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Urlaub am Bauernhof Österreich - Hofzeit

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www.UrlaubamBauernhof.at

HOFZEIT Das Urlaub am Bauernhof-Magazin

WO DIE WELT NOCH IN ORDNUNG IST

SICH EINE AKTIVE AUSZEIT GÖNNEN

Echte Gastfreundschaft spüren

IN DIE BAUERNKUCHL GESPÄHT

Was duftet denn da so gut aus Christinas Kuchl?

–LUST AUFS ECHTE– Die bäuerliche Welt hautnah erleben!

MIT UNTERSTÜTZUNG VON BUND, LÄNDERN UND EUROPÄISCHER UNION Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete


Inhalt

Endlich wieder einmal nach der inneren Uhr leben dürfen und sich eine aktive Auszeit nehmen. Tauchen Sie in die bäuerliche Welt ein und erleben Sie einen Urlaub am Bauernhof mit all seinen Facetten.

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AKTIVE AUSZEIT Die Sinne wieder wahrnehmen.

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BIO UND VITAL Weil‘s guat tuat!

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BÄUERLICHE KULINARIK In die Bauernkuchl gespäht.

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POSTER Zum Herausnehmen.

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HÖFE UND GASTGEBER Was sagen Gäste und Gastgeber?

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URLAUB AUF DER ALM & AM LAND Zeit zum Leben finden.

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SANFTES WINTERMÄRCHEN Bauernhofurlaub im Winter.

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NEBENSAISON FRÜHJAHR & HERBST Saat, Ernte und innige Bräuche.

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Impressum: 1. Auflage; Medieninhaber und Herausgeber: Urlaub am Bauernhof in Österreich, Gabelsbergerstraße 19, 5020 Salzburg; Für den Inhalt verantwortlich: Urlaub am Bauernhof Österreich, Dr. Irene Brameshuber, Mag. Monika Falkensteiner, Christa Schmitzberger; Fotorechte Magazin: Urlaub am Bauernhof Österreich, Urlaub am Bauernhof Oberösterreich/Fischbacher, Urlaub am Bauernhof Salzburg, Urlaub am Bauernhof Tirol, Urlaub am Bauernhof Steiermark/Christa Strobl, Urlaub am Bauernhof Niederösterreich, Urlaub am Bauernhof Kärnten/Steinthaler/Lamm/Assam/Prokop, Urlaub am Bauernhof Vorarlberg, Archiv Vorarlberg Tourismus/Rafaela Pröll, Ludwig Berchthold, Familie Schmidhofer/Kleinhofers Himbeernest, Familie Eller/Hof Gorbachen, Familie Jagschitz/Remushof, Familie Deutinger/Pronebengut, Familie Gruber/Grubenbauerhütte, Familie Foidl/Harasshof, Markus Lackinger; Karin Lohberger Photography; Fotobörsen: iStock.com, Shutterstock.com, Fotolia.com; Text, Design und Produktion: Donnerwetterblitz GmbH; Druck und Herstellung: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H.; Trotz sorgfältiger Prüfung der Quellen kann für die Richtigkeit nicht gehaftet werden. Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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WINZERHÖFE Auf die Sonnenseite des Lebens anstoßen.

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LANDWIRTSCHAFT Im Wandel der Zeit.

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WILLKOMMEN Auf qualitätsgeprüften Bauernhöfen wahre Werte erleben.

IM URLAUB MIT ANPACKEN Den Gastgebern bei der Arbeit helfen.

EIN ECHTER URLAUB Wandern, Baden, Radfahren und viel mehr.

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LAND DER BERGE, LAND AM STROME Eine Übersicht zum österreichischen Regionenzauber.

2 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof

FAMILIENFREUNDLICHE HÖFE Glücksmomente für die ganze Familie.

KONTAKT UND BUCHEN Alle Infos zum Anfragen und Buchen.


Editorial

WEIL UNS DAS ECHTE AM HERZEN LIEGT!

LIEBE GÄSTE, willkommen zur „Hofzeit“, einer Zeit der Entspannung und Entschleunigung dort, „wo die Welt noch in Ordnung ist“ – bei einem Urlaub am Bauernhof. Urlaub am Bauernhof bietet zu jeder Jahreszeit ein passendes Angebot, das sich klar von anderen Urlaubs-Anbietern unterscheidet, weil es mehr ist als nur Urlaub. Es ist ein besonderer Urlaub, wo die Menschen und die Natur im Vordergrund stehen. Ganz besonders ist das Kennenlernen der bäuerlichen Welt, das Miterleben der Arbeit und der Feste im bäuerlichen Jahreszyklus. Da geht es um das Hegen und Pflegen der Tiere, das Säen, Wachsen und Ernten der Lebensmittel und um Bräuche mit seinen unterschiedlichen regionalen Ausprägungen. Und manchmal braucht der Bauer schnelle Hilfe. Dann wird er Sie vielleicht bitten, Hand anzulegen. Heute ist es nicht mehr wichtig, im Urlaub um die halbe Welt zu fliegen. Heute ist es wichtig, Erholung und Regeneration zu finden, mit offenen Sinnen und in aller Ruhe – sozusagen direkt vor der Haustüre. Und weil unsere Bäuerinnen und Bauern Gastfreundschaft groß schreiben, ist es ganz normal, dass man am Abend auf der Hausbank zu einem Gespräch zusammenkommt, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen. So können Sie am Ende Ihres Urlaubes ausgeruht und bereichert mit einzigartigen Eindrücken heimfahren. Eine erholsame „Hofzeit“ wünscht Ihnen Hans Embacher Geschäftsführer Cluster Urlaub am Bauernhof Österreich

Inhalt & Editorial

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KEIN HANDY, KEINE MEETINGS, KEINE SORGEN

Willkommen, wo die Welt noch in Ordnung ist! Zuerst wundert man sich, wie still es hier ist, fern von allem. Doch dann beginnt man zu hören: wie der Wind in leichten Böen über die Kräuterwiese streicht, die der Bauer morgen mähen will, wie Amsel, Rotkehlchen und Zaunkönig sich rufend zu übertrumpfen versuchen, wie in der Ferne ein Traktor brummt und die neugierige Hummel schon wieder näher kommt. Und je länger man lauscht, desto mehr hört man und taucht ein in diese ländliche, bäuerliche Welt, in der man zu Gast sein darf.

4 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof

VOM WERT ECHTER GASTFREUNDSCHAFT Urlaub am Bauernhof ist die Auszeit vom hektischen Alltag: dort, wo die Welt noch in Ordnung ist. Erholung mitten in der bäuerlichen Lebens- und Arbeitswelt, bei gastfreundlichen Familien, die es schätzen, ihre Gäste kennenzulernen und sich persönlich um sie kümmern. Und rundherum, soweit das Auge blickt, eine über Jahrhunderte gewachsene Natur- und Kulturlandschaft, geprägt von den Menschen, den Tieren und der bäuerlichen Arbeit. Hier ist alles echt, authentisch und voller Leben.


URLAUB AM BAUERNHOF – 2.400 QUALITÄTSGEPRÜFTE BAUERNHÖFE AUS GANZ ÖSTERREICH

Auf den Bauernhöfen fühlen sich nicht nur die Gäste wohl.

Der Charakter unserer Bauernhöfe wechselt von Region zu Region.

SO NAH, UND DOCH SO ANDERS: DIE BÄUERLICHE LEBENSWELT Am Bauernhof findet jeder die Ruhe, Erholung und Auszeit, die er braucht. Entschleunigung garantiert. Dafür sorgen die ca. 2.400 bäuerlichen Familienbetriebe in ganz Österreich, die sich unter der Marke „Urlaub am Bauernhof“ zusammengeschlossen haben. Echter Urlaub am Bauernhof bietet ein einzigartiges, naturnahes Erlebnis, die überraschende Vielfalt der Erholungsmöglichkeiten und die ehrlich herzliche Gastfreundschaft der Bauernfamilien. Hier kann man, ob klein oder groß, natürlich auch gerne mithelfen.

Hier tanken Sie die Seele auf – denn am Bauernhof ist die Welt noch so, wie sie sein sollte: ein kleines Abenteuer mit großen Gefühlen.

EIN AUTHENTISCHES URLAUBSERLEBNIS IN DER NATUR Beim Urlaub am Bauernhof findet jeder sein ganz persönliches Paradies. Lernen Sie Land und Leute kennen, genießen Sie die hausgemachten Köstlichkeiten und entdecken Sie den Zauber der Natur: zu Fuß oder per Fahrrad, auf dem Pferd oder der Kutsche, auf Schiern oder Schneeschuhen.

URLAUB MIT AUSZEICHNUNG Katzenwäsche am Wassertrog oder Wellness-Oase mit allem Komfort? Unter unseren Feriengästen sind die individuellen Bedürfnisse so verschieden wie die Ansprüche. Deshalb überprüfen wir regelmäßig alle unsere Bauernhöfe und vergeben je nach Ausstattung und Servicequalität zwei, drei oder vier Blumen. Diese Blumen geben Ihnen eine zuverlässige Orientierung bei der Suche nach dem für Sie perfekten Bauernhof – egal, ob Sie es eher schlicht und einfach oder lieber luxuriös und komfortabel mögen. Damit Sie genau den Urlaub bekommen, nach dem Sie sich schon immer gesehnt haben.

Willkommen 5


Österreich – begnadet für das Schöne SALZBURG „DAS LAND DER TRADITION UND KULTUR“ VORARLBERG „ANREGEND URLAUBEN UND AKTIV ERHOLEN“ Charakteristisch für Vorarlberg ist die schlichte Holzbauarchitektur, die auch bei den Bauernhöfen zu finden ist. Außer in den Walsertälern, wo aufgrund der steilen Hanglagen Wohnhaus und Stall getrennt wurden und sich Paarhöfe bildeten, herrscht der Einhof vor. Der Arlberg ist eine Grenze für Mundart und Volkskultur, die stark mit der Ostschweiz und dem Bodenseegebiet übereinstimmen. Im „Ländle“ haben Bräuche wie das Funkenfeuer am 1. Fastensonntag und die Almbräuche einen hohen Stellenwert.

Salzburg ist gekennzeichnet durch seine prächtigen Einhöfe und Almen. Neben den typischen Perchtenläufen oder dem Bauernherbst entnimmt man den alten Volksüberlieferungen besondere Bräuche wie beispielsweise „die Kasermandl“: Der alte Glauben, dass Geister in verlassene Almhütten einziehen, wird bis heute von verkleideten Kindergruppen dargestellt. Der Senner lässt gehacktes Holz, Brot und Käse im Winter auf der Hütte zurück, damit „die Kasermandl“ nicht verhungern. Am Vorabend des Georgi-Tages, am 26. Oktober werden sie dann mit viel Lärm in die Berge zurückgetrieben.

DEUTSCHLAND

SCHWEIZ

OBER

Salzburg

Bregenz

VORARLBERG

TIROL

Innsbruck

ITALIEN

SALZBURG

OSTTIROL

TIROL „DAS LAND DER BERGE“ Noch heute kann man die Spuren der ehemaligen Güterzersplitterungen im Tiroler Oberland sehen. Weil damals Haus und Hof gleichmäßig auf alle Erben verteilt wurden, besitzen viele Bauernhöfe Zubauten. Bräuche, wie „das Scheibenschlagen“ oder die traditionellen Fastbräuche gehören zu dieser Region. Hauptsächlich in Osttirol dominieren die Einhöfe der zahlreichen Bergbauern. In der Mitte Tirols ist das „Telfer Schleicherlaufen“ als regionales Brauchtum zu erwähnen. Das Tiroler Unterland ist bekannt für das Handwerk der Schnapsbrennerei.

6 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof

KÄRNTEN „DAS LAND DER SONNE“ In Kärnten spielt neben dem Fasching auch Ostern eine große Rolle, was aus Bräuchen wie dem „Tresdorfer Kreuzziachn“ (Kreuzziehen) oder dem „Karfreitagsratschen“ hervorkommt. Ein reicher Kärntner Sagenschatz ist besonders in den hochalpinen Regionen in aller Munde. Erwähnenswert sind hier auch die alten Hofanlagen, die fast vollständig erhalten wurden. Die farbenfreudige Frauenfesttracht spiegelt auch die positive Mentalität der Kärntner wider.


OBERÖSTERREICH „DAS LAND VOR DEN ALPEN“ Dreikant- und Vierseithöfe prägen die Landschaft Oberösterreichs. Die Mentalität der Leute ist herzlich und aufgeschlossen, was man bei vielfältigen Brauchtumsfesten miterleben kann. Der Mühlviertler Blaudruck, die Goldhauben im Zentralraum, die Glöckler im Salzkammergut sowie die Rauhnachtsbräuche wurden seit jeher überliefert und werden noch heute stolz bewahrt. Auch eine lebendige Most- und Bierkultur zieht sich durch ganz Oberösterreich.

NIEDERÖSTERREICH „HINEIN INS LEBEN“ In den großen Winzergegenden des mittleren und des westlichen Weinviertels ist in geschlossenen Häuserzeilen das sogenannte „Zwerchhaus“ charakteristisch. Mancherorts gingen größere Burschen früher „heiligen“. Sie weckten die Bäuerin, die sie mit Striezel, Obst, Kost und Nüssen bewirten und sich sogar zu einigen Tänzen bereit finden musste. Zu Allerheiligen und Allerseelen beschenkt man sich noch heute mit einem Allerheiligenstriezel.

TSCHECHIEN

NIEDERÖSTERREICH Linz

St. Pölten

SLOWAKEI

Wien

RÖSTERREICH Eisenstadt

BURGENLAND

UNGARN

STEIERMARK Graz

KÄRNTEN Klagenfurt SLOWENIEN

WIEN „KULTURSTADT MIT LÄNDLICHEM CHARME“ Die Bundeshauptstadt Wien, bekannt durch ihre Sehenswürdigkeiten, einer lebendigen Kaffeehauskultur und ihrer lustig geselligen Wirtshaustradition, ist in jedem Fall einen Ausflug wert. Aber auch die Umgebung hat ihren Reiz. Der Wienerwald beispielsweise, wo sich einst die armen Kleinbauern mit der Pecherei Geld dazuverdienen mussten, oder auch der Lainzer Tiergarten – die ländlich gelegenen Hof- und Hausanlagen mit allem Komfort laden zu purer Entspannung ein.

STEIERMARK „DAS LAND DER GRÜNEN HERZEN“

BURGENLAND „DAS LAND DER VIELFALT“

In der Steiermark stößt man vorwiegend auf Haken- und Streckhöfe. Dabei sind Wohn-, Stall- und Scheunentrakt hintereinander angeordnet und ergeben eine Reihe. Beim Hakenhof liegt die Scheune hinter dem Wohn- und Stallgebäude und schließt damit den Hof an der Rückseite ab. Untereinander sprechen sich die Bauern mit „Vulgo-Namen“, mit denen das Haus belegt ist, an. Der Obst- und Weinanbau spielt in allen Regionen der Steiermark eine wichtige Rolle.

Die traditionelle Baukultur ist bestimmt durch die sogenannten Dorfanlagen mit den typischen Scheunengassen, die früher die Brandgefahr eingedämmt haben. Weinstraßen und -gärten kennzeichnen die Landschaft. Ganz im Zeichen des Weines steht auch so mancher Brauch. Beim Martiniloben, am 11. November, dem Tag des Landespatrons des Burgenlandes, laden die Weinbauern zu Verkostungen und kulinarischen Schmankerln ein. Bundesländer 7


STAUNEN, WIE GUT DAS DEN SCHWEINDERLN SCHMECKT

Im Urlaub mit anpacken 10


Ein wenig Übung braucht‘s schon, bis das Futter zusammengerecht ist.

Ein Bauernhof ist nicht nur ein echtes Urlaubsparadies, sondern auch ein ausgeklügelter Fitnesstempel – mit allen Schikanen. Wer sich im Urlaub nützlich machen und körperlich arbeiten mag, findet hier ein breites Betätigungsfeld. Und man lernt so einiges, von dem man vorher keine Ahnung hatte. Natürlich: Zuschauen, wie andere arbeiten, kann auch sehr entspannend sein, keine Frage. Aber wer richtig abschalten will und einen Ausgleich zum Alltag sucht, wird sich wundern, wie schnell er bei der Stallarbeit, der Obsternte oder beim Kochen mit der Bäuerin alles andere vergisst. DIE KUNST DES MELKENS Wie bekomme ich nur die Milch aus den Zitzen? Ein paar müde Tropfen, und die Kuh schlägt schon unwillig mit dem Schwanz. Ob das normal ist, dass man sich so blöd anstellt? „Ah, das gibt sich“, meint der Bauer, der normalerweise mit der Melkmaschine arbeitet. Drücken, nicht ziehen, und mit viel Gefühl. Er zeigt es mir noch einmal. Offenbar bin ich nicht der erste. Die kleine Lisa hatte den Dreh gleich raus, ein echtes Naturtalent. Von mir hat sie das nicht. Aber, sieh da, auch bei meinem Eimer ist bald mehr als nur der Boden bedeckt. Na also, geht doch! GUT, DASS ES DEN TRAKTOR GIBT Als der Altbauer mit der Sense zur Wiese hinter dem Hof gehen will, frage ich ihn, ob ich helfen kann. Er schaut mich an und schüttelt den Kopf. „Nein, aber zuschauen und lernen kannst“, meint er dann. „Nicht, dass‘d dir die Haxn

(Beine) absäbelst“, sagt er lachend. „Die Sense ist frisch gedengelt“, so der Bauer und streicht fast zärtlich über das rasiermesserscharfe Sensenblatt. Dann mäht er das Gras mit weit ausholenden, gleichmäßigen Schwüngen, ein ganz eigener, hypnotischer Rhythmus, präzise wie ein Uhrwerk. „Auf den steilen Hängen arbeite ich noch mit der Sense“, meint er. „Unten am Feld bin i froh, dass i mein Traktor hab“, so der Bauer. Am Nachmittag kommt meine Stunde: Zusammen mit den anderen schnappe ich mir einen riesigen Rechen, und los geht’s. Schnell merke ich: Auch hier braucht’s Übung, bis die Handgriffe sitzen, bis das gemähte Gras zusammengerecht ist. Einige Tage später, nach viel Sonnenschein bringt der Bauer das fertige, duftende Heu in den Stadel. DA SPÜRST, DASS‘D LEBST Gegen Abend, während die Kleinen sich mit einem Korb voller Äpfel und Karotten aufmachen, um die Ziegen zu verwöhnen, zieht es mich unwiderstehlich in den Stall: Fütterungszeit für die Kühe. Nun werfen wir das Heu durch die Futterlucke in den Stall, und zusammen mit dem Junior tue ich mein Bestes, bis auch die letzte Kuh Ruhe gibt und friedlich vor sich hin käut. Und morgen, hat mir der Bauer angekündigt, zeigt er mir, wozu eine Mistgabel gut ist. Und übrigens, die Olga schaue aus, als wär’s bald soweit mit dem Kalben, und wer weiß, wenn’s kritisch wird, könne man schon noch zwei kräftige Hände gebrauchen. Ich strahle übers ganze Gesicht und versuche mich zu erinnern, wann ich mich jemals so gut erholt habe. Glücklich falle ich ins Bett und schlafe, bis der Hahn mich weckt.

MAGST DER BÄUERIN IN DER KUCHL HELFEN? Was kitzelt denn da in der Nase? Mhh, da duftet’s aber herrlich nach frischem Apfelstrudel! Der Geruch erfüllt das ganze Haus. Da kannst gar nicht anders, als dem Duft zu folgen und auf einmal stehst am Herd neben der Bäuerin, die sich über den Besuch freut und direkt zum Mitmachen einlädt. Schließlich wird heute auch noch Marmelade eingekocht – die frischen Ribiseln aus dem Bauerngartl, die in der Früh von der Gastgeberin geerntet wurden, als noch alle gut schliefen, liegen schon bereit. Was für eine einmalige Möglichkeit, um in den Kochtopf der Bäuerin spähen zu dürfen – die Bauersleute sind schließlich bekannt für ihre ehrliche, bodenständige Kulinarik. Und dann wird gerührt, genascht und geplaudert.

Die Gäste freuen sich über ein paar Gläser der selbst gemachten Marmelade.

Dabei gibt’s von der Bäuerin viele nützliche Tipps sowie die altbewährte Rezeptsammlung für Zuhause zum Nachkochen, die über viele Generationen hinweg überliefert wurde. Ja klar, ein paar Glaserl der frisch eingekochten Ribiselmarmelade bekommst natürlich auch zum Mitnehmen. Macht irgendwie stolz, wennst schmeckst, was wirklich drin ist – nicht wahr?

Bäuerliche Arbeitswelt

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WIR HABEN ZEIT!

Glücksmomente für die ganze Familie EIN SICHERES ERLEBNIS! Mehr als 200 bäuerliche VermieterInnen von Baby-& Kinderbauernhöfen haben sich von der Ausstattung bis hin zum Ferienprogramm auf kleine Gäste spezialisiert und sind auf Kindersicherheit überprüft. Babyphone, gesicherte Steckdosen, Flaschenwärmer, Hochstühle, Kinderbesteck und viel mehr gehören hier zum Standard – genauso wie die Tiere am Hof. Die Hühner und Enten, die Hasen und Katzen, die Kühe und Pferde, die Schafe und Ziegen. Die Vielfalt der Tiere ist von der Bewirtschaftungsform des Hofes und von der Region abhängig. www.kinder.UrlaubamBauernhof.at

10 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof

Auf den Familienbauernhöfen ist die Natur der Spielplatz. Sandgruben, Kletterbäume, Bachverläufe, Trettraktoren oder die Schaukel unter dem Apfelbaum sorgen für jede Menge Spaß. Wenn Mama und Papa keine Lust mehr zum Herumtoben haben, können sie sich in der Zwischenzeit in der Hängematte ausrasten, weil die Kinder gut aufgehoben sind. DA HABEN MAMA UND PAPA ZEIT Im normalen Leben ist der Spagat zwischen Arbeit und Kindererziehung nicht immer ganz leicht. Doch dann kommen die schönsten Tage des Jahres. Endlich. Gemeinsam mit den Kindern wird das Leben am Bauernhof erkundet. Egal ob Sehen, Atmen, Ertasten, Schmecken, Riechen oder Hören, alles ist es wert, neu erlebt zu werden. „Am liebsten würden die Kinder aus dem Auto raus und gleich in den Stall stürmen“, so Bäuerin Ingrid vom Fischerhof im Mühlviertel. Aber halt! Erst erklärt die herzliche Gastgeberin den großen und kleinen Gästen den Haus- und Hofbrauch, denn der wertschätzende Umgang mit Tieren und die Achtsamkeit am Hof soll gelernt sein. „Schon am ersten Urlaubstag verlieben sich viele Kinder in ein Tier bei uns am Hof, dann machen wir mit den Eltern aus, dass das Kind genau für dieses den Urlaub über verantwortlich ist,


Auf den Bauernhöfen können Kinder Erfahrung im Umgang mit den Tieren sammeln.

Kleine Stärkung zwischendurch: Beeren frisch vom Strauch.

es füttern darf, ausmisten usw. Und wenn grad ein Tier zur Urlaubszeit am Hof geboren wird, dürfen Kinder die Patenschaft übernehmen und dem Neugeborenen einen Namen geben“, erzählt die Bäuerin. „Ihr dürfts auch meinem Mann, dem Bauern, helfen und die anderen Tiere am Hof versorgen“, so Ingrid. Am Nachmittag kann Kraut vom Acker geholt werden. Dazu wird der Traktor aus dem Stadl gebraucht. Wer heute wohl mitfahren darf? Egal, denn Ingrid hat versprochen, in der Zwischenzeit den Teig für das Stöcklbrot in der Küche vorzubereiten. Da gibt’s auch eine Menge zu tun. Am Abend, wenn es langsam duster wird, versammeln sich die Bauernfamilie und die Gäste. Frischer Krautsalat (manche sagen auch Weißkohl dazu), zusammen mit Stöcklbrot und leckeren Würsteln, die am Lagerfeuer gebraten werden – das schmeckt einfach gut und das ist das richtige Essen für müde und schmutzige Kinder. Die wirklich mutigen Abenteurer können nach dem Lagerfeuer die Nacht im Zelt verbringen. Die Tage und die Nächte am Bauernhof sind einfach viel zu kurz.

Hof gehört der Stall, die Melkkammer, die Scheune, der Troadkasten, der Heustadl oder eine Hofkapelle. Und eine ganze Menge Gegend. Wiesen, Wald, Felder, der Hausgarten und oft ein Bach oder ein Teich zum Baden oder zum Fischen. Außerdem leben meist mehrere Generationen hier.

VIEL PLATZ ZUM SPIELEN UND TOBEN Warum die Bauernhöfe so beliebt sind bei den Familien? Weil die Höfe meist sehr groß sind und viel Platz haben, sowohl drinnen aber vor allem auch draußen. Denn zum

WOW – HÄTTEST DU DAS GEWUSST? Bis zu 1000 kg verschieden großer Regenwürmer tummeln sich pro Hektar (1300 Autos braucht man, um einen Hektar Fläche zu bedecken) gutem Boden. Sie sind für den Bauern wichtige Helfer, weil sie den Boden auflockern.

Die Altbäuerin und der Altbauer, oder auch noch eine Tante. Und weil sie zwar mitten im Leben stehen, aber doch nicht mehr von früh bis spät arbeiten müssen, sind sie die idealen Gesprächspartner für die Gäste. Auf der Gartenbank vor dem Hof wird es richtig gemütlich, wenn neben selbstgemachten kleinen Köstlichkeiten Geschichten aufgetischt werden – von früher.

UNBESCHWERTES URLAUBSGLÜCK Großzügige Räumlichkeiten, abgestimmte Details und Freizeitprogramme, die speziell an die Bedürfnisse mobilitäts- und aktivitätseingeschränkter Menschen angepasst sind, gewähren auf 35 barrierefreien Bauernhöfen in Österreich höchsten Komfort. Die Besucher sollen sich rundum wohlfühlen – das ist den GastgeberInnen besonders wichtig. Rollstuhlgeeignete Spazierwege und Hofzufahrten, ebenerdige Stuben und Gemeinschaftsräume, speziell adaptierte Sanitäranlagen, leicht erreichbare Lichtschalter und feststehende sowie unterfahrbare Möbel sind Standard. www.barrierefrei.UrlaubamBauernhof.at

Familienfreundliche und barrierefreie Bauernhöfe 11


UNSER TIPP Fruchtige Erdbeersoße Ein himmlischer Genuss zu Topfennockerln, Milchrahmstrudel und mehr! Alles ca. 10 Min. zusammen köcheln, pürieren, noch einmal kurz aufkochen – und heiß oder kalt genießen!

Unsere Bauernhöfe sind umgeben von regionaltypischen Landschaften, die neben dem gemütlichen Ausspannen auch zur aktiven Erholung einladen. Hier soll sich jeder wohlfühlen, ganz nach seinem persönlichen Empfinden. Wer rasten möchte, kann sich endlich viel Zeit dafür nehmen. Für Bewegungsfreudige heißt es: rauf auf die Berge – beim Wandern in der Natur wird mit jedem Schritt der Kopf freier. Wer sich eine aktive Auszeit gönnt, kann in jedem Fall das spüren, was so lange ausblieb: Entspannung.

DIE SINNE WIEDER WAHRNEHMEN Im Heustadel liegen und einfach schauen, was der Tag so bringt. Nicht überlegen, wie ich die Zeit effektiv gestalten könnte, was ich heute alles unter einen Hut bringen soll oder was ich heute noch schaffen muss. Nein, auf dem Bauernhof scheint es nicht um Effizienz und Planung zu gehen. Hier kann ich mich einfach wohlfühlen, im eigenen Rhythmus leben und ganz spontan nach meinen Bedürfnissen handeln. Am Bauernhof nehme ich seit langer Zeit meine Sinne wieder aktiv wahr. Spontan mache ich das, worauf sie mich aufmerksam machen – weil ich Zeit habe. Und jetzt? Ich weiß noch nicht, die Aussicht aus dem Stadel hat in diesem Moment genug zu bieten.

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ENTSPANNTE WANDERUNG VON ALM ZU ALM Ein Handy geht hier oben nicht, sagt der Senner, dem die Almhütte gehört, an der wir vorbeiwandern. Wer eine aktive Auszeit braucht, ist hier genau richtig. Die frische Luft, das Zirpen der Grillen und der Duft der Alpenkräuter geben mir ein heimeliges Gefühl und laden zur Erkundung der Natur ein. Bei der Wanderung zur Nachbaralm merke ich, wie gut mir die Bergluft tut. „A gute Farbe hast“, meint die Gastgeberin und serviert mir ein Speckbrot und ein Glas Most. Mhh, wie das herrlich schmeckt nach dem Gehen. Am Abend, zurück auf dem Bauernhof, bin ich g’sund müde, nicht erschöpft, wie ich es daheim wäre. Ich schlafe tiefer, länger und erholsamer in den weichen Tuchenten.


Sich eine aktive Auszeit gönnen

ECHTE GASTFREUNDSCHAFT SPÜREN Auf den Bauernhöfen ist noch alles echt. Wie? Naja, schau dir zum Beispiel mal die Topfennockerln mit der fruchtigen Erdbeersoße an. Nicht nur, dass sie köstlich schmecken, die Bäuerin hat sie auch selbst gemacht. Und die Soße? Die hat sie mit den Erdbeeren aus ihrem Garten zubereitet und das schmeckt man. Die Früchte sind so süß, dass ich mir gleich noch welche zum Naschen aus dem Beet hole. „Aber zuerst waschen“, sagt die Gusti – eine besonders herzliche und liebe Frau. Hier ist nichts aufgesetzt – auch die Gastfreundschaft der Bauersleute nicht und das spürt man. Als ich der Bäuerin am nächsten Tag bei der Gemüseernte fürs Mittagessen helfen darf, merke ich, wie gut diese aufrichtige Freundlichkeit tut. Auch das gehört für mich zur Erholung vom Alltag dazu.

Die warme Nachmittagssonne lädt auf ein entspanntes Nickerchen ein.

Aktive Auszeit 13


Weil’s guat tuat! Der großartigste „Bioladen“, der 24 Stunden geöffnet ist, liegt bei mehr als 600 Urlaub am Bauernhof-Betrieben direkt vor der Hoftüre – das ermöglicht die biologische Bewirtschaftung. Atmen Sie ein und genießen Sie die gesunden Lebensmittel ab Hof, den Duft frischer Kräuter und Wiesenblumen, sammeln Sie Energie beim Tautreten, beim Kneipen oder bei einer Tasse wohlschmeckendem Tee, nach einem Besuch im Kräutergartl. BIO- UND VITALBAUERNHÖFE – WO DIE LEBENSGEISTER ERWACHEN Entspannung aus dem Heu können Gäste im Heuhimmelbett am Biohof Seidl bei Familie Schabus in Bad Kleinkirchheim (Kärnten) erleben. „Einfach reinlegen und relaxen“, lacht Bauer Konrad. „Da werdet ihr merken, wie gut euch das Heu tut“, spricht er weiter. Eine anhaltende

Wirkung hat es dann, wenn man den Genuss mehrfach wiederholt und danach ruht und viel trinkt. Und damit meint der Bauer nicht den guten hofeigenen Schnaps, sondern Wasser oder herrliche Kräutertees aus dem Bauerngartl. Auch nicht schlecht. Aber nicht für jeden ist das Heuhimmelbett geeignet. „Wenn man beispielsweise Herz- und Kreislaufbeschwerden hat, sollte man vorsichtig sein“, erzählt Karin. Die geprüfte Vitalbäuerin weiß um die Wirkung und Nebenwirkungen ihrer Wohlfühlangebote bestens Bescheid. Auch das Kräuterbad wird von den Gästen geliebt. Dazu nimmt die Bäuerin die Kräuter, die auf der Alm oder auf den Wiesen hinter dem Hof gewachsen sind (natürlich ungedüngt). Dann reibt sie die Heilpflanzen durch ein großes Sieb, um an die Blüten zu kommen. Diese kommen anschließend in ein Baumwollsäckchen, welches ins Badewasser gehängt wird.

Im Bauerngartl gibt es saisonale Schätze, welche die Bauersleute das ganze Jahr über weiterverarbeiten.

Ein entspannendes Heubad regt Körper, Geist und Seele an.

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Die Apotheke aus der Natur.

Die Bäuerin nimmt Gäste gerne mit in ihren Biogarten.

MARTHA, DIE G‘SCHEITE KRÄUTERHEXE AUS DEM MARIAZELLERLAND Nach 15 Jahren Arbeit als pharmazeutisch kaufmännische Assistentin und Drogistin hat sich die junge Bäuerin vom Höchbauerhof in Niederösterreich entschlossen, selbst Heilkräuter und Gewürze anzubauen und zu verarbeiten. Aber auch Wildkräuter sammelt sie mit einer besonderen Leidenschaft. „Die Qualität unserer Kräuter ist durch die biologische Bewirtschaftung sehr hochwertig. Alle Pflanzen werden zum richtigen Zeitpunkt von Hand geerntet und verarbeitet, sodass die Wirkstoffe und ätherischen Öle enthalten bleiben“, erklärt Martha. Durch die fast 1000 m Seehöhe müssen die Kräuter besonders widerstandsfähig sein. Dadurch entwickeln sie ihre belebende Kraft und Intensität. „Gerne führen wir unsere Gäste durch unseren Kräutergarten. Die Produkte, die wir selbst herstellen (Kräutertee-Mischungen, Kräutersalz, Kräuteröl u.v.m.) können bei uns ausprobiert und auch als gesundes Mitbringsel mit nach Hause genommen werden.

Unterstützung von Nützlingen steht auf den Biohöfen im Vordergrund. Bewusst werden passende Pflanzen gesät und gepflegt, um beispielsweise das Überleben der stark gefährdeten Bienenvölker zu sichern. „Außerdem sorgen meine Laufenten dafür, dass die Schnecken meinen Salat in Ruhe lassen“, erklärt die Bäuerin. Was am Hof anfällt, wird zudem wiederverwendet, wie Kompost oder Wirtschaftsdünger (Mist, Jauche, Gülle).

BIO IST MEHR ALS NUR DER VERZICHT AUF CHEMIE „Nicht nur, dass Kunstdünger sehr energieintensiv in der Erzeugung sind – sie stellen ein Problem für das gesamte Ökosystem dar“, so Martha. Wie aber schafft es die Bäuerin, Schädlinge von ihren Produkten fernzuhalten? „Ich schaue, dass ich beim Anbau der Produkte variiere (vielfältige Fruchtfolge)“, erzählt sie weiter. Auch die

DAS ERWARTET SIE AUF DEN BIO- UND VITALHÖFEN! Nicht nur, dass die 190 Bio- und Vitalbäuerinnen und -bauern in unterschiedlichen Vitalbereichen geschult sind – es zeichnet sie zudem ein besonderes Feingefühl in Bezug auf die Natur aus. Bioqualität der Lebensmittel, das Arbeiten im Einklang mit der Natur und die Umsetzung natürlicher Materialien bei der Ausstattung haben höchste Priorität für sie. Wählen Sie den Hof, der Ihren Wünschen im Vitalangebot entspricht. Die Natur hat die kostbare Fähigkeit, Menschen ganzheitlich gesund zu erhalten. Das Wissen darüber wird auf den Höfen über Generationen weitergegeben. www.bio.UrlaubamBauernhof.at www.vital.UrlaubamBauernhof.at

„HÜFT‘S NET – SO SCHOD‘S NET“ HOLLER-BLÄTTER SALBE BEI TROCKENER HAUT Zutaten: 100 g Holunderblätter 250 g Butterschmalz 45 g Bienenwachs Zubereitung: Frische Holunderblätter im Mörser zerkleinern und in ein sauberes Glas füllen. Butterschmalz hinzugeben und ordentlich verrühren. Bei Zimmertemperatur 2 Wochen rasten lassen. Danach behutsam in einem Topf erhitzen und 20 Minuten lang umrühren. Anschließend abseihen und in einen neuen Topf füllen. Bienenwachs bei niedriger Temperatur unterrühren. Salbe in ein verschraubbares Gefäß füllen und kühl aufbewahren. Die Holler-Blätter Salbe kann bis zu einem Jahr aufbewahrt werden. Ein Tipp von Bäuerin Maria Klinser vom Rotbuchnerhof in Oberösterreich

Bio und Vital 15


Mit der praktischen „Schmankerl-Navi“-App regionale Genuss-Stopps sowie Urlaub am Bauernhof-Betriebe, eingezeichnet auf der Österreichkarte, finden.

Nicht umsonst ist die bäuerliche Küche berühmt berüchtigt – die althergebrachten Rezepte wurden über Generationen hinweg überliefert. Saisonalität und Regionalität der Zutaten stehen dabei im Vordergrund. Und wenn einmal außerhalb der Jahreszeit der Gusto auf ein bestimmtes Produkt kommt? Kein Problem – die Vorratskammern und Erdkeller der Bäuerinnen beherbergen wahre Schätze ...

WEIL´S SCHMECKT! Egal ob Vegetarier, Fleischgenießer, Gemüsefans, Mehlspeisenliebhaber oder Weinkenner – die vielfältige Bauernkost hat für alle was zu bieten. Lange galten regionale Mahlzeiten als „Arme-Leute-Essen“. Das hat sich dank eines veränderten Qualitätsbewusstseins verändert. Jede Region hat ihre Spezialitäten. Kennen Sie den Vorarlberger „Sura Kees“ (ein besonders geschmackvoller Magerkäse) oder die „Käsknöpfle“? Haben Sie schon einmal herzhafte „Tiroler Speckknödel“, ein „Surbratl“ oder „geräucherte Steckerlfische“ gekostet? Naschen Sie von süßen „Hauberlkrapfen“, schmecken Sie die Süße der reifen Früchte, die Sie selbst vom Baum pflücken können. Beißen Sie in das „Murtaler Steirerkäsbrot“ oder schneiden Sie sich ein Stück von der frisch gebackenen „Linzertorte“ ab. In jedem Fall sorgen die Bäuerinnen mit ihren Gerichten für einen wahren Gaumenschmaus! Kommen Sie mit in die Bauernkuchl, nehmen Sie Platz und kosten Sie bäuerliche Schmankerl! WAS DUFTET DENN DA SO GUT AUS CHRISTINAS KUCHL? „Unsere Gäste bekommen jeden Tag frisches Gebäck an den Frühstückstisch serviert“, erzählt die junge Seminarbäuerin Christina Bauer vom Bramlhof im Salzburger Lungau.Wenn man da in so ein warmes, handgemachtes Semmerl beißt, möchte man nie wieder ein gekauftes. Nur gut, dass Christina ihr Wissen zum Brotbacken auch regelmäßig weitergibt. „Ich veranstalte Brotbackkurse für Gäste, genauso wie für Interessierte“, so die Bäuerin. Ein Rezeptheft gibt’s dann auch zum Mitnehmen – wie natürlich auch das frische Gebäck. „Einmal in der Woche backe ich nur mit den Kindern. Die haben einen Riesenspaß dabei und sind immer ganz stolz auf ihre Mohnflesserl und Semmerl. Und die Eltern können in Ruhe ausschlafen“, erzählt Christina. DIE BRETTLJAUSE – SIE GEHÖRT ZUM BAUERNHOF WIE DAS AMEN IM GEBET Die Brettljause entwickelte sich aus der traditionellen Jause der Bauern und wird auf einem Holzteller serviert. Brettljausen gibt’s direkt am Hof oder bei Buschenschenken und Heurigenbetrieben. Was kommt denn so auf den Teller? Geselchtes, Lendbratl, Schweinsbraten, Trockenwürstel, Speck, Käse nach Wahl, Aufstriche wie Liptauer, Kernölaufstrich, Leberstreichwurst,Verhackert, Grammelschmalz, Bratlfett, hart gekochte Eier, frisch geriebener Kren (Meerrettich), Gemüse u.v.m. – dazu gibt es immer frisches Bauernbrot. Mahlzeit! EIN VERDAUUNGSSCHNAPSERL IN EHREN „Wir betreiben den Hof bereits in 3. Generation und sind stolz auf unseren Bio-Heumilchbetrieb mit Wellnessbereich und Zirbensauna. Es ist uns wichtig im Einklang mit der Natur zu leben und die Umwelt zu schonen“, erzählt Max Lechner vom Paulerhof in Tirol. Bei Familie Lechner wird in der hauseigenen Schnapsbrennerei mit viel Einsatz und Liebe guter, echter und unverfälschter Birnenschnaps erzeugt, der von den Gästen natürlich auch gerne verkostet wird. Na dann – Prost!

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In die Bauernkuchl gespäht DAS WIRD RICHTIG GUT SCHMECKEN!

Wer in Vorarlberg zu Gast ist, muss die Kässpätzle unbedingt probieren.

Kässpätzle aus dem Vorarlberger Ländle Zutaten 600 g Mehl, etwa ½ TL Salz, 4 Eier, ¼ l Milchwasser (halb Wasser, halb Milch) 2-3 Zwiebeln (in ca. 2 mm breite Zwiebelringe schneiden; in Butterschmalz schwimmend goldbraun herausbacken) 300 g Käse – je 1/3 Bergkäse, Alpkäse (Alternative: Emmentaler) und Räßkäse Zubereitung Mehl salzen, Eier hinzugeben und mit Milchwasser einen Teig anrühren. Spätzleteig in einen weiten Kochtopf mit kochendem Salzwasser hobeln. Wenn die Spätzle aufsteigen, mit einem Sieb abschöpfen/abtropfen lassen und schichtweise Spätzle und Käsemischung direkt in eine Schüssel geben. Würzen mit Salz und frischem Pfeffer (darauf achten, wie würzig Ihre Käsemischung ist). Jede Schicht mit einer Gabel gut durchmischen und zum Schluss mit Röstzwiebeln und frischem Schnittlauch garnieren. Serviertipp: Zu den Kässpätzle wird Kartoffelsalat oder Apfelmus serviert. Weitere Rezepttipps gibt’s unter: www.rezepte.UrlaubamBauernhof.at Mehr zur bäuerlichen Kulinarik: www.kulinarik.UrlaubamBauernhof.at

Genuss und Kulinarik 17


© Karin Lohberger Photography


WO DIE WELT NOCH IN ORDNUNG IST


Durchs Reden kommen d’ Leut zam Im Dorf und auf den Bauernhöfen geht man recht persönlich und unkompliziert miteinander um. Die Leute interessieren sich füreinander. Man erzählt gerne und man trifft sich einmal da und einmal dort. Manch einer würde vielleicht behaupten, es würde am Land mehr getratscht als in der Stadt. Auf den Bauernhöfen vorwiegend auf der Hausbank, die fast in jeder Region zu finden ist. Unter den Bauern ist man es noch gewohnt, mit Handschlag einen Vertrag zu schließen und die Menschen sind untereinander meist per „Du“. Aber oft spricht man sich nicht mit dem Vornamen an, sondern mit der Stellung im Dorfverbund. Du Bürgermeisterin, du Hofingerbauer, du Frau Doktor und du Herr Pfarrer …

„Ich lege besonderen Wert auf meine Ernährung und auf frische Produkte. Hier bekomme ich genau das“, sagt Frau Mrak aus Graz über den Landhof Kleinhofers Himbeernest in der Steiermark. Bäuerin Andrea legt besonderen Wert auf selbst gemachte Produkte. Frische Zutaten, hausgebackenes Brot, Marmeladen und Mehlspeisen gehören hier einfach dazu. „Die Rezepte hab ich von meiner Mutter und ich gebe sie auch gerne an meine Gäste weiter“, so Andrea.

20 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof

„Ein Sonntag ohne Butterzopf ist kein Sonntag. Das hat mei Oma schon immer gesagt“,

schmunzelt Bäuerin Priska vom Hof Gorbachen in Vorarlberg. „Die Eier zum Backen hol ich direkt aus dem Stall – von meinen glücklichen Hühnern. Die Kinder helfen mir dabei ganz eifrig und sind fasziniert, wenn sie noch nestwarme Eier aufheben“, erzählt Priska.


DIE LEUTE INTERESSIEREN SICH FÜREINANDER. MAN ERZÄHLT GERNE UND MAN TRIFFT SICH EINMAL DA UND EINMAL DORT. „Wir leben Wein. Unsere Weine leben. Unsere Gäste können den Wein erleben“, das liegt Bäuerin Dorothea vom Remushof Jagschitz im Burgenland am Herzen. Heute stellt der 200 Jahre alte Winzerhof eine perfekte Symbiose aus modernem Weinkeller und traditionellem Sandsteingewölbe dar. „Bei der Sturmkost

„Bei uns gibt’s das praktische Brötchenservice, den Frühstückskorb oder das gedeckte Frühstück zur Wunschzeit in der Kuschelhütte“, verrät Bäuerin Andrea Deutinger vom Pronebengut in Salzburg. Die gemütlichen Kuschelhütten sind bei Romantikern besonders beliebt und ein guter Tipp für frisch verheiratete Paare. Saunen und Spabereich sorgen am Pronebengut zusätzlich für Entspannung.

„Mei Almhütte befindet sich im größten Zirbenwald Europas“,

lass ich meine Gäste neben den fruchtig-spritzigen Jungweinen auch Grammeln, frische Trauben und Speck kosten – diese Produkte sind typisch für unsere Region“, so Dorothea.

„Wir haben hier die Möglichkeit zu sehen, wie die Tiere leben. Allein die Milch – man merkt schon beim Frühstück eine ganz andere Qualität“, erzählt Urlauber Gert Rode aus Deutschland begeistert vom Harasshof in Tirol. Auch seine Frau freut es, dass die Kinder so viel erleben und auch wertvolles Wissen vermittelt bekommen. Jungbäuerin Maresa Foidl ist es wichtig, den Kleinen das Melken zu zeigen und erklärt ihnen, wo die Milch herkommt und was die Kühe brauchen, um gut versorgt zu sein.

erzählt Senner Franz Gruber von seiner Grubenbauerhütte in Kärnten. Kräuter und Gräser, die auf der traumhaften Alm blühen, werden gemäht und in verschiedene Wellnessangebote eingebaut. „Die Gäste können hier in Zirbenvollholzbetten schlafen. Das kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken“, erzählt Franz. Dass da ein Zirbenschnapserl dazu gehört, erklärt sich fast von selbst.

Höfe und Gastgeber 21


Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd! Einfach Lust aufs Land haben oder eine romantische, unvergessliche Zeit auf der Almhütte erleben? Hier ist für jeden etwas dabei. Von der „Nix-Tun“-Erholung bis zum aktiven Wandern – die Natur entschleunigt und lässt Gäste zu ihren Wurzeln zurückfinden. Als wir vor die Tür unserer urigen Almhütte gehen, hören wir die Glocken der Kuhherde, wie sie gemächlich am Almboden weidet. In der Höhe pfeifen drei

Bergdohlen, ansonsten ist es ruhig – einfach herrlich. Die Luft duftet nach Bergkräutern. Sich fest strecken und einmal tief durchatmen. Wenn wir Frühstück wollen, müssen wir uns zuerst den Ofen einheizen. Um die Milch für den Häferlkaffee, das frische Brot und um den Almkas gehen wir zur Sennerin Leni, die den Sommer über in der Nachbarhütte lebt. Danach packen wir unsere Rucksäcke und erkunden die Almlandschaft. Der Duft der Kräuter und der Kuhfladen, die wir überall

Sommerurlaub auf der Alm: ein unvergessliches Erlebnis!

Der Traum in einer verschneiten Almhütte zu wohnen wird hier Wirklichkeit.

22 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof


URLAUB AUF DER ALM IN ÖSTERREICH bietet 370 stimmungsvolle Almhütten für jeden Erholungsgusto. Ein einfaches, ursprüngliches Quartier mit Plumpsklo und Quellwasser im Trog oder eine voll ausgestattete Luxus-Almhütte mit Wellness, Whirlpool und eigenem Badeteich. www.UrlaubaufderAlm.com

Paare können auf der Alm ungestörte Zweisamkeit genießen.

am Almboden finden, begleiten uns. Der Bauer hat ja gesagt, dass die trockenen Kuhfladen so gut zum Anheizen des Ofens taugen. Ob wir welche einpacken sollen? Am Abend packt die Leni auf jeden Fall ihre Quetschn aus und spielt vor ihrer Hütte. Wir lauschen einfach. Müde von der Wanderung, sitzen wir beim etwas verwitterten Holztisch, essen die frischen Kaspressknödel und trinken in aller Ruhe die gute Buttermilch dazu.

KURAUFENTHALT FÜR DAS VIEH Nicht nur, dass die Alm eine Art „sommerlicher Kuraufenthalt für Kühe, Schafe und Co.“ ist, auch ihre Bewirtschaftung ist notwendig, damit die artenreichen, unbeweideten Almflächen nicht zuwachsen. Den Tieren geht‘s in einer Höhenlage bis zu 2.000 m mit den vielen Graserln und Kräuterln jedenfalls richtig gut!

ZEIT ZUM LEBEN FINDEN Wenn Sie vor allem Entschleunigung und die neue Langsamkeit finden wollen, dann sind Sie auf den 102 Landhöfen richtig. Landhöfe sind nicht mehr bewirtschaftete Bauernhöfe, welche als Urlaubsobjekte mit landwirtschaftlichem Bezug vermietet werden. Beispiele dafür sind Landhäuser sowie Jagd- oder Gutshöfe. Hier steht die bäuerliche Romantik im Vordergrund, Entschleunigung, Komfort, besonders stimmiges Ambiente, der kulinarische Genuss, die Natur, „das über den Zaun schauen“. Gäste erleben bei einem Urlaub auf unseren Landhöfen regionstypische Bräuche sowie die Lebenswelt der ländlichen Bevölkerung. www.UrlaubamLand.at

Entschleunigung und Urlaub auf der Alm 23


Auf zum sanften Wintermärchen

GANZ SCHÖN GEMÜTLICH!

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Die Sonne glitzert auf den Schneewehen. Der Wind fährt sachte durch die verschneiten Fichtenwipfel. Upps! Jetzt ist die volle Ladung Neuschnee auf meinem Kopf gelandet. Im Schnee rumtoben, das macht richtig Spaß ... und rote Backerl. Und drinnen? Da gibt‘s neben dem Apfelbrot und dem heißen Most auch noch rote Ohren – von der klirrenden Kälte da draußen vor der Hoftür. Einfach herrlich, so ein Winterurlaub am Bauernhof.

A WINTERWUNDERLAND, WIAS FRÜHER WOA „Mama, ich brauch noch einen Hut und eine Nase für meinen Schneemann“, ruft der kleine Dominik. „Die sitzt gerade im Whirlpool“, sagt die nette Bäuerin vom Bergbauernhof Irxner in der Steiermark und spendiert dem Burschen einen Topf und eine Karotte für seinen Schneemann. „Magst nachher mit dem Bauern die Waldtiere füttern gehen“, fragt sie. „Oh ja, wenn die Mama und der Charly mitkommen können“, so der Bub, der dabei auch seinen Hund mitnehmen möchte. Hunde sind am Irxnerhof herzlich willkommen. Auf den Bauernhöfen kann man im Winter viel erleben und richtig Spaß haben! Schifahren, Langlaufen, Schneeschuhwandern, Rodeln, Schneemannbauen, Pferdeschlittenfahrten, Fackelwanderungen, Eisstockschießen u.v.m. Rupert Neuhauser vom Mesnerhof in Tirol macht mit seinen Gästen gerne geführte Schneeschuhwanderungen. Nicht nur die sportliche Betätigung ist dabei toll – die pure Natur in ihrer vollen Schneepracht ist umwerfend. Und wenn den Gästen dann kalt wird, geht‘s rein in die warme Bauernstube zum Aufwärmen bei Kaminfeuer und Glühwein. Das ist ein echter Winter, wie er früher war! WENN‘S DRAUSSEN RUHIG WIRD „Wenn es draußen bald dunkel wird, kommt für uns die ruhigere besinnliche Zeit“, freut sich Bäuerin Marianne vom Hof Bilgeri aus dem Bregenzerwald. „Viele Bräuche prägen zwischen der Erntezeit und Ostern unseren Alltag. Da kommen wir untereinander wieder mehr zusammen.

Der Seniorbauer zeigt den Gästen, wie das Eisstockschießen geht.

Der stimmungsvolle Advent bereichert unsere Vorweihnachtszeit, wenn wir mit unseren Gästen aus Tannenästen und Bändern Adventkränze binden oder gemeinsam Kekserl backen“, so Marianne. Auch Handarbeiten werden noch auf vielen Höfen in den Wintermonaten gefertigt: „Es wird bei uns gewebt, geklöppelt, gegabelt und gefilzt, manche stricken dicke Socken“, erzählt die Bäuerin. Wenn die Gäste am Abend vom Schifahren heimkommen, dann freuen sie sich, wenn ich ihnen von uns noch was Besonderes zeig.“ Der Winter ist die geheimnisreichste Zeit im Jahr, die bedeutungsvollste für Wetter und Schicksal. Perchten, Glöckler und Hexen ziehen an vielen Orten um, damit der Lärm die Winterunholde vertreibt. Mit Lichterbräuchen erwartet man ein neues, zartes Erwachen der Sonnenkraft und ein Einströmen froher Kräfte und Säfte in Bäume und Sträucher.

SCHI AB HOF – VOM STALL AUF DIE PISTE Raus aus dem Bett, rein in die Schischuhe und raus auf die Piste – das ist auf 500 Urlaub am Bauernhof-Betrieben fast in ganz Österreich möglich, weil diese Bauernhöfe zwischen 0 und 5 km von der Piste entfernt liegen. Das ist natürlich Winterromantik pur ... und noch dazu unkompliziert und gemütlich.

Schneemannbauen gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Kinder.

Sanfter Wintertourismus

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Frühjahr und Herbst – Bitten und Danken Frühling und Herbst gehören auf den Urlaubsbauernhöfen zur Nebensaison. Zu diesen Jahreszeiten säen und ernten die Bäuerinnen und Bauern im Garten und auf dem Feld. Und was ist mit den Gästen? Na, die sind mittendrin und erfahren ganz nebenbei Wissenswertes über die Feldfrüchte. Zudem erleben sie die für die bäuerlichen Familien so typischen Bräuche. Waren Sie schon einmal bei einer Maiandacht vor der Hofkapelle oder beim Erntedankfest dabei? Bitte und Dank sowie Schutz vor Unwetter und Schädlingen – das sind die Anliegen der Bauern, was sie durch verschiedene Bräuche zum Ausdruck bringen. Maiandacht vor der Hofkapelle.

FRÜHLING UND HERBST AM BAUERNHOF Dass zu diesen Jahreszeiten auf den Bauernhöfen wenig los ist, kann man keinesfalls sagen. „Ich hab viele Stammgäste, die genau dann auf meinen Hof kommen“, freut sich Bäuerin Elfi vom Betrieb Mayrhofer in Hofkirchen, im Mühlviertel. Und recht haben sie, die Urlauber. Schließlich können sie im Frühling, wenn die Natur erwacht, der Gastgeberin im Bauerngartl über die Schulter schauen und so, viele Tipps erhalten, wie man Gemüse anbaut. Und wenn die Bäume im Herbst mit ihrer beeindruckenden Farbenpracht locken (mancherorts nennt man das Altweibersommer), helfen die Gäste gerne bei der Ernte. Bei Elfi werden die Erdäpfel (auch Krumpara oder Grumbeeren in manchen Regionen genannt) aus der Erde geholt, Zwetschken müssen geklaubt werden, die Mostbirnen werden in Tonnen eingesammelt, die letzten Tomaten sind zu pflücken. Die Arbeit geht gar nicht aus. Danach geht‘s direkt in die Kuchl, um die frischen Produkte mit den bewährten Rezepten von Elfis Oma zuzubereiten. Es wird eingekocht und eingemacht. Und wenn die Oma gut aufgelegt ist, dann steckt sie der besonders fleißigen Dame aus der Stadt sogar einmal ein altes Rezept zu.

26 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof


REGIONALE BRÄUCHE – INNIG GELEBT In der Osterwoche gibt es auf den Urlaubsbauernhöfen nicht nur viel zu tun, sondern auch vieles zu erleben. Die Bäuerinnen und Bauern lassen die Gäste gerne an ihren Bräuchen teilhaben – und wer will, kann bei den Vorbereitungen helfen. Der Zauber der bäuerlichen Bräuche: Am Gründonnerstag (Antlasstag) wird vielfach Grünes gegessen (Spinat, Kräutersuppe). Die an diesem Tag gelegten Eier gelten als glücksbringend und unheilabwehrend (Antlasseier). Zudem findet ein Leiden-Christi-Singen in Großarl (Salzburg) statt sowie ein Antlasssingen in Traunkirchen (Oberösterreich). Passionsspiele werden in den Kartagen unter anderem in Tresdorf (Kärnten), Erl, Brixlegg und Telfs in Tirol sowie in St. Margarethen (Burgenland) veranstaltet. Allgemein ver-

typisch kärntnerisch, dass wir die Palmkätzchen mit Buchs, Obst, Brezel oder Säckchen mit Saatgut verzieren“, so die Bäuerin. „Nach der Palmbuschenweihe geb ich unseren Palmbuschen immer in den Herrgottswinkel über der Essecke“, verrät die Gastgeberin. Mit den Resten des Palmbesens aus dem Vorjahr wird nicht nur Feuer gemacht – sie werden auch beim Weihbrotbacken und beim Kochen des Weihfleisches verwendet. Das Palmbuschen-Brauchtum hat verschiedene regionale Ausprägungen: In Niederösterreich beispielsweise werden lange Stangen getragen, die mit Buchs und ausgeblasenen Eiern, Maschen und Ketten verziert werden. In manchen Gegenden werden auch Fastenbrezeln oder Äpfel als Dekoration verwendet. Viele Bauern bringen die Palmbuschen im Stall an, um ihre Tiere vor Krankheit und Unheil zu schützen.

Die Kinder tragen den Palmbuschen zur Weihe.

Almabtrieb in Vorarlberg: Rafaela Pröll – Vorarlberg Tourismus

breitet ist das Ratschengehen. Dabei ziehen Kinder (meist Ministranten) mit hölzernen Lärminstrumenten durch die Straßen der Dörfer, um die Gläubigen mit unterschiedlichen Sprüchen an die Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern.

Gutes Gelingen wünscht Bäuerin Maria Stadler vom Bauernhof „Rothstadler“ in St. Aegidi.

BÄUERLICHE DANKFESTE „Mit dem kirchlichen Erntedankfest, bedanken wir uns für eine sicher eingebrachte Ernte, für den Schutz vor Unwettern, Trockenperioden und Schädlingsplagen sowie für die Erhaltung der Bodenqualität“, erzählt uns eine Bäuerin aus Vorarlberg stolz. Ein Symbol dafür ist die Erntekrone, welche die Bäuerinnen vom Dorf oder auch die Landjugend an einem gemütlichen Abend jedes Jahr neu fertigen. Ein weiterer ländlicher Brauch zum Erntedank ist der Almabtrieb – ebenso ein Dankfest der Bauern, Senner und Hirten, wenn das Vieh wieder gesund von der Alm zurück in den Stall kommt. Der Schmuck besteht meist aus Tannenreisig und Alpenblumen, verziert mit bunten Bändern, manchmal mit Flitter und Spiegeln. Die Kühe haben oft, je nach Rangordnung, verschieden klingende Glocken umgehängt. Diese sollten mit ihrem Geläut die feindlichen Dämonen auf dem Abtriebsweg verscheuchen. „Aufgekranzt“ (geschmückt) werden die Tiere nur dann, wenn in diesem Jahr kein Vieh zu Schaden kam und im Bauernhaus, im Tal niemand verstarb. Zu solchen Festen nehmen wir unsere Gäste besonders gerne mit, weil wir auf unsere Tradition stolz sind.

Weitere Rezepttipps gibt‘s unter: www.rezepte.UrlaubamBauernhof.at

Mehr zu Brauchtum und Tradition unter: www.tradition.UrlaubamBauernhof.at

Am Rutarhof in Kärnten zeigt Sonja ihren Gästen gerne das Palmbuschenbinden. „Palmbuschen symbolisieren das Leben. Sie bringen Segen für Haus und Flur und sollen vor Unwettern und Hagelschlag schützen“, erzählt sie. „Es ist

Erdäpfel-Käs Zutaten ½ kg gekochte, mehlige Erdäpfel; 100 g Butter; 1 Zwiebel; Salz, Pfeffer; 1/8 l Sauerrahm, etwas Schlagobers Zubereitung Die gekochten Erdäpfel werden geschält und gerieben, mit Butter, fein gehackter Zwiebel, Salz, Pfeffer, Sauerrahm und Schlagobers nach Bedarf gut vermischt und abgerührt. Mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

Nebensaison und Brauchtum 27


Ursprünglich wurde der Klapotetz zum Vertreiben der Vögel genutzt, heute ist er ein Symbol für die Weinbautradition in der Steiermark.

Die Weinrebe bringt die Götterfrucht Die sanften Hügel im Burgenland, die typischen Terrassenhänge der Wachau in Niederösterreich oder die beeindruckenden Steilhänge in der Südsteiermark – willkommen im Weinland Österreich. Vom traditionellen Weinbauernhof bis hin zur modernen Architektur – in jedem Fall wohnen Sie da, wo der Wein wächst. Der Wein, der vor über 1500 Jahren von den Römern in unser Land gebracht wurde.

EIN BESONDERER TAG IM KELLERSTÖCKL Wissen Sie, was ein Kellerstöckl ist? Im Südburgenland nennt man so die Weinkeller der Winzer. Früher standen sie direkt im Weingarten und dienten der Weinverarbeitung. Mittlerweile sind viele leerstehende Kellerstöckl zu schmucken Ferienhäuschen mit genügend Platz für die ganze Familie umgebaut worden. Das bedeutet unkomplizierten Urlaub mitten in den Weinbergen, mit tollem Rundumblick. Idyllisch gelegen und urig ist das liebevoll renovierte Kellerstöckl am Wintener Berg von Familie Weber (Eberau). Etwa die niedrige Schlafzimmertür erinnert an die Bauweise aus längst vergangenen Tagen.

Die Bauernstube und die Wohnküche lassen jedoch nichts von neuzeitlichem Komfort vermissen. Am Winzerhof erhält man oft auch hauseigene Produkte wie Milch, Kernöl, Apfel- und Traubensaft. Ursprünglich als Geheimtipp für Weine bekannt, bietet man bei Familie Kitzler in Rohrendorf, Niederösterreich, nun auch Genießerzimmer an. Eingebettet in mächtige Lössböden, birgt die Rohrendorfer Kellergasse als längste Kellergasse Österreichs mehr als 70 Weinkeller. Einer davon gehört der Familie Kitzler, die dort viermal im Jahr ihre Gäste mit Wein aus eigenem Anbau und regionalen Schmankerln verwöhnt. JETZT TRINK MA NU A GLASERL WEIN Genuss für alle Sinne erwartet Gäste auf den vielfältigen Winzerhöfen. Erleben Sie echte Abenteuer beim Wandeln in den Lehrpfaden, bei Kellerführungen und Verkostungen edler Tropfen. Sie wollen bei der Produktion dabei sein? Na dann los – schnappen Sie sich die Rebschere! Der Winzer zeigt Ihnen im Weingarten gerne, was zu tun ist! Eine Radel- oder Wandertour durch die langen Weinstraßen oder doch ein Picknick mitten im Weingarten? Sie entscheiden.

28 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof


EIN ECHTER GAUMENSCHMAUS

GUT, DASS DAS BETT NICHT WEIT WEG IST Die Winzerfamilien haben zum Teil einen Heurigen oder eine Buschenschenke direkt am Hof. Da geht‘s lustig zu! Neben dem passenden Tropfen gibt‘s hier regionale Schmankerl wie Grammeln oder köstliche Aufstriche. „An Speckteller oder a warme Delikatesse, des Glaslfleisch, Hauswirschtl vom Moorochsen oder ein warmes Brot mit geräucherter Forelle kann ich euch bringen.“ Ja bitte, eine Kostprobe von allem. Zudem locken viele Wein-Spezialitäten. Irgendwie müssen wir ein wenig an den Geschmack von Waldbeeren denken, als wir ein Vierterl vom Uhudler kosten. Dabei handelt es sich um einen Wein, der ausschließlich im Südburgenland erzeugt wird. Ein Rosé aus verschiedenen Traubensorten, mit seinem charakteristischen Geschmack, dem Foxton. Nachahmer, die nicht im Südburgenland erzeugt wurden, dürfen sich keinesfalls Uhudler nennen – da ist der Weinbauer streng. Sie heißen dann Juhudler. Oder wie wär´s mit einem Achterl traditionellen Schilcher zum Beispiel, einem Hochgenuss aus der Steiermark. Diese Gegend ist durch ihre Klapotetzen unverkennbar! Was das ist? „Es soll die Vögel vom Naschen an den Trauben abhalten“, schmunzelt Karl, der Winzer vom Weingut Schauer in Kitzeck. Oder wie wäre es mit der süßesten Versuchung des Herbstes? Dem Sturm, einem g‘schmackigen Traubenmost. Beim Anstoßen mit dem Jungwein sagt man „Mahlzeit“, erklärt

WEISST DU, WARUM DER WINZER MIT DER KERZE IN DEN WEINKELLER GEHT? Wenn im Herbst Gärzeit ist, sollte man nur mit dem Kellermeister und einer brennenden Kerze in den Keller gehen. Erlischt die Kerze wegen des aus Gärung entstehenden Kohlenmonoxids, muss man den Keller sofort verlassen.

der Winzer. Und wenn man zu tief ins Glas geschaut hat, braucht man nur einmal umfallen und schon liegt man im kuscheligen Bett. Also gut – dann, Prost-Mahlzeit!

URLAUB AM WINZERHOF 290 spezielle Genuss- und Gourmetangebote. Wohnen im urigen Kellerstöckl oder im exklusiven Winzerzimmer in modernem Architekturbau. Bodenständiges Ambiente und heimeliges Gefühl bei einer deftigen Jause in der Buschenschenke oder beim Heurigen und Verkostungen edler Weine in der hofeigenen Vinothek. Alles ist möglich zwischen Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark. www.UrlaubamWinzerhof.at

Urlaub am Winzerhof 29


Landwirtschaft in Österreich

IM WANDEL DER ZEIT

Karl Buchgraber, aufgewachsen auf einem Bauernhof in der Oststeiermark, ist Leiter des Institutes für Pflanzenbau und Kulturlandschaft an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und Lehrauftragter an der Universität für Bodenkultur, an der Freien Universität Bozen und an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Bekannt als „Grünlandpapst“ liegt ihm die bäuerliche Welt und die Natur besonders am Herzen. Sein erworbenes Wissen und seine Erfahrungen teilt er gerne mit Interessierten. BABYPAUSE AUCH FÜR KÜHE In der Zeit, wo sich die Mutterkühe auf das Kalb vorbereiten, 60 Tage im Jahr, werden sie nicht gemolken. Kühe sollten jedes Jahr ein Kalb geben, Schafe zwei bis drei Lämmer, Ziegen ein bis zwei Kitze und die Pferde ein Fohlen.

30 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof

WIE VIELE BAUERNHÖFE GIBT ES IN ÖSTERREICH? „In Österreich haben wir es mit vielen kleinen Bauernhöfen zu tun. Im Durchschnitt werden auf den 170.000 Bauernhöfen rund 20 Hektar Fläche bewirtschaftet“, erzählt Herr Buchgraber. Ein wenig ernüchternd, wenn man bedenkt, dass es in den 50er Jahren noch 430.000 Höfe waren. 100.000 Betriebe führen Grünlandwirtschaft mit Rindern, Schafen, Pferden und Ziegen, 70.000 Betriebe sind Acker-, Gemüse-, Wein- und Obstbauern.


DIE LANDWIRTSCHAFTLICHE ARBEIT – EINST ... „Die Landwirte vor 50 Jahren mussten körperlich sehr schwer arbeiten. So wurde auch im Berggebiet Österreichs auf jedem Hof Ackerbau betrieben – und das bis auf 1.300 m Seehöhe“, so Karl Buchgraber. „Sogar in steilen Lagen wurden Kartoffeln, Kraut und Getreide angebaut. Die kleinen, oft steilen Äcker wurden mit Mist gedüngt, mühsam mit Ochsen oder besser mit Pferden als Zugtier. Geerntet wurde mit Sense und Sichel“, erzählt er weiter. Wofür haben die Bauern damals hauptsächlich gearbeitet? „Lange Zeit wurden die Bauernhöfe zur Selbstversorgung der Familie, der Knechte und Mägde betrieben. Durch den Verkauf der Produkte, welche am Hof hergestellt und im Dorf verkauft wurden, konnten Zucker und Salz zugekauft werden. Für die Kleidung wurde am Hof Hanf und Flachs angebaut. Daraus wurde dann das Leinen auf den Höfen gewoben und zu Kleidung verarbeitet“, antwortet Karl Buchgraber. ... UND HEUTE Auch wenn Elektronik und Kommunikationstechniken auf den Bauernhöfen voll Einzug halten – Bauer sein heißt auch heute noch: Arbeit – 7 Tage die Woche. Die Obacht über die Natur und das Wissen über die richtige Pflege der Tiere wurde über Generationen hinweg weitergegeben – das kann keine Maschine ersetzen. „Heute ist es den Bauern möglich, sich die körperliche Arbeit ein wenig zu erleichtern – Computer, Traktoren, Melkmaschinen, Pressen, Heuwender, Schwader u.v.m. fehlen auf keinem Hof mehr“, so Herr Buchgraber. BERUF „LANDWIRT“ – DIE ENTWICKLUNGEN 4 % der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft, seit 1960 ist die Zahl um 80 % gesunken. Ca. ein Drittel der Betriebe wird von der Bäuerin geführt, in ca. 65 % der Betriebe geht der Bauer oder die Bäuerin einem anderen Beruf nach. Dazu zählt auch Urlaub am Bauernhof. Diese Zahl ist recht hoch, weil aus der kleinstrukturierten Land-

Einst wurde von Hand in den Eimer gemolken. Heute übernehmen das Melkmaschinen.

wirtschaft vielfach nur geringe Einkommen erwirtschaftet werden können. Ein durchschnittlicher landwirtschaftlicher Betrieb ernährt heute statistisch ca. 100 Personen. 21.000 Betriebe wirtschaften ürbigens biologisch. HEUTIGE ANFORDERUNGEN AN DIE BAUERN

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Herstellung von qualitativ hochwertigen und gesunden Produkten.

• • •

Ein sorgsamer Umgang mit Boden und Wasser. Die artgerechte Haltung der Nutztiere.

Pflege und Erhaltung einer lebenswerten Umwelt und Kulturlandschaft.

Buchtipp: Erlebnis Bauernhof – mit Freude und Neugier Natur und Landwirtschaft begegnen Autoren: Karl und Florian Buchgraber

HÖFE, DIE GESCHICHTE(N) ERZÄHLEN Der seit 1982 organisch geführte Bio-Bauernhof liegt malerisch eingebettet in der sonnendurchfluteten Beckenlandschaft des Lungaus und erzählt allein durch seine Aura von jahrhundertealter bäuerlicher Tradition. Das Suppangut in Mariapfarr ist ein „Erbhof“ und wird bereits von der siebten Generation bewirtschaftet. Erstmals wurde er 1272 erwähnt. Damals gehörte es zur Burg Pichl, von der noch heute die Seitenmauern und der Keller stehen. Was das Suppangut mit dem berühmten Stille-Nacht-Lied zu tun hat und viele weitere Geheimnisse, erfahren Gäste bei ihrem Aufenthalt. TIPP: AM SUPPANGUT „JA“ ZUEINANDER SAGEN Werden Sie Teil der Geschichte und heiraten Sie in der hofeigenen Kapelle in historischem Ambiente, in der bereits über 66 Hochzeiten stattfanden.

Landwirtschaft im Wandel der Zeit 31


Da ist was los, wenn die Gäste ausschwärmen!

Wer sich frei in der Natur bewegen will, ist bei einem Urlaub am Bauernhof genau richtig. Die Aktivitäten sind so vielfältig, dass bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei ist: Wandern, Spazierengehen, Reiten, Schwimmen, Fischen, Radeln, Ausflüge machen, Sehenswürdigkeiten besuchen, sich einfach nur erholen u.v.m. Hier kann man das machen, was einem Spaß bereitet. Weil die bäuerlichen GastgeberInnen einen unkomplizierten Urlaub versprechen – und das auch halten.

32 Hofzeit | Urlaub am Bauernhof

RAUS IN DIE NATUR Was ist denn das? Aha, der Hahn kräht. Lustig, wie er um seine Hühnerschar stolziert. Jetzt aber schnell rein ins Gewand – der Gedanke an die frische Marmelade von Bäuerin Michaela (Pesbichlhof) aus Goldegg im SalzburgerLand lässt uns zum Frühstück eilen! „Ihr packt heute eine Wanderung an, oder?“, fragt uns Michaela, während sie uns frischen Kaffee einschenkt und ein Frühstücksei hinstellt. Ja genau – alleine das Panorama aus unserem Fenster treibt uns rauf auf den Berg. „Schaut’s bitte nochmal zu mir, bevor ihr aufbrecht – ich hab noch was für euch“, sagt die freundliche Gastgeberin. Sie hat uns ein Jausensackerl voll regionaler Gustostückerl vorbereitet. Und eine Karte zur Orientierung gibt‘s auch dazu. „Wenn ihr wollt, kann ich mit euch das erste Stück bis zum Wald gehen – ich möchte eh ein paar Schwammerl (Pilze) fürs Mittagessen holen“, verrät Michaela. Ja gerne! „Ich hab das Schwammerlplatzerl direkt vor der Tür“, freut sich die Bäuerin und zeigt uns die Eierschwammerl (Pfifferlinge). „Ich schneide den Stiel ab, damit wieder welche nachkommen“, erklärt sie uns. Eifrig beginnen auch wir nach den Eierschwammerln zu suchen – da ein ganzer Fleck! Wir schneiden


Auf den Bauernhöfen findet man teilweise auch eigene Badeteiche.

noch ein paar ab. „So, die reichen fürs Essen. Den Rest lassen wir stehen“, erklärt die Bäuerin. Dann geht Michaela wieder zum Hof zurück, um das Mittagessen vorzubereiten. Und wir starten unsere Wanderung. REIN INS VERGNÜGEN Heute ist es ziemlich heiß, da bietet es sich an, den hofeigenen Badeteich von Familie Pölzl aus dem Waldviertel, Niederösterreich, zu nutzen. „Wollt ihr das Schlauchboot nehmen – dann bring ich es euch aus der Hütte“, bietet uns Bäuerin Manuela an. Oh ja, der Schwimmteich ist so groß, dass man hier auch eine kleine Bootsfahrt machen kann. Das Wasser hat eine angenehme Temperatur und auch die Liegewiese ist gepflegt und gemütlich. Zu Mittag gibt’s einen reichhaltigen Picknickkorb – einfach toll. Später hat der Bauer noch eine Überraschung für unsere Jungs, hat er gesagt. Am Abend, wenn es dann kühler ist und die anderen Gäste schon ihre Zimmer aufgesucht haben, dürfen wir mit mit Manuelas Mann noch fischen gehen. Unsere Buben sind ganz fasziniert. Später grillen wir dann unsere ersten selbst gefangenen Fische mit den Gastgebern. RAUF AUFS PFERD ODER DOCH AUFS RAD? Bäuerin Helga vom Ortnerhof in Osttirol holt uns die Ponys von der Weide. Dann dürfen Anna und David, Pony Meggy und die Minipferdchen Balu und Paulina striegeln. Helga zeigt unseren Kindern geduldig, wie es geht. Während eine fortgeschrittene Gruppe zum Ausritt aufbricht, zeigt die Bäuerin unseren Kleinen das Satteln und Aufsitzen. „Mama schau – ich sitze auf dem Pony“, ruft Anna glücklich. Nachdem beide bestens unterhalten sind, brechen wir zu einer Radtour auf. Der Bauer hat uns schon zwei Räder hingestellt. „Oder magst lieber a E-Bike“, fragt mich der Gastgeber schmunzelnd und zeigt auf den stark ansteigenden Hügel. Ja gut, dann kann ich mich doch auch viel besser auf die Natur konzentrieren. Am Abend fallen wir nach einem guten Abendessen auf der Sonnenterrasse müde in unsere weichen Tuchenten. Wir haben noch so viel vor am Ortnerhof – wenn nur der Urlaub nicht so schnell vergehen würde!

LEGT DIE HENNE AUCH EIER, WENN KEIN HAHN DA IST? Im Grunde werden ja Eier produziert, um Nachkommen zu bekommen, doch eine Henne benötigt in der Tat keinen Hahn, damit sie Eier legen kann. Ein männliches Tier braucht man nur, wenn aus den Eiern dann auch Küken schlüpfen sollen. Eine Henne brütet übrigens 21 Tage.

URLAUB AM REITERBAUERNHOF UND HÖFE MIT REITMÖGLICHKEIT Urlaub am Bauernhof bietet österreichweit ca. 120 Reiterbauernhöfe und Höfe mit Reitmöglichkeit. Anfänger können hier den Umgang mit dem Pferd und das Reiten auf Schulpferden erlernen. Reit- und Springplätze stehen auf den meisten dieser Höfe zur Verfügung. Für fortgeschrittene Reiter werden geführte Ausritte angeboten. Zudem gibt es die Möglichkeit auf ausgewählten Reiterbauernhöfen sein eigenes Pferd einzustellen. PÄDAGOGISCHES & THERAPEUTISCHES REITEN Pädagogisches Reiten ist der ideale Einstieg in den Reitsport. Der richtige Umgang mit Pferden wird spielerisch vermittelt. Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen. Es entsteht Vertrauen zu den Tieren, was die Balance von Respekt und Selbstbestimmung vermittelt. Therapeutisches Reiten ist für alle Altersgruppen gedacht, die unter körperlichen, seelischen oder sozialen Problemen leiden. www.reiter.UrlaubamBauernhof.at

Aktive Urlaubsfreuden und Reiterhöfe 33


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