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Touring 11 / 2021 deutsch

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MEISTGELESENES MAGAZIN DER SCHWEIZ

#11 | NOVEMBER 2021 | FR. 4.50 #

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itze Kinders n Test e s s im gro

DER ENYAQ ZEIGT KLARE KANTE Wie sich der erste E-SUV von Škoda im TCS-Test bewährte

UNTER DAMPF: IM ZUG DURCH DIE SCHWEIZ COMEBACK DES SCHLAFWAGENS Im rollenden Bett durch Europa 11 9

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DER BMW iX3. CHF 499.–/MONAT. BMW iX3 (G08, 7X41), 210 kW (286 PS), 18,9 kWh/100 km, 0 g CO2/km, Energieeffizienzkategorie: A. Barkaufpreis CHF 66 736.– (Katalogpreis CHF 77 600.– abzüglich CHF 10 864.– Swiss Bonus, ElectrifYou und Sprint Prämie). 1. grosse Leasingrate: CHF 12 550.–, effektiver Jahreszins: 1,92 %, monatliche Leasingrate: CHF 499.–, Laufzeit: 48 Monate, Laufleistung: 10 000 km/Jahr. Leasingaktion gültig vom 01.09.2021 bis 31.12.2021 (Kundenübernahme bis 31.12.2021) für Fahrzeuge mit Produktionsdatum bis 31.08.2021 und bei einer Leasingdauer von bis zu maximal 48 Monaten. Abgebildetes Modell enthält Sonderausstattungen: Ausstattungspaket Impressive CHF 9 990.–, Sonnenschutzverglasung CHF 570.–. Vollkaskoversicherung obligatorisch und nicht inbegriffen. Eine Leasingvergabe wird nicht gewährt, falls sie zur Überschuldung des Konsumenten führt. Preis- und Konditionsänderungen bleiben vorbehalten. Ein Angebot von BMW Financial Services, BMW (Schweiz) AG. Solange Vorrat.


INHALT

Den richtigen Kindersitz finden

29

Kantiger E-SUV: Škoda Enyaq

32

Nicht nur für Cowgirls: Dampfbahnfahrt im Jura

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EDITORIAL

MEISTGELESENES MAGAZIN DER SCHWEIZ

Dossier Mit dem Zug bis in die hinterste Ecke der Schweiz

14 Legendäre Züge

aum ein Land auf der Welt hat eine solche Dichte an attraktiven und spektakulären Eisenbahnstrecken wie die Schweiz. Da wären unter anderem der Glacier Express zwischen St. Moritz und Zermatt mit den vielen Tunneln und Viadukten oder der Goldenpass, welcher von Luzern nach Montreux führt. Nebst den guten Verbindungen zwischen den Städten sind in unserem Land all die Linien in die Täler prägend für das ÖV-Netz. Besonders beliebt sind auch historische Züge mit Dampf wie der Westernzug im Jura. Gründe genug, um im aktuellen «Touring» den Schienenverkehr zu beleuchten und unter anderem den SBB-Chef Vincent Ducrot zu interviewen.

18 9000 Züge pro Tag

K

Krokodil, Roter Pfeil & Co.: Diese Loks und Züge begeistern SBB-Chef Vincent Ducrot nimmt im Interview Stellung

20 Einmaliges Bauprojekt Die komplexe Baustelle der Waldenburgerbahn

Mobilität 26 Schneller liefern lassen Wie das Start-up Luckabox die letzte Meile revolutionieren will

27 Velowege sind Pflicht Auch für Rennvelofahrer gilt die Benützungspflicht

29 So fahren Kinder sicher Der TCS hat 27 Kindersitze getestet – einer fiel durch

22 Güter unter der Erde Hightechprojekt im Untergrund: «Cargo sous terrain»

Warum wir E-Autos kaufen

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Felix Maurhofer Chefredaktor

COVER-CREDITS: Fabian Hugo

November 2021 | touring

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Vom Berner Oberland ans Mittelmeer Mandelblüte auf Sizilien

TONI TONI

GoldenPass Panoramic-Express, Mont-Blanc-Express & Tenda-Bahn

Erleben Sie die Insel der Götter im rosa-weissen Blütenkleid! 6 Reisetage Freuen Sie sich auf die Fahrt im GoldenPass Panoramic-Express

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✓ 2 Übernachtungen im gehobenen Mittelklassehotel im Piemont

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Zweisimmen

Montreux Aigle

Cefalù Ätna

Agrigento Palermo

Exklusivreise vom 19. - 27. Februar 2022

Siracusa Alba Barolo Langhe Cuneo Monaco

nass ist, ist auf der zauberhaften Insel der Götter die Zeit des Aufbruchs. Die Natur erwacht, es grünt und blüht mit Macht,

die Luft ist erfüllt mit dem Duft reifer Früchte und jeder Ausflug wird zu einem einzigartigen Fest der Sinne! Vom beschaulichen Zweisimmen gleiten wir mit dem legendären GoldenPass Panoramic-Express durchs Berner Oberland, vorbei an den fantastischen Weinbergen des Genfersees bis nach Montreux. Wir bezwingen mit dem Mont-Blanc Express die spekren Sie alles über diese traditionsreiche sizilianische der die alten Griechen hier eine Kolonie unterhielten. Ihr Reiseprogramm: takuläre Bergstrecke nach Châtelard und mitWer derbeiatemberaubenden Standseilbahn Staudamm des Lac d’Emosson. und überzeugen Sie sich bei derÜber anschlieden warmen Temperaturen zwischen denden Tätigkeit 1. Tag, Samstag 19. Februar erreichen 2022 – Anreise ssenden von der Qualitätgutgehen der Produkte. den Nobelskiort Chamonix wir das Tempeln Piemont,und woden wir unzähligen es uns beiMandelbäumchen vorzüglichem Wein des Verkostung fruchtbaren Bodens Genua und Einschiffung spazieren geht, kannTendabahn den Duft der Mandelblüten rielassen. Schliesslich durchqueren wir mit der weltbekannten die wildromantischen Seealpen ehe wir herrliche Tage Fahrt im komfortablen Extrabus nach Genua. Am 7. Tag, Freitag 25. Februar 2022 – Cefalù- Palermo chen. Von Agrigento fahren wir in den Osten Siziliens an der italienischen und französichen Riviera verbringen – eine grossartige Reise!

Ihr tolles Reiseprogramm:

2. Tag, Sonntag 20. Februar 2022 – Auf See – 1.Palermo Tag – Anreise nach Zweisimmen & GoldenPass Panoramic-Express Lassen Sie sich während der Fährüberfahrt die geFahrt im komfortablen sunde Meeresluft um die NaseExtrabus wehen. Amnach Abend Zweisimmen, unserem erreichen wir unser Hotel imAusgangspunkt Raum Palermo. für die Fahrt mit dem legendären GoldenPass Panoramic-Express. Vorbei 2022 an Gstaad und & 3. Tag, Montag 21. Februar – Palermo Château-d’Oex erreichen wir Montreux und Monreale damit wunderschöne RiZuerst die zeigen wir Ihnen heuteWaadtländer Palermo, die Hauptviera ihrenDie Weinbergen. zur freien stadt mit Siziliens. Stadt ist reichZeit an Monumenten Verfügung. und Bauwerken aller Epochen und Völker, die in den Jahrhunderten die Stadt beherrschten und be2.geistert Tag – Mont-Blanc-Express, Lac d‘Emosseine Besucher. Am Nachmittag erwartet son Chamonix uns &das nahgelegene Monreale, welches mit seiner Inweltberühmten Martigny erwartet heute morgen Kathedraleuns und dem Kloster (Eintritt inkludiert) zu jeder Sizilien-Reise der Mont-Blanc-Express. Aufgehört. kühner Streckenführung durchquert der Zug die wilde 4. Tag, Dienstagund 22. Februar – Mandelblüte Trientschlucht klettert2022 über eine einim Tal der Tempel drückliche Steigung, vorbei an tosenden Auf unserem an die Ostküste geht zuerst in Wassern undWeg tiefen Schluchten. In esChâteldengeht Süden Tal der Tempel beizur Agriard eszum mitlegendären total 3 Bahnen bis hoch gento. Das Tal der Tempel ist ein Ort mit beeindruckenden Krone desmythischer Staudamms antiken Ruinen aus einer längst vergangenen von Emosson – grossartige Blicke auf Zeit, den in

✓ 2 Übernachtungen im gehobenen IT 2 REIS Mittelklassehotel anEH der Riviera ✓ 5 x ausgiebiges Frühstücksbuffet ✓ 5 x feines Nachtessen im Hotel

Martigny

Taormina Chamonix

San Remo Ventimiglia Nehmen Sie 2022 ihr erstes Sonnenbad unter den blühenden Mandelbäumen Siziliens! Während es bei uns noch kalt und Ligurisches Meer Herrliches Piemont Unterwegs mit der tollen Tenda-Bahn

Abend Einschiffung auf unser modernes Fährschiff in Richtung Palermo.

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Eindrücklicher Ätna

in den Raum Taormina, wo wir die nächsten 3 Nächte verbringen werden. Mont-Blanc inklusive. Nach der französischen Grenze erreichen wir wieder mit dem 5. Tag, Mittwoch 23. Februar 2022 – Ätna & Bus den bekannten Wintersportort ChamoTaormina nix. Nach etwas Freizeit fahren wir weiter Der 3340 m hohe Ätna ist der grösste Vulkan Europas. ins Piemont. Durch Zitronenhaine, karge Berglandschaft, vorbei an zerstörten Häusern und erkalteten Lavaströmen 3. Tag – Langhe, Alba & Barolo fahren wir den Berg hoch. Von der AussichtsplattHeute lernen wir mit der Langhe-Region form in 2000m Höhe geniessen wir dann einen eindas Piemont von allerschönsten Sei-Am drucksvollen Blick seiner über die Ostküste Siziliens. teNachmittag kennen. Wir das herrliche gehtzeigen es nachIhnen Taormina. Flanieren Sie Alba, der hundert Türme“.Sie Weiter überdie den„Stadt Corso Umberto und besuchen die steil geht es durchGärten das weltbekannte Barolo Weiabfallenden und kleinen Handwerksläden. nanbaugebiet – hier gedeihen die königlichsten Weine Italiens. Wir besuchen eine & 6. Tag, Donnerstag 24. Februar 2022– Siracusa renommierte Weinkellerei und erfahren bei die Welt der Mandeln einer Führung alles überwirdie Herstellung Entlang der Küste fahren weiter nach Siracuder Tropfen. sa.edlen Einst war es die bedeutendste Stadt Siziliens, ja

Unsere Fahrt zurück nach Palermo führt via Messina und entlang der Nordküste nach Cefalù. Obwohl Bahnstrecke mit herrlichen Gebirgslandsie gerade einmal 14.000 Einwohner hat, ist Cefalù schaften und malerischen Dörfern. eine der bekanntesten Städte Siziliens. Die Gründe dafür sind ein langer Strand, ein grosser Felsen und 5. Tag – Monaco & San Remo – genau dazwischen – eine spannende Altstadt. Bei Den heutigen Tag beginnen wir mit einem einem Spaziergang durch die Gassen und romantiBesuch im Fürstentum Monaco. Entdecken schen Plätze scheint die Zeit stehen zu bleiben. Wir Sie dabei die pittoreske Altstadt und taubeenden unseren Aufenthalt auf der Insel der Götter chen Sie in eine Welt voller Glamour und in Palermo, wo Ihnen genügend Zeit für ein indiviLebensgefühl ein. Am Nachmittag duelles Nachtessen bleibt, ehe unser erwartet Fährschiff um uns23.00 SanUhr Remo – Richtung die Hauptstadt der Blumit Kurs Genua ablegt. menriviera liegt majestätisch eingebettet zwischen azurblauem Meer 2022 und –dem male8. Tag, Samstag 26. Februar Auf See rischen, saftiggrünen Hinterland. Nach einem schönen Tag auf See erreichen wir ge-

sogar Grossgriechenlands, die den Vergleich mit 4. Athen Tag –nicht Cuneo & Tendabrauchte. Bahn Grossartig: Antizu scheuen Am die schöne ke Vormittag Steinbrüche,zeigen Grotten,wir Bau-Ihnen und Kulturgeschichte Stadt Cuneo. Am Nachmittag die zwischen griechischem Theaterfolgt unddann römischem Fahrt mit der werden legendären Tenda Bahn Amphitheater Sie beeindrucken. In derbis Nähe nach Ventimiglia an der italienischen Ri-die von Siracusa besuchen wir eine Bauernfamilie, viera. Freuen Sie sich auf eine beschäftigt. spektakuläre sich mit der Mandelproduktion Erfah-

Heute treten wir die Heimreise in die Schweiz an.

gen Abend den Hafen in Genua. Übernachtung in 6. Tag – Heimreise der Region Genua. Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir27.heute die2022 Heimreise an. 9. Tag, Sonntag Februar – Heimreise

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Fahrt mit dem -GoldenPass Panoramic✓ Leistungen Alles schon dabei! Express Zweisimmen-Montreux (2. Klasse) Fahrtmit im dem komfortablen Extrabus nach ✓ ✓ Fahrt Mont-Blanc-Express Sizilien und zurück Martigny-Châtelard ✓ Fährüberfahrten Genua-Palermo / ✓ Fahrt mit der Stand-, Schräg- & Feldbahn Palermo-Genua mit 2 Übernachtungen zum Lac d’Emosson inkl. Frühstück (Basis Doppelkabine ✓ Schöner Innen) Ganztagesausflug Region ✓ Piemont/Langhe 2 Übernachtungen im 4-Sterne-Hotel im Raum Palermo ✓ Besichtigung Weinkellerei Barolo-Gebiet Degustation im 4-Sterne-Hotel ✓ inkl. 3 Übernachtungen im Raum Taormina ✓ Interessante Stadtführung in Cuneo 1 Übernachtung im RaumTenda-Bahn Genua ✓ ✓ Fahrt mit der legendären

nach ✓ von 6 x Cuneo Frühstück inVentimiglia den Hotels ✓ ✓ Ganztagesausflug & San Remo 6 x Nachtessen in Monaco den Hotels Alle aufgeführten Ausflüge und ✓ ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung Besichtigungen gemäss Programm ✓ Eintrittsgelder Monreale Kreuzgang Wählen Sie Ihr Reisedatum: am Kloster

Eintrittsgelder Agrigento Tal der Tempel a)✓ 3. - 8. Juni 2020 Eintrittsgelder Siracusa archäologische b)✓ 18. - 23. Juni 2020 Zone c) 24. - 29. Juni 2020 ✓ Besuch einer Bauernfamilie im Raum d) 10. - 15. September 2020 Siracusa inkl. Verkostung von Mandeln e) 24. September 2020 und-129. Mandelprodukt f)✓ Eigene 14. - 19. OktoberReiseleitung 2020 * Schweizer während der ganzen Reise * Spardatum

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Nicht inbegriffen/zusätzlich wählbar: Einzelzimmerzuschlag nur Fr. 215.Zuschläge / Abzüge: Kabinenzuschläge (Fähre) Einzelzimmerzuschlag: Fr. 199.- Doppelkabine aussen: Fr. 90.Ermässigung Halbtax: Fr. 22.- Einzelkabine innen: Gratis* Ermässigung GA: Fr. 44.Buchungsgebühr: Fr. 20.- pro Person Aufpreis Golden Pass 1. Klasse: Fr. 38.Saisonzuschlag Abreisen Juni & Sept. Fr. 40.* beschränkte Verfügbarkeit Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person (entfällt bei Online-Buchung) Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Sargans, St. Gallen, Thun, Winterthur oder Aarau, Basel, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, Zürich St. Gallen, Sargans, Thun, Winterthur, Zürich


INHALT

44 49

Wertig: E-Bike Neox Freedom+

Schönes Ljubljana

58 Jubiläen locken jetzt in die Musikstadt

Rückblick auf das erfolgreichste Campingjahr Meine Club-Vorteile 30 Grosser Jubiläumswettbewerb 52 Neun spektakuläre Reiseziele 62 TCS Benefits feiert Black Friday 70 Neulenkerbox im Touring Shop

53

Technik 32 Attraktiver E-SUV Der Škoda Enyaq im grossen TCS-Test

39 Elegante Silhouette Stylish und mit viel Platz: das SUV-Coupé Renault Arkana

41 Coupé mit Gravelmodus Der Porsche Taycan erweist sich als Allwegefahrzeug

Club 61 Synthetische Treibstoffe An der 41.£Technischen Konferenz standen E-Fuels im Fokus

63 Totalschaden Der TCS erklärt, was es bei der Versicherung zu beachten gilt

64 Moderne Arbeitswelt Der brandneue TCS-Sitz in Ostermundigen ist in Betrieb

Rubriken 47

Der TCS-Experte Persönliche Daten im Auto

57 69 69 71 72

Gesundheit Forum Impressum Tourolino Unterwegs mit …

Freizeit 49 Schlafwagen-Revival Eine Nachtzug-Rundreise von Zürich nach Graz und Ljubljana

53 Mercury am Genfersee Vor 30 Jahren starb der Star – auf Spurensuche in Montreux

Auto des Jahres wird elektrisch

36 ISTOCK

Touring Nr. 12/1

Im nächsten «Touring»: Wintersport, Seniorenmobile im Test, Mercedes-Benz C-Klasse und Weihnachtsstimmung schon vor Heiligabend Erscheinungsdatum: 2.12.2021

November 2021 | touring

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Vom Berner Oberland ans Mittelmeer

TONI TONI

GoldenPass Panoramic-Express, Mont-Blanc-Express & Tenda-Bahn

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Vom beschaulichen Zweisimmen gleiten wir mit dem legendären GoldenPass Panoramic-Express durchs Oberland, freien Aufenthalt in der Berner mondänen Kleinstadtvorundmit nutzen SieMont-Blanc die Zeit um einzukaufen bei an den fantastischen Weinbergen des Genfersees bis nach bezwingen dem Express dieund spek1. Tag, Freitag 10.Montreux. DezemberWir 2021 – durchStaudamm den kleinen Weihnachtsmarkt zu bumtakuläre Bergstrecke nach Châtelard und mit der atemberaubenden Standseilbahn den des Lac d’Emosson. Über Anreise & Christkindlmarkt Innsbruck meln. Gegen Abend fahren wir ins nahe Kirchim komfortablen nach Innsden Nobelskiort Chamonix erreichen wir dasFahrt Piemont, wo wir es Extrabus uns bei vorzüglichem Wein des fruchtbaren Bodens gutgehen berg, wo wir die exklusiven Adventskonzerte Die «Hauptstadt der Alpen» lassen. Schliesslich durchqueren wir mit derbruck. weltbekannten Tendabahn dieerstrahlt wildromantischen Seealpen ehe wir herrliche Tage von Heimweh und Francine Jordi erleben. im festlichen Weihnachtskleid und erwartet an der italienischen und französichen Riviera verbringen – eine grossartige Reise! Freuen Sie sich auf einen herrlichen Abend

1. Tag Wintermärchenzug – Anreise nach Zweisimmen & GoldenPass Panoramic-Express Fahrt im komfortablen Extrabus nach Zweisimmen, unserem Ausgangspunkt für die Fahrt mit dem legendären GoldenPass Panoramic-Express. Vorbei an Gstaad und Château-d’Oex erreichen wir Montreux und damit die wunderschöne Waadtländer Riviera mit ihren Weinbergen. Zeit zur freien Verfügung. 2. Tag – Mont-Blanc-Express, Lac d‘Emosson & Chamonix In Martigny erwartet uns heute morgen Zell am See im Winterkleid der Mont-Blanc-Express. Auf kühner Streckenführung durchquert der Zug die wilde Trientschlucht und klettert über eine eindrückliche Steigung, vorbei an tosenden Wassern und tiefen Schluchten. In Châtelard geht es mit total 3 Bahnen bis hoch zur beeindruckenden Krone des Staudamms von Emosson – grossartige Blicke auf den

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✓ 5 x ausgiebiges Frühstücksbuffet Reisetage im Hotel ✓ 5 x feines3 Nachtessen r erte ab nuPanoramicKonzGoldenPass l. 2 dem inkmit ✓ Fahrt Express Zweisimmen-Montreux (2. Klasse)

Martigny

Chamonix

n Privatkonzerte in Kirchberg mit Francine Jordi & Heimweh n Nostalgische Fahrt

Zweisimmen

uns mit seinen bekannten Christkindlmarkt n in der schönen Altstadt. Schlendern Sie beim Mont-Blanc inklusive. Nach der französiDuft von Lebkuchen und Glühwein durch schen Grenze erreichen wir wieder mit die dem verschiedenen StändeWintersportort und lassen Sie sich verBus den bekannten Chamoführen. Später Weiterfahrt unserem nix. Nach etwas Freizeit zu fahren wir Hotel, weiter wo Piemont. wir mit dem Nachtessen erwartet werden. ins

mit wunderschönen Melodien aus der HeiBahnstrecke herrlichen Gebirgslandmat. In der Pausemit des Konzertes offerieren wir schaften und malerischen Dörfern. Ihnen einen Apéro Riche mit einem Glas Sekt und feinen Häppchen. 5. Tag – Monaco & San Remo Den heutigen Tag beginnen wir mit einem 3. Tag, Montag 12. Dezember 2021 – Besuch im Fürstentum Monaco. Entdecken Heimreise 2. Tag Tag,– Langhe, Samstag Alba 11. Dezember Sie dabei die pittoreske Altstadt und tau3. & Barolo 2021 – Nach treten wir Glamour mit vielenund Wintermärchenzug, Kitzbühel & Adventschendem Sie Frühstück in eine Welt voller Heute lernen wir mit der Langhe-Region unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Lebensgefühl ein. Am Nachmittag erwartet das Piemont von seiner allerschönsten Seimusik-Gala uns Sanan. Remo – die Hauptstadt der Blute Wir zeigen Ihnen das herrliche Heimreise Mitkennen. dem nostalgischen Wintermärchenzug menriviera liegt majestätisch eingebettet Alba, die „Stadt dereiner hundert Weiter der Pinzgaubahn, der Türme“. attraktivsten zwischen azurblauem Meer und dem malegeht es durch das weltbekannte Barolo wir WeiSchmalspurbahnen Österreichs, fahren nanbaugebiet hier die gedeihen die königrischen, saftiggrünen Hinterland. heute morgen –durch verschneite WinNoch mehr sparen lichsten Weine Italiens. Wir besuchen eine terlandschaft vom bekannten Ferienort Zell bis 100% REKA-Checks! renommierte Weinkellerei und erfahren bei 6. Tag – Heimreise am See nach Niedernsill. Freuen Sie sich auf einer Führung alles über die Herstellung Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im eine Fahrt mit der altehrwürdigen Dampfloder edlen Tropfen. Gepäck treten wir heute die Heimreise an. komotive und machen Sie es sich in den nostalgischen Waggons gemütlich. Nach diesem 4. Tag – Cuneo & Tenda Bahn Noch mehr sparen Organisation: Holiday Partner, 8852 Altendorf tollen Erlebnis wie zu Grossvaters Zeiten geht Am Vormittag zeigen wir Ihnen die schöne bis 100% REKA-Checks! Stadt Cuneo. Am Nachmittag folgt dann die Fahrt mit der legendären Tenda Bahn bis nach Ventimiglia an derPlätze! italienischen RiLimitierte Sofort buchen & profitieren! viera. Freuen Sie sich auf eine spektakuläre

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✓ Besuch des Christkindlmarktes Wählen Sie Ihr Reisedatum: in Innsbruck a) 3. - 8. Juni 2020 ✓ Fahrt mit dem Wintermärchenzug b) 18. - 23. 2020 (Dampfzug derJuni Pinzgaubahn) von Zell c) 24. 29. Juni 2020(oder umgekehrt) am See nach Niedernsill d) 10. - 15. September 2020 ✓ Besuch in Kitzbühel e) 24. - 29. September 2020

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in gehobenen Mittelklassehotels Fr. 899.Unser Sonderpreis für Sie: Zuschläge / Abzüge: Einzelzimmerzuschlag: Fr. 199.im Ermässigung guten Mittelklassehotel Fr. 399.Halbtax: Fr. 22.Ermässigung GA: Fr. 44.Nicht inbegriffen/zusätzlich wählbar: Aufpreis Golden Pass 1. Klasse: Fr. 38.Zuschlag Kat 1: Fr. 40.- (für beide Konzerte zusammen) Saisonzuschlag Abreisen Juni & Sept. Fr. 40.Einzelzimmerzuschlag Fr. 60.Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person (entfällt bei Online-Buchung) Preis pro Person im Doppelzimmer

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CLUB AKTUELL

#3

#2

#3

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Tag des Lichts: drei Lifehacks für mehr Sichtbarkeit Zum Tag des Lichts am 4. November 2021 zeigt MADE VISIBLE by TCS mit neuen Sujets, dass Sichtbarkeit keine Hexerei ist.

D

unkel gekleidete Personen erkennt man im Strassenverkehr erst in 25 Meter Entfernung. Reflektierende Elemente verbessern die Sichtbarkeit auf 140 Meter. Das ist wichtig, da ab der Dämmerung die Unfallgefahr drei Mal höher ist als am Tag.

Schuhbändel, haftender Stoff und Paracord

FOTOS ZVG

Anlässlich des nationalen Tags des Lichts präsentiert MADE VISIBLE drei simple und zugleich kreative Lösungen für bessere Sichtbarkeit. Lifehack #1: reflektierende Schuhbändel. Weil sie sich an einem beweglichen Körperteil befinden, sorgen sie für besonders gute

Aufmerksamkeit und sind ideal zum Joggen geeignet. Zum Tag des Lichts sind die Schuhbändel auch im Touring Shop erhältlich. Lifehack #2: reflektierender, selbstklebender Stoff. Mit Schere und Stift wird aus dem Reflexstoff im Handumdrehen eine PeaceHand, ein Stern oder ein Blitz – eine stylische Ergänzung zum Beispiel für den schwarzen Rucksack. Lifehack #3: reflektierender Paracord. Auf madevisible.swiss/paracord gibt es viele DIY-Ideen, etwa für Schlüsselanhänger, Armbänder oder Bändel für den Hoodie.

Ausstellung mit Urpatrouillenfahrzeug «Le cœur de la machine» widmet sich dem Lebenswerk der Gebrüder Dufaux, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit neuen Einbaumotoren für Aufsehen sorgten. Nebst Fahrrädern, Motoren und einem Flugzeug ist auch eine legendäre Motosacoche des TCS von 1922 zu bestaunen. Die Ausstellung läuft noch bis am 5. Dezember 2021 im API-Ecomusée in Genf.

Mit der Motosacoche leistete der TCS seine ersten Pannendienste

39 Audis für TCS Training & Events Audi Schweiz ist der neue offizielle Fahrzeugausstatter von TCS Training & Events. Insgesamt kommen 39 AudiFahrzeuge als Instruktorenautos und Transferfahrzeuge an den sechs Fahrzentren sowie bei den Winterfahrtrainings zum Einsatz. Kurse buchen: training-events.ch

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Mit dem TCS ins Kino

Initiativen und Neigezüge

Zum TCS-Jubiläum können Mitglieder von zehn Sektionen mit etwas Glück zur Kinovorpremiere von Addams Family 2. Die Vorstellungen der Sektionen Biel-Seeland, Graubünden, Schaffhausen, Solothurn und Thurgau finden am 31. Oktober statt, jene von Glarus, Jura, Uri, Schwyz und Zug am 21. November.

In diesem Jahr weihte der TCS mit viel Prominenz das Fahrzentrum Stockental bei Thun ein. Ein paar in diesem Jahr veröffentlichte Eckzahlen aus dem Vorjahr: Der Club zählte 1,387 Millionen Mitglieder, die Patrouille leistete 272 047 Einsätze und 316 876 Neuwagen wurden immatrikuliert. Diskussionen

lösten die Verkehrshalbierungs-Initiative, die Abstimmungen zu den Energieabgaben (beide abgelehnt) und die Blackbox im Auto aus. Die SBB führten Neigezüge ein, Cadillac die erste Auto-IR-Kamera, und es gab eine neue Parkscheibe.

Alle Infos auf tcs125.ch

November 2021 | touring

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Autosalon erst 2023 Die Geneva International Motor Show (Gims) ist aufgrund der branchenweiten Probleme im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auf 2023 verschoben worden. Die Geneva International Motor Show – vormals Autosalon Genf – hätte vom 19. bis 27. Februar 2022 stattfinden sollen. Die derzeitigen Schwierigkeiten führten jedoch zur Verschiebung auf 2023: Einerseits gelten weiterhin Reisebeschränkungen für internationale Aussteller, Besucher und Journalisten, und andererseits zwingen die indirekten Auswirkungen der Pandemie die Hersteller, ihre Prioritäten neu zu setzen und vorrangig Probleme zu lösen. Dies führte zu einer Reihe von Absagen, was den Ausschlag zur Verschiebung gab. «Viele Aussteller haben uns wissen lassen, dass sie uns wegen der durch die Covid­ 19-Pandemie verursachten Unsicherheiten keine feste Zusage für die Gims 2022 machen können. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen der aktuellen

Halbleiterknappheit auf die Fahrzeughersteller», erläuterte Sandro Mesquita, Generaldirektor der Gims, in einer Medienmitteilung. «Die Chipkrise wird sich mit starken negativen finanziellen Auswirkungen für die Hersteller wahrscheinlich bis weit ins nächste Jahr hineinziehen. In diesen unsicheren Zeiten sind viele Marken daher nicht in der Lage, sich zur Teilnahme an einer Messe zu verpflichten, die in etwas mehr als vier Monaten stattgefunden hätte. Nach Abwägung aller Faktoren wurde die Notwendigkeit klar, den Salon zu verschieben und die Nachricht so früh wie möglich zu verkünden, um eine kurzfristige Absage zu vermeiden.» Die Vorbereitungen werden dennoch fort­ gesetzt, sodass 2023 einer Durchführung nach drei Jahren Absenz nichts mehr im Weg stehen sollte.

Die Geneva International Motor Show ist 2023 zurück

Winterreifenpflicht in Frankreich In Frankreich gilt ab diesem November neu eine Winterreifenpflicht in einigen Bergregionen. Ziel der neuen Verordnung ist es, die Sicherheit der Verkehrs­ teilnehmer zu erhöhen. Zudem soll damit auch vermieden werden, dass es in Bergregionen zu Staus kommt, wenn Fahrzeuge mit ungenügender Ausrüstung die Fahrspuren versperren. Alle Fahrzeuge mit vier oder mehr Rädern sind von dieser Änderung betroffen. Im Winter (jeweils vom 1. November bis 8 touring | November 2021

31. März) müssen künftig in bestimmten Gemeinden in Bergregionen die Fahrzeuge mit Winterreifen, Schneeketten oder Textiltraktionshilfen ausgestattet sein. Neue Strassenschilder werden anzeigen, wenn das Fahrzeug in eine Zone mit Ausrüstungspflicht eingefahren ist. Liegt kein Schnee oder Eis, müssen die Schneeketten oder Textiltraktionshilfen mitgeführt werden. Im ersten Jahr sollen bei Missachtung noch keine Bussen ausgesprochen werden.

DAS BILD

Gelbes Defilee Seit 125 Jahren sind sie das Herz des Touring Club Schweiz, auch wenn der grösste Mobilitätsclub inzwischen längst viel mehr ausmacht. Bei Wind und Wetter eilen die Patrouilleure zu Hilfe. Das TCS-Jubiläumsjahr neigt sich langsam dem Ende zu. In Zürich findet im Hauptbahnhof vom 12. bis am 14. November die Dernière der Jubiliäums­ tournee in diesem Jahr statt. Die Events in Luzern, Neuenburg und Freiburg werden 2022 stattfinden.

DIE ZAHL

5,5 t

So viel wiegt die Batterie, die in zwei vom Start-up Futuricum entwickelten E-LKW eingebaut ist. Die Sattelauflieger haben eine Reichweite von 500 Kilometern bei einer Ladung von 21 Tonnen und sind für den Transport von Baumaschinen im Einsatz. Die geschätzte Lebensdauer der Batterie liegt bei zehn Jahren und ermöglicht einen längeren Betriebszyklus als bei herkömmlichen LKW.

DAS WORT

Balisen sind eckige, meist gelbe Informationsträger im Gleisbett. Ihre Aufgabe ist die Datenübertragung zwischen Strecke und vorbeifahrenden Eisenbahnfahrzeugen. Als Teil des Zugsicherungssystems überwachen sie zum Beispiel die Geschwindigkeit des Zugs zwischen Vor- und Hauptsignal und lösen allenfalls eine automatische Bremsung aus.


FOTOS DAVID BIEDERT, ZVG

NEWS

Züge und Design

Auto Zürich 2021

Das Äussere eines Zugs oder auch der Komfort der Sitze entscheidet, wie das Verkehrsmittel Bahn angenommen wird. Dem Thema «Design & Bahn» widmet sich im «Europäischen Jahr der Schiene» eine Sonderausstellung (bis 12. Juni 2022) in Nürnberg. Interessierte erfahren etwa, dass schon in den 1920er-Jahren bei der Modernisierung der Berliner Stadt- und Vorortbahnen Versuchszüge mit unterschiedlichen Sitzanordnungen oder Türvarianten getestet wurden. Und dass sich die Berliner dazu äussern konnten.

Seit Oktober ist am Bahnhof von Vevey in einer früheren Angestelltenwohnung das Fotografiezentrum «L’Appartement – Espace Images Vevey» untergebracht. Pro Jahr sind fünfzehn Wechselausstellungen geplant. Den Anfang (bis 28. November) machen die Künstler Marie Noury, Peter Puklus und Nicolas Polli.

Die vom 4. bis 7. November in der Messe Zürich stattfindende Ausstellung scheint den Bedürfnissen der Automobilindustrie in Zeiten der Knappheit gerecht zu werden. 43 Marken und mehr als achtzig neue Produkte werden anlässlich der 34. Auto Zürich ausgestellt – präsentiert mit einem vollkommen neuen, zeitgemässen Ausstellungsdesign. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Elektroautos, von denen einige für Probefahrten zur Verfügung stehen werden. Der TCS wird ebenfalls mit einem Stand in der Halle 6 vor Ort sein.

montreuxriviera.com

auto-zuerich.ch

dbmuseum.de

Kunst am Bahnhof

Boom der Motorräder Trotz verregnetem Sommer stieg der Absatz von Zweirädern im dritten Quartal um 15,3 Prozent, vor allem bei den Töffs (+21 Prozent), insbesondere in der 125-KubikKategorie, deren auf 15 PS begrenzte Modelle nun auch für Jugendliche ab sechzehn Jahren zugänglich sind. Insgesamt wurden 50 728 Töffs und Motorroller registriert. November 2021 | touring

9


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DOSSIER Passen Sie bloss auf: Ein Tag in einem Zug der Jurabahnen versetzt Sie in den Wilden Westen, Banditen inklusive

Es war einmal … im Jura November 2021 | touring

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Wer Wildwestatmosphäre mag, kann im Jura etwas erleben. Und zwar auf einer Zugfahrt der etwas anderen Art, die engagierte Fans historischer Eisenbahnen für Besucher organisieren. Steigen Sie ein – aber auf eigene Gefahr.

m Bahnhof von Glovelier (JU) wartet die Dampfeisenbahn ungeduldig auf ihre Abfahrt. Pfiffe kündigen die bevorstehende Tour nach Saignelégier an diesem sonnigen Sonntag an. Die Fahrgäste nehmen ihre Plätze in den unterschiedlichen Wagen der heutigen Zugkomposition ein. Die Lokomotive aus dem Jahr 1905 stösst dichten Rauch aus. «Einsteigen bitte», ruft der Zugführer. Und schon sind wir auf den jurassischen Eisenbahnstrecken unterwegs zu einem einmaligen Abenteuer. Ermöglicht wird dies durch die Zusammenarbeit der Gesellschaft La Traction, die sich für die Förderung historischer Züge einsetzt, und der Jurabahnen.

Beim ersten Halt in Combe-Tabeillon sind einige Manöver nötig, um den Zug zu wenden. In der Lokomotive trägt Emanuel Gogniat, Präsident von La Traction, mittlerweile Lokführerkleidung. Energisch schaufelt er Kohle ins Feuer, damit wir den vor uns liegenden Anstieg schaffen. Schwarze Partikel fliegen herum, während die Temperatur in der Kabine um mehrere Grad ansteigt. Weit weg von diesen Anstrengungen geniessen die Fahrgäste die Aussicht auf die wunderschöne grüne Juralandschaft. Nach ein paar weiteren Kilometern erreichen wir Bollement. An dieser Haltestelle muss Wasser aufgenommen werden. Rund 2000 Liter Wasser werden in die durstige, gegen 42 Tonnen wiegende Lokomotive eingespritzt. Nun kann der historische Zug weiter in Richtung Freiberge nach Pré-Petitjean losfahren.

Wilde Reiterhorde Plötzlich sind Schüsse und Hufgeklapper zu hören. Alle stürmen neugierig zu den Fenstern. Aus den umliegenden Wäldern tauchen mit Halstüchern maskierte Cowboys auf und nehmen in vollem Galopp die Verfolgung des Zugs auf. Sie nähern sich uns mit drohender Miene, tragen Hüte und Lederhosen mit Fransen. Von allen Seiten angegriffen, 12 touring | November 2021

bleibt uns keine andere Wahl, als anzuhalten. Der Bandenchef nähert sich mir und bedroht mich mit seinem Colt. Ich versuche, nicht mutig zu sein, als ich die kalte Waffe im Nacken spüre. Doch zu meinem Glück wendet er sich anderen Opfern zu. Unter den teils amüsierten, teils verängstigten Blicken der anderen Fahrgäste befiehlt er mehreren Personen, auf die Pferde zu steigen. Die Banditen schwingen sich wieder in den Sattel und verschwinden mit ihren Geiseln zwischen den Tannen. Im Zug sind Euphorie und Aufregung spürbar. «Was wird mit den Passagieren geschehen?», fragt ein von diesem Angriff überraschter kleiner Junge. Einer der Freiwilligen von La Traction, Claude Affolter, übersieht das Szenario geflissentlich, um die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten.

Cowboys überfallen den historischen Zug auf der Suche nach gut gefüllten Portemonnaies

Für ein paar Dollar mehr Die Fahrgäste ertragen geduldig die Ungewissheit, während der Zug wieder losfährt. Die Ruhe währt allerdings nur kurz, denn wenige Kilometer weiter kehrt der Anführer der Cowboys auf seinem Pferd zurück, um Lösegeld zu fordern. Eine Passagierin wird mit dem Einsammeln des Gelds betraut, und alle greifen in die Tasche, in der Hoffnung, dass die gefangen genommenen Reisenden wieder freikommen. Der Wegelagerer der grossen Juraeisenbahnen ist mit der Ausbeute zufrieden und bereit, die Gefangenen freizulassen. Sie kehren wohlbehalten zum Zug zurück, sind aber noch überwältigt vom erzwungenen Ritt durch den Wald. Die Cowboys lachen und verschwinden im Galopp. Nun kann der Zug seine Fahrt zum Zielort Saignelégier fortsetzen. Dort verlassen ihn die Fahrgäste nur ungern. Ihre Augen glänzen noch nach diesem Zwischenspiel aus einer anderen Zeit, das sie in die harte Welt des Wilden Westens versetzte. ◆ Zugüberfall: Dauer rund zwei Stunden, Preis abhängig vom Zug und von der Anzahl mitreisender Personen, les-cj.ch

ILLUSTRATION NICOLAS KRISTEN

I

TEXT PASCALE STEHLIN | FOTOS FABIAN HUGO


DOSSIER

Die hundertjährige Lokomotive schnauft durch die dichten, grünen Jurawälder

Claude Affolter, Freiwilliger der Gesellschaft La Traction, die diese Zugfahrt mitorganisiert

Emanuel Gogniat, Präsident von La Traction, steht am Steuer der alten Lokomotive

November 2021 | touring

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Loks und Züge, die Geschichte schrieben 2021 ist das «Europäische Jahr der Schiene». Ein triftiger Grund also, um an ein paar legendäre Loks und Züge aus dem Inund Ausland zu erinnern, die Bahnfans bis heute begeistern. TEXT JULIANE LUTZ

Ce 6/8 III 14305 «Krokodil» Dieses weiterentwickelte Modell der Ce-6/8Loks setzten die SBB im Flachland ein.

Leistung Motoren Max. Tempo Länge Gewicht Baujahr

1810 kW / 2460 PS 4 65 km/h 20 m 131 t 1925

RAe 2/4 1001 «Roter Pfeil» Der Triebwagen bot 54 Plätze (1. Klasse) und wurde später als Gesellschaftswagen genutzt.

Leistung Fahrmotoren Max. Tempo Länge Gewicht Baujahr

14 touring | November 2021

220 kW / 300 PS 2 125 km/h 21,5 m 32,6 t 1935


DOSSIER

I

n der Schweiz kennt man auch «Krokodile» auf Schienen. So wurden die von 1919 bis 1927 in Winterthur hergestellten eigenwillig geformten Loks Ce 6/8 genannt. Die SBB nutzten sie meist für den schweren Gütertransport am Gotthard.

dass die ersten 25 Stück der insgesamt 120 zwischen 1955 und 1966 gebauten Ae 6/6 die Wappen der (damals noch) 25 Kantone trugen. Die anderen 95 Loks bekamen die Namen von Kantonshauptorten und wichtigen Städten.

Die «Kantonsloks» haben ebenfalls noch viele Fans. Ihr Spitzname rührt daher,

Sie waren auffällig und mit 125 km/h flott unterwegs. Bald kannte jeder die

Design, das Kult wurde

ab 1935 gebauten Triebwagen RAe 2/4 als «Rote Pfeile». Bis 1938 stellten die SBB neun Exemplare (zwei mit Dieselund sieben mit Elektroantrieb) in Dienst. Nachteilig war das begrenzte Platzangebot und dass keine weiteren Wagen angehängt werden konnten. Wer etwas auf sich hielt, reiste ab 1957 mit dem «Trans Europ Express»

→

Ae 6/6 11411 «Kantonslok» Die Lok mit dem Zuger Wappen gehörte zu den ersten 25 Exemplaren der Ae 6/6.

BEZEICHNUNGEN UND DATEN BEZIEHEN SICH AUF DAS JEWEILS GEZEIGTE MODELL. FOTOS SBB HISTORIC, ILLUSTRATION NICOLAS KRISTEN

Leistung Motoren Max. Tempo Länge Gewicht Baujahr

4300 kW / 5830 PS 6 125 km/h 18,4 m 124 t 1955

RAe TEE 1053 Er konnte europaweit als erster Zug unter den vier Stromsystemen Europas verkehren.

Leistung Motoren Max. Tempo Länge Gewicht Baujahr

2310 kW / 3143 PS 4 160 km/h 149,7 m 309 t 1961

November 2021 | touring

15


(TEE), der in den EWR-Staaten, der Schweiz und in Österreich verkehrte. Er besass Schminkecke und Bar, konnte als erster Zug unter den vier Stromsystemen Europas fahren und wurde von der Band Kraftwerk in einem Song verewigt. Für die SBB waren fünf RAeTEE-Zugkompositionen zwischen Zürich und Mailand, Mailand und Zürich sowie Mailand und Paris unterwegs.

Schön und sehr schnell Kinofans kennen sie aus US-Filmen. Bereits in den 1930er-Jahren besass die Pennsylvania Railroad mit der GG1 eine der weltweit schnellsten E-Loks. Sie brachte es bis auf 160 km/h. Industriedesigner Raymond Loewy, der später zu den Stars seiner Zunft werden sollte, verpasste ihr den einprägsamen Artdéco-Look. Sie galt als «schönste Lok»

der USA. Von den ursprünglich 139 Exemplaren sind noch sechzehn übrig. Zu den Olympischen Spielen in Tokio 1964 stellte Japan einen Superzug vor. Am 1. Oktober fuhr der erste Shinkansen von Tokio nach Shin-Osaka und schaffte dabei 210 km/h. Heute gibt es neun Shinkansen-Linien und die Züge fahren bis 320 km/h schnell. Der Name

TGV-PSE Paris-Sud-Est 1981 schrieb der TGV in der damaligen Trendfarbe Orange Bahngeschichte.

Leistung Motoren Max. Tempo Länge Gewicht Baujahre

6450 kW / 8769 PS 12 260 km/h 200,2 m 388 t 1978–1984

ICE 1 1991 später zog Deutschland mit dem ICE 1 nach, der es immerhin auf 280 km/h brachte.

9600 kW / 13 052 PS 8 280 km/h 358 m 627 t 1989–1993

FOTOS ICE: DEUTSCHE BAHN AG / UWE MIETHE, TGV: SNCF

Leistung Motoren Max. Tempo Länge Gewicht Baujahre

16 touring | November 2021


DOSSIER «Bullet Train» stammt nicht daher, dass er so rasant unterwegs ist, wie eine Kugel aus einem Lauf tritt. Japaner finden, dass das Aussehen früherer Triebköpfe Pistolenkugeln ähnelte.

Grande Nation vorn

von Paris nach Lyon. Statt dreieinhalb Stunden dauerte die Fahrt zwei Stunden und vierzig Minuten. 1990 erreichte ein TGV auf der Strecke Paris–Tours gar 515,3 km/h. Derzeit wird der M entwickelt, der 32 Prozent weniger CO2 ausstösst als Vorgängermodelle.

Am 22. September 1981 schrieb Frankreich europäische Bahngeschichte. 260 km/h schnell raste der erste TGV

1991 wartete auch Deutschland mit einem Hochgeschwindigkeitszug auf. Am

29. Mai fuhren erstmals sechs ICE 1 nach Kassel. Spitzentempo: 280 km/h. Seit 2017 ist der ICE 4 mit flexibler Zuglänge und 918 Sitzplätzen (im Dreizehnteiler) mit bis zu 250 km/h unterwegs. Auch die erste Generation fährt noch. So hat der «ICE Gütersloh» von 1991 bis heute mehr als fünfzehn Millionen Kilometer zurückgelegt. Das entspricht 39 Mal der Distanz von der Erde zum Mond. ◆

GG1 Generation 1 Die Pennsylvania Railroad liess die «schönste Lok» der USA entwickeln.

Leistung Motoren Max. Tempo Länge Gewicht Baujahre

3445 kW / 4684 PS 12 145–160 km/h 24,3 m 215 t 1934–1943

Shinkansen Baureihe 0 Pünktlich zu den Olympischen Spielen 1964 in Tokio fuhr der erste Hochgeschwindigkeitszug.

11 840 kW / 16 098 PS 64 210 km/h 400,3 m 967 t 1963–1988

FOTOS WIKIPEDIA

Leistung Motoren Max. Tempo Länge Gewicht Baujahre

November 2021 | touring

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«Die finanzielle Situation bleibt sehr angespannt» SBB-Chef Vincent Ducrot erklärt, warum die Bundesbahnen noch lange mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben und warum es keine Züge ohne Lokführer zwischen Zürich und Genf geben wird. INTERVIEW DINO NODARI

Die SBB schreibt rote Zahlen, viele Kunden haben während der Pandemie ihr GA nicht erneuert. Wie schlimm steht es um die SBB?

Vincent Ducrot: Die Folgen der CoronaPandemie sind nach wie vor erheblich. In den ersten sechs Monaten des Jahrs waren täglich 763 000 Reisende unterwegs, das sind 41 Prozent weniger als 2019. Im ersten Halbjahr haben wir einen Verlust von 389 Millionen Franken eingefahren. Die finanzielle Situation bleibt also sehr angespannt. Wie werden Sie wieder aus diesem finanziellen Loch herausfinden?

Wir stehen mit dem Bund in engem Kontakt, um Lösungen für eine langfristige, robuste Finanzierung zu erarbeiten. Die SBB leistet selber mit einem wirksamen Kostenmanagement, mit einer Steigerung der Effizienz und Produktivität sowie mit Sparmassnahmen den grösstmöglichen Beitrag für eine gesunde finanzielle Situation der Bahn. Zudem bemerken wir eine Aufwärtstendenz bei den Passagierfrequenzen. Wissen Sie, in einem normalen Jahr macht die SBB rund 400 Millionen Franken Gewinn. Wir sind zuversichtlich, dass das Unternehmen seine während der Pandemie gestiegenen Schulden zurückbezahlen kann. Aber das wird ein langer Weg. Müssen die Passagiere in diesem Fall mit teureren Tickets rechnen?

Die Preise werden von der Branche gemacht. Auch wenn wir jetzt weniger Einnahmen haben, halte ich es für eine schlechte Idee, die Preise mitten in der Krise zu erhöhen. So holen wir die Kundinnen und Kunden nicht zurück. Dieses Jahr gibt es keine Preiserhöhungen, nächstes und übernächstes Jahr auch nicht. 18 touring | November 2021

Nehmen die Leute nun wieder vermehrt den Zug?

Ja, aktuell sind wir bei rund 75 Prozent der Fahrgäste von vor Corona, und beim Wochenendverkehr sieht es noch besser aus. Wo wir die Pandemie noch stark spüren, ist im Pendlerverkehr, es gilt ja auch noch die Homeoffice-Empfehlung. Da wird die Erholungsphase noch länger dauern als im touristischen Verkehr. Sind mit dem Rückgang im Pendlerverkehr auch Änderungen beim GA geplant?

mie zu sein. Was wurde während der letzten Monate unternommen, um den Pendlerverkehr besser handhaben zu können?

Wissen Sie, die SBB führt jeden Tag 9000 Züge. Es freut uns, dass unsere Kundinnen und Kunden wieder zurückkommen. Unsere Pünktlichkeit ist nach wie vor hoch, im letzten Monat kamen 92,6 Prozent der Züge mit weniger als 180 Sekunden Verspätung an. Unsere Züge sind auch während der Pandemie vollständig gefahren, und der Bahnbetrieb lief ohne Unterbruch weiter. Das heisst auch, dass Strecken unterhalten und gebaut und unser Rollmaterial wie gewohnt instandgehalten wird.

Das Generalabonnement ist ein Angebot des gesamten öffent lichen Verkehrs mit rund 250 Unternehmungen, und Und wie sieht es bei es wird so bleiben. Und der Infrastruktur aus? jedes dieser UnterWas muss unternehmen hat seine eigenommen werden, ne Kostenstruktur. All damit der Pendlerdiese Transportunterverkehr reibungslos nehmen bringen ihre funktioniert? Bedürfnisse in der verDie Sicherheit steht bei antwortlichen Alliance der SBB zuoberst. Swisspass ein. Als AntSelbstverständlich muss wort auf die Pandemie «Dieses Jahr gibt es deshalb unser über prüft die Branchenkeine Preiserhöhun3000 Kilometer messenorganisation derzeit des Netz permanent ergänzend zum GA ver- gen, nächstes und unterhalten werden. schiedene neue Aboübernächstes Jahr Dafür wenden wir jährmodelle, die etwa auch auch nicht.» lich rund 700 Millionen die neue Situation mit Vincent Ducrot, Franken auf. Und auch mehr Homeoffice aufCEO der SBB AG der politische Auftrag nehmen. Ein Beispiel ist ist klar: Der Ausbauschritt STEP 2035 das ÖV-Guthaben, bei dem Kundinnen verlangt Ausbauten für den künftigen und Kunden 2000 Franken bezahlen Bahnverkehr, und da sind wir dran. und für 3000 Franken den ÖV benutHäufig müssen diese Ausbauten unter zen können. Ich bin gespannt auf die laufendem Betrieb passieren, das ist Resultate des Pilotversuchs. ähnlich wie bei den Autobahnen und Die Züge füllen sich wieder, auf einimit enormen Herausforderungen vergen Strecken zwischen den Zentren bunden. Unannehmlichkeiten sind für scheint es wieder wie vor der Pandedie Nutzerinnen und Nutzer nicht im-


DOSSIER mer zu verhindern, durch gute Planung versuchen wir, Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. In welche Projekte der nahen Zukunft setzen Sie grosse Hoffnung?

FOTOS: © SBB CFF FFS, ILLUSTRATION NICOLAS KRISTEN

Wir haben beispielsweise Projekte im Güterverkehr mit automatischen Kupplungen, oder wir vereinfachen OnlineTicketkäufe für Reisen ins benachbarte Europa. Die SBB steigert aber auch ihre ökologische Nachhaltigkeit, indem sie ab 2025 ausschliesslich erneuerbaren Strom nutzen wird und weitere ökologische Themen wie die Kreislaufwirtschaft noch stärker in ihre Prozesse einbettet. Wichtig ist mir auch, in Richtung eines flexibleren Angebots zu gehen und dann Züge anzubieten, wenn wir viele Kundinnen haben. In welchen Projekten der Digitalisierung sehen Sie grosse Chancen für die SBB?

Die Digitalisierung ist ein permanentes Thema, sofern sie uns hilft, das Kerngeschäft weiterzuentwickeln, die Nachhaltigkeit zu stärken und die Gesamtsystemkosten zu senken. Ein Beispiel ist das Traffic Management System (TMS), mit dem wir in Zukunft den Betrieb von der Fahrplanerstellung bis zur operativen Zuglenkung

aus einem System heraus steuern. Damit können wir die Knoten besser nutzen, Züge in kürzeren Abständen fahren lassen und im Endeffekt auf kostspielige Infrastrukturausbauten verzichten. Bei allen Digitalisierungsvorhaben gilt: Sie müssen unseren Kundinnen und Kunden einen direkten Mehrwert bringen. Und sie müssen sich für die Bahn als sicheres, pünktliches und nachhaltiges Verkehrsmittel bezahlt machen. Wann fährt der erste Zug ohne Lokführer zwischen Genf und Zürich?

Das wird es nicht geben. Denn im Gegensatz zu geschlossenen Metrosystemen, wo die Züge – wie bei einer Polonaise – hintereinander herfahren, haben wir auf dem Schweizer Schienennetz den Mischverkehr und ineinander verzahnte Linienführungen, insbesondere in den Bahnhöfen. Es wird immer jemanden an der Spitze des Zugs haben, der selbstverständlich von Assistenzsystemen unterstützt wird. Wie sehen Sie die Mobilität in der Schweiz in zehn Jahren?

Mobilität spielt eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Klimaziele in der Schweiz. Aus diesem Grund wird die ökologische Komponente in der Mobili-

tät immer wichtiger. Die SBB hat sich zum Ziel gesetzt, ab 2030 klimaneutral zu sein. Ausserdem will der Bund den Modalsplit im Personen- und Güterverkehr bis 2050 verdoppeln. Damit ist die Bahn ein Teil der Lösung. Zudem erarbeiten wir gerade unsere Strategie für die nächsten Jahre. Dabei wollen wir das Kerngeschäft weiter stärken und flexibler werden, etwa beim Fahrplan. Da stehen wir aber erst am Anfang. Welche Chancen sehen Sie in der kombinierten Mobilität?

Die kombinierte Mobilität ist die Lebensrealität vieler Bahnreisenden. Sie nehmen von zu Hause das Velo, das Auto oder den Bus an den Bahnhof. Dort bietet ihnen die SBB seit langer Zeit Parkplätze und schlanke Umsteigemöglichkeiten. Sind sie dann am Zielort angekommen, reist man weiter mit dem Mobility-Auto, mit Bus und Tram oder mit dem Velo oder Elektrotrotti. Die SBB bietet mit den Bahnhöfen perfekte Drehscheiben. Uns ist zudem wichtig, die verschiedenen Mobilitätsangebote für den Vertrieb in einem System zu bündeln und buchbar zu machen. Dadurch werden sie für die Kundinnen und Kunden einfach nutzbar. Die SBB ist bei der kombinierten Mobilität ganz vorne mit dabei. ◆

700 Millionen Franken gibt die SBB jährlich für den Unterhalt des Netzes aus (im Bild der Ceneri-Basistunnel)

November 2021 | touring

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Wenn ein Tal eine neue Bahn erhält Das Waldenburgertal zwischen Liestal und Waldenburg gleicht einer Grossbaustelle. Hier wird auf einer Länge von dreizehn Kilometern die neue Waldenburgerbahn gebaut. Ein schweizweit einmaliges Neubauprojekt. REPORTAGE FELIX MAURHOFER | ILLUSTRATIONEN NICOLAS KRISTEN

Materialbedarf Erneuerung Waldenburgerbahn

20 touring | November 2021

5000 t

2400 t

66 000 t

216 t

56 000 t

Schwellen

Schienen

neuer Schotter

Fahrleitungsmasten

Frischbeton


DOSSIER

S Reto Rotzler erklärt in Niederdorf die komplexe Baustelle

eit dem Abbau der alten Bahn im April dieses Jahres wird überall emsig gearbeitet, gegen 500 Arbeiter und unzählige Baumaschinen sind in Aktion, um die neuen Geleise, den Hochwasserschutz, die zehn Haltestellen, den Bahnhof Waldenburg und die Anbindung an den SBB-Bahnhof Liestal zu erstellen. Da liegt es auf der Hand, dass viele Herausforderungen zu meistern sind. Trotzdem zeigt sich Reto Rotzler, Leiter Infrastruktur der Baselland Transport AG (BLT) recht entspannt. Er ist als Gesamtverantwortlicher gerade daran, die Bauarbeiten in Niederdorf – eines der acht Baulose – zu inspizieren. «Dieser Bauabschnitt ist eine der grössten Herausforderungen hier.» Denn das neue Bahntrassee muss auf einer Brückenkonstruktion, gegründet auf Bohrpfählen, durchs Dorf geführt werden. Das, damit der Hochwasserschutz und die Renaturierung des Bachs Frenke gewährleistet werden können und die Hauptstrasse sowie die Fussgänger genügend Platz haben. Zudem müsse das alles umgesetzt werden, ohne bestehende Häuser abzureissen. Anspruchsvoll war gemäss Rotzler auch die Verkehrs- und Logistikplanung während der Bauzeit. Der gesamte Verkehr inklusive den Bahnersatzbussen müsse neben den Baustellen vorbei geführt und auch der Mehrverkehr durch die Bautransporte berücksichtigt werden. Zu nennenswerten Staus sei es bisher nicht gekommen.

Hohe Investitionen Als weiteren Hotspot bezeichnet Reto Rotzler, der seit 2004 bei der BLT arbeitet und in Möhlin wohnt, den Neubau des Bahnhofs Waldenburg. Eine Baustelle, die wegen der komplexen Abläufe viel Koordination benötige. Nebst dem eigentlichen Bahnhof mit Depot entstehen hier beim Eingang ins Städtchen die neue Werkstätte, die Unterhaltshalle, Waschanlage und die Personalräume sowie der Kiosk. Letzterer sei für die Bevölkerung ein grosses Anliegen, weil es im «Stedtli» sonst keine Einkaufsmöglichkeiten gebe.

In kurzer Zeit hat die BLT, in welche 2016 die Waldenburgerbahn integriert wurde, die Planung und Baubewilligungen für das Neubauprojekt realisiert. Laut Rotzler habe es nur 56 Einsprachen gegeben, die alle ohne Verfahren gelöst werden konnten. Zentral sei auch die von Beginn an permanente und offene Kommunikation mit der Talbevölkerung und den Behörden. Die Baukosten werden sich auf rund 320 Millionen Franken belaufen. Die Investitionen für die neuen Züge etwa auf sechzig Millionen. Der 53-jährige Bauingenieur ist zuversichtlich, dass im Dezember 2022 alle Fahrtests positiv verlaufen und die zehn neuen Stadler-Tramlink-Züge fahrplanmässig die Strecke bedienen können. «Ich bin mir bewusst, ein solches Bauprojekt fällt einem als Ingenieur nur einmal im Leben zu – für mich ist es der Höhepunkt meiner bisherigen beruflichen Karriere.» Der Bezirk Waldenburg kann sich auf jeden Fall auf die moderne ÖV-Erschliessung des Tals freuen. ◆

FAKTEN WALDENBURGERBAHN Die Waldenburgerbahn verbindet die Stadt Liestal mit der Gemeinde Waldenburg im Kanton Basel-Landschaft. Bis April 2021 fuhr sie als einzige Schweizer Schmalspurbahn im Personenverkehr auf 750 Millimetern Spurweite. Die Verbindung ist 13,1 Kilometer lang und wurde 1880 fertiggestellt. Zu Beginn wurde sie mit Dampflokomotiven betrieben. 1953 fand die Umstellung auf Elektrizität statt. 2019 beförderte die Bahn 1,8 Millionen Passagiere. Die Waldenburgerbahn AG (WB) war ursprünglich ein eigenständiges Unternehmen, das 2016 in die Baselland Transport AG (BLT) integriert wurde. Die eingleisige Bahn bediente bis 2021 elf Unterwegsstationen. Übrigens steht die Dampflok Nummer 6 «Waldenburg» im Verkehrshaus Luzern.

21

6000 t

1900 t

24 000 t

280 000 t

700 t

Weichen (acht Typen)

Bodenauftrag

Kabelkanal

Beläge

Kiessand / Hinterfüllung

Mastfundamente

November 2021 | touring

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Untenrum Schon in fünf Jahren soll der Bau eines unterirdischen Tunnelnetzwerks, in welchem Güter automatisiert zu den Städten transportiert werden, beginnen. «Cargo sous terrain» ist ein Hightechprojekt, das den Schweizer Gütertransport revolutionieren könnte.

T

TEXT DOMINIC GRAF

unnels bauen können wir Schweizerinnen und Schweizer. Allen voran der GotthardStrassentunnel und die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) gelten weit über die Schweizer Grenzen hinaus als Meisterwerke der Ingenieurskunst. Nun steht eine weitere, im wahrsten Sinne bahnbrechende Innovation im kleinen Land mit der komplizierten Topografie in den Startlöchern: «Cargo sous terrain», kurz CST.

Mit konstanten 30 km/h durch die Röhre Dabei handelt es sich um ein Gesamtlogistiksystem für den flexiblen Transport kleinteiliger Güter. Diese werden in automatisierten, unbemannten und per Induktionsschiene elektrisch betriebenen Fahrzeugen mit Rädern durch unterirdische Tunnels befördert. Dank kühlbaren Fahrzeugen ist auch der Transport von Frisch- und Kühlwaren möglich. An der Decke des Tunnels soll ausserdem eine schnelle Pakethängebahn für kleinere Güter angebracht werden.

Drei Milliarden für die ersten siebzig Kilometer Die Entwicklung von «Cargo sous terrain» soll in mehreren Teilstrecken und Teilprojekten erfolgen. Die erste Strecke, die ab 2026 gebaut und ab 2031 in Betrieb genommen werden soll, führt von Härkingen-Niederbipp nach Zürich,

ist rund siebzig Kilometer lang und verfügt über zehn Hubs. Die Kosten für diese Teilstrecke, inklusive Software, Hubs sowie unter- und oberirdische Fahrzeuge belaufen sich auf drei Milliarden Franken. Der Vollausbau soll schlussendlich bis 2045 erfolgen und über ein rund 500 Kilometer langes Netz den Boden- mit dem Genfersee, mit Ablegern nach Basel, Luzern und Thun, verbinden. Gesamtkosten: 45 Milliarden Franken. Finanziert wird das Projekt aus privater Hand, Subventionen sind nicht vorgesehen. Träger und Dachorganisation ist die Cargo sous terrain AG. Die Planung und Entwicklung erfolgt in Abstimmung mit den künftigen Nutzern. Zahlreiche Schweizer Firmen der Transport-, Logistik-, Detailhandels-, Finanz-, Versicherungs-, Telekom- und Energiebranche sind bereits als Investoren, Aktionäre und Projektpartner an der Umsetzung beteiligt. So zum Beispiel die Mobiliar, die SBB, die Post, Swisscom, Coop und Migros. Ohne sie wäre das Grossprojekt nicht umsetzbar, was 2016 «Cargo sous terrain» will Güter künftig unterirdisch und automatisiert in die Städte transportieren

BILDNACHWEIS

Die futuristisch anmutenden Wägelchen, die dreispurig und mit konstanten 30 km/h verkehren, werden an

diversen Anschlussstellen entlang der Strecke, sogenannten Hubs, per Lift oder Rampe – ebenfalls voll automatisiert – an die Oberfläche gebracht. Von dort aus werden die vorsortierten Güter schliesslich verteilt und auf der «letzten Meile» an ihr Ziel transportiert. Die Hubs sollen in existierenden Logistikzentren integriert werden und die Anbindung an alle Verkehrssysteme (Schiene, Strasse, Wasser und Luftfahrt) sicherstellen. Darüber hinaus ist ein zusätzliches Citylogistiksystem mit umweltschonenden Fahrzeugen für die effiziente Feinverteilung der Güter geplant. Die unterirdische Verbindung von Produktions- und Logistikstandorten mit städtischen Zentren würde Bahn, Strasse und Umwelt deutlich entlasten – im Hinblick auf die erwartete Zunahme des Güterverkehrs um fast vierzig Prozent bis 2040 ein durchaus verheissungsvoller Lösungsansatz.

22 touring | November 2021


DOSSIER

auch schon die damalige Verkehrsministerin Doris Leuthard betonte: «Wenn die Wirtschaft ‹Cargo sous terrain› mehrheitlich finanziert, wäre das für uns alle gut. Das ist eine echte Innovation.»

Ein Streitpunkt muss noch geklärt werden

RENDERINGS UND KARTE: CARGO SOUS TERRAIN AG, ILLUSTRATION NICOLAS KRISTEN

Eine Innovation ist CST zweifellos, und die Finanzierung scheint gesichert. Aber wie steht es um die Politik, den Bund und die betroffenen Kantone und Gemeinden? Damit die weitgehend unterirdische und kantonsübergreifende Transportanlage errichtet und betrieben werden kann, braucht es ein neues Bundesgesetz. Nach der Vernehmlassung 2019 stimmte zunächst der Ständerat

Basel

und Ende September 2021 schliesslich auch der Nationalrat dem neuen Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport (UGüTG) zu. In einem Punkt sind sich die Parlamentskammern jedoch noch nicht einig. Strittig bleibt die Frage zum Vorgehen bei Enteignungen, wenn Interessen von bundesnahen Betrieben betroffen sind. Die grosse Kammer beharrt darauf, dass erst enteignet werden kann, wenn die Interessen des Bunds oder von bundesnahen Unternehmungen, im Wesentlichen den SBB, nicht tangiert sind. Obwohl diese Differenz frühestens in der Wintersession 2021 bereinigt werden kann, zeigt man sich bei der CST AG mit

Winterthur St. Gallen

HärkingenNiederbipp

Bern

Zürich

ihren über achtzig Aktionären sehr optimistisch und spricht von einem Meilenstein. Mit dem Gesetzesbeschluss des Nationalrats befände sich «Cargo sous terrain» auf der Zielgeraden, schreibt das Unternehmen in einer Medienmit­ teilung. Dies habe man nur dank der aktiven Unterstützung von Bundesrat, Verwaltung und nun auch der Politik erreicht. Es scheint tatsächlich so, als stehe einem weiteren Schweizer Ingenieurs- und Innovationsmeisterwerk nichts mehr im Weg und dass wir in einer nicht allzu fernen Zukunft einen Teil unserer Waren über einen neuen Verkehrsweg erhalten – untenrum. ◆

Die erste Teilstrecke von Härkingen-Niederbipp nach Zürich (70 km) soll ab 2031 den Betrieb aufnehmen. Der Vollausbau wird für das Jahr 2045 erwartet

Luzern

Thun Lausanne

Genf

Die unbemannten Transportfahrzeuge verkehren auf drei Spuren mit konstanten konstanten 30 km/h

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DOSSIER

Wo kommen eigentlich die Stimmen her? Pendlerinnen und Pendler hören sie täglich, Freizeitreisende gelegentlich – Durchsagen, die über Gleisänderungen oder den nächsten Halt informieren. Während der Beruf der Ansagerin früher viel Reaktionsvermögen verlangte, kreiert längst ein digitales System die notwendigen Informationen. Aber es wird auch noch live gesprochen. TEXT JULIANE LUTZ

Schnell und mehrsprachig 1966 hatte sich die Sekretärin aus dem Bereich Eilgut auf die neu geschaffene Stelle einer vollamtlichen Ansagerin im ganz neuen Zürcher Zentralstellwerk beworben. Nach ein paar vorgesprochenen Worten am Telefon hatte sie den Job. Sobald ein Signal an der grossen Tafel im Stellwerk die Öffnung eines Gleises anzeigte, legte sie los. Ihre Freiheiten waren begrenzt, denn die Sätze waren nach einem Regelwerk für einheitliche Lautsprechermeldungen in vier Sprachen vorformuliert. Doch war es alles andere als ein Routinejob, da es ständig Änderungen gab. Besonders in den noch kalten Wintern, wenn Weichen regelmässig eingefroren waren. «Ich mochte meine Arbeit sehr, bis auf die Momente, wo ich Wartende mit dem Satz ‹Die genaue Ankunftszeit und das Gleis werden später bekannt gegeben› vertrösten musste», sagt die heute 79-Jährige. Mehrsprachigkeit war eine Grundvoraussetzung. Je nachdem, wohin der Zug fuhr oder woher er kam, musste sie den Satz auch auf Französisch, Italienisch oder Englisch sagen. Fliessend Französisch sprach sie. Um fitter in Italienisch und Englisch zu werden, belegte sie auf eigene Faust in den zwei Ländern jeweils für ein halbes Jahr Sprachkurse. Einen wichtigen Rat gab ihr die Fernsehansagerin Dorothea 24 touring | November 2021

Furrer, bei der sie Unterricht in Atemund Sprechtechnik nahm. «Stellen Sie sich vor jeder Ansage eine sympathische Person vor, der Sie etwas erzählen wollen», erinnert sich Esther De Carlo, die 1997 in den Ruhestand ging.

Nur noch eine Stimme Die Zeiten, in denen die unterschiedlichsten Stimmen aus den Bahnhoflautsprechern in der Schweiz ertönten, scheinen heute Lichtjahre entfernt. Längst gibt es nur noch eine sogenannte ÖV-Stimme in verschiedenen Sprachen. Aufmerksame Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer haben vermutlich schon bemerkt, dass sich die Ansagen in der Deutschschweiz, im Tessin und auf Englisch seit letztem Jahr anders anhören als zuvor. Da die Software, welche die Durchsagen und Anzeigen in Bahnhöfen steuert, in die Jahre gekommen war, entschieden sich die SBB für die neue digitale Text-to-Speech (TTS)-Lösung. Dabei müssen Satzfragmente und Worte nur noch einmal pro Sprache aufgenommen und digitalisiert werden und können dann beliebig zu Aussagen zusammengesetzt werden. Ausserdem erlaubt die TTS-Lösung verständlichere Durchsagen sowie einen natürlicheren Sprachrhythmus. In den zwanzig Jahren zuvor mussten Sätze und Worte, die für neue Durchsagen benötigt wurden, jährlich aufgenommen und zu Audiosequenzen zusammengebaut werden. Aus Kostenund Qualitätsgründen schienen auch Neuauf nahmen der ÖV-Stimmen angebracht. Professionelle Sprecherinnen, die bereits im Einsatz waren, und neue Bewerberinnen mussten sich einem Casting unterziehen. Gut zu verstehen, angenehm und sympathisch tönend sowie geeignet für das neue technische

System – das waren, kurz gesagt, die Kriterien, nach denen die Fachjury entschied. Während für die Durchsagen auf Deutsch, Italienisch und Englisch neue Sprecherinnen gewählt wurden, informiert in der Romandie dieselbe Stimme wie seit zwanzig Jahren, welcher Zug einfährt oder ob es eine Gleisänderung gibt. Seit Herbst 2020 wird die neue ÖVStimme schrittweise in allen SBB- und BLS-Bahnhöfen eingeführt. Wer die Personen hinter den Stimmen sind, die im Pendlerland Schweiz täglich so viele hören, darüber bewahren die SBB aus Datenschutzgründen allerdings Stillschweigen.

Noch «live» im Fernverkehr Nicht nur in Bahnhöfen gibt es die «Stimme vom Band». Auch in den rund 140 Zügen der BLS etwa werden fix programmierte, makellose Durchsagen anhand von Distanztriggern ausgelöst und laufen automatisch ab. An andere Stimmen gewöhnen müssen sich die rund 46 Millionen Reisenden, die pro Jahr mit der BLS unterwegs sind, nicht. Die Sprecherinnen, die bereits seit zwei Jahrzehnten für Aufnahmen von Textfragmenten, Wörtern und aktuellen Neuerungen eingesetzt werden, sind weiterhin für das Unternehmen tätig. Zwar sind die Ansagen vorformuliert, aber ein klein wenig schimmert im Fernverkehr die Persönlichkeit der SBBKundenbegleiterinnen und -begleiter durch. Je nach Stimmlage, Temperament und Mundart der sprechenden Person, die gerade live den nächsten Halt durchgibt. Und wie Dorothea Furrer sagte, hören die Passagiere, wenn mit Freude ins Mikrofon gesprochen wird. ◆

ILLUSTRATION NICOLAS KRISTEN

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in Journalist der «SBB-Zeitung» beschrieb ihre Stimme einmal als so «ansteckend freundlich, als wollte sie jeden einzelnen Fahrgast begrüssen». Unzählige Zürcherinnen, Zürcher und Auswärtige, die im Hauptbahnhof ankamen oder abfuhren, hörten über dreissig Jahre Esther De Carlo mit Charme Ankünfte und Anschlüsse von Zügen ansagen.


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MOBILITÄT

SERIE START-UPS, DIE MAN KENNEN SOLLTE, FOLGE 5

Die Revolutionärin der letzten Meile Schneller und vor allem nach Wunsch – die Sendung von Warenlieferungen auf dem letzen Abschnitt zu optimieren, war das Ziel von Aike Festini. Mit einer Freundin gründete sie in Winterthur die Firma Luckabox. Über ein Start-up, das während der Pandemie so richtig abhob. TEXT JULIANE LUTZ | FOTOS EMANUEL FREUDIGER

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nvestoren sahen so viel Potenzial in der Idee, dass sie bis jetzt 4,2 Millionen Franken lockermachten. Zu den dreissig Kunden von Luckabox gehören Ikea Schweiz oder der MigrosGenossenschafts-Bund. Auszeichnungen gab es auch. Bereits 2018 schafften es die Newcomerinnen Aike Festini und Maite Mihm mit ihrem Start-up auf den ersten Platz bei einem wichtigen europäischen Wettbewerb im Bereich Lieferkette. Während sich Mitgründerin Mihm mittlerweile in den Beratungsstab zu-

rückgezogen hat, fungiert Festini nach wie vor als CEO. Ihre in Winterthur ansässige Firma beschäftigt fünfzehn Personen. Es läuft rund für das 2017 gestartete Unternehmen. Nicht zuletzt dank der Pandemie, die dem E-Commerce gigantischen Auftrieb bescherte und auch die letzten Händler dazu zwang, Waren online zu verschicken. 2021 werden mehrere Hunderttausend Sendungen über die Plattform von Luckabox ausgeliefert. Dabei verdient das Start-up transaktionsbasiert pro gebuchter Liefe-

rung von Händlern. Trotz allem Erfolg ist Aike Festini auf dem Boden geblieben. Die sympathische Vorarlbergerin ist eine Frau, mit der man gern mal auf ein Bier gehen und über Philosophie reden würde, eines ihrer Steckenpferde, oder über Jeff Bezos, ihr Vorbild.

Arbeiten und drüber reden Am Anfang von allem stand Ärger. Und zwar das Unverständnis von Maite Mihm darüber, warum die Lieferung ihrer Möbel beim Umzug in die Schweiz so lange dauerte. Sie und Festini hatten sich als Managerinnen bei UPC Cablecom kennengelernt. Schnellere und intelligentere Lieferungen, das wär’s doch, dachten sie. Und stellten fest, dass es an einem Überblick an Lieferdiensten und Logistikfirmen sowie an einer gebündelten Lösung für die letzten Meilen fehlte. Sie fingen an, abends und an den Wochenenden mit Entwicklern von UPC, die sie für ihr Projekt gewinnen konnten, an Softwareversionen zu arbeiten. Marketingmassnahmen, das Logo und die Gründung stemmten Festini und Mihm noch mit gespartem Geld. Als der erste Grosskunde gewonnen war, gaben ihnen Verwandte und Freunde Auf Erfolgskurs Aike Festini mit COO/CFO Alex Temperli (li.) und Manager David Roth

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WER MOBILITÄT HAT RECHT die nötigen 100 000 Franken, um in Technologie investieren zu können. Ihr Ziel: eine für Kunden intuitiv bedienbare Plattform zu schaffen, auf der verschiedenste Kurier- und Transportunternehmen gelistet sind. Ein spezieller Algorithmus sollte den Händlern den jeweils kürzesten Lieferweg und passenden Kurierdienst vermitteln.

Radwege benutzen ist für Radfahrer obligatorisch

Der Weg war steinig. So besuchte Maite Mihm etwa nahezu jeden Velokurierdienst im Land und präsentierte ihr Konzept, bevor sie loslegten. «Velokurierdienste sind verlässliche Partner, die gute Arbeit leisten. Auch dank ihnen hatten wir einen starken Start», sagt Festini. Heute arbeitet Luckabox mit sechzig Express-, Paket- und Velokurierdiensten. Was sich weiter bezahlt machte, war, dass sie und Mihm überall über ihr Start-up sprachen, viel auf Gründeranlässe gingen und an Wettbewerben teilnahmen. Erfahrene Logistiker von DB Schenker, Planzer oder Heineken kamen auf sie zu und wollten für sie arbeiten. «Sie sind von der Lösung, die Luckabox bietet, angetan und haben Lust, selbst etwas derartig Innovatives voranzutreiben», sagt Festini. Aber auch die intensiv gelebten Werte Integration, Innovation, Mitgefühl und Kreativität seien ihnen wichtig. Mit Dominique Locher, Ex-Chef der Migros-Tochter Le Shop, oder Kris Beyens, früher Ebay-COO, ist der Verwaltungsrat bestens besetzt.

TEXT URS-PETER INDERBITZIN

Luckabox ist eine weibliche Erfolgsstory in der von Männern dominierten Schweizer Start-up-Szene. Nur jede zehnte Firma wird von einer Frau gegründet. Doch verschweigt Festini auch nicht den Preis, den sie zahlt. «Ausruhen, das geht als CEO nicht. Erst seit zwei Monaten gönne ich mir Wochenenden, jahrelang hatte ich keine.» Man brauche sehr viel Leidenschaft, auch um die tägliche Achterbahnfahrt durch Tiefen und auf Höhen aushalten zu können. «2020 hatten wir vor der Pandemie eine Flaute im On-demand-Bereich. Jeder sprach davon, aber niemand wollte dafür zahlen. Also beschlossen wir, künftig den Schwerpunkt auf den Verkauf der Software zu legen. Dann ging es in der Krise plötzlich ab, und wir waren bereit.» Sich jederzeit ganz schnell das Gewünschte liefern lassen, sei erst jetzt ein weltweiter Trend. Start-ups, die dieses Bedürfnis bedienen, schiessen wie Pilze aus dem Boden. Doch einer Aike Festini macht das keine Angst. ◆

Konflikte zwischen Velofahrern und Automobilisten gibt es auf unseren Strassen leider täglich. Aber dürfen Velofahrer auch auf der Strasse fahren, wenn es gleich daneben einen Veloweg gibt?

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er Verkehr nimmt stetig zu, und die Strassen sind oft überlastet. Konfliktsituationen zwischen Automobilisten und Radfahrer sind an der Tagesordnung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass allseitig die Verkehrsregeln eingehalten werden und die Lenker ihre Sorgfaltspflichten einhalten. Oft würde auch ein vernunftgerechtes Verhalten nicht schaden. Hand aufs Herz: Welcher Automobilist hat sich nicht schon geärgert, weil er auf einer stark befahrenen Strasse längere Zeit hinter einem Radfahrer hinterherfahren musste, obschon neben der Strasse ein offizieller Radweg verläuft? Hier verhält sich der Radfahrer klar widerrechtlich. Gemäss Strassenverkehrsgesetz sind Radfahrer dazu verpflichtet, von der Fahrbahn abgetrennte Wege – sofern sie mit dem Signal «Radweg» (blaue Tafel mit einem weissen Fahrrad) versehen sind – zu benützen. Dies gilt auch, wenn ein Rad- und Fussweg mit getrennten Flächen (blaue Tafel mit Fahrrad links und Fussgänger rechts) oder ein gemeinsamer Rad- und Fussweg (blaue Tafel mit Fussgänger oben und Fahrrad unten) signalisiert ist. Diese Benützungspflicht gilt auch für E-Bikes bis 25 km/h und EBikes bis 45 km/h. Wer sich nicht daran hält, kann mit einer Ordnungsbusse von dreissig Franken bestraft werden.

wege auch für Fussgänger – Familien mit Kindern, Kinderwagen, Skateboards und anderen mobilen Geräten – freigegeben sind, ist mit gefährlichen Situationen und Kollisionen zu rechnen, wenn schnelle Gümmeler unterwegs sind. Vor einigen Jahren ist der Bundesrat im Rahmen einer Interpellation mit dieser Situation konfrontiert worden. Die Lösung des Bundesrats: Er hält an der Benützungspflicht von Radwegen für alle Radfahrer fest, zumal dies auch im Ausland so ist. Aus Gründen der Gleichbehandlung aller Radfahrenden ist eine besondere Regelung für Rennvelofahrer nach Meinung des Bundesrats nicht angezeigt, zumal sich eine präzise Abgrenzung kaum vornehmen lässt. Er verweist aber auf den Umstand, dass es die Kantone mit einer entsprechenden Signalisation in der Hand haben, von einer Benutzungspflicht abzusehen. So können die Kantone einen baulich von der Fahrbahn abgetrennten Weg auch mit dem Signal «Fussweg» und der Zusatztafel «Radfahrer gestattet» signalisieren. Bei einer solchen Signalisation können die Radfahrer wählen, ob sie auf der normalen Strasse oder auf dem separaten Weg fahren wollen. Für Lenker mit E-Bikes mit 45 km/h gilt dies jedoch nur bedingt: Sie dürfen einen «Fussweg» mit der Zusatztafel «Radfahrer gestattet» nur bei ausgeschaltetem Motor befahren. ◆

Keine Sonderregelung Zu Diskussionen Anlass gibt immer wieder die Frage, ob auch Rennvelofahrer die Radwege benützen müssen, es ihnen mit anderen Worten nicht erlaubt ist, auf URS-PETER der normalen Strasse zu fahINDERBITZIN ren. Insbesondere dort, wo Verkehrsexperte Rad- beziehungsweise Fuss-

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MOBILITÄT

Ein Kindersitz fällt durch In seinem zweiten jährlichen Vergleichstest bewertete der TCS 27 Rückhaltesysteme. Davon bestanden 24 Modelle mühelos und wurden als «empfehlenswert» bis «sehr empfehlenswert» eingestuft.

Video zum Test tcs.ch/ videoportal

TEXT PASCALE STEHLIN | TEST JÜRG REINHARD | FOTO TCS

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nlässlich seines Herbsttests prüfte der TCS 27 Kindersitze unter dem Gesichtspunkt von Sicherheit, Handhabung, Ergonomie und Schadstoffgehalt. Nach der Überprüfung sind fünfzehn Sitze mit der Note «sehr empfehlenswert» auf den vordersten Ränge zu finden. In der Kategorie der Babyschalen trägt das Modell iZi Go Modular X1 i-Size der Marke Mima den Sieg mit der besten Gesamtbewertung davon. Neun weitere Kindersitze werden als «empfehlenswert» eingestuft und können somit bedenkenlos verwendet werden.

Die Unzulänglichen Einzig der neue Oreo 360 II der Marke Osann wurde bei diesem TCS-Test aufgrund seiner Schadstoffe deklassiert. Die aus dem Bezugs-

Der TCS-Test ermöglicht Eltern, im breiten Angebot der Kindersitze durchzublicken und eine bessere Wahl zu treffen

stoff entnommene Probe enthielt in der Tat DPHP, einen Weichmacher, der unter anderem Schilddrüse und Hypophyse schädigen kann. Übrigens: Schon das Vorgängermodell ist aus den selben Gründen durchgefallen. Zwei weitere Rückhaltesys-

teme wurden von den Experten für «bedingt empfehlenswert» befunden. Die beiden Modelle Seat4Fix und Seat4Fix Air der Marke Chicco bieten knapp ausreichende Sicherheit und sollten demnach mit Bedacht gekauft werden. Auch ihre Ergono-

TCS-Kindersitztest 2021 II Marke Mima1/4/5 Graco1/4/5 Mima1/4/5 Graco4/5 Maxi-Cosi / Bébé Confort4/5 Maxi-Cosi / Bébé Confort1/4/7 Britax Römer4/5 Britax Römer4/5 Britax Römer1/4/5 Britax Römer1/4/5 Hauck4/5 Hauck1/4/5 Swandoo1/4/7 Avova1/4/7 Migo1/4/7 Osann1/4/7 Jané1/4/7 Lettas2/4/8 Nuna1/4/7 Chicco2/3/4/8 Chicco3/4/6/8 Cybex1/4/7 Britax Römer1/7 ABC Design2/3/4 Foppapedretti3/4/6 Jané1/4/7 Joie2/4/6

Modell iZi Go Modular X1 i-Size + iZi Modular i-Size base Snugessentials + Snugride i-Size Base iZi Go Modular X1 i-Size Snugessentials Pebble 360 Pebble 360 + FamilyFix 360 Base Baby-Safe 3 i-Size Baby-Safe iSense Baby-Safe 3 i-Size + Flex Base iSense Baby-Safe iSense + Flex Base iSense Select Baby Select Baby + Select Base Marie III Sperber-Fix i-Size Wonder i-Size Oreo 360 II Groowy + Nest i-Size Murphy (916) Tres LX Seat4Fix Seat4Fix Air Sirona SX2 i-Size Dualfix iSense + Flex Base iSense Aspen i-Size Isoplus Groowy i-Trillo LX

Verwendung 40–75 cm 40–75 cm 40–75 cm 40–75 cm 40–83 cm 40–83 cm 40–83 cm 40–83 cm 40–83 cm 40–83 cm 40–85 cm 40–85 cm 40–105 cm 40–105 cm 40–105 cm 40–105 cm 40–150 cm 0+ / I / II / III 40–145 cm 0+ / I / II / III 0+ / I / II / III 61–105 cm 61–105 cm 76–150 cm I / II / III 60–150 cm 100–150 cm

TCS-Bewertung ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★☆☆ ★★★★☆ ★★★☆☆ ★★★☆☆ ★☆☆☆☆ ★★★☆☆ ★★★☆☆ ★★★☆☆ ★★☆☆☆ ★★☆☆☆ ★★★★☆ ★★★★☆ ★★★☆☆ ★★★☆☆ ★★★☆☆ ★★★★☆

mie ist nicht ideal. Diese Produkte sind für die Verwendung ab der Geburt des Kinds bis zum zwölften Geburtstag vorgesehen. Es ist jedoch sinnvoller, im Laufe der Ent wicklung des Kinds drei unterschiedlich grosse Sitze zu wählen. Entscheidet man sich für einen solchen Kompromisssitz, leidet die Qualität. Die unterschiedlichen Einbauarten, die es für eine lange Nutzungsdauer zu beachten gilt, führen zu einem erhöhten Risiko von Fehlbedienungen. ◆ 1

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Befestigung nur rückwärtsgerichtet mit Isofix und Stützfuss. Befestigung vorwärtsgerichtet mit Isofix und Fahrzeuggurt (Herstellerangaben beachten). Befestigung mit Isofix und Top Tether in Fahrtrichtung (Herstellerangaben beachten). Sitz nur in freigegebenen Fahrzeugen. Befestigung nur rückwärtsgerichtet mit Fahrzeuggurt, ohne Basis. Befestigung in Fahrtrichtung mit Fahrzeuggurt. Befestigung vorwärtsgerichtet mit Isofix und Stützfuss (Herstellerangaben beachten). Befestigung rückwärtsgerichtet mit Isofix und Top Tether.

★★★★★ ★★★★☆ ★★★☆☆ ★★☆☆☆ ★☆☆☆☆

hervorragend sehr empfehlenswert empfehlenswert bedingt empfehlenswert nicht empfehlenswert

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Fehlende Ladestationen bremsen E-Mobilität Eine wachsende Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz glaubt an die Zukunft der Elektromobilität. Die Kaufbereitschaft wächst, wie der aktuelle E-Barometer des TCS zeigt. Als grösste Hürde beim Kauf wird die Verfügbarkeit der Ladestationen genannt. TEXT DINO NODARI

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m August war nahezu jeder vierte verkaufte Neuwagen in der Schweiz ein Elektroauto oder ein Plugin-Hybrid. Dieser Trend zeigt sich auch beim aktuellen TCS-Barometer E-Mobilität. Demnach will die Schweizer Bevölkerung in Zukunft den Fokus auf nachhaltige Verkehrsmittel setzen. Reine Elektroautos (41 Prozent), Velos (39 Prozent), öffent-

licher Verkehr (35 Prozent), E-Bikes (32 Prozent) oder hybride Elektroautos (27 Prozent) stehen dabei bei Herrn und Frau Schweizer besonders hoch im Kurs. Autos mit Verbrennermotor und Flugzeuge will die Bevölkerung künftig weniger nutzen.

Generationengraben Von den 1001 befragten Personen gehen immer mehr

davon aus, dass sie sich in Zukunft ein Elektroauto anschaffen werden. Dabei steigt insbesondere der Anteil jener, die dies in den nächsten drei Jahren zu tun gedenken. Es zeigt sich aber auch, dass es bei der Kaufbereitschaft für ein Elektroauto ein Generationengraben gibt. In der jüngsten Gruppe der Befragten ist für eine Mehrheit von 66 Prozent klar, dass sie in

INFOS ZUR STUDIE Die Ergebnisse des TCS-Barometer E-Mobilität basieren auf einer schweizweiten Befragung von 1001 Einwohnerinnen und Einwohnern ab 18 Jahren. Die Teilnehmenden wurden aus dem Onlinepanel polittrends.ch des Forschungsinstituts Gfs Bern rekrutiert. Die Repräsentativität der Daten wurde durch Quotierung und Gewichtungsverfahren sichergestellt. Befragt wurde zwischen dem 24. August und dem 8. September 2021.

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MOBILITÄT

Wo fehlen Ladestationen? «Bei Gründen, die eher gegen den Kauf eines Elektroautos sprechen, haben Sie angegeben, es fehle an Ladestationen. Wo konkret fehlen Ladestationen?» Auf öffentlichen Strassen / unterwegs 74

Am Wohnort / zu Hause 63

In Parkings / Parkhäusern 40

Am Arbeitsplatz 39

Ladeinfrastruktur Das Argument der Verfügbarkeit wird zunehmend wichtiger

TCS

Zukunft ein Elektroauto haben werden. Sie gehen jedoch von einem Zeithorizont aus, der weiter in die Zukunft geht als die nächsten drei Jahre. Bei den 40- bis 64-Jährigen möchten sich 59 Prozent ein Elektroauto anschaffen. Der Anteil, der dies innerhalb der nächsten drei Jahre tun möchte, ist indes doppelt so hoch wie bei den Jüngsten. Personen über 65 Jahre gehen dagegen in viel grösserem Ausmass als Jüngere davon aus, sich nie ein Elektroauto anzuschaffen. Aber auch in dieser Altersgruppe gehen noch 44 Prozent davon aus, dass sie sich in nächster Zeit ein Elektroauto anschaffen möchten. Grosse Unterschiede gibt es auch in Bezug auf die politischen Forderungen im Zusammenhang mit der Elektromobilität. Der grösste Unterschied zwischen den jüngsten und den ältesten Befragten zeigt sich in der Frage, ob die Elektromobilität ganz ohne staatliche Unterstützung auskommen soll. Während die Jüngsten dezidiert nicht dieser Meinung sind, wird diese Forderung von einer Mehrheit der Ältesten unterstützt. Grosse Einigkeit gibt es dagegen darüber, dass Lademöglichkeiten bei grossen Bauvorhaben künftig obligatorisch sein sollen. In den Vordergrund drängt sich mit der höheren Akzeptanz der

Elektromobilität auch die Frage nach der Versorgungssicherheit. Auch hier gibt es einen Generationengraben. So ist die Ansicht, dass es ohne neue Atomkraftwerke nicht gehen wird, bei den ältesten Befragten deutlich stärker verbreitet. Überlegungen rund ums Klima stellen konstant den wichtigsten Grund für den Kauf eines Elektroautos dar. Dieses Argument wird in den letzten drei Jahren fast doppelt so häufig genannt wie jedes andere Argument.

Weiss nicht. / Keine Antwort 4

Gründe für den Kauf eines Elektroautos «Welche Gründe sprechen aus heutiger Sicht für Sie persönlich eher für den Kauf eines Elektroautos?» Klima / CO2 67

Elektroautos sind die Zukunft. 40

Weniger Lärm 35

Steuerbefreiung bzw. Vorteile bei der kantonalen Motorahrzeugsteuer 24

Preisliche Überlegung / Treibstoff- und Ladestationkosten 21

Genügend Lademöglichkeiten / Schnellladestationen 17

Subventionen beim Kauf 13

Nutzungsvorteile wie Parkmöglichkeiten auf öffentlichem Grund

Ladestationen Die Wahrnehmung des EAutos verschiebt sich allmählich vom Spielzeug weniger Technikverrückter zum potenziellen Verkehrsmittel für die breite Masse. Damit verbunden, verschiebt sich auch die Abwägung der Gründe für und gegen den Kauf. Insofern gewinnen auch Faktoren wie die Verfügbarkeit von Ladestationen, die Reichweite oder die Notwendigkeit, Fahrten im Voraus zu planen, an Wichtigkeit. Die hohen Anschaffungskosten bleiben zwar an zweiter Stelle und stellen nach wie vor eine beträchtliche Hürde für die schnellere Verbreitung von Elektrofahrzeugen dar. Über die Jahre gesehen, nimmt jedoch die Kostenfrage als konkreter Grund gegen ein E-Auto kontinuierlich ab. ◆

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Supportdienst wie Pannendienst für Elektroautos und Ladestationen 3

Zuverlässige Beratung für Auto und Ladestation 1

Andere Gründe 11

Wahrscheinlichkeit Anschaffung Elektroauto «Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie sich in Zukunft ein Elektroauto anschaffen werden (kaufen/leasen)?» 12% Ich schaffe mir wahrscheinlich in den nächsten drei Jahren ein Elektroauto an.

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9% Ich schaffe mir wahrscheinlich in den nächsten vier Jahren oder später ein Elektroauto an. 37% Ich schaffe mir wahrscheinlich in Zukunft ein Elektroauto an, aber ich weiss nicht, wann.

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31% Ich schaffe mir wahrscheinlich nie ein Elektroauto an. 11% Weiss nicht. / Keine Antwort

In Prozent Einwohner/-innen ab 18 Jahren.

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TECHNIK

ŠKODA ENYAQ IV80 4×2 LOUNGE

Ein stylisher, elektrischer SUV

ESynchronmotor, 204 PS W18,0 kWh/100 km (Testdurchschnitt), Energieetikette A VReichweite: 428 km kGewicht: 2329 kg (Testfahrzeug) P0–100 km/h: 8,6 s L48 970 Fr. Škoda profitiert von der elektrischen Plattform von Volkswagen, um einen Crossover mit viel Technik an Bord und einem gestylten Look abzuliefern. Ein komfortables Fahrzeug mit einer angemessenen Reichweite.

Ausgefeiltes und attraktives Design Allgemein angenehmer Komfort Glaubwürdige Reichweite / Verbrauch Grosszügiges Platzangebot hinten Trendige Inneneinrichtung

TEXT MARC-OLIVIER HERREN | FOTOS EMANUEL FREUDIGER

Trotz der Masse gute Fahrleistungen Ultrakleiner Wendekreis

32 touring | November 2021


M

Nachhaltiges Ambiente Recycelte Materialien und Leder passen gut zusammen

Der Touchscreen gibt Zugang auf die fünf Fahrmodi

TECHNISCHE DATEN TESTFAHRZEUG Škoda Enyaq iV80 Lounge 4×2: 5 Türen, 5 Plätze; 48 970 Fr. (Testfahrzeug: 61 690 Fr.); Varianten: iV60 Loft, 180 PS, 4×2 (42 590 Fr.), bis iV80x, 265 PS (54 140 Fr.); Optionen: Metallic-Farbe (860 Fr.), adaptiver Tempomat (ACC) usw. (1120 Fr.), Navigationssystem (770 Fr.), Matrixscheinwerfer (1370 Fr.), adaptives Fahrwerk (970 Fr.); Garantien: 2 Jahre ab Werk, 8 Jahre / 160 000 km auf die Batterie, unbeschränkte Mobilitätsgarantie (sofern Services eingehalten), 12 Jahre Rostschutz (mit Auflagen); Importeur: Škoda Schweiz, 6330 Cham, skoda.ch TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN Motor: Hecksynchronmotor, 204 PS, 310 Nm; 1-Gang-Getriebe; Lithium-Ionen-Batterie: 77 kWh (netto); Gewicht: 2329 kg (Testfahrzeug); Gesamtgewicht: 2635 kg; Anhängelast; 1000 kg

Aussehen Kanten und klare Züge sorgen für einen dynamischen Stil ohne Protzigkeit 80%

Hohes Leergewicht (2,3 t) 161 cm

Relativ schwerfälliges Fahrverhalten Wenig transparente Optionenliste Relativ langsamer Touchscreen Geringe Nutzlast (306 kg) Bugs beim Antikollisionssystem Minimalistische Garantie (zwei Jahre)

Radstand 277 cm Länge 465 cm Breite 188 cm Kofferraum: 585–1710 l Reifen: vorne 235/55 R19, hinten 255/50 R19

it seinen klaren Zügen und seiner absinkenden Dach­ linie wirkt dieser SUV sehr attraktiv. Die Inneneinrich­ tung mit nachhaltigen, hochwertigen Materialien ist ansprechend. Reich mit gefilzten Stoffen verkleidet, bietet die von Möbeln inspirierte Version Lounge ein sowohl gemütliches als auch dauer­ haftes Interieur. Bei den Instrumenten wird auf Digitalisierung gesetzt, der gross dimensionierte Touchscreen zeigt das Wichtigste an. Das geht jedoch et­ was zulasten der Aufmerksamkeit am Steuer, auch wenn der Enyaq einige Kurzwahltasten beibehält. Das Head­up­ Display, das grosse Icons auf die Front­ scheibe projiziert, und das Navigations­ system mit Virtual Reality funktionieren gut. Ja, dieser Crossover verfügt über hochentwickelte Technik, auch wenn das Antikollisionssystem manchmal un­ angebracht reagiert hat.

Ein stilechter Reisewagen Umschmeichelt von den Stoff­/Leder­ sitzen (1070 Fr.) und eingelullt von der adaptiven Federung (970 Fr.), fährt man sehr komfortabel. Dies umso mehr, als dieses Elektroauto gebührend schallge­ dämmt ist. Den hinteren Mitfahrern ge­ fallen das Fehlen eines Kardantunnels und die grosse Beinfreiheit. Gleiches gilt für den ziemlich geräumigen und mit grobem Stoff aus Fasern aus recyceltem Pet ausgestatteten Kofferraum. Die Version mit Hinterradantrieb profi­ tiert von ihrer grossen Lithium­Ionen­ Batterie mit 77 Kilowattstunden, die bei zurückhaltender Fahrweise eine Reich­ weite von mehr als 400 Kilometern er­ möglicht. Ein glaubwürdiges Elektro­ fahrzeug, das man an Stationen mit 125 Kilowatt schnellladen kann. Kehr­ seite der Medaille: Die rund 500 Kilo­ gramm der Batterie beeinflussen das Fahrverhalten dieses Familien­Cross­ overs. Nichts Abschreckendes, denn der abgesenkte Schwerpunkt trägt zur Stabilität des Ganzen bei. Alles in allem ist der Enyaq angenehm zu fahren. Vor allem, weil die 204 Pferde des an der Hinterachse untergebrachten Motors für echte Dynamik sorgen. Nicht wirk­ lich sportlich, aber er läuft gut. Ausser einem kleinen Wendekreis bietet dieser Hecktriebler gute Traktion. Und Wippen am Lenkrad erlauben es, den Eingriff der Bremse mit Rückgewinnung zu vari­ ieren. Stylish und echt glaubwürdig ist dieser elektrische Crossover. ◆ November 2021 | touring

33

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TECHNIK

TCS-EXKLUSIV

TCS MoBe: Andrea Scuderi

FAHRDYNAMIK

SERVICEKOSTEN

Beschleunigung (0–100 km/h): 8,6 s Elastizität 60–100 km/h (Fahrstufe D): 4,8 s 80–120 km/h (Fahrstufe D): 6,5 s Wendekreis: 10,3 m Bremsweg (100–0 km/h): 36,6 m Innenlärm 60 km/h: 55 dB (A) 120 km/h: 63 dB (A)

Wartung (km / Mte) Stunden Kosten (Fr.) 30 000 / 24 1,9 346.– 60 000 / 48 1,9 346.– Gesamtkosten Wartung 180 000 km: 30 000 km/Jahr 11,4 2076.– 1

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Inklusive Servicematerial.

BETRIEBSKOSTEN km/Jahr Rp./km Fr./Monat feste variable 15 000 75 652.– 283.– 30 000 49 652.– 565.– Stundenansatz für TCS-Berechnung: 145 Fr. (BFS) TCS AUTOVERSICHERUNG Jahresprämie (Fr.)2:

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Der Kofferraum ist einfach zugänglich

NORMVERBRAUCH AUF PRÜFSTAND Zyklus Mix Werk WLTP 21,6 kWh 0 g/km CO2-Emissionen: CO2, Schweizer Durchschnitt: 169 g/km Energieetikette (A–G): A TESTVERBRAUCH 18,0 kWh/100 km Reichweite: 428 km Batterie: 77 kWh (Nettokapazität)

Platz, aber keine verschiebbare Sitzbank Der geneigte Aufbau mit prägnantem Spoiler

Video zum Test tcs.ch/ videoportal

Škoda Enyaq iV80 im Detail KAROSSERIE Das Design mit nüchternen Kanten und der abgesenkte Aufbau verleihen dem Škoda Enyaq ein gestyltes Aussehen. Der fehlende Kardantunnel hinten gibt viel Platz für die Beine frei. Der gut dimensionierte, kubische Kofferraum ist praktisch, und die Rückenlehnen der Sitzbank – die nicht verschiebbar ist – lassen sich mit zwei Griffen umklappen. Ein Fach unter dem Boden nimmt das AC-Ladekabel auf. INNENRAUM Das hübsche Armaturenbrett beherbergt einen grossen Dreizehnzoll-Touchscreen, der die minimalistische Fünfzollinstrumentierung ergänzt, welche vom Headup-Display mit virtueller Realität (1670 Fr.) fast ausgestochen wird. Kurzwahltasten erlauben direkten Zugriff auf gewisse Funktionen. Mikrofasergewebe, anodisierte Einlagen und geschäumte Materialien beleben das moderne Interieur. KOMFORT Die Insassen profitieren von gut passenden Sitzen und einer wirksamen Schalldämmung. Das Ganze wird von der sanften Federung und dem adaptiven Fahrwerk untermauert. PREIS / LEISTUNG Der Basispreis ist erschwinglich, aber man muss die Grundausstattung mit zahlreichen kleinen, preiswerten Optionen vervollständigen. Guter Technikstandard (adaptiver Tempomat, Matrixscheinwerfer). Vorteilhafte Unterhaltskosten. Garantie auf zwei Jahre beschränkt. FAHREIGENSCHAFTEN 2,3 Tonnen schwer, liegt dieses a priori unbeholfene Fahrzeug im Ganzen gut auf dem Asphalt. Der Hinterradantrieb liefert gute Traktion, und die Lenkung ist genügend gefühlvoll. Fünf Fahrabstimmungen stehen zur Verfügung. MOTOR / ANTRIEB Der hinten eingebaute Motor mit 204 PS ist dynamisch, aber nicht sportlich. Daran ändert auch der Modus Sport nichts. Der Modus B des Minischalthebels sowie die Wippen am Lenkrad erlauben es, die Unterstützung der Motorbremse zu vergrössern. VERBRAUCH Diese Version mit einer Batterie von 77 Kilowatt (netto) hat im Schnitt 18 Kilowattstunden pro hundert Kilometer verbraucht – bei einer Reichweite von 428 Kilometern. Sie verfügt über ein Bordladegerät mit elf Kilowatt und erlaubt Schnellladungen mit bis zu 125 Kilowatt.

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34 touring | November 2021

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TECHNIK

Das Auto des Jahres wird elektrisch Der Energiewandel drückt der Wahl zum «Schweizer Auto des Jahres» 2022 einen deutlichen Stempel auf. Da kein Verbrennermodell die Vorauswahl überstand, wird ein Elektroauto die Lorbeeren einfahren. TEXT MARC-OLIVIER HERREN

Wachsende Vielfalt Die fünfzehn der Jury Anfang Oktober im TCS-Fahrzentrum Betzholz (ZH) vorgestellten Modelle liefern einen vollständigen Überblick der Vielfalt und Ent­ wicklung bei den Elektro­ autos. Das Spektrum erstreckt sich vom einfachen Dacia Spring, der unter 20 000 Franken bleibt, bis zum opulenten MercedesBenz EQS vollgepackt mit neuester Technologie. Das breite Panel des «Schweizer Auto des Jahres» 2022 ist ausschliesslich elektrisch

36 touring | November 2021

Angesichts der Modelle im Rennen tendiert die Reichweite – ein immer entscheidenderer Aspekt – dazu, 400 Kilometer zu übersteigen. Die fürs städtische Umfeld bestimmten Modelle bieten rund 300 Kilometer, während das Elektroflaggschiff der Schwaben, der EQS, bis zu 780 Kilometer schafft. Bei den meisten Modellen werden mehrere Batteriegrössen angeboten. Mit 507 Kilometern scheint die Reichweite des Tesla Model Y zu zeigen, wo der von den Herstellern angestrebte Durchschnitt liegt. Auf Basis der Limousine Model 3 bietet der SUV ebenfalls ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und viel Kraft (514 PS) für 62 000 Franken mit allen Optionen.

risieren ihn. Er ist ab Ende März erhältlich. Ein weiteres Modell, das Anfang Jahr erwartet wird, ist das Viersitzercoupé BMW i4. Sein agiles und bissiges Fahrverhalten beweist, dass Spass und Elektromobilität kompatibel sind. Das zeigt auch die Volks­ wagen-Gruppe mit dem SUV VW ID.4 GTX und dem Cupra Born. Letzterer basiert auf dem VW ID.3, wurde aber von Cupra stark überarbeitet. Die Folge sind etwa ein ausgeprägtes Styling und eine Leistung von 231 PS. Auch Hyundai und Kia bemühen sich, den SUV Ioniq 5 und EV6, die auf der gleichen

Plattform aufbauen, unterschiedliche Ausprägungen zu verleihen: Der Ioniq 5 erhält einen geräumigen Innenraum aus nachhaltigen Materialien, der EV6 zeigt mit um zehn Zentimeter verkürztem Radstand mehr sportliches Temperament. Ein letztes Fazit zu den fünfzehn im Rennen liegenden Kandidaten: Die Instrumentierungen der elektrischen Autos zeigt eine unglaubliche Vielfalt. Sie gipfeln derzeit im Bildschirm, der beim Mercedes EQS das ganze Armaturenbrett einnimmt. Die Ergebnisse werden am 6. Dezember bekannt gegeben. ◆

Jurypräsidentin Monisha Kaltenborn (Ex-Sauber) im Gespräch mit Jurymitglied und Ex-Formel-1-Pilot Marc Surer

Autos mit Funfaktor Eine Überraschung ist der Re­ nault Mégane Electric. Dieser Kompakte von 4,21 Metern verkörpert die dritte Genera­ tion von Elektroautos. Eine Batterie mit kleineren Abmessungen, Motor mit optimiertem Wirkungsgrad, Maximalleistung von 218 PS und spezifisches Design charakte-

FOTOS FABIENNE BÜHLER/SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

D

er Paradigmenwechsel ist erstaunlich: Während letztes Jahr weniger als die Hälfte der bei der Jury des «Schweizer Auto des Jahres» eingereichten Modelle über einen Elektroantrieb ver­ fügten, sind die Verbrennerkandidaten bei der Ausgabe 2022 schlichtweg verschwunden. Dies spiegelt den radi­ kalen Wandel im Automobilmarkt wider. Daher sind Grossserienmodelle wie der Škoda Fabia und der Peugeot 308 in der Vorauswahl hängen geblieben. Dabei wurde letzterer 2014 noch ausgezeichnet.


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TECHNIK

RENAULT ARKANA E-TECH HYBRID RS LINE

Stylisch, aber auch geräumig Mit dem Arkana besetzen die SUV-Coupés ein erschwinglicheres Segment. Trotz eleganter Silhouette bietet er ausreichend Platz. TEXT UND FOTO MARC-OLIVIER HERREN

S

eine schlanke Gestalt, geprägt vom abfallenden Heck, könnte Befürchtungen der hinteren Insassen aufkommen lassen. Doch die Kopffreiheit dieses trendigen SUV wird kaum beschnitten. Sogar die Kofferraumkapazität, die bei dieser Hybridversion 33 Liter geringer ist, bleibt angemessen. Dazu bietet die massive

Heckklappe einen bequemen Zugang zum Laderaum. Gut, die Variabilität ist eher einfach, aber die Beinfreiheit ist dennoch ausreichend grosszügig. Auch bietet die Variante RS Line ein schönes Interieur. Die Wildledersitze mit Ziernähten passen gut zu den grossen Applikationen im Carbonstil und den wertigen Materialien.

Seine schlichte Seite Der Arkana hat einen 1,6Liter-Benzinmotor und zwei Elektromotoren an Bord. In der Stadt bemüht sich der Hybrid, das elektrische Fahren zu maximieren. Die Folge: Ein Verbrauch von kaum sechs Litern auf hundert Kilometern und man rollt sehr angenehm. Das ist auch ausserorts der Fall.

Die Version RS Line trägt einen sportlichen Spoiler und einen Diffusor (Option) zur Schau

NLänge: 4,57 m; Kofferraum: 480 l E1,6-l-Benziner: 94 PS; elektr.: 49 PS; kumuliert: 145 PS; 148 Nm; 0–100 km/h: 10,8 s; Testverbrauch: 5,8 l/100 km; Reichweite: 862 km L38 500 Fr.

Verbrauch / Reichweite Effizientes Hybridsystem Ansprechendes Styling Ausreichend Platz Serienausstattung Beschleunigung Fahrgefühl Straffheit im Stadtverkehr

Hingegen stösst der 1,6-LiterSauger mit 94 PS beim Beschleunigen in hohe Drehzahlen vor. Sobald er vom Elektromotor mit 49 PS unterstützt wird, beruhigt sich das Ganze. Besser fordert man die Mechanik nicht zu sehr. Auch wenn der Durchzug kräftig ist, bleibt die Beschleunigung schwach, und das Klauengetriebe ist nur durchschnittlich schnell. Rassiger Look, ja. Trotzdem geizt der SUV mit Fahrgefühlen, auch wegen der etwas leichtgängigen Lenkung. Ab dem zweiten Ausstattungsniveau gut ausgerüstet, hat der Arkana die meisten Assistenten an Bord. Die Mehrkosten der Hybridversion gegenüber dem 160-PSModell beschränken sich auf 500 Franken. ◆

Diese SUV lösen Coupés ab Noch vor kurzem waren Coupés ein Synonym für Eleganz, Exklusivität und Sportlichkeit. Dieses Bild scheint heute der Vergangenheit anzugehören. Erschwingliche Coupés sind vollständig aus dem Angebot der Marken mit Vollsortiment verschwunden. Fündig wird man nur noch bei gewissen Premiumherstellern. Wie bei den Cabriolets erklärt der Druck auf die Mar-

gen der Hersteller teilweise diesen Niedergang. Auch weil sich die kommerzielle Attraktivität eines Coupés oft auf zwei oder oder drei Jahre beschränkt. Diese Kategorie lassen daher Finanzchefs in entbehrungsreichen Jahren als Erste einstellen. Gleichzeitig ist das Phänomen SUV dort angekommen. Im Kielwasser des massiven BMW X6 haben die SUV-Coupés nach und nach die Oberklasse besetzt. Das genügt,

um Gewinne zu erzielen, und manchmal auch, um den Status eines Nischenfahrzeugs zu verlassen. Ein Beispiel ist das Cayenne-Coupé, das rund ein Drittel der Verkäufe beim grossen Porsche SUV ausmacht.

Basis für E-Modelle Im Lauf der Jahre ist dieses Phänomen in der Breite angekommen und beschränkt sich nicht mehr auf die Oberklasse, wie der Renault Ar-

kana zeigt. Ausserdem stellen die SUV-Coupés eine ideale Basis für elektrische Modelle dar. Alle Marken der Volkswagen-Gruppe etwa haben Anspruch auf ihre CoupéVersion (Audi Q4 Sportback, Škoda Enyaq Coupé, VW ID.5). Dazu kommen Crossover, die Züge von Limousinen und SUV sowie die abfallenden Dächer der Coupés vereinen. Vielleicht fördert die Tendenz ja die Rückkehr von Grossserien. ◆ November 2021 | touring

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TECHNIK

PORSCHE TAYCAN 4S CROSS TURISMO

Ausnahmeabenteurer

Polyvalent, aber es braucht Mut, sich mit seinen Zwanzig-Zoll- Rädern ins Gelände zu wagen, sogar in leichtes

NLänge: 4,97 m; Kofferraum: 84/446 l E2 Synchronmotoren, 490 PS (Overboost: 571 PS), 650 Nm; 2 Gänge, 4×4; 0–100 km/h: 4,1 s; Batterie: 93,4 kWh (brutto); eingebautes Ladegerät: ab 11 kW; Testverbrauch: 24,5 kWh/100 km; Reichweite: 380 km

L135 600 Fr.

Vom Status einer Coupé-Limousine geht der Taycan in der Ausführung Cross Turismo in denjenigen eines Allwegefahrzeugs über.

Die Heckklappe mit grossem Spoiler

TEXT MARC-OLIVIER HERREN | FOTOS EMANUEL FREUDIGER

D

ie Protektoren an der Karosserie geben den Ton an: Der Taycan Cross Turismo markiert den elek­ trischen Abenteurer, wobei sich seine Silhouette einem Kombi angleicht. Der erhöhte Aufbau lässt die Kopf­ freiheit auf der hinteren Sitzbank um fünf Zentimeter wachsen. Hingegen ist die unveränderte Beinfreiheit noch begrenzt für einen Boliden, der fast fünf Meter lang ist. Gleiches gilt für den Kofferraum. Andererseits erweisen sich der grosse Ausschnitt der Heckklappe und seine geordnete Architektur als sehr praktisch. Hinzu kommt der vordere Kofferraum im Stil des Coupé 911. Kaum schwerer als die Limousine kommt er immerhin noch auf eine

Spitzengeschwin-digkeit von 240 km/h.

Ab wie ein Dragster

Klang. Und die in engen Kurven auftretende Untersteuerneigung ebenfalls.

Belanglos, wenn man ihn Bei normaler Fahrt beannach der blitzartigen Besprucht der Taycan im Weschleunigung sentlichen beurteilt. Und den hinteren Polyvalentes Reiseauto die Version 4S Blitzartige Beschleunigung Motor, geht ist noch nicht Ambivalentes Fahrverhalten aber beim einmal die geringsten Ladeleistung leistungsDruck aufs Erhöhte Kopffreiheit stärkste VerGas in Kleiner Wendekreis sion. Auf den 4×4jeden Fall kaAntrieb über. Reichweite gerade noch tapultiert im Die Fahrein­ genügend Modus Sport drücke gehen Preis und Aufpreise Plus die FunkMittelmässige Ausstattung mit einer tion Launch untadeligen Fussabdruck / Breite Control diesen Traktion einKeine Anhängelast Hofhund mit her, und die 2245 Kilogramm (+25 kg) lenkbare Hinterachse sorgt Gewicht buchstäblich nach für eine gewisse Agilität. vorn. Den Magen in den Kniekehlen vergisst man den Die serienmässige Luftfedeebenso psychedelischen rung spielt sowohl mit holpwie künstlichen rigen Strassen als auch mit

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Im Gravelmodus hebt er sich um drei Zentimeter

Schwellen und sorgt für einen ausgezeichneten Fahrkomfort. Im Modus Gravel erhöht sich die Bodenfreiheit um drei Zentimeter, während sie bei schneller Fahrt sinkt. Im Kapitel Reichweite ist es nicht selbstverständlich, an den 400 Kilometern zu kitzeln. Aber die sehr schnelle Nachladung wird noch optimiert durch das mit dem Navigationssystem verbundene Regelsystem, das die Batterie bei guter Temperatur hält. Grosse Kunst. ◆ November 2021 | touring

41


TECHNIK

MASERATI GHIBLI TROFEO

Brummendes letztes Gefecht Die italienische Sportlimousine ist eine exotische Perle, die mit dem kräftigen V8-Biturbomotor viel Fahrspass verspricht. TEXT UND FOTOS MARC-OLIVIER HERREN

E

r steht sicher nicht mehr in der Blüte seiner Jugend, denn diese dritte Auflage des Maserati Ghibli ist schon im Jahr 2013 erschienen. Immerhin verpassen die gestreckten Matrixscheinwerfer und die verschiedenen sportlichen Elemente, welche die Karosserie zieren, dieser opulenten Limousine ein jugendliches Aussehen, deren neueste Ableitung Trofeo mehr auf Muscle Car macht.

Ferrari-Herz An V6 gewohnt, erbt der Ghibli hier einen Biturbo-V8, der von Ferrari stammt. Allerdings zeigt sich der Motor bei 1300 U/min durchaus zivilisiert. Dank der adaptiven Federung ist Fahrkomfort durchaus vorhanden. Doch der Trofeo kann auch seine Sportlichkeit zeigen. Selbst im Normalmodus zieht der V8­ Biturbo gewaltig an und be-

schleunigt schnell. Rascher die Antischlupfregelung abals gedacht, schnellt die Nadel wesend zu sein scheint. Mutig des Drehzahlmessers bis in gemacht durch die ziemlich den roten Bereich. Dann greift bissige Vorderachse, geht man der Drehzahlbegrenzer bei in den Modus Corsa über, eine etwa 7300 U/min ein und noch schärfere Abstimmung, unterbindet welche die das ungestüme AuspuffklapItalienische Eleganz Vorwärts­ pen tönen Charakter des Motors preschen. lässt und das Starke Beschleunigung ESP in den Echter Hecktriebler Wählt der FahRuhezustand Raffiniertes Lederinterieur rer aber die versetzt. BeSportabstimrauschend, V8 schluckt gern mung, befreit aber auf der Etwas veraltete Technik sich der V8 Strasse nicht Schrille Warntöne noch mehr, wirklich ratund das Autosam. Bleibt matikgetriebe legt seine acht noch, dass die dämonische Gänge mit Nachdruck ein. Beschleunigung nicht besser Verblüffend, bis die 2,1 Tonist als bei den Elektrosport­ nen des Geräts den Piloten zur wagen. Der Ghibli ist die Art Ordnung rufen. Ausserdem von Auto, die unter die Haut liefert der Ghibli im Gegengeht. Schliesslich muss man satz zu seinen Allradkomparsich noch über einen Preis, sen M5 und AMG 63 seine der ebenso verrückt ist wie 580 PS an die Hinterachse. die Fahreindrücke, und einen Ein tolles Fahrvergnügen rasch masslos werdenden steht an, dies umso mehr, als Durst hinwegsetzen. ◆

NLänge: 4,97 m; Kofferraum: 500 l E3,8-l-V8-Biturbo, 580 PS, 730 Nm; aut. 8-Gang-Getriebe, Heckantrieb; 0–100 km/h: 4,3 s; Testverbrauch: 12,0 l/100 km; Reichweite: 666 km L150 350 Fr. Raffinierte Limousine Der Ghibli Trofeo ist mit einem Volllederinterieur ausgestattet

42 touring | November 2021

MAN ELEKTRIFIZIERT, ABER NICHT NUR Zwar hat der Ghibli Trofeo das Verhalten eines letzten Mohikaners, trotzdem hat Maserati seine Energiewende eingeleitet. Sie ist mit dem Ghibli Hybrid gestartet, in welchem die gewohnten V6 für einen Vierzylinderturbo mit 48-Volt-Startergenerator Platz machen (330 PS). Weiter geht es im November mit dem SUV Grecale, der auf der Plattform des Alfa Romeo Stelvio aufbaut. Dieses Modell, das von verschiedenen Motorisierungen profitieren kann, wird es auch in einer vollelektriHier kommt schen Ausführung geben. eine Bildlegende. Zunächst wird Maserati mit der Einführung des Supersportwagens MC20 mit dem 630-PS-V6 Nettuno von sich reden machen, welcher ein direktes und indirektes Doppeleinspritzungssystem aufweist.

Ein sagenhafter V8 für 326 km/h Spitze


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TECHNIK

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Ein Hightech-Cruiser Die italienische Velomanufaktur Neox trumpft mit technischen Innovationen und formschönen E-Bikes auf. Das F8.11-Getriebe überzeugt. TEXT UND FOTOS FELIX MAURHOFER

Z

u einem der innovativsten E-Bike-Hersteller darf sicher die Marke Neox gezählt werden. In der Manufaktur im italienischen Ort Recoaro Terme stellen dreizehn Mitarbeiter die Zweiräder her. Wie bei allen Modellen der Marke sticht auch beim getesteten Freedom+ die Einarm-Hinterradstrebe ins Auge. Auffallend ist auch die wertige Verarbeitung bis ins kleinste Detail. Da wären die im Rahmen verbauten Kabel oder die clever gefertigten Schutzbleche. Das formschöne Bike hat eine sportliche Rahmengeometrie aus Aluminium und eine starre Gabel. Für Fahrkomfort

und ein gutes Abrollverhalten sowie Agilität sorgt die fette 26-Zoll-Bereifung.

Das Herzstück Die Innovation beim Neox Freedom+, wie übrigens auch bei allen Modellen der norditalienischen Marke, ist das F8.11-Getriebe. Es handelt sich um ein elektronisches, sequenzielles Achtganggetriebe mit integriertem Motor, der 250 Watt leistet. Die Eigenentwicklung ermöglicht schnelle und präzise Schaltvorgänge während der Fahrt und auch im Stehen. Bestechend am System ist die geschlossene Einheit von Getriebe und Motor, die laut Hersteller weitgehend wartungsfrei ist. Im Gegensatz zu einer Kettenschaltung ist bei F8.11 bloss ein Jahresservice nötig. Die Antriebskette auf

die Hinterachse befindet sich ebenfalls in der geschlossenen Antriebseinheit. In der Praxis bewährte sich das Getriebe abgesehen von einer kleinen permanenten Geräuschkulisse bestens. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Reinigung des E-Bikes unkompliziert und Schmierstoffe obsolet sind. Für genü-

INNOVATIVE VELOSCHALTUNGEN Nabenschaltungen bestehen aus im Ölbad laufenden Planetengetrieben in einer voll gekapselten Hinterradnabe. Beispiele: Nexus und Alfine von Shimano, Speedhub von Rohloff, Nuvinci von Fallbrook Die Tretlagerschaltung gleicht einem kleinen Autogetriebe. Antriebs-, Abtriebsund Schaltwelle sind in einem kompakten und

Die gekapselte Antriebseinheit mit Kette

NGewicht: 21 kg; Motor: 500 W, gedrosselt auf 250 W / 25 km/h, Akku: 500 Wh; 8 Gänge, sequenziell, elektronisch Lab 4540 Fr. 44 touring | November 2021

gend Reichweite sorgt der 500-Wattstunden-Akku. Die Bedienung mit den vier Unterstützungsstufen ist intuitiv und einfach. Diebstahlsicherheit wird ebenfalls grossgeschrieben: Mit einem Code wird der Antrieb entsperrt, und das Bike kann mit einem im Kettenkasten verbauten Schloss verriegelt werden. ◆

geschlossenen Gehäuse im Tretlagerbereich untergebracht. Beispiel: P-Line von Pinion Die Kombinationsschaltung führt zwei Schaltungstypen zu einer Schaltung zusammen. Beispielsweise kann eine konventionelle Kettenschaltung mit einer Dreigang-Nabenschaltung kombiniert werden. Beispiel: Dual Drive von Sram Das Freedom+ besticht durch sein Design, das gute Fahrverhalten und die gute Verarbeitung


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Das Auto ist erst «leer», wenn die persönlichen, digitalen Daten gelöscht sind

Persönliche Daten bei der Autorückgabe REDAKTION TOURING

W

er sein Auto verkauft oder zurückgibt, nimmt heraus, was ihm oder ihr gehört: Sonnenbrille, Schreibzeug, Reservemünzen, Garagentüröffner usw. Richtig leer ist das Auto aber erst, wenn auch die persönlichen Daten gelöscht sind.

Wie kommen Daten ins Auto?

Moderne Autos erfassen, speichern und versenden viele Daten technischer Natur, beispielsweise zu Diagnosezwecken oder um das Nutzungsprofil des Fahrzeugs zu dokumentieren. Das Ziel der Hersteller: allfällige Fehler leichter finden und Nachfolgemodelle gezielter verbessern. Daneben gibt es auch Daten, die der Nutzer selbst aktiv ins Auto bringt. Wer bringt seine Daten ein?

Viele Fahrzeuge können mittels App und Nutzerkonto beim Hersteller registriert werden. Zudem gibt es passende Remote-Apps, mit denen das Fahrzeug per Smartphone leichter gefunden, geöffnet, geschlossen oder vorgewärmt werden kann. Vor allem bei gekauften, geleasten oder abonnierten

Fahrzeugen werden solche Funktionen gerne genutzt. Welche Vorteile hat die Registrierung?

Bei mehreren Familienmitgliedern «erinnert» sich das Auto an die Einstellungen, wenn der Fahrer mit seinem Handy einsteigt – zum Beispiel Sitz, Aussenspiegel, je nach Modell auch an die Armaturenbrettbeleuchtung und die gespeicherten Radiosender. Nebst dem Halter sind oft auch Gastprofile möglich. Was passiert, wenn ich sie nicht lösche?

Solange ein Nutzerprofil zugeordnet ist, kann sich der neue Besitzer nicht anmelden. Ist eine App direkt im Auto installiert, zum Beispiel damit das Musikstreaming auch ohne Smartphone funk funktioniert, müssen die Zugangsdaten dort ebenfalls gelöscht werden. Wer dies nicht tut, ermöglicht dem nachfolgenden Fahrer, den Dienst auf seine Kosten zu nutzen. Was ist mit Sharing- und Mietfahrzeugen?

Bei der kurzzeitigen Nutzung geht es vor allem um Kontakte, die mit

dem Koppeln des Smartphones übertragen werden, und um Ziele im Navigationssystem. Letztere kommen immer wieder in TV-Krimis vor. Wer die Möglichkeit hat, dasselbe Fahrzeug oft und wiederkehrend zu nutzen, ist versucht, sein Handy nicht aus der Liste zu löschen, weil das Koppeln eine kurze Zeit in Anspruch nimmt. Wie gross ist das Risiko?

Um auf Adressbucheinträge des Vorbenutzers zuzugreifen, braucht es Insider wissen. Sharing­Fahrzeuge werden meist innerhalb einer gewissen Community weiter­ gereicht. Bei Mietwagen weiss man jedoch nie, wer sie nach der Rückgabe benutzt. ◆

EMPFEHLUNGEN

1.

Die heutigen Autos werden immer mehr zu voll vernetzten Geräten, in denen die Nutzer Datenspuren hinterlassen. Löschen Sie deshalb verbundene Geräte und Profile im Infotainmentsystem und in der SmartphoneApp vor Verkauf/Rückgabe des Autos.

2.

Nutzen Sie die Funktion «Werkseinstellungen wiederherstellen», um alle Datensätze zu löschen.

3.

Löschen Sie das Telefon aus der Geräteliste und die eingegebene Ziele im Navigationssystem bei der Rückgabe von Sharingund Mietautos.

4.

Weisen Sie beim Kauf einer Occasion den RücksetVerkäufer auf die Rückset zung des Infotainmentsys Infotainmentsystems und auf die Abmel Abmeldung der Nutzerkonten hin. ERICH SCHWIZER Funktion: Experte Mobilitätsberatung Beruf: Automobilingenieur Kontakt:

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November 2021 | touring

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FREIZEIT

Der Schlafwagen erlebt ein Comeback. Aus Umweltgründen, aber auch weil’s praktisch ist

Im rollenden Bett auf Entdeckungsreise Etliche Schlafwagenverbindungen gibt’s nicht mehr, dafür bestehen andere aber wie eh und je. Die wenig bekannten Strecken nach Graz und ab Ljubljana haben wir für ein verlängertes Wochenende genutzt. Fazit: Wir sind entspannt gereist und haben hinreissende Städte und Landstriche entdeckt. REPORTAGE PETER HUMMEL

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ie schnell doch die Zeiten ändern: 2016 stellte die DB ihr City-Night-Line-Netz mangels Rentabilität ein. Schon zuvor hatten SBB, SNCF und die Benelux-Bahnen den internationalen Nachtverkehr aufgegeben. Doch nur zwei, drei Jahre später hat der Wind mächtig gedreht: Unter dem erwachten Bewusstsein des Klimawandels und des nachhaltigen Reisens wird eine verstärkte Rückkehr zu den Nachtzügen gefordert. Zum Glück sind die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mit ihrem neuen Produkt Nightjet in die Bresche gesprungen und haben nahtlos ein minimales Nachtnetz aufrechterhalten. Sie stellen mit ihren Partnerbahnen ab Zürich noch Verbindungen nach Hamburg, Berlin, Wien/Prag/Budapest und Graz sicher. Und es gibt immer noch den exotischen Nachtkurs der Kroatischen Bahnen Hrvatske Željeznice nach Zagreb. Letztere beiden

Züge ermöglichen eine attraktive Schlafwagenrundreise: mit dem Nightjet nach Graz, mit dem Regionalzug und dem Pendolino via Maribor weiter nach Ljubljana und mit dem Euronight zurück in die Schweiz.

Viel Schlaf und frische Brötchen In Zürich erwartet uns ein langer Zug – die eine Hälfte, in der wir Platz nehmen, verkehrt nach Graz, die andere nach Zagreb. Wir beziehen unser geräumiges Double-Abteil, es ist zeitlosfunktionell; drei Deluxe-Abteile verfügen sogar über eine eigene Dusche und Toilette. In einer Wundertüte namens Welcome-Bag finden die Passagiere Wasser, Saft, ein Fläschchen Prosecco und Knabberzeug, dazu Schlappen, Handtuch und Ohrstöpsel (leider keine Ohropax). Die Nachtfahrt quer durch Österreichs Alpen bietet genügend Zeit für ausreichend Schlaf. November 2021 | touring

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Graz bei Tag Die Landeshauptstadt der Steiermark ist in jeder Hinsicht ein lohnendes Ziel

Kultur und Kulinarik Die frühe Ankunftszeit kurz nach sieben Uhr verlockt nach dem Hotel-Check-in zu einem Gang auf den farbenfrohen Bauernmarkt oder auf die Kunstinsel in der Mur und dort zu einem richtigen Kaffee (also Mokka, Brauner, Verlängerter, EinspänDas Nightjet-Frühstück kommt mit frisch zugeladenen Brötchen und Zeitungen

ner …). Fast daneben liegt wie ein gestrandeter Wal das erste Muss, das Kunsthaus. Einen ersten Überblick verschafft man sich am besten oben auf dem Schlossberg. Für einen verdienten Imbiss bietet sich die Brötchenbar Frankowitsch an. Sie ist Kult – aber oha, der Name ist glatte Untertreibung, dies ist ein veritables Feinschmeckerparadies. Frisch gestärkt wollen wir die Architektur des Weltkulturerbes Grazer Innenstadt erleben und einkaufen; gut, dass es bei der Strassenbahn die Altstadt-Bim gibt: Zwischen drei Stationen gilt freie Fahrt.

Sauvignon blanc und mehr Zwischen den beiden Städten tut natürlich etwas Landluft gut. Als Hauptattraktion empfiehlt sich die südsteirische Weinstrasse, für die nicht mal ein Auto nötig ist: Neuerdings gibt es eine siebzig Kilometer lange Variante für E-Bikes, und ab Gamlitz kann man sich auch mit dem Genusstaxi gratis zu achtzig Produzenten und Buschenschenken chauffieren lassen – eine einmalige Gelegenheit, die weltbesten Sauvignon blancs zu delektieren. Und im benachbarten Vogau findet man im Genussregal kompakt eine Auswahl der besten regionalen Erzeugnisse. Wer mehr Zeit hat, dem bietet die Südsteiermark von Ölmühlen (Kürbiskerne) über Fromagerien bis zur Schokoladefabrik (Zotter-Erlebniswelt) das ganze Kulinarikspektrum. Wer zu viel geschlemmt hat, kann seinem Körper mit dem Besuch einer der sechs Thermen der Südsteiermark Gutes tun.

Historismus-Gesamtkunstwerk Nach Graz ist ein Besuch von Ljubljana besonders reizvoll, verbinden die Hauptstädte der Steiermark und Sloweniens doch verblüffende Gemeinsamkeiten: mit etwa 300 000 Einwohnern eine ähnliche 50 touring | November 2021

FOTOS PETER HUMMEL, GRAZ TOURISMUS/TOM LAMM

Interessant: Mit 10,5 Stunden dauert diese Fahrt nur dreiviertel Stunden länger wie mit dem einzigen direkten Tageszug – eine grosse Ausnahme unter den europäischen Schlafwagendestinationen. Das Personal der Newrest Wagons-Lits kümmert sich routiniert um die Formalitäten und bringt eine Stunde vor Ankunft das Frühstück; sechs Bestandteile können gewählt werden, in Selzthal werden ofenfrische Brötchen zugeladen.


FREIZEIT

GUT ZU WISSEN

Grösse, ein Schlossberg, eine intakte Historismusarchitektur und ein Fluss quer durch die Stadt. Im Gegensatz zur Mur herrscht an den Ufern der Ljubljanica in der warmen Jahreszeit reges Treiben. Eindrücklich wirkt die Innenstadt durch die stilprägenden Bauten von Jože Plečnik; Ljubljana ist quasi sein Gesamtkunstwerk.

Ljubljana bei Nacht Die Ausgehmeile an den Ufern der Ljubljanica ist bei Einheimischen und Besuchern beliebt

Kroatische Gastfreundschaft Gespannt warten wir abends um 21 Uhr auf unser rollendes Hotel aus Zagreb, das in dieser Relation als Euronight läuft, weil es ein kroatischer Zug ist, der in Kooperation mit ÖBB und SBB betrieben wird. Der ungewohnte weiss-blaue Aussenanstrich und das freundliche, hellblaue Interieur verströmen eine gewisse Exotik. Im Abteil finden wir einen Schokogipfel und Orangensaft vor, dazu einen Schuhputzschwamm. Kaffee (gratis) und ein kleines Imbissangebot gibt’s auf Bestellung. Beim Frühstück ist alles abgepackt, die Exklusivität der italienischen Espressomaschine gibt’s leider nicht mehr, doch die ausnehmende Freundlichkeit der Stewards (im Dienste der Kroatischen Bahnen selber), macht diesen Verlust mehr als wett. ◆ Die Recherchereise war mit freundlicher Unterstützung von SBB, Steiermark Tourismus und Ljubljana Tourism möglich.

Freundlicher Service Die Schlafwagenschaffner des kroatischen Zugs sind sehr um ihre Gäste bemüht

Graz wie Ljubljana sind ideale Schlafwagenziele, weil es ab Zürich nur jeweils abends einen Direktflug gibt. Im Gegensatz zu den stark ausgelasteten Verbindungen nach Hamburg, Berlin und Wien bestehen bei diesen beiden Zügen auch gute Chancen für kurzfristige Buchungen. Der Spätherbst gilt in der Südsteiermark als besonders schön. Preis ab Zürich, 2. Klasse, Schlafwagen, Eco Double, pro Person mit SBB-Halbtax: 354 Franken. Bei früher Buchung sind Sparpreise erhältlich (bis zu dreissig Prozent günstiger). Je nach Programm in der Südsteiermark empfiehlt sich ein Mietwagen ab Graz. Ausblick: Die ÖBB glauben an den Nachtverkehr und investieren 700 Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau von NightjetFlotte und -netz. Zwischen Frühjahr 2023 und 2025 werden 33 neue SiemensNachtzüge in Betrieb genommen – etwa mit Minisuiten, Family-Abteilen, die mit Kinderliegen ausgestattet werden können, sowie Duschen und WCs in allen Zweibettabteilen. Bereits ab Fahrplanwechsel im Dezember nehmen die SBB ebenfalls unter der Marke Nightjet den Schlafund Liegewagenzug nach Amsterdam wieder auf, vorläufig mit gemieteten Waggons. Das neue Nightjet-Rollmaterial wird auch in der Schweiz eingesetzt werden, die Verbindungen sind noch nicht bekannt. Auf der Wunschliste der SBB steht auch die Wiederinbetriebnahme der Nachtkurse nach Rom und Barcelona; nach der Ablehnung des CO2-Gesetzes fallen jedoch die dafür erhofften Zuschüsse weg, womit die Finanzierung noch nicht gesichert ist. November 2021 | touring

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FREIZEIT

Auf Freddies Spuren Am 24. November jährt sich der Todestag des Queen-Sängers zum dreissigsten Mal. Grund für Musikfans, nach Montreux zu pilgern. Dort erinnert noch einiges an ihn. Der Brand im Casino, der zum Welthit «Smoke on the Water» führte, erlebt ebenfalls ein Jubiläum. Am 4. Dezember vor fünfzig Jahren entfachte ein Konzertbesucher das verheerende Feuer. → TEXT JULIANE LUTZ | FOTO OLIVIER VOGELSANG

Freddy Mercury liebte den Blick auf den Genfersee. Deshalb ist die Statue, die an ihn erinnert, dem Wasser zugewandt

November 2021 | touring

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iebe auf den ersten Blick war das mit Montreux nicht. Freddie Mercury fand die Stadt verschlafen, als Queen in den 1970er-Jahren erstmals an den Genfersee kamen. Es war das Mountain Studio, damals eines der weltbesten Aufnahmestudios, das die Band ins Waadtland zog. Ein vermögender Schweizer Geschäftsmann hatte es für seine Frau, eine amerikanische Sängerin, eingerichtet. AC/DC, David Bowie, Iggy Pop, The Rolling Stones, Brian Ferry und andere Grössen nahmen dort auf. 1978 begannen Queen in Montreux, an ihrem siebten Album «Jazz» zu arbeiten. Was die Briten rasch schätzen lernten, war die Zurückhaltung der Leute. Vor allem Mercury wurde in London auf Schritt und Tritt von Paparazzi und Fans verfolgt. In Montreux dagegen bat ihn niemand auch nur um ein Autogramm. 1979 kauften Queen gar das Studio, das sich in einem Teil des Casinoneubaus befand.

Queen in Montreux Ende der 1980er-Jahre. Die Anlegestelle vor dem Casino gibt’s noch

Letzte Wohnung mit Seeblick

Replica des Mischpults aus dem Mountain Studio in der Ausstellung «Queen: the Studio Experience»

Die Festivalstadt ist aus vielen Gründen eine Reise wert, aber für Fans von Queen und insbesondere Freddie Mercury lohnt jetzt ein Ausflug besonders. Am 24. November ist es dreissig Jahre her, dass er starb. Seine ursprüngliche Indifferenz gegen Montreux hatte sich über die Zeit ins Gegenteil gekehrt. Bestes Beispiel dafür ist der Text von «A Winter’s Tale», einem seiner späten Songs. Mit den Worten «… it’s all so beautiful like a landscape painting in the sky, …» beschreibt er die Stadt. Erst wohnte er im Luxushotel Montreux Palace und mietete später Häuser, wenn die Band wieder im Studio arbeitete. Wo er sich bis kurz vor seinem Tod am Seeblick erfreute, erfährt, wer sich mit Lucien Muller auf eine Freddie-Tour begibt. Etwa da, wo sich Uferpromenade und Avenue Nestlé kreuzen, führt ein Steg ins Wasser. Von dort ist ein grosses rosafarbenes Gebäude mit zwei grünen Türmchen zu sehen. «Er hatte auf der obersten Etage im linken Teil des Hauses eine Dreizimmerwohnung», sagt der 38-jährige Guide. Letzten November habe ein Mann, über dessen Identität so gut wie nichts bekannt sei, die Wohnung für 2,5 Millionen Franken gekauft. «Niemand weiss, was er vorhat», sagt Muller. Über die Zeit der Ikone Mercury in Montreux aber weiss er so ziemlich alles. Seine musikbegeisterten Eltern riefen vor mehr als zwanzig Jahren die jährlich stattfindenden «Freddie Celebration Days» ins Leben. Unter der überdachten Markthalle unweit der Statue des Sängers spielen Coverbands, und es gibt eine Art Konferenz, bei der Leute sprechen, die Mercury gut kannten. Seit langem organisiert auch Peter Freestone, Mercurys persönlicher Assistent, den Gratisanlass mit, der Fans in Massen anzieht. So

54 touring | November 2021

Lucien Muller an der Fan-Wall beim Casino. Der Guide bietet Touren zu Mercury an


FREIZEIT kam Muller auf die Idee, Touren auf den Spuren des Showtalents anzubieten, das abseits der Bühne auf viele eher introvertiert, fast schüchtern wirkte. «Freddie forever», «Messiah Mercury» oder «I love you Brian» – da, wo früher der Eingang ins Mountain Studio war, haben Fans nach dem Besuch der «Queen: the Studio Experience» Tür und Wände vollgekritzelt. Ermöglicht hat die kostenlose Ausstellung der Mercury Phoenix Trust, der nach Ableben des Stars von Brian May, Roger Taylor und QueenManager Jim Beach eingerichtet wurde. Die Stiftung gibt Geld für den Kampf gegen Aids und unterstützt Projekte. Im linken Teil des heutigen Casinos, wo sich früher das zweistöckige Aufnahmestudio befand, sind in einem Raum handschriftliche Notizen zu Songtexten, Musikinstrumente, Plattencover, Originalkostüme von Mercury und mehr zu sehen. 1993 verkauften Queen das Mountain Studio an ihren Angestellten, den legendären Toningenieur David Richards, der es 2002 nach Attalens (FR) verlegte. Nach seinem Tod wurde es 2013 geschlossen.

FOTOS OLIVIER VOGELSANG, THE QUEEN STUDIO EXPERIENCE, KEYSTONE

Lange Nacht mit Pizza An den August vor vierzig Jahren, als Queen zusammen mit David Bowie im Mountain Studio den Song «Under pressure» aufnahmen, kann sich Philip de Bruin gut erinnern. Der Inhaber eines Limousinenservice und Chauffeur von Bowie wartete in seinem Wagen, bis der Song im Kasten war. «Sie fingen etwa um vier Uhr nachmittags an und kamen nach 24 Stunden wieder aus dem Studio. Zwischendurch musste ich ihnen Pizza bringen», sagt der in Vevey geborene Sohn eines britischen Offiziers. Wie es zur Zusammenarbeit kam, übrigens der einzigen, welche Queen mit einem anderen Musiker eingingen, dazu gibt es verschiedene Geschichten. Bekannt ist diejenige, nach der Festivalbegründer Claude Nobs bei einem Essen in seinem Chalet David Bowie vorschlug, doch mal bei Queen vorbeizuschauen, die gerade in Montreux wären.

Philip de Bruin vor einem Foto von David Bowie im Hotel Tralala. Er kannte den Star gut

später an Aids erkrankten Mercury öfter in einer Schweizer Klinik besucht. «David war ein Showman, hatte aber auch diese fürsorgliche Seite», so de Bruin. Der Casinobrand ist ihm ebenfalls noch sehr präsent – er jährt sich am 4. Dezember zum fünfzigsten Mal – und dass er damals von einem hohen Gebäude aus Fotos machte, die leider verschollen sind. Nachmittags bei einem Konzert von Frank Zappa und The Mothers of Invention schoss ein Fan mit einer Leuchtpistole in die Decke und löste das Feuer aus. Es soll ein Hippie aus Lausanne gewesen sein. Was musikalisch daraus entstand, ist bekannt. Im Konzert sassen auch die Mitglieder von Deep Purple, die das Erlebte zum Welthit «Smoke on the Water» inspirierte. Der im Text erwähnte «Funky Claude» ist übrigens niemand anders als Claude Nobs, der tatkräftig mithalf, Leute aus dem brennenden Gebäude zu retten. ◆

GUT ZU WISSEN Wohnen: Hotel Tralala in der Altstadt, jedes Zimmer ist einem Musiker gewidmet, Frühstück zwischen Fotos von Stars und Festivalplakaten, tralalahotel.ch

Essen: Restaurant Safran, top Küche und beste Weine, Seeterrasse, eurotel-montreux.ch

Für Musikfans – für Mercury-Fans ein Muss: die von Lucien Muller geführten Touren (mit Audioguides, verschiedene Sprachen), Dauer: 1 oder 2,5 Stunden, freddie-tours.com

Ausflüge: Bowies früherer Chauffeur Philip de Bruin bietet Fahrten in Oldtimern und alten Postbussen an, philipsexcursions@bluewin.ch Vor fünfzig Jahren gab Frank Zappa gerade ein Konzert, als ein Fan das Casino in Brand setzte

De Bruin, ein diskreter Gentleman, der viele Stars kennengelernt hat, bestätigt, dass Mercury ein angenehmer höflicher Mann war, ebenso David Bowie. Die zwei hätten sich öfter im heute nicht mehr existierenden Lokal Bavaria in Montreux ein Steak und Bier oder Eglifilets gegönnt. Dort sei der Feinschmecker Mercury gern zusammen mit dem Koch am Herd gestanden. Bowie, der von 1978 bis 1992 überwiegend im Waadtland lebte, erst in Blonay bei Montreux und dann in Lausanne, habe den November 2021 | touring

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Beim Wandern verletzt: Was ist zu tun? TEXT PHILIPPE CLEMENT

Wie kann man sich gut auf eine Wanderung vorbereiten? Markus Lüthi: Grundsätzlich sollte man die Strecke gut studieren, den Schwierigkeitsgrad bestimmen, damit er dem eigenen Niveau entspricht, und, wenn möglich, immer mindestens zu zweit gehen. Bei schweren Vorerkrankungen sollte man den behandelnden Arzt fragen, ob Niveau, Höhe und Schwierigkeitsgrad des Wegs dem aktuellen Gesundheitszustand angemessen sind. Was sind die typischen Verletzungen von Wanderern? Am häufigsten sind Entzündungen der Knochenhaut und Sehnen, Knöchelverstauchungen, Blasen, schwarze Nägel, Krämpfe, Schnitt- und Schürfwunden.

Was muss in die Verbandstasche gepackt werden? Meiner Meinung nach muss die ideale Tasche Folgendes enthalten: elastische Binde, selbstklebende Stützbandage, Desinfektionsmittel, sterile Kompressen, Heftpflaster, Wundnahtstreifen, Schmerzmittel, Antihistaminika, Taschenmesser, flexible Schiene zur Fixierung eines Körperglieds, Sicherheitsnadeln und Zettel mit Notfallnummern. Inwieweit kann man Schnittwunden behandeln? Das kommt ganz auf die Lage und Tiefe der Schnittwunde an. Wenn Muskeln und Sehnen offen liegen oder es stark blutet, muss man sofort einen sterilen Kompressionsverband anlegen und schnellstmöglich Hilfe bei einer medizinischen Fachkraft suchen.

Ist ein kleiner Fremdkörper in der Wunde zu sehen, kann man diesen entfernen, bevor man die Wunde mit sterilen Kompressen abdeckt. Wenn Sie den Verletzten transportieren müssen, sollten Sie den Bereich mit der Schnittwunde hoch lagern und den Verletzten vorsichtig tragen. Was tut man bei schweren Verletzungen? Zunächst muss man den Unfallort absichern. Danach sollte man die Ortsdaten ermitteln und die Rettung (Notruf 144) oder die Luftrettung per Helikopter (Rega unter 1414) alarmieren. Geben Sie hierbei die genaue Anzahl der Verletzten und die Schwere der Verletzungen an. ◆ Das ausführliche Interview finden Sie auf tcs-mymed.ch

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Schmerzende Füsse Entzündungen und Verstauchungen sind typische Wanderverletzungen

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Flexibel und naturnah Der Vanlife-Trend nimmt immer weiter an Fahrt auf

Das grosse Fazit zum Campingrekordjahr Der Campingboom hält ungebremst an – das zeigen die Zahlen für die Saison 2021 deutlich. Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim TCS, zieht im Interview dementsprechend eine sehr erfreuliche Bilanz und träumt von einer magischen Grenze. INTERVIEW DOMINIC GRAF

Bereits 2019 und 2020 waren Rekordjahre für TCS Camping. Wie sieht die Bilanz von 2021 aus?

Oliver Grützner: Die Bilanz fällt sehr erfreulich aus. Bis Ende September verzeichneten wir 940 000 Logiernächte – ein weiterer Rekord! Zum Vergleich: Im Jahr 2019 gab es zum gleichen Zeitpunkt 595 000 Logiernächte auf TCSPlätzen, 2020 waren es 723 000. Vielleicht knacken wir in diesem Jahr sogar die magische Grenze von einer Million Übernachtungen – die Saison dauert ja noch bis Ende Jahr. Haben Sie mit solch einer positiven Entwicklung gerechnet?

Wir sind schon davon ausgegangen, dass Camping in der Schweiz aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin eine beliebte Ferienform bleiben wird. Dass es sich jedoch so entwickeln wird, hat un58 touring | November 2021

sere Erwartungen deutlich übertroffen. So verbrachten im Frühjahr, trotz den Grenzöffnungen, mehr Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien im eigenen Land, als wir gedacht hätten. Ebenfalls waren unsere Befürchtungen, dass der Juli aufgrund des schlechten Wetters buchstäblich ins Wasser fällt, unbegründet. Trotz des Dauerregens kamen viele Leute auf einen TCS-Campingplatz. Wie hat sich TCS Camping auf die vielen Gäste vorbereitet?

Einerseits haben wir unsere Covid-Massnahmen verbessert und harmonischer in die Campingplatzlandschaft integriert. Andererseits haben wir unser Personal aufgestockt, auf rund 400 Mitarbeitende. Auch das Callcenter haben wir stärker besetzt als in den Vorjahren. Zudem haben wir einen Camping- und Hundeknigge herausgegeben, um ge-

rade den vielen Neuen die Regeln und Gewohnheiten des Campings auf humorvolle Art näherzubringen. Nicht zu vergessen unser digitales Ratgeberportal, der Camping-Insider! Die gesamte Vorbereitung war jedoch nicht ganz einfach, da die Situation rund um Covid zum Saisonbeginn nach wie vor unsicher war und wir dann mit Unwettern und Überschwemmungen zu tun hatten. Kamen, wie im letzten Jahr, die meisten Gäste wieder aus der Schweiz?

Ja. Zum Saisonbeginn kamen 94 Prozent aus der Schweiz, mittlerweile sind es 87 Prozent. Gegen Ende der Saison durften wir wieder einige Gäste mehr aus dem Ausland begrüssen – vor allem aus Deutschland und den Benelux-Ländern, welche die Schweiz wieder bereisten oder als Transit nutzten und hier einen Zwischenstopp einlegten. In

«Camping ist nicht nur eine Ferienform, sondern ein Lifestyle.» Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit, TCS


CLUB

Einer der Saisonhöhepunkte Das TCS Pop-Up Glamping auf der Alp Nagens bei Laax Camping beliebt wie nie Der TCS verzeichnete 2021 fast eine Million Logiernächte

normalen Zeiten kommen rund drei Viertel unserer Gäste aus der Schweiz. Viele, die sonst eher Hotelferien bevorzugen, entdeckten das Camping für sich. Kam es dabei zu Anpassungsschwierigkeiten?

FOTOS DAVID BIRRI, NICOLAS ILIANO, EMANUEL FREUDIGER

Wir haben schon bemerkt, dass es viele «Neocamper» gibt, vor allem aufgrund von Rückmeldungen von Stammgästen, vom Personal oder in Gästekommentaren. Es kam zwar zum einen oder anderen kleinen Konflikt, aufgrund unterschiedlicher Interessen, aber das gehört zum Camping dazu. Ein Campingplatz ist wie ein Biotop – dessen Biodiversität nun noch vielfältiger wurde. Die neue Durchmischung wirkte sich jedoch nicht nur negativ aus, im Gegenteil! Es kam zu Begegnungen, die sonst wohl kaum möglich wären – Jung trifft Alt, Stadt trifft Land, Vanlifer treffen auf andere Vanlifer, tauschen sich aus, geben sich Tipps und schliessen Freundschaften. Zum zweiten Mal wurde das Pop-UpGlamping-Dorf bei Laax aufgestellt. Wie sind die Erfahrungen, und wie geht es mit diesem Konzept weiter?

Die Erfahrungen sind erneut sehr gut. Wir verzeichneten über 1700 Logiernächte. Und die Gäste zeigten sich äusserst zufrieden. 95 Prozent würden wieder kommen, trotz den teils schwierigen Witterungsbedingungen mit Wind, Regen und tiefen Temperaturen. Wie es 2022 mit dem Pop-Up Glamping weitergeht, wird sich im Dezember zeigen. Wir möchten das Konzept aber unbedingt weiterführen.

Der TCS ist mit 29 Campingplätzen der grösste Anbieter in der Schweiz. Könnte diese Zahl aufgrund des Erfolgs noch steigen?

Wir würden uns gerne vergrössern und sind daran, unser Netz um neue, interessante Standorte zu erweitern. Aber zunächst einmal ist unser Ziel, die Anzahl der Plätze zu halten. Aufgrund von einigen Abgängen in den nächsten Jahren – zum Beispiel Gampelen, St. Moritz, Zug und Horw – bemühen wir uns derzeit darum, diese zu ersetzen. Weshalb wird Camping eigentlich seit Jahren – auch schon vor der Pandemie – immer beliebter?

Es gibt mehrere Faktoren: Für einige ist es ein Gegentrend zum «Digitalen», sprich weg vom Bildschirm, von Zuhause, vom Büro in die Natur hinaus. Die Sehnsucht nach Erholung in und mit der Natur nimmt spürbar zu. Ein weiterer Faktor ist das Bedürfnis nach Freiheit, Unbekümmertheit und Unkompliziertheit, die man in der stark regulierten Welt nicht findet. Auf dem Campingplatz stört es niemanden, ob man den ganzen Tag in der Badehose rumläuft oder welche Essenszeiten man hat. Jeder kann nach seinem Gusto und mit seinem Stil Ferien machen. Nicht zuletzt geniessen die Menschen die Mobilität: Ausflüge, Entdeckungen, verschiedene Orte sehen. Camping hat sein einstiges, verstaubtes Image abgelegt und fasziniert heute auch vor allem die junge Generation.

Warum ist es in der Schweiz mindestens genauso schön, zu campen wie im Ausland?

Wir haben sehr gute Strassen, die Mobilität ist einfach. Zudem sind die Distanzen kurz, und man erreicht die unterschiedlichsten Orte, Landschaften und Sprachregionen in kurzer Zeit. Unsere Natur ist intakt, die Seen sind sauber, es ist sicher und geregelt, und die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Zudem muss man sich fragen, ob man wirklich im Sommer in Italien oder Spanien bei vierzig Grad in seinem Fahrzeug vor sich her hecheln will, während es bei uns deutlich angenehmer ist – und man dafür nicht einmal weit fahren muss. Zum Schluss noch ein Tipp für Neulinge vom höchsten Camper des TCS!

Finde deinen Campingstil! Tausche dich mit anderen Campern aus, hole dir Rat im TCS Camping-Insider, und, vor allem, habe keine Angst, auf andere zuzugehen. Camping ist nicht nur eine Ferienform, sondern ein Lifestyle. ◆ Die Glamping-Unterkünfte wie etwa das Safarizelt Deluxe waren äusserst gefragt


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CLUB Diskutierten über Wasserstoff und E-Fuels Andreas Burgener, Lucas Grolimund, Ändu Pauli, Peter Goetschi, Benjamin Giezendanner und Karl Dums (v. l. n. r.)

Wenn Experten von Experten lernen Jedes Jahr treffen sich Technikspezialisten des TCS an der Technischen Konferenz zum Networking und zur Horizonterweiterung. Dieses Mal, in Solothurn, gehörte die Bühne einer neuen, vielversprechenden Antriebstechnologie. TEXT DOMINIC GRAF | FOTO EMANUEL FREUDIGER

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ch bin heute hier zur Weiterbildung», sagt TCSZentralpräsident Peter Goetschi und blickt mit einem Schmunzeln zu den anderen Experten, die sich auf dem Podium im Konzertsaal von Solothurn versammelt haben. Zwar setze der TCS seinen Fokus momentan klar auf die batteriebetriebene Elektromobilität – da diese Technologie schon da sei und es Aufgabe des Clubs sei, seinen Mitgliedern zu zeigen, wie sie funktioniere –, aber man wolle sich auch auf neue Antriebsformen vorbereiten, sich informieren und sie begleiten. «Dem TCS ist die Technologieneutralität wichtig. Unsere Mitglieder sollen ihre Mobilitätsform frei wählen können», so Goetschi. So stand an der 41. Technischen Konferenz des TCS –

eine Art jährliches «Klassentreffen» von Spezialisten der Technischen Zentren sowie Vertretern der Sektionen, der Mobilitätsberatung und der Assistance – eine weitere, vielversprechende Antriebsalternative im Zentrum: synthetische Treibstoffe, E-Fuels.

Hochkarätiges Podium Während der erste Konferenztag dem Kennenlernen, Austausch und Networking gewidmet war, ging es am zweiten Tag um die Horizonterweiterung oder eben um Weiterbildung. Die knapp hundert Teilnehmenden lauschten am Vormittag gespannt den Erläuterungen auf dem hochkarätig besetzten Podium, wo Karl Dums (Porsche), Andreas Burgener (Auto-Schweiz), Nationalrat Benjamin Giezendanner, Lucas Grolimund (H2

zeuge auf der Welt, immerhin 1,3 Milliarden, ohne Umrüstung betreiben. «Für uns sind E-Fuels eine notwendige Ergänzung zur E-Mobilität», so Karl Dums.

H2 hat Zukunft Energy) und Peter Goetschi über die Herausforderungen der nächsten Jahre diskutierten. Moderiert wurde die Runde vom Autojournalisten Andreas «Ändu» Pauli. Besonders die Ausführungen von Karl Dums, Leiter Antriebsvorentwicklung und Aggregatestrategie bei Porsche stiessen auf grosses Interesse. Porsche werde ab 2030 CO2-neutral sein und achtzig Prozent der Autos elektrifiziert haben, «aber wir haben auch Fahrzeuge wie den 911er, für die wir andere Lösungen brauchen», erklärt Dums. Für diese Fälle würden sich E-Fuels anbieten – flüssige Treibstoffe, die künstlich mittels Wasserstoff und CO2, das per «Direct Air Capture» aus der Luft entzogen wird, hergestellt werden. Dadurch liessen sich sogar alle bestehenden Fahr-

Wasserstoff stellt also doch eine ernstzunehmende Alternative für zukünftige Antriebsmodelle dar – da ist sich das Podium einig. Vor allem im Bereich der Nutzfahrzeuge ist die H2-Technologie, besser gesagt die Brennstoffzelle, schon sehr weit fortgeschritten. Bestes Beispiel dafür sind die Hyundai-LKW der Schweizer Firma H2 Energy, die bereits von Coop genutzt werden. Ganz ohne die «klassische» E-Mobilität ging jedoch auch diese Konferenz nicht über die Bühne. Am Nachmittag stellte das Unternehmen AVILOO sein Diagnoseverfahren für Antriebsbatterien in Elektround Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen vor. Das Start-up ist das erste Unternehmen, das einen herstellerunabhängigen Gesundheitscheck für Antriebsbatterien anbietet. ◆ November 2021 | touring

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CLUB

Totalschaden – wie viel erhalte ich von der Versicherung? Mit Infos, Tipps und Antworten schafft der TCS eine wertvolle Grundlage für die Wahl der Mobilitätsversicherung – zum Beispiel, was es für den Fall eines Totalschadens zu beachten gibt. TEXT DOMINIC GRAF

D

ie Summe, die man bei einem Totalschaden bei abgeschlossener Kaskoversicherung erhält, ist abhängig von Alter, Kilometerstand und Neupreis des Fahrzeugs. Maximal entschädigt die Versicherung immer nur den Kaufpreis. Sie zieht allenfalls einen Selbstbehalt ab, den es beispielsweise bei teuren Fahrzeugen oder bei Diebstahl im Ausland geben kann. Je nach Deckung zahlt die Versicherung nur den Zeitwert (aktueller Marktwert) aus. Bei der Festlegung des Zeitwerts spielen Kriterien wie etwa das Zulassungsjahr, der Zustand des Fahrzeugs, die gefahrenen Kilometer so-

wie der aktuelle Schätzwert des Markts eine Rolle. Ein Blick in die Vertragsbedingungen lohnt sich! Wichtig: Da ein Fahrzeug insbesondere in den ersten Jahren rasch an Wert verliert, lohnt sich bei neueren Fahrzeugen eine Versicherung zum Neuwert über einen entsprechenden Prämienzuschlag (Zeitwertzusatz). Damit wird der grosse Wertverlust abgefedert, da die Versicherung so bei einem Totalschaden die Entschädigung mit einem erhöhten Prozentsatz berechnet.

Der TCS-Tipp Für Fahrzeuge, die vor mehr als fünf Jahren in Verkehr ge-

setzt wurden, lohnt sich eine teure Vollkaskoversicherung nicht mehr in jedem Fall, da die Versicherung bei einem Totalschaden nur noch den Zeitwert ersetzt. Der TCS empfiehlt, die Deckung regelmässig prüfen zu lassen. Auf jeden Fall sollte man mit dem Wechsel von einer Vollkasko- zur Teilkaskoversicherung bis im Frühling warten, damit der risikoreiche Winter noch abgedeckt bleibt. ◆

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Die Versicherungssumme nach einem Totalschaden ist unter anderem abhängig vom Zeitwert des Fahrzeugs

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CLUB

Ein Geschenk an die Mitarbeitenden Am 29. September gab es Grund zu feiern. Der TCS weihte den neuen Deutschschweizer Standort Ostermundigen ein. Seit Mitte Oktober arbeitet nun fast ein Drittel des mitgliederstärksten Mobilitätsclubs des Lands im Berner Vorort.

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TEXT JULIANE LUTZ | FOTOS IVAN STEINER

elbst das Wetter spielte am Tag der offiziellen Einweihung des neuen Deutschschweizer Standorts Ostermundigen mit. So konnten die zahlreichen Gäste aus der Mobilitätsbranche sowie Vertreterinnen und Vertreter der Sektionen auch die Terrasse im fünften Stock des Neubaus an der Poststrasse 1 geniessen. Der Blick auf Bantiger, Belpberg und die Gipfel des Berner Oberlands beeindruckte nicht wenige.

TCS belebt Ostermundigen Der neue Standort sei kein Geschenk, das sich der TCS mal eben so zum 125-Jahr-Jubiläum mache, sagte Zentralpräsident Peter Goetschi in seiner Rede in der neuen Cafeteria. Da der Mobilitätsclub seine Leistungen an nur zwei Standorten noch besser erbringen könne, habe der Verwaltungsrat schon vor Jahren dem Vorhaben zugestimmt. Die topmodernen Arbeitsplätze seien aber ein Geschenk an die Mitarbeitenden. Und vielleicht sei der Zusammenzug praktisch aller Deutschschweizer Einheiten des TCS in Ostermundigen auch ein Geschenk an die Gemeinde, da sich dadurch ihr Zentrum weiter belebe. Bis Mitte Oktober werden 560 Mit-

arbeitende eingezogen sein. Im neuen Gebäude haben unter anderem der Zentralpräsident und die Bereiche Club, Mobilität & Freizeit, Versicherungen, die Assistance mit dem Callcenter der Pannenhilfe sowie Teile der Unternehmenskommunikation ihre Büros. Auch der «Touring» ist hierher gezügelt. Eine Gebäudefläche von insgesamt 12 500 Quadratmetern, 7000 Quadratmeter Fensterfläche – mit derart beeindruckenden Zahlen eröffnete Jürg Wittwer seine Ansprache, in der er darauf einging, wie die Wahl auf Ostermundigen fiel. Es sei nicht einfach gewesen, den passenden Standort zu finden, da eine Vielzahl von Kriterien erfüllt sein mussten: zum Beispiel eine gute Anbindung an Strasse und Schiene oder hohe Räume, um die Lärmbelastung in der Notfallzentrale mit vielen Mitarbeitenden im Griff zu haben. Dazu biete der Berner Vorort für ein nationales und politisch aktives Unternehmen den idealen Standort in der Bundeshauptstadt. Ostermundigens Gemeindepräsident Thomas Iten verband den Wunsch zu einem guten Start mit einem Vergleich. Der frühere Autoclub TCS, der sich Interessierte Besucher an der Einweihungsfeier in der neuen Cafeteria im fünften Stock

Markanter Bau Der neue Deutschschweizer Standort des TCS in Ostermundigen

mittlerweile zu einem allumfassenden Mobilitätsclub entwickelt habe, passe gut hierher. Das einstige Dorf mit SandsteinSteinbruch wandle sich auch gerade zu einer urbanen Gemeinde mit dem höchsten Wohngebäude des Lands, dem «BäreTower». Die folgenden Rundgänge mit TCSImmobilienleiter Marin Pavlovic, die im dritten Stock begannen, fanden viel Anklang. Die Gäste erfuhren beispielsweise, dass das Minergie-Gebäude mit Fernwärme beheizt wird. Bei der Wahl des Mobiliars habe man darauf geachtet, dass möglichst viel in der Schweiz hergestellt wurde, so Pavlovic. Alle Tische in den Open-Space-Büros sind höhenverstellbar. Für hoch konzentriertes Arbeiten können mehrere Fokus- und Projekträume pro Etage genutzt werden. Entsorgungsstationen auf jedem Stock dienen dazu, möglichst viel zu recyceln.

eMobility Lounge im Parterre Im ersten Stock – der TCS mietet vier Etagen komplett und zwei teilweise – gibt es für Gäste einen Coffee-Corner. Dort sind neben dem Empfang die grossen Konferenzräume untergebracht. Die Besichtigungstour endete in der eMobility Lounge im Erdgeschoss, die erste dieser Art beim TCS. Weitere werden in grösseren Städten der Schweiz folgen. In der eMobility Lounge präsentiert sich 64 touring | November 2021


DIE TCS-EXPERTIN

GESUNDHEIT

Was gehört in die Patientenverfügung?

« der TCS mit umfassenden Beratungen als Partner in Sachen Elektromobilität. Auch E-Fahrzeuge aller Art werden vorgestellt. Die eMobility Lounge ist von Dienstag bis Samstag geöffnet. Vor dem Gebäude stehen achtzehn Ladestationen für E-Autos, E-Töffs- und E-Bikes bereit. Die Arbeitsplätze der neuesten Generation entsprechen einem Unternehmen wie dem TCS, das sich bei aktuellen Themen und Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft im grossen Bereich der Mobilität an vorderster Front engagiert. Und das stets an kompetenten, motivierten Mitarbeitenden interessiert ist. «Diese vielfältigen Handlungsfelder bieten eine enorme Diversität an spannenden und innovativen Tätigkeiten», sagt HR-Chefin Nicole Aerni. Derzeit bietet der nicht gewinnorientierte Verein Einsatzmöglichkeiten für rund achtzig verschiedene Berufsbilder. Menschen aus 45 Nationen sind für ihn tätig. «Dazu kommt, dass bei uns alle vor oder hinter den Kulissen motiviert sind, sinnstiftende Arbeit zu leisten», so Aerni. Hilfe- und Ratsuchenden zur Seite zu stehen und in sämtlichen Bereichen der Mobilität ein verlässlicher Partner zu sein, sei ein wichtiger Antrieb bei der täglichen Arbeit. Teilzeitmöglichkeiten – vierzig Prozent der Angestellten nutzen dies – und eine starke Pensionskasse machen den TCS weiter zum attraktiven Arbeitgeber. ◆ tcs.ch/jobs

ADOBE STOCK

Ich möchte im Alter meiner Familie nicht zur Last fallen. Das würde ich gerne auch in einer Patientenverfügung regeln. Was gilt es dabei zu beachten?»

TEXT VERA BEUTLER

Mit einer Patientenverfügung halten Sie fest, welche medizinischen Massnahmen Sie wünschen und welche Sie ablehnen, sollten Sie nicht mehr selbst entscheiden können. Sie können auch eine Person bestimmen, die diese Entscheide in Ihrem Namen fällt. Sie müssen die Patientenverfügung schriftlich erstellen, datieren und unterzeichnen, damit Ihre Identität und Ihre Urteilsfähigkeit für den Adressaten klar ersichtlich ist. Eine öffentliche Beurkundung ist nicht notwendig. Sie können aber auf der Versichertenkarte den Hinweis auf die Patientenverfügung eintragen lassen.

nährung generell wünschen oder ablehnen. Sie können das Vorgehen aber auch an eine bestimmte Situation knüpfen. So etwa, dass Sie einer Beatmung nur zustimmen, wenn eine Rückkehr zur gewohnten Lebensqualität wahrscheinlich ist. Festhalten können Sie ebenfalls die gewünschten Ziele, beispielsweise dass für Sie die Schmerz­ freiheit zentral ist. Möchten oder können Sie nicht konkret über die allfälligen künftigen medizinischen Massnahmen entscheiden, können Sie diese Entscheidungen einer Vertrauensperson oder dem behandelnden Ärzteteam über­ lassen. Schliesslich können Sie auch festlegen, ob Sie nach Ihrem Tod Ihre Organe spenden möchten. ◆

Schreiben Sie in der Patientenverfügung, warum Sie die Verfügung verfassen und welche persönlichen, allenfalls auch religiösen Werte Vera Beutler ist Dr. iur. und Ihnen wichtig sind: Nach dieser Leiterin des Info-Centers Info-Centers Leitlinie können sich Ihre Ärztin «Recht & Versicherungen» und Ihre Angehörigen im Zweifelsfall richten. Halten Sie LEX4YOU weiter fest, welche medizinischen Behandlungen «lex4you» ist Ihre interSie in welchem Fall wünaktive Rechtsauskunftsplattform für den Alltag – schen. Sie können dabei gut verständlich, aktuell bestimmte Massnahmen und praktisch. wie etwa die Wieder­ Für rechtliche Anliegen steht belebung, die Beatmung Ihnen der TCS zur Seite. lex4you.ch oder die künstliche Er-

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In dieser Rubrik gilt: je kürzer der Leserbrief, desto grösser die Chance für den Abdruck.

Chefredaktor Felix Maurhofer

Die Tradition lebt weiter

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Stv. Chefredaktoren Dino Nodari Marc-Olivier Herren Redaktion Dominic Graf Jérôme Lathion Juliane Lutz Pascale Stehlin Art Director Alban Seeger Fotograf/Bildredaktion Emanuel Freudiger Layout Sara Bönzli Stephan Kneubühl Andreas Waber Mathias Wyssenbach Redaktionsassistenz Susanne Troxler (D) Michela Ferrari (I) Tania Folly (F) Übersetzungen Grazia Annen (I) Philippe Rawyler (F) Korrespondenzadresse TCS, Redaktion Touring Poststrasse 1 3072 Ostermundigen +41 58 827 35 00 touring@tcs.ch Auflage Deutsche Ausgabe: 735 588 Totalauflage: 1 190 995 Verlag/Medienmarketing Cumi Karagülle Inserate Cumi Karagülle Roger Müller Chantale Hofer verlag@tcs.ch Mitgliedervorteile Marcel Zimmermann Abonnement Für Mitglieder im Jahresbeitrag inbegriffen. Der «Touring» erscheint 10 Mal jährlich. Adressänderungen Unter Angabe der Mitgliedernummer direkt an: TCS-Zentralsitz Postfach 820, 1214 Vernier 0844 888 111, info@tcs.ch Alle Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangte Manuskripte wird jede Haftung abgelehnt. Herstellung Swissprinters AG Brühlstrasse 5, 4800 Zofingen 058 787 30 00

Im Frühjahr 1951 verliebte sich mein Vater in einen luxuriösen Renault 4CV mit Schiebedach. 1953 heirateten meine Eltern und fuhren mit diesem 4CV in die Flitterwochen nach Rom. 1976 erbte ich das Auto als Wrack und restaurierte es liebevoll. Zwei Jahre später gründete ich in Freiburg den «4CV Club Suisse Romande» und amtete als Präsident, bevor ich diese Funktion Gilbert Burgat übergab. 1994 verliebte ich mich in eine hübsche Studentin, die französische Literatur an der Universität Freiburg studierte, und einige Monate später heiratete ich sie am Steuer dieses Wagens, so wie es mein Vater getan hatte. 2015 schenkte ich diesen Renault 4CV schliesslich meinem Sohn. Dieses Jahr feiert das Auto seine siebzig Lenze in unserem Familienbesitz. Eine schöne Geschichte über die Liebe und Leidenschaft für dieses alte Auto, die hoffentlich weitergeführt wird. Jean-Marie Haymoz @

Antwort auf den Leserbrief zum Polestar 2 «Touring» 7-8/2021

Natürlich darf jeder seine eigene Meinung haben. Die negativen Aspekte anzusprechen, ist auch gut. Nur ist es wenig hilfreich, wenn diese überholten Negativpunkte so unfundiert wiederholt werden. Das ist einfach nur Schlechtreden einer guten Sache. Die Fiskalabgaben auf fossile Energieträger sollten noch viel höher sein, um alle externen Kosten zu decken. Es ist viel günstiger, heute den Klimawandel zu stoppen, als die Folgen bekämpfen zu müssen. Wir müssen schnellstens von den nicht erneuerbaren Energiequellen wegkommen. Eine Ölbohr­ insel möchte auch niemand im Zürichsee, trotzdem holen wir ohne schlechtes Gewissen an der Tankstelle unser Benzin. Batterien können, weil das Problem der Gewinnung gravierend ist, bereits heute ohne Kobalt hergestellt

Familientradition Der Renault 4CV zum zweiten Mal als Hochzeitsauto

@ Gesucht: Leserbilder

Das erste Auto vergisst man nie. Auch nicht, was damit alles erlebt wurde. Erzählen Sie uns Ihre kuriose, spannende oder abenteuerliche Geschichte. Senden Sie uns das Bild und die Legende dazu an touring@tcs.ch.

und vollständig rezykliert werden. Die Weltraumforschung ist extrem wichtig für den technologischen Fortschritt. Wenn Individuen unnötig viele Ressourcen verbrauchen, ist das zu Recht zu verurteilen, dies gilt aber auch schon beim SUV-Fahren oder dem jährlichen Überseeflug in die Ferien. Wir müssen alle heute verfügbaren Optionen zur Energie­ gewinnung und Mobilität kritisch vergleichen und uns für die bestmöglichen Optionen entscheiden und dies nicht erst, wenn es zu spät ist. B. Gisi @ Bitte mehr Lastangaben

Ich schätze Ihre Initiative zur Elektromobilität sehr. Aus meiner Sicht kommen aber einige Aspekte zu diesem sehr emotional geführten Thema zu kurz. So vermisse

ich als langjähriger Camper die Auseinandersetzung mit dem Thema Anhängelast für PW und Nutzlast für Camper, da die schwergewichtigen Batterien ein grosses Problem darstellen. Es wäre sinnvoll, wenn diesem Thema bei künftigen Bewertungen von der neuen Technologie mehr Beachtung geschenkt würde, also die Anhängelast für PW (nicht nur für teure Modelle) und die mögliche Nutzlast für Camper bis 3,5 Tonnen mit beurteilt würden. R. Zenger @ Lichtwahl und Wetter

Bei Nebel, Regen und Schneefall wird immer noch bis zu fünfzig Prozent mit Tagfahrlicht gefahren. Mit den gefühlt tausend Sensoren weiss es das Auto ja, die Fahrer denken leider nicht mehr! T. Bosshard @

Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und führt keine Korrespondenz. Zuschriften sind auch via E-Mail (touring@tcs.ch) möglich. Leserbriefe erscheinen ebenfalls in der Onlineausgabe des «Touring» (touring.ch).

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TOUROLINO

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Für uns ist der Blick auf die Uhr selbstverständlich. Die Umstellung auf Winter- oder Sommerzeit erfolgt heute in der Regel automatisch. Doch, war das immer so? Eine Zeitreise in zwei Teilen.

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Wie unsere Zeitmessung entstand TEXT SUSANNE TROXLER | ILLUSTRATION ANDREA PETER

WISSEN

Teil 1: Die Anfänge der Uhren Vor der Erfindung der Uhren orientierten sich die Menschen am Sonnenstand und lasen die Zeit später an den Sonnenuhren ab. Die Bauern gingen damals bei Sonnenaufgang aufs Feld und vor der Einführung des künstlichen Lichts bei Sonnenuntergang schlafen. Im 13. Jahr­ hundert gab es die ersten verlässlichen mecha­ nischen Uhren, meist in (Kirch­)Türmen. Diese verkündeten die Uhrzeit mit Glocken, und zwar die Gebetsstunden. Zifferblätter, Stunden­ und Minutenzeiger kamen später dazu. Die Uhren wurden weiterhin nach der Sonne gestellt. Aber: Durch die Erdkrümmung unterscheidet sich der Sonnenstand rund vier bis fünf Minu­ ten pro Längengrad. So war es damals möglich, dass in Willisau eine andere Zeit angezeigt wurde als in Saint­Imier, was aber nicht schlimm war, weil man damals zu Fuss, zu Pferd oder mit der Kutsche unterwegs war. Für die Postkutschen wurden eigens Fahrpläne mit genauen Uhrzeiten der Halteorte erstellt; der Kutscher stellte seine Uhr entsprechend nach. Der Teil 2 zur Zeitmessung folgt im nächsten «Touring».

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Teilnahmeberechtigt sind alle Leserinnen und Leser des «Touring» in der Schweiz und in Liechtenstein, ausgenommen sind Mitarbeitende des TCS und deren Familienangehörige. Gewinner der Wettbewerbe «Tourolino» werden ausgelost und benachrichtigt. Zu den Wettbewerben wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden auf touring.ch veröffentlicht.

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UNTERWEGS MIT

GRÉGOIRE PRAZ

Im «Reich der kleinen Bahnen» fühlt er sich wohl 2017 übernahm Grégoire Praz die Leitung der Transports Publics du Chablais (TPC). Mit Respekt vor den historischen Eisenbahnlinien der Region hat der 47-jährige Walliser vor allem die Entwicklung im Auge. Für Schiene … und Strasse. TEXT JÉRÔME LATHION | FOTO OLIVIER VOGELSANG

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er öffentliche Verkehr war für ihn keine Karriereentscheidung. Doch Grégoire Praz kam nicht nur auf den Geschmack, sondern ist sogar fasziniert davon. «Mir gefiel sehr rasch, im Dienst der Bevölkerung zu stehen, statt auf Profit zu schauen. Die Verbesserung der Servicequalität ist eine motivierende Herausforderung in diesem sich rasch wandelnden Umfeld.» Als Leiter Finanzen bei Postauto von 1997 bis 2005 sowie Gründer und Direktor der Walliser SBBTochter Regionalps von 2005 bis 2016 stiess er im Januar 2017 mit einem idealen Rucksack zur Geschäftsleitung der TPC in Aigle.

Mutige Pioniere «Ein stark regional und historisch verankertes Unternehmen», erinnert er sich. «Besonders beeindruckt hat mich die Verbundenheit des Personals mit seinen Eisenbahnlinien.» In der Tat darf die Region auf vier heute über hundertjährige Bahnlinien stolz sein: Aigle–Leysin (AL, 1900), Aigle–Ollon–Monthey– Champéry (AOMC, 1908), Bex– Villars–Bretaye (BVB, 1901) und Aigle–Le Sépey–Les Diablerets (ASD, 1914). Ein Erbe, dem er mit Bewunderung begegnet: «Die Qualität der Bauwerke beeindruckt mich auch ein Jahrhundert später noch. Heute 72 touring | November 2021

hätten wir weder den Mut noch die Mittel dazu. Es ist ein Erbe, das es zu bewahren und zeitgemäss weiterzuentwickeln gilt.» In diesem Sinne werden derzeit Grossprojekte für die Skiorte Leysin, Les Diablerets und Villars geprüft. Das Ziel: bessere Verbindungen in den Ferienorten und kürzere Wege zu den Skipisten. Und, warum nicht, an den Wagemut der Pioniere anknüpfen. Schon die Planer der ASD-Strecke träumten von einer Linie bis zum Gletscher von Les Diablerets, heute Glacier 3000. Komplexe, langfristige Projekte. «Im Moment befinden wir uns in einer Phase der Modernisierung der Infrastruktur und der Erneuerung der Schienenfahrzeuge.» Die Anforderungen des Geländes begrenzen die Wahl auf einen einzigen Anbieter – Stadler Rail –, und der hat seinen Preis: «Die Kosten für drei neue ASD-Züge beliefen sich auf 21 Millionen Franken», verrät Grégoire Praz.

Busse im Aufwind Bei den TPC findet das Geschäft auch und vor allem auf der Strasse statt. «Die Busse werden immer wichtiger und laufen heute der Bahn den Rang ab, was für die TPC einem kulturellen Umbruch gleichkommt», betont Grégoire Praz. Im

Zuge des Projekts Chablais Agglo entstand Ende 2018 das Netz «MobiChablais»: zwölf Buslinien für Stadt und Agglomeration, welche die Anbindung der ganzen Region Waadt-Wallis an sieben Tagen die Woche sicherstellen. «Ein Service auf Verlangen bedient zudem von fünf Uhr morgens bis ein Uhr nachts dünn besiedelte Gebiete, was es vorher nicht gab», erläutert Praz. Auch hier denkt er an die nahen Ferienorte. «Mobilität ist für sie von zentraler Bedeutung, zumal sie künftig auf drei Touristensaisons setzen möchten. Die Idee ist, die bestehenden Shuttledienste in Stadtbusse umzuwandeln, auch wenn das bestehende Material während der Skisaison aufzustocken wäre. Diese Lösung würde das ganze Jahr über eine effizientere Anbindung ermöglichen.» Eine ehrgeizige Vision, die aber besser das Ende der Pandemie abwartet. Obschon das Unternehmen seinen Dienstleistungsauftrag erfüllen konnte, verlor es auf dem Höhepunkt der Pandemie bis zu achtzig Prozent seiner Kunden. ◆

«Die Qualität der Bauwerke beeindruckt mich auch ein Jahrhundert später noch. Heute hätten wir weder den Mut noch die Mittel dazu.» Grégoire Praz, Generaldirektor der Transports Publics du Chablais, Aigle (VD) Der Generaldirektor vor einem Zug der Linie AOMC – heute alle im grünen Kleid


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SPIELE & GEWINNE

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meTeilnah schluss Spiele: für alle

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Die Smartwatch wurde von Apple ständig weiterentwickelt; so bietet sie mit dem Betriebssystem watchOS 8 eine Vielzahl von Funktionen. Besonders interessant sind die Gesundheitsfunktionen wie EKG, Messung der Sauerstoffsättigung usw. Diese Version aus Aluminium zeichnet sich durch ein geringes Gewicht von 30 bis 36 Gramm aus. Die Apple Watch Series 6 hat einen Speicher von 32 Gigabytes. GPS und eine eSIM, die sich mit entsprechendem Abo aktivierten lässt, sind integriert.

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Alle SMS kosten Fr. 1.50 Die Teilnahme ist auch per Post möglich, schicken Sie die jeweilige Lösung an TCS, Verlag Touring, Postfach, 3024 Bern.

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Teilnahmeberechtigt sind alle Leserinnen und Leser des «Touring» in der Schweiz und in Liechtenstein, ausgenommen sind Mitarbeitende des TCS und deren Familienangehörige. Gewinner der «Touring»-Wettbewerbe «Spiele & gewinne» werden ausgelost und benachrichtigt. Zu den Wettbewerben wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


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