.02 MAGAZIN
INNOVATION
NACHHALTIGKEIT
TRENDS
07/21 | 6.90 EURO
GREEN WORLD _
GREEN MOBILITY _
GREEN WORKS _
Vision, Utopie und Realität
Modellprojekte und die IAA
Vom Flächen-Recycling bis zum R-Gebäude
I N H A LT
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Vorwort
Inteview N&P
Tegla Loroupe
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Green World
Pavillon Eröffnung
Futtern fürs Klima
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Energiewende
Vorbild Wald
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Bio-Mühle
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Nachhaltig unterwegs
Knoblauch Rezepte
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BMW iX
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Pavillon Eröffnung
38
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Siemens
Energiewende
Bio-Mühle
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Münchner Böden
Blumentöpfe
Bio-Milch & Saftgarten
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Interview M. Weiss
Green Brands
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Bio-Hotel Stanglwirt
Impressum VORWORT
Mint Magazin Redaktion
MINT Magazin – MAGAZIN • INNOVATION • NACHHALTIGKEIT • TRENDS → www.mint-magazine.de Ein Produkt der MPM – AG // Media → www.mpm-ag.de
Liebe Leserin, lieber Leser Willkommen zur Sommerausgabe! Die Klimakrise trage zu den Wetterextremen bei, behaupten zahlreiche Forscher. Dass sie aktuell die größte menschliche Herausforderung darstellt, ist unumstritten. Umso wichtiger ist es, rasch zu handeln; in den Bereichen Bau, Energie, Ernährung, Tourismus, Mobilität. Letzterer steht in der zweiten MINT-Ausgabe im Fokus. Wir waren im Domagkpark, einem Modellprojekt in puncto Sharing und nachhaltiger Fortbewegungsmöglichkeiten. In der Parkstadt Schwabing trafen wir Gerhard Dunkel, den Leiter des neuen Mobilitätsreferats, beim Radeln. Gespannt sind wir auf die IAA Mobility, die im Herbst erstmals in München stattfindet, und auch einige emissionsfreie News präsentieren wird. Ein weiteres Thema, das uns am Herzen liegt, ist Holz. Wussten Sie, dass jedes Vollholzhaus CO2 speichert ? Oder dass es Häuser gibt, die bis zur Holzschraube vollkommen recycelt werden können? Da fragt man sich fast, warum nicht alle Gebäude aus diesem natürlichen Baustoff sind. Wobei auch R-Beton schon ein Riesenfortschritt in puncto nachhaltigem Bauen ist. Das konnten wir in einem Musterpavillon erleben, der ausschließlich alten Schutt vom Gelände der Bayernkaserne enthält. Wir haben wieder Green Brands aufgetrieben und eine Bio-Mühle in der Lüneburger Heide und präsentieren viele spannende Menschen. Tegla Loroupe etwa, die Marathonlegende, die heute mit ihren Sportprogrammen in Afrika für Frieden und gegen Armut kämpft, oder Günes Seyfarth, die Lebensmittelretterin. Außerdem möchten wir Ihnen Christine Kugler vorstellen. Sie leitet das neue Referat für Klimaschutz und Umwelt, das in Sachen Energie und Ernährung ambitionierte Projekte auf der Agenda hat. Viel Freude bei der Lektüre!
Watch out! Die 3. Ausgabe von MINT erscheint im Herbst 2021. News, zusätzliche Stories und die Möglichkeit zum Abonnement samt grünem Statement finden Sie auch unter www.mint-magazine.de
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Herausgeber: MPM AG Neumarkter Strasse 80, 81673 München vertreten durch Vorstand: Stefan Möbius Verlagsleitung: Florian von Stuckrad Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Chefredakteurin: Carolin Fried Redakteurin: Olivia Rybak Anzeigen: MPM – AG // Media Verantwortlich: Head of Sales: Florian von Stuckrad MPM – AG // Media Tel.: +49 (0) 89 420 79 78 0 E-Mail: fvs@mpm-ag.de Artdirektion & Design: Pixelperfektion Gollierstraße 13 80339 München → www.pixelperfektion.de Vertrieb: Kooperationspartner Vertrieb: Münchner Merkur / tz Druck: ADV Schoder Augsburger Druck und Verlagshaus GmbH Aindlinger Str. 17-19 86167 Augsburg
Wir produzieren
klimaneutral seit 2016
Bayerischer uss Bauernbrotgen
Umweltschutz aus Tradition! • Seit über 30 Jahren engagieren wir uns für Klimaschutz • Seit fünf Jahren backen wir klimaneutral • Unser Ziel für die Zukunft: Emissionen weiter reduzieren Mehr erfahren Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht auf www.hofpfisterei.de Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH | Kreittmayrstraße 5 | 80335 München
Bildcredit © Michael Grimm | GREEN WORLD
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Little Island New York. Die Weltstadt, die fast alles zu bieten hat. Fast; denn was sich die Bewohner von Big Apple wohl besonders während der heißen Sommertage in der Stadt am Hudson wünschen sind mehr Freiraum und mehr Grünflächen. Vielleicht war dies der Grund, dass ein Milliardär der Stadt einen fast einen Hektar großen, auf Betonsäulen fundierenden Mini-Park spendete, der nun nahe Pier 55 auf dem Hudson über dem Wasser thront. Vielleicht ist dies das teuerste Hektar Park Land der Gegenwart. Und vielleicht ist das gerade ein Sinnbild dafür, dass für urban lebende Menschen grünere Lebensqualität von beinahe unendlichem Wert ist. Und vielleicht wollen die Beton-Fundamente von Little-Island uns mitteilen, dass auch ihr teils wiederverwertbarer Baustoff für die zukünftige urbane Lebensqualität in den Städten der Zukunft eine positive Rolle spielen will und kann. Mehr zur Zukunftsvision für Baumaterialen finden Sie auch auf den Seiten 22-36 dieser Ausgabe.
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| GREEN WORLD
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Urbane Mobilität! Wer schon mal im Karolinenviertel in Hamburg war, kennt vielleicht Teikei. Im schönen Cafe von Aaron und seinem Team kann man mit bestem Gewissen Kaffee trinken. Denn: Der Kaffee wird auf Augenhöhe fair gehandelt, die Kaffeebauern und –bäuerinnen bekommen für ihre Arbeit wirklich den Preis, den sie benötigen, die Kaffeepflanzen wurzeln in gesunden und lebendigen Böden in den Bergen Mexikos und die Bohnen kommen mit der Kraft des Windes angesegelt. Das Teikei ist ein Projekt. Es geht um solidarische Landwirtschaft und um nachhaltige und alternative Wirtschaft.
Bildcredit © BERGAMONT/Carlos Fernández Laser
Denn alle Fahrten zum Röster, zum Einkaufen oder zum Kunden werden mit dem Cargobike (in diesem Fall ein Longtail) erledigt. Diese praktischen und auffälligen Bikes sind auch aus dem Stadtbild unserer Isar-Metropole nicht mehr weg zu denken und stehen beispielhaft für zahlreiche Entwicklungen in Richtung nachhaltige, urbane Mobilität. Auch die IAA Mobility wird einige dieser neuen Mobilitätstrends aufzeigen. Auf den Seiten 12-21 können Sie hierzu mehr lesen.
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Foto: © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Rhein-Erft-Kreis
ADVERTORIAL
Klimakrise jetzt bekämpfen! Es sind dramatische Bilder. Was wir bisher nur aus weit entfernten Regionen der Erde kennen, wurde bei uns Mitte Juli zur Realität. Extremwetterlagen forderten in Westdeutschland wohl mehr als 150 Menschenleben. Die Fluten hinterlassen neben allem menschlichen Leid eine Spur der Verwüstung: Eingestürzte Häuser, weggerissene Brücken und versunkene Landschaften. Wir sind in der Klimakrise an einem dramatischen Punkt. Der WWF Deutschland fordert, dass die Politik endlich reagiert!
Aus den Daten des Deutschen Wetterdienstes geht klar hervor, dass Starkregenereignisse deutlich zugenommen haben. Die durch die Erderhitzung steigenden Temperaturen lassen mehr Wasser verdunsten, was zu heftigeren Niederschlägen führt.
Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, schnell wieder zur Tagesordnung überzugehen. Denn selten war der Zusammenhang von Naturkatastrophe und Klimakrise so offensichtlich. Es wurde schmerzhaft deutlich: Wenn das Eis der Arktis noch weiter schmilzt, betrifft das eben nicht nur Eisbären und Walrosse, sondern es bedroht uns alle.
Die Erderhitzung zeigt ihr Gesicht. Wir müssen jetzt gemeinsam handeln und ihr entschlossen entgegen treten!
Wissenschaftler:innen sind sich einig, dass solche Extremwetterlagen mit Starkregen wie in den vergangenen Wochen auf ein Schwächeln des Jetstreams zurückzuführen sind. Dieser Westwind treibt Tiefdruckgebiete normalerweise relativ schnell über Mitteleuropa hinweg. Durch das Schmelzen des Eises verliert der Wind an Kraft, und es kommt zu konstanteren Wetterlagen – wie jetzt bei uns mit lang andauernden Regenfällen oder wie in den vergangenen Jahren mit langen Trockenperioden und Hitzerekorden.
Nach neuesten Studien haben sich Extremwettereignisse wie Dürren, Stürme, Brände und Überflutungen seit Beginn der 1990er verdoppelt. Wir müssen daraus endlich Konsequenzen ziehen. Angesichts der Schäden ist es mehr als fahrlässig, die Augen vor den Ursachen zu verschließen und längst überfällige Maßnahmen weiter zu verschleppen.
50 Euro für Hochwasserschutz an Flüssen
80 Euro für regionale Bildungsarbeit
120 Euro für politische Arbeit
Der WWF ist seit vielen Jahren an der Renaturierung deutscher Flüsse beteilig – vor allem an der Elbe. Ihre Spende hilft, Deiche zurückzuverlegen und natürliche Überflutungsflächen in Flussauen zurückzugewinnen.
Der WWF-Kurs „klima.fit – Klimawandel vor der Haustür“ vermittelt, was jeder selbst tun kann, um den Folgen der Erderhitzung entgegenzuwirken. Ihre Spende hilft, hunderten Teilnehmer:innen neue Wege im eigenen Umfeld aufzuzeigen.
Die Klimakrise wartet nicht. Ihre Spende ermöglicht dem WWF, die Politik in Sachen Klimaschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Biodiversität jetzt und in Zukunft zu unterstützen und – wenn nötig – auch unter Druck zu setzen.
Die dargestellten Projekte sind beispielhaft für die weltweite Arbeit des WWF. Ihre finanzielle Hilfe kommt daher diesen Projekten und der gesamten Arbeit weltweit zugute.
Ihre Spende wirkt! WWF Spendenkonto: DE06 5502 0500 0222 2222 22, Stichwort: „Weckruf“ Oder spenden Sie online auf wwf.de/weckruf
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Fotos: Ralph Frank, Arnold Morascher, Jörg Farys / © WWF
Mit derartigen Ereignissen wächst die Erkenntnis, dass eine intakte Natur der beste Katastrophenschutz ist. Wir wollen die weltweite Zerstörung der Natur und Umwelt stoppen – und eine Zukunft gestalten, in der Mensch und Natur in Einklang miteinander leben. Machen Sie mit!
| M O B I L I TÄT S R E F E R AT
Nachhalt unterweg
in Münch 12
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hen © Mobilitätsreferat München
Mobilitätsstationen, Sharing-Konzepte, Sommerstraßen – München punktet mit vielen Maßnahmen und Pilotprojekten rund um eine umweltfreundliche Mobilität. Seit Anfang des Jahres gibt es dazu auch eine offizielle Institution: das Mobilitätsreferat. Nachhaltige urbane Mobilität ist ein Megatrend. Auch München ist längst auf den Zug aufgesprungen. MINT hat sich umgesehen, wo nachhaltige
Mobilität bereits gelebt wird, wo wegweisende Projekte im Entstehen sind und was im Bestand umgesetzt wurde. 13
| M O B I L I TÄT S R E F E R AT
↑ Im Domagkpark verraten Mobilitätsstationen, welche Fortbewegungsmittel wo zur Verfügung stehen. ©Mobilitätsreferat München
↑ Gerhard Dunkel leitet das neue Mobilitätsreferat und ist selbst gern mit dem Fahrrad unterwegs. ©Mobilitätsreferat/JohnMarienhagen
Unterwegs im Domagkpark – ein privates Auto braucht hier keiner. Fußgänger und Radfahrer haben viel Platz. Wer möchte, schnappt sich ein Elektro-Lastenrad, ein Pedelec, einen Elektroroller oder ein Sharing-Auto. Im Domagkpark können Bewohner*innen auf ein privates Auto verzichten. Zwölf Maßnahmen wurden hier umgesetzt für eine innovative, nachhaltige und verkehrsreduzierte Mobilität. Mobilitätsstationen kombinieren diverse SharingAngebote wie Car-, Bike- oder E-Scooter-Sharing. Fürs Carsharing gibt es spezielle Parkflächen. Auch neue Mobilitätsformen werden im Domagkpark erprobt, das Elektroleichtfahrzeug ACM etwa und das E-Trike Sharing. Der Strom für Elektro-Fahrzeuge wird selbst produziert: mit einer Solaranlage auf dem Dach des WOGENO-Hauses. Rund 1.800 Wohneinheiten stehen auf der ehemals militärisch genutzten Fläche. Der Domagkpark im Norden Schwabings ist ein Modellquartier für eine integrierte Stadt- und Verkehrsplanung in Neubaugebieten. Wie auch die benachbarte Parkstadt Schwabing gehört er zum EU-geförderten Projekt CIVITAS ECCENTRIC. Dabei sollen Vorbilder für andere Münchner Neubauviertel geschaffen werden.
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Unterwegs in Freiham – im Modellprojekt geht das meiste zu Fuß oder per Rad.
Auch Freiham soll ein Quartier der kurzen Wege werden. In einem der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas werden zahlreiche private und öffentliche Mobilitätskonzepte zum Tragen kommen. Darunter auch flexible Bedarfsformen wie On Demand Mobilität bzw. Mobility as a Service. So genannte „Mobilitätshäuser“ werden unterschiedliche Mobilitätsangebote bündeln, den Park- & Suchverkehr sowie die öffentlichen Parkflächen reduzieren und attraktive Außenflächen für Rad- und Fußverkehr schaffen. Auch die U5 wird einmal in Freiham halten. An Platz mangelt es nicht in Freiham. Das Gelände am westlichen Stadtrand nahe Neuaubing ist 250 Fußballfelder groß. Zum Stadtzentrum sind es nur zwölf Kilometer. Per S-Bahn ist man schnell am Marienplatz. Über 25.000 Menschen können hier einmal leben, fast 15.000 hier arbeiten. Gebaut wird bis zum Jahr 2040. Am Ende wird hier eine kleine Stadt entstehen mit Wohnungen, Geschäften, öffentlichen Plätzen, Grünflächen, Badesee, Schulcampus, Sportpark, Landschaftspark.
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| M O B I L I TÄT S R E F E R AT
Die freundlichen Roboter sind stets zu Diensten. © IAA ↑ 16
↑ SICHARGE D – flexible Hochleistungs-Ladesysteme von Siemens die auch auf der IAA Mobility eingesetzt werden.
Unterwegs auf den Sommer- und Spielstraßen – es darf wieder getobt und flaniert werden Palmen, Blumen, Sitzgelegenheiten, Freischankflächen - sind sie nicht einfach herrlich, die Sommer- und Spielstraßen? Zehn Straßen wurden insgesamt auserkoren. Wie im letzten Jahr konnten Münchner Bürger*innen bei Informations- und Beteiligungsveranstaltungen mitmachen und ihre Ideen einbringen. Teilabschnitte dieser Straßen und Plätze sind nun für eine bestimmte Zeit verkehrsberuhigt: Westenriederstraße (Altstadt), Kurfürstenstraße (Maxvorstadt), Apianstraße (SchwabingWest), Schöttlstraße (Sendling), Nietzschestraße (Milbertshofen-Am Hart), Franziska-Reindl-Platz (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln). „Die Sommerstraßen bieten den Münchnerinnen und Münchnern, besonders den Familien, zusätzlichen Raum zum Spielen und Aufenthalt im Freien. Das macht die Stadt noch lebenswerter – gerade in der dicht bebauten Innenstadt und in der warmen Jahreszeit“, freut sich auch Mobilitätsreferent Georg Dunkel. Die Spielstraßen gehen noch einen Schritt weiter. Hier heißt es: Vollsperrung für alle Fahrzeuge. Auch Parken ist hier nicht erlaubt. Die Fläche steht ganz dem Spiel, der Bewegung und dem Aufenthalt zur Verfügung. Zum Skateboard-Fahren, Picknicken, Spazierengehen oder einfach nur Dasitzen. Nicht nur für Kinder ist das toll. Spielstraßen gibt es hier: Holzplatz (Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt), Kuglerstraße/Schneckenburgerstraße (Au-Haidhausen), Südliche Auffahrtsallee (NeuhausenNymphenburg), Zugspitzplatz (Obergiesing-Fasangarten).
Mit der Marke „München unterwegs“ nimmt das Mobilitätsreferat die Bürger mit Seit Anfang des Jahres laufen die Fäden rund um Verkehr und Mobilität beim Mobilitätsreferat zusammen. Das ist großartig, denn vorher waren Themen wie Quartierskonzepte, Pop-UpProjekte oder Parkraummanagement auf mehrere Referate verteilt. Nun kommt alles aus einer Hand – Strategien sowie die Beantwortung von Anträgen und Anliegen. Das Mobilitätsreferat ist Ansprechpartner für Bezirksausschüsse und Bür-
ger*innen sowie Gewerbe. Jeder kann mitreden. Mit der Marke „München unterwegs“ kommuniziert das Mobilitätsreferat Relevantes wie Angebote, Aktionen, Services und Visionen. Gerhard Dunkel ist der Chef des neuen Mobilitätsreferats. Seit über zehn Jahren arbeitet er bei der Stadt München. Zuletzt leitete er die Abteilung Verkehrsplanung. Mit ihm und seinem Team soll nun einiges anders werden. Der studierte Bauingenieur möchte die Themen angehen, die lange versäumt wurden, Entscheidungen treffen, Probleme lösen. „Das Mobilitätsreferat wird die Verkehrswende in München als wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz voranbringen. Priorität haben dabei, neben vielen anderen Themen, die Umsetzung des Radentscheids, der Umbau des Zentrums in eine autoarme Altstadt, der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und die Entwicklung von Lösungen für Pendlerverkehre gemeinsam mit den Partnern in der Region“, verspricht der 48-Jährige.
Auf der IAA MOBILITY gibt es einen Kongress zu innovativer und nachhaltiger Mobilität Noch mehr Neues gibt es vom 7. bis zum 12. September. Die IAA MOBILITY findet zum ersten Mal in München statt. Das Tolle daran: Die Mobilität der Zukunft kann hier auch außerhalb der Messehallen live erlebt werden. In der Innenstadt Münchens etwa mit Fahrzeughighlights, autonomen Verkehrsmitteln und brandneuen Technologien. Und auf der so genannten Blue Lane, die zu den Highlights der Messe zählt. Die Blue Lane ist nicht nur eine Präsentationsstrecke. Hier können zukünftige und nachhaltige Mobilitätslösungen auch Probe gefahren werden. Sie ist 12 Kilometer lang und verbindet die Messehallen mit dem Open Space in der Innenstadt. Auch auf den Mobilitätskongress, der vom Mobilitätsreferat durchgeführt wird, darf man sehr gespannt sein. Hier können Start-ups ihre wegweisenden und nachhaltigen Projekte und Konzeptideen zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentieren. 17
| BMW
Wie „grün“ ist der BMW iX? BMW setzt mit dem BMW iX neue Impulse: Das Luxusfahrzeug soll das nachhaltigste Auto im Wettbewerb sein und zu einem Aushängeschild für Elektromobilität werden. Ab November kann man den BMW iX kaufen, vorbestellen kann man ihn schon jetzt. MINT sprach mit Georg Prinzhorn, BMW Genius der BMW Niederlassung München.
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← Georg Prinzhorn, BMW Genius der BMW Niederlassung München. (c) BWM München.
01. Wo ist der neue BMW iX nachhaltig?
- 19,8 kWh/100km WLTP, CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km. (c) BMW München
↑ Der BMW iXDrive50 punktet mit eindrucksvollen Zahlen. Stromverbrauch kombiniert: 23,0
Der Nachhaltigkeitsaspekt wurde in vielen Bereichen berücksichtigt. Wir haben einen sehr hohen Recyclingansatz und der Anteil an Naturmaterialien ist hoch. Fangen wir beim Innenraum an. Dort finden Sie etwa FSC-zertifiziertes Holz und mit Olivenbaumblätter-Extrakt gegerbtes Leder, frei von Chromrückständen gegerbt. In den Fußmatten sind recycelte Fischernetze verarbeitet. In den Batterien steckt modernste Batteriezellen-Technologie. Es wird ein großer Anteil an Sekundär-Aluminium und wiederverwertetem Kunststoff eingesetzt. Auf Metalle der Seltenen Erden wird komplett verzichtet. 02. Wo kommen die Rohstoffe her und werden Lieferanten und Quellen genügend kontrolliert?
Kobalt und Lithium für die Batterien stammen aus kontrollierten Quellen in Australien und Marokko. Um sicherzustellen, dass der Abbau unter menschenwürdigen Bedingungen erfolgt, kauft das Unternehmen das Kobalt direkt bei den Minen selbst ein und stellt es den Batteriezell-Lieferanten zur Verfügung. Das Aluminium kommt von Lieferanten, die zur Herstellung Strom aus Solarenergieanlagen verwenden. 03. Wie sieht es im Bereich Energie aus?
Produziert wird der BMW iX im BMW Group Werk Dingolfing mit 100 Prozent Öko-Strom. Dank hocheffizienter Bauweise ist der Energieverbrauch äußerst gering. Das gilt auch beim Fahren: bei der so genannten adaptiven Rekuperation kann in Schub- und Bremsphasen Energie zurückgewonnen werden. Das passiert automatisch und ist intelligent auf die ermittelte Verkehrssituation abgestimmt. 04. Was gefällt Ihnen persönlich besonders gut am BMW iX?
Mein Highlight ist die vollständig geschlossene BMW Niere. Sie ist nicht nur ein echtes Schmuckstück, sondern übernimmt auch eine neue Funktion als Intelligenzfläche: Hinter einer transparenten Fläche liegen Kameratechnik, Radar-
funktionen und hochmoderne Sensorik. Die Oberfläche verfügt zudem über einen Selbstheilungseffekt, der leichte Kratzer von selbst wieder verschwinden lässt - neuer, innovativer Materialien sei Dank. 05. Elektrofahrzeuge werden häufig mit Verzicht assoziiert. Nachhaltige womöglich noch mehr. Wie ist das beim BMW iX?
Der BMW iX hat alles, was sich anspruchsvolle Kunden erträumen und noch viel mehr. Er bietet großzügige Lounge-Atmosphäre im Innenraum mit vielen raffinierten und dezenten Touch-Funktionen. Das Fahren macht richtig viel Spaß. Der BMW iX ist ein Raumgleiter. Er lädt sehr schnell und die Reichweite ist groß. 06. Welche Reichweite hat er?
Mit einer Reichweite (WLTP) von bis zu 630 km liegt der BMW iX xDrive50 an der Spitze. Das ist sowohl für die Stadt als auch für Langstrecken ideal. Der „Efficiency Trainer“ gibt dem Fahrer Tipps für effizientes Fahren und der Reichweitenhorizont zeigt an, wie sich die aktuelle Fahrweise auf den Ladezustand der Batterie auswirkt. 07. Wie schnell lädt der BMW iX?
Sehr schnell. In nur zehn Minuten kann man beim BMW iX xDrive50 an einer Gleichstrom-Schnellladesäule 150 Kilometer laden. Die gesamte Reichweite ist in weniger als 40 Minuten an öffentlichen HP Charging Stationen erreicht – immer ausgehend von einem Ausgangsladezustand von 10%. 08. Wie digital ist der BMW iX?
Der BMW iX wird das erste 5G-fähige Modell eines Premiumherstellers sein. Außerdem kommt erstmals Gigabit EthernetTechnologie zum Einsatz. Damit lassen sich extrem große Datenmengen beispielsweise von Sensoren und Antennen in Sekundenbruchteilen zwischen Fahrzeug und Bordnetz übertragen.
Bei Interesse oder weiteren Fragen zum neuen BMW iX erreichen Sie Georg Prinzhorn und das BMW Genius Team unter productgeniusffr@bmw.de
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| SIEMENS
Wie werden Unternehmensflotten grün? Von Jean-Christoph Heyne, Global Head Future Grids, Siemens Smart Infrastructure Die Dekarbonisierung des Mobilitätssektors lässt sich durch den Umstieg auf Elektrofahrzeuge und die Nutzung von CO2-freiem Strom zum Laden erreichen. So weit, so gut. Aber welche Hebel stehen uns zur Verfügung, um diese so sehnlichst erwartete Entwicklung zu beschleunigen? Wir im Unternehmenssektor müssen uns fragen: Können wir selbst etwas tun? Das können wir, und zwar, wenn es um Firmenfahrzeuge geht. Derzeit sind Unternehmensflotten ein großer Teil des Problems – sie können aber auch einen wichtigen Beitrag zur Lösung leisten.
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Laut einer von der europäischen Organisation Transport & Environment im Oktober 2020 veröffentlichten Analyse sind fast 6 von 10 in der EU verkauften Neufahrzeuge Firmenautos. Im Durchschnitt fahren jedoch nur vier Prozent davon elektrisch. Angesichts dieser Zahlen und der Tatsache, dass Firmenautos im Vergleich zu Privatfahrzeugen besonders große Strecken zurücklegen – etwa 2,25-Mal weiter! – liegt es auf der Hand, dass Unternehmensflotten bei den Dekarbonisierungsbemühungen eine bedeutende Rolle spielen. Unternehmen müssen jetzt handeln und sich klar zur Elektromobilität bekennen.
Groß denken, klein anfangen, schnell skalieren Ich möchte Unternehmen, die den Übergang zur Elektromobilität planen, dazu ermutigen, sich ambitionierte Langzeitziele zu setzen – zum Beispiel die Elektrifizierung ihres gesamten Fuhrparks, versorgt mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen – und gleichzeitig sofort mit kleinen, überschaubaren Schritten zu beginnen. Denn wenn solche Schritte erfolgreich umgesetzt werden, erzeugen sie eine positive Dynamik, die flexibel mit den wachsenden Unternehmensanforderungen Schritt hält. Diese Schritte summieren sich: von der Nutzung von Elektrofahrzeugen und deren Laden mit CO2-freiem Strom, über die Schaffung einer maßgeschneiderten skalierbaren Ladeinfrastruktur mit entsprechenden digitalen Ladelösungen bis hin zu bedarfsgerechten Lademöglichkeiten für Fahrzeuge und Fahrer. Siemens bietet nicht nur ganzheitliche Ladelösungen für Elektromobilität, sondern geht den gleichen Weg: Gemeinsam mit anderen großen Unternehmen hat sich Siemens der EV100Initiative angeschlossen und sich verpflichtet, soweit möglich, bis 2030 alle seiner rund 50.000 Fahrzeuge durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen und die entsprechende Ladeinfrastruktur zu installieren. Das ist ein außerordentlich wichtiger Beitrag zur Verpflichtung von Siemens zur Klimaneutralität bis 2030.
Auch wir haben klein angefangen, obwohl wir diese große Vision im Hinterkopf hatten: Die aktuelle Flotte von rund 650 Elektrofahrzeugen und 2.300 Plug-in-Hybridfahrzeugen wird in Kürze um weitere rund 1.050 Elektro- oder Hybridfahrzeuge sowie 1.000 Ladepunkte an Siemens-Standorten weltweit ergänzt. Darüber hinaus können unsere Dienstwagenfahrer mit ihrer Ladekarte schnell und einfach mehr als 190.000 öffentliche Ladepunkte in 21 europäischen Ländern nutzen. Unsere Erfahrung hat gezeigt: Für den erfolgreichen Umstieg auf Elektromobilität ist Einfachheit einer der wichtigsten Aspekte. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Elektrofahrzeuge so einfach wie möglich geladen und genutzt werden können – von ihren Mitarbeitern ebenso wie von ihren Kunden. Es gilt deshalb, Elektrofahrzeuge, Ladevorgänge und Ladeinfrastruktur intelligent und digital zu vernetzt. Nur so kann das Nutzererlebnis für Flottenfahrer optimiert und die Prozesse für Flottenmanager vereinfacht werden. Letztlich ist ein integrierter, ganzheitlicher Ansatz gefragt, um Unternehmensflotten umweltfreundlicher zu machen. Als Treiber der Lösung können Unternehmen ihre Ziele zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen umsetzen und gleichzeitig genau die Art von Hebelwirkung entfalten, die wir brauchen, um die Dekarbonisierung zu beschleunigen.
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| MÜNCHNER BÖDEN
Münchens wertvolle Böden Die 2. Stammstrecke, Straßenbau, riesige Baugruben in unserer Stadt wird kräftig gebuddelt. Welche Geheimnisse und Möglichkeiten in unseren Böden stecken, weiß kaum jemand. MINT hat beim Bodenexperten Peter Nickol von der Nickol & Partner AG nachgebohrt.
Zugegeben: Baustellen sind manchmal einfach nur nervig. Sie sind laut und staubig und behindern einen am flüssigen Weiterkommen. Zumindest, wenn man als Nachbar oder Passant damit konfrontiert wird. Blickt man jedoch hinter die Kulissen, stößt man auf interessante Details. Dass unsere Böden lebenswichtig sind etwa und dass sie voller Geheimnisse stecken. Dass nicht alles auf die Deponie muss, was bei Bauarbeiten herausgeschaufelt wird, und welche Bedeutung die Münchner Schotterebene hat. Boden ist spannend und faszinierend. Unendlich vorhanden ist er jedoch nicht. Jedes Stück Boden ist eigen- und einzigartig. Im Oberboden stecken auch organische Stoffe wie Humus. Aber auch Lebewesen, Luft und Wasser. Durch Gesteins-, Relief-, Klima- und Vegetationsbedingungen und die jeweilige Bodennutzung verändert sich Oberboden permanent. Boden verwittert, bildet Mineralien und zersetzt sich, verlagert sich, formt sich um, bildet Gefüge. Und das alles sehr langsam und in einem fortlaufenden und kontinuierlichen Prozess. Bis eine 30 Zentimeter tiefe Bodenschicht entsteht, kann das 1.000 bis 10.000 Jahre dauern.
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Münchens Böden sind zu beneiden Unter dem Oberboden ist viel Schotter. Schuld daran ist vor allem die Würm-Eiszeit. Aus dem Schmelzwasser der Alpenvorlandgletscher von damals ist die Münchner Schotterebene entstanden. Fast 50 Kilometer lang und bis zu 40 Kilometer breit ist sie. Im Stadtgebiet Münchens beträgt die Schotterschicht zwei bis 20 Meter. In den südlichen Randbereichen sogar bis zu 100 Meter. Das Wasser, das durch den eiszeitlichen Schotter sickert, wird durch eine darunter liegende tonreiche Schicht gestaut. Und da die Schotterschicht nach Norden hin dünner wird, nähert sich der Grundwasserspiegel im Norden des Stadtgebietes der Bodenoberfläche. Gut zu sehen ist das in den Niedermoorgebieten des Dachauer, Freisinger und Erdinger Mooses. „Wir haben in München einen sehr guten, relativ unkomplizierten Baugrund. Nur das Grundwasser stellt uns manchmal vor Herausforderungen“, erzählt Peter Nickol. Der Geologe und Gutachter kennt sich aus in Sachen Böden.
↑ Wo Münchens Boden rot leuchtet, stecken Ziegel drin. Verwendet werden kann er zum Beispiel gut für Substrate. Foto: © Philipp Balunovic
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| MÜNCHNER BÖDEN
Seit 30 Jahren ist er mit seinem Team von Nickol & Partner AG auf Projekte in den Bereichen Umwelt, Geotechnik und Flächenrecycling spezialisiert. „Die Kiese der Schotterebene bilden ein Rohstofflager, für das wir überregional beneidet werden“, sagt er. Andererseits stecken im Kies auch einige Nachteile. Die Kiese sind wasserdurchlässig, können Verunreinigungen leicht ins Grundwasser abgeben und Regenwasser schlecht speichern. Künstlich hergestellter Boden mit recycelten Ziegeln wäre hier manchmal eine gute Alternative. Einsetzen könnte man ihn zum Beispiel in Baumgräben oder in künstlich geschaffenen Grünanlagen, wie das in der Bayernkaserne gemacht wird.
↑ Aus alt mach neu. Das Gelände der ehemaligen Bayernkaserne ist ein Vorzeigeprojekt in Sachen Flächenrecycling. Foto: © Philipp Balunovic
www.deutscher-abbruchverband.de
Nachhaltigkeit ist in unserer Branche fest verankert. Für zahlreiche beim Abbruch anfallende Materialien, wie mineralische Abfälle, Altholz, Kunststoffe und Metalle, gibt es bereits bewährte Recyclingwege. Unsere Mitglieder gewinnen diese wertvollen Baustoffe und praktizieren damit eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Durch die kontinuierliche Beobachtung neuester Entwicklungen und Vorgaben helfen wir bei der Umsetzung. 24
Und noch etwas sieht Nickol als problematisch: die Versiegelungen. In München sind fast 50 Prozent der Stadtfläche überbaut und versiegelt. Das bringt eine Reihe an Umweltproblemen mit sich. Flächen, die luftdicht überdeckt wurden, können kein Regenwasser mehr aufnehmen oder speichern. Das Risiko örtlicher Überschwemmungen steigt also. Zudem heizen versiegelte Flächen gerade im Sommer die Luft zusätzlich auf und wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen geht verloren – oft für immer.
Alles für den Boden: die Europäische Bodencharta und Recycling von Baustoffen „Der Boden ist eines der kostbarsten Güter der Menschheit“, beginnt die Europäische Bodencharta. Sie wurde am 30. Mai 1972 vom Europarat verabschiedet und legt in 12 Punkten fest, wie man mit Boden umgehen soll, um ihn zu schützen und sinnvoll zu bewirtschaften. In Deutschland gibt es seit 1998 noch ein Gesetz dazu. Laut BBodSchG müssen Böden vor schädlichen Veränderungen geschützt und Altlasten saniert werden. Im Grunde ist also alles geregelt. Nur hat es sich noch nicht überall herumgesprochen. „Beim Thema Bodenschutz sind wir schon ganz gut“, sagt Peter Nickol. Beim Thema Recycling von Baustoffen sieht er noch viel Potenzial. Gerade im Stadtbereich gibt es noch Entwicklungsmöglichkeiten. Hier könnte man durch das Aufbereiten und Wiederverwerten von Boden und alter Bausubstanz ein Rohstofflager direkt vor der Haustüre nutzen. Aus alt mach neu sozusagen. „Da liegt noch viel Arbeit vor uns“, so Nickol, „auch, weil wir bei den Bauherren die Möglichkeit der Wiederverwertung von Altbaustoffen viel mehr in den Fokus rücken müssen.“
→ Damit die Baugrube am Marienhof nicht mit Grundwas-
ser vollläuft, mussten 95 Brunnen gebaut werden, um es umzuleiten. © Nickol & Partner
GESTALTER DER ZUKUNFT Du willst die Welt verändern? Du möchtest etwas bewegen? Du suchst einen #Beruf mit Sinn? Werde #GestalterderZukunft! Werde #Bauingenieur! Folge uns auf Instagram @bybauindustriebayern und informiere dich über die Themen und Initiativen der #Bauindustriebayern!
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| INTERVIEW MICHAEL WEISS
↑ Michael Weiß findet, die Politik sollte mehr zentrumsnahe Flächen für Recyclingund Aufbereitungszentren bereitstellen. Foto: © Philipp Balunovic
Im Rückbau steckt tonnenweise Nachhaltigkeit
München will klimaneutral werden. Michael Weiß, Fachausschussvorsitzender Recycling und Verwertung des deutschen Abbruchverbands, erzählt, wie das gehen könnte, und warum in der Baubranche noch sehr viel passieren muss. 26
01. Was genau macht ein Abbruchunternehmen?
Vereinfacht gesagt: Wir sorgen dafür, dass Gebäude, die keiner mehr braucht oder will, möglichst schnell und schadlos rückgebaut werden können. Wir nehmen alles genau unter die Lupe, suchen nach Schadstoffen, selektieren die enthaltenen Rohstoffe und kümmern uns um die Entsorgung anfallender Abfälle. Ein selektiver Rückbau erfolgt Step by Step. 02. Welche Schritte sind beim Abbruch erforderlich?
Nachdem wird den Auftrag für den Rückbau erhalten haben, werden die oder das Gebäude entrümpelt. Das heißt, alle Einrichtungsgegenstände wie Tische, Stühle, Regale usw. werden entfernt. Danach beginnt die Entkernung und Schadstoffsanierung. Wir prüfen für den Bauherren dann zunächst, wo Schadstoffe enthalten sein könnten. Im Kleber des Bodenbelags oder der Fliesen etwa oder in den Wand- und Deckenanstrichen, in, in der Dämmung, im Holz im Dachstuhl oder wo auch immer. Durch Analysen wird alles verifiziert und wir als Abbruchunternehmen können die Materialien je nach Ergebnis der Untersuchungen dem Recycling, der Verwertung, oder der Beseitigung zuführen. Laienhaft ausgedrückt: Alles, was schadstoffbelastet ist, muss beseitigt werden. 03. Was könnte in einem Gebäude Wertvolles drin stecken?
Allein die vielen Kilometer Kabel, die in einem Bürogebäude verlegt worden sind, enthalten wertvolle Metalle, die zu 100% wiederverwendet werden. Auch Dachziegel aus Ton können nach einer Aufbereitung als Wasserspeichergranulat in Pflanzsubtraten verwendet werden. Beton aus Decken und Stützen sowie Ziegel aus Wänden können nach dem Recycling wieder als Sekundärbaustoffe im Straßen- und Hochbau verwendet werden. Da gibt es viel Potenzial. 04. Da sind Ihnen bestimmt schon einige spannende Dinge passiert!
05. München möchte bis 2035 klimaneutral werden. Wie soll das funktionieren?
Das ist leichter gesagt, als getan. Da ist der Weg noch weit. Die Baubranche ist von zu vielen Regularien betroffen, die den Gedanken der Kreislaufwirtschaft eher behindern als unterstützen. Dabei spielt im Baubereich die Musik! E-Autos & Co. sind in aller Munde und werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Bauprojekte weniger. Aber gerade eine Kreislaufführung von geeigneten mineralischen Baustoffen und eine ortsnahe Verwertung würden zu einer Verringerung der CO2-Emissionen führen und zum Klimaschutz beitragen. 06. Was müsste dafür getan werden?
Die Politik muss handeln. Zudem ist vieles ein Imageproblem: Recyclingstoffe gelten häufig als B-Ware, als Abfall, der günstig zu haben ist. Das ist aber nicht der Fall. Sekundärbaustoffe werden beispielsweise deutlich häufiger auf ihre Eigenschaften überprüft als Primärbaustoffe und weisen definierte bautechnische Eigenschaften auf. Hier müssen Vorurteile abgebaut werden. 07. Existieren bereits wegweisende Ansätze?
Manche Unternehmen sind da auf einem guten Weg. Die Firmengruppe Ettengruber etwa betreibt seit 30 Jahren über die Tochterfirma Süderde eine Bodenbörse. Hier werden Böden und Pflanzsubstrate hergestellt, die zum überwiegenden Teil aus Materialien bestehen, die wir auf eigenen Baustellen gewonnen haben. Hier besteht ein riesiges Potential, dass bei einer Unterstützung durch die Politik ein wesentlicher Betrag zum Ziel der Klimaneutralität 2035 beigetragen werden kann - etwa durch die Bereitstellung von zentrumsnahen Flächen für Recycling- und Aufbereitungszentren. Denn ortsnahes Recycling heißt auch weniger Fahrverkehr und somit weniger CO2-Ausstoß. So könnte praktikable Förderung der Kreislaufwirtschaft in Zukunft funktionieren.
Herausfordernd sind Abbruchprojekte mitten in der Stadt. Der Platz ist eng, die Häuser sind oft uralt und teilen sich die Außenwände. Planunterlagen sind oft nicht vorhanden. Bei einem Gebäude in der Kreuzstraße nahe dem Sendlinger Tor zum Beispiel wurden nur die unteren Stockwerte rückgebaut. Die oberen Stockwerke blieben voll in Betrieb und wurden nur saniert. Mit Hilfe einer Stahlkonstruktion konnte der Bestand erhalten und der Neubau letztlich untergebaut werden. Das war spektakulär.
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| INTERVIEW
Think green, act green Nachhaltigkeit in der Ingenieursbranche hat viele Facetten. Allein in den Bereichen Recycling und Emissionen verringern gibt es viele Herausforderungen, Chancen und Probleme. MINT ließ dazu vier Experten zu Wort kommen: Peter Nickol, Jenö Zeltner, Markus Gogl und Thomas Bauer von Nickol & Partner.
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Markus Gogl
Peter Nickol
Thomas Bauer
Jenö Zeltner
leitet den Bereich „Flächenrecycling“. Die Erstellung von Schadstoffgutachten, sowie Sanierungskonzepte fallen in seinen Aufgabenbereich.
geschäftsführender Gesellschafter, wirkt seit vielen Jahren als Sachverständiger, erstellt Altlastengutachten und wird hinzugezogen, wenn es um brenzlige und teure Fälle geht.
leitet den Bereich „Geotechnik und Altlasten“ und hat viel mit Verunreinigungen von Böden und Grundwasser zu tun sowie mit entsprechenden Schadstoffen.
leitet den Bereich „Projektmanagement“, wo es um Bau- und Ausrüstungsprojekte für die Bahn geht.
MINT: Herr Nickol, sehen Sie einen Wandel in der Baubranche, was Nachhaltigkeit betrifft? Peter Nickol: Im Bereich Recycling passiert schon einiges. Material aus dem Rückbau und dem Bodenaushub wird etwa so aufbereitet, dass es gefahrlos weitergenutzt werden kann.
MINT: Wie sieht das im Detail aus, Herr Gogl? Markus Gogl: Bestandsgebäude müssen heute sortenrein abgebrochen werden. Beim so genannten selektiven Rückbau werden Giftstoffe richtig entsorgt und noch Verwertbares wird herausgefiltert. Idealerweise wird dann noch vor Ort recycelt und so entstandenes Material gleich wieder in den Kreislauf zurückgebracht.
MINT: Herr Bauer, Ihre Bereiche sind Geotechnik und Altlasten. Welchen Stellenwert hat hier das Thema Recycling?
MINT: Ein Satz zu möglichen Lösungen und Visionen? Jenö Zeltner: Bahnfahren attraktiver machen, modernisieren, digitalisieren, automatisieren und elektrifizieren, Kapazitäten im Personennahverkehr erhöhen, Bahnhöfe ästhetisch gestalten, den Güterverkehr schneller, effizienter und konkurrenzfähig zur Straße gestalten. Markus Gogl: Mehr innerstädtische Möglichkeiten zur Wiederaufbereitung schaffen, also entsprechende Rohstofflager, schon bei der Planung von neuen Projekten an die Zukunft denken - wohin beispielsweise mit Styropor-gefüllten Ziegeln oder Weichmachern in siebzig, achtzig, neunzig Jahren? Peter Nickol: Noch nachhaltiger arbeiten im Bereich Betonbzw. Baustoffrecycling und das Gesetz befolgen: Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt einen sortenreinen Abbruch vor. Die Abrissbirne ansetzen und den Schutt in ferne Deponien fahren, ist nicht mehr erlaubt.
Thomas Bauer: Bis vor zehn Jahren war Recycling kein wichtiges Thema. Heute ist es sehr relevant. Allein bei BahnProjekten können viele Baumaterialien nach dem Abbruch vor Ort wiedereingesetzt werden. Andere müssen genau unter die Lupe genommen werden. Die meisten Flächen sind standorttypisch verunreinigt – etwa durch alte Aschen aus den Zeiten des Dampflokbetriebs, Teerabfälle, Kupfer aus den Oberleitungen, Verunreinigungen von Eigentankstellen. Jenö Zeltner: Bei der Bahn geht es jedoch um viel mehr als um Flächenrecycling, wenn man in Richtung Nachhaltigkeit denkt. Was nachhaltiges Reisen und CO2-sparende Transporte betrifft, kann noch viel verändert werden. Im Güterverkehr kann auf fossile Brennstoffe verzichtet werden.
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ADVERTORIAL
Innovative Baukonzepte für Bayerns Städte
Der Bedarf an Wohn- und Arbeitsraum wächst insbesondere in den bayerischen Städten und Metropolregionen stark an. Zusammen mit dem steigenden Bewusstsein für eine nachhaltige gesellschaftspolitische Entwicklung ergeben sich für die Bauindustrie neue und spannende Herausforderungen. Um diese Herausforderungen zu meistern, bedarf es einer interdisziplinären und eng verzahnten Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Baupraxis. Aktuell werden in der Planung von Sanierungs- und Neubauvorhaben bereits wissenschaftlich fundierte, innovative Methoden diskutiert und angewendet. Zentrales Element der zukünftigen Entwicklung von Bauprojekten muss der Lebenszyklusansatz sein: Er beinhaltet sowohl die Untersuchung der Lebenszykluskosten, als auch die ökologische und energetische Lebenszyklusanalyse der Gebäude. Das Forschungsprojekt „Eco+Office AS-Bau Hof GmbH“ in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Bauverband zeigt, dass eine Realisierung eines treibhausgas-neutralen Plusenergiegebäudes leistbar ist und sich darüber hinaus ökonomisch rechnet. Dabei muss vor allem auf die Wiederverwendung schon vorhandener Ressourcen, den Einsatz nachwachsender Rohstoffe, die am Ende ihres Lebenszyklus im besten Fall ohne großen Aufwand wiederverwendet werden können, und die regenerative Erzeugung der Energie zur Nutzung des Gebäudes Wert gelegt werden. Zudem müssen zukünftige innovative Konzepte zur Kompensation eines ggfs. nicht vermeidbaren Verbrauchs an nicht-erneuerbaren Energien und den damit verbun-
denen, anfallenden Treibhausgasemissionen, unter dringender Berücksichtigung des Einsatzes Erneuerbarer Energien, erarbeitet werden. Das ist essenziell, um den Einfluss des Bauwesens auf unsere Umwelt deutlich zu minimieren und im besten Fall komplett zu reduzieren.
Der bayerische Bauverband fördert frühes Optimierungspotenzial Generell hat sich im Verlaufe des Forschungsprojekts gezeigt, dass durch die Operationalisierung von Methoden zur Bewertung der lebenszyklusbasierten energetischen, ökologischen und ökonomischen Performance von Gebäuden in der Planung frühzeitig Stellschrauben für eine positive Einflussnahme auf den Planungs- und Bauprozess erarbeitet und umgesetzt werden können. Durch eine Bewertung können eventuelle Zielkonflikte erkannt und Einflussfaktoren im Hinblick auf Energieeffizienz, Ökologie, Kosten etc. identifiziert werden. Des Weiteren kann durch die verantwortlichen Akteure gezielt Einfluss auf die ausgewählten Planungsparameter genommen werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Einsatz wissenschaftlich fundierter Methoden ein großes Potential bietet, bisherige
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Planungsleistungen zu ergänzen. Insbesondere in frühen Planungsphasen, in denen die Einflüsse auf Energieeffizienz, Ökologie, Ökonomie und Funktionalität des Gebäudes am höchsten sind, kann durch eine lebenszyklusbasierte Betrachtungsweise mittels Simulationen ein wertvoller Beitrag geleistet werden, um Gebäude lebenszyklusbasiert treibhausgasneutral und energetisch positiv zu planen und zu betreiben. Auf Basis der im Rahmen dieses Forschungsprojekts erarbeiteten Ergebnisse und erlangten Erkenntnisse wird in einem weiterführenden Forschungsprojekt, in Kooperation mit der AS-Bau Hof GmbH, ein intensives Monitoring des Gebäudes und des Nutzerverhaltens durchgeführt. Dabei werden Parameter bezüglich des energierelevanten menschlichen Interagierens mit dem Gebäude ermittelt. Zudem erfolgt eine Modelloptimierung der thermischen Gebäudesimulation mit Hilfe der Monitoring-Daten. Dabei soll das energierelevante menschliche Interagieren in Gebäudesimulationen mit abgebildet werden. Dadurch erfolgt ein verbesserter Abgleich des energetischen Verhaltens des Gebäudes mit der TGA-Steuerung und somit eine ökologische und ökonomische Optimierung in der Nutzungsphase des Gebäudes. → www.bauindustrie-bayern.de
| PAV I L LO N - E R Ö F F N U N G
Ein Pavillon aus R-Beton soll Zeichen setzen Studierende der Hochschule München haben ein kleines Meisterwerk erschaffen. Das Besondere daran: Es ist aus Bauschutt entstanden. Und es soll viele Nachahmer finden.
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← Michael Weiss von der Firma Ettengruber, Prof. Dr. Sonja Munz, Vizepräsidentin für Forschung der Hochschule München, Kommunalreferentin Kristina Frank, Prof. Arthur Wolfrum und Prof. Andrea Kustermann von der Hochschule München (vordere Reihe von li. nach re.) feierten die Eröffnung mit (Foto: Johanna Weber)
Wie ein kunstvoll gestalteter Tempel aus der Antike präsentiert sich ein kleiner Pavillon auf dem riesigen Gelände der ehemaligen Bayernkaserne. Dabei ist das hübsche Bauwerk brandneu und steht für die Zukunft. Für die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche, um genau zu sein. Oder wie Kommunalreferentin Kristina Frank bei der offiziellen Einweihung am 15. Juli sagte: „Der Musterpavillon gibt dem Thema Recycling im Bausektor ein Gesicht. Er führt die Möglichkeiten vor Augen, worum es bei R-Beton geht und zeigt, was man hier in Richtung klimaneutrale Stadt tun kann.“ Seit Ende März waren etwa 40 Studierende auf der Baustelle zugange, die europaweit als Modellprojekt gefeiert wird. Bei Wind und Wetter haben die jungen Leute einen 20 Quadratmeter großen Pavillon errichtet, der aus recyceltem Beton besteht. „Bewehrungsstahl ist auch noch drin“, verrät Sonja Dietze. Sie studiert Bauingenieurwesen an der Hochschule München. Wie alle Beteiligten ist sie stolz auf das Projekt R-Betonpavillon. Allein die Zusammenarbeit mit den Architekturstudierenden sei spannend gewesen. Haben die doch manchmal eher verrückte Ideen, während der Bauingenieur in spe eher praktikabel denkt. Daniel Martins studiert Architektur. Welche Säule sein Liebling ist, verrät er nicht, aber was ihn begeisterte: „Spannend war es auch, mit R-Beton zu arbeiten. Wir wussten anfangs nicht, wie der sich verhält und ob auch alles funktionieren wird, wie geplant“. So wie es aussieht, verhält sich der R-Beton hervorragend. Das Fundament wirkt lastwagenstabil, die vier tragenden Säulen halten selbstbewusst das Flachdach. Die restlichen Stützen könnten das auch, aber sie punkten
eher durch ihren Charakter. Manche fassen sich rau an, manche richtig kuschelig. Jede Säule ist anders. Mal sind Glassplitter mit eingebaut, mal sieht man Abdrücke von Schuhen oder Kleidungsstücken, mal sind sie wild gemustert. Die Studierenden haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Geholfen haben ihnen Professoren, Sponsoren, Experten, Mitarbeiter aus der Praxis und die Stadt München. Viele Beteiligte stehen hinter dem Projekt und waren mit Know-how, Zeit, Material oder Fördergeldern mit an Bord. Der R-Betonpavillon ist das erste Gebäude aus rezyklierter Gesteinskörnung auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne. Viele weitere sollen folgen; ein neues Quartier mit Schulen, Wohnungen, Freizeitstätten, Parkanlagen ist hier geplant. Der R-Betonpavillon ist ein experimentelles Gebäude, ein Showroom für alle, die mitmachen wollen beim klimaneutralen Bauen. Einige sind schon dabei, immerhin. Mit dem Musterpavillon möchte man Bedenken von Bauherrn und Bauunternehmen aus der Welt schaffen. Und er soll die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten zeigen - von rau bis fein über plastisch, verspielt oder streng ist alles drin. Alle hoffen, dass der hübsche Pavillon stehen bleiben darf und eines Tages vielleicht unter Denkmalschutz steht. „Stellen Sie sich vor“, sagt Prof. Arthur Wolfrum von der Fakultät für Architektur „wie in 200 Jahren hier einmal Menschen rätseln, was dieser Pavillon wohl für einen Zweck hatte, vielleicht einen kultischen Ort dahinter vermuten.“ Aktuell darf man hoffen, dass der R-Betonpavillon einen Ansporn liefert, wie man eine Kreislaufwirtschaft im Bausektor dauerhaft und großflächig etablieren kann.
← Studierende der Architektur und des B a uin g e nie ur we sens bauen einen Muster-Pavillon aus Recyclingbeton (Foto: Johanna Weber)
← Auf dem Gelände der Bayernkaserne können sich Bauträger beim Musterpavillon aus Recyclingbeton über Einsatzmöglichkeiten informieren (Foto: Johanna Weber)
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PA RT N E R
www.rohstofflagerstadt.de
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| ARCHITEKTUR
↑ Das Einfamilienhaus in Hard wurde von Partner Holzbau Feuerstein in Thoma Holz100 Bauweise errichtet. © Mathias Feuerstein
Der Wald als Vorbild Erwin Thoma errichtet Häuser, die zu hundert Prozent aus MONDHOLZ bestehen. Vollholzhäuser sehen stylish aus, sind gut für die Gesundheit und komplett „Cradle to Cradle“ recycelbar. Über Bäume könnte man stundenlang sprechen. Bäume sind einfach toll! Sie haben uns viel voraus in puncto Evolution. Sie kommunizieren mittels Düften, schicken biochemische Signale von Baum zu Baum, haben ein soziales Verhalten und versuchen gemeinsam, am Leben zu bleiben. Von Bäumen – respektive vom Wald – kann man sich viel abschauen. Der Wald „denkt“ an seine Kinder. Faszinierend. Dr. Erwin Thoma hört dem Wald schon lange zu und hat seine Botschaft in mehreren Büchern beschrieben. Seit 1990 setzt er mit seiner Firma „Thoma Holz“ auf naturreines Holz. Mit Holz100 hat er ein preisgekröntes Massivholz-Bausystem entwickelt.
→ Das Mondholzhaus auf Sylt zählt zu den neuesten Vorzeigeprojekten © Nicole Mai
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Erwin Thoma ist Ingenieur und ausgebildeter Förster. Bäume waren für ihn zunächst Massenware. Bis ihm ein paar Geigenbauer die Augen öffneten. Sie suchten im Wald um seinen damaligen Forstbetrieb nach DEM Baum. Und sie fanden ihn. Ein Jahr später kamen die Musiker mit ihren Geigen und spielten ein Ständchen. Thoma war tief beeindruckt und wechselte in die Forschung. „Holz ist als Material ein Mysterium“, sagt der Salzburger heute. Sogar die Allergie seiner Kinder konnte er dank Holz ohne chemischer Behandlung heilen.
Mondhäuser werden immer beliebter Gesundes Wohnen ist im Trend. Weit oben in der Beliebtheitsskala liegen die so genannten Mondholzhäuser. Für diese Häuser wird das Holz zur richtigen Mondphase und ganz entscheidend, im Winter geschlagen – ganz nach alter Bauerntradition. Bei Neumond oder abnehmendem Mond soll die günstigste Zeit sein für beste Bauholzqualität. Ohne chemische Behandlung kann dieses Holz Jahrhunderte überdauern. Was nach Hexerei klingt, ist seit 2003 durch die ETH Zürich auch wissenschaftlich bewiesen. Erwin Thoma verwendet genau dieses Mondholz seit 20 Jahren. Das Know-How hat er von seinem Großvater. Und nicht nur das: Thoma baut ganz ohne Leim und ohne Nägel. Die Wände werden nur durch Holzdübel zusammengehalten – eben Holz100. Kondensation oder Schimmelpilz gibt es hier nicht. Dafür jede Menge Wohlfühlatmosphäre, wie in einer zweiten Haut.
← Wie ein Nest sitzt dieses Einfamilienhaus im Garten © Mathias Feuerstein
„Wald ist unerlässlich, wenn wir wieder einen Weg in die Kreislaufwirtschaft suchen.“ Atmende Wände, Brandschutz, Strahlenschutz und mehr – Vollholzhäuser haben’s voll drauf Die Firmenzentrale von Thoma Holz liegt im Pongau. Gebaut wird mittlerweile über ein Partnernetzwerk in 125 Ländern. Privathäuser, Hotels, Bürogebäude. Kein Wunder, Holz ist einfach genial. Für die Gesundheit, für die Umwelt, fürs Wohlfühlklima. Holz atmet in allen Bauteilen, Holz100-Wände sind diffusionsoffen und winddicht. Thoma gibt eine 50 Jahre Kondenswasser- und Schimmel-Garantie auf seine Häuser. Holz100 hat eine drei- bis fünfmal bessere Brandsicherheit als Stahlbeton, Ziegeldecken und Ständerbauten und übertrifft jede Brandschutz-Norm bei Weitem. Außerdem hält Holz100 den Weltrekord in Wärmedämmung. Sprich: Holz100-Häuser sind im Winter kuschelig warm und man spart Heizkosten. Im Sommer bleibt es wiederum angenehm kühl. Holz100 besteht aus nichts anderem als aus unbehandeltem Holz. Sollte ein Holz100-Haus mal abgerissen werden, muss nichts davon zum Sondermüll. Um es zu recyclen, muss man nur die mechanischen Verbindungen, die das Haus zusammenhalten, auflösen. Und mit dem frei werdenden Rohmaterial kann dann ein neues Haus gebaut werden. Auch die Produktion ist wohl durchdacht: Holz100-Häuser werden in Fabriken vorgefertigt, die mit Sonnenstrom laufen und in denen kein Müll entsteht. Bei der Fertigung der Holz100-Wände sind die Abläufe so optimiert, dass fast kein Verschnitt entsteht. Bleibt doch etwas übrig, kann es die Werke gleich wieder mit Energie versorgen. So wie im Wald bleibt hier alles im Kreislauf und man kann eine Enkelkinder-taugliche Zukunft schaffen. ← Im Mondholz-Schlafzimmer auf Sylt sind schöne Träume vorprogrammiert. © Nicole Mai 37
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↑ Christine Kugler leitet das neue Referat für Klima- und Umweltschutz. ©The Point of View Photography
Photovoltaik für die Energiewende Ein Wattbewerb soll den Photovoltaikausbau beschleunigen. Mitmachen können alle Dachbesitzer*innen in Deutschland. Das Referat für Klimaund Umweltschutz unterstützt die Initiative.
Im Prinzip wissen wir es: Um den Klimawandel zu stoppen, bedarf es einer Umstellung der Energieversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energiequellen bis 2030. Aber machen wir dafür auch genug? „Nein“, sagt die Gruppe Fossil Free Karlsruhe. Deshalb hat sie den „Wattbewerb“ ins Leben gerufen. Über 100 Städte nehmen bereits teil. Der Wattbewerb ist eine deutschlandweite Initiative. Viele weitere NGOs wie Scientists for Future und Fridays for Future gehören inzwischen zum Unterstützungsnetzwerk. Auch das neue Klima- und Umweltreferat München.
Der Wattbewerb hat am 21. Februar gestartet und endet, sobald die erste Stadt oder Gemeinde ihre installierte PV-Leistung in kWp je Einwohner*in verdoppelt hat. Der Sieger bekommt jede Menge Publicity und darf den Titel „WattbewerbSolarstadt“ führen. Photovoltaik wird eine der wichtigsten Technologien beim Ausbau der erneuerbaren Energien sein. Und sie kann in jedem Dorf und in jeder Stadt die lokale Energiewende ankurbeln - auf Einfamilienhäusern, auf Mietshäusern, auf Dächern gewerblich oder industriell genutzter Gebäude.
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Das Referat für Klima- und Umweltschutz spielt eine wichtige Rolle Der Wattbewerb ist nur ein kleiner Baustein, für das sich das Referat für Klima- und Umweltschutz einsetzt. Auf der Agenda stehen zahlreiche Aufgabenbereiche wie bio-regionale Ernährung und fairer Handel, nachhaltige Mobilität und Verkehr, energieeffizientes Wohnen und Bauen, Flora, Fauna und Biodiversität, Boden- und Wasserschutz, Luftreinhaltung und Strahlenschutz, sowie Maßnahmen zur Lärmminderung. Das
klingt verheißungsvoll. Denn damit soll der Stadtrat unterstützt werden, all seine geplanten Maßnahmen in Richtung Klimaneutralität 2035 zu steuern und umzusetzen. Anfang des Jahres wurde das Referat für Klima- und Umweltschutz gegründet. Die Chefin heißt Christine Kugler. Dank jahrelanger Führungspositionen bei den
↓ Photovoltaik aufs Dach! Im Rahmen des Wattbewerbs sollen alle zum Handeln aufgefordert werden. ©Michael Nagy Landeshauptstadt München
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Neue Ressourcen schaffen. Bauen für die Zukunft.
Materials
Project Management
Media
www.mpm-ag.de 41
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Stadtwerken München und als ehemalige Leiterin der Bäder kann sie mit viel Erfahrung punkten. „Der Photovoltaik-Ausbau ist ein Mosaikstein in Sachen Klimaschutz“, sagt die engagierte Klima- und Umweltpolitikerin. Für alle Bürger bietet das Referat für Klima- und Umweltschutz zahlreiche Förderprogramme im Bereich Klimaschutz an. Wenn es um Energieeinsparung geht etwa oder um die Anschaffung von Elektroleichtfahrzeugen sowie die Schaffung der relevanten Infrastruk-
tur. Das Bauzentrum in Riem beantwortet viele Fragen rund um Solaranlagen, Sanierung, Modernisierung und Qualitätsstandards. Auch der Nachhaltigkeitsbericht aus dem Jahr 2014 wird aktualisiert werden. Und das „Ernährungshaus“ wird künftig zeigen, wie man klimaneutral essen kann. Es soll für die Ernährungswende werben, aufklären und weiterbilden, bestehende Initiativen zusammenbringen, als auch Kantinenbetreiber und Gastronomen sensibilisieren.
↓ Christine Kugler will die Energiewende vorantreiben. Unter anderem durch Aktionen wie den Wattbewerb. ©Michael Nagy Landeshauptstadt München
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I N N O V AT I O N B L U M E N T Ö P F E |
So gärtnern Sie plastikfrei Pottburri stellt Blumentöpfe aus Sonnenblumenschalen her und löst so ein großes Müll-Problem
Wussten Sie, dass Einweg-Plastik-Pflanzentöpfe jedes Jahr milliardenfach verkauft werden und somit für ein riesengroßes Müll-Problem sorgen? Das Start-up Pottburri möchte dieses umweltschädliche Dilemma mit seinen zu 100 % biologisch abbaubaren Blumentöpfen lösen. Die Basis der Idee sind Sonnenblumenschalen, die als Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie übrig bleiben. Das Start-up nutzt diesen Müll und kreiert daraus einen neuen, innovativen Werkstoff SUN CIRCLE® und bietet damit eine Alternative zum herkömmlichen Einweg-Plastik-Topf. Auf umweltschädliche Materialien wird gänzlich verzichtet. Der Blumentopf wird zusammen mit der Pflanze in die Erde eingegraben, dieser wird wiederum von den in der Erde lebenden Mikroorgansimen, wie Pilzen und Bakterien, mit der Zeit zu Biomasse zersetzt. Dabei werden keinerlei Schadstoffe oder Mikroplastik hinterlassen.
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| G R E E N B R A N D S T O W AT C H
Green
BRANDS Gutes für die Haut Körperpflege ohne Plastik Willkommen im Club! Im Less Waste Club, genauer gesagt. Hier gibt es wundervoll duftende Handseifen und Duschgel ohne Plastik und in Kürze auch plastikfreies Shampoo. Die Inhaltsstoffe sind pflanzlich, die Herstellung ist kinderleicht: Pulver in Spender füllen, 250 ml lauwarmes Wasser dazugeben, kurz schütteln, zehn Minuten warten, fertig ist das plastikfreie Körperpflegeprodukt. Mit ihren Produkten wollen die beiden Gründer Rosalie und Max bis zum Ende des Jahres 1.000.000 Einweg-Plastikflaschen aus den Badezimmern verbannen. Max als Geschäftsführer, Ideenbringer, Teamleader und Kreativgeist aus Leidenschaft, Rosalie als die Frau für Good Vibes im Büro und engagierte Verfechterin für nachhaltige Konzepte. → www.lesswasteclub.de 44
Mit ihrem Start-up „Naturkosmetik München“, kurz NKM, erfüllte sich Gründerin Mareike Peters einen großen Traum. Mit überaus großem Erfolg verkauft sie Naturkosmetik, die auf reinen, natürlichen und pflanzlichen Inhaltsstoffen basiert, die größtenteils von deutschen Landwirten stammen. Inhaltsstoffe wie Rosenhydrolat, Kamillenblütenextrakt und edle Gesichtsöle mit Extrakten aus der Schweiz gehörten zu den Hauptbestandteilen der Cremes, Lotionen und Tonics. „Für uns bedeutet Naturkosmetik, dass wir versuchen, so viele pflanzliche Rohstoffe wie möglich zu verwenden und diese so unbehandelt zu belassen wie möglich“, so die Gründerin. → www.nkm-atelier.de
TO
S Plastikfreier Kauspaß Wussten Sie, dass herkömmliche Kaugummis wahre Umweltsünder sind? Sie bestehen größtenteils aus Kunststoff, Chemie und synthetischen Stoffen und sind daher nicht biologisch abbaubar. Kaugummis gehören hinter Zigarettenstümmeln zur zweithäufigsten Ursache von Vermüllung und tragen maßgeblich zur Umweltverschmutzung bei. Abhilfe für dieses Problem schafft jetzt das Unternehmen „True Gum“ mit seiner veganen, zucker- und plastikfreien Alternative. Die Gründer*innen aus Dänemark Jacob, Peter, Zabrina und Morten setzen auf nur sieben Zutaten, darunter auch „Chicle“, dem Milchsaft (Latex) des Breiapfelbaums, der vor allem in Mittelamerika wächst. → www.truegum.com
Das erste Deo ohne Plastik „Ich hatte schon immer ein persönliches Anliegen bezüglich des Verpackungsmaterials für Naturprodukte. Vor allem in der Kosmetik sind Produkte jedoch meist in Plastik verpackt“, sagt Philip Wagner. Deshalb hat er Biork entwickelt, das erste ökologische und plastikfreie Kristalldeo der Welt. Biork ist ein mineralisches Deodorant aus Kaliumkristall-Alaun. Es wird von einem Korken umhüllt, der den Mineralstein hält und schützt. Kork ist ein nachwachsender Rohstoff, der leicht zu recyceln ist und von Naturschutzorganisationen empfohlen wird. Weiterer Clou: Nachdem das Deo aufgebraucht ist, kann der Kristall nachbestellt werden. Oder man verwendet ihn als stilvollen Behälter für Pflanzen oder andere kleine Gegenstände. → www.biork-deo.com/de/biork/
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| MENSCH
Tegla Loroupe: Von der Olympiasiegerin zur Hoffnungsträgerin Die Vereinten Nationen haben 17 Oberziele festgelegt, um weltweit die nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene sicherzustellen. Die Marathonlegende Tegla Loroupe unterstützt gleich drei davon.
↑ © ISPO 46
↑ © unique, Creative Design & Communications Agency
Frieden, Armutsbekämpfung und Bildung gehören zu den 17 Oberzielen der SDG, der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Eine starke Frau aus Kenia mischt dabei kräftig mit: Tegla Loroupe hat eine Schule gegründet, den Tegla Loroupe Peace Race ins Leben gerufen und das IOC Olympic Refugee Team initiiert. Die nur 1,56 Meter große Person will Kindern und Jugendlichen helfen und durch Sport Frieden schaffen. Das hat inzwischen Wellen geschlagen. Tegla Loroupe ist unter anderem UN Botschafterin. Die ISPO Munich 2020 ehrte sie mit dem Pokal für herausragende Persönlichkeiten. Denn genau das ist Tegla Loroupe: eine herausragende Persönlichkeit.
Das wichtigste Projekt dieser kleinen und energischen Frau bleibt aber die Friedens-Schule in ihrer Heimat Kapenguria. Rund 400 Waisen werden hier derzeit betreut. Kinder und Jugendliche sollen in der Tegla Loroupe Peace Academy Bildung erfahren und zu Sportsfreunden werden. Mädchen finden dort Schutz vor Missbrauch, Zwangsheirat und Genitalverstümmelung, die im ländlichen Afrika immer noch verbreitet ist. Tegla Loroupe hat eine Mission. „Dies ist keine normale Schule“, sagt sie. „Die Kinder kommen aus verschiedenen kriegführenden Gemeinschaften. Sie lernen zusammen, sie treiben gemeinsam Sport. Dadurch verstehen sie, dass sie alle gleich sind. Und das lehren sie dann auch ihren Eltern.“
Die heute 46-jährige Tegla Loroupe wuchs auf fast 3000 Metern Höhe im Norden Kenias an der Grenze zu Uganda auf - mit 24 Geschwistern. Vater Losiwa hatte fünf Frauen und hielt Schule für unnötig. Die Mutter jedoch und die ältere Schwester Albina setzten sich dafür ein, dass Tegla in die Schule gehen konnte. Neun Kilometer weit über steinige Schotterpisten und barfuß. Tegla war nicht nur tough, sondern auch schnell: Mit 13 gehörte sie zur kenianischen Leichtathletik-Nationalmannschaft und bestritt Rennen in Japan. Das war der Auftakt zu einer schillernden Karriere als mehrfache Weltrekordläuferin und Marathon-Spezialistin.
→ www.teglaloroupepeacefoundation.com /tegla_loroupe_peace_foundation
/company/teglaloroupepeacefoundation /TeglaPeace
Heute ist Tegla Loroupe Chef de Mission of the Refugee Olympic Team, das nach der Premiere in Rio im Jahr 2016 nun zum zweiten Mal in Tokio dabei ist. 29 Athleten sind mit von der Partie. Sie kommen aus 11 Ländern: Afghanistan, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Iran, Irak, Südsudan, Sudan, Syrien, Kongo und Venezuela. Sie treten in 12 Sportarten an: Leichtathletik, Badminton, Boxen, Canoeing, Radfahren, Judo, Karate, Taekwondo, Sportschießen, Schwimmen, Gewichtheben and Wrestling. Geschwitzt, gelacht, trainiert und zusammengelebt wird davor im Tegla Loroupe Trainingscamp in Ngong im Südwesten von Kenia.
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Die Klimaanlage für den Körper
↑ Das vielseitige Sommershirt aus Merinowolle und Tencel trägt sich superleicht und angenehm auf der Haut.
↑ Die Outdoor-T-Shirts sind aus reiner superfeiner Merinowolle, klimaregulierend und stylish.
↑ Nass und verschwitzt war gestern. Woll-T-Shirts von DEVOLD regulieren die Temperatur.
Ein Shirt aus Wolle, wenn es draußen 30 Grad hat? Vielleicht nicht die erste Wahl. Dabei steckt Wolle voller Raffinesse und wärmt nicht nur bei Kälte, sondern kühlt auch bei Hitze. Und noch mehr spricht für Wolle: Sie ist antibakteriell, sorgt für ein gesundes Mikroklima der Haut, ist geruchsneutral und klebt nicht am Körper. Wolle schützt sogar vor schädlichen UV-Strahlen - bis zum UV-Schutzfaktor UPF +50, je nach Stärke und Farbe des Kleidungsstücks. Das ist der höchstmögliche Sonnenschutzfaktor für Textilien. Ein Umweltfreund ist Wolle gleich mehrfach: Gegenüber synthetischen Materialien hat sie eine geringere Emission von Mikroplastik, dank ihrer selbstreinigenden Eigenschaften muss sie nicht so oft gewaschen werden und letztlich ist sie biologisch abbaubar, also zersetzt sich auf ganz natürliche Weise.
oder mit langen Ärmeln. Sie halten warm oder kühl und auch trocken. Die Farben haben sie sich von der Natur abgeschaut. 100 % Merinowolle feinster Qualität machen sie weich und angenehm zu tragen. Für noch mehr Elastizität und Strapazierfähigkeit wird bei einigen Modellen die Naturfaser Tencel dazugemixt. Tencel wird aus Eukalyptusholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt.
“Merinowolle ist auch im Sommer der perfekte Begleiter. Sie kühlt, ist atmungsaktiv und geruchsneutral über mehrere Tage und absorbiert UV-Strahlen. Ein Segen für die Umwelt ist das Naturwunder obendrein.”
Die MINT-Redaktion hat sich nach stylischen Sommerwolle-Teilen umgesehen und ist auf DEVOLD gestoßen. DEVOLD ist Experte in Sachen hochwertiger Wollbekleidung für Outdoor-Enthusiasten und kommt aus Norwegen. Seit 1853 gibt es das Unternehmen bereits. Die Sommerkollektion aus Wolle ist ganz neu. Die Shirts kommen mit kurzen
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Nachhaltigkeit steht bei DEVOLD generell ganz oben. Da kann man sich sicher sein. Die gesamte Produktionskette vom Scheren der Schafe bis zum Verkauf wird streng kontrolliert. Die Rohwolle kommt ausschließlich von garantiert Mulesing-freien Partnerfarmen in Australien und Neuseeland, Argentinien, Patagonien und Norwegen. Das bedeutet: keine Tierquälerei. Sämtliche weitere Produktionsschritte erfolgen im eigenen Werk in Litauen oder in Spanien und Tschechien. Ausschließlich biologisch abbaubare Farbstoffe ohne chemische Zusätze kommen zum Einsatz. „Wir möchten auch in Zukunft auf diesem Planeten leben und arbeiten“, sagt Camilla Pihl Raughland, Senior Designer & Product Developer bei DEVOLD of Norway. Das klingt doch wohlwollend.
Fotos © DEVOLD of Norway
| COMMUNITY KITCHEN
Futter(n) fürs Klima Lebensmittel retten ist meine Herzensangelegenheit. Deshalb habe ich das Community Kitchen in München gegründet.
Ich bin Günes und rette seit acht Jahren Lebensmittel. Jetzt habe ich das Community Kitchen München gegründet. In unserer Produktionsküche in München-Neuperlach werden mein sechsköpfiges Team und ich in Kürze tonnenweise gerettete Lebensmittel zu leckeren Mahlzeiten, Gedörrtem und Eingemachtem verarbeiten. Die Lebensmittel kommen von lokalen Produzenten, Weiterverarbeitern und Großhändlern. Normalerweise würden sie im Müll landen. Der Vertrag ist unterschrieben, die Bezirksdirektion München hat ihr Go gegeben, im September soll’s losgehen. Warum? Wir sind der Meinung: Lebensmittelverschwendung muss nicht sein und jeder kann und sollte etwas fürs Klima tun. Zahlen wie diese machen mich richtig wütend: Weltweit werden 33 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen. In Deutschland sind es elf Millionen Tonnen pro Jahr, in München 168.465 Kilogramm täglich. Die jeweiligen Verpackungen wandern natürlich auch in den Müll. Und vorher wird das Essen angebaut, geerntet, gereinigt, womöglich weiterverarbeitet, verpackt und ausgeliefert. Dabei entstehen CO2-Emissionen in jedem einzelnen Schritt. Der Sektor Ernährung und Landwirtschaft liegt an dritter Stelle, was umweltschädliche Emissionen betrifft. Übertroffen wird er dabei noch von den Bereichen Mobilität & Verkehr sowie Wohnen und speziell Wärme. Den vierten Platz belegen die Branchen Energieerzeugung und Energieverbrauch. Unternehmen gründen – das kann ich. Die Kitas Karl & Liesl e.V. in Giesing gehen zum Beispiel auf meine Kappe und die Secondhandplattform Mamikreisel – jetzt Vinted. Bei einer Foodtruck-Aktion im Jahr 2019 kochte ich mit einem professionellen Team fünf Tage lang Gerichte aus geretteten Lebensmitteln. Die leckeren Mahlzeiten wurden kostenfrei ausgegeben. Das war ein Mega Erfolg! Nun bin ich ganz euphorisch, was das Community Kitchen betrifft, und möchte neben der Küche auch ein Lokal eröffnen. Auch ein Catering für Kitas, Schulen und Unternehmen wollen wir starten. Und unsere Marke im Glas kann bald deutschlandweit im Handel gekauft werden und im Online-Shop. On top planen mein Team und ich Kurse über Lebensmittelkunde und Ernährung sowie Containermodule, damit weitere ComKits eröffnet werden können. Möglichst viele Menschen sollen zur Lebensmittelrettung beitragen. Das ist mein Ziel.
← Günes Seyfahrt und ihr jüngster Sohn. Früh übt sich, wer ein Lebensmittelretter werden will. © Hauke Seyfarth
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Schön versichert
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Dass man das Versichern auch neu interpretieren und gestalten kann zeigt das Wiener Versicherungs-Unternehmen Segurio. Die Gründer, Dr. Franz Ihm und Co-Founderin Nina Gscheider, setzen auf ein breites, individuelles Angebot, das vor allem auch das Versichern einzelner Teile umfasst. Bei Segurio schließt der Kunde selbst und direkt online seine individuelle Versicherung ab. Dazu muss lediglich ein Foto des guten Stücks hochgeladen und sein Wert festgelegt werden. Sobald die Bezahlung mit angegebener Kreditkarte durchgeführt wurde, ist die Versicherung aktiv. Ein weitere Besonderheit: Die Versicherung kann online abgeschlossen und vom Kunden verwaltet werden. Zudem ist sie monatlich kündbar. Nina Gscheider und Franz Ihm erzählten uns im Gespräch , was diese Form der Absicherung seiner liebsten Wertgegenstände so besonders macht und, ganz nebenbei, auch noch ressourcenschonend ist.
Wie entstand die Idee einer modernen „AllRisiko“ Versicherung? Wir wollten die veralteten und administrativ aufwendigen Strukturen dieser Branche auflockern und eine unkomplizierte, innovative Alternative anbieten, die den Zeitgeist trifft. Die Menschen sind mobil geworden, und so muss auch eine Versicherung sein – also digital, ohne Bindungsfristen und ohne Papierkram und lange Wartezeiten.
Was hebt Ihr Unternehmenskonzept von denen der Mitbewerber ab?
Inwiefern leistet Segurio einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen?
Im Gegensatz zu Standard-Hausratsversicherungen, gibt es bei uns keine Fixierung. Schmuck, Kunst, oder Designobjekte werden explizit versichert – man weiß also genau, zu welchem Wert. Eine weitere Besonderheit: Erbstücke oder Vintage-Objekte finden bei uns genauso Schutz, wie nagelneue Gegenstände. Gerne helfen wir auch bei der Wertfindung.
Zum einen sparen wir durch unsere digitale Administration eine Menge Papier ein. Nach einem stylischen Office suchen Sie bei uns ebenfalls vergebens – Home Office war und ist bei uns ein großes und wichtiges Thema. Und zu guter Letzt auch die Objekte betreffend. Mit der Absicherung sollen die Gegenstände lange erhalten bleiben und im Notfall auch nicht ersetzt, sondern bestenfalls restauriert werden. 51
↑ Die Walzenstühle der Bohlsener Mühle © Lars Wendlandt
Gründer Volker Krause © Thorsten Scherz →
Die Bio-Mühle im hohen Norden Mitten in der Lüneburger Heide klappert ein besonderer Oldtimer: die Bohlsener Mühle. Vor über 40 Jahren hat Volker Krause sie vor dem Untergang gerettet und einen gesunden Öko-Betrieb daraus gemacht. Damit gehört er zu den Pionieren in der Branche.
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Bohlsen ist ein idyllisches Heidedorf. Die Backsteinhäuser sind fein herausgeputzt, die Gerdau fließt munter durch den Ort, die Dorfgemeinschaft ist intakt. Im Zentrum steht eine Mühle aus dem 19. Jahrhundert. Viele verbringen dort ihren Urlaub, erholen sich in romantischen Unterkünften, paddeln auf dem Fluss, freuen sich über Heidschnucken in der Umgebung. Die Mitarbeiter der Bohlsener Mühle sind hier fleißig am Werkeln. Rund 300 Menschen bietet die Mühle mit ihren inzwischen hinzugekommenen Bäckereien eine sinnstiftende Tätigkeit. Rund 15 Nationalitäten gehören zum Team. Einige stammen aus weit entfernten Ländern wie Sri Lanka, Syrien und Afghanistan. Mit Herzblut mahlen und flockieren sie Getreide, komponieren Müslimischungen, stellen leckere Backwerke her, probieren neue Rezepturen aus. Die Bohlsener Mühle ist
BOLSENER MÜHLE |
↑ Die Backstraße © Bohlsener Mühle
nicht irgendeine Mühle. Sie ist das Lebenswerk von Volker Krause. Krause hat die Mühle im Jahr 1979 übernommen. Aus Liebe zur Heimat, aus Achtung vor dem elterlichen Betrieb, aus Überzeugung, dass die Wirtschaft in ökologische Bahnen gelenkt werden muss. Müller werden war eigentlich nicht sein Plan gewesen. In Banken oder Großkonzernen sah sich der studierte Volkswirt Krause allerdings auch nie. Viel mehr inspirierte ihn die Aussteigerbewegung der 70er-Jahre. Das Experiment, dern elterlichen Betrieb ökologisch zu bewirtschaften, reizte ihn. So wagte er es, in den Ort seiner Kindheit zurückzukehren und seine Ideen dort zu verwirklichen. In der Mühle sollten ausschließlich Bio-Rohstoffe verarbeitet und ökologische Produkte hergestellt werden. Er wurde als Spinner betrachtet, nicht ernst genommen. Doch er blieb beharrlich und hielt an seiner Überzeugung fest, dass es nur ökologisch geht. Bereut hat er seine Entscheidung nie. Die Bohlsener Mühle ist zu einem Vorzeigebetrieb geworden. Rund 26.000 Tonnen Getreide werden pro Jahr verarbeitet. Der Input kommt aus ökologisch betriebener Landwirtschaft aus der Region. Auch spezielle
↓ Ein Auszug aus dem Produktsortiment © Lars Wendlandt
Sorten wie Einkorn, Lichtkornroggen und Quinoa sind darunter. Der Output wird im Naturkostfachhandel, Drogerien und in ausgewählten, gut sortierten konventionellen Lebensmittelläden in Deutschland angeboten. Das Sortiment ist breit und reicht von Mehl über frische Brote und Brötchen bis hin zu Keksen und Cerealien. Das Geschäft läuft. Volker Krause könnte sich gemütlich zurücklehnen, doch so vieles schwirrt durch seinen Kopf. Der Pioniergeist ist noch da. So vertritt er als Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Interessen der gesamten Wertschöpfungskette auf Bundesebene, und hat und ein Buch veröffentlicht, in dem er seine Ideen zum zukunftsfähigen Wirtschaften darlegt. Krause setzt sich ein für die Änderung politischer Rahmenbedingungen: „Wir brauchen Anreize für eine gemeinwohlorientierte und nachhaltige Unternehmensführung. So können wir Betriebe unterstützen, ökologisch zu handeln und zu wirken. Die dezentrale Erzeugung von und Versorgung mit Lebensmitteln spielen dabei eine maßgebliche Rolle, um eine zukunftsfähige ökologische Lebensmittelwirtschaft so vielen Menschen wie möglich nahe zu bringen“, ist Krause überzeugt. → www.bohlsener-muehle.de
↓ Ein Päckchen Gesundheit © Lars Wendlandt
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Mein grüner Einkaufskorb Neben der ländlichen Idylle, in all ihren Facetten, ist es vor allem die umweltschonende Bewirtschaftung und die exzellente Qualität, die im Bio-Hof Chiemgaukorn heraussticht. Die hofeigenen Produkte sind mit Liebe produziert und mit dem Bayerischen Bio-Siegel zertifiziert. Auf dem Bio-Hof Chiemgaukorn singt, summt und hoppelt es und die Welt scheint hier völlig in Ordnung zu sein. Insekten freuen sich über Blüten auf den Feldern, Rehe, Feldhasen und Dachse verstecken sich im hochwachsenden Getreide und die bedrohte Feldlerche brütet zwischen Emmer und Einkorn. Dazwischen arbeiten Stefan und Julia. Ein paar fleißige Hühner und zutrauliche Katzen, sowie Ziegen und Ponys. Julia stammt ursprünglich aus Hamburg. Stefan kommt aus der Gegend. Zusammen haben sie zwei Töchter. Kennengelernt haben sich die beiden im Agrarwirtschaftsstudium in Berlin. Dann gab es da diesen Hof in der Familie und das Paar entschied sich, seine erworbenen Kenntnisse in die Tat umzusetzen.
↓ Sogar die Nudeln werden von Hand produziert in der hofeigenen Manufaktur. © Michael Namberger
↑ Wer möchte tolle Rezepte und Insiderwissen? Julia Reimanns Buch wird auch verlost! © Chiemedia
gemeinsam auf dem Feld. Pflanzen stärken sich gegenseitig und schützen einander vor Krankheiten und Schädlingen. Dieses natürliche System bewirkt, dass Platz, Nährstoffe und Wasser ideal genutzt werden und der Boden gesund und fruchtbar ist, was wiederum Voraussetzung für die Artenvielfalt eines Bio-Ackers ist.
Umweltschutz beginnt im Einkaufskorb Der Zusammenhang zwischen dem eigenen Konsum und den Folgen für die Umwelt wird immer mehr Menschen bewusst. Nachhaltig einkaufen lautet deshalb die Devise. Wir möchten sicher gehen, dass ökologisch unbedenkliche Produkte in unserem Einkaufskorb landen. Dies garantieren Produkte, die mit dem blau-weiß leuchtenden Bayerischen Bio-Siegel gekennzeichnet sind. Alle Produktrohstoffe kommen aus Bayern und darüber hinaus sind auch alle Produktionsschritte in Bayern erfolgt. Kurze Transportwege und somit aktiver Klimaschutz sind hier also selbstverständlich. Und ein weiterer Pluspunkt, für den das staatliche Bio-Siegel steht: Durch die regionale Wertschöpfung wird zusätzlich die ansässige ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft unterstützt. Das Bayerische Bio-Siegel garantiert uns hochwertige BioQualität mit nachvollziehbarer Herkunft.
↓ Julia Reimann und Stefan Schmutz © Holger Riegel
Der Bio-Hof Chiemgaukorn liegt in Weiding bei Trostberg. Julia Reimann und Stefan Schmutz bewirtschaften ihn seit 16 Jahren nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus, sind Mitglied beim Anbauverband Naturland und ihre Produkte sind mit dem Bayerischen Bio-Siegel zertifiziert – einem Qualitätsversprechen für regionale Bio-Produkte. Von der Bodenbewirtschaftung übers fertige Produkt bis zum Vertrieb kommt hier alles aus einer Hand. Das macht den Hof zu etwas ganz Besonderem. Es gibt eine Ölmühle, eine Getreidemühle und eine Nudelmanufaktur sowie eine Manufaktur für feine Koch- und Backmischungen. Eine Spezialität von Chiemgaukorn ist der Bayerische Reis. Der Hofladen und das herrliche Hofcafé sind unbedingt einen Besuch wert. 180 Hektar umfasst die bewirtschaftete Fläche. Da haben Urgetreide wie Urdinkel, Emmer, Braunhirse und Einkorn genügend Platz und auch Weizen, Hafer und Roggen werden wechselweise mit Linsen, Klee und anderen Fruchtarten wie Lein, Leindotter, Hanf und Buchweizen angebaut. Wo es geht wachsen zur gleichen Zeit mehrere Kulturarten
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K ↑ © Jarek Jordan
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RAN AN DEN KNOBLAUCH! Allium sativum lautet sein botanischer Name und ist in Deutschland als Knoblauch bekannt. Während sein intensiver Geruch und der unverkennbare Geschmack die Geister spalten, so sind sich die Menschen seit jeher seiner heilenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften bewusst. Besonders seine antibakterielle Wirkung macht ihn zu einem wunderbaren Hausmittel gegen allerlei Beschwerden und zur Stärkung des Immunsystems. Manche bezeichnen ihn gar als „natürliches Antibiotikum“ – das im Knoblauch enthaltene Allicin und die Schwefelverbindungen sorgen dafür, dass Keime im Magen und Darm abgetötet werden, während die guten Darmbakterien verschont bleiben. In Studien wurde nachgewiesen, dass der Verzehr von Knoblauch die Blutfettwerte sowie den Cholesterinspiegel (LDL) deutlich verbessert. Von Pilzinfektionen über Wundbehandlungen bis hin zu Magengeschwüren und Bluthochdruck – die Wunderknolle hilft. Das beliebte Lauchgewächs hat aber noch mehr zu bieten. Ob frisch oder getrocknet – die Liste der gesunden Inhaltsstoffe des Knoblauchs ist lang:
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Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Selen, Jod, Magnesium, Eisen und Zink.
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Vitamine A, B und C schützen vor freien Radikalen.
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Alliin und Allicin – die antibiotischen Inhaltsstoffe, die im Körper Bakterien bekämpfen, vergleichbar mit Penicillin.
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Ätherische Öle und für unsere Gesundheit wichtige sekundäre Pflanzenstoffe.
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Jede Menge Sulfide, die unser Immunsystem stärken und vor Krankheiten schützen.
Mehr ist mehr! Für mehr Knoblauch in Ihrem Leben: Bruschetta
ERNÄHRUNG |
Zutaten
Das Rezept
→ 4-6 Knoblauchzehen → 2 Zweige Oregano nach Belieben → ca. 160 ml gutes Olivenöl → 500g Tomaten → Salz & Pfeffer → Basilikum nach Belieben → ca. 1 Baguette, in Scheiben geschnitten
Anleitung Backofen auf 180 - 200 °C (Umluft) vorheizen. Den Knoblauch schälen und fein hacken. Knoblauch und Öl in einer Schüssel miteinander vermengen. Tomaten waschen, vierteln, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Anschließend mit Salz und Pfeffer und dem Basilikum (fein gehackt) würzen. Hälfte des Knoblauchöls mit den Tomaten vermengen.
© Adobe Stock
Dann die Brotscheiben mit dem Knoblauchöl bestreichen und im vorgeheizten Backofen auf Backpapier ca. 5-8 Minuten goldfarben backen. Die Brotscheiben aus dem Backofen holen und mit dem Tomaten-Gemisch belegen. Nach Belieben noch mit Oregano garnieren.
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Feine, reine Weine
6 Flaschen für
Nur 39 Euro
Delinat steht für Natur pur von Anfang an. So entstehen charaktervolle und facettenreiche Tropfen auf Topniveau. Wo Schmetterlinge über Sträucher und Hecken tanzen, Vögel fröhlich in Obstbäumen zwitschern und Marienkäfer von Blatt zu Blatt krabbeln, scheint die Welt noch in Ordnung. Dass hier auch Trauben bestens gedeihen können, kann man sich lebhaft vorstellen. Delinat hat schon lange erkannt, wie wunderbar intakte Natur und großartige Weine miteinander harmonieren. Dank den eigenen, europaweit anspruchsvollsten Bio-Richtlinien fördert das Schweizer Familienunternehmen mit detaillierten Maßnahmen die Biodiversität und verwandelt Weinberge in stabile Ökosysteme. Und das seit über 40 Jahren. Auch bei der Verarbeitung werden keine Kompromisse geduldet. „Wir sind davon überzeugt, dass die Qualität des Weines besser ist, wenn er auf natürliche Weise produziert wird“, sagt Delinat-Gründer Karl Schefer. In weit über 100 Richtlinien-Punkten schreibt die Delinat-Methode vor, wie der Anbau im völligen Einklang mit der Natur erfolgen muss. Aber was bedeutet die Delinat-Methode genau? In aller Kürze geht es darum: säen statt düngen, stärken statt schwächen, Vielfalt statt Einfalt. In Delinat-Weinbergen grünt, blüht, summt und brummt es. Die Winzer pflanzen Kräuter, Hecken, Büsche und Bäume, die Lebensraum für Tausende von Nützlingen bieten. Dadurch wird aus dem Weinberg ein intaktes Ökosystem, das sich wie von selbst vor Krankheiten schützen kann. Um das Klima zu schützen, müssen Delinat-Winzer zudem erneuerbare Energien und möglichst ökologische Transportwege benützen. Auch im Keller muss auf Hilfsmittel möglichst verzichtet werden, damit sich das Aroma der Trauben bestmöglich entfalten kann. Stoffe tierischer Herkunft sind grundsätzlich tabu. Das Delinat-Bio-Label ist seit Jahren das bestbewertete Bio-Label der Schweiz (u.a. WWFAuszeichnung „Besonders empfehlenswert“). Dass sich all diese Bemühungen auch in der Weinqualität niederschlagen, beweisen die über 300 Medaillen, mit denen die DelinatTropfen schon ausgezeichnet wurden. 58
statt 55,10 Euro
Sechs zum Probieren! Naturbewussten Weinfreunden empfehlen wir das Probierpaket mit sechs feinen Bio-Rotweinen aus den natürlichsten Weinbergen Europas. Zu bestellen sind die guten Tropfen unter: www.delinat.com/mint
Delinat in München Im Delinat-Weinshop an der Kreuzstrasse 21 steht ein Teil des Delinat-Sortimentes zur Degustation bereit. www.delinat.com/weinshop-muenchen
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Hallo, Lieblingskäse!
↑ Georg Baldauf im Gespräch mit Baldauf Bio-Heumilchlieferant Gerhard Kempter
Käseliebe trifft auf altes Handwerk – bei Baldauf wird in fünfter Generation nachhaltig Käse hergestellt. den World Cheese Awards zum besten Käse Deutschlands gewählt, der Bio Allgäuer erhielt beim World Championship Cheese Contest in Amerika eine begehrte Goldmedaille, während der Bio Schafskäse dort Bronze holte.
Die Milch macht’s, denn der Käse entsteht ausschließlich mit naturbelassener Heumilch von Bauern aus dem Allgäuer Umland. Nachhaltig, ohne Silage, Glyphosat, Gentechnik und Konservierungsmitteln arbeitet man mit eigenen Käsekulturen - eine fast vergessene Tradition im Käsehandwerk, die für einzigartigen Geschmack sorgt und ausgezeichneten Käse liefert.
Bei Alpkäse, 1862 Meisterstück, Allgäuer, Bauernkäse, Wildblumenkäse, Zitronen- und Orangenpfefferkäse, Chilikäse und all den anderen Sorten von Baldauf bekommt man nicht nur Hunger, sondern kann auch mit gutem Gewissen genießen. Den neuen Lieblingskäse gibt‘s an gut sortierten Käsetheken und im hauseigenen Online Shop https://shop.baldauf-kaese.de/
Der wichtigste Partner für guten Käse? Die Kuh, um genau zu sein das Allgäuer Braunvieh der Baldaufbauern, das für die Heumilch sorgt. Auf dem Speiseplan einer Heumilchkuh stehen jede Menge verschiedene Gräser und Kräuter: im Sommer vielfältige Futterpflanzen von Wiesen und Weiden, im Winter gesundes, hofeigenes Heu. “Bio“ ist bei der Käserei Baldauf weder Modewort, noch vorübergehende Zeitgeisterscheinung, sondern seit vielen Jahren Käsereialltag und eine bewusste Entscheidung aus Überzeugung. Die Käserei setzt höchstmögliche Maßstäbe bei Tierwohl und emissionsarmer Produktion. Man hält sich kompromisslos an den Bioland-Standard, denn sowohl Baldauf selbst, als auch alle Bio-Bauern sind von Bioland zertifiziert. Im Sortiment findet sich alles, was ein Käsekennerherz höher schlagen lässt. So wurde beispielsweise das 1862 Meisterstück bei
→ Ein ausgezeichnetes Stück Allgäu zum Reinbeißen in Bio-Qualität.
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↑ © Berchtesgadener Land Molkerei.
Wer Bio-Milch aus dem Mangfalltal kauft, schützt das Münchner Trinkwasser Der Gammerhof in Gmund am Tegernsee wirkt wie die Kulisse für einen Heimatfilm: Kühe grasen auf einer saftigen Weide, dichte Wälder und der Taubenberg bilden den Hintergrund. Aus dieser idyllischen Gegend kommt seit über 15 Jahren die Bio-Milch für die Berchtesgadener Land Molkerei und rund 80 % des Münchner Trinkwassers, nämlich 240 Millionen Liter täglich. Bio-Landwirte wie Johannes Schwabenbauer tragen dazu bei, dass
das Münchner Trinkwasser eines der besten in ganz Europa ist. Auch alle anderen Landwirte im Mangfalltal bewirtschaften ihre Flächen biologisch. Damit sichern sie beste Qualität. Die Stadtwerke München fördern bereits seit 1992 den ökologischen Landbau im Mangfalltal. Deshalb haben bereits mehr als 170 Landwirte ihre Betriebe auf boden- und gewässerschonende Landwirtschaft umgestellt.
Auf rund 4.000 Hektar Fläche bewirtschaften sie gemeinsamen eines der größten ökologisch bewirtschafteten Gebiete Deutschlands. „Das dichte Gras und die Kräuter schmecken unseren Kühen und lassen das Wasser langsam durchsickern, so dass die Nährstoffe nicht ausgeschwemmt werden“, erklärt Johannes Schwabenbauer. „Wenn es dem Boden gut geht, geht es auch den Pflanzen, Tieren und Menschen gut.“
Herzlichen Glückwunsch, Saftgarten! Wir wussten es ja schon lange: Saftgarten® ist einfach unschlagbar. Der Eistee schmeckt nicht nur super, sondern kann auch besten Gewissens getrunken werden. Für die stringente Nachhaltigkeitsstrategie gepaart mit einer sozialen Verantwortung wurde Saftgarten® jetzt von Green-Brand Austria für das Jahr 2021/2022 ausgezeichnet. Das GREEN BRAND Gütesiegel ist eine eingetragene EU-Gewährleistungsmarke für ökologische Nachhaltigkeit mit einem unabhängigen, transparenten und neutralen Prüfverfahren. Mit ihm versehene Marken 60
sind also wirklich umweltfreundlich und nachhaltig und leisten einen Beitrag zum Schutz der Umwelt, der Natur und des Klimas sowie zur Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen. Saftgarten überzeugte durch die Verpackung, die bereits zu 80 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird und weil der gesamte Produktzyklus vom Rohstoff bis zum Recycling zu 100 Prozent klimaneutral ist. → Daniel Mayrhofer (l), Thomas Steinbichler (r) © Saftgarten
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Ganz schön grün Ressourcenschonende Effizienz in der professionellen Grünpflege rerschaft auf diesem Gebiet. Heute, knapp ein Vierteljahrhundert später, erstrahlen die Automower 405X und 415X in prächtigem Glanz neuester Technologien, wie beispielsweise einer smarten Steuerung via App. Des Weiteren arbeitet der Husqvarna Automower 550 EPOS für den professionellen Einsatz dank der modernen EPOS-Satelliten-Technologie innerhalb eines definierten Bereiches autonom und völlig kabellos mit einer Genauigkeit von zwei bis drei Zentimeter. Anwender profitieren dank dieser Technologie von mehr Flexibilität, da Arbeitsbereiche per Smartphone jederzeit neu definiert oder ausgespart werden können. So lässt sich die Rasenfläche etwa kurzfristig für Veranstaltungen anpassen, und auch Pflegearbeiten wie das Belüften und Vertikutieren sind einfach durchzuführen. Dank der Husqvarna Fleet Services App erhalten Anwender wie Landschaftspfleger oder Greenkeeper Echtzeit-Informationen über alle Geräte im Fuhrpark. Ein spezieller Fokus bei der Entwicklung des neuen Großflächenmähroboters CEORA lag auf den Umgang mit Hindernissen auf Rasenflächen. CEORA besitzt ein Ultraschall-Remote-Objektvermeidungssystem, welches den Mäher abbremst, sobald er ein sich näherndes Objekt erkennt, und ihn darum herum führt. Dadurch erhöht sich auch die Betriebszeit des Mähroboters, da Unterbrechungen und unerwünschte Stopps vermieden werden. Dank Akku-Einsatz reduzieren sich die Emissionen während des Betriebs auf Null und helfen Golf- und Fußballvereinen sowie anderen öffentlichen und gewerblichen Grundbesitzern bei der Senkung ihres CO2-Fußabdruck.
Als Hersteller von Geräten für die Grünflächenpflege spielt bei Husqvarna die Natur sowie der sorgsame Umgang mit dieser eine besonders große Rolle. Um einen effektiven Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft zu leisten, treibt das Unternehmen allgemein und insbesondere bei der Produktentwicklung verschiedene Initiativen voran. Hierzu zählen beispielsweise die kontinuierliche Weiterentwicklung der Akkuund Robotertechnologie oder der konzernweite Nachhaltigkeits-Ansatz „Sustainovate“. So hat das Unternehmen in den zurückliegenden fünf Jahren (2015-2020), im Rahmen ihrer Produkt-Herstellung, eine Senkung der Emissionen und der Kohlenstoffintensität um 35% erzielt und damit die angestrebte Zielmarke weit früher als ursprünglich geplant erreicht. Nachhaltigkeit bedeutet neben Emissionsreduktion für die Husqvarna Group aber auch reparieren statt wegwerfen, was eine ausgezeichnete Qualität voraussetzt. Zukünftig sollen mit den Produkten noch mehr CO2-Emissionen und Lärm eingespart, sowie Ressourcen effizient eingesetzt werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Entwicklung praxisgerechter Produkte (akkubetriebene Geräte wie bspw. Mähroboter, Akku-Säge und Akku-Geräte für die Landschaftspflege) und neuer innovativer Konzepte.
Smarter denn je: Der Husqvarna Mähroboter Das Jahr 1995 markiert eine Ära, denn die Einführung des weltweit ersten kommerziellen Mähroboters revolutioniert die Rasenpflege. Mit dem Solar Mower wagte Husqvarna sich vor 26 Jahren in ein neues Produktsegment und sicherte sich somit die Innovationsfüh-
Mehr Informationen unter husqvarna.de
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Entdecke Deine wahre Natur Der Wunsch nach Nachhaltigkeit und seine ganz besonderen Herausforderungen
Die schöne und intakte Bergnatur rund um Garmisch-Partenkirchen ist etwas ganz Besonderes und verbindet Einheimische und Urlaubsgäste aus Nah und Fern. „Entdecke Deine wahre Natur“ - das ist nicht nur der Slogan von Garmisch-Partenkirchen. Darin stecken auch der Anspruch und der Wunsch, dass die Gäste Bereicherndes und Nachhaltiges für sich selbst erleben, neue Energie tanken, Abenteuer meistern, den Horizont erweitern, schöne Erlebnisse teilen oder einfach nur genießen. Auf individuelle Weise und im Einklang mit der Natur. Mit diesem Anspruch verbindet sich auch eine Verpflichtung zur ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit. Wer sich ehrlich damit auseinandersetzt, kommt zu der Erkenntnis: Es geht nur gemeinsam! In Garmisch-Partenkirchen engagieren sich bereits seit vielen Jahren Menschen aus den verschiedensten Bereichen in Sachen Nachhaltigkeit. Diverse Hotels haben sich durch besondere Konzepte zur Stärkung hervorgehoben. Zum Beispiel das Biohotel Garmischer Hof. Hier beginnt Nachhaltigkeit bereits bei der Ausgestaltung des Hotels auf der Grundlage innovativer Baubiologie, Klimaneutralität und –positivität sowie der Verwendung 100-prozentiger Naturmaterialien. Auch viele Restaurants wie das 4Eck, das „Wurzelwerk“ der Werdenfelserei und das Restaurant auf der Zugspitze haben sich der Verwendung regionaler Produkte verschrieben. GaPa Tourismus engagiert sich auf den unterschiedlichsten Wegen. In den sozialen Medien gibt es alter-
native Angebote zu den bereits bekannten und gut besuchten Plätzen. Auf der Website gapa.de finden sich viele auch weniger bekannte Touren in die Berge. Gemeinsam mit der Zugspitz Region werden Kampagnen zur Sensibilisierung zum Schutz der Naturräume umgesetzt. Alle diese Maßnahmen haben eines gemeinsam: Sie müssen von möglichst vielen Menschen angenommen werden. Auf den Wegen bleiben und nicht einfach in den Wiesen parken, hilft schon ein großes Stück weiter. Oder mal nicht den bekannten See aufsuchen, sondern der Empfehlung zu einem noch unbekannteren Ausflugsziel folgen. Und mal die Bahn nach Garmisch-Partenkirchen nehmen. Gemütlich im Zug einen Kaffee trinken und dann entspannt zur Bergtour starten. Es sind viele einzelne Bausteine – kleine und größere, fast schon Selbstverständliches bis hin zum Originellen. Doch erst, wenn wir es gemeinsam angehen und aktiv mitmachen, wird aus einem Schlagwort etwas Wirkmächtiges. Immer wieder neue Ideen aufgreifen, vielleicht mal etwas Neues wagen und jede/r seinen Beitrag leisten – dann wird aus dem Wunsch nach nachhaltigem Leben ein Prozess, der den Naturerhalt, die Lebensqualität und das Wohlbefinden auch für die nachfolgenden Generationen sichert. In diesem Sinne: „Endecke Deine wahre Natur.“ – Garmisch-Partenkirchen freut sich auf dich!
← Unser besonderer Tipp: Die Aktion „Sauber Bleim“ vom Heimatmagazin Bergwelten, der GaPa Tourismus GmbH, der Gemeinde Grainau und der Bayerischen Zugspitzbahn. Dabei erhalten Gäste in den Tourist Infos und an den Bergbahnen kostenlos wiederverwendbare Müllsackerl aus recyceltem Material. So ist es ganz einfach den eigenen Abfall von einer Berg- oder Radl-Tour wieder mitzunehmen. gapa.de/sauberbleim
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| R E I S E & N AT U R
Vom Luxus der Nachhaltigkeit Auch in der gehobenen Hotellerie ist der Trend des „nachhaltigen Luxus“ ein Top-Thema. Da immer mehr Gäste Wert auf ökosoziale Faktoren legen, wächst der Druck auf die Branche stetig. Doch statt Prozesse zu optimieren, was für viele Unternehmen elementare, mit entsprechenden Kosten verbundene, Veränderungen bedeuten würde, wird nicht selten trügerisches „Greenwashing“ betrieben. Es stellt sich die Frage, wie nachhaltig Luxus wirklich sein kann – und wie die Betriebe den Anforderungen nachkommen. Das Bio-Hotel Stanglwirt in Going am Wilden Kaiser verfolgt als Leitbetrieb seit frühesten Anfängen ein Konzept, das entsprechende Beachtung findet. Dass der Stanglwirt das Prädikat Luxus- und seine 5 Sterne verdient, ist unbestritten. Doch wie steht es um die Nachhaltigkeit? Wie schafft es ein 5-Sterne Hotel mit über 170 Zimmern und Suiten, einem reichhaltigen kulinarischen Angebot und einem großzügigen Wellnessbereich umweltschonend zu wirtschaften? Im Falle des Stanglwirt liegt die Antwort vor allem in der Weitsicht, im Ideenreichtum und der Innovationskraft der Betreiberfamilie Hauser. Bereits zu Beginn der achtziger Jahre, lange bevor die Diskussion um die Gefahren des Klimawandels entbrannte, hatte Familienoberhaupt Balthasar Hauser eine sehr konkrete Vorstellung des ökologisch förderlichen, touristischen Angebotes: die Vision, den Stanglwirt als Bio-Hotel neu zu konzipieren, war geboren. Ein gewagtes und von Skeptikern belächeltes Unterfangen – damals gab es europaweit kein vergleichbares Projekt, es entstanden in erster Linie große Betonbauten mit Fensterrahmen aus Aluminium oder Kunststoff, Asbest wurde als Feuerschutz großzügig verbaut. Balthasar Hauser hingegen setzt auf biologische Materialien – auf Kalkmörtel statt Zement, Holztramdecken statt Stahlträger und Ziegel aus Holz und Ton statt aus Beton – und wird damit zum Vorreiter in der Öko-Hotellerie. Mitten in der zweiten Ölkrise nimmt der Stanglwirt zudem als erstes Hotel Europas das erste Biomasse-Heizwerk für ein Hotel in Betrieb, was mit dem Innovationspreis der Republik Österreich belohnt wurde. Heute generiert das Heizwerk etwa 4,6 Millionen 64
Kilowattstunden Wärme – genug, um das gesamte Gelände mit Warmwasser auszustatten. Dank der hauseigenen Kaiserquelle ist das gesamte Areal stets mit Wasser der Güteklasse I versorgt. Die Quelle ist so ergiebig, dass sie nicht nur erstklassiges Trinkwasser liefert und somit Lagerkapazitäten und Transportwege einspart, sondern sogar genug Nutzwasser hervorbringt, mit dem auch der Wellnessbereich samt Pools betrieben werden kann. Zusätzlich wird das GrundwasserReservoir mithilfe einer innovativen Wärmepumpenanlage als Energielieferant genutzt. Aus 1 kW eingesetztem Strom entstehen 4 kW Wärme. So ist z.B. der Wellnessbereich energieautark – und das abgekühlte Wasser wird später für die Klimatisierung, unter anderem von Tagungsräumen und Büros, genutzt. Seine Stromversorgung bezieht der Stanglwirt 100% CO2-frei durch Ökostrom aus regionaler Wasserkraft. Um den verbleibenden CO2-Austoß auszugleichen, unterstützt das Haus ein Regenwald-Revitalisierungsprojekt der Universität für Bodenkultur in Wien mit jährlich mehreren hundert gepflanzten Bäumen in Costa Rica, die etwa 220 Tonnen CO2 binden und eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt stärken. „Wir arbeiten maßgeblich daran, den größten Teil der CO2-Produktion durch innovative Maßnahmen direkt im Betrieb einzusparen und den unvermeidbaren Rest durch Beteiligungen an sinnvollen und nachvollziehbaren Klimaschutzprojekten wie eben jenem in Costa Rica zu kompensieren“, erklärt Junior-Chefin Maria Hauser.
R E I S E & N AT U R |
Auch die biologische Landwirtschaft ist ein zentraler Aspekt der nachhaltigen Bewirtschaftung des Stanglwirt. Das Areal erstreckt sich über 65 Hektar Grünland und 52 Hektar Almgebiet. Milch, Butter, Joghurt, Käse und Brot stammen aus eigener Produktion, das Rindfleisch wird in der hauseigenen Metzgerei verarbeitet. Alles, was nicht selber hergestellt werden kann, stammt von Lieferanten, die unter den Aspekten der Qualität und Regionalität ausgewählt werden. Im Jahre 2016 wurde die Gastronomie mit dem AMA Gastrosiegel prämiert, mit dem Nahrungsmittel unter strengen Auflagen geprüft und gekennzeichnet werden. Somit kann die Herkunft der verarbeiteten Waren vom Feld bzw. Stall bis auf den Teller nachvollzogen werden. Im Nachhaltigkeits-Kontext hervorzuheben ist sicherlich auch die enge Zusammenarbeit mit dem World Wide Fund For Nature (kurz WWF), eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt. Seit 2017 besteht eine Kooperation, die zum Ziel hat, den ökologischen Fußabdruck stetig zu verkleinern. Hierzu wurde eine Umweltgruppe aus Mitarbeitern aller Unternehmensbereiche gegründet, die unter Anleitung des WWF besonderes Augenmerk auf Ansätze der ganzheitlichen Fortentwicklung des Themas Umweltschutz hat. Bereits 1998 tat sich die Familie Hauser mit dem WWF zusammen, als es darum ging, den Bau einer Ziegelfabrik zu verhindern und die damit verbundene Trockenlegung eines Moors in einer Nachbargemeinde zu verhindern. All das zeigt, dass der Stanglwirt trotz seiner beachtlichen Entwicklung von seinen Ursprüngen als Bauernhof bis hin zum weltberühmten 5-Sterne Hotel tief in der Region verwurzelt ist und die ökonomischen Prozesse schon immer mit dem Grundsatz verbunden waren, die heimischen Ressourcen zu nutzen, zu fördern und zu bewahren. Natürlich ist das Hotel darauf bedacht, seinen Gästen exklusive Feinheiten anbieten zu können – so gibt es z.B. auch im Winter saftige Erdbeeren, was von Kritikern natürlich
als wenig nachhaltig gewertet wird. Allerdings ist man sich dessen bewusst und man steht dazu. Fakt ist, dass kein „Greenwashing“ betrieben wird, da hierzu kein Anlass besteht. Die Devise des Stanglwirt ist es, weiterhin auf Innovationen statt auf Verzicht zu setzen und als Leitbetrieb aufzuzeigen, dass es eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, die touristische Betriebe nutzen können, um die Umwelt wesentlich zu entlasten und es hierbei kein „entweder – oder“ geben muss. Vorausgesetzt die Grundsätze stimmen. Die Frage ob Luxus im Hotelgewerbe nachhaltig sein kann, kann nur mit einem „Jein“ beantwortet werden. Das Beispiel des Stanglwirt aber zeigt, dass sich sowohl „Luxus“ als auch „Nachhaltigkeit“ immer mehr auch über eine bestimmte Einstellung samt Lebensstil, sowie über eine entsprechende Wertehaltung definieren. Hier geht der Stanglwirt seit jeher mit bestem Beispiel voran, was sicherlich auch ein Appell an Partner, Kollegen und vielleicht auch an die Gäste des Hauses ist. Weitere Informationen zum Thema unter: www.stanglwirt.com/de/ueber-uns/bio-fakten.html
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Bayerns BioBetriebe hautnah Viel erfahren und viel probieren! Bei den Bio-Erlebnistagen vom 28. August bis 10. Oktober öffnen Bio-Bauernhöfe, Bio-Weingüter und Bio-Unternehmen wie Käsereien oder Bäckereien ihre Türen. Ein Verwöhn-Workshop in der Naturkosmetik-Manufaktur Hesse am See
Bio-Begeisterte aufgepasst: Die bayerische ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft lädt wieder zu den Bio-Erlebnistagen ein! In ganz Bayern finden dazu auf Bio-Bauernhöfen, bei Bio-Verarbeitern, BioGastronomen, Bio-Händlern und in Ökomodellregionen vielfältige Veranstaltungen statt. Es gibt Betriebsführungen, Hoffeste, Koch- und Backkurse, gemeinsame Ernteaktionen, Radtouren, Vorträge, Kräuterwanderungen und vieles mehr. Über 170 Veranstaltungen sind es insgesamt. Als Besucher erlebt man aus nächster Nähe, wie Bio-Getreide wächst und wie daraus leckeres Brot entsteht. Oder wie Bio-Kühe gehalten werden und wie aus ihrer Milch bayerischer Bio-Käse gemacht wird. Und ganz wichtig bei den Bio-Erlebnistagen: das genussvolle Probieren. Schließlich möchte man ja auch wissen, wie die Bio-Schmankerl schmecken! Alle teilnehmenden Betriebe sind spannend – zwei haben wir genauer unter die Lupe genommen:
Aus der Reihe tanzt diese besondere Veranstaltung: Beim Workshop der Demeter-zertifizierten Naturkosmetik-Manufaktur Hesse genießt man ein hochwertiges asiatisches Pflegeritual, und das in Bayern. Haut und Sinne werden hier von feinen Inhaltstoffen berührt und gepflegt. Dazu gibt es wertvolle Tipps und HintergrundInformation rund um das Thema Naturkosmetik. Und im direkten Austausch mit dem Hersteller nimmt man wertvolle Details zur Manufakturarbeit und zu sinnvoller Haut- und Schönheitspflege mit nach Hause. Der Workshop findet am 29. August von 13 bis 17 Uhr statt und kostet 25 Euro. Hier geht es zum Programm und zu den Anmeldungen: → www.bioerlebnistage.de
Ein Familien-Abenteuertag auf dem Hans'l Hof und beim Anderlbauer Lust auf ein buntes Rundumprogramm für Groß und Klein? Zwei Höfe sind dafür prädestiniert. Los geht’s am Vormittag im Hans’l Hof von Michaela und Lenz Obermüller. Hier gibt es Milchkühe, Kälber, Pferde, Schafe, Gänse, Enten und Hühner, Frühstück, Kaffee und Kuchen. Erwachsene können die Schnapsbrennerei besichtigen und die feinen Edelbrände probieren. Man erfährt auch, wie die hochwertige Milch für den Anderlbauer erzeugt wird, der schon mit dem nächsten Abenteuerprogramm winkt. Also gleich weiter zu Familie Huber nach Frasdorf. Dort warten Schafe, Bienenstöcke, ein Gemüsegarten, Brotzeit, Käseteller, Kaffee und Kuchen. Und die Schaukäserei, wo täglich rund 5.000 Liter Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch zu Bio-Käse verarbeitet und im eigenen Hofladen angeboten werden. Hans’l Hof: 10 bis 13 Uhr, Anderlbauer: 13 bis 17 Uhr. Pflegeprodukte hautnah gibt es beim Workshop der Naturkosmetik-Manufaktur Hesse am See. © Axel Effner / Presseagentur KLARTEXT →
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