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ODENWALDTILL: Redakteure als Hitzeopfer oder dem ekstatischen Bacchus Kult erlegen? VON: ODENWALDTILL
Heute schreibt OdenwaldTill in seinem SatireBeitrag zum Thema: Spekulieren Odenwälder Journalisten auf einen Job in einem weinseligen Pfälzer Ort? ODENWALDKREIS. Sechs Wochen vor der Wahl kamen sie zur Vorbereitung zusammen, die reginalen Weinhoheiten aus allen dreizehn deutschen Weinanbaugebieten, die sich bei der 67. Wahl zur Deutschen Weinkönigin um die Krone bewerben. Klar, dass ein solches Treffen nur mitten in einem traditionellen Weinanbaugebiet stattfinden kann. Neustadt an der Weinstraße war einmal mehr dazu auserkoren worden. In der Südpfalz bereiteten sich die Weinköniginnen und ihre Prinzessinnen u.a. in einem Crashkurs „English for Wineqeens“ auf die englischen Fragen vor, die Bestandteil der fachbezogenen Vorentscheidung sind. Schließlich müssen sich die Hoheiten auf internationalem Parkett perfekt präsentieren. Perfekt präsentieren sollten und wollten sicher auch die Journalisten eines gerade in einem Mainzer Verlagshaus aufgegangenen Provinzverlags die Nachricht zu diesem vorbereitenden Ereignis im Umfeld des Bacchus, dem Gott des Weines und der Ekstase. "Vorspeise" korrespondiert nicht mit edlem Rebensaft Und während Bacchus in Neustadt an der Weinstraße seine allzeit schützende Hand über die aktuellen Königinnen und Prinzessinnen sowie der von ihnen repräsentierten edlen Tropfen hielt, dürfte das dem neuen Mainzer Chef der Provinzredakteure aus Südhessen doch recht schwer fallen. Deren „Vorspeise“ auf die Krönungszeremonie korrespondiert nämlich nicht nur für Weinkenner absolut nicht
mit dem Spektakel rund um den edlen, vergorenen Saft der Reben, um den sich der Beitrag letztlich dreht. Lokalpatriotische Züge oder ekstatischer Übereifer? Kurzerhand übten sich die südhessischen Buchstabenjongleuere nämlich in Lokalpatriotismus und verlegten den Ort des Geschehens von Neustadt an der Weinstraße in den 120 Kilometer entfernten gleichnamigen Breuberger Stadtteil im Odenwaldkreis. Nachzulesen im Internet unter: „Breuberg: Eine Traube für jedes Anbaugebiet“, vom 8. August 2015. Da fragt sich Till: Sind die Schreiberlinge aus der südhessischen Provinz etwa Opfer der jüngsten Hitzeperiode in Deutschland geworden, oder haben sie in Vorfreude auf die Krönungszeremonie der deutschen Weinkönigin 2015 schon die ekstatischen Formen des Kultes im Übereifer geprobt? Oder wollten sie gar mit einer bewußten „NeustadtVerwechslung“ ihren Träumen von einer Versetzung durch die neue Mainzer Verlagsleitung in einen weinseligen Ort in der Pfalz Gehör verschaffen? Können Edelsteine der Journalistenkrone endlich Glanz verleihen? Das Deutsche Weininstitut hat nach 15 Jahren neue Kronen für die Weinkönigin und die Weinprinzessinnen anfertigen lassen („Die neuen Kronen sollten ... den hohen Anforderungen gerecht werden, denen sie ... im In und Ausland ausgesetzt sind“). Die Kronen verzieren 13 kleine Edelsteine als Symbol für die 13 deutschen Anbaugebiete. Vor diesem Hintergrund wird die Geschäftsführung des Mainzer Verlags wohl ernsthafte Überlegungen anstellen, wie viele Edelsteine vonnöten sind, um die arg ramponierte Krone der gerade übernommenen südhessischen ProvinzRedakteure aufzupolieren. Denn schließlich will man künftig seinen journalistisch keineswegs verwöhnten südhessischen Lesern endlich den Qualitätsjournalismus präsentieren, den sich das seitherige Darmstädter Verlagshaus schon lange auf die eigenen Fahnen schreibt.