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Tonkünstler-Magazin Nummer 24

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februar bis juli 12

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Feuerwerk Entflammt: Daniel Hope und Andrés Orozco-Estrada

Soile Isokoski zu Gast Christian Zacharias dirigiert «Beethoven!» Neue Geschäftsführung bei den Tonkünstlern und Grafenegg


LIVE NEUERSCHEINUNG

Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada und die Tonkünstler haben seit 2009 jede Saison mit einer Uraufführung eröffnet. Die Auftragswerke an Christian Muthspiel, Gerald Resch und Iván Eröd wurden vom Publikum und der Presse mit Begeisterung aufgenommen und dokumentieren eindrucksvoll das Engagement der Tonkünstler für die Musik unserer Zeit. Die neue Tonkünstler-CD erscheint als Super Audio CD im März und ist in unserem Shop sowie im Fachhandel erhältlich. Christian Muthspiel: «Pas de deux concertant» Gerald Resch: «Cantus Firmus» Iván Eröd: Konzert für Klarinette und Orchester Tonkünstler-Orchester Niederösterreich Andrés Orozco-Estrada SACD | Preis € 18 Mit «DUETT» € 16,20

«Muthspiel gelingt eine profunde Verbindung von klassischer Orchestermoderne und vielschichtigem Einsatz der Soloinstrumente.» Der Standard

Ebenfalls erhältlich bei TONKÜNSTLER LIVE:

NG A ES G B LO

N OH GE SS RID EL LDY D ST N O O B ME RTH Á A OV INE AD BA UR NOM STR T ŠA INE O-E C E LZ S S OZ OE ORU S OR É H C DR AN

«Für Gerald Reschs ‹Cantus Firmus› brauchte man keine Bedienungsanleitung, nur ein offenes Herz für schöne Überraschungen.» Wiener Zeitung

LIVE

«Eröd liebt die Klarinette. Er lässt sie schmeicheln und gurren, gibt ihr Raum zur Entfaltung. Berückend schön präsentiert die großartige Solistin Sharon Kam das Werk.» Kronen Zeitung

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 1 Andrés Orozco-Estrada SACD | Preis € 18 Mit «DUETT» € 16,20

Felix Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 2 «Lobgesang» Andrés Orozco-Estrada SACD | Preis € 18 Mit «DUETT» € 16,20


Inhalt Der Dirigent Andrés OrozcoEstrada ist seit 2009 Chefdirigent. Im Interview spricht er über seine Arbeit mit dem Orchester. Seiten 2–4 Zauberklänge Soile Isokoski ist mit Liedern von Richard Strauss zu Gast und singt die Sopranpartie in Gustav Mahlers Symphonie Nr. 4. Seite 5 Geschäftsführung Die Kulturmanagerin Maria Grätzel hat im Herbst die Geschäftsführung der Tonkünstler und von Grafenegg übernommen. Seiten 6/7 Beethoven! Christian Zacharias präsentiert ein klassisches Programm, das ganz Ludwig van Beethoven gewidmet ist. Seiten 8/9 Le Sacre du Printemps Andrés Orozco-Estrada und die Tonkünstler spielen Strawinskis Meisterwerk zu einer Visualisierung von Klaus Obermaier. Seite 10 Ihr Kalendarium zum Herausnehmen finden Sie in der Heftmitte.

T O N K Ü N S T L E R - M A G A Z I N

Zum Tanz! Die Stargeigerin Baiba Skride und Dirigent Mario Venzago bitten zu einem tonkünstlerischen Tanzvergnügen! Seite 11

Editorial Liebe Musikfreunde!

Plugged-In Zwei kultige Konzerte in der Plugged-InReihe: Filmmusik vom Feinsten und der Zauber der Mundharmonika. Seiten 12/13 Ostern in Grafenegg Sir Christopher Hogwood dirigiert Joseph Haydns Symphonie «La Passione» und W. A. Mozarts große Messe in c-moll. Seiten 14/15 Feuerwerk Stargeiger Daniel Hope und Andrés Orozco-Estrada präsentieren zündende Werke zum Ausklang der Abosaison! Seiten 16/17 Europareise Mit vier Konzerten eröffnen die Tonkünstler nach der Sommernachtsgala den Konzertreigen in Grafenegg. Seiten 18/19 TonkünstlERLEBEN Die Tonkünstler sind im Gespräch: Interviews und Stories mit prominenten Freundinnen und Freunden des Orchesters. Seite 20 A U S G A B E

Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, inmitten einer Saison auf die jüngsten Erfolge zurückzublicken und sich gleichzeitig auf die unmittelbar anstehenden Konzerte zu freuen. «Mittendrin sein» bedeutet für mich aber nicht nur, die Reise mit dem Orchester selbst zu genießen, sondern auch mitten unter Ihnen zu sein. Darum ist es uns so wichtig, Sie immer auf dem Laufenden zu halten! In den kommenden Konzerten in der Saison 11-12 begrüßen die Tonkünstler und ich erneut herausragende Solisten – stellvertretend seien hier die Sopranistin Soile Isokoski und die Geigerin Baiba Skride genannt, selbstverständlich auch Daniel Hope, mit dem wir in dieser Spielzeit im Rahmen von WIEN MODERN bereits ein intensives Konzert erlebt haben. Gleichzeitig widmet sich das Orchester mit weiteren Gastdirigenten und Solisten interessanten Schwerpunkten. Auch unsere Plugged-In-Konzerte, die mittlerweile fast Kultcharakter haben, setzen wir mit «Best of Hollywood II» und «Harmônica Brasileira» fort, bei dieser Reise durch Südamerika ist der grandiose Mundharmonikavirtuose Gianluca Littera unser Gast. Unser Tonkünstler-Magazin haben wir erstmals ausgeweitet: Wir berichten Ihnen in dieser Ausgabe nicht nur über die Konzerte bis zum Saisonende, sondern präsentieren Ihnen auf den folgenden Seiten schon unsere Konzerte im Musik-Sommer in Grafenegg. Viel Spaß beim Lesen und viel Vergnügen in unseren Konzerten wünschen Ihnen, Ihr

Andrés Orozco-Estrada und das Tonkünstler-Orchester

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«… die Schönheit des Tons nie verlieren!»

Andrés Orozco-Estrada blickt auf mehr als zwei Jahre einer höchst erfolgreichen Arbeit als Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters zurück. Im Interview spricht er über Vergangenes und die Zukunft, gleichzeitig gibt er Einblicke in seine Probenarbeit, seine Ideen für das Repertoire und die Arbeit am Tonkünstler-Klang. 2


Andrés Orozco-Estrada

Andrés, Du bist seit mehr als zwei Jahren Chefdirigent der Tonkünstler. Wie hat sich das Orchester seit Deinem Antritt entwickelt? Insgesamt ist das Niveau unglaublich gestiegen. Am meisten fällt mir unser Klang auf, er ist voller und runder als zu Beginn unserer Zusammenarbeit. Gleichzeitig sind wir aber auch anpassungsfähiger geworden und können schneller auf unterschiedliches Repertoire reagieren. Das hat viel mit der Konzentration der Orchestermitglieder zu tun: Jede und jeder Einzelne ist sich der eigenen Verantwortung bewusst und fühlt sich am Geschehen beteiligt. Das Engagement der Musiker hat sich sehr positiv weiterentwickelt! Gibt es Dinge, die Du bewusst vorangetrieben hast? Ja, die Auswahl des Repertoires ist natürlich ein wesentlicher Faktor. Anhand der Stücke erarbeiten wir unterschiedliche Dinge, sei es die Intonation, die Balance oder die Ar-

tikulation. Auch meine Art zu proben, hat bestimmt etwas bewirkt. Ich probe sehr konzentriert und mit viel Energie. Stellen, die von Anfang an gut funktionieren, müssen wir nicht oft wiederholen. Dafür konzentrieren wir uns dann auf schwierigere Passagen. Davon profitieren auch unsere Gastdirigenten, weil das Orchester immer flexibler mit Änderungen umgehen kann. Auch Details an unserem Auftritt haben sich weiterentwickelt: Wir treten jetzt mit mehr Selbstbewusstsein auf. Beim Applaus, über den wir uns immer sehr freuen, möchte ich den Solostimmen und den Instrumentengruppen immer die Möglichkeit bieten, die Anerkennung des Publikums entgegennehmen zu können. Arbeitest Du an Details immer anhand der aktuellen Stücke oder auch «trocken» an bestimmten Aufgaben? Zum Glück ist unser Repertoire so breit, dass wir die unterschiedlichen Stücke hervor-

ragend dazu nutzen können, um einzelne Aspekte zu trainieren. Daniel Barenboim hat in einem seiner Bücher geschrieben, dass er keine Technik oder Etüden trocken übt. Dafür spielt er zum Beispiel häufig MozartSonaten und findet dort alles, was wichtig ist. Das sehe ich bei der Orchesterarbeit genauso. Wie gestaltest Du Programme im Hinblick auf die Orchesterentwicklung? Wir beschäftigen uns in jeder Saison bewusst mit Mendelssohn Bartholdy. Auch 3


Brahms und Mahler haben einen fixen Platz in unserer Arbeit. Ich möchte auch in jeder Saison ein großes Vokalwerk aufführen. Mindestens eine Uraufführung pro Saison und Programme mit zeitgenössischer Musik sind uns ebenfalls wichtig. Das alles ermöglicht uns, an verschiedenen Aspekten zu arbeiten: manchmal bietet sich der Streicherklang an, dann wieder die Blechbläser oder wie sich das Orchester in Begleitfunktion verhält. Das ist jedes Mal etwas anders. Stichwort Klang: Wie erzielst Du den Klang, den Du Dir vorstellst? Ich unterscheide da zwei Dinge. Zum Einen gibt es in mir selbst eine genaue Vorstellung davon, was ich hören möchte. Das ist schwer zu beschreiben, aber daraus leite ich alles Weitere ab, was ich an das Orchester weitergebe. Der Klang ist das Ergebnis der «Linie» jedes einzelnen Instruments und das Zusammenwirken von allen. Ein Fortissimo soll beispielsweise nicht herausstechen, sondern im Gefüge seinen Platz haben. Die einzelnen Instrumente und das gesamte Orchester dürfen die Schönheit des Tons nie verlieren! Auch Kanten sind mir wichtig, sie müssen aber im Kontext zum großen Ganzen stehen. Und es funktioniert nur, wenn jeder Musiker seinen Teil zum Gesamtklang beiträgt. Eine sehr spannende Aufgabe ist zum Beispiel das Piano: Da gibt es sehr viele Arten, wie das klingen kann – durchsichtig, warm, fröhlich, dunkel, zerbrechlich oder voll. Was beeinflusst Deine Gestik und Mimik? Das passiert von alleine, ich würde das einen «trainierten Instinkt» nennen. Wenn ich einen bestimmten Ausdruck erreichen möchte, dann ergeben sich meine Bewegungen automatisch. Technisch gesehen haben die Hände bestimmte Funktionen: Die rechte 4

Hand führt den Taktstock und gibt die Struktur, mit der linken Hand wird geformt und gestaltet. Es darf aber niemals «choreografisch» werden, so etwas kann man nicht einstudieren! Für mich sind Mimik und Gestik wichtig, um einen bestimmten Klang zu formen. Kann man bei einem Konzert eigentlich sehen, ob Du etwas korrigierst? Während unserer Konzerte ist so etwas nur sehr selten nötig. Die Musiker erkennen aber natürlich, wenn ich etwas anders haben möchte. Sind wir beispielsweise nicht ganz zusammen, erhöhe ich die Präzision und dirigiere etwas kleiner und technischer. Wenn ich spüre, dass unsere Einigkeit das trägt, dirigiere ich bei einer Aufführung manchmal einzelne Passagen anders, als wir sie erarbeitet haben. Ich ändere an gewissen Stellen Tempo oder Dynamik – so etwas erhöht die Energie und die Konzentration ungemein! Der Funke springt dann gleich auf das Publikum über.

Was möchtest Du mit den Tonkünstlern in den kommenden Jahren erreichen? Was mir sehr am Herzen liegt, ist und bleibt der Klang: Ich will mit den Tonkünstlern einen unverwechselbaren Klang erarbeiten, an dem man uns erkennen kann. Und natürlich möchte ich uns weiter bekannt machen, mehr Projekte in Grafenegg und bei anderen Festivals verwirklichen, mit CD-Aufnahmen auch international auf uns aufmerksam machen. Mich fasziniert am meisten, dass wir Perfektion anstreben, auch wenn es im menschlichen Sinne nicht möglich ist, sie zu erreichen. Perfektion in der Musik bleibt eine Utopie. Aber allein das Streben danach und der Wille, sich der Perfektion immer weiter anzunähern, ist, was uns alle antreibt – unsere Inspiration.

INTERVIEW: ALEXANDER MOORE Der Autor ist Dramaturg und Redakteur des TonkünstlerOrchesters und lebt als freier Musikjournalist in Wien.


Von Zauberklängen und eherner Größe

insgesamt fantastisch, fast janusköpfig, lässt sich auch das Schaffen von Richard Strauss begreifen – zwischen Romantik und Moderne, zwischen Intimität und großer Geste, zwischen der Entfesselung opulenter Orchesterräusche und manch liebevoll-bewundernder Hinwendung zur Vergangenheit, namentlich zu Mozart. Soile Isokoski, in deren leuchtkräftiger Sopranstimme begeisterte Kritiker schon die Reinheit und Klarheit der Landschaft ihrer finnischen Heimat zu hören meinten, ist gerade in Sachen Mozart und Strauss eine weltweit bejubelte Interpretin und wird drei der schönsten Orchesterlieder von Richard Strauss singen – zumal Schlüsselwerke der Musikgeschichte, inter- gerade sein Liedschaffen ein detailreiches pretiert mit musikalischer Souveränität und «Bild der Persönlichkeit ihres Schöpfers zu strahlender Innigkeit: Unter der Leitung seines gewinnen» sei, wie der eminente StraussChefdirigenten Andrés Orozco-Estrada spielt Kenner Dietrich Fischer-Dieskau einmal das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich festgestellt hat. Die schwärmerische Inim Februar ein Konzertprogramm rund um brunst von «Cäcilie», das rokokoartig sich Claude Debussy, Richard Strauss und Gustav ausbreitende «Rosenband» und die magiMahler. Mit Soile Isokoski gesellt sich eine sche Innigkeit von «Morgen!» werden gewiss ihre Wirkung nicht verfehlen. Meistersängerin dazu. Das von ihm zeitlebens so geliebte Lied Wie sich die interpretatorische Fantasie des und so etwas wie die Fassade einer Mozart’Tonkünstler-Chefdirigenten Andrés Orozco- schen Naivität waren schließlich auch BeEstrada nicht zuletzt an den zentralen Wer- zugspunkte für Gustav Mahler in seiner ken der Musikgeschichte entzündet, die er scheinbar so heiter-gelösten, kindlich «kleizu beziehungsreichen, klugen Programmen nen» Symphonie Nr. 4. «Der erste Satz bezusammenstellt, ist im Februar in Wien und ginnt, als ob er nicht bis drei zählen könnte, St. Pölten zu erleben. «Erst seit ich zum er- dann aber geht es gleich ins große Einmasten Mal ‹L’après-midi d’un faune› gehört leins und zuletzt wird schwindelnd mit Millihatte, wusste ich, was Musik ist», sagte kein onen und aber Millionen gerechnet», stellte Geringerer als Maurice Ravel später zu Mahler dazu fest: ein Werk voll doppelter jenem Schlüsselwerk der anbrechenden Mo- Böden und subtil camouflierter Abgründe, denn immerhin spielt da derne, mit dem die Tonim tänzerischen zweiten künstler den Abend eröffSatz der Tod mit seiner nen. Claude Debussys 1894 «Soile Isokoski Fiedel auf. «Wir genießen uraufgeführtes «Prélude ist gerade in Sachen die himmlischen Freuà l’après-midi d’un faune» Mozart und Strauss den», beginnt die Solistin hebt mit einem zarten, eine weltweit bejubelte nach dem friedvollen auf eigene Weise zauberi- Interpretin.» langsamen Satz schließschen Flötensolo an – und bringt das zum Klingen, «was in der lich im Finale zu singen, einen Text aus der Flöte vom Traum des Fauns zurückgeblieben Sammlung «Des Knaben Wunderhorn», ist», wie der Komponist selbst meinte. Als dort unter dem Titel «Der Himmel hängt vol-

Soile Isokoski

Andrés Orozco-Estrada

ler Geigen» verzeichnet: kein erotischer Traum wie beim Faun, sondern eine humoreske Ahnung vom Paradies, ein Traum, aus dem es kein Erwachen mehr gibt, vielmehr einer, der paradoxerweise mit zart verdämmernder Musik im Nichts endet. Unvergesslich. WALTER WEIDRINGER Der Autor ist Musikwissenschaftler, Musikkritiker der Tageszeitung Die Presse, Mitarbeiter des Musikverlags Doblinger und lebt als freier Musikpublizist in Wien.

LYRISCHER ZAUBER Sa 18. 2., 19.30 Uhr, Musikverein Wien So 19. 2., 16 Uhr, Musikverein Wien Mo 20. 2., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten 5


Die musikalische

GROSSWETTERLAGE Maria Grätzel ist seit Oktober 2011 neue Geschäftsführerin des Tonkünstler-Orchesters und der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft. Sie spricht im Interview über ihre Ideen, das Orchester, den Chefdirigenten sowie das Musik-programm in Grafenegg.

Was war der Reiz für Sie, die Geschäftsführung der Tonkünstler und von Grafenegg zu übernehmen? Über die Tonkünstler habe ich seit Jahren viel Gutes gehört. Auch in Berlin, wo ich vorher tätig war, war zu bemerken, dass im Orchester ein Erneuerungsprozess stattfindet, der langfristig angelegt ist. Diesen Prozess werde ich gerne begleiten und gestalten. Und was mit Grafenegg in nur fünf Jahren geschaffen wurde, ist einfach unglaublich. Die Arbeit mit internationalen Orchestern gemeinsam mit den Tonkünstlern als Orchestra in Residence – alle diese Dinge zusammen machen für mich den besonderen Reiz meiner Aufgabe aus. Was haben Sie in Berlin über die Tonkünstler gehört? Kristjan Järvi war oft zu Gast beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, wo ich acht Jahre tätig war. Besonders geschwärmt hat er immer von der Plugged-In-Reihe, die er ins Leben gerufen hat. Durch die Gespräche mit ihm wurde ich hellhörig, habe Kritiken gelesen und war immer ganz gut informiert, was sich bei den Tonkünstlern tut. Ich bekam den Eindruck, dass das Orchester am Puls der Zeit ist. Besonders gefreut hat mich dann, als ein renommierter Kulturjournalist im Berliner Tagesspiegel die «Lobgesang»-Aufnahme als «CD für die einsame Insel» in der Sommerpause empfohlen hat. Die Gründung von Grafenegg habe ich von Anfang an sehr interessiert beobachtet. Ich erhielt die Zusendungen der Festivalbroschüren und hatte immer vor, diesen besonderen Ort zu besuchen. Das ist jetzt schneller als erwartet eingetroffen. 6

Wo haben Sie sich niedergelassen? (strahlend) Außerhalb meines Büros meinen Sie? … Ich wohne in Hietzing, ganz in der Nähe von Schönbrunn, und habe schon ein bisschen meine Umgebung erkundet. Wenn es die Zeit erlaubt, bin ich im Schlosspark unterwegs. Die Wiener Kaffeehäuser sind natürlich auch ein Muss. Da aber nur wenig Zeit für Privates bleibt, muss man mit sich und der verbleibenden Zeit ökonomisch haushalten. Wie haben Sie die ersten Monate in Österreich erlebt? Meine Hauptbeschäftigung sind natürlich die Tonkünstler und das Musikprogramm von Grafenegg. Es gab Gespräche mit den beiden künstlerischen Leitern Andrés OrozcoEstrada und Rudolf Buchbinder, mit der Ge-

schäftsführung der Holding, mit den Musikern und den Mitarbeitern. Daraus entwickeln sich Strategien, Themenfelder und Herausforderungen für die kommenden Monate. Daneben versuche ich, soweit wie möglich über den Tellerrand hinauszuschauen und ein Gespür für das «Klima» in Wien und Niederösterreich zu bekommen. In welchen Bereichen sehen Sie Bedarf für Veränderungen? In erster Linie geht es um strategische Entscheidungen. Das Image der Tonkünstler hat in den letzten Jahren enorm dazugewonnen, dieser Prozess muss weiter verfolgt und vor allem in die Musikwelt getragen werden. Andrés Orozco-Estrada ist dabei, sein Repertoire mit den Tonkünstlern auszubauen und zu fokussieren. Seine Programmfindung, die


für das Profil des Orchesters extrem wichtig ist, möchte ich begleiten. Ganz entscheidend ist die Auswahl der Gastdirigenten, die neben dem Chefdirigenten das Orchester prägen. Hier dauerhafte Beziehungen zu schaffen, die auf Nachhaltigkeit angelegt sind, verstehe ich ebenso als eine meiner Aufgaben. Die Residenzen des Orchesters in Wien, St. Pölten und in Grafenegg könnten durch mögliche neue Konzertformate oder zusätzliche Angebote weiter an Profil gewinnen und ins öffentliche Bewusstsein dringen. Gleichzeitig halte ich Gastspiele und Tourneen für außerordentlich wichtig, das ist eine ganz besondere Herausforderung. Die Tonspiele, das Musikvermittlungsprogramm der Tonkünstler, liegen mir sehr am Herzen. Das Programm ist ungewöhnlich ambitioniert, die Nachfrage ist immens, weshalb wir das Programm mit Augenmaß erweitern: erstmals wird es einen groß angelegten Familientag auch während des MusikSommers in Grafenegg geben. Weitere Themenfelder, die ich zu bewegen versuchen werde, sind die Gründung einer Orchesterakademie sowie einer Kammermusikreihe, doch von der Idee bis zur Umsetzung braucht es – Zeit! All das muss sich außerdem in einem ausgeglichenen Budget wiederfinden, und deshalb wünsche ich mir, dass mit zunehmendem Jubel im Konzertsaal parallel die Anzahl unserer Freunde, Förderer und Sponsoren wächst. Wir brauchen selbstverständlich auch wirtschaftlichen Rückhalt. «Kultur braucht unternehmerisches Denken – Unternehmerisches Denken braucht Kultur», um den Leitsatz der Holding einmal zu zitieren. Es sei an dieser Stelle deshalb denjenigen Unternehmen sowie den politischen Entscheidungsträgern ausdrücklich gedankt, die sich so großzügig wie verlässlich engagieren und künstlerische Tätigkeit als Fundament unserer Gesellschaft verstehen und nicht nur als Garnitur. Möge ihr Engagement Kreise ziehen.

Maria Grätzel

Wie schätzen Sie das Profil des TonkünstlerOrchesters ein? Das Profil wird zum Großteil über die Programminhalte vermittelt. Im Falle von Andrés Orozco-Estrada liegt einer der Schwerpunkte z.B. in der deutschen Romantik, bei Brahms und Mendelssohn Bartholdy. Die Identität eines Orchester definiert sich oft über den Chefdirigenten, wenngleich nicht ausschließlich. Die Historie und die eigenen Rahmenbedingungen spielen selbstredend eine Rolle. Mit Andrés Orozco-Estrada ist nicht nur ein herausragender Dirigent, sondern eine junge, charismatische Persönlichkeit an die Spitze des Orchesters gewählt worden. Er hat dem Ganzen ein entsprechend jugendliches Image verliehen, was der Wirkung nach außen gut tut. Der Generationenwechsel im Orchester hat das sicher noch verstärkt. Besondere Akzente setzen wir im Bereich der zeitgenössischen Musik, zum Beispiel durch den jährlichen Kompositionsauftrag zur Saisoneröffnung, eine herausragende Leistung, die auch auf Tonträger festgehalten wird. Und wir erfahren viel Zuspruch über spezielle Konzertformate, insbesondere durch die PluggedIn-Reihe.

Wie arbeiten Sie praktisch an den genannten Themen? Man arbeitet täglich an all diesen Fragen mit einer rotierenden Aufmerksamkeit. Als Managerin muss ich die Großwetterlage, den Musikbetrieb als Gesamtes, permanent im Blick haben: Wer tut wann was wo mit wem? Termine, Dirigenten, Solisten, Repertoire, Proben, Honorare etc., alles ist in regelmäßigen Abständen mit den Abteilungsleitern oder in bestimmten Fragestellungen mit dem Orchesterbeirat zu diskutieren. Wo sehen Sie die Tonkünstler in fünf Jahren? Wir sind alle keine Hellseher, das hängt von vielen Faktoren ab. Mein Ideal: Ein deutlicher Zugewinn an neugierigen Abonnenten, die sich gerne durch feste Termine binden und durch tolle Programme überzeugen lassen und eine neue Generation von Zuhörern. Gastkonzerte weltweit, mit Preisen prämierte CDs, und ein bis dahin immer noch gesundes Unternehmen finanziert uns eine Digital Concert Hall. Und über all das berichten die Medien so regelmäßig wie enthusiastisch. Das sind doch gute Aussichten. INTERVIEW: ALEXANDER MOORE 7


Entdeckung

Eine namens Beethoven Wenn Christian Zacharias im Frühjahr mit den Tonkünstlern auftritt, erklingt ausschließlich Beethoven – doch wenig Vertrautes. Kein untypischer Abend für den deutschen Pianisten und Dirigenten, der sich als Spezialist für die Klassik und die deutsche Romantik einen hervorragenden Ruf erworben hat.

Hätte Beethovens Symphonie Nr. 4 einen Beinamen, sie hieße wohl «Die Unbekannte». Scheinbar steht sie im Schatten der Nummern 3 und 5. Aber auch wenn ihr die berühmten Nachbarn zu schaffen machen – als «schlanke Maid», wie Schumann sie nannte, hat sich Beethovens B-Dur-Symphonie einen ganz besonderen Freundeskreis erworben. Nur wer in Ludwig van Beethoven einen schicksalsdüsteren Titanen sehen will, lässt die helle B-Dur-Symphonie gern links liegen. Feinschmecker und Tonkünstler aller Generationen erfreuen sich immer wieder an den Qualitäten des Stücks. Auch für Christian Zacharias ist die B-DurSymphonie interessant. Mit Werken wie diesem beweist der Pianist und Dirigent, dass sich auch in der vermeintlich wohlbekannten Klassik noch manches entdecken lässt. Ab 23. März widmet er sich in einer Konzertserie mit den Tonkünstlern ausschließlich Beethoven – altbacken wirkt das Programm aber gewiss nicht. Neben der heiteren Vierten (die indes auch ihre dunklen Momente hat) erklingt das Klavierkonzert Nr. 1 mit seinen feinen Pointen und dem lyrischen Tiefgang. Und zur Eröffnung gibt’s «Die Geschöpfe des Prometheus». Also die Ouvertüre? Nicht nur. Wer den weiteren Verlauf dieser Ballettmusik nicht kennt, muss sich aber nicht schämen. «Das ist bei fast allen Orchestern so: Nach der Ouvertüre ist das Werk unbekannt. Dabei ist das ganz tolle Musik», schwärmt Zacharias im Gespräch. Wer mit dem deutschen Dirigenten spricht, hat freilich zugleich den Pianisten der kommenden Beethoven-Abende vor sich. Denn Zacharias – noch so eine Besonderheit – ist gern in Doppelfunktion tätig. Das Klavier ist nicht genug Am Klavier hat seine Karriere ja auch begonnen. Schon mit 19 hatte Zacharias eine Pianistenausbildung abgeschlossen, weitere Studien folgten. In seinen Lehrjahren hantierte er

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«In der Klassik gibt es noch wahnsinnig viel zu entdecken.» Christian Zacharias

Christian Zacharias

zwar auch schon mit dem Taktstock. Der trat fektionismus zu streben. Dann wird’s auch aber in den Hintergrund, als sich Wettbe- steril.» 1992 dirigierte er dann erstmals öfwerbserfolge am Klavier einstellten. Zweiter fentlich ein Orchester, seit 2000 tut er es Platz in Genf, erster beim Pariser Ravel-Preis auch in Übersee – und frönt damit einer Ar1975: Ein neuer Stern begann am Pianisten- beit, die ihm nicht nur Gesellschaft beschert, Himmel zu leuchten. Wobei diese Metapher sondern auch Energie auf der Bühne. Das nicht so richtig zu Zacharias passt. Seinen entspricht ja auch seiner Maxime, dass Musik Namen verbindet man ja weder mit Glamour, vor allem leben muss. Und für diese Vitalität Allüren, noch spektakulären Events – sondern nimmt es Zacharias in Kauf, etwas weniger Kontrolle über das Klangermit einem seriösen Berufsethos. gebnis zu haben als bei einem Was Zacharias tut, tut er gründ- «Zacharias ist reinen Klavierabend. lich. Mögen sich Kollegen auch gern in DoppelDass er aber auch als Dirieilfertig durch die Musikgeschich- funktion tätig.» gent für Feinschliff bürgt, verte hanteln: Er wechselt erst nach einer profunden Auseinandersetzung von ei- steht sich. Seit elf Jahren ist er nun Chefdirinem Komponisten zum nächsten. Beharr- gent des Kammerorchesters von Lausanne. lichkeit, Detailarbeit, Reflexion: Solche Tu- Und diese Zeitspanne hört man. Wenn Zagenden ließen Zacharias zum Spezialisten charias’ Flügel eine nuancierte Mozartphrase für Klassik und Frühromantik reifen – und entströmt, antwortet das Orchester wie ein zur «markantesten bundesdeutschen Figur Zwilling im Geiste. Wie aufreibend diese der mittleren Pianistengeneration», wie «Die Doppelfunktion bei Klavierkonzerten ist? Für Zacharias eine Frage der «Logistik». Ein OrZeit» befand. Doch das Klavier war ihm nicht genug. chester brauche seinen Dirigenten nämlich Auch im symphonischen Bereich verspürte nicht in jedem Moment. «Aber dafür muss er ein Interpretationsbedürfnis – was sich man in der Probe zu 100 Prozent da sein.» als Solist naturgemäß schlecht ausleben lässt. Überhaupt war da eine gewisse Unzufrie- Zoom und Weitblick denheit mit einem reinen Pianistenleben. Doch nicht nur, wenn er solchermaßen alle «Man wird nicht nur einsam, sondern auch Hände voll zu tun hat, fasziniert Zacharias limitiert. Man beginnt, nur noch nach Per- im Orchesterkonzert. Auch seine Programme

haben Witz. Da spannt der feinsinnige Musiker schon einmal einen beziehungsreichen Bogen über Jahrhunderte – oder zoomt ein einziges Jahr aus der Epoche der Klassik heran. Selbstbeschränkung und Entdeckungslust: Das offenbart sich auch in den TonkünstlerKonzerten mit den drei Werken Beethovens. Alle drei wurden sie (zumindest nah) an der Wende zum 19. Jahrhundert geschrieben, alle drei gehören nicht zu den weltgrößten Klassik-Hits – und sind darum auch nicht mit Hör-Erinnerungen überfrachtet. Denn genau so etwas ist für Zacharias problematisch. Beim Dirigieren eines bereits tausendfach aufgenommenen Werks könnte einen Künstler mittlerweile das Gefühl beschleichen, gleichsam «in den Rillen anderer Interpreten zu spielen». Das sei etwa bei Beethovens Vierter anders, ganz zu schweigen von rund 30 Joseph-Haydn-Symphonien, die so gut wie nie zu hören sind. Zacharias: «In der Klassik gibt es noch wahnsinnig viel zu entdecken.» Für sich selbst hat er ja auch noch Rollen entdeckt. Etwa als Mitwirkender in MusikDokumentarfilmen. Oder neuerdings als Dirigent von Opernpremieren. Ob der 61-Jährige eines Tages gar noch als Komponist in Erscheinung treten könnte? Auf diesem Feld hätte er, meint Zacharias, eher wenig zu sagen. Immerhin: Teile einer Kadenz zu Beethovens erstem Klavierkonzert hat er sich doch selbst geschrieben. CHRISTOPH IRRGEHER Der Autor betreut als Kulturredakteur der Wiener Zeitung vornehmlich die Themengebiete Klassik und Jazz.

BEETHOVEN! Fr 23. 3., 19.30 Uhr, Musikverein Wien Sa 24. 3., 18.30 Uhr, Auditorium Grafenegg So 25. 3., 16 Uhr, Musikverein Wien Mo 26. 3., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten 9


«‹Le Sacre du Printemps› hat seit seiner Entstehung nichts an innovativer Kraft und musikalischer Intensität eingebüßt.»

SACRE Eine musikalische Vision Gemeinsam mit dem Komponisten und Medienkünstler Klaus Obermaier und dem Linzer Ars Electronica Futurelab bringen die Tonkünstler unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada Strawinskis bahnbrechendes «Le Sacre du Printemps» ins 21. Jahrhundert. Musikgesteuerte 3-D-Visualisierungen und eine Tanzperformance schaffen dabei ein völlig neues Konzerterlebnis, das dem innovativen Charakter des Stücks entspricht.

bemerkung: Zum Vergleich der beiden großen Ballettmusiken Strawinskis lädt das Abonnementkonzert «Feuerwerk» mit den Tonkünstlern unter Andrés Orozco-Estrada im Mai ein. Zurück zu «Le Sacre du Printemps»: Nach der ersten konzertanten Aufführung im August 1914 in Paris erkannte man langsam die Bedeutung des Werks für die Musikwelt. Das Stück entwickelte sich zu einem Klassiker der Moderne, das auch heute als Blaupause für zahlreiche klangliche und rhythmische InnoAls Igor Strawinskis Ballett «Le Sacre du Prin- vationen gilt. Komplizierte Taktwechsel, Umtemps» 1913 uraufgeführt wurde, waren so- akzentuierungen und ungewöhnliche Spielwohl Musik als auch Performance derart re- techniken bahnten den Weg für einen tiefgreivolutionär, dass Tumulte ausbrachen. Die fenden Paradigmenwechsel in der Musik. Während der musikalischen Dimension Dissonanzen, Asymmetrien und scheinbar «primitiven» Rhythmen, mit denen Strawinski von «Le Sacre du Printemps» längst die entdas Thema des Fruchtbarkeitstanzes und sprechende Wertschätzung zuteil wurde, konnte die bahnbrechende menschlichen Opfers musiWirkung der Gesamtperforkalisch zum Ausdruck mance in späteren Aufführunbrachte, überraschten und «Das Stück provoschockierten ebenso wie die zierte einen Skandal, gen nur schwer repliziert werden. Das Ziel, genau solch ungewöhnliche Choreogra- der weltweit in der eine innovative Inszenierung phie von Vaslav Nijinsky. Presse kolportiert zu kreieren, war Motivation Kurz, das Stück provozierte wurde.» der Zusammenarbeit von Ars einen Skandal, der weltweit in der Presse kolportiert wurde. Vom Kompo- Electronica Futurelab und Klaus Obermaier. Mithilfe eines virtuellen, dreidimensionanisten des allgemein beliebten und von Kritikern durchwegs geschätzten Balletts «Der Feu- len Raums wurde die Performance dabei um ervogel» hatte man sich keine derart eine zusätzliche Dimension erweitert. Im kontroverse Konzerterfahrung erwartet. Rand- Rahmen ihrer Live-Performance taucht eine 10

Tänzerin in die Virtualität ein, wobei die Musik direkten Einfluss auf das Zusammenspiel der realen Tänzerin (Julia Mach) und ihrer virtuellen Avatare nimmt. Somit schafft der an musikalische Impulse gekoppelte, virtuelle Raum in Kombination mit den Ausdrucksmitteln des Tanzes eine neue Erzählstruktur. Die Tänzerin verschmilzt in dieser virtuellen Umgebung mit Musik und Raum und stellt auf diese Weise ein «zeitgemäßes Opfer für das ungewisse Neue» dar, wie Obermaier es beschreibt. Für das Publikum bedeutet diese Inszenierung eine neuartige Konzerterfahrung, deren fulminantes Zusammenspiel von realen, virtuellen und musikalischen Räumen den Weg für zukünftige Performances bahnt. Dabei verdeutlicht die kongeniale Zusammenarbeit der Tonkünstler mit Klaus Obermaier und dem Ars Electronica Futurelab einmal mehr, dass «Le Sacre du Printemps» in den fast einhundert Jahren seit der Entstehung des Werks nichts an dessen innovativer Kraft und musikalischer Intensität eingebüßt hat. ROLAND REITER Der Autor arbeitet als Content Manager des Ars Electronica Futurelab in Linz.

LE SACRE DU PRINTEMPS Do 15. 3., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten


Sa 18.

2. 19.30 Uhr Musikverein Wien | Großer Saal

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

2. 16 Uhr EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

18.45 Uhr

15.15 Uhr

2. 19.30 Uhr

So 19. Mo 20. 18.30 Uhr

Do D o 23. 23. 2. 2. 21.03 21.03 Uhr Uhr Musikverein Wien | Großer Saal

Sopran |

LYRISCHER ZAUBER

EINFÜHRUNG: Alexander Moore

F FEBRUAR EBRUAR – A APRIL PRIL 2 2012 012 Dirigent

Dirigent

Konzeption |

Dirigent

Dirigent

Tontechnik |

8 Uhr 118 Di 2--113 attiion 112 entta ässe Aboprrä um rru omattiic Fo m Novvo iim miitt

27. 3.

Tanz |

RADIOSENDUNG RADIOSENDUNG ««TONKÜNSTLER» TONKÜNSTLER» F Friederike riederike R Raderer aderer M Moderation oderation E Eine ine V Vorschau orschau a auf uf d die ie nächsten nächsten Musikveranstaltungen Musikveranstaltungen in in Niederösterreich Niederösterreich und und Wien Wien mit mit dem dem Tonkünstler-Orchester Tonkünstler-Orchester und und weiteren weiteren Ensembles. Ensembles.

Gesang |

BEST OF HOLLYWOOD II

CHILL-OUT im Ost Klub

BEST OF HOLLYWOOD II

2. 20 Uhr

ab ca. 21.30 Uhr Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

BEETHOVEN!

Klavier, Dirigent

EINFÜHRUNG: Walter Weidringer

Konzeption, Künstlerische Leitung, Choreographie | Interaktives Design und Technische Entwicklung | Lichtdesign | Dirigent

LE SACRE DU PRINTEMPS

EINFÜHRUNG: Alexander Moore

Klavier |

Schauspielerin |

2. 10.30 Uhr

Sa 25.

Mo 27.

Musikverein Wien | Großer Saal

RUSSISCHE IMPRESSIONEN

Musikverein Wien | Großer Saal

Johann Pölz-Halle Amstetten

Do 1. 3. 19.30 Uhr 3. 19.30 Uhr

EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

Fr 2.

3. 16 Uhr

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG in der Reitschule

Auditorium Grafenegg

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Salon 1-2

Casino Baden | Festsaal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

So 4. 15.15 Uhr

18.30 Uhr

18.45 Uhr

3. 18.30 Uhr

3. 19.30 Uhr

18.30 Uhr

3. 19.30 Uhr

18.30 Uhr

3. 19.30 Uhr

18.45 Uhr

5. 3. 19.30 Uhr

Mo Mi 7.

Do 15.

Fr 23. Sa 24.

17.30 Uhr


|

6. 20.15 Uhr

6. 11 – 17 Uhr

Fr 22. So 24.

Mo 25.

17.30 Uhr 19 Uhr

7. 20 Uhr

17.30 Uhr 19 Uhr

7. 20 Uhr

17.30 Uhr 19 Uhr

7. 20 Uhr

17.30 Uhr 19 Uhr

6. 20 Uhr

6. 9 Uhr, 10.30 Uhr, 12 Uhr und 15 Uhr Sa 30.

Sa 7.

Sa 14.

Sa 21.

PREISE

Grafenegg | Auditorium, Wolkenturm, Reitschule, Schloss und Park Kein Vorverkauf Grafenegg | Reitschule

Grafenegg | Wolkenturm PRÉLUDE in der Reitschule EINFÜHRUNG in der Reitschule

Mezzosopran | Dirigent |

FAMILIENTAG AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!

Tenor | Moderation

Klavier |

Dirigent

«DUETT»-Karteninhaber «DUETT»-Karteninhaber erhalten 10 % Ermäßigung auf zwei Karten bei Eigenveranstaltungen in Grafenegg, Wien sowie im Festspielhaus St. Pölten.

Dirigent

| Schauspiel, Konzeption

Violoncello |

TSCHAIKOWSKI!

UNA NOTTE ITALIANA

EINFÜHRUNG: Mirjam Jessa Grafenegg | Wolkenturm

EINFÜHRUNG: Christoph Wagner-Trenkwitz

Pauke |

Tenor |

PRÉLUDE im Schlosshof EINFÜHRUNG in der Reitschule

EINE ALPENSINFONIE

EINFÜHRUNG: Hans Georg Nicklaus

Klavier |

HUNGARIA

EINFÜHRUNG: Ursula Magnes

DUET T

Dirigent

Grafenegg | Wolkenturm PRÉLUDE im Schlosshof EINFÜHRUNG in der Reitschule

Grafenegg | Wolkenturm PRÉLUDE in der Reitschule EINFÜHRUNG in der Reitschule

Musikverein M usikverein W Wien ien vvon on € 118 8b bis is 4 46 6 Festspielhaus St. Pölten bis 42 Festspielhaus S t. P ölten vvon on € 110 0b is 4 2 Auditorium Grafenegg Konzerte «Schlossklänge» bis is 39 39 A uditorium G rafenegg K onzerte « Schlossklänge» vvon on € 110 0b Sommernachtsgala bis S ommernachtsgala vvon on € 110 0b is 1119 19 ((Restkarten) Restkarten) Familientag und Konzerte Kinder 6,50 (Kinder) F amilientag u nd K onzerte ffür ür K inder € 1111 ((Erwachsene), Erwachsene), € 6 ,50 (Kinder) Musik-Sommer 30. 6.. b bis 21. 7.. vvon bis 60 M usik-Sommer 3 0. 6 is 2 1. 7 on € 7 b is 6 0

Violine |

dern unter T:: ((01) 586 83 83. 3. d ern u nter T 01) 5 86 8 38

Programmbroschüre. AnzuforP rogrammbroschüre. A nzufor-

der umfangreichen ssowie owie iin nd er u mfangreichen

unter u nter w ww ww w w.grafenegg.com

Musik-Festivals Sie Online nline M usik-Festivals ffinden inden S ie O

und das Gesamtprogramm des

Die Programme der Préludes

Dirigent

Schauspiel, Konzeption |

T T:: ((01) 0 1 ) 586 5 8 6 83 8 3 83 8 3 | ttickets@tonkuenstler.at i c ke t s @ t o n k u e n st le r. a t | w www.tonkuenstler.at w w. t o n k u e n st le rr.. a t | w www.grafenegg.com w w. g ra fe n e g g . co m


5. 19.30 Uhr

18.30 Uhr

Sa 5. 5. 19.30 Uhr 5. 19.30 Uhr Mi 9.

Fr 11.

Stadttheater Wiener Neustadt Casino Baden | Festsaal EINFÜHRUNG im Salon 1-2

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal EINFÜHRUNG im Großen Saal

Auditorium Grafenegg

18.30 Uhr

5. 18.30 EINFÜHRUNG in der Reitschule Musikverein Wien | Großer Saal

17.30 Uhr

5. 16 Uhr

Sa 19. So 20. Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

5. 19.30 Uhr

15.15 Uhr

Mo 21. Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

5. 19.30 Uhr

18.30 Uhr

Di 22. EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

18.45 Uhr

6. 19.30 Uhr

Do Do 31. 31. 5. 5. 21.03 21.03 Uhr Uhr Fr 1.

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal EINFÜHRUNG im Großen Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

6. 19.30 Uhr 18.30 Uhr

Grafenegg | Wolkenturm

Musikverein Wien | Großer Saal

6. 20.15 Uhr

6. 19.30 Uhr

18.30 Uhr

Sa 2.

So 10.

Do 21.

Kontrabass |

SYMPHONISCH VIRTUOS

EINFÜHRUNG: Thomas Jorda

Dirigentin

Dirigent

Klarinette, Bassklarinette | Dirigent

MOZART IM MORGENLAND | Oud, Gitarre |

EINFÜHRUNG: Gottfried Franz Kasparek

Violine |

FEUERWERK

EINFÜHRUNG: Alexander Moore

RADIOSENDUNG RADIOSENDUNG ««TONKÜNSTLER» TONKÜNSTLER» B Barbara arbara R Rett ett Moderation M o d e ra t i o n

Konzept und Regie

Dirigent

MAI M AI – JJULI ULI 2 2012 012

Percussion, Rahmentrommel |

E Eine ine V Vorschau orschau a auf uf d die ie nächsten nächsten Musikveranstaltungen Musikveranstaltungen in in Niederösterreich Niederösterreich und und Wien Wien mit mit dem dem Tonkünstler-Orchester Tonkünstler-Orchester und und weiteren weiteren Ensembles. Ensembles.

NOSTALGIA

EINFÜHRUNG: Sandra Windfuhr

Violine |

WIENER FESTWOCHEN

M MUSIK-SOMMER USIK-SOMMER SOMMERNACHTSGALA


3. 16 Uhr EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG in der Box

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

15.15 Uhr

3. 19.30 Uhr

So 25. Mo 26. 18.30 Uhr

Do Do 29. 29. 3. 3. 21.03 21.03 Uhr Uhr Musikverein Wien | Großer Saal CHILL-OUT im Ost Klub

3. 20 Uhr

ab ca. 21.30 Uhr Auditorium Grafenegg

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG in der Reitschule

4. 19.30 Uhr

17.30 Uhr

4. 18.30 Uhr

Fr 30.

So 8.

Sa 14. Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

4. 16 Uhr EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

18.45 Uhr

15.15 Uhr

4. 19.30 Uhr

So 15. Mo 16. 18.30 Uhr

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal Auditorium Grafenegg

Musikverein Wien | Großer Saal

Do Do 26. 26. 4. 4. 21.03 21.03 Uhr Uhr

4. 19.30 Uhr

Do 19. 4. 10.30 Uhr 4. 10.30 Uhr

Mo 23.

Fr 27.

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

4. 16 Uhr

EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

18.45 Uhr

15.15 Uhr

4. 19.30 Uhr

So 29. Mo 30.

18.30 Uhr

EINFÜHRUNG: Friederike Raderer

Dirigent

Dirigent

Choreinstudierung | Bariton |

Gesscchä

gent riig

und

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diir Cheffd ada, ozco-Esttrr Andrés Or ffttssfführreerriin

Konzeption, Schauspielerin

Sopran |

Dirigent

RADIOSENDUNG RADIOSENDUNG ««TONKÜNSTLER» TONKÜNSTLER» H Hans ans G Georg eorg N Nicklaus icklaus M Moderation oderation E Eine ine V Vorschau orschau a auf uf d die ie nächsten nächsten Musikveranstaltungen Musikveranstaltungen in in Niederösterreich Niederösterreich und und Wien Wien mit mit dem dem Tonkünstler-Orchester Tonkünstler-O und weiteren Ensembles. embles.

Mundharmonika |

Tenor |

HARMÔNICA BRASILEIRA OSTERKONZERT | Sopran |

EINFÜHRUNG: Ursula Magnes

Violine |

AUFFORDERUNG ZUM TANZ

EINFÜHRUNG: Hans Georg Nicklaus

Konzeption, Schauspieler |

EIN FALL FÜR KOMMISSARIN FLUNKE

RADIOSENDUNG RADIOSENDUNG ««TONKÜNSTLER» TONKÜNSTLER» Alexander Alexander Moore Moore M Moderation oderation

Dirigent

E Eine ine V Vorschau orschau a auf uf d die ie nächsten nächsten Musikveranstaltungen Musikveranstaltungen in in Niederösterreich Niederösterreich und und Wien Wien mit mit dem dem Tonkünstler-Orchester Tonkünstler-Orchester und und weiteren weiteren Ensembles. Ensembles.

Violoncello |

KLANGWELTEN

EINFÜHRUNG: Johannes Leopold Mayer

T T:: ((01) 0 1 ) 586 5 8 6 83 8 3 83 8 3 | ttickets@tonkuenstler.at i c ke t s @ t o n k u e n st le r. a t | w www.tonkuenstler.at w w. t o n k u e n st le r. a t | w www.grafenegg.com w w. g ra fe n e g g . co m


Mario Venzago

Baiba Skride

ZumTanz! Die junge lettische Geigerin Baiba Skride und die Tonkünstler unter Mario Venzago fordern zum Tanz auf: Im April geben sie Kompositionen von Schumann, Weber und Ravel zum Besten, die es den Zuhörern nicht leicht machen werden, in den Sesseln des Saals sitzen zu bleiben.

Dass die Konzertbesucher tatsächlich in den sches Stück. «Es ist ein untypisches Werk Gängen des Wiener Musikvereins und des für Geige ... aber es ist wunderbar und hat Festspielhauses St. Pölten tanzen werden, eine große Tiefe. Gerade die Gegensätze und ist leider doch zu bezweifeln. Manche an die- die technischen Herausforderungen, die die sem Abend werden es sich aber wünschen Virtuosität hintan stellen, machen es spanund zumindest vorsichtig mitwippen, denn nend.» Tänzerisch ist vor allem der dritte Satz mit seinem polonaisehaften Baiba Skride hat sich Charakter. «Die Geister scheiden das Ziel gesetzt, «den sich, ob das Tanz ist. Ich habe Tanzwunsch in den Zu- «Ich will den Tanznachgelesen, dass das Tempo dahörern zu erwecken.» wunsch in den Zufür eigentlich zu langsam ist. Und wer die lettische hörern wecken.» Geigerin schon erlebt Baiba Skride Aber die Musik ist sehr mitreißend – und dann ist es weniger hat, weiß, dass sie die Gabe besitzt, so natürlich durch ihr Instru- wichtig, welche Art von Tanz es sein könnte.» Über die Geigerin, die 2001 berühmt ment zu sprechen, dass die Gefühle der wurde, als sie den Concours Reine Elisabeth Hörer sofort ergriffen werden. Skride wird mit dem Tonkünstler-Orchester gewann, heißt es, sie «erinnert an die goldeNiederösterreich an diesem Abend Schu- nen Zeiten von Heifetz, Kreisler und Milmanns Violinkonzert in d-moll spielen, das stein», auch von «sensibler Brillanz und geauf die titelgebende «Aufforderung zum Tanz» stalterischer Souveränität», «selten erreichten von Carl Maria von Weber folgt. Das Violin- Sphären» und «größter Feinfühligkeit» ist konzert ist das am wenigsten tänzerische die Rede. Sie spiele «glasklar, ehrlich, ganz Werk des Abends, dem noch Maurice Ravels unangestrengt, ja sie singt auf ihrer Geige poème choreographique «La Valse» und seine und hat ihren eigenen Ton gefunden ...» Skride entstammt einer Musikerfamilie «Daphnis et Chloé»-Suite Nr. 2 folgen. Doch Baiba Skride hält es sowohl für ein und hat sich «nie die Frage gestellt, was ich bemerkenswertes, als auch für ein tänzeri- werden könnte, da ich von meinem dritten

Lebensjahr an Musikerin war», wie sie sagt. Sie tritt mit so hochkarätigen Klangkörpern wie den Münchner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Cleveland Orchestra, dem RSO Wien, den Essener Philharmonikern und vielen mehr auf. Die Tonkünstler, «deren Hingabe und Musikalität» Baiba Skride sehr schätzt, werden im Abonnementkonzert von Mario Venzago geleitet, der bei Hans Swarowsky studierte und bereits die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, das London Philharmonic Orchestra und viele andere als Gast leitete. Aktuell ist er als Principal Conductor beim Northern Sinfonia in Newcastle und als Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters tätig. THERESA STEININGER Die Autorin ist Redakteurin des Kulturmagazins k2 und freie Kulturjournalistin für u.a. ServusTV, Die Furche und Die Presse.

AUFFORDERUNG ZUM TANZ Sa 14. 4., 19.30 Uhr, Musikverein Wien So 15. 4., 16 Uhr, Musikverein Wien Mo 16. 4., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten 11


Kino für die Filmmusik von Nino Rota bis John Williams: Mit Wolfgang Hattinger und Musical-Star Maya Hakvoort sind die Tonkünstler im Februar einmal nicht mit Klassik-Repertoire zu erleben, sondern wieder einmal mit Filmmusik. Zu hören ist die Fortsetzung des legendären «Plugged-In»-Publikumshits «Best of Hollywood», diesmal folgt buchstäblich «Teil II». Außerdem in der «Plugged-In»-Reihe: Der unter die Haut gehende Wehmutston der Mundharmonika mit Gianluca Littera «Harmônica Brasileira» im Musikverein am 30. März. Die Tonkünstler unter Andrés Orozco-Estrada spielen Werke von Astor Piazzolla, Heitor VillaLobos und James Moody. Beide Konzerte gibt es übrigens mit Nachschlag: Jeweils nachher laden die Tonkünstler zum musikalischen Chill-Out im Ost Klub.

Was wäre «Mission: Impossible» ohne die fetzigen Rhythmen, zu denen Tom Cruise das Böse bekämpft? Oder «Herr der Ringe» ohne den mitreißenden, mit einem Golden Globe und zwei Oscars gekrönten Soundtrack? Oder «Goldfinger» ohne die Titelmelodie, die, von Shirley Bassey gesungen, zum Welthit wurde? Dass gute Filmmusik nur im Film wirkt, ist ein Irrtum. Das Live-Konzert ist ein anderes Medium, das die Melodien für die Leinwand ebenso transportiert. Und es funktioniert. Als Wolfgang Hattinger vor zwei Jahren erstmals in «Best of Hollywood» Klangpreziosen aus Klassikern der Traumfabrik in den großen Saal des Wiener Musikvereins holte, war klar: Fortsetzung folgt ... 12

OHREN Die modernen Filmmythen sind selbst zum gleitmusik, findet der Komponist: «Ein guter Mythos gewordene Evergreens der Popkultur. Kuss benötigt keine Melodie.» Große Melodien, kraftvolle Klänge, überraUnd wie aufregend Filmmusik im Konzertsaal in Szene gesetzt werden kann, beweist «Best schende Wendungen kennzeichnen auch John of Hollywood II» mit den Tonkünstlern und Williams’ Arbeiten für Filme wie «Star Wars» oder «Jurassic Park». «Doch im Film ist die Wolfgang Hattinger am Pult. Bei der «Plugged-In»-Reihe erklingt Film- Musik vor allem ein künstlerisches Element, musik von Howard Shore, dem Meister der das die Wirkung der Bilder verstärkt, sich Gänsehaut, bis John Williams, der die Musik dafür aber auch unterordnen muss.» 1993 komponierte John Williams die Musik für rund ein Dutzend Hollywood-Blockbuster geschrieben hat und dafür bisher mit fünf zum Film «Schindlers Liste». Er traute sich Oscars ausgezeichnet wurde. Mit dabei ist zunächst nicht, die Filmmusik zu schreiben Musical-Star Maya Hakvoort. «Musik ist ein und sagte zu Steven Spielberg: «Du brauchst Vehikel für Traurigkeit, aber auch der Freude», einen besseren Komponisten für diesen Film so das Credo der Sängerin, «und wenn es ge- als ich es bin.» Spielberg antwortete: «Ich weiß, lingt, beide Extreme zusammenzubringen, aber die sind alle tot.» Williams wagte sich an die Arbeit, aus seiner Filmmmusik zu «Schindentsteht Magie.» Das Komponieren ist «eine komische Sache» lers Liste» ist im Plugged-In diesmal «Rememberances» zu hören. für den deutschstämmigen Spiel mir das Lied vom Filmkomponisten Hans ZimFilm: Bei «Best of Hollywood mer in Hollywood. «Das ist ei- «Wenn es gelingt, II» erklingt unter anderem gentlich mehr ein Entdecken. beide Extreme zuMusik aus «Goldfinger», Ich weiß, während ich am Kla- sammenzubringen, «Der mit dem Wolf tanzt», vier sitze, dass etwa 10.000 entsteht Magie.» «Harry Potter», Nino Rotas Leute im Moment wahrscheinMaya Hakvoort «Speak softly love» aus Franlich dieselbe Reihenfolge an cis Ford Coppolas Klassiker «Der Pate» und Tönen spielen und nicht erkennen, dass das «Into the West», der berühmte Titelsong aus eine Melodie ist. Das ist eben die Magie der «Herr der Ringe», für den Annie Lennox mit Musik. Auf einmal bedeutet das irgendetwas.» Ennio Morricone, der für mehr als 400 einem Oscar ausgezeichnet wurde. Auch die Filme Soundtracks maßgeschneidert hat, hört «Forrest Gump Suite» von Alan Silvestri steht fast immer Melodien, wenn er Bilder sieht: auf dem Programm. Die Bilder sind im Kopf, «Wenn mir ein Regisseur einen Rohschnitt der Soundtrack im Ohr. Nur das im Kino vorführt, kann ich die Musik direkt nach dem übliche Popcorn muss man sich diesmal Abspann zu Papier bringen.» Doch manche verkneifen – angesichts der musikalischen Filmmomente funktionieren auch ohne Be- Genüsse dürfte das ein Leichtes werden.


Wolfgang Hattinger Maya Hakvoort

Die Mundharmonika wurde lange Zeit als das Instrument des armen Mannes gering geschätzt. Sie war mitunter bei Straßenmusikern und auf traditionellen Hochzeiten, in der Volksmusik und im Blues, aber kaum in Konzertsälen zu hören, trotz ihrer wehmütig-melancholischen Klangfarbe und der geheimnisvoll-nostalgischen Ausstrahlung. Erfunden wurde die Mundharmonika Anfang des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum; von wem genau, weiß man nicht. Ihre Funktionsweise ist in der Regel einfach. Man bläst in ein Loch und erhält einen Ton. Holt man an demselben Loch Luft, erklingt der Ton einen Ton höher. Als einer der ganz wenigen klassischen Komponisten schrieb der Brasilianer Heitor Villa-Lobos (1887 – 1959) für das manchmal abschätzig «Fotzhobel» genannte Instrument ein ganzes Solokonzert, das es verdient, entdeckt zu werden. Denn er lieferte mit weit gespannten Kantilenen den eindrucksvollen Beweis, dass die Mundharmonika zu mehr als bloßer Lagerfeuerromantik taugt. Grund genug, sich mit «Harmônica Brasileira» im Musikverein am 30. März auf Spurensuche zu begeben: Der Mundharmonika-Virtuose Gianluca Littera widmet sich fast ausschließlich Originalkompositionen für sein Instrument. Der charismatische Italiener und die Tonkünstler unter ihrem Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada präsentieren ein durch und durch lateinamerikanisches Programm mit fetzigen Rhythmen, melancholischen Melodien und mitreißender Lebensfreude. Zu hören sind Werke von Astor

Gianluca Littera

Ein scharfer

SOUND Piazzolla, Heitor Villa-Lobos, Arturo Marquez, Terig Tucci, dem mexikanischen Jazzpianisten Hector Infanzon, und – als europäischen Exoten – dem Iren James Moody (1907 – 1995), der viele Stücke für Mundharmonika, darunter drei mit Streichorchester und acht «Angesiedelt mit Symphonieor- zwischen einem chester geschrie- Lächeln und ben hat. einem Tränchen.» Wie Treibgut in einem gemächlich dahinströmenden Fluss treiben die Soundpartikel vorbei: ein Seufzer der Mundharmonika, irgendwo zwischen einem Lächeln und einem Tränchen angesiedelt, eine melancholische Phrase von der gedämpften Trompete, ein paar Tupfer der Holzbläser – Musik, wie aus der Zeit herausgefallen. Sie schöpft aus vielen Epochen, ohne sich jemals fest niederzulassen. Nicht Folk, nicht Jazz, nicht Klassik, aber von allem naschend. Diesmal im Chill-Out nach dem Konzert: Gianluca Littera und Hector Infanzon live! WERNER ROSENBERGER Der Autor ist Kulturredakteur der Tageszeitung KURIER mit den Themen-Schwerpunkten Musik, Architektur und Kabarett.

BEST OF HOLLYWOOD II Sa 25. 2., 20 Uhr, Musikverein Wien HARMÔNICA BRASILEIRA Fr 30. 3., 20 Uhr, Musikverein Wien 13


Meister der Zurückhaltung Ostern mit Christopher Hogwood Zwei große Werke «in Moll» dirigiert Christopher Hogwood beim Osterkonzert des TonkünstlerOrchesters am Ostersonntag in Grafenegg: Die Symphonie «La Passione» von Joseph Haydn und die c-moll-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart. Hogwood, einer der Väter der Originalklangszene, ist ein Dirigent, der sich gegen Überinterpretation wehrt und versucht, sich so weit es geht, zurückzunehmen. «Er vertraut auf die Inspiration, die sich im musikalischen Dialog unter Gleichgesinnten ganz zwanglos entfaltet, und er kann auf sein profundes Wissen bauen», schrieb Joachim Reiber einmal. Christopher Hogwood hat in einem Interview gemeint, er sei ein zurückhaltender Dirigent: «I am quite a reluctant conductor!»

Die Symphonie Nr. 49 in f-moll, «La Passione», von Joseph Haydn entstand 1768. In dieser Sturm-und-Drang-Phase entstanden sechs der insgesamt nur zehn Symphonien Haydns in einer Moll-Tonart. Der Beiname geht nicht auf Haydn selbst zurück, sondern wurde wahrscheinlich erst 1790 bei einer Aufführung in Schwerin verwendet. Für den Haydn-Spezialisten Anton Gabmayer ist diese Symphonie «eine in Musik gesetzte Frage an das Leben». Die Satzfolge (langsam-schnelllangsam-schnell) erinnert an die spätbarocken Kirchensonaten und trägt sicher auch dazu bei, dieses Werk in die Nähe geistlicher Musik zu rücken. Für die Tonkünstler ein weiteres wichtiges Kapitel «in Sachen Haydn» – nach den erfolgreichen Konzerten in der Saison 06-07, die im Haydn-Jahr 2009 auch auf Doppel-CD erschienen sind. Mit der «Großen Messe» in c-moll KV 427 von Wolfgang Amadeus Mozart steht eines der beliebtesten Werke der kirchenmusikalischen Literatur auf dem Programm. Entstanden 1782, ist diese Messe – ebenso wie das Requiem KV 626 – Fragment geblieben. Warum? Darüber streitet die Musikwissenschaft bis heute. Unbestritten hingegen ist, dass die c-moll-Messe von Mozart eine der bedeutend14

sten Vertonungen des katholischen Mess-Ordinariums ist (obwohl große Teile des Credos und das Agnus Dei fehlen). Mozart beschäftigte sich zur Zeit der Komposition viel mit barocker Kontrapunktik. Wer genau zuhört, wird auch ein wörtliches Zitat des berühmten Halleluja-Chors aus Händels «Messias» im Gloria erkennen. Der wahrscheinlich bekannteste Teil dieser Messe ist die Sopran-Arie «Et incarnatus est», die Mozart für seine Frau Constanze geschrieben hat. Mit den Tonkünstlern unter Christopher Hogwood bringen der Tölzer Knabenchor sowie Camilla Tilling (Sopran), Iano Tamar (Sopran), Daniel Behle (Tenor) und Mathias Hausmann (Bariton) die «große Messe» in c-moll in Grafenegg zur Aufführung. Christopher Hogwood ist einer der bekanntesten und profiliertesten Dirigenten seiner Generation und Vorreiter der englischen Originalklang-Bewegung. Geboren 1941 in Nottingham, studierte er Musikwissenschaft und Altphilologie und begann seine Ausbildung zum Cembalisten. Hogwood war Mitglied der Academy of Saint Martin-in-theFields (sowohl als Cembalist, als auch als musikwissenschaftlicher Berater), gründete The Early Music Consort of London und die

Academy of Ancient Music, deren Leiter er bis 2006 war. Seitdem darf er sich «Director emeritus» nennen. Hogwood ist sowohl als Autor in Erscheinung getreten – am bekanntesten ist sicher seine Monographie über Georg Friedrich Händel – als auch als Herausgeber musikalischer Werke. Er unterrichtet an verschiedenen Universitäten und ist Mitglied zahlreicher Gesellschaften und wissenschaftlicher Gremien. Christopher Hogwood ist seit 1989 Commander of the British Empire und Ehrendoktor mehrerer Universitäten in Europa und Nordamerika. Seine Diskographie enthält mehrere hundert Aufnahmen, der Schwerpunkt liegt dabei auf der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Eine seiner diskographischen Großtaten war


«Mozart erscheint mir als ein wunderbar intuitiver Komponist. Haydn als einer, der eine Spur mehr durch seinen Intellekt fasziniert.» Christopher Hogwood

die Einspielung sämtlicher Mozart-Symphonien auf Originalinstrumenten mit der Academy of Ancient Music (1978 – 82). Eine Fortsetzung mit den Symphonien von Joseph Haydn wurde begonnen, musste allerdings wegen Geldmangels der Plattenfirma vorzeitig eingestellt werden und blieb daher bedauerlicherweise unvollständig. In den letzten Jahren hat sich Christopher Hogwood verstärkt mit dem tschechischen Komponisten Bohuslav Martinu˚ beschäftigt und bereits eine Vielzahl an Einspielungen vorgelegt. Mit dem Tonkünstler-Orchester gibt er im Rahmen des Osterkonzerts in Grafenegg sein Debüt. Auf die Frage, welchen der beiden Komponisten – Mozart oder Haydn – er persönlich

bevorzuge, antwortete Hogwood, der einmal «Karajan der Alten Musik» genannt wurde: «Ich sage: Haydn. Mozart erscheint mir als ein wunderbar intuitiver Komponist. Haydn als einer, der eine Spur mehr durch seinen Intellekt fasziniert. Haydn arbeitet wie ein Fernsehkoch. Man kann die Zutaten sehen, man kann beobachten, wie sie zubereitet werden, und mit offenen Augen darüber staunen, wie herrlich da gekocht wird.» CHRISTOPH WELLNER Der Autor ist Musikwissenschaftler und Programmdirektor des Wiener Klassiksenders Radio Stephansdom.

OSTERKONZERT So 8. 4., 18.30 Uhr, Auditorium Grafenegg

OSTERN IN GRAFENEGG Nach dem Konzert laden wir zu einem Osterfeuer Schlosstaverne 11 bis 22 Uhr Ostermenü, Reservierungen unter T: (02735) 26160 Vinothegg 11 bis 20.30 Uhr Weine und Osterspezialitäten 14 bis 20 Uhr Kommentierte Weinverkostungen, Wein-Gewinnspiel Weitere Informationen unter www.grafenegg.com 15


Die Weitergabe des Feuers Mit dem Abonnementkonzert «Feuerwerk» übergeben die Tonkünstler am Ende der Saison 11–12 die musikalische Fackel nach Grafenegg. In Empfang genommen wird die Flamme einerseits von den Tonkünstlern selbst und wohl auch von den mittlerweile fast 40.000 Zuhörerinnen und Zuhörern, die alljährlich die Sommerresidenz des Orchesters besuchen. Andrés Orozco-Estrada und Stargeiger Daniel Hope haben sich für ihr «Feuerwerk» ein besonders zündendes Programm ausgedacht.

Das Sprichwort «Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers» wird einigen prominenten Denkern der Geschichte zugeschrieben, darunter auch Gustav Mahler. Wem auch immer das Bonmot eingefallen ist, eines steht fest: Feuer hat über die Zeitläufte hinweg als Inspirationsquelle für die Kunst gedient. Und so bietet das letzte Abonnementkonzert der ausgehenden Saison 11-12 drei Werke, die jedes auf seine Weise das feurige Element in sich tragen. Da ist zum Beispiel Joseph Haydns «Feuersymphonie» Hob.I:59 A-Dur, die zwischen 1766 und 1768 entstand. Wie so oft bei Haydn stammt der Titel nicht vom Komponisten selbst, sondern wurde nachträglich hinzugefügt – jedoch nicht ohne guten Grund. Man nimmt an, dass Haydn seine Symphonie als Zwischenaktmusik für das Theaterstück «Die Feuersbrunst» von Gustav Friedrich Großmann verwendete, das auf Schloss Esterhazy aufgeführt wurde. Weitere Spekulationen um die Entstehung des Namens kursieren – keine davon erklärt letztlich schlüssig, wie das Feuer in den Titel der Symphonie kam. Aber spielt das angesichts von Haydns musikalischer Feurigkeit wirklich eine Rolle? Kaum, denn nur wenige Komponisten vermögen so vorzüglich mit Charme und Intellekt zu über16

Funkenflug zeugen, den Funken auf ihr Publikum überspringen zu lassen, wie Joseph Haydn. Und so bildet die «Feuersymphonie» die ideale Eröffnung für den Konzertabend mit den Tonkünstlern unter ihrem Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada.

Andrés Orozco-Estrada

Am anderen Ende des Programms findet sich ein weiterer musikalischer Höhenflug – kometenhaft, wenn man so will. Strawinskis «Feuervogel» war der erste große Erfolg, den der damals 28-jährige Komponist in seiner Pariser Zeit feierte. «L’oiseau de feu», so der


Daniel Hope

Originaltitel, begründete den Ruhm des jungen Komponisten. Die meisterhafte Komposition machte mit ihren neuen Rhythmen und schillernden Klangfarben den erst kürzlich nach Frankreich übersiedelten Strawinski über Nacht zum Star. Die Entstehungsgeschichte des Stücks selbst gleicht einem Märchen: Eigentlich wollte Sergej Diagilew die Musik für ein neues Stück seiner Balletttruppe Ballets Russes von seinem früheren Musiklehrer Anatol Liadow schreiben lassen. Doch der musste aus zeitlichen Gründen absagen, zumindest interpretierte man sein Zögern solcherart. Diagilew beauftragte daraufhin den jungen Strawinski, der bereits früher für ihn komponiert hatte. Der junge Komponist ergriff die Chance sofort; eine Gelegenheit, in Paris bekannt zu werden, ergab sich schließlich nicht alle Tage. Im Dezember 1909 begann Strawinski mit der Arbeit, im März 1910 war er mit dem Konzept fertig,

kurz darauf vollendete er eine Erstfassung für Klavier. Diagilew organisierte eine private Aufführung, zu der er den Musikkritiker Robert Brussel einlud. Der notierte nach dem Abend: «Am Ende der ersten Szene war ich überwältigt. Am Ende der letzten von Bewunderung hingerissen. Das Manuskript auf dem Musikpult, über und über mit feinem Bleistift beschrieben, enthüllte ein Meisterwerk.» Seit dem Sensationserfolg vor mehr als 100 Jahren gehört «Der Feuervogel» zum Standardrepertoire. Ein Stück, das sich nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Dirigenten und eingespielten Orchestern größter Beliebtheit erfreut, ist freilich wie geschaffen für die Tonkünstler und ihren Chefdirigenten, der die farbigen Gefilde der Partitur ausloten wird. «Der Feuervogel» ist ein großes Stück Orchesterkultur und lebendige Musiktradition – und die, so sagte schon eingangs Gustav Mahler, ist die Weitergabe des Feuers.

Fehlt also noch die dritte Feuersäule des Abends: Sie kommt in der Person des Violinvirtuosen Daniel Hope nach Wien, St. Pölten und Grafenegg. Nicht nur wegen seiner stupenden technischen wie musikalischen Fähigkeiten passt der in Südafrika geborene Stargeiger ausgezeichnet zum «feurigen» Programm – man kann sich auch den Hinweis auf die feuerrote Haarmähne nicht verkneifen, die das Haupt von Daniel Hope umkränzt, ein Feuerkopf sozusagen. Abgesehen von Äußerlichkeiten hat es auch Hopes musikalischer Beitrag zur Fackelübergabe der Tonkünstler in sich: Mit dem Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch präsentiert sich der charismatische Virtuose als Interpret herausragender romantischer Musik. Dem Werk ist seit seiner Uraufführung durch den großen Joseph Joachim 1868 eine kometenhafte Rezeptionsgeschichte beschieden – ebenso strahlend verläuft Daniel Hopes Karriere: Mit einer umsichtigen Auswahl aus Klassikern der Sololiteratur und einem klaren Bekenntnis zur Musik der Gegenwart konnte sich der Geiger als einer der herausragendsten Künstler seiner Generation etablieren. Und auch als Buchautor hat er sich verdient gemacht. Der Titel seines sehr persönlich geschriebenen Konzertführers, «Wann darf ich klatschen?», legt nahe, dass Daniel Hope mit Gustav Mahlers Wort übereinstimmt und die Weitergabe der Begeisterung für Musik ganz groß schreibt. ALEXANDER MOORE

FEUERWERK Sa 19. 5., 18.30 Uhr, Auditorium Grafenegg So 20. 5., 16 Uhr, Musikverein Wien Mo 21. 5., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten Di 22. 5., 19.30 Uhr, Musikverein Wien 17


Durch den Musik-Sommer 2012 mit den Tonkünstlern

Klingende

Europareise

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich

Auf eine Vier-Länder-Tournee lädt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich beim Musik-Sommer Grafenegg beginnend mit 30. Juni ein, die jeden Samstag eine neue Destination ansteuert. Die am Dirigentenpult oder als Solisten tätigen Reiseführer rekrutieren sich dabei aus einer illustren Starparade – von Vladimir Fedoseyev bis Ramón Vargas –, die vielfach die Musik der eigenen Heimat protegiert: Es geht halt nichts über Insiderwissen.

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Die daheim gebliebenen Musikfreunde können sich im Verein mit den internationalen Gästen, welche der so vortrefflich zum Lauschen animierende Wolkenturm längst in den Schlossgarten lockt, bequem zurücklehnen und durch die Macht der Musik Raum und Zeit überwinden. In den Ruf «Tschaikowski!» gilt es da zunächst einzustimmen, denn zum Auftakt geht die Reise nach Russland – und doch auch weit darüber hinaus. Denn ausgerechnet in den Alpen spielt Pjotr Iljitsch Tschaikowskis großartige «Manfred»-Symphonie. Das Klanggewand, in welches Tschaikowski seinen Manfred kleidet, deutet die gebrochene Hauptfigur freilich als Alter Ego des Komponisten und dadurch typischen

Vertreter der schwermütigen «russischen Seele». Seine Musik mit romantischer Inbrunst jenseits allen Kitschverdachts zu erfüllen und ihr das nötige Quäntchen typisch russischer Herbheit zu belassen, zählt zu den zentralen Schwierigkeiten für jeden Tschaikowski-Interpreten. Welcher Pultstar könnte dafür besser geeignet sein als Vladimir Fedoseyev? Der 1932 im damaligen Leningrad geborene Dirigent sei «eine der ganz wenigen Musikerpersönlichkeiten, die von den Werken russischer Meister jegliche Wunschkonzertattitüde fernhalten», hieß es unlängst über den Maestro in der Tageszeitung «Die Presse». Das wird doppelt spannend, erklingen doch gerade an diesem


Vladimir Fedoseyev

Abend neben einer elegischen GlasunowRarität überaus populäre Werke von Tschaikowski und Rachmaninow – mit ausgesuchten jungen Solisten, nämlich dem 1991 in Nischni Nowgorod geborenen Daniil Trifonov und dem nur drei Jahre älteren armenischen Cellisten Narek Hakhnazaryan, beides Gewinner in ihrer jeweiligen Sparte beim Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb. Eine Woche später lässt sich im Wolkenturm «Una Notte Italiana» genießen – mit einem Programm, bei dem sich das südländische Temperament und der Sinn für reich schattierte Klangvaleurs von Andrés Orozco-Estrada gleichermaßen bewundern lassen. Die Tonkünstler und ihr Chefdirigent werden den mediterranen Zauber von Felix Mendelssohn Bartholdys «Sommernachtstraum»Ouvertüre und seiner gleichsam sonnengereiften «Italienischen» Symphonie ent wickeln, bevor der zweite Teil, wie könnte es auch anders sein, der Oper gilt: Ramón Vargas, als Tenor von der New Yorker Met bis zur Mailänder Scala im italienischen Fach gefeiert, spannt einen faszinierenden vokalen Bogen vom Belcanto bis zum veredelten Verismo, von Donizettis «Elisir d’amore» über Giuseppe Verdis «Luisa Miller» und «Simon Boccanegra» bis hin zu Puccinis «Tosca», während die sorgsam begleitenden Tonkünstler unter Orozco-Estrada instrumentale Hits aus «Aida» und Mascagnis «Cavalleria rusticana» beisteuern – da wird die Musik selbst zum Liebestrank und bringt die Sterne zum Strahlen.

Um mehr als «nur» Natur, sondern vor allem auch um deren Wirkung auf den Menschen sowie um Bezüge zur Philosophie Friedrich Nietzsches geht es schließlich beim dritten Konzert, dem die monumentale «Alpensinfonie» das Stichwort gibt: An diesem Abend, der Deutschland gewidmet ist, werden sich die gipfelstürmenden Tonkünstler dem gerade in Sachen Richard Strauss besonders bewanderten Bergführer Claus Peter Flor anvertrauen. Apropos deutsch: «Der deutsche Wald im Sonnenglanz» sei die eigentliche «Hauptperson» von Carl Maria von Webers epochemachender Oper «Der Freischütz», schrieb einst Hans Pfitzner am Vorabend des ersten Weltkriegs in einer seither immer wieder zitierten Programmeinführung. Als Metapher im Sinne der Romantik ist der «Deutsche Wald» tatsächlich maßgeblich für einen Gutteil der Kunstproduktion dieser Epoche, deren kommerzielle Ausläufer bis in den Heimatfilm und darüber hinaus zu verfolgen sind. Beim Dresdner Hofkapellmeister Weber ist der Wald freilich nicht bloß Schauplatz eines Naturidylls, sondern auch Quelle dämonischer Bedrohungen. Heute ist der Wald längst selbst solchen Bedrohungen ausgesetzt. Dem als Mahnung gedachten Paukenkonzert «Der Wald» von Siegfried Matthus, 1985 in Dresden uraufgeführt, wird der Tonkünstler Gunter Benedikt als Solist gewiss den nötigen «grünen» Nachdruck verleihen. Einen Ausflug in die Puszta machen die Tonkünstler schließlich mit «Hungaria», dem interessanterweise zwei Gäste mit

Ramón Vargas

deutsch-japanischen Wurzeln ihren Stempel aufdrücken: der Dirigent Jun Märkl und die Pianistin Alice Sara Ott. Ist er bereits seit Jahren zwischen New York und Tokio erfolgreich tätig, zählt sie zu den meistbeachteten Nachwuchsmusikerinnen der jüngsten Zeit, auch und gerade mit Liszt, dessen erstes Klavierkonzert und «Totentanz» diesmal ebenso auf dem Programm stehen wie die schmissige Ungarische Rhapsodie Nr. 1, flankiert von Zoltán Kodálys «Tänzen aus Galánta» und Béla Bartóks Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta: Éljen a magyár! WALTER WEIDRINGER

TSCHAIKOWSKI! Sa 30. 6., 20 Uhr, Wolkenturm Grafenegg UNA NOTTE ITALIANA Sa 7. 7., 20 Uhr, Wolkenturm Grafenegg ALPENSINFONIE Sa 14. 7., 20 Uhr, Wolkenturm Grafenegg HUNGARIA Sa 21. 7., 20 Uhr, Wolkenturm Grafenegg 19


Tonkunstle r LEBEN ge FRAGT

Markus Pichler

Mag. Markus Pichler ist Geschäftsführer der Shopping City Süd, die ab 2012 einer der Hauptsponsoren des Musik-Festivals Grafenegg ist. Wir trafen ihn zum Tonkünstler-Talk. Wer ist Ihr Lieblingskomponist? Da gibt es natürlich einige. Besonders angetan haben es mir die Komponisten des 19. Jahrhunderts. Hier insbesondere Gustav Mahler und Ludwig van Beethoven.

Können Sie sich noch an Ihr erstes Konzert erinnern? Ich bin mir sicher, es war zu meiner Schulzeit ein Konzert der Tonkünstler in Krems. Was war Ihr schönstes Musikerlebnis? Ganz klassisch – eine MahlerSymphonie im Wiener Musikverein. Welche CD hören Sie zur Zeit am häufigsten? Alle meine CDs habe ich auf meinem iPod. Ich höre sehr unterschiedliche Musik, je nach meiner Stimmungslage.

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ge SEHEN Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper, besuchte im vergangenen Sommer Grafenegg: «Kaum ein Bühnenbildner hätte eine imposantere und schönere Naturkulisse entwerfen können, als jene in Grafenegg; schon darum werden Abende im Wolkenturm unvergesslich! Dass das aber nur die Nebensache ist, und dass die Musik bei diesem Festival stets die Hauptsache bleibt, zeugt von der hohen Qualität des gesamten Unternehmens. Genauer betrachtet ist das aber kein Wunder – verzichtet Rudolf Buchbinder doch auf ein modisches, jährlich wechselndes Festivalmotto und hat programmatisch für alle Jahre nur eines gewählt: eben die hohe Qualität! Und wüsste jemand ein besseres?»

ge LESEN Was war Ihre erste Schallplatte? «Let It Be» von den Beatles.

Mit welchem Künstler würden Sie gern einen Abend verbringen? Und was würden Sie unternehmen? Mit Placido Domingo. Ich würde mit ihm über Los Angeles und Wein philosophieren.

Wenn Sie ein Orchesterinstrument spielen müssten, welches würden Sie wählen? Warum? Das Violoncello, für mich ein sehr elegantes Instrument mit einer großen Klangfülle.

Welchem Künstler würden Sie nachreisen? Das Schöne ist, Österreich ist ein Kultur- und vor allem Musikland. Deshalb besuchen alle großen Künstler irgendwann im Laufe ihrer musikalischen Karriere Österreich – da muss man niemandem nachreisen.

Angenommen Sie könnten das Programm eines Konzerts bestimmen. Was sollte auf alle Fälle gespielt werden? Fixpunkt ist eine BeethovenSymphonie und dazu ein bis zwei moderne Komponisten.

Für welches Stück würden Sie eine Reise auf sich nehmen, um es zu hören? Weniger ein bestimmtes Stück, aber für ein Konzert in der Royal Albert Hall würde ich sofort nach London reisen.

Abonnementkonzert «Gipfeltreffen» «Andrés Orozco-Estrada brachte das Werk mit seinen Tonkünstlern mit imponierendem jugendlichem Schwung und knackiger Lautstärke. Jubilierend klingen die Tonkünstler, rauschend die Stimmung.» Kronen Zeitung, Oktober 2011

«Sonntagnachmittag im Musikverein. Und was für einer. Die Tonkünstler kehrten bestens disponiert in den Goldenen Saal zurück: Mendelssohns erste Symphonie und Beethoven mit seiner Fünften wollten akustisch gut begleitet sein […] Das Ensemble genoss die große Linie im Eröffnungs-Allegro des deutschen Romantikers, das Menuett wurde ein mächtiger Schreittanz.» Wiener Zeitung, Oktober 2011

ge SAGT

Das Konzert «Gloria» unmittelbar vor Weihnachten mit der Schubert-Messe und der Orgelsymphonie von SaintSaëns war einfach wunderbar. Ich bedanke mich bei den Tonkünstlern und Herrn Orozco-Estrada für dieses musikalische Weihnachtsgeschenk! Pamela Kolaric, Wien

Hier könnte Ihre Meinung stehen! Schreiben Sie unter dem Kennwort «ge:SAGT» an: office@tonkuenstler.at oder Tonkünstler-Redaktion, Kulturbezirk 2, 3100 St. Pölten


Impressum Medieninhaber (Verleger) Niederösterreichische Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H., Kulturbezirk 2, 3100 St. Pölten Herausgeber Verein Tonkünstler-Orchester Niederösterreich Für den Inhalt verantwortlich Mag. Maria Grätzel Redaktion Mag. Alexander Moore Mitarbeit Mag. Stefan Lang Djeiran Malek, MAS Julia Ornetsmüller Mag. Edith Schweitzer Dott.ssa Victoria Zazzara Visuelle Gestaltung Fuhrer, Wien Produktion Walla Druck, Wien Bildnachweis Marco Borggreve, Felix Broede/DG, Nicole Chuard, Hi Qi/Courtesy of Indiana University, Piero Cremonese, Lou Denim/ EMI Classics, Dimo Dimov, Clemens Fabry, Maya Hakvoort, Harald Hoffmann/DG, Saito Kiyotaka, Werner Kmetitsch, Pascal Maresch, O. Nachinkin, Michael Pöhn, Peter Rigaud, Szene Instrumental, Martin Sigmund, Heikki Tuuli, Ramón Vargas, alle anderen unbenannt. Redaktionsschluss 22. 12. 2011. Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen bleiben vorbehalten. Für etwaige Druckfehler wird keine Haftung übernommen.


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Sa 18. 2. 19.30 Uhr Musikverein, Wien LYRISCHER ZAUBER Soile Isokoski Sopran Andrés Orozco-Estrada Dirigent

DEBUSSY, R. STRAUSS, MAHLER Sa 24. 3. 18.30 Uhr Grafenegg, Auditorium* BEETHOVEN! Christian Zacharias, Klavier und Dirigent

So 8. 4. 18.30 Uhr Grafenegg, Auditorium* OSTERKONZERT Tölzer Knabenchor Camilla Tilling Sopran Iano Tamar Sopran Daniel Behle Tenor Mathias Hausmann Bariton Christopher Hogwood Dirigent

HAYDN, MOZART

BEETHOVEN Fr 30. 3. 20 Uhr Musikverein, Wien HARMÔNICA BRASILEIRA Gianluca Littera Mundharmonika Andrés Orozco-Estrada Dirigent

Sa 14. 4. 19.30 Uhr Musikverein, Wien AUFFORDERUNG ZUM TANZ Baiba Skride Violine Mario Venzago Dirigent

Sa 14. 7. 20 Uhr Grafenegg, Wolkenturm* EINE ALPENSINFONIE Gunter Benedikt Pauke Claus Peter Flor Dirigent

WEBER, MATTHUS, R. STRAUSS Sa 21. 7. 20 Uhr Grafenegg, Wolkenturm* HUNGARIA Alice Sara Ott Klavier Jun Märkl Dirigent

BARTÓK, LISZT, KODÁLY

WEBER, SCHUMANN, RAVEL

VILLA-LOBOS, MOODY, TOUSSAINT Sa 19. 5. 18.30 Uhr Grafenegg, Auditorium* Di 22. 5. 19.30 Uhr Musikverein, Wien FEUERWERK Daniel Hope Violine Andrés Orozco-Estrada Dirigent

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Alle Informationen zu Konzerten und Preisen finden Sie in der Heftmitte.

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18. 2. Lyrischer Zauber

19.30 Uhr

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24. 3. Beethoven!

18.30 Uhr

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30. 3. Harmônica Brasileira

20 Uhr

Musikverein Wien

18.30 Uhr

Auditorium Grafenegg

14. 4. Aufforderung zum Tanz

19.30 Uhr

Musikverein Wien

19. 5. Feuerwerk

18.30 Uhr

Auditorium Grafenegg

22. 5. Feuerwerk

19.30 Uhr

Musikverein Wien

14. 7. Eine Alpensinfonie

20 Uhr

Wolkenturm Grafenegg

21. 7. Hungaria 20 Uhr

Wolkenturm Grafenegg

8. 4. Osterkonzert

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Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der NÖ Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H. und der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft m.b.H., zur Einsicht auf www.tonkuenstler.at und www.grafenegg.at oder anzufordern unter T. +43 (0)1 586 83 83

Ich stimme ausdrücklich zu, dass meine personenbezogenen Daten im Rahmen des Informationsverbundsystems «Vertriebsdatenbank der Betriebe der NÖ Kulturwirtschaft» (§ 4 Z 13 iVm 50 DSG 2000) an die verbundenen Unternehmen der NÖ Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H. übermittelt und verwendet werden. Eine Liste der verbundenen Unternehmen findet sich auf www.noeku.at. Diese Zustimmung kann ich jederzeit widerrufen. Ein Widerruf ist schriftlich an die NÖ Kulturwirtschaft GmbH, Kulturbezirk 2, 3100 St. Pölten, per Fax: 02742/908041 oder per E-mail: office@noeku.at zu richten.

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Tonkünstler-Magazin Nummer 24 by Tonkünstler-Orchester - Issuu