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UZH Magazin 2/25

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Durchgestrichener Teil im Jahresbericht der UZH 1856.

RÜ CK S PI EG E L — 1856

Wildes Wintersemester Seit 2023 wird der Jahresbericht der UZH nur noch digital publiziert. Im Jahr 1856/1857 wurde er noch von Hand ge­ schrieben. Mit Papier wurde sparsam umgegangen und der Bericht wurde mit Streichungen der Erziehungsdirektion eingereicht. 1855 startete das damalige

Polytechnikum sei­ nen Betrieb. Die räumlichen Verhält­ nisse für die junge Hochschule waren prekär und Teile davon in Gebäuden der nur wenig älte­ ren UZH unterge­ bracht. Offenbar ent­ faltete das Zusam­ menkommen der jungen Männer im Wintersemester 1855/56 eine gewisse Dynamik. Es wird von mehreren «angeblich vollzogenen» Duellen berichtet, aber auch von nächt­ licher Ruhestörung, bei der «ein Bediens­ teter der Stadtpolizei erheblich verletzt wurde». Das Polytechnikum monierte via Presse, dass «die Verbindung mit den Studirenden der Hochschule un­ günstig auf die Disciplin der Polytech­ niker einwirke». Der akademische Senat meinte dazu: «In wie fern dieß gegrün­ det ist, lassen wir dahingestellt, da der Beweis bei der uns mangelnden Erfah­ rung mit einem ganz reinen Polytech­ nikum ebenso schwer zu führen ist als

die Widerlegung.» Tatsache aber sei, dass die Zahl der Vorfälle zugenommen habe. Im durchgestrichenen Teil des Jahresberichts heisst es weiter: «Ferner steht nach den Aussagen der Pedellen fest, daß, seitdem die Polytechniker in unsern bescheidenen Raum eingezogen sind, kindische Streiche, wie sie Schul­ knaben, nicht Studenten eigen zu sein pflegen» vorgekommen seien. Unter anderem «Schneeballenwerfen, Fens­ terzerbrechen und andere muthwillige Beschädigungen des Hochschulgebäu­ des». Ein Jahr später waren die Vorfälle immer noch Thema, aber die Lage hatte sich sichtlich beruhigt. Kein Student der UZH wurde vom Bezirksgericht verur­ teilt. Vermerkt wurde aber noch, dass die «groben nächtlichen Exzesse» von Studenten des Polytechnikums began­ gen worden seien. Zwar mussten einige Studenten «zur Friedfertigkeit und Ver­ träglichkeit» ermahnt werden. Weitere Schritte blieben aber aus. Auch, weil «die Schuld auf beiden Seiten» lag. Übrigens: Die Jahresberichte aus diesen Jahren sind mittlerweile auch als Digitalisate online auf der Website des Staatsarchivs zu finden. Martin Akeret, UZH Archiv

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