
ISBN 978-3-95954-192-3 Alle Rechte vorbehalten.
Verlag Jörg Mitzkat Holzminden, 2025 www.mitzkat.de
Dirk Meyhöfer und Michael Koch
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ISBN 978-3-95954-192-3 Alle Rechte vorbehalten.
Verlag Jörg Mitzkat Holzminden, 2025 www.mitzkat.de
Dirk Meyhöfer und Michael Koch
Altstadterneuerung von 1967 bis 2017 mit einem Epilog zur Landesgartenschau NRW 2023
Im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins der Kernstadt Höxter e.V.
Verlag Jörg Mitzkat
Von der mittelalterlichen „Villa Hucxori“
1.
Die Siedlung wächst rasant im frühen Mittelalter
2. Vom hohen zum späten Mittelalter: Emanzipation und Autonomie der Bürgergemeinde
Kirchtürme prägen die hochmittelalterliche Silhouette Weserstrom, Straßennetz und Bachläufe bilden das Skelett der Stadt Stadtsiegel und Stadtrat – Einstieg in die Selbstverwaltung Städtische Autonomie im späten Mittelalter Der Fernhandel verliert an Umfang und Bedeutung
3. Reformation, Gegenreformation, Krieg: Zerstörung des sozialen Gemeinwesens aus dem Mittelalter
„Teutscher Krieg“ 1618–1648 in Höxter
4. Von der Säkularisationszeit bis zum Zweiten Weltkrieg 52 Eingliederung in das Königreich Preußen Auf- und Abschwung – Kriege und die Folgen im 20. Jahrhundert Nachtrag und Vorgriff: Höxter und die archäologische Forschung
1. Prelude (bis 1967): Die Zerstörung der Altstadt beginnt erst nach dem Krieg 78 Moderates Wachstum und der Wunsch nach Mobilität
2. Das Auto gibt nun den Maßstab an und verursacht Flächensanierung und Tabula Rasa .............................................. 84 Wie auch Höxter unter die Räder kam – wenn zwischen Fluss und Stadt wenig Platz ist
Zum Vergleich: das Beispiel meiner Geburtsstadt Herne in Westfalen Von Beginn an: Die Bürgerschaft in Höxter war mit der autogerechten Innenstadt nicht einverstanden!
3. Die Deilmann-Planungen für die Sanierung der Altstadt Höxter und die Diplomarbeit von Johann Dieckmann an der TU Berlin ............................ 90
Der Architekt Harald Deilmann
Die spezifische Planungssituation des Bindestrichlandes NRW in den 1970er-Jahren
Beton vertreibt Fachwerk: Die Diplomarbeit von Johann Dieckmann und die Folgen Aufteilung der Sanierung der Altstadt Höxter in fünf Phasen
Ein Brief von Harald Deilmann
Johann Dieckmann und der Beginn einer bürgernahen Planung in Höxter
4. Das verlorene Narrativ: Die Architektur in der Phase der Flächensanierung ist modern, aber langweilig
Auf dem Weg zu einer humaneren Altstadterneuerung seit Ende der 1970er-Jahre Zaghaftes Umdenken, erste Veränderungen
5. Der Innenstadtverkehr wird prekärer: Die Bewohner beginnen sich immer energischer zu wehren
Dieckmanns Konzept geht auf: Ohne Bürgerinitiativen kein „Wunder von Höxter“!
Aus der Bürgerinitiative der frühen 1970er-Jahre wird ein Bürgernetzwerk des Widerstandes gegen die Verkehrsplanung und ihre Folgen
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6. Geburtsschein für das „Wunder von Höxter“: der Entwicklungsplan von 1984 122
Weniger Abbruchbagger, dafür mehr Weiterbau
Neue Männer und Frauen braucht das Land Potemkin oder neuer Pfad in die erfolgreiche Stadterneuerung?
7. Nach der Wende: Aufschwung in das 21. Jahrhundert, städtebauliches Entwicklungskonzept 2009 und integrierte Stadtplanung ................
Faszination Kleinstadt: Kümmerer um Altstadt und Welterbe werden gesucht
Lernen von Studierenden
Noch einmal wird der Marktplatz umgebaut
Das Thema Transformation gewachsener Kleinstädte
1. Eine Stadt ist nie fertig, insbesondere, wenn neue Kräfte übernehmen 178 Festivalisierung als Chance für die Stadtentwicklung?
The Winner is: Ein Team aus Berlin, Franz Reschke
2. Ein neues Narrativ für die Altstadt:
Keine Fachwerkstadt mehr, sondern eine moderne alte Stadt 188 Ende gut, alles gut?
Alles klar auf der Andrea Doria?
Interview I: Vom Kahlschlag zur Reparatur ......................................
Dardo Franke und Gerd Gottlieb im Gespräch mit Dirk Meyhöfer
Zwei Planer aus Höxter
Die 1970er-Jahre: Fluch der autogerechten Stadt
Ein Mythos namens Deilmann
1980er-Jahre: Wundersame Bekehrung zur ruhigeren Entwicklung Bürgerbeteiligung Step by Step
Interview II: Den Ein uss der Zivilgesellscha stärken! .........................
Interview mit Johann Dieckmann aus Hagen; Diplom-Ingenieur und Bauassessor Stadtbaurat a.D. und Architekt/Stadtplaner
von Julia Gogrewe, Baudezernentin der Kreisstadt Höxter
Liebe Höxteranerinnen und Höxteraner, liebe Leserinnen und Leser,
erstmals im Jahre 823 als villa hucxori erwähnt, zählt Höxter nicht nur zu den ältesten Städten in Norddeutschland, sondern weist auch seit 2014 mit dem Kloster Corvey unter dem Titel „Das Karolinge Westwerk und die Civitas Corvey“ die Anerkennung zum UNESCO-Welterbe auf.
Dieses Buch befasst sich allerdings vom Schwerpunkt her mit den städtebaulichen und Stadtentwicklungsherausforderungen ab etwa 1967: Flächensanierung, Minderung der Wohn- und Lebensqualität durch das Verkehrsau ommen in der Altstadt, beginnende Altstadt ucht, schließlich neues Nachdenken über die Erneuerung der Altstadt und Verkehrsberuhigung.
Als Höxteraner Kind der 1970er- und 1980er Jahre habe ich im Stadtbild sowohl noch die damaligen Anfänge der Flächensanierung, aber vor allem den Prozess des Umdenkens, ausgelöst durch das europäische Denkmalschutzjahr 1975 sowie aktive Bürgerbewegung miterlebt. Nun wurde der Bestand gep egt, wo früher zerstört wurde. Eine neue Kultur der Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung begann. Auf Basis des Städtebaulichen Entwicklungsplans von 1984 wurde sodann die behutsame und erhaltende Stadterneuerung eingeläutet, die die weitere Vernichtung von erhaltenswerter Bausubstanz zum Stoppen brachte und somit unter anderem erreicht hat, dass die historische Altstadt von Höxter heute durch einige der bedeutendsten Gebäude der Weserrenaissance geprägt wird.
Das vorliegende Buch stellt nicht allein die baulichen Veränderungen von Höxter dar oder die Dokumentation von Zahlen und Daten. Vielmehr erzählt es die Geschichte von Menschen, generationenübergreifen-

den Initiativen und einer Stadtgemeinscha , die gemeinsam Ideen und Planungen entwickelt, mutige Entscheidungen getro en und sich mit Herzblut für diese und somit die Stadtentwicklung von Höxter eingesetzt hat. „Das Wunder von Höxter“ ist ein Spiegel der Stadtgeschichte, ein Schatz an Erfahrungen und ein Impulsgeber für die Zukun . Gerade in einer Zeit, in der Städte vor Herausforderungen wie zum Beispiel dem demogra schen Wandel, der Klimaanpassung, Digitalisierung und Integration neuer Bürgerinnen und Bürger stehen, wird deutlich, wie wertvoll das Wissen um erfolgreiche Stadterneuerung und Bürgerbeteiligung ist. Wir stehen kün ig gemeinsam vor der Aufgabe historische Identität und Moderne, Denkmalschutz und Innovation, soziales Miteinander und wirtscha liche Entwicklung miteinander zu verbinden. Dieses Buch versteht sich als Wegweiser und Mahnung zugleich: Es spornt uns an, Bewährtes weiterzuführen und Neues mutig zu wagen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Baudezernentin von Höxter
Julia Gogrewe
von
Norbert Drews, 1. Vorsitzemder des Heimat- und Verkersvereins der Kernstadt Höxter e.V.
Mit großem Stolz und tiefer Verbundenheit mit unserer Heimatstadt Höxter schreibe ich als Vorsitzender unseres bedeutenden Heimatvereins diese einleitenden Worte zu einem Buch, das weit mehr ist als eine bloße Chronik der vergangenen Jahrzehnte. Es ist ein lebendiges Zeugnis des Zusammenspiels von Tradition und Wandel, von Bewahrung und Au ruch – und nicht zuletzt ein Ausdruck jener bürgerscha lichen Kra , die Höxter immer ausgezeichnet hat, die in unserem heimatbewussten Verein kulminiert.
Als in den 1960er-Jahren der Prozess des größten Stadtumbaus aller Zeiten in dieser alten Stadt begann, haben nur wenige geahnt, welch radikalen Wandel unsere Stadt erleben würde. Aus den engen Gassen und den vom Zahn der Zeit gezeichneten Fassaden ist nach mehr als fünf Jahrzehnten ein genialer Ort erwachsen, der o en ist für die Herausforderungen und Chancen der Gegenwart, aber dessen Charakter und Wurzeln erkennbar bleiben. Das genau ist eines der Ziele unseres HVV.
Unser Heimatverein hat sich stets als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukun verstanden. Wir haben Zeugnisse der Geschichte bewahrt, uns für die Denkmalp ege eingesetzt und zugleich neue Ideen begrüßt, die Höxter lebens- und liebenswerter gemacht haben. In enger Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung, Wirtscha und engagierten Initiativen haben wir dazu beigetragen, dass der Erhalt des einmaligen Stadtbildes nicht im Widerspruch zur modernen Entwicklung steht.
Dieses Buch würdigt die Erfolge, dokumentiert Herausforderungen und erzählt die Geschichten von Menschen, die mit Herzblut und Tatkra das Bild unserer Stadt geprägt haben. Es erinnert uns daran, dass Stadterneuerung mehr ist als architektonischer Wandel – sie ist ein kontinuierlicher Prozess, der von Gemeinscha , Verantwortung und Heimatliebe lebt.

Der Heimat- und Verkehrsverein von Höxter hat zusammen mit seinen beiden Vorstandmitgliedern Michael Koch und Dr. Dirk Meyhöfer einen hohen Aufwand bei Recherche und Sichtung der Quellen geleistet. Und: Das Beste kommt wie immer zum Schluss: Wir wurden bei diesem wichtigen Projekt großartig von der Zivilgesellscha in Höxter – also von Privatleuten, Institutionen und Gewerbetreibenden – unterstützt.
Das bedeutet in diesem Fall viele Bürger und Firmen, die eine besondere Beziehung zur Altstadt besitzen, dort leben oder ihr Gewerbe betreiben. Sie haben verstanden, wie wichtig das Herz der Stadt Höxter für das gesamte Corveyer Land ist!
Vielen Dank dafür!
Hiermit legen wir den ersten Band mit Foto- und Textessays vor. Ein zweiter Band als handlicher Architekturführer wird im nächsten Jahr folgen. Möge die Lektüre dieses Werkes dazu anregen, sich weiterhin für das Wohl Höxters und seiner Bewohner und Bewohnerinnen einzusetzen, und möge sie jene inspirieren, die in der Stadterneuerung nicht nur Veränderung, sondern auch eine große Chance zur Identitätssti ung und Zukun sgestaltung sehen.
Höxter, im Dezember 2025
Der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins der Kernstadt Höxter e. V. Norbert Drews
von Dr. Dirk Meyhöfer
Liebe Heimatfreunde und Heimatfreundinnen!
Ja – dieser Titel provoziert: Das Wunder von Höxter? Nach dem Horrorhaus und der unbrauchbaren Weserbrücke jetzt endlich ein Wunder? Wo, wann, wie? Wundersam, wunderbar, wunderschön, die deutsche Sprache hat viele wundervolle Wörter. Ein Wunder kann frei nach dem Duden unterschiedlich aufgefasst werden. Als Wunder das außergewöhnlich, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widerspricht und deshalb der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Krä en zugeschrieben wird. Soweit würde ich nicht gehen, ich habe eher ein kleines Wunder beschreiben mögen, das große Bewunderung, großes Staunen erregte, weil es so nicht erwartet worden war. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Eine Stadt zu erneuern, ja zu transformieren, das war am Ende des 20. Jahrhunderts fast überall in Deutschland notwendig. Sie dafür allerdings in wesentlichen und eben auch typischen Teilen abreißen zu wollen, klingt unlogisch, vielleicht sogar zynisch. So geschah es aber in Höxter und vielen deutschen Städten. Das Wunder ist nun schlicht der Tatbestand, dass der Flächenbrand ein schnelles Ende fand.
Die entscheidende Frage war dann für mich, die nach dem Datum, an dem alles begann. Meine Antwort lautet 1967. In diesem Jahr wird das Büro Prof. Harald Deilmann (1920 - 2008) aus Münster o ziell beauftragt, ein Sanierungskonzept für die Altstadt zu entwickeln. Für mich ist es das Datum des Anfangs. Allerdings haben die Überlegungen, hat die Flächensanierungseuphorie schon viel früher begonnen, auch für Harald Deilmann. Auf Wikipedia heißt es: „Harald Deilmann zählt zu den bedeutenden Architekten der Nachkriegsmoderne in Deutschland. Sein Nachlass liegt im Baukunstarchiv NRW in Dortmund. Zu seinem 100.
1URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Deilmann; Aufruf 28.12.2023. 2Meyhöfer/Koch/Hampel 2018.
Geburtstag erarbeiteten das Baukunstarchiv NRW und Baukultur Nordrhein-Westfalen zusammen mit der TU Dortmund die Ausstellung „Harald Deilmann – Lebendige Architektur“, die im Baukunstarchiv NRW in Dortmund (2021) sowie im LWL-Landeshaus in Münster (2022) zu sehen war. In der Schri enreihe des Baukunstarchivs NRW ist ein gleichnamiger Ausstellungskatalog erschienen.“1
Der Architekt, Diplom Ingenieur und Hochschulprofessor Harald Deilmann, und das steht nicht erst mit diesem Buch fest, war in Westdeutschland der 1960er- bis 1980er-Jahre eine Lichtgestalt des Bauens. Er besaß 1989 sogar die Chuzpe sich in die Liste derjenigen einzureihen, die sich von Andy Warhol haben porträtieren lassen. In der erwähnten Ausstellung und Buchverö entlichung erfährt man allerdings so gut wie nichts über Deilmanns Tätigkeiten in Höxter, was erstaunlich ist, denn wären Deilmanns Pläne verwirklicht worden, wäre sinnbildlich kein Fachwerkbalken in seiner ursprünglichen Konstellation am ursprünglichen Ort verblieben.
Da ich während meines Studiums in den 1970er-Jahren immer wieder mit diesem Architekten konfrontiert war und dessen Arbeiten wie die meisten meiner Kommilitonen sehr geschätzt habe, später zu tun hatte mit Sohn und Architekt Andreas Deilmann, der sein Erbe verwaltet, beschloss ich herauszu nden, welche Bedeutung Harald Deilmann für Höxter hatte.
Etwa um 2017, eben 50 Jahre nach Beginn der Sanierung, dankte nicht nur die alte beteiligte Planergeneration in Höxter ab, sondern ich hatte auch beschlossen, zusammen mit meiner hier geborenen Frau Dorothee zurückzukehren und mich gegebenenfalls als Stadtforscher in der Weltkulturerbe-Stadt nützlich zu machen. 2018 erschien mein erstes Buch für das Welterbe Corvey zusammen mit Michael Koch2. In den Jahren 2017 – 2019 dur e ich dann mit meinen Hamburger Stadtplanungsstudierenden drei Projekte zu Höxter durchführen. Die Großstadtstudentinnen und -studenten waren begeistert von Höxter. Mein persönliches Interesse war geweckt, herauszu nden, wie alles zustande gekommen war, was noch zu sehen ist. Seit 1978 bin ich in dieser Stadt immer wieder anwesend gewesen, seit 2016 haben wir einen festen Wohnsitz. Am 17. Mai 2021 war meine Promotion zur Hamburger HafenCity mit dem Ausstellen der Urkunde beendet worden. Wenig später begann ich mit dem Projekt „Wunder von Höxter“.
Mitten in der Pandemie. Allerdings gestaltete es sich schwierig, außerhalb des HVV Sponsoren zu bekommen. 2022 wurde ich o ziell zum Ortsheimatp eger der Kernstadt Höxter bestallt, was der Recherche geholfen hat, nicht der Finanzierung. In Höxter waren die Signale jetzt ausschließlich auf Planung und Durchführung der Landesgartenschau und der dazu gehörigen Infrastrukturmaßnahmen gestellt. Für andere Projekte gab es weder o ene Ohren noch Unterstützung. Hätte es nicht
seit 2022 einen o ziellen Verleger mit Jörg Mitzkat aus Holzminden gegeben, der stets die Ruhe bewahrte, hätte das Projekt scheitern können. Denn nach der Landesgartenschau war „vor der Gartenschau“, die Stadt Höxter schlitterte in eine Haushaltssicherung, die allgemeine nanzielle Situation war desolat.
Das Buch Wunder von Höxter hat aber kein Verfallsdatum und deswegen haben wir kontinuierlich weiter geworben, geschrieben, fotogra ert, Daten eingesammelt und bringen nun das Buch heraus, mit einigen Änderungen. Ursprünglich wollten wir mit dem Jahr 2017 und einem Interview mit der damaligen Baudezernentin Claudia Koch schließen. Sie hat Höxter nach nur sieben Jahren verlassen, was für höxtersche Baudezernenten eine kurze Zeit ist. Wir haben beschlossen, an das Ende des Buches eine kurze Einschätzung der Jahre 2017 bis 2024 zu stellen, in denen sehr viel passiert ist. Außerdem möchten wir prüfen, wie zukun sfähig die Stadtentwicklung Höxters ist.
Und, das ist die gute Nachricht: Es werden gleich zwei Bücher. Das Material war so üppig, die Fundstücke so vielfältig, so dass sich die Herausgeber entschieden haben, den Sto aufzuteilen.
Band I ist der Feuilletonband, beschä igt sich in Wort und Bild mit den Menschen und Hintergründen in der Zeit um die Jahrtausendwende, die bewirkt haben, was wir heute erleben dur en. Wir ho en, dass wir ein wenig mehr Licht in die Diskussion um Höxters Altstadt bringen können. Michael Koch hat dazu kurz und prägnant die 1200 Jahre Stadtgeschichte zusammengefasst, wie sie das Stadtbild beein usst und geprägt haben. So wie es bisher mit dem Schwerpunkt Stadtbild nicht verö entlicht worden ist.
Ich habe mir erlaubt als Stadtforscher und Stadthistoriker aus dem Material Schlüsse zu ziehen, so wie sie für mein Arbeitsleben und meine Herkun (Westfalen, Ruhrgebiet) schlüssig erscheint. Es ist meine Meinung, aber sie hat keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit: Ich freue mich auf eine fruchtbare streitbare Diskussion um Höxters weitere Zukun .
Der Band II befasst sich streng geordnet als Architekturführer mit den Bauten in der Altstadt. Und er beschreibt die Besonderheiten der einzelnen Quartiere. Vorgestellt werden etwa 100 Häuser. Einmal Kirchen, Adelshäuser und verbliebene Fachwerkherrlichkeiten aus dem Mittelalter und der Hochrenaissance, zum anderen die Sanierungs- und Neubauprojekte, die seit den 1970er-Jahren die Altstadt prägen.
Es hat einmal ein sehr anspruchsvolles Projekt in Höxter zur Stadtgeschichte gegeben, von dem nur die ersten beiden Bände über das Mittelalter erschienen sind3, für weitere Bände und die notwendige Forschung fehlt das Geld. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem zweiteiligen Werk zur Stadtentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg einen wesentlichen Beitrag zur jüngeren Stadtgeschichte leisten.
3König/Rabe/Streich 2003; Koch/König/Streich 2015.
Einen ausführlichen Dank mit der Liste möglichst aller Unterstützer wird am Ende von Band I ausgeführt. An dieser Stelle geht unser Dank an die Personen, ohne die diese Bücher nicht hätten fertiggestellt werden können:
An Norbert Drews, den 1. Vorsitzenden des HVV, ohne dessen Ideen und Anschub nanzierung ich gar nicht hätte anfangen können.
An Hans-Werner Gorzolka, den Vater aller Heimatschützerinnen und Heimatschützer im Corveyer Land, der mir immer wieder Tipps gab, wie man in Ostwestfalen auch mit viel Idealismus nicht strauchelt.
An meinen Mitherausgeber, den Historiker und Archivar der Stadt Höxter Michael Koch, der dieses Buch zwar immer wieder systematisch verzögert hat, weil täglich neue Quellen auszuwerten waren, aber dadurch diese Publikation einzigartig geworden ist.


Das Bild der Stadt Höxter ist sich prinzipiell über viele Jahrhunderte treu geblieben. Mit der gediegenen Erzählung einer historischen Fachwerkstadt am nördlichen Rand des deutschen Mittelgebirges. An einem großen Fluss – mit einer der ersten Brücken im Weserraum. Einschnitte gab es immer wieder. Besonders hart und radikal im Dreißigjährigen Krieg. Danach entstand das Höxter der Neuzeit im Preußentum. Der erste „Fotoessay“ ist ein nostalgischer Reigen als Führer durch die 1200-jährige Geschichte von Höxter.
D.M.


Abb. 1 (oben): Gesamtansicht der Stadt Höxter von Süden, wie sie 150 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg sich herausgeprägt hat. Es dominieren die beiden Kirchtürme von St. Kiliani, die die Zerstörungen überlebt hat. © Wigand 1819, Frontispiz, Stadtarchiv Höxter.
Abb. 2 (unten): St. Nikolaikirche und Dechanei, die zu den wichtigsten Profanbauten Höxters zählt und zu den noch vorhandenen Adelshöfen, Stadtsitzen des Landadels, hier ursprünglich im Besitz der Familie von Amelunxen. Holzschnitt von Fritz Röhrs, 1936. Repro Stadtarchiv Höxter.

3: Ansicht der Dechanei, frühes 20. Jahrhundert. © Stadtarchiv Höxter.

Abb. 4: Charakteristikum für das alte Höxter - die Bäche, hier Grube, Anfang des 20. Jahrhunderts. © Stadtarchiv Höxter Sammlung Hermann Krekeler.
