P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien
1 | 2016
Der transkrestale Sinuslift – 08 Adhäsivsysteme: APC Flash Free und APC Plus – 12 Zahn raus – was nun? – 18
Das Journal der Universitätszahnklinik Wien
Mut zur Forschung SOLA setzt auf Laser- und CAD/CAM-Technologie
Editorial
Sehr geehrte LeserInnen!
U
nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.
Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.
Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf dem Forschungsgebiet der Zahnerhaltung. Als Teildisziplin der Zahn-, Mundund Kieferheilkunde beschäftigt sie sich unter anderem mit dem Verlust von Zahnhartsubstanz, dessen Prophylaxe und Therapie.
Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Vorstand
Ein weiteres Thema dieser Ausgabe ist das neue Competence Center of Applied Physics, Laser and CAD/CAM Technology. Damit erweitert die Universitätszahnklinik Wien ihre Kompetenzen im Bereich der Medizintechnik. Durch die neue Spezialambulanz „Digitale Zahnmedizin“ können Forschungsergebnisse direkt in der Praxis umgesetzt werden.
Wir möchten Sie mit unserem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen – zum Wohle der PatientInnen.
Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43-1-40 070, Fax: +43-1-40 070-3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Clemens Nechansky (Leitung), Mag. Marianne Kitzler, Bettina Benesch, Mag. Andrea Fallent, Mag. Jutta Maucher, Alissa Hacker Grafik & Produktion: Julia Proyer Verlagsleitung: Mag. Peter Morawetz Designkonzept: Julia Proyer Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik GmbH ist eine 100-%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert ZahnärztInnen, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.
02 DentUnique 1/2016
Inhalt
Inhalt
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Forschung 04 Zahnerhaltung – über die Möglichkeiten der konservie- renden Zahnheilkunde 07 Kompetenz in der Medizin technik: Das neue Competence Center of Applied Physics, Laser and CAD/CAM Technology
Praxis 08 Transkrestaler Sinuslift: Minimalinvasive Optimierung des Knochenangebots für Implantationen
08 14
12 Vergleich der Adhäsivsysteme von APC Flash Free und APC Plus 13 Historisches aus dem Zahnmuseum Wien
Menschen 14 Weltweit unterwegs – ExpertInnen der Universitätszahnklinik Wien berichten über Kongresse und Tagungen 16 Facts über die Universitäts zahnklinik Wien: Fachbereiche, Ambulanzen, Öffnungszeiten 17 Kluge Köpfe
Lehre 18 Möglichkeiten zur Behandlung nach der Zahn- extraktion
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20 Rückblick: 11th International Vienna Orthodontic Symposium 2015 22 SOLA-Fortbildung mit internationalen Gästen
In den Kalender Endodontie 2016 In Zusammenarbeit mit dem ZAFI Die Mikrobiologie in der Endodontie Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 8. 4. 2016, 14. 10. 2016 Uhrzeit: 9.00–18.00 Uhr Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: Sekretariat ZAFI, www.zafi.at ZFP-Fortbildung: 10 Punkte Update Refresher Zahnmedizin Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 15.–16. 4. 2016 Ort: Van-Swieten-Saal der Medizinischen Universität Wien, Van-Swieten-Gasse 1, 1090 Wien Anmeldung: info@fomf.at Informationen: www.fomf.at, 02252/263 263 10 ZFP-Fortbildung: 16 Punkte Digitale Zahnheilkunde 2016 CAD/CAM In Zusammenarbeit mit dem ZAFI Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 17. 6. 2016, 7. 10. 2016 Uhrzeit: 9.00–18.00 Uhr Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: Sekretariat ZAFI, www.zafi.at ZFP-Fortbildung: 10 Punkte OeGED Adventkongress Präsident: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 25. und 26. 11. 2016 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien
DentUnique 1/2016 03
Forschung
Eine Langzeitlagerung im Wasserbad beeinflusst massiv den adhäsiven Verbund zwischen Titan und Zirkoniumdioxid bei Verwendung verschiedener Adhäsivsysteme.
Assoc. Prof. Priv.-Doz. DDr. Barbara Cvikl habilitierte sich mit umfassenden Forschungsarbeiten aus mehreren Teilbereichen der konservierenden Zahnheilkunde.
D
ie Zahnerhaltung beschäftigt sich als Teildisziplin der Zahn- Mund- und Kieferheilkunde vorwiegend mit dem Verlust von Zahnhartsubstanz, dessen Prophylaxe und Therapie sowie der Zahnpulpa. Die Materialforschung in Bezug auf Beständigkeit, aber auch die Auswirkung verschiedener Materialien auf Weichgewebe wie orale Mukosa und Zahnpulpa sind ebenfalls Gegenstand. Außerdem geht es um die Speichelforschung. 04 DentUnique 1/2016
Orales Weichgewebe und Speichel Speicheldiagnostik ist eine Methode, Krankheiten bereits in einem frühen Stadium zu diagnostizieren. Ein Vorteil ist die nicht invasive, kostengünstige und schnelle Gewinnung von Speichelproben. Dennoch ist die Reaktion von Zellen der Mundschleimhaut und der Zahnpulpa auf Speichel und das Pellikel bisher kaum erforscht. Dabei ist der Speichel in ständigem Kontakt mit der Mundschleimhaut, der Kontakt mit
der Zahnpulpa ist nicht immer zu vermeiden, und Speichel tritt bei Verletzungen im Mundraum mit der Submukosa in Kontakt. In-vitro-Untersuchungen an Fibro blasten der Gingiva, des Parodonts und des Gaumens zeigten eine starke pro-inflammatorische Wirkung von Speichel, wohingegen es bei Epithelzellen zu keiner proinflammatorischen Reaktion kam. Diese Effekte könnten bei der Wundheilung eine Rolle spielen. Sobald Speichel auf-
Fotos: Long-term storage affects adhesion between titanium and zirconia using resin cements. Cvikl B, Dragic M, Franz A, Raabe M, Gruber R, Moritz A. J Adhes Dent. 2014 Oct;16(5): 459–64.
Zahnerhaltung – ein weitgefächertes Forschungsgebiet
Forschung
Fotos: Sterile-filtered saliva is a strong inducer of IL-6 and IL-8 in oral fibroblasts. Cvikl B, Lussi A, Moritz A, Sculean A, Gruber R. Clin Oral Investig. 2015 Mar;19(2): 385–99.
Filter sterilisierter Speichel in einer zehnfachen Verdünnung provoziert eine starke proinflammatorische Reaktion in oralen Fibroblasten (GF, PF und PDL), jedoch nicht in Epithelzellen, ohne die Vitalität der Zellen negativ zu beeinflussen.
grund eines Defektes der Epithelial schicht mit darunterliegenden Fibroblasten in Kontakt kommt, wird möglicherweise eine Entzündungsreaktion gestartet, die als erste Reaktion der Regeneration verstanden werden kann.
Zahnhartgewebe und Speichel In einer weiteren Studie konnte gezeigt werden, dass Speichel nach einer Einwirkzeit von bis zu vier Stunden keine relevante Remineralisationswirkung auf erosiv veränder-
te Zahnhartsubstanz hatte. Aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchung sollte – in Einklang mit Untersuchungen anderer Forschungsgruppen – von der Empfehlung, nach dem Konsum säurehaltiger Speisen und Getränke mit dem Zähneputzen zu warten, Abstand genommen werden. Mangelnde, aber auch verzögerte Mundhygiene führt zu Karies. Karieshäufigkeit bei Jugendlichen im Alter von zwölf Jahren war ebenfalls Forschungsgrundlage für eine randomisierte Querschnittsstudie ge-
meinsam mit Prof. DDr. Andrea Nell. Es wurde der orale Gesundheitsstatus bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund an Schulen in Wien erhoben und in Relation zum jeweiligen Bildungsstatus der Erziehungsberechtigten gesetzt. Dieser hatte bei Kindern mit Migrationshintergrund keinen Einfluss, wohingegen bei Kindern ohne Migrationshintergrund mit einem höheren Bildungsstandard der Erziehungsberechtigten die Karieshäufigkeit geringer war. ‣ DentUnique 1/2016 05
Forschung
Kompomere in Kombination mit einem Multistep-Adhäsivsystem erreichten statistisch höhere Scherfestigkeit zu Keramiken als Komposite und Glasionomer-Zemente, weswegen die Verwendung von Kompomeren zum Stumpfaufbau empfohlen werden kann.
Laser in der Zahnheilkunde Der Einsatz eines Präparationslasers, betreffend den adhäsiven Verbund zwischen Zahnhartsubstanz und Keramik, bietet laut einer weiteren Studie eine gute Alternative zum herkömmlichen Bohrer. Ein weiteres Einsatzgebiet für den Laser in der konservierenden Zahnheilkunde könnte die Entfernung frakturierter Wurzelkanalinstrumente sein. In einer Studie wurde diese Methode in 06 DentUnique 1/2016
einem In-vitro-Versuchsaufbau entwickelt und erzielte erfolgversprechende Resultate.
Zahnheilkunde und Pulpazellen Wurzelbehandlungen zu verhindern gehört ebenfalls zu den Hauptaufgaben der konservierenden Zahnheilkunde. Dies ist einerseits durch geeignete Prophylaxe möglich, könnte jedoch auch durch die Regeneration von Pulpazellen möglich werden. Der Anstieg von VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) in Pulpafibroblasten nach Stimulation mit Prolyl Hydroxylase Inhibitors ist ein solcher erfolgversprechender Ansatz. In einer weiteren Studie wurde die Reaktion von Pulpazellen auf das Bisphosphonat Zoledronat getestet, bei dem die Zahnpulpa durch das Bisphosphonat
zu Schaden kommt und es langfristig bei einer eventuell nötigen Extraktion des betroffenen Zahnes zur Auslösung einer Kieferknochennekrose kommen kann. In Experimenten, bei denen sich das Bisphosphonat an das Kalzium band, ist die toxische Wirkung jedoch ausgeblieben. Zusammenfassung und Ausblick Es gibt viele verschiedene Forschungsgebiet in der konservierenden Zahnheilkunde, welche jedoch fließend ineinandergreifen. Zukünftige Forschungsprojekte werden weiterhin sowohl die Zellkultur, die Erforschung des Verlustes von Zahnhartgewebe, aber auch die Materialforschung betreffen, wobei vermehrt PatientInnen einbezogen werden sollen. •
Zur Person Assoc. Prof. Priv.-Doz. DDr. Barbara Cvikl hat in Wien Medizin und Zahnmedizin studiert. Nach einem zweijährigen Auslandsaufenthalt in Bern ist sie wieder an der Medizinischen Universität Wien tätig. Heute forscht sie im Bereich Zahnerhaltung und Parodontologie und ist als ERASMUS-Fachbereichskoordinatorin für Zahnmedizin verantwortlich.
Fotocredit: Immediate shear bond strengths of a composite, a compomer and a glass ionomer to a ceramic substrate. Cvikl B, Filipowitsch R, Wernisch J, Raabe M, Gruber R, Moritz A. J Adhes Dent. 2013 Aug;15(4):385-91.
Zemente und Zahnhartgewebe Sobald Zahnhartsubstanzverlust stattgefunden hat, wird im Rahmen der rekonstruktiven Zahnheilkunde versucht, die verlorene Substanz mit unterschiedlichsten Materialien zu ersetzen. Das passiert durch die Anfertigung hochwertiger keramischer Arbeiten in Form von Veneers, Inlays, Onlays, Kronen oder Brücken. Diese können mit diversen Zementen entweder an der Zahnhartsubstanz selbst oder bei Implantaten an Titan befestigt werden. Untersuchungen gab es zur Verwendung unterschiedlicher Zemente zur Befestigung an Stumpfaufbaumaterialien, zur Auswirkung unterschiedlicher Lagerungszeiten und zur Vorbehandlung von Dentin mit einem Hartgewebslaser.
Forschung
Kompetenz in der Medizintechnik Mit dem neuen Competence Center of Applied Physics, Laser and CAD/CAM Technology baut die Universitätszahnklinik Wien ihre Kompetenz in der Medizintechnik weiter aus. Der klinische Zugang wird mit den Spezialambulanzen „Digitale Zahnmedizin“ und „Laserzahnheilkunde“ ermöglicht.
M
it Anfang 2016 wurde unter der Klinikleitung von Univ.Prof. DDr. Andreas Moritz das Competence Center of Applied Physics, Laser and CAD/CAM Technology eröffnet. Leiter des neuen Centers ist Mag. Hassan Ali ShokoohiTabrizi. Der Physiker wurde 1960 in Teheran geboren, studierte Physik
Mag. Hassan Ali Shokoohi-Tabrizi ist der Leiter des Competence Centers an der Universitätszahnklinik Wien.
an der Universität Wien und in Folge postgradual „Medizin für Techniker“. Shokoohi-Tabrizi ist zertifizierter Qualitätsmanager und Auditor, u. a. in EN ISO 9000:2015 und EN ISO 13485 Medizinprodukte – Qualitätsmanagementsysteme. An der Universitätszahnklinik Wien fungiert er überdies als Qualitätsmanagementbeauftragter für den Bereich Forschung.
Forschungssupport und Vernetzung Zu den Aufgaben des Competence Centers gehört der technische Support für andere Forschungsgruppen und Labors. Des Weiteren gilt es, das technische Equipment des Competence Centers auf dem neuesten Stand zu halten und forschungsrelevante Geräte anzuschaffen, wie zuletzt etwa das Elektronenmikroskop mit erweiterten Analysemöglichkeiten wie EDX/Energiedispersive Röntgenspektroskopie. Eine weitere Aufgabe ist die Vernetzung mit in- und ausländischen Fo r s c h u n g s gruppen. Die Schwelle zur Klinik Auch die interne Kooperation nimmt einen großen Stellenwert ein: Die MitarbeiterInnen des Competence Centers arbei-
ten eng mit den klinikeigenen Spezialambulanzen Laser und Digitale Zahnheilkunde zusammen, indem sie den Gerätesupport sicherstellen und bei Forschungsprojekten unterstützend tätig werden. Das Behandlungsspektrum der Spezialambulanz Laser umfasst u. a. schmerzfreie Kariestherapie, laser unterstützte Kinderzahnheilkunde, Fissurenversiegelung, Pulpenüberkappung und laserunterstützte Wurzelbehandlung. Die Spezialambulanz für Digitale Medizintechnik konzentriert sich auf die Arbeit mit CAD/ CAM (Computer Aided Design/Computer Aided Manufacturing), einer der zukunftsträchtigsten Technologien der modernen Zahnheilkunde. Die Wiener Universitätszahnklinik ist auf diesem Gebiet führend in Europa und steht direkt an der Schwelle zum Routinebetrieb. Das Competence Center of Applied Physics, Laser and CAD/CAM Technology fungiert hier sozusagen als Türöffner. •
Zur Person Mag. Hassan Ali Shokoohi-Tabrizi ist Physiker und Leiter des Competence Center of Applied Physics, Laser and CAD/CAM Technology an der Universitätszahnklinik Wien und dort ebenso Qualitätsmanagement-Beauftragter für den Bereich Forschung.
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Praxis
Der transkrestale Sinuslift Minimalinvasive Optimierung des Knochenangebots fĂźr Implantationen
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Praxis
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ahnverlust im Bereich der posterioren Maxilla führt häufig zu Atrophieprozessen des Knochens. Diese Entwicklung wird zusätzlich verstärkt durch den physiologischen Knochenschwund des Alters und die zeitlebens zunehmende Pneumatisation der Kieferhöhlen. In der Literatur werden zwei gängige Verfahren beschrieben, um das vertikale Knochenangebot in der posterioren Maxilla zu erhöhen und so eine Implantation zu ermöglichen: der laterale und der transkrestale Sinuslift (Boyne and James 1980; Tatum 1986; Summers 1994). Die chirurgische Technik des transkrestalen Sinuslifts wurde in den vergangenen Jahren besonders häufig weiterentwickelt und modifiziert (Kühl et al. 2015; Pommer and Watzek 2009; Catros et al. 2015). Da bei dieser Methode auf die Osteotomie eines Knochenfensters zur Kieferhöhle verzichtet werden kann, ist sie die weniger invasive Lösung (Pjetursson and Lang 2014). Die Entscheidung, ob ein lateraler oder transkrestaler Zugang für die Augmentation gewählt werden kann, richtet sich nach dem bestehenden vertikalen Knochenangebot, der Breite des Knochens und der Inklination des Bodens der Kieferhöhle. Kontraindikation für den transkrestalen Sinuslift sind eine Restknochenhöhe von weniger als 4–5 mm, eine zu geringe krestale Knochenbreite (für die Primärstabilität) sowie eine Neigung des Kieferhöhlenbodens von mehr als 45 Grad (Pjetursson and Lang 2014). Case Report Der folgende Fallbericht zeigt die implantologische Versorgung einer intermediären Lücke regio 26 (Abb. 1). Der Zahn 26 musste aufgrund einer Fraktur extrahiert werden. Das Dental-CT (drei Monate nach der Extraktion von Zahn 26) zeigt in diesem Bereich (regio 26) ein Restknochenangebot von 5 mm (Abb. 1). Um die Insertion eines Implantates mit einer Länge von 10 mm zu ermöglichen, fiel die Entscheidung auf den transkrestalen Sinuslift mit simultaner Implantation. Abb. 2 und 3 zeigen die intraoperative Situation vor und nach krestaler Schnittführung (hier palatinal versetzt). Anschließend erfolgte die Markierung der Implantatposition sowie das Durchbrechen der Kortikalis mithilfe von Piezo-Technik (Abb. 4). Die Vorbohrung erfolgte mit dem 2-mm-Spiralbohrer. Es empfiehlt sich, nicht gleich auf die maximale Länge vorzubohren, um etwaige Korrekturen der Implantatachse vornehmen zu können. Eine Kontrolle der geplanten Implantatposition mit dem Richtungsweiser wurde durchgeführt. Nach der Vorbohrung mit dem Spiralbohrer bis zum Boden der Kieferhöhle wurde mit Hilfe von Osteotomen und leichtem Hämmern der Kieferhöhlenboden lokal angehoben. Die Verdichtung des Knochens mit Osteotomen kranial der Vorbohrung führte schließlich zur gewünschten „Grünholzfraktur“ des Kieferhöhlenbodens und ermöglichte ein konsekutives Abheben der Schneiderschen Membran (Abb. 5). ‣
Abb. 1: Dental-CT mit Panoramarekonstruktion (Ausgangssituation): intermediäre Lücke regio 26
Abb. 2: Klinische Situation: intermediäre Lücke regio 26
Abb. 5: Eingebrachtes Osteotom regio 26
Abb. 3: Palatinal versetzter Kammschnitt regio 26
Abb. 4: Festlegen der Implantatposition und anschließend Präparation der Kortikalis mithilfe von PiezoTechnik
Abb. 6: Überprüfung auf eine mögliche Perforation
Abb. 7: Präparation des Implantat bettes: Links (Kanonenbohrer, regular platform, Nobel Biocare®), Rechts (wide platform, Nobel Biocare®)
Abb. 8: Einbringen von Knochenersatzmaterial (Bio-Oss®, Fr. Geistlich)
Abb. 9: Eingebrachtes Wide Platform Replace Select Tapered Implantat (Nobel Biocare®) mit Deckschraube
Abb. 10: Dichter Nahtverschluss mithilfe multipler Kreuznähte
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Praxis
Abb. 11: Kontrollröntgen postoperativ
Abb. 12: Klinische Situation sechs Monate nach transkrestalem Sinuslift und simultaner Implantation
Abb. 13: Freilegung der Deckschraube
Abb. 14: Eingebrachtes Healingabutment nach Implantatfreilegung
Nach der Summer Osteotomie erfolgte die Überprüfung der Intaktheit der Schneiderschen Membran durch den Nasenblas-Versuch (NBV) und Sondierung (Abb. 6). Jetzt konnte das Implantatbett mit Kanonenbohrern für die gewünschte Implantatdimension präpariert werden (Abb. 7). Der Hohlraum kranial des Implantatbettes wurde dann mit einem Knochenersatzmaterial (Bio-Oss®, Fr. Geistlich) aufgefüllt (Abb. 8). Insgesamt konnte durch die Summer Osteotomie eine zusätzliche Höhe von 5 mm gewonnen werden.
Abb. 15: Kontrollröntgen nach Implantatfreilegung
2016
ADVENTKONGRESS Österreichische Gesellschaft für Esthetic Dentistry
Save the Date 25. – 26. November 2016 Wissenschaftliches Programm mit internationalen Referenten
WISSENSCHAFTLICHE LEITUNG DER OEGED: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Wien Univ.-Prof. DDr. Herbert Dumfahrt, Innsbruck Univ.-Prof. DDr. Karl Glockner, Graz
(Präsident) (Vizepräsident) (Vizepräsident)
VERANSTALTUNGSORT: Universitätszahnklinik Wien
österreichische gesellschaft für „esthetic dentistry“
Abb. 16+17: Versorgtes Implantat regio 26
Zuletzt erfolgte die Insertion eines 10 mm langen Implantates mit einer Primärstabilität von 40Ncm (10x5 mm, wide platform, Replace Select Tapered, Nobel Biocare®). Aufgrund des transkrestalen Sinuslifts erfolgte eine gedeckte Einheilung (Abb. 9, 10). Als postoperative Medikation wurden Amoxicillin mit Clavulansäure, abschwellende Nasentropfen und ein Schmerzmittel rezeptiert. Abb. 11 zeigt das postoperative Kontrollröntgen. Sechs Monate nach dem Sinuslift wurden das Implantat freigelegt und die Deckschraube auf ein Healing-Abutment getauscht (Abb. 12, 13, 14, 15). Das Implantat wurde mit einer okklusal verschraubten Krone versorgt (Abb. 16, 17). • Weiterführende Literatur: Watzek, George. 2011: The Percrestal Sinuslift: From Illusion to Reality. 1. Auflage. London, Berlin u. a.: Quintessence Publishing.
Das Team Ao. Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm, Leiter des Fachbereichs für Orale Chirurgie
Dr. med. dent. Florian Beck, Assistenzarzt, Fachbereich für Orale Chirurgie
Richtige Mundhygiene von Anfang an.
MAM Oral Care Produkte für gesunde Kinderzähne. Studien bestätigen: Karies ist eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Bereits ein Drittel der Einjährigen weist ein erhöhtes Risiko auf, an Frühkindlicher Karies (Early ChildhoodCaries, ECC ) zu erkranken.* Aus diesem Grund entstand das prämierte Präventionsprojekt „Vorsorge vor der Sorge“, das MAM von Anfang an unterstützte. Dabei arbeiteten Zahnmediziner und Hebammen intensiv zusammen, um eine frühzeitige Sensibilisierung der Eltern in Punkto Zahngesundheit zu erreichen. Das Vorsorgeprogramm unter der Leitung von Dr. Yvonne Wagner, Zahnärztin am Universitätsklinikum Jena (DE), war ein voller Erfolg: Weil Eltern früher und intensiver mit der Zahnpflege begannen, hatten die Kinder im Präventionsprogramm eine signifikant bessere Mundgesundheit. Das Projekt wurde schließlich mit dem Wrigley Prophylaxe Preis 2014 ausgezeichnet. Die wichtigsten Maßnahmen für Zahngesundheit bei Babys: Schon in der Schwangerschaft mit der richtigen Mundhygiene beginnen. Bereits vor dem ersten Zahn den Mundraum reinigen. Ab dem ersten Zahn mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste täglich putzen. Richtige Zahnputztechnik (Kaufläche, dann Zahnaußen- bzw. innenseite). Erster Zahnarztbesuch im 1. Lebensjahr. Eine zahnfreundliche Ernährung verringert das Risiko von ECC zusätzlich. Der MAM Oral Care Rabbit zur Massage des Zahnfleisches trägt zur Gewöhnung an die tägliche Mundpflegeroutine bei. Und die MAM Training Brush mit dem extra langen Griff ermöglicht Eltern und Kind das gemeinsame Halten und Führen der Bürste und damit ein optimales Training für die richtige Zahnreinigung. *Wagner Y., Heinrich-Weltzien R. Oral Health of One-Year-Old Thuringian children, Germany. EADPH 2011 Rom
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Praxis
Praktische Anwendung des APC Flash Free Systems der Zahn, andererseits das Bracket vorbereitet. Die Bracketbasis wird – meist von der zahnärztlichen Assistenz – mit einer bestimmten Menge des Adhäsivs beschichtet. Im Anschluss wird das Bracket auf den konditionierten Zahn gedrückt. Der überschüssige Kleber
Abb. 1: Reinigung mit Bimssteinpulver
Abb. 2: Desinfektion mit Alkohol
Abb. 3: Einmassieren des Primers (Transbond Plus Self Etching Primer (SEP))
Abb. 4: Entnahme des Brackets aus der Verpackung mit diamantierter Pinzette
Abb. 5–7: Positionierung der Brackets auf den Zahn
Abb. 6
Abb. 7
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Abb. 8: Lichthärten im Anschluss an die Positionierung
quillt an den Seiten des Brackets hervor und muss anschließend entfernt werden. Durch die Entfernung des Überschusses kann jedoch ein bereits korrekt positioniertes Bracket erneut depositioniert werden.
Folgen von exzessivem Adhäsiv überschuss Die Entfernung des Überschusses kann bei lichthärtenden Systemen relativ einfach erfolgen – entweder vor dem Aushärten oder nach einer kurzen initialen Anhärtephase bei dem direkten Klebevorgang.1, 2 Durch die nachgewiesene raue Oberfläche des Adhäsivüberschusses wird die Akkumulation von Plaque begünstigt. Dies wiederum führt vermehrt zur Entstehung von Gingiva-Irritationen und White-Spot-Läsionen. Gorelick und Mitarbeiter zeigten, dass die Hälfte aller Patienten, die mit einer festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur behandelt wurden, zumindest eine White-Spot-Läsion aufwiesen. In anderen Studien variiert die Inzidenz zwischen zwei und 96 Prozent.3, 4 Entkalkungen können innerhalb weniger Wochen entstehen und können das ästhetische Erscheinungsbild, trotz einer gewissen Remineralisationsmöglichkeit, auch noch fünf Jahre nach der Bandabnahme wesentlich beeinträchtigen.5 Um das Ausmaß an GingivaIrritaton und White-Spot-Läsionen zu minimieren, ist, abgesehen von einer angemessenen häuslichen Mundhygiene, eine sorgfältige Überschussentfernung unerlässlich. Das APC Flash Free Bracket Um das Ausmaß an Kleberüberschuss zu minimieren, gibt es Brackets, die bereits mit einer definierten Menge an Adhäsiv vorbeschichtet sind. Der
Fotos: Jäger
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eit 1955 kommt die Säureätztechnik in beinahe allen Bereichen der Zahnmedizin zum Einsatz. Auch in der Kieferorthopädie ist die Adhäsivtechnik das Mittel der Wahl zur Befestigung von Brackets. Beim Klebevorgang wird einerseits
Praxis
Klinische Anwendung Der nachfolgende Abschnitt liefert eine Übersicht über das nach Herstellerangaben einheitlich festgelegte Klebeprotokoll des APC Flash Free Systems. Nach erfolgter Trockenlegung werden die Zähne mit Bimssteinpulver gereinigt, abgespült und getrocknet (Abb. 1). Im Anschluss erfolgen die Desinfektion mit Alkohol und die erneute Trocknung mit ölfreier Druckluft (Abb. 2). Es kommt ein selbst ätzender Primer (Transbond Plus Self Etching Primer SEP, 3M Unitek) zum Einsatz, der fünf Sekunden pro Zahn einmassiert und verblasen wird
(Abb. 3). Die Brackets sind einzeln verpackt und werden – unmittelbar vor der Positionierung auf den Zahn – mit einer diamantierten Pinzette aus der Verpackung genommen und auf den Zahn gesetzt (Abb. 4, 5). Im Anschluss wird das Bracket ideal positioniert und lichtgehärtet (Abb. 6–8). Da kein Kleberüberschuss vorhanden ist, entfällt der Arbeitsschritt der Überschussentfernung vollständig. Aktueller Kenntnisstand Bisher liegen keine klinischen Studien über das APC Flash Free System vor. Die Studien, die bis dato veröffentlicht wurden, sind In-vitro-Untersuchungen. Von klinischer Relevanz könnte neben der geringen Verlustrate und Verarbeitungszeit die geringere Akkumulation von Plaque aufgrund des homogenen Randspaltes sein. Dadurch könnte das Risiko der Entstehung von Gingiva-Irritationen und White-SpotLäsionen minimiert werden. Im Fachbereich Kieferorthopädie läuft derzeit eine klinische Studie zu den oben genannten Punkten. Aktuell liegen jedoch noch keine Ergebnisse vor. •
Zur Person Univ.-Ass. Dr. Karin Jäger, Fachbereich Kieferorthopädie
1 Bishara SE, VonWald L, Olsen ME, Laffoon JF.: Comparisons of two approaches for removing excess adhesive during the bonding procedure. Angle Orthod. 2000 Apr; 70(2): 149–53. 2 Armstrong D, Shen G, Petocz P, Darendeliler MA.: Excess adhesive flash upon bracket placement. A typodont study comparing APC PLUS and Transbond XT. Angle Orthod. 2007 Nov; 77(6): 1101–8. 3 Arikan S, Arhun N, Arman A, Cehreli SB.: Microleakage beneath ceramic and metal brackets photopolymerized with LED or conventional light curing units.Angle Orthod. 2006 Nov; 76(6): 1035–40. 4 Gorelick L, Geiger AM, Gwinnett AJ.: Incidence of white spot formation after bonding and banding. Am J Orthod. 1982 Feb; 81(2): 93–8. 5 Ogaard B.: Prevalence of white spot lesions in 19-year-olds: A study on untreated and orthodontically treated persons 5 years after treatment. Am J Orthod Dentofacial Orthop. 1989 Nov; 96(5): 423–7.
Damals Foto: DDr. Johannes Kirchner
Hersteller 3M Unitek vertreibt diese unter dem Namen APC-System. Die neueste Generation dieses Systems stellt das APC Flash Free Bracket dar. Es handelt sich um ein Bracket, dessen Basis mit einem in Adhäsiv getränkten Vlies vorbeschichtet ist. Sowohl Größe und Form des Vlieses als auch die Adhäsivmenge sind an die jeweilige Zahnform individuell angepasst. Laut Herstellerangaben soll nach der Positionierung des Brackets auf den Zahn ein optimaler Randschluss ohne Adhäsivüberschuss entstehen. Es ist keine manuelle Entfernung von Kleber überschüssen nötig. Die Lichthärtung kann unmittelbar nach der Positionierung erfolgen. Der Füllkörperanteil ist kleiner als bei herkömmlichen Bracketklebern, daher ist die Viskosität geringer. Die Anzahl der Arbeitsschritte ist geringer, wodurch sich die Verarbeitungszeit verringert.
Monsieur ohne Schmerz Diese Bild stammt aus der etwa 200 Kunstwerke umfassenden Sammlung des Schweizers Hans Beat Herzog (1927–2007) aus Olten (CH), die sich im Zahnmuseum Wien befindet. Wie zu seiner Zeit in vielen Zahnarztdarstellungen üblich, zeigt der Künstler Edouard Gabriel Gostiaux (1838– 1910) den Zahnarzt, der sich übrigens auch als Pedikeur empfiehlt: Im Anzug mit riesigen Manschettenknöpfen und künstlerisch wehendem Haar hält er, triumphierend und dennoch grimmig blickend, den eben extrahierten Zahn hoch. Vor ihm eine Kassette mit Instrumenten und Zähnen. Auffallend auch seine teuer dekorierte Kutsche; sein Wappen, das neben Zähnen sogar eine Zahnbürste ziert – und sogar auf dem Zaumzeug der Pferde sind Zähne erkennbar. Der Krawallmacher – sonst oft ein Harlekin, hier ein Werkelmann – beweist, dass „Monsieur ohne Schmerz“ wohl um die zu erwartenden Schmerzensschreie bei der Zahnbehandlung wusste. Der Patient – offensichtlich auch kein armer Mann (mit Ohrring!) wird von Gostiaux mit übergroßem Kopf dargestellt, was den Schmerz der armen Kreatur in den Vordergrund rückt. Auch die Träne, schon fehlende Zähne und die verletzte Unterlippe sollen die Qualen des Opfers unterstreichen. Das Ganze findet am Hauptplatz unter den Augen des belustigt bis angstvoll staunenden Volkes statt. • DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien
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Menschen
Weltweit unterwegs Das Spezialwissen der Universitätszahnklinik Wien ist auf sämtlichen Kontinenten gefragt. Die ExpertInnen sind daher immer wieder bei Kongressen und Tagungen in aller Welt dabei.
DDr. med. univ. Markus Laky: DDr. Markus Laky wurde 1999 zum Dr. med. univ. an der Universität Wien promoviert und hat im Jahr 2002 das Studium der Zahnmedizin ebenfalls an der Universität Wien abgeschlossen. Seit 2003 ist er an der Universitätszahnklinik Wien tätig, 2010 schloss er den postgradualen Universitätslehrgang Parodontologie (MSc) ab. Laserapplikationen in der Zahnheilkunde brachten DDr. Markus Laky in der jüngeren Vergangenheit als Vortragenden bei Kongressen nach Bahrain, Monaco, New Delhi, Taipeh, Pune, Dubai, Kolkata, Jaipur und Beijing. Die Grundlage dieser Vortragstätigkeit bildet das im Kompetenzzentrum Laserzahnheilkunde unter Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz erarbeitete Wissen über den Einsatz von Lasern in der Zahnmedizin. Die Universitätszahnklinik Wien nimmt hier eine international führende Position ein. 14 DentUnique 1/2016
Menschen
Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Hermann Agis, PhD: Der studierte Biotechnologe habilitierte an der Medizinischen Universität Wien. Er ist als Referent für „Tissue Engineering“ gefragt. Dabei werden für die regenerative Zahnheilkunde die Methoden der Ingenieur-, Werkstoff- und Lebenswissenschaften kombiniert. Inspiriert vom klinischen Alltag wird an der Entwicklung innovativer Strategien für die Regeneration von oralem Gewebe, wie Pulpa, Parodont und Knochen, geforscht. Hierbei sind die drei Pfeiler des „Tissue Engineering“, welche Zellen, Biomaterialien und Faktoren umfassen, von zentraler Bedeutung. Die Forschung hat zuletzt regenerative Strategien in der konservierenden Zahnheilkunde und Endodontie in den Fokus gerückt. Diese zielen auf die Regeneration der Pulpa. Ein aktueller Ansatz nützt die Sauerstoffsensoren der Pulpazellen. Bei Sauerstoffmangel kommt es zur Freisetzung von pro-angionen Faktoren und dadurch zur Bildung von Blutgefäßen. Eine solche zelluläre Reaktion kann pharmakologisch induziert werden. Des Weiteren forscht Agis an der Entwicklung neuer In-vitro-Testmethoden als möglichen Alternativen zu Tierversuchen. Im Zuge der Forschung
Assoc. Prof. Priv.-Doz. DDr. Barbara Cvikl: Die Absolventin der Allgemeinmedizin und der Zahnmedizin habilitierte sich zum Thema Zahnerhaltung. Die Schwerpunkte in ihrer Vortragstätigkeit liegen daher beim „Speichel“ sowie bei den „dentalen Erosionen“ und den „Auswirkungen von Zahnpasten auf Zellen der Mundschleimhaut“. Cvikl sieht die Repräsentation auf internationalen Kongressen durch die Lehrenden der Universitätszahnklinik als wichtig an, um einerseits als Kooperati-
wurden unter anderem 3D-Wundheilungsmodelle, Sphäroid-Zellkulturen wie auch Tooth-Slice Organ Cultures an der Universitätszahnheilkunde etabliert. Agis hat an der International Conference on Progress in Bone and Mineral Research 2015 in Wien einen Vortrag zu „Effects of L-mimosine on odontoblast markers and matrix mineralization in human dental pulp-derived cells“ gehalten. In Rotterdam, am 4th Joint Meeting of ECTS and IBMS, stellte er seine Arbeit mit dem Thema „Effects of platelet-released supernatants with and without serum on differentiation and activity of osteoclasts and osteoblasts“ vor. In Bern am EACH Meeting hielt er einen Vortrag zu „Functionalization of collagen membranes for oral tissue regeneration“ und am TERMIS World Congress „Past, Present, Future: The Evolution of Regenerative Medicine“ in Boston präsentierte er seine Arbeit zum Thema „Release kinetics of collagen barrier membranes supplemented with the secretome of activated platelets and hypoxia-mimetic agents“.
onspartner wahrgenommen zu werden, Netzwerke zu bilden, aber auch, um „über den Tellerrand zu schauen“. Sie selbst hat an der ConsEuro 2015 Conference, King’s College London Dental Institute, 14. bis 16 Mai 2015, gesprochen, und zwar als EFCD Scientific Foundation Award Winner. Darüber hinaus auch am 62nd ORCA Congress (European Organisation for Caries Research) Anfang Juli in Brüssel zu „The in vitro impact of toothpaste extracts on cell viability“. Ein ähnliches Thema präsentierte sie am Österreichischen Zahnärztekongress 2015 in Vösendorf im Oktober: „Dentale Erosion und Zähneputzen – gibt es einen Zusammenhang?“
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Menschen
Gut zu wissen Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anfahrt: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor – Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper – Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH) Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Bitte beachten Sie, dass im gesamten 9. Bezirk Kurzparkzone ist. Fachbereiche: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde
Spezialambulanzen: • Spezialambulanz für Laserzahnheil kunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323
• Spezialambulanz für Endodontie Ansprechpartner: Selma Sulejmanovic Tel.: + 43 1 40 070 2145 • Spezialambulanz für ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323
• Spezialambulanz für Funktions störungen Ansprechpartner: Alexandra Wolfer Tel.: + 43 1 40 070 4930 16 DentUnique 1/2016
• Spezialambulanz für Bulimie Ansprechpartner: Katalin Máté Tel.: +43 1 40 070 4935
• Spezialambulanz für Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartner: Kathrin Fröschl Tel.: + 43 1 40 070 4121 Ansprechpartner/Innen – Kontakte: Zentrale Aufnahme Stefanie Brandner, Agnes Font, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina Celar-Vojtechovsky Tel.: +43 1 40 070 2000 E-Mail: aufnahme-zmk@ meduniwien.ac.at Allgemeine Ambulanz Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger Tel.: +43 1 40 070 2020 E-Mail: ambulanz-zmk@ meduniwien.ac.at
Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1 40 070 2101 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Nina Filzwieser Tel.: +43 1 40 070 4720 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Prophylaxecenter Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1 40 070 4725 E-Mail: prophylaxecenter@ meduniwien.ac.at
• Kieferorthopädie Leitstelle: Katrin Wychera, Evelyne Marchsteiner Tel.: +43 1 40 070 4320 Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1 40 070 4301 E-Mail: kfo-zmk@meduniwien.ac.at • Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Kathrin Fröschl Tel.: +43 1 40 070 4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1 40 070 4101 E-Mail: oralchir-zmk@ meduniwien.ac.at
• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1 40 070 4901 E-Mail: prothetik-zmk@ meduniwien.ac.at • Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1 40 070 2420 E-Mail: radiologie-zmk@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 1 40 070 2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 1 40 070 2825 E-Mail: kinder-zmk@ meduniwien.ac.at
Öffnungszeiten: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme und Notbehand lungen: Montag–Freitag 7.30–13 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage 8–13 Uhr • Behandlungszeiten in den klinischen Bereichen Montag–Donnerstag 8–18 Uhr, Freitag 8–16 Uhr nach Terminvereinbarung • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–13 Uhr
Menschen
Kluge Köpfe Hier stellen wir Ihnen einige MitarbeiterInnen des äußerst kompetenten Teams der Universitätszahnklinik vor:
Dr. med. dent. Hemma Neuner
Dr. med. dent. Hemma Neuner schloss im Jahr 2012 ihr Studium der Zahnmedizin an der Universitätszahnklinik Wien ab. Sie ist seit 2013 Assistenzärztin im Fachbereich Kieferorthopädie der Universitätszahnklinik Wien. Momentan absolviert sie das dritte Ausbildungsjahr des Network of Erasmus Based European Orthodontic Programmes (NEBEOP). Neben ihrer Lehrtätigkeit hielt sie 2014 und 2015 Vorträge am österreichischen Zahnärztekongress. Derzeit arbeitet Hemma Neuner gemeinsam mit den Fachbereichen Kieferorthopädie und Paradontologie an einer klinischen Studie über die verschiedenen Einflussfaktoren zur Entstehung von Gingivainvaginationen.
Mag. Robert Hütter
MTA Hedwig Rutschek
Hedwig Rutschek schloss 1979 ihre Ausbildung zur medizinischtechnischen Assistentin ab und ist seitdem an der Universitätszahnklinik Wien beschäftigt. Begonnen hat sie im Labor für Grundlagenforschung mit Rasterelektronenmikroskopie, Histologie, Immunhistochemie und der Hart- und Dünnschlifftechnik. Außerdem hat Rutschek Tagungen und Kongresse des Forschungslabors und der Oralen Chirurgie organisiert. Derzeit beschäftigt sie sich mit dem projektorientierten Arbeiten in der Forschung im Bereich der Gewebekultur und der Untersuchung von Speichel. Ihre Tätigkeiten umfassen außerdem die Koordination zwischen Forschungslabor und klinischer Forschung im Bereich der Parodontologie sowie organisatorische Aufgaben. Trotz ihrer langjährigen Arbeit an der Universitätszahnklinik hat Rutschek nie die Freude an ihrer Tätigkeit verloren. Besonders schätzt sie, dass sie durch die vielfältigen und wechselnden Aufgabenbereiche immer etwas Neues lernt.
Mag. Robert Hütter ist bereits seit 1998 Teil des Teams der Universitätszahnklinik Wien. Er ist für die Konzeption und Produktion der Printmedien der Klinik verantwortlich. Zu den Tätigkeiten Hütters zählen die Entwicklung des Corporate Designs und der Marke „Universitätszahnklinik Wien“. Er hat zum Beispiel maßgeblich am Entwurf des aktuell verwendeten Logos der Universitätszahnklinik mitgewirkt.
Marcus Oswald
Marcus Oswald arbeitet seit 2008 im Bereich der Medizin- und Haustechnik der Universitätszahnklinik. Zu seinen Tätigkeiten zählen Wartungen, Reparaturen, Umbauten und Neuaufnahmen medizintechnischer Geräte. Oswald ist auch für deren Ausgabe, Pflege und Eintragung in das Medizintechnikprogramm zuständig. Er organisiert Ersatzteile und überprüft die sicherheitstechnischen Einrichtungen im Haus. Außerdem engagiert er sich als Abfallbeauftragter, Liftwart und unterstützt die Brandschutzbeauftragten sowie die Verwaltung. DentUnique 1/2016 17
Lehre
Zahn raus – was nun? Bereits vor der Extraktion muss feststehen, welche Art von Weichgewebs- und Alveolenmanagement angewendet wird. Das gilt besonders für den Frontzahnbereich. Ein Überblick über die wichtigsten Strategien zum Kieferkamm-Erhalt.
Abb. 4a: Bio-Oss Kollagen® beim Zurechtschneiden für die Alveole
Abb. 1: Benex Extraktor® mit entfernter Prämolaren-Wurzel
Abb. 4b
Abb. 2: Punch vom Gaumen für Socket Sealing
Abb. 5: Dreidimensionale Rekonstruktion nach Ridge Preservation; nach Extraktion und Ridge Preservation (li), vier Monate nach Extraktion vor Implantation mit erhaltenem Volumen (re) Abb. 3a: Mucograft Seal® zum Socket Sealing regio 21. Nicht resorbierbare Nähte 6.0 in situ
Abb. 3b: Socket Sealing; Chirurgie: Dr. Tina Rybaczek
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ach der Entfernung eines Frontzahns bleibt lippenseitig meist nur eine dünne Knochenlamelle bestehen, die typischerweise in wenigen Wochen erheblich atrophiert. Das führt zur denkbar ungünstigsten Ausgangssituation für ästhetisch und funktionell einwandfreie Implantatversorgungen. Es ist daher entscheidend, die Weich- und Hartgewebsstrukturen zu erhalten, denn nur so lässt sich ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis erzielen. In den letzten Jahren wurde versucht, die Atrophie der bukkalen Knochenlamelle durch verschiedene Maßnahmen zu verhindern. Mögliche Methoden sind die schonende Zahn entfernung sowie das Auffüllen der Alveole mit speziellen Knochenersatzmaterialien („Socket Preservation“) und gleichzeitigem Abdichten („Socket Seal“) gegenüber rasch einwucherndem Weichgewebe. Eine weitere Möglichkeit ist die Sofortimplantation, die jedoch nur unter optimalen Voraussetzungen durchgeführt werden kann.
Zur Person Ass.-Prof. Priv.-Doz. DDr. Gabriella Dvorak, Doktorin der Medizin und Zahnmedizin, arbeitet seit 2006 an der Division für Orale Chirurgie der Universitätszahnklinik Wien und habilitierte 2013 mit dem Thema „Osseointegration im Alter“. Ihre Forschungs- und Vortragsschwerpunkte liegen im Bereich Implantologie und Mundschleimhautveränderungen.
Lehre
Die Zahnentfernung Die Wurzel wird chirurgisch über einen okklusalen Zugang ohne seitliche Ostektomie und periosteale Denudation entfernt; z. B. mithilfe des Benex® Extraktors (Abb. 1). Diese Art der Wurzelentfernung ist eine „Flapless Surgery“ und dient dem Erhalt der Gingiva und der zarten Kieferkammstruktur. Ziel ist der Erhalt der bukkalen Lamelle und des interradikulären Knochens bei fein säuberlicher Entfernung aller pathologischen Strukturen.
„Socket Seal“ Dabei handelt es sich um eine Alveolenversiegelung, die entweder mit einem autologen Transplantat oder mit einer xenogenen biokompatiblen Kollagenmatrix durchgeführt wird. Diese Methode dient vor allem dem Weichgewebserhalt. Zum Abdichten kann die Punch-Methode zum Einsatz kommen, bei der ein Schleimhaut-Bindegewebstransplantat am Gaumen mittels Stanze gewonnen
wird (Abb. 2). Alternativ kann es mit einer resorbierbaren porcinen Kollagenmembran (Mucograft Seal®) abgedeckt werden, die eingenäht wird (Abb. 3a und 3b).
„Socket Preservation“ Sind die Alveolen intakt und die bukkale Lamelle gering beschädigt sowie nicht akut entzündet, ist es möglich, mit Knochenersatzmaterial aufzufüllen (Abb. 4a und 4b). Dadurch entsteht letztendlich mehr Knochen als bei einer Spontanheilung. Horizontaler und vertikaler Knochenverlust kann so weitgehend kompensiert werden – allerdings gibt es Hinweise, dass die physiologische Knochenregeneration durch das Einbringen von Knochenersatzmaterialien verlangsamt wird. Soll das Kammvolumen trotz Schädigung der bukkalen Lamelle, Dehiszenzen oder Verlust des interradikulären Septums erhalten bleiben, spricht man von „Ridge Preservation“ (Abb. 5). Hier kann noch zusätzlich
eine resorbierbare Membran zum Einsatz kommen.
Sofortimplantation Das Sofortimplantat ist nur im Idealfall ein sicheres Therapiekonzept und sollte nur bei optimalen Hart- und Weichgewebeverhältnissen durchgeführt werden. Zwingend notwendig für eine Sofortimplantation ist die intakte bukkale Knochenlamelle. Eine große Herausforderung ist die korrekte dreidimensionale Positionierung bei ausreichender Primärstabilität des Implantats. Es ist empfehlenswert, Inkongruenzen zwischen Alveolarwand und Implantat von mehr als einem Millimeter mit einer langsam resorbierbaren Knochenmatrix aufzufüllen. Falls eine hinreichende Primärstabilität vorhanden ist, empfiehlt sich eine Sofortversorgung zum Stabilisieren des Weichgewebes, wobei darauf zu achten ist, dass die Krone über keine zentrischen, exzentrischen oder approximalen Kontakte verfügt. •
ZAHNMEDIZIN
Update Refresher 15. – 16. April 2016 Wissenschaftliche Leitung: Univ. Prof. DDr. Andreas Moritz, Universitätszahnklinik Wien
Aula der Wissenschaften Wien Information / Anmeldung Tel.: 02252 263 263 10 Fax: 02252 263 263 40 info@fomf.at www.fomf.at
Lehre
„Timing As The Key To Success?“ war der Titel des International Vienna Orthodontic Symposiums, bei dem zahlreiche international renommierte Referenten vortrugen.
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m 4. und 5. Dezember 2015 fand das IVOS-Symposium unter der Leitung von O. Univ.Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon im Palais Niederösterreich in Wien statt. Fesselnde Vorträge O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon, Präsident des International Vienna Orthodontic Symposiums, eröffnete das Symposium. Anschließend widmete sich Dr. Magdalena JaszczakMalkowska aus Polen in ihrem Vortrag den Vorteilen von minimal-invasiven prothetischen Restaurationen, ihren speziellen Einsatzgebieten in Kombination mit einer kieferorthopädischen Therapie sowie ihren Vorteilen bei der Behandlung von jungen Patienten. 20 DentUnique 1/2016
Univ.-Prof. Dr. Maja Ovsenik aus Slowenien betonte die Wichtigkeit einer dreidimensionalen Diagnostik zur korrekten Therapieplanung sowie die zentrale Rolle der orofazialen Funktion, insbesondere der Zungenposition. Darüber hinaus wurde über den richtigen Zeitpunkt einer interzeptiven kieferorthopädischen Therapie diskutiert. Die multidisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel zu einem ausgezeichneten ästhetischen Ergebnis betonte Dr. Julia Garcia Baeza aus Spanien. Sie verwies auf das „Gingivaldesign“ und die ästhetische Zone. Univ.-Prof. Dr. Mauro Cozzani aus Italien widmete sich in seinem Vortrag dem kieferorthopädischen
Rahmenprogramm Die Pausen zwischen den Vorträgen boten Interessierten die Möglichkeit, die innovativen Stände vieler internationaler Aussteller zu besichtigen. Den Punschstand im Hof des Palais und die Get-together-Party im Palmenhaus nützten viele Teilnehmer zum Networking und Informationsaustausch mit ihren internationalen Kollegen. Als Präsident des International Vienna Orthodontic Symposiums und in Vertretung des Organisationskomitees und seiner Mitarbeiter dankt O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon allen Teilnehmern, Sponsoren und Ausstellern für das erfolgreiche Symposium. •
Fotos: Nikolaus Maderbacher
11 International Vienna Orthodontic Symposium 2015 th
Lückenschluss. Es wurden die bidimensionale Bogentechnik als Effizienzsteigerung sowie Compliance-unabhängige Behandlungsoptionen mit Minischrauben vorgestellt. Cozzani erläuterte immer wieder biomechanische Aspekte. Im Vortrag über interzeptive Klasse-III-Therapie referierte Univ.-Prof. Dr. Nazan Kücükkeles aus der Türkei über die Kurz- und Langzeitfolgen einer forcierten Gaumennahterweiterung in Kombination mit der Gesichtsmaske sowie chirurgische Möglichkeiten und Therapieoptionen in den verschiedenen Altersgruppen. Sie bezog sich dabei auf eigene Serien untersuchungen. Die aktuellsten Studien zu Mini schrauben sowie klinische Empfehlungen stellte Ass.-Prof. Dr. Manuel Nienkemper aus Deutschland vor und hob dabei die „Dos and Don’ts“ speziell hervor. Den krönenden Abschluss bildete der Träger des „Distinguished Teacher Award 2015“ der European Orthodontic Society, Univ.-Doz. Dr. Frank Weiland aus Österreich. Er betonte in seinem Vortrag die Notwendigkeit der Präzision in der kieferorthopädischen Behandlung, um so eine medizinisch und ästhetisch zufriedenstellende Langzeitstabilität – selbst nach dentalen und skelettalen Veränderungen im Laufe des Lebens – zu gewährleisten.
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Lehre
Bekannt durch Lasertechnologie SOLA hat internationale Gäste zur Fortbildung nach Wien geladen und wird demnächst in Teheran eine neue Partnerorganisation etablieren.
Dezember 2015, Modul 3, Wien: (1. Reihe v.l.n.r.): Assoc. Prof. Dr. Li Qian, Assoc. Prof. Univ. Doz. Dr. Xiaohui Rausch-Fan, Darja Slebinger (Firma Fotona) und die KursteilnehmerInnen aus China.
D
ie International Society for Laser Applications (SOLA) mit Sitz in Wien macht sich bereits seit den 1980er Jahren zur Aufgabe, international Fortbildungen zur Laserzahnheilkunde anzubieten. Dabei setzt sie seit Anbeginn auf eine gute Zusammenarbeit mit der Universitätszahnklinik Wien.
Fortbildung mit System Die von SOLA angebotenen Fortbildungen gehen über drei Module, wobei die ersten beiden Module lokal stattfinden können und das abschließende Modul III stets in Wien. Im Jahr 2015 beispielsweise wurden die Module I und II unter anderem in Beijing (China) und in Jaipur (Indien) abgehalten. In Jaipur waren die Module zudem Teil des von SOLA ver-
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anstalteten Kongresses „7th National Conference on Oral Laser Application“, bei dem es insgesamt rund 700 Teilnehmer gab. Modul I beschäftigt sich vor allem mit physikalischen Theorien als Grundlage der Lasertechnologie. Darüber hinaus sind hier auch Sicherheitsstandards ein wichtiges Thema. Modul II geht näher auf die klinischen Anwendungsmöglichkeiten ein, wie zum Beispiel Pardontologie und Orale Chirurgie. Insbesondere wird auch mit Hands-on-Training an biologischen oder adäquaten künstlichen Materialien gearbeitet. Bereits nach diesen zwei Modulen, die jeweils zwei Tage dauern, gibt es ein SOLADiplom und damit die Grundlage zum offiziellen Zertifikat „Laserschutzbeauftragter der SOLA International“.
Viel Theorie und Praxis in Wien In Modul III, das ausschließlich in Wien stattfindet, werden die theoretischen, sicherheitsrelevanten und physikalischen Grundlagen nochmals genauer wiederholt und die Teilnehmer noch aktiver ins Geschehen eingebunden, indem sie praktische Fälle darstellen. Unter anderem waren im Dezember 2015 jeweils 15 Personen aus China beziehungsweise Indien in Wien, um hier etwas über die neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse rund um die Laserzahnheilkunde zu erfahren Der Kurs für Fortgeschrittene, Modul III, wird deswegen ausschließlich in Wien abgehalten, da hier die notwendigen Geräte wie beispielsweise Elektronenmikroskope ausreichend zur Verfügung stehen. Zwischen Modul II und III müssen die Teilnehmer 80 Stunden praktische Arbeit leisten, deren Ergebnisse sie dann präsentieren. Wenn dies positiv bewertet wird, erhalten sie das SOLA Mastership-Zertifikat. Neue Partner angefragt Pro Jahr bietet SOLA rund 15 Module mit mehr als tausend Teilnehmern an, die jeweils eines oder mehrere Module besuchen. Klar ersichtlich ist: Die Tendenz ist steigend. Das hat, da sind sich die Verantwortlichen bei SOLA einig, vor allem damit zu tun, dass immer mehr Organisationen weltweit eine Zusammenarbeit mit SOLA anstreben. Zuletzt gab es Gespräche mit Portugal, und vor allem mit dem Iran sind schon konkrete Projekte in Sicht. Teheran im Fokus Bereits im zweiten Quartal des laufenden Jahres soll im Iran eine Tochtergesellschaft von SOLA entstehen. Und:
Lehre
Dezember 2015, Modul 3: Auch eine Gruppe aus Indien nahm am SOLAProgramm Ende 2015 teil.
Der nächste SOLA World-Congress in Oral Laser Application ist im Dezember 2016 in Teheran geplant. Dass SOLA bald eine weitere Partnergesellschaft haben wird, ist einerseits dem SOLA-Präsidenten, Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, zu verdanken, andererseits den Bemühungen von Mag. Hassan ShokoohiTabrizi. Das Ergebnis nach rund zwei Jahren intensiver Kontaktgespräche: Die IMLA (Iranian Medical Laser Association) hat Andreas Moritz als Keynote-Speaker eingeladen. Vor 700 Interessierten referierte er über aktuelle Forschungen rund um die Zahnlasertechnologie oder, wie ShokoohiTabrizi sagt: „Im Mai 2015 sind wir
in den Iran gefahren und haben dort neueste Forschungsergebnisse rund um die Lasertechnologie präsentiert.“ Der Organisator des nächsten SOLAKongresses hat mehrere Argumente für die aktuelle Zusammenarbeit mit dem Iran: „Es gibt dort mehr rund 20.000 Zahnärzte, und die Lasertechnologie ist im Allgemeinen gut bekannt, in der Zahnmedizin im Speziellen besteht aber noch Aufholbedarf. Dass nunmehr die wirtschaftlichen Sanktionen gelockert worden sind, hilft uns bei unserem Vorhaben.“ Gemeint ist hierbei vor allem der für Dezember geplante Kongress, zu dem für das dreitägige Programm sowohl nationale als auch internationa-
le Referenten geladen werden, ebenso ist eine umfassende Ausstellung von Laseranbietern in Aussicht gestellt. Schließlich sollen auch die Fortbildungsmodule von SOLA in Teheran angeboten werden. „Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu erweitern. Zahnärzte aus dem Iran sollen nach Wien kommen, und auch österreichische Zahnärzte können in Teheran einiges lernen“, erklärt Shokoohi-Tabrizi, der abschließend meint: „Die Ärzte im Iran sind geradezu durstig nach Forschung. Es besteht ein großes Interesse am Markt, und es gibt genügend Unternehmen, die beim Kongress in Teheran als Sponsoren auftreten wollen.“ •
KFO-Intensivseminar I und II
mehr PRAXIS weniger THEORIE Seminarleitung: O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon
Erlernen der Grundlagen von Techniken der festsitzenden kieferorthopädischen Therapie. Mit der Kursteilnahme werden Ihnen 80 Punkte für das Diplomfortbildungsprogramm der Österreichischen Zahnärztekammer angerechnet.
Kursort:
Kieferorthopädie der Universitätszahnklinik Wien Sensengasse 2a, 1090 Wien www.unizahnklinik-wien.at
Termin auf Anfrage: Mi., 9.00 – 14.00 Uhr Gesamtdauer je Seminar: 10 Termine á 5 Std. 1 Mittwoch pro Monat
Kursgebühr: Seminar I: EUR 4.800,– Auskunft: Maria Strobl Fax: + 43 1 40070 4309
Seminar II: EUR 8.400,– (inkl. 10 % MwSt.)
Tel. : + 43 1 40070 4301 E-Mail: maria.strobl@meduniwien.ac.at
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