P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien
Prävention der Periimplantitis – 04 3 | 2016
CMD: Eine häufige Folge von Stress – 12 EACH-Meeting: Forschung jenseits der Grenzen – 22
Das Journal der Universitätszahnklinik Wien
DigitaleR Workflow Die neue Spezialambulanz für digitale Zahnheilkunde unterstützt mit Know-how auf dem neuesten Stand
Editorial
Sehr geehrte LeserInnen!
U
nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien. Das neue Logo, das Sie am Cover sehen, ist Teil des grafischen Relaunches der Universitätszahnklinik Wien, mit dem auch der Name Bernhard Gottlieb Zahnklinik Geschichte ist.
Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.
Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Vorstand
Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf der neuen Spezialambulanz für digitale Zahnheilkunde, die im September ihren Betrieb aufgenommen hat. Sie wird die anderen Fachbereiche im Workflow von der Diagnose über die Therapieplanung bis hin zur Umsetzung mit modernen Geräten und Know-how auf dem neuesten Stand unterstützen.
Ein weiteres Thema dieser Ausgabe ist die Prävention der Periimplantitis. Mit der steigenden Zahl der Implantat patientInnen gewinnt auch die Periimplantitis immer mehr an Bedeutung. Regelmäßige Recall-Sitzungen und gute Mundhygiene sind der Schlüssel zur Prävention.
Wir möchten Sie mit unserem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen – zum Wohle der PatientInnen.
Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätszahnklinik Wien GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43-1-40 070, Fax: +43-1-40 070 3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung), Bettina Benesch, Mag. Andrea Fallent, Mag. Jutta Maucher, Christina Zankl Grafik & Produktion: Julia Proyer Verlagsleitung: Mag. Peter Morawetz Designkonzept: Julia Proyer Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik Wien GmbH ist eine 100-%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert ZahnärztInnen, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.
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Inhalt
Inhalt
04
Forschung 04 Periimplantitis: Mundhygiene und Recall-Sitzungen als Schlüssel zur Prävention 07 Karl Donath Laboratory for Hard Tissue and Biomaterial Research: Vom Wesen der Knochen
Praxis 08 Digitales Kompetenzzentrum: Neue Spezialambulanz unter stützt mit modernsten Geräten und Know-how auf dem neuesten Stand
08
12 Craniomandibuläre Dysfunk tion (CMD): Eine häufige Folge von Stress
Menschen 14 Mit strahlendem Lächeln: Die Universitätszahnklinik Wien hat ihre eigene Band 15 Buchtipp: Endodontic Diagnosis, Pathology, and Treatment Planning
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16 Kluge Köpfe
Lehre 18 IADR 22.–25. 6: ExpertInnen aus Wien präsentierten ihr Wissen in Seoul 20 Facts über die Universitätszahn klinik Wien: Fachbereiche, Ambulanzen, Öffnungszeiten
22
21 In memoriam Univ.-Prof. DI Dr. Johann Wernisch 22 EACH-Meeting: Forschung jenseits der Grenzen
In den Kalender SOLA Modul II (Laser-Workshop) In Kooperation mit Pluradent Austria Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 20.–22. 10. 2016 Registrierung: Beginn 8.30 Uhr Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: m.mueller@pluradent-austria.at ZFP-Fortbildung: 21 Punkte 37. Burgenländische Herbsttagung „Spezialgebiete im Fokus: Kiefergelenk, Chirurgie, Parodontologie“ Kongresspräsident: Prof. Dr. Herbert Haider, Landeszahnärztekammer Burgenland Datum: 10.–12. 11. 2016 Ort: Seehotel Rust, Am Seekanal, 7071 Rust Information: www.zukunft-zahn.at ZFP-Fortbildung: 20 Punkte Basiskurs Implantologie Einführung in die Implantatbehandlung mit Live-OPs Leitung: Ao. Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm Datum: 11. 11. 2016 Uhrzeit: 7.30–16.00 Uhr Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: oralechirurgie-kurse@meduniwien.ac.at, 01 40 070 4101 ZFP-Fortbildung: 11 Punkte Wiener KFO-Symposium „Biomechanik“ Vortragende: O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon, Dr. med. dent. et univ. Heinz Winsauer Datum: 2. und 3. 12. 2016 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Online-Registrierung: www.kfo-symposium.at ZFP-Fortbildung: 18 Punkte
DentUnique 3/2016 03
Forschung
04 DentUnique 3/2016
Forschung
Zirkulärer periimplantärer Knochendefekt bei Periimplantitis Regio 16
Implantatlängsfraktur als Ursache für periimplantäre Läsion 36
Teil 1:
Prävention der Periimplantitis Mit den ersten dentalen Implantaten entstanden erstmals auch periimplantäre Erkrankungen. Heute steigt die Zahl der ImplantatpatientInnen stetig, und so gewinnt auch die Periimplantitis immer mehr an Bedeutung. Gute Mundhygiene und regelmäßige Recall-Sitzungen sind der Schlüssel zur Prävention.
D
ie Periimplantitis wird definiert als die Summe aller destruktiven inflammatorischen Prozesse um osseointegrierte Implantate in Funktion. Die Folgen sind periimplantärer Knochenverlust und periimplantäre Taschenbildung. Über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren sind zehn Prozent der Implantate und 20 Prozent der PatientInnen von Periimplantitis betroffen.
Vorstufe Mukositis Jeder Periimplantitis geht eine periimplantäre Mukositis voraus, die allerdings in den meisten Fällen völlig reversibel ist. Positive klinische Befunde wie Blutung auf Sondierung ohne radiologisches Äquivalent an Knochenverlust ist als periimplantäre Mukositis eindeutig definiert und je nach Autor an 50 bis 90 Prozent der Implantate und 80 Prozent der Pati-
entInnen zu finden. Dieser Zustand ist absolut reversibel und muss dringend behandelt werden, da er sonst in eine Periimplantitis übergehen kann. Hier besteht absoluter Konsens über den dringenden Handlungsbedarf im Sinne der Vermeidungsstrategie einer Periimplantitis. ‣
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Forschung
Der prothetische Fehler: Zementreste als Ursache für Periimplantitis
Der chirurgische Fehler: Weniger ist oft mehr – Inadäquate Implantatpositionierung als Prädisposition
Prophylaxe statt Therapie Chirurgische Fehler können eine Ursache der Periimplantitis sein. Dazu gehören etwa zu geringer Abstand zu Implantaten und Nachbarzähnen, zu tiefe Implantatposition sowie Implantation in inadäquates knöchernes Lager (buco-ling/pal. Distanz). Ebenso erwähnenswert ist der prothetische Fehler: Hier gilt es durch harmonische Gestaltung der Suprastrukturen hygienefähige Aufbauten zu produzieren. Bei zementierten Versorgungen ist die Zementrestentfernung ein wesentlicher Aspekt in der Erhaltung der periimplantären Gesundheit.
Ebenso sind patientInnenbezogene Faktoren zu beachten und in die Vermeidungsstrategie oder Therapieansätze zu integrieren. Beachtenswert sind allgemeinmedizinische Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus und Xerostomie, aber auch insbesondere aggressive parodontale Erkrankungen sowie genetische Prädisposition. Die höchsten, allerdings vermeidbaren Risiken sind nach wie vor schlechte Mundhygiene und Rauchen. Weiters hat im Sinne einer lebenslangen Erhaltungstherapie auch die regelmäßige Implantat-Recall-Kon-
Das Team Prof. DDr. Christian Ulm, Fachbereichsleitung Orale Chirurgie Dr. Christoph Arnhart, Fachbereich Orale Chirurgie DDr. Gerlinde Durstberger, Fachbereich Zahnerhaltung und Parodontologie
06 DentUnique 3/2016
trolle als Screening-Methode für periimplantäre Mukositis großen Wert. Denn hier können entsprechende Schritte zum Gesunderhalt der periimplantären Gewebe gesetzt werden. Lesen Sie in der kommenden Ausgabe: Die Therapie der Periimplantitis • Literatur beim Autor: Dr. Christoph Arnhart, Orale Chirurgie, Universitätszahnklinik Wien. christoph.arnhart@meduniwien.ac.at
Forschung
Vom Wesen der Knochen Das Team des Karl Donath Laboratory for Hard Tissue and Biomaterial Research beschäftigt sich mit der Frage, wie orale Implantate noch besser mit dem Knochen verbunden werden können. Darüber hinaus untersuchen die MitarbeiterInnen einen anthropologischen Schatz: 40 Kinderschädel aus dem 19. Jahrhundert helfen beim Verstehen der Wachstumsprozesse im menschlichen Kiefer.
Kinderschädel aus dem Jahr 1833. Sie stammen aus dem Wiener Findelhaus und werden heute im Museum der Zahnklinik aufbewahrt. Von den Kindern sind das genaue Alter und die Krankheiten bekannt, an denen sie verstorben sind. Die Schädel werden für Studien über die frühkindliche Entwicklung oraler Strukturen verwendet
Foto: Karl Donath Labor für Hargewebs- und Biomaterialforschung
D
ie orale Implantologie ist im Grunde gut erforscht – dennoch sind Fragen offen. Mit ihnen beschäftigt sich das Team rund um Mag. Stefan Tangl vom Karl Donath Laboratory for Hard Tissue and Biomaterial Research. Entsprechend liegt der Forschungsfokus der präklinischen und klinischen Arbeit auf drei Aspekten: • Verbessertes Knochenangebot mithilfe von Augmentationsmaterialien • Zuverlässige Integration und dauerhafte Belastbarkeit von dentalen Implantaten im Kieferknochen durch Optimieren von Implantatformen und -oberflächen • Verbesserte Knochenregeneration und Osseointegration durch Wachstumsfaktoren und Zellen
Basis der Forschungsarbeit ist die Herstellung von histologischen Präparaten aus Knochen und Implantatwerkstoffen nach der Trenn-Dünnschliff-Technik. Dabei werden die Proben in Acrylglas gegossen, mit diamantbeschichteten Sägeblättern
geschnitten und anschließend extrem dünn geschliffen. Federführender Entwickler dieser Methode war der 2010 verstorbene deutsche Oralpathologe und Biomaterialforscher Karl Donath, der eng mit der Universitätszahnklink Wien zusammengearbeitet hat. Ihm zu Ehren trägt das Labor seinen Namen.
Einzigartige Schädelsammlung Weiters im Fokus des Teams ist die anthropologische Forschung: Den Wissenschaftern steht die sogenannte Terzer-Sammlung zur Verfügung: 40 Schädel von 1833 in einem Wiener Findelheim verstorbenen Babys und Kindern. „Die Sammlung ist für die Forschung besonders wertvoll und interessant, da die Entwicklung und das Wachstum des Knochens untersucht werden können“, erklärt Stefan Tangl. Röntgenologische Untersuchungen an lebenden Kindern sind unmöglich, da die Strahlenbelastung zu groß wäre. Das Team forscht seit zwei Jahren an der Sammlung. Bisher wurden die Zah-
nentwicklung und die Entwicklung des Nervenkanals im Unterkiefer erforscht sowie die gerichtsmedizinische Sterbealtersbestimmung. Geplant ist derzeit ein Forschungsprojekt gemeinsam mit der Kieferorthopädie der Universitätszahnklinik Wien: Es ist bekannt, dass sich während des Wachstums die Art und Weise des Schluckens bei Kindern verändert. Eine Rolle dabei spielt möglicherweise das Volumen des Mundraums. Ob diese Hypothese hält und/oder andere Faktoren eine Rolle spielen, wollen die Forscher mithilfe der Terzer-Sammlung herausfinden. •
Das Team Mag. Stefan Tangl, Leitung Patrick Heimel, MSc., Histomorphometrie Toni Dobsak, Histomorphometrie, 3D-Visualisierung, EDV
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Praxis
Digitales Kompetenzzentrum Im September 2016 nahm die neue Spezialambulanz für digitale Zahnheilkunde ihren Betrieb auf. Sie wird die anderen Fachbereiche im Workflow von der Diagnose über die Therapieplanung bis hin zur Umsetzung mit modernen Geräten und Know-how auf dem neuesten Stand unterstützen.
Univ.-Ass. Dr. Christoph Kurzmann, der Leiter der neuen Spezialambulanz für Digitale Zahnheilkunde, mit Univ.-Ass. DDr. Polina Kotlarenko und Zahntechnikmeister Tom Vaskovich (v.l.)
08 DentUnique 3/2016
Praxis
Intraoralscanner: Handstück mit Darstellung der intraoralen Situation am Bildschirm
D
igitale Technologien verändern nicht nur unseren Alltag. Auch in der Zahnheilkunde sind sie die Voraussetzung für zeitgemäße Lösungen zur einfachen, schnellen und wirtschaftlichen Versorgung zahlreicher Indikationen. Egal ob Online-Verwaltung, elektronische Patientenakten oder Workflow von Diagnose und Therapieplanung: Digitale Verfahren tragen dazu bei, Arbeitsabläufe zu vereinfachen, Behandlungszeit einzusparen und nicht zuletzt auch den Komfort für die PatientInnen zu erhöhen. Weiterentwicklung als neue Herausforderung „Derzeit entwickeln sich digitale Technologien in der Zahnmedizin rasant weiter. Die Anwendung des digitalen Workflows hat sich sowohl in
der Chairside-Anwendung als auch in der Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker etabliert“, erklärt Univ.-Ass. Dr. Christoph Kurzmann, der die Spezialambulanz mit Unterstützung von Zahntechnikmeister Tom Vaskovich leitet. „Die zunehmende Digitalisierung und neue, komplexe Möglichkeiten in der restaurativen Zahnmedizin erhöhen natürlich auch gleichzeitig die Anforderungen an Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie ZahntechnikerInnen.“ Hier sieht sich die Spezialambulanz für digitale Zahnheilkunde als wichtige Anlauf- und Schnittstelle für KollegInnen der Universitätszahnklinik Wien wie auch für niedergelassene ZahnärztInnen, die ihre PatientInnen z. B. für die Therapieplanung überweisen. Zur Verfügung stehen dabei die entsprechende Hard- und Software, die immer auf dem neues-
ten technischen und wissenschaftlichen Stand gehalten werden. Weiters werden KollegInnen der anderen Fachbereiche laufend eingeschult und mit den Systemen vertraut gemacht, „mit dem Ziel, dass der digitale Workflow in Zukunft täglicher Standard an der Universitätszahnklinik Wien wird“, so Vaskovich.
Digitale Arbeitsprozesse Unter „digitaler Zahnmedizin“ versteht man allgemein computergestützte bzw. digitalisierte Arbeitsprozesse innerhalb der zahnärztlichen Therapie. Digitalisierung bedeutet hier vor allem gesteigerte Präzision, reproduzierbare hohe Qualität (z. B. bei Zahnersatz), Sicherheit durch virtuelle Vorplanung und Kosteneffizienz sowie Reproduzierbarkeit (aufgrund des vorhandenen Datensatzes). ‣ DentUnique 3/2016 09
Praxis
„Ziel digitaler Zahnmedizin ist, möglichst viele Daten und Arbeitsschritte der Therapie zu digitalisieren und entsprechend am Computer und mithilfe geeigneter Software und Maschinen zu verarbeiten“, erläutert Vaskovich. „Zudem erfordern moderne zahntechnische Werkstoffe, vor allem Zirkonoxidkeramik, aber auch Titan, die Nutzung der CAD/CAM-Fertigungstechnik (Computer-Aided Design/ Computer-Aided Manufacturing).“ Die Anwendungsgebiete der digitalen Zahnheilkunde sind weit gestreut: Insbesondere profitieren Implantologie und Prothetik, Traumatologie, MKG-Chirurgie und Kieferorthopädie von den innovativen Möglichkeiten. Neben der Entwicklung zum „virtuellen Patienten“ durch Computerunterstützung sorgen die digitale Praxis und das digitale Zahntechniklabor für die lückenlose Vernetzung der organisatorischen, klinischen und verwaltungstechnischen Abläufe.
Digitale Implantatabformung einer Einzelzahnkrone mit ScanAbutment bei Sofortimplantation
10 DentUnique 3/2016
Wesentliche Vorteile des volldigitalen Workflows Konventionelle Arbeitsschritte wurden nun schrittweise digitalisiert und vereinfacht. • CAI – Computer Aided Impressioning: Bei Nutzung eines lichtoptischen Intraoralscanners entfällt der konventionelle Abdruck – ein Komfort, den PatientInnen besonders zu schätzen wissen. Auch bei parodontal vorgeschädigten Zähnen, TraumapatientInnen und PatientInnen mit Würgereiz und eingeschränkter Mundöffnung wird die digitale Abformung heute vorzüglich angewendet. Mit den Daten eines Gesichtsscanners und dem Intraoral-Ganzkieferscan lässt sich das ästhetische Gesamtbild von Gesicht, Knochen und Zähnen kontrollieren. • CAD – Computer Aided Design: In den vergangenen Monaten wurde die digitale Bissnahme laufend verbessert. Auch das Arbeiten mit dem virtuellen Artikulator wird ständig weiterentwickelt. So ist es heute möglich, die Daten aus der Achsiographie in die Laborsoftware zu übernehmen
Praxis
und die prothetische Rehabilitation computerunterstützt zu realisieren. • CAM – Computer Aided Manufacturing: Derzeit liegt der Schwerpunkt auf subtraktiven Verfahren. Schleifen, Fräsen und Drehen decken den Großteil aller Indikationen im Zahntechniklabor ab. Additive Verfahren – 3DDruck – ergänzen aber immer stärker digitale Herstellungsprozesse. Somit werden Ästhetik und Funktion mit zunehmender Digitalisierung voraussagbarer! •
Das Team
Einsatz digitaler Technologien bei prothetischer Restauration
Univ.-Ass. Dr. Christoph Kurzmann Univ.-Ass. DDr. Polina Kotlarenko Zahntechnikmeister Tom Vaskovich
Universitätszahnklinik Wien GmbH www.unizahnklinik-wien.at
O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon Leiter Bereich für Kieferorthopädie www.kfo-symposium.at
O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon
Dr. med. dent. et univ. Heinz Winsauer
Wiener KFO-Symposium „Biomechanik“ Fr. 2. 12. 2016 (11.00-17.00 Uhr), Sa. 3. 12. 2016 (9.00-17.00 Uhr) Kursort:
Informationen:
Online-Registrierung:
Universitätszahnklinik Wien GmbH Großer Hörsaal und Seminarräume Ebene 1 Sensengasse 2a, 1090 Wien
Maria Strobl, Tel.: +43 1 40 070-4301 E-Mail: [maria.strobl@meduniwien.ac.at]
www.kfo-symposium.at
Bei Fragen zur Anmeldung kontaktieren Sie bitte Frau Heike Faustmann unter Tel.: +43 1 588 00 534 oder per E-Mail: [heike.faustmann@austropa.at]
Das Wiener KFO-Symposium „Biomechanik“ ist mit 18 Fortbildungspunkten der Österreichischen Zahnärztekammer approbiert.
Praxis
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Eine häufige Folge von Stress Leitsymptome von Funktionsstörungen sind Schmerzen in den Kiefergelenken bzw. der Muskulatur, Gelenksgeräusche, Muskeldruckdolenzen und Parafunktion. Neben vielen anderen Ursachen scheint Stressbelastung eine große Rolle zu spielen.
Tab. 1: Klinische Anamnese
Tab. 2: Zahnärztliche Anamnese
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Anamnese, klinische und instrumentelle Diagnostik Bei der medizinischen Anamnese (Tab. 1) sollten auch psychische Probleme wie Depression, Panikattacken, Angststörungen und Gelenksprobleme, Polyneuropathien und ev. assoziierte Syndrome wie Fibromyalgie oder chronisches Fatigue-Syndrom berücksichtigt werden. Bei der zahnärztlichen Anamnese (Tab. 2) werden zahnbezogene bzw. funktionelle Probleme nachgefragt. Weiters sollten Faktoren wie Traumen, OP/ITN, Gelenksprobleme, Veränderungen der Okklusion, Parafunktionen, Habits, Beruf, Autofahrgewohnheiten, vorangegangene Otitis media, Geburtstraumen, Stress und Schlafposition erhoben werden. Neben der Gewichtung des Schmerzes – bei Ruheschmerz, Schmerz bei Belastung und maximalem Schmerz – können Häufigkeit, Qualität und Schmerzzeitpunkt wichtige Hinweise auf die Schmerzgenese geben. Ein Schmerzmaximum am Morgen spricht für nächtliche Parafunktion, abendlicher Schmerz für Berufsstress und Parafunktion (Pressen) tagsüber. In der klinischen Funktionsanalyse werden neben einem neurologischen Gesichtsbefund und den Grenzbewegungen des Unterkiefers die Druckdolenzen der Kiefergelenke und Kaumuskulatur erhoben. Die instrumentelle Diagnostik kann mittels Achsiographie wichtige zusätzliche Informationen liefern. Bildgebende Diagnostik Als Standard in der Kiefergelenksdiagnostik gilt die Magnetresonanztomographie: Sie er-
Praxis
Abb. 1a
Abb. 1b
Abb. 1c
Abb. 1d
Abb. 1 a–d: Aufbissbehelfe sollten in Referenzposition im Artikulator hergestellt werden und gleichmäßige Kontakte im Seitzahnbereich (nur Stampfhöckerkontakte, Vermeidung von Scherhöckern, frontal seidenweich) sowie eine FrontEckzahnführung aufweisen. Die Kontakte sollten punktförmig und eindeutig sein, allerdings ist dabei ein „Einsperren“ zu vermeiden.
möglicht neben der Beurteilung der knöchernen Strukturen eine gute Darstellung des Knorpelgewebes. Bei T2gewichteten Aufnahmen können auch Flüssigkeitsansammlungen (Erguss) diagnostiziert werden.
Die Diagnosen können nach RDC/ TMD (Research diagnostic criteria)Kriterien in myogene Dysfunktionen, Diskusverlagerungen und andere Gelenkserkrankungen unterteilt werden. Prinzipiell unterscheidet man
zwischen intra- und extrakapsulären Erkrankungen. Zu ersteren zählen Arthritiden, Arthrosis deformans, Diskusperforation, Diskusverlagerung, Kompression/Distraktion, Limitation, Tumore und Frakturen. Extrakapsulär sind Neuralgien, Costen-Syndrom, Tinnitus/Hörsturz, Kopfschmerz (Migräne, Bing Horton), Masseterhypertrophie, Eagle-Syndrom, nicht gelenksbezogene Entzündungen (Otitiden, Sinusitiden), Frakturen, Sialolithiasis und psychische Erkrankungen.
Zur Person A.o. Univ.-Prof. DDr. Martina Schmid-Schwap ist Spezialistin für Funktionsdiagnostik und -therapie im Fachbereich für Prothetik der Universitätszahnklinik Wien
Interdisziplinärer Therapieansatz Als initiale Therapie kommen Schmerzmedikation, Akupunktur und physikalische Methoden (Hitze, Kälte, Bestrahlung, TENS, Muskelrelaxa tion) infrage. Für die kausale Therapie muskulärer Probleme stehen Verhaltenstherapie, Entspannungstherapie, Biofeedback, physikalische Therapie, Physiotherapie, Osteopathie und eine Therapie mittels Myopathieschiene zur Auswahl. Bei entzündlichen Gelenkserkrankungen ist eine medikamentöse Therapie angezeigt, bei Diskusverlagerungen bewährt sich die Physiotherapie. Bei osteoarthrotischen Veränderungen ist auf eine gute posteriore okklusale Abstützung zu achten.
Therapie mittels Aufbissbehelfen Neben einer Vertikalisierung kann durch Aufbissbehelfe eine gelenksbezügliche Unterkieferposition etabliert werden, es erfolgt eine Passivierung der Adduktoren und eine Entlastung von Gelenkstrukturen. Weiche Schienen sind nur als Sportschutz geeignet. Minischienen im Frontbereich reduzieren zwar die Muskelaktivität, allerdings kann es zu posteriorer Zahneruption kommen und es besteht die Gefahr von Verschlucken bzw. Aspiration. Aufbissbehelfe sollten in Referenzposition im Artikulator hergestellt werden und gleichmäßige Kontakte im Seitzahnbereich (nur Stampfhöckerkontakte, Vermeidung von Scherhöckern, frontal seidenweich, Abb. 1a, b) und eine Front-Eckzahnführung (Abb. 1c, d) aufweisen. Die Kontakte sollten punkt- förmig und eindeutig sein, ein „Einsperren“ ist zu vermeiden (Abb. 1b). Engmaschige Kontrollen der Schiene über ca. zwei bis vier Monate sind nötig, um den passiven Effekt auf die Muskulatur optimal auszunützen. Nach drei bis vier Kontrollen können die Intervalle verlängert werden. Bruxierschienen haben einen prophylaktischen Schutzeffekt für Zähne und Kiefergelenke und sind daher für eine längere Tragedauer geeignet. • DentUnique 3/2016 13
Menschen
Mit strahlendem Lächeln Die Zahnklinik hat ihre eigene Band, die „Dental Sticks“, und ihren eigenen Song „Rise Like a Smile“.
Die Bandmitglieder von „Dental Sticks“: Alexandra Freitag, Karin Körper, Thomas Stock, Mladen Regoda, Markus RatzArendt (v. l.)
M
it „Rise Like a Phoenix“ hat Österreich 2014 den Song Contest gewonnen. Das war der Anlass für den wirtschaftlichen Leiter der Zahnklinik und Musikliebhaber Thomas Stock, auch die Zahnklinik musikalisch auf die Siegerstraße zu führen: „Das von mir verfasste „Rise Like …“ soll den Slogan ,Lächeln Sie lieber!‘ der Universitätszahnklinik Wien aufnehmen und steht gleichzeitig für deren Vision, im weltweiten Wettbewerb weiter aufzusteigen“, so Stock. Daher wird sprachlich die erste Strophe in hochdeutscher Sprache („Lehre“), die zweite in wienerischem Dialekt („Patientenbehandlung“) und die dritte in englischer Sprache („Forschung“) wiedergegeben. „Der musikalische Groove aus Drums, Bass und Background-Gitarre ist rockig-poppig, die Melodie hat Hitpotenzial und ist in unterschiedlichen Stimmlagen zu singen. Der Text ist leicht zu merken“, sagt Stock. 14 DentUnique 3/2016
Der Bandleader und Gründer Thomas Stock spielt seit 35 Jahren E-Gitarre. „Nachdem mir der Gitarrenlehrer nichts mehr beibringen konnte, habe ich die schwierigsten Gitarrenriffs und -soli der weltbesten Gitarristen gelernt“, sagt er und weiter: „Die musikalische Kreativität – also eine neue Melodie, neue Texte mit unterschiedlichen Instrumenten zu erschaffen – ist eine tolle Ergänzung zum harten Management-Alltag.“ Stock möchte Songs schreiben, die hohe Aussagekraft haben. Lieder nachspielen macht ihm keinen Spaß. Und: „Zum Üben habe ich meist keine Lust.“ Aber: „Ein Monat, in dem ich mir keine neue CD gekauft habe und nicht zumindest ein Live-Konzert angesehen habe, kommt kaum vor. Für mich ist das die beste musikalische Fortbildung.“
Vielfältige Sängerin und Gitarristin Karin Körper, die in der Verwaltung der Zahnklinik arbeitet, ist sowohl Sängerin als auch Gitarristin. Und das, obwohl sie – wie sie selbst sagt – aus einer völlig unmusikalischen Familie stammt. „Die Gitarre war für mich immer nur zur Gesangsbegleitung von Bedeutung, als echte Gitarristin habe ich mich nie gesehen.“ Auch sonst arbeitet sie lieber im Hintergrund und scheut öffentliche Auftritte. „Trotzdem habe ich mich spontan entschlossen, bei der Klinikband zunächst als Sängerin mitzumachen und dann auch noch als Gitarristin“, so die Klinikmitarbeiterin, die vor allem die intensiven Proben in Erinnerung hat. „Drei- bis viermal pro Woche proben bedeutete blutige Finger, da ich schon lange nicht mehr so intensiv Gitarre geübt hatte, aber auch viel Freude.“
Sängerin aus Leidenschaft „Seit ich denken kann, singe ich mit Begeisterung. Egal ob zu Hause, mit Freuden einfach so zum Spaß, auf Hochzeiten oder auf Konzerten, ob solistisch, mit Gitarrenbegleitung, in einem Ensemble oder mit Chören, überall fühle ich mich wohl, sobald es um Musik geht“, sagt Alexandra Freitag, Sekretärin in der Kieferortho pädie. „Die Proben waren eine willkommene Abwechslung, und ein jeder brachte gute Ideen ein. Natürlich war ich sehr aufgeregt, da sowohl unsere Band als auch der Song völlig unbekannt waren, aber schon nach den ersten Takten spürte man die Begeisterung, wir sangen und spielten zunehmend gelassener.“
Der Zahnarzt im Team Auch der Leiter der Spezialambulanz, Dr. Mladen Regoda, ist begeisterter Sänger. „Seit 20 Jahren beschäftige ich mich mit Musik. Seitdem bin ich Sänger im Chor der Orthodoxen Kirche in meinem Geburtsort. So entwickelte sich große Liebe zu sakraler Musik, die noch heute eine inspirierende Wirkung auf mich hat.“ Die Idee der Klinikband hat ihm gefallen, auch wenn die Probenzeit hart war. „Aber wenn man ein fertiges Produkt auf der Bühne vorstellen kann, vergisst man sehr schnell den mühsamen Weg dorthin. Das Erlebnis auf einer Bühne ist unübertroffen.“ Der Nachbar Am Schlagzeug gibt der „UrlautDrummer” und Nachbar der Universitätszahnklinik Wien, Markus Ratz-Arendt, den Takt vor. Die Universitätszahnklinik Wien strahlt also auch musikalisch auf das Umfeld der Nachbarschaft aus. •
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T
his book is intended as a practical guide to endodontic diagnosis, pathology, and treatment planning. The coverage is comprehensive and encompasses such topics as disease classification, the endodontic armamentarium, anatomy, the role of different radiographic techniques, treatment decision making, preoperative management, the use of antibiotics and analgesics, and anesthesia. Numerous high-quality illustrations and clinical photographs are included to highlight key concepts and findings, and best practice is documented by means of clinical case examples. The provision of concise tips and recommendations ensures that the reader will quickly be able to find solutions to diverse endodontic challenges. In addition, the most relevant literature is reviewed in order to support and reinforce the discussed clinical concepts. The book will assist dental practitioners and endodontic trainees/specialists in planning the management of any endodontic case from first principles. • Autor: Bobby Patel BDS, Springer Verlag, 315 S., illustriert ISBN: 978-3-3191-5591-3
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Menschen
Kluge Köpfe Hier stellen wir Ihnen einige MitarbeiterInnen der Universitäts zahnklinik Wien vor:
Renate Höllerer
DDr. Gerlinde Durstberger
Nadine Krier
Nadine Krier ist seit 2001 an der Universitätszahnklinik als Fotografin angestellt. Sie ist fachbereichsübergreifend für die Patientendokumentation inklusive Archivierung zuständig. Krier begleitet Ärztinnen und Ärzte der Chirurgie zu Außenterminen und dokumentiert diese fotografisch. Im Rahmen von Tierversuchsstudien reiste sie bis nach Madrid und Galizien. Gemeinsam mit ihren KollegInnen übernimmt Krier sämtliche Reportagen des Hauses – seien es Kongresse, Kurse, Feierlichkeiten oder die Bauphasen während des Umbaus der Klinik. Auch für den technischen Support in den Hörsälen und für die Videoaufzeichnung von Operationen ist das Team der Fotografen zuständig. 16 DentUnique 3/2016
Ass.-Prof. DDr. Gerlinde Durstberger promovierte nach dem Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien 1982 zum Doktor der gesamten Heilkunde und absolvierte die Turnusausbildung in Wien. Nach Erlangung ihres Facharzttitels für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde 1995 war Durstberger Universitätsassistentin im Fachbereich Orale Chirurgie an der Universitätszahnklinik Wien. Tätigkeitsschwerpunkte sind die konservative und chirurgische Parodontaltherapie und die Betreuung der Periimplantitissprechstunde in Kooperation mit dem Fachbereich Orale Chirurgie. Sie ist Spezialistin für Parodontologie der ÖGP. 1999 promovierte sie zur Doktorin med. dent. der Zahnheilkunde und ist seit 2000 im Fachbereich für Zahnerhaltung und Parodontologie an der Universitätszahnklinik Wien tätig.
Renate Höllerer ist seit 1992 an der Universitätszahnklinik Wien beschäftigt. Zuerst war sie in der Verwaltung tätig, später im Studierendensekretariat. In dieser Funktion betreut Höllerer die Studierenden des 72-Wochenpraktikums. Außerdem verwaltet sie den Hörsaal und die Seminarräume für externe Veranstaltungen. Sie ist Ansprechpartnerin für Patientenanliegen.
Remziye Karabiyik
Remziye Karabiyik sorgt dafür, dass die MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien in der Mittagspause auch immer gut versorgt sind. Seit 2010 ist sie im Restaurant der Universitätszahnklinik Wien beschäftigt. Zu ihren Aufgaben zählen die Essensausgabe und die Betreuung des Salatbuffets. Außerdem ist Remziye Karabiyik Kassierin in der Kantine.
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Wissen aus Wien in Seoul Von 22. bis 25. Juni lud die International Association for Dental Research (IADR) zur General Session nach Seoul, Südkorea. Drei ExpertInnen der Universitätszahnklinik Wien präsentierten ihre neuesten Forschungsergebnisse.
U
niv.-Prof. Dr. Katrin Bekes, Fachbereichsleiterin Kinderzahnheilkunde an der Universitätszahnklinik Wien, präsentierte die Studie „Clinical Evaluation of Two Transparent Fissure Sealants After 12 Months“. Im Rahmen der Studie verglichen die ForscherInnen den neuen, transparenten Fissurenversiegler ControlSeal mit dem herkömmlichen Material Helioseal Clear. ProbandInnen waren 70 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren. Aus ihren
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Ergebnissen schließen die WissenschafterInnen, dass auch im Hinblick auf die Retention das neue Material mit dem herkömmlichen vergleichbar ist. Doch im Hinblick auf Oberflächentextur und Verfärbung zeigte ControlSeal bessere Ergebnisse. Katrin Bekes ist im Rahmen ihrer internationalen Forschungstätigkeit an mehreren Studien beteiligt, unter anderem an zwei der ebenfalls in Seoul präsentierten Untersuchungen: So er-
forschte sie u. a. gemeinsam mit Prof. Sarah Baker von der Universität Sheffield, Großbritannien, den Einfluss struktureller Determinanten auf die Zahngesundheit von Kindern („Structural Determinants of Children’s Oral Health: An Analysis of 11 Countries“). Sarah Baker und ihr Team zeigten in dieser bisher größten Datenanalyse zum Thema, dass Mundgesundheit und Karieshäufigkeit von der Wirtschaftssituation und der Regierungsform des Wohnsitzlandes ebenso
Fotos: Regina Klaus, Katrin Bekes
Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Oleh Andrukhov, Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle, Regina Klaus, Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Dr. Christoph Kurzmann auf der General Session in Seoul (v.l.)
Lehre
abhängen wie von der Sozial- und Gesellschaftspolitik. Die Analyse umfasste elf Länder und schloss rund 6.600 Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren ein.
Mit der Praktikabilität des Child Perceptions Questionnaire for children aged 11 to 14 years (CPQ11-14) beschäftigte sich das Team um Prof. W. Murray Thomson, Universität Otago, Neuseeland („Factor Structure of the Short-form CPQ11-14“). CPQ11-14 ist der am häufigsten verwendete Test, um die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität bei Jugendlichen zu ermitteln. ProbandInnen waren 5.804 Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren aus Australien, Neuseeland, Brunei, Kambodscha, Hongkong, Malaysien, Thailand, England, Deutschland, Mexiko und Brasilien. Die WissenschafterInnen schließen nach dieser bisher größten einschlägigen Analyse:
Der Messestand der Universitätszahnklinik Wien
ponse of human periodontal ligament stem cells to two different P. gingivalis LPS preparations“). Bisherige Studien zeigen, dass hPDLSC nach der Stimulation mit P. gingivalis LPS Zytokine produzieren – doch die Ergebnisse sind kontroversiell. Die ForscherInnen des Competence Centers gingen davon aus, dass die unterschiedlichen Ergebnisse auf die unterschiedliche
nik Wien, seine Ergebnisse bezüglich des Einflusses von Bestrahlungsstärke und Inkrementtiefe auf die Zytotoxizität von Bulk-Fill-Kompositen („Cytotoxicity of bulk-fill composites depends on irradiance and increment depth“). Die Zytotoxizität aller untersuchten Bulk-Fill-Komposite lag (bei 4 mm Schichtstärke) im Bereich der konventionellen Kompositmaterialien (bei 2 mm Schichtstärke). Längere Belichtungszeiten resultierten in geringerer Zytotoxizität im Vergleich zu stärkeren Lampen mit kürzeren Belichtungszeiten. •
Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Oleh Andrukhov, Dr. Christoph Kurzmann, Regina Klaus und Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle (v.l.)
CPQ11-14 ist ein profunder, robuster Test, der in der Forschung, in der Praxis und in der Politik von Nutzen sein kann.
Ass.-Prof. Dr. Oleh Andrukhov, stellvertretender Leiter des Competence Center for Periodontal Research an der Universitätszahnklinik Wien, präsentierte seine Untersuchung zweier P. gingivalis Lipopolysaccharid-Qualitäten (LPS) auf die Zytokinproduktion von humanen Stammzellen des parodontalen Ligaments (hPDLSC) („Res-
Reinheit der P. gingivalis LPS zurückzuführen sind. Sie untersuchten die Reaktion von hPDLSC auf standardund ultrareine P. gingivalis LPS. Tatsächlich zeigen die Ergebnisse, dass hPDLSC unterschiedlich reagiert und dass dieser Effekt auf das Vorhandensein von verunreinigenden Lipoproteinen zurückzuführen sein kann.
In einem Poster präsentierte Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle, Leiter des Competence Center for Dental Materials an der Universitätszahnkli-
Univ.-Prof. Dr. Katrin Bekes war Vortragende auf der General Session in Seoul
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Gut zu wissen Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anfahrt: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor – Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper – Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH) Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Bitte beachten Sie, dass im gesamten 9. Bezirk Kurzparkzone ist. Fachbereiche: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde
Spezialambulanzen: • Spezialambulanz für Laserzahnheil kunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323 • Spezialambulanz für Endodontie Ansprechpartner: Selma Sulejmanovic Tel.: + 43 1 40 070 2145 • Spezialambulanz für ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323
• Spezialambulanz für Funktions störungen Ansprechpartner: Alexandra Wolfer Tel.: + 43 1 40 070 4930 20 DentUnique 3/2016
• Spezialambulanz für Bulimie Ansprechpartner: Kerstin Geister Tel.: +43 1 40 070 2323
• Spezialambulanz für Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartner: Kathrin Fröschl Tel.: + 43 1 40 070 4121 Ansprechpartner/Innen – Kontakte: Zentrale Aufnahme Natascha Fuchs, Agnes Font, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina Celar-Vojtechovsky Tel.: +43 1 40 070 2000 E-Mail: aufnahme-zmk@ meduniwien.ac.at Allgemeine Ambulanz Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger Tel.: +43 1 40 070 2020 E-Mail: ambulanz-zmk@ meduniwien.ac.at
Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1 40 070 2101 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Nina Filzwieser Tel.: +43 1 40 070 4720 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Prophylaxe-Center Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1 40 070 4725 E-Mail: prophylaxecenter@ meduniwien.ac.at
• Kieferorthopädie Leitstelle: Marion Zink-Schlöggl, Evelyne Marchsteiner Tel.: +43 1 40 070 4321 Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1 40 070 4301 E-Mail: kfo-zmk@meduniwien.ac.at • Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Kathrin Fröschl Tel.: +43 1 40 070 4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1 40 070 4101 E-Mail: oralchir-zmk@ meduniwien.ac.at
• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1 40 070 4901 E-Mail: prothetik-zmk@ meduniwien.ac.at • Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1 40 070 2420 E-Mail: radiologie-zmk@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 1 40 070 2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 1 40 070 2825 E-Mail: kinder-zmk@ meduniwien.ac.at
Öffnungszeiten: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme und Notbehand lungen: Montag–Freitag 7.30–13 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag 8–13 Uhr • Behandlungszeiten in den klinischen Bereichen Montag–Donnerstag 8–18 Uhr, Freitag 8–16 Uhr nach Terminvereinbarung • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–13 Uhr
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In memoriam
Damals Foto: DDr. Johannes Kirchner
Die Universitätszahnklinik Wien trauert um Univ.-Prof. DI Dr. Johann Wernisch (*5. 4. 1941 – †23. 6. 2016)
Natürliche Zahnbürste
A
m 23. Juni verstarb Univ.-Prof. DI Dr. Johann Wernisch im Alter von 76 Jahren. „Joe“, wie Prof. Johann Wernisch im Kreise seiner Freunde liebevoll genannt wurde, verließ uns nach kurzer, schwerer Krankheit und hinterlässt ein großes Vakuum im Herzen aller, die ihn gekannt haben. Wir erinnern uns gerne an einen humorvollen, ruhigen Menschen mit viel Geduld und Toleranz für seine Mitstreiter. Er sah die Welt nicht nur mit den Augen eines Physikers mit hervorragendem wissenschaftlichen Background, sondern sah insbesondere das Menschliche in allem und hatte zudem eine sehr starke Bindung zur Natur. Nach seinem Physikstudium an der technischen Universität Wien begann Prof. Wernisch seine akademische Laufbahn am Institut für angewandte Physik. Jahrzehntelang arbeitete er an neuen Behandlungsmethoden für die Zahnmedizin, die sich inzwi-
schen weltweit verbreitet haben. Mit Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz von der Universitätszahnklinik Wien verband ihn eine äußerst intensive und fruchtbare wissenschaftliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Mikroanalyse und der Laseranwendung. Er veröffentlichte rund 150 wissenschaftliche Publikationen und hielt an die 50 Vorträge bei internatio nalen Fachtagungen. Für seine erfolgreiche Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet. So erhielt er u. a. für seine jahrzehntelange Kooperation mit der Universitätszahnklinik Wien im Dezember 2014 die Goldene Bernhard-Gottlieb-Ehrenmedaille „Pro Meritio“. Saadi, der persische Dichter, schrieb einst: „Der Gütige stirbt nie. Nur der stirbt, dessen Namen nicht in guter Erinnerung erwähnt wird.“ Die Universitätszahnklinik Wien wird einen lieben Freund und Kollegen in dankbarer Erinnerung behalten. •
Miswāk, auch Siwāk, ist ein Teil des Zahnbürstenbaumes (Salvadora persica) und die traditionelle arabische Form der Zahnbürste. Der Zweig wird an einem Ende so lange angekaut, bis er sich bürstenartig auffächert. Der Baum wächst in den Wüsten Arabiens, Ostafrikas und Vorderasiens. Er enthält von Natur aus zahnschützende und -putzende Stoffe. Die bei der Verwendung abbrechenden Holzstücke werden ausgespuckt. Somit reinigt man die Zähne und massiert das Zahnfleisch. Der Miswāk dient auch als Zungenschaber.
Die zu Fasern gekauten Zweige finden schon im altindischen Gesetzbuch von Manu (etwa 600 v. Chr.) und in der altindischen Sammlung medizinischen Wissens Sushruta (etwa 400 n. Chr.) Erwähnung. Auch Mohammed soll ihn laut Hadith-Literatur regelmäßig verwendet haben, und er wird in manchen islamischen Schriften empfohlen. Weitere Inhaltsstoffe des Miswāks: Silicium – wichtig für Bindegewebe, Knorpel, Knochen, Haare, Nägel, Zähne – und Calciumsulfat, das auch für die Reizübertragung in Nervenzellen bedeutsam ist. Die Gipskristalle im Miswāk helfen, den fest anhaftenden Schmutz von den Zähnen zu lösen. Außerdem sind Stoffe enthalten, die das Immunsystem stärken, bestimmten Krebsarten vorbeugen und entzündungshemmend wirken sollen. Sie gelten zudem als Antioxidantien. • DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien
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Forschung jenseits der Grenzen Im Rahmen des EACH-Meetings trafen sich am 18. Juni in Wien erneut junge ForscherInnen, um in freundschaftlichem Ambiente neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren. 22 DentUnique 3/2016
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fand im März 2014 in L’Amettla Valles in der Nähe von Barcelona statt, das zweite 2015 in Bern. Mit dem Treffen in Wien ist die Trilogie erfolgreich abgeschlossen.
Die Vorträge In diesem Jahr stellten sich die Competence Center der Universitätszahnklinik Wien mit ihren wissenschaftlichen Schwerpunkten und Zukunftsplänen vor. Weiters sprach Prof. Dr. Dieter Bosshardt aus dem Robert K. Schenk Labor für Orale Histologie in Bern über die Bedeutung von Makrophagen auf Implantat oberflächen, Prof. Dr. Sigrun Eick aus dem Labor für Orale Mikrobiologie der Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern referierte über den Einfluss von Gingipainen auf periimplantäre Entzündungen.
Die 45 TeilnehmerInnen des diesjährigen EACH-Meetings beim Networken und beim abschließenden Gruppenfoto
S
panien, Österreich und die Schweiz sind einander seit 2014 näher gerückt – jedenfalls aus wissenschaftlicher Sicht: Seit 2014 treffen sich ForscherInnen der drei Länder im Jahresrhythmus, um zahnmedizinische Herausforderungen zu beleuchten. Beim diesjährigen, abschließenden Treffen zählten die OrganisatorInnen 45 TeilnehmerInnen. Alumni-Gedanke „Entstanden ist die Idee 2013 in Bern, um eine Vernetzungsmöglichkeit für junge ForscherInnen zu schaffen“, sagt Ass.-Prof. DDr. Ulrike
Kuchler, die damals gemeinsam mit Prof. Dr. Reinhard Gruber und Dr. Jordi Caballé-Serrano an der Universität Bern geforscht hat. Kuchler und Gruber sind beide wieder an der Universitätszahnklinik Wien tätig, CaballéSerrano nach wie vor in Bern. Das Symposium EACH ist nach den drei austragenden Ländern benannt: E – España, A – Austria und CH – Schweiz. Ziel der ForscherInnen ist es, im Rahmen der Treffen in entspannter Atmosphäre über wissenschaftliche Projekte und Themen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Das erste EACH-Meeting
Dr. Xavier Ruiz, Universitat Internacional de Catalunya, Barcelona, zeigte eindrücklich seine klinisch-wissenschaftliche Arbeit von Resorptionen und deren endodontischer Behandlung. Ruiz’ Kollege, Dr. Pau Altuna, hielt einen Vortrag über Dauer und Kosten der zahnärztlichen Ausbildung in Spanien. Dr. Jordi CaballéSerrano, Mitorganisator des EACH, baute in seinem Vortrag auf den Makrophagen auf Implantatoberflächen von Dieter Bosshardt auf und zeigte in seiner Studie die Bedeutung dieser Zellen für prothetische Aufbauteile.
Prof. Fernando Muñoz, Facultad de Veterinaria, Universidade de Santiago de Compostela, Lugo, referierte über die Ethik präklinischer Arbeiten. Dr. Alexandra Stähli von der Klinik für Parodontologie in Bern sprach über den möglichen Einfluss von Honig auf die parodontale Regeneration. Prof. Hans Beck-Mannagetta, Paracelsus Medical University, Salzburg, sprach über seine langjährige wissenschaftliche Aufarbeitung endodontischer Füllmaterialien und deren Bedeutung bei der Entstehung von Aspergillomen in der Kieferhöhle. •
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