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EDIT ORIAL Impressum: Herausgeber und Geschäftsleitung: VANGARDIST MEDIEN OG Carlos Gómez & Julian Wiehl Chefs vom Dienst: Laura Tondolo & Timon B. Schaffer Presse und Marketing: Christiana Ogunfojuri Redaktion: Michael Auer, Rian Hessen Timon B. Schaffer, Ricardo Tovar, Laura Tondolo Gastautoren: Daniel Diriwächter, Rubén Gallo, Damien Hunter, Carolina Montejo, Steffen Westermann Lektorat: Jay Bannmuller Übersetzung: Jay Bannmuller, Laura Tondolo Fotografie: Gian Maria Gava, Julian Laidig Leitung Fotostrecke: Viktorija Bozic Styling: Mirza Sprecakovic Grafische Gestaltung: Verena Stummer Videoschnitt: Cristóbal Hornito Herzlichen Dank an alle, die durch ihren unermüdlichen Einsatz diese Ausgabe möglich gemacht haben. Danke auch an: Maja Ferizovic, Christoph S. & Johannes G. (Body & Soul), Bernd Serafin Thaler (Place Models), Stephan R. (Mother Agency), Stephan Wiesinger (Next Company) VANGARDIST MEDIEN OG Mariahilferstraße 101/23 – 1060 Wien, FN 340476


Liebe Vangardisten! Die Jahreszeit bringt sie mit sich: die Lust zum Feiern, im Freien zu sein, sich von seiner Schokoladenseite zeigen zu wollen. Genau dieser Lust sind wir nachgegangen! Von der besten Seite zeigen sich nicht nur unsere Models, sondern auch Wien – zu sehen im CITY-BOYS-Shooting. Mit den Accessoires und Schuhen des NEWCOMER OF THE MONTH kann man sich in Szene setzen und die Reiseartikel zu Buenos Aires und Stockholm versorgen euch wie immer mit Insidertipps. Aber da das Leben ja nicht nur aus Jux und Tollerei besteht, widmen wir uns auch ernsteren Themen des Lebens und gehen Ängsten, Krankheiten, Verboten nach. Manchmal muss man, wie das beim INTERVIEW MIT EINEM ESCORT der Fall ist, ein wenig zwischen den Zeilen lesen, manchmal liegen die Fakten offen – etwa dann, wenn jemand von der persönlichen Angst vor einem HIV-Test erzählt. In andere Zeiten entführt unser Fotoshooting LES MECS AU HAMMAM – und veranlasst vielleicht zum Träumen. Ganz bestimmt bieten euch unsere Musiktipps HÖRT DAS! und das KYLIE-SPEZIAL die Möglichkeit, in andere Welten einzutauchen. In Feierlaune kommt ihr sicherlich auch nach Lektüre unserer CELEBRATE-Rubrik „Upcoming“ oder bei den Extraberichten über das CIRCUIT FESTIVAL in Barcelona sowie die FÊTE BLANCHE-Tour in Österreich. Viel Freude beim Lesen und einen schönen Sommer wünschen euch Laura & Timon und das VANGARDIST-Team.


Radar

Vangart

GELD. MACHT. LIEBE.

KYLIE MINOGUE

Auf Achse

Fassade

STOCKHOLMSYNDROM

LES MECS AU HAMMAM Celebration

Fassade

CITY BOYS

CIRCUIT FESTIVAL

Auf Achse

Vangart

I LOVE ROSA MOSABUENOS AIRES DESIGN


IN DEX RADAR – Heiliger Homo! 8

Das Christentum und die Homosexualität

– Geld. Macht. Liebe. 14 FASSADE – Fotoshooting: Les mecs au Hammam 24 – Fotoshooting: City Boys 52 – Einkaufsrubrik: Accessoires 92 – Romeo&Julian 48 AUF ACHSE – Stockholm-Syndrom 70 – I love Buenos Aires 82

Brenne, mein Herz für dich!

VANGART – Hört das! 102 – Doing Stefan in Vienna 110 – Kylie als Göttin des Dancefloors 96 – Newcomer of the Month: Rosa Mosa 104

Designrevolution mit Ursprungsschuh

BALANCE – Gefühlschronik vor dem ersten HIV-Test 42 SERVICE – Everything we like 81

Organic Haircare

CELEBRATION – Upcoming 124 – Fête Blanche 116 – Circuit 120


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RADAR

©flickr-midiman2

© flickr-beggs

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HEILIGER HOMO! Kaum eine Religionsgemeinschaft ist auf so vielen Ebenen mit Homosexualität konfrontiert – und ignoriert gleichgeschlechtlich Liebende so leidenschaftlich – wie die katholische Kirche. Gleichermaßen, wie es innerhalb des Christentums eine Vielzahl verschiedener Richtungen und Strömungen gibt, verhält es sich mit den unterschiedlichen Standpunkten und Meinungen gegenüber Homosexualität in den verschiedenen Ausformungen der Religion.


TEXT: MICHAEL AUER

Das Christentum und die Homosexualität Die Bibel bildet das zentrale Fundament für die Lehre des Christentums, wobei deren Auslegung stark zwischen den unterschiedlichen Kirchen variieren kann. Sie ist aus zwei Teilen aufgebaut, dem Alten und dem Neuen Testament. Ersteres stimmt, abgesehen von einigen wenigen Details, mit dem jüdischen Tanach überein (siehe Issue 4). Das Neue Testament enthält einerseits Berichte vom Leben Jesu (in den Evangelien), Schriften über die frühen Kirchen (in der Apostelgeschichte) sowie andererseits auch Briefe der Apostel (den Gesandten Jesu) und die Offenbarung des Johannes, besser bekannt als Apokalypse.


Hierbei handelt es sich um einen Brief von Paulus

Missionar schrieb: Korinth war eine in der antiken Welt von Promiskuität geprägte Stadt, in der Tempelorgien Teil des Götzendienstes und des vorherrschenden Fruchtbarkeitskultes waren. Diese Stelle des Neuen Testaments ist nicht nur eine der wenigen, in denen Homosexualität thematisiert wird – sie ist auch die einzige in der gesamten Bibel, in der lesbischer Sex vorkommt. Die unterschiedlichen christlichen Religionsgemeinschaften decken ein sehr breites Spektrum, von erzkonservativen bis hin zu liberalen und progressiven Sichtweisen über Homosexualität, ab.

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Homosexualität im Neuen Testament

von Tarsus, einem Missionar des Urchristentums, der an die Hauptstadtgemeinde Rom gerichtet und in Korinth verfasst wurde. Die klar ablehnende Haltung gegenüber schwulen und lesbischen Sexualpraktiken sollte im gesamten Kontext betrachtet werden. Das Im Römerbrief, einem Teil erste Kapitel des Rödes Neuen Testaments, merbriefes handelt von steht geschrieben: „[…] den Beobachtungen des denn sowohl ihre Weiber Paulus über Menschen, haben den natürlichen welche sich gegen Gott Gebrauch in den unnaentschieden haben – türlichen verwandelt, als folglich nicht um Chrisauch gleicherweise die ten, sondern vielmehr Männer, den natürlichen um Andersgläubige und Gebrauch des Weibes Heiden. verlassend, in ihrer Woll- Weiters wichtig ist die lust zueinander entbrannt Lokalität, aus der der sind, indem sie Männer mit Männern Schande trieben, und den gebührenden Zorn ihrer Verirrung an sich selbst empfingen“ „(Röm. 1,26).“

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Der innere Kampf der Katholiken

den Missbrauchsskandal in der Römisch-katholischen Kirche – Homosexualität mit Pädophilie. Auch der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng sorgte im Mai 2010 für Furore, als er „homosexuelle Netzwerke“ innerhalb der Kirche ausmachte.

Mit etwa 1,15 Milliarden Mitgliedern ist die Römisch-katholische Kirche nicht nur die größte Gemeinschaft innerhalb des Christentums, sondern Hingegen eine etwas auch die größte religiöse liberalere Sichtweise Gruppierung der Welt. vertritt beispielsweise Während für Katholiken Toni Faber, Pfarrer des die bloße homosexuelWiener Stephansdoms, le Neigung noch nicht welcher 2006 anlässlich als sündhaft gilt, ist der des Valentinstages einen vollzogene gleichgeWortgottesdienst für schlechtliche Sexualakt alle Liebenden jeglicher ein schweres Vergehen. sexueller Orientierung feierte. Paare konnten im Doch auch innerhalb Anschluss ihre Partnerdieser Religionsgemeinschaft segnen lassen – schaft gibt es verschie- wenngleich auch mit der denste Positionen zu Einschränkung, dass Hodiesem Thema. So vermosexuelle nur einzeln knüpfte im April 2010 gesegnet wurden. der amtierende Kardinalstaatssekretär des Vatikans, Kardinal Tarcisio Bertone – bezogen auf


Kirchliche Trauung für gleichgeschlechtliche Liebende? Im Gegensatz dazu verurteilen vor allem konservative evangelikale Kirchen in den Vereinigten Staaten Homosexualität als verwerflich. Besonders die größte protestantische Kirche in den USA, die Southern Baptist Convention mit rund 16,2 Millionen Mitgliedern, negiert diese Form des Zusammenlebens und forciert die traditionelle Mann-Frau-Familie.

©flickr-jneatphotol

Reformierte Kirchen mit einer im Allgemeinen progressiven Haltung gegenüber gleichgeschlechtlich Orientierten sind beispielsweise manche Landesgruppen der Evangelischen Kirche in Deutschland oder die Evangelische Kirche mit Helvetischem Bekenntnis in Österreich. Letztere führte bereits 1998 als erste Religionsgemeinschaft in Österreich die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ein. Selbiges vollziehen unter anderem auch manche Kantonalkirchen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, die Protestantische Kirche in den Niederlanden oder die skandinavischen Volkskirchen. In der Svenska kyrkan, der evangelisch-lutheranischen Staatskirche Schwedens, sind seit 2009 auch kirchliche Trauungen möglich.

©fflickr-Christian Haugen

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Konservative vs. Progressive Die orthodoxen Kirchen wie auch die Zeugen Jehovas lehnen Homosexualität als Sünde ab. Im Gegensatz dazu stehen die westeuropäischen Altkatholiken, welche gleichgeschlechtlichen Paaren positiv gegenüberstehen und diese auch segnen. Die anglikanische Kirchengemeinschaft hingegen ist in dieser Frage gespalten. Während sie in den Vereinigten Staaten mit der Weihe von Gene Robinson als ersten schwulen Bischof eine durchwegs positive Haltung vertritt, wird Homosexualität in Entwicklungsländern von dieser christlichen Glaubensgemeinschaft abgelehnt. Aufgrund der großen Bandbreite der christlichen Tradition kann die Sichtweise gegenüber Homosexualität nicht subsumiert werden. Ausschlaggebend hierbei ist einzig die Interpretation der Bibel durch die verschiedenen Religionsgemeinschaften. Oftmals leider gilt

gleichgeschlechtlich Lebenden und Liebenden keine christliche Nächstenliebe, sondern lediglich Hetze und Verachtung. In vielen liberalen Kirchen hingegen scheint die Toleranz auch wirklich allen Menschen entgegengebracht zu werden.


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RADAR


Ein offenes Gespr채ch 체ber Prostitution TEXT UND FOTOS: STEFFEN WESTERMANN


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„Ja“, kommt es von seinen fein geschwungenen, karmesinroten Lippen, an einer Zigarette saugend. Stille, fragender Blick – was macht ihn so sicher? Die mandelfarbenen Augen, die weichen, ideal geschnittenen Gesichtszüge, die gerade abfallende Nase, der modische Bubi-Schnitt, der ernste, leicht blasierte Blick, der jugendliche, sanft-athletische Körper, wenn er sein Hemd abstreift?! Nein, er ist nicht der vollkommen schöne Tadzio, ich bin nicht Gustav von Aschenbach und das Setting ist nicht „Der Tod in Venedig“. Mir gegenüber sitzt die „Life’s a bitch“-Version in Berlins monumentaler Frankfurter Allee. Bitch gleich Callboy gleich Stricher? „Nein, absolut nicht, ich habe meinen Wert als Escort, das ist was andres“, verwahrt sich „David“. Ein Pseudonym, mit dem der 23-Jährige für sich auf Gayromeo wirbt. „Ich verkaufe meinen Körper, habe aber meine Würde. Es gibt Kunden, die ich zum Essen begleite, die sich manchmal nur unterhalten wollen.“ Wer bist du? Ein spezieller sozialer Dienstleister? „Ja, so was in der Art, eher ein Körperarbeiter“, kommt lächelnd die Antwort.


Körperarbeiter! Unterhalter! Dienstleister! Das klingt nach Spaß, Abwechslung, guter Tat – und gilt sicherlich für die wenigsten männlichen Prostituierten in Deutschland. Es ist vielmehr ein Mythos, eine romantische Vorstellung, geschaffen in verkitschten Romanen wie „Die Wanderhure“ oder schwülstigen Filmen wie Fassbinders „Querelle“. Viele Escorts kommen seit den 90ern verstärkt aus Osteuropa. Meist treibt sie die Not zum Anschaffen – ohne

jegliche Aura der Romantik à la „Männer für gewisse Stunden“. Dafür mit psychischem Stress, Angst vor Gewalt und Geschlechtskrankheiten. Etliche sind hetero- oder bisexuell. Die Stricher unter ihnen treffen ihre Kunden noch klassisch in Bars, an Bahnhöfen oder in Parks. Und sie sind weiterhin die Mehrheit. Der Edel-Escort ist in der Minderheit. Nach Angaben von Hilfseinrichtungen wie Marikas in München oder Subway in Berlin steigt die Zahl der anschaffenden Jungs

stetig an. Allein in der deutschen Hauptstadt sollen nach jüngsten Schätzungen rund 3000 Männer ihre Dienste an den Mann bringen. Die meisten treiben es nur temporär, viele als Nebenerwerb, um sich über Wasser zu halten oder sich zusätzlich zum Beruf etwas zu gönnen. Für die wenigsten ist es „Berufung“, der alleinige Broterwerb, dem sie so lange nachgehen, wie ihre körperlichen Reize wirken. Prostitution ist eine „männliche Erfindung“ – genauso wie das


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liebe Geld! Wie viel verlangst du? „100 Euro die Stunde“. Was leistest du dafür? „Alles, was der Kunde will, was er sich vorstellt.“ Alles? „Na ja, keine Schmerzen...“ Was heißt das konkret? Sein Blick schweift ab, raus auf den Friedrichshainer Boulevard. Noch ein Zug an der geschätzt sechsten Zigarette seit Beginn unseres Gesprächs. „Keinen harten SM, keine Schäden beim Kunden, Safer Sex.“ Kunde klingt sehr geschäftsmäßig, distanziert. „‚Freier‘ ist so wie ‚Stricher‘, es passt nicht zu mir. ‚Kunde‘ trifft es am besten. Ich mache nur einen Job, der Typ bekommt eine Dienst-

leistung. Das ist es.“ Okay, Dienstleister, was ist dein USP? „USP?“ Ja, dein Alleinstellungsmerkmal, was zeichnet dich aus? Ein weiterer Schluck aus der Kaffeetasse, ein weiterer Blick aus dem Fenster: „Ich gehe auf die Kunden ein, ich erfülle ihre Wünsche. Das kann ich heute besser als mit 18.“ Mit 18?! „Ja, in meiner Lehre und danach hab ich wenig verdient, bin dann über Bekannte zum Escort-Job gekommen. Ich kann es zeitlich gut einteilen und die Kunden aussuchen.“ Dann hast du auch Kunden, die dir Spaß machen? „Klar, mit einigen ja, mit anderen nicht so.“ Wer auswählen kann, hat


Macht. Hast du Macht? Was für ein überlegener Blick, ein fast maliziöses Lächeln umspielt seine Lippen: „Ja, ich kann den Kontakt jederzeit beenden. Ich kann die Richtung bestimmen, die Häufigkeit der Dates.“ Je mehr, desto besser! „Nein, ich hab noch ein Privatleben und manche Kunden wollen gleich am nächsten Tag noch mal, das mache ich nicht.“ Wieso? „Produktverknappung“ erhöht den Marktwert? „Ja, kann man so sagen. Ich will nicht beliebig verfügbar sein.“ Bist nicht du selbst beliebig, deine Haltung, deine Seele? Mich trifft ein verärgerter Blick, ein strafendes Nein: „Über-

haupt nicht, die Kunden fühlen sich wohl bei mir, sie können sich fallen lassen... Sie bekommen Abstand vom Alltag, meiner Seele schadet es auch nicht. Ich hab es selbst auch schon gemacht...“ Gemacht? Mit einem Escort?! „Ja, kein langes Herumsuchen, einfach und schnell.“ Du bist jung, attraktiv, das überrascht! „Vielleicht erst mal schon, aber zu mir kommen ja auch bunt gemischt Männer, jünger, älter, auch gut Aussehende.“ Wie alt war dein jüngster Kunde? „18, übergewichtig und ängstlich. Er hatte einen Gutschein von Freunden zum Ge-


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burtstag für einen Escort bekommen. Nach zwei Underberg war er gefasster.“ Und zufrieden? „Ich denke schon. Er hat das bekommen, was er wollte – mich anbeten.“ Das klingt ausgefallen. „Er wollte meinen Körper bewundern, mich berühren und sich dabei befriedigen.“ Fast schon eine Huldigung, ein Fetischisieren – wie bei einem religiösen Akt. „Fetische spielen beim gekauften schwulen Sex eine große Rolle. Das können Objekte sein, der Sexarbeiter selbst bzw. Teile von ihm.“ Teile? „Ja, von A wie Augen bis Z wie Zehen“, kommentiert der Kunst- und Kulturhistoriker Dr. Scott Budzynski von der Universität Gießen. Das kann doch auch beim kostenlosen Sex wichtig sein. „Schon, aber es gibt Freier, die ihre geheimsten Fan-

tasien nur mit Escorts ausleben können. Vielleicht spielt der Partner zu Hause nicht mit, es zu unterdrücken bringt auf Dauer nur Frustrationen, so nimmt der sexuelle Dienstleister eine Ventilfunktion ein. Viele spielen ganze Inszenierungen durch.“ Inszenierungen? „Ja, das kann zum Beispiel in der SM-Welt bis zum Nachahmen der Passion Christi gehen. Oder Freier, die einfach aus Zeitnot ihre Sexu-


alität mit einem Escort ausleben.“ Prostitution als Entlastungsfunktion für eine triebgestaute Gesellschaft?! „Doch, ja, entlastend, kurzzeitig befreiend, aber eben auch Kulisse, ohne echte Gefühle. Jedoch dominiert eine große Heuchelei dieses Phänomen. Geprägt von den christlichen Kirchen, die traditionell ein doppeltes Spiel spielen: Verdammung und heimliche Duldung. Dabei gab es immer wieder glamouröse Karrieren wie jene der Theodora von Byzanz: von der Edelhure zur Kaiserin, kirchlich abgesegnet. Wenn sich aber Männer an Männer verkaufen, ist die Empörung besonders groß. Das hängt auch mit der nicht völligen Akzeptanz von Homosexualität in der Gesellschaft zusammen. Es ist kein Problem, wenn ein junger Typ

seine ersten sexuellen Erfahrungen im Bordell macht. Geht ein gleichaltriger Schwuler zu einem Escort, stößt er oft auf Ekel: ‚Ist er so hässlich, dass er dafür zahlen muss?‘“, so Budzynski. Alles eine einzige Scheinwelt?! „Lass dich mal verzaubern“ – das ist das Motto deines Escort-Profils. Ein bisschen hoch gegriffen? „Ne, ich schaffe schon im besten Fall eine Illusion. Für ein, zwei Stunden oder mal eine ganze Nacht tauchen meine Kunde in Fantasiewelten mit mir ein.“


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ist für dich Liebe? „Alles. Der Mensch, Aussehen, Wie im Theater oder Charakter, Sympathie, Ausstrahlung.“ Und wenn es Film. „Ja, und dafür zah- einen Kunden trifft? „Trifft? Du meinst, wenn er sich len die Leute auch Geld. in mich verliebt?“ Ja, zum Beispiel. „Dann unterbinEs laufen Filme im Kopf de ich den Kontakt, das bringt ihm und mir nichts.“ ab, bei mir ja auch.“ Wer Und wenn du dich in einen Kunden verliebst? „Kam geht dir dann durch den noch nicht vor, aber interessanter Gedanke.“ Der Kopf? „Typen, mit denen Gedanke erregt dich? „Ja, doch, ich bin auch nur ich privat Spaß habe, ein Mann.“ Ex-Freunde.“ Arbeitest du auch als Escort, wenn du in einer Beziehung lebst? „Nein, ist mir zu stressig.“ Stressig? Nur das, oder doch auch wegen der Liebe – und was


BE A VANG ARTIST Wir suchen dich! VANGARDIST sucht VANGARDISTEN DU bist Journalist, Fotograf, Model, Grafiker, Illustrator, Filmemacher, Musiker oder einfach so kreativ tätig? Deine Werke haben mit Männern oder Homosexualität zu tun? WIR präsentieren deine Arbeiten in unserem Magazin! Für mehr Informationen schreib eine Email an: redaktion@vangardist.com


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FASSADE

LES MECS AU HAMMAM

Produktion f端r VANGARDIST Speziellen Dank an: Kaiserbr端ndl Fotograf: GIANMARIA GAVA, Assistent: MICHEL Produktion: VIKTORIJA BOZIC Styling: MIRZA SPRECAKOVIC, Make-up: MAJA FERIZOVIC Models: STEPHAN R. (Mother Agency), STEPHAN WIESINGER (Next Company)


Tuch gesehen bei CAMILLE BOYER Kette / GEORGE RUSALIN Shirt / CHRISTINA BERGER Kette / GEORGE RUSALIN


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Hose & Schal / EVA BLUT


Weste / EVA BLUT


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Tuch gesehen bei CAMILLE BOYER Kette / GEORGE RUSALIN Lederg端rtel / EVA BLUT Shorts / PALMERS VINTAGE


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Shirt / CHRISTINA BERGER Kette / GEORGE RUSALIN Shorts / PALMERS VINTAGE


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Shirt gesehen bei CAMILLE BOYER Hose / H&M Kette / GEORGE RUSALIN


Jacke / IDEN BY DRITAN K. Shirt / PALMERS VINTAGE Kette / GEORGE RUSALIN


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Weste / EVA BLUT Shirt / IDEN BY DRITAN K. Armreif / GEORGE RUSALIN


Shirt / CHRISTINA BERGER Hose / PALMERS VINTAGE Kette / GEORGE RUSALIN


36 Kette / GEORGE RUSALIN Briefs / IDEN BY DRITAN K.


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Hose / HUGO BOSS Badehose / HUGO BOSS


Shirt / H&M Hose / PALMERS VINTAGE Badehose / IDEN BY DRITAN K.


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BALANCE


©aidshilfe-wien

Gefuhlschronik vor dem ersten HIV-Test TEXT: DANIEL DIRIWÄCHTER

Die Aufforderung zum HIV-Test nach ungeschütztem Sex ist Ehrensache der HIV-Prävention. Vergessen wird dabei der emotionale Aspekt. Sebastian* schob den HIV-Test lange vor sich hin. Die Angst davor konnte ihm niemand nehmen.

*Name von der Redaktion geändert.


Sebastian* steht zitternd vor dem Zürcher Checkpoint, einem Gesundheitszentrum für schwule Männer. Er hat einen Termin für den HIV-Test. Lange hat Sebastian diesen Moment hinausgezögert. Er hatte ungeschützten Sex, befand sich in sogenannten Risikosituationen. Die Angst vor dem Resultat ließ ihn die letzten Monate nicht mehr los. Sebastian liebte das Leben und war in der Welt zuhause. Er war ein hübscher, junger Mann. Und hübsch sein bedeutete Sex im Überfluss. Auch der Alkohol floss.

©flickr-Andreas Duess-Fife House Campaign

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Später kamen Drogen hinzu. Eines Tages wachte Sebastian auf und es dämmerte ihm, dass er die Safer-Sex-Regeln in den Wind geschlagen hatte. Nicht nur einmal, einem Plakat der Aidssondern viele Male. AIDS Hilfe Schweiz. Das war war plötzlich so nahe. Sebastian, vielleicht. Eine ohnmächtige Angst überkam ihn. In einer solchen Situation fand sich nicht nur Sebastian wieder. Auch wenn sich das Kondom mittlerweile etabliert hat, wird es doch gerne vergessen. HIV macht Angst, zu Recht. Einige Präventionsmaterialien zeichnen denn auch ein düsteres Bild: „Denk daran, jeder sechste Schwule in der Szene ist HIV-positiv!“, stand auf

Die zweite Botschaft Die Prävention arbeitet meist mit der Botschaft, welche AIDS als tödliche Krankheit darstellt – was sie nach wie vor ist. Sicher, man betont die Therapieerfolge. Dennoch denken noch immer viele, dass eine positive Diagnose einen schnellen Tod bedeutet.


©cndy rottermann

Die Botschaft für HIVPositive ist jedoch eine andere. Tatsache ist: Eine Infektion gilt in unseren Breitengraden mittlerweile als chronische, behandelbare Krankheit. Die antiretroviralen Therapien sind heute oft so erfolgreich, dass ein relativ normales Leben geführt werden kann, wenn auch mit gewissen Einschränkungen.

dem Gedanken an den Test an. All seine Ängste spielten sich ans Limit und er vereinbarte einen Termin beim Checkpoint. Selbstverständlich anonym.

Für Sebastian war HIV aber ein Todesurteil. Er hatte panische Angst, welche er immer wieder verdrängte. Bis er sich einer anonymen Beratungsstelle telefonisch anvertraute. Die Aussage war klar: Unwissenheit schadet mehr als ein positives Resultat. So freundete sich Sebastian mit

*Name von der Redaktion geändert.


©cndy rottermann

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Der HIVSchnelltest Die Furcht vor dem HIV-Test kann auch ein schwules Gesundheitszentrum nicht nehmen. Noch immer wird bei einer Aufforderung zum Test jene so schwierig zu überwindende Angst unterschätzt, die sich vor einem Befund unweigerlich einstellt. Der Checkpoint hat dafür ein wirksames Instrument in der Hand: die Beratung. Ein Test ist immer mit einer solchen verbunden – vorher und nachher. Sollte weiter das Resultat positiv sein, so wird dieses nur persönlich mitgeteilt. Neue

Termine stehen an. Der warten müsse. Es sind Patient wird aufgefangen. jedoch nur 20 Minuten. Augenblicke voller NerNun ist Sebastian bereit. vosität. Aber er hatte sich Er fühlt sich in guten Hän- das anders vorgestellt. den und lässt sich einge- Länger und mit einer hend über seine Situation schlimmeren Prognose. beraten. Der Übergang zum eigentlichen Test, Dann das erlösende dem in der Schweiz übli- Resultat: Sebastian ist chen Schnelltest, verläuft HIV-negativ. Während fließend. der vergangenen drei Monate hatte er keinen Ein Tropfen von SebasSex mehr gehabt, das tians Blut reicht aus, Resultat des Schnelltests um das Ende der Unist daher sicher. Ein neugewissheit einzuläuten. er Anfang wartet auf ihn. Ursprünglich dachte er, Auf Kondome will er nie dass er auf das Ergebnis mehr verzichten. mindestens einen Tag


BECOME A FAN

werde ein Fan von VANGARDIST!


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FASSADE

Bestellen auf: www.romeo-und-julian.com


ROMEO & JULIAN Da soll noch jemand sagen, dass Kapuzenpullis und T-Shirts langweilige Basics sind! Das Hamburger Modelabel Romeo & Julian beweist das Gegenteil. Die „Twin-Kollektion“ der Marke, die extra für schlanke Jungs designt wurde, ist nicht nur von Zweisamkeit, sondern auch von den Nichtfarben Schwarz und Weiß inspiriert. Wer es etwas bunter haben möchte, der findet bestimmt was in der „Same-Kollektion“. Da sind T-Shirts und Hoodies in Candycolours erhältlich. Wenn es nach dem Designer geht, sollte jeder junge Mann und zumindest dessen Boyfriend mindestens ein Teil von Romeo & Julian besitzen – zum Sammeln, Lieben, immer wieder Anziehen und Tauschen.


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! n e r e i r t er regis


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FASSADE

CITY BOYS

Produktion f端r VANGARDIST Fotograf: JULIAN LAIDIG Produktion: VIKTORIJA BOZIC Styling: MIRZA SPRECAKOVIC Make-up: MAJA FERIZOVIC Models: CHRISTOPH S. & JOHANNES G. (Body & Soul), BERND SERAFIN THALER (Place Models)


Hemd / USEABRAND Shirt und Kappe / STARSTYLING BEI CAMILLE BOYER Shirt / H&M Kette / WALTER VAN BEIRENDONCK


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Shirt und Jacke / CHRISTINA BERGER Guertel und Lederarmbaender / DUKES FINEST VINTAGE ARTISAN Schuhe / ROSAMOSA Tasche / PRADA


Jacke / USEABRAND Shirt / STARSTYLING BEI CAMILLE BOYER


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Hemd und Kette / H&M Kummerbund / ARTPOINT Hose / MODUS VIVENDI


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Shirt / GESEHEN BEI WOODWOOD Sonnenbrille / JEREMY SCOTT Hose / H&M Schuhe / PUMA


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Jacke / USEABRAND Shirt / STARSTYLING BEI CAMILLE BOYER Leggings / CHRISTINA BERGER


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Hemd / H&M Briefs / VIKTOR UND ROLF FOR H&M Shorts / GESEHEN BEI WOODWOOD


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Shirt / COMME DES GARCONS BEI WOODWOOD Jacke / H&M Hose / MODUS VIVENDI


Schal / MESHIT BEI CAMILLE BOYER Shirt / H&M Hose / MODUS VIVENDI


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Shirt / STARSTYLING BEI CAMILLE BOYER Schal / ARTPOINT Hose / MODUS VIVENDI Overall / GESEHEN BEI WOODWOOD Diakette / STYLIST OWN Shirt / USEABRAND Schal / ARTPOINT Hose / MODUS VIVENDI


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AUF ACHSE

TEXT: DAMIEN HUNTER


72 STUNDEN – 3 TAGE – EIN WOCHENENDE. HIER VERGEHT DIE ZEIT WIE IM FLUG. DAS FREUNDLICHE „HEJ HEJ“ DER ATEMBERAUBEND HÜBSCHEN, JEDOCH GLEICHZEITIG UNGEWOHNT DISTANZIERTEN SCHWEDEN KLINGT IN MEINEN OHREN, ALS ICH IM FLIEGER GEN HEIMAT SITZE.

©flickr-plindberg

DIE STADT IM HOHEN NORDEN HAT’S MIR ANGETAN – IN NUR EINEM WOCHENENDE WURDE ICH TROTZ UNTERKÜHLTEN SKANDINAVIERN IN STOCKHOLMS BANN GEZOGEN


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REKAPITULATION Was habe ich eigentlich alles gemacht? Viel und doch nicht einmal annähernd genug, um behaupten zu können, die Stadt wirklich in- und auswendig zu kennen. Wie denn auch in nur drei Tagen? Freitag angekommen, gelangte ich vom Flughafen bequem mit dem Flygbussarna-Bus direkt ins Zentrum. Von dort ging’s mit der U-Bahn weiter ins Hostel. Das übrigens mehr an ein Ho-

tel erinnert hat – so eine luxuriöse Jugendherberge wie das Fridhemsplan habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

NORDISCHE SCHÖNHEIT Ich werfe mein Gepäck aufs Bett und mache mich schon wieder auf den Weg – schließlich bin ich nicht hier, um im Zimmer zu vergammeln. Schon in der U-Bahn fallen mir die gut geklei-

deten Jungs und Mädels auf – nicht nur sind die Menschen hier oben hübscher als zu Hause, sie kleiden sich auch besser. Kein Wunder, denn die Shops führen hier anscheinend einfach stilvollere Klamotten. Als ich von der zentralen Station Slussen über die Einkaufsstraße Götgatan schlendere, zieht es mich gleich mal zu WEEKDAY, der Marke, zu der auch Cheap Monday mit seinen bekannten Skinny


©Flickr-jonzeta-Stockholm‘s Blues

Jeans zählt. Und staune nicht schlecht, als ich sehe, dass dort CheapMonday-Modelle bereits ab umgerechnet 5 € zu haben sind!

TEURER SPASS Wahrscheinlich sind die Schweden deshalb so dünn, weil sie nichts essen – denn das ist um einiges teurer als in Deutschland. Zwar bekommt man meist zu einer Hauptspeise einen

Salat oder eine Suppe dazu, aber die Preise haben’s trotzdem in sich. Das Muggen ist aber dennoch ein schniekes Lokal, das Essen schmeckt super. Von dort geht’s weiter zum königlichen Schloss – ein bisschen Sightseeing muss ja sein. Nach weiterem Shoppingvergnügen bei Topman, Urban Outfitters, Acne und Tiger of Sweden in der Innenstadt geht’s zurück zur Unterkunft – ausruhen

und fürs Weggehen herrichten.

NACHTAKTIV „Egal zu welcher Jahreszeit – uns kann’s nicht zu kalt sein zum Partymachen“, lasse ich mir von einem hübschen Blonden aus Göteborg erklären. Ich steige wieder bei Slussen aus und gehe in den Club „Kolingsborg“, wo mir das „Paradise“ versprochen wird – eine eindeutige Übertrei-


©flickr-Avodrocc

„Moderna Museet“ auf der Insel Skeppsholmen – schön gelegen, tolle bung, wie sich herausKNÄCKEBROT? Ausstellungen. Von den stellt. Viel Eintritt gezahlt Meisterwerken berauscht (wie immer in schwediDer Samstag steht ganz taumle ich zurück ins schen Clubs, habe ich im Zeichen der Kultur: Zentrum Norrmalm zur mir sagen lassen), einen Am Vormittag erkunde königlichen Oper, die viel zu teuren Cocktail ich das VASA-Museum auch ohne Sänger beeingetrunken und, nach– das übrigens auf Ködruckt – die Operabaren dem sich der Club um 2 nig Gustav Vasa zurück- besticht mit hauseigener immer noch nicht gefüllt geht und nicht auf das Patisserie und entführt hatte, wieder heim. Knusperbrot –, dann das einen in die Zeit um 1900.

©flickr-Michael Cavén

©flickr-Michael Cavén

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AUSGEHEN, DIE ZWEITE

Getränke waren leider genauso teuer wie am Abend zuvor, dafür war die Bude voll und die Abends gebe ich dem Stimmung ausgelassen – Stockholmer Nachtleben dann noch mal eine da nimmt man es umso lieber in Kauf, einen Chance – zum Glück, Longdrink für 12 EURO denn die Nacht war suzu schlürfen. Der Abend per! Diesmal wählte ich wurde lang, die Nacht den Club „Zipper“ aus, der mir empfohlen wurde kurz, der nächste Morgen folgte unweigerlich und wo mich mehrere und zwang mich grauDancefloors und gute sam, den letzten Tag in Musik erwarteten. Die

Stockholm zu genießen, anstatt ihn im Bett zu verbringen.

KATERPROGRAMM Die verdunkelte Sonnenbrille rettet mich an dem strahlend schönen Tag, den ich im Freiluftmuseum und Skansen-Park verbringe. Eine Reise durch die ©flickr-vodrocc


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Geschichte des Landes und die frische Luft helfen meinem Kreislauf, wieder in Schwung zu kommen – den Tierpark mit nordischen Gattungen kann ich dann sogar schon wieder ohne Kopfschmerz und Schwindelgefühl genießen. Zwischen schwedischer Geschichte und Abflug

hab ich noch ein wenig Zeit, also schaue ich noch bei „Beyond Retro“ vorbei. Ja genau, bei der Second-Hand-Kette, die es auch in London gibt. Dort hätte man mich wohl als Kind gewaltsam rauszerren müssen, doch in der jetzigen Verfassung stelle ich lediglich fest, dass Second-Hand

einfach nichts für mich ist. Alles in allem jedoch zufrieden (und müde!) begebe mich zum Flygbussarna und verlasse die Stadt, die Legenden wie Alfred Nobel, Greta Garbo oder ABBA-Mitglied Benny Andersson zu ihren Söhnen und Töchtern zählt.


©flickr-Michael Cavén ©lickr-seier+seier-erik gunnar asplund


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AUF ACHSE TEXT: CAROLINA MONTEJO

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BUENOS AIRES Brenne, mein Herz für dich!

©flickr-Christian Haugen


When I was asked to write an article about 72 hours in Buenos Aires, I must admit, I had my doubts, and then thought how hard it would be to give such a limited view of a city where I lived for quite longer than that. My thoughts only lead me to a nostalgic yet happy scenario, one where all the places that I lived and all the cafes where I sat appeared asking for a little longer to describe themselves, like characters from a Julio Cortazar novel. >


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©flickr-eflon

WHAT BUENOS AIRES STANDS FOR Buenos Aires is cold and crisp in the winter, a perfect setting for the casual elegance of the tall, thin people that walk down Recoleta, Buenos Aires’s richest neighborhood, an extraordinary place with historical buildings and fine boutiques that offer designer products and Italian coffee. But the truth is – Recoleta, although graceful in its cold spirit, is not the hangout spot that I recommend the most. Nevertheless, it is a part of the city that speaks for the history of what once was, a place of wealth and silence, a muteness that allows claxons, buses and dog barks to blend in and fade inside the walls. THE FOUR SEASONS At this point of my writing, I have discovered that the best way of continuing my version of Buenos Aires is to do so as the seasons go, and I find it’s

only natural given that the city mutates and reinvents itself with a strong sense of weather, as the pop culture Argentine song from the late 80s says: Nos divertimos en primavera y invierno nos queremos morir („We have fun in the spring and in the winter we want to die“). SPRING And so with this opening chant I move on to a Buenos Aires that revives in the spring, blossoming with flesh that lies on every park searching for the perfect tan, regardless of age and sex. If at least two of the total 72 hours in Buenos Aires are spent in one of Palermo’s beautiful parks, streets or plazas, one can be sure to take home a hint of the sexual, candid, yet casual manner of the porteños as they walk, proud of their looks, while looking at no one themselves. (But don’t let them fool you, they are packed with desire.)


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CUSTOMS/HABITS The night falls and the bohemian street fairs, designer shops, bookstores and restaurants prepare themselves for the very long night the Bonairenses are used to, starting with late steak dinners around 10.30.They soon work their way into the depth of the darkness looking for nightclubs and bars (prepare to lose track of your hours since being in Buenos Aires means doing as the locals do). Long parties end with the sunrise and

a lot of Fernet, the most popular Argentine drink, made with a mix of bitter herbs and cut with a splash of dark cola, a cocktail that resembles the dark and stormy handsomeness of the men that walk down the streets with their slightly messy hair and rock star attitudes. Men that talk at you with a great deal of perversity in their eyes follow you down the streets and whisper dirty pick-up lines at you – even in most saintly places. While I seek for more visual memories


FALL The perfect time to visit if you are feeling romantic is the fall; a time when

B.A. has a wild-eyed temper that still leaves room for a vibrant city in the night. Alternative concert spaces like CAFF in Boedo offer the essence of tango with a contemporary twist and an underground scene, or the Thelonious jazz club in Palermo as it packs up with a young hip crowd, that becomes the best way to warm up with a glass of Argentina’s famous red wine.

> Šflickr-Gustavo Minas

to share I get a gaze of the reflection that my T-shirt makes on the computer screen, without any conscience at all I discover my thoughts have fooled me into wearing a precious souvenir, a big red heart shines in the middle sitting proudly next to an I and a B.A., and so I think: Is Buenos Aires lovable?


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THE AFTERHOUR Later on, any neighborhood from San Telmo to Puerto Madero traces out interesting possibilities, electronic music and other trendy concerts like Club Niceto, after parties like the ones in Pasha across the lines of Costanera, designer bars in Palermo like Yellow bar, posh after-offices in Barrio Norte like Gran Danzon, monumental

gay clubs like Amerika that present great shows and theme parties, or the gay-straight vintage lounge Kim y Novak. All options that are mere guidelines for the fresh discoveries one can make while skipping along the tight streets, at the same time flirting with beautiful men that are always hot for a tourist.


©flickr-Christian Haugen

IMPRESSIONS THAT MAKE THE HEARTBEAT ACCELERATE

A time that makes the big red shape of my I heart Buenos Aires T-shirt beat… and beat>again.

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©flickr-Christian Haugen

While the sun still shines the city catches the attention of tourists and locals with live music and dancing on the streets of Caminito, San Telmo, Mataderos, and Recoleta, each one made for diverse likings. San Telmo was one of my favorite spots for weekend day life, there was something about the international crowd, the tiny antiques set on fabric down the never-ending street of Defensa, the vintage dresses hanging on old poles, the sexy fashionable people buying sunglasses and drinking beer…


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©flickr-jglsongs

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©cndy rottermann

WINTER So the seasons change, the mood varies, and the skin swings between semi-nakedness, couture, and rain boots. And in the end, Buenos Aires remains a city hard to accustom to in the long run, but a great traveling spot that makes 72 hours go by fast enjoyably and unforgettably if one decides to be bold.

flickr-Christian Haugen

©flickr_blmurch

LOVE GOES THROUGH THE STOMACH The restaurant market can be both embraced and explored beyond. Although Argentina is known for its extraordinaire red meat market, there are many other interesting places with diverse flavors and trendy settings to hang out in during the slow time of both day and night. Tai, Japanese, Scandinavian, Colombian, Peruvian, pescetarian, and of course, Italian, but if you like rare meat, there are many parrillas that will serve you the very traditional Bife de Chorizo that will fill you with a violent energy and a hot “mood” that will prepare you for some wicked dancing later on in the night.


SUMMER

An image pops into my head: cold wine in the company of such little clothing that it could be mistaken for a twisted version of heaven in hell. Although similar to spring, summer has a way of making moods tempting and untouchable at the same time, so be sure to hydrate in order to keep with the city and its drive. Most locals decide to leave for the nearby beaches, leaving B.A. less than empty but just as ready to be explored. Pool parties, picnics and long lunches under huge umbrellas make the panorama; there’s energy, light, beauty on display, and after all… Everyone’s been waiting for the leaves to fall, for the flowers to bloom, for the cold cutting air to chap up their lips just to get back to this time, and you just have 72 hours, so make your choice and let the city do the rest.

©flickr-Christian Haugen

And it is with this hotness that I move on to the last season: summer, the sweaty, sticky delight that is B.A. when nights turn short and lingering days take over lazy bodies.


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VANGART

ツゥEMI Music LTD_Video Stills1

KYLIE:

Gテ傍TIN DES DANCEFLOORS TEXT: TIMON B. SCHAFFER


©cndy rottermann

It’s the truth and it’s a fact, I was gone and now I’m back, beschreibt Kylie ihr Comeback treffend im Titeltrack der neuen CD, „Aphrodite“.

mer für mich da war, der mein Fels war, im Kampf gegen den Krebs“, so Kylie.

Workaholic Scheinbar unberührt von den gesundheitlichen und emotionalen Tiefschlägen der vergangenen Jahre ordnete Kylie ihr Leben neu und stürzte sich in neue Projekte, anstatt in Depressionen, Medikamenten oder Alkoholsucht zu versinken. 2008 erschien ihr Studioalbum „X“, mit dem sie noch im selben Jahr auf Tour ging – bislang ihre teuerste

©EMI Music LTD_Video Stills1

Einige Schicksalsschläge musste die 1,53m kleine Stimmungskanone im Lauf ihres Lebens schon einstecken – von Kritikern zerrissen und totgeschrieben, von Medien initiierte Konkurrenzkämpfe mit ihrer Schwester sowohl auf privater als auch beruflicher Ebene – und letztendlich die Diagnose Brustkrebs im Jahr 2005. Nicht lange nach dieser belastenden Zeit wurde Kylie überdies von ihrem damaligen Partner Olivier Martinez verlassen, einem französischen Schauspieler, „der im-


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und längste, während der sie mit 120 Menschen im Schlepptau sieben Monate lang mit fast 80 Konzerten vier Kontinente bespielte.

©EMI Music LTD_Video Stills1


Kylie goes US Genau 20 Jahre nach Kylies allererster Tournee trat die stimmgewaltige Australierin erstmals in Amerika auf – 2009 begeisterte sie mit einem Potpourri aus ihren „Showgirl“- und „X“Tours ihre Fans von LA bis NY.

Global Love Seit etwa zwei Wochen hat wieder die gesamte Welt etwas von Kylie – ihre Comeback-Single „All the Lovers“ sorgt seit Mitte Juni international für Furore. Dieses Lied stellt die erste Single-Auskoppelung von Kylies mittlerweile elftem Studioalbum „Aphrodite“ dar, welches am

5. 7. bei Parlophone Records erscheint. Womöglich klingt die Platte deshalb so hitverdächtig, weil StarProduzent Stuart Price beim Mixdown der Songs seine Finger im Spiel hatte. Vielleicht aber auch, weil Kylie diesmal weitgehend auf Balladen verzichtet (die nun mal nicht ihre Stärken sind) und sich auf das konzentriert, was sie so richtig gut kann: tanzbare Musik für die Clublandschaft dieser Welt liefern.

What’s the point of living if you don’t wanna dance? Das fragt sich Kylie in „Better Than Today“, einem von Stuart Price mitproduzierten Song. Es scheint, dass die Sängerin nach dem eher schwa-


©EMI Music LTD_Video Stills

chen Album „X“ nun wieder zu sich gefunden hat. „Sie hat dieses gewisse Glitzern in den Augen“, erzählt Price von den gemeinsamen Studiosessions. Price ist übrigens auch verantwortlich, dass es diesmal eine „Continuous-Mix“-Version des Albums geben soll – was genau man sich darunter vorstellen darf, wollte der Produzent noch nicht verraten. Fazit ist: Kylie ist zurück und bereits die erste Single-Auskoppelung hat das Zeug dazu, Sommerhymne 2010 zu werden.

Dance... it’s all I wanna do – so won’t you dance? re Registried dich un as d gewinne lieneue Ky ! Album


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VANGART

hört das! Sismo LA MAGIA EXISTE Für Neugierige und Liebhaber der elektronischen Musik

SCISSOR SISTERS NIGHT WORK Nachdem ich mich in das Album von Bringt Bewegung in deine Sommerparty! Jonsy verliebt hatte (siehe VANGARDIST Issue #4), stieß ich beiläufig auf Die Scissor Sisters sind zurück! Nach diese kolumbianische Band, die, zu ihrer vierjährigen Pause bringt sie Ma- meiner positiven Überraschung, eidonna-Produzent Stuart Price zurück nerseits ähnlich wie Jonsy klingt, aber auf die Tanzfläche. Er pusht die Trup- andererseits auch wieder nicht. Nach pe mit allem, was zu Disko gehört. An- etwas klingt es jedoch ganz sicher: gefangen von Popsounds à la nach authentisch. Diese Band aus BoRobbie Williams bis hin zu den Fal- gotá nahm ihre letzte Produktion “La setthöhen der Bee Gees garantiert Magia Existe” in Los Angeles und in das neue Album stundenlanges Hüft- der kolumbianischen Hauptstadt auf. schwingen – Track für Track! Wenn ihr den Mainstream satt habt, go to amazon.com/ dann solltet ihr euch diese Band nicht entgehen lassen. Erhältlich auf iTunes. go to amazon.com/


TEXT: RICARDO TOVAR ÜBERSETZUNG: LAURA TONDOLO

Janelle Monae THE ARCHANDROID Let’s FUNK! Janelle Monae, der aufgehende Stern am Soul-Himmel, bringt nun ihr zweites Album “The Archandroid” heraus. In Kansas geboren, verschlug es sie nach New York mit dem Vorhaben, dort einer Theaterkarriere nachzugehen. Stattdessen fand sie den Weg ins Musikbusiness. Richtig begonnen hat ihre Karriere 2007 mit ihrer ersten Produktion, “Metropolis”, einer Sammlung von Suiten, die auch auf ihrem neuen Album zu finden sind. Eine sehr interessante Kombination von Pop, Rock ‘n’ Roll und anderen Einflüssen, zu der es Spaß macht zu tanzen oder einfach nur zuzuhören. Vorausgesetzt, man mag, dass es FUNKT. go to amazon.com/

Eric Whitacre CHORAL MUSIC Stoff für die Seele Ja, ein lebender Komponist, Eric Whitacre. Den richtigen Aufschwung erfuhr seine Karriere durch das von ihm erarbeitete Konzept des “virtuellen Chors”. Das Plattenlabel Naxos, auf dem das Album des Amerikaners erscheint, sagt über seine Musik etwa Folgendes: “Wundervoll ausgearbeitete, exitenzielle Eindrücke der Choralmusik”. Na, das macht doch neugierig auf mehr, oder nicht? Hört es euch an, ihr werdet es bestimmt nicht bereuen. go to amazon.com/


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VANGART

Rosa Mosa

Designrevolution mit Ursprungsschuh


TEXT: RIAN HESSEN FOTOS: TOKYO SHOWTCHIE KINOSHITA ALLE ANDEREN FOTOS: MANFRED VEIGL (LITTLESTAR.AT)


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Wie alles begann...

Z uruck zu den Wurzeln

Für die aktuelle KollektiBeide studierten Schuh- on haben sie den Blaudruck wiederentdeckt. design am Londoner Dieser galt früher als Cordwainers College, kennen gelernt haben sie „Kunst der armen Leute“, da meist Leinen damit sich jedoch nicht durch das Studium. Erst einem bedruckt wurde. Die Technik wurde schon im dieser Zufälle – einer alten Ägypten verwenTanzleisten-Erzeugung det, da sie den Stoff sehr – ist es zu verdanken, widerstandsfähig macht. dass Simone und Yuji Über die Jahrhunderte sich in London um ausund im Zuge der Indusgesonderte Tanzleisten trialisierung geriet diese (Schuhleisten für Tanzspezielle Drucktechnik schuhe) bemühten und jedoch in Vergessenheit. so aufeinandertrafen. Dort fingen die beiden 2001 damit an, Schuhe zu Früher oft als Drucktechdesignen, ihr erstes Paar nik in Österreich und wurde in Japan verkauft. Internationaler geht es wohl kaum. Was sie aber trotz dieser Tatsache ausmacht, sind Tradition und Regionalität.

Ungarn eingesetzt, versucht rosa mosa auch für die eigene Produktion, regionale Vorteile zu nutzen. Was bei einer fast ausgestorbenen Drucktechnik gar nicht so einfach war. Aber das macht die Philosophie der beiden Designer aus.

Das osterreichi Simone Springer un Es ist rosa - rosa mosa, u designt das multikulture Label Schuhe und A


Ihre Philosophie Gearbeitet wird mit unüblichen Stoffen, ungewöhnlichen Techniken und interessanten Mustern. Techniken und Materialien bestimmen den Designprozess oft wesentlich mit. Durch Verwendung bestimmter Rohstoffe werden gewisse Formen schon vorab festgelegt.

Die Inspiration für ihre Kollektionen suchen sie weltweit: Ideen für die aktuelle Kollektion stammen sowohl von japanischen Teppichen wie auch von verschiedensten ungarischen Designs. In Zusammenarbeit mit einem der letzten Blaufärber Österreichs entstanden so außergewöhnliche Schuhe aus indigogefärbtem Leder.

isch-japanische Designerduo nd Y uji Mizobuchi ist nicht pink. u m genau zu sein. Seit vier Saisonen elle Duo unter seinem gleichna migen Accessoires


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Osterreichs Paradesport als Inspiration

Für die kommende Herbst-/Winter-Kollektion diente Österreichs Paradesport als Inspiration. Österreich ist bekannt als Alpennation und Skiland. Einer unserer berühmtesten Skirennfahrer aus den 60ern, Toni Sailer, nahm – ohne es zu ahnen – Einfluss auf die Kreation der neuen Modelle. Die modischen Skioutfits der 60er standen Modell für die kommende Schuhsaison bei rosa mosa. Neben Tiroler Bergschuhen und bunten Kunststoffen standen Vintage-Materialien im Mittelpunkt. Und Österreichs multikulturelle Geschichte gibt noch einiges an „Stoff“ für neue Schuhe her.

Global trifft Lokal

Zurückbesonnen auf die schillernden 60er mit ihren Orientteppichen, wurde der arabischen Handwerkskunst zu neuem Glanz verholfen. Das lässt sich zwar zunächst etwas exzentrisch an, aber diese handgewebten Orientteppiche gehörten nun mal so sehr zum Lifestyle der 60er wie bunte Farben. Mann und Frau darf also gespannt sein, wie sich diese Designs in Schuhen manifestieren.

Das besondere Etwas Das Tollste an den Schuhen von rosa mosa: Jeder hat seine Geschichte. Die beiden Designer machen sich bei Farbe, Form und Material wirklich Gedanken und wollen etwas Einzigartiges schaffen. Nämlich Schuhe, die wirklicher Inspiration bedürfen, und keinen Schuhdummy, der in jedem Schuhladen zu erstehen ist. Sozusagen als Vorsatz für die Zukunft haben sich die beiden den Ausbau der Männerlinie vorgenommen. Mann darf also gespannt sein.


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VANGART

TEXT: RUBÉN GALLO

©flickr_stacy michelle


Doing Stefan in Vienna Where did we leave off last time? We were at a Viennese nightclub and I was chatting up a cutie named Stefan: a blond, twenty-year-old photographer with an impressive set of biceps, triceps, and quadriceps. He was attracted to writers and I was attracted to twenty-year-old blonds. It was all going quite well, and as a strategy of seduction


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I told him my next article for VANGARDIST would be all about him. “And,” he asked me, “what will you write about me?” “I’m not sure yet,” I told him, “I have to do some field research.” Eventually we decided to leave the nightclub – located on a sunken part of Vienna called the Tiefe Graben – and we started walking towards his apartment, in the tren-


©flickr-Ethan Prater

dy part of town behind the Volkstheater. After a night of barhopping and drinking Vodka Red Bull after Vodka Red Bull, I was quite buzzed but my twenty-year-old companion was completely… hammered, plastered, pissed, and drunk out of his mind. As we got closer and closer to his apartment, I began to have serious doubts about my research pro-

ject: what would happen once we crossed the threshold? What if this boy was too drunk to do anything? What if the night degenerated into an orgy of expectorated matter? What would I think the morning after? Unfortunately, I thought, no one has come up with “morning-after pills” for gay trysts gone awry.

Click. Twist. The door opened and we were inside his place: one of those vast Viennese apartments with hardwood floors and seemingly endless rooms. “Shhhh,” he signaled, “my roommate is sleeping.” I followed him into what I thought would be a bedroom but turned out to be the kitchen. Under the bright neon lights Ste-


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©flickr-bloggyboulga

fan seemed to have lost his looks. Sure, he was still twenty; he was still blond; he still had biceps and triceps and quadriceps; but he also had saggy bags under his eyes and a shaky pulse (no doubt from too many Vodka Red Bulls). As we stood near the refrigerator, he looked me in the eyes with a silly, drunken smile, and got closer to me, as if he were about to tell me a secret. It was then that

he whispered into my venturing into S/M terear: “I hope… you like… ritory, “I hope you like sushi.” fisting.” All of those I could handle… perhaps Sushi!? Sushi at four my ears were playing in the morning after a tricks on me and he had night of dancing, drinreally said “I hope you king, and flirting? Maybe like it cozy.” Buy then I had drunk more than I he said it again: “I hope thought and I was now [drunken pause] I hope hearing voices. Surely [another drunken pause] the boy had said soI hope you like sushi.” mething more sensible: It then occurred to me “I hope you like kissing,” that the boy could be for instance; or even so- referring to some new mething racier: “I hope sexual game I had never you like 69-ing” or even, heard of – a new invention from the age of Facebook and Twitter.


Perhaps it was a new, kinky position; perhaps it was an inventive practice (as in “doing sushi”: I’ll be the rice, you’ll be the salmon, and together we’ll roll). I was enjoying these mental images when – woe is me! –my adorable twenty-year old blond interrupted my reverie by opening the fridge door, taking out a plastic container, using two fingers to squeeze a California roll, and finally deposing it, dripping soy sauce, to his mouth.

“I hope,” he said as he chewed away, “I hup yu lik sush,” wasabi dripping from his luscious red lips, bits of rice bobbing up and down as he munched and munched… As I walked back to my hotel room, I thought of how I would have rather stayed with the image of Stefan at the nightclub: the hunky, sexy blond in a tight black T-shirt; the self-confident photographer. But – alas! – that sexy image had

been ruined forever and now whenever I thought of Stefan – oh cruel destiny! – my memory would invariably bring back smells of salmon roe and wasabi spread spilling out of the boy’s mouth. In the end, doing Stefan in Vienna was not the sexy adventure I thought it would be, so for my next article I’ll go back to reading… reading Sade in Burgundy.


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CELEBRATION

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e h c n a l B 0 2 e t e e F Wörtherse am ! TEXT: LAURA TONDOLO

R H E M M E L VON AL

DIE PARTY STEIGT AN 2 TAGEN: Eingeläutet wird die Großveranstaltung dieses Jahr durch einen VIP- und Charity-Event in der FABRIK am Donnerstag, den 22. 07. Mit diesem wird die Organisation „Make a Wish“ unterstützt. Weiters findet auch die Wahl zum Fête Blanche Model 2010 statt. Diese Wahl ist eine offizielle Vorwahl zur Miss Kärnten. Der Hauptevent findet nach wie vor

am Freitag, den 23. Juli statt. Für den Haupttag konnte, neben vielen anderen, auch Star–DJane Sarah Main engagiert werden. Sie ist Resident im weltberühmten Pascha-Ibiza und hat sogar eine eigene Radioshow. “NEUER“ ORT Der Veranstalter Dieter Kienberger und sein Team sind heuer auch noch für die Fête Blanche in Pörtschach zu-


VERBESSERUNGSMASSNAHMEN: „Zusätzlich zu unseren für heuer bereits getroffenen Verbesserungsmaßnahmen im Sicherheits- und Sanitärbereich sowie im Shuttledienst haben wir eigens eine Qualitätsmanagerin beauftragt. Diese Diesel Fuel for Life wird sowohl die Abläufe Homme Summer vor und nach der Veran75ml 50,00 staltung analysieren, aber vor allem am Abend und in der Nacht während der Fête Blanche sich ein genaues Bild von den getroffenen Maßnahmen machen und, wo nötig, Verbesserungsvorschläge ständig. Für diese hat sich Kienberger für das nächste Jahr ausetwas Besonderes einfallen lassen. Der arbeiten.“ COS Montecarlo-Platz und das Congress T-Shirt 19,00 Blazer 150,00 Center werden – abgesehen davon, dass sie ganz in Weiß gehüllt werden – nach einem besonderen Thema dekoriert. Man darf gespannt sein!

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UND ES GEHT WEITER.... Die Fête Blanche am Wörthersee ist aber nicht die einzige ihrer Art. Es gibt eine ganze Fête-Blanche-Tour. So findet beispielsweise in Wien (endlich mal wieder in der Hauptstadt!) am 07. 08. im Hotel Le Meridien die nächste Fête Blanche statt. Auch dort darf man gespannt sein, was uns erwarten wird. Eines ist jedenfalls schon einmal sicher: Tolles Ambiente und Partystimmung sind auf jeden Fall garantiert! Alle Tourstops, Fotos und andere Informationen findet ihr unter www.feteblanchegraz.at

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CELEBRATION

TEXT: CARLOS GOMEZ ÜBERSETZUNG: JULIAN WIEHL

! 0 1 0 2 t i u ER! S c S E r B H i C c NO D N U R E SS NOCH GRÖ


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Vom 31. Juli bis zum 8. August wird das größte Festival für Schwule und Lesben in Europa wieder Barcelona in Atem halten. Dieses Jahr erwarten uns 15 unglaubliche Partys, 20 Tagesevents und die dritte Wiederholung der legendären „Wasserparkparty“, einem ganzen Tag für Lesben und Schwule in einem Wasser-Abenteuerpark. Es wird eine Woche voller sommerlicher Ausgelassenheit. Das dritte CIRCUIT ist ein MUSS, das wir uns nicht entgehen lassen dürfen – dieses Jahr mehr als sonst! Denn 2010 erleichtert CIRCUIT mit einer ausgezeichneten Organisation und intensiven Besucherunterstützung den Festival-Aufenthalt. Das Einzige, worum wir uns kümmern müssen, ist unser Spaß. Zum Beispiel gibt es im offiziellen Festival-Hotel einen Empfang, an dem Partypässe und Informationen zum Festival ohne langes Anstehen verfügbar sind. CIRCUIT bietet diesmal auch einen Shuttle-Service mit mehr Fahrzeugen als sonst und eigenem On-board-Service für rasche Informationen auf der Fahrt zu den Locations.


OPENING PARTY

Samstag, 31. Juli DJs Phil Romano, Enrico Arghentini y Lidia Sanz Achtung: Wegen begrenztem Platz wird frühzeitige Ankunft empfohlen.

WATER PARK

Dienstag, 3. August Die größte schwule Freiluftparty von ganz Europa. Untertags vergnügt man sich im Wasserpark, am Abend wird open air zu Matinée All Star DJs gefeiert. OFFER NISSIM@RAZZMATAZZ – Donnerstag, 5. August Eine der saftigsten Partys des CIRCUIT Festivals. DJ-Star Offer Nissim und die CIRCUIT Boys heizen im berühmten und prestigeträchtigen Razzmatazz Club Barcelona ein.

MAIN PARTY

Samstag, 7. August Dieses Jahr liefert CIRCUIT ein Feuerwerk an Unterhaltung. Unvorstellbar spektakuläre Shows mit mehr als 20 professionellen Tänzern on-stage, dem genialen DJ-Set von Peter Rauhofer, einem Auftritt von Rebeka Brown und natürlich der besten Produktion im Hintergrund. Eine Party, die schon jetzt der Event des Jahres ist.

LA LECHE! BEACH PARTY

Sonntag, 8. August Der Überraschungshit von 2009 beim CIRCUIT Festival! Einfach ein MUSS! SUPERMARTXÉ@CIRCUIT FESTIVAL – Sonntag, 8. August Dies wird ein unvergessliches Datum werden. Zum ersten Mal in der Geschichte liefert CIRCUIT Festival „SUPERMARTXÉ“. Was könnte man über SUPERMARTXÉ sagen, das noch nicht gesagt wurde? Brilliant, sexy, potent,...


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CELEBRATION

TEXT: LAURA TONDOLO

g n i m Up-co Heiß, heißer, am heißesten… Lang hat er dieses Jahr auf sich warten lassen, aber endlich spiegelt sich der Sommer auch im Wetter wider. Die Temperaturanzeigen schlagen Kapriolen, und das scheint auch das Motto der Veranstaltungen zu sein…


25. Juli Nouveau Niveau: Tom Novy uber den Dächern von Berlin... extrem tanzbar, wach und cool

Für die schrägsten Partygeher: der Weekend Club, jeden Sonntag im GMF! Hier trifft sich alles und feiert ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden. Kein Geringerer als Tom Novy (Space-Resident auf Ibiza) bringt am 25. 07. die Stimmung und die Beats von der Playa d’en Bossa in den 12th Floor. Unterstützt wird er dabei von Super Zandy, zwei der besten GMFResidence-DJs, bei deren Set sich schon der ein oder andere Mann seines Hemdes entledigte. Lasst euch das nicht entgehen! Infos zur Veranstaltung und Club: www.gmf-berlin.de

© Ivan Paul

Berlin


©Verein Street Parade, ZÜRICH

rigucsh Zu t . Au

14 pirit Celebrate the s arade of the Street P Bereits zum 19. Mal findet am 14. August die Zürcher Street Parade statt. Dieses Jahr unter dem Motto “Celebrate the spirit of the Street Parade”, sollen damit die ursprünglichen Werte betont werden. Ab 13 Uhr beginnt an allen Bühnen die Warm-up-Party. Jeweils zu einer anderen Musikrichtung können die Besucher an 6 Haupt- und 30 fahrenden Bühnen feiern. Danach wird munter weitergefeiert, was bei einem DJ-Lineup, wie es die Street Parade zu bieten hat, auch kein Wunder ist. Heuer geben sich z. B. Eric Prydz (SWE), Paul Kalkbrenner (DE), Fedde Le Grand (NL) u. v. m. die Ehre. Obwohl schon 18 Mal veranstaltet, ist die Street Parade die Demonstration für friedliches und tolerantes Zusammenleben schlechthin. (JA! Die Street Parade ist eine Demonstration.) Es lohnt sich also! http://www.streetparade.com/

©Up Club

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ll a B Life : UP! Club 3 = UP! Club 1x1 + 1x on Special Red Ribb

Nein, kein Mathematikunterricht, sondern eine “Gleichung” dafür, was euch beim UP! Club diesen Monat erwartet: das “Red Ribbon Special”. Anlässlich des Life Balls lässt es sich der UP! Club nicht entgehen, mitzufeiern – und das gleich zweimal! 2.) die “MORNING Session”, als Afterparty zum 1.) die “NIGHT Session”: Life Ball. Natürlich auch im lutz - der club, aber Für all diejenigen, die nicht nur: Zum Feiern stehen den Partybesuchern keine Life-Ball-Karten nämlich zusätzlich noch lutz - die bar und eine ergattern konnten, im Chill-out-Area im Freien zur Verfügung. Egal ob altgewohnten lutz - der Frühstück, eine entspannende Auszeit im Freien club und oder Clubsound – alles da. Be part of it!


GEWINNE MIT VANGARDIST NACHTEULE ODER MORGENTÄNZER? Wir verlosen 3x2 Tickets für das UP! Club Life-Ball-Special im lutz - der club, wahlweise für die NIGHT- oder MORNING-Session! Registriere dich gleich auf VANGARDIST.COM und sende dann eine E-Mail an gewinnspiel@vangardist. com. Vergiss nicht, uns in der Betreffzeile mitzuteilen, auf welche Party du gehen möchtest – NIGHT oder MORNING. Viel Glück!


VANGARDIST Issue 6