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Touring 09 / 2021 deutsch

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MEISTGELESENES MAGAZIN DER SCHWEIZ

#9 | SEPTEMBER 2021 | FR. 4.50

VIER STROMER IM VERGLEICHSTEST Es kommt Bewegung in die E-Mittelklasse

250

er Bilder d nge n ta fä Radspor ckt entde

UNBEKANNTES ST. GALLEN Ländliche Pracht und kulinarische Besonderheiten

MIT DEM TCS ZUR SCHULE 09 9

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Vom Bernerder Oberland ans Mittelmeer Zauber Provence GoldenPass Panoramic-Express, Mont-Blanc-Express & Tenda-Bahn Eine herrliche Genusstour durch den Süden Frankreichs!

e-BikeStrecken:

Orange

FRANKREICH

Freuen Sie sich auf die Fahrt im GoldenPass Panoramic-Express

Châteauneuf-du-Pape

Uzès

ne Avignon hô

Pont du Gard R Nîmes Tarascon/Beaucaire Arles

Saint-Rémy-de-Provence

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240 m

k Die einzelnen Etappen sind überwiegend flach e 6 Reisetag und verlaufen auf kleinen, verkehrsarmen r nu ab Strässchen und asphaltierten Wirtschaftswegen. In den Alpilles um Les Baux sowie in der Garriguelandschaft rund um Uzès werden wir mit unseren e-Bikes mühelos einige kurze Anstiege bewältigen.

Les-Bauxde-Provence

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Mittelmeer

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Exklusiv-Reise vom 9. - 15. OktoberFantastische 2021 Blumenriviera ab Weinverkostung bei Uzès

Tolle e-Bike-Touren

Fantastische römische Baudenkmäler, bezaubernde Klöster, hochwertige Wein-

Fr. 1795.✓ 2 Übernachtungen im gehobenen Mittelklassehotel im Piemont ✓ 2 Übernachtungen im gehobenen Mittelklassehotel an der Riviera

✓ 5 x ausgiebiges Frühstücksbuffet Zweisimmen Montreux güter sowie die herrliche Landschaft, welche schon die grossen Maler inspirierLeistungen - Alles schon dabei! ✓ 5 x feines Nachtessen im Hotel Aigle te, prägen das Gesicht der Provence. Wir pedalen gemütlich durch die üppigen • Reise im ✓ modernen Fahrt mitReisecar dem GoldenPass PanoramicMartigny Weinberge, das malerische Felsmassiv der Alpilles bis hin zur faszinierenden CaChamonix Zweisimmen-Montreux (2. Klasse) • Transport derExpress e-Bikes im Anhänger margue, wo Land und Meer verschmelzen. • 6 Übernachtungen indem guten ✓ Fahrt mit Mont-Blanc-Express 4-Sterne Hotels in Orange, Arles & Nîmes Martigny-Châtelard

Ihr tolles Reiseprogramm:

der verschmelzen finden Sie Natur pur. Auf • kleinen Strässchen gelangen wir zurück Alba nach Arles, wo wir noch eine kleine StadtBarolo Langhe• runde mit unseren e-Bikes unternehmen. Der Abend bleibt frei. e-Bike Strecke: Cuneo 44 km

2 Übernachtungen imder Stand-, Schräg- & Feldbahn ✓ Fahrt mit Hotel Mercure Orange Centre ****, Orange zum Lac d’Emosson 1. Tag, Samstag 9. Oktober 2021 – 2 Übernachtungen im Anreise ✓ Schöner Ganztagesausflug Zierikzee - Denkmalstadt Hotel Arles Plaza ****, Arles Region Fahrt im modernen Reisecar nach Orange. Piemont/Langhe mit langer Geschichte Nach dem Empfang spannenden Stadtfüh• 2 Übernachtungen im ✓ Besichtigung Weinkellerei Barolo-Gebiet 5. Tag, Mittwoch 13. Oktober 2021 – rung und Nachtessen im beliebten RestauSan Remo Hotel Novotel Centre ****, Nîmes inkl. Degustation Von Arles nach Nîmes Monaco rant. Ventimiglia • 6 x Frühstück im Hotel & Nach dem Frühstück pedalen wir los und ✓ Interessante Stadtführung in Cuneo x Nachtessen in beliebten lokalen Restaurants erreichen schon bald die Rhône, an der sich Ligurisches 3Meer 2. Tag,Unterwegs Sonntag 10. – Herrliches Piemont mit Oktober der tollen2021 Tenda-Bahn ✓ Touren Fahrt mit der legendären zwei Städte Tarascon & Beaucaire wunder• Alle e-Bike gemäss ProgrammTenda-Bahn Châteauneuf-du-Pape und Avignon von Cuneo nach Ventimiglia bar direkt gegenüberliegen. Weiter durch Die erste Etappe führt uns zuerst in den weltmit 2 erfahrenen e-Bike-Reiseleitern herrliche Landschaften erreichen die Vom beschaulichen Zweisimmen gleiten wir mitWeinort dem legendären GoldenPass Panoramic-Express durchs Bernerwir Oberland, vorberühmten Châteauneuf-du-Pape, ✓ Ganztagesausflug • Eintritte römische Arena Arles,Monaco Kloster & San Remo

alte Römerstadt Nîmes, wo wir direkt beidie spekerhöht über Landschaft thront. bei an den fantastischen Weinbergender desleicht Genfersees bis der nach Montreux. Wir bezwingen mit dem Mont-Blanc Express St. Trophime Arles, Schweizer Pont du Gard ✓ Eigene Reiseleitung den antiken Sehenswürdigkeiten im Novotel Über zauberhafte Landstrassen fahren wir takuläre Bergstrecke nach Châtelard und mit der atemberaubenden Standseilbahn Staudamm des Lacim d’Emosson. Über Centreden übernachten. Nachtessen lokalen • Geführte Stadtrunden per e-Bike oder dann weiter durch die herrliche Rhôneeden Nobelskiort Chamonix erreichen bene wir das wo wirAvignon. es uns bei vorzüglichem Wein desStrecke: fruchtbaren Restaurant. e-Bike 45 km Bodens gutgehenzu Fuss in Orange, Avignon, Arles & Nîmes bis Piemont, in die Papststadt Freuen Wählen Sie Ihr Reisedatum: lassen. Schliesslich durchqueren wir mit der weltbekannten Tendabahn die wildromantischen Seealpen ehe wir herrliche Tage Sie sich auf eine spannende Stadtrundfahrt • Besuch Olivenölmühle & Verkostung bei Les Baux 6. Tag, Donnerstag 14. Oktober 2021 – mit unseren e-Bikes ehe uns der Car zurück an der italienischen und französichen Riviera verbringen – eine grossartige Reise! • Besuch Boutique a) 3. - 8.Jean JuniMartin 2020 mit Verkostung

Pont du Gard, Uzès & der Wein nach Orange bringt. Der Abend bleibt frei. provenzalischer Heute fahren wir auf einer grossartigen b) 18. Spezialitäten - 23. Juni 2020 e-Bike Strecke: 50 km mit herrlichen GebirgslandMont-Blanc inklusive. Nach der französiIhr tolles Reiseprogramm: Strecke Bahnstrecke durch die Weinberge der Costières • Schöne Weinverkostung bei Uzès c) 24. - 29. Juni 2020 schaften malerischen Pont Dörfern. schen Grenze erreichen wir wieder mit dem de Nîmes bis zumund weltberühmten du • Gratis: Jeder Teilnehmer erhält ein 3. Tag, Montag 11. Oktober 2021 – Bus den bekannten Wintersportort Chamod) 10. - 15. September 2020 1. Tag – Anreise nach Zweisimmen Mit & Genuss von Orange nach Arles Gard – dem gewaltige römische Aquädukt e-Bike-tours.ch Shirt geschenkt! – Monaco & San nix. Nach etwas Freizeit fahren wir weiter aus dem5.1. Tag Jahrhundert. Nach derRemo eindrückGoldenPass Panoramic-Express Von Avignon aus pedalen wir durch traume) 24. - 29. September 2020 Den heutigen Tag beginnen wir mit einem ins Piemont. lichen Besichtigung pedalen wir weiter RichFahrt im komfortablen Extrabus nach hafte Landschaften in das reizvolle Städtf) 14. - 19. Oktober 2020 * Besuch im Fürstentum Monaco. tung dem quirligen Marktstädtchen Uzès,Entdecken Zweisimmen, unserem Ausgangspunkt chen für St. Rémy de Provence, wo van Gogh Unser Sonderpreis für Sie: Sie dabei die pittoreske Altstadt und tau3. Tag – Langhe, Alba & Barolo wo wir zu einer schönen Weinprobe erwardiePont Fahrtdumit dem legendären GoldenPass Gard seine letzten Lebensjahre verbrachte. Durch * Spardatum chenehe Sie uns in eine Weltzurück vollernach Glamour und Heute lernen mit hoch der Langhe-Region tet werden, der Car Panoramic-Express. Vorbei an Gstaad und das „Höllental“ geht eswir weiter in die Preis pro Pers. in Doppelkabinen Nîmes Der Abend frei. e-Bike erwartet Lebensgefühl ein.bleibt Am Nachmittag das Piemont von seiner Sei- bringt. Felslandschaft der Alpilles nach allerschönsten Les Baux. Château-d’Oex erreichen wir Montreux und Wildromantische Camargue Strecke: uns 45 km San Remo – die Hauptstadt der Blute kennen. zeigenOlivenöl Ihnen das wirWir feinstes undherrliche damit die wunderschöne Waadtländer Hier Ri- verkosten in 4-Sterne-Hotels Fr. 1795.Unser Sonderpreis für Sie: menriviera liegt majestätisch eingebettet Alba, die „Stadt der hundert Türme“. Weiter verschiedene provenzalische Spezialitäten. viera mit ihren Weinbergen. Zeit zur freien 7. Tag, zwischen Freitag azurblauem 15. OktoberMeer 2021 –dem malegeht es durch das weltbekannte Barolo Weiund Durch Olivenund Weinberge gelangen wir Verfügung. Preis pro Person im Doppelzimmer Nicht inbegriffen/zusätzlich wählbar: Heimreise nanbaugebiet – hierNachtessen gedeihen im die königrischen, saftiggrünen Hinterland. zu unserem Tagesziel Arles. Einzelzimmerzuschlag Fr. 395.Nach dem Frühstück treten wir mit vielen in gehobenen Weine Italiens. Wir eine lokalenlichsten Restaurant. e-Bike Strecke: 56 besuchen km 2. Tag – Mont-Blanc-Express, Lac d‘EmosAuf Wunsch: Miet-e-Bike: ab Fr. 30.- pro Tag renommierte Weinkellerei und erfahrenunvergesslichen bei 6. Tag – Eindrücken Heimreise im Gepäck die Mittelklassehotels Fr. 899.son & Chamonix Heimreise an.vielen unvergesslichen Eindrücken im 4. Tag, Dienstag 12. Oktober 2021 – einer Führung alles über die Herstellung Mit Buchungsgebühr: Fr. 20.- pro Person In Martigny erwartet uns heute morgen Wildromantische Camargue der edlen Tropfen. Gepäck treten wir heute die Heimreise an. (entfällt beiZuschläge Online-Buchung) der Mont-Blanc-Express. Auf kühner Stre/ Abzüge: Heute fahren wir die wildromantische CaEinzelzimmerzuschlag: Fr. 199.ckenführung durchquert der Zug die wilde margue4.–Tag hier–wo Land und Meer ineinanHorw, Bern, Spreitenbach, Niederuzwil Einsteigeorte: Cuneo & Tenda Bahn Noch mehr sparen Ermässigung Halbtax: Fr. 22.Trientschlucht und klettert über eine einAm Vormittag zeigen wir Ihnen die schöne bis 100% REKA-Checks! Ermässigung GA: Fr. 44.drückliche Steigung, vorbei an tosenden Stadt Cuneo. Am Nachmittag folgt dann die Sonniges Südtirol I 6 Reisetage I 21.-26.9.2021 I ab Fr. 1195.Aufpreis Golden Pass 1. Klasse: Fr. 38.Weitere tolle Herbstferien Wassern und tiefen Schluchten. In ChâtelFahrt mit derSalzkammergut legendären Tenda Bahn Saisonzuschlag Abreisen Juni & Sept. Fr. 40.Seenparadies I bis 7 Reisetage I 25.9.-1.10.2021 I ab Fr. 1695.ard geht es mit total 3 Bahnen bis hoch zur mit dem e-Bike: Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person nach Ventimiglia an der Donau italienischen An der schönen blauen I Ri7 Reisetage I 25.9.-1.10.2021 I ab Fr. 1595.beeindruckenden Krone des Staudamms (entfällt bei Online-Buchung) viera. Freuen Sie sich auf eine spektakuläre von Emosson – grossartige Blicke auf den Organisation: Holiday Partner, 8852 Altendorf

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INHALT

23

Die goldene Genfer Radfahrerzeit

10 29

Schulweg: erste Erfahrungen ohne die Eltern

Mit Second-LifeBatterien CO2 einsparen

EDITORIAL

MEISTGELESENES MAGAZIN DER SCHWEIZ

Dossier Der Schulweg als wichtige Lebenserfahrung

12 Sicher zur Schule

önnen Sie sich noch an Ihren Schulweg erinnern? Ich nehme es an, denn dieser Weg hat die meisten von uns geprägt. Auf meinem Schulweg durch die Dorfquartiere gab es einiges zu entdecken, es entstanden Freundschaften mit den Weggefährten oder aber es wurden auch Streiche gespielt und Streitigkeiten ausgetragen. Da wir im Ort einen strengen Dorfpolizisten hatten, der gerne versteckt hinter einer Hecke die Kinder beobachtete, hielten wir uns meistens an die uns eingetrichterten Verkehrsregeln. Wir gingen zu Fuss oder später mit dem Velo, das bei Wind und Wetter. Dabei kann ich mich nicht erinnern, dass jemals Kinder von den Eltern chauffiert worden wären. Bei all den Abenteuern und Erlebnissen, die der Schulweg bot, hätten wir das nicht begriffen.

14 Neue Trikis und Westen

K

Seit über einem Jahrhundert ist der TCS an der Seite der Kinder Zum Schulstart leuchten sie im neuen, coolen Design

Mobilität 23 Einmalige Sammlung Die Genfer Anfänge des Radsports und des TCS

29 Aus Alt mach Neu Das Start-up Libattion upcycelt gebrauchte Lithium-Batterien

16 Unterwegs im Schulbus

31 Drängeln, hupen & Co.

Viele Schülerinnen und Schüler benutzen das Postauto

Warum man im Verkehr einen kühlen Kopf bewahren sollte

20 Damals und heute Wie Comic-Zeichner Zep die Kampgange von 1930 beurteilt

Stilvoll: der Range Rover Evoque

37

Felix Maurhofer Chefredaktor

COVER-CREDITS: Models: Mailo, Donya und Cataleya Foto: Kilian J Kessler

September 2021 | touring

3


TONI TONI

Vom Berner Oberland ans Mittelmeer Flugreise

GoldenPass Panoramic-Express, Mont-Blanc-Express & Tenda-Bahn

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Fantastische Blumenriviera

Zweisimmen

Montreux Aigle

Martigny

Chamonix

Island & die Polarlichter

Monaco

San Remo Ventimiglia Ligurisches Meer

Vom beschaulichen Zweisimmen gleiten wir mit dem legendären GoldenPass Panoramic-Express durchs Berner Oberland, vorbei an den fantastischen Weinbergen des Genfersees bis nach Montreux. Wir bezwingen mit dem Mont-Blanc Express die spekIm Winter ist eine Reise auf die Insel im Nordmeer ein ganz besonderes Erlebnis - traumhafte Landschaften im glittakuläre Bergstrecke nach Châtelard und mit der atemberaubenden Standseilbahn den Staudamm des Lac d’Emosson. Über zernden Schnee, ungewöhnliche Lichtstimmungen und - mit etwas Glück - auch die spektakulären Nordlichter! Und den Nobelskiort Chamonix erreichen wir das Piemont, wo wir es uns bei vorzüglichem Wein des fruchtbaren Bodens gutgehen keine Angst - wegen des Golfstroms «vor der Haustür» ist es nicht so kalt, wie Sie vielleicht denken. Kommen Sie mit lassen. Schliesslich durchqueren wir mit der weltbekannten Tendabahn die wildromantischen Seealpen ehe wir herrliche Tage auf spannende an dereine italienischen undSchnuppertour! französichen Riviera verbringen – eine grossartige Reise!

Ihr Reiseprogramm:

1. Tag – Flug nach Island – Reykjavik 1.Flug Tagab–Zürich Anreise Zweisimmen & nachnach Keflavik (Direktflug mit GoldenPass Panoramic-Express Icelandair) und Transfer zum Hotel. WillkomFahrt komfortablen men inimIsland! Die Insel ist Extrabus bekannt fürnach ihre Zweisimmen, unserem Ausgangspunkt für grossartigen Landschaften – geprägt durch die Fahrt mit dem GoldenPass aktive Vulkane undlegendären mächtige Gletscher, GeyPanoramic-Express. an Gstaad und sire und imposante Vorbei Wasserfälle. Unser ideaChâteau-d’Oex wir Montreux und ler Standort fürerreichen die nächsten Tage ist Reykjadamit wunderschöne Waadtländer Rivik, diedie nördlichste Hauptstadt der Welt. Hier viera mitman ihren Weinbergen. zur freien findet eine spannendeZeit Mischung aus Verfügung. kleinen, farbenfrohen Häusern und modernen Bauwerken. Die Stadt bietet ausserdem 2.zahlreiche Tag – Mont-Blanc-Express, d‘EmosKneipen und Cafés, Lac Museen, Theson Chamonix ater,& schicke Bars und viele gute Restaurants In– Martigny erwartet uns heute morgen ideal für kulinarische Entdeckungstouren der Mont-Blanc-Express. Auf kühner Strean den Abenden. ckenführung durchquert der Zug die wilde Trientschlucht und klettert überSpuren eine ein2. Tag - Reykjavik & auf den des drückliche NordlichtsSteigung, vorbei an tosenden Wassern und tiefen Schluchten. In ChâtelHeute morgen erleben wir Reykjavik bei eiard es mit totalStadtführung. 3 Bahnen bis Die hochStadt zur nergeht interessanten beeindruckenden Krone des Staudamms überrascht mit exklusiven Geschäften und von Emosson grossartige Blicke auf den einer aktiven–Musikund Kunstszene. Der

Nachmittag steht Ihnen zur freien VerMont-Blanc inklusive. Nach der französifügung. Am Abend erleben Sie bei einer schen Grenze erreichen wir wieder mit dem Nordlicht-Busfahrt - mit etwas Glück - das Bus den bekannten Wintersportort ChamoNaturschauspiel der Nordlichter. Zahlreiche nix. Nach etwas Freizeit fahren wir weiter Legenden ranken sich um dieses spektakuins Piemont. läre Naturphänomen und vor 2000 Jahren hielt man sie für Zeichen von Göttern und 3. Tag – Langhe, Alba & Barolo Geistern. Fernab von den hellen Lichtern der Heute lernen wir mit der Langhe-Region Stadt ist die Chance sehr gross, Nordlichter das Piemont von seiner allerschönsten Seibewundern zu können. te kennen. Wir zeigen Ihnen das herrliche Alba, die „Stadt der hundert Türme“. Weiter 3. Tag - Ausflug Golden Circle geht es durch das weltbekannte Barolo WeiDie Golden Circle Strecke ist der Höhepunkt nanbaugebiet – hier gedeihen die königjeder Island-Reise. Wir wandern auf den Spulichsten Weine Italiens. Wir besuchen eine ren der Geschichte in Thingvellir, wo das älrenommierte Weinkellerei und erfahren bei teste Parlament der Welt zu finden ist, beobeiner Führung alles über die Herstellung achten den in die Höhe sprudelnden Geysir der edlen Tropfen. und lassen uns von den Wassermassen des wohl schönsten Wasserfalls der Welt, dem 4. Tag – Cuneo & Tenda Bahn Gullfoss, in den Bann ziehen. Am Vormittag zeigen wir Ihnen die schöne Stadt Cuneo. Am Nachmittag folgt dann die 4. Tag, Mittwoch 22. Januar 2020 - Ausflug Fahrt mit der legendären Tenda Bahn bis Reykjanes nach Ventimiglia an der italienischen RiHalten Sie heute Ihren Fotoapparat bereit – viera. Freuen Sie sich auf eine spektakuläre es erwarten uns wiederum schöne Winter-

84

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landschaftseindrücke. Wir fahren zur HalbBahnstrecke mit herrlichen Gebirgslandinsel Reykjanes: Zahlreiche Vulkankrater, schaften und malerischen Dörfern. Höhlen, Geothermalgebiete und Lavafelder prägen die faszinierende Landschaft. Wieder 5. Tag – Monaco & San Remo zurück in Reykjavik bleibt Ihnen der restliche Den heutigen Tag beginnen wir mit einem Tag zur freien Verfügung – besuchen Sie zum Besuch im Fürstentum Monaco. Entdecken Beispiel die Nordlichter-Ausstellung: Hier erSie dabei die pittoreske Altstadt und taufahren Sie Interessantes über dieses grandiochen Sie in eine Welt voller Glamour und se Naturschauspiel. Lebensgefühl ein. Am Nachmittag erwartet uns San Remo – die Hauptstadt der Blu5. Tag – Heimreise menriviera liegt majestätisch eingebettet Am frühen morgen heisst es Abschied nehzwischen azurblauem Meer und dem malemen von der Insel aus Feuer und Eis. Transfer rischen, saftiggrünen Hinterland. zum Flughafen nach Keflavik, von wo aus wir zurück nach Zürich fliegen. Ankunft in Zürich 6. Tag – Heimreise um die Mittagszeit. Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute die Heimreise an. Noch mehr sparen bis 100% REKA-Checks!

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INHALT

32

Vier E-Autos der Mittelklasse im Test

Touringhelfer: die einstige TCSHobbypatrouille

57

45

Meine Club-Vorteile 56 TCS Reisen: alle Highlights 58 Vorteilsprogramm TCS Benefits 67 Wettbewerb zum TCS-Jubiläum 70 Tolle Produkte im Touring Shop

Werdenberg, die kleinste Stadt der Schweiz, liegt in St. Gallen

Technik 32 Die E-Mittelklasse Vier Elektroautos im grossen Vergleichstest: Was taugen sie?

38 Hybrid statt Diesel Der Trend bei den SUV geht vom Diesel zum Hybrid

41 Gelebter Energiewandel Die Elektrifizierung des Verkehrs wird absehbar

Club

Rubriken

61 Kündigung – und jetzt?

43

Der TCS-Experte Klimaanlage: Komfort und Sicherheit

69 69 71 72

Forum

So unterstützt die TCS Job Assistance Arbeitssuchende

63 TCS Park & Pay Das grösste digitale Parkplatznetz der Schweiz wächst weiter

64 ETI sei Dank

Impressum Tourolino Unterwegs mit …

Krankheit, Covid-19, Erpressung: Rettung aus afrikanischer Hölle

Freizeit 45 Mehr als nur eine Stadt Im Kanton St. Gallen gibt es viel Interessantes zu entdecken

53 Dübener Ei im Appenzell Tour mit dem Kultwohnwagen aus der früheren DDR

Mal ein Gespann der anderen Art

53 Touring Nr. 10

Im nächsten «Touring»: die Mobilität nach der Pandemie, Besuch im Schweizer Fort Knox für Oldtimer und der Opel Mokka im grossen TCS-Test Erscheinungsdatum: 30.9.2021

September 2021 | touring

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Vom Berner Oberland ans Mittelmeer

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den Hotels ✓ Geführter Halbtagesausflug «Antikes Rom» ✓ Besuch im Vatikan mit Besichtigung Petersdom (inkl. Petersdom) & wöchentlicher ✓ Fahrt mit der Stand-, Schräg- & Feldbahn

Alba Barolo Langhe ✓ Schöner Ganztagesausflug (Eintritt vor Ort zu bezahlen) ✓ Ausflug zur Trauminsel Capri inkl. Schifffahrt, geführtem Inselrundgang Cuneo & Eintritt Gärten von Augustus ✓ Geführter Piemont/Langhe Region zum Lac d’Emosson Papstaudienz ✓ Interessante Führung «Klassisches Rom» ✓ Weinprobe am Fusse des Vesuvs mit Imbiss ✓ Spannende Führung in Pompeji

Ganztagesausflug Amalfiküste inkl. Limoncello-Verkostung ✓ Interessante Stadtführung in Neapel

Capri

✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise

San Remo Ventimiglia Ligurisches Meer

Monaco erhalten. Nachtessen im Hotel.

Ihr Reiseprogramm:

5. Tag – Capri Halten Sie Ihren Fotoapparat bereit – mit Capri erwartet uns heute Italiens Trauminsel Nummer 1! Schon die EinVom beschaulichen Zweisimmen gleiten wir mit dem legendären GoldenPass Panoramic-Express Oberland, fahrt mit demdurchs Schiff inBerner den Hafen mit den vorpittoresken, bei an den fantastischen Weinbergen des–Genfersees nach Wir bezwingen mit dem Mont-Blanc ExpressWir die spek- das bunten Häusern wird Sie begeistern. beobachten 2. Tag Spaziergangbis durch dieMontreux. Antike mondäne Leben auf weltberühmten unternehmen wir einen Spaziergang den takuläre Bergstrecke nach ChâtelardHeute undVormittag mit der atemberaubenden Standseilbahn Staudamm desder Lac d’Emosson.Piazzetta, Über spazieren den wunderschönen Augustus Gärten und gedurch dervorzüglichem Welt. Vom den Nobelskiort Chamonix erreichen wir das daseindrücklichste Piemont, woFreiluftmuseum wir es uns bei Wein zu des fruchtbaren Bodens gutgehen niessen die traumhafte Aussicht auf die Faraglioni-Felsen Kapitolshügel schlendern wir unter kundiger Leitung lassen. Schliesslich durchqueren wir mit der weltbekannten Tendabahn die wildromantischen Seealpen ehe wir herrliche Tage ! Am späten Nachmittag Rückfahrt mit dem Schiff aufs zum Palatinshügel, wo wir die imposanten Reste der kaian der italienischen und französichen Riviera verbringen – eine grossartige Reise! Festland & Nachtessen im Hotel. serlichen Palastanlagen bewundern. Es folgt die Aussen-

Herrliches Piemont

1. Tag – Anreise Unterwegs mit der tollen Tenda-Bahn Fahrt im komfortablen Extrabus nach Rom, wo wir im Hotel mit dem Nachtessen erwartet werden.

Pompeji & Vesuv

besichtigung des weltberühmten Kolosseums, bevor es inklusive. Nach der geht. französiIhr tolles Reiseprogramm: zurück zurMont-Blanc Piazza Venezia am Fuss des Kapitols Der schen erreichen wir wieder mit dem Nachmittag und Grenze der Abend bleibt frei. Bus den bekannten Wintersportort Chamo1. Tag – Anreise nach Zweisimmen & nix. Nach etwas Freizeitdes fahren weiter GoldenPass Panoramic-Express 3. Tag - Vatikan, Generalaudienz Papstwir & klassiins Piemont. Fahrt im komfortablen Extrabus nach sches Rom Zweisimmen, unserem AusgangspunktWirfür sind zu Gast in Vatikanstadt, dem Zentrum der christ3. Tag – Langhe, Alba & Barolo Petersdom die Fahrt mit dem legendären GoldenPass lichen Welt. Wir besuchen den fantastischen Heute lernen wir mit der Panoramic-Express. Vorbei an Gstaad und underleben mit der Generalaudienz des Langhe-Region hl. Vaters einen das Piemont von Reise. seinerAm allerschönsten SeiChâteau-d’Oex erreichen wir Montreuxschönen und Höhepunkt dieser Nachmittag wird kennen. WirRom zeigen Ihnen das damit die wunderschöne Waadtländeruns Ri-danntedas klassische begeistern. Dazuherrliche gehört die „StadtTrevi-Brunnen, der hundert Türme“. Weiter viera mit ihren Weinbergen. Zeit zur freien natürlich Alba, der prächtige die Spanische gehtdas es Pantheon. durch dasDer weltbekannte WeiVerfügung. Treppe oder Abend stehtBarolo zur freien nanbaugebiet – hier gedeihen die königVerfügung. lichsten Weine Italiens. Wir besuchen eine 2. Tag – Mont-Blanc-Express, Lac d‘Emosrenommierte Weinkellerei und erfahren bei son & Chamonix 4. Tag - Weinprobe am Vesuv & Pompeji die Neapel Herstellung In Martigny erwartet uns heute morgen Wir fahreneiner weiterFührung Richtung alles Süden,über passieren und Tropfen. der Mont-Blanc-Express. Auf kühner Streverkostender am edlen Fusse des Vesuvs Weine der Region mit lo-

Rom

ckenführung durchquert der Zug die wilde kalen Spezialitäten. Später spazieren wir durch die mäch4. Tag Tenda Trientschlucht und klettert über eine tigen ein- Ruinen von– Cuneo Pompeji,& in denenBahn wir noch einmal AmEinblicke Vormittag zeigen die Antike schöne drückliche Steigung, vorbei an tosenden einzigartige in den Alltagwir der Ihnen römischen Stadt Cuneo. Am Nachmittag folgt dann die Wassern und tiefen Schluchten. In ChâtelFahrt mit der legendären Tenda Bahn bis ard geht es mit total 3 Bahnen bis hoch zur nach Ventimiglia an der italienischen Ribeeindruckenden Krone des Staudamms viera. Freuen Sie sich auf eine spektakuläre von Emosson – grossartige Blicke auf den

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CLUB AKTUELL

Themen-Cargo-Bikes für die Freizeit Das Projekt «Bleib hier» von der Mobilitätsakademie des TCS schafft seit letztem Jahr mit lokalen Angeboten neue Möglichkeiten, die Ferien und Freizeit in der Nähe zu verbringen. In Bern können neu eCargo-Bikes mit einem Mikrowohnwagen, einem Barbecueset, einem SUP oder einer Kiste mit Outdoorgames gebucht werden. Infos und Buchung: bleibhier.ch In zwölf Schweizer Städten macht die TCS-Jubiläumstournee Halt

Die Erlebnistournee darf endlich Fahrt aufnehmen Pünktlich zum 125. Geburtstag des TCS am 1. September startet das Jubiläumsfestival durch die Schweiz am 14. August in Basel.

L

ange musste sich der TCS gedulden, sein grosses Jubiläum gemeinsam mit der Schweizer Bevölkerung zu feiern. Nach zahlreichen pandemiebedingten Verschiebungen kann die Erlebnistournee durch zwölf Schweizer Städte nun endlich beginnen. Die Premiere findet vom 14. bis 16. August 2021 auf dem Barfüsserplatz in Basel statt. Stets an einem zentralen Standort gelegen und am grossen Leuchtrad zu erkennen, lädt der TCS alle ein, jeweils während drei Tagen einen Einblick in die gelbe Welt des grössten Mobilitätsclubs des Landes zu erhalten. Auf die Besuchen-

den wartet eine Mischung aus erlebbarer Information, lehrreichen Vorführungen, fesselnden Shows und entspannenden Konzerten.

Daten Erlebnistournee Basel: 14. bis 16. August Aarau: 20. bis 22. August Neuenburg: 27. bis 29. August Bellinzona: 3. bis 5. September Sitten: 10. bis 12. September Vevey: 24. bis 26. September Genf: 1. bis 3. Oktober St. Gallen: 7. bis 9. Oktober Freiburg: 15. bis 17. Oktober Bern: 22. bis 24. Oktober Zürich: 12. bis 14. November Luzern: 2022 (Daten folgen)

Bis zum 30. September können die meisten Autoversicherungen gewechselt werden. Der TCS bietet seinen Mitgliedern exklusive und attraktive Versicherungslösungen. Ein Prämienvergleich lohnt sich jetzt besonders. Hier Prämie online berechnen: tcs.ch/autoversicherung

Im Gedenken an Domenic Gross

200 000 Pannen

FOTOS TCS, ZVG

TCS Autoversicherung zum Onlinetarif

Alle Infos und aktuellen Daten: tcs125.ch

RÜCKSCHAU «TOURING» 1984

Die Debatten um die Einführung der Autobahnvignette und der Schwerverkehrsabgabe dominierten in diesem Jahr. Diskussionen lösten ebenfalls das geplante Heraufsetzen des Töfflialters von vierzehn auf sechzehn Jahre und die Temporeduktion ausserorts auf achtzig und auf der Autobahn auf

Bleib hier Das Camping-Carvelo ist eines von vier neuen eCargo-Bikes

120 Stundenkilometer aus. Der TCS lancierte die Kampa-gne «Gentleman am Steuer» und testete sechzig Autowerkstätten. 1984 wurden die TCS-Firmenkarte und der Privat-Rechtsschutz eingeführt. Die Patrouille fertigte insgesamt 200 000 Pannen ab.

Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Domenic Gross am 24. Juli 2021 im Alter von 66 Jahren aus dem Leben gerissen worden. Mit grosser Trauer nimmt der TCS Abschied vom Präsidenten der Sektion Graubünden und langjährigen Mitglied des Verwaltungsrats TCS Zentralclub. September 2021 | touring

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Welch Entwicklung! Elektroautos sind in der Schweiz gross im Kommen. Dieser Trend wird durch verbesserte Rahmenbedingungen begünstigt, wie eine jährliche TCS-Studie zeigt. Die Ausgabe 2021 des TCS-Factsheets zeigt, dass E-Autos in der Schweiz wie in Europa auf dem Vormarsch sind. Aber die Schweizer haben sich im vergangenen Jahr von ihren Nachbarn abgehoben: Insgesamt entfielen 8,2 Prozent der Zulassungen auf reine Elektromodelle, gegenüber 6,7 Prozent in Frankreich, 6,6 Prozent in Deutschland und 2,4 Prozent in Italien. Diese Dynamik hat sich in der ersten Jahreshälfte 2021 mit einem Marktanteil von 9,9 Prozent bestätigt. Plug-in-Hybride und Range Extender sind mit einem Anteil von 8,3 Prozent ebenso auf dem Vormarsch.

Günstigere Bedingungen Insgesamt 23 Kantone gewähren Subventionen oder bieten Förderprogramme. Letztes Jahr gaben 53 Prozent der Schweizer Bevölkerung an, dass sie in

Zukunft elektrisch fahren wollen. 2021 wird dies durch eine wachsende Zahl von Modellen für unter 35 000 Franken verstärkt. Es gibt sogar einige Kleinwagen für weniger als 20 000 Franken. Auch im Hinblick auf die CO2-Emissionen profitiert die Schweiz von einem besonders günstigen Energiemix und liegt mit 13,1 Gramm CO2 pro Kilometer weit unter den durchschnittlichen Emissionen der EU (40,7 g CO2/km) und noch mehr unter denen Deutschlands (95,2 g CO2/km). Zusätzlich verbessert sich die Ökobilanz: Unter Schweizer Bedingungen stösst ein mittelgrosses E-Auto nach 30 000 Kilometern weniger Treibhausgase aus als ein Verbrennermodell (2019: 40 000 Kilometer). Der TCS-Klimabilanzrechner ermöglicht die kostenlose Überprüfung des ökologischen Fussabdrucks eines Fahrzeugs: tcs.ch/klimabilanz

Weniger Unfälle auf dem Schulweg

8 touring | September 2021

Überleben im All Die bemannte Erforschung des Weltraums nimmt immer konkretere Züge an. Ein Puzzleteil könnte dabei der Rover Luiee von einem Team der Technischen Universität Berlin sein. Dieser soll Eis aufspüren, es gewinnen und daraus Wasser- und Sauerstoff herstellen können. Luiee und andere Projekte zum Leben im Weltraum wurden im Juli im Rahmen des Forschungsprojekts Igluna auf dem Pilatus und im Verkehrshaus getestet.

DIE ZAHL

4

Millionen Schweizerinnen und Schweizer waren 2019 auf den 65 000 Kilometer Wanderwegen hierzulande unterwegs, so die Studie «Wandern in der Schweiz 2020». Das belegt die Annahme, dass diese Art der Fortbewegung so gefragt ist wie nie zuvor. Somit wandern 57 Prozent der Bevölkerung ab fünfzehn Jahren – im Mittel an fünfzehn Tagen (drei Stunden lang) pro Jahr.

Wachsende Popularität In der Schweiz fährt jeder zehnte Neuwagen elektrisch

Vielerorts beginnt wieder die Schule, und Eltern machen sich nun Gedanken, ob der Nachwuchs sicher unterwegs ist. Die gute Nachricht: Die Zahlen von Unfällen auf dem Schulweg sinken stark. Kam es 1992 noch zu 783 Unfällen, waren es 2020 451 (–42,4 Prozent). Das ist das Fazit einer TCS-Recherche, basierend auf Zahlen des Astra (aufgenommen wurden nur von der Polizei erfasste Vorfälle). Insgesamt kam es in den 38 Jahren zu 18 156 Unfällen auf dem

DAS BILD

Schulweg. In 15 940 Fällen mit Personenschaden (leichte und schwere Verletzungen bis hin zu Todesfällen). Auch wenn es bei den Zahlen ab und zu Ausrutscher nach oben gab, weist der Trend stetig nach unten. Dies ist dem Engagement aller Verkehrssicherheitspartner zu verdanken, auch dem TCS. Er hat sich von Anfang an die Sicherheit von Kindern im Verkehr auf die Fahnen geschrieben und arbeitet eng mit Verkehrspolizisten und Eltern zusammen.

DAS WORT

Schule (griechisch: σχολή  ,  scholé) bedeutete für die alten Griechen «Musse», das ursprünglich Gegebene, Positive – also das Innehalten bei der Arbeit und dabei Bildung geniessen. Der Begriff der «ascholía» war für sie demnach das davon abgeleitete Gegenteil – ganz nach dem Motto: zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.


NEWS

FOTOS MARIE CHRISTINE EGGER, ZVG

Vorbildliche Waadt

Autorecycling auch 2020 rückläufig

Auf der Seite von Waadtland Tourismus sind jetzt über 200 Adressen aufgelistet, die auch für Menschen mit Geh-, Hör- oder Sehbeeinträchtigungen zugänglich sind. Und das Verzeichnis an barrierefreien und behindertengerechten Museen, Kulturstätten, Hotels und Restaurants wächst weiter. Piktogramme zeigen jeweils an, ob eine Institution oder etwa ein Lokal für Menschen im Rollstuhl, für Blinde und Hörbehinderte geeignet ist. Die Liste wird von Vaud Promotion zusammen mit Pro Infirmis erstellt.

Führungen mit edlen Damen und Schurken, Fechtwettkämpfe wie damals, ein Lustmahl bei Kerzenlicht, wie es Casanova genossen hätte, und vieles mehr … Zwischen dem 14. und 22. August lebt in Solothurn der Barock wieder auf. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Oper «Poppea» auf Schloss Waldegg.

region-du-leman.ch

barocktage.ch

Barock in Solothurn

Laut der Vereinigung der Autosammelstellen-Halter der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein (VASSO) sank die Zahl der in der Schweiz verwerteten Fahrzeuge um 12,7 Prozent auf 54 000 Einheiten. Der Verband zählt nur dreizehn Unternehmen, die auf die Vermarktung von Gebrauchtteilen spezialisiert sind, und rechnet mit einem langfristigen Rückgang der Nachfrage: Einerseits entstehen weniger Defekte und andererseits sind Reparaturen aufgrund komplexerer Systeme nahezu unmöglich.

Batterieindustrie Europas im Aufbruch Rund dreissig Projekte sind für die europaweite Schliessung der Lücke im Bereich der Produktion von E-Fahrzeug-Batterien vorgesehen. Gemäss Prognose des Verbands Eurobat soll die Produktionskapazität bis zum Ende des Jahrzehnts auf mehr als tausend Gigawattstunden gesteigert werden. September 2021 | touring

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10 touring | September 2021


DOSSIER

With a Little Help From My Friends Es ist ein grosser Schritt, ein prägender und manchmal ein gefährlicher. Der Schulweg bedeutet erste Erfahrungen ausserhalb des elterlichen Radars und das Hineinwachsen in die neue Rolle als Verkehrsteilnehmer. Doch mit ein wenig Hilfe von Freunden – wie dem TCS – kommen sie klar. FOTO KILIAN J KESSLER

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September 2021 | touring

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Verkehrsunterricht im Jahr 1955 Schon damals engagierte sich der TCS zusammen mit der Polizei für die Verkehrserziehung an den Schulen

12 touring | September 2021


DOSSIER

Seit 113 Jahren an der Seite der Schwächsten Das Engagement für die Sicherheit von Kindern im Strassenverkehr ist ein fester Bestandteil der Geschichte und der DNS des TCS. Seit über einem Jahrhundert fordert und fördert der Club den Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmenden. TEXT DOMINIC GRAF

B

ereits im Jahr 1908 appelliert der noch junge Touring Club Schweiz an den Bundesrat, einen obligatorischen Verkehrsunterricht an den Schulen einzuführen. Gleichzeitig produziert der TCS kurze Lehrfilme, welche die ordnungsgemässe Nutzung von Gehwegen oder das Passagierverbot auf Fahrrädern erklären. Es ist der Beginn des unermüdlichen und bis heute währenden Engagements für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden, die Kinder.

FOTOS TCS-ARCHIV

Nicht an fahrenden Autos festhalten! Gut zwanzig Jahre später erobern die motorisierten Fahrzeuge allmählich die Schweizer Strassen. Rund 60 000 Personenwagen, 18 000 Sachentransportfahrzeuge und 46 000 Motorräder zählt das Bundesamt für Statistik im Jahr 1930. Die zunehmende Motorisierung bringt auch neue Gefahren mit sich, weshalb der TCS in diesem Jahr «Sind Sie vorsichtig?» lanciert, die erste Kampagne für Unfallprävention und Verkehrssicherheit. In sechs illustrierten Botschaften (siehe Abbildung auf Seite 20) werden Kinder und ihre Eltern sensibilisiert, zum Beispiel vor dem Überqueren einer Strasse nach links und rechts zu schauen, nicht auf der Strasse zu spielen oder sich nicht an fahrenden Autos festzuhalten. Bis heute setzt der Club auf die Kraft der Prävention und engagiert sich mit der Unterstützung des Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) und zusammen mit anderen Partnern für mehr Sicherheit. «Gäll, du haltisch für mi a», «Immer ganz anhalten!» oder «Rad steht, Kind geht» lauten

einige der Botschaften auf den Plakaten und Banderolen, die den meisten Autofahrerinnen und -fahrern noch heute bekannt vorkommen dürften. Unvergessen bleiben auch die 2020 veröffentlichten humorvollen Comiczeichnungen der Figur Titeuf, welche die Kinder fit für ihren Schulweg machten. Nebst wirksamen Kampagnen, setzt der TCS auch schon früh auf Lernmaterialien und pädagogische Spiele, welche den Kindern und ihren Eltern die Regeln und richtigen Verhaltensweisen im Strassenverkehr näherbringen. Heute reicht das Angebot der TCS Verkehrssicherheit von hilfreichen Ratgebern für Kinder jeden Alters über Bastelanleitungen bis hin zur App Weelo und Onlinespielen wie dem Veloquiz oder verschiedenen interaktiven Quiz auf Kahoot.

Stolze Schülerpatrouille Eine der Herausforderungen der TCS Verkehrssicherheit besteht darin, die Massnahmen an die jeweilige Zeit anzupassen und für alle Verkehrsteilnehmenden die nötige Orientierung zu schaffen. Wie zum Beispiel im Jahr 1952. Nach dem zweiten Weltkrieg schnellt die Anzahl der Autos nach oben – und mit ihr auch die Unfälle. Bei 900 Verkehrstoten auf nicht einmal 400 000 Motorfahrzeuge sieht sich der TCS in der Pflicht, die Ausbildung der Lenker sowie an den Schulen zu intensivieren. Nebst der Broschüre «Schneller, immer schneller», die über das richtige Verhalten im Strassenverkehr informiert und über 100 000 Mal verteilt wird, ruft der Club die ersten Schülerpatrouillen ins Leben. Vom TCS-Experten

geschult und mit einem repräsentativen Schulterriemen ausgestattet, sorgen von nun an ältere Schüler für erhöhte Sicherheit auf dem Schulweg. Ein Dienst, der auch fast siebzig Jahre später noch existiert. Zwar werden die Schülerlotsen heute von der Polizei ausgebildet, jedoch kann das nötige Material wie Gilet oder Signalkelle beim TCS bestellt werden.

Der Faktor Sichtbarkeit Mit der Verteilung der ersten Leuchtgürtel – auch Trikis genannt – setzt der TCS im Jahr 1975 seine Pionierarbeit fort. Die Sichtbarkeit wird Die Sichtbarkeit als zentraler Siwird als zentraler cherheitsfaktor Sicherheitsfaktor proaktiv gefördert und weiterproaktiv gefördert entwickelt. Noch und weiterentimmer verteilt wickelt. der TCS im Auftrag des FVS in Zusammenarbeit mit den Verkehrsinstruktoren schweizweit an alle Kindergärtlerinnen ein Triki. Darüber hinaus offeriert der Club jedes Jahr 80 000 Leuchtwesten an die Erstklässler. Mit «MADE VISIBLE» hat der TCS sogar eine Onlineplattform ins Leben gerufen, welche mit über 300 leuchtenden und reflektierenden Kleidungsstücken und Accessoires nicht nur für Sichtbarkeit sorgt, sondern auch den heutigen Modegeschmack trifft. Ob zu Fuss, auf dem Velo, dem Trottinett, im Kindersitz oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln – der TCS wird sich auch die nächsten 113 Jahre mit Herzblut dafür engagieren, dass die Sicherheit der Jüngsten für alle Verkehrsteilnehmenden an erster Stelle steht. ◆ September 2021 | touring

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Sichtbar cool Zum Schulstart 2021 verteilt der TCS brandneue Leuchtwesten und Trikis. Das frische und zeitgemässe Design sorgt nicht nur für gute Sichtbarkeit, sondern auch für einen Auftritt mit Klasse. TEXT DOMINIC GRAF

Natürlich wurde auch die Funktio­ nalität der Weste optimiert und um einige sehr praktische Eigen­ schaften erweitert. Nebst dem er­ wähnten Reissverschluss lässt sie sich jetzt seitlich mit Druckknöp­ fen und einem reflektierenden Klettverschluss perfekt an den Kör­ per anpassen. Dies hat einerseits den Vorteil, dass die Leuchtweste auch von der Seite gute Sichtbar­ keit bietet. Andererseits lässt sie sich dadurch über mehrere Jahre und Wachstumssprünge tragen.

Eine Leuchtweste, die Kinder mit Stolz tragen

Die Leuchtwesten werden vom TCS finanziert, produziert und über die Sektionen und Verkehrs­ instruktoren der Polizei an rund 80 000 Erstklässlerinnen und Erst­ klässler kostenlos im ganzen Land verteilt.

Wären da nicht die neongelbe Flä­ che und die reflektierenden Ele­ mente, man Was die Weste für müsste zwei­ mal hin­ die Primarschule sehen, ob es ist, ist das Triki für sich hier den Kindergarten. wirklich um eine TCS­ Leuchtweste handelt. Aus dem einst eher uniformen, nüchternen Überzieher, ist ein stylisches Klei­ dungsstück geworden, das sich harmonisch in die Kindergarde­ robe integriert. Bei näherer Be­ trachtung sticht der Reissver­ schluss ins Auge, welcher die Weste viel praktischer zum Anzie­ hen macht und ihr einen modisch­ modernen Look verleiht. Auch der neue, markante Kragen wirkt läs­ sig und schick. Ein besonderes De­ tail findet sich auf dem Rücken der Weste: eine Skyline mit Verkehr, Fussgängern sowie einem Park, einer Bushaltestelle und, logisch, einem Schulhaus. 14 touring | September 2021

Triki zeigt den Weg Was die Weste für die Primar­ schule ist, ist das Triki für den Kin­ dergarten. Die dreieckigen gelben oder orangen Leuchtgürtel werden seit fast fünfzig Jahren vom TCS an Kindergartenkinder verteilt – jährlich über 100 000 Stück. Im Rahmen des Redesigns der Westen erhielten auch die Trikis einen zeit­ gemässen Look. Wo vorher zwei simple Reflektorstreifen prangten, wird jetzt symbolisch der Schul­ weg gezeigt. Zu sehen ist eine re­ flektierende Strasse mit grün leuchtenden Velos, Autos, Bäumen, Bergen und Tunnels. Für eine er­ höhte seitliche Sichtbarkeit beste­ hen nun auch die Ränder aus re­ flektierendem Material. Zudem bildet der untere Abschluss des Tri­

kis neu ein ebenfalls reflektieren­ des Dreieck, das wahlweise mit einem Fuchsaufkleber als schlauer Begleiter verziert werden kann. Nebst den vom Fonds für Verkehrs­ sicherheit finanzierten Trikis für öffentliche Schulen und Kinder­ gärten bietet der TCS auch für Krippen und Privatschulen ent­ sprechende Leuchtgürtel an. Diese sind vollständig vom TCS finan­ ziert und können online bei der TCS Verkehrssicherheit in der Farbe Gelb kostenpflichtig bestellt werden. Für die Krippen wurde eigens ein kleineres Modell konzi­ piert, auf dem nicht der Schulweg abgebildet ist, sondern leuchtende Fuchsspuren sowie reflektierende Elemente wie Fussgängerstreifen oder die Umrisse von Verkehrs­ schildern. Sämtliche Trikis werden mit einem Begleitkarton mit Erklä­ rungen und Tipps für die Eltern und die Betreuenden geliefert. •

EIN ZWEITES LEBEN FÜRS TRIKI Nach zwei Jahren Kindergarten hat ein Triki normalerweise ausgedient. Seine Leuchtkraft verliert es jedoch nie. Statt es zu entsorgen, kann es deshalb zu einem sichtbaren Anhänger für unterwegs «upgecycelt» werden – etwa zu einer Eule, einer Fledermaus oder einer Libelle. Die TCS Verkehrssicherheit stellt dazu drei Erklärvideos und die Bastelanleitung zur Verfügung. Jetzt Triki zum Anhänger verwandeln: tcs.ch/upcycling

FOTOS EMANUEL FREUDIGER

S

ichtbarkeit ist auch eine Frage der Akzeptanz. Heut­ zutage reicht es nicht mehr, Kindern eine rein funktio­ nale Weste anzubieten. Sie muss den Trägerinnen und Trägern ge­ fallen, und sie müssen sie gerne anziehen. Kurz: Sie müssen cool sein. Unter dieser Prämisse über­ arbeiteten der TCS und sein Sicht­ barkeitslabel «MADE VISIBLE» die Leuchtwesten und Trikis von Grund auf. Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne sehen lassen.


DOSSIER

Schlauer Begleiter Der Fuchsaufkleber für die Trikis

Die Leuchtweste hat jetzt einen Kragen und Reissverschluss

Das neu gestaltete Triki gibt es in Orange und Gelb

September 2021 | touring

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Erwan und Esteban sitzen gerne vorne im Bus, um auf ihrer Heimfahrt eine freie Sicht auf die Strasse zu haben

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Auf dem Schulweg begegnen wir einem anderen «ScolaCar», und unser Fahrer grüsst seinen Kollegen


DOSSIER

Ganz vorn im Schulbus Tausende Schweizer Schulkinder nutzen täglich den Schülertransport von Postauto. Neugierig auf die Fahrt von der Schule zurück, steige ich in einen gelben Bus ein, um den Fahrer auf einem Teil seiner Strecke durch das Waadtland zu begleiten. Los geht’s.

TEXT PASCALE STEHLIN | FOTOS OLIVIER VOGELSANG

F

ür Albert Ravera, seit sieben Jahren Fahrer bei Postauto, ist es ein gewöhnlicher Donnerstag im Sommer. Um elf Uhr begibt er sich zur Zentrale in Yverdon, um einen stattlichen Bus mit 56 Sitzplätzen zu übernehmen. Dieser ist 2,55 Meter breit, zwölf Meter lang und wiegt 13 000 Kilogramm. Was bedeutet, dass eine gewisse Fahrbeherrschung erforderlich ist. Ich steige in den Bus Nummer 13 ein und nehme vorne Platz, um einen freien Blick auf die Strecke zu haben. Wir fahren los in Richtung Montagny-sur-Yverdon (VD). In der Umgebung von Grandson nutzen 21 Gemeinden das Schülertransportangebot von Postauto. Die Region gehört zu den am besten versorgten des Landes. In der Romandie nutzen täglich 6500 Schülerinnen und Schüler einen solchen «ScolaCar». In der Deutschschweiz sind es 580 und im Tessin 2500. Zu dieser Tageszeit holt Albert Ravera die Kinder von der Schule ab, um sie nach Hause oder zur ausserschulischen Betreuung zu bringen. In dieser Vorferienzeit sind die Kinder weniger zahlreich als sonst. Viele sind auf Schulreise und nicht an den üblichen Haltestellen anzutreffen. Wir durchqueren das Dorf Orges, ohne anzuhalten, und kreuzen einen anderen «ScolaCar». In der Romandie werden achtzig Busse für den Schülertransport eingesetzt, und neunzig Fahrerinnen und Fahrer widmen sich dieser Aufgabe, welche Fachkenntnisse verbunden mit sozialer Kompetenz erfordert. Wir setzen unseren Weg nach Grandson fort. Beim Collège de Borné-Nau warten mehrere Kinder an der Haltestelle. Der Reihe nach steigen sie ein und grüssen den Fahrer. Unter ihnen Esteban und Erwan, welche die Sitze im vorderen Teil erstürmen, die dank

des grossen Fensters einen Panoramablick auf die Strasse bieten. Der achtjährige Esteban ist begeistert: «Es ist mein Lieblingsplatz, aber meistens ist er besetzt. Man hat eine schöne Aussicht und ist in der Nähe von Albert.» Die beiden Schüler schnallen sich selbstständig an und erzählen von ihrem Vormittag. Sie kennen ihren Fahrer gut und schätzen ihn, was ihn freut: «Ich mag diesen besonderen Kontakt zu den Kindern. Ich lerne sie kennen und sehe sie aufwachsen. Ich bin ein bisschen wie ihr Grossvater.»

Wo Kinder unter sich sein können Auch Erwan fährt gerne im Bus: «Nach der Schule haben wir so einen Moment für uns, und wir können uns mit unseren Freunden unterhalten. Ich bevorzuge den 13er-Bus, weil er bequem ist. Ich mag die Gelenkbusse, die sich zu stark bewegen, nicht.» Wir kommen in Fiez an, und unsere beiden Fahrgäste steigen aus, um in der Kindertagesstätte zu essen. Sie verlassen uns mit einem Lächeln auf dem Gesicht und wünschen uns einen schönen Tag. Während ein weiterer der kleinen Fahrgäste gähnt, machen wir uns wieder auf den Weg zu unserem Ziel. Wir fahren durch das Dorf Fontaines-surGrandson und bewundern die Aussicht auf den Neuenburgersee. Célia Cressier, Key Account Managerin bei Postauto für den Schülertransport (VD/FR), nutzt diese ruhige Phase, um die zur Sicherheit der Fahrgäste ergriffenen Massnahmen zu erläutern. Jedes Jahr finden Tage der offenen Tür statt. Die Schüler besuchen einen Bus und lernen, wie man sich angurtet. «Manche Eltern haben Angst vor der ersten Fahrt ihres Kindes mit dem Bus. Sie sind beruhigt, wenn

sie sehen, dass die Sitze angepasst sind und ihre Kinder nicht am Strassenrand stehen bleiben. Wir beantworten ihre Fragen und zeigen ihnen, dass alles dafür getan wird, damit jedes Kind sicher ankommt.» Dazu erhält jeder Fahrer einen Streckenplan mit der Anzahl der Kinder, die an jeder Haltestelle abzuholen oder abzusetzen sind. Wir fahren nun über eine schmale Bergstrasse nach Fontanezier. Nachdem die letzten Fahrgäste am kleinen Ort ausgestiegen sind, wirkt der Bus plötzlich wie ein anderer. Albert Ravera steht auf, um seine Abschlussrunde zu machen und nachzusehen, ob niemand etwas vergessen oder ein Gekritzel hinterlassen hat. Hie und da hebt er ein Bonbonpapier auf. Doch es freut ihn, festzustellen, dass Sachbeschädigungen selten sind: «Postauto hat didaktische Mittel entwickelt, die erklären, wie man sich im Bus zu verhalten hat und dass man seinen Abfall vor dem Aussteigen «Ich mag diesen auf heben muss. besonderen Kontakt Das zeigt Wirzu den Kindern. Ich kung und erlerne sie kennen und spart mir, den sehe sie aufwachsen. Polizisten zu Ich bin ein bisschen spielen, wähwie ihr Grossvater.» rend ich mich Albert Ravera, auf die Strasse Postautochauffeur konzentrieren muss.» Nun geht es wieder nach Yverdon hinunter, und Albert Ravera gönnt sich eine kurze Sandwich-Pause. Wir verlassen den Bus und geben die begehrten vorderen Plätze für die nächste Tour frei. ◆ September 2021 | touring

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MALWETTBWERB SCHULANFANG

Der erste Schulweg wird ganz schön bunt Die «Touring»-Redaktion wollte wissen, wie sich kommende Erstklässler den Weg zum ersten Schultag vorstellen, und schrieb einen Zeichenwettbewerb aus. Es gab die unterschiedlichsten Versionen, aber alle Kinder malten sich diesen besonderen Weg in buntesten Farben aus. TEXT JULIANE LUTZ

S

pazieren sie an der Hand der Eltern zur Schule, fahren sie zusammen mit «Gspänli» auf dem Trotti vor, oder werden sie im Auto gebracht? Die «Touring»-Redaktion wollte zum Schulanfang von den ganz Kleinen wissen, wie sie sich denn diesen doch ganz besonderen Weg vorstellen. In einem Malwettbewerb wurden auf Social Media kommende Erstklässlerinnen und Erstklässler aufgerufen, ihre Ideen einzureichen.

Immer scheint die Sonne Per Post trudelten die unterschiedlichsten Vorstellungen ein, doch zwei Dinge waDie Jury prämierte ren in jedem Bild zu finden: die Bilder, in Sechs- und denen die Freude Die Siebenjährigen über das Abensehen den Weg, den sie künftig teuer Schulweg gehen werden, spürbar war. in den buntesten Farben vor sich, während stets die Sonne scheint. Das lässt die Vermutung zu, dass sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs auf die Schule freuen.

Die Auswahl Eine Jury bestehend aus dem stellvertretenden Chefredaktor Dino Nodari, dem Art Director Alban Seeger, dem «Touring»-Fotograf Emanuel Freudiger, der Redaktionsassistentin und «Tourolino»-Verantwortlichen Susanne Troxler sowie 18 touring | September 2021

der Freizeit-Ressortleiterin und Wettbewerbsinitiatorin Juliane Lutz bewertete die Einsendungen.

Erster Platz Als Sieger wurde der sechsjährige Jaro Möri aus Lengnau auserkoren. Sein Bild besticht durch schöne Farbgebung und Vielschichtigkeit. Die verschiedenen Elemente wie beispielsweise die Bergkette im Morgenlicht, das Schulhaus mit Uhrenturm oder die freundlichen Insekten sind gut umgesetzt. Sein Werk spiegelt besonderes Talent und eine positive Erwartungshaltung wider. Er erhält einen Gutschein im Wert von 500 Franken für einen Aufenthalt (mit Familie) auf einem TCS-Camping nach Wahl.

Zweiter Platz Den zweiten Platz belegte die ebenfalls sechsjährige Livia Werren aus Lenk im Simmental. Zur besseren Erläuterung der drei gemalten Figuren stand auf der Rückseite ihres Bildes «D Livia lauft an ihrem ersten Schultag mit ihren Kolleginnen Lyana und Sofie zur Schule». Der Jury gefiel besonders, dass bei ihr der Schulweg – Thema des Wettbewerbs – eine zentrale Rolle spielt. Auch drücken die gewählten Farben gekonnt fröhliche Stimmung aus. Dazu kommen nette Details wie die Tulpen. Livia kann sich auf einen Familieneintritt in der Höhe von 260 Franken für den EuropaPark, Rust, freuen.

Dritter Platz Den dritten Platz sicherte sich Kate Quadroni aus Altendorf. Ihr Alter wurde leider nicht angegeben. Es scheint, dass sie es kaum erwarten kann, bis der grosse Tag endlich kommt, denn sie zeichnete sich selbst lachend zwischen Zuhause und Schule stehend, neben ihr den bereits gepackten Schulthek. Mit dem Trotti bindet Kate auch ein Verkehrsmittel mit ein. Ihr Bild ist schön klar und aufgeräumt. Sie bekommt einen Micro-Scooter Sprite in der Farbe Waldgrün im Wert von 99 Franken.

Ein grosses Merci an alle Die «Touring»-Redaktion bedankt sich bei allen Kindern, die mitgemacht haben, und wünscht ihnen einen wunderschönen ersten Schultag. Und rät, auf dem Weg zum/vom Unterricht stets die TCS-Leuchtwesten zu tragen, die sie in der Schule oder beim ersten Verkehrsunterricht bekommen. ◆

Dank geht auch an die Sponsoren der Preise: Abteilung TCS Camping; EuropaPark, Rust; Micro Mobility Systems AG, Küsnacht.


DOSSIER

Platz eins für Jaro Möri für ein Bild mit schöner Farbgebung und gut umgesetzten Details

Platz zwei für Livia Werren. Bei ihr spielt der Schulweg – Thema des Wettbewerbs – eine zentrale Rolle

Platz drei für Kate Quadroni. Ihr Werk drückt ganz besonders Vorfreude auf die Schule aus

September 2021 | touring

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Zwei Zeichenstile für die gleiche Mission Im Zuge des Jubiläums wurde eine Serie von Illustrationen des TCS aus dem Jahr 1930 entdeckt, herausgebracht für Schulkinder. ComicZeichner Zep, der seinen Titeuf seit letztem Jahr in den Dienst des Clubs stellt, schaut bewegt auf die Arbeit seines anonymen Vorgängers. TEXT JÉRÔME LATHION

Dieses Zeugnis aus einer anderen Zeit erinnert an die letztjährige Aktion des «Die Zeichnungen Genfer Zeichners und Drehbeweisen, dass buchautors die Formel aufgeht. Philippe Chappuis, alias Zep, Sie funktioniert Vater des noch immer gut.» Comic-Helden Zep, Titeuf. Er erZeichner und Drehbuchautor klärte sich bereit, seine Schöpfung – auf Postern und Aufklebern – zum Schulanfang 2020 in den Dienst der Abteilung Verkehrssicherheit des TCS zu stellen. Die Aktion wird dieses Jahr wiederholt (siehe Kasten nebenan). 20 touring | September 2021

Die Versuchung war gross, die Gefühle des Künstlers gegenüber dem Werk seines leider unbekannten Vorgängers aus der Vorkriegszeit einzufangen. Eine Aufgabe, die er auf Anhieb annahm, trotz seiner aktuellen Arbeitsbelastung aufgrund der Promotion des kürzlich auf Französisch erschienenen neuen Titeuf-Bandes «La grande aventure» sowie anderer Grafikprojekte und einer Filmproduktion.

Am Ursprung des Comics Sein Kommentar: «Wir stecken hier in den Kinderschuhen des Comics, der sich bei den Kindern, die das Lesen vielleicht abschreckte, ganz natürlich durchsetzte. Man entdeckt daraufhin, dass Bilder genauso gut Geschichten erzählen können wie Texte. Die Geschichten, die diese Zeichnungen erzählen, erinnern mich an die Abenteuer von Stups und Steppke von Hergé aus der gleichen Zeit, auch wenn hier noch kein Sprechblasentext vorhanden ist. Ich finde sie grafisch sehr schön und mag ihre Farbgebung. Da das Sammeln und Einkleben von Bildchen in jenen Jahren sehr beliebt war, würde mich ein spezielles, ergänzend dazu angebotenes Heft nicht erstaunen. Die Zeichnungen beweisen, dass die Formel aufgeht. Sie funktioniert noch immer gut, auch wenn heute die Botschaft durch das Spiel mit Humor und Widersprüchen auf zwei Ebenen vermittelt wird. An den Warnhinweisen hingegen hat sich nicht viel geändert: Ziel ist noch immer das friedliche Miteinander von jungen Fussgängern und Autofahrern.» ◆

DER REBELLISCHE BENGEL IST ZURÜCK Seit Juli 2020 wurden rund 7140 didaktische Poster der «Aktion Titeuf», die hauptsächlich von den Polizeibeamten der Verkehrserziehung zur Verteilung bestellt wurden, für den Einsatz in den Schweizer Klassenzimmern abgegeben – 2790 auf Französisch, 3080 auf Deutsch und 1270 auf Italienisch. Erfreulich auch die Zahlen bei der Verteilung der acht dazu passenden Aufkleber: 4200 Stickerbögen wurden auf Französisch, 5800 auf Deutsch und 1930 auf Italienisch verteilt. Marc Baertsch, Leiter Verkehrserziehung beim TCS, ist mit den Ergebnissen der Sensibilisierungskampagne zufrieden: «Das Echo vonseiten Polizei und Lehrpersonen war sehr positiv. Es überrascht nicht, dass die Kampagne in der Romandie besser lief als in der Deutschschweiz, wo eine andere Comic-Kultur herrscht und Zep weniger bekannt ist.» Zahlen und Schätzungen, die allenfalls in einem Jahr zu überdenken sind: Die Aktion wird nämlich im Schuljahr 2021/22 schweizweit neu aufgelegt – und der rebellische Bengel kehrt zurück.

FOTOS OLIVIER VOGELSANG, TCS-ARCHIV/ZEP

I

m Jahr, in dem der Touring Club Schweiz sein 125-Jahr-Jubiläum feiert, tauchen in seinem Archiv einige in Vergessenheit geratene Perlen auf. Wie etwa eine Serie an Illustrationen aus dem Jahr 1930, welche die Schweizer Schulkinder an die Grundregeln der Sicherheit im Strassenverkehr erinnern sollte. Es war die erste Präventionskampagne des Clubs, die sich unter dem Titel «Sind Sie vorsichtig?» direkt an seine Zielgruppe richtete. Die abtrennbaren Bildchen konnten von den Kindern in ihre Schulhefte geklebt werden.


DOSSIER

Im Jahr 1930 konnten die vom TCS verteilten Bildchen in Schulhefte geklebt werden … Ein Warnhinweis, der definitiv einer vergangenen Zeit entstammt

… und 2020 griff Titeuf die Idee in Form von Stickern wieder auf

Titeuf transportiert seit letztem Jahr eine aktuellere präventive Botschaft

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MOBILITÄT

FOTOS ZVG

Das goldene Zeitalter des Genfer Radsports

Henri Henneberg (1877–1942), ein erfahrener Radrennfahrer, war auch von der Automechanik angetan. Der Mitbegründer des Auto-TouringClubs wurde 1924 in die Direktion des TCS berufen

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Eine einmalige Fotosammlung erlaubte dem radsportbegeisterten Journalisten Patrick Testuz aus der Waadt, ein Buch zu gestalten, das in die Gründungsgeschichte des TCS eintaucht: «Le cyclisme autrefois à Genève». Berührend, fesselnd und informativ. TEXT JÉRÔME LATHION

Z

weifelsohne werden manche Geschenke bisweilen an der richtigen Tür abgegeben. Patrick Testuz wird sich noch lange an den Anruf eines ehemaligen Fahrradchampions erinnern, der ihm eine einzigartige, von jemand Unbekanntem erhaltene Sammlung anvertrauen wollte. Besagte Person kam bei ihm zu Hause mit fünf alten Holzkisten vorbei, die einen echten Schatz bargen: nicht weniger als 250 Fotografien – genauer Bromsilber-GelatineGlasplatten – aus dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts, die ein vollständiges Panorama über das goldene Zeitalter des Radsports in der Region Genf bieten.

Beim Sportjournalisten aus Trélex (VD), der seit 1980 für mehrere Westschweizer Zeitungstitel über alle grossen Radsportveranstaltungen berichtet hat und ein grosses Interesse an Geschichte bekundet, ist die Freude gross: «Mein erster Reflex war, diese Bilder zu teilen, und das Buch war der unmittelbarste Weg dazu», erinnert sich Patrick Testuz. Aus gutem Grund: Seit etlichen Jahren schon publiziert er Bücher im Selbstverlag, und zum Zeitpunkt dieses unverhofften Kontakts waren bereits vier Bücher über seinen Lieblingssport erschienen.

Symbol der Freiheit Eine nunmehr um ein fünftes Werk bereicherte Sammlung: «Le cyclisme autrefois à Genève» («Radsport einst in Genf»). Es ist die Frucht von neun Monaten Arbeit, von Recherchen mithilfe seines Netzwerks speziali24 touring | September 2021

sierter Historiker, digitalisierter Sammlungen der damaligen Zeitungen und des Internets. «Der Text musste auf den Bildern aufbauen, was das journalistische Vorgehen quasi umkehrt», fährt der Autor fort. Kostbare Bilder, die ihm zufolge fast einen heiliger Charakter besitzen: «Die Qualität gewisser Negative war beeinträchtigt. Doch mein Grafiker und ich beschlossen, keines davon auszuschliessen und alle unverändert zu verwenden.» Das Resultat illustriert den rasanten Aufstieg des Velos im späten neunzehnten Jahrhundert als Symbol der Freiheit und der Emanzipation vom Pferd. Genf erlebt alsdann eine Zunahme lokaler Veloclubs, die sich 1891 im Genfer Veloverein «Union Vélocipédique Genevoise (UVG)» zusammenschliessen, sowie die Gründung des Touring Club Schweiz im Jahr 1896. Es sind die Anfänge des Radsports, der auf den Velodromen von Varembé (1892–1896) und La Jonction (1896–1917), das zur Landesausstellung eröffnet wurde, ein grosses Publikum begeistert hatte.

Buffalo Bill als Rivale Dazu eine Anekdote: 1895 ist Varembé Schauplatz eines originellen und hoch symbolischen Duells zwischen dem berühmten Buffalo Bill – damals mit seinem Zirkus auf Europatournee – und dem jungen einheimischen Radchampion Francis Portier. Der haarige Cowboy gewann zu Pferd ein erstes Rennen über 25 Kilometer, bevor er vier Tage später vor dem feurigen Pedaleur kapitulieren musste … Schliesslich erinnert das Buch → auch daran, dass sich der


MOBILITÄT Im Tandem Théodore Champion (1873–1954, vorne) und Henri Henneberg, aufgenommen im Jahr 1896. Beide nehmen zwei Jahre später am Radrennen Paris–Roubaix teil

Mit ihrer Eleganz rührten die auf dem Bild verewigten Radfahrer den Sportjournalisten Patrick Testuz – und Autor des Buchs Ausflug mit dem Zweirad Mitglieder eines Genfer Veloclubs posieren während einer ihrer Ausfahrten in Thoiry im benachbarten Frankreich

Velodrom von Varembé Am 15. Mai 1892 triumphiert Théodore Champion und macht damit seinem Namen alle Ehre

Wegbereiterin Mademoiselle Lisette im Velodrom von Varembé am 14. Juli 1895

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MOBILITÄT

«Sportfotografie gab es, doch die damalige Ausrüstung erlaubte keine Aufnahmen in Aktion, wie wir sie heute kennen.» Patrick Testuz, Autor des Buchs «Le cyclisme autrefois à Genève» («Radsport einst in Genf»)

damalige Hype ums Zweirad nicht auf die Zivilgesellschaft beschränkte: Die Radfahrertruppen der Schweizer Armee wurden 1892 eingeführt.

TCS-Gründerväter Erstaunlicherweise sind viele der damaligen Radsportchampions verewigt, vorzugsweise im Studio. Sie alle zeigen eine Eleganz, die Patrick Testuz noch immer bewegt, und sie lüften ein wenig den Schleier über den leider anonymen Autor der Aufnahmen: «Sportfotografie gab es, doch die damalige Ausrüstung erlaubte keine Aufnahmen in Aktion, wie wir sie heute kennen. Die Radfahrer posieren zu lassen, war der einfachste Weg, sie bekannt zu machen. Eines ist sicher: Dies ist die Arbeit eines Profis, der das Radfahrermilieu gut kannte.» Aus der reichen Sammlung von Rennfahrerporträts – wobei auch die Pionierin des Frauenradsports, Amélie Le Gall, gewürdigt wird – stechen die Genfer Henri Henneberg (1877–1942) und Albert Vassalli (1876–1960) hervor. Die Radfahrer, die zugleich sehr an der aufkommenden Automechanik interessiert waren, gehörten zu den Gründern des Auto-Touring-Clubs. 1913 trat dessen Vorstand dem Verwaltungsrat des Touring Club Suisse bei. Henri Henneberg wurde 1924 in die Geschäftsleitung des TCS berufen. Albert Vassalli hingegen wird ein leidenschaftlicher Promoter des internationalen Autosalons in Genf. Ein weiteres Kapitel der Geschichte begann: das der motorisierten Mobilität. ◆ 26 touring | September 2021

Amélie Le Gall alias Lisette de Quintin oder Mademoiselle Lisette, erste französische Radsportmeisterin und Symbol der weiblichen Emanzipation

Infos auf der Website lalbumdusport.ch Das Buch (118 Seiten, nur auf Französisch) ist bei Payot Genf und Nyon erhältlich. Es kann auch beim Autor, solange vorrätig, unter der folgenden Adresse bestellt werden: Patrick Testuz, Chemin des Alpes 5, 1270 Trélex, patrick.testuz@bluewin.ch. Preis: 30 Franken, exklusive Porto.


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MOBILITÄT

SERIE START-UPS, DIE MAN KENNEN SOLLTE, FOLGE 4

Gebrauchte Batterien der Umwelt zuliebe Nicolas und Stefan Bahamonde machten ihr Hobby zu einem zukunftsträchtigen Geschäft. Sie testen ausrangierte Akkus und setzen sie zu E-Bricks neu zusammen. Ihr Start-up Libattion ist damit eine der ersten europäischen Firmen, die SecondLife-Batterien für leichte Elektrofahrzeuge anbietet. TEXT JULIANE LUTZ | FOTOS FABIAN HUGO

E

in blauer Container ist mit ausrangierten Akkus von Bosch und Panasonic gefüllt, und in den Regalen liegen Module von Hybridfahrzeugen. Im Raum, den die Brüder Bahamonde beim Recyclingunternehmen Batrec in Wimmis gemietet haben, werden Batterien getestet. Zwei Mitarbeiter prüfen, ob Spannung vorhanden ist, und messen dann, wie es jeweils um die Leistungsfähigkeit bestellt ist. Sie muss bei Batterien, die ein zweites Leben in einem Elektrorollstuhl oder in einer Velorikscha erhalten, bei über 95 Prozent liegen und bei Batterien für grössere Energiesysteme bei über 75 Prozent. Stefan und Nicolas Bahamonde sind mit Libattion eine der ers-

ten Firmen in Europa, die Second-LifeBatterien für leichte Elektrofahrzeuge und Industriesysteme anbieten. Bislang gab es Second-Life-Anwendungen nur für stationäre Anwendungen wie etwa Photovoltaikanlagen.

Nachhaltigkeit verkauft sich Ihr derzeitiges Hauptprodukt sind EBricks: modulare, trag- und stapelbare Lithium-Akkus à 2,5 Kilowattstunden, die nach Bedarf wie Bausteine zu Batteriesystemen mit 24 und 48 Volt zusammengebaut werden können. «Wir upcyceln alle ausrangierten Batterien von E-Bikes und Elektrofahrzeugen in der Schweiz», sagt Stefan Bahamonde, «2019 kamen rund fünfzig Tonnen zusammen. Aller-

dings konnten wir nicht alles verarbeiten, weil wir im Moment noch nicht so viel Kapazität haben», erklärt der 33-Jährige. 2021 produzieren sie 200 E-Bricks, nächstes Jahr sollen es 800 und 2025 5000 sein. Zehn Firmen beliefern sie mittlerweile. Zum Beispiel Ronovatec, ein Hersteller für industrielle Rasenmäher, oder die SBB. «Unser Hauptmotiv ist, etwas für die Umwelt zu tun. Unsere Kunden schätzen die Nachhaltigkeit der E-Bricks. Bei jedem, der auf den Markt kommt, werden 160 Kilogramm CO2 eingespart im Vergleich zu neu produzierten Batterien», sagt sein Bruder. Während sich andere junge Männer im → Ausgang ausleben oder exzessiv

Matthias Vogelsang entfernt bei Libattion in Wimmis Elektronik von gebrauchten Batterien

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MOBILITÄT Gut drauf: Nicolas und Stefan Bahamonde an ihrem Hauptsitz in Glattbrugg

ein intelligentes Batterie­Management­ System mit Algorithmus enthält. Alle Daten werden auf eine Cloud­Plattform hochgeladen, zu der die Kunden Zugriff haben. Damit bleiben Batterien nicht länger Blackboxes. Ihre Leistungen wer­ den transparent. Auch bieten die Brüder mit Battery­as­a­Service eine Art Abo, wo Nutzer jeweils nur nach Verbrauch zahlen.

Batrec, ihrer aktuellen Quelle für ge­ brauchte Batterien. «Wir testeten rund tausend E­Bike­Batterien auf verschie­ dene Gesundheitsindikatoren. Als wir die Daten sahen, erkannten wir das Potenzial der Second­Life­Nutzung von Batterien und beschlossen 2018, Libat­ tion zu gründen», sagt Stefan Baha­ monde.

Transparente Batterie­ leistungen In Wimmis wird die Elektronik entfernt und getestet. In Glattbrugg kümmern sich vier Mitarbeiter um das Repacka­ ging. Sie versehen die noch tauglichen Stromspeicher mit neuer Elektronik, die

Zielstrebig, wie die beiden sind, bewar­ ben sie sich bald um Fördergelder. So schnitten sie mehrmals erfolgreich bei Wettbewerben von Climate­KIC ab, ei­ nem Programm der EU für Cleantech­ Start­ups. Sie wurden von der Klima­ stiftung Schweiz unterstützt. Bei einem gemeinsamen Förderprogramm des Bundesamts für Energie und des For­ schungsinstituts CSEM entwickelten sie schnellere Testmethoden für Second­ Life­Anwendungen und mussten ihr Produkt von der Laborsituation auf in­ dustrielle Anwendungen testen. All das habe ihnen enorm geholfen. Im Moment sei man mit einem grossen Investor im Gespräch, verrät Nicolas Bahamonde. Natürlich hatten auch sie schwierige Phasen, gerade in der Entwicklung. Da sie jedoch beide Ingenieure seien, hätten sie ein Problem immer aus zwei Perspek­ tiven betrachten können. Gerade in der

Aus den Batteriemodulen eines Hybridfahrzeugs werden stationäre Racks à 35 Kilowattstunden

30 touring | September 2021

FOTOS FABIAN HUGO, ZVG

Sport treiben, hatten die Brüder ihr ganz eigenes Hobby. Bereits in Chile, wo sie aufwuchsen, zerlegten sie gern Bat­ terien, testeten sie, montierten mit den noch brauchbaren Energiespeichern kleine Akkupacks und verkauften sie an Verwandte und Freunde. «Unser Vater, der aus der Schweiz stammt, hat uns schon als Kinder für die Idee des Up­ cyclings begeistert», erklärt Nicolas Bahamonde. Umweltbewusstsein sei in der Familie grossgeschrieben worden. Stefan und er hätten sich früh für Clean­ tech­Lösungen interessiert und wollten eine Firma in diesem Bereich gründen. Entsprechend zeitig stellen sie die Wei­ chen. Stefan studierte mit einem Stipen­ dium in Dresden Maschinenbau mit Fo­ kus Energietechnik. Bei Alstom machte er eine steile Karriere. Erst als Testinge­ nieur, der weltweit Energieanlagen in Betrieb nahm. Später optimierte er Emissionen in Kraftwerken. Nicolas, ebenfalls Maschinenbauingenieur, war für die ETH und die FH Nordwest­ schweiz tätig. Ihrem Hobby gingen sie weiter nach. Als die Nachfrage nach den Akkupacks stieg, beschlossen sie, in grösserem Rahmen zu testen. Sie wand­ ten sich mit ihrer Idee an Inobat, die Organisation, welche im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (Bafu) für das Batterierecycling zuständig ist. Das Bafu genehmigte das Projekt, sprach Geld, und die zwei machten sich abends nach ihrer eigentlichen Arbeit daran. So kam es auch zur Zusammenarbeit mit


WER MOBILITÄT HAT RECHT

Kühlen Kopf bewahren ist besser als ausrasten Anfangsphase eines Start-ups brauche es enorm viel Motivation und Ausdauer. «Deshalb muss man sich vor Augen halten, dass es nach einem Tief wieder aufwärts geht. Sonst gibt man vielleicht auf», lautet Stefan Bahamondes Rat an andere Gründer. Positiv denken helfe ebenfalls, um sich gute Energie zu erhalten sowie Berufliches und Privates strikt zu trennen. «Ständig nur über die Arbeit reden, tut dem Kopf nicht gut», sagt er. Das Wichtigste aber sei eine klare Vision sowie an ihr festzuhalten, während sich Strategien ändern können. Auf die Frage, wo sie sich in zehn Jahren sehen, sagen die sympathischen chilenisch-schweizerischen Doppelbürger: «Wir werden hier bleiben, aber weltweit Vertriebspartner haben.» Von Libattion wird noch einiges zu hören sein. •

«Bei jedem E-Brick, der auf den Markt kommt, werden 160 Kilogramm CO2 eingespart im Vergleich zu neu produzierten Batterien.» Stefan Bahamonde, Co-Gründer von Libattion

Es gibt wohl kaum eine Person, die sich noch nie über andere Verkehrsteilnehmer aufgeregt hat. Oft versagt dabei der gesunde Menschenverstand. Da wird gedrängelt, gehupt und manchmal auch geschlagen. TEXT URS-PETER INDERBITZIN

S

o wurde ein Fussgänger wegen Sachbeschädigung mit einer Busse von tausend Franken bestraft. Der Mann hatte bei Grünlicht die Strasse überquert. Als er sich auf der Mitte des Fussgängerstreifens befand, fuhr hinter ihm ein Personenwagen durch. Dies ärgerte den Fussgänger. Er schlug mit der Faust gegen das Auto und verursachte eine Delle an der Fahrzeugtür mit einem Schaden von 1200 Franken. Das Bundesgericht hat die Verurteilung geschützt und das Argument des Mannes abgewiesen, er habe nur mit einem Klopfzeichen den Lenker auf sein gefährliches Verhalten aufmerksam machen wollen. Als langjähriger Boxer habe der Fussgänger über die Wirkung seines relativ heftigen Schlags gewusst (6S.169/2003 vom 21.11.2003).

Landesverweis nach Körperverletzung

sive Folgen. Er wurde nicht nur zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt, sondern auch für acht Jahre des Landes verwiesen. Das Bundesgericht verneinte einen schweren persönlichen Härtefall und bestätigte die Landesverweisung gegen den Türken (6B_568/2020 vom 13.4.2021).

Fünfeinhalb Jahre Knast Völlig ausgerastet ist auch ein Lenker nach einer Auseinandersetzung mit zwei Joggern. Er fuhr daraufhin auf die beiden Jogger los. Um nicht überfahren zu werden, sprangen diese ins angrenzende Wiesund Ackerland. Der Autofahrer lenkte sein Fahrzeug – er behauptete, um auszuweichen – gezielt nach links und erfasste einen der Jogger frontal seitlich. Dieser erlitt schwere Verletzungen. Für den Kamikazelenker fanden die Gerichte keine Gnade: Er wurde wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt (6B_897/2017 vom 24.7.2018). Neun Monate Gefängnis bedingt sowie eine Landesverweisung von fünf Jahren kassierte ein weiterer Lenker wegen Gefährdung des Lebens. Nach einer Auseinandersetzung in einer Bar hatte der Mann versucht, seinen Widersacher mit seinem Jeep Wrangler zu überfahren. Letzterer konnte sich gerade noch mit einem Hechtsprung in den Schnee retten (1P.9/2006 vom 7.3.2006). •

Heftig ausgeartet ist vor einigen Jahren eine Auseinandersetzung zwischen zwei Autolenkern. Beide erachteten sich als durch den anderen unrechtmässig eingeschränkt. Der eine Lenker wollte seinen Personenwagen rückwärts aus einem Parkplatz in den Verkehr einfügen, während der andere vorbeifahren wollte, ihm jedoch den Weg versperrte. Der an seiner Ausfahrt behinderte Lenker stieg in der Folge aus und schlug seinem Widersacher durch das offene Fenster die Faust ins Gesicht. Später behändigte er aus seinem Wagen einen 465 Gramm schweren Radmutternschlüssel und schlug damit auf den andern Lenker ein. Dieser erlitt eine Rissquetschwunde am Scheitel und PrelURS-PETER lungen an beiden HandgelenINDERBITZIN ken. Für den aggressiven Verkehrsexperte Lenker hatte der Vorfall mas-

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Sie elektrisieren unisono Was sind die Elektroautos der mittleren Kategorie wert? Ein gründlicher Vergleichstest der TCS Mobilitätsberatung ergibt eine positive Bilanz. Die vier getesteten Modelle erwiesen sich als überzeugend. REDAKTION MARC-OLIVIER HERREN | TEST TCS MOBILITÄTSBERATUNG | FOTOS EMANUEL FREUDIGER

Herstellerangaben Marke / Modell Testfahrzeugpreis Basispreis Leergewicht Länge / Kofferraumvolumen Maximale Leistung Maximales Drehmoment Beschleunigung (0–100 km/h) Antriebsart Batteriekapazität (brutto / netto) Normverbrauch (WLTP) Reichweite (WLTP)

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VW ID.3 First Edition 53 560 Fr. 52 900 Fr. 1932 kg 4,26 m / 385 l 150 kW / 204 PS 310 Nm 7,3 s Heckantrieb 62 / 58 kWh 19,4 kWh/100 km 331 km

Hyundai Kona Electric Vertex 52 200 Fr. 49 900 Fr. 1818 kg 4,18 m / 332 l 150 kW / 204 PS 395 Nm 7,9 s Vorderradantrieb 67 / 64 kWh 14,7 kWh/100 km 484 km

Peugeot e-2008 GT 49 900 Fr. 47 550 Fr. 1702 kg 4,30 m / 405 l 100 kW / 136 PS 260 Nm 9,0 s Vorderradantrieb 50 / 46 kWh 18,3 kWh/100 km 428 km

Tesla Model 3 Standard Range Plus 46 500 Fr. 44 900 Fr. 1700 kg 4,69 m / 425 l 239 kW / 325 PS 420 Nm 5,6 s Heckantrieb 55 / 50 kWh 14,2 kWh/100 km 440 km


TECHNIK

F

ür diesen Vergleichstest hat der TCS vier marktrelevante elektrische Modelle im Preisrahmen von 45 000 bis 55 000 Franken ausgewählt. Gegenübergestellt wurden die drei kompakten Modelle Hyundai Kona Electric, Peugeot e-2008 GT und VW ID.3 sowie die grössere Limousine Tesla Model 3. Im Ganzen wiesen die Autos keinen grösseren Mangel auf. Jedes Mo-

dell besitzt aber seine eigenen Qualitäten. Die Unterschiede kommen im Wesentlichen von den technischen Eigenschaften.

Variable Reichweite Die dynamischen Tests wurden auf der TCS-Teststrecke von Cossonay durchgeführt, die Messungen auf dem Prüfstand der Sektion Bern. Beim Verbrauch erwies sich der SUV Hyundai Kona mit einem

Schnitt von 16,4 Kilowattstunden auf hundert Kilometern am sparsamsten, die üblichen Verluste beim Aufladen mit eingeschlossen. Der Kona, welcher die grösste Batterie (64 kWh netto) besitzt, hat auch die grösste Reichweite, nämlich 481 Kilometer. Das Modell mit dem kleinsten Akku (46 kWh), der Peugeot e-2008, übertrifft 275 Kilometer nicht, was sich aber positiv auf die Klimabilanz auswirkt.

→

Die Viererbande wurde verschiedenen dynamischen Tests auf der Teststrecke der Sektion Waadt in Cossonay unterzogen

Messwerte des TCS-Vergleichs Marke / Modell Beschleunigung (0–100 km/h) Bremsweg (100–0 km/h) Wendekreis Innengeräusch bei: 60 km/h 80 km/h 100 km/h Kofferraumbreite Kofferraumhöhe Kofferraumtiefe Testverbrauch gemäss Bordcomputer (exklusive Ladeverluste AC/DC) Testverbrauch gemessen (inklusive Ladeverluste AC/DC) Normverbrauch (WLTP) Elektrische Reichweite (berechnet) Gemessenes Gewicht Reifengrösse des Testfahrzeugs Reifenmarke des Testfahrzeugs

VW ID.3 First Edition 7,4 s 35,1 m 10,3 m 56 db (A) 59 db (A) 62 db (A) 103 cm 46 cm 70 cm

Hyundai Kona Electric Vertex 7,4 s 36,4 m 11,2 m 56 db (A) 61 db (A) 63 db (A) 101,8 cm 46,2 cm 65,1 cm

Peugeot e-2008 GT 9,7 s 35 m 11,3 m 57 db (A) 60 db (A) 62 db (A) 101 cm 42 cm 66,5 cm

Tesla Model 3 Standard Range Plus 6,1 s 36,8 m 12,1 m 58 db (A) 61 db (A) 64 db (A) 95,6 cm 51,9 cm 102,2 cm

15,3 kWh/100 km

13,3 kWh/100 km

16,7 kWh/100 km

14,0 kWh/100 km

16,6 kWh/100 km 19,4 kWh/100 km 379 km 1953 kg 215/45 R20 Good Year Efficient Grip

16,4 kWh/100 km 14,7 kWh/100 km 481 km 1929 kg 215/55 R17 Michelin Primacy 4

18,6 kWh/100 km 18,3 kWh/100 km 275 km 1818 kg 215/55 R18 Michelin Primacy 4

17,6 kWh/100 km 14,2 kWh/100 km 357 km 1744 kg 235/40 R19 Hankook Ventus S1 Evo 3

September 2021 | touring

33


Verschiedene Leistungen Der technische Vergleich führte zu markanten Unterschieden. Wie das gegenüberliegende Diagramm zeigt, stechen der Hyundai und der Tesla beim Verbrauch hervor. Bezüglich Motorisierung liefert der Tesla mit 325 PS die schärfste Beschleunigung. Der Hyundai und der VW mit 204 PS erweisen sich ebenfalls als dynamisch. Mit einer deutlich geringeren Leistung (136 PS) hinkt der Peugeot hinterher. Er legt die 0 auf 100 km/h in 9,7 Sekunden zurück und zeigt die beste Ökobilanz. Beim Fahrverhalten hat der Tesla die drei TCS-Tester begeistert. Der niedrige Schwerpunkt, die ausgewogene Gewichtsverteilung und die präzise Lenkung tragen zum

Fahrspass bei. Als weiterer Hecktriebler bietet der VW eine straffe Strassenlage. Ausgestattet mit einer guten Stabilität, leidet der Kona aufgrund seines Gewichts an einer gewissen Schwerfälligkeit. Der Peugeot ist ebenfalls ein wenig unbeholfen, holt aber durch seine komfortable Federung, die Unebenheiten gut filtert, wieder auf. Das ist beim Hyundai und beim mit zwanzig Zoll besohlten VW weniger der Fall. Letzterer ist gut schallgedämmt, während der Tesla mit harter Fahrwerksabstimmung im Innenraum am lautesten ist. Bezüglich Sicherheit sind die vier Modelle gut dotiert. Die Fahrassistenten haben unter gewissen Umständen aber keine optionale Funktion gezeigt.

VW ID.3 First Edition

Hyundai Kona Electric Vertex

Drei SUV und eine Limousine im Vergleichstest des TCS

Technik-Check Die vier Testfahrzeuge im Vergleich

5 4

Verbrauch / CO�

2 1

Sicherheit / Assistenzsysteme

Motor / Antrieb VW ID.3 Peugeot e-2008

Peugeot e-2008 GT

Gut verarbeiteter Innen­ raum

Gute Platzverhältnisse im Innenraum

Vordersitze mit Massage­ funktion

Spritzig zu fahren, sehr ausgereifter Antrieb

Grosser Kofferraum

Tiefe Innengeräusche

Gute Serienausstattung der Version Vertex

Sehr gute Serienausstat­ tung bezüglich Sicherheit Billige Materialien und lieb­ los gestalteter Innenraum Bedienung des Mittelbild­ schirms nicht intuitiv Spurhalteassistent im Bau­ stellenbereich schwer zu übersteuern Hoher Anschaffungspreis

Sehr effizienter Antrieb, tiefster Verbrauch im Test

Modernes Design innen wie aussen Komfortables Fahrwerk und tiefe Innengeräusche bei 100 km/h

Gute Garantieleistungen Platzverhältnisse hinten: Füsse haben keinen Platz unter den Vordersitzen Billige Materialien im Innenraum Kopfstützen hinten lassen sich nicht weit genug aus­ ziehen

Innenraum / Multimedia

0

Gute Variabilität und Platz­ verhältnisse im Innenraum

Gut abgestimmtes Fahr­ werk

3

Karosserie / Kofferraum

Träges Fahrgefühl, die Beschleunigung flaut ab 100 km/h spürbar ab Hoher Verbrauch und ge­ ringe Reichweite

Komfort

Fahreigenschaften Hyundai Kona Tesla Model 3

Tesla Model 3 Standard Range Plus Sehr schlichter Innenraum, alle Funktionen über Mittelbildschirm abrufbar Sehr agiles Fahrgefühl, ver­ gleichsweise beste Fahr­ dynamik, jedoch weniger komfortabel Sehr gute Laufkultur des Antriebs Sichtverhältnisse Kleine Kofferraumöffnung, unpraktische Geometrie Hohe Innengeräusche Kein Head­up­Display Autopilot: Spurhalteassis­ tent schaltet sich beim Spurwechsel aus Totwinkelassistent: keine Hinweise in Seitenspiegeln

34 touring | September 2021


TECHNIK

Jedem seine Kundschaft Video zum Test tcs.ch/ videoportal

Zielgruppen-Check Die vier Testfahrzeuge im Vergleich 5

Familie

4

Preis / Leistung

Senioren

3 2 1 0

Fahrspass

Stadtverkehr

Gebirge

Langstrecke Transport

VW ID.3

Hyundai Kona

Peugeot e-2008

Tesla Model 3

VW ID3 First Edition Guter Kofferraumzugang und guter Komfort, für Senioren geeignet Mit guten Platzverhältnissen ist der ID.3 gut familientauglich Vergleichsweise kleinster Wendekreis und damit für den Stadtverkehr sehr gut geeignet Eher kleiner Kofferraum und daher weniger für den Transport von grösseren Gegenständen geeignet Lieblos gestalteter Innenraum mit billigen Materialien lädt nicht zu langen Fahrten ein

Hyundai Kona Electric Vertex Guter Kofferraumzugang, Komfort und Beleuchtung, daher für Senioren geeignet Gute Reichweite sowie gute Traktion für die Fahrt in die Berge Gutes Preis-LeistungsVerhältnis, gute Garantieleistungen Platzverhältnisse hinten eher weniger für Familien geeignet

Mit seinem geräumigen Innenraum ist der VW ID.3 gut für Familien geeignet. Das gilt auch für den Kona mit einer reichhaltigen Serienausstattung sowie für den Peugeot mit seinem ziemlich voluminösen Kofferraum. Derjenige des Tesla weist einen wenig praktischen Zugang auf. Der Peugeot glänzt mit einer guten Verarbeitungsqualität, während die drei anderen Modelle auf diesem Gebiet zurückstehen. Mit Ausnahme des Tesla, dessen Einstieg tief liegt und die Federung straff ist, eignen sich die alle Fahrzeuge auch gut für Senioren. Der geringe Wendekreis des VW mit Heckmotor wirkt im Stadtverkehr Wunder. Das ist auch der Fall bei den kompakten Dimensionen des

Peugeot e-2008 GT

Hyundai und des Peugeot. Der Tesla wird hier durch seine Länge und den grossen Wendekreis bestraft. Mit sportlicher Beschleunigung erreicht der Tesla jedoch das beste Verhältnis zwischen Preis und Fahrleistungen, gefolgt vom Hyundai. Beide sorgen für echten Fahrspass. Die Leistungen des VW leiden etwas unter dem Gewicht. Obwohl komfortabel, weist der Peugeot eine zu geringe Reichweite auf, um sich auf lange Distanzen zu wagen. Der VW verfügt über komfortable Sitze und eine gute Geräuschdämmung, während der Hyundai die beste Reichweite verzeichnet. Der Tesla profitiert vom reichen Netz von Superchargern und einem effizienten System zur Reiseplanung. ◆

Tesla Model 3 Standard Range Plus

Vergleichsweise viel Platz im Innenraum, gut für Familien geeignet

Gute Reichweite, Multimediasystem und Bedienung für lange Fahrten

Vergleichsweise viel Platz im Kofferraum, allgemein gute Transporteigenschaften

Supercharger-Netz verfügbar, einfache und präzise Reiseplanung

Hoher Komfort, für lange Fahrten geeignet

Sehr gutes Preis-LeistungsVerhältnis, sehr gute Fahrleistungen für geringen Preis

Fahrzeug mit schlechtestem Preis-LeistungsVerhältnis, Fahrleistungen und Garantieleistungen eher

Fahrzeug straff und sportlich, tiefer Einstieg, weniger für Senioren geeignet

Nicht für Langstrecken geeginet, zudem hält sich der Fahrspass in Grenzen

Kofferraumvolumen zwar gross, allerdings schwieriger Zugang Vergleichsweise grosser Wendekreis, schwierige Rundumsicht, weniger für die Stadt geeignet

September 2021 | touring

35


Die Nachfrage nach Gebrauchtwagen steigt wieder an. Wer sein Fahrzeug möglichst vorteilhaft verkaufen will, muss einige finanzielle und praktische Aspekte beachten. Ungereinigte Autos, störende Gerüche und Brandlöcher können Interessenten abschrecken. Das Corona-Jahr 2020 sorgte im Neuwagenmarkt der Schweiz für das schlechteste Ergebnis seit der Ölkrise in den 1970er-Jahren. Deutlich stabiler zeigte sich der Occasionsmarkt: Gemäss Eurotax – einem Unternehmen, das mit Informationen aus der Autobranche handelt – waren nach dem ersten Lockdown rasch Nachholeffekte sichtbar. Für 2021 rechne man mit einer weiteren Stabilisierung sowie einer Erholung der Angebotspreise. Der Zeitpunkt, seinen Privatwagen zu verkaufen ist also günstig. Allerdings gilt es, einige Punkte zu beachten.

Praktische Tipps und Tricks

Wer sein Auto über das Internet verkaufen möchte, kann sich an die Guidelines bekannter Occasions-Plattformen halten. Es empfiehlt sich allerdings, vor dem geplanten Verkauf gewisse Vorarbeiten auszuführen. Dazu gehören MFK-Bereitstellung und vollständige Fahrzeugpapiere. Abgesehen davon sollte sich der Wagen in einem gepflegten Zustand befinden. Mit einer intensiven Fahrzeugreinigung werden Verschmutzungen beseitigt. Schwerer zu kaschieren sind schlechte Gerüche, wie sie beispielsweise durch fettige, im Auto verzehrte Snacks oder gebrauchte Sportsachen entstehen können. Besonders hartnäckiger Zigarettenrauch sowie Rauchverfärbungen am Dachhimmel werden häufig als störend empfunden und können ein Kaufhemmnis sein. Idealerweise verzichten potenzielle Occasionsverkäufer von Anfang an auf das Rauchen im Wagen. Wer dies nicht tut oder tun will, sollte sich überlegen, auf eine rauchfreie Alternative umzustellen. Zum Beispiel auf den Tabakerhitzer IQOS von Philip Morris, welcher verbrennungsund rauchfrei ist, jedoch echten Tabak verwendet und einen nikotinhaltigen Tabakdampf erzeugt.

Elektro statt Verbrennung

Beim Tabakkonsum wie auch bei den Fahrzeugen geht der Trend in Richtung Elektro statt Verbrennung. Im Bereich der sogenannten «Heat not burn»-Technologie leistet Philip Morris Pionierarbeit. IQOS wurde in der konzerneigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Neuenburg entwickelt und 2015 im Markt Schweiz lanciert. Dank innovativer Elektronik erhitzt das System speziell vorbereitete Tabakmischungen auf knapp unter 350 Grad Celsius – ohne Verbrennung, Asche, Rauch oder Feuer. Beim Gebrauch im eigenen Auto gibt es somit kein Risiko für unerwünschte Brandlöcher in der Sitzpolsterung, und auch der störende Geruch von Zigarettenrauch ist passé. Statt Rauch erzeugt das System einen nikotinhaltigen Tabakdampf, der in Geschmack und Aroma wunderbar ausgewogen ist. Nachdem der Occasionswagen optisch und geruchstechnisch in Bestform gebracht, der Preis definiert und das Inserat geschaltet wurde, steht einem erfolgreichen Verkauf nichts mehr im Wege.

Das IQOS-Prinzip

Der Tabakerhitzer IQOS arbeitet mit drei Komponenten: Einem Tabakstick (genannt HEETS), der in verschiedenen Geschmacksvariationen erhältlich ist, einem Halter sowie einem Ladegerät. Der Stick wird ganz einfach in den aufgeladenen IQOS-Halter eingefügt, wo er durch ein elektronisches Heizblatt erhitzt wird. Sogleich kann an HEETS wie an einer herkömmlichen Zigarette gezogen werden. Nach dem Genuss lässt sich der Stick aus dem Halter entfernen und bedenkenlos im Abfall entsorgen.

Mehr zu IQOS und der Wissenschaft dahinter: tryiqos.ch/de/what-is-iqos

Ausschliesslich für erwachsene Raucher bestimmt.

Dieses Tabakerzeugnis kann Ihre Gesundheit schädigen und macht abhängig. Ce produit du tabac peut nuire à votre santé et crée une dépendance. Questo prodotto del tabacco può nuocere alla tua salute e provoca dipendenza.

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So gelingt der Autoverkauf


TECHNIK

RANGE ROVER EVOQUE P300E R-DYNAMIC SE

Ein samtiger Hybrid

Ein gestylter SUV Der neue Evoque trägt mildere Züge

NLänge: 4,37 m; Kofferraum: 472 l E1,5 l, 200 PS; elektr.: 109 PS; kumuliert: 308 PS; 365 Nm; aut. 8-Gang-Getriebe, 4×4; 0–100 km/h: 6,4 s; Batterie: 15 kWh; Testverbrauch Pendlerverkehr: 4,7 l + 14,4 kWh/100 km; Autobahn (o. Nachladung): 8,9 l; Reichweite elektr.: ca. 50 km

L72 300 Fr.

Die Plug-in-Hybrid-Version des Range Rovers Evoque verführt durch gehobenen Komfort und eine ansehnliche elektrische Reichweite. TEXT UND FOTOS MARC-OLIVIER HERREN

D

ie Preise dieses Range Rovers sind gewiss noch happig, aber der Mehrpreis des aufladbaren Hybrids ist keineswegs überzogen. Und schliesslich erlaubt die ge­ salzene Rechnung Zugang zu einem Fahrzeug mit verblüf­ fend angenehmem Komfort. Mit Ausnahme des hohen Ge­ wichts von 2322 Kilogramm schadet ihm die Hybridisie­ rung wenig, nicht einmal bei den Geländeeigenschaften und bei der Wattiefe. Es ist eben ein Land Rover.

Gute Reichweite Entgegen jeder Erwartung zeigt sich der Dreizylinder­ motor mit Downsizing relativ diskret und gibt auf der Autobahn nur ein sanftes Schnurren von sich. Er fährt defaultmässig im Hybridmo­ dus, der die Unterstützung des Synchronmotors an der Hinterachse gut managt. Die Lithium­Ionen­Batterie mit

fünfzehn Kilowattstunden er­ brüstet sich sogar mit schö­ laubt bis zu fünfzig Kilometer nem Hochdrehen, das einige elektrisches Fahren. Im Pend­ sportliche Akzente verbreitet. lerverkehr gibt sich dieser schwere Kompakte mit einem Ungewöhnlich komfortabel Verbrauch von weniger als Das Hybridsystem trägt dazu fünf Litern auf hundert Kilo­ bei, den Schwerpunkt um metern zufrieden. Das Bild sechs Prozent abzusenken. verblasst, wenn man mit ent­ So viel, dass ladener Batte­ dieser Evo­ rie fährt – Allgemeiner Komfort que trotz obwohl dieses Elektrische Reichweite 2,3 Tonnen mit einem Schnellladung mit 32 kW gut auf der Achtgang­ Diskreter 1,5-l-Motor Strasse und getriebe aus­ Platzangebot hinten in den Kur­ gestattete Mo­ Gute Materialanmutung ven liegt. Das dell auch nicht Ganze bleibt viel gefrässi­ Happige Preise jedoch eher ger ist als der Gewicht / Breite unbeholfen, Benziner. Begrenzte Fahrleistungen während die Verbrauch ohne Akku Hingegen Lenkung eine Aufpreis Heimladekabel bremst die künstliche Masse des Rückmeldung Autos den Schwung der bietet. Die wirksame Schall­ 308 PS Gesamtleistung. Das dämmung und feine Filte­ verhindert nicht, dass die Be­ rung der Federung sorgen für schleunigung kräftig bleibt einen Fahrkomfort, der für und sichere Überholvorgänge einen kompakten SUV unge­ erlaubt. Der kleine 1,5­Liter wöhnlich ist. Gleiches gilt für

Schnellladung dank des Anschlusses für 32 Kilowatt Leistung

die Materialanmutung des sehr gepflegten Innenraums, der Oberklassewagen nicht beneiden muss. Ausserdem ist der Platz für die hinteren Insassen grosszügig. Die Kof­ ferraumkapazität ist etwas beschränkt und die Variabi­ lität einfach. Was den Fahrer­ platz betrifft, besteht die digitale Instrumentierung aus zwei Touchscreens und einem gut dimensionierten Head­up­Display. Im Kapitel Nachladen ist die­ ser Hybrid mit einem Sieben­ Kilowatt­Bordladegerät und, eine seltene Tatsache, mit ei­ nem Anschluss für eine ma­ ximale Leistung von 32 Kilo­ watt ausgestattet. Schade, dass das Heimladekabel Auf­ preis kostet (420 Fr.). • September 2021 | touring

37


Aufladbares Duo TEXTE UND FOTOS MARC-OLIVIER HERREN

MITSUBISHI ECLIPSE CROSS PHEV DIAMOND

M

an entdeckt diese Plug-inHybrid-Version mit etwas Wehmut, da Mitsubishi vor kurzem seinen Rückzug vom europäischen Markt angekündigt hat. Gegenüber dem alten 1,5-Liter-Benzinmodell gründlich überarbeitet, wird aus diesem SUV ein grosser Kompakter, der um vierzehn Zentimeter länger geworden ist. Der Eclipse Cross PHEV verwendet die Range-Extender-Technik. Der 2,4-Liter-Vierzylinder speist hauptsächlich den Generator, der die Traktionsbatterie auflädt. Zum Direktantrieb wird er nur über 135 km/h eingesetzt. Deshalb erfolgt der Antrieb fast ausschliesslich durch die Elektromotoren vorne und hinten. Die Fahreindrücke entsprechen daher eher einem Elektrofahrzeug. Im Agglomerationsverkehr fährt dieser SUV, der standardmässig im Hybridmodus rollt, in der Ruhe seiner Elektromotoren. Der 2,4-Liter schaltet sich nur ein, wenn mehr Leistung verAngenehm zu fahren Wenig Verbrauch bei leerer Batterie Schnellladung (50 kW) möglich Sicheres Fahrwerk / 4×4 Reiche Serienausstattung

langt wird, heult dabei aber nicht auf. Sogar beim Durchdrücken des Gaspedals wird das Geräuschniveau nicht aufdringlich. Natürlich hat die Verschiebung zwischen dem Motorengeräusch und der Beschleunigung nichts Anregendes. Dies umso mehr, als man sich fragt, wo sich die 188 PS Gesamtleistung verstecken. Die maximale elektrische Reichweite beträgt rund vierzig Kilometer. Ungewöhnlich für ein Plug-in-Fahrzeug ist, dass die Lithium-Ionen-Batterie in kurzer Zeit an Fünfzig-Kilowatt-Stationen nachgeladen werden kann. Sparsam auf mittleren Distanzen wird der Verbrauch auch nicht übermässig, wenn die

Batterie entladen ist. Der gut auf der Strasse liegende Allradler verfügt über mehrere Modi, darunter eine sportliche Abstimmung, die der Lenkung mehr Konsistenz verleiht. Der Eclipse Cross ist eher für eine flüssige Fahrweise ausgelegt. Ausser seiner Härte im Stadtverkehr verfügt er über guten Fahrkomfort. Er weist einen bescheidenen Wendekreis auf, allerdings ist die Anhängelast respektabel (1500 kg). Die Insassen profitieren von einem der Norm entsprechenden Platzangebot und einer Bank mit verstellbaren Rückenlehnen. Hingegen leidet die Kofferraumkapazität unter dem hinteren Motor. Die vollständige Ausstattung umfasst die meisten Assistenten und ein Head-up-Display. • Marke / Modell Kategorie Länge / Breite / Höhe Kofferraumvolumen Elektromotoren / maximales Drehmoment Benzinmotor / kumulierte Leistung Getriebe / Antrieb Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (Werk) Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie Verbrauch auf Pendlerstrecke Verbrauch auf der Autobahn (ohne Nachladen) Elektrische Reichweite Maximale Ladeleistung Preis

Garantieleistungen Beschleunigung Harte Federung (Stadtverkehr) Eingeschränkte Kofferraumkapazität Touchscreen Schnellladung Ausser an Typ-2-Steckern kann auch an Chademo-Steckern mit einer Leistung von fünfzig Kilowatt geladen werden (rechts)

38 touring | September 2021

Neu gestylt und verlängert Die Front trägt eine trendigere Lichtsignatur


TECHNIK

Während Diesel weniger gefragt sind, steigen etliche SUV auf die Plug-inHybrid-Technik um. Überraschend war, dass die zwei getesteten Modelle im Verbrennermodus vernünftige Verbrauchswerte erreichten. Ein Punkt, der zu Recht bei Plug-in-Hybriden oft kritisiert wird. KIA SORENTO PHEV 1.6 T-GDI PHEV STYLE

S

ein Preis kann abschrecken. Das wäre aber falsch, denn die vierte Generation des Sorento bietet viele Qualitäten und hat mit der ursprünglichen Rustikalität nichts mehr zu tun. Der massive SUV, um zehn Zentimeter verlängert und verbreitert, hat modernste Technik an Bord. Wie etwa der Totwinkelwarner, der das Bild des seitlichen Verkehrs auf dem Display anzeigt. Aber dieser Plug-in-Hybrid, der eine Palette von Modellen mit unterschiedlichen Antrieben anführt, glänzt vor allem durch seinen Komfort und seinen Verbrauch. Ohne das grosszügige Platzangebot dieses Sieben-PlätzerModells einzuschränken, erlaubt die vorne im Boden eingebaute Batterie,

mehr als fünfzig Kilometer im elektrischen Modus zurückzulegen. Und das mit Autobahngeschwindigkeit. Daher erweist sich der Sorento im Pendlereinsatz als sehr frugal. Und sogar mit entladener Batterie – eine minimale Restladung von rund dreizehn Prozent bleibt immer erhalten – gibt sich dieser grosse Hybrid Mühe, Phasen elektrischen Fahrens zu erhalten, während er rasch Energie rekuperiert. Das Nachladen mit dem Bordladegerät mit 3,7 Kilowatt ist hingegen etwas langsam. Und das Typ-2-Kabel ist eine Option. Bei Autobahnfahrt mit entladener Batterie ergab sich ein Verbrauch von 8,2 Litern auf hundert Kilometern, ein vollkommen akzeptabler Wert für einen schweren SUV.

Mitsubishi Eclipse Cross PHEV

Kia Sorento PHEV

Kompakt-SUV 4,55 / 1,81 / 1,68 m 359 – 1108 l 82 PS (vorne), 95 PS (hinten) / 195 Nm 4 Zylinder, 2,4 l, 98 PS / 188 PS 1 Gang  /  4×4 10,9 s 13,8 kWh 4,9 l + 11,3 kWh/100 km 7,5 l/100 km ca. 30–42 km Chademo, 50 kW 49 950 Fr. (Diamond)

Familien-SUV 4,81 / 1,90 / 1,70 m 175–821 – 1998 l 91 PS / 304 Nm 1,6-l-Turbo, 180 PS / 265 PS 6 Gänge, Automatik / 4×4 8,7 s 13,8 kWh 4,1 l + 13,7 kWh/100 km 8,2 l/100 km ca. 34–54 km Typ-2-Stecker 70 450 Fr. (Style, 7 Plätze)

Die Mode der Modi Ausser einer Tendenz zu Klopfgeräuschen auf Unebenheiten ist der Sorento komfortabel. Das Automatikgetriebe arbeitet sanft. Und die Eingriffe des Vierzylinders mit 180 PS erfolgen ohne Getöse und ohne exzessiven Lärm. Der SUV ist zwar nicht sportlich, liefert aber eine solide Beschleunigung. Das Fahrverhalten entspricht der Masse. Vielseitig verfügt der Sorento über einen ausgeklügelten Geländemodus sowie eine Bergabfahrhilfe. Seine Anhängelast (1500 kg) kommt aber nicht an den Diesel heran. Dieser Familien-SUV mit moderner Konfiguration überzeugt auch durch seine verschiebbare und sehr geräumige Rücksitzbank. Und sogar die zwei Passagiere in der dritten Reihe sind nicht schlecht untergebracht. Und schliesslich ist der gigantische Kofferraum glattweg eine Referenz. Er ist nicht günstig, aber der Sorento PHEV ist ausgestattet wie ein Oberklassefahrzeug. • Fahrkomfort / Fahrleistungen Elektrische Reichweite / Verbrauch Platzangebot / Variabilität / Kofferraum Ausstattung / Technikniveau 4×4 / mit unterschiedlichen Antrieben Garantie sieben Jahre / 150 000 km

Stattlich Bemerkens­ wert ist die gepflegte Verarbeitung des Innen­ raums des Sorento

Deutlich gestiegene Preise Typ­2­Kabel als Option (380 Fr.) Schwerfälliges Fahrverhalten Nervöser Spurhalteassistent Variables siebensitziges Interieur Die Insassen der dritten Reihe verfügen über genügend Platz und einstellbare Belüftungsdüsen

September 2021 | touring

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TECHNIK Schicke Linien ohne Prahlerei und ein Kühlergrill in Wagenfarbe

MIXED GREEN

Die Elektrifizierung im Eilmarsch ist gestartet

HONDA HR-V E:HEV

Hybridisierung total Wie beim neuen HR-V beabsichtigt Honda, in Europa nur noch Hybridversionen anzubieten. TEXTE MARC-OLIVIER HERREN

D

ie Technik ist vom SUV tor arbeitet. Wie seinesgleiCR-V und dem Kleinchen strengt sich der HR-V an, van Jazz bekannt. vor allem im Elektro- und Jetzt stellt sich auch der dann im Hybridmodus zu Stadt-SUV HR-V darauf ein, fahren. Auf der gleichen ausschliesslich als e:HEV zu Plattform wie der Jazz aufgeerscheinen. Das gleiche gilt baut, schielt dieser SUV auf für die elfte Generation des die Coupés. Seine Bodenfreikompakten Civic, die in eiheit wächst um einen Zentinem Jahr herauskommen meter, und das Dach sinkt wird. Einzige Änderung in um zwei Zentimeter ab. Trotz Bezug auf die anderen Honda- unveränderter Abmessungen Modelle ist, dass die kombinimmt das Platzangebot zu, nierte Leistung 131 PS und wie bei der um 3,5 Zentidas maximale Drehmoment meter vergrösserten Beinfrei253 Newtonmeter erreicht. heit hinten. Und weil die Ansonsten findet man zwei «magischen Sitze» beibehalElektromotoren und den ten wurden, bleibt der für 1,5-Liter-Motor, der als DiDezember erwartete HR-V rektantrieb oder als Generaeinfach variierbar. •

Die Spatzen haben es längst von den Dächern gepfiffen: Viele Hersteller wollen ihre Modelle elektrifizieren und in mehr oder weniger langen Fristen vom Verbrennungsmotor wegkommen. Dieser Trend hat sich im Sommer akzentuiert, und man sieht fast nur noch vorgezogene Ankündigungen. Viele Marken haben sich verpflichtet, die Herstellung von Verbrennungsmotoren ab 2030 bis 2035 einzustellen und damit den «Green Deal» der EUKommission, der ein Verbot der Vermarktung der Verbrennerautos ab 2035 vorsieht, vorwegzunehmen.

Auch bei Volvo werden alle Verbrennermodelle, sogar Hybride, bis 2030 aus dem Programm gestrichen. Das gleiche bei Fiat, dessen Palette ab 2025 Schritt für Schritt elektrifiziert wird, um 2030 nur noch elektrische Modelle anzubieten. Die Volkswagen-Gruppe peilt ihrerseits Deadlines von 2033 (Audi) bis 2035 für klassische Motoren an. Wie oft, wählt Mazda eine originelle Strategie. Parallel zur Elektrifizierung wird die Marke die Entwick lung von avantgardistischen Verbrennungsmotoren fortsetzen, darunter Reihensechszylinder. •

Neuartige Basis für den elektrischen Volvo-SUV der zweiten Generation

FOTOS ZVG

Ferrari leitet seinen Energiewandel ein Die Edelschmiede aus Italien ist noch nicht im Stadium der vollständigen Elektrifizierung angekommen. Bei dieser Ausgangslage gleicht die Berlinetta 296 GTB mit Plug-in-Hybrid einer Kulturrevolution. Ausser dem Verzicht auf einen V8, bekommt der Ferrari einen Elektromotor mit 167 PS. So gerüstet, wird dieser Sportwagen über eine elektrische Reichweite von 25 Kilometern verfügen. Nicht enorm angesichts der für einen Plug-in-Hybri-

den beschränkten Batteriekapazität (7,5 kWh). Explosiv bleibt das Ganze allemal. Gefüttert mit zwei Turboladern, entwickelt der V6-Dreiliter

mit 120-Grad-Öffnungswinkel allein 663 PS, während die Systemleistung auf 830 PS aufsteigt. Genug, um in 2,9 Sekunden auf hundert Stunden-

Der Ferrari 296 GTB vereint V6-Turbo und Plug-inSystem. Ein hübscher Bolide von 4,57 Metern

kilometer zu spurten und an der 330-StundenkilometerMarke zu kratzen. Das Übergewicht dieses Hybridmodells von 1470 Kilogramm scheint kaum einzuschränken. Ohnehin setzt der 296 GTB mehr auf Emotionen und obendrein auf seinen Klang als auf pure Fahrleistungen. Auch wenn er nicht mit dem damals günstigeren Dino vergleichbar ist, tritt er als Einstiegsmodell auf. Doch auch das hat bei Ferrari seinen Preis: 269 000 Euro. • September 2021 | touring

41


TCS Autoversicherung:

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DER TCS-EXPERTE

PANTHERMEDIA

Für Komfort und Sicherheit sorgt die Autoklimaanlage

Aussen heiss, im Auto kühl REDAKTION TOURING

D

ie Klimaanlage ist heute in den Autos kaum mehr wegzudenken. Sie dient in Motorfahrzeugen nicht nur dem Komfort der Insassen, sondern auch deren Sicherheit. Zu den Aufgaben eines Klimasystems gehören nebst der Temperaturregelung des Innenraums auch das Freihalten der Frontscheibe von Eis und Beschlag, die Filtrierung von Partikeln und Gasen sowie die Zufuhr von Frischluft in die Kabine.

Wie Kälte erzeugen? Fahrzeugklimaanlagen beruhen, gleich wie Kühlschränke, auf dem Prinzip der Kompressionskälteanlage. Diese nutzen die Verdampfungs- und Kondensationsenergie eines Kältemittels aus, um Wärme aus der Kabine zu entfernen und an die Umgebungsluft abzugeben. Um dies zu erreichen, fliesst verflüssigtes Kältemittel durch einen Wärmetauscher, welcher sich im Luftstrom der Fahrgastzellenbelüftung befindet. Hier verdampft das Kältemittel und nimmt so Wärmeenergie aus dem Fahrzeug auf, welches sich dadurch abkühlt. Das Gas wird dann in einem Kom-

pressor verdichtet, um anschliessend im sogenannten Kondensator mit Umgebungsluft gekühlt und somit verflüssigt zu werden. Zuletzt gelangt das Kältemittel durch einen Speicher und ein Druckreduktionsventil wieder zurück an den Beginn seines Kreislaufs. Der Zyklus kann mit einigen zusätzlichen Bauteilen auch umgekehrt werden, um Wärme von der Aussenluft in die Kabine zu transportieren. In diesem Fall wird das System als Wärmepumpe bezeichnet, eine Technologie welche auch in Elektrofahrzeugen anzutreffen ist. Beim Auto stellt die Klimatisierung der Fahrgastzelle nach dem Antriebsstrang den zweitgrössten Verbraucher dar. Aus diesem Grund steht sie im aktuellen Wandel zu hocheffizienten Antriebstechnologien umso stärker im Fokus der Optimierung. In Fahrzeugen mit konventionellem Verbrennungsmotor wird der Kompressor meist über eine Magnetkupplung direkt vom Keilrippenriemen angetrieben und ist somit fest an die Motorendrehzahl ge-

bunden. Elektroautos setzen ein elektrisches Aggregat ein, welches drehzahloptimiert arbeiten kann. Fährt man mit Klimaanlage, ist in beiden Fahrzeugtypen mit einem deutlich höheren Verbrauch zu rechnen. Beim Elektroauto ist dieser jedoch spürbarer, da der Antrieb ungefähr dreimal effizienter arbeitet als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Als Faustregel kann man bei aktuellen Verbrennern mit zehn Prozent Mehrverbrauch rechnen, bei Elektroautos mit dreissig Prozent. •

TIPPS

1.

Lüften, bevor man einsteigt, viele Schlüsselfernbedienungen öffnen bei langem Drücken die Fenster.

2.

Klimaanlage auf Umluft stellen, bis das Fahrzeug sich innen abgekühlt hat.

3.

Auch bei eingeschalteter Heizung hilft die Klimaanlage, die Frontscheibe von Beschlag freizuhalten.

4.

Sonneneinstrahlung bringt Wärme, eine Blende für die Front Frontscheibe hält das parkierte Auto kühler.

JOEL WOODEN Funktion: Experte Elektromobilität Beruf: BSc Automobiltechnik Kontakt:

tcs.ch/experte

September 2021 | touring

43


ETI Reiseschutz: Corona-Deckung inklusive!

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FREIZEIT

Unbekanntes St. Gallen Meist wird der Kanton mit der Stadt gleichgesetzt, doch er bietet mehr. Zum Beispiel herrliche Landschaft, kulinarische Besonderheiten und ein kleines Weingebiet von Rang. Da sind aber auch die Perlen Altstätten und Werdenberg. Eine genüssliche Tour durch den Ostteil des Kantons. →

TEXTE JULIANE LUTZ | FOTOS EMANUEL FREUDIGER

Bo

G ER

de

Kreuzlingen TG

Rorschach

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St. Margrethen

St. Gallen

Berneck

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ZH

Altstätten AI

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St. Gallen Grabs

SZ

F L

10 km

S C H W E I Z GR GL

Aussicht von der Kulinarikwanderung

Ribelmais aus dem St. Galler Rheintal

Auch die Weine dort sind besonders

Altstätten lockt mit seinen schönen Fassaden

Werdenberg bietet uralte Holzhäuser

September 2021 | touring

45


Genusswanderung mit Seesicht

Logenblick vom Rossbüchel aus. Von hier sieht man von Rorschach über Konstanz bis Bregenz

Auf besonders schöne Weise erschliesst sich das Hinterland von Rorschach bei einer Kulinarikwanderung. Wer sie macht, lernt die ländliche Pracht des Kantonsteils und regionale Spezialitäten kennen.

S

teil führt die erste Etappe der siebzehn Kilometer langen Wanderung von der Haltestelle St. Gallen Martinsbrücke nach oben. Wir gehen über sattgrüne Wiesen voller Klee, die hinreissende Hügellandschaft des Appenzell im Blick. Bald schon wird die Anstrengung mit der Sicht auf den Bodensee belohnt. Auf der kulinarischen Wanderung «Von Gang zu Gang» lässt sich das ländliche St. Gallen gemächlich entdecken. Manchmal ist jedoch Raten angesagt, da die Wanderwege nicht immer ganz eindeutig signalisiert sind. Einmal schaut eine Frau gerade im richtigen Moment aus dem Fenster ihres Hauses, um uns den Weg um den Garten herum zu weisen. 46 touring | September 2021

Feinste Landküche Der erste Stopp ist im Strassendorf Grub am Südhang des Rorschacherbergs geplant. Dort nehmen wir die Vorspeise ein. Der Landgasthof Bären erweist sich als statt licher Schindelbau. Wer die Tour bucht, kann hier zwischen Appenzeller Salatteller mit Mostbröckli und Käse oder Makkaroni mit Gemüse und Käse wählen. Beides ist ein Genuss. Pächter Dietmar Wild, ein höchst sympathischer Vorarlberger, setzt auf saisonale und regionale Küche. 2020 wählten die Tester von Guide Michelin seine Cordons bleus gar unter die zehn besten in der Schweiz.

Auch Wildgerichte gehören zu seinen Spezialitäten. Dermassen gestärkt fliegen wir fast die nächste (moderate) Anhöhe hoch und durch das Waldstück Richtung Rossbüchel. Auf der Terrasse des schicken Holzbaus wird das Hauptgericht serviert. Das Ausflugslokal wirbt mit einem Fünfländerblick? Fünf Länder? Schweiz, Baden, Württemberg, Bayern und

Vorarlberg klärt uns der Kellner auf. Aha. Aber das Panorama auf den Bodensee ist so atemberaubend, wie es auf der Webseite beschrieben wird. Wir sehen von Rorschach über Kreuzlingen bis Bregenz. Kulinarikwanderer können im Rossbüchel entweder Vegispätzli mit Käse und Zwiebeln oder Lachs«Knusperli» mit gemischtem Salat nehmen. Wir entscheiden uns für Letzteres und bereuen es nicht. Dazu schmeckt ein kleines Bier von der Kornhausbrauerei Rorschach. Irgendwann müssen wir wieder los, denn wir wollen ja die ganze Tour schaffen. Gelungener Auftakt: Salatteller mit Mostbröckli und Käse im Landgasthof Bären, Grub


FREIZEIT

Pächter Dietmar Wild hat sich in der Zeit im Bären viel Renommee erkocht

Feines Hauptgericht: Lachs-«Knusperli» und Salat in der Wirtschaft Rossbüchel

Kurz nach dem beliebten Rossbüchel wird es ruhig. Vorbei geht es an hübschen Holz- und Schindelhäusern mit viel Blumenschmuck. Einmal streicht uns vor einem Haus eine grau-weisse Katze um die Beine. Andere Begegnungen sind dagegen selten. Dieser Tourenabschnitt ist wesentlich länger als der vorherige, aber kurzweilig. Die Bäume in einem ausgedehnten Waldstück spenden angenehmen Schatten, und später plätschert ein Bach neben unserem Weg vor sich hin. In Wienacht-Tobel steigen wir wieder bergauf, Weinberge zu unserer Rechten. Auf dem Rebkulturweg auf dem Buechberg passieren wir das reizende, im sechzehnten Jahrhundert erbaute Schloss Greifenstein. Wie damals befindet sich das Anwesen in Privatbesitz. So könnte man also wohnen, wenn Geld keine Rolle spielt.

Dessert mit Aussicht

Wirtin Daniela Brugger vom Ausflugslokal Steiniger Tisch über Thal

Süsser Abschluss: Zwetschgenkuchen à la Brugger

Nach einem knappen Kilometer haben wir unser Endziel erreicht: den Steinigen Tisch. Das Ausflugslokal auf einem Kamm des Buechbergs gibt es bereits seit 120 Jahren. Alte Fotos in den Innenräumen zeugen davon. Dass sich der Steinige Tisch hält, verwundert angesichts seiner Lage nicht. Wer hierherkommt, blickt links auf den Bodensee und rechts ins Appenzeller Vorderland. Auch der Namensgeber, dessen Stein aus einem nahen Steinbruch stammt, existiert noch. Wir wollen schon auf einer Bierbank unter einem bunten Schirm Platz nehmen, doch die Bedienung hat uns einen Zweiertisch auf einem schmalen, langen Balkon unterhalb der Sonnenterrasse reserviert.

Wir sitzen über den Weinbergen und schauen auf die Ortsgemeinde Thal hinunter, der das Lokal gehört. Beim Dessert haben wir die Wahl zwischen verschiedenen Tageskuchen und Apfelstrudel. Er schmeckt sehr fein, ebenso wie die Zwetschgenwähe. Seit 2020 ist Daniela Brugger, die auch aus Vorarlberg stammt, Pächterin. Sie bietet gutbürgerliche Gerichte wie Schnitzel, Rindsgulasch oder Käsespätzli an. Alle Produkte stammen aus Thal oder dem Appenzell, betont sie. Im September soll es steirische Wochen geben. Dann wird das Lokal brummen, denn die herzlich-resolute Wirtin versteht ihr Geschäft. Bevor wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle machen, schlägt sie uns vor, ein Glas «Riesling-Sylvaner Buchberg» vom Weingut Roman Rutishauser zu versuchen. Die Trauben wachsen direkt unter uns am Hang. Das ist ein guter Abschluss für eine gelungene Wanderung. ◆ Die Recherchereise in den Kanton St. Gallen wurde auf Einladung von St. Gallen-Bodensee Tourismus ermöglicht.

GUT ZU WISSEN Wohnen: Das Biohotel Schloss Wartegg, Rorschacherberg, ist der ideale Ausgangspunkt, um den Kanton St. Gallen zu entdecken. Das schöne Anwesen mit Seeblick und top Küche ist bereits ein Erlebnis für sich, wartegg.ch Kulinarikwanderung: pro Person (drei Gänge, ohne Getränke) 55 Franken, Dauer (mit Essen) zirka acht Stunden, st.gallen-bodensee.ch baeren-grub.ch rossbuechel.com steinigertisch.ch

September 2021 | touring

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Ribelmais ist wieder gefragt Lange galt er im Rheintal als Grundnahrungsmittel, doch nach dem Zweiten Weltkrieg geriet er in Vergessenheit. Engagierte Unternehmer und Bauern belebten den Ribelmais mit Erfolg wieder.

D

ie Chips schmecken so gut, dass die Hand immer wieder in den knisternden Sack wandert und neue her­ vorholt. Es wundert nicht, dass sie gleich zum Erfolg wurden als die Lütolfs sie 2019 in Hofläden anboten. Auch bei der Migros Ost­ schweiz war man vom regio­ nalen Produkt sofort angetan. Mittlerweile sind die Rhein­ taler Ribelmais­Chips in über siebzig Filialen erhältlich.

Früher: Armeleuteessen Wer an St. Galler Spezialitä­ ten denkt, hat die Olma­Brat­ wurst und Bürli vor Augen. Doch der Ribelmais war ebenso typisch für den Kanton, nur geriet er in Ver­ gessenheit. Das Getreide wurde seit dem siebzehnten Jahrhundert im Rheintal, in Vorarlberg und Liechtenstein angebaut und galt als Arme­ leuteessen. Aus dem gemah­ lenen Mais wurde mit Milch, Wasser und Salz ein Brei ge­ rührt, der anschliessend in Butter angebraten wurde, bis sich goldbraune Krümel, die Ribel, bildeten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Anbaufläche dras­ tisch ab. Um 1990 war der Ribelmais nur noch in Gärten zu finden. Dem stellten sich engagierte Bauern, Privat­ leute und auch Ernst Lütolf, Mitinhaber des gleichnami­ gen Getreidelogistikzen­ trums in St. Margrethen, ent­ gegen. 1998 gründeten sie den Verein Rheintaler Ribel­ mais, mit dem Ziel, das Ge­ treide wieder im Bewusstsein zu verankern und die Anbau­ flächen zu erhöhen. Heute wächst die im Vergleich mit herkömmlichen Speisemais schlankere Pflanze mit helle­ ren Körnern wieder auf zirka neunzig Hektaren zwischen Altenrhein und Zizers.

Heute: hippes Produkt Seit 2000 ist der Rheintaler Ribelmais ein AOP­Produkt (geschützte Ursprungsbe­ zeichnung) und gilt damit als kulinarisches Erbe der Schweiz. Damit geht einher, dass vom Anbau über die Ernte bis zum Mahlvorgang alles genau geregelt ist. Die Besonderheit des Ribelmaises ist, dass fast das ganze Mais­ korn mitsamt Keimling ge­ mahlen wird, während bei anderen Maismehlprodukten die Maiskörner vor dem Mahl­ vorgang entkeimt werden. Mittlerweile vermarktet und vertreibt die Familie Lütolf Produkte aus Ribelmais über die Lütolf Spezialitäten AG. Kunden sind Schweizer Gross­ verteiler und Hofläden im Land. Pro Jahr werden etwa 400 Tonnen Ribelmais als Rohstoff für Mehl, Dunst (liegt zwischen Mehl und Griess), Polenta und zu Futter­ zwecken verwendet.

48 touring | September 2021

Angeboten werden der fein gemah­ lene Ribelmais, der sich gut für Kuchen eignet, die gröber gemahlene Ribelmais­Bramata, die als Bramata­ Polenta in vielen Lokalen als Beilage serviert wird. Und es gibt die Chips aus Rheintaler Ribelmais AOP, Schweizer Sonnenblumenöl und jodiertem Kochsalz. Dafür liessen die Lütolfs 2019 extra eine Chips­ Anlage aus Los Angeles kommen. Der krosse Snack ist glutenfrei und auch für Vegetarier und Veganer geeignet, so Geschäftsführer Christian Lütolf. 2021 wurde die Firma Lütolf vom Ostschweizer Verein Culinarium, der sich für regionale Pro­ dukte einsetzt, als Könige in der Kategorie Produktion ausgezeich­ net. Das gab den Chips weiteren Auftrieb, denn das Gütesiegel Culina­ rium hat in der Ost­ schweiz eine grosse Bedeutung. •

Schlankere Kolben und hellere Körner zeichnen den Rheintaler Ribelmais aus


FREIZEIT

Weinerfolg aus dem Rheintal Winzer wie Christoph Schmid vom Tobias-Weingut in Berneck sorgen dafür, dass der Kanton St. Gallen bei Weinconnaisseuren vermehrt Beachtung findet. Er führt den Betrieb in der fünften Generation mit neuen Ideen.

G

ute Tropfen aus der Ostschweiz? Wem fällt da nicht gleich die Bündner Herr­ schaft ein. Christoph Schmid, Inhaber des Tobias­Weinguts in Berneck hat mit zahlrei­ chen Auszeichnungen die Aufmerksamkeit von Fach­ leuten in den letzten Jahren auch auf das St. Galler Rhein­ tal gezogen. So wurde der Jahrgang 2013 seines «tobias Pinot noir G5 2019» mit Gold bei der 26. Internationalen Weinprämierung Zürich aus­ gezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt der Wein ebenfalls Gold beim Grand Prix du Vin Suisse und wurde als bester Pinot noir im Land nomi­ niert, während der «tobias Rivaner», Jahrgang 2018, bei

diesem Wettbewerb Silber holte.

Traditionsbewusst anders Das Weingut existiert bereits seit 1866, gegründet von Ur­ urgrossvater Tobias Schmid. Das Kürzel G bei den Pinots noirs und den Cuvées na­ mens Rouge sind eine Hom­ mage an die Generationen­ folge. Der in Wädenswil ausgebildete Önologe über­ nahm 2012 das Weingut vom Vater. Entschlossen, eigene Wege zu gehen, baute er klas­ sische Sorten wie Pinot noir in der neuen G­Linie facet­ tenreich aus und nahm Spe­ zialitäten ins Programm auf. Neu ist derzeit ein sortenrei­ ner Zweigelt. Pro Jahr wer­

den insgesamt 100 000 bis 120 000 Flaschen abgefüllt. Da auch zeitgemässes Marke­ ting zum Erfolg beiträgt, liess er den Auftritt komplett erneuern. Erkennungszei­ chen der Tobias­Weine sind ausklappbare Laschen am Flaschenetikett. Spitzenqualität im Einklang mit der Natur zu erzielen, ist dem 45­Jährigen wichtig. So bewirtschaftet er die Reb­ berge umweltschonend und setzt etwa bei Erneuerungen auf Kleinterrassen. Auf diese Weise werden ökologische Nischen für zahlreiche Tier­ und Pflanzenarten gefördert. Der Wein soll nicht nur schme­ cken, sondern auch erlebt

werden. Das sei bereits das Credo des Vaters gewesen, so Schmid. In den Sommer­ monaten finden Hochzeiten auf dem Weingut statt. Die Buschenschenke Berneck ist ebenfalls Teil des Unterneh­ mens. Unter lauschigen Lau­ ben erholen sich Velofah­ rerinnen und Wanderer bei Wein, Grilladen und Winzer­ wurst von den Anstrengun­ gen. Viele fahren auch direkt zum beliebten Treffpunkt, der von Pächter Cem Utas mit viel Schwung betrieben wird. Es läuft bestens für Christoph Schmid. Die Chancen stehen gut, dass das Weingut auch in der sechsten Generation wei­ tergeführt wird, denn Tochter und Sohn zeigen schon gros­ ses Interesse. •

Christoph Schmid im Weinberg bei seinem Gut. Der 45-Jährige kann sich über zahlreiche Auszeichnungen seiner Rot- und Weissweine freuen

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FREIZEIT

Klein- und Kleinststadtperlen, die es zu entdecken lohnt Das im 18. und 19. Jahrhundert reich gewordene Altstätten ist einen Besuch wert, wie auch das winzige Werdenberg mit seinen Holzbauten. Zwei Orte, um Geschichte zu erleben.

D

ort hinten waren früher die Viehställe untergebracht, und Schweine suchten im Unrat nach Fressbarem. Im Mittelalter und noch lange danach muss es im Era-Graba hinter der Marktgasse recht gestunken haben. Heute ist es ein schmuckes Gässlein mit Pflanzen und gepflegten Hausrückseiten. Altstätten, das in der Mitte zwischen Bodensee und Buchs liegt, ist ein kleines Bijou, dessen Blütezeit im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert lag. Der Handel mit Stoffen brachte Reichtum, der sich in den Gebäuden niederschlug. Das historische Zentrum besteht im Wesentlichen aus Obergasse, Engelgasse, Pfluggasse und Marktgasse. Letztere bezirzt mit ihren schönen Fassaden, und jedes Haus hat seine Geschichte. So erhielt der Frauenhof den Namen von Kunigunde, Tochter des letzten Edlen von Altstätten. Nach 1486 ging er viele Jahre an das Kloster St. Gallen über. Am Engelplatz, wo bis 1800 der Viehmarkt abgehalten wurde, gibt es drei spätgotische Häuser mit herrlichen Giebeln zu bewundern. Und das damals so kostbare Tuch entstand im hübsch renovierten Weberwinkel. Nicht zu vergessen ist der herrschaftliche Kaufmannssitz «zur Prestegg», den sich ein Rheintaler im sechzehnten Jahrhundert errichten liess. 1788 wurde er zur barocken Schlossanlage umgebaut und ist heute Sitz des städtischen Museums. 50 touring | September 2021

Stadt mit fünfzig Einwohnern Entzückend, anders kann man das am gleichnamigen See gelegene Werdenberg nicht bezeichnen. Es ist mit rund fünfzig Einwohnern und 34 bestens erhaltenen und mindestens 600 Jahre alten Häusern nicht nur die kleinste Stadt, sondern auch die älteste Holzsiedlung der Schweiz. Riegelbauten oder alpiner Blockbau – sämtliche Holzbauweisen des Lands sind hier erhalten. Stolz thront das Schloss über allem, das für sein jährliches internationales Festival für alte und neue Musik sowie audiovisuelle Medien bekannt ist. Auf den Grafen Rudolf I. von Montfort geht die ursprüngliche Burg zurück, die um 1230 entstand. Nach einer wechselvollen Geschichte, in der auch Glarus mit harter Hand über die Werdenberger bestimmte, kam das «Städtli» an der Ostgrenze der Schweiz 1803 zum Kanton St. Gallen. Heute ist es Teil der Gemeinde Grabs. Die Geschichte der einfachen Leute lässt sich im Schlangenhaus erleben, während auf dem Schloss die Epochen unter der Zeit der Grafen, der Glarner Vögte und der einflussreichen Bürgerfamilie Hilti festgehalten wurden. Empfehlenswert ist auch eine Führung mit dem früheren Lehrer This Isler, der so begnadet erzählt, dass die Geschichte von Werdenberg lebendig wird. ◆

Drei spätgotische Häuser mit eindrücklichen Giebeln in Altstätten

Im schmucken Era-Graba suchten einst Schweine im Unrat nach Futter

Die Häuser von Werdenberg verfügen alle über schön gepflegte Gärten

Das Schloss thront stolz über der Ministadt mit nur 34 Gebäuden


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Landpartie mit Gustav und Paula Der Campingtrend greift weiter um sich. Wer einmal einen Wohn­ wagen ausprobieren möchte, kann bei Gerold Huber in Wittenbach kleine Retrocaravans samt Zugfahrzeug ausleihen. Der «Touring» war mit einem «Dübener Ei» in der Ostschweiz unterwegs. Hochherrschaftliches Ambiente für einen DDR-Caravan im Park vom Schlosshotel Wartegg TEXT JULIANE LUTZ | FOTOS EMANUEL FREUDIGER

V

ermutlich wurde der 1989 hergestellte «Würdig 301» noch von einem Trabi gezogen. Den in der DDR beliebten Wohnwagen gab es nur in Weiss. Erst Gerold Huber hat ihm den fröhlichen gelben Farbton verpasst. Der

ausgebildete Lehrer und Journalist vermietet in Wittenbach bei St. Gallen unter dem Namen Rosita – The Rolling Vintage Hotel – historische Miniwohnwagen mit entsprechend kleinen Zugfahrzeugen. Die meisten Caravans aus seiner Flotte

stammen aus der ehemaligen DDR, ein paar aus Italien. Das Faible des 64-Jährigen für Wohnwagen stammt aus der Zeit, als er Artistenkinder unterrichtete. Für drei Jahre tourte er sogar mit dem eigenen kleinen Zirkus durch die Schweiz.

Ein nettes Gespann Für unsere Fahrt durch St. Gallen und das Appenzell wird ein Fiat 500 Cabrio namens «Paula» vor den gelben «Gustav» gespannt. Gerold Huber gibt allen Wohnwagen und Zugfahrzeugen einen Namen. «Da Frauen letztendSeptember 2021 | touring

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lich doch immer den Karren aus dem Dreck ziehen, haben die Autos weibliche und die Caravans männliche Vornamen», sagt er mit einem Augenzwinkern. «Touring»-Fotograf Emanuel setzt sich hinters Steuer. Die erste Station ist das fast 500 Jahre alte Schloss Dottenwil auf einem Hügel bei Wittenbach. Tapfer zieht der Fiat das doch 350 Kilo schwere Wohnwägelchen nach oben. Der ideale Platz für ein Picknick mit Sicht auf Bodensee und Alpstein. Über uns kreist ein Milan in der Hoffnung, dass etwas übrig bleibt. Umgeben von Feldern und Bauernhöfen liegt die Kapelle Maria zum Siege in Ruggisberg. Eine Frau liess sie Ende des siebzehnten Jahrhunderts Das Gespann tuckerte für den «Touring» durch Teufen und andere Orte im Appenzell

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zum Dank dafür errichten, dass der von ihr Geliebte heil aus der Schlacht gegen die Türken zurückkehrte.

DDR-Ei vorm Schloss Noch eine Wanderung über die Sitter, und schon ist es Zeit, den Ort anzusteuern, wo wir übernachten werden: Schloss Wartegg in Rorschacherberg. Während die meisten Kunden von Gerold Huber die Nacht im Caravan auf einem Camping verbringen, dürfen wir das Gespann im Schlosspark abstellen. Der Hotelmanager war ein Schüler von Gerold Huber und hat ihn wohl in guter Erinnerung. Die Gäste auf der Terrasse staunen nicht schlecht, als sie das gelbe «Dübener Ei», wie der «Würdig 301» auch genannt wurde, sehen. Was für ein Kontrast: Wo 1919

Im gelben «Dübener Ei» unterwegs zu sein, macht Spass

das entmachtete und ins Exil geschickte letzte Kaiserpaar von Österreich-Ungarn flanierte –Karl und Zita verbrachten zwei Monate auf Schloss Wartegg – erglüht nun das Ei aus dem untergegangenen sozialistischen Staat im Abendrot. Von den ursprünglich 2000 bis 2200 Exempla-

ren sind nicht mehr viele übrig. Die letzten verliessen 1990 den VEB Camping wohnwagen im sächsischen Bad Düben. Nach einem schönen Abend auf der Hotelterrasse mit Logenblick auf den Bodensee ziehen wir uns zurück. Ema-


FREIZEIT nuel schlägt den Schlafsack im Gras des Parks auf. Ich habe den Wohnwagen für mich. Die Holz-Papp-Konstruktion ist innen sehr einfach gehalten. Ein paar Schränkchen und ein Gasherd. DDR-Standard halt. Das Bett ist bequem und recht gross, denn es war für zwei Personen gedacht. «Kuschelkugel» lautete ein weiterer Spitzname für den Winzling. Angeblich konstruierte Max Würdig 1936 den Caravan, weil er mit seiner Freundin ohne Trauschein nirgenwo übernachten durfte. Mit der aerodynamischen Form sollte er das Wohnwagendesign für fast ein halbes Jahrhundert prägen.

Der Fiat schnauft Am nächsten Morgen rollen wir langsam nach Heiden. Auf den kleinen steilen Strassen,

die wir öfter wegen der Aussicht nehmen, kommt der Fiat fast an seine Grenzen. Und wenn rangiert werden muss, gerät selbst der erfahrene Autofahrer Emanuel schon mal ins Schwitzen. Wir merken bald, dass etwas Erfahrung mit einem Anhänger für eine Reise mit einem alten Wohnwagen ohne Hightech von Vorteil ist. Von den sanften Hügeln und den Bauernhöfen, die wie ins Grün getupft scheinen, aber auch von den schönen Orten kriegen wir nicht genug. Heiden beeindruckt mit zum Teil stattlichen Gebäuden, Trogen mit dem Landsgemeindeplatz und Teufen mit hübschen Schindelhäusern, die ans württembergische Allgäu erinnern. Aber auch «Gustav» beeindruckt viele,

die ihn sehen. Und oft ringt er den Leuten ein Lächeln ab. Einfach sein und die Landschaft geniessen, das kann man im Appenzell besonders gut. In Niederteufen ist die Sicht auf Wasser und Berge erneut derart beeindruckend, dass wir die Campinghocker aus dem Kofferraum holen. Doch bald ist Zeit, das Gespann nach Wittenbach zurück zu steuern. Nach Appenzell Innerrhoden schaffen wir es nicht mehr. Beim Ausladen streiche ich noch einmal mit der Hand über die Seite des Caravans. Der gelbe «Gustav» hat sich schnell ins Herz geschlichen. ◆ Die Reportage kam mit freundlicher Unterstützung von Rosita.ch und Schloss Wartegg, Rorschacherberg zustande.

Gerold Huber ist ein Zirkusfan, daher kommt sein Faible für Wohnwagen

GUT ZU WISSEN Rosita: RetrowohnwagenVerleih mit Zugfahrzeugen (Smart, elektrisch/Diesel; Fiat 500, Benziner) Preisbeispiele: eine Nacht werktags 222 Franken, eine Wochenendnacht (Fr–Sa, Sa–So, So–Mo) 333 Franken, Bettwäsche kann für 33 Franken gemietet werden. Miete Wohnwagen allein, halber Preis, rosita.ch Einkehren: Schlosshotel Wartegg, Rorschacherberg, grandiose Bioküche, Bodenseeblick, herrliches Anwesen Restaurant Hirschen, Teufen, sehr gutes Essen, schönes Interieur

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Hobby: Patrouilleur Steigende Pannen, kaum Einsatzfahrzeuge: Um den Engpass zu meistern, bildete die TCS Sektion Zürich in den 1960er- und 1970er-Jahren autoaffine Mitglieder zu sogenannten Touringhelfern aus. Einer der Hobbypatrouilleure von damals erinnert sich. TEXT DOMINIC GRAF

A

und unentgeltlich. Die Touringhelfer waren geboren.

Anforderungen an die Touringhelfer anno 1972 Um sich den Hobbypatrouilleuren anschliessen zu können, mussten die Anwärter jedoch einige Bedingungen erfüllen. Längst nicht jedes TCS-Mitglied konnte zum Touringhelfer werden, wie folgender Auszug aus einem Artikel der «Automobil Revue» von 1972 –

gefunden auf zwischengas.com – eindrücklich zeigt: «Natürlich werden nur charakterlich einwandfreie Leute in das Corps aufgenommen. Deren Mindestleistung an Fahrkilometern pro Jahr muss 10 000 bis 20 000 betragen, und sie müssen einen abgenommenen Wagen fahren, der alljährlich durch den TCS-Kontrolldienst nachgeprüft wird. Einführungskurs zum Touringhelfer im Jahr 1961

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nfang der Sechzigerjahre zählte die Pannenhilfe des TCS Zürich genau zwei Fahrzeuge. Angesichts der zu dieser Zeit stark zunehmenden Zahl an Personenwagen und den damit verbundenen steigenden Pannen war die TCS Patrouille schlicht überfordert. Aus dieser Not heraus entschloss man sich zu einem ungewöhnlichen Schritt und appellierte an den kameradschaftlichen Clubgedanken: Die Mitglieder sollten helfen – freiwillig

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CLUB Die Aufnahme erfolgt frühestens zwei Jahre nach bestandener Führerprüfung. Vor Ernennung zum Touringhelfer und vor Aushändigung der Ausrüstung muss ein Einführungskurs mit Abschlussprüfung absolviert werden. Die Aufnahme von Helferinnen ist nicht ausgeschlossen, sofern es sich um Sanitätsfahrerinnen handelt oder Fahrerinnen mit ähnlicher Ausbildung.»

Keilriemen mit dem Nylonstrumpf der Ehefrau geflickt Einer dieser «charakterlich einwandfreien Leute» war Hans Rudolf Meier, der, wie er sagt, «Anfang der Siebziger längere Zeit bei dieser Truppe mitgemacht» hat. Obwohl seine Karriere als Touringhelfer schon fünfzig Jahre zurückliegt, erinnert er sich noch gut und gerne an diese Zeit: «Nach dem Einführungskurs in Zürich waren wir berechtigt, anderen bei einer Panne zu helfen. Wir wurden mit einem Werkzeugset ausgerüstet und erhielten ein gelbes Touringhelfer-Schild, das mit Gummibändern an der Stossstange befestigt wurde.» Nebst der Werkzeugtasche und dem Erkennungsschild gehörten Überkleider, eine Autoapotheke, eine Kamera, ein Feuerlöscher und Kreide zur Ausrüstung im Wert von 900 Franken. Auch wenn die Ausrüstung regelmässig zum Einsatz kam und sehr hilfreich war, musste Hans Rudolf Meier manchmal improvisieren und eine kreative Lösung finden. «Bei einem Renault R4 mit gerissenem Keilriemen habe ich einmal mit einem Nylonstrumpf meiner Frau einen Behelfskeilriemen gebastelt. Der Fahrer Benzin ausgeholfen. Viele Autos hatten konnte damit immerhin zu seiner Werknoch keine Tankanzeigen, nur Reservestatt fahren», schildert er einen Einsatz hebel, die vergessen wurden, zurückvon damals. Bei einem zustellen», so Meier. anderen Fahrzeug, dem im Auf gelbe HalsZündverteiler die Untertücher achten brecherfeder gebrochen Der Touringhelfer konnte war, habe er mit einem einigen in Not geratenen Gummiring den UnterAutomobilisten helfen. brecher notdürftig wieder Sogar Motorradfahrern zum Funktionieren gehabe er zur Weiterfahrt bracht, um zur nächsten verholfen. «Töfffahrer, die Garage fahren zu können. ein Problem hatten, sigHin und wieder hätten nalisierten dies damals auch Radwechsel dazumit einem gelben Halsgehört, «da es früher «Viele Autos hatten tuch am Lenker. Ein Symwesentlich häufiger Plattbol, das auf den deutschen füsse gab als heute». Eben- noch keine Tankanzeigen, nur Motorradjournalisten falls häufiger sei es vor Ernst ‹Klacks› Leverkus fünfzig Jahren auch zu Reservehebel.» Benzinpannen gekommen: Hans Rudolf Meier, zurückgeht», erklärt ehemaliger Touringhelfer Hans Rudolf Meier. «Manchmal habe ich mit

Die Ausrüstung umfasste unter anderem Überkleider, Werkzeug, Erkennungsschild, Autoapotheke, Kamera, Feuerlöscher und Kreide

Heute wäre eine solche Hobbypatrouille wie die Touringhelfer undenkbar. Die Komplexität und Vielfalt der Fahrzeuge erfordert eine professionelle Ausbildung, die definitiv nicht an einem eintägigen Einführungskurs absolviert werden kann. Für die damalige Zeit war es jedoch eine rettende Idee, und der TCS bewies schon damals seinen Clubgedanken und den ausgeprägten Sinn für das Mit- und Füreinander. Für die freiwilligen Touringhelfer jedenfalls war es eine in allen Bereichen gewinnbringende Aufgabe: Sie konnten helfen und gleichzeitig ihr Fahrzeugwissen und ihre Fähigkeiten ausleben und unter Beweis stellen. ◆ September 2021 | touring

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Unwetterschutz Erreichen Sie Ihr Ziel wegen Unwetter nicht am gleichen Tag, organisieren wir eine Unterkunft für Sie.

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CLUB

Kündigung erhalten? Der Job-Coach hilft Die TCS Job Assistance leistet praktische Unterstützung für den Weg aus der Arbeitslosigkeit. Mit dem Job-Coach erweitert der Club sein Angebot nun um eine für TCS-Mitglieder kostenlose Telefonberatung. TEXT DOMINIC GRAF

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n jedem Ende liegt ein neuer Anfang», sagte einst der spanische Philosoph Miguel de Unamuno. Das gilt auch fürs Berufsleben, zum Beispiel nach einer Kündigung oder einem Konkurs. Obwohl der Verlust des Jobs oft bitter ist und mit existenziellen Sorgen einhergeht, birgt er auch immer eine Chance auf einen Neustart. Um Arbeitssuchende bei diesem Prozess zu unterstützen, wichtige Fragen zu beantworten und auf die Komplexität des Stellenmarkts vorzubereiten, haben der TCS und sein Rechts-

Ratlos nach Kündigung? Die TCS Job Assistance hilft, eine neue Stelle zu finden

schutz im Februar dieses Jahres die TCS Job Assistance ins Leben gerufen. Damit stellt der Club seine Erfahrung und Expertise im Rechtsschutz der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung. Auf der Onlineplattform finden sich Rechtsinfos, Antworten auf wichtige Fragen sowie Tipps und Checklisten zu den Themen Kündigung, Konkurs und Kurzarbeit, Job finden, Bewerben sowie Arbeitsmarkt. Über die Anruffunktion erteilen die Juristinnen und Juristen des TCS zudem individuelle Erstaus-

künfte auf Rechtsfragen zur Arbeitslosigkeit.

Persönliche Beratung Seit Kurzem ist die TCS Job Assistance um eine Dienstleistung reicher, den JobCoach. Wer zum Beispiel eine Kündigung erhalten hat und nicht weiter weiss, kann sich telefonisch Rat einholen. Zusammen mit einem auf die Arbeitswelt spezialisierten Beratungsunternehmen bietet der TCS eine kostenlose, einmalige telefonische Erstberatung bei Fragen rund um den Jobverlust und die Stellensuche an.

Ziel dieser persönlichen Beratung ist es, die aktuelle Situation zu klären, neue Perspektiven zu sehen und auf die nächsten konkreten Schritte auf dem Weg zu einer neuen Stelle hinzuweisen. Dies kann insbesondere auch jüngeren Menschen oder Personen mit wenig Bewerbungserfahrung helfen, baldmöglichst nicht nur an irgendeine, sondern an eine erfüllende Erwerbstätigkeit zu gelangen. Der Job-Coach ist ein Angebot, das sich ausschliesslich an die Mitglieder des TCS richtet. ◆

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Neu mit Reservationen und Parkhäusern Das Angebot in der TCS-App wird laufend ausgebaut

ZVG

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Clever, digital und bargeldlos parkieren Das grösste digitale Parkplatznetz der Schweiz wächst weiter. Neu lassen sich dank der Partnerschaft mit Parcandi Plätze reservieren, auch in Parkhäusern. Zudem ergänzen 500 P+Rail-Parkplätze das Angebot. TEXT DOMINIC GRAF

E

s war noch nie so einfach, einen Parkplatz zu finden und zu bezahlen wie mit TCS Park & Pay. Seit letztem Jahr steht das Angebot allen Nutzerinnen und Nutzern der TCS-App kostenlos zur Verfügung. Dank der Vereinigung verschiedener Parkinganbieter zum grössten digitalen Parkplatznetz des Lands können über 100 000 Parkplätze per Smartphone kontakt- und bargeldlos bezahlt werden. Berechnet wird jeweils nur die effektive Parkzeit. Nun wurde das Netz um zwei Anbieter erweitert, die

einige Neuheiten mit sich bringen.

Parkplätze reservieren dank Parcandi Durch die Integration von Parcandi können erstmals Parkplätze bis zu zwei Stunden im Voraus kostenlos reserviert werden. Der für Autofahrerinnen und Anwohner lästige Suchverkehr gehört damit der Vergangenheit an. Das von der Baloise lancierte Start-up Parcandi beschert TCS Park & Pay zudem eine weitere Premiere: Neu können gedeckte Parkplätze und Plätze in Parkhäu-

sern gebucht werden. Zur Parkhausöffnung und Verfügbarkeitsanzeige wurde eigens ein System entwickelt, das sich flexibel auf beliebige Parkhäuser anwenden lässt. Die Wohn- und Geschäftsgebäude sowie die Parkplätze sind am Parcandi-Logo erkennbar. Das Angebot ist in Basel, Basel Land, Bern, Zürich, St. Gallen und Wettingen erhältlich und wird laufend erweitert.

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CLUB

Befreiung aus afrikanischer Hölle mithilfe des TCS Schwere Lebensmittelvergiftung, Covid-19, Erpressung: Die Entdeckung des schwarzen Kontinents wurde diesen Frühling für einen Mann aus Genf zum langen Albtraum. Ein medizinischer Experte und die Kundenberater des TCS erlösten ihn davon. Er erinnert sich dankbar daran.

verlassen durfte und wer nicht.» Olivier befindet sich offenkundig in Geiselhaft eines skrupellosen Arztes, der ständig mehr fordern wird. «Zum Glück konnte ich vor Ort kein Bargeld mit meiner Kreditkarte abheben, sodass er mir nur etwa 500 Franken abnehmen konnte.»

TEXT JÉRÔME LATHION | ILLUSTRATION NICOLAS KRISTEN

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ange träumte Olivier* davon, Schwarzafrika zu entdecken. Im letzten März setzen er und seine Lebensgefährtin Isabelle* den Plan in einem Land an der Westküste Afrikas zusammen mit einem befreun­ deten Paar aus der Region Genf um. Ein Bekannter vor Ort organisiert ihren ein­ wöchigen Aufenthalt. Doch nach vier Tagen beginnt für Olivier der Ärger, zu­ nächst in Form einer schweren Lebens­ mittelvergiftung. Die schlimmste Über­ raschung blüht ihm am Abflugtag: Am Flughafen wird er positiv auf das Coronavirus getestet und muss sich in Quarantäne begeben.

Hohn auf Eid von Hippokrates Er fügt sich der Massnahme und beru­ higt seine abreisenden Begleiter: Das 64 touring | September 2021

Wiedersehen in der Schweiz wird um höchstens eine Woche aufgeschoben. Fehlanzeige! Die Isolierung sollte zu ei­ ner dreiwöchigen Tortur werden. Stark geschwächt, mit über vierzig Grad Fie­ ber in der sengenden Tropenhitze, sieht er sich rasch Erpressungsversuchen durch sein Betreuungspersonal ausge­ setzt. Schlimmer noch: Der an sein Krankenbett gerufene einheimische Arzt spielt das gleiche Spiel, unter Miss­ achtung des hippokratischen Eids. Sein verwerflichstes Angebot: seinem Patien­ ten einen Rückflug zu ermöglichen, gegen das Versprechen, in der Schweiz ein Auto zu kaufen und ihm dieses zu liefern. «Dieser Arzt war auch für die Gesundheitsdienste am Flughafen zu­ ständig», erklärt Olivier. «Er war also befugt, zu entscheiden, wer das Land

Gefangen in einem Land, in dem die Ar­ mut fast jeden dazu treibt, die raren Tou­ risten auszunehmen, mobilisiert Olivier trotz Krankheit und tiefer Erschöpfung seine Kräfte, gibt nach und verhandelt Schritt für Schritt alle finanziellen Forde­ rungen seiner Peiniger. Und bereitet ge­ duldig seine «Ausschleusung» vor. Zum Glück gelingt es ihm, den Kontakt mit seiner in die Schweiz zurückgekehr­ ten Freundin Isabelle elektronisch und telefonisch aufrechtzuerhalten. Alar­ miert durch die schlechte Verfassung ih­ res Lebensgefährten, beschliesst die In­ haberin eines TCS ETI Schutzbriefs Welt Familie am 1. April, den TCS zu kontak­ tieren. Ein «kluger, aus Liebe unternom­ mener Schritt», zur Freude des Unglück­ lichen: «Endlich war ich wieder auf dem Radar der Schweiz, und mein Arzt vor


DIE TCS-EXPERTIN Ort wurde zurechtgewiesen. Er änderte übrigens rasch seine Haltung.»

Betreuung aus Distanz

Über drei Monate nach dem insgesamt 32-tägigen Zwangsaufenthalt berichtet Olivier, der bedauert, dass er den gewissenlosen Arzt nicht vor Ort belangen konnte, 75 Prozent seiner Energie und etwa sechzig Prozent seines Gedächtnisses wiedererlangt zu haben. Und er lobt das Engagement des TCS: «Covid-19 macht sehr verletzlich, selbst jemand wie mich, der körperlich und geistig sehr solide ist und dazu berufen, anderen zu helfen. Der TCS hat mir medizinisch und psychologisch das Leben gerettet, durch seine Anteilnahme, Beratung und Begleitung, auch nach meiner Rückkehr. Der TCS bleibt dran, man fühlt sich von einem starken, auf Erfahrung gestützten Willen getragen», bekundet der aus seiner misslichen Lage in Afrika Befreite dankbar. • * Namen der Redaktion bekannt.

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KONSUM & INTERNET

Gibt es eigentlich eine Busse für Littering?

«

MORITZ HAGER/EQ IMAGES

In Genf tritt nämlich der TCS-Arzt mit seinem afrikanischen Kollegen in Kontakt, sorgt aus der Ferne für eine konstante Betreuung des Patienten und rät Olivier, die ihm verordnete Behandlung auf Chloroquin-Basis – wirkungslos und schädlich – abzubrechen. «Ich litt unter Herzrasen und befürchtete das Schlimmste, trotz meiner robusten Konstitution», erzählt Olivier. Gleichzeitig kann der mit dem Fall betraute TCS-Kundenbetreuer dank regelmässiger und schliesslich negativer Covid-19Tests von Vernier aus den Rückflug in die Schweiz organisieren, der am 11. April endlich stattfindet. Nach zahlreichen letzten Schikanen am Flughafen und unter anhaltender Bedrängung durch den afrikanischen Arzt auf seiner Combox.

Auf einer Wanderung konnten wir nebst schönen Blumen auch einigen weggeworfenen Abfall bestaunen. Da kam die Frage auf: Ist Littering auf Wanderwegen strafbar?»

TEXT VERA BEUTLER

Aludosen, Zigarettenstummel oder auch Wegwerfmasken mitten in der Natur trüben so manches Wandervergnügen. Ob Littering allerdings bestraft wird, hängt vom Kanton oder von der Gemeinde ab. Im Gegensatz zum bewussten und strafbaren Ablagern von grösseren Mengen an Abfall ausserhalb von dafür vorgesehenen Deponien regelt das Umweltschutzgesetz das achtlose Wegwerfen kleiner Mengen Siedlungsabfall nicht.

Die Beträge, welche bei Littering fällig werden, variieren stark: Während man im Aargau aktuell 300 Franken bezahlen muss, bestrafen beispielsweise Neuenburg und Graubünden Littering mit hundert Franken. Normalerweise ist es die Polizei, welche die Ordnungsbussen verhängt. Dabei muss sie aber den Abfallsünder auf frischer Tat ertappen und vor Ort die Busse einziehen. Dies macht die Umsetzung auf Wanderwegen etwas schwierig, da die Polizei hier kaum patrouilliert. Etwas besser geschützt ist der Nationalpark, da hier beispielsweise auch Parkwächterinnen befugt sind, Ordnungsbussen auszusprechen. •

Im eidgenössischen Parlament besteht Einigkeit darüber, dass Littering zu bekämpfen sei, eine schweizweite Lösung ist dennoch nicht in Sicht: Mit einer Motion hat das Parlament zwar den Bundesrat beauftragt, «die gesetzlichen Grundlagen so anzupassen, dass wirksame Massnahmen gegen Littering Vera Beutler ist Dr. iur. und ergriffen werden können». Dabei Leiterin des Info-Centers Info-Centers geht es aber um Fördermassnah«Recht & Versicherungen» men, nicht um die Verankerung einer Littering-Strafnorm LEX4YOU im Umweltschutzgesetz. Die meisten Kantone und «lex4you» ist Ihre interaktive RechtsauskunftsGemeinden haben diese plattform für den Alltag – Lücke in den letzten Jahgut verständlich, aktuell ren geschlossen und und praktisch. sanktionieren das LitteFür rechtliche Anliegen steht ring auf ihrem Gebiet mit Ihnen der TCS zur Seite. lex4you.ch einer Ordnungsbusse.

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Schreiben Sie uns … In dieser Rubrik gilt: je kürzer der Leserbrief, desto grösser die Chance für den Abdruck. Autokauf beim Sonntagsjass

Ein Garagist erzählte mir 1972 beim Jass von einem möglichen Fehler, den er begangen habe: Er hätte ei­ nem Kollegen dem Kauf eines Wagens für 500 Fran­ ken zugestimmt. Da mir am selben Wochenende das Töffli geklaut wurde, die Versicherung aber den Neu­ wert von 1200 Franken zugesagt hatte, schlug ich ihm vor, den Wagen zu übernehmen. So kam ich für tausend Franken zu einem Triumph Herald 1360. Al­ lerdings baute ich später einen Unfall – der Triumph hatte vorne Wellblech. Eine Garage schleppte ihn ab, liess den Kühler zusammenspenglern und nannte mir einen Altwagenhändler, wo das gleiche Modell mit durchgerostetem Boden stünde. Leider war dieses bereits weiterverkauft, aber ein fast identi­ sches in Hellblau war noch da. So kam ich für weitere 200 Franken zu einer Kühlerhaube mit Kotflügeln und Scheinwerfern. Um das Ganze noch etwas an­ sehnlicher zu machen, sprayte ich auf die Motor­ haube einen Triumphkranz und an die Seiten Rosen­ girlanden. Und bei der Hochzeit der lieben Cousine war das der grosse Clou! Andreas Laue

Der Blickfang an der Hochzeit der Cousine

@ Gesucht: Leserbilder

Das erste Auto vergisst man nie. Auch nicht, was damit alles erlebt wurde. Erzählen Sie uns Ihre kuriose, spannende oder aben­ teuerliche Geschichte. Senden Sie uns das Bild und die Legende dazu an touring@tcs.ch.

Korrigenda

Danke!

Winterreifen im Sommer

Ich bin seit vielen Jahren ein treues Mitglied des TCS und habe seine Dienste nicht sehr oft in Anspruch genommen. Aber für mich bedeutet der TCS Sicherheit, besonders auf Reisen!

Wie immer sehr zufrieden mit dem TCS. Gerne wieder!

Ich habe nichts hinzuzu­ fügen, ausser meiner Zufrie­ denheit und meinem Stolz auf den TCS, indem er mir einen Anwalt genannt hat, der seine ganze Kompetenz bei der Begleitung dieses Dossiers unter Beweis ge­ stellt hat. Alle meine Glück­ wünsche und meinen Dank.

denheit gelöst. Vielen herz­ lichen Dank. Alleine hätte ich keine Chance gehabt.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Arbeit und Unterstüt­ zung. Es ist sehr wertvoll, zu wissen, dass man nicht allein gelassen wird, wenn man Goliath gegenüber­ steht.

Es ist immer schön, wenn man im Problemfall nicht weiter weiss und auf die Un­ terstützung der TCS Assista zählen kann, die uns berät und uns den Lösungsweg aufzeigt. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe. Absender der Redaktion bekannt.

Der Fall mit dem multinatio­ nalen Unternehmen wurde zu meiner vollsten Zufrie­

Touring 6/2021

Auf Seite 9 hat sich eine Un­ genauigkeit eingeschlichen: Notbremsversuche haben gezeigt, dass ein Auto mit Winterreifen auf trockener Strasse noch 34 km/h fährt, wenn ein Auto mit Sommer­ reifen zum Stillstand kommt, und nicht 48 km/h, wie im «Touring» publiziert. Dieser niedrigere Wert ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Der TCS empfiehlt, in der Sommersaison auf Sommer­ reifen umzusteigen. Ferrari und Vitromusée Touring 7­8/2021

Ferrari ist in Maranello zu Hause (Seite 9) und in Ro­ mont befindet sich das Vitro­ musée (Legende Seite 59). Redaktion Touring

Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und führt keine Korrespondenz. Zuschriften sind auch via E­Mail (touring@tcs.ch) möglich. Leserbriefe er­ scheinen ebenfalls in der Onlineausgabe des «Touring» (touring.ch).

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TOUROLINO

TEXT SUSANNE TROXLER | ILLUSTRATION ANDREA PETER

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Das letzte Jahr hat es uns gezeigt: Auf Seife können wir nicht verzichten. Die Lieder während des Händewaschens kennen wir auswendig. Aber was tun mit all den kleinen Seifenresten?

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Alte Seifen, neuer Duft

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Geknetete Seife Vor rund 4500 Jahren benutzten die Sumerer eine Art Seife. Die Araber entwickelten im siebten Jahrhundert die Seife von heute, deren Herstellung die europäischen Seifensieder im Mittelalter weiter verfeinerten. «Tourolino» beschränkt sich auf ein Rezept ohne grossen Aufwand, das sich auch für kleine Kinder eignet. Für die Zubereitung auf dem Herd findest du online gute Anleitungen. Material: 150 g Seifenflocken, 3 EL warmes Wasser (ca. 40° C), 2 EL Sheabutter oder Öl (Mandel, Sonnenblumen, Oliven, Kokos), Schüssel, alte Zeitungen oder Wachstischtuch; evtl.: Lebensmittelfarbe, Haut-/Duftöl. Herstellung: Arbeitsfläche bedecken. Alle gewünschten Zutaten in eine Schüssel geben und gut durchkneten. Für eine gleichmässige Seifenfärbung den Farbstoff schon zu Beginn mit dem Wasser vermischen, für eine Marmorzeichnung nach dem Kneten einarbeiten. Kugeln oder Figuren formen – reicht für sechs kleinere oder drei grosse Seifen.

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Die richtige Antwort des Wettbewerbs im «Touring» 7/8 lautet B.

Teilnahmeberechtigt sind alle Leserinnen und Leser des «Touring» in der Schweiz und in Liechtenstein, ausgenommen sind Mitarbeitende des TCS und deren Familienangehörige. Gewinner der Wettbewerbe «Tourolino» werden ausgelost und benachrichtigt. Zu den Wettbewerben wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden auf touring.ch veröffentlicht.

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UNTERWEGS MIT

CORINNE GLANZMANN UND MARIANNE MISCHLER

Die Bar im Citroën und Rock ’n’ Roll in den Gläsern Eigentlich sind sie im Bereich Fotografie tätig, doch dann eröffnen die Freundinnen eine mobile Bar, die gleich zum Erfolg wurde. Natürlich wirbelte das Coronavirus auch die Pläne von Corinne und Marianne durcheinander, doch die Bar rollt weiter. TEXT JULIANE LUTZ | FOTO EMANUEL FREUDIGER

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anchmal braucht es nur die passende Gelegenheit, damit ein Wunsch Wirklichkeit wird. Im Fall von Marianne Mischler und Corinne Glanzmann war es ein Citroën HY, Baujahr 1973, der im Frühling 2019 zum Verkauf stand. Ein Bekannter hatte sie auf das Schmuckstück aufmerksam gemacht, das zwölf Jahre in den Diensten der Porzellanfabrik Langenthal stand. Es war als Ausstellungsfahrzeug für edle Service und anderes genutzt worden. Der Umbau für diesen Zweck hatte einige Zeit gedauert. Dabei war der Wagen einen Meter verlängert worden.

Gelegenheit genutzt Da war nun ein prächtiger Oldtimer, so wie ihn sich die zwei Frauen für ihre mobile Bar vorgestellt hatten, plötzlich in greifbare Nähe gerückt. Der sich dazu noch mit dem Führerausweis Kategorie B steuern liess. «Das war der Moment, um zuzuschlagen, sollte es nicht ewig beim Traum bleiben», sagt Mischler. Die Bildredaktorin und die Fotografin Corinne Glanzmann hatten sich bei der «Luzerner Zeitung» angefreundet. Der Medienbereich war spannend, doch beide hatten den Wunsch, noch etwas anderes zu machen. Vielleicht eine Bar betreiben oder ein Café. Die hohen Fix72 touring | September 2021

kosten schreckten sie jedoch ab. «Eine mobile Bar, das wär’s doch! Diese Eingebung kam uns auf einem Spaziergang während gemeinsamer Ferien in Andalusien», sagt Glanzmann.

Oldtimer und neue Drinks Das Geld für den Citroën nahmen sie von ihren Ersparnissen. Kühlschränke und ein Wasseranschluss mussten noch eingebaut werden, und dann ging’s los. Gleich der erste Einsatz bei einem Fest war ein Erfolg. «Das Auto ist natürlich eine Erscheinung. Darüber kommt man mit den Leuten sofort ins Gespräch», sagt Marianne Mischler. Männer würden sich oft wundern, dass jüngere Frauen ein so altes Fahrzeug ohne Servolenkung steuern können. Teil des Erfolgs sind natürlich auch die besonderen Cocktails der beiden, die es so sonst nirgends gibt. Die Musik spiele in den Gläsern, schreiben sie auf ihrer Seite «drinkbar.rocks». Wer mal an ihrer Theke stand, kann dem nur zustimmen. Mit oder ohne Alkohol – stets enthalten sie selbst gemachte Sirupsorten. Aprikose, Basilikum oder Zitrone. Ständig tüfteln Mischler und Glanzmann in ihren Küchen an weiteren Kreationen und denken sich neue Mischungen aus. «Der Bestseller ist ‹el Verano›, was

Sommer auf Spanisch heisst», sagt Spanienfan Glanzmann. Er enthält Zitronensirup, Tequila, Rum, Limettensaft und noch anderes, was die Barkeeperinnen nicht verraten. Auch Gin Tonic oder Bier gibt’s natürlich. Die Bar ist bestens bestückt. Und für Autofahrer bieten sie neben Mocktails selbst gemachte Schorle und Eistees an.

Die Bar öffnet wieder Das Geschäft lief. Sie rollten an den Wochenenden zu Firmenfeiern und privaten Festen. Wenn es auf der Autobahn leicht bergab geht, schafft der Citroën immerhin achtzig Stundenkilometer. Eigentlich wollten sie ihre Pensen reduzieren und sich mehr der Bar widmen … Doch mit der Pandemie kam der Stillstand. Dann wechselte Glanzmann den Job, und seit ein paar Monaten ist Mischler Leiterin visuelle Dienste bei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Doch sie machen weiter, erste Buchungen liegen bereits vor. Auch wenn die zusätzliche Wochenendarbeitszeit, das Aufräumen danach und die Rückfahrten nachts oft anstrengend sind. So eine mobile Bar ist einfach Rock ’n’ Roll. ◆

«Männer wundern sich häufig, dass jüngere Frauen ein so altes Auto ohne Servolenkung steuern können.» Marianne Mischler, Mitbesitzerin der «Drink Bar»

Wieder unterwegs Marianne Mischler (links) und Corinne Glanzmann mit ihrem Citroën HY


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