss gewürdigt werden: In den 50er und 60-er Jahren wechselten sich Ludwig Schwarz, Karl Waldner, Ernst Bayer und Arthur Sagmeister in dieser wichtigen Funktion ab. Lobenswert war der unermüdliche Einsatz der langjährigen Obmänner Hermann Riedl und Lorenz Wallnöfer zum Wohle der Mu-

sikkapelle. Nach Johann Sagmeister und Fred Ortler steht nun seit 1995 Karl Pratzner der Stadtkapelle als Obmann vor. In seiner mittlerweile zehnjährigen Amtszeit gelang es ihm, zwei große Vorhaben zu verwirklichen: 1997 wurde eine nach einem Original von Helmut Rizzolli rekonstruierte neue Männertracht angeschafft. Die Lodenhose wurde durch eine lederne Kniebundhose ersetzt und ein niederer Zylinder eingeführt, sodass die Tracht nun städtisch erscheint. Und im Herbst 2002 konnte die Musikkapelle im Untergeschoss des Kindergartens ihr neues Probelokal beziehen. Gemeinde, Land und viele Sponsoren scheuten keine Kosten, um der Stadtkapelle eines der größten und am besten ausgestatteten Probelokale des Landes zu bieten (großer Proberaum, Registerproberaum, mehrere Archive, großer Aufenthaltsraum, Garderobe, Aufzug). Seit einigen Jahren ist man bestrebt, das Auftreten bei Marschausrückungen zu verbessern, und die Erfolge stellen sich ein. So konnte unter der Stabführung von Ägidius Wellenzohn im letzten Oktober eine sehr gute Leistung (89,59 Punkte) in der Stufe C bei der Marschmusikbewertung in Meran erzielt werden. Heute zählt die Musikkapelle der Stadt Glurns 54 Mitglieder, wobei die Anzahl der Jungmusikanten wiederum stetig ansteigt. Der Verein kennt keine Nachwuchssorgen, hat ein gut funktionierendes Jugendleiterteam und kann - wie der Obmann betont – auf eine sehr zufriedenstellende finanzielle wie moralische Unterstützung der Bevölkerung bauen. Karl Pratzner ist daher überzeugt, es wäre nun ein günstiger Zeitpunkt, für sich einen geeigneten Nachfolger zu finden. Seine großen Ziele habe er erreicht und er könne einen rundum funktionierenden Verein übergeben. Man wird sehen, ob die nächsten Wahlen Neuigkeiten bringen. Dieter Pinggera


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Blasmusik im Vinschgau

Die Bürgerkapelle Latsch

Die Bürgerkapelle Latsch in ihrer historischen Tracht im Jahre 2005

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ie Bürgerkapelle Latsch gehört zu den ältesten Musikkapellen des Landes. Die erste urkundliche Aufzeichnung im Gemeindearchiv über Musikanten liegt aus dem Jahre 1773 vor. Der erstgenannte Kapellmeister in Latsch war der Organist und Lehrer Stephan Stocker, der in der Zeit um 1820 die Kapelle leitete. Mitte des 19. Jh. erfuhr die Kapelle einen großen Aufschwung, denn 1853 wird von einer 46 Mann starken „Musibande“ in Latsch berichtet. In diesen Jahrzehnten wechselten sich Anton Schenk, Sebastian Pöhli, Johann Platzgummer, Johann Elias Pegger, Josef Patscheider und Josef Pedroß in relativ kurzen Zeitabständen als Kapellmeister ab. Erst Pe-

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ter Thuille übernahm für einen langen Zeitraum (1874-1907) die Führung des Vereines. Mit der Gründung der Feuerwehr im Jahre 1877 wurde aus der Musikbande eine Feuerwehrmusik in Feuerwehrmontur. Mit der Markterhebung von Latsch und Schlanders im Jahre 1906 erhielten die Musikanten beider Vereine das Recht, sich „Bürgerkapelle“ zu nennen. Immer wieder gab es für die Kapelle Anlässe aufzutreten, nun unter der Stabführung von Albert Patscheider, Sebastian Schlögel und Josef Wielander. Sogar während des 1. Weltkrieges unter Kapellmeister Johann Fischböck verstummten die Instrumente nicht. Mit dem Kriegsende und der Machtergreifung der Faschis-

ten erlebte die Bürgerkapelle Latsch wie viele andere Vereine die dunkelste Zeit ihrer Geschichte. Trotz vieler Schwierigkeiten und üblicher Schikanen kam es aber nie zur Auflösung des Vereines. Kapellmeister Albert Pedroß baute mit großem Eifer nach dem Krieg die Bürgerkapelle wieder auf; im Jahre 1946 zählte man schon wieder 25 Ausrückungen. Als dieser im Jahre 1956 nach 31-jähriger Kapellmeistertätigkeit den Taktstock niederlegte, wurde mit Wilhelm Heidenreich aus Meran ein geeigneter Nachfolger gefunden. Zehn Jahre lang leitete er die Bürgerkapelle, bis er infolge eines Unfalls abdanken musste. Unter der neuen Führung von Konrad Verdroß aus Schlan-

ders begann 1967 für die Bürgerkapelle eine neue Zeit. Nach zehn Jahren musikalischer Arbeit gab Konrad Verdroß den Dirigentenstab an Arnold Pirhofer weiter. Der junge Latscher legte in seiner Tätigkeit besonderen Wert auf die Jugendarbeit, und dies mit Erfolg. Doch neue Führungswechsel stellten sich ein: Von 1983 bis 1985 kehrte Konrad Verdroß zurück, von 1985 bis 1988 wirkte Helmuth Kuppelwieser aus Tarsch und von 1988 bis 1990 war wiederum Arnold Pirhofer Kapellmeister. Unter Helmuth Verdroß, Kapellmeister ab dem Jahre 1990, wurde wiederum ein beachtlicher musikalischer Aufschwung hörbar; dieser formte damals den Klangkörper zu einem der besten des Tales. Die Bürgerkapelle Latsch konnte unter seiner Leitung große Erfolge erzielen, so z.B. beim Bezirkswertungsspiel 1992 in Laas und beim Landeswertungsspiel 1995 in Meran, wo sie beide Male einen ausgezeichneten Erfolg in der Oberstufe erspielte. Nach sechs erfolgreichen aber intensiven Arbeitsjahren zeichnete sich ein weiterer Kapellmeisterwechsel ab. Stefan Rechenmacher aus Kortsch übernahm von 1997 bis 2003 die Leitung dieser spielfreudigen und selbstbewussten Kapelle. Aus familiären Gründen musste er im Herbst 2002 sein Amt niederlegen. Nach nicht ganz einfacher Suche konnte zu Beginn des Jahres 2003 der gebürtige Malser Maximilian Polin als Kapellmeister gewonnen werden, der den Verein die letzten


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drei Jahre leitete. Frühzeitig kündigte dieser im Sommer seinen Rücktritt mit Cäciliensonntag an. Der Vorstand nahm dies mit Bedauern zur Kenntnis, hatte so aber genug Zeit, einen geeigneten Nachfolger zu suchen. Seit einigen Wochen leitet nun der aus Prad stammende und längjährige Burgeiser Kapellmeister Alois Kuntner die Bürgerkapelle Latsch. Der neue Latscher Kapellmeister Alois Kuntner ist ambitio- Alois Kuntner niert und hat in den letzten Jahren viel Zeit in seine musi- reiche Jugendarbeit blicken: kalische Fortbildung investiert. Mit Maria Kuppelwieser hat Heuer besucht er das dritte sie eine äußerst engagierte Juund letzte Jahr des Lehrgan- gendleiterin. Gemeinsam mit ges „Blasorchesterleitung“ am den Musikkapellen Tarsch, Tiroler Landeskonservatorium Goldrain-Morter, Tschars und unter der Leitung von Mag. in Zusammenarbeit mit der Thomas Ludescher. Die Ver- Musikschule hat sie eine sehr einsleitung hofft auf fruchtbare erfolgreiche Jugendkapelle, die und gute musikalische Zusam- sich bereits bei mehreren Jumenarbeit. gendwettbewerben bestens beDie Bürgerkapelle Latsch zählt währt hat, und seit rund einem heute 61 Mitglieder, davon Jahr sogar eine „Babykapelle“ 21 Frauen, mit einem Durch- für Jungmusikanten im ersten schnittsalter von 30 Jahren Lernstadium. und kann auf eine sehr erfolg- Zudem hat sich die Bürgerkapelle in den letzten Jahren auch als Marschkapelle landesweit einen Namen gemacht. Unter ihrem ehemaligen Stabführer Stefan Nagl konnte sie bei Marschmusikwettbewerben in verschiedenen Stufen ausgezeichnete Erfolge feiern und bei mehreren Anlässen fantasievolle Eine Marschchoreografie der Bürgerkapelle Choreografien der Latsch: in Schneckenformation höchsten Marsch-

Obfrau Maria Kuppelwieser

Ex-Obmann Alexander Janser

stufe zum Besten geben. Zur Zeit ist Thomas Pirhofer der Stabführer der Kapelle. Neben der musikalischen steht aber auch die organisatorische Arbeit, ohne die ein Verein nicht existieren könnte. Lag früher auch die Organisation in den Händen des Kapellmeisters und eines kleinen Komitees, so änderte sich dies in Latsch im Jahre 1946 mit der Wahl eines Obmannes und eines Ausschusses. Der erste gewählte Obmann war Josef Mantinger. Ihm folgten Johann Trafoier, Josef Telser, Franz Mantinger, Alois Lampacher, Mathias Oberhofer, Leo Oberhofer, Johann Gritsch, Oskar Höllrigl und Franz Nagl. Im Jahre 1989 wurde Alexander Janser in dieses Amt gewählt. In seiner langen Obmannschaft konnte er viele Projekte umsetzen, wie z.B. den Bau des Musikpavillons, die Anschaffung einer neuen historischen Tracht, die erfolgreiche Abwicklung der Festlichkeiten zum 225-jährigen Vereinsjubiläums, die Einrichtung einer Außenstelle der Musikkurse in Latsch, sowie den Bau eines neuen modernen Probelokales

im Untergeschoss der Musikschule. Nach 17 erfolgreichen Jahren sah Alexander Janser den richtigen Augenblick gekommen, sich nicht mehr der Wahl zu stellen, und jungen frischen Kräften die Vereinsführung zu überlassen. Als Nachfolgerin und erst zweite Obfrau einer Vinschger Musikkapelle wurde die motivierte Jugendleiterin Maria Kuppelwieser gewählt. Der neu besetzte Vorstand sieht nun folgendermaßen aus: Obfrau und Jugendleiterin Maria Kuppelwieser, Obmann-Stellvertreter Bernhard Pirhofer, Kapellmeister Kuntner Alois, Kassier Stefan Oberhofer, Schriftführer Klaus Patscheider, Trachtenwart Christoph Mantinger, Saal- und Aufführungswart Oswald Mantinger, Chronist Thomas Pedross, Beirat Martin Pedross. Der größte Wunsch des alten und neuen Vorstandes ist ein neuer, angemessener Konzertsaal. Ein leidiges Thema in Latsch, für dessen Realisierung man sich weiterhin einsetzen will. Dieter Pinggera

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VSM-Bezirk Schlanders

Das Bezirksjugendblasorchester

Ausschnitte aus dem Bezirksjugendblasorchester 2005/2006 (BJBO) im Probelokal der Musikkapelle Laas: intensive Probenarbeit für das Festkonzert, das am 15. Jänner um 18.00 Uhr im Kulturhaus von Schlanders stattfinden wird.

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nfangs November traf sich das neu formierte Bezirksjugendblasorchester (BJBO) im schönen Probelokal der Musikkapelle Laas zur ersten „Leseprobe“. Es handelt sich hierbei um eine Art Auswahlorchester der

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mehr oder weniger besten Vinschger Nachwuchsbläser unter 30 Jahren, das in Zukunft in regelmäßigen Abständen zusammengestellt werden soll. Initiator dieses lobenswerten Projektes ist der VSM-Bezirk Schlanders. Die Organisation

sowie die musikalische Leitung haben zwei der erfolgreichsten Kapellmeister des Tales, Bezirksjugendleiter Helmuth Verdroß und Bezirkskapellmeister-Stellvertreter Georg Horrer übernommen. Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Mangelinstrumente wie Fagotte und tiefes Blech) konnte das Alterslimit eingehalten werden. Melden konnten sich alle Jugendlichen der 24 Musikkapellen des VSMBezirkes Schlanders (Schnalstal bis Reschen), wobei aufgrund des regen Zuspruches für einzelne Register sogar ein Vorspiel vorgenommen werden musste. Verglichen mit anderen VSM-Bezirken kann das BJBO auch nur aufgrund der erfolgten Anmeldungen als ein organisatorischer Erfolg des Verbandes gewertet werden. Das BJBO setzt sich aus 64 Jungmusikanten/innen aus 13 Kapellen des VSM-Bezirkes Schlanders zusammen: Goldrain-Morter, Laas und Schluderns je einen, Tarsch und Taufers i.M. je 2, Burgeis und Tschars je 3, Tschengls 4, Latsch

und Prad je 5, Mals 9, Kortsch 10 und Schlanders 18. Schade, dass nicht alle Musikkapellen die Gelegenheit wahrgenommen haben, ihre sicherlich vorhandenen talentierten Jungmusikanten für dieses lehrreiche Projekt zu gewinnen. Es wäre bestimmt eine noch repräsentativere Besetzung möglich gewesen. Auf diese Weise konnten die beiden Verantwortlichen Helmuth Verdroß und Georg Horrer eine ausgewogene, zeitgemäße, sinfonische Besetzung erreichen: 3 Flöten, 2 Oboen, 2 Fagotte, 12 Klarinetten, 3 Bassklarinetten, 3 Alt-, 1 Tenor- und 1 Baritonsaxophon, 8 Hörner, 9 Trompeten/Flügelhörner, 4 Posaunen und 1 Bassposaune, 2 Euphonien, 2 Baritone, 1 Es-Tuba und 3 B-Tuben, 1 Kontrabass und 6 Schlagzeuger. Ein modernes sinfonisches Blasorchester mit Mangelinstrumenten (v.a. Oboen, Fagotte), großer Holzbesetzung, viel tiefem Holz, mit dem sich ein warmer, runder, eben sinfonischer Klang erzeugen lässt. Nun liegt es an den beiden Dirigenten aus dem bunt zusammengewürfelten Musikanten/innen ein eingespieltes und homogenes Orchester mit


Blasmusik

sinfonischer Klangkultur zu formen. Ziel dieses vorbildlichen Projektes sind die Jugendförderung und die Jugendfortbildung; es soll den jungen Musikern Motivation und Freude vermitteln und ihnen ein Musizieren auf einem musikalischem Niveau ermöglichen, das in den meisten Musikkapellen schon allein aus Besetzungsgründen verSonntag, 15. Jänner 2006 um 18.00 Uhr im Sparkassesaal des Kulturhauses von Schlanders Programmfolge SALUTATIONS * Alfred Reed HELDENFRIEDHOF ° 2.Satz aus der Symphonie in Es-Dur Josef Eduard Ploner JUBILÄUMSMUSIK ° Albert Benz POLISH CHRISTMAS MUSIC * Johan De Meij Pause GRANDIOSO – Marsch * Roland F. Seitz VIDÁM ZENE – MERRY MUSIC * Hidas Frigyes ASKANIA ° Klaus Peter Bruchmann AFRICAN SYMPHONY ° Van McCoy (arr. Naohiro Iwai) ° Dirigent: Verdroß Helmuth * Dirigent: Georg Horrer

ständlicherweise nicht möglich ist. Die beiden Dirigenten leiten das Orchester ehrenamtlich. Die restliche Finanzierung bestreitet der VSM-Bezirk Schlanders. Das BJBO stellt ein hervorragendes Beispiel kultureller Zusammenarbeit unseres Tales auf Vereinsebene dar und kann auch für den Vinschgau identitätsstiftend wirken und den oft bemängelten Zusammenhalt fördern. Sicherlich ein kulturelles Modell, das meiner Bezirksjugendleiter Bezirkskapellmeisterstellvertreter Meinung nach auch die Helmuth Verdroß Georg Horrer Bezirksgemeinschaft langfristig unterstützen der Führung von Bezirksob- und Georg Horrer kann man könnte. Das Konzert des BJBO findet mann Manfred Horrer und Be- jetzt schon zu dieser vorbildliam 15. Jänner 2005 um 18.00 zirkskapellmeister Christian chen Jugendarbeit gratulieren. Uhr im Sparkassesaal des Prister und den beiden ProDieter Pinggera Kulturhauses von Schlanders jektleitern Helmuth Verdroß statt. BezirkskapellmeisterStellvertreter Georg Horrer eröffnet das Konzert mit den majestätischen „Salutations“ von Alfred Reed. Bezirksjugendleiter Helmuth Verdroß dirigiert den selten gespielten, musikalisch wertvollen 2. Satz der Symphonie in Es-Dur „Heldenfriedhof“ des Sterzingers Eduard Ploner und die heroische „Jubiläumsmusik“ von Albert Benz. Horrer beendet den ersten Konzertteil mit der feierlichen „Polnischen Weihnachtsmusik“ von Johan de Meij und eröffnet den nächsten Teil mit dem spritzigen Marsch „Grandioso“ von Roland F. Seitz. Nach der fröhlichen „Merry Music“ von Hidas Frigyes unter der Leitung von Georg Horrer beendet Bezirksjugendleiter Helmuth Verdroß das Konzert mit der eingängigen Fantasie „Askania“ von Klaus Peter Bruchmann und der populären „African Symphony“ Van McCoy’s. Durch das Programm führt Bezirkskapellmeister Christian Prister. Ich bin überzeugt, alle musikbegeisterten Vinschger können sich auf ein tolles Konzerterlebnis freuen. Dem VSM-Bezirk Schlanders unter

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Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau

Die Musikkapelle Prad am Stilfserjoch

Gruppenfoto der Musikkapelle Prad am Stilfserjoch unter Kapellmeister Hermann Brunner

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ie Musikkapelle Prad am Stilfserjoch wurde im Jahre 1866 gegründet und feiert somit in diesem Jahr ihr 140-jähriges Jubiläum. Ihr erster Kapellmeister soll laut mündlicher Überlieferung der Lehrer Anton Tumler gewesen sein. Leider ist es nicht möglich, die ersten Jahrzehnte des Vereinslebens genauer zu schildern, da bei einem Brand die Chronik wie auch die Gründungsurkunde verloren gingen. Die Musikkapelle hat im Laufe ihrer Geschichte bei vielen Feiern mitgewirkt und mehrere Ausflüge unternommen. So ging es im Jahre 1909, anlässlich des Tiroler Gedenkjahres, zur großen Landesfeier

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nach Innsbruck; 1930 fuhren die Musikanten nach Venedig; 1957 nahmen sie wieder an der Landesfeier in Innsbruck teil. Ab den 60er Jahren war man häufig in Deutschland zu Gast. Einen Höhepunkt in der Geschichte des Vereinslebens stellte sicherlich die 100-JahrFeier der Musikkapelle im Juli 1966 mit der Ausrichtung des 10. Bezirksmusikfestes dar. Als Kapellmeister folgten auf Anton Tumler der Lehrer Leonhard Rettenbacher (bis 1938), dann Johann Dietrich (19381960) und Michael Brunner (1960-1987), jeweils mit einer kurzen Unterbrechung (1958 und 1974) unter der Leitung von Alfred Dietrich. Eine der prägendsten Persön-

lichkeiten der Kapelle war sicherlich Michael Brunner, der 1960 das Kapellmeistersamt übernahm. Sein Einsatz und Ehrgeiz waren Garanten für Erfolge, und so konnte die Musikkapelle mehrmals bei Wertungsspielen einen ersten Rang erzielen. Sein größter Verdienst aber war die Jugendarbeit: Mit großer Geduld gelang es ihm, eine Vielzahl von Jungmusikanten anzulernen und für die Musik zu gewinnen. Der Großteil der damaligen Musikanten verdankte ihm das Erlernen eines Instrumentes. Im November 1987, nach 28 Jahren Kapellmeistertätigkeit, übergab er die Leitung der ca. 40 Musikanten zählenden Kapelle seinem Nachfolger Her-

mann Brunner. Als Dank für seine Mühen und seinen unermüdlichen Einsatz wurde er im Jubiläumsjahr 1991 (125 Jahre MK Prad) zum Ehrenkapellmeister ernannt. Hermann Brunner leitet heute noch mit viel Fleiß und Einfühlungsvermögen die musikalischen Geschicke des Vereines und gehört somit bereits zu den dienstältesten Kapellmeistern des Tales. Er führte in Prad im Jahre 1989 das inzwischen zur Tradition gewordene Frühjahrskonzert, den musikalischen Höhepunkt des Jahres, ein, das jeweils am 3. oder 4. Samstag im März um 20.00 Uhr im Raiffeisensaal von „aquaprad“ abgehalten wird. Unter der Leitung von Hermann Brunner wurde zudem eine Reihe beachteter Kirchenkonzerte veranstaltet und auch erfolgreich an mehreren Konzertwertungsspielen teilgenommen, u.a. 1999 in Schlanders in der Mittelstufe und in Deutschland in der Oberstufe, bei denen man jeweils einen ausgezeichneten Erfolg erzielen konnte. In den letzten Jahren wurde wiederum verstärkte Aufmerksamkeit der Jugendarbeit gewidmet. Seit 2002 besteht eine vereinseigene Jugendkapelle (im ersten Jahr in Zusammenarbeit mit der MK Laatsch), in der 30 bis 40 Jungmusikanten die ersten Erfahrungen sam-


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Das letzte Frühjahrskonzert der MK Prad in der Turnhalle im Jahre 2002. Seit dem Jahre 2003 finden die Frühjahrskonzerte im Raiffeisensaal von „aquaprad“ statt.

meln und die von Jugendleiterin Sabrina Innerebner organisatorisch betreut und von Peter Dietl geleitet wird. Auch die Zusammenarbeit mit der Musik- und Grundschule ist lobenswert. Gemeinsam mit der Grundschule wird seit einigen Jahren auch das Muttertagskonzert veranstaltet, bei dem Schüler Lieder vortragen, die Jugendkapelle auftreten kann und die Musikkapelle Theaterstücke, Schattenspiele und ähnliche szenische Aufführungen musikalisch umrahmt. In organisatorischer Hinsicht standen der Musikkapelle Prad früher folgende Herren als Obmänner vor: Heinrich Burger (1945-1955), Anton Stillebacher (1955-1960), Leo Gander (1960-1963, 1964-1967, 1971-1972), Heinrich Stecher (1963-1964), Heinz Wunderer (1967-1971) und Otto Stillebacher (1972-1974). Im Jahre 1974 wurde der damalige Direktor der Volksschule Franz Egger nach einem Krisenjahr als Kommissar eingesetzt und war für den Wiederaufbau der Musikkapelle verantwortlich. Nach gelungener Arbeit blieb er dem Verein treu und bekleidete, obwohl er kein aktiver Musikant war, bis zum Jänner 1991 das Amt des Obmannes. Seine Hauptaufgaben lagen im organisatorischen und finanziellen Bereich, er setzte sich aber auch für den Zusammenhalt und die Pflege der Kameradschaft ein. Im Jahre 1991 feierte die MK Prad am Stilfserjoch ihr 125jähriges Bestandsjubiläum, organisierte in diesem Zu-

sammenhang das 16. Bezirksmusikfest des VSM-Bezirkes Schlanders mit Marschmusikbewertung, an der sie auch selbst teilnahm und einen ausgezeichneten Erfolg erreichte. Für die Jubiläumsfeierlichkeiten zeichnete der neu gewählte Obmann Karl Heinz Kuntner (1991-1993) verantwortlich, in deren Rahmen auch Franz Egger zum Ehrenobmann ernannt wurde. Im Jubiläumsjahr wurde auch die neue „alte Tracht“ angeschafft, die bereits um die Jahrhundertwende in Prad getragen worden war: Sie besteht aus hirschledernen Kniebundhosen, einem weißen Leinenhemd mit schwarzem Flor, einem roten Leibchen, grünen Hosenträgern, einem wertvollen federkielgestickten Gurt und einem Hut mit Hahnenfeder. Von 1993 bis 1997 war Alexander Brunner Obmann, und als dieser Kapellmeister der Musikkapelle Tschengels wurde, wählte man, nach einer Übergangsphase unter Alexander Veith, im Jahre 1999 Adalbert Brunner, den Bruder des Kapellmeisters Hermann, zum neuen und heute noch amtierenden Obmann. Im Mai des Jahres 2000 konnte die Kapelle das neue großzügige Probelokal im Untergeschoss der Grundschule beziehen, nachdem man über Jahrzehnte im Keller des Gemeindehauses und seit 1992 in der „Ex-Bohne-Halle“ geprobt hatte. Im Dezember des Hl. Jahres 2000 war die MK Prad übrigens auch in Rom bei

Kapellmeister Hermann Brunner

Obmann Adalbert Brunner

einer Papstaudienz von Johannes Paul II. Derzeit zählt die Musikkapelle Prad am Stilfserjoch 45 Mitglieder, davon 13 Musikantinnen. Kapellmeister Hermann Brunner hofft, in den nächsten Jahren auch Mangelinstrumente (Oboe, Fagott, usw.) besetzen

zu können und wünscht sich, dass Kinder auch solche sicherlich nicht einfachen Instrumente erlernen. Obmann Adalbert Brunners größtes Anliegen wäre, dass das Standortproblem des neuen Musikpavillons gelöst und dieser endlich realisiert wird. Dieter Pinggera

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Blasmusik

VSM-Bezirk Schlanders

57. Jahreshauptversammlung

Ehrengäste: vlnr Landeskapellmeister Gottfried Veit, VSM-Obmannstellvertreter Luis Laimer, VSM-Geschäftsführer Klaus Bragagna, Obmann des VSM-Bezirkes Meran Albert Klotzner, Bezirksstabführer Markus Horrer,

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m Sonntag, den 12. Jänner 2006, wurde um 9.00 Uhr in Laas im Josefshaus die 57. Jahreshauptversammlung des VSM-Bezirkes Schlanders abgehalten. Mit großer Genugtuung konnte Bezirksobmann Manfred Horrer bei der Begrüßung das vollzählige Erscheinen aller 24 Mitgliedskapellen des Bezirkes feststellen.

Tätigkeitsbericht Mit der Verlesung des Tätigkeitsberichtes wurde der Vollversammlung ein Überblick zu den vielfältigen Verbandsaktivitäten gegeben: Bezirksjugendbläsertage, Registerführerausbildung, Bezirksjugendblasorchester, Referat von RA. Dr. Christof Musil zum Thema „Haftung der ehrenamtlichen Vereine“, Teil-

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Mitglieder des Vorstandes des VSM ter Christian Prister, Bezirksjugend Vill, Bezirksjugendleiterstellvertret

nahme der Musikkapellen Taufers i.M. und Eyrs an den Landeswertungsspielen in Bozen, der Musikkapellen Reschen und Tschengls am Marschmusikwettbewerb in Wien, der Musikkapellen Reschen und Glurns an jenem in Meran, der Jugendkapelle Latsch an den Jugendwertungsspielen in St. Johann (A), Stammtische für Kapellmeister, Jugendleiter und Stabführer, Stabführergrundkurs und –aufbaukurs, sowie Durchführung der Prüfungen des Jugendbläserleistungsabzeichens. Mit diesem reichhaltigen Angebot zählt der VSM-Bezirk Schlanders sicherlich zu den aktivsten Bezirken des Landesverbandes.

Nächsten wie dich selbst“ ging Bezirksobmann Manfred Horrer auf den heutigen unguten Zeitgeist der Spaß- und Konsumgesellschaft ein und forderte auch in den Vereinen einen respektvollen Umgang unterund miteinander in Harmonie und Frieden. Das Allgemeininteresse müsse überwiegen, Individualisten sollten sich dem Vereinsinteresse unterordnen; die Autorität der ehrenamtlichen Funktionäre dürfe nicht ständig untergraben werden. Er appellierte an alle, an einem Strang zu ziehen, und das „Wir-Gefühl“ vor das „Ich-Gefühl“ zu stellen.

treter Georg Horrer. Die Anregung dazu hatte Georg Horrer von seinem Freund Mag. Thomas Ludescher, dem Landeskapellmeister von Vorarlberg, erhalten. Die Registerführerausbildung soll eine Vorstufe zum Kapellmeisterlehrgang bilden und junge, motivierte, talentierte Bläser hierzu zu animieren. Ein möglicher Ansatz zur Bewältigung des Kapellmeisternachwuchsproblems. Sollten sich genügend Interessierte melden, wird diese Ausbildung auch in diesem Jahr wieder angeboten werden, evtl. auch in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Meran.

Registerführerausbildung

Seniorenkapelle

Gegenseitiger Respekt

Bezirkskapellmeister Christian Prister berichtete über die neu eingeführte Registerführerausbildung, ein äußerst lobenswertes Pilotprojekt für den gesamten Landesverband, in das man große Hoffnungen steckt. Zwölf sehr motivierte Musikanten aus 5 Kapellen nehmen daran teil. Der Lehrplan hält sich im Wesentlichen an die Inhalte des 1. Kapellmeisterlehrganges im VSM und besteht aus folgenden Fächern: Musiklehre, Instrumentenkunde, Transponieren/ Instrumentieren, Akkord- und Harmonielehre, Schlagtechnik – Dirigieren und Probengestaltung. Die Referenten sind Landeskapellmeister Gottfried Veit, Bezirkskapellmeister Christian Prister und Bezirkskapellmeisterstellver-

Wurde im vergangenen Jahr mit dem Bezirksjugendblasorchester der Schwerpunkt auf die Jugendarbeit gesetzt, so soll dieses Jahr der älteren Generation verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Für diesen Herbst ist nämlich eine Seniorenkapelle geplant, an der vorläufig alle Musikanten mit 40 und mehr „Dienstjahren“ teilnehmen können und sollen. Auch die Senioren sollen nicht vernachlässigt werden, ein Vorhaben von musikalischer, pädagogischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Die Leitung der Seniorenkapelle werden Landeskapellmeister Gottfried Veit und Bezirkskapellmeister Christian Prister gemeinsam übernehmen, wobei diesmal selbstverständlich die heimische

In seinem Kurzreferat zum Thema „Respektiere deinen


Blasmusik

Jugendarbeit

M Bezirkes Schlanders: vrnl Bezirksobmann Manfred Horrer, Bezirkskapellmeisdleiter Helmuth Verdroß, Schriftführerin Anja Gruber, Bezirksehrenobmann Luis ter Oswald Mantinger,

Literatur den Vorzug erhalten wird. Bleibt nur zu hoffen, dass sich wirklich ausreichend Senioren bereit erklären mitzumachen. Der Konzerttermin wurde für 10. Dezember 2006 festgelegt.

Bezirksjugendblasorchester Bezirksjugendleiter Helmuth Verdroß konnte mit Genugtuung und Stolz auf das BJBO zurückblicken, das mit dem Konzert am 15. Jänner im voll besetzten Sparkassesaal des Kulturhauses „Karl Schönherr“ in Schlanders ein großartiger Erfolg war. Die Begeisterung der Vinschger Jugend hatte sich auf das Publikum übertragen und ließ den Konzertabend für viele Jungmusikanten zu

einem unvergesslichen Erlebnis werden. Die Investition in die Jugend macht sich allemal bezahlt und bildet den Grundstein für die Zukunft. Helmuth Verdroß bedankte sich bei allen Mitwirkenden, besonders aber bei Bezirkskapellmeisterstellvertreter Georg Horrer, der mit ihm das Blasorchester geleitet hatte und eine große Unterstützung im gesamten Projekt war. Sein Dank erging auch an Christian Prister für die fachliche Programmpräsentation und an Manfred Horrer für die organisatorische Hilfe. Verdroß wünscht sich für die Zukunft eine Durchführung des BJBO in regelmäßigen Abständen, etwa alle drei Jahre; nur so könnte es optimal fruchten und auch ein Sprungbrett für ein Bezirksblasorchester bilden.

Hemuth Verdroß konnte aber auch von weiteren Jugendinitiativen berichten: so etwa von den sehr beliebten Bezirksjungbläsertagen im August in St. Valentin a.d.H., an denen 55 Jugendliche teilgenommen hatten, die von einem sehr guten Lehrerkollegium betreut wurden; von der Vorbereitung bzw. der Durchführung der Prüfungen für die Jungbläserleistungsabzeichen in Bronze und Silber; weiters kündigte er ein Jugendleitertreffen am 6. Februar in Schlanders an, bei dem über die Neuerungen der VSM-Jugendarbeit berichtet wird und ein Gedankenaustausch stattfinden soll.

Musik in Bewegung Bezirksstabführer Markus Horrer berichtete über den Grundkurs für Stabführer in Schlanders, den Aufbaukurs in Glurns und Mals und über die Fragebogenaktion der Fachgruppe. Er gratulierte den Musikkapellen Reschen und Tschengls für den ausgezeichneten Erfolg in der Stufe C beim Marschmusikwettbewerb in Wien unter der Vorbereitung und Stabführung von Stefan Nagl aus Latsch und den Musikkapellen Reschen und Glurns für den sehr guten Erfolg beim Marschmusikwettbewerb anlässlich des

Landesmusikfestes in Meran. Enttäuscht zeigte er sich über den sehr spärlichen Besuch des Stabführerstammtisches und appellierte an die Obmänner auch die Stabführer in den jeweiligen Ausschuss wählen zu lassen bzw. zu kooptieren. Für dieses Jahr kündigte er eine Marschprobe für Jungmusikanten sowie einen Kurs für einfache Showelemente an.

Ehrengäste Unter den Ehrengästen fanden sich der Bürgermeister von Laas Andreas Tappeiner, VSM-Obmann Gottfried Furgler, Landeskapellmeister Gottfried Veit, Obmann des VSM-Bezirkes Meran Albert Klotzner sowie Bezirksehrenobmann Luis Vill ein. Sie richteten Grüße, Lobes- und Dankesworte an die Funktionäre des Bezirkes sowie an die einzelnen Kapellen. Die Jahreshauptversammlung wurde von der „Böhmischen“ der Musikkapelle Laas unter der Leitung von Dietmar Spechtenhauser und Sebastian Kurz schneidig umrahmt, u.a. auch mit einer Eigenkomposition von Armin Schönthaler. Nach der Vollversammlung lud die Musikkapelle Laas unter der Führung von Obmann Florian Tröger zu einem vorzüglichen Mittagessen ein. Dieter Pinggera

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Blasmusik im Vinschgau

Die Bürgerkapelle Schlanders

Die Bürgerkapelle Schlanders beim Jubiläumskonzert am 14. März 2004

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ie im Jahre 1804 gegründete Bürgerkapelle Schlanders zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Musik-

Programm des Frühjahrskonzerts: Sonntag, 12. März, um 19.00 Uhr im Sparkassensaal

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kapellen des Landes. Der Lehrer, Organist und Chorleiter Jakobus Wachter war vermutlich ihr erster Kapellmeister. Von 1812 bis 1850 übte Ferdinand Anton Pegger das Amt des Kapellmeisters aus. Ab dem Jahre 1867 leitete Franz Resch für über 40 Jahre lang die Geschicke der musikalischen Vereine von Schlanders. Besondere Höhepunkte um die Jahrhundertwende waren das 100-jährige Jubiläum des Maria-Namen-Festes im Jahre 1899, die Errichtung der K u. K. Bezirkshauptmannschaft in Schlanders im Jahre 1901 und die Eröffnung der Bahnverbindung Meran-Mals im Jahre 1906. Im selben Jahr wurde am 11. Mai Schlanders zur Marktgemeinde erhoben, und seit diesem Tag trägt der Verein den Namen „Bürgerkapelle Schlanders“. Von 1910 bis 1920 übernahm der aus Gries (Bozen) nach Schlanders übersiedelte Organist und Musiklehrer August Vill die musikalische Leitung der Kapelle. Sein besonderes Verdienst war die Heranbildung von Jungmusikanten in seiner privaten „Musikschule“ am Steinberger Hof. Mit dem

Ausbruch des Ersten Weltkrieges trat die Bürgerkapelle nur mehr beschränkt vor allem bei kirchlichen Anlässen auf. Der Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg ist Kapellmeister Josef Haug zu verdanken. Schwierigkeiten gab es im Jahre 1923 zu überwinden, als in Kortsch eine eigene Musikkapelle gegründet wurde und die Mitglieder aus Kortsch sich natürlich dieser anschlossen. Doch auch diese Bewährungsprobe wurde bestanden. Von 1924 bis 1927 leitete der Lehrer Riedl die Kapelle, infolge abwechslungsweise Josef Kofler, Matthias Gurschler sen. sowie Franz Tumler („Urbele“), der von 1929 bis 1942 mit mehreren Unterbrechungen als Kapellmeister tätig war. 1936 verboten die Faschisten das Ausrücken der Bürgerkapelle, welche jedoch unter dem Deckmantel einer „Verstärkung des Kirchenchores“ musikalisch tätig blieb und bei kirchlichen Anlässen (Prozessionen usw.) in Zivilkleidung spielte. Trotz Option und Ausbruch des Zweiten Weltkrieges konnte die Bürgerkapelle im Jahre 1939 wieder ihre

Tätigkeit unter Kapellmeister Franz Tumler aufnehmen. Die verbliebenen Kortscher Musikanten schlossen sich mit den Schlanderser Musikanten zusammen, um einen spielbaren Klangkörper zu bilden, und der Kortscher Hans Schwalt sen. übernahm 1942 die musikalische Leitung. Auf ihn folgte 1943 Stabszahlmeister Feldwebel Karl Senghas als strenger Kapellmeister, unter dem man 1944 große musikalische Erfolge u.a. beim Landesschießen in Innsbruck feierte. Nun lösten sich in kurzen Abständen die Herrn Hans Schwalt sen., Anton Schaller, Josef Kempf und Hans Tumler in der Führung der Kapelle

Titelseite der CD „Fanfara in iubilo“


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ab. Die Obmannschaft zu diesem Zeitpunkt wechselten die Herren Dr. Luis Regensburger, Matthias Schuster, Josef Blaas, Josef Bachmann, Franz Verdross und Franz Marx sen.. Mit der Gründung des VSMBezirkes Schlanders am 3. April 1949 wurde Franz Marx sen. zum ersten Bezirksobmann gewählt. Somit steht dem Bezirk Schlanders seit Beginn immer ein Mitglied der Bürgerkapelle Schlanders als Bezirksobmann vor: von 1949 bis 1959 Franz Marx sen., von 1960 bis 1977 Kajetan Vill, von 1977 bis 2001 Luis Vill und seit Januar 2001 Manfred Horrer. Von 1947 an leitete Josef Pircher die Kapelle und leistete wertvolle Aufbauarbeit. Im Jahre 1953 legten Obmann Matthias Gurschler jun. und Kapellmeister Josef Pircher ihr Amt nieder, und alle älteren Musikanten erklärten wegen unüberwindlicher Meinungsverschiedenheiten ihren Austritt aus der Kapelle. Noch im selben Jahr wählten die 18 verbliebenen Musikanten einen Ausschuss, dem Hans Matscher als Obmann und Kajetan Vill als Kapellmeister (bis 1963) vorstanden. Durch intensives Proben und Anlernen von Jungmusikanten konnte 1954 schon wieder konzertiert werden. Auf Obmann Hans Matscher folgten Karl Gunsch, Franz Wellenzohn und Luis Vill. Im Jahre 1963 übernahm Prof. Hans Haller die musikalische Leitung, die er 1964 an Luis Vill abgab. Konrad Verdross wurde Obmann, gefolgt von

Anton Prantner, unter dessen Führung das neue Probelokal im Widum bezogen werden konnte, sowie die Erstellung des Festplatzes am „Gröbm“ vorangetrieben wurde. 1975 löste Albrecht Marx den Vorgänger Anton Prantner als Obmann ab. Unter seiner Führung wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft und der Musikpavillon mit Probelokal errichtet. 1993 übertrug Albrecht Marx die Führung der Kapelle an Manfred Horrer, der ihr auch heute noch mit Umsicht und Weitblick erfolgreich als Obmann vorsteht. Seit 2001 bekleidet Manfred Horrer auch das Amt des Bezirksobmannes des VSM-Bezirkes Schlanders. Beim Frühjahrskonzert 1992 übergab Luis Vill nach 29-jähriger Kapellmeistertätigkeit den Taktstock seinem jungen Kollegen Georg Horrer, der die Bürgerkapelle nun mit Talent, fachlicher Kompetenz, Begeisterung und geschickter Diplomatie zu großen Erfolgen führte und zu einem landesweit anerkannten Klangkörper formte. Im April 2002 feierte die Bürgerkapelle unter seiner Leitung den bisher größten musikalischen Erfolg ihrer 200-jährigen Vereinsgeschichte. Sie trat in Algund als erste Kapelle des VSM-Bezirkes Schlanders bei Konzert-Wertungsspielen in der höchsten Leistungsstufe „D“, der so genannten Kunststufe, an und konnte auf Anhieb die “ausgezeichnete“ Bewertung von 92,80 Punkten erzielen. Im Jahr 2004 feierte die Bür-

Obmann Manfred Horrer

Kapellmeister Georg Horrer

gerkapelle Schlanders ihr 200-jähriges Bestandsjubiläum. Anlässlich dieses runden Geburtstages veröffentlichte der Verein die Festschrift „200 Jahre Musik aus Leidenschaft“ und produzierte im Studio ihren ersten Tonträger „Fanfara in iubilo“, eine gelungene musikalische Standortbestimmung, die sich wirklich hören lassen kann.

den Ausbau der Mangelinstrumente wie Fagotte, Englischhorn, Kontrabassklarinette, usw. voranzutreiben, um dadurch ein wahres Blasorchester mit sinfonischer Klangkultur zu formen.

Ohne die gesellschaftlichen Verpflichtungen als Dorfkapelle bei kirchlichen und weltlichen Anlässen zu vernachlässigen und auch mit Bedacht auf die Pflege von Geselligkeit und Kameradschaft, hat sich das 79 aktive Mitglieder zählende Blasorchester vor allem der sinfonischen Blasmusik verschrieben. Die Bestrebungen des Dirigenten Georg Horrer gehen dahin, eine ausgewogene Besetzung mit richtigem Verhältnis zwischen Holz-, Blech- und Schlaginstrumenten zu erlangen, zeitgemäße Instrumente wie Kornette und Euphonien einzuführen und

Der musikalische Höhepunkt eines jeden Vereinsjahres ist das traditionelle Frühjahrskonzert, das heuer am Sonntag, den 12. März 2006 um 19.00 Uhr im Sparkassensaal des Kulturhauses stattfindet. Kapellmeister Georg Horrer hat wiederum ein hochwertiges und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: Von der Klassik bis zur modernen sinfonischen Blasmusik ist die gesamte Stilpalette vertreten, wobei Meisterwerke von Blasmusikgrößen wie Philip Sparke, Alfred Reed und Franco Cesarini präsentiert werden. Sie alle sind herzlichst eingeladen! Dieter Pinggera

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Die Musikkapelle Naturns

Das Frühjahrskonzert der Musikkapelle Naturns findet am Samstag, den 1. April 2006 um 19.00 Uhr im Bürger- und Rathaus von Naturns statt.

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ls eigentliches Gründungsjahr der Musikkapelle Naturns wird laut mündlicher Überlieferung das Jahr 1856 angenommen. Die Musikkapelle feiert somit heuer ihr 150. Gründungsjubiläum. Sieben beherzte Männer unter der Führung des damaligen Schulleiters Schnegg schlossen sich zu einer Musikbande zusammen, dies vermut-

Kapellen, die „Kirchliche“ und die „Wilde“. Doch die Trennung sollte nicht lange währen, und bald schon wurden die zwei konkurrierenden Gruppen wieder vereint. In den 80er-Jahren muss die Kapelle ihren Schutzherren gewechselt haben, denn sie wurde des Öfteren als Feuerwehrsmusikkapelle erwähnt. Auch hat sie sich inzwischen unter der Leitung des Lehrers Schwienbacher zu einem ansehnlichen Klangkörper von 32 Samstag, den 1. April 2006 um 19.00 Uhr Mann im Jahre 1885 entim Bürger- und Rathaus von Naturns wickelt. Die Geschicke PROGRAMM: der Musikkapelle lagen bis zur Jahrhundertwende • Fourth Suite for Band Alfred Reed in den Händen der Ka I. Intrada II.Aria III. March pellmeister Josef Rungg, Alois Pircher und Johann • Introduktion et Rondo J.W. Kalliwoda bearb.: G. Buitenhuis Schlögl. • Don Pasquale G.Donizetti Der Beginn des 20. Jahr Ouvertüre bearb.: Stephan Jaeggi hunderts scheint für die Kapelle eine Blütezeit • Bilder einer Ausstellung M. Moussorgsky gewesen zu sein, in der Promenade Das alte Schloss bearb.: Amiot/Eibl sie eine rege Tätigkeit Das große Tor von Kiew entfaltete und unter der • The Swan on the Hill Jan van der Roost Leitung des Herrn Alois Klotz musikalische Er• Pirate’s Dream Hayato Hirose folge erntete. 1909 wurde sie anlässlich der 100• Changing Moods Koos Mark Jahr-Feier der Tiroler • Mozart M. Kunze/S.Leva Freiheitskämpfe nach Medley bearb. W. Wössner Innsbruck zur Einwei aus dem gleichnamigen Musical hung des Andreas-Holich unter der Patenschaft des Schützenvereines. Wahrscheinlich aber wurde in Naturns schon viel früher gemeinschaftlich musiziert, wie aus Kirchenrechnungen und anderen Quellen hervorgeht. 1877 kam es aufgrund von Meinungsverschiedenheiten unter den Musikanten zur Aufsplitterung des Vereines in zwei

Frühjahrskonzert

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fer-Denkmals auf dem Bergisel eingeladen und hatte dabei die Ehre, Kaiser Franz Josef ein Ständchen zu spielen. Diesem intensiven und erfolgreichen Musikleben wurde durch den Ausbruch des I. Weltkrieges ein jähes Ende gesetzt. Die Reihen der Musikanten lichteten sich und einige kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. Bereits 1919 wurde das „erste große Konzert der Naturnser Nationalkapelle“ wieder abgehalten. Den Dirigentenstab führte damals Johann Müller. Aber eine nicht zu lange Dauer sollte der verheißungsvollen Vereinstätigkeit beschieden sein. Anfangs gelang es Kapellmeister Josef Kristanell die Kapelle trotz mancher Rückschläge und Hindernisse zusammenzuhalten, doch aufgrund des großen politischen Druckes und der Schikanen musste sie 1935 doch aufgelöst werden. Nach dem II. Weltkrieg ging man daran, die Kapelle von Grund auf neu aufzubauen und neue, besonders junge Kräfte anzuwerben. Am Ostersonntag 1946 konnte das erste Nachkriegskonzert unter der fachkundigen Leitung des Herrn Sepp Kristanell dargeboten werden. Die damalige Vereinsführung


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verstand es, durch verschiedene Auslandsreisen und durch die Beteiligung an Wertungsspielen Vereinsgeist und Kameradschaft unter die Mitglieder zu bringen und den Zusammenhalt zu pflegen. Durch die nachfolgenden Kapellmeister Franz Klotz, Sohn des langjährigen Kapellmeisters Alois Klotz, sowie Prof. Hans Haller aus Meran wurde die Kapelle zu einem anerkennenswerten Klangkörper. Während früher die Gesamtleitung allein in den Händen des Kapellmeisters lag, obliegt seit Ende der 20er Jahre die Organisation und die finanzielle Sorge einem Obmann, dem ein Komitee zur Seite steht. Die Obmänner der Musikkapelle Naturns waren: Josef Baumgärtner, Fritz Baumgärtner, Hans Linter, Josef Müller, Rudolf Schnitzer, Alois Gapp, Anton Brunner, Alfons Hanny, Alois Trenkwalder, Hermann Gapp, Manfred Nischler, Hermann Wenter (1973-1981), Helmuth Rechenmacher (19821993), Hubert Spiss (19931996), Stefan Gorfer (19961999), Johann Schweitzer (1999-2005). Bei der Vollversammlung im November letzten Jahres stellte sich Hans Schweitzer nicht mehr der Wahl, da er angesichts der anstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten unbedingt jüngeren Kräften den Vorrang gewähren wollte. Schließlich stellte sich Paul Huber zur Wahl als Obmann, zu dem er mit überwältigender Stimmenzahl gewählt wurde. Auch die restlichen neun Komiteemitglieder wurden mit folgenden Ämtern betraut: Ob-

mannstellvertreter / Instrumentenwart: Michael Hanny, Kassierin: Doris Pircher, Schriftführer: Germar Schweitzer, Chronist / Protokolle: Rudi Mair, Tafelmeister: Christoph Linter, Festwirt: Andreas Lamprecht, Jugendleiterin: Veronika Schnitzer, Kapellmeister Josef Hanny leitet seit 1971 Böhmische: Erwin Der neugewählte Obmann Paul äußerst erfolgreich die MK Naturns Lamprecht, Archivar Huber / Pressearbeit: Georg Hillebrand. jähriger Leiter der Musikschule mengestellt, das von Donizetti Die Musikkapelle Naturns kann Naturns) die musikalische Ver- und Moussorgsky bis hin zu heute auf 68 aktive Mitglieder antwortung, und unter seiner Alfred Reed und Jan van der zurückgreifen, davon 12 Frau- Direktion hat sich die Musikka- Roost, also von der Romantik en, mit einem Durchschnittsal- pelle Naturns zu einem der bes- bis hin zur zeitgenössischen ter von 34 Jahren. Auch kennt ten Blasorchester des Landes Blasmusik reicht. sie keine Nachwuchssorgen: entwickelt. Dies belegt nicht Im November letzten Jahres Über 50 Musikschüler allein aus nur der große musikalische Er- nahm die Musikkapelle Naturns Naturns erlernen zur Zeit ein folg, der sich alljährlich beim nach 17 Jahren wieder eine StuBlas- oder Schlaginstrument, traditionellen Frühjahrskonzert dio-CD auf. Anlass dafür ist die und die Jugendkapelle Naturns, einstellt, sondern dies wird auch 150-Jahr-Feier, welche die Mu1972 von Kapellmeister Josef eindrucksvoll von den vier Wer- sikkapelle dieses Jahr begeht. Hanny gegründet und heute tungsspielen in der Kunststufe Nach dem bereits erwähnten unter der Leitung von Helmuth - Stufe D - (1979 beim Bezirks- Frühjahrskonzert bilden die „JuVerdroß, funktioniert bestens musikfest in Lana, 1988 beim biläumsveranstaltung 150 Jahre und führt die Jungmusikanten Bezirksmusikfest in Meran, Musikkapelle Naturns“ vom 9. an die Kapelle heran. Dies alles 1993 beim Bezirksmusikfest in bis 11. Juni (u.a. mit Vorstellung ist sicherlich auch das Verdienst Dorf Tirol, 1995 beim Landes- der Festschrift, der DVD, der der obgenannten rührigen Ob- musikfest in Meran) untermau- CD, Festkonzert der MK Almänner und das Resultat einer ert, die alle mit ausgezeichne- gund, Festtag und Festumzug), effizienten Komiteearbeit. tem Erfolg absolviert wurden. das Konzert mit dem Südtiroler Doch wenn sich heute die Ju- Vor allem ob ihres warmen, run- Bläser-Ensemble-Resch am 26. biläumskapelle mit viel Erfolg den, sinfonischen Klanges wird August sowie das Galakonzert und hohem musikalischen Ni- die Musikkapelle Naturns seit des bestbekannten und internaveau vorstellt, so ist dies vor Jahrzehnten bewundert. tional erfolgreichen „Symphoallem der langjährigen, päda- Das diesjährige Frühjahrskon- nischen Blasorchesters Ried gogisch geschickten und musi- zert findet am Samstag, den 1. im Innkreis“ unter der Leitung kalisch vorbildlichen Führung April 2006 um 19.00 Uhr im von Karl Geroldinger am 11. des Kapellmeisters Josef Hanny Bürger- und Rathaus von Na- November die weiteren Höhezuzuschreiben. Seit dem Jahre turns statt. Kapellmeister Josef punkte im Jubiläumsjahr. 1971(!) trägt Josef Hanny als Hanny hat wiederum ein erleseKapellmeister (und als lang- nes Konzertprogramm zusamDieter Pinggera

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Die Musikkapelle Laas Nach Kriegsende wurde die Musikkapelle wieder neu zusammengestellt und vom Sohn des vorhergehenden Kapellmeisters Martin Grasser, der denselben Namen trug, bis 1948 musikalisch geleitet. Erst seit dem Jahre 1922 wird regelmäßig die Chronik der Kapelle geführt. 1930 berichtet der „Corriere della Sera“ sei die Kapelle bei ihrem Auftritt Die Musikkapelle Laas beim Osterkonzert 2004 noch unter der Leitung von Kapellmeisterin Verena Tröger auf dem Trachtenfest in Meran „eine ie Musikkapelle Laas Ab 1885 stellte die Familie ten liefen damals zur so ge- der schneidigsten und besten“ wurde nachweisbar im Grasser für drei Generationen nannten „Wilden Bande“ über. gewesen, die teilgenommen Jahre 1842 unter Kapellmeis- den Kapellmeister. Am Anfang Nach fünf Jahren löste sich die- hatten. ter „Hasler“ gegründet. Unei- stand Martin Grasser sen., der se wieder auf. Die Versetzung des Kooperators nigkeiten in der Anfangszeit bis zum Ausbruch des Ersten Um die Jahrhundertwende er- und Flügelhornisten der Kapelführten zur Spaltung und somit Weltkrieges die Kapelle führte. hielt die Musikkapelle durch le Julius Steiner nach Kaltern zur Schaffung zweier Dorfka- Im Jahre 1895 erhielt die Mu- eine Spende von Dr. Franz veranlasste die Musikkapelle, pellen, die aber 1854 bei der sikkapelle wiederum Konkur- Tappeiner, ein gebürtiger Laa- dem damaligen Pfarrer NikoEinweihung der Pfarrkirche in renz, als während der Hochblü- ser und Kurarzt in Meran, ihre laus Malpaga das NamenstagsLaas wieder zusammenfanden. te des Laaser Marmors Musiker heutige Tracht (lederne Knie- ständchen zu verweigern. „Hasler“ übte sein Amt bis aus den Reihen der Fachschüler bundhose und gestickter Le- In den 20er Jahren brachte der zum Jahre 1861 aus, als durch und Arbeiter eine zweite Kapel- dergurt), die noch zu Fronleich- Faschismus auch Veränderunden großen Dorfbrand fast alle le unter dem Trentiner Kapell- nam, Herz-Jesu und am Laaser gen für das Vereinsleben. 1921 Instrumente und Noten der meister Pasciliere gründeten. Kirchtag getragen wird. wurden das erste Mal ProzesKapelle zerstört wurden. Drei Auch einige hiesige Musikan- Im August 1914 hatte die Ka- sion und Platzmusik verboten, Jahre später war die Kapelle pelle ihren vorläufig letzten und 1934 wurde die Musikkaunter dem neuen Kapellmeister Auftritt vor dem 1. Weltkrieg, pelle Laas als eine der ersten in Heinrich Schönaffinger wieder als sie eingezogene Kameraden Südtirol durch die Faschisten auftrittsfähig. Schönaffinger zur Bahn begleitete. Verschie- aufgelöst. war ein außerordentlich tüchtidene Mitglieder der Kapelle, Im Mai 1946 wurde schließlich ger Musiker, der angeblich mit darunter Martin Grasser jun., von dreizehn Musikanten unter einmaligem Zuhören Musiktraten in eine Militärkapelle ein größten finanziellen Schwierigstücke zu Papier bringen konnDie dabei gewonnenen Erfah- keiten die dritte Neugründung te. Im Jahre 1874 übernahm rungen sollten nach dem Krieg der Kapelle in Angriff genomMartin Kaufmann für 11 Jahre das dörfliche Blasmusikleben men. 1947 zählte der Verein Obmann Florian Tröger die Leitung der Musikkapelle. bereichern. bereits wieder 25 Mitglieder

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Der neu gewählte Ausschuss 2006: v.l. Franz Perkmann, Simone M. Raffeiner, Dietmar Spechtenhauser, Kapellmeister Ägidius Wellenzohn, Obmann Florian Tröger, Michael Grasser, Carmen Daniel

Am 11. Februar 2006 erfolge die Stabübergabe von Verena Tröger an Ägidius Wellenzohn.

und am 24. Juni 1948 wurde die bereits sechs Jahre überfällige 100-Jahr-Feier nachgeholt. Von 1948 bis 1951 war Rudolf Gartner Kapellmeister. Auf ihn folgte Julius Grasser, der Sohn von Martin Grasser jun.. Dieser leitete 20 Jahre (1951 – 1971) die Musikkapelle, über 40 Jahre sehr erfolgreich den Kirchenchor und war zudem ein ausgezeichneter Organist. 1951 nahm die Musikkapelle am Landesmusikfest am „Tartscher-Bühel“ teil. Bei Wertungsspielen in den Jahren 1957 und 1969 erzielte sie jeweils einen ersten Rang mit Auszeichnung. Krimhilde Daniel war 1973 die erste Musikantin, die in die Kapelle aufgenommen wurde. Von 1971 bis 1976 leitete Hermann Reissner die Kapelle, und von 1976 bis 1991 der geschätzte Kapellmeister Gottlieb Gamper aus Schleis den Verein. Am 8. Juli 1984 wurde die Fahne der Musikkapelle feierlich eingeweiht. Die Fahnenpatenschaft übernahm Anna Monika Platter. Im Jahre 1989 gründete der Verein eine Jugendkapelle

Sebastian Kurz für fünf Jahre (1991-1996) die Kapelle. Als in seinem Heimatort Eyrs eine Musikkapelle gegründet wurde, entschied er sich, diese zu leiten. Im Herbst 1996 übernahm somit die begeisterte Hornistin Verena Tröger als eine der wenigen Frauen im Lande die Kapellmeisterstelle. 10 lange Jahre schwang sie den Taktstock und arbeitete mit Einsatz und Freude am Klangkörper. Jedoch im Herbst letzten Jahres sah sie sich aus zeitlichen Gründen gezwungen, diese Aufgabe niederzulegen, da sie sich entschlossen hatte, neben ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer politischen Arbeit als Kulturreferentin zusätzlich noch das Konservatorium in Bozen im Fach „Horn“ zu besuchen. Fast ein halbes Jahr war man auf der nicht einfachen Suche eines geeigneten Nachfolgers, den man schließlich in der Person des gebürtigen Kortschers und in Glurns wohnhaften Ägidius Wellenzohn gefunden hat. Bei der Jahreshauptversammlung am 11. Februar 2006 erfolgte

mit ca. 20 Jugendlichen unter der Leitung von Franz Perkmann. Das 150-jährige Bestandsjubiläum der Musikkapelle Laas wurde im Juni 1992 im Rahmen eines Bezirksmusikfestes mit Wertungsspielen und Umzug gefeiert. An den Wertungsspielen nahmen 11 Kapellen teil, darunter die Musikkapelle Laas, die in der Mittelstufe unter Kapellmeister Sebastian Kurz eine „sehr gute“ Bewertung erzielen konnte. Anlässlich des Jubiläums wurde eine ausführliche und reich bebilderte Chronik der Kapelle in Buchform herausgegeben. Vor allem der damalige Obmann Dietmar Spechtenhauser hat sich bei diesen Jubiläumsfeierlichkeiten große Verdienste erworben. Im November 1995 konnte das neue Probelokal im Untergeschoss der Bibliothek bezogen werden. Es wurde von der Gemeindeverwaltung großzügig ausgestattet, die Musikkapelle aber musste einen erheblichen Beitrag leisten. Nach Gottlieb Gamper leitete

die Stabübergabe und es wurde auch ein neuer Ausschuss bestellt: Obmann Florian Tröger, Obmannstellvertreter Dietmar Spechtenhauser, Kassier Michael Grasser, Jugendreferentin Carmen Daniel, Schriftführerin und Öffentlichkeitsarbeit Simone M. Raffeiner, Notenwarte Astrid Staffler und Marianne Platter, Instrumentenwart Franz Perkmann, Probelokal Herbert Platzgummer, Trachtenwart Karl Lechner. Als jährlicher musikalischer Höhepunkt gilt das traditionelle Osterkonzert. Da dieser Termin angesichts der erst kurzfristigen Stabübergabe heuer ungünstig ist, hat der Ausschuss beschlossen, dieses Jahr ein festliches „Floriani-Konzert“ am 7. Mai als Platzkonzert abzuhalten. Zu Ostern wird auf alle Fälle ein erweitertes Standkonzert gegeben. Die Musikkapelle Laas zählt heute 43 Mitglieder, darunter 17 Musikantinnen, ein Fähnrich und 2 Marketenderinnen. Neben der zahlreichen kirchlichen und weltlichen Ausrückungen beteiligt sich der Verein auch sehr aktiv am bekannten Faschingsumzug und an sonstigen Veranstaltungen zur Unterhaltung der Dorfbevölkerung. Erwähnenswert ist sicherlich auch die spielfreudige und überaus aktive, nach dem I. Weltkrieg gegründete „Laaser Böhmische“, die bei Garten-, Waldfesten und ähnlichen Anlässen schwungvoll aufspielt. Dieter Pinggera

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Blasmusik im Vinschgau

Musikkapelle Unser Frau / Karthaus

Die Gemeinschaftskapelle Unser Frau / Karthaus unter der Leitung von Kapellmeister Dietmar Rainer

Musikkapelle Unser Frau Die Anregung zur Gründung der Musikkapelle Unser Frau kam aus Schlanders, denn als am 15. August 1885 die „Mannder“ der Bürgerkapelle Schlanders zu Fuß über das „Tascheljöchl“ nach Unser Frau gekommen waren und die Prozession musikalisch umrahmten, waren sie die große Attraktion im Dorf. Diese Begebenheit weckte in einigen jungen Burschen die Lust am Musizieren, und schon im darauffolgenden Jahr 1886 wurde die Musikkapelle Unser Frau in Schnals gegründet. Am Kirchtag 1886 umrahmten etwa 10 Musikanten feierlich die Prozession. Unter der Leitung von Lehrer Matthias Gamper wurden die

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Musikanten in Noten- und Musiklehre eingeführt. Als Probelokal erlaubte der damalige Pfarrer J. Gritsch, das Mesnerhaus zu benutzen. Um 1890 wagten sich die Musikanten erstmals in die Fremde und zwar übers Niederjoch nach Vent im Ötztal. Es folgten schließlich Auftritte im benachbarten Vinschgau. 1895 übernahm der Sohn des ersten Kapellmeisters Matthias Gamper den Taktstock und leitete die Kapelle bis 1935. Es gab jedoch immer wieder einige Krisen zu bewältigen. So verbot der neue Pfarrer Platzgummer den Musikanten das Proben im Mesnerhaus. Mit Kriegsausbruch verstummten die Instrumente bis 1919. Nach dem Wiederaufbau nahm die Musikkapelle in den

Zwischenkriegsjahren bereits erfolgreich an Wertungsspielen teil. 1935 übergab Matthias Gamper seinem Sohn Matthias die musikalische Leitung. Nach Ausbruch des II. Weltkrieges bestand die Kapelle bis 1943. Dann wurde sie erneut zum Schweigen gebracht. Jedoch bereits ein Jahr nach Kriegsende, 1946, gelang den Musikanten ein Neuanfang. Heimkehrer, Musikfreunde und begabte Jugendliche gingen daran, den Klangkörper neu aufzubauen. Im Jahre 1956 wurde mit Hilfe von Spenden aus der Bevölkerung die gesamte Kapelle mit neuen Instrumenten ausgestattet. Fleißig wurde an der Weiterentwicklung der Kapelle unter der Führung von Gastwirt Matthias Gamper gearbeitet, bis dieser allzu früh am 20. Juli 1960 verstarb. Durch die großzügige Unterstützung einiger Gönner konnte Karl Gamper, Sohn des verstorbenen Kapellmeisters Matthias Gamper, die Kapellmeisterlehrgänge von Sepp Tanzer in Innsbruck besuchen. Der frisch gebackene Kapellmeister Karl Gamper, damals der jüngste Kapellmeister Südtirols, löste im Jahre 1963 den Übergangskapellmeister Josef Kofler ab. Unter seiner Führung konnte die Kapelle bei Wertungsspielen 1965 in Schluderns, 1968 in Reschen und 1981 in Schlanders beachtliche Erfolge erzielen. In den 60er und 70er Jahren entwickelte sich im Schnalstal

sehr schnell der Fremdenverkehr. Die Musikkapelle wurde nun eine allgemein geschätzte und nützliche Werbetrommel, die bei zahlreichen Auslandsfahrten ihre Wirksamkeit nicht verfehlte. Jedoch auch die Abwanderung und die Saisonarbeiten machten dem Verein zu schaffen. 1976 erhielt die Kapelle ihre eigene Fahne, 1980 einen Musikpavillon beim „Haus der Gemeinschaft“. Im Jahre 1997 konnte das neue Probelokal in der Feuerwehrhalle bezogen werden. 35 Jahre lang durften die Musikanten unter der Stabführung ihres geschätzten Kapellmeisters Karl Gamper musizieren, ehe Ende 1997 Helmuth Verdroß für dieses wichtige Amt gewonnen werden konnte.

Musikkapelle Karthaus Die Musikkapelle Karthaus wurde im Juni 1911 auf Anregung des Schulmeister-Seppl gegründet. Laut mündlicher Überlieferung jedoch gab es in Karthaus bereits lange vor der offiziellen Gründung der Kapelle Musikanten, die zu verschiedenen feierlichen Anlässen aufgespielt hatten. Die ersten Jahrzehnte erwiesen sich als schwierig und waren von

Frühjahrskonzert Samstag, den 22. April 2006 um 20.00 Uhr im „Haus der Gemeinschaft“ in Unser Frau – Schnals


Blasmusik

Kapellmeister Dietmar Rainer

mehreren Unterbrechungen gekennzeichnet (z.B. während des I. Weltkrieges und nach dem Dorfbrand 1924). Im Jahre 1934 wurde Josef Santer zum Obmann und Kapellmeister der Musikkapelle gewählt. Der Faschismus und der II. Weltkrieg brachten erneuten Stillstand mit sich, aber bereits 1946 konnte die Kapelle ihre Tätigkeit wieder voll aufnehmen. Der Fortbestand des Vereins über all die Jahre ist unzertrennlich mit dem Wirken von zwei Kapellmeistern verbunden. Neben Josef Santer war dies Ferdinand Grüner, der bis 1996 über 23 Jahre lang die musikalische Leitung als Kapellmeister innehatte. Sie waren neben der musikalischen Führung auch für die Ausbildung der Jungmusikanten verantwortlich. Im Überblick waren seit der Gründung folgende Personen für die musikalische Leitung der Musikkapelle Karthaus zuständig: Josef Gamper (19111934), Josef Santer (19341970), aushilfsweise Peter Gamper, Ferdinand Grüner

Die organisatorisch Verantwortlichen: Obmann Alois Santer (MK Unser Frau), Koordinator Otto Rainer und Obmann Hermann Tumler (MK Karthaus)

(1970-1980 und 1983-1996), Elmar Spechtenhauser (1981 und 1999-2000). Mit Konrad Verdroß (1982) und Helmuth Verdroß (1997-1998) waren auch zwei Schlanderser Kapellmeister am Dirigentenpult der Kapelle tätig.

Musikkapelle Unser Frau / Karthaus Da im Jahre 2000 die Karthauser auf der Suche nach einem neuen Kapellmeister waren, da beide Kapellen von personellen Sorgen geplagt waren und da zudem allgemein der Wunsch verspürt wurde, auch anspruchsvollere Blasmusik spielen zu können, beschlossen die beiden Musikkapellen Unser Frau und Karthaus unter der Führung von Helmuth Verdroß eine enge musikalische Zusammenarbeit einzugehen, die bis heute mit großem Erfolg weitergeführt wird. Die Begeisterung für dieses Unternehmen traf in der Bevölkerung nicht überall auf Zuspruch und von den Verantwortlichen Obleuten Otto Rainer (MK Unser Frau)

und Hermann Tumler (MK Karthaus) war sehr viel Überzeugungsarbeit sowohl bei den Mitgliedern als auch bei der Bevölkerung nötig. Man hatte auch das Glück, mit Helmuth Verdroß einen musikalisch fähigen Kapellmeister zu haben, der beide Kapellen bestens kannte und dieses einzigartige Projekt vollends unterstützte. Im April 2001 präsentierten sich die beiden Kapellen zum ersten Mal beim gemeinsamen Frühjahrskonzert im „Haus der Gemeinschaft“ in Unser Frau und ernteten den ersten gemeinsamen Erfolg. Das Niveau der Gemeinschaftskapelle ist mit diesem Zusammenschluss bedeutend gestiegen. Im Jahre 2003 kam es zu einem musikalischen Führungswechsel, als der Schnalser Dietmar Rainer von seinem Musikstudium aus Salzburg zurückkehrte und sich bereit erklärt hatte, neben der Leitung des Kirchenchores auch als Kapellmeister tätig zu sein. Zudem wurde eine „Böhmische“ gegründet, und auch das gemeinsame Musizieren in

kleinen Gruppen zu verschiedenen Anlässen unterstreicht die gute Zusammenarbeit beider Kapellen. Das Führungskomitee der Kapelle Unser Frau / Karthaus, zusammengesetzt aus den Obmännern Alois Santer und Hermann Tumler sowie aus ihren Ausschussmitgliedern und unter dem Vorsitz des Koordinators Otto Rainer, verfolgt die Zielsetzungen, konzertante Musik gemeinsam aufzuführen, für kirchliche und weltliche Feiern in den jeweiligen Dörfern zur Verfügung zu stehen und trotzdem die Eigenständigkeit beider Kapellen zu bewahren. Intensiv und mit viel Einsatz wird in Schnals auch die Jugendarbeit vorangetrieben. Unter der Führung von Jugendleiter Gerhard Rainer werden Musikkurse organisiert, in den Kindergärten wird musikalische Früherziehung angeboten, und es herrscht eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Musikschule Naturns. Besonders stolz ist man auf die Jugendkapelle des Tales, die seit drei Jahren von Dietmar Rainer, Charlotte Rainer und Petra Trafoier erfolgreich geleitet wird. Im Probelokal der MK Unser Frau wird zur Zeit eifrig auf das bereits 6. gemeinsame Frühjahrskonzert, dem musikalischen Höhepunkt, hingearbeitet. Das Konzert findet am Samstag, den 22. April 2006 um 20.00 Uhr im „Haus der Gemeinschaft“ in Unser Frau – Schnals statt. Dieter Pinggera

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Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau

Musikkapelle St. Valentin a. d. Haide

Gruppenbild der Musikkapelle St. Valentin a. d. Haide aus dem Jahre 2003 unter der musikalischen Leitung von Tobias Blaas und unter der Obmannschaft von Magnus Blaas

I

m Jahre 1894 taten sich unter der musikalischen Leitung des Oberlehrers Florian Blaas

musikbegeisterte Männer zu einer eigenständigen und vereinsmäßig organisierten Blasmusikgruppe zusammen und riefen somit die Musikkapelle St. Sonntag, 30. April 2006 Valentin a. d. Haide um 20.30 Uhr ins Leben. im Kulturhaus in St. Valentin a. d. H. Es liegen Aufzeichnungen vor, die darProgramm auf schließen lassen, dass die MusikkapelFanfare For A Celebration Charles Michiels le St. Valentin in den letzten Jahren vor Promenadenkonzert – Ouvertüre der JahrhundertwenHans Hartwig de immer öfter mit der Verschönerung Franz von Suppè Gala von kirchlichen und Fantasie von Franz von Suppè weltlichen Feiern beBearb. Franz Watz traut wurde, so z.B. Katinka am 18. August 1897 Hans Vansant anlässlich des stets feierlich begangenen Jubelklänge – Marsch Geburtstagsfestes Ernst Uebel des Kaisers Franz JoBearb. Wolfgang Wössner seph I. und vier Tage darauf anlässlich des Fanatic Winds Overture for Band Empfangs der KronThomas Doss prinzessin Stephanie in St. Valentin auf Western Train der Haide. Klaus Tippenhauer Die Musikkapelle stand für damalige Feel the Beat Verhältnisse sicherAndrè Waignein lich auf einem beMusic trächtlichen Niveau, John Miles und sie hielt auch Bearb. Philip Sparke etwas auf sich, da sie

Frühjahrskonzert

26 Der Vinschger Wind 9-06

schon in Besitz einer einfachen Tracht war, sowie eigene Postkarten mit Gruppenfoto anfertigen ließ. Dabei handelt es sich um die älteste bekannte Abbildung der Musikkapelle aus dem Jahre 1905. Besonderes Kennzeichen der ersten Tracht war der Hut mit einer roten und weißen Hahnenfeder. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges beendete die erste Blütezeit der Musikkapelle nach erst zwanzigjährigem Wirken. Unter den Kriegsopfern finden sich sowohl ehemalige als auch bis zu ihrer Einberufung aktive Mitglieder der Musikkapelle. Trotz der allgemein herrschenden Not begann man nach Kriegsende bald mit dem Wiederaufbau der Kapelle. Bereits

in den 30er Jahren nahm die Musikkapelle bei mehreren Festumzügen in Meran teil. Trotz der schwierigen Jahre während des Faschismus blieb die Musikkapelle St. Valentin bestehen. Der Kapellmeister musste allerdings stellvertretend für die ganze Kapelle der weißen und roten Hahnenfeder eine grüne hinzufügen, um so die Tricolore-Farben anzudeuten. Erst die schwerwiegenden Ereignisse des Optionsjahres 1939 führten erneut zur Auflösung des Vereines. Nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1946 nahm die Musikkapelle ihre musikalische Tätigkeit wieder auf. Ende der vierziger Jahre wurde eine neue Tracht angeschafft, die auch heute noch getragen wird und nur unmerklich verändert wurde. Im Jahre 1955 kam die Vereinstätigkeit nochmals zum Erliegen. Gründe dafür waren der altersbedingte Ausfall der Flügelhorn- und Trompetenstimmen und die allgemeine Überalterung der Kapelle (Durchschnittalter der 20-25-Mann-Kapelle von über 40 Jahren); zudem konnte kein Kapellmeister ausfindig gemacht werden. Auf allgemeinen Wunsch der Bevölkerung wurde eine Neuorganisation der Kapelle in die Wege geleitet. Durch die Be-

Die Musikkapelle „Haid“ als „Guggamusi“ beim Faschingsumzug 2006


Blasmusik

mühungen einer Initiativgruppe unter der musikalischen Leitung von Hermann Blaas kam es zur Neugründung im Jahre 1963. In den folgenden Jahren erlebte die Kapelle einen musikalischen Aufschwung. Ein außergewöhnliches Ereignis für das Dorf und insbesondere für die Musikkapelle war das im Juli 1971 in St. Valentin a. d. Haide veranstaltete Bezirksmusikfest. Von 1967 bis 1975 übernahm Georg Hofer das Amt des Kapellmeisters. Im Jahre 1975 löste ihn der damalige Gemeindesekretär Martin Gruber ab. Der geschätzte Musiklehrer Anton Stecher leitete ab 1978 für 15 Jahre die Kapelle und übergab im Jahre 1992 den Taktstock an seinen Lehrerkollegen Tobias Blaas, der heute noch die musikalische Verantwortung für den Verein trägt. Um die kulturelle und musikalische Tätigkeit im Ober-

Standkonzert im Musikpavillon

vinschgau weiter zu fördern, wurde 1990 die Musikschule gegründet. Die Musikkapelle St. Valentin erklärte sich bereit, die Musikschule in organisatorischen Fragen zu unterstützen. Anlässlich des Hundertjahrjubiläums im Jahre 1994 verfasste der Dorfchronist Franz Angerer, selbst Mitglied der Kapelle, ein umfangreiches Werk über die Geschichte des Vereines. Derzeit besteht die Musikkapelle St. Valentin a. d. Haide aus 38 Mitgliedern, davon 16 Frauen. Finanziell wird der Verein durch Beiträge der Gemeinde Graun, der Fraktion St. Valentin, des Tourismusverbandes Vinschgauer Oberland, der Raiffeisenkasse Obervinschgau, sowie durch Spenden der Haider Bevölkerung beim alljährlichen Neujahrsblasen unterstützt. Die Kapelle umrahmt sowohl kirchliche als auch weltliche Feierlichkeiten. In den vergan-

Kapellmeister Tobias Blaas

Obmann Magnus Blaas

genen Jahren nahm die Kapelle sowohl an Wertungsspielen wie auch an Landesmusikfesten teil. Zur Pflege der Kameradschaft wird ein jährlicher Herbstausflug zum Törggelen und eine Faschingsrevue organisiert. Bereits in den 50er Jahren wirkte die Musikkapelle an den Faschingsumzügen in St. Valentin mit. Beim diesjährigen traditionellen Umzug trat die Kapelle als „Guggamusi“ auf.

Den musikalischen Höhepunkt im Vereinsjahr stellt das ebenfalls bereits traditionelle Frühjahrskonzert dar. Das heurige Frühjahrskonzert, auf das zur Zeit fieberhaft hingearbeitet wird, findet am Sonntag, den 30. April 2006 im Kulturhaus von St. Valentin a. d. Haide um 20.30 Uhr statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Dieter Pinggera

Gipfelmesse auf Großhorn 2005

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Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau

Die Musikkapelle Burgeis

Die Musikkapelle Burgeis bei der Hochzeit ihres Kapellmeisters Johannes Grass und ihrer VizeObfrau Claudia Malloth. In der Mitte der ehemalige Kapellmeister Alois Kuntner

N

ach neuerer Erkenntnis wurde die Musikkapelle Burgeis spätestens im Jahre 1818 gegründet. Feierte man im Jahre 1976 noch das 150jährige Bestehen des Vereines, so wurde 18 Jahre später, also im Jahre 1993 bereits das 175-jährige Bestandsjubiläum begangen. Der Grund für die Revision der Bestandsdatierung liegt in einer überlieferten Pfarrurkunde aus dem Jahre 1818: „Den Musikanten für ihre Bemühung am Fronleichnamstag 6 Gulden und 2 Kreuzer“. Somit wäre bezeugt, dass

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der Verein spätestens seit 1818 besteht. Doch Burgeiser „Spielleute“, die als Vorläufer der Musikkapelle angesehen werden können, erscheinen schon auf früheren Urkunden wie z.B. aus dem Jahre 1816. Im Jahre 1825 war die Kapelle an der Eröffnungsfeier der Stilfserjoch-Straße beteiligt. Fast durch das ganze 19. Jahrhundert hindurch kann man von Musik und Musikern in Burgeis lesen. So berichtet die Pfarrchronik aus dem Jahre 1844, dass sich die Neujahrssänger und die Musikkapelle um das Recht stritten, am Neujahrstag durch die Gassen des Dorfes zu ziehen, um Ehren und Spenden einzusammeln. 1855 spielte die Musikkapelle anlässlich des Besuches des Erzherzogs Karl Ludwig. 1862 bis 1866 erschienen an großen Festtagen auf Marienberg zur Verstärkung der eigenen Musik des Klosters auch Sänger und Musikanten aus Burgeis.

Im Jahre 1878 wurde die Kapelle jedoch vom damaligen Pfarrer kurzerhand verboten. Ungefähr zehn Jahre später wurde die Musikkapelle Burgeis vom Kapellmeister Jakob Zwick als Feuerwehrmusikkapelle wieder neu gegründet. Ab 1903 bis 1911 leitete der Klarinettist Peter Vinatzer die Kapelle. Dann übernahm der Lehrer Dominikus Plieger die Führung. Bei der Landesfeier im Jahre 1909 waren die Schützen mit Fahne und die Musikkapelle aus Burgeis selbstverständlich dabei. Mit dem Ausbruch des I. Weltkrieges kam die Aktivität auch der Burgeiser Musikkapelle gänzlich zum Erliegen. Nach dem Krieg blühte die Kapelle unter der Leitung Pliegers wieder auf bis zum Jahre 1929, als sie ihren Dirigenten verlor. Die Musikkapelle blieb aber weiterhin bestehen, die Führung übernahm zuerst der Flügelhornist Matthias Telser, dann eine Zeit lang Johann Strobl, später Gallus Moriggl und Gallus Kuenrath. In den 30er Jahren erreichten die politischen Strömungen auch das kleine Bauerndörfchen

Burgeis und zerrissen die Musikkapelle. Es kam das ereignisreiche Jahr 1939; durch die Option entstand in der Dorfbevölkerung großer gegenseitiger Hass und somit auch in der Kapelle. Diese spaltete sich, jede Seite musizierte und glaubte das Beste zu tun. Neue Mitglieder wurde nachgelernt und aufgenommen. Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1943 unter der Führung des Lehrers Florin Jörg waren daher gute Voraussetzungen für einen großen Aufschwung vorhanden. Für jungen Nachwuchs war gesorgt, und die Burgeiser Kapelle konnte ohne Unterbrechung während des II. Weltkrieges bestehen. Sofort nach dem Krieg fertigte man die heutige Tracht an, aber noch ohne Hut und Ledergurt, da das nötige Kleingeld fehlte. Seit dem Jahr 1947 gibt es die „Chronik der Musikkapelle Burgeis“. Am 21. Februar des Jahres 1957 anlässlich des Ständchens für die Weihung des neu gewählten Abtes Stefan Pamer führte Lehrer Eduard Platzer zum ersten Mal den Dirigentenstab. Er war zum Schuljahr 1956/1957 neu ins Dorf gekommen, hatte nach alter Tradition als Dorfschullehrer den Organistendienst übernommen, und so ersuchte man ihn, auch das Amt des Kapellmeisters zu übernehmen. So konnte Lehrer Florin Jörg dieses Amt jungen Händen anvertrauen. Eduard Platzer sollte diese verantwortungsvolle Aufgabe für 37 Jahre bis 1993 ausüben. 1961 trug die Musikkapelle Burgeis das 8. Vinschgauer Bezirksmusikfest mit großem Festumzug aus. Im Jahre 1976 feierte man das 150-jährige Bestandsjubiläum und zugleich die Einweihung des Kulturhauses. In diesem war nun auch das neue Probelokal der Musikkapelle untergebracht, zuvor mussten die Musikproben im alten Schulhaus unter armseli-


Blasmusik

gen Bedingungen stattfinden. Am 9. September 1984 beteiligte sich die Kapelle am großen Umzug in Innsbruck anlässlich des Tiroler Gedenkjahres. Aus dem regen Leben und Wirken der Musikkapelle Burgeis sei auch kurz auf die über 50 Auslandsreisen, davon 35 Fahrten nach Deutschland, hingewiesen. Freundschaften verbinden die MK Burgeis mit der Stadt Lohr am Main, der Stadt Weingarten, der Musikkapelle Patsch am Patscher Kofel, sowie der Musikkapelle Diessen am Ammersee. Nachdem Eduard Platzer im Jänner 1990 seinen Rücktritt als Kapellmeister schriftlich bekannt gegeben hatte, bat man ihn, diese Aufgabe weiterhin wahrzunehmen, bis man einen Ersatz gefunden hätte. Im März des Jubiläumsjahres 1993 – die Musikkapelle Burgeis feierte in diesem Jahr nach der Revision des Gründungsdatums ihr 175-jähriges Bestehen - konnte Alois Kuntner aus Prad als neuer Kapellmeister gewonnen werden. Anlässlich des Jubelkonzertes am 9. Mai wurde Eduard Platzer zum Ehrenkapellmeister ernannt. Alois Kuntner leitete 10 Jahre lang

umsichtig die Kapelle, konnte das musikalische Niveau deutlich steigern und leistete in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss vorbildliche Nachwuchsarbeit. Am Cäciliensonntag 2003 wurde dem Burgeiser Musikanten Johannes Grass die musikalischen Leitung des Vereines anvertraut. Der junge, ehrgeizige Kapellmeister Johannes Grass zeigt sich äußerst interessiert und lernwillig (er nimmt Privatunterricht beim Kapellmeister der Bürgerkapelle Schlanders Georg Horrer) und dirigiert am heurigen Muttertag, den 14. Mai, sein drittes Frühjahrskonzert. Die musikalischen Höhepunkte des Jahres sind das bereits zur Tradition gewordene Frühjahrskonzert, sowie die Sommerkonzerte in Burgeis von Juli bis September. Die Jugendarbeit wird in Burgeis großgeschrieben, so ist ein Viertel (11) der Musikanten noch nicht 18 Jahre alt. Gesellige Veranstaltungen wie z.B. der letztjährige Ausflug zu den Promenadenkonzerten in Innsbruck runden die engagierte Jugendarbeit ab. Anton Punt stand seit 1980

Kapellmeister Johannes Grass

Obmann Lukas Telser

der Musikkapelle Burgeis für 26 Jahre als Obmann vor und konnte eine beispielhafte Harmonie zwischen jungen und alten Musikanten bewahren. Unter seiner langen Obmannschaft konnte u.a. im Jahre 2004 der Bau des neuen prächtigen Probelokals abgeschlossen und dieses bezogen werden. Nach zweieinhalb Jahrzehnten ehrenamtlicher Führungsarbeit, für die er mit dem Verbandsverdienstzeichen in Gold ausgezeichnet wurde, übergab Anton Punt im letzten Jahr die Vereinsleitung dem jungen und ambitionierten neuen Obmann Lukas Telser, der bis dahin als Jugendleiter tätig war. Der neue junge Ausschuss setzt sich folgendermaßen zusam-

men: Lukas Telser (Obmann), Claudia Malloth (Vize-Obfrau), Karl Wegmann (Kassier), Thomas Wegmann (Jugendleiter), Benjamin Pobitzer (Inventarverwalter), Thomas Moriggl (Schriftführer). Heute zählt die Musikkapelle Burgeis 40 aktive Musikanten, 9 Musikantinnen und 31 Musikanten, mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren. Obmann Lukas Telser und Kapellmeister Johannes Grass laden alle Musikbegeisterten und Freunde der Musikkapelle Burgeis am Sonntag, den 14. Mai 2006 um 20.30 Uhr im Kulturhaus Burgeis zum traditionellen Frühjahrskonzert herzlichst ein. Dieter Pinggera

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Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau - Blick nach Müstair

Musica Concordia Müstair

Die Musica Concordia Müstair unter der musikalischen Leitung von Roberto Donchi und unter der Präsidentschaft von Paul Caratsch

D

1924 erwarb der Verein die erste Uniform bestehend aus einem einheitlichen Hut mit einer Feder, 4 Jahre später kaufte man die gebrauchten Uniformen der Musikgesellschaft Steckborn. Im Jahre 1929 nahm die Concordia zum ersten Mal an einem Engadiner Musikfest (heute Bezirksmusikfest) in St. Moritz teil. In der Chronik steht vermerkt: „Leider sind wir ohne Autodach gefahren; gut durchnässt sind wir um 03.00 morgens zu Hause angekommen“. Das Jahr 1932 brachte zwei wichtige Neuerungen mit sich: Zum einen schaffte die Concordia ihre erste Fahne mit dem Motto „Strasuna Concordia in lêd ed in gloria“ an. Als Fahnenpaten konnten damals Frau Lizza Lechthaler-Kurz und Herr Dr. Carl Favè gewonnen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt half sich die MuSamstag, 10. Juni 2006 sikgesellschaft mit der Fahne des um 20.30 Uhr Schützenvereins aus. Zudem trat im Schulhaus in Müstair die Concordia dem kantonalen Musikverband Programm laut Ansage bei. Zum ersten Mal mit Einweihung der neuen Uniformen, an einem kantonalen Musikfest welche von der ehemaligen „Swissair“ nahm der Verein übernommen werden 1933 in Bergün

ie Musica Concordia Müstair wurde formell im Jahre 1897 gegründet. Im Artikel 1 der Statuten des Jahres 1897 ist jedoch die Rede von einer „reconstrucziun da la società da musica“, also von einer Wiedergründung. Folglich muss es bereits vorher eine Musikgesellschaft, wenn auch ohne Statuten, gegeben haben. Während des Ersten Weltkrieges spielten 7 Mitglieder der Concordia in der Militärmusik, weshalb der Verein gezwungen war, seine Tätigkeit einzustellen. Unter der musikalischen Leitung von Herrn Jacob Anton Fallet wurde die Musikgesellschaft im Jahre 1920 wieder reaktiviert. Es wurden 15 Instrumente, vermutlich gebrauchte, angekauft.

teil. Unter der Leitung von Jacob Anton Fallet wurde in der dritten Stärkeklasse die Ouvertüre „Die vier Menschenalter“ von Mehul gespielt. Jedoch der Vortrag kann nicht allzu gut geglückt sein, steht doch im ersten Satz der Wertungsrichter: „Leider hat die Musikgesellschaft Müstair mit ihrem Selbstwahlstück nur die Punktezahl von 36 erreicht.“ 1936 übernahm Josef Anton Fallet den Dirigentenstab von seinem Onkel Jacob Anton Fallet. Mit einem Jahr Verspätung wurde 1948 das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Im folgenden Jahr erwarb die Musikgesellschaft ihre zweite, gebrauchte Uniform, diesmal von der Kan-

tonspolizei Zürich. Im Preis von 1.000 Fr. waren 42 Uniformen, eine Kiste voller Noten und noch einige Notenständer inbegriffen. Jedoch bereits 1957 wurde die dritte Uniform (blau-grau) angekauft. Wegen mangelndem Interesse beschloss der Verein 1960 in der Generalversammlung mit 8 gegen 6 Stimmen bei 4 Enthaltungen den Verein aufzulösen. Dieser Beschluss war jedoch nicht gültig, verlangen doch die Statuten für einen solchen Entscheid eine 2/3-Mehrheit aller Mitglieder. In einer Sonderversammlung wurde dann der Erhalt der Musikkapelle klar befürwortet. 1961 schied Josef Anton Fallet als Dirigent aus und Matias Oswald wurde zum neuen Dirigenten gewählt. Dieser zog sich aber nach kurzer Zeit bereits zurück, worauf Fredy Oswald bis 1967 das Kapellmeistersamt ausübte. In diesem Jahr übernahm dann Josef Anton Fallet wieder die Leitung der Concordia. 1971 wurde Matias Oswald zum neuen Dirigenten gewählt. Er folgte auf Josef Anton Fallet, der zum Ehrendirigenten ernannt wurde, nachdem er die Concordia über rund 30 Jahre geleitet hatte. Nach 39 Jahren nahm die Concordia 1972 wieder an einem kantonalen Musikfest teil.

Frühjahrskonzert

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Die Concordia bei einer kirchlichen Prozession


Blasmusik

Unter der Leitung von Matias Oswald spielte der Verein in Samedan die Ouvertüre „Canyon Passage“ von J.L. Tarver. Das Prädikat der Jury hieß „Exzellent“, und der Verein erhielt den goldenen Kranz. Mit einem großen Zeltfest feierte der Verein seinen 75. Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit wurde die vierte Uniform (weinrote Jacke – beige Hosen) angekauft. Im selben Jahr trafen sich alle drei Musikvereine des Münstertal, um über einen Zusammenschluss der drei Musikgesellschaften zu diskutieren. Der Entscheid fiel jedoch negativ aus. 1975 nahm die Concordia am kantonalen Musikfest auf der Lenzerheide teil. Unter der Leitung von Matias Oswald trug der Verein in der vierten Stärkeklasse das Stück „Toxandrie“ von P.B. Bisselink vor: Prädikat „sehr gut“, silberner Kranz. 1976 übernahm die Concordia die Organisation des Bezirksmusikfestes, an dem 19 Musikgesellschaften teilnahmen. Das Galakonzert bestritt die Stadtmusik Chur. In diesem Rahmen wurde auch die neue Vereinsfahne eingeweiht, für die Lena und Crispin Foffa Paten standen. Im selben Jahr trat Esther Tschenett-Inglin als erste Frau in die Concordia ein. Auch 1979 beteiligte man sich unter Matias Oswald am kantonalen Musikfest in Klosters und konnte das Prädikat „sehr gut“ erzielen. 1982 wurde die nur 6 Jahre alte Fahne ein Raub der Flammen, worauf beschlossen wurden, sich nochmals eine identische zuzulegen. 1984 übernahm David Baselgia die musikalische Leitung der Concordia, und Matias Oswald wurde für seine 14-jährige Leitung des Vereins zum Ehrendirigenten ernannt. Mit einem grossen Zeltfest feierte die Concordia 1986 die Einweihung der fünften Uniform, die blaue mit wei-

ßem Gurt, welche dem Verein bis zum heutigen Tag dient. In diesen Jahren wandelte sich die Concordia langsam von einer Harmonieformation (mit Holzbläsern) in eine Brass Band (ohne Holzbläser, deren Funktion hauptsächlich von den Kornetten übernommen wird) um. In den Jahren 1987 und 1992 nahm der Verein unter der Leitung von David Baselgia an den kantonalen Musikfesten in St. Moritz und in Felsberg teil und konnte beim letzteren mit 111,5 von 120 möglichen Punkten den guten 5. Rang in der vierten Stärkeklasse erreichen. Auf dem kantonalen Musikfest in Davos 1997 gab David Baselgia seinen Rücktritt als Kapellmeister bekannt. Eine Woche später feierte der Verein sein 100-jähriges Bestandsjubiläum mit einem drei Tage dauernden Fest, an dem alle Vereine des Dorfes mitwirkten. Zu den Höhepunkten zählten das Konzert des „Cerchel Musical Sursilvan“ mit ihrem Westernprogramm im Klosterhof St. Johann unter der Leitung von Corsin Tuor, das Eröffnungskonzert mit der „Brass Band Konkordia Büsserach“ unter der Leitung von Christopher M. Joynes aus England und das Galakonzert der „Brass Band Bürgermusik Luzern“ unter der Leitung von Ludwig Wicki. Die Suche nach einem neuen Dirigenten führte den Verein in den Vinschgau, und mit großer Freude konnte der Musiklehrer Roberto Donchi aus St. Valentin für diese Aufgabe gewonnen werden. Durch die Kontakte von Roberto Donchi verstärken nun immer wieder Bläser aus dem Vinschgau den Verein, und die Concordia gibt auch häufiger Konzerte im benachbarten Südtirol. 2002 nahm die Concordia unter der Leitung von Roberto Donchi am kantonalen Musikfest in Brail/Brigels teil. 2004 ging für den Verein ein Traum in Erfüllung. Nach jahrelanger Probenarbeit in Luftschutzräu-

Präsident Paul Caratsch

Kapellmeister Roberto Donchi

men, konnte dieser, dank der überaus großzügigen Unterstützung einer Gönnerin und der Gemeinde Müstair, endlich sein eigenes Probelokal beziehen. Unvergesslich bleibt für die Concordia die letztjährige Teilnahme am Umzug anlässlich des Südtiroler Landesmusikfestes in Meran. Mit Freude bereiten sich die Musikanten/innen der Musica

Concordia Müstair zur Zeit auf ihr anstehendes Frühjahrskonzert vor, das am Samstag, den 10. Juni 2006 um 20.30 Uhr im Schulhaus in Müstair stattfinden wird. Präsident Paul Caratsch und Kapellmeister Roberto Donchi freuen sich auch auf die zahlreichen Besuche aus dem Vinschgau.

Dieter Pinggera

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Blasmusik

Jubiläumsveranstaltungen

150 Jahre Musikkapelle Naturns

Die Musikkapelle Naturns im Jubiläumsjahr 2006

D

ie Musikkapelle Naturns feiert dieses Jahr ihr 150jähriges Bestandsjubiläum. Nachdem die Musikkapelle Naturns bereits mit dem Gastkonzert der Bezirksbläserphilharmonie Brixen, dem Kirchenkonzert, vor allem aber mit dem Frühjahrskonzert am 1. April wichtige Feierlichkeiten umgesetzt hat, findet das Jubiläumsjahr an diesem Wochenende mit den dreitägigen Jubiläumsveranstaltungen wohl seinen Höhepunkt.

Eröffnung des Jubiläums Die Eröffnung der Jubiläumsveranstaltung erfolgt am Freitag, den 9. Juni 2006 um 20.00 Uhr im Bürger- und Rathaus. Die mit Spannung erwartete Vorstellung der CD steht zu Beginn auf dem Programm. Der Tonträger wurde von der MK Naturns unter der musikalischen Leitung ihres Kapellmeisters Josef Hanny im November 2005 aufgenommen. Als Aufnahmeleiter überwachte der geschätzte Blasmusikfachmann Hans Obkircher die Produktion. Die CD, die erste Studio-CD der MK Naturns seit 17 Jahren, gliedert sich in drei Abschnitte. Der erste traditionelle Teil beinhaltet den „94er Regimentsmarsch“ von Joseph Matys, die Ouvertüre „Der Ackersmann“ von Franz 26 Der Vinschger Wind 12-06

Kinzl, die Melodienfolge „Bei uns in Tirol“ mit Liedern und Weisen zusammengestellt und instrumentiert von Florian Pedarnig, sowie den patriotischen Konzertmarsch „Abschied der Slawin“ von Wassili Agapkin. Dann folgen drei Einspielungen der „Böhmischen“ der MK Naturns in der Besetzung mit 3 Klarinetten, 2 Flügelhörnern, 2 Tenorhörnern, 3 Waldhörnern und einer Tuba: der „Tauern Ländler“ von Hans Schneider sowie der Bairische „Der lustige Tiroler“ und der „Martscheiner Marsch“ jeweils von Gottlieb Weissbacher. Der letzte Teil der Aufnahme ist mit der kraftvoll enthusiastischen „Montana Fanfare“ von Thomas Doss, der prachtvollen Filmmusik „The Man in the Iron Mask” von Nick Glennie–Smith sowie dem im schwungvoll-rhythmischen Big Band Stil gehaltenen Solo für Saxophone „Saxophoning“ von Luigi di Ghisallo der modernen symphonischen Blasmusik gewidmet. Nach der Eröffnungsrede des Bürgermeisters Andreas Heidegger wird die Festschrift (mit DVD) vorgestellt. Den Verfassern Wolfgang Duschek und Hermann Wenter war es ein Anliegen, dass die Festschrift einerseits dem vorangegangenen Buch (Festschrift 1856-1991) entspreche, andererseits der Geist einer jüngeren

Generation von Chronisten mit neuen Ausdrucksmitteln darin Platz finde. Daher wurde der Fotograf Konrad Laimer eingebunden und beauftragt, eine eigene DVD–Produktion mit dem Titel „MUSI “ zu erstellen. Der Text der Festschrift beschränkt sich auf das Wesentliche zur Chronik der Kapelle. Einzig die verdienstvolle Durchsicht der Kirchenchronik von Naturns sowie aller erreichbaren Zeitungsjahrgänge (1926-1939) im Stadtmuseum von Meran wurden in einem eigenen Kapitel als Anhang zur Chronik Band I eingefügt. Mit der Präsentation der vertonten Projektion „MUSI“ wird anschließend der Inhalt der der Festschrift beigelegten DVD vorgestellt. Es handelt sich hierbei um vertonte Musikbilder, Bildsequenzen und Fotodokumente aus dem Archiv, die

den kulturellen Auftrag einer Kapelle reflektieren. Es wurden Eindrücke und Beobachtungen in den verschiedensten Situationen der Musikkapelle (Generalprobe, Aufnahme, Konzerte, usw.) im Laufe eines Jahres von Konrad Laimer fotografisch festgehalten. Prof. Herbert Grassl liefert mit seiner fünfsätzigen Komposition „Relation – Frühling – Dunkelzeit – Furioso – Köpfe Formationen“ die musikalische Basis dieser Projektion. An diesem Abend wird diese Musik live vom preisgekrönten, international erfolgreichen Schlagzeugensemble „VIA NOVA Percussion Group“, bei dem auch der junge Naturnser Musikstudent Philipp Lamprecht mitwirkt, interpretiert. Sicherlich ein Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Den Ausklang dieser Jubilä-

Frühjahrskonzert der Musikkapelle Naturns am 1. April 2006 unter der Leitung von Kapellmeister Josef Hanny


Blasmusik

umsveranstaltung bildet ein Konzert der eigens für dieses Jubiläum wieder ins Leben gerufenen Bigband „dim&cresc“ im Hof des Bürger- und Rathauses Naturns unter der Leitung der jazzerfahrenen Saxophonistin und Bandleaderin Sybille Kofler aus Meran.

Festkonzert der Algunder Musikkapelle Am Samstag, den 10. Juni 2006 gibt die Algunder Musikkapelle mit Obmann Manfred Innerhofer und unter der musikalischen Führung von Kapellmeister Christian Laimer ein Festkonzert um 20.30 Uhr im Bürger- und Rathaus. Zur Aufführung gelangen der Marsch „Jubelklänge“ von Ernst Uebel, die romantischen

le eingeleitet. Um 9.00 Uhr wird der Festgottesdienst im Bürger- und Rathaus gefeiert, der von den Kirchenchören St. Zeno Naturns und Tabland-Staben unter der Leitung von Josef Pircher sowie von der Jubelkapelle unter der Gesamtleitung von Josef Hanny gestaltet wird. Anschließend wird der Jubiläumsfestakt abgehalten. Gegen 11.30 Uhr beginnt der Festumzug Richtung Waldfestplatz mit den geladenen Musikkapellen und verschiedenen örtlichen Vereinen. Während des Festbetriebes im Anschluss konzertieren am Waldfestplatz die Musikkapellen Olang, Landeck, Kastelbell, Tschars und Partschins. Ab 19.00 Uhr spielen zum Festausklang der bekannte

Das Festkomitee mit Obmann Paul Huber an der Spitze

Ouvertüren „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner und „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach, der Marsch „Mens sana in corpore sano“ von Geert Sprick, sowie zwei modernere, originale Blasmusikwerke, nämlich „Ceremonial“ mit den Sätzen I. Entrada Ceremonial, II. Marcha Ceremonial und III. Final y Danza Ceremonial des Spaniers Ferrer Ferran sowie „Wedding Dance“ aus der symphonischen Suite „Hasseneh“ von Jacques Press.

Festtag Die Jubiläumsveranstaltungen am Sonntag, den 11. Juni 2006 werden um 7.00 Uhr mit dem Weckruf durch die Jubelkapel-

österreichische Fernsehmoderator „Franz Posch und seine Innbrüggler“. Das Festkomitee mit Obmann Paul Huber an der Spitze hat sich wirklich viel Mühe gegeben, interessante und abwechslungsreiche Jubiläumsfeierlichkeiten zu organisieren. Es ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr bilden unter anderem das Konzert mit dem Südtiroler Bläser-Ensemble-Resch am 26. August sowie das Galakonzert des bestbekannten und international erfolgreichen „Symphonischen Blasorchesters Ried im Innkreis“ unter der Leitung von Karl Geroldinger am 11. November. Dieter Pinggera

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Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau

Die Musikkapelle Katharinaberg

Gruppenfoto 2003 anlässlich der Fahnenweihe

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ie Musikkapelle Katharinaberg wurde am 21. Juni, dem Aloisiustag des Jahres 1953 auf Initiative der Gebrüder Alois und Johann Gorfer vom Obervernatschhof gegründet. Noch im Gründungsjahr wurde zu Heilig Abend bereits zum ersten Mal das „Stille Nacht“ auf dem Kirchturm gespielt. Am Josefitag des darauffolgenden Jahres marschierte die Kapelle zum ersten Mal auf, um dem Herrn Pfarrer Josef Rottensteiner zu seinem Namenstag ein Ständchen zu bereiten. Die Kapelle zählte damals zwölf Musikanten. Manche der Gründungsmitglieder bezahlten ihre Instrumente aus eigener Tasche, die Trachten wurden gänzlich von den Musikanten finanziert. Fortan wurden die Prozessionen, die Florianifeiern der Feuerwehr sowie andere Feierlichkeiten musikalisch umrahmt. Schon bald hatte die 28 Der Vinschger Wind 13-06

Musikkapelle einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung und war als kulturelle Bereicherung aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Im Jahre 1966 trat die Musikkapelle Katharinaberg dem Verband Südtiroler Musikka-

pellen (VSM) bei. Im selben Jahr wurde die ganze Kapelle mit neuen Instrumenten ausgestattet. Um diese Instrumente überhaupt finanzieren zu können, organisierte die Musikkapelle nun auch kleinere Feste und Kegelfeste. Später

wurde dann das mittlerweile traditionelle Waldfest auf der „Nischler Sand“ ins Leben gerufen, auf dem sogar die damals noch unbekannten „Kastelruther Spatzen“ zum Tanz aufspielten. Die ersten Proben wurden in der Mesnerstube abgehalten, später dann auf dem Obervernatsch- und Oberperflhof. Ende der Sechzigerjahre durfte man dann bis zur Fertigstellung des Vereinshauses im Jahre 1982 den Heizraum in der alten Volksschule als Probelokal verwenden. Erst mit dem Bau der neuen Grundschule in Katharinaberg im Jahre 1995 erhielt die Musikkapelle ihr heutiges, geräumiges Probelokal.

1. Reihe v.l.: Kapellmeister Walter Nischler, Jugendleiterin Petra Trafoier, Obmann Gerhard Müller, Vizeobmann Martin Nischler, 2. Reihe v. l.: Notenarchivar Gregor Mair, Schriftführer Florian Müller, Kassier Albin Weithaler, Zeugwart Dominik Mair

Der erste Kapellmeister der Musikkapelle Katharinaberg war Johann Gorfer, der auch die Jungmusikanten ausbildete. Sein Sohn Oskar Gorfer löste ihn im Jahre 1969 als


Blasmusik

Kapellmeister ab und leite- Katharinaberger die musikate die Kapelle bis zum Jahre lische Leitung inne; er ist der Sohn des noch einzig aktiven 1973. Von 1973 bis 1975 hatte Jo- Gründungsmitgliedes Albin hann Nischler vom „Operpe- Nischler. Walter Nischler hatrflhof“ den Kapellmeisterpos- te 1999 die Kapellmeisterausten inne, dann drei Jahre lang bildung bei Herrn Prof. Hans Anton Gruber aus Tschars, Obkircher abgeschlossen. Sein der trotz seines hohen Alters erstes Konzert als Kapellmeisnoch große Arbeit leistete. ter der MK Katharinaberg war Von 1978 bis 1980 übte wie- das Frühjahrskonzert im Jahre derum Johann Nischler den 2000. Kapellmeisterdienst aus, dann von 1980 bis 1988 Konrad Zu Beginn der VereinsgeVerdroß aus Schlanders, an- schichte existierte kein Ausschließend zum dritten Mal schuss, es wurde jedoch ein Johann Nischler und schließlich für kurze Zeit Gotthard Alber aus Kortsch. Im Frühjahr 1993 kam mit Stefan Rechenmacher aus Kortsch ein neuer, junger Kapellmeister ins Schnalstal zur Musikkapelle Katharinaberg. Er war es auch, der noch im selben Jubiläumsjahr, anlässlich des 40. Gründungsjahres, ein Jubiläumskonzert mit der Kapelle einstudierte und mit großem Publikumserfolg aufführte. Dies war ein Novum für die Kapelle, die vorher noch nie ein Saalkonzert dieser Art Die Musikkapelle Katharinaberg 1957 gegeben hatte. Von nun an wurde jedes Jahr im Kassenbuch geführt. Mai ein Frühjahrskonzert als Der erste Obmann der MK musikalischer Höhepunkt des Katharinaberg war Albin NiJahres veranstaltet. Mit dem schler vom „Oberperflhof“, Fortgang von Stefan Rechen- er übte dieses Amt 11 Jahre macher im November 1997 lang bis 1965 aus. Von 1965 musste die Kapelle wieder bis 1976 war Viktor Gorfer nach einem Kapellmeister Obmann der „KatharinaberAusschau halten. Man fand ger“, dann folgte Sepp Gorfer in Richard Kuppelwieser aus für weitere zehn Jahre (1976Tarsch einen neuen Kapell- 1985). Von 1986 bis 1989 meister, jedoch nur für kur- war Oskar Gorfer „Hof am ze Zeit. Darauf folgte für ein Wasser“, von 1989 bis 1992 Jahr Rosmarie Perkmann aus Roland Weithaler und von 1992 bis 1995 Thomas Gorfer Tschars. Seit Herbst 1999 hat mit Wal- jeweils Obmann der MK Kater Nischler nun wieder ein tharinaberg.

Seit dem Jahre 1995 betreut nun Gerhard Müller als Obmann die organisatorischen Aufgaben der Musikkapelle Katharinaberg. Im Jahre 2003, anlässlich des 50. Gründungsjubiläums, ging für die Musikkapelle ein lang ersehnter Kapellmeister Walter Nischler und Obmann Wunsch in Erfül- Gerhard Müller lung. Bei der Jubiläumsfeier konnte nämlich bei Memmingen. Mit der eine Vereinsfahne eingeweiht MK Buxheim verbindet die werden. Durch die finanzielle „Katharinaberger“ eine gute Unterstützung einiger Institu- Freundschaft, die kontinuiertionen und besonders durch lich mit Besuchen und Gedie drei Patinnen Margarethe genbesuchen aufrecht erhalten Pircher, Katharina Nischler wird. Weithaler sowie Luise Gorfer Nachdem die MK Katharinawar es möglich, eine Fahne berg am 20. Mai ihr 14. Frühanzuschaffen. In der Person jahrskonzert sehr erfolgreich von Josef Gorfer („Dursthof“) abgehalten hat, findet am wurde auch ein würdiger Sonntag, den 2. Juli 2006 mit dem traditionellen Waldfest Fähnrich gefunden. Heute zählt die MK Kathari- auf der „Nischler Sand“ der naberg 30 aktive Musikanten/ nächste Höhepunkt im Verinnen, davon neun weibliche einsjahr der Musikkapelle KaMitglieder. Erwähnenswert tharinaberg statt. ist auch die Tatsache, dass die Auf dem Programm stehen: Musikkapelle Katharinaberg - ab 11.00 Uhr Frühschoppen bereits seit dem fernen Jahre mit der Böhmischen der Mu1978 in ihren Reihen Mäd- sikkapelle Katharinaberg. chen aufnahm und somit auch - ab 14.00 Uhr Konzert der in Sachen Gleichberechtigung Musikkapelle Kortsch, - anschließend spielt die Tanzeine Vorreiterrolle einnahm. Die MK Katharinaberg be- gruppe „Trio Cristall“ aus streitet im Jahr rund 25 Auf- Passeier zum Tanz auf. tritte, die in ungefähr 60 ProDieter Pinggera ben vorbereitet werden. Im Juli dieses Jahres fährt der Verein zu seiner Partnerkapelle wieder nach Buxheim

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Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau

Die Musikkapelle Matsch Die Musikkapelle Matsch zu Besuch in Taisten beim ehemaligen Matscher Pfarrer Johann Oberhammer im Mai 2004

I

m 1560 m hoch gelegenen Bergdorf Matsch geht die Gründung der Musikkapelle auf das Jahr 1924 zurück. Der so genannte „Musikverein Matsch“ stand bei der Gründung unter der Leitung des damaligen Matscher Pfarrers Reisigl. Nach ihm übernahm Midl Eberhard die musikalische Leitung des Vereins, die somit wohl eine der ersten Kapellmeisterinnen in Tirol gewesen sein dürfte. Die eigentliche Aufbauarbeit leistete allerdings Franz Telser, der von 1930 bis 1975, also für 45 lange Jahre, das

Kapellmeisteramt innehatte. Wenn man bedenkt, dass Notenmaterial rar und teuer war und finanzielle Mittel kaum vorhanden waren, war sein Einsatz beispielhaft und sucht seinesgleichen. Aus dem Jahr 1930 liegt dann auch eine offizielle Gründungsurkunde sowie ein sauber geführtes Kassabuch vor. Aus der Chronik kann man sehr deutlich die große finanzielle Not der Vorkriegsjahre entnehmen. Mit Akribie wurde jeder „Centesimo“ an Ausgaben und Einnahmen aufgezeichnet.

Der Zweite Weltkrieg brachte natürlich die meisten Mitglieder an die Front, und die Vereinstätigkeit musste zwangsläufig eingestellt werden. Obwohl einige Musikanten nicht zurückkehrten, trat die Musikkapelle Matsch bereits im Frühjahr 1947 wieder öffentlich auf. Nun wurden mehrere junge Musikanten ausgebildet und in den Verein aufgenommen. Von 1976 bis 1997 hat Josef Telser die Führung als Kapellmeister übernommen. Seit 1998 ist Andreas Heinisch der Kapellmeister der Musikkapelle Matsch. Er ist somit in der 83jährigen Vereinsgeschichte erst der fünfte Matscher Kapellmeister und feiert im nächsten Jahr sein 10-jähri-

ges Kapellmeisterjubiläum. Vollkommen anders verhält es sich hingegen bei den Obmännern der MK Matsch. Trotz des relativ jungen Vereinsalters konnten nicht alle Obmänner namhaft gemacht werden. Auch für die Jahreszahlen ihrer Amtszeiten kann keine Gewähr geleistet werden. Feststeht, dass kaum ein Obmann länger als eine Amtszeit zur Verfügung stand, und für die Kontinuität und Ruhe im Verein wohl mehr der Kapellmeister als der Obmann verantwortlich war. Der erste heute bekannte Obmann war Kofler Josef (1956-?), auf ihn folgten Heinisch Nikolaus (1965–1968), Weissenhorn Erich (1968-1970), Heinisch Walter (1970–1972), Seidl Josef (1972-1975), Telser Josef (1976-1985), Gunsch Ulrich (1986–1989), Heinisch En-

Gründungsakt aus dem Jahre 1930

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gelbert (1989–1992), Telser Vinzenz (1992–1996), Telser Thomas (1997), Heinisch Arnold (1998–1999), Tumler Robert (2000). Im Jahr 2001 wurde die aus der Schweiz stammende und nach Matsch geheiratete Priska Derungs Gunsch zur Obfrau gewählt. Mit ihr scheint die MK Matsch eine motivier-

te und sehr engagierte Obfrau gefunden zu haben. Einen Ausschuss hat die Musikkapelle Matsch im Jahre 1970 zum ersten Mal gewählt, der aktuelle ist seit 2004 im Amt. Seit dem Jahre 1985 findet am Ostersonntag alljährlich das mittlerweile traditionelle und immer bestens besuchte Osterkonzert statt. Neben diesem musikalischen Höhepunkt gibt die Musikkapelle durchschnittlich zwei weitere Sommerkonzerte in Matsch, organisiert bzw. konzertiert auf dem Matscher Dorffest, spielt auf dem Alpfest, verschönert die Herz-Jesu-Prozession und die Maria-Himmelfahrt-Prozession, und verleiht der Firmung, Erstkommunion und anderen weltlichen und kirchlichen Anlässen einen feierlichen Rahmen.

Im Jahre 1993 hat die Musikkapelle die neue Tracht mit Lederhose angeschafft. 1997 wurde das neue Probelokal oberhalb der Feuerwehrhalle eingeweiht und bezogen, das sie sich mit dem Kirchenchor teilt und das mittlerweile für die Musikkapelle wegen des regen Interesses der Jugend fast zu klein ist. Die Musikkapelle Matsch zählt heute 34 Mitglieder, davon 13 Musikantinnen, mit einem Durchschnittsalter von 25,82 Jahren. Das Repertoire besteht vorwiegend aus traditioneller Blasmusikliteratur und Stücken moderner Komponisten im Unter- und Mittelstufenbereich. Die Musikkapelle Matsch kennt keine Nachwuchssorgen, sie hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erlebt, denn viele Jugendliche interessieren sich und lernen ein Blasinstrument. Eher fehle es laut Obfrau an Musikanten der mittleren Generation (zwischen 30 und 40 Jahren), was sich mitunter bei der Organisation von Festen zum Beispiel auch bemerkbar macht. Interessant und erwähnenswert ist sicherlich auch der winterliche Probenplan. Geprobt wird am Samstag abends ab 20.30 Uhr und am Sonntag vormittags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Man hat in Matsch also aus der Not eine Tugend gemacht Die Musikkapelle Matsch hat an verschiedenen Wertungsspielen erfolgreich teilgenommen, u.a. 1988 am Wertungsspiel in Tarsch, 1990 anlässlich des 12. Landesmusikfestes in Meran an der Marschmusikbewertung mit ausgezeichnetem Erfolg, 1992 anlässlich des 17.

Bezirksmusikfestes in Laas und 1995 anlässlich des 13. Landesmusikfestes in Meran jeweils am Konzertwertungsspiel mit sehr guter Leistung in der Unterstufe. Die zwei wichtigsten Auslandsauftritte fanden 1957 in Innsbruck und 1984 in Köln anlässlich des Kolpingtreffens statt. Der nächste Höhepunkt ist das Matscher Dorffest, das am 22. und 23. Juli stattfinden wird und dieses Jahr von der Musikkapelle Matsch veranstaltet wird. Am Samstag spielen die „Bergzigeuner“ ab 20.30 Uhr zum Tanz auf. Am Sonntag, den 23. Kapellmeister Andreas Heinisch Juli folgt ab 11.00 Uhr ein und Obfrau Priska Derungs Gunsch Frühschoppen mit der Matscher Böhmischen. Ab 15.00 die Möglichkeit, mit den „SüdUhr konzertiert die Musik- tirolern“ zu tanzen. Alle sind kapelle Taufers i. M. und ab herzlichst eingeladen! Dieter Pinggera 19.30 Uhr gibt es nochmals

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Blasmusik im Vinschgau

Die Musikkapelle Tarsch

Die Musikkapelle Tarsch anlässlich der 25-Jahr-Feier im Jahr 2005 unter Obmann Martin Stecher und Kapellmeister Helmuth Verdroß

A

us der Chronik des Kuraten Franz Schönegger kann man entnehmen, dass es in Tarsch schon von 1923 bis 1933 eine Musikkapelle unter der Führung von Lehrer Josef Federspiel gegeben hat. Die Idee in Tarsch wieder eine

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Musikkapelle zu gründen, wurde dann vor mehr als 25 Jahren geboren. Auf die Initiative von Johann Pirhofer, Roman Pichler und Richard Kuppelwieser wurde die Gründung der Musikkapelle Tarsch in die Wege geleitet, und 30 musikfreudige Jugendliche begannen ein Instrument zu erlernen. Am 4. Dezember 1980 fanden sich 39 Mitglieder und viele musikbegeisterte Tarscher in der Grundschule zur Gründungsfeier ein. Zum ersten Obmann der Musikkapelle Tarsch wurde Johann Pirhofer gewählt. Richard Kuppelwieser wurde zum ersten Kapellmeister, Roman Pichler zum ersten Schriftführer ernannt. Die Musikkapelle wurde zwar von der Fraktion Tarsch und der Gemeinde Latsch unterstützt, aber um die notwendigsten Ankäufe tätigen zu können, musste jeder Musikant 250.000 Lire beisteuern, was damals ungefähr einem halben Monatslohn entsprach. Zu dieser Zeit wurde das Vereinshaus neu gebaut. Der Roh-

bau stand bereits, und somit entschied man sich, die Feuerwehrhalle zu verkleinern, um Platz für ein Probelokal zu schaffen. Bereits Anfang Jänner 1981 konnte die Musikkapelle im neuen Probelokal musizieren. Der erste offizielle Auftritt, noch ohne Tracht, war die Andreas Hofer – Feier des Jahres 1981 am Kriegerdenkmal, die musikalisch umrahmt wurde. Bereits die Erstkommunion im

Mai desselben Jahres konnte die Musikkapelle in der neuen Tracht verschönern. Am Ostersonntag, den 3. April 1982 veranstaltete die Musikkapelle Tarsch zum ersten Mal ihr mittlerweile traditionelles Osterkonzert. Im Jahre 1985 trat Obmann Johann Pirhofer zurück und Engelbert Pohl übernahm das Amt seines Vorgängers. 1988 war die junge Musikkapelle bereits auf 46 Mitglieder ange-

Die Musikkapelle Tarsch im Jahre 1926


Blasmusik

wachsen, sodass eine Erweiterung des Probelokals in Angriff genommen werden musste, das dann 1991 feierlich eingeweiht werden konnte. 1988 organisierte die Musikkapelle Tarsch das Bezirkswertungsspiel des VSM-Bezirkes Schlanders im Vereinshaus von Tarsch, an dem die Kapelle selbst in der Mittelstufe unter Kapellmeister Richard Kuppelwieser teilnahm und einen sehr guten Erfolg erzielen konnte. Auch das Bezirksblasmusikfest mit einem großen Festumzug in Latsch wurde von der Kapelle veranstaltet. Im Mai 1992 nahm die Musikkapelle bei den österreichischen Landeswertungsspielen in Lienz teil, wo sie in der Oberstufe mit sehr gutem Erfolg abschloss. Auch eine Radioaufnahme mit dem Rai-Sender-Bozen wurde gemacht. Im selben Jahr 1992 nahm die Kapelle an einem Kulturaustausch teil und konnte so für fünf Tage nach Budapest fahren. Im Jahre 1993 wurde Helmut Kuppelwieser zum Obmann gewählt. 1995 feierte die Kapelle ihr 15-jähriges Bestehen. Zu diesem besonderen Anlass konnte die Kapelle auch ihre neue Vereinsfahne einweihen, die zur Gänze von Matthias Rinner finanziert worden war. 1996 trat Richard Kuppelwieser nach 16-jähriger, sehr erfolgrei-

Der amtierende Ausschuss der MK Tarsch: 1. Reihe v.l.: Schriftführerin Andrea Schuster, Vizeobmann Thomas Rinner, Kapellmeister Helmuth Verdroß, Obmann Martin Stecher, Kassierin Helene Schuster. 2. Reihe v.l.: Zeugwart Thomas Pichler, Beirat Ernst Auer, Pressewart Martin Pirhofer, Beirat Rudolph Gunsch, Jugendleiter Christoph Stecher.

cher Tätigkeit als Kapellmeister zurück. Er hatte in seiner Amtszeit hervorragende Aufbauarbeit geleistet und eine respektable Kapelle hinterlassen. Übergangsweise, bis ein neuer Kapellmeister gefunden wurde, übte nun Obmann Helmut Kuppelwieser auch das Amt des Kapellmeisters aus. Im Herbst 1997 übernahm Manfred Horrer aus Schlanders für ein Jahr die musikalische Führung der Kapelle, worauf dann der langjährige Tarscher Musikant Hansjörg Greis die musikalische Leitung übernahm. Nach zwei Jahren sah sich Kapellmeister Greis gezwungen, aus Studiengründen sein

Der Fahnenpate Rinner Matthias

Amt niederzulegen. Nun kam wieder Manfred Horrer für ein Jahr als Dirigent nach Tarsch. Im Herbst 2001 übernahm Alexander Brunner die musikalische Verantwortung des Vereins. Im Frühjahr 2004 trat Helmut Kuppelwieser als Obmann zurück und Martin Stecher wurde zu seinem Nachfolger bestimmt. Seit Juni 2004 fungiert Helmuth Verdroß als Kapellmeister der MK Tarsch. Die Musikkapelle Tarsch zählt derzeit 45 aktive Mitglieder, davon 12 Musikantinnen, 29 Musikanten, 2 Marketenderinnen, einen Fähnrich und den Kapellmeister.

Neben dem traditionellen Osterkonzert, dem musikalischen Höhepunkt im Vereinsjahr, und neben den kirchlichen Auftritten, organisiert der Verein den jährlichen Faschingsball sowie das Musikfest im Sommer. Dieses Jahr findet das Musikfest am 29. und 30. Juli 2006 beim Vereinshaus in Tarsch statt. Samstag abends spielen die bekannten „Ursprung Buabm“, am Sonntag konzertieren ab 11.00 Uhr zum Frühschoppen die Musikkapelle Tarsch, nachmittags die Musikkapellen Vahrn und Gummer. Ab 18.00 Uhr laden zum Tanz die „Südtiroler Alpenamigos“. Die Musikkapelle Tarsch lädt alle Fest- und Musikinteressierten herzlich zu ihrem Musikfest ein! Dieter Pinggera

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Blasmusik im Vinschgau

Die Musikkapelle Goldrain-Morter

Die Musikkapelle Goldrain-Morter anlässlich der 20-Jahr-Feier im Jahr 2005 mit dem amtierenden Obmann Harald Plörer und dem damaligen Kapellmeister Hanspeter Rinner.

D

ie Musikkapelle Goldrain-Morter wurde am 17. November 1985 im Gasthof „Bruggenwirt“ in Goldrain von 14 Interessierten aus den Dörfern Goldrain und Morter gegründet. Initiator der Gründung war Hansi Klöckner, der auch zum ersten Obmann des Organisationskomitees gewählt wurde. Die neu gegründete Musikkapelle Goldrain-Morter wurde als 200. Mitgliedskapelle im VSM und als 22. im Bezirk Schlanders aufgenommen. Den euphorischen Gründungsausschuss erwartete bald die ernüchternde Aufbauarbeit. Von den Gründern waren bereits nach wenigen Wochen nicht mehr alle bereit, sich den bevorstehenden Anforderungen zu stellen und traten so aus dem Verein wieder aus. Lediglich zwei Mitglieder verfügten über musikalische Vorkenntnisse. Die dringendsten Aufgaben waren daher die Mitgliederwerbung, die Suche nach einem Kapellmeister sowie nach einem geeigneten Proberaum. Die Anschaffung von Instrumenten und Trachten stand unmittelbar bevor, und über dies drückte noch die Sorge der finanziellen Bewältigung. 26 Der Vinschger Wind 16-06

Unter der Leitung von Friedrich Oberhofer aus Martell wurde sofort die Probentätigkeit aufgenommen, die sich anfangs auf Notenlehre beschränkte. Nachdem Herr Oberhofer lediglich eine vorübergehende aber von allen sehr geschätzte Unterstützung angeboten hatte, ging die Suche nach einem geeigneten Kapellmeister weiter. Ab April 1987 konnte Flavia Crepaz, eine junge Musiklehrerin aus Naturns, für dieses Amt gewonnen werden. Die Proben wurden damals noch bei Hansi Klöckner jeweils am wöchentlichen Ruhetag im „Restaurant Schanzen“ abgehalten. Bald stellte die Fraktion Goldrain der neuen Kapelle einen Raum im Fraktionsgebäude am „Platzl“ zur Verfügung. Mit Freude nahm man in den ersten Wochen nach der Gründung weitere junge Buben und Mädchen in die Kapelle auf. Es wurden gebrauchte Instrumente von einer Firma für Musikinstrumente geliehen und später angekauft. Auch die Anschaffung von Trachten stand an. Angesichts der Tatsache, dass die Öffentlichkeit zu diesem

Zeitpunkt die Überlebenschance der neu gegründeten Kapelle gering einschätzte, verfügte die Kapelle über keine Einnahmequellen. Zur Überbrückung des finanziellen Notstandes musste ein Darlehen bei der Bank aufgenommen werden, für welches sich der Obmann Klöckner sowie sein Stellvertreter Luis Oberhofer zur Unterzeichnung eines Bürgschaftsvertrages bereit erklärten. Die besondere Wertschätzung gilt auch zwei Frauen, welche an den Fortbestand der neuen Kapelle glaubten und die Patenschaft der Musikkapelle übernahmen. Es waren dies Frau Anna Zöschg, Bruggenwirtin in Goldrain und Frau Edith Klöckner, Ehefrau des Obmannes. Am 21. September 1986 wurde die Einweihung der Musikkapelle Goldrain-Morter gefeiert. Der Verein setzte sich bis dahin aus 36 Mitgliedern zusammen: 30 Musikanten, davon 3 Mädchen, Kapellmeisterin, 2 Patinnen, 2 Marketenderinnen und ein weiteres aktives Mitglied. Der erste öffentliche Auftritt wurde mit einer Messfeier in der St. Luziuskirche in

Tiss, gestaltet vom Männergesangsverein Goldrain, und einem anschließenden Festakt, begleitet von der Musikkapelle Martell, in einem total überfüllten Kulturhaus in Morter gefeiert. Der Gründung folgten viele schöne, aber auch harte Jahre, die auch Tiefschläge mit sich brachten. Bereits nach zwei Jahren (1988) verließ Flavia Crepaz aus familiären Gründen die Kapelle, und 1990 trat auch Hansi Klöckner als Obmann zurück. Ihm folgte Sepp Zöschg (Bruggenwirt) als neuer Obmann. Damit begann eine neue Ära. Sepp Zöschg übte diese Aufgabe mit viel Freude, Traditionsbewusstsein und immer mit der Kameradschaft als oberstes Ziel neun Jahre lang aus. 1992 fand das freudige Ereignis der Fahnenweihe statt. Diese wurde vom plötzlichen Ableben der Patin Anna Zöschg überschattet. Sie verschied kurze Zeit zuvor und durfte ihren lang ersehnten Wunsch nicht mehr erleben. In den Jahren 1993 und 1995 nahm die Musikkapelle Goldrain-Morter unter der Leitung von Kapellmeister Manfred Horrer jeweils an Wertungsspielen in der Unterstufe in Burgeis bzw. in Meran teil und konnte das beachtliche Ergebnis von 88 bzw. 88,3 Punkten erzielen. Im Jahre 1996 unternahm die Kapelle anlässlich des 10-jährigen Bestehens einen dreitägigen Ausflug nach Prag. Das Jahr 1999 brachte einen erneuten Wechsel in der Vereinsführung mit sich. Hanspeter Rinner aus Morter trat aus den eigenen Reihen das Amt des Kapellmeisters an. Sein Einsatz, dem bereits eine mehrjährige entscheidende Mitarbeit im Ausschuss vorangegangen war, war von Fleiß und Fachkundigkeit geprägt, mit besonderem Augenmerk auf die Heranbildung von


Blasmusik

belokales geht noch auf die Amtszeit von Gründungsobmann Hans Klöckner zurück. Damals blieb alles unverrichteter Dinge, da ein derartiges Bauvorhaben nur gemeinsam mit einem öffentlichen Projekt zu verwirklichen war. Unter der Amtszeit von Obmann Sepp Zöschg wurden im Zug des Neubaus der Grundschule in Kapellmeister Markus Jakob Laimer und Morter die ersten Obmann Harald Plörer konkreten Schritte unternommen. Die Jungmusikanten. Zeitgleich Mitarbeit in der Endphase leisübernahm auch Harald Plörer tete schlussendlich mit großem aus Morter im Alter von nur Einsatz der derzeit amtierende 20 Jahren die Obmannschaft Obmann Harald Plörer. der Musikkapelle Goldrain- Nach mehrjähriger ausgeMorter, welche er seitdem mit zeichneter und von allen mit sehr viel Einsatz und Opferbe- Wertschätzung angenommereitschaft ausübt. Beide haben ner Arbeit schien im Herbst an der Weiterentwicklung der 2005 unerwartet eine ZusamMusikkapelle Goldrain-Mor- menarbeit zwischen Obmann und Kapellmeister nicht mehr ter entscheidend mitgewirkt. Im Jahr 2000 nahm die Mu- möglich. Die außerordentlisikkapelle Goldrain-Morter che Vollversammlung brachte gemeinsam mit der Bürgerka- nicht das gewünschte Kräftepelle Latsch und der Musikka- verhältnis für den Einen oder pelle Tarsch einen Tonträger Anderen hervor sondern unterstrich die hervorragende Arbeit auf. Das neue Probelokal in Mor- und Wertschätzung für beide ter konnte im darauffolgenden Beteiligten. Zum Bedauern Jahr bezogen werden. Die Idee des Vereines verließ Hanspeter zum Bau eines eigenen Pro- Rinner die Musikkapelle Gold-

rain-Morter, der er seit ihren Anfängen angehört hat. Seitdem steht der Musikkapelle Markus Jakob Laimer aus Gratsch als Kapellmeister vor. Zur Vollständigkeit die Kapellmeister der Musikkapelle Goldrain Morter im Überblick: Flavia Crepaz – Naturns (1986-1988), Helmuth Verdross – Schlanders (1989 – 1990), Raimund Polin – Mals (1991), Günther Dangl – Prad (1991 – 1992), Manfred Horrer – Schlanders (1992 – 1997), Stefan Gritsch – Naturns (1997 – 1999), Johann Peter Rinner - Morter (1999 – 2005), Markus Laimer – Gratsch (seit 2005). Die Musikkapelle GoldrainMorter besteht derzeit aus 53 Mitgliedern, davon 47 aktive Musikanten/Innen, 3 Marketenderinnen, 1 Ehrenmob-

mann, der Fahnenpatin und einem Fähnrich. Weiters besuchen ca. 25 Musikschüler/Innen die Musikschulen in Schlanders und Latsch. Die Kapelle leistet im Jahr rund 20 musikalische Auftritte und ca. 60 Musikproben. Abschließend sei noch auf die nächste Veranstaltung, das traditionelle Gartenfest der Musikkapelle Goldrain-Morter am 27. August 2006 in Goldrain hingewiesen: Nach dem 10.00 Uhr Familiengottesdienst, umrahmt von der Jugendsinggruppe Goldrain, gibt es einen Frühschoppen mit den „Malea Buabm“. Um 15.00 Uhr konzertiert die Musikkapelle Hatting, und ab 18.00 Uhr spielen „Die Pfundra mit Beatrix“ zum Tanz auf. Dieter Pinggera

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Die Musikkapelle Tschengls

Die Musikkapelle Tschengls unter Obmann Hans-Jürgen Riedl und Kapellmeister Josef Tschenett

D

ie Gründung der Musikkapelle Tschengls auf Initiative des damaligen Dorfschullehrers Alois Peer geht laut mündlicher Überlieferung auf das Jahr 1847 zurück. Lehrer Peer war zudem als Mesner und Organist der Pfarrkirche „Maria Geburt“ tätig und leitete auch ein Streichorchester, das für musikalische Umrahmungen bei kirchlichen Anlässen sorgte. Es sind eigentlich nur wenige Dokumente aus der Gründungszeit der Musikkapelle Tschengls erhalten geblieben,

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da diese u.a. bei den beiden Tschenglser Großbränden in den Jahren 1885 und 1924 ein Raub der Flammen wurden. Die Musikkapelle Tschengls führte bis ins 20. Jh. die Bezeichnung „Schützenkapelle“, was auf die von der Kapelle getragene Tracht zurückzuführen war, welche jener der Schützen bei Aufmärschen entsprach. Die Tracht gehörte nämlich nicht ausschließlich zum Schützenwesen, sondern war ganz einfach das Tiroler Festtagsgewand. Bis zum Jahre 1956 trugen in Tschengls die

Schützen und die Musikanten dieselbe Tracht. Auf Alois Peer folgte sein Sohn Josef Peer als Kapellmeister; auch er war Lehrer wie sein Vater. Die „Tschenglser Musi“ war auch am 1. Juli 1906 am Eyrser Bahnhof dabei, als die Vinschgerbahn ihre Jungfernfahrt unternahm. Während des I. Weltkrieges musste die Musikkapelle ihre Tätigkeit einstellen, denn die meisten Mitglieder waren zum Wehrdienst eingezogen worden. An der Front erfuhren sie schließlich vom Tod ihres Kapellmeisters Josef Peer, der am 3. Juli 1915 verstorben war. Nach den Kriegswirren fand die Kapelle glücklicherweise schnell wieder zusammen, trotz eines fehlenden Kapellmeisters. Für ein Jahr leitete Johann Tarneller (Wastl-Honnes) die Kapelle, dann Peppi Peer, Sohn des ehemaligen Kapellmeisters. 1925 übergab Peppi Peer das Amt des Kapellmeisters an seinen Bruder Andreas Peer. Während der Zeit des Faschismus konnte die „Tschenglser Musi“ abgesehen von einigen

Schikanen ihre Tätigkeit ausüben und auch den II. Weltkrieg überraschenderweise gut überstehen. 1947 sah sich Andreas Peer gezwungen, aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab niederzulegen. Daraufhin gab es eine Zeit lang keinen richtigen Kapellmeister; geprobt wurde aber trotzdem, wobei der dienstälteste Musikant Alois Tröger „für Ruhe sorgte“. Nach dessen Tod stürzte die Musikkapelle Tschengls in eine tiefe Krise, und eine Zeit lang verstummten die Instrumente. Schließlich nahm der „Müllersepp“ Josef Gamper die musikalischen Geschicke des Vereins in die Hand und nach ihm sein Sohn Alois. Für kurze Zeit führte auch ein gewisser „Ivo“, ein italienischer Arbeiter, die Kapelle an. Im Jahre 1954 trat die Kapelle dem Verband Südtiroler Musikkapellen (VSM) bei. Einen Kapellmeister, wie wir ihn heute kennen, bekam die „Tschenglser Musi“ erst wieder um 1955 mit Engelbert Tschenett („Steckn Engl“). 1965 wurden neue Instrumente angekauft, wobei die Finanzierung größtenteils die Fraktionsverwaltung Tschengls übernahm. Im Jahre 1971 übernahm Josef Peer („Schualmoaster Sepp“ - Urenkel des Gründungskapellmeisters) das Amt des Kapellmeisters und übte dieses bis 1992 aus. Er war auch jahrelang als Organist tätig. Unter seiner Regentschaft wurden zahlreiche Jungmusikanten ausgebildet, und auch die Geselligkeit kam bei ihm nie zu kurz.


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Die ersten vier Musikantinnen traten 1981 der Kapelle bei; Sie stammten aus Eyrs, da zu dieser Zeit dort noch keine Musikkapelle bestand. Die Aufnahme von Musikantinnen war damals noch nicht selbstverständlich. Heute bilden die weiblichen Mitglieder einen festen Bestandteil fast jeder Kapelle. 1985 wurden Kniebundhosen, Gurte und Schuhe angeschafft, auch wenn von den „Rindsledernen“ heute noch nicht alle Musikanten begeistert sind. Auf Josef Peer folgte 1992 Andrea Tschenett, die Tochter von Engelbert Tschenett, die diese Aufgaben bis 1998 ausübte. 1997 feierte die MK Tschengls ihr 150-jähriges Jubiläum, und sorgte dabei mit ihren Hubschrauberrundflügen für Schlagzeilen. Von 1998 bis 2001 leitete der Prader Musikschullehrer Alexander Brunner die Kapelle. Die Zeit danach war wiederum von einigen Schwierigkeiten geprägt, da die Kapelle wieder einmal ohne Kapellmeister dastand. Am Cäciliensonntag des Jahres 2002 trat schließlich Josef Tschenett im jungen Alter von 21 Jahren in die Fußstapfen seines Vaters Engelbert. Er besuchte damals die Kapellmeisterkurse des VSM und widmete nun seine gesamte Freizeit ehrenamtlich der Musikkapelle. 2005 schloss er die Kapellmeisterschulung mit sehr gutem Erfolg ab. Gemeinsam mit dem Jugendleiter setzt er sich sehr für die Aus– und Weiterbildung der Jugend ein. Die musikalische Leitung der Kapelle wurde im Wesentlichen von zwei Familien geprägt. Als Probelokal diente in den Anfängen das alte Schulhaus. Nach dem Dorfbrand wurde in privaten Räumlichkeiten geprobt. Als anstelle des Schießstandes die Feuerwehrhalle errichtet wurde, erhielt die Musikkapelle darin ein Probelokal. Dieses wurde 1990 saniert, entsprach jedoch schon

bald nicht mehr den Anforderungen. Somit wurde beim Bau des neuen Mehrzweckgebäudes ein Probelokal vorgesehen, das den heutigen Erfordernissen der Kapelle Genüge tut und 2005 eingeweiht wurde. Im alten Probelokal ist nun der Chor untergebracht. Neben der feierlichen Gestaltung des Festtaggottesdienstes zu Cäcilien bil- Kapellmeister Josef Tschenett und Obmann det das mittlerweile Hans-Jürgen Riedl traditionelle Frühjahrskonzert den gehörten. musikalischen Höhepunkt im Neben der musikalischen TäVereinsjahr. Das Konzert, das tigkeit sollen auch die Kaeinige Male auch in der Pfarr- meradschaft und Geselligkeit kirche stattfand, wird nun wie- nicht zu kurz kommen, wie der im Vereinshaus abgehalten. z.B. die Teilnahme bei der SaiNatürliche geht einem solchen soneröffnung der BodenseeTermin ein probenreicher Win- schifffahrt 2005. ter voraus. Selbstverständlich Seit 2005 spielt bzw. probt in stellt auch bei kirchlichen und den Sommermonaten die Juweltlichen Anlässen die Kapel- gendkapelle. Sie setzt sich aus le ihren Mann bzw. Frau. Sie Musikanten/innen bis zum 30. ist aus dem gesellschaftlichen Lebensjahr sowie aus MusikLeben der Dorfgemeinschaft schülern, die bereits seit 2 Jahnicht mehr wegzudenken. ren das Instrument erlernen, Ansonsten würde auch der zusammen. Den Abschluss „Kreuzfidele Kupferschmied“, bildet dabei ein Konzert im eine Art „Hymne der Tschenglser Musi“, der vorwiegend am „Kirchta“ gespielt wird, nicht mehr erklingen. Die Musikkapelle Tschengls beteiligte sich auch an diversen Wertungsspielen im Inund Ausland. 2004 bestritt man den Marschmusikwettbewerb des Bezirkes und konnte dabei in der Leistungsklasse B einen sehr guten Erfolg verzeichnen. 2005 nahm man im Rahmen des 26. Österreichischen Blasmusikfestes in Wien unter der Leitung von Stefan Nagel an der Marschmusikbewertung teil, wobei in der Stufe C ein ausgezeichneter Erfolg erzielt wurde. Die Bewertung erfolgte im Block von ca. 120 Mann, dem auch die Musikkapellen Reschen u. Sinich Freiberg an-

kleinen Rahmen. Durch diese Initiative beabsichtigt der Kapellemeister das Gruppenspiel zu fördern und somit den Einstieg in die Kapelle zu erleichtern. Zur Zeit gehören der Musikkapelle 36 Musikanten/innen und 3 Marketenderinnen an, wobei der Großteil der Musikanten jünger als 30 Jahre ist. Groß geschrieben wird auch die Fortbildung; so beteiligen sich immer wieder Musikanten/innen an den Jungbläserwochen des Bezirkes, sowie an den Bläserwochen in Völs. Zur Zeit besuchen rund 15 Jugendliche die Musikschule, von denen 7 im kommenden Winter in die Kapelle aufgenommen werden. Einen weiteren Höhepunkt im Tschenglser Kirchen- und Vereinsleben bildet der „Rohnenkirchtag“, der heuer auf den 8. September fällt. Nach Kirchgang und Prozession spielte die „Böhmische“ aus Tschars zum Frühschoppen auf. Die Musikkapelle Tschengls bedankt sich auf diesem Weg bei allen Beschern des „Rohnenkirchtags“ und bei allen Freunden und Gönnern. Dieter Pinggera

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Blasmusik

Blasmusik Im Vinschgau

Die Musikkapelle Laatsch

Die am 23. Jänner 2000 gegründete Musikkapelle Laatsch ist die jüngste Kapelle des Landes

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ie Musikkapelle Laatsch wurde am 23. Jänner 2000 offiziell als 24. Musikkapelle des VSV-Bezirkes Schlanders und als 211. Kapelle des Landesverbandes gegründet und ist somit die

jüngste Kapelle des Landes. Der Gründungsobmann war Siegfried Kaufmann und als erster, und bis heute amtierender Kapellmeister leitet Werner Brunner die Musikkapelle Laatsch.

Der Gründungskern der Laatscher Musikkapelle: Gründungsobmann Siegfried Kaufmann, Monika Blaas, Albert Pegger, Kapellmeister Werner Brunner, Rudolf Blaas

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Laut Nachforschungen des Laatscher Chronisten Luzius Stocker hatte es in Laatsch allerdings bereits von 1820 bis 1896 eine Musikgruppe gegeben. Schriftlich belegt ist 1838 ein Auftritt der Musikanten bei einem Fest in Müstair (CH). Auch Abrechnungen im Kirchenarchiv weisen auf die Musikgruppe hin. Die „Fasnachtsmusi“ war bereits ein fester Bestandteil und Tradition beim alljährlichen Faschingsumzug, und aus dieser „narrischen Gesellschaft“ wurde die Idee zur Gründung einer „richtigen“ Kapelle geboren. Im September 1996 traf sich erstmals eine Gruppe von fünf Musikanten, der sogenannte Gründungskern, dem Siegfried Kaufmann, Monika Blaas, Albert Pegger, Werner Brunner und Rudolf Blaas angehörten. Diese kauften sich auf eigene Kosten in Prag (CZ) Instrumente. Schon

im Dezember 1997 hatten die fünf engagierten Musikanten ihren ersten Auftritt bei einem Rorate in der St. LeonhardsKirche. Heute besteht die Laatscher Musikkapelle aus 24 Mitgliedern. Nach der Gründung beschloss man auch eine Tracht anzuschaffen. In Anlehnung an alte Schriften aus dem Jahre 1797 und an ein Gemälde in einer Grabkapelle auf dem Friedhof von Laatsch, wurde die Tracht in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Lebendige Tracht“ angefertigt. Am 4. Juni 2001 konnte die Tracht der Dorfbevölkerung vorgestellt und gesegnet werden. Die Laatscher Musikkapelle verfügt auch über ein neues, im Grundschulgebäude Laatsch untergebrachtes Probelokal. Als der Ausschuss nämlich erfahren hatte, dass für die Grundschule ein Umbau ge-


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plant war, beschloss stellte Gründungser, sich für ein neuobmann Siegfried es Probelokal im Kaufmann mit JahGrundschulgebäude resende 2005 aus einzusetzen. Für die persönlichen GrünMusikkapelle stand den sein Amt zur bis dahin ein Raum Verfügung. Seit Jänzur Verfügung, den ner 2006 ist der junmehrere Vereine des ge und engagierte Dorfes gemeinsam Andreas Paulmichl benützen durften. Im als Obmann für die September 2000 traf o rg a n i s a t o r i s c h e man sich deshalb Führung der Musikmit Bürgermeister kapelle verantwortJosef Noggler zu eilich. ner Aussprache. Die Unterstützung der Die Musikkapelle GemeindeverwalLaatsch rückt bei tung hierzu wurde kirchlichen Feiern zugesagt. Die Arwie Erstkommunion, beiten am SchulgeFirmung, Fronleichbäude gingen indes nam, Herz-Jesu, zügig voran und Kirchtag, Erntekonnten am 8. Juni Kapellmeister Werner Brunner und Obmann Andreas dank, Allerheiligen 2001 vollendet wer- Paulmichl und Weihnachten den. Das umgebaute aus und umrahmt Schulgebäude wurde am fol- tektin Christina Niederstätter mit ihrem Spiel auch weltligenden Tag im Beisein vieler (Ritten) und dem Akustiker che Feiern (Floriani, GeburtsEhrengäste und der Bevölke- Herrn Lanfranchi aus der tage, Konzerte, ...). Am 25. rung von Pfarrer Norbert Wil- Schweiz zusammen. Das Pro- Mai 2003 beteiligte sich die halm gesegnet und seiner Be- belokal konnte schließlich am Kapelle zum ersten Mal beim stimmung übergeben. Für die 17. November 2002 seiner Be- 20. Bezirksmusikfest in KasInnenausstattung des Probelo- stimmung übergeben werden. telbell, und im Vorjahr 2005 kals war man vor allem darauf trat man beim Traubenfest in bedacht akustischen Anforde- Während der Gründungska- Meran zusammen mit der Murungen zu entsprechen. Daher pellmeister Werner Brunner sikkapelle Prad auf. Die Muarbeiteten der Ausschuss und weiterhin die musikalischen sikkapelle Laatsch organisiert die Tischlerei eng mit Archi- Geschicke des Vereins leitet, auch jedes Jahr im Juli ein Fest, um finanziell einigermaßen auf eigenen Beinen stehen zu können. Die nächsten Auftritte der Musikkapelle Laatsch sind der Heimatabend der Theatergruppe Laatsch am 21. Oktober, der unter dem Motto „Lachen, Singen und Musizieren“ steht und an dem auch die Kapelle mitwirkt, sowie die Bischofsvisitation am 29. Oktober, welche die Musikkapelle sicherlich feierlich umrahmen wird. Das Erntedankfest und die Cäcilienfeier runden das Vereinsjahr ab. Dieter Pinggera Drei schneidige Laatscher Musikantinnen


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Blasmusik im Vinschgau

Die Musikkapelle Taufers i.M.

Gruppenbild der Musikkapelle Taufers i.M. beim Osterkonzert 2006

Die Geschichte

schriftlichen Quellen hervor, befand sich die Kapelle aufDie Musikkapelle Taufers i.M. grund der Anschaffung neuer wurde laut einer Aufzeichnung Trachten in einem finanziellen des in Taufers gebürtigen und Engpass. Sie bat um Unterstütim Kloster Marienberg ver- zung seitens der Gemeinde, storbenen Pater Josef Schgu- welche auch unter der Bedinanin in den Wintermonaten gung gewährt wurde, dass die 1861/62 gegründet. Ihr erster Tracht nicht als persönliches Kapellmeister war der Orga- Eigentum der Musikanten zu nist und Schulleiter Josef Fliri, betrachten sei, sondern der Alldem später für seine Verdiens- gemeinheit gehören sollte. te die Ehrenbürgerschaft der Während des Ersten WeltGemeinde verliehen wurde. krieges wurde das Musizieren Aufzeichnungen über Zuwen- eingestellt, doch bereits 1919 dungen der Gemeinde an die lebte die Kapelle unter dem Kapelle im Laufe der darauf damaligen „Frühmessner“, folgenden Jahrzehnte belegen dem heute weitum bekannten deren fortlaufende Tätigkeit Pfarrer Toni Reisigl, wiederum genauso wie verschiedene Fo- auf. 1922 feierte die Kapelle tos im Privatbesitz. ihr 60-jähriges Bestehen. Zu Noch vor dem Ausbruch des den Festlichkeiten waren die Ersten Weltkrieges, so geht aus Musikkapellen aus Glurns, Mals, Schluderns und Müstair nach Taufers gekommen. Die italienischen Behörden zeigten sich den Feierlichkeiten gegenüber recht aufgeschlossen und öffneten sogar die italienisch-schweizerische Grenze. Doch schon bald darauf wurde jegliche Tätigkeit der Kapellmeister Michael Rufinatscha Musikkapellen in 26 Der Vinschger Wind 21-06

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Südtirol von der faschistischen Regierung verboten. In Taufers spielte die Blaskapelle mit Einschränkungen jedoch weiter, es gelang auch mit den Vertretern des Staates Vereinbarungen zu treffen, mit denen beide Seiten einigermaßen leben konnten. Die Musikkapelle spielte in der Faschistenzeit in schwarzen Hemden auf, im Gegenzug wurde so manche eigene Feier geduldet. Märsche mit einem Tiroler Titel durften offiziell nicht gespielt werden; es blieb den Musikanten nichts anderes übrig, als die Faschisten zu überlisten, indem sie beispielsweise Märsche wie den „Tiroler Adler“ in „Karl Marsch“ umbenannten oder einfach mit Zahlen betitelten, so dass sie weiterhin gespielt werden konnten. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Musiktätigkeit im Dorf erneut. Nach 1945 nahm der Kapellmeister Alois Spieß, genannt „Luis Schmied“, die Zügel in die Hand und formte eine Musikkapelle, die weitum als eine der besten galt. 1957 wurde Ernst Schgör Kapellmeister, als Obmann zeichnete Alfons Dietl verantwortlich, der gleichzeitig viele Jungmusikanten ausbildete. Als weitere Instruktoren waren bis zur

Einführung der Musikschulen vor allem Anton Hellrigl und Josef Rufinatscha unermüdlich tätig. 1976 übernahm Josef Rufinatscha den Taktstock und Alois Dietl die Obmannschaft. Der Generationswechsel brachte einen Aufschwung, der durch die regelmäßige Teilnahme an Wertungsspielen und Marschierwettbewerben seinen Ausdruck findet. Im Jahre 1978 wurden erstmals Mädchen in die Reihen der Musikkapelle aufgenommen. Beim 11. Landesmusikfest 1985 erreichte die Kapelle als einzige Südtirols in der Marschbewertung der Stufe D einen ausgezeichneten Erfolg. Alois Dietl übergab im Jahr 1999 die Obmannschaft an Siegfried Warger, den heutigen Vorsteher der Musikkapelle Taufers i.M. Im Jahre 2002 wechselte auch der Dirigentenstock von Josef Rufinatscha zu seinem Sohn Michael. Es liegt nun in den Händen der jungen Führung, den Fortbestand der Kapelle zu gewährleisten und an frühere Erfolge anzuknüpfen. Ihre Vorgänger wurden für ihre besonderen und langjährigen Leistungen zu Ehrenobmann und Ehrenkapellmeister ernannt.


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Besonderheiten der „Tauferer Musi“ Die Musikkapelle Taufers zeichnet sich besonders durch ihre tiefe Verwurzelung in der Dorfbevölkerung aus – sie wäre aus dem Dorfleben kaum mehr wegzudenken. Bei vielen kirchlichen und weltlichen Feierlichkeiten kommt durch ihre Musik eine besondere Stimmung dazu. Auch finanziell findet die Kapelle einen großen Rückhalt in der Be-

wohl in der ausgeglichenen Mannschaft; neben den Jungmusikanten gibt es auch noch viele erfahrene und langjährige Musikanten, darunter 12 die bereits länger als 25 Jahre bei der Kapelle sind; der Altersunterschied zwischen dem jüngsten und dem ältesten aktiven Musikanten beträgt 52 Jahre, die Kapelle zählt heute insgesamt 38 Mitglieder. Eine weitere Einzigartigkeit besteht darin, dass der Kapellmeister aus dem eigenen Dorf stammt und absolut ehrenamtlich arbeitet – dies ist in Südtirol eine Seltenheit geworden.

der Musikanten und der Marketenderinnen im ehemaligen Tauferer Festtagsgewand; die Musikantinnen tragen die „Vinschger Tracht“.

Zukunftsperspektiven Die wohl größte Herausforderung für die Kapelle besteht in der Pflege der Tiroler Kultur,

im Weiterbestand des Vereins für das Dorf und in der Pflege der traditionellen Blasmusik, die uns überliefert wurde. Tiroler Werte wie Treue, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit sollten auch weiterhin im Vordergrund stehen. Text: Brigitte Joos / Siegfried Warger (Dieter Pinggera)

Eine der schönsten Trachten im Tal Besonders stolz ist man in Taufers Ehrenkapellmeister Josef Rufinatscha und auf die Tracht der Ehrenobmann Alois Dietl Dorfkapelle. Gerade in der heutigen völkerung; beim traditionel- Zeit, wo vielen Kapellen des len Neujahrsblasen, wo auch Vinschgaus von der Bozner eine heute noch drei Tage lang alle Trachtenkommission Häuser des Dorfes, der Weiler neue, sich kaum unterscheiund die Höfe ihren „Neujahrs- dende Tracht aufgebrummt marsch“ bekommen, wird die wird, sticht die Musikkapelle Aufopferung der Musikanten Taufers mit ihrer einzigarauch finanziell honoriert. Ohne tigen Tracht hervor. Auffaldie großzügige finanzielle Un- lend sind dabei die Trachten terstützung der lokalen Raiff- der zwei Marketenderinnen, eisenkasse und der Gemeinde die eine schwarze, nach oben Bärenfellmütze wäre der Fortbestand trotzdem zulaufende gefährdet. Der größte Wert der („Plusakopp“) tragen. Ihren Musikkapelle Taufers liegt Ursprung haben die Trachten

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Die Musikkapelle Martell

Musikkapelle Martell

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aut Aussagen und Überlieferungen älterer Marteller Bürger, indirekt bestätigt auch durch Bestände alter Blasmusikinstrumente auf einigen Bauernhöfen, soll es in Martell bereits um 1850 eine Musikkapelle gegeben haben. Ihr Kapellmeister war Herr Rosner, der in Martell als Lehrer und Mesner wirkte. Als Rosner versetzt wurde, und sich niemand fand, der eine genügende Ausbildung zur Führung der Kapelle besaß, wurde sie nach einer provisorischen Führung von einigen Jahren schließlich um 1870 aufgelöst. Des Öfteren spielte man mit dem Gedanken einer Neugründung, jedoch die Kriegswirren zu Beginn des Jahrhunderts, die darauf folgende Faschistenzeit, der Zweite Weltkrieg mit seiner großen Armut, und schließlich auch das Fehlen eines ausgebildeten Kapellmeis-

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ters waren immer wieder Umstände, die eine Neugründung verhinderten. In den 60-er Jahren intensivierten sich die Bemühungen um und das Interesse an einer neuen Musikkapelle, und als 1966 der Musikant Hermann Zelger als Gemeindebeamter nach Martell kam, war es schließlich so weit: Die Musikkapelle Martell wurde im Jahre 1966 von Alois Oberhofer, Erwin Altstätter und Hermann Zelger gegründet. Als Gründungsobmann wurde Hermann Zelger gewählt. Bei der Gründung zählte die Musikkapelle Martell rund 40 Mitglieder, es stellte sich jedoch recht bald heraus, dass bei einigen die erste Begeisterung größer war als das Durchhaltevermögen, sodass der Verein zu scheitern drohte. Als Zelger im Herbst 1967 Martell verließ, wurde Alois Oberhofer zum

neuen Obmann gewählt. Dieser setzte sich intensiv für ein Weiterbestehen ein, suchte in Schlanders und Latsch nach einem Musikbetreuer, bis er schließlich beim VSM – Bezirksobmann Kajetan Vill aus Schlanders fündig wurde. Dieser erklärte sich bereit, nach Martell zu kommen und in mühseliger Kleinarbeit die Kapelle aufzubauen. Nach viel selbstloser und unbezahlter Aufopferung des Kapellmeisters konnte zu Ostern 1970 der erste Auftritt, ein kleines Konzert, gegeben werden. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch nur noch 15 aktive Musikanten übrig geblieben. Dem unermüdlichen Einsatz des Obmannes Alois Oberhofer, sowie den Bemühungen des Kapellmeisters Kajetan Vill um die Jungmusikanten war es zu verdanken, dass die Mitgliederzahl nach und nach wieder anwuchs. Im Mai 1973 fühlte sich die Musikkapelle Martell bereits in der Lage, bei der 25 Jahrfeier des VSM in Bozen im Marschverband mit den Musikkapellen von Latsch, Laas und Tschengls zu marschieren und zu spielen. Nur ein Jahr später, im Mai 1974, nahm die Musikkapelle Martell am Wertungsspiel in Schlanders teil und konnte dabei in der Unterstufe einen ersten Rang erreichen.

In den Jahren 1974/75 löste Walter Pichler Kapellmeister Vill zeitweilig ab, aber Pichler verließ aus Studiengründen Martell, sodass in den folgenden Jahren (1976 bis 1978) wiederum Kajetan Vill die musikalische Leitung des Vereines übernahm. Nach dem Besuch des Kapellmeisterlehrganges übernahm Friedrich Oberhofer 1978 das Amt des Marteller Kapellmeisters. Im Jahre 1980 löste Erwin Fleischmann den verdienten Obmann Alois Oberhofer ab, der aus Arbeitsgründen nicht mehr für die Obmannschaft zur Verfügung stand. Kapellmeister und Obmann war es nun ein großes Anliegen, junge Menschen für Musik zu begeistern, sie zu motivieren die Musikschule zu besuchen und als Jungmusikanten die Kapelle zu verstärken. Auch heute noch verlangt ein ehrenamtlicher Verein wie eine Musikkapelle seinen Musikanten viel Opferbereitschaft und großen Idealismus von ab, kein leichtes Unterfangen in einem Tal, in dem es sehr wenig Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten gibt. Von 1977 bis 1987 musste die Musikkapelle Martell große Schicksalsschläge erleiden: In diesen 10 Jahren verstarben nicht weniger als 7 aktive Musikanten (!), Verluste, die für einen so kleinen Verein nur sehr schwer zu verkraften waren. Zudem verließen andere Musikanten aus Arbeitsgründen das Tal und somit auch die Kapelle.


Blasmusik

Obmann Andreas Fuchs und Kapellmeister Manfred Horrer

Ein besonderer Höhepunkt in der jungen Vereinsgeschichte war die 15-Jahrfeier am 24.11.1981, zu deren Anlass auch die Vereinsfahne angeschafft und geweiht werden konnte. Nach 9 Jahren Kapellmeistertätigkeit löste der aus Kortsch stammende Gotthard Alber Friedrich Oberhofer für 2 Jahre (1986/1987) als Kapellmeister ab. 1987 übernahm Friedrich Oberhofer wieder die musikalische Leitung und übte diese bis einschließlich 1999 aus. In den Jahren 2000 und 2001 trug der Tarscher Richard Kuppelwieser die musikalische Verantwortung. Im Jahr 2002 nahm sich mit Manfred Horrer wiederum der Obmann des VSM – Bezirkes Schlanders der Musikkapelle Martell an und leitet diese bis zum heutigen Zeitpunkt mit viel Verantwortungsbewusstsein und Idealismus. Im Jahr 2001 kam es auch mit Andreas Fuchs als neuen Obmann zu einem Führungswechsel. Von 2001 bis 2003 stand Rudolf Eberhöfer dem Verein vor, und seit dem Jahre 2003 ist wiederum Andreas Fuchs in diese Führungsposition zurück gekehrt. Im Jahre 1991 wurde die 25Jahrfeier begangen und zu diesem Anlass eine kleine Chronik herausgegeben. Im folgenden Jahr beteiligte sich die Musikkapelle Martell an den Wertungsspielen in Laas. 1998 konnte auch die Musikkapelle Martell bei der 50-Jahrfeier des VSM in Bozen nicht fehlen; diesmal trat sie im Marschverband mit der Musikkapelle Kastelbell auf. Der aktuelle Vorstand der Mu-

sikkapelle Martell, mit Andreas Fuchs als Obmann an der Spitze, sieht seit Jänner 2006 wie folgt aus: Obmannstellvertreter Reinhard Tscholl, Kapellmeister Manfred Horrer, Kassier Renate Gluderer, Schriftführer Albin Pfitscher, Stabführer und Beirat Hansjörg Stricker, Beirat Stefan Gluderer, Jugendleiter Peter Altstätter und Notenwart Daniela Oberhofer. Im heurigen Jahr feiert die Musikkapelle Martell ihr 40jähriges Vereinsjubiläum. Passend zu diesem Anlass konnte sie dieses Jahr auch ihr neues, wunderschönes Probelokal beziehen, das die Gemeinde Martell dankenswerter Weise umbauen ließ. Die Kosten für die Einrichtung belaufen sich auf rund 80.000 Euro; die Hälfte davon konnte mit Landesbeiträgen abgedeckt werden, ein restlicher Teil mit Spenden der Raiffeisenkasse Latsch, der Fahnenpatin Regina Fleischmann, sowie der gesamten Bevölkerung von Martell. Den jedoch nicht unerheblichen Fehlbetrag wird die Musikkapelle Martell in den nächsten Jahren mit eigenen Einnahmen abdecken müssen. Das Hauptziel der Musikkapelle Martell ist es, die kirchlichen und weltlichen Anlässe im Jahresablauf feierlich zu umrahmen und zu gestalten, Konzerte zur Freude der Dorfbevölkerung aber auch der Gäste abzuhalten, sowie bei Festen und Unterhaltungsabenden musikalisch mitzuwirken. Zum Jahresausklang zieht die Kapelle auch von Haus zu Haus, um die Neujahrswünsche zu überbringen und gleichzeitig eine kleine Spende der Bevölkerung entgegenzunehmen. Am Sonntag, den 26. November 2006 findet nach dem Sonntagsgottesdienst die Einweihung des neuen Probelokales mit Besichtigungsmöglichkeit statt, und gleichzeitig wird im kleinen Rahmen das 40-jährige Bestehen der Musikkapelle Martell gefeiert. Die Musikkapelle Martell lädt die gesamte Dorfbevölkerung herzlichst ein! Dieter Pinggera

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VSM-Bezirk Schlanders

Bezirksseniorenkapelle 50+

Die Teilnehmer der „Bezirksseniorenkapelle 50+“ beim intensiven Proben im Laaser Probelokal

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eit einigen Wochen treffen sich musikbegeisterte „ältere“ Musikanten in Laas zu den Proben für die heuer vom VSM-Bezirk Schlanders zum ersten Mal ins Leben gerufene Bezirksseniorenkapelle.

Mit der Bezirksseniorenkapelle (BSK) wird nun auch im Bezirk Schlanders neben der Bezirksjugendkapelle und dem Bezirksblasorchester für die Senioren der Musikkapellen eine Möglichkeit geschaffen, gemeinsam mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten zu musizieren. Laut VSM-Bezirksobmann Manfred Horrer wurde in der Vergangenheit im Blasmusikwesen diesem Aspekt zu wenig Rechnung getragen, sodass die Senioren, im Vergleich zur sehr intensiven Jugendarbeit, ein wenig vernachlässigt wurden. Die Bezirksseniorenkapelle ist für die älteren Musikanten eine neue Möglichkeit, ihren gemeinsamen musikalischen Interessen, die sich bekanntlich nicht immer mit jenen der jüngeren Generation decken, Raum zu verschaffen. Ve r a n t w o r t l i c h Bezirkskapellmeister Christian Prister in für dieses Projekt konzentrierter Aktion zeichnet sich der 26 Der Vinschger Wind 24-06

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Bezirkskapellmeister Christian körper. Allen aktiven TeilnehPrister. mern ein großes Kompliment! Mit Landeskapellmeister Gott- Die Besetzung der BSK ist fried Veit und Bezirkskapell- zwar nicht ganz ausgewogen: meister Christian Prister haben mit insgesamt 15 Holzbläsern sich auch zwei der höchsten sind diese sicherlich unterbeFunktionäre des Verbandes be- setzt, und bei 7 Tenorhörnern, reit erklärt, die musikalische Leitung der BSK 2006 zu übernehmen. Insgesamt haben sich 55 Musikanten und 1 Musikantin aus insgesamt 12 Musikkapellen des VSMBezirkes Schlanders gemeldet. Voraussetzung war, das 50. Lebensjahr überschritten zu haben, wobei bis auf wenige Ausnahmen das Alterslimit eingehalten werden konnte. Ein Burgeiser, „Hoader“ und Marteller, 2 Tarscher, 3 Laaser, 5 Malser, 6 Kortscher und Latscher, 7 Kastelbeller und Schludernser, 8 Rescher und 9 Schlanderser Musikanten nahmen die Herausforderung Landeskapellmeister Gottfried Veit hat mit an und formierten Prister die musikalische Leitung der Bezirksdiesen neuen Klang- seniorenkapelle inne


Blasmusik

4 Baritonen und 6 Tuben ist die Kapelle wohl ein wenig „basslastig“; dies soll aber kein Problem darstellen, sondern höchstens eine Herausforderung für die zwei erfahrenen Dirigenten, eine ausgewogene Registerbalance zu erreichen. In der heutigen Zeit ist es immer schwieriger, unterschiedliche Generationen in einem Verein zusammenzuhalten, denn die gemeinsamen Interessen sind immer seltener und die Anliegen und Anschauungen zwischen Jungen und Senioren klaffen oft weit auseinander. Die Musikkapellen haben diesbezüglich einen kleinen Vorteil, da das Interesse gemeinsam zu musizieren annähernd bei allen Mitgliedern vorhanden ist. Durch eine umsichtige Vereinsführung und eine verständnisvolle und ausgewogene musikalische Leitung der Kapelle ist es daher möglich, alle Altersstufen anzusprechen. Die Musikkapelle übt daher auch unter diesem Aspekt sowohl eine wichtige kulturelle als auch wertvolle soziale Funktion in der heutigen Gesellschaft aus. Wenn der Verband in der Vergangenheit vor allem auf die Förderung des Nachwuchses geachtet und in die musikalische sowie organisatorische

Qualitätssteigerung der Musikkapellen investiert hat, so ist es ihm nun ein großes Anliegen, auch für die ältere Generation der Kapellen etwas zu bewegen. Gerade die heutige moderne Musikliteratur spricht die älteren Musikanten nicht immer gleich an, und so bietet eine Seniorenkapelle die Möglichkeit, bewährte, vertraute, eventuell auch bereits gespielte Musik gemeinsam mit Gleichgesinnten zu spielen. Weiter können alte Kontakte unter Musikanten wieder aufgegriffen und gepflegt werden, denn fast alle kennen sich untereinander und nicht wenige der Teilnehmer der BSK sind ehemalige Vereinsfunktionäre. Gleichzeitig, so hofft die Bezirksführung, schafft die Bezirksseniorenkapelle auch wieder Freude und Motivation

für den Alltag, auf dass die Senioren in den Mitgliedskapellen noch lange aktiv tätig bleiben. Und dies bringt wiederum eine Aufwertung und ungemeine Bereicherung für die einzelnen Mitgliedskapellen, sowohl in musikalischer, als auch besonders in gesellschaftlicher und erzieherischer Hinsicht mit sich. Jede Musikkapelle, ja jeder Verein, tut gut daran, wenn er eine gute Mischung zwischen Jung und Alt findet, denn dadurch lassen sich viele Konflikte vermeiden und jeder kann – bei gegenseitigem Respekt – viel vom anderen lernen. Das Konzert findet am 2. Advent-Sonntag, den 10. Dezember 2006, um 18.00 Uhr im Sparkassesaal des Kulturhauses „Karl Schönherr“ in Schlanders statt. Das abwechslungsreiche und keineswegs nur traditionelle Programm kann der beistehenden Übersicht entnommen werden. Durch das Konzert führt der erfahrene, ehemalige Burgeiser Konzertsprecher Hans Moriggl. Finanziell unterstützt wird dieses Vorzeigeprojekt von der Sparkassenfiliale Schlanders, daher ein Dank an Direktor Egon Staffler. Dieter Pinggera

Sonntag, den 10. Dezember 2006, um 18.00 Uhr im Sparkassesaal des Kulturhauses „Karl Schönherr“ von Schlanders Konzertprogramm Sepp Tanzer Gottfried Veit Albert Will Ketélbey Carl Michael Ziehrer PAUSE Sepp Thaler Henk van Lijnschooten Kurt Rehfeld

Festliches Vorspiel Konzertouvertüre(„Die Allgäuische“) Auf einem persischen Markt Schönfeld-Marsch Märchenland (Konzertouvertüre) Rhapsodie Francaise Band Meeting

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Blasmusik im Vinschgau

Musikkapelle Reschen

Die Musikkapelle Reschen im Herbst 2006 vor dem stolzen Rescher Wahrzeichen

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as Geburtsjahr der Musikkapelle Reschen fällt in einen der schwärzesten Zeitabschnitte für den oberen Vinschgau. Die Seestauung in den Jahren 1949/50 hat die beiden Dörfer Graun und Reschen fast zur Gänze zerstört. Auch als Grenzdorf nicht unbedingt zentral gelegen, war es schwierig eine Kapelle zu gründen und am Leben zu erhalten. Die Lebensfreude und die Begeisterung für die Musik haben die ersten zehn „Gründer-Mu-

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sikanten“ um den damaligen Chorleiter und Gründungskapellmeister Anton Padöller, mit großer Unterstützung des Herrn Franz Moriggl, Kapellmeister aus Nauders, nicht aufgeben lassen. Mühsam mussten den ersten Musikanten Noten, Takt und die Grundlagen für das Erlernen eines Instrumentes beigebracht werden. Die Musikliteratur musste zum Großteil abgeschrieben und vieles in eine andere Tonart umgeschrieben werden. Platz-

probleme und finanzielle Nöte galt es zu bewältigen. Die ersten finanziellen Mittel kamen von den jungen Musikanten selbst. Von Anfang an unterstützte die Fraktionsverwaltung Reschen das Unternehmen Musikkapelle. Die Bevölkerung erkannte schon bald, dass die Kapelle nicht nur einen äußerst wichtigen Kulturträger darstellt, sondern in schwierigen Zeiten auch für die Dorfgemeinschaft von größter Bedeutung ist. In den Jahren 1959 und 1960 wurde

die noch junge Kapelle mit der Tracht ausgestattet. Tüchtige Obmänner (Otto Ziernhöld, Johann Folie, Gabriel Rapp, Heinrich Platzer, Franz Pircher und Johann Patscheider) sowie einsatzfreudige und fähige Funktionäre, besonders aber der rührige Kapellmeister Herbert Lechthaler, für heutige Verhältnisse unvorstellbare 28 Jahre ehrenamtlicher Kapellmeister, konnten die Mitglieder begeistern und ließen die Kapelle wachsen und sich entwickeln. Über Jahrzehnte hinweg wurden Freundschaften im In- und Ausland geknüpft. Gereist wurde viel! Zahlreiche Diplome und Urkunden künden von der regen Tätigkeit der Kapelle bei Wertungsveranstaltungen. 1989 übernahm Kapellmeister Hermann Dilitz die musikalische Leitung. Verstärkt konnten junge Musikanten/innen in die Kapelle aufgenommen werden. Die Eröffnung der Musikschule in St. Valentin kam der Musikkapelle Reschen dabei sehr zugute. Es ist gelungen die Generationen zusammenzuhalten. Durch den Einsatz und Fleiß des Kapellmeisters und Dank der Begeisterung in der wachsenden Kapelle konnte das musikalische Niveau schon bald bedeutend angehoben werden. Hermann Dilitz ist bis heute im Amt.


Blasmusik

Naturns

Neujahrskonzert Mitglied. Sein Enkel Daniel, der heuer als jüngstes Mitglied in die Kapelle aufgenommen werden konnte, ist 61 Jahre jünger als sein Großvater. Franz Prieth übernahm 2004 die Obmannschaft von Obmann Franz Prieth mit Hermann und Ludwig. Peter Blaas sowie Kapellmeister Hermann Besonders erfreulich Dilitz bei der diesjährigen Cäcilienfeier ist, dass anlässlich der diesjährigen Cäcilienfeier am 19. So hatte die Kapelle seit dem Gründungsjahr 1951 bis heute November nicht weniger als nur drei Kapellmeister. Diese sechs Jungmusikanten/innen Kontinuität ist Beweis für die nach erfolgter Ausbildung in Tradition des Zusammenhal- die Kapelle aufgenommen tens und dürfte Garantie für werden konnten. Die Musikanten Hermann und Peter künftige Erfolge sein. Unter dem langjährigen Ob- Blaas wurden mit dem Ehrenmann und Gründungsmitglied zeichen des Verbandes SüdLudwig Wilhalm ist es mit Hil- tiroler Musikkapellen für 40 fe der Gemeindeverwaltung bzw. 15 Jahre Mitgliedschaft und der Autonomen Provinz in der Musikkapelle Reschen Bozen gelungen, der Musikka- ausgezeichnet. Stolz sind „die pelle mit dem Bau des neuen Rescher“ auch auf ihre neun Probelokales ein zeitgemäßes Musikanten/innen, die heuer Heim zu schaffen. Am 25. bei der Bezirksseniorenkapelle März 2000 konnte zum ersten des VSM-Bezirk Schlanders Mal im neuen Probelokal ge- erfolgreich mitgewirkt haben. Die Musikkapelle Reschen probt werden. Über längere Zeit beschäftigte zählt heute 58 aktive Musikansich die Kapelle damit, ihre im ten/innen. Besonders stolz ist Jahr 1960 angekaufte Tracht man auf den Zusammenhalt zu erneuern und mit Hilfe der zwischen den Generationen. „Arbeitsgemeinschaft für Le- Mit 28 Frauen und 30 Männern bendige Tracht des Landesver- ist die Kapelle auch in Bezug bandes für Heimatpflege Südti- auf die Geschlechter fast ausrol“ den historischen Vorlagen geglichen. Das Durchschnittsanzupassen. Am 23. November alter der Mitglieder liegt bei 30 2002 wurde die neue, originale Jahren. „Obervinschger Tracht“ an- Die Zukunft widmet die MK lässlich des Cäcilienkonzertes Reschen der Pflege der Kaim Vereinshaus von Reschen meradschaft, einer weiteren Steigerung des musikalischen der Bevölkerung vorgestellt. Anlässlich der Vollversamm- Niveaus und der starken Förlung am 3. Januar 2004 legte derung der jungen Musikanten/ Obmann Ludwig Wilhalm, innen. nach 20-jähriger erfolgreicher Für das kommende Jahr 2007 Tätigkeit als Obmann, sein Amt stehen als Höhepunkte neben nieder. Ludwig Wilhalm, heu- dem Pfingstkonzert am 27. Mai tiger Ehrenobmann der Musik- und der Teilnahme am Konzertkapelle, ausgezeichnet mit dem wertungsspiel des VSM-BezirEhrenzeichen in „Groß-Gold“ kes Schlanders der Aufbau der und dem Verdienstabzeichen Jugendkapelle Reschen auf in Gold des Verbandes Südtiro- dem Programm. (Text: Franz ler Musikkapellen ist im Alter Prieth) Dieter Pinggera von 72 Jahren ältestes aktives

Das Straußorchester Wien-Tirol (Streicher, Flöte, Klarinette, Posaune, Schlagwerk, Klavier) ist eine Formation, die aus jungen Musikern aus Tirol und aus Mitgliedern des Wiener Strauß Festival Orchesters besteht und vor zwei Jahren in Südtirol seine Premiere feierte. Eszter Haffner wird als Stehgeigerin das Orchester leiten. Als besondere Attraktion kommt die Koloratursängerin Claudia Emà Camie dazu. Veranstalter: Naturnser Bürger- und Rathaus GmbH in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Naturns und der Raiffeisenkasse Naturns Donnerstag, 4. Jänner 2007, 20.00 Uhr Eintritt 15,00 Euro Neujahrsgetränk inbegriffen Schüler/Studenten freier Eintritt, Kartenvorverkauf ab 27. Dezember: jeweils von 10.0 bis 12.30 Uhr in der Raiffeisenkasse Naturns, Telefon 0473-671642

Mit Strauß ins Neue Jahr Neujahrskonzert Concerto di capodanno mit dem / con il

Strauß-Orchester Wien-Tirol Naturns / Naturno Donnerstag / giovedí 04. 01. 2007 ore 20.00 Uhr Bürger- und Rathaus Leitung: Eszter Haffner, Stehgeigerin Werke von Johann Strauß, Josef Strauß und Franz Lehár Eintritt 15,00 Euro - Schüler/Studenten Eintritt frei Kartenvorverkauf ab 27. Dezember: Raiffeisenkasse Naturns, Telefon 0473-671642 (jeweils von 10.00 bis 12.30 Uhr) Veranstalter: Naturnser Bürger- und Rathaus GmbH in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Naturns und der Raiffeisenkasse Naturns

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Bürger- und Rathaus Naturns

21.12.06

Gemeinde Naturns

Der Vinschger Wind 25-06

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Blasmusik

Blasmusik im Vinschgau

Die Musikkapelle Eyrs

Gruppenfoto der Musikkapelle Eyrs am Cäciliensonntag 2006 unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Sebastian Kurz und der organisatorischen Leitung von Obmann Max Kofler (im Bild fehlen Tamara Kobler und Benjamin Heinisch)

I

diese zwei Hörner von der Musikkapelle Eyrs gekauft haben. Die Idee zur Wiedergründung der Musikkapelle Eyrs nahm im Sommer 1990 bei einem Gasthausgespräch zwischen dem daFestkonzert am 3. Februar 2007 um maligen Vizebürger20.15 Uhr im Kulturhaus von Eyrs meister sowie für PROGRAMM die Fraktion Eyrs zuständigen Assessor Spirit of music, Fritz Neuböck Amazing Amadeus Manfred Zangerle W.A. Mozart / bearb. Michael Friedmann und Sebastian Kurz Kap Arkona

n Eyrs gab es anscheinend schon früher eine Musikkapelle, denn laut Eintragung in das Kassenbuch der Musikkapelle Latsch im Jahre 1920 soll

konkrete Formen an. Pfarrer Sebastian Innerhofer und verschiedene andere Sympathisanten konnten als Mitstreiter gewonnen werden, und alsbald flatterte eine Einladung zur Gründung einer Musikkapelle in jedes Haus von Eyrs. In der Gründungsversammlung vom 11.11.1990 wurde eine Initiativgruppe zum Aufbau der Musikkapelle Eyrs eingesetzt. Namentlich bestand dieser ers-

Alfred Bösendorfer

Klesmer Eddy Graf * * * * A whiter shade of pale Garry Brooker / bearb. Rob Ares

Flower Power Selection bearb. Rob Ares

Vajnorská Polka Musikantentraum Polka Karol Pádivý

Übers Land Marsch von Michael Stern

24 Der Vinschger Wind 2-07

25.01.07

Ein kleines Marschkonzert der MK Eyrs

te Ausschuss der Musikkapelle Eyrs aus folgenden Personen: Hans Thöni (Obmann), Sebastian Kurz (Kapellmeister), Irma Zangerle (Obmannstellvertreterin), Theo Niederfriniger (Kassier), Helmut Thoma (Schriftführer), Josef Kainz, Hermine Thaler, Werner Kofler, Andreas Alber. Hans Thöni, die unermüdliche Triebfeder beim schwierigen Aufbau, konnte schon bald 36 zumeist junge Musikinteressierte in die Mitgliederliste aufnehmen. Sebastian Kurz, langjähriger Kapellmeister der Musikkapelle Laas und ein hervorragender Flügelhornist, kümmerte sich um deren Ausbildung, da zu diesem Zeitpunkt keine dieser Personen ein Blas- oder Schlag-


Blasmusik

instrument spielen konnte! Durch die großzügige Unterstützung der Dorfbevölkerung, der öffentli- Oben: Obmann Max Kofler an der großen chen Hand und der Trommel Bankinstitute war man schon bald in Rechts: Kapellmeister Sebastian Kurz mit der Lage, die nöti- der Ehrenurkunde für das „Verbandsehrengen zum Teil neuen zeichen in Silber“ oder zum Teil auch gebrauchten Instrumente an- zur Finanzierung des Vorhabens. zuschaffen. Es folgten Auftritte in Klein- Nicht zu vergessen sind auch gruppen zu verschiedenen die örtlichen Vereine, die die weltlichen und kirchlichen Musikkapelle Eyrs nicht nur Anlässen, die der Dorfbevöl- wohlwollend in die Vereinskerung immer wieder zeigten, landschaft aufnahmen, sondern dass die Musikkapelle Fort- diese mit aller zur Verfügung stehenden Kraft bis heute unschritte macht. Im Jahre 1996 entschied der terstützen. Ausschuss, die historische Nach sechsjähriger harter Auf„Schlanderser Gerichtstracht“ bauarbeit gab die Musikkapelfür die Musikkapelle anzu- le Eyrs zur Freude der ganzen schaffen, denn Eyrs gehörte Dorfbevölkerung am Cäcilizum ehemaligen Einzugsgebiet ensonntag, den 24. Novemdes „Schlanderser Gerichtes“. ber 1996 in ihrer historischen Die öffentliche Hand sowie Tracht ihr erstes Konzert im die örtlichen Bankinstitute und Kultursaal von Eyrs. Seitdem Unternehmen leisteten wieder- blieb das Cäcilienkonzert bis um einen wertvollen Beitrag im Jahre 2005 fester Bestand-

teil und musikalischer Höhepunkt im Jahresprogramm der Musikkapelle Eyrs. Seit dem Jahre 1997 spielt die Musikkapelle Eyrs bei allen weltlichen und kirchlichen Feierlichkeiten des Dorfes auf. Neben der Probenarbeit werden Ausflüge z.B. auf Hütten oder ins Ausland zum geselligen Beisammensein organisiert, um die Kameradschaft und den Zusammenhalt unter den Vereinsmitgliedern zu fördern. Im Jahre 2005 nahm die Musikkapelle Eyrs zum ersten Mal bei einem Wertungsspiel des Verbandes Südtiroler Musikkapellen in Bozen teil und konnte

in der Unterstufe die Bewertung „Sehr gut“ erzielen. Der Klangkörper besteht heute aus 38 aktiven Musikanten/innen, wovon knapp die Hälfte weiblich sind, mit einem Durchschnittsalter von ca. 25 Jahren. Der amtierende Obmann der Musikkapelle Eyrs ist Max Kofler, erster und einziger Kapellmeister seit der Gründung Sebastian Kurz. Der restliche Ausschuss setzt sich aus folgenden Personen zusammen: Katrin Zangerle (Obmannstellvertreterin), Veronika Tscholl (Schriftführerin), Fritz Egger (Kassier), Marilyn Egger (Jugendleiterin), Simon Platter (Beirat) Das heurige Festkonzert gibt die Musikkapelle Eyrs am 3. Februar 2007 um 20.15 Uhr im Kulturhaus von Eyrs. Sie ist damit die erste Kapelle, die im Vinschgau den Reigen der Festund Frühjahrskonzerte eröffnet. Alle Musikinteressierten und Freunde der Blasmusik sind dazu herzlichst eingeladen! Dieter Pinggera

Unser Frau - Karthaus

Musikalischer Rückblick 2006

Z

um ersten Mal fand im großen Rahmen ein Rückblick der Musikkapelle Unser Frau-Karthaus Mitte Januar im Haus der Gemeinschaft in Unser Frau statt. Eingeladen waren auch die Organisationen und Gönner der Kapelle, die die umfangreichen Tätigkeiten im letzten Jahr unterstützten. Begrüßt wurden die Gäste durch den Koordinator der beiden Kapellen Otto Rainer, der Jugendleiter Gerhard Rainer berichtete über die umfangreichen Tätigkeiten in der Nachwuchsarbeit. Die Präsentation der Jahreshöhepunkte 2006 moderierte der Obmann der MK Karthaus Hermann Tum-

ler: Das Frühjahrskonzert mit der Gesangseinlage von Gustav Gurschler, die Hochzeit des Kapellmeisters Dietmar und Elisabeth Rainer, den Ausflug nach Pfarrwerfen in Österreich und .... Immerhin wurden 49 Anlässe musikalisch gestaltet, 40 Voll- und 32 Teilproben fanden statt. Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen verdienter Mitglieder: Das Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze erhielt Leonhard Rainer. Für 15 Jahre Mitgliedschaft wurden mit dem Bronzenen Verdienstzeichen des Verbands Südtiroler Musikkapellen Charlotte Rainer und Ingemar

Gamper ausgezeichnet, Silber für 25 Jahre Treue erhielten Martin Spechtenhauser und Hermann Tumler. Und auf immerhin 40 Jahre und somit das Goldene Verdienstzeichen des VSM brachten es Walter Rainer und v.l.: Alois Santer, Otto Rainer, Martin Spechtenhauser, Hermann Tumler, Ingemar Mainrad Santer. Aber auch die Pro- Gamper, Charlotte Rainer, Dietmar Rainer, benfleißigsten und Walter Rainer, Leonhard Rainer und Maindie Gönner der rad Santer Musikkapellen, die in der Vergangenheit ein In- umrahmt wurde der gelungene strument gespendet hatten, Abend von der Böhmischen konnten sich über ein kleines der Musikkapelle Unser FrauGeschenk freuen. Musikalisch Karthaus.

25.01.07

Der Vinschger Wind 2-07

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