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DentUnique 2014

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Post Nummer

Mit Speichel auf der Spur – 04 Parodontitis und Speicheldiagnostik Digital rehabilitiert – 08 Interdisziplinär mit Erfolg behandelt Besser im Team – 16 Zahnmedizin und -technik gemeinsam

Von Grund auf neu

Die umgebaute Universitätszahnklinik Wien ist Europa-Spitze

Ein Tochterunternehmen der MedUni Wien


Editorial

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

E

s ist mir eine große Freude Ihnen unser neues Journal, DentUnique, das quartalsweise erscheinen wird, vorzustellen.

Mit diesem neuen Journal ermöglichen wir Ihnen ab sofort Einblicke in die 3 Säulen unserer universitären Aufgaben: Lehre, Forschung und Patientenbehandlung. Mit der Herausgabe des neuen Magazins werden Ihnen, unterteilt in vier Resorts, die Universitätszahnklinik Wien sowie aktuelle Erkenntnisse der Zahnmedizin näher gebracht.

Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Klinikleiter der Universitätszahnklinik Wien

Das Resort Forschung berichtet über wissenschaftliche Publikationen der Forschungsteams der Universitätszahnklinik Wien. Im Resort Praxis finden Sie ausführliche Case Reports, während Ihnen unser Team rund um die Zahnklinik Resort Menschen vorgestellt wird. Abschließend können Sie im Resort Service über die Fachbereiche und Ambulanzen sowie Fortbildungen und Weiterbildungen an der Zahnklinik lesen. Unser großes Ziel ist es, unsere Qualität der Ausbildung zum Wohle unserer Patienten auf dem letzten Stand der Wissenstand zu halten und weiter auszubauen.

Wir wünschen uns mit diesem neuen Medium, DentUnique, Sie an unserem klinischen Alltag teilhaben zu lassen und freuen uns auf einen guten Kontakt und Zusammenarbeit mit Ihnen, zum Wohle der Patienten.

Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Bernhard-Gottlieb-Universitätszahnklinik, Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43-1- 40 070, Fax: +43-1- 40 070-3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien. at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung), Bettina Benesch, Tamara Valdo Grafik & Produktion: Julia Proyer (Leitung), Doreen Agbontaen Verlagsleitung: Mag. Peter Morawetz Designkonzept: Julia Proyer Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Bernhard-Gottlieb-Universitätszahnklinik GmbH ist eine 100%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien www.meduniwien.ac.at/ homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert ZahnärztInnen, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.

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Forschung

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07 Heilung durch Schmelz matrix-Derivate

Betreuung: Team der Oralen Chirurgie Datum: 11. 6. 2014 Ort: Seminarraum B2, Universitätszahnklinik Wien

Praxis 08 Rehabilitation durch digitalisierte Implantat medizin

Congress of the International Society for Oral Laser applications

12 Therapie von oralem Lichen Planus 13 Historisches aus dem Zahnärztlichen Museum

Menschen 15 Kluge Köpfe 16 Zahnklinik inside: Lernen in der großen Ordination

Service 18 Umbau der Zahnklinik steigert die Qualität

18

Komplexe Fallplanungen – Bring Your Cases - Augmentation: Ja oder Nein?

04 Parodontitis und Speichel diagnostik

14 Facts über die Universitäts zahnklinik Wien: Fachbe reiche, Ambulanzen, Öffnungszeiten

21 Buchtipp: Bisphosphonat induzierte Osteonekrose der Kiefer 22 Neue Masterstudien an der Universitätszahnklinik 23 Ausbildung auf dem Gebiet der Laserzahnheilkunde

In den Kalender

Datum: 20.-21.09.2014 Ort: Peking Ein vorläufiges KongressProgramm finden Sie in der nächsten Ausgabe von DentUnique. Für mehr Informationen besuchen Sie uns auf unserer Homepage unter www.sola-laser.com Adventkongress der Österreichischen Gesellschaft für Esthetic Dentistry in der Universitätszahnklinik Wien Datum: 12.–13. 12. 2014

kurz&gut

Inhalt

Inhalt

Kunst und Medizin Bis Februar war die Vernissage der Veranstaltungsreihe „Zahno­rama“ unter dem Motto „Kunst mit Biss“ in der Zahnklinik zu bewundern. Im Fachbereich für Kieferorthopädie wurde neben der Medizin der Blick auf die Kunst in den Vordergrund gerückt. Auf ein Folgeprojekt der ­Ausstellungsreihe darf man schon gespannt sein. Initiiert wurde die „Zahnorama“-Reihe von Univ. Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon.•

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Forschung

s i t i t k i n t s o – o d o n r r g u a a p i P S d r l r e e e h D f d ic e u a t Sp i m Die Speichelabnahme als nicht-invasiver Weg zukünftiger Parodontitis-Diagnostik

Im neuen Forschungslabor der Universitätszahnklinik Wien erfolgt die Speichelanalyse

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Forschung

Speicheldiagnostik spielt auch in der Zahnmedizin eine immer größere Rolle. Die Forschung an der Zahnklinik läuft auf Hochtouren. Wichtigstes Stichwort: Parodontitis.

S

peicheltests haben in den letzten Jahren als diagnostisches Medium in unterschiedlichen Fachrichtungen an Bedeutung gewonnen. So lässt sich der Nachweis von Drogen oder HIV inzwischen via Speichel erbringen. Der Vorteil der Speicheltests: Sie lassen sich einfach durchführen; es braucht kein Fachpersonal wie bei der Blutabnahme, und auch Kinder akzeptieren diese nichtinvasive Abnahmemethode. In der Zahnmedizin steckt die Speicheldiagnostik noch in den Kinderschuhen und reduziert sich auf eingeschränkte Kariesrisikotests via Mutans-Streptokokken und Laktobazillen-Bestimmung.

Fokus Parodontitis Ein weites und bisher noch relativ wenig erforschtes Feld für die Speicheldiagnostik ist die Parodontitis. Sie wird heute nach wie vor anhand parodontaler Sonden und durch Röntgenbilder diagnostiziert. Auf diese Weise lässt sich zwar der schon entstandene Gewebsverlust gut erkennen – aber entscheidend für die Patientlnnen wäre die Frühdiagnostik, um bereits vor dem Gewebeverlust einzugreifen. Auch ein Monitoring nach abgeschlossener Therapie via Speicheldiagnostik würde einen großen Vorteil für die Patientlnnen darstellen, weil es einfach und rasch durchgeführt werden kann. Rasch und einfach könnte künftig auch der Nachweis von Parodontitis auslösenden Bakterien sein: Erste Studien legen nahe, dass die beteiligten Bakterien auch durch einen Speicheltest nachgewiesen werden können.1 Bakterientests, die auch chairside für

den Nachweis parodontopathogener Bakterien verwendbar sind, wurden bereits entwickelt. An der Universitätszahnklinik läuft die Forschung zum Thema „Speicheldiagnostik bei Parodontitis“ seit 2006, welche zum Teil durch Firmenkooperationen (Greiner-Bio-One) und den Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (ONB 14152) unterstützt wird. Es geht darum, Biomarker im Speichel zu finden, anhand derer sich Parodontitis klar erkennen lässt. An der Universitätszahnklinik Wien beschäftigen sich die Mitarbeiterlnnen des Competence Center for Oral Biology and lmmunology mit der Speicheldiagnostik. DentUnique bringt einen Einblick in die aktuelle klinische Forschung an der Wiener Zahnklinik: Mann und Frau Seit einigen Jahren erforschen Medizinerlnnen weltweit den Einfluss des Geschlechts auf verschiedene Erkrankungen. Eine Querschnittsstudie des Competence Center legt nahe, dass Männer mit Parodontitis ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen haben. Die Forscherlnnen untersuchten das Level von Stickoxid(NO)-Metaboliten im Speichel. Das Messenger-Molekül NO ist in der Regulation des Gefäßtonus, der Plättchenaggregationshemmung, Neurotransmission und der Immun­ antwort involviert. Bei Männern mit Parodontitis war der NO-Wert im Speichel erniedrigt – während in dieser Gruppe Serumparameter wie CRP, HDL und LDL erhöht waren. Die Studie öffnet ein neues Feld in ▶

1 Haririan H, Andrukhov O, Bertl K, et al. Microbial Analysis of Subgingival Plaque Samples Compared With That of Whole Saliva in Periodontitis Patients. Journal of Periodontology 2013. 2 Andrukhov O, Haririan H, Bertl K, et al. Nitric oxide production, systemic inflammation and lipid metabolism in periodontitis patients: possible gender aspect. Journal of Clinical Periodontology 2013; 40: 916–923. 3 Bertl K, Schoiber A, Haririan H, et al. Non-surgical periodontal therapy influences salivary melatonin levels. Clinical Oral Investigations 2013; 17: 1219–1225. 4 Bertl K, Haririan H, Laky M, Matejka M, Andrukhov O, Rausch-Fan X. Smoking influences salivary histamine levels in periodontal disease. Oral Diseases 2012; 18: 410–416. 5 Haririan H, Bertl K, Laky M, et al. Salivary and serum chromogranin A and alpha-amylase in periodontal health and disease. Journal of Periodontology 2012; 83: 1314–1321. DentUnique 1/2014 05


Forschung

der Zahnmedizin, denn auch hier scheint das Geschlecht eine Rolle zu spielen.2

Stimulierte Speichelabnahme mit „Saliva Collection System“ (Greiner Bio-One)

Melatonin und Parodontitis Das Hormon Melatonin ist mitbeteiligt an der Kontrolle des zirkadianen Rhythmus, wirkt antioxidativ und immunregulierend. Die Forscherlnnen der Universitätszahnklinik untersuchten die Melatoninwerte vor und

Klinisches Zustandsbild bei Parodontitis

Hedwig Rutschek, Prof. DDr. Xiaohui Rausch-Fan, Quynh Nguyen, PD Dr. Oleh Andrukhov, Dr. Hady Haririan, MSc, PD Dr. Kristina Bertl, MSc

nach Parodontitis-Therapie und zeigten, dass die Werte nach erfolgreicher Behandlung signifikant stiegen sowie mit dem Rückgang parodontaler Entzündung korrelierten. Melatonin-Werte im Speichel könnten demzufolge als Risikoindikator für den Schweregrad der Parodontitis angesehen werden.3

Rauchen und Stress Nikotinkonsum gilt als Risikofaktor für Parodontitis. In einer Studie mit 106 ProbandInnen konnten erhöhte Histaminwerte im Speichel bei Parodontitis-PatientInnen nachgewiesen werden. Die Forscherlnnen gehen davon aus, dass Histamin durch seine proinflammatorischen Eigenschaften, wie beispielsweise durch erhöhte Zytokin- und Prostaglandin-Ausschüttung, die Entzündung weiter verstärkt.4 Auch psychologischer Stress gilt als potenzieller Risikofaktor für Parodontitis. Biochemisch kann Stress über Erhöhung verschiedener Stressmarker abgebildet werden. Im Speichel konnte gezeigt werden, dass stressgekoppelte Faktoren wie Cortisol, Chromogranin A und α-Amylase bei PatientInnen mit aggressiver Parodontitis signifikant gegenüber chronischer Parodontitis und einer gesunden Kontrollgruppe erhöht waren.5 In einer demnächst publizierten Folgestudie wurden von der Forschungsgruppe sowohl Fragebögen als auch okklusale Stressanalysen miteinbezogen, um mehr Aufschlüsse über die Rolle des psychoneuroendokrinen Systems bei Parodontitis zu erhalten. •

Parodontitis-Forschung im Competence Center Die MitarbeiterInnen des Competence Center für Orale Biologie und Immunologie erforschen, welche Mechanismen hinter parodontalen Erkrankungen stehen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der parodontalen Geweberegeneration. Geforscht wird sowohl in vitro als auch in vivo. Leitung des CC: Assoc.-Prof. Univ.-Doz. DDr. Xiaohui Rausch-Fan Team in der Speichelforschung: Hedwig Rutschek, Quynh Nguyen (Medizinische Bioanalytikerinnen), PD Dr. Oleh Andrukhov (Molekularbiologe), Dr. Hady Haririan, MSc, PD Dr. Kristina Bertl, MSc (Zahnärzte) Forschungsschwerpunkt: Pathogeneseforschung Parodontitis (klinische Studien, Speichelmarker, Zellkulturmodelle), Geweberegeneration

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Forschung

Heilung mit Schmelzproteinen ForscherInnen der Universitätszahnklinik sind den Wirkmechanismen von Schmelzmatrix-Derivaten auf der Spur.

D

ass Schmelzmatrix-Derivate (EMD) Knochen und Gewebe bei Parodontitis-PatientInnen wieder aufbauen, ist seit gut 15 Jahren bekannt. Ein ForscherInnenteam des Competence Center for Oral Biology and Immunology der Universitätszahnklinik Wien untersucht seit einigen Jahren sehr erfolgreich, welche Mechanismen hinter dieser Wirkung stecken. Die bisherigen Ergebnisse aus In-vitro-Studien zeigen, dass EMD eine beträchtliche bioaktive Fähigkeit hat, die zu einer verbesserten Wundheilung und Regeneration des periodontalen Gewebes beiträgt.

EMD lässt Zellen wachsen So konnte das Team um Assoc.-Prof. Univ.-Doz. DDr. Xiaohui Rausch-Fan beispielsweise zeigen, dass EMD das Wachstum von Endothelzellen positiv beeinflusst – und daher auch Zellwachstum, -vermehrung und -migration.1 Auch die Wirkung von Emdogain® wurde von den ForscherInnen bestätigt. Demnach stimuliert das Produkt die Regeneration von Hart- und Weichgewebe.2 EMD unterstützt überdies das Einwachsen eines Titan-Zahnimplantats

in den Knochen, indem es das Wachstum der Osteoblasten auf der Implantatoberfläche stimuliert.3 Weiteres Ziel der ForscherInnen ist es, einzelne Proteine von EMD zu identifizieren und so zu erfahren, welche Proteine für Knochen- und welche für Gewebewachstum verantwortlich sind. Dadurch sollen Ärztinnen und Ärzte die einzelnen Bestandteile künftig gezielter einsetzen können. Die Arbeit „Mechanism of Enamel Matrix Derivative on wound healing“ ist derzeit im Begutachtungsprozess beim International Journal of Orale Science. •

SchmelzmatrixDerivat Enamel matrix derivative (EMD), deutsch Schmelzmatrix-Derivat, ist ein Komplex aus Schmelzproteinen, hergestellt aus Zahnknospen von Schweinen. Forschungen zeigen, dass biologisch aktive Verbindungen in EMD den Prozess der Zahnentwicklung imitieren. Darauf basiert die Wirkung der Substanz bei der Parodontitis-Therapie.

1 Bertl K, An N, Bruckmann C, Dard M, Andrukhov O, Matejka M, Rausch-Fan X. Effects of enamel matrix derivative on proliferation/viability, migration, and expression of angiogenic factor and adhesion molecules in endothelial cells in vitro. J Periodontol. 2009 Oct; 80(10): 1622–1630. 2 Qu Z, Laky M, Ulm C, Matejka M, Dard M, Andrukhov O, Rausch-fan X. Effect of Emdogain on proliferation and migration of different periodontal tissue-associated cells. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 2010 Jun; 109(6): 924–931. 3 Qu Z, Andrukhov O, Laky M, Ulm C, Matejka M, Dard M, Rausch-Fan X. Effect of enamel matrix derivative on proliferation and differentiation of osteoblast cells grown on the titanium implant surface. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 2011 Apr; 111(4): 517–522.

Zahn-Patch gegen Karies Eine Revolution in der Kariesprophylaxe: WissenschaftlerInnen der Kinki University in Japan haben einen speziellen Film entwickelt, der Karies verhindern soll und als BleachingAlternative dienen könnte. Der hauchdünne Film besteht aus ­Hydroxylapatit, dem wichtigsten Mineral des Zahnschmelzes, und ist sozusagen ein künstlicher Zahnschmelz. Die Innovation befindet sich jedoch noch in der Entwicklungsphase: Die Anhaftungsphase an den Zahn beträgt nämlich noch fast 24 Stunden. Der künstliche Zahnschmelz soll frühestens in vier Jahren auf den Markt kommen. •

Mit Meeresalgen zum Durchbruch Ein weiteres Mittel gegen Karies wurde zufällig an der Universität Newcastle entdeckt: Die ForscherInnen untersuchten, ob das Bakterium Bacillus licheniformis, welches in Meeresalgen vorkommt, zur Schiffsrumpfreinigung ­dienen kann. Was dabei herauskam, könnte jedoch viel mehr noch der Zahngesundheit dienen. Mundbakterien, die sich an mit der Zahnbürste fast unerreichbaren Stellen festsetzen und Karies auslösen, ­können durch Bacillus licheniformis abgetötet werden. Das Bakterium setzt nämlich bei Bewegung ein Enzym frei, das die Plaqueschicht an den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen durchdringen kann. Bevor allerdings eine MeeresalgenZahnpasta auf den Markt kommen kann, müssen noch Untersuchungen zur ­Verträglichkeit erfolgen. • DentUnique 1/2014 07


Praxis

Digital rehabilitiert Ästhetische und funktionelle Rehabilitation mithilfe digitalisierter Implantatmedizin – interdisziplinäres Behandlungskonzept anhand eines Patientenfalls.

Abb. 1 Okklusale Ansicht Oberkiefer

D

ie digitalisierte Implantatmedizin nimmt in der zahnärztlichen Praxis einen immer größeren Stellenwert ein. Im Mittelpunkt stehen die maximale diagnostische und therapeutische Sicherheit, das „backward planning“, die prächirurgische prothetische und zahntechnische Vorbereitung, das minimalinvasive Eingreifen mit präziser chirurgischer Umsetzung und dadurch eine bestmögliche Vorhersagbarkeit der definitiven Rehabilitation.1–13 Der vorliegende Case Report dient zur Darstellung einer interdisziplinären prothetisch-chirurgischen Rehabilitation mit festsitzendem Zahnersatz im Oberkiefer und abnehmbarem Zahnersatz im Unterkiefer.

Der Fall Die zum damaligen Zeitpunkt 54-jährige Patientin stellte sich mit einer funktionell und ästhetisch insuffizienten parodontal geschädigten Restbezahnung vor. Ihr Hauptanliegen war eine komplette Sanierung ihres Gebisses mit einer festsitzenden Versorgung im Oberkiefer. Die medizinische Anamnese zeigte eine nachgewiesene Allergie gegen Nickel, Palladium und Kupfer. Die Patientin befand sich in einem guten Allgemeinzustand. Nach ausführlicher zahnärztlicher Befunderhebung und -bewertung wurde ein genauer Behandlungsablauf geplant. •

Abb. 4 Ausgeprägter Overjet

Abb. 5 Ausgangssituation im Schlussbiss

Abb. 2 Okklusale Ansicht Unterkiefer

Abb. 3 Dysharmonischer „smile arc“

1 Mandelaris GA, Rosenfeld AL, King SD, Nevins ML. Computer-guided implant dentistry for precise implant placement: combining specialized stereolithographically generated drilling guides and surgical implant instrumentation. Int J Periodontics Restorative Dent 2010; 30: 275–281. 2 Rosenfeld AL, Mandelaris GA, Tardieu PB. Prosthetically directed implant placement using computer software to ensure precise placement and predictable prosthetic outcomes. Part 3: stereolitographic drilling guides that do not require bone exposure and the immediate delivery of teeth. Int J Periodontics Restorative Dent 2006; 26: 493–499. 3 Fortin T, Bosson JL, Coudert JL, Isidori M. Reliability of preoperative planning of an imaged-guided system for oral implant placement based on 3-dimensional images: an in vivo study. Int J Oral Maxillofac Implants 2003; 18: 886–893. 4 Ritter L, Neugebauer J, Dreiseidler T, et al. 3D X-ray meets CAD/CAM dentistry: A novel procedure for virtual dental implant planning. Int J Comput Dent 2009; 12: 29–40.

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Praxis

Material und Methoden

Abb. 6 OPG der Ausgangssituation

Abb. 7 Patientin bei der Ausgangssituation

Abb. 8 Oberkiefer: Zustand drei Wochen post extractionem

Abb. 9 Unterkiefer: Zustand drei Wochen post extractionem

Ausgangssituation Diagnosen: • Skelettale Diskrepanz zwischen Oberkiefer und Unterkiefer: Angle Kl.II Verzahnung, ausgeprägter Overjet (Abb. 4, Abb. 5) • Parodontitis gravis et complicata: Nicht erhaltungswürdige parodontal geschädigte Bezahnung im gesamten Oberkiefer und im Unterkiefer-Seitzahnbereich (Abb. 5, Abb. 6) • Knöcherner Spitzkamm im 3. Quadranten (Abb. 2) • Ästhetische Analyse: „smile arc“17 – negative Lachlinie, inverser nach oben konvexer Inzisalkantenverlauf, Eckzahnprominenz, insuffiziente Gestaltung der Zahnanatomie mit dysharmonischer Farbgebung (Abb. 3, Abb. 7) • Funktionelle Problematik aufgrund der erhöhten Mobilität der Zähne und der skelettalen Diskrepanz • OPG: Brückenversorgung 13–23; fehlende Zähne 12, 11, 21, 22, 26, 35, 36, 37; Status post WB Regio 16, 25, 31 (Abb. 6)

Vorsanierung/provisorische Versorgung • Extraktion der nicht erhaltungswürdigen Zähne: 18, 17, 16, 14, 23, 24, 25, 27, 37, 45, 46, 47 (Abb. 8, Abb. 9, Abb. 13) • Temporäre prothetische Versorgung: Herstellung einer temporären OK-Totalprothese und einer UK-Interimsprothese für den Seitzahnbereich, nach idealisierter prothetischer Aufstellung der Ersatzzähne zur Optimierung von Ästhetik und Funktion. Aufgrund einer vorhandenen skelettalen Diskrepanz zwischen Ober- und Unterkiefer wurde in der OK-Prothese jeweils ein dritter Prämolar zur Vermehrung von okklusalen Kontakten ergänzt. (Abb. 10, Abb. 14) • „Prosthetically driven implant planning“13 – prothetische Planung vor Implantation: Die idealisiert aufgestellten Interimsprothesen wurden als Scanschablonen zur CT-Analyse im OK verwendet. (Abb. 10, Abb. 11) • Paradontale Sanierung der Restbezahnung 44–34 ▶

Abb. 10 Idealisiert aufgestellte Interimsprothesen

Abb. 11 Virtuelle Planung der Implantatposition

5 Patel N. Integrating three-dimensional digital technologies for comprehensive implant dentistry. J Am Dent Assoc 2010; 141(Suppl 2): 20–24. 6 Neugebauer J, Ritter L, Mischkowski R, Zoller JE. Three-dimensional diagnostics, planning and implementation in implantology. Int J Comp Dent 2006; 9: 307–319. 7 Marquard P. Prothetisch basierte, schienengeführte 3-D Navigation in der oralen Implantologie. Quintessenz Zahntech 2008; 34: 1224–1234. 8 Ohtani T, Kusumoto N, Wakabayashi K, Yamada S, Nakamura T, Kumazawa Y, Yatani H, Sohmura T. Application of haptic device to implant dentistry-accuracy verification of drilling into a pig bone. Dent Mater J 2009; 28(1): 75–81. 9 Ruppin J, Popovic A, Strauss M, Spüntrup E, Steiner A, Stoll C. Evaluation of the accuracy of three different computer-aided surgery systems in dental implantology: Optical tracking vs. stereolithographic splint systems. Clin Oral Implants Res 2008; 19(7): 709–716. DentUnique 1/2014 09


Praxis

• Implantation OK: Verwendung von computergestützten, stereolithographisch hergestellten Schablonen, um die präoperative prothetische Planung der definitiven festsitzenden Res­tauration optimal umzusetzen (Nobel GuideTM) (Abb. 12), Insertion von sechs 10 mm langen NobelReplaceTM Tapered Implantaten (Nobel Biocare)

Definitive prothetische Rehabilitation • Oberkiefer-Versorgung: verschraubte implantatgetragene Brücke auf sechs Implantaten, CAD/CAM gefrästes Titangerüst, Procera Implant Bridge TitanTM (Nobel Biocare), verblendet mit Prothesenzähnen IntegralTM (Merz Dental) (Abb. 17, Abb. 19, Abb. 20, Abb. 21), Multiunit-Abutments (Nobel Biocare) in Regio 13, 14, 23, 24 • Unterkiefer-Versorgung: teleskopierende Metallgerüstprothese. Teleskope in Regio 33, 34, 43, 44.

Primär-, Sekundärteleskope, Metallgerüstprothese: Goldgusslegierung Bio PortadurTM (Wieland), verblendet mit Prothesenzähnen IntegralTM (Merz Dental). Regio 31: Zirkonoxidkrone, LAVATM (3M Espe) (Abb. 18, Abb. 19, Abb. 20, Abb. 21) • Die verwendeten Materialien wurden nach Abstimmung mit dem Allergiepass nach einer aktuellen Untersuchung der Patientin im Allergieambulatorium ausgewählt. • Durch die hier angewandte „full mouth“ Rehabilitation wurden alle Führungsflächen wiederhergestellt und somit das okklusale Konzept der Eckzahnführung realisiert.14, 15 • Die Optimierung der ästhetischen Erscheinung erfolgte unter Berücksichtigung der Funktion, Zahnform, Zahnachsenstellung, Lachlinie und Zahnfarbe.16, 17, 18 •

Abb. 14 Patientin mit provisorischer Versorgung

Abb. 15 Transgingivale Einheilung der Implantate

Abb. 16 Beschliffene Zähne in Regio 34, 33, 43, 44

Abb. 12 Implantationsschablone (Nobel GuideTM)

Abb. 13 OPG post extractionem

Abb. 17 Durchgeschraubte OK Implantatbrücke

10 BouSerhal C, Jacobs R, Quirynen M, van Steenberghe D. Imaging technique selection for the preoperative planning of oral implants: a review of the literature. Clin Implant Dent Res 2002; 4(3): 156–172. 11 Verstreken K, Van Cleynenbreugel J, Martens K, Marchal G, van Steenberghe D, Suetens P. An image-guided planning system for endosseous oral implants. IEEE Trans Med Imaging 1998; 17(5): 842–852. 12 Mattsson T, Köndell PA, Gynther GW, Fredholm U, Bolin A. Implant treatment without bone grafting in severely resorbed edentulous maxillae. J Oral Maxillofac Surg 1999; 57(3): 281–287. 13 Katsoulis J, Pazera P, Mericske-Stern R. Prosthetically driven, computer-guided implant planning for the edentulous maxilla: A model study. Clin Implant Dent Res 2009; 11(3): 238–245. 14 Piehslinger E. Grundlagen der zahnärztlichen Prothetik, 2006, Universimed, Wien, Österreich 15 Slavicek R. Das Kauorgan. Funktionen und Dysfunktionen, 2000, Gamma, Medizinisch-wissenschaftliche Fortbildungs-Ges.m.b.H., Klosterneuburg, Österreich

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Praxis

Univ.-Ass. DDr. Polina Kotlarenko

Das Team Univ.-Ass. DDr. Polina Kotlarenko, Division für Prothetik an der Universitätszahnklinik Wien, Leiterin Univ.-Prof. DDr. Eva Piehslinger Abb. 18 Teleskopierende UK Metallgerüstprothese

Priv.-Doz. DDr. Christoph Vasak, Division für orale Chirurgie an der Universitätszahnklinik Wien, Leiter Univ.-Prof. Priv.-Doz. DDr. Christian Ulm DDr. Christoph Vasak

Therapiekonzept/Diskussion Abb. 19 Definitive Rehabilitation

Abb. 20 OPG nach Fertigstelluing des Gesamtsanierungskonzeptes

Über eine Phase der Vorsanierung mit provisorischer Versorgung wurden die Patientin funktionell stabilisiert und das klinische Erscheinungsbild optimiert. Die definitive prothetische Rehabilitation erfolgte auf Basis der provisorischen Versorgung. Die präoperative prothetische Planung wurde mit einer schablonengeführten Implantation erfolgreich umge-

setzt (prosthetically driven implant planning).2, 7, 13 Da die Patientin einen Knochenaufbau trotz Implantatwunsches ablehnte, hat sich im vorliegenden Fall eine augmentationsvermeidende computergestützte Implantation zur maximalen Ausnützung des vorhandenen Knochens angeboten (Nobel GuideTM, Nobel Biocare, Göteburg, Schweden).12, 13 •

Konklusion

Abb. 21 Patientin nach erfolgter Rehabilitation

Interdisziplinäres Vorgehen erleichterte die Umsetzung eines für die Patientin angestrebten funktionell und ästhetisch optimalen Resultates. Das Behandlungsergebnis weist auch drei Jahre nach prothetischer Restauration stabile klinische und radiologische Verhältnisse auf. •

16 Massironi D, Pascetta R, Romeo G. Präzision dentaler Ästhetik. Klinische und zahntechnische Aspekte. 2007. Quintessenz, Berlin, Deutschland. 17 Sarver DM. The importance of incisor positioning in the esthetic smile: The smile arc. Am J Orthod Dentofac Orthop 2001; 120, 98–111. 18 Hajto J. Anteriores. Natürliche schöne Frontzähne. Theorie, Praxis & Gestaltungsregeln. 2006, teamwork media GmbH, Fuchstal, Deutschland. DentUnique 1/2014 11


Praxis

Oraler Lichen planus Der orale Lichen planus (OLP) oder „Knötchenflechte“ ist eine weit verbreitete, idiopathische, immunologisch-mediierte entzündliche Erkrankung von Haut und Schleimhäuten. Erkennbar ist OLP an weißen, netzartigfarnkrautartigen Streifen, den Wickham-Streifen. Sie zeigen sich meist auf entzündlich geröteter Schleimhaut. In schwereren Fällen kommt es zu Erosionen und Ulzerationen. Besonders betroffen sind die Wangenschleimhaut, das Vestibulum und die Zunge. Der orale Lichen planus kann schmerzhaft sein – und das wiederum beeinträchtigt den Alltag der PatientInnen mitunter sehr. Schleimhautgetragene Prothesen können den Zustand der PatientIn­nen verschlechtern, was die Lebens­qualität zusätzlich senkt. Die State-of-the-Art-Behandlung des OLP ist die Zahnsanierung; Reizfaktoren müssen ausgeschaltet werden: Zahnstein, Plaque, insuffiziente Füllungen und Prothesen werden entfernt und gegebenenfalls erneuert. Da weiche und mineralisierte Zahnbeläge das Vorkommen des OLP begünstigen, ist es wichtig, regelmäßig professionelle Zahnreinigungen durchzuführen und die PatientInnen in Sachen Mundhygiene zu schulen. Neueste Studien zeigen, dass der OLP keine Kontraindikation für Implantate darstellt. Bei operativen Eingriffen im Mundbereich sollten perioperativ systemische Kortikosteroide verabreicht werden, um eine Verschlechterung durch die Manipulation zu vermeiden.

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Erosiver OLP: Lebe Zahnsanierung Die erfolgreiche Therapie des oralen Lichen planus bei einer 71-jährigen Patientin.

S

ie kam wegen Zahnfleisch­ schmerzen in die Konsiliar-­ ambulanz für Mundschleimhaut­ erkrankungen des Krankenhauses Rudolfstiftung in Wien. Es war Anfang April 2012. Die 71-Jährige war an einem erosiven oralen Lichen planus erkrankt, der gegen topische Kortikosteroide therapieresistent war. Daher behandelten die Ärztinnen und Ärzte mit Calcineurin-Inhibitoren und wiesen die Patientin der Universitätszahnklinik Wien zu. Im Juni desselben Jahres begann die Zahnsanierung, die Patientin erhielt darüber hinaus Anweisungen zur Mundhygiene. Bald darauf wurde sie wieder auf lokale ­Kortikosteroide umgestellt. Dieser Schritt erfolgte in Absprache mit den behandelnden Dermato­logInnen der Rudolfstiftung unter der Leitung von Prim. Prof. Dr. ­Klemens Rappersberger. Im September hatte die Therapie an der Zahnklinik so gut angeschlagen, dass das Kortison abgesetzt werden konnte.

Rasch zum Definitivum Zahnextraktionen und chirurgische Eingriffe im Rahmen der Implantatversorgung können den Zustand des OLP verschlechtern – auf ausdrück­ lichen Wunsch der Patientin verzichteten die Zahnärztinnen und -ärzte jedoch auf die Gabe von Kortikosteroiden. Die Hauptursache für die Beschwerden war das herausnehmbare Provisorium. Das Ziel der Patientin war daher, es so rasch wie möglich zu ersetzen. Aus diesem Grund konnte sie die vorübergehende Verschlechterung ertragen, die durch die ­Manipulationen in der Mundhöhle entstand. Sobald die definitive, nicht schleimhautgetragene prothetische Versorgung im Mund war, besserte sich nicht nur das klinische Bild, sondern auch die subjektive Schmerzempfindung (visuelle Analogskala). Auch die subjektive mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (OHIP) stieg. •

Das Team Prothetische/konservierende Versorgung: Dr. Adnan Redzic Chirurgische Therapie: Priv.-Doz. DDr. Gabriella Dvorak

Priv.-Doz. DDr. Gabriella Dvorak

Dr. Adnan Redzic


Praxis

ensqualität durch Damals

Der Zustand nach Zuweisung an die Zahnklinik

Carabelli, Edler von Lunkaszprie

Der OLP hat sich durch die Prothese verschlechtert

Provisorische Prothese nach Extraktion

Panoramaröntgen mit dem neuen Oberkiefer-Teleskop und den Implantaten

Die neuen Teleskope im Oberkiefer

Nach erfolgreicher prothetischer Versorgung: Der OLP hat sich deutlich verbessert

Mit ihm hat alles begonnen: Georg Carabelli, in seinen Anfängen Militärchirurg in der österreichischen Armee, später Zahnarzt der kaiserlichen Familie. Er ist der Begründer der universitären Zahnheilkunde in Österreich und als Entdecker des Tuberculum Carabelli bekannt, welches er im „Systematischen Handbuch der Zahnheilkunde“ mit Kupferstichtafeln erfasste. Aufgrund seiner Verdienste erhielt Carabelli das ungarische Adelsprädikat Edler von Lunkaszprie. 1821 bekam er von Kaiser Franz die Erlaubnis, an der Universität Wien Vorlesungen über „Zahn-Arzneykunde“ abzuhalten. Dort errichtete er eine Lehrmittelsammlung, um seinen Zuhörern eine Vorstellung von der Zahnheilkunde in der damaligen Zeit zu geben. Diese Sammlung stellt auch noch heute den Grundbaustein des „Zahnmuseums Wien“ an der Universitätszahnklinik dar. In den kommenden Ausgaben von DentUnique können Sie das reichhaltige Inventar dieser Sammlung erleben: In jeder Ausgabe wird Ihnen ein weiteres Instrument vorgestellt. •

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Menschen

Gut zu wissen Anfahrt: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor – Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper – Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH) Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3 Bitte beachten Sie, dass im gesamten 9. Bezirk Kurzparkzone ist.

Fachbereiche: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie Spezialambulanzen: Konservierende Spezialambulanz • Ästhetische Zahnheilkunde • Bleaching • Endodontie • Laserzahnheilkunde • Parodontologie und Mukogingivalchirurgie

Chirurgische Spezialambulanz • Implantologie • Mundschleimhauterkrankungen • Nichtanlage und Fehlbildungen • Parodontalchirurgie • Präprothetische Chirurgie

Prothetische Spezialambulanz • Achsiographie • Ambulanz für Funktionsstörungen • Biofeedback • Komplexe Fallplanungen • Komplexe Implantatfallplanungen 14 DentUnique 1/2014

Kieferorthopädische Spezialambulanz • Prächirurgische Kieferorthopädie • Präprothetische Kieferorthopädie Ambulanz für PatientInnen mit Blutungsneigung

Ansprechpartner/Innen – Kontakte: Tel.: +43 1 40 070 E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at Zentrale Aufnahme Stefanie Brandner, Agnes Font, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina Celar-Vojtechovsky Tel.: +43 1 40 070 2000 E-Mail: aufnahme-zmk@ meduni-wien.ac.at

Allgemeine Ambulanz Gertraud Huber, Gabriele ­Pleininger, Karoline Schweinberger, Irene Horvath, Susanne Großberger, Silvia Huber Tel.: +43 1 40 070 2020 E-Mail: ambulanz-zmk@ meduni-wien.ac.at

Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1 40 070 2101 E-Mail: zahnerhaltung-zmk@ meduniwien.ac.at • Unit und konservierende Spezial­ambulanzen Monika Dangl Tel.: +43 1 40 070 2323 E-Mail: unit-zmk@ meduniwien.ac.at

• Prophylaxecenter Tel.: +43 1 40 070 4720 E-Mail: prophylaxecenter@ meduniwien.ac.at

Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien • Kieferorthopädie Leitstelle: Evelyne Marchsteiner, Katrin Wychera Tel.: +43 1 40 070 4320

Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1 40 070 4301 E-Mail: kfo-zmk@meduniwien.ac.at • Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Kathrin Fröschl Tel.: +43 1 40 070 4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1 40 070 4101 E-Mail: oralchir-zmk@ meduniwien.ac.at

• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1 40 070 4901 E-Mail: prothetik-zmk@ meduniwien.ac.at • Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1 40 070 2420 E-Mail: radiologie-zmk@ meduniwien.ac.at

Öffnungszeiten: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme und Notbehand lungen: Montag–Freitag 7.30–13 Uhr; Samstag, Sonn- und Feiertage 8–13 Uhr • Behandlungszeiten in den klinischen Bereichen Montag–Freitag 8–16 Uhr nach Terminvereinbarung • Kieferorthopädie: Montag– Donnerstag 8-17 Uhr Freitag 8-13 Uhr


Menschen

Kluge Köpfe Hier werden Ihnen einige Mitarbeiterin­nen des äußerst kompetenten Teams der Universitätszahnklinik vorgestellt:

Priv.-Doz. DDr. Gabriella Dvorak

Neben der Betreuung von DiplomandInnen, AutorInnen von Publikationen in Topjournalen und der Abhaltung von Vorträgen auf internationalen Kongressen ist Priv.-Doz. DDr. Dvorak die Leiterin und Mitbegründerin der Mund-Schleimhaut-Ambulanz. Sie hat bereits den RudolfSlavicek-Preis der ÖGZMK sowie den Posterpreis am International Osteology Symposium verliehen bekommen. Voriges Jahr erlangte sie mit ihrer Habilitationsschrift „Osseointegration dentaler Implantate im fortgeschrittenen Alter“ den Titel Priv.-Dozentin.

Assoc.-Prof. Univ.-Doz. Dr. Xiaohui Rausch-Fan MD, DDs, PhD Priv.-Doz. Dr. Kristina Bertl, MSc

Priv.-Doz. Dr. Kristina Bertl ist seit ihrem Studienabschluss 2010 an der Zahnklinik klinisch und wissenschaftlich tätig. In den Fachbereichen Parodontologie, Prophylaxe sowie Orale Chirurgie kann man ihr nichts vormachen. Im Dezember 2013 wurde der jungen Assistenzärztin auf dem PhD-Symposium die Auszeichnung „Researcher of the Month“ verliehen. Anlass dazu war die im Topjournal Journal of Clinical Periodontology erschienene Publikation „Oral microbial colonization in laryngectomized patients as a possible cofactor of biofilm formation on their voice prostheses“. Die Publikation untersucht, ob das Vorhandensein von parodontalen Keimen im Biofilm auf Stimmprothesen eine Beziehung zu jenen in der Mundhöhle aufweist und mit dem parodontalen Status der ­PatientInnen assoziiert ist. Nun konnte Priv.-Doz. Dr. Kristina Bertl den nächsten Erfolg verzeichnen: Im März 2014 erfolgte ihre Habilitation.

Prof. Rausch-Fan ist die Leiterin des Forschungsinstituts an der Universitätszahnklinik Wien sowie des Kompetenzzentrums für Oralbiologie und Immunologie. Neben ihren Tätigkeiten in der Kieferorthopädie und Parodontologie, die sie an der Universitätszahnklinik ausübt, lehrt sie als Gastprofessorin auf internationalen Universitäten und als Vortragende auf Kongressen wie in Kanada, Russland, Japan, China etc. Mit ihrem Team hat sie bereits mehrere Top-Publikationen veröffentlicht.

Susanne Preis

In der Universitätszahnklinik hat sie als zahnärztliche Assistentin in der chirurgischen Abteilung begonnen. Darauf folgte die Stelle als leitende Angestellte in der Ambulanz. Seit August 2013 ist sie zuständig für den Aufbau und die Verwaltung des Fachbereichs für Kinderzahnheilkunde. DentUnique 1/2014 15


Menschen

Ausbildung an der Zahnklinik Wien

Lernen in der großen Ordination In Sachen Ausbildung liegt die Zahnklinik Wien europaweit an der Spitze. Studierende arbeiten mit neuesten Techniken und lernen direkt an PatientInnen. Besonderen Stellenwert hat die Kooperation mit der Zahntechnik.

Laufende Kommunikation zwischen Zahnmedizin und -technik kommt PatientInnen und Studierenden gleichermaßen zugute

DDr. Martin Krainhöfner ist stellvertretender Leiter für zahnmedizinische Ausbildung, Home-Unit-Leiter, Betriebsrat an der Universitätszahnklinik für ärztliches Personal (GmbH), im Vorstand der ÖGZMK Dachverband und Hochschulreferent der Landeszahnärztekammer Wien.

DDr. Martin Krainhöfner

Tom Vaskovich ist Zahntechnikermeister und Leiter des zahntechnischen Labors der Universitätszahnklinik Wien.

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Tom Vaskovich

N

icht jeder kann von sich behaupten, aus dem Vollen zu schöpfen – für Studierende an der Universitätszahnklinik Wien gilt das allerdings ohne Kompromisse. Seit 2010 werden sie im HomeUnit-System (Details siehe Kasten auf S. 18) praxisnah ausgebildet; seit 2013 zudem in einem Neubau, der mit ­modernsten Geräten ausgestattet und mit reichlich Platz gesegnet ist. Die Studierenden kommen mit sämtlichen zahnmedizinischen Fällen in Kontakt, lernen CAD/CAM und digitale Abformung ebenso wie Implantologie, Tumor­prothetik und vieles mehr. Verantwortlich für die umfang­ reiche Ausbildung sind unter anderem der Zahnmediziner DDr. Martin Krainhöfner und der Zahntechniker Tom Vaskovich. Krainhöfner ist Leiter


einer der sechs Home-Units der Klinik und stellvertretender Leiter der Ausbildung, Vaskovich ist Chef des zahntechnischen Labors.

Medizin und Zahntechnik: Kooperation als Basis Für beide steht vor allem in der Zahnmedizin ein Punkt im Vordergrund: Kommunikation. „Zahnärztinnen und Zahnärzte können ohne TechnikerInnen nicht arbeiten – und umgekehrt“, erklärt Krainhöfner. „Die Studierenden lernen in der Ausbildung, dass es wichtig ist, im Team zu arbeiten.“ Offene Kommunikation und auch Fehlermanagement sind daher wichtige Eckpfeiler der Ausbildung im UnitSystem. Die hohe Qualität der studentischen Arbeiten wird durch ein Mehraugenprinzip gesichert: Der Abdruck für eine Krone oder Brücke geht an die Zahntechnik, wo er in Zusammen­arbeit mit den Home-Unit-LeiterInnen kontrolliert wird. „Bevor die fertige Arbeit letztlich beim Patienten, der Patientin ankommt, wird sie vier bis fünf Mal geprüft“, ­erklärt der Zahntechniker Tom ­Vaskovich. Mit dem Umbau des alten Hauses hat sich die Klinik zur modernsten Universitätsklinik Europas entwickelt. Dieses Niveau zu halten gelingt durch regelmäßige Investitionen in Geräte, durch Fortbildungen für MitarbeiterIn­nen und die Möglichkeit für Studierende, an herausfordernden Fällen zu arbeiten. So schöpfen alle aus dem Vollen. •

Lehr- oder Regelbetrieb: Neue PatientInnen haben die Wahl Die ersten Wege sind für alle neuen PatientInnen der Universitätszahnklinik dieselben: Nach der zentralen Aufnahme in die allgemeine Ambulanz, wo ZahnmedizinerInnen den Erstbefund erheben und bei Bedarf an die passenden Stellen im Haus weiterverweisen. Die PatientInnen haben die Wahl zwischen der Behandlung im Lehr- oder im Regelbetrieb. Die Qualität im Lehrbetrieb wird mehrfach ­gesichert und kontrolliert.

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Service

Zehn Millionen Euro wurden allein in Medizintechnik investiert

Von Grund auf neu Nach dem Umbau steigt die Zahnklinik in neue Sphären auf: bessere Qualität für PatientInnen, besserer Forschungs-Outcome, bessere Ausbildung für Studierende und niedergelassene KollegInnen.

E

s ist das Jahr 1890, in dem der Mediziner Charles Robert ­Richet einem Menschen erstmals Immunserum impft. In Wien eröffnet in diesem Jahr das „Kaiserlich Königliche Zahnambulatorium der Universität Wien“. 2013 wird wieder eröffnet: Der Umbau der Universitätszahnklinik Wien ist erfolgreich beendet. Ein Grund zum Feiern. Sieben Jahre dauerte das Großprojekt; umgebaut wurde bei laufendem Betrieb. Klinik­ leiter Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz sagt heute über das Projekt: „Wir hatten zwei Herausforderungen zu

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Das Unit-System 2010 wurde das Ausbildungssystem an der Universitätszahnklinik Wien von Grund auf erneuert. Die Basis bildet das Home-Unit-System: Eine Home-Unit umfasst sechs Behandlungskojen, die sich je vier Studierende teilen. An der Zahnklinik gibt es insgesamt sechs Home-Units. Die Studierenden wechseln nicht mehr wie früher zwischen den Abteilungen, sondern arbeiten stets an ihrer Unit. Jeder Patient und jede Patientin wird von Anfang bis zum Ende der Behandlung vom gleichen Team versorgt. Beaufsichtigt wird die Arbeit an der Unit von einem Assistenzarzt oder einer Assistenzärztin gemeinsam mit einem HomeUnit-Leiter. Die praktische Ausbildung dauert 72 Wochen und findet im fünften und sechsten Studienjahr statt.


Service

Beispielhafte Verbindung von Denkmalschutz und moderner Architektur

meistern: Erstens mit der Unit-Struktur ein neues Ausbildungssystem zu schaffen, zweitens die komplette ­Klinikinfrastruktur umzusiedeln.“ Das gesamte denkmalgeschützte Garnisonsspital aus dem 18. Jahrhundert wurde von Grund auf saniert. Dazu kam ein moderner Trakt mit Glasdach, der heute die Eingangshalle mit zentraler Aufnahme und den viergeschoßigen Neubau beherbergt. Was beim Betreten der Klinik sofort auffällt, ist die Größe der Eingangshalle und ihre Farbigkeit. Das ­Entree vermittelt Weite und Offenheit, das Leitsystem bringt PatientInnen zielsicher zu den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. ▶

Hochmoderne Behandlungsräume kommen PatientInnen und Studierenden zugute

Fakten zur Zahnklinik und ihrem Neubau • Sieben Jahre Bauzeit – Eröffnung im September 2013 • Kosten: 83 Millionen Euro, zehn Millionen davon für Medizintechnik. Die Kosten übernahm fast zur Gänze das Wissenschaftsministerium. • Die neue Klinik hat vier Geschoße und über 100 Behandlungsplätze. • Jährlich werden rund 30.000 PatientInnen versorgt, aktuell sind es 400 bis 500 PatientInnen pro Tag. • Derzeit arbeiten 300 MitarbeiterInnen und 300 Studierende im Haus. • Die Universitätszahnklinik Wien ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der MedUni Wien und ist als GmbH organisiert.

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Service

Hell, modern und bequem sind die neuen Räumlichkeiten

Der offene und lichtdurchflutete neue Wartebereich lädt zum Verweilen ein

Ausbildung neu Die Pläne für die neue Zahnklinik ­waren passgenau auf das Unit-System zugeschnitten, das 2010 implementiert wurde und die zahnärztliche Ausbildung in eine neue Ära führte (siehe Kasten „Das Unit-System“). Unit-System und Umbau haben das Arbeiten an der Universität deutlich verbessert – was sich auch an den Ergebnissen zeigt: Heute genießt die Zahnklinik international einen hervorragenden Ruf. „2013 haben wir die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen um über 30 Prozent erhöht“, sagt Klinikleiter Moritz. „Mit dem Unit-­System haben wir in der Lehre ein weltweit anerkanntes Konzept umgesetzt, das inzwischen Vorbild für viele Kliniken ist. Es gibt keine vergleich­bare Universität in Europa, was die praktischen Behandlungsmöglichkeiten für Studierende angeht“, sagt Moritz. Studierende und ­MitarbeiterInnen haben mehr Platz als zuvor und neueste Technik zur Hand – am Behandlungsplatz ebenso wie in der Zahntechnik oder im Hörsaal. Mit dem Neubau hat sich auch das bestehende medizinische Angebot verbessert, neue Leistungen sind dazugekommen. Das hat die Zahl der PrivatpatientInnen erhöht.

Neue Kurse für ZahnärztInnen Für niedergelassene Zahnärztinnen und -ärzte bietet die Zahnklinik laufend Kurse und Studiengänge an, darunter den Postgradualen Universitätslehrgang Parodontologie „Paromaster“ (MSc) und den Masterstudiengang Prothetik (MDSc). Für Herbst 2015 ist der Master of Esthetic Dentistry geplant (Details zu den Studiengängen siehe Seite 22). •

Fachbereiche und Ambulanzen Die Zahnklinik Wien verfügt über die sechs Fachbereiche Zahnerhaltung und Parodontologie, Prothetik, Kieferorthopädie, Orale Chirurgie, Unit (zahn­medizinische Ausbildung) und Radiologie. Zusätzlich gibt es eine allgemeine Ambulanz und fünf Spezialambulanzen: die Spezialambulanz für PatientInnen mit Blutungsneigung, die Konservierende Spezialambulanz, die Chirurgische, die Prothetische und die Kieferorthopädische Spezialambulanz.

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Service

Buchtipp Bisphosphonatinduzierte Osteonekrose der Kiefer: Ätiologie, Prävention, Behandlung

Foto: Quintessenz Verlag

D

ass ein Zusammenhang zwischen bestimmten Formen der Bisphosphonat-Therapie und von Knochennekrosen der ­Kiefer, kurz ONJ (Osteonecrosis of the Jaw), besteht, ist seit Jahren bekannt. Nun hat der amerikanische Chirurg ­Robert E. Marx – er war der erste, der Bisphosphonat-induzierte Osteonekrose der Kiefer identifiziert hat – seine Forschungserkenntnisse in einem Buch veröffentlicht. Marx ist ein Pionier auf diesem Gebiet und Leiter der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Abteilung an der University of Miami Miller School of Medicine. Im Rahmen seiner Forschungsprojekte hat er bereits einige Konzepte und Behandlungen für Pathologien der Mund-, Kiefer- und Gesichtsregion sowie neue Techniken der rekonstruktiven Chirurgie ent-

wickelt. Mit dem Phänomen ONJ sind Zahnärztinnen und Zahnärzte heutzutage immer häufiger konfrontiert. Grund dafür ist die hohe Prävalenz von Osteoporose und die großzügige Verschreibung von Bisphosphonaten. In seinem Buch erläutert Marx die kausalen biologischen Mechanismen der ONJ und stellt Behandlungsprotokolle für alle Stadien der Bisphosphonat-induzierten Osteonekrose vor. Darüber hinaus bietet das Buch eine vereinfachte Einteilung der Stadien und Erläuterungen zu einem Serum-CTX-Test für die orale Bisphosphonat-Therapie. Es werden neueste Erkenntnisse zu den häufig mit Bisphosphonaten behandelten Krankheiten Osteopenie und Osteoporose sowie eine Methode zur Risikoabschätzung hinsichtlich der Entwicklung einer Osteonekrose

unter Bisphosphonat-Medikation vorgestellt. Begleitet wird die Thematik mit ausführlichen Falldarstellungen, welche praktische Anleitungen zu den behandelten Problemen und Aspekten liefern. Die deutsche Fassung des Buches umfasst die aktuelle AWMFS3-Leitlinie „Bisphosphonat assoziierte Kiefernekrosen“ der DGMKG sowie ein Nachwort des Übersetzers PD Dr. med. Dr. med. dent. Christian Walter im Anhang. Durch das Buch soll die Kommunikation zwischen ­InternistInnen, OrthopädInnen, ZahnärztInnen und KieferchirurgInnen ­erleichtert werden. • Autor: Robert E. Marx, Quintessenz Verlag, 2013, 184 Seiten, 261 Abb., ISBN 978-3-86867-107-0

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Service

Bildungsoffensive O

b Fortbildungen, Kongresse, Tagungen oder universitäre Gastvorträge auf internatio­nalem Boden – die Universitätszahnklinik, genauer das Team der Zahnklinik, ­leitet viele Weiterbildungen, nicht zuletzt aufgrund des bedeutenden Forschungsbereichs an der Zahnklinik. Die Forschungserkenntnisse werden so allen Interessierten nähergebracht. Der Fokus auf den internationalen Bezug spielt dabei eine bedeutende Rolle. Auch im Zusatzausbildungsangebot für Zahnärztinnen und -ärzte im Rahmen eines Masterstudiums werden diese Erkenntnisse gelehrt. Um diese für internationale TeilnehmerInnen des Masterprogramms verständlich zu übermitteln, wird ein Teil der geplanten neuen Masterstudiengänge auf Englisch stattfinden. Weitgehend berufsbegleitende Studien Im Moment wird von der Universitäts­ zahnklinik der postgraduale Masterlehrgang in Parodontologie, der Pa22 DentUnique 1/2014

romaster, sowie der Master of Dental Science in Prothetik angeboten. Auch diese folgen dem internationalen Trend nach einer postgradualen Spezialisierung in den einzelnen Teilgebieten der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Es sind jedoch bereits zwei weitere Masterstudiengänge geplant: Der Master of Comprehensive Dentistry, der sich aus vier Spezialfächern zusammensetzen wird, und der Master in Esthetic Dentistry. Die Masterstudien sind auf zwei Jahre angelegt und richten sich an alle Zahnärztinnen und -ärzte, vorzugsweise mit praktischer Berufserfahrung. Esthetic Dentistry Bereits im Herbst 2015 soll der berufsbegleitende Master of Science in Esthetic Dentistry beginnen. Der Studiengang stellt eine Zusatzausbildung für bereits niedergelassene Zahnärztinnen und -ärzte dar. Auf internationalem Niveau werden die TeilnehmerInnen des Esthetic-Dentistry-Masters in englischer

Sprache in Theorie sowie Praxis ausgebildet. Der Lehrinhalt umfasst Lehrveranstaltungen von der ästhetischen Rekonstruktion über Bleaching, Endodontie-Versorgung bis hin zur ästhetischen Versorgung mit Keramik wie Inlays, Kronen und Veneers. Die größten Lehrveranstaltungen des Studiums stellen die Grundlagen und Sicherheit im Umgang mit der Lasertechnologie, die laserassistierte plastische Chirurgie, die Paroimplantologie und Kieferorthopädie sowie die Implantologie und Implantprothetik im ästhetischen Bereich mit einem Umfang von jeweils 13 ECTS dar. Der internationale Lehrgang wird sich über die Dauer von zwei Jahren erstrecken. Der gesamte Umfang des Aufwandes beträgt 115 ECTS. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit dem international anerkannten Master of Science. Um diesen Titel zu erlangen, müssen eine Master Thesis und ein ausführlicher Case Report vorliegen. Näheres demnächst auf der Website der MedUni www.meduniwien.ac.at.•

Foto: ikonoklast_hh/fotolia.com

Die Universitätszahnklinik rüstet auf – mit ihrem Studienangebot. Neben dem Paromaster sollen künftig weitere berufsbegleitende Masterstudiengänge das Ausbildungsangebot verstärken.


Service

Vorbildliches Lehren Die in Wien ansässige SOLA lehrt internationale Zahnärztinnen und -ärzte auf dem Gebiet der Laserzahnheilkunde.

April 2013, Gründung SOLA China: (von links nach rechts) Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz (President, SOLA International); Prof. Jizhi Zhao, MD, DDS (Head of Dentistry Department, Peking Union Medical College Hospital); Prof. Wang Xing, MD, DDS (President Chinese Stomatological Association)

Fotos: SOLA

Dezember 2013, Modul 3, Wien: (von links nach rechts) Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz (President, SOLA International); Dr. S.K. Ojha (Officiating Secretary, Dental Council of India); Dr. Dibyendu Mazumder (President, Dental Council of India)

D

ie International Society for Oral Laser Applications (SOLA) hat ihren Sitz an der Universitätszahnklinik Wien, einem der bekanntesten Laserzentren der Welt. Sie agiert weltweit und wird geleitet von Univ.Prof. DDr. Andreas Moritz, dem Ärztlichen Leiter der Universitätszahnklinik Wien. Seit Mitte der 1980er-Jahre ist die Gesellschaft auf dem Gebiet der Laser­

zahnheilkunde aktiv und forscht intensiv. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Forschung, welche in fast allen Bereichen von der konservierenden Zahnheilkunde über die Parodontologie bis hin zur Chirurgie reichen, finden dann in die PatientInnenbehandlung Einzug und lassen diese davon profitieren. Gemeinsam mit Tochtergesellschaften der SOLA, zahlreiche Partnerschaf-

ten sowie Kooperationen mit lokalen Universitäten auf der ganzen Welt können Erfahrungen und Forschungserkenntnisse weltweit auf Vorträgen, Kongressen und Hands-on-Kursen weitergegeben werden. Die Standorte in verschiedenen Ländern – erst jüngst kamen China und Taiwan dazu – werden neue Trainingszentren für lokale Zahnärztinnen und -ärzte errichtet und es wird versucht, die neue Therapieform – Lasertherapie – dort zu etablieren.

Schritt für Schritt zum Ziel Die Kurse, die von der SOLA angeboten werden, erfolgen nach einem dreistufigen Modulsystem. Nach der Zertifizierung zum Laser Safety Officer kann man das Diplom und schließlich das Mastership erlangen. Im Hintergrund werden jedoch noch zusätzliche Leistungen gefordert: Prüfungen, Aufgaben wie das Führen eines Practical Coursebook und ein Vortrag. Die Inhalte dieses Ausbildungssystems sind, unabhängig von dem Land, in dem ein Modul statt­ findet, dieselben. Modul 1 und 2 werden weltweit angeboten, Modul 3 findet u. a. aufgrund der einzigartigen technischen Infrastruktur ausschließlich in Wien statt. Jährlich werden insgesamt rund 14 bis 16 Module angeboten. Insgesamt konnte die SOLA schon weit über 1.000 TeilnehmerInnen des Ausbildungsprogramms verzeichnen. Die Module werden das ganze Jahr über in diversen Ländern veranstaltet. Rückblickend auf das vergangene Jahr wurde Univ.-Prof. DDr. Moritz und sein Team zu Kongressen in Dubai und Taipeh eingeladen. Heuer war das SOLA-Team auf einem Symposium in Kalkutta mit drei Keynote Speakern der Universitätszahnklinik Wien vertreten. Nächste Station Peking Von 20. bis 21. September 2014 wird das Team am Weltkongress in Peking anwesend sein. Der Weltkongress wird in Kooperation mit dem Peking Union Medical College Hospital sowie der Chinese Stomatological Association veranstaltet. • DentUnique 1/2014 23


Unser neuer Shop, soll nicht nur zur Nahversorgung der Patienten und Studenten dienen, sondern vor allem einen Kommunikationspunkt für das medizinische Personal sowie für Studenten und Klinik Mitarbeiter im Allgemeinen sein. Im Plurashop besteht vor allem die Möglichkeit, sich über Produkte und Neuheiten auf dem Dentalmarkt zu informieren. Dafür bietet der Shop eine digitale Welt, wo iPad und PC zur Verfügung stehen um sich die Produkte näher zu bringen. Auch die Einrichtungsberatung, ob für Praxisgründung oder Ordinationsneugestaltung, stehend die entsprechenden Unterlagen für Raum- und Farbkonzepte zur Verfügung. Ein großes Anliegen ist uns die Aus-und Weiterbildung, daher veranstalten wir im Shop oder unter Einbeziehung der Seminarräume Schulungen und Workshops, die Informationen und Anmeldeformulare dafür, finden Sie auf unserer Homepage unter: www.pluradent-austria.at. Gerne weisen wir auch auf die Möglichkeit der Materialbestellung über unseren Onlineshop hin, wo rund 70000 Artikel für Sie zur Auswahl stehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 08:00 bis 16:00 Uhr Zu den Öffnungszeiten stehen ihnen unsere beiden Fachberaterinnen im Verkauf zur Verfügung.

Irmgard Pagels Shopverkauf / Veranstaltungsbetreuung Tel.: + 43 (0) 1/4023225-140 Fax.: + 43 (0) 1/4023224-420 Email: i.pagels@pluradent-austria.at

Peggy Banhofer Shopverkauf Tel.: + 43 (0) 1/4023225-140 Fax.: + 43 (0) 1/4023224-420 Email: p.banhofer@pluradent-austria.at

Gerhard Dorner Einrichtungsfachberater Tel.: + 43 (0) 6763010430 Email: g.dorner@pluradent-austria.at

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