DIE GRATISZEITUNG FÜR DAS RIED
SÜDHESSEN Mittwoch, 28. September 2022 · KW 39 · 46. Jahrgang
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ENERGIERIED: Geschäftsführer Frank Kaus erläutert Entwicklung des Energieunternehmens und bezieht zu Spekulationen Stellung / Empfehlung zur Fusion
„Versorgung der Kunden ist und war immer sichergestellt” BÜRSTADT/LAMPERTHEIM – Um Spekulationen entgegenzutreten, dass das regionale Energieunternehmen ENERGIERIED die Versorgung der Kunden aufgrund von Verlusten im Jahr 2021 nicht gewährleisten konnte oder könne, hatten Geschäftsführer Frank Kaus und Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender zu einem kurzfristigen Pressegespräch eingeladen. Beide stellten gleich zu Beginn klar, dass die Versorgung immer sichergestellt war und ist und ENERGIERIED trotz der aktuellen schwierigen Situation auf dem Energiemarkt gut aufgestellt in die Zukunft geht – übrigens bereits in diesem Jahr wohl wieder mit schwarzen Zahlen. Und auch die geplante Fusion mit der GGEW wirft ein positives Licht auf die Zukunft. Die Grundlage für diese optimistische Ausrichtung des Energieunternehmens ist in der Entwicklung von ENERGIERIED zu finden. Das kommunale Versorgungsunternehmen entstand 2006 durch den Zusammenschluss der Stadtwerke Bürstadt und Lampertheim. „Dies
Ein Minus von 4,6 Millionen Euro stand im Jahr 2021 zu Buche – dennoch geht ENERGIERIED der Fusion mit der GGEW und der Zukunft positiv entgegen. Davon sind die Verantwortlichen überzeugt. Foto: Benjamin Kloos
war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte”, so Frank Kaus. „Die Zahl der Kunden, wie wir mit Erdgas und Strom versorgen, wuchs ebenso wie unsere Marktanteile.” Dies zeige sich auch im durchschnittlichen Jahresergebnis der Jahre 2016 bis 2020 mit rund 1,6 Millionen Euro und einer durchschnittlichen
Umsatzrendite von 8,8 Prozent. „Das ist bemerkenswert, gerade im Vergleich zu anderen Energieversorgern. Dies zeigt, das wir sehr gut haushalten und wirtschaften”, so der Geschäftsführer. Lediglich im Jahr 2021 musste ENERGIERIED einen Verlust verzeichnen, der mit 4,6 Millionen
Euro allerdings direkt sehr deutlich ausfiel. Zu den Ursachen, die zu diesem negativen Ergebnis führten, bezog Frank Kaus Stellung: „Es ist gängige Praxis, Beschaffungsstrategien für Erdgas so zu entwicklen, dass die Eindeckung nicht auf einmal, sondern zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen kann. Das erlaubt eine schnelle Reaktion auf die Markt- und Preisentwicklungen, zudem kann durch den Teilmengeneinkauf zeitnah auf den witterungsbedingten Gasverbrauch reagieren”, so Frank Kaus. Dieser Plan habe sich jahrelang bewährt und auch zur Senkung der Einkaufskosten geführt. Allerdings sei es 2021 zu nicht vorhersehbaren Marktverwerfungen gekommen: „Aus der Pipeline Nord Stream floss bereits 2021 wesentlich weniger Gas als zuvor. So konnte auch der von Gazprom in Rehden belieferte Gasspeicher nicht gefüllt werden. Die Lieferung war über Jahrzehnte konstant, auch in den größten Krisen des Kalten Krieges. Somit war nicht abzusehen, dass plötzlich nur noch ein Bruchteil des üblichen Gases ankam. Fortsetzung auf Seite 2
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RUN AGAINST RACISM: Besondere Aktion des Jugendbeirates und der Integrationskommission im Stadtpark am 1. Oktober / Jeder kann mitlaufen!
Sichtbares Zeichen für Toleranz setzen LAMPERTHEIM – „Run against racism” heißt es im Rahmen der „Interkulturellen Wochen” in Lampertheim am Samstag, 1. Oktober, von 10.30 bis 15 Uhr im Stadtpark. Mit einem gemeinsamen Lauf durch den Stadtpark soll auf die Ungleichbehandlung von geflüchteten Menschen aufmerksam gemacht und ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden. Zudem soll ein thematisch abgestimmtes Rahmenprogramm Begegnungen und Austausch ermöglichen. Der Erste Stadtrat Marius Schmidt freut sich, dass diese besondere Veranstaltung stattfinden kann.
„Herzlichen Dank an den Jugendbeirat und die Integrationskommission für dieses Engagement. Die Idee stammt dabei von den jungen Menschen des Jugendbeirates. Nach vielen Gesprächen und viel Arbeit kann der Lauf starten. Ich bin stolz, dass es funktioniert hat. Dies ist ein toller Abschied des noch amtierenden Jugendbeirates.” Leider sei das Thema Rassismus immer noch aktuell. „Wir wollen Flagge zeigen, dass wir in Lampertheim eine bunte Gesellschaft sind, der es um das Miteinander geht! Und was bietet sich da besser an als Sport? Der Lauf gegen Rassismus ist eine gute Gelegenheit,
gemeinsam ein Zeichen zu setzen und das vielfältige Angebot der Verwaltung im Bereich Integration zu unterstreichen.” „Durch den Ukraine-Krieg sind viele Flüchtlinge nach Lampertheim gekommen. Mit diesem Lauf möchten wir einerseits ein Zeichen für diese Neuankömmlinge setzen, dass sie willkommen und wir tolerant sind, andererseits möchten wir aber auch allen, die bereits hier sind, sagen, dass auch sie Gehör finden und nicht vergessen sind”, erläuterte der Vorsitzende des Jugendbeirates, Arne Jaedke. „Um 10.30 Uhr erfolgt die Begrüßung im Stadtpark und von 11 bis
Hoffen auf zahlreiche Teilnehmer beim Lauf gegen Rassismus: Caitlin Bruce (Jugendbeirat), der Erste Stadtrat Marius Schmidt, Jennifer Fröhlich von der Stadtverwaltung, Serkan Öktas, Co-Vorsitzender der Integrationskommission, Leon Klos, Leonie Krämer (beide Jugendbeirat) sowie Arne Jaedke (Vorsitzender Jugendbeirat; v.l.). Foto: Benjamin Kloos
13 Uhr sind alle, egal welchen Alters, Geschlecht oder Herkunft, eingeladen am Lauf teilzunehmen. Die Strecke verläuft durch den Stadtpark. Wir möchten mit diesem symbolischen Lauf als Akt gegen den Rassismus zeigen, dass man sich gegen Fremden- und Menschenfeindlichkeit stellen muss. Je mehr Teilnehmer, desto deutlicher wird sichtbar, wie stark Lampertheim für Toleranz steht.” Die Anmeldung für den Lauf erfolgt vor Ort, die Teilnahme ist kostenlos. Die ersten 100 Läufer, die sich anmelden, erhalten zudem ein kleines Dankeschön. Ab 13 Uhr beginnt das Bühnenprogramm, zudem werden im Stadtpark verschiedene Einrichtungen und Institutionen mit dem Thema auseinandersetzen und informieren – so etwa der Jugendbeirat, die Integrationskommission, Amnesty International, das katholische Familienzentrum Hofheim oder das Litauische Gymnasium. Unter dem Motto „Kinder haben ein Recht auf Frieden” wird das katholische Familienzentrum St. Michael Hofheim zudem eine besondere Aktion anbieten: So können Friedenstauben aus Papier bemalt werden, die später überall in Lampertheim als weithin sichtbares Zeichen für den Frieden in die Bäume gehängt werden. Und auch das Spielmobil „Flitze Feuerstein” wird vor Ort sein und dazu beitragen, dass aus dem Lauf ein familienfreundliches Event wird. Benjamin Kloos
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