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| SPD sorgt sich um Sigmar Gabriel 05.05.2016 23:19 Uhr
Ist gesundheitlich angeschlagen: SPDChef Sigmar Gabriel (56) Foto: dpa In der SPDFührung geht die Angst um! Mehr noch als die miesen Umfragezahlen quält die Genossen die Frage: Verlieren sie, knapp 16 Monate vor der Bundestagswahl, ihren Vorsitzenden? Schmeißt Sigmar Gabriel (56) hin? Diese Woche blieb der Stuhl des Vizekanzlers in der Kabinettssitzung leer. Gabriel sagte eine lange geplante IranReise ab. Und auch bei der Trauerfeier für SPDUrgestein Hans Koschnick († 87) am Mittwoch in Bremen fehlte er. An Gabriels Stelle hielt Altkanzler Gerhard Schröder (72) die Trauerrede. Grund: Gabriel ist krank, laboriert derzeit an einer schmerzhaften Gürtelrose im Gesicht!
Was ist Gürtelrose? Die Viruserkrankung (Herpes Zoster) wird meist ausgelöst durch Stress. Der Erreger (auch für Windpocken verantwortlich) lauert zeitlebens im Körper, wandert bei Ausbruch über die Nervenbahn um den Körper (daher „Gürtelrose“) bis in bestimmte Hautregionen (z. B. ins Gesicht). Folge: Ausschlag, Bläschen mit ansteckender Flüssigkeit, Fieber, starke Schmerzen. Behandlung: Virushemmer, Schmerzmittel.
Sonntag will der SPDChef wieder arbeiten, trifft in Stockholm Parteichefs aus ganz Europa. Montag in Berlin warten auf ihn Tristesse und Ärger: ► An der Basis brodelt es. Vergangenes Wochenende beschloss ein Parteitag des SPDUnterbezirks Odenwald/Hessen mit gut 80 Prozent einen Antrag, Gabriel als Parteichef abzuwählen. Begründung: Seine Haltung z. B. bei den Themen Freihandelsabkommen (TTIP) und Vorratsdatenspeicherung sei „nicht die Position der SPD“. Der Beschluss ist zwar nicht gefährlich – aber ein Warnsignal. Hessens SPDChef Thorsten SchäferGümbel (46) stellt klar: „Sigmar Gabriel ist gewählter Vorsitzender der SPD. Dieser Beschluss widerspricht meinem Verständnis von respektvollem Umgang in einer solidarischen Partei.“
Sigmar Gabriel Wegen Infektion Gabriel muss IranReise absagen Die geplante IranReise von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist wegen einer Entzündung auf unbekannte Zeit verschoben.
Falsche Kandidaten? Kriegt die SPD noch die Kurve? Der 1. Mai ist der wichtigste Tag der deutschen Arbeiterbewegung. Doch ihr wichtigster politischer Vertreter steckt in der Krise. ► Das Verhältnis zu einigen der engsten Mitarbeiter gilt als zerrüttet: Anfragen lässt Gabriel immer öfter von einem Essener PRBüro beantworten – anstatt vom eigenen Ministerium. Dazu die schlechten Umfragewerte: nur 20 % beim neuesten ARD Deutschlandtrend zehren an den Nerven. Schon vor zwei Monaten raunte Gabriel: „Irgendwann kommt bei jedem erfolglosen Fußballverein der Punkt, wo der Trainer gehen muss ...“ Und ein anderer übernimmt. Aber genau das will in der SPD niemand! Weil keiner der Granden den Job des SPDChefs und Kanzlerkandidaten übernehmen mag. Hamburgs Olaf Scholz, NRWChefin Hannelore Kraft, EUParlamentschef Martin Schulz: Keiner will sich den undankbaren Posten antun und auch noch 2017 die absehbare Niederlage verantworten. Hinzu kommt: Noch immer stützen ihn wichtige Genossen. Der Chef des einflussreichen Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs: „Gabriel ist der richtige Vorsitzende zur richtigen Zeit. Kein bürokratischer Funktionär, sondern ein echter Typ.“ Das alles weiß auch Gabriel. Aber denkt er trotzdem über einen Ausstieg nach? „Unsinn“, sagt er ...