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Samstag, 3. Juni 2023 · KW 22 · 47. Jahrgang
IM STADTPARK: 14. Forschertag der Kitas, Grundschulen und weiterführenden Schulen lockte viele Besucher an
LAMPERTHEIM – Ist es Zauberei oder steckt die Wissenschaft dahinter? Bei vielen der gezeigten Projekte und Experimente beim 14. Forschertag der Lampertheimer Kitas und Schulen wirkten offensichtlich unsichtbare Kräfte, doch es war kein Zauber, die Kinder und Jugendlichen hatten die Gesetze der Natur auf ihrer Seite – zum Beispiel das Hebelgesetz, die Schwerkraft oder den Magnetismus. Fazit: Um selbst Spaß zu haben und eine Zuschauermenge zu interessieren und zum Mitmachen anzuregen, muss man nicht zaubern können – die Möglichkeiten der Naturwissenschaften reichen völlig aus. Im Kindergarten und im Schulunterricht waren die Kinder und Jugendlichen den faszinierenden Phänomenen auf den Grund gegangen und für die Präsentation ihrer Projekte auch Geschick beim Werkeln, Malen und Basteln bewiesen. Die Klasse 4a der Goetheschule hatte zum Thema Reibung und Kraft zwei Experimente zum Ausprobieren aufgebaut, was an sich schon interessant wirkte, aber sie hatten auch perfekt gelernt, wie man die Menschen anspricht, nach dem Namen fragt und sich vorstellt. Deutlich wurde die Wirkung der Reibungskraft – der Puck
Bildergalerie auf www.tip-suedhessen.de Farben aus der Natur selbst herstellen und damit malen machte den Kindern am Stand des Waldkindergartens „Fuchsbau“ Spaß, dabei duftete es ganz wunderbar nach Lavendel, Rosen und Kräutern. Foto: Hannelore Nowacki
saust bei geneigter glatter Strecke schnell herunter, Schmirgelpapier bremst ihn aus. Und je steiler eine Strecke ist, umso mehr Kraft ist beim Ziehen des Rollengefährts nötig. Auf den elektrischen Strom, die Magie des Magnetismus, das Hebelgesetz und noch mehr hatten sich die Klassen 10cR und 8bRder Alfred-Delp-Schule konzentriert. „Strom aus der Kartoffel“ bot die Kita Hüttenfeld an. Am umlagerten Stand des Waldkindergartens „Fuchsbau“ ging es um die Natur und Pflanzen, die im Mörser wunderbare Düfte entfalten und
natürliche Farben zum Malen ergeben. Wie am Donnerstagnachmittag zwei Stunden im Stadtpark lang zu erleben war, geht von den Naturwissenschaften eine ganz besondere Faszination aus, die auch die zahlreichen Besucher erfasste. Das schöne Sommerwetter, der Stadtpark mit seiner grünen und blühenden Pracht und den abwechslungsreichen Spielmöglichkeiten rundeten das Forschertag-Erlebnis ab. Das Spielmobil der Jugendförderung war zudem mit weiteren mobilen Spiel-Attraktionen und einer Krea-
tiv-Ecke gekommen, wo das Bemalen und Basteln eines Kreisels auch Erwachsene angelockt hatte. Das Forschernetzwerk Lampertheim gibt es seit 2007, deren Netzwerkkoordinatorin Dr. Sabine Nieter auch beim 14. Forschertag die Organisation übernommen hatte. „Spaß und Forscherarbeit gehen Hand in Hand“, sagt sie und erklärt, dass so in spielerischer Weise wissenschaftliches Denken und wissenschaftliches Arbeiten zusammenkommen und beim Forschertag öffentlich fassbar und erlebbar werde, mit wieviel Spaß
die Mintfächer in den Kitas und Schulen stattfinden. Durch die öffentliche Präsentation werde auch das Selbstbewusstsein gestärkt. Die Schulen orientieren sich mit ihren Projekten im Sachkundeunterricht am Lehrplan, es müsse auch passen, sagt sie. Kitas und Schulen nehmen auf freiwilliger Basis teil, betonte Nieter, insgesamt seien es 24 Einrichtungen. In ihrer Eröffnungsansprache wies sie die Zuhörerrunde auch auf den Kuchenverkauf des Abiturientenjahrgangs 2024 des Lessing-Gymnasiums hin. Erster Stadtrat Marius Schmidt, der nach seiner kurzen Ansprache einen Rundgang zu den Ständen der 17 teilnehmenden Einrichtungen unternahm, freute sich, dass das neue Konzept des Forschertages unter freiem Himmel im Stadtpark fortgeführt werde, aus den Bedingungen der Pandemie heraus sei es letztes Jahr entstanden. Die Stadt Lampertheim unterstütze den Forschertag im Stadtpark mit Wasser, Strom, Platz und der Jugendförderung, koordiniert von Fachbereichsleiter Michael Harres, zuständig für Frühkindliche Bildung. Auch die Stelle der Netzwerkkoordinatorin werde unterstützt. Hannelore Nowacki
GmbH
Naturwissenschaftliche Phänomene begeistern
ORGANSPENDE: Retten Sie Leben / Tag der Organspende am 3. Juni
Ein lebenswertes Geschenk von Herzen – oder der Niere RIED – Es ist ein sensibles Thema und es sind erschreckende Zahlen: Bundesweit stehen mehr als 10.000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation. Täglich sterben drei von ihnen, weil kein passenden Organ verfügbar ist. Dabei ist es ganz einfach, Menschenleben zu retten – mit einer Organspende. Bereits mit 14 Jahren kann man sich verbindlich gegen und mit 16 Jahren für eine Organspende aussprechen. Neben Nieren können auch Herzen, Herz und Lunge in Kombination sowie Bauchspeicheldrüsen transferiert werden. Wichtig ist es dabei, gesunde Spender zu haben. Angst, das man aufgrund eines Organspendeausweises von einem Arzt bei einem Unfall nicht richtig behandelt wird, muss keiner haben. Dieses Vorurteil ist weit verbreitet, aber keineswegs rich-
tig. Denn das Leben jedes Einzelnen ist wichtig und geht vor. Aber ebenso wichtig ist es, eine Entscheidung zu treffen. Denn in anderen Ländern, beispielsweise in Spanien, werden auch Touristen, die plötzlich versterben, als Organspender angesehen – solange sie keinen Organspendeausweis dabei haben, auf dem sie der Spende widersprechen. In Deutschland gilt hingegen bisher und auch weiterhin die Entscheidungslösung. Eine Organ- oder Gewebeentnahme darf nur erfolgen, wenn die verstorbene Person dem zu Lebzeiten zugestimmt hat oder stellvertretend die nächsten Angehörigen nach dem Tod der Person ihre Zustimmung erteilen. Die Wartezeit auf ein Organ beträgt derzeit sieben Jahre, unter Umständen sogar zwölf Jahre. Wenn man weiß, dass Betroffene,
Organspenden können Leben retten – wichtig ist in jedem Fall, sich frühzeitig zu entscheiden ob man spenden möchte oder nicht. Foto: BZgA/Hardy Welsch
die ein Organ benötigen, statistisch nach drei Jahren sterben, weiß man was das bedeutet. Die Konfrontation mit der Sterblichkeit weckt Ängste, deshalb scheuen viele Menschen diese Auseinandersetzung. Der Organspendetag ist die beste Gelegenheit, sich mit dem Thema
zu befassen, nachzufragen und sich Gedanken zu machen. Zeichen können groß sein, auffällig oder bunt sein. Manche Zeichen sind aber auch klein, leise und jeder kann sie für sich alleine setzen, wie zum Beispiel auf einem Organspendeausweis. Gemeinsam ist allen Zeichen der Wunsch, dass sie etwas bewirken – vielleicht sogar das Leben eines Menschen verändern. Die Organisatoren des Tags der Organspende am 3. Juni wollen in diesem Sinne viele verschiedene Zeichen setzen, hinter denen ein großes Ziel steht: Menschen überall in Deutschland dazu zu motivieren, eine Entscheidung zur Organspende zu treffen. Der diesjährige Tag der Organspende findet am 3. Juni n Düsseldorf statt. Die Fachärzte im Ried stehen gerne zur Beratung zur Verfü-
gung. Wie die persönliche Entscheidung letztendlich ausfällt, bleibt jedem überlassen. Wichtig ist es vor allem sich zu entscheiden, ob man seine Organe spenden möchte oder nicht – und dies auch seinem näheren Umfeld mitteilt. Denn durch eine Organspende kann man nicht nur Leben retten, sondern durch die frühzeitige Entscheidung auch Angehörige im Sterbefall von dieser schwierigen Entscheidung befreien. Bis zu sieben Menschen können dank der Organspende eines Menschen weiterleben. Neben Nieren können auch Herzen, Herz und Lunge in Kombination sowie Bauchspeicheldrüsen transferiert werden. Wichtig ist es dabei, gesunde Spender zu haben. Deshalb gilt: Werden auch Sie Lebensretter – und entscheiden Sie sich für eine Organspende. red
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