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Mittwoch, 2. November 2022 · KW 44 · 46. Jahrgang
VERGNÜGEN: „Die Krautstorze“ im Bürgerhaus vom Publikum gefeiert
Was „Auf Amts-Wegen“ alles passieren kann HOFHEIM – Der Chef weiß nicht, was in seinem Rathaus und Vorzimmer wirklich läuft, natürlich hält er die Fäden in der Hand beziehungsweise das Geld aus der Gemeindekasse. Doch seine Idee drei Stellen einzusparen, nämlich die des Ortspolizisten, des Brandmeisters und des Hundefängers, führt schließlich zum Vergnügen der Zuschauer zu ereignisreichen Turbulenzen mit Überraschungen und atemberaubenden Wendungen, die das Zeug für einen Krimi haben. Dass am Ende alles gut wird, darf an dieser Stelle verraten werden. Schließlich zeigt die Hofheimer Theatergruppe „Die Krautstorze“ eine Komödie, in der Beamte und Amtswege eine herausragende Rolle spielen, wie auch die beteiligten sieben Darsteller sich durch Spielfreude und Können auszeichnen. Ganz schön ausgeschlafen sind die Beamten im Stück, anders als das Lied zu Beginn denken lässt. „Auf Amts-Wegen“ heißt die Komödie in drei Akten von Heinz-Jürgen Köhler, das die Hofheimer Theaterspezialisten mundartlich und mit ein paar Spritzern Lokalkolorit auf höchstes Spaßniveau getrimmt haben. Im Fernsehen wären hohe Einschaltquoten garantiert. Dass die Handlung wie auch die Personen frei erfunden
Bildergalerie auf www.tip-suedhessen.de Sekretärin Elvira Emsig (Miriam Gorniotzek) weiß Bescheid, was Amtsgehilfe Willi Fuchs (Robin Vollhardt) dem Bürgermeister Karl-Georg König (Jürgen Hofmeister) anbietet. Immerhin verhält es sich mit dem Apfel nicht wie bei Schneewittchen. Foto: Hannelore Nowacki
und Ähnlichkeiten mit Akteuren vor Ort gänzlich ausgeschlossen sind, wird schon in der ersten Szene deutlich, man muss sich also weder in Lampertheim noch in Hofheim Gedanken über die Arbeitsauffassung im Rathaus machen. Dort schläft kein Amtsgehilfe seinen Rausch unter dem
Schreibtisch der Sekretärin aus und die Öffentlichkeit spendet nicht fortlaufend begeistert Applaus wie das Publikum im Hofheimer Bürgerhaus. Schon bei der ersten Szene gibt es kein Halten mehr und jede Wendung steigert die Heiterkeit. Jürgen Hofmeister ist als Bürgermeister Karl-Georg
König ein Bojermoaschder mit markigen Sprüchen, der sein Mitarbeiterteam in Schwung bringt, wenngleich mit unabsehbaren Folgen. Nicht weniger dynamisch ist Ute Timme als modebewusste, anspruchsvolle Frau Bürgermeister Helene König, die für ihren Gatten ein echtes Leckerli darstellt, nennt er sie doch gerne nach Art einer Speisekarte „mein süßer Zuckerkuchen“ oder „mein zarter Filetstreifen“. Sekretärin Elvira Emsig, meisterlich von Miriam Gorniotzek in Szene gesetzt, muss immer wieder um ihren schönen Tag bangen, während Amtsgehilfe Willi Fuchs entgegen seiner Arbeitsphilosophie ziemlich umtriebig und unerschrocken ist, von Robin Vollhardt authentisch und lustvoll dargestellt. Als Hausmeister hat er für alle Lösungen ein Problem, als Brandmeister, Ortspolizist und Hundefänger sorgt er für die tollsten Verwicklungen. Denn wie sein Trinkbruder Paul Jägermeister (Christian Jänchen), der überall zu viel „Ärbet“ auf sich zukommen sieht, schätzt er „6Ämter-Drobbe“ und „Rachenputzer“. Das bekommt Taschenfabrikantin Berta Protzbach zu spüren, gespielt von Ilonka Grosch, die ihre Handschellen auf der Bühne glanzvoll zur Schau stellte. Fortsetzung auf Seite 2
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GESUNDHEIT: Lampertheimer Demenz-Messe am 5. November im Römersaal / Vielfältige Informationen und Hilfen
Forum für Austausch und Information rund um Demenz LAMPERTHEIM – Demenz ist ein Thema, an dem niemand in seinem Leben vorbeikommt: Der Enkel, der seine Großeltern erlebt, die Tochter, die ihre Eltern versorgt oder als Geschwister, Freunde oder Nachbarn. Seit vielen Jahren kümmert sich der Arbeitskreis Demenz um Beratung und Information rund um dieses Krankheitsbild und lädt in diesem Zusammenhang am Samstag, 5. November, von 10 bis 13 Uhr zur Lampertheimer Demenz-Messe in
den Römersaal, Haus am Römer, Domgasse 2-4 in Lampertheim ein. Ziel der zweiten Auflage dieser Veranstaltung, die im jährlichen Wechsel mit dem Seniorentag stattfindet, ist es, Hilfen und Sachverhalte näherzubringen. Gleichzeitig bietet die DemenzMesse ein Forum für Austausch, Information und Diskussion. Sie befasst sich sowohl mit neuesten Forschungsergebnissen wie auch mit alltäglichen Fragen rund um das Thema und vermittelt einen
guten Überblick über das breite Angebot an Dienstleistungen und Hilfsmitteln. Zudem wird über die Herausforderungen im Alltag berichtet. Auf die Besucher der Messe warten Informationsstände verschiedener Anbieter, die Hilfe, Beratung und Unterstützung rund um das Thema Demenz bieten. So sind unter anderem auch die Ökumenische Diakoniestation Lampertheim, das Dietrich Bonhoeffer-Haus, das Alten- und Pflege-
Der Arbeitskreis Demenz um Rebecca Bauer, Marius Schmidt, Silvia Rhiem, Stephanie Rapp und Dr. Csaba Reich lädt herzlich zur Lampertheimer Demenz-Messe ein. Foto: Benjamin Kloos
heim Mariä Verkündigung, das St. Marien-Krankenhaus, die Caritas Seniorenberatung, ehrenamtliche Wohnberater, die Stadt Lampertheim sowie das Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheim, GALA, vertreten. Darüber hinaus werden zwei Vorträge unterschiedliche Impulse setzen: Dr. med. Csaba Reich, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am St. Marien-Krankenhaus, wird um 10.45 Uhr zum Thema „Neue Erkenntnisse aus der Forschung und Leitlinien für den Umgang mit dementiell Erkrankten” sprechen. „Was gibt es neues in der Forschung, was ist für die Bevölkerung wichtig?”, nennt Dr. Reich die wesentlichen Bestandteile seines Vortrags. Dabei spielt auch die Demenzentwicklung im sozialen Spannungsfeld der Familie eine wichtige Rolle. „Hierbei nimmt die wachsende Vereinsamung ebenso eine große Bedeutung ein wie Depressionen – daraus bedingt kann sich Demenz entwickeln.” Um 11.20 Uhr wird sich Ergotherapeut Markus Michl mit dem Thema „Alltagshilfen zur Motivation und Förderung” befassen. Denn Demenzen nehmen rapide zu und erfordern von der Umgebung ein völliges Umdenken in der Behandlung und der Therapie dieser Patientenklientel. Fortsetzung auf Seite 2