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DIE GRATISZEITUNG FÜR DAS RIED

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Samstag, 19. August 2023 · KW 33 · 47. Jahrgang

ENTLASTUNG: Nachbarschaftshilfe ist Entlastung bei Pflegebedürftigkeit im Alltag

KREIS BERGSTRASSE – Glücklicherweise gibt es viele Menschen, die gerne in der Nachbarschaft helfen, zum Beispiel wenn jemand im Haus oder in der Bekanntschaft schon älter ist und das Einkaufen schwerfällt, etwas in den Keller gebracht werden muss oder die Gardinen aufzuhängen sind, dann springen sie ein oder kommen sogar regelmäßig vorbei. In der Coronazeit wurde darüber öfter berichtet und man konnte sich offiziell als Nachbarschaftshelfer anmelden. Aber wie sieht es jetzt aus? Alexandra Löchelt von der Fachstelle Leben im Alter beim Kreis Bergstraße hat in Gesprächen festgestellt, dass die bezahlte Nachbarschaftshilfe als bürgerschaftliches Engagement kaum bekannt ist. Mit einem gemeinsamen Pressegespräch der Ersten Kreisbeigeordneten Diana Stolz machten die beiden ihr Anliegen öffentlich: Wer andere Menschen bei Pflegebedürftigkeit in ihrem Alltag entlasten möchte, möge sich bitte bei der Fachstelle Leben im Alter in Heppenheim melden und die Möglichkeit nutzen, damit etwas Geld zu verdienen. Sich im sozialen Umfeld zu engagieren findet Stolz ganz wichtig, denn heute sei meist keine Großfamilie mehr da, die schnell mal hilft. Schon mit 16

Pflegebedürftigen Menschen helfen, weiter im eigenen Haushalt zu leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können, ist das Ziel der Nachbarschaftshilfe. Im Bild (von links): Nachbarschaftshelfer Dieter Lahr, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, Alexandra Löchelt von der Fachstelle Leben im Alter und Nachbarschafshelferin Andrea Marschall-Schneider. Foto: Hannelore Nowacki

Jahren kann man Nachbarschaftshelfer werden, braucht dann aber das Einverständnis der Eltern. Zurzeit gibt es im Kreis Bergstraße 64 aktive Nachbarschaftshelfer, ein Drittel ist berufstätig, zwei Drittel sind in Rente. Zwei behördlich anerkannte Nachbarschaftshelfer, der Bensheimer Dieter Lahr und Andrea Marschall-Schneider aus Viernheim, berichteten von ihren

guten Erfahrungen. Bei seiner Arbeit für die Jugendherberge Starkenburg kümmere er sich eher um jüngere Menschen, doch in seiner Freizeit kümmere er sich um ein Ehepaar, beide über 80. Er kaufe ein oder begleite die beiden beim Einkauf, gemeinsam werde gekocht und er helfe im Haushalt. Anderen Menschen zu helfen habe ihm schon im Zivildienst gefallen. „Ich mache es mit Freude, es gibt mir viel

zurück, kann ich nur empfehlen“, sagt Dieter Lahr mit einem Strahlen. Andrea MarschallSchneider ist hauptberuflich Familientherapeutin, in ihrer Freizeit kümmert sie sich schon seit der Coronazeit um eine Freundin ihrer Mutter. Rezepte abholen, Einkaufen mit Taschen schleppen, Salat schnippeln, die Fahrt zum Friseur oder einfach mal zusammen Kaffee trinken steht auf dem

Programm. „Putzen ist nicht in meinem Portfolio“, sagt sie, „zum Glück gibt es eine Putzhilfe“. Aber auch sie steigt ab und zu auf die Leiter. Zufriedenheit auf beiden Seiten erleben die beiden Nachbarschaftshelfer. Dabei gehe es nicht ums Geld verdienen, doch für junge Leute könne es ein schönes Taschengeld sein. Geregelt ist diese behördlich anerkannte Art der Nachbarschaftshilfe vom Land Hessen seit 1. Oktober 2022 durch Verordnung. Die Entlastungshilfe im Alltag soll dazu beitragen, dass die pflegebedürftige Person im eigenen Haushalt leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Körperliche Pflege gehört nicht dazu. Leistungen von Nachbarschaftshelfern werden nach Prüfung der Voraussetzungen über den Entlastungsbetrag der Pflegekassen abgerechnet. Die unterstützte Person muss einen Pflegegrad haben, man darf aber nicht miteinander bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sein und nicht mit ihr in einem Haushalt leben. Die Fachfrau für die Altenhilfe erklärte, dass monatlich ein Betrag von 125 Euro nutzbar sei, den die Pflegekassen für Pflegebedürftige der Grade 1 bis 5 vorhalten. Fortsetzung auf Seite 2

CDU-SOMMERTOUR: Frank Kaus zuständig für eigenständige WasserriedGesellschaft und GGEW-Kommunalmanagement

DOMKIRCHE: 19. Lampertheimer Orgelsommer 2023 immer sonntags im August

Besuch bei Energieried nach Fusion mit GGEW

„Große Blaue“ wurde zum Friedensengel

LAMPERTHEIM – Wie geht es mit dem Standort in Lampertheim nach der Fusion der beiden kommunalen Energieversorger Energieried und GGEW weiter? Das interessierte die elf CDUMandatsträger und Gäste, die bei der CDU-Sommertour am Montagabend in der vierten Etappe die Adresse Energieried im Wilhelm-Herz-Ring 9 angesteuert hatten. Nach den beengten baulichen Verhältnissen in der Industriestraße hatte der kommunale Energieversorger im Gewerbegebiet Wormser Landstraße das Verwaltungsgebäude und die Technikhalle gebaut und im Oktober 2021 bezogen. Mit 8.000 Quadratmetern und einer

großen Erweiterungsfläche von 3.500 Quadratmetern ist hier Potenzial für die weitere Entwicklung – im Gegensatz zum Standort in Bensheim ohne Erweiterungsmöglichkeit, wie Frank Kaus und Dr. Christian Sorge deutlich machten. Die große Gruppe war zunächst in den Konferenzraum zum Informationsgespräch eingeladen. Beim anschließenden Rundgang durch die Technikhalle tauchten die Besucher in die aktuellen Themen zur energieeffizienten, klimafreundlichen Heizung, Kühlung und Stromerzeugung ein und erfuhren wie bei Energieried die innovative Technik mit PV-Anlage auf dem

Dach, Eisspeicher und großer Wärmepumpe als Herzstück funktioniert. Wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Scholl anfangs erklärte, sei die neue Firmenzentrale mit dem innovativen Energiesystem sowie das Entwicklungspotenzial am Standort Lampertheim für die Parlamentarier von besonderem Interesse. Nach der am 25. Juli erfolgten notariellen Beurkundung der Zusammenführung der beiden Unternehmen firmiert das Unternehmen seit 1. August offiziell als GGEW AG mit Sitz in Bensheim mit dem bisherigen Alleinvorstand. Fortsetzung auf Seite 7

Bildergalerie auf www.tip-suedhessen.de Die CDU-Sommertour informierte sich über die Aussichten bei Energieried nach der Fusion mit GGEW. CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Scholl fasste die positiven Eindrücke zusammen. Am Standort Lampertheim hat Energieried ein neuartiges Energiekonzept umgesetzt, das effizient und umweltschonend eigenen Strom, Kälte und Wärme bereitstellt. Foto: Hannelore Nowacki

GmbH

Bitte melden! In Hessen gibt es die bezahlte Nachbarschaftshilfe

Beilagenhinweis

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Der Würzburger Domorganist Stefan Schmidt (im Bild unmittelbar vor dem Konzert), ein international gefragter Interpret und Improvisator, hatte die „Große Blaue“ erst Stunden zuvor näher kennengelernt. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Die Vleugels-Orgel in der Domkirche hat dieses Jahr ihren 18. Geburtstag – unter dem Motto „Der 18. Geburtstag“ sind in diesem Lampertheimer Orgelsommer vier ganz unterschiedliche Konzerte vereint. An der „Großen Blauen“, wie die Orgel wegen ihrer eindrucksvollen Größe und Farbgebung auch gerne genannt wird, können die Orgelvirtuosen alle Register ziehen, deren Zahl über die Jahre auf Initiative von Kantorin Heike Ittmann stetig bis zur Vollendung angewachsen ist, dank Unterstützung des Fördervereins und vieler Spenden. Diese Vielfalt der Klangwelten bringen auch in diesem Orgelsommer die besten Organisten ihres Fachs bei ihren Konzerten zum Ausdruck. Am ersten Sonntag im August rockte Patrick

Gläser aus Öhringen die Orgel mit Werken aus Rock, Pop und Filmmusik so fröhlich mitreißend, dass viele Besucher noch am zweiten Sonntag davon schwärmten. Was die zahlreichen Konzertbesucher am zweiten Orgelsommer-Sonntag erlebten, war dagegen von Besinnlichkeit, vom Wunsch nach Frieden geprägt. „Dona nobis pacem“ hatte der Würzburger Domorganist Stefan Schmidt sein Konzertprogramm überschrieben: Gib uns Frieden. Der Krieg Russlands in der Ukraine hatte Schmidt dazu bewogen, das Friedensthema musikalisch aufzugreifen, wie er in seinen einführenden Worten vor dem Altar stehend dem Publikum erklärte. Nur wenig abgewandelt waren dies die vorgesehenen Stücke vom letzten Jahr. Fortsetzung auf Seite 7

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