Nr. 22 (263) 05.11.15 I.P. 11 Jg.
ein Gesicht geben
Holz
Vicover
eine Erfolgsgeschichte mit Edelhölzern Automobilhersteller und Ikea vertrauen auf Qualität aus dem Vinschgau Furniere und noble Hölzer soweit das Auge reicht. Sucupira, Wenge, Massaranduba, Indian Apple und Cabreuva sind nur einige von über 80 Holzarten die sich in Latsch im Vinschgau in großen Lagerhallen neben den Klassikern Eiche, Buche und Ahorn stapeln. Dort produziert die Karl Pedross AG seit nunmehr 60 Jahren hochwertige Profile und Bodenzubehör. In der werkseigenen Furniervorbereitung sind 40 qualifizierte Mitarbeiter mit der Vorbereitung und Veredelung der exquisiten Edelhölzer beschäftigt. Die Furnierabteilung ist völlig ausgelastet. An fünf Tagen in der Woche wird dort
Mit dem Digitaldruckverfahren sind der Gestaltung der Kanten und Ummantelungsprodukte keine Grenzen gesetzt.
Die Furnierdecks werden gemäß den Kundenanforderungen mittels Querverleimung zusammengesetzt
Das Team von Vicover: v.l. Herbert Zöschg, Alexander Toscano, Maria Löffler, Christian Nischler, Nadia Theiner, Hansjörg Mitterhofer
rund um die Uhr gearbeitet. Hinter dieser Entwicklung steht die vor vier Jahren gegründete Geschäftseinheit Vicover die sich innerhalb von Pedross mit dem Vertrieb von Ummantelungsware, Furnierkanten und Furnierdecks für Türen und Möbelfronten befasst. Peter Augscheller, COO im Hause Pedross und federführend beim Aufbau der business unit Vicover beteiligt, fasst zusammen: „Priorität hat bei Pedross und in der Furnierabteilung immer noch die pünktliche Bereitstellung der Furnier-Rollenware für unser Kerngeschäft die Leistenfertigung“. „Über kurz oder lang müssen wir uns aber aufgrund der rasanten Entwicklung bei Vicover Gedanken über die weitere Expansion und den damit verbundenen Investitionen in den Maschinenpark und somit auch in zusätzliche Mitarbeiter machen“. Kompromisslose Präzision, strenge Termintreue und qualitativ hochwertige Ware, diese Attribute blieben auch einem renommierten Automobilhersteller und Ikea nicht
verborgen und haben deren Verantwortliche nach Latsch reisen lassen. So möchte ein bekannter deutscher Autobauer die Zierelemente im Innenraum seiner Limousinen-Flotte mit digital bedrucktem Furnier ausstatten. Eine Spezialität, für die Pedross ein Alleinstellungsmerkmal beansprucht. Mit dem schwedischen Möbelgiganten Ikea wiederum, hat man sich nach bestandenem Audit bereits vor einem Jahr auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Beide bedeutsamen Partner wurden von Nadia Theiner akquiriert und werden auch von ihr betreut. Zur Umsatzentwicklung von Vicover ist dem Leiter der Geschäftseinheit Alex Toscano wenig zu entlocken: „ Das Potenzial am Markt für die Anbahnung weiterer interessanter Partnerschaften ist vorhanden und das stimmt uns positiv“. „Die Produkte von Vicover gewinnen an Bedeutung, wir wollen aber bedacht vorgehen und nichts überstürzen, dennoch erwarten wir für unsere Geschäftseinheit bereits 2018 einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich.“
HolzAnsichten
Editorial
Baum des Jahres 2015
Titelbild. Es ist ein Foto unserer Redakteurin Magdalena Dietl Sapelza, das unsere Holzbroschüre 2015 trägt. Dietl Sapelza besuchte den jungen Drechsler Christian Priet in Glurns und spürte einem alten Handwerk nach, das nur wenige beherrschen.
Der Feldahorn
Die Zirbe. Wolfgang Platter, den Direktor des Nationalparks Stilfserjoch haben wir als Autor für unsere diesjährige Holzbroschüre gewinnen können. Sein geschätzter Beitrag über die Zirbe in den Alpen, ihre Besonderheiten und auch ihre gesundheitsfördernde Wirkung als Mobiliar macht diese Holzbroschüre zu einer wertvollen Informationsquelle. Mehr über die Zirbe erfahren Sie auf den Seiten 6 und 7. Die Flechtkünstlerin. Unserer Redakteurin Barbara Wopfner besuchte die Flechtkünstlerin Irmgard Klotz in Galsaun. Wopfner blickte ihr über die Schultern und war fasziniert davon, wie aus unscheinbaren, einfachen Ästen ein Kunstwerk entsteht. Mehr davon auf den Seiten 10 und 11. Holznotizen. Klaus Schwienbacher von der gleichnamigen Tischlerei in Schlanders ist der Gewinner des Design- und Erfinderawards der Innsbrucker Herbstmesse 2015. Gratulation dazu auch vom VinschgerWIND. Mehr davon auf Seite 14 Angelika Ploner
Vinschgerwind Impressum Dantestraße 4, 39028 Schlanders, Tel. 0473 732196, Fax 0473 732451 „Holzbroschüre 2015“ Beilage zum Vinschbgerwind Nr. 22, 05.11.2015 Sekretariat, Werbung: Edwina Oberthaler, Richard Spechtenhauser Chefredakteur: Erwin Bernhart Mitarbeit: Angelika Ploner, Gianni Bodini, Wolfgang Platter, Barbara Wopfner, Magdalena Dietl Sapelza Grafik: Hartwig Spechtenhauser, Marion Fritz Druck: Fotolito Varesco, Auer, Nationalstraße 57 Eigentümer und Herausgeber: Info-Media GmbH. Mwst. Nr: 02445670215, Info-Media GmbH; Ermächtigung des Landesgerichtes Bozen Nr. 6/2005; Eingetragen im ROC: Nr. 12485
www.vinschgerwind.it
Foto: www.naturverrueckt.at/images/galleries/Feldahorn
Brauchtum. Dem Scheibenschlagen haben wir unter dem Titel „Vinschger Holzgeschichte“ den Auftakt in unserer diesjährigen Holzbroschüre zugeteilt. Die Bilder vom Fotografen Gianni Bodini erzählen mehr über den Vinschger Brauch samt Birkenscheiben, als es Worte tun. Deshalb lassen wir die wunderbaren, aussagekräftigen Bilder sprechen... Seite 4 und 5
Habitus - Der Feld-Ahorn wächst sehr langsam bleibt relativ klein und „knorrig“ im Vergleich zu Spitzund Berg-Ahorn. 20 m Baumhöhe werden selten und dann erst nach langer Zeit erreicht. Die Knospen sind sehr klein. Auffällig sind bei vielen Bäumen die Zweige: sie entwickeln nicht selten Korkleisten. Die Rinde wird später am Stamm eine Schuppenborke mit kleinen rechteckigen Schuppenstrukturen. Stammdicke - Der Feld-Ahorn kann bis zu 200 Jahre alt werden kann, wenn man ihn wachsen lässt. Die dicksten Feld-Ahorne können eine Stammstärke von 70 cm erreichen. Blätter, Blüten, Früchte - Die gegenständigen Blätter sind relativ klein, lang gestielt, schön gelappt und mit meist 5 Lappen abgerundet. Die Blattstiele führen wie beim Spitz-Ahorn Milchsaft. Die Herbstfärbung ist ein besonderes Highlight. Die sich entwickelnden zahlreichen Früchte bilden die ahorntypischen Doppel-Flügelnüsschen. Der Feld-Ahorn entwickelt ein Herzwurzelsystem bis 1 m Tiefe. Ökologie und Vorkommen - Das Heimatareal ist Mittel- und Südeuropa. Quelle: http://baum-des-jahres.de/
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Die Birkenscheiben - aus einem Birkenstamm geschnitten - werden mit einer Stange ins Feuer gehalten bis sie zu glühen beginnen. Anschließend werden sie mit kreisförmigen Schwingbewegungen weiter zum Glühen gebracht.
Vinschger Holzgeschichten ....
Das Scheibenschlagen Text: Angelika Ploner | Fotos: Gianni Bodini
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as „Scheibenschlagen“ ist ein uralter Brauch, der im oberen Vinschgau als solcher, im unteren Vinschgau hingegen als „Holepfann“ bekannt ist. „Dieser Brauch wird als Sonnenkult gedeutet“, erzählt Hans Wielander, Kulturautor beim VinschgerWIND, „das Scheibenschlagen soll nämlich die im Frühjahr erstrahlende Sonne symbolisieren“. Dünne Birken- oder Fichtenbaumstämme werden in Scheiben gesägt und durchbohrt. Aufgespießt auf einer Stange werden sie ins Feuer gehalten, bis sie zu glühen beginnen. Um dieses Glühen weiter anzufachen, werden die Scheiben in kreisförmigen Bewegungen durch die Luft geschwungen. „Die glühende Scheibe wird dann an einem Brett abgeschlagen und springt parabelförmig in den nächtlichen Himmel“, erklärt Hans Wielander das Ritual, „die-
se glühende Bahn wird von Schicksalssprüchen begleitet.“ Der Lauf der Scheibe entscheidet über das Schicksal jener Person oder Institution, der die Scheibe gewidmet ist. „Reim, Reim, wem soll dia Scheib’ sein?“ ruft der Scheibenschläger deshalb, bevor die glühende Scheibe ihre Bahn findet. Je weiter die Scheibe durch den nächtlichen Himmel fliegt, desto mehr Glück soll sie bringen. Der Abschluss des Rituals ist das Verbrennen der mehterhohen strohumwickelten Holzraute, die einige Tage zuvor aufgestellt worden war und - angezündet - weitum sichtbar leuchtet. Volkskundler sind sich darin einig, dass diese Raute Sinnbild für Weiblichkeit und Fruchtbarkeit ist. Brauchtum und Sprüche des Scheibenschlägers variieren allerdings von Ort zu Ort.
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F: © Benjamin Pfitscher
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Einfach, aber hochqualitativ: Alle Waldchalets sind individuell eingerichtet.
Wohnträume in der freien Natur Nachhaltigkeit, Stil und Qualität – soligno Massivholzbau überzeugt im innovativen Tourismus
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Waldgenießer. Echte Innovation im Tourismus sieht man schließlich nicht alle Tage. FeliZitas ist derzeit wohl eines der außergewöhnlichsten Urlaubsresorts in Südtirol. Klar, ökologisches Bauen mit natürlichen Baumaterialien liegt schon länger im Trend. Was
F: © FeliZitas
itten im Wald von St. Felix am Deutsch Nonsberg stehen sie, die neuen „feliZitas Waldchalets“ von Familie Passler Kinyanjui. Beim Anblick der sechs Urlaubshäuschen in Massivholzbauweise stutzt erst mal der eine oder andere Waldbewohner und
Jedes der sechs MassivholzChalets ist ein Unikat.
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aber Familie Passler Kinyanjui am Deutsch Nonsberg realisiert hat, setzt neue Maßstäbe. Qualität und Nachhaltigkeit – nach diesen Schlagworten hat Bauherr und Planer Richard Passler gemeinsam mit seiner Frau Lisi, seinem Sohn Ivo und seiner Schwiegertochter Fauzia Kinyanjui ein Konzept für eine Ferienanlage nach baubiologischen Grundsätzen umgesetzt, das Urlauben in und mit der Natur möglich macht. Einen kompetenten Partner für ihr Projekt fanden sie in soligno, einem Unternehmen mit Sitz in Prad am Stilfserjoch. Zuhause in der Natur „Natürliche Vollholzwände passten am besten in unser Konzept. Die konsequent nachhal-
tige Bauweise von soligno hat uns dabei überzeugt“, schildert Richard Passler. Soligno-Naturholzelemente werden energieautark und somit CO2-neutral hergestellt. Die Außen- und Innenwände, Decken- und Dachelemente aus Massivholz sind einstofflich und dadurch gänzlich schadstoffrei. „Die soligno Holzbauteile werden ohne Leim und ohne Metallverbindungen nahtlos ineinander verzahnt“, so der begeisterte Bauherr. Von der Holzernte über die Produktion bis zur Baustelle kommen diese zu keinem Zeitpunkt mit Schadstoffen in Kontakt. Ausschließlich PEFC-zertifizierte Hölzer aus dem Alpenraum kommen zum Einsatz. Für nachkommende Generationen wird somit ein bleibender Wert
geschaffen, ähnlich den Jahrhunderte alten Holzhäusern, die einst aus rein natürlichen Materialien gebaut wurden und heute noch benutzt werden. Qualität bewusst gewählt Das patentierte soligno Massivholzbausystem vereint alle Vorteile, die reines Holz zu bieten hat: von hundertprozentiger Wohnbehaglichkeit über geprüfte Luftdichtheit ohne die Notwendigkeit von Folien bis hin zu ausgezeichneter Wärmeund Schalldämmung. Die Wandelemente der Chalets sind aus Fichte, weiters wurden Lärche und Zirbelkiefer aus heimischen Wäldern für die unterschiedlich großen Massivholz-Häuschen auf Stelzen verwendet. „Holz fühlt sich warm an, es riecht gut, ja es beeinflusst sogar die Akustik des Wohnraums. Unsere Gäste sind begeistert“, freut sich Richard Passler.
Zeit für das Wesentliche FeliZitas entspricht der Sehnsucht des modernen Menschen nach Authentizität und Sinnerfüllung. Einfach und dennoch hochqualitativ, naturbelassen und ohne Schnörkel fügen sich die Massivholz-Chalets in die wunderschöne Naturlandschaft am Deutsch Nonsberg ein. „Für uns ist mit dem Projekt ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen“, so Familie Passler Kinyanjui, „soligno hat mit seinem natürlichen Vollholzbausystem wesentlich dazu beigetragen.“
HOLZ EIN VERBINDENDES ELEMENT Leim- und metallfreie, dauerhaft luftdichte Massivholzelemente
Emil Moser Leidenschaftlicher Mitarbeiter in der Produktion bei soligno
Informationen soligno-Reinverbund GmbH Kiefernhainweg 96 39026 Prad am Stilfserjoch Telefon: 0473 618 185 info@soligno.rubner.com www.soligno.rubner.com
Das konsequenteste Bauelement im ökologischen Massivholzbau www.soligno.rubner.com
F: © Benjamin Pfitscher
„Unser Ziel war, mit den feliZitas Waldchalets die Grundlage für einen besonderen, nachhaltig wirksamen Urlaub zu schaffen.“ Keine architektonischen Einschränkungen in der Planung, feste Termine, keine Feuchtigkeit – „Die Koordination und die Arbeitsabläufe gemeinsam mit unserem Zimmermann Markus Alber aus Vöran haben hervorragend geklappt“, so Passler weiter. Mit viel Teamgeist und großer
Begeisterung für das Bauen mit natürlichen Materialien konnte die gesamte Ferienanlage in nur drei Monaten errichtet werden.
HOLZLEIDENSCHAFT Sie möchten sich von uns beraten lassen oder ein soligno Massivholzhaus besichtigen?
Familie Passler Kinyanjui: „Mit feliZitas geht ein lang ersehnter Traum in Erfüllung.“
Rufen Sie uns an: soligno Reinverbund GmbH Prad am Stilfserjoch Tel. 0473 618185 info@soligno.rubner.con www.soligno.rubner.com
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Einzelzirbe in Melag Langtaufers am Übergang von landwirtschaftlichen Kulturflächen als Mähwiesen zur Hausweide.
Die
Zirbe Fotos & Text: Wolfgang Platter
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n den Zentralalpen mit ihrem kontinentalen, niederschlagsarmen und strahlungsintensiven Klima bilden die Zirbe und die Lärche als Baumarten die obere Waldgrenze. Ob an dieser Obergrenze des stammbildenden Holzwuchses die Lärche oder die Zirbe dominiert, hängt wesentlich vom Alter des Waldes und vom Grad seiner menschlichen Nutzung und Beeinflussung ab: Naturnahe, urwaldähnliche Bestände an der Waldgrenze sind fast reine Zirbenbestände. Die Lärche ist sommergrün, mit herbstlicher Nadelverfärbung und winterkahl. Die Zirbe ist immergrün. Deshalb kann man jetzt im Herbstwald den Anteil der Lärchen und Zirben gut abschätzen Südtirol weit bilden die Zirben 5%, die Lärchen 18% des Massenvorrates von Waldbäumen. Mit 62% Massenvorrat ist die Fichte die Hauptbaumart der Südtiroler Wälder.
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Zirbenbäume werden bis zu 20 Meter hoch und sehr alt.
Die Zirbe heißt bei unseren Bündner Nachbarn Arve oder in Rätoromanisch Dschember, in Italienisch Cembro und mit dem wissenschaftlichen Namen Pinus cembra. Der lateinische Gattungsname verrät, dass die Zirbe zu den Kiefern oder Föhren gehört. Unter den einheimischen Kiefernarten ist die Zirbe die einzige Art, bei der die Nadeln in fünfnadeligen Büscheln stehen, alle anderen Kiefern sind zweinadelig (z.B. Waldföhre, Rotföhre, Legföhre). Die Nadeln der Zirbe sind im Querschnitt dreikantig und weisen an der Innenseite weiß-bläuliche Wachsstreifen auf. Diese Wachsauflage dient als Verdunstungsschutz
Kandelaber-Zirbe auf Schöneben vor übermäßigen Wasserverlusten in der hohen Ultraviolettstrahlung des Gebirges. Noch eine Besonderheit: Die Samen in den Zapfen („Petschln“) sind die einzigen ungeflügelten Samen der einheimischen Nadelholzarten. Die großen, hartschaligen Zirbensamen können daher auch nicht vom Wind verbreitet werden; Vögel sorgen dafür. Es gibt eine enge Symbiose zwischen der Zirbe und dem Tannenhäher (der Zirbmgratsch). Der Tannenhäher, ein Vertreter der als intelligent geltenden Rabenvögel, ernährt sich vorwiegend von Zirbelnüssen. Als Standvogel, der auch im Winter im Gebirge ausharrt, legt er Nahrungsvorräte an. In guten Samenjahren versteckt der Tannenhäher bis zu 100.000 Zirbelnüsse oder 25 kg Futtervorrat. 80% der Verstecke findet er in der durch die Schneebedeckung völlig veränderten Winterlandschaft wieder. Die restlichen 20% keimen im Frühjahr und sorgen für die Verjüngung des Zirbenwaldes. Der Tannenhäher ist damit der Gärtner des Zirbenwaldes. Tannenhäher haben die Angewohnheit, mit den Zirbelnüssen im Kehlsack im Gebirge nach oben zu fliegen. Damit tragen sie dazu bei, dass die Baumgrenze der Zirbe nach oben wandert. Dieses Ansteigen der Baumgrenze wird derzeit auch noch
Lärchen-, Fichten-, Zirbenwald in Schlinig durch den Klimawandel begünstigt. Den Höhenrekord als höchsten Zirbenstandort halten die Zirben am Tristennöckl in der Ahrntaler Rieserfernergruppe. Sie sind bis auf 2.465 Meter aufgestiegen. Als Faustzahl zum Vergleich: Die Waldgrenze kann man in Südtirol bei 2.000 m MH ansetzen. Zirbenbäume werden bis zu 20 Meter hoch und sehr alt. Die tief ansetzenden, bogig aufsteigenden Verzweigungen lassen bei Zirben oft imposante, breitkronige Wuchsformen entstehen. Diese Kronenformen von schönen Baumdenkmälern werden als Kandelaber-Zirben bezeichnet. Das Zirbenholz ist weich, aber sehr wetterbeständig und feuchtigkeitsresistent. Nicht
umsonst ist es als langlebiges und gut bearbeitbares Schnitzholz sehr begehrt. Der Geruch von Zirbenholzbrettern in getäfelten Stuben ist Inbegriff von Heimeligkeit. Die Duftstoffe aus dem Harz der Zirbenmöbel sind gesundheitsfördernd. Zirbenholzkügelchen in Kleiderschränken haben mottenvertreibende Wirkung. Wie gesagt, Zirbenbäume werden sehr alt: Das Alter der Sarner Urzirben auf der Traminalm ober Asten im hinteren Pensertal beträgt über 1.000 Jahre. Aber nicht nur als einzelnes Baumdenkmal, sondern auch als Art ist die Zirbelkiefer uralt: Ein Stück Zirbenholz aus einer Schottergrube von Albeins bei Brixen ist vor nicht weniger als 24.000 Jahren in einer zwischeneiszeitlichen Wärmezeit Teil eines Baumes gewesen.
Männliche Blüten und Nadeln der Zirbe in fünfnadeligen Büscheln
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Die
Flechtk端nstlerin Fotos & Text: Barbara Wopfner
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Viele kennen Irmgard Klotz von Märkten, wie vom Weihnachtsmarkt in Martell, Marmor und Marille in Laas, früher vom wöchentlichen Bauernmarkt in Schlanders, oder von Kursen. Ich habe mich mit ihr zu Hause, in ihrer Stube, ihrem Atelier getroffen und mich mit ihr über ihren Beruf, ihre Leidenschaft, das Flechten unterhalten.
B
egonnen hat sie mit dem Flechten schon in ihrer Kindheit. „Bon Kia hiatn als Madlen hot man oft nit gwisst wia die Zeit ummer bringen“ und das Flechten hat sie schon damals fasziniert. Mit Zweigen von Birke und Lärche hat sie ihre ersten Flechtversuche gemacht, doch so ganz wollte es nicht klappen. Es fehlte ihr die Technik und das Wissen über Material und dessen Beschaffenheit. Später fehlten ihr die Zeit und auch der Zugang, doch „die Liebe zum Flechten wor olm do“. Bei den Ausstellungen der Lebenshilfe in Schlanders, kam sie an den geflochtenen Körben
kaum vorbei. Es brauchte schließlich, wie sie experimentiert, denn nicht jede Weide so oft, einen ausschlaggebenden Impuls. eignet sich gleich gut. Es ist ein nachwachVor nun über 13 Jahren nahm sie an einem sender Rohstoff, den sie sozusagen veredelt. Ausflug der Bäuerinnen in die WinterschuVor dem Wintereinbruch schneidet sie ihre le von Ulten teil und kam erneut, mit dem Stöcke zurück, damit im Frühjahr wieder etwas in Vergessenheit geratenen Flechten, neue, gerade Triebe wachsen können. Nicht in Verbindung. Und da war die zu dick und nicht zu verzweigt, Begeisterung entflammt, sie nur so eignen sie sich für ein Die Liebe zum entschloss sich die gesamte geschmeidiges Flechtwerk. dreijährige Ausbildung zu Spezialisiert hat sie sich auf Flechten wor besuchen, erweiterte ihr WisKörbe und filigrane Dekostücke olm do. sen dann abermals um drei wie Kugeln, Stehelemente oder Zusatzjahre und vertiefte sich Raumtrenner. Es sind alltägmehr und mehr in das alte Handwerk. Es liche Gebrauchsgegenstände und doch war zunächst Hobby, dann Leidenschaft gleichzeitig Dekoration, geflochten aus und schließlich führte es sie in den Beruf. dünnen Ästchen, aber dennoch robust, Seit sieben Jahren flechtet sie nicht nur haben sie wärmenden Charme und tun mehr für den Eigengebrauch, sondern hat einfach dem Auge gut. Interessant ist ihre ihr Lable „Manufaktur Weberhof“ gegrünVielfalt an geschmackvollen Materialkomdet und bietet seitdem ihre Einzelstücke auf binationen, wie mit Marmor, Eisen, Glas, Märkten an. Ton, dickeren Ästen oder Hirschhorn. Auf Sie flechtet fast ausschließlich mit Weikreative Weise verbindet sie diese in den den, geschälten und ungeschälten Ästen unterschiedlichsten Formen. der Weide und manchmal auch mit gespaltenen und gehobelten Streifen. Einiges an Infos unter: Material kauft sie an, einiges sammelt sie info@weberhof.bz oder direkt im Hoflagen wild und einiges hat sie mittlerweile begondes Weberhofes in Galsaun, zu finden in der nen selber anzubauen. Ein paar WeidenstöBrunnengasse 7 cke wachsen hinter dem Haus, mit denen
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Der Drechsler Die Schรถnheit des Holzes zur Geltung bringen Fotos & Text: Magdalena Dietl Sapelza
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Das Drechseln ist eng verwandt mit dem Schnitzen und zählt zu den ältesten Gewerken der Erde. Funde der Etrusker aus dem 7. Jh. v. Chr. und der Kelten aus dem 3. Jh v. Chr. zeigen deren große Fertigkeit in der Herstellung von Schalen, Möbelfüßen,Tellern... Im 18. Jh. geriet das DrechslerHandwerk und dessen Techniken in den Hintergrund. Nach einer starken Ausdünnung erlebte das Drechseln in 1970er Jahren eine Renaissance, als Kunsthandwerk und in Symbiose mit dem Tischlerhandwerk.
D
er 32-jährige gelernte Tischler und technische Zeichner Christian Prieth aus Glurns drechselt seit seinem 19. Lebensjahr. Er ist einer der wenigen Drechsler im Vinschgau. Seine Freude an den Arbeiten mit Holz, am kreativen Gestalten von außergewöhnlichen Formen hatte ihn damals bewogen, einen Drechselkurs in Bayern zu besuchen. Er kaufte eine Drehbank samt Schalenröhren und Meiseln. In weiteren Kursen in Österreich und als Autodidakt mit Hilfe des Internets bildete er sich weiter. Neues zu probieren ist immer wieder spannend. Das Drechseln beschränkt sich ausschließlich auf seine Freizeit. Oft nutzt er
die Tage an den Wochenenden. „Es ist nur unterstreichen die Einzigartigkeit. Jedes mein Hobby“, sagt er. „Das Drechseln ist für Stück in seiner Werkstatt ist ein Unikat, ob mich Ausgleich zu meiner Arbeit am ComSchale, Schüssel, Salz- und Pfefferstreuerputer“. Er liebt es, an der Drehbank in seiVase, Figur, Trendel, Trinkgefäß, Kugelner Werkstatt auf die Schönheiten des schreiber, Holzfrüchte, Flaschenöffner, Holzes einzugehen und dieses konzentriert Schmuck wie zierliche Anhänger und Ohrdurch schlichte Formgebung zur Entfaltung ringe …. Gelegentlich schafft Christian kostzu bringen. Wenn sich das Holz dreht, das je bare Stücke aus Palabir-Holz, speziell zu nach geplantem Stück als Quer- oder LängsAnlässen wie den Glurnser Palabir-Tagen holz am Spindelstock eingespannt ist, wenn oder den Handwerksmärkten. Das Holz der der Meisel greift und Plabir ist nicht immer dünne kurze und lange verfügbar. Ähnlich sieht Das Drechseln ist für Holzspäne aufwirbelt, es mit dem Holz großen mich Ausgleich zu meiner wenn eine kleine Furche alten Apfelbäume aus. Arbeit am Computer nach der anderen entDiese verschwinden steht, ist das wie eine und das Holz der kleinArt Meditation. Wohltustämmigen Bäume aus end ist der Geruch des Holzes. Besonders Obstplantagen eignet sich weniger. Oft begut riecht das Zirm-Holz, eines der wenigen hilft sich Christian mit Holz-Abfällen aus Weichhölzer, das sich gut drechseln lässt. Tischlereien, denen er dann neues Leben In der Regel verwendet Christian getrockeinhaucht. Das Drechseln der kleinen netes Hartholz der Laubbäume, wie Nuss, Stücke erfordert viel Geduld und FingerspitKirsche, Birne, Apfel. Er liebt es zu verfolzengefühl. Vieles ist sehr zeitaufwändig gen, wie innerhalb von wenigen Stunden und manchmal zerbricht auch etwas. Der kleine Kunstwerke entstehen. Frisches soAufwand bei der Fertigung lässt sich am genanntes grünes Holz verzieht sich eigenBeispiel kleiner Männchen-Figuren nachwillig. Das ist durchaus gewollt. Interessant vollziehen. Die Figur (siehe Titelbild) bezu beobachten ist dieser Prozess bei den steht aus sieben Einzelteilen. Das finale Pozierlichen Kelchen. Sogenannte Holzfehler lieren der Stücke mit Wachs verleiht ihnen und Veränderungen im Trocknungsprozess Glattheit und Glanz.
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Vinschger Holznotizen Ein Vinschger in der Designlandschaft Der Gewinner des AWARD in der Kategorie „Handwerk und Design“ der Innsbrucker Herbstmesse 2015 ist die Tischlerei Schwienbacher aus Schlanders mit dem Projekt „KUBIHOCK“. Der Design- und Erfinderaward – soviel vorab - zeichnet die kreativsten Köpfe aus Nord-, Ost- und Südtirol für ihre innovativen Ideen, Projekte oder Objekte im Rahmen des Messeschwerpunktes „Designund Erfindermesse“ aus. 14 eingereichte Projekte von Schülern, Einzelkämpfern oder etablierten Unternehmen hofften heuer auf den Sieg. Gewonnen hat ihn am Ende die Tischlerei Schwienbacher aus Schlanders. Tischlermeister Klaus Schwienbacher und sein 16 köpfiges Facharbeiterteam zeigten schon in den letzten Jahren mit innovativen Ideen wie Kompaktküche, Home - Office BOX und der ZirbenDesignkollektion, dass die Vinschger Tischlerei sehr viel Potential hat. Heuer ging Klaus Schwienbacher mit dem KUBIHOCK ins Rennen. KUBIHOCK setzt sich aus den zwei Wörtern KUBI von Kubus und HOCK von Hocker zusammen. Die Idee ist so einfach wie genial: Für den überraschenden Besuch werden aus der Wand kurzerhand zwei, drei Hocker genommen. Der Sitzkomfort und das Design des Hockers ist kompromisslos gut und der Kubus an der Wand einfach und klar in der Formensprache. Ist der Besuch weg, werden die Hocker kurzum wieder über die würfelförmigen Korpus gesteckt. Die Überraschung liegt im Detail, denn die Korpustür wird zur Sitzfläche, bei der handwerklich unglaublich ausgeklügelte Konstruktion läuft alles auf Gehrung zusammen. Diese Sitzfläche kann man in feinem Leder oder mit handgefertigtem Geflecht (nach Vorbild der Gründerzeit 1880) bei
Schwienbacher fertigen lassen. Designer Georg Juen aus Fiss sieht in diesem Projekt, das er mit Klaus Schwienbacher in Kooperation initiiert hat, ein Musterbeispiel für die regionale Chance im internationalen Wettbewerb. Das Produkt trifft voll den Zeitgeist, denn die Wohnräume müssen immer effizienter genutzt werden. Flexibel in der Nutzung, hoher Qualitätsanspruch, Nachhaltigkeit und Ehrlichkeit sind die Attribute, die das junge Möbel zum zeitlosen Designklassiker machen.
Ein Hingucker: Der Vinschger Holzschuh
100 cm
Fast lebensgroß ist er, der Holzschuh und mit Sicherheit ein Hingucker. Gefertigt von der Tischlerei Kaserer, Plaus.
Zirbenobst aus dem Schnalstal,
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gewachsen auf 2.100 m, geschnitzt, versilbert und vergoldet. www.karlhofer.it 140 cm
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Die Firma HABICHER mit Sitz in St. Valentin ist eines der führenden Holzbauunternehmen im Vinschgau. Seit über einem halben Jahrhundert werden immer wieder neue Produkte und Geschäftsfelder gesucht. HANDWERKERZONE 85 · 39027 ST. VALENTIN Tel. +39 0473 634648 · info@habicher.it www.habicher.it · www.funclimbing.it
HABICHER HABICHER HOLZBAU HABICHER P H O T O V O LTA I C S HABICHER FUNCLIMBING
HOLZBAU: Seit zirka 20 Jahren hat sich die Firma HABICHER auf das realisieren von Gebäuden in Holzbauweise spezialisiert. Diese Bauweise kann vor allem durch die schnelle Bauzeit und das gelebte Wohnklima punkten. Ein nicht zu unterschätzender Einsatzbereich sind Sanierungen bzw. Aufstockungen. Der hier gewonnene Mehrwert an Wohnfläche und somit Gebäudewert ist erheblich.
FOTOVOLTAIK: In den letzten Jahren hat sich die Firma HABICHER auch in diesem Sektor schlau gemacht und die Fotovoltaik Anlage konnte so Hand in Hand mit dem Holzbau erworben werden. In letzter Zeit hat die Rentabilität dieser Anlagen wieder zugenommen und ist Somit nach wie vor ein interessantes Produkt im Hause HABICHER. KLETTERTURM: Das jüngste Kind im Hause HABICHER ist ein schlüsselfertiger Kletterturm, welcher in wenigen Stunden an Ort und Stelle errichtet werden kann. Der vom TÜV Austria zugelassene und auf acht Routen bekletterbare Turm erfreut Jung und Alt. Der Turm bietet den Hotels die Möglichkeit, ihr bereits großes Freizeitangebot um eine Attraktion reicher zu machen.
stilvoll – praktisch Die elegante Verschmelzung von stilvollem Design und praktischer Handhabung entfaltet sich in diesem Modell – optimal geeignet für den Speisesaal. Stuhl: Modell 6015 Buche, Ahorn, Kirsch, Eiche, Lärche, amer. Nuss
www.stuhl.it
Thöni Josef GmbH Prad am Stilfserjoch info@stuhl.it Tel. 0473-616243 Fax: 0473-616734