P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien
2 | 2015
Das Journal der Universitätszahnklinik Wien
Fokus: Zukunft – 04 Schablonengeführte Implantationen – 06 Lehre Teil 2 – Vorklinik: Erste Schritte in die Praxis – 20
Kinderzähne Der neue Fachbereich Kinder- und Jugendzahnheilkunde
Editorial
Sehr geehrte LeserInnen!
U
nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.
Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.
Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Klinikvorstand
Im Fokus dieser Ausgabe steht der neue Fachbereich der Kinder- und Jugendzahnheilkunde. Auf diesem Gebiet baut die Universitätszahnklinik ihr Angebot für PatientInnen aus, denn die Mundgesundheit eines Kindes ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung. Die Fachabteilung bietet sämtliche Leistungen der modernen Kinderzahnheilkunde an. Im Bereich der Lehre sollen ein kompetenzorientiertes Curriculum für Kinderzahnheilkunde entstehen und neue Lehr- und Lernformen etabliert werden. Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Versorgungsforschung, die auf mundgesundheitsbezogene Lebensqualität bei Kindern und Erwachsenen spezialisiert ist. Wir möchten Sie mit unserem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen.
Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43-1-40 070, Fax: +43-1-40 070-3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Clemens Nechansky (Leitung), Mag. Marianne Kitzler, Bettina Benesch, Mag. Andrea Fallent, Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer, Carina Weinstabl Grafik & Produktion: Julia Proyer (Leitung), Doreen Agbontaen Verlagsleitung: Mag. Peter Morawetz Designkonzept: Julia Proyer Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik GmbH ist eine 100-%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert ZahnärztInnen, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.
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Inhalt
Inhalt
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Forschung 04 Fokus: Zukunft: Klinische Forschung und Grundlagenforschung an der Universitätszahnklinik Wien
Praxis 06 Schablonen-geführte Implantationen 09 Ankündigung: „BRING YOUR OWN CASE“ 10 Erhellender Laser 12 Behandlung medizinischer Sonderfälle
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14 Kinderzähne gut versorgt: Neuer Fachbereich Kinder- und Jugendzahnheilkunde
Menschen 16 Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: ERASMUS Studenten an der Universitäts zahnklinik Wien 18 Kluge Köpfe
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19 Facts über die Universitäts zahnklinik Wien: Fachbe reiche, Ambulanzen, Öffnungszeiten
Lehre 20 Lehre Teil 2 - Vorklinik: Erste Schritte in die Praxis
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22 Wertvoll und engagiert: Lehrlingsausbildung an der Universitätszahnklinik Wien 23 Gewinner des Heraeus Kulzer Ästhetik Projekts 23 Historisches aus dem Zahnmuseum Wien
In den Kalender Laser-Workshop Modul I – SOLA Ausbildung zur/zum Laserschutzbeauftragten Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 19. 6. 2015, 13.00–19.00 Uhr und 20. 6. 2015, 9.00–19.00 Uhr Ort: Henry Schein Dental Austria GmbH, Computerstraße 6, 1100 Wien Anmeldung: veranstaltungen@henryschein.at ZFP-Fortbildung: 18 Punkte Sommerakademie 2015 Digitale Zahnheilkunde – Zahnheilkunde der Zukunft Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. A. Moritz, Prof. DDr. F.-K. Tuppy, Univ.-Prof. DDr. Ch. Ulm, Dr. Ch. Kurzmann Datum: 26. 6. 2015, 8.30–17.30 Uhr und 27. 6. 2015, 9.00–17.00 Uhr Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: spitzhuetl@zafi.at Informationen: www.zafi.at ZFP-Fortbildung: 21 Punkte BRING YOUR OWN CASE Niedergelassene ZahnärztInnen können eigene Fälle besprechen und mit OberärztInnen des Fachbereiches für Orale Chirurgie Lösungsmöglichkeiten erarbeiten Leitung: Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm Datum: Mittwoch, 4. 11. 2015 Uhrzeit: 8.30–9.30 Uhr Ort: Seminarräume der ZMK, Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: oralechirurgie-kurse@meduniwien.ac.at
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Forschung
Fokus: Zukunft Klinische Forschung sowie Grundlagenforschung stehen neben Lehre und PatientInnenbetreuung im Zentrum der Arbeit an der Universitätszahnklinik Wien. Hier liegt der Fokus auf der Zukunft der Zahnheilkunde.
I
n den vergangenen Jahren wurde der Bereich Forschung an der Universitätszahnklinik neu strukturiert, um den Fokus auf zukunftsweisende Themen der Zahnheilkunde zu verstärken und interdisziplinäre Forschung zu unterstützen. So sollen Synergien genützt und neue multidisziplinäre Projekte initiiert werden. Aus diesem Grund wurden sechs Competence Center eingerichtet: • Competence Center for Dental Materials • Competence Center for Morphology • Competence Center for Oral Biology • Competence Center for Oral Microbiology & Hygiene • Competence Center for Periodontal Research • Competence Center for Tissue Engineering and Cell-Based Therapies
Zusätzlich wurde das Karl Donath Labor für Hartgewebsund Biomaterialforschung gegründet, das sich mit innovativen Materialien für die orale Implantologie befasst.
Der Erfolg dieser Anstrengungen wird durch die Steigerung des Forschungsoutputs sowie eine Vielzahl an Preisen verdeutlicht. Die Anzahl der Impactpunkte ist in den Jahren 2013 bis 2014 von rund 63 auf 91 Punkte gestiegen. Im Jahr 2014 wurden 48 Studien publiziert; 33 Prozent mehr als im Jahr davor.
Der neu eingerichtete Forschungssupport und die Forschungsambulanz dienen der Unterstützung von klinischer Forschung sowie Grundlagenforschung an der Universitätszahnklinik hinsichtlich der Einreichung von Drittmittelanträgen, der Organisation und Abhaltung von wissenschaftlichen Retreats, der reibungslosen Abwicklung von Forschungstätigkeiten im Forschungstrakt und allgemein der Stimulation der Forschung. Die wissenschaftlichen Interaktionen, intern sowie mit internationalen ForscherInnen, werden durch die Etablierung von Seminarreihen sowie jährlichen Retreats gefördert. Beim Forschungsretreat am 10. April 2015 präsentierten ÄrztInnen und ForscherInnen der Universitätszahnklinik Wien ihre laufenden Projekte. 04 DentUnique 2/2015
Aus den Competence Centern Ein Forschungsschwerpunkt des Competence Center for Dental Materials ist die Entwicklung von präklinischen Testverfahren zur Abschätzung des Patientenrisikos von Dentalmaterialien. Das Team untersucht u. a. die Haftkräfte verschiedener Bondingsysteme und Zemente. Im Mittelpunkt des Competence Center for Morphology steht die Histologie zur Aufklärung experimenteller Fragestellungen mit dem Ziel der Verbesserung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen in Zahnheilkunde, Unfallchirurgie und Intensivmedizin. Am Competence Center for Oral Biology werden grundlegende Erkenntnisse aus der Zell- und Entwicklungsbiologie, der Genetik und der Materialforschung genützt, um in der Zahnmedizin kausale Therapiestrategien zu entwickeln. In aktuellen Studien wurde der Einfluss von Bone Conditioned Medium (BCM) u. a. auf die Knochenneubildung untersucht. Das Team des Competence Center for Oral Microbiology & Hygiene beschäftigt sich mit einem Schlüsselelement der oralen Gesundheit. Das Spektrum der Arbeit umfasst klinische Routineuntersuchungen der oralen Mikrobiologie sowie Grundlagenforschung.
Der Forschungsschwerpunkt des Competence Center for Periodontal Research liegt in der Untersuchung der Pathogenese und der molekular- und zellbiologischen Grundlagen von parodontalen Erkrankungen, der Hämostase im gesunden und kranken Parodontalgewebe sowie den Mechanismen der Regeneration nach parodontaler Gewebezerstörung. Neueste Studien des Centers weisen auf die Rolle von Vitamin D und Endocannabinoiden bei der Immunantwort in der Pathogenese der Parodontitis hin. Die Forschung des Competence Center for Tissue Engineering and Cell-Based Therapies zielt auf die Anwendung des „Tissue Engineering“ in der regenerativen Zahnheilkunde.
Forschung
Ein neuer Ansatz zur Förderung der Knochenregeneration ist es, pharmakologisch Hypoxie zu simulieren. Hierzu bieten sich Hypoxia-Mimetic Agents an – wobei die optimale Strategie zur Applikation dieser Agents für die Orale Chirurgie und die Parodontologie noch nicht gefunden ist. In einer rezenten Studie des Centers wurde die Freisetzung von Hypoxia-Mimetic Agents aus Kollagenmembranen untersucht.
Die Forschung des Karl Donath Labors für Hartgewebs- und Biomaterialforschung umfasst präklinische und klinische Studien in der „Oralen Implantologie“ zur Verbesserung des Knochenangebots durch Einsatz von Augmentationsmaterialien sowie zuverlässige Integration von dentalen Implantaten im Kieferknochen. In rezenten Studien wurde die Wirksamkeit von spritzbaren Knochenersatzmaterialien aus synthetisch hergestelltem nanokristallinem Hydroxylapatit untersucht. Damit sollen den PatientInnen künftig die Transplantation des eigenen Knochengewebes erspart und auch die Größe chirurgischer Eingriffe reduziert werden.
Klinik und Forschung eng verbunden Die Erkenntnisse aus der Forschung kommen unmittelbar den PatientInnen zugute – auch deshalb, weil die Zusammenarbeit zwischen den GrundlagenforscherInnen in den Competence Centern und den KlinikerInnen in den Fachbereichen besonders eng ist: Zum einen bringen die Fachbereiche klinisch relevante Forschungsfragen in die Competence Center, zum anderen regt die Forschung in den Competence Centern die Arbeit in den Fachbereichen an. „Die Competence Center und die Fachbereiche funktionieren wie kommunizierende Gefäße“, sagt Ass.-Prof. Priv.Doz. Dipl.-Ing. Hermann Agis, PhD, Leiter des Competence Center for Tissue Engineering and Cell-Based Therapies. „Das Naheverhältnis zwischen KlinikerInnen und ForscherInnen ist für beide Seiten sehr inspirierend.“ •
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Praxis
Fallbericht: Schablonengeführte Implantationen 1. Fall:
Abb. 1: Status quo vor dem Eingriff: Wunsch der Patientin nach einer implantatprothetischen Versorgung ohne Augmentation der nicht erhaltungswürdigen Brückenversorgung im I. Quadranten.
Abb. 2: Idealisiertes prothetisches Setup für den Scanvorgang als Voraussetzung für die virtuelle, dreidimensionale Planung in der Planungssoftware NobelClinicianTM.
Abb. 3: Eingescanntes Patientenmodell des Oberkiefers mit Markierung der späteren implantatprothetischen Versorgung.
Abb. 4: Dreidimensionale, virtuelle Behandlungsplanung: Implantatpositionierung in Regio 13 und 14 als Früh-/ Spätimplantation bei ausgeheilter Alveole (Status post Extraktion Regio 13 sowie Sofortimplantation Regio 16).
Abb. 5: Präoperative Darstellung des Oberkiefers vor Entfernung des Zahnes 16.
Abb. 6: Stereolithographisch hergestellte NobelGuideTM-V2-Schablone mit den Führungshülsen im Bereich der geplanten Implantate in Regio 13, 14, 16 nach Entfernung des Zahnes 16.
Abb. 7: Darstellung der gesetzten Implantate mit liegender Schablone.
Abb. 8: Darstellung der mit Healing Abutments versorgten, minimal-invasiv gesetzten Implantate.
Abb. 9: Postoperatives Kontrollröntgen der inserierten Implantate im I. Quadranten.
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Praxis
Eine prothetisch und chirurgisch exakte Planung dient als Voraussetzung für einen klinischen Erfolg einer implantatprothetischen Versorgung über einen möglichst langen Zeitraum.
S
chablonen-geführte, computergestützte Behandlungskonzepte wie das NobelGuideTM-Verfahren ermöglichen eine präzise chirurgische Umsetzung der präoperativen, nach prothetischen und chirurgischen Gesichtspunkten virtuell durchgeführten Planung.1 Eine Erweiterung dieses Behandlungskonzeptes macht mithilfe der aktualisierten Planungssoftware (NobelClinician 2.4.2.4, Nobel Biocare) und mit der vor Kurzem vorgestellten SmartFusionTM-Technologie bei teilbezahnten Patienten die über weite Strecken durchgehende Anwendung des digitalen Workflows möglich. Das Protokoll V2 stellt eine Optimierung der Übertragungsgenauigkeit für teilbezahnte Lücken (zumindest 6, strategisch gute verteilte Restbezahnung in einem Kiefer unter
Beachtung eventueller Metallartefakte) als Ergänzung des „klassischen“ Double-Scan-Workflows dar. In diesem Artikel wird anhand von zwei PatientInnenfällen mit schablonengeführt-spezifischen Indikationen der digitale Workflow V2 mit NobelClinicianTM vorgestellt.
1. Fallbericht Hier war der Wunsch der Patientin nach einer implantatprothetischen Versorgung ohne Augmentation der nicht erhaltungswürdigen Brückenversorgung im I. Quadranten ausschlaggebend (Ausgangssituation siehe Abb. 1). Die Umsetzung: Eine
Demo-Video creos.com
2. Fallbericht Hier handelt es sich um einen Patienten mit vormals einseitiger Lippen-Kiefer-Spalte. Umgesetzt wurde eine Schablonen-geführte Implantatbett-Präparation mit konsekutiver Implantatinsertion bei reduzierter Einzelzahn-Lückenbreite im Oberkiefer-Frontzahnbereich. • Fortsetzung: 2. Fall auf Seite 8
1 Vasak C, Watzak G, Gahleitner A, Strbac GD, Schemper M, Zechner W. Computed tomography-based evaluation of template (NobelGuide™)-guided implant positions: a prospective radiological study. Clin Oral Implants Res. 2011 Oct; 22(10):1157–63.
Erleben Sie den Unterschied! creos™ ist einfach in der Handhabung und verlässlich in der Funktion.
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© Nobel Biocare Services AG, 2014. All rights reserved. Disclaimer: Some products may not be regulatory cleared/released for sale in all markets. Please contact the local Nobel Biocare sales office for current product assortment and available.
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Praxis
2. Fall:
Abb. 1: Darstellung der Ausgangssituation als Ausschnitt eines Orthopantomogramms bzw. eines Kleinbildes bei reduzierter Lückenbreite Status post Kieferorthopädie eines Patienten mit vormals einseitiger Lippen-KieferSpalte.
Abb. 4: Intraoperative Darstellung der klinischen Situation der ohne Anpassungen exakt reponierbaren NobelGuideTM-Schablone.
Abb. 2: Dreidimensionale, virtuelle Planung des durchmesserreduzierten Implantates in Regio 13 (NobelActiveTM 3.0). Das virtuell geplante Implantat zeigt den engen Lagebezug zu den Nachbarwurzeln.
Abb. 5: Geführte Implantatbettpräparation mit 2-mm-Spiralbohrer.
Abb. 6: Intraoperatives Kontrollröntgen mit dem inserierten Spiralbohrer in der SchablonenFührungshülse.
Das Team Priv.-Doz. DDr. Christoph Vasak und Univ.-Prof. DDr. Werner Zechner Fachbereich Orale Chirurgie, Universitätszahnklinik Wien
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Abb. 3: Darstellung der stereolithographisch hergestellten Implantationsschablone V2 („Drill-Guide-only“NobelGuideTM-Schablone), die bei verwendetem Implantattyp ausschließlich eine Implantatbettpräparation geführt zulässt.
Abb. 7: System-immanente, manuelle Implantatinsertion des NobelActiveTM 3.0.
Abb. 8: Die postoperative Kontrollröntgen zeigen die präzise Umsetzung des 3Dvirtuell geplanten Implantates in Regio 13.
Praxis
BRING N W O YOUR CASE
Unbenannt-2 1
Schwierige beziehungsweise komplexe Fälle mit mehreren Lösungsmöglichkeiten gibt es im zahnärztlichen Alltag immer wieder. Dabei zeigt die Erfahrung: Die Arbeit im Team bringt oft optimalere Lösungen. Präsentieren Sie uns daher Ihre komplexen oralchirurgischen Fälle, denn gemeinsam erreichen wir meist deutlich mehr.
D
ie Universitätszahnklinik Wien versteht sich Dank ihrer langjährigen Erfahrung mit komplizierten Fällen auch als konsiliarisch tätige Anlaufstelle für niedergelassene ZahnärztInnen. „BRING YOUR OWN CASE“ ist daher das naheliegende Angebot an alle KollegInnen: Stellen Sie uns Ihren komplexen Fall aus der Praxis vor, wir beantworten Ihre Fragen umgehend und kostenfrei und veröffentlichen Ihren Fall auf Wunsch auch in DentUnique. Bei Bedarf bzw.
eventuell notwendigen chirurgischen Eingriffen an der Klinik ist auch die Assistenz durch den niedergelassenen Zuweiser bzw. die niedergelassene Zuweiserin möglich. Ein Beispiel für einen Fall finden Sie auf Seite 12: „Behandlung medizinischer Sonderfälle“ • Information und Einreichung (gerne auch anonym): oralechirurgie-kurse@ meduniwien.ac.at
10.05.15 20:22
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Praxis
Gingiva Bleaching Bräunliche Melanin-Einlagerungen im Zahnfleisch stellen oft ein ästhetisches Problem dar. Mit Laser lassen sich die Verfärbungen schmerzfrei und rasch entfernen.
B
raune Verfärbungen des Zahnfleisches sind zum Großteil bedingt durch Melanin-Einlagerungen. Melanine sind rötliche, braune oder schwarze Pigmente, die für die Färbung von Haut, Haaren und Augen verantwortlich sind. Produziert werden sie von den Melanozyten. Melanin-Einlagerungen im Zahnfleisch zeigen sich vor allem bei Menschen mit dunkler Hautfarbe. Mögliche Ursachen sind darüber hinaus exogene Faktoren wie Rauchen oder die Wirkung verschiedener Medikamente sowie Auswirkungen des Albright- und des Peutz-Jeghers-Syndroms. Bei Frauen tritt die Hyperpigmentierung der Gingiva häufiger auf als bei Männern. Die Verfärbungen sind in der Regel gutartig, medizinisch gesehen besteht also kein Anlass, sie zu entfernen. Für die Depigmentierung entscheiden sich PatientInnen jedoch aus ästhetischen Gründen. Differentialdiagnostisch müssen mögliche pathologische Schleimhautveränderungen wie Melanosen oder Melanozytäre Nävi ausgeschlossen werden. Die Zahnmedizin kennt unterschiedliche Methoden, um die Einlagerungen zu entfernen: • Chirurgischer Eingriff • Vereisen mittels Kryotherapie • Elektrochirurgische Entfernung • Verschiedene chemische Methoden • Verschiedene Graft-Operationen • Laserbehandlung mit Dioden-Laser, CO2-Laser, Nd:YAG-Laser, Erbium-Laser (Er:YAG und Er,Cr:YSGG)
State of the Art: Laser In modernen Instituten wird die Depigmentierung heute mithilfe des Lasers durchgeführt. Der große Vorteil dieser Methode ist die Schmerzfreiheit. Im Vergleich zum chirurgischen Eingriff verläuft die Laserbehandlung darüber hinaus unblutig, auch ein Zahnfleischverband ist nicht notwendig (weitere Vorteile siehe Kasten rechts). Der Fall Das Zahnfleisch der 40-jährigen Patientin zeigte an mehreren Stellen gingivale Hyperpigmentierung, die aus ästhetischen Gründen entfernt werden sollte. Das Team entschied sich für die schonende Depigmentierung mittels eines Hartgewebslasers aus der Erbium-Laserfamilie. Die Arbeit erfolgte kontaktlos unter Wasserkühlung im Soft-TissueMode, die Laserenergie betrug 200 mJ, die Pulsfrequenz 15 Hz. Das Erstgespräch erfolgte Mitte April, die letzte Behandlung etwa einen Monat später. Im Rahmen des Erstgesprächs wurde die Patientin beraten, anschließend quadrantenweise mit Laser behandelt. Mitte Mai erfolgte ein Recall-Termin mit selektivem Nachbleachen kleiner Regionen. •
Das Team Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Leiter der Universitätszahnklinik Wien, Fachbereichsleiter Zahnerhaltung & Parodontologie sowie Fachbereichsleiter Unit Zahnärztliche Ausbildung. Dr. Christoph Kurzmann Assistenzarzt an der Abteilung für Zahnerhaltung & Parodontologie
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Praxis
Abb. 2: Beginn der Depigmentierung mit Er:YAG-Laser
Abb. 1: Ausgangssituation im Oberkiefer
Vorteile des Lasers bei der Depigmentierung Abb. 3: Depigmentierung
Abb. 4: 14 Tage nach Depigmentierung des ersten Quadranten
• Wenig invasiv, in der Regel keine Anästhesie notwendig
• Die Behandlung erfolgt nahezu schmerzlos
• Sehr gute Wundheilung innerhalb von nur zwei Wochen
• Kein Zahnfleischverband wie bei chirurgischem Eingriff
• Essen und Trinken sind Abb. 5: Erster Recall-Termin nach Depigmentierung aller vier Quadranten
Abb. 6: Team während der Depigmentierung
Abb. 7: Endergebnis nach Depigmentierung
direkt nach der Behandlung möglich
Abb. 8: Laser (Er:YAG)
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Praxis
Interdisziplinäre Behandlungen innerhalb der studentischen Ausb An der Universitätszahnklinik Wien werden jährlich zahlreiche PatientInnen mit schwerwiegenden Veränderungen des stomatognathen Systems behandelt. Studierende können nicht nur bei Diagnostik und Planung solcher Therapien teilnehmen und indirekt als AssistentInnen an diesen Behandlungen mitwirken, sondern auch einzelne Behandlungsschritte unter entsprechender Anleitung selbst durchführen.
B
esonders die Behandlung von PatientInnen mit Nichtanlage mehrerer Zähne, mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, nach ausgedehnten chirurgischen Resektionen und Rekonstruktionen sowie Bestrahlungen wegen Tumoren im Mund- und Kieferbereich oder mit ausgedehnten Atrophien der Kieferknochen übersteigt die therapeutischen Möglichkeiten einzelner Fachdisziplinen der Zahnheilkunde für sich alleine und erfordert eine strategisch geplante Synergie und den gezielten Einsatz der jeweils notwendigen und geeigneten Methodik durch die entsprechenden Fachbereiche in abgestimmter zeitlicher Reihenfolge. Seit Einrichtung des Unit-Systems zur zahnmedizinischen Ausbildung im Jahr 2010 wurden an der Universitätszahnklinik Wien insgesamt 388 PatientInnen als so genannte "medizinische Sonderfälle" behandelt. Dies erfolgte in interdisziplinärer Zusammenarbeit der Fachbereiche Kieferorthopädie, orale Chirurgie und dem Unitsystem, sowie teilweise auch mit den Abteilungen für Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie des Wiener AKH und des SMZ Ost. So vielfältig wie die Ursachen für eine Behandlungsnotwendigkeit in dieser PatientInnengruppe sind, so individuell ist das jeweilige Behandlungskonzept. Vor jeder Therapie erfolgt ein Konsilium der beteiligten Fachdisziplinen, um gemeinsam eine Strategie zu erarbeiten. Präsentation einer interdisziplinären Behandlung Die Patientin suchte im 17. Lebensjahr unsere Klinik auf. Damals waren noch die Milchzähne 53, 63, 73 und 83 vorhanden und die bleibenden Eckzähne mesial davon durchgebrochen. Die Zähne 12, 22, 32, 31, 41 und 42 waren nicht angelegt, es bestand ein Tiefbiss bei Angel-Klasse II sowie ein Diastem bei auffallend schmalen mittleren oberen Schneidezähnen. 12 DentUnique 2/2015
Zunächst wurde im Fachbereich Kieferorthopädie mittels festsitzender Mechanik der Tiefbiss durch Intrusion aufgelöst, das Diastem geschlossen und sowohl im Oberkiefer als auch im Unterkiefer die Eckzähne aufgerichtet und auf die Position der jeweiligen seitlichen Schneidezähne bewegt. Im 19. Lebensjahr wurden im Fachbereich orale Chirurgie schrittweise die Milchzähne 73 und 83 entfernt und nach Abheilung Implantate auf Position 33 und 43 gesetzt. Zeitversetzt dazu erfolgte ein äquivalentes Vorgehen für die Implantationen auf Position 13 und 23. Nach Einheilung der Implantate und Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung im 23. Lebensjahr der Patientin erfolgte die definitive Versorgung innerhalb der studentischen Ausbildung auf Homeunit VI durch einen Studenten im 12. Semester. Dabei wurden die mittleren oberen Schneidezähne mit Composites verbreitert, die oberen Eckzähne in gleicher Weise zu seitlichen Schneidezähnen umgestaltet und die vier Implantate mit Kronen versorgt. Die Unterkieferfront ist wegen eines ausgeprägten Spitzkammes für eine Implantation nicht geeignet. Das Team entschied sich daher für eine Klebebrücke unter anatomischer Umgestaltung der nunmehr auf Position 32 und 42 stehenden Eckzähne. Die Patientin bleibt weiter zur Herstellung von Inlays an den Molaren in Behandlung an der Klinik und wird weiterhin in halbjährlichen Abständen kontrolliert. •
Das Team Ass.-Prof. DDr. Konstantin Zauza, Home Unit-Leiter
Praxis
bildung Abb. 1: Klinischer Ausgangsbefund
Abb. 2: KFO festsitzend
Abb. 3: Implantat Orientierungspfosten
Abb. 4: Gerüstprobe
Abb. 5: Zwischenversorgung für KFO
Abb. 6: Endsituation
Die beteiligten Fachbereiche Fachbereich KFO Fachbereich orale Chirurgie Home-Unit VI (zahnmedizinische Ausbildung)
Mehr als ein Implantat
Ein Gefühl des Vertrauens
Praxis
Kinderzähne gut versorgt Mit dem Ausbau des neuen Fachbereichs Kinder- und Jugendzahnheilkunde erweitert die Universitätszahnklinik Wien ihr klinisches Angebot für PatientInnen. Die neue Professur von Katrin Bekes in Wien ermöglicht es überdies, Forschung und Lehre in diesem Bereich voranzutreiben.
Leistungen des neuen Fachbereichs: • Prävention und Prophylaxe, Ernährungsberatung, professionelle Zahnreinigung, Kontrolle der Gebissentwicklung • Desensibilisierung durch kindgerechtes Heranführen an die Behandlungssituation • Minimal-invasive Kariestherapie • Füllungstherapie • Endodontische Behandlung • Prothetische Versorgung • Therapie von traumatischen Verletzungen
D
ie Mundgesundheit eines Kindes ist eine wesentliche Voraussetzung für seine normale Entwicklung. Eine zentrale Rolle in der Kinderzahnheilkunde spielen die Prävention und die Prophylaxe sowie eine nachhaltige Verhaltensführung. Auch die Therapie der frühkindlichen Milchzahnkaries ist nach wie vor ein Schwerpunkt, da diese als häufigste chronische Erkrankung des
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Vorschulalters gilt. „Hier liegt eine wichtige Aufgabe der Kinderzahnheilkunde“, erklärt Katrin Bekes, Leiterin des Fachbereichs Kinderund Jugendzahnheilkunde an der Universitätszahnklinik Wien: „Wir müssen uns verstärkt bemühen, die Gesundheitskompetenz dieser Risikogruppen zu stärken und vorbeugende Maßnahmen flächendeckend umzusetzen.“
• Beratung, Behandlung und Betreuung von Kindern mit Allgemeinerkrankungen, hohem Kariesrisiko, Nursing-Bottle-Syndrom, Behinderungen, Strukturstörungen der Zähne, Zahnarztangst
Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Klinik den neuen Fachbereich gebührend ausgestattet: Das Team verfügt u. a. über einen eigenen Warteraum, vier ambulante Behandlungseinheiten, zwei Eingriffsräume für Sanierungen unter Narkose, einen Aufwachraum mit vier Betten und einen Röntgenraum. Die Kolleginnen um Dr. Bekes ergänzen das Angebot der niedergelassenen ZahnärztInnen, indem sie bei komplizierten und umfangreichen Fällen unterstützend tätig werden.
Praxis, Lehre und Forschung Im Rahmen der ambulanten Krankenbehandlung bietet die Fachabteilung sämtliche Leistungen der modernen Kinderzahnheilkunde an. Der Aufbau eines Kompetenzzentrums für Patienten mit Strukturanomalien und Mineralisationsstörungen im Milch- und bleibenden Gebiss ist geplant. Betreut werden Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr; auch die Beratung der Eltern gehört zu den umfangreichen Leistungen (siehe Kasten „Leistungen“). Im Bereich der Lehre möchte Bekes ein kompetenzorientiertes Curriculum für Kinderzahnheilkunde erstellen, neue Lehr- und Lernformen etablieren, die konzeptionell in den Gesamtkontext der zahnmedizinischen Ausbildung eingebettet werden sollen, sowie den klinischen Kurs „Kinderzahnheilkunde“ aufbauen. Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Versorgungsforschung mit Fokus auf die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität bei Kindern und Erwachsenen. Hier bestehen bereits internationale Kooperation mit den Universitäten in Leipzig, Hamburg, Berlin und Minnesota. •
Foto: Privat
Zur Person Die Leiterin des neuen Fachbereichs Kinder- und Jugendzahnheilkunde, Univ.-Prof. Dr. Katrin Bekes, wurde 1977 in Bochum geboren und studierte Zahnmedizin an der Martin-LutherUniversität in Halle-Wittenberg, wo sie 2009 die Leitung der Sektion Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde übernahm. Seit April 2015 ist sie Professorin für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Kindesalters an der MedUni Wien. Bekes ist u. a. Generalsekretärin der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde und Gutachterin für mehrere internationale wissenschaftliche Journale.
Richtige Mundhygiene von Anfang an. MAM Produkte für gesunde Kinderzähne. studien bestätigen: Karies ist eine der häufigsten erkrankungen im Kindesalter. bereits ein Drittel der einjährigen weist ein erhöhtes Risiko auf an frühkindlicher Karies (early childhood caries, ecc) zu erkranken.* Leider wird die Zahnpflege bei Kindern häufig stark vernachlässigt. Eltern sollten bereits frühzeitig für die Zahnpflege ab dem ersten Zahn sensibilisiert werden, da kariöse Zähne neben der Zahngesundheit auch die Allgemeingesundheit und die Lebensqualität des Kindes beeinträchtigen.* Die wichtigsten Maßnahmen für Zahngesundheit bei babys: Schon in der Schwangerschaft auf Mundhygiene achten. Bereits vor dem ersten Zahn den Mundraum reinigen. Ab dem ersten Zahn mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste täglich putzen. Richtige Zahnputztechnik (Kaufläche, dann Zahnaußen- bzw. innenseite). Erster Zahnarztbesuch im 1. Lebensjahr. Zahnfreundliche Ernährung verringert das Risiko von ECC zusätzlich. Der MAM Oral Care Rabbit zur Massage des Zahnfleisches trägt zur Gewöhnung an die tägliche Mundpflegeroutine bei. Und die MAM Training Brush mit dem extra langem Griff ermöglicht Eltern und Kind das gemeinsame Halten und Führen der Bürste und damit ein optimales Training für die richtige Zahnreinigung. *Wagner Y., Heinrich-Weltzien R. Oral Health of One-Year-Old Thuringian children, Germany. EADPH 2011 Rom
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Menschen
Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten Seit 2013 beteiligt sich die Universitätszahnklinik Wien am ERASMUS-Förderprojekt der EU. Bisherige Erfahrungen sind ausschließlich positiv: Alle Teilnehmer profitieren voneinander– sowohl menschlich als auch fachlich.
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Anna Wechsler ist 23 Jahre alt, stammt aus Weiden, Bayern, studiert in Witten/Herdecke und verbringt das Sommersemester in Wien. „Besonders gut gefällt mir hier die moderne Ausstattung, der nette Umgangston zwischen Studenten und Ärzten und die Vielfalt an Patienten. Man lernt unterschiedliche Konzepte kennen und hat die Möglichkeit, diese Lehrmeinungen zu vergleichen.“
Lorenzo Arcuri ist 24 Jahre alt und absolviert sein letztes Studienjahr an der Universität Tor Vergata in Rom. Seit Februar 2015 ist er im Rahmen eines viermonatigen SpezialERASMUS-Projektes in Wien, mit Schwerpunkt Orale Chirurgie. Als Hauptvorteile des Erasmus Studiums sieht Lorenzo die vielen Freiheiten: „Ich konnte z. B. selbst entscheiden, welche Operationen ich sehen möchte, und kenne daher mittlerweile fast alle chirurgischen Abläufe. Prof. Ulm, der Leiter des Fachbereiches Orale Chirurgie, hat eine innovative chirurgische Schule aufgebaut.“
Alina Krämer, 25 Jahre, stammt aus Heilbronn in Baden Württemberg und studiert in Witten/Herdecke. Auch sie verbringt das Sommersemester in Wien. Ihre Beweggründe: „Wien, die Wiener Universitätszahnklinik, neue Eindrücke und Erfahrungen – und ‚einfach mal raus‘.“ Das moderne Gebäude der Universitätszahnklinik Wien findet Alina imposant, den kollegialen Umgang sehr freundlich. „Der klinische Teil des Studiums ist absolut praxisnah, man muss sich nicht zwischen Vorlesungen, Patienten, Praktika teilen.“
Felix Weissenberg, 23 Jahre, stammt aus Augsburg, Bayern, studiert in Witten/Herdecke Zahnheilkunde sowie Traditionelle Chinesische Medizin und bleibt bis Ende Juli in Wien. Er ist begeistert von der modernen Ausstattung und der effektiven Arbeitsweise der Universitätszahnklinik. Den größten Vorteil seines Auslandssemesters sieht Felix im Kennenlernen verschiedener Lehrmeinungen. „So kann ich meine Behandlungstechniken aus einem größeren Pool an Expertise zusammenstellen.“ Nähere Informationen über internationale Mobilitätsprogramme wie ERASMUS sind zu finden unter https://www.meduniwien.ac.at/homepage/content/ studium-lehre/international/erasmus/
Foto: Lulla/fotolia.com
Ass.-Prof. DDr. Barbara Cvikl, ERASMUS-Fachbereichskoordinatorin für Zahnmedizin, Universitätszahnklinik Wien. Derzeit laufen Verträge mit den deutschen Universitäten Witten/ Herdecke, Charité Berlin, Heidelberg und LMU München. Die Auswahl der Studierenden erfolgt an der Heimuniversität nach bestimmten Kriterien, d. h. es werden nur die Besten ins Ausland geschickt. Nach ihrer Ankunft in Wien werden sie OberärztInnen zugeteilt und in den normalen Studienbetrieb eingegliedert. „Bis jetzt haben wir nur positive Erfahrungen mit den Studierenden gemacht. Sie sind höchst motiviert, haben sich sehr gut integriert, kommen mit allen KollegInnen, mit den OberärztInnen und DozentInnen sehr gut aus. Auch unsere Studierenden im Ausland haben ausschließlich über gute Erfahrungen berichtet.“
Menschen
Kluge Köpfe Franz Holec
Hier stellen wir Ihnen einige MitarbeiterInnen vor:
Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle
Ao. Univ.-Prof. DDr. Andreas Schedle ist der Leiter des Kompetenzzentrums für Dentalmaterialien an der Universitätszahnklinik. Nach seinen Ausbildungen zum praktischen Arzt, Facharzt für Histologie und Embry ologie und Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde habilitierte er 1999. 2006 gründete Prof. Schedle die akkreditierte Prüfstelle für Dentalmaterialien an der Universitätszahnklinik und 2014 das Kompetenzzentrum für Dentalmaterialien. Prof. Schedle entwickelt präklinische Testverfahren zur Abschätzung des Patientenrisikos beim Einsatz von Dentalmaterialien und deren Substanzabgabe. Er leitet internationale Forschungsprojekte zur wissenschaftlichen Qualitätssicherung von neuen Werkstoffen und CAD/CAM-Technologien für ästhetische zahnärztliche Restaurationen. Er ist zudem Verfasser zahlreicher Publikationen in renommierten internationalen Journalen zu den Themen Qualität, Funktionsfähigkeit und Langlebigkeit von zahnärztlichen Werkstoffen. 18 DentUnique 2/2015
Ao. Univ.-Prof. DDr. Andrea Nell ist seit 30 Jahren an der Universitätszahnklinik tätig. Nach ihrer Habilitation im Jahr 1996 waren ihre Arbeitsschwerpunkte anfänglich ausgeglichen auf Forschung und Lehre ausgerichtet. Im Laufe der Zeit konzentrierte sich Prof. Nell immer stärker auf die Lehre. Als erste und bisher Einzige an der Universitätszahnklinik wurde sie im Jahr 2010 mit dem Titel „Teacher of the Month“ geehrt. Prof. Nell ist für die Studierenden der Vorklinik und des 72-Wochen-Praktikums Ansprechperson für alle Fragen, Sorgen und Anliegen. Sie hat die Gabe, zuzuhören, und durch ihre stets ruhige und kompetente Art genießt sie das vollste Vertrauen der Studierenden der Zahnklinik. Seit vielen Jahren ist Prof. Nell zudem Blockkoordinatorin des Blockes Z-4 (Kariologie, Füllungstherapie und Endodontie) und somit hauptverantwortlich für die studentische Ausbildung in der Vorklinik in diesem Bereich. Seit dem Jahr 2013 erfüllt sie des Weiteren die Funktion der stellvertretenden Curriculumsdirektorin und ist somit für alle Approbationen der Diplomarbeiten verantwortlich.
Eva-Aniko Lörincz
Eva-Aniko Lörincz begann 1996 in der IT-Abteilung der Zahnklinik zu arbeiten, bevor sie im Jahr 2005 in das Controlling wechselte. Sie leitet seit 2005 die Abrechnung und das Controlling, kümmert sich insbesondere um Krankenkassenabrechnungen und die Weiterverrechnung der Privatpatientenhonorare. Ebenso erstellt sie die monatlichen Leistungs- und Finanzberichte für die Klinikleitung sowie Fachbereichsleitung. Seit vielen Jahren kümmert sie sich auch federführend um die Softwarebetreuung und Schulung des Abrechnungs systems.
Foto: Roman Fuchs
Ao. Univ.-Prof. DDr. Andrea Nell
Franz Holec ist seit 2009 für den ordnungsgemäßen Betrieb, Administration, Schulung und Weiterentwicklung des internen Klinikinformationssystems (KIS) zuständig. Er erstellt beispielsweise individuelle Datenbank-Abfragen für medizinische Studien oder organisatorische Entscheidungshilfen. Darüber hinaus hat Holec Schnittstellen für Partnerprogramme wie Cumulus oder Onyx entwickelt. Als ständiges Mitglied des Arbeitskreises für ärztliche Dokumentation werden von ihm viele Verbesserungen – wie der „Okklusalindex“ – im KIS umgesetzt.
Menschen
Gut zu wissen Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anfahrt: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor – Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper – Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH) Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Bitte beachten Sie, dass im gesamten 9. Bezirk Kurzparkzone ist. Fachbereiche: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde
Spezialambulanzen: • Spezialambulanz für Laserzahnheil kunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323
• Spezialambulanz für Endodontie Ansprechpartner: Selma Sulejmanovic Tel.: + 43 1 40 070 2145 • Spezialambulanz für ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartner: Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323
• Spezialambulanz für Funktions störungen Ansprechpartner: Alexandra Wolfer Tel.: + 43 1 40 070 4930
• Spezialambulanz für Bulimie Ansprechpartner: Katalin Maté Tel.: +43 1 40 070 4935
• Spezialambulanz für Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartner: Kathrin Fröschl Tel.: + 43 1 40 070 4121 Ansprechpartner/Innen – Kontakte: Zentrale Aufnahme Stefanie Brandner, Agnes Font, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina Celar-Vojtechovsky Tel.: +43 1 40 070 2000 E-Mail: aufnahme-zmk@ meduniwien.ac.at
Allgemeine Ambulanz Gertraud Huber, Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger, Irene Horvath Tel.: +43 1 40 070 2020 E-Mail: ambulanz-zmk@ meduniwien.ac.at
Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1 40 070 2101 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Marion Hahn Tel.: +43 1 40 070 4720 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Prophylaxecenter Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1 40 070 4725 E-Mail: prophylaxecenter@ meduniwien.ac.at
• Kieferorthopädie Leitstelle: Katrin Wychera, Evelyne Marchsteiner Tel.: +43 1 40 070 4320
Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1 40 070 4301 E-Mail: kfo-zmk@meduniwien.ac.at • Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Kathrin Fröschl Tel.: +43 1 40 070 4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1 40 070 4101 E-Mail: oralchir-zmk@ meduniwien.ac.at
• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1 40 070 4901 E-Mail: prothetik-zmk@ meduniwien.ac.at • Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1 40 070 2420 E-Mail: radiologie-zmk@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 40070 2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 40070 2825 E-Mail: kinder-zmk@ meduniwien.ac.at
Öffnungszeiten: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme und Notbehand lungen: Montag–Freitag 7.30–13 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage 8–13 Uhr • Behandlungszeiten in den klinischen Bereichen Montag–Freitag 8–16 Uhr nach Terminvereinbarung • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–13 Uhr DentUnique 2/2015 19
Lehre
Teil 2:
Vorklinik: Erste Schritte in die Praxis Das siebente und achte Semester des Zahnmedizinstudiums an der Universitätszahnklinik Wien sind der Vorklinik gewidmet. Die Studierenden lernen darin alle praxisrelevanten Inhalte – in der Theorie und am Phantom.
Zur Person DDr. Thomas Hirschberg unterrichtet seit 1993 an der Universitätszahnklinik Wien; seit 1997 ist er Leiter der vorklinischen Abteilung.
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Die Teamarbeit steht in der vorklinischen Ausbildung im Vordergrund
Lehre
Modell- und Provisoriumserstellung. Den Abschluss des siebenten Semesters bildet die Lehrveranstaltung Kinderzahnheilkunde. Beschliff- und Füllungstechniken werden an speziellen Milchgebissmodellen geübt. Darüber hinaus gehen die Lehrenden auf die besonderen Erfordernisse bei der Kinderzahnbehandlung ein.
D
ie Universitätszahnklinik Wien bietet ihren Studierenden eine praxisnahe und hochqualitative Ausbildung. Einen wesentlichen Teil bildet die sogenannte Vorklinik, in der die Studierenden ihr Grundlagenwissen einsetzen und erweitern können. In dem Jahr der Vorklinik werden die Studierenden durch eine hochgradig praxisnahe Ausbildung intensiv auf die Behandlung der PatientInnen vorbereitet. Im Phantomübungsraum stehen 40 vollausgestattete Arbeitsplätze zur Verfügung, zusätzlich gibt es einen Demoplatz mit Videoübertragung. Die gleiche Ausstattung finden die Studierenden im Zahntechnikraum vor, in dem sie beispielsweise Schritte der Prothesenherstellung und KFO-Apparaturen üben. Das Feedback der Studierenden ist durchwegs sehr gut. In den Nachbesprechungen zu den einzelnen Ausbildungsblöcken heben die Studierenden immer wieder die Praxisnähe der vorklinischen Ausbildung positiv hervor. „Besonders die Tatsache, dass die Arbeitsabläufe live demonstriert werden, wird von den Studierenden als positiv empfunden“, erklärt DDr. Thomas Hirschberg, der an der Universitätszahnklinik Wien für Aufbau und Organisation der Vorklinik verantwortlich ist. Das Zahnmedizinstudium wurde im Studienjahr 1999/2000 auf neue Beine gestellt. Von dieser Basis aus wird die vorklinische Ausbildung an der Universitätszahnklinik Wien laufend evaluiert und weiter verbessert. So wurde der Lehrplan erst im
vergangenen Jahr um die Lehrveranstaltung Kinderzahnheilkunde erweitert. Ein Fach, das zunehmend an Bedeutung gewinnt und das seit April mit einer eigenen Professur an der Universitätszahnklinik vertreten ist. In den Nachbesprechungen mit den Studierenden wurde auch diese Lehrveranstaltung sehr positiv beurteilt. Die Arbeit in der Vorklinik ist natürlich auch geprägt von den technologischen Innovationen der vergangenen Jahre. „Vor allem die Digitalisierung hat die Ausbildung deutlich verbessert“, erklärt Thomas Hirschberg.
Sieben: Füllung, Veneer, Kinder Die vorklinische Ausbildung im siebenten Semester ist in Themenbereiche und Blöcke gegliedert. Sie beginnt mit der Lehrveranstaltung Radiologie, Strahlenschutz und Diagnostik; anschließend folgt der Themenschwerpunkt Parodontologie und Prophylaxe. Dabei werden die mechanische Zahnreinigung und die Wurzelglättung am Phantommodell durchgeführt. Im Block Z-4 werden Präparations- und Füllungstechniken intensiv geübt. Eingesetzt werden dabei unterschiedlichste Methoden von der Amalgampräparation über die Adhäsivtechnik für die Verarbeitung von Composites bis zur endodontischen Aufbereitungs- und Füllungstechnik. Die indirekte Restauration ist Schwerpunkt des Blocks Z-6: Die Studierenden üben die Präparationstechniken für Inlay, Onlay, Overlay, Veneer, Kronen und Brückenbeschliffe; darüber hinaus Abformtechniken,
Acht: Prothetik, Chirurgie, Orthopädie Block Z-7 markiert den Beginn des achten Semesters. Inhalte sind prothetische Grundlagen und festsitzende Prothetik. Die Studierenden üben alle Arbeitsschritte, die für die Herstellung von Teil- oder Totalprothesen notwendig sind. Die zahntechnischen Methoden lernen die Studierenden in den Technikräumen der Vorklinik. Im Fokus stehen überdies Anamnese, Abdrucknahme, Modellund Schienenherstellung. Der Block Z-8 Chirurgie umfasst den oralchirurgischen Themenkreis. An Schweinekiefern üben die Studierenden die operative und retinierte Zahnentfernung, Wurzelspitzenresektion, Lappen- und Nahttechniken. Anschließend folgen die Schwerpunkttage Implantologie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie parodontalchirurgische Eingriffstechniken. Das achte Semester endet mit Block Z-9 Kieferorthopädie, der als Praktikum abgehalten wird. Die Studierenden werden dabei in die kieferorthopädische Diagnostik und Behandlungsplanung eingeführt. In den praktischen Übungen bringen sie Brackets am Modell an und fertigen unter anderem linguale und transpalatinale Bögen.
Regelmäßige Prüfungen Jeder Block wird mit einer Überprü fung des Leistungsstandes abgeschlossen, zusätzlich werden die Inhalte in schriftlicher Form in sogenannten Z-Sips abgefragt. Die positive Beurteilung ist Voraussetzung für die Teilnahme am darauffolgenden 72-wöchigen Praktikum. • DentUnique 2/2015 21
Lehre
Wertvoll und engagiert An der Universitätszahnklinik Wien werden seit den 1930er Jahren Zahnärztliche AssistentInnen ausgebildet. Seit dem Jahr 2009 werden pro Jahr rund zehn Lehrlinge im neuen, dreijährigen Lehrberuf „Zahnärztliche Fachassistenz“ geschult.
Die Ausbildungsbeauftragte der Universitätszahnklinik, Sylvia Werner, betreut die Lehrlinge auf ihrem Weg zur zahnärztlichen Fachassistenz
A
n der Universitätszahnklinik Wien konnten bisher über 30 Lehrlinge im neuen Lehrberuf ihre Lehre sehr erfolgreich abschließen. Viele dieser AbsolventInnen sind heute wertvolle und engagierte MitarbeiterInnen in den unterschiedlichsten Fachbereichen der Zahnklinik. Sylvia Werner, Ausbildungsbeauftragte der Universitätszahnklinik, sagt über ihre Schützlinge: „Unsere Absolventen werden in allen Bereichen der Zahnmedizin eingesetzt 22 DentUnique 2/2015
– von der zahnmedizinischen Ausbildung bis hin zur Zahnerhaltung und Parodontologie. Auch die Kieferorthopädie, Orale Chirurgie oder Prothetik und Radiologie können zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen.“ Intern wird die Lehre von Fachärz tInnen der Zahnmedizin und zehn speziell geschulten AusbildnerInnen begleitet. Die zentrale Koordination sowie der theoretische Unterricht erfolgen durch Sylvia Werner und die externe theoretische Ausbildung über die Berufsschule Wien.
Die Schwerpunkte nach der Ausbildungsordnung sind vielseitig, denn die Lehrlinge übernehmen die Betreuung von PatientInnen vor, während und nach der zahnärztlichen Behandlung. Erläutern der Mundhygiene und der Maßnahmen zur Prophylaxe zählen ebenso zu den Aufgaben wie Assistieren bei konservierenden, chirurgischen, prothetischen, parodontologischen und kieferorthopädischen Behandlungen. Des Weiteren müssen zukünftige Zahnärztliche AssistentInnen das Anfertigen von Röntgenaufnahmen beherrschen und wissen, wie die erbrachten zahnärztlichen Leistungen mit den PatientInnen, privaten Versicherungen und Sozialversicherungsträgern abzurechnen sind. Erlernt wird zudem die richtige Anwendung von Hygienemaßnahmen und das Organisieren des täglichen Praxisablaufes sowie der Terminplanung. Auch die Durchführung von administrativen Aufgaben wie PatientInnenverwaltung, Schrift- und Zahlungsverkehr zählen zur Ausbildung. Zusätzliche Schwerpunkte sind beispielsweise die Instrumentenaufbereitung in der Zentralsterilisation, Assistenz im OP und die Logistik der dezentralen Materialversorgungsstellen. „Es ist wichtig, die Lehrlinge vom ersten Tag ihrer Ausbildung an in den Tagesablauf einzubinden“, betont Werner. Innerhalb der Universitätszahnklinik stellen Lehrlinge der Zahnärztlichen Fachassistenz einen wichtigen Bestandteil im operativen Tagesablauf dar und sichern für die Zukunft in ausreichendem Umfang hochqualifiziertes Fachpersonal. •
Lehre
Mathias Lidauer erreichte mit der Durchführung und Dokumentation einer Restauration am Patienten den zweiten Platz beim Heraeus Kulzer Asthetik Projekt 2014
Ausgezeichnete Studierende Im Rahmen des Heraeus Kulzer Ästhetik Projekts werden jedes Jahr die besten ästhetischen Arbeiten von Studierenden gewürdigt. Zuletzt standen zwei JungärztInnen der Universitätszahnklinik Wien am Siegerpodest: Linda Schwarz auf dem ersten, Mathias Lidauer auf dem zweiten Platz.
D
urch die Teilnahme am Ästhetikprojekt konnte ich im Rahmen meiner Ausbildung neuartige Füllungsmaterialien verwenden, die speziell für ästhetische Frontzahnrestaurationen entwickelt wurden“, sagt Linda Schwarz. „Das Projekt war für mich eine Möglichkeit, erste Erfahrungen mit der Präsentation und Fotodokumentation klinischer Fälle zu sammeln“. Ihr Thema war die Restauration eines Frontzahns nach Trauma bei einem 23-jährigen Patienten. Mathias Lidauers Resümee: „Das Heraeus Ästhetik Projekt hat mir ermöglicht, Versorgungen unter höchsten ästhetischen Ansprüchen zu erstellen. Der zweite Platz in diesem österreichweit ausgetragenen Wettbewerb ist eine schöne Bestätigung des erzielten Erfolgs.“
Freude an hochwertiger Arbeit Ziel des Ästhetikprojekts ist es, den Studierenden die Arbeit im High-EndBereich schmackhaft zu machen. „Es soll das Interesse geweckt und Freude an anspruchsvoller Arbeit vermittelt werden“, erklärt Prof. DDr. Gabor Fürst, der an der Universitätszahnklinik Wien u. a. für die Koordination des Projekts verantwortlich ist. Der Preis wird jährlich vergeben; das nächste Mal Ende Juni 2015. Die Erstplatzierten erhalten Sachpreise und erfahren vor allem Bestätigung für ihre Arbeit. Informationen zum Preis erhalten interessierte Studierende bei ihren Lehrenden oder auf www.heraeus-kulzer.at. •
Foto: Peter Tuma/Zahnmuseum
Damals
Die Hl. Apollonia Die in Alexandria geborene Märtyrerin wird zwar immer als junge Heilige mit großer Zange, die einen Zahn hält, dargestellt. Sie war aber eine betagte, in ihrer Geburtstadt angesehene Frau, die unter Kaiser Phillipus Arabs um 249 n. Chr. gemeinsam mit anderen Christen verschleppt wurde. Bischof Dionysos erwähnt, dass ihr alle Zähne ausgeschlagen und „die Kinnlade zertrümmert“ wurden. Sie sollte dem christlichen Glauben abschwören. Als man ihr den Scheiterhaufen androhte, soll sie sich betend freiwillig in diesen gestürzt haben. Kurz nach ihrem Tod wurde sie bereits als Heilige verehrt. Legenden umranken sie: Sie sei eine römische Adelstochter gewesen. Im Lübecker Passional des 15. Jhdts. lesen wir von einer in einem Turm lebenden Jungfrau. Zwölf Jungfrauen bedienten sie, und all ihre Gerätschaften seien aus purem Gold gewesen. Zum Christentum bekehrt, habe sie alles verschenkt und dadurch den Zorn ihrer Familie heraufbeschworen. Diese hätte durch Marter versucht, sie vom Glauben abzubringen. Allerdings wäre sie immer wieder von Engeln geheilt worden, die ihr nach jeder Tortur zu neuen Augen, Ohren, Zähnen, ja sogar neuen Gliedern verholfen hätten. Vielleicht lässt sich aus den genannten vielen Qualen ihre Präsenz in zahnärztlichen Patientenvisionen erklären. Man sollte aber nie vergessen, dass sie nicht nur als Patronin der Zahnkranken, sondern auch der Zahnbehandler gilt. • DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien
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