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Als der Odenwald Digitalgeschichte schrieb
Als der Odenwald Digitalgeschichte schrieb echo-online.de/lokales/darmstadt/als-der-odenwald-digitalgeschichte-schrieb_25058568 28. Dezember 2021
Dienstag, 28.12.2021 - 02:00 Der Informatiker Georg Rainer Hofmann hat eine Historie der digitalen Revolution verfasst, in der er Darmstadt und Erbach an prominenter Stelle einordnet.
Von Gerhard Grünewald
Seine Sicht auf die Entwicklung der digitalen Welt beschreibt Rainer Georg Hofmann in seinem Buch. Foto: Dirk Zengel
DARMSTADT - Hier die digitale weite Welt, da die analoge enge Heimat - krasser könnte ein Widerspruch kaum daherkommen. Aber es soll tatsächlich Zeitgenossen geben, deren Horizont beide Pole überspannt. Und weil die womöglich zahlreicher sind als gemeinhin angenommen, könnte ein erfolgreicher Digitalpionier aus dem Odenwaldkreis nun auch als Autor sein Glück machen. Denn Professor Dr. Georg Rainer Hofmann, der im beschaulichen Rimhorn zu Hause
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ist, in Darmstadt studiert hat und in Aschaffenburg lehrt, hat ein Buch geschrieben, das beides zusammenbringt - auch, weil es nach seiner Lebenserfahrung zusammengehört. "Globale Provinz" betitelt der 60-jährige Informatiker sein Werk über die "Entdeckung und Besiedlung der digitalen Welt". Am Michelstädter Gymnasium nämlich hat der spätere Hochschullehrer nicht nur 1981 Abitur gemacht, sondern auch die ersten Zuckungen der digitalen Technik miterlebt und mitgestaltet. Und die sind tatsächlich der Erinnerung wert, die Hofmann plastisch in Worte und Bilder packt: "Wer sich damals an der Schule mit den Möglichkeiten von Computern befasste und dies in den Unterricht einbrachte, galt den meisten Kollegen und Schülern als merkwürdiger Nerd", erinnert sich Hofmann. Die betreffenden Lehrer aber seien glücklicherweise alle von der Sorte gewesen, die sich nicht ins Bockshorn jagen lasse. Also kam rechtzeitig vor dem Abitur Hofmanns der erste Computer-Vorläufer an die Schule, und das Fach "Programmieren" gleich mit. Damals hätten sich jene Pioniere herausgebildet, die das Thema über Jahrzehnte an den Schulen voranbrachten, analysiert Hofmann. "Ein ganz Junger von damals hat das Thema durch seine ganze Laufbahn getragen", sagt der Buchautor.
DAS BUCH Georg Rainer Hofmanns Betrachtung "Globale Provinz" umfasst 320 teilweise bebilderte Seiten und ist beim Vergangenheitsverlag in Berlin erschienen. Unter der ISBN 10-3864082773 ist das Werk über den Buchhandel zu beziehen. Es kostet 24 Euro. (gg) Mit den Beigaben Volkswirtschaft und Philosophie studierte er an der Technischen Hochschule in Darmstadt vor allem Informatik, "ein Fach, mit dem sich damals allerlei Misstrauen in Bezug auf die Möglichkeiten verband, sich später einmal davon ernähren zu können", wie sich Hofmann erinnerte. Aber es gab ja TH-Professor José Luis Encarnação, der nicht nur die Möglichkeiten der Einführung grafischer Programme
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in die entstehende digitale Welt erkannte und maßgeblich vorantrieb, sondern auch deren praktische Anwendung in Wirtschaft und Gesellschaft anstieß. Weil der Portugiese dabei in den verschiedensten Projekten maßgeblich auf seinen Schüler vom Land setzte und der die Unabhängigkeit digitalen Erfolgs von Ballungsraum-Standorten erkannte, wurde der Odenwald für fast ein Jahrzehnt zu einem Knotenpunkt des digitalen Fortschritts. "Geklappt hat das auch, weil jemand wie der damalige Landrat Horst Schnur entschlossen war, jede Chance zur Entwicklung der Region zu nutzen", sagt Hofmann. So habe der Politiker nicht nur Encarnação überzeugt, sondern auch die Bereitstellung öffentlicher Mittel für ein Anfang der Neunziger vielen noch nicht eingängiges Thema erreicht. Was zunächst führende Fachkongresse in den Odenwald brachte, bescherte Erbach dann das Branchen-Start-up, dessen Name so gar nicht zur heutigen Internet-Schlagwortwelt passt: Forum für Informations- und Kommunikations-Technolgie-Transfer (IKTT) nannten Hofmann und weitere Fachgrößen das Unternehmen, das sie im Alten Bau des Schlosshofs etablierten. "Um diese Technik anzuwenden und zu verbessern, haben wir uns seinerzeit einfach bei den regionalen Unternehmen umgeschaut", beschreibt Hofmann den Einstieg und ist noch heute stolz darauf, "dass ,Erbacher Bier' damals zu den ersten Produkten dieses doch sehr analogen Segments gehörte, das mit einem Internetauftritt live ging.. Hofmann zog es jedoch zurück an die Uni: Als Professor für Datenverarbeitung und Unternehmensführung sowie Direktor des Information-Management-Instituts lehrt er nun seit Jahrzehnten in Aschaffenburg.
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