09-2021 - DE
THE LIVESTOCK TRADERS
HERAUSFORDERUNGEN DER ZUKUNFT BLICK IN DIE ZUKUNFT S.4 GASTBEITRAGHELMA LODDERS S.10 INTERVIEW PETER MAAT S.12 JUNGUNTERNEHMER ZU WORT S.14 INTERVIEW GERT POSTHOUWER S.18 INTERVIEW KRISTINA SATSENKO S.20 DAS IST VAEX S.22
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Inhaltsangabe
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Blick in die Zukunft
Jungunternehmer zu Wort
Stefan Derks Jaap de Wit Sven Cooremans Paul Verhoeven
Lisa & Luc Michele Grandi Rene Vaske Mile Gvojić
Gastbeitrag Helma Lodders Morgen ist heute
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Interview Gert Posthouwer Der Handel liegt mir im Blut
Wir können die Zukunft nicht vorhersagen. Aber wir können Trends und Entwicklungen beobachten und besprechen. Genau das machen wir in dieser Ausgabe des VAEX Magazins.
Interview Peter Maat
Interview Kristina Satsenko
VAEX und Maat Viehhandel, Partner seit über 10 Jahren.
Russland ist groß und die Möglichkeiten sind nahezu endlos
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Ein Schritt in Richtung Zukunft Auf dem Weg in die Zukunft treffen Viehhändler, Bauern, Viehtransportunternehmer und sonstige Unternehmen in der Branche auf eine Vielzahl von Hindernissen. Das fordert viel Anpassungsvermögen und Flexibilität von ihnen. Auch der gesellschaftliche Druck und das Tierwohl spielen eine immer größere Rolle. Wie geht die Branche mit diesen Hindernissen um? Welche Entwicklungen gibt es? In dieser Ausgabe reden wir mit unterschiedlichen Branchenspielern und Geschäftspartnern über die diversen Trends und Entwicklungen. Wir sprechen unter anderem mit vier internationalen Jungunternehmern. Was erwarten sie
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von der Zukunft? Helma Lodders, Vorsitzende vom niederländischen Verband der Viehhändler (Vee & Logistiek) äußert ihre Sorgen über die aktuelle politische Diskussion: das Verbot von Tiertransporten über lange Strecken. Wir sprechen mit vier Marktparteien über die Zukunft des gesamten Zyklus, von der genetischen Linie bis zur Fleischverarbeitung. Gemeinsam mit dem Team von VAEX stellen wir uns gern allen Herausforderungen der Zukunft. Indem wir noch einen Schritt weitergehen. Unbekannte Grenzen erkunden. Gemeinsam nehmen wir die Zukunft ins Visier. Immer weiter, immer vorwärts.
Dirk Govers, CEO
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Die Welt von Vieh und Fleisch, in der sich VAEX bewegt, ist dynamisch. In einer Reihe von Beiträgen sprechen fünf führende Unternehmer in der Fleischproduktionskette über ihre Sicht der nächsten Jahre. Welche Entwicklungen, Chancen und Bedrohungen sehen sie in ihrem Arbeitsbereich? Auf dem Weg vom Samen zum Kotelett werden Viehzucht, Schlachtbetrieb, präventive und kurative Tiergesundheit sowie Handel und Logistik ins Scheinwerferlicht gerückt.
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DanBred gehört zu den führenden Schweinezuchtunternehmen der Branche. Die Kernzucht und die Grundlagenforschung finden in Dänemark statt. Hier werden Zuchtkenntnisse, Kontrolle und Registrierung zusammengefasst und anhand von Zuchtzielen werden genetische Fortschritte angestrebt. Die Schweine sollen schneller wachsen und mit möglichst wenig Futter einen hohen Anteil an hochwertigem Fleisch produzieren. Jedes Jahr wird es auf der Grundlage des genetischen Trends 2 Euro günstiger, ein DanBred-Schwein zur Schlachtreife zu bringen. Mit Indexzucht und zentraler Steuerung lassen sich auf dem schnellsten Weg die meisten Vorteile erzielen. Die Effizienzoptimierung ist und bleibt erforderlich, weil die weltweite Nachfrage nach Schweinefleisch in den nächsten Jahrzehnten kontinuierlich steigen wird. In dem Bereich hat DanBred Großes vor. Dank der DanBred-Genetik sind die Schweine Jahr für Jahr um durchschnittlich 20 Gramm pro Tag schneller gewachsen. Und die-
se Entwicklung wird sich künftig fortsetzen. Innerhalb von fünf Jahren hofft DanBred, ein zusätzliches Wachstum von weiteren 100 Gramm realisieren zu können. Technologien wie die genomische Selektion und die Selektion nach Metaboliten, die beim Stoffwechselprozess entstehen, ergeben einen zusätzlichen genetischen Fortschritt. Der Trend des schnelleren Wachstums bei niedrigerem Futtereinsatz setzt sich in beschleunigter Form durch. In diesem Beschleunigungsprozess vergessen wir auch die Schweinezüchter nicht und versehen sie mit grundlegenden Kenntnissen über Futter, Gesundheit und Management. Dadurch sind die Schweinezüchter weltweit in der Lage, mehr aus dem genetischen Potenzial ihrer Schweine herauszuholen. Bei der Zucht von Sauen wird die Überlebensrate der Ferkel bis zur Schlachtlinie künftig stärker in den Fokus gerückt. Anders gesagt, es sollen robuste und sozialverträgliche Ferkel geboren werden. Ziel ist es, die Mastställe mithilfe von immer weniger Säu-
Quelle: Stefan Derks
BLICK IN DIE ZUKUNFT
BESCHLEUNIGUNG VON WACHSTUM UND FUTTERVERWERTUNG BEI SCHWEINEN
Name: Stefan Derks Funktion: Geschäftsführer Unternehmen: DanBred Niederlande & Klasse Ki
en mit ruhigen Tieren zu füllen, die ihre Leistung erbringen und mittelfristig mit intakten Schwänzen gehalten werden können. Nachkommen der DanBrad Duroc-Eber passen hervorragend in diese Zukunftsvision und ermöglichen das beste Verdienstmodell.
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DER AUSTAUSCH VON DATEN MACHT DEN UNTERSCHIED
Name: Jaap de Wit Funktion: Geschäftsführer Einkauf Unternehmen: Westfort
Abweichungen auftreten, lässt sich der Besamungseber auf einfache Weise zurückverfolgen. Wir haben die Daten immer zur Hand. Sie können beispielsweise auch per Mausklick für Berichte oder Kontrolle zur Verfügung gestellt werden. Für diese Daten werden die Schweinebauern von uns belohnt. Mit allen anderen Gliedern der Kette teilen wir kontinuierlich Wissen und Informationen, damit auch sie dazu beitragen, das KDV-Netzwerk zu optimieren und hochwertige Schweine zu produzieren. Kerngesunde Tiere, die auf dem Bauernhof eine maximale Leistung erbringen und die wir optimal vermarkten können. Der Austausch aktueller Daten macht den Unterschied und gewinnt enorm an Bedeutung.
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Produktionsunternehmen. Wir arbeiten in einem Netzwerk von Schweinebauern, Zulieferern, Händlern, Schlachthöfen, Pharmaunternehmen und Wissenschaftlern zusammen. Beim (inter)
Name: Sven Cooremans Funktion: Schweinetierarzt Unternehmen: Tierarztpraxis Lintjeshof
werden mit dem individuellen Schwein verknüpft. Sämtliche Informationen reisen in einem digitalen Ferkelpass als Gesundheitsnachweis mit dem Tier mit. Die Schweinebauern nutzen die Gesundheitsdaten zur Verbesserung der technischen Ergebnisse. Der Datenfluss zum Schutz der Gesundheit wird durch die Einführung neuer Technologien wie Videokameras und Tonsensoren um ein Vielfaches ansteigen. Die Verknüpfung von Datensätzen und die Durchführung korrekter Analysen spielen beim Management der Tiergesundheit eine ausschlaggebende Rolle. Die Optimierung der Tiergesundheit und Biosicherheit erfordern unsere kontinuierliche Aufmerksamkeit. Indem wir einen Schritt weitergehen und versuchen, uns von betriebsbedingten Krankheiten zu befreien, werden wir mehr Ruhe, ein
positiveres Image und bessere Handelsbedingungen erzielen. Die Bedeutung maßgeschneiderter Arbeit wächst und führt zu einer intensiven Zusammenarbeit mit Kunden und ihren Händlern. Eine gute Gesundheit der Ferkel und die Qualitätssicherung in Bezug auf Krankheiten sind wesentliche Aufgaben. Wir wissen nur zu gut, dass sich Krankheiten oftmals negativ auf die Handelsströme auswirken. Screenings und Impfstrategien werden an die Marktanforderungen und an die Regionen, in welche die Ferkel gelangen, angepasst. Man muss exakt wissen, was der Abnehmer wünscht und dafür sorgen, dass es genau so realisiert wird. An diesem Gesundheitspuzzle muss sich auch der Handel beteiligen.
Quelle: Paul Verhoeven
GESUNDE SCHWEINEPRODUKTION ERFORDERT HYGIENECOACHING
Quelle: Sven Cooremans
GESUNDHEIT IN DER GESAMTEN KETTE UNTERSTÜTZEN Die qualitätsgeprüften Schweinetierärzte von Lintjeshof in den Niederlanden arbeiten auf der Grundlage eigener Erkenntnisse und Spezialisierungen an Gesundheitslösungen für
In unserem Unternehmen entwickeln wir eigene Screeningprogramme und in unserem hauseigenen Labor führen wir routinemäßig Kontrollen auf PRRS, APP, Mykoplasmen und die Glässer-Krankheit durch. Beim Handel mit Ferkeln werden die Tiere auch auf die afrikanische Schweinepest kontrolliert. All diese Daten sowie die Angaben zu Medikamenten und Impfungen
Quelle: Jaap de Wit
Westfort ist ein Fleischverarbeiter mit einem engen Bezug zum Netzwerk für nachhaltige Schweinezucht (keten duurzaam varkensvlees, KDV). Die Tiere von circa 250 KDV-Schweinemästern landen in unserem modernen Schlachthof und Verarbeitungsstandort in IJsselstein. Wir investieren kontinuierlich in eine effiziente Fleischverarbeitung, indem wir die Aktivitäten dort konzentrieren. 95 Prozent der niederländischen Verbraucher essen mindestens einmal wöchentlich Fleisch. Sie möchten auch künftig tierisches Eiweiß konsumieren, was das Schlachten von Tieren weiterhin erforderlich macht. Außerdem wächst die Aufmerksamkeit für das Tierwohl, den ökologischen Fußabdruck und die Erfüllung bestimmter Anforderungen, beispielsweise dass Fleisch von Schweinen gewünscht wird, die in ihrem ganzen Leben nicht mit Antibiotika behandelt oder mit Soja gefüttert wurden. Die Abnehmer dieses Schweinefleischs fordern Transparenz und verlässliche Garantien. Um das im KDV-Netzwerk organisieren zu können, haben wir bereits vor sechs Jahren damit begonnen, den Tieren Ohrenmarken mit einem Chip zu setzen. Mittlerweile arbeiten 150 KDV-Schweinemäster mit der elektronischen Tiererkennung und erfassen für jedes Schwein bestimmte Daten. Im Schlachthof kommen zu diesen Daten noch technische und finanzielle Informationen hinzu. So gelingt in der Produktionskette eine bessere Steuerung in Sachen Genetik, Gesundheit und Ertragssteigerung. KDV-Betriebe können sich auf diese Weise mit Schweinemästern, die in gleicher Weise arbeiten, vergleichen und bei Bedarf gezielt nachsteuern. Der Vorteil unseres Data Warehouse in der Cloud besteht darin, dass sich Fehlerkosten schnell aufspüren lassen. Wenn bei den Mastschweinen bestimmte
nationalen Handel mit Ferkeln und Mastschweinen dreht sich alles um die Gewährleistung der Tiergesundheit. Im Rahmen der Produkthaftung, sowohl von Medikamenten als auch von Tieren und Fleisch, kommt es vorrangig auf die Transparenz der Gesundheitsdaten und eine ehrliche Kommunikation an. Die individuelle Tiererkennung mithilfe von Transpondern wird dabei höchstwahrscheinlich eine entscheidende Rolle spielen.
Name: Paul Verhoeven Funktion: HyCare-Spezialist Unternehmen: MS Schippers
Die Arbeit mit gesunden Schweinen in einer angenehmen Stallumgebung ist in jeder Hinsicht nachhaltiger. Ferkel und Mastschweine fühlen sich wohl, wachsen schneller, verwerten das Futter besser, brauchen keine Antibiotika und sind für den Schweinebauer am ertragreichsten. Und auch die Mitarbeiter haben mehr Freude an der Arbeit. Sauberkeit wirkt sich positiv auf die Ausstrahlung des Schweinemastbetriebs und der Branche aus. Die Hygiene in den Betrieben ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass die Tiere nicht krank werden und sich gegenseitig nicht anstecken können. HyCare ist eine Methode, bei der die Hygiene in Schweinemastbetrieben mithilfe von strikten Protokollen auf hohem Niveau gehalten wird. Ein gutes Hygienemanagement auf dem
Bauernhof ist ein enormer Gesundheitsgewinn. Das bedeutet unter anderem, dass leicht und gründlich zu reinigende Oberflächen und für jede Tierkategorie bzw. jeden Stall ideale Lauflinien vorhanden sind. Außerdem erfordert es den Einsatz von Handschuhen und Überziehschuhen und eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Futter- und Wasserhygiene aus Gründen der Darmgesundheit. Mit der HyCare-Methode lässt sich die Ausbreitung eventueller Infektionen innerhalb der Stallmauern auf ein Mindestmaß beschränken. Bei der Infektionsprävention ist es überaus wichtig, dass konsequent in korrekter Weise gearbeitet wird. Das Erlernen und die Anwendung neuer Verhaltensmuster ist schwierig. >
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Insbesondere bei stark wachsenden Betrieben mit zunehmendem Arbeitsdruck. Ein Hygienecoaching ist deshalb für den kontinuierlichen Erfolg von wesentlicher Bedeutung. Anders gesagt: Der zukunftsfeste Schweinebauer führt in seinem Unternehmen die Regie und umgibt sich mit einem Team, das aus einem Futterberater, ei-
nem Tierarzt und einem Hygiene- oder HyCare-Coach besteht. Dass unsere Methode effektiv ist, zeigt die wachsende Zahl von Schweinebauern, die weltweit damit angefangen haben. Schweine, die in einer keimarmen HyCareUmgebung aufwachsen, zeigen bessere Leistungen und haben einen
Mehrwert. Die nachgeschalteten Glieder der Kette, wie Handel, Transport und Verarbeitung, können dazu beitragen, den Gesundheitsvorteil auch am Markt optimal auszunutzen. So heben wir die gesamte Schweinefleischkette in Sachen Lebensmittelsicherheit und Image gemeinsam auf ein höheres Niveau.
VERBINDENDE ROLLE FÜR EINE ZUNEHMENDE ANZAHL VON GESCHÄFTSPARTNERN Dank der vielen Geschäftsverbindungen und dem großen internationalen Netzwerk von VAEX können wir Schweine und Färsen vereinbarungsgemäß zum richtigen Bestimmungsort bringen. Orte, an denen ein Überschuss an Ferkeln herrscht, können wir mit den Gebieten verbinden, in denen ein Mangel vorliegt. Marktwissen und die richtigen Geschäftsverbindungen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Coronakrise und die Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest haben das Geschäft komplexer und herausfordernder gemacht, insbesondere in Deutschland. Aber in Krisenzeiten laufen wir zur Höchstform auf, unsere Stärke und unser Mehrwert für die europäische Viehzucht kommen dann optimal zum Ausdruck. Fakt ist, dass der Schweinemarkt in der EU auch künftig einem steten Wandel unterliegen wird. In den Niederlanden und in Deutschland wurde die Reduzierung der Zahl der Sauen in Angriff genommen. Eine Entwicklung, die sich noch eine Weile fortsetzen wird. Die strukturelle Zusammenarbeit mit unserem dänischen Partner beim Absatz von dänischen Ferkeln bildet eine stabile Grundlage. Auf dem polnischen Absatzmarkt für Ferkel sieht es weiterhin so aus, dass mal Vollgas gegeben und mal hart auf die Bremse getreten wird. In Spanien wächst die Schweinemast rasant und gleicht damit den Rückgang von Schweinen im Nordwesten Europas aus. Der Absatz niederländischer Ferkel nach Spanien befindet sich zurzeit auf dem Höhepunkt und es kann gut sein, dass Spanien in einigen Jahren selbst zum Ferkelexporteur wird. Die Einkaufsgebiete von Ferkeln verändern sich und VAEX passt sich diesen Entwicklungen an, indem wir neue Handelskanäle aufbauen. 8 | VAEX MAGAZIN NR.4 - 09/2021
Handelspartner auf dem dynamischen Schweinemarkt Rumäniens. Zahlungssicherheit und die Einhaltung von Vereinbarungen werden von den Marktparteien geschätzt und führen zu neuen Kooperationen und Handelsströmen. Den dort und in den Nachbarländern entstehenden Markt bespielen wir mit unserem engagierten rumänischen Team in Arad. Zu den Grundvoraussetzungen im Ferkelhandel gehören offene und ehrliche Angaben zu Herkunft und Tiergesundheit. Zu wissen, was man kauft und verkauft, ist unerlässlich. Dafür braucht es zuverlässige Angaben der Schweinebetriebe. Die Abnehmer fordern Transparenz, weil sie mit gesunden Tieren effizient arbeiten und daraus sichere Produkte herstellen können. Grundlegende Sachen sind Hygiene, sorgfältige Impfpläne für Ferkel und die Erstellung von Gesundheitskriterien für die jeweiligen Tierkategorien. Die Forderung nach Lebensmittelsicherheit und einem minimalen Einsatz von Antibiotika sind in allen Märkten in der EU ein wichtiges Thema, auch wenn jedes Land das in der Praxis anders umsetzt. Weltweit spielen diese Gesundheitsthemen ebenfalls eine wichtige Rolle, während der Bedarf an sicherem tierischem Eiweiß zugleich auf der ganzen Welt stetig wächst. Indem man mit dem Fleisch zusätzliche Informationen mitschickt, können die Exporteure in der EU darauf gezielt reagieren. Gesellschaftlicher Druck und Tierwohl spielen bei Viehtransporten eine immer prominentere Rolle. Über die Beschränkung der Dauer von Tiertransporten in der EU wird heftig diskutiert, ebenso über den Transport von Vieh in Drittländer. Die Beschränkung der Fahrzeit auf beispielsweise acht
Stunden für den Transport von Schlachtvieh zum Schlachthof ist nachvollziehbar. Aber wenn solche Beschränkungen auch für den Absatz von Ferkeln gelten sollten, bekommen Länder wie Dänemark und die Niederlande ernsthafte Probleme. Ich glaube daher auch nicht, dass die EU in den nächsten Jahren den Beschluss fassen wird, die Tierströme auf diese Weise zu regionalisieren. Ein Punkt, der mir allerdings Sorgen bereitet, ist ein mögliches europäisches Transportverbot von Tieren bei Temperaturen über 30 Grad. Das würde nämlich bedeuten, dass in bestimmten Regionen drei Monate pro Jahr keine Tiertransporte stattfinden könnten. Unvorstellbar und unmöglich. Innovative Transportmittel zum klimatisierten Transport von Tieren wären eine Lösung. Das verlangt allerdings Kreativität von den Karrosseriebauern, damit die Mehrkosten nicht in die Höhe schießen, und auch die Unterstützung der Kontrollbehörden. In den nächsten Jahren möchte VAEX sich intensiver mit dem Handel von Fleisch und Schlachtkörpern befassen. Ich gehe beispielsweise davon aus, dass sich das Schlachten von Ferkeln mehr in der Region abspielen wird, wodurch sich neue Möglichkeiten für diesen spezifischen Handelsstrom bieten werden. Wir werden unser großes Netzwerk für den Ausbau des Handels mit Fleisch und Schlachtkörpern benutzen. Daraus entsteht die Hoffnung, dass wir bei der Koordination der Anlieferung und Abfuhr bei kleinen bis mittelgroßen Schlachthöfen und Fleischverarbeitern in hauptsächlich Ostund Südeuropa eine prominentere Rolle spielen werden.
Name: Dirk Govers Funktion: Geschäftsführer Unternehmen: VAEX The Livestock Traders
Italien bleibt ein Importmarkt für gute und schwere Ferkel. Die Entwicklung zu geschlossenen Betriebsstrukturen passt nicht zur italienischen Lebensart. Indem wir diesen sozialen Markt für die Produktion von schweren Ferkeln nach Maß bedienen, halten wir den Ferkelhandel stabil und können weiterhin nach Chancen Ausschau halten. Ebenso wie Polen wird auch Rumänien in den nächsten Jahren mit der Afrikanischen Schweinepest leben müssen. VAEX agiert bereits seit fünfzehn Jahren als zuverlässiger THE LIVESTOCK TRADERS | 9
Helma Lodders wurde am 8. Mai 2021 zur Vorsitzenden des Verbands der Viehhändler (Vee & Logistiek Nederland) berufen. Bis vor Kurzem war Frau Lodders landwirtschaftliche Sprecherin der niederländischen Liberalen (VVD) im niederländischen Parlament. Davor war sie unter anderem Dezernentin in Zeewolde. Ihr Mann betreibt ein Milchviehunternehmen und ihre Großväter waren beide Viehhändler.
Am 7. Juni hat Helma Lodders das Unternehmen VAEX besucht. In ihrer neuen Funktion möchte sie möglichst viele Mitglieder des niederländischen Verbands der Viehhändler und auch die Branche kennen lernen. Zu diesem Zweck besucht sie diverse Unternehmen, worunter auch VAEX.
Quelle: Helma Lodders
Gastbeitrag Helma Lodders
MORGEN IST HEUTE
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Heute an der Zukunft von morgen arbeiten: Das ist das Motto einer Vielzahl von Unternehmern in der Viehlogistik. Unternehmer, die kontinuierlich nach Möglichkeiten zur weiteren Steigerung des Tierwohls während des Transports suchen. Niemand hat etwas davon, wenn Tiere gestresst oder verletzt an ihrem Bestimmungsort ankommen; insbesondere die Viehhändler, Transporteure oder Exporteure nicht. Deshalb stehen die Qualität des Viehtransports und das Tierwohl ganz oben auf der viehlogistischen Agenda. Dafür kenne ich eine Menge schöner Beispiele. Bei VAEX ist der neueste, isolierte Viehtransporter mit Querlüftung, einem Kühlmotor und einer Karosseriekühlung ausgestattet. Damit kann die Lufttemperatur im Viehwagen um einige Grad gesenkt werden. Außerdem können die Tiere wegen des kühleren Luftstroms unterwegs extra Feuchtigkeit verdampfen. Innovativ, nachhaltig und zukunftsfest. Nächstes Jahr (im Herbst 2022) steht in Europa die Änderung der Transportverordnung auf der Agenda. Unsere Landwirtschaftsministerin hat der politischen Debatte kürzlich schon einmal vorgegriffen, indem sie ankündigte, Ferntransporten von Tieren verbieten zu wollen.
Eine beunruhigende Entwicklung. Für die Position der niederländischen Branche, aber auch für Länder, die wir mit unserem hochwertigen (Zucht-)Vieh beliefern. Wir leisten einen Beitrag zur Lebensmittelproduktion in einer Vielzahl von Schwellenländern. Die Forderung des Verbands der Viehhändler lautet daher: wissenschaftlich fundierte, aber praxistaugliche Regeln und Normen für unsere Unternehmer. Dazu erforschen wir beispielsweise selbst das Tierwohl während des Transports, und zwar in einer Kooperation mit dem niederländischen Landwirtschaftsministerium und der Universität Wageningen University & Research. Ich bin voller Zuversicht, dass diese Forschung uns den Nachweis liefern wird, dass niederländische Viehtransporteure über kompetentes Wissen und einen ordentlichen Fuhrpark verfügen, damit unser schönes niederländisches Vieh in Topkondition und stressfrei an seine Zielorte gelangt. Auch wenn dieser Zielort womöglich weiter als acht Stunden oder 500 km Fahrt entfernt liegt.
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"Partner seit über 10 Jahren” 2010 hat VAEX erstmalig einen Geschäftsabschluss mit Peter Maat getätigt. Seitdem exportieren sie jedes Jahr gemeinsam eine Vielzahl von Kühen. VAEX steht in ständigem Kontakt mit Axel Blume (Ein- und Verkauf), obwohl das im Grunde überflüssig ist. Denn VAEX und Maat Viehhandel verstehen sich mit wenigen Worten und wissen genau, was sie voneinander erwarten können. Sie vertrauen sich gegenseitig. „Vertrauen ist sehr wichtig. Bei uns lautet die Devise `VAEX first´. VAEX ist unser fester Abnehmer, mit dem wir immer zuerst planen. Solche Geschäftsbeziehungen wie mit VAEX sind wesentlich für die Zukunft“, sagt Peter. Der Niederländer Peter Maat (50) ist Inhaber von Maat Viehhandel GmbH & Co. KG. Er ist praktisch mit dem Viehhandel groß geworden, denn sein Großvater und sein Vater waren beide ebenfalls Viehhändler. Mit 18 Jahren wird er Lkw-Fahrer für internationale Viehtransporte. Fünf Jahre später handelt er selbst mit Vieh. Er sieht gute Chancen in Mecklenb u r g -Vo r p o m m e r n und lässt sich dort als selbstständiger Viehhändler nieder. Mittlerweile wohnt er zusammen mit seiner Frau und seinen 3 Töchtern schon seit 25 Jahren in Deutschland und blickt mit Stolz auf sein erfolgreiches internationales Unternehmen Maat Viehhandel. Peter ist am liebsten unterwegs. Um Rinder einzukaufen. Die Arbeit mit den Rindern gehört für ihn zu den schönsten Seiten seiner Arbeit. Vor 25 Jahren war er ausschließlich auf der Straße zu finden. Aber als Geschäftsführer wird er heute auch im Büro
gebraucht. Da er seinen Mitarbeitern allerdings viel Verantwortung und Freiheiten überträgt, kann er dennoch häufig außer Haus sein. Und wenn er die Möglichkeit hat, klettert er gern auch hinter das Steuer eines Lkws. Neben seiner Tätigkeit auf dem Bauernhof, ist das ein echtes Hobby von ihm.
Quelle: Peter Maat
„VOM KALB BIS ZUM KONSUMENTEN“
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In Zukunft möchte Peter mehr in der Tiefe als in der Breite arbeiten. Vom Kalb bis zum Konsumenten. Die gegenwärtigen Prozesse optimieren. Der Handel mit Zuchtrindern erfordert darüber hinaus Persönlichkeit und Vertrauen. Dass die Digitalisierung hier bald Einzug halten wird, hält er für unwahrscheinlich. Die Händler möchten die Kühe gern Stück für Stück mit eigenen Augen betrachten. Peter kann nur schwer einschätzen, wie sich die Diskussion für die gesetzliche Regelung von Ferntransporten von Tieren entwickeln wird. „Vor 25 Jahren wurde darüber auch
schon diskutiert. Seitdem sind in der Branche bereits große Schritte zur Optimierung des Transports unternommen worden“ erzählt Peter. „Es ist von beiden Seiten wichtig, gemeinsam ein gutes Ergebnis zu erzielen. VAEX und Maat Viehhandel sorgen zusammen dafür, dass die Fahrten möglichst reibungslos verlaufen, damit die Kühe auf sichere und gesunde Weise exportiert werden.“
Maat Viehhandel besteht seit fast 25 Jahren und hat seinen Sitz in Vietgest im Landkreis Rostock. Mit einem Team von 20 Mitarbeitern handelt das Unternehmen international mit Rindern. 2006 erfolgte die Übernahme eines Schlachthofes und eines Futtermittelbetriebs. In demselben Jahr kaufte Familie Maat noch einen Bauernhof mit 900 Kühen.
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Rijkevoort Name: Lisa Cornelissen (29) und Luc Cornelissen (27) Unternehmen: Varkenshouderij Cornelissen B.V. Geschäftsaktivitäten: Das Management von neun Niederlassungen, gemeinsam mit dem Vater und zwei weiteren Brüdern. Sie sind sowohl im Büro als auch im Stall zu finden. Unter anderem zuständig für Personalangelegenheiten, Transport, Verwaltung und Arbeit in den Ställen.
Essen-Addrup Rijkevoort
JUNGUNTERNEHMER ZU WORT Ariano nel Polesine
Markusica
Warum habt ihr euch für diesen Beruf entschieden? Er wurde uns in die Wiege gelegt. Unser Familienunternehmen existiert nämlich seit vier Generationen. Der Betrieb und die Branche sind uns von Kindesbeinen an vertraut. Wir sind sozusagen damit groß geworden. Wie sieht eurer Betrieb in 10 Jahren aus? „Ein Team, eine Aufgabe“. So würden wir unsere gegenwärtige Arbeitsweise bei Cornelissen beschreiben. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern leiten wir die Standorte, aber wir sind selbst auch regelmäßig in den Ställen zu finden. Dort wo eine helfende Hand gebraucht wird, springen wir gern ein. Das wird auch in Zukunft zweifellos so bleiben. Unser Ziel ist es, künftig ein Unternehmen mit einem geschlossenen System zu werden. Wir machen schon eine ganze Menge, vom Futteranbau über Gülleverarbeitung bis hin zur nachhaltigen Energieproduktion. Wir möchten ‚den Kreis schließen‘ und den gesamten Prozess in eigener Regie durchführen. Darüber hinaus verlangt die Gesellschaft unserem Unternehmen und unseren Mitarbeitern eine Menge ab. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass wir unseren Betrieb in den nächsten Jahren transparenter machen und nach außen darstellen, womit wir uns den ganzen Tag beschäftigen. Dieses Ziel werden wir nicht nur als Einzelunternehmen erreichen können, sondern nur gemeinsam mit der gesamten Branche.
Wie wird die Branche in 10 Jahren aussehen? In 10 Jahren werden wir nach wie vor Schweinezüchter sein, aber in anderer Form. Die Gesetze und Verordnungen werden verschärft. Verständlich zwar, aber wir hoffen dennoch, dass wir den Anforderungen in Zukunft noch gerecht werden können. Wir sind zu Investitionen bereit, aber die ganze Sache muss sich auch tragen. Wir beobachten die Entwicklungen in Bezug auf die Gesetze und Verordnungen ganz genau, damit wir vorbereitet sind. Integrationen schließen wir in den Niederlanden erst einmal aus. Aber im Ackerbau und in der Gülleverarbeitung kann man das schon feststellen, und dieser Trend wird sich künftig wohl halten. Im Allgemeinen sind die niederländischen Agrarunternehmer sehr ehrgeizig und nutzen gern ihre Chancen. Welche Herausforderungen bringt die Zukunft? Eine der Herausforderungen, mit der wir schon jetzt konfrontiert werden, ist das Finden und Halten von geeigneten Mitarbeitern. Die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen und die Steigerung der Attraktivität des Unternehmens wird auch künftig eine Herausforderung bleiben. Wir haben große Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Generell Fachkräfte zu finden. Deshalb versuchen wir die Jugendlichen in der Region für die Schweinezucht zu motivieren und zu interessieren.
Ariano nel Polesine Naam: Michele Grandi (31) Unternehmen: Az. Agricola Grandi Geschäftsaktivitäten: Inhaber eines Bauernhofs mit 60 Hektar Land und 4000 Schweinen.
Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? Seit Ende meines Studiums war es immer mein Wunsch,
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den Betrieb, den meine Eltern 20 Jahre lang aufgebaut haben, fortzuführen. Sie haben mit einem kleinen >
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Stall für Kühe angefangen, den sie später zu einem Ferkelund Säuestall erweitert haben. Die Arbeit als Bauer liegt nicht jedem. Der Zeitdruck und die unvorhersehbaren Arbeitszeiten lassen nur wenig Raum für Freizeit. Aber seitdem ich damit begonnen habe, liebe ich diese Arbeit. Mit der Unterstützung und dem Vertrauen meiner Eltern führe ich jetzt unseren Bauernhof. Dieser liegt im wunderschönen Po-Delta in der Provinz Rovigo. Wie sieht dein Betrieb in 10 Jahren aus? Ich habe gelernt, dass Schweinezucht mehr ist als Gummistiefel anziehen und den ganzen Tag im Stall stehen. Wir müssen uns bewusst machen, dass die Arbeit weit mehr mit sich bringt. Es ist erforderlich, dass wir uns auf alle Hindernisse vorbereiten, die wir im täglichen Geschäft vorfinden, und wir müssen diesen Hindernissen ins Auge sehen. Von den genetischen Aspekten bis hin zum Futter. Wir werden in absehbarer Zeit Entscheidungen treffen müssen. Ich sage immer ‚das Glas ist halbvoll‘. Und so gehe ich die Sache auch an. Mein Ziel für die nächsten 10 Jahre ist, dem Betrieb eine starke wirtschaftliche Struktur zu geben und die Produktion um 50 % zu steigern.
Wie wird die Branche in 10 Jahren aussehen? In meinen Augen hat jeder die Möglichkeit, sich für das Wachstum der Branche einzusetzen. Aber die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass es immer besser ist, mittelfristig zu planen. Leider haben die Wirtschaftskrise, die Pandemie, Krankheiten und steigende Rohstoffpreise das Wachstum der Branche in der letzten Zeit stark beeinträchtigt. Welche Herausforderungen bringt die Zukunft? Ich habe zwar keine Glaskugel, aber ich glaube, dass die Zukunft der Schweinezucht komplett von der Genetik bestimmt werden wird. Diese muss optimale Leistungen erbringen und den Verkaufspreisen gerecht werden. Darüber hinaus hoffe ich sehr, dass die Zusammenarbeit zwischen der Lebensmittelindustrie und der Schweinezucht ausgebaut wird. Die Verwendung von Lebensmittelrestströmen als Tierfutter wird den Weg in eine grüne Zukunft ebnen.
künftigen Generationen mit Leidenschaft und Freude in der Agrarwirtschaften arbeiten wollen. Ich gehe davon aus, dass die künftige Generation die Agrarwirtschaft digital nach vorn bringen und so das Ansehen der Branche positiv beeinflussen wird. Welche Herausforderungen bringt die Zukunft? Aufgrund der ständig wechselnden Bedingungen der Abnehmer an die Lebensmittelindustrie und der verschärften
Gesetze und Verordnungen wird der Handel mehr investieren müssen. Die Abnehmer haben beim Einkauf einen immer kritischeren Blick. Das bedeutet, dass die Vermarktung des richtigen Produkts beim richtigen Abnehmer eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Das Niveau der Viehzucht, die Etikettierung sowie die Geburts- und Zuchtstätte der Tiere werden für den Abnehmer bei seiner Auswahl entscheidend sein. Das kann für den wirtschaftlichen Erfolg im Viehhandel von wesentlicher Bedeutung sein.
Markusica Name: Mile Gvojić (36) Unternehmen: OPG Marko Gvojić Geschäftsaktivitäten: Inhaber. Management des kompletten Landwirtschaftsund Viehzuchtzyklus. Schweineund Rindermast.
Essen-Addrup Name: Rene Vaske (28) Unternehmen: Bernard Vaske Viehhandel Geschäftsaktivitäten: Ein- und Verkauf von Schlachtschweinen und Ferkeln sowie das Einplanen, Markieren und Transportieren von Tieren.
Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? Meine Leidenschaft für den Viehhandel hat schon in sehr jungen Jahren begonnen. Als kleines Kind begleitete ich meinen Vater oft beim Entladen von Ferkeln und Schweinen. Von da an wurde mir schnell klar, dass meine Zukunft im Familienunternehmen meiner Eltern liegen würde. Als Vorbereitung auf meine Arbeit habe ich unter anderem eine Ausbildung als Händler für den Auslandshandel in der Vieh- und Fleischbranche absolviert. Wie sieht eurer Betrieb in 10 Jahren aus? Dank der Struktur unseres Familienunternehmens haben wir zurzeit eine gute Marktposition. Trotz der sinkenden Anzahl der Tiere werden wir auch künftig eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten. Auf diese Weise hoffen wir, unseren Betrieb weiter ausbauen und ein zuverlässiger Handelspartner
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bleiben zu können. Außerdem gehe ich davon aus, dass Gesetze und Verordnungen mit den entsprechenden Anforderungen im Viehhandel eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Solange wir künftig diese Anforderungen erfüllen und weiterhin mit unseren Kunden und Lieferanten zusammenarbeiten, können wir gemeinsam die moderne Produktion eines gefragten Endprodukts fördern.
Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? Unser Familienunternehmen existiert seit vielen Jahren. Ich bin die dritte Generation. In jungen Jahren habe ich meine Leidenschaft für dieses Fach entdeckt. Die Arbeit passt gut zu mir. Ich gehe jeden Tag mit Freude zur Arbeit. Wie sieht eurer Betrieb in 10 Jahren aus? Man muss natürlich Ziele haben und sein Wissen sowie seine Fähigkeiten ausbauen. Mein Ziel ist es, die Produktion in den nächsten zehn Jahren um 30 % zu steigern. Darüber hinaus möchte ich meine eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten, aber auch die meiner Mitarbeiter erweitern. Ferner möchte ich in die Modernisierung der bestehenden Mastbetriebe investieren und einen neuen Schweinestall bauen. Wie wird die Branche in 10 Jahren aussehen? In den europäischen Produktionsbranchen, also auch in der Agrarwirtschaft, ist vieles im Wandel begriffen. Neue Gesetze
und Verordnungen in Bezug auf Tierwohl und Umweltschutz verlangen uns ein hohes Maß an Flexibilität ab. Das wird künftig auch so bleiben. Von der Art und Weise, wie man damit umgeht, wird die Zukunft des Betriebs abhängen. Obwohl ich ein guter Schüler war, habe ich die Schule verlassen, um mich der Landwirtschaft und der Schweinezucht zu widmen. In zehn Jahren hoffe ich in der Agrarwirtschaft ausdauernde und entschlossene Personen mit Leidenschaft für das Fach anzutreffen. Welche Herausforderungen bringt die Zukunft? Nur wer sich traut, Risiken einzugehen, wird belohnt. Nach dieser Devise meistere ich sämtliche Hindernisse und Herausforderungen, die mir als Unternehmer begegnen. Egal, ob sie gut oder schlecht sind. Davon kann ich nur lernen. Und diese Erfahrungen kann ich wiederum für die Zukunft meines Unternehmens nutzen.
Wie wird die Branche in 10 Jahren aussehen? Meiner Meinung nach liegt die Zukunft der Agrarwirtschaft in den Händen der Politik. Es ist Sache der Politik, den Bauern trotz sich ständig wandelnder Gesetze und Verordnungen eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten. Nur so kann die Zukunft der Bauern gesichert und die Kontinuität der Branche gewährleistet werden. Nur wenn dies gelingt, werden auch die >
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Gerts Liste: Gert Posthouwer (34) arbeitet schon wieder fast drei Jahre als Ein- und Verkäufer von Ferkeln und Schweinen bei VAEX. Aber im Viehhandel ist er schon viel länger unterwegs. Gert wusste schon früh, dass er etwas mit Handel und Transport machen wollte. Die Affinität dazu hatte er von zu Hause mitbekommen. Sein Vater war nämlich auch ein Leben lang im Viehhandel tätig. Schon als kleines Kind zeichnete Gert Lkw mit seinem eigenen Namen, die Schweine transportierten. Nicht verwunderlich also, dass Gert nach seinem Schulabschluss sofort den Lkw-Führerschein machte und Lastwagenfahrer geworden ist. Als Fahrer hat er unterschiedliche Arten von Vieh transportiert und viele schöne Orte in Europa kennen gelernt. Mit 23 Jahren kaufte Gert seinen ersten eigenen Lkw und machte sich selbstständig. Das war der Moment, da Gert erstmals mit VAEX in Kontakt kam. Seinen allerersten Lkw kaufte er nämlich bei VAEX und lernte dort Pim Govers kennen. Mit 31 Jahren suchte Gert eine neue Herausforderung, was Pim zu Ohren kam. Gert hatte sich die Fortsetzung seiner beruflichen Laufbahn gut überlegt und eine Liste mit Bedingungen erstellt, die sein neuer Job erfüllen musste. VAEX entsprach all diesen Bedingungen.
WUSSTEN SIE, DASS ... Pim indirekt das Hochzeitskleid von Gerts Frau bezahlt hat? Sie hat das bis heute nicht vergessen.
DER HANDEL LIEGT MIR IM BLUT 18 | VAEX MAGAZIN NR.4 - 09/2021
Europa bereisen Mit Flugzeug/Auto au f Kundenbesuch gehen Lkw Handel mit Vieh Sprachen Kein Nine-to-five-Job Kein Zeitplan Reisen ist kein Problem , halt nicht jede Woche Freiheit und Verantw ortungsbewusstsein
Wie sehr hat sich der Viehhandel verändert? Im Laufe der Jahre konnte ich feststellen, dass sich der Markt des Viehhandels sehr verändert hat, insbesondere seit dem letzten Jahr. Die Schweinepest und COVID-19 haben uns schwer getroffen. Es ist ein „emotionaler Markt“ entstanden. Das gilt insbesondere für die Länder, in denen ich hauptsächlich unterwegs bin. Die haben immer schon stärker aus dem Bauch heraus gehandelt. Dadurch entstehen sehr hohe Spitzen und noch tiefere Täler. In solchen Momenten besuche ich unsere Partner weiterhin, versuche eine positive Einstellung nach außen zu tragen und hoffe, dass sich alles wieder in die richtige Richtung entwickeln wird. Es ist wichtig, kontinuierlich in den Markt zu investieren, auch wenn vorübergehend kein Handel möglich ist. Wie wird der Viehhandel deiner Meinung nach in 10 Jahren aussehen? Ich gehe davon aus, dass die Betriebe immer größer und die Linien und Entfernungen infolgedessen kürzer werden. Früher waren hier in der Straße 10 Bauern ansässig, jetzt ist es nur noch einer. Ich erwarte, dass es weniger Marktparteien und mehr Großunternehmen geben wird. Was ist für dich das Schönste am Handel? Das Gefühl, wenn etwas geklappt hat. Wenn ich alle Linien miteinander verbinden kann, trotz schwieriger Zeiten. Wir suchen dort Lösungen,woanderenochnichtgesuchthaben.Wennichdanndie perfekte Lösung gefunden habe, spüre ich eine große Befriedigung.
GLÜCKSMOMENT VON GERT: Den ganzen Tag lang auf dem Flughafen herumlaufen, um einen Flugzeugtransport von Kühen nach Pakistan zu organisieren. „Da fühlte ich mich wie der König vom Flughafen“.
WUSSTEN SIE, DASS ... Gert Spanisch lernt, damit er auch mit Kunden in spanischsprachigen Ländern handeln kann?
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Quelle: Kristina Satsenko
Russland ist für VAEX der wichtigste Absatzkanal für Färsen. Aber wird das in 5 oder 10 Jahren auch noch so sein? VAEX sprach mit Kristina Satsenko des Unternehmens Noka Agro LLC, welches mit circa 15.000 Rindern der größte Produzent von Rohmilch in der Region Moskau ist.
RUSSLAND IST GROSS UND DIE MÖGLICHKEITEN SIND NAHEZU ENDLOS
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VAEX und Kristina lernten sich auf einer Messe in Russland kennen. Inzwischen hat Noka Agro LLC mithilfe von VAEX die ersten niederländischen Kühe auf einem Bauernhof in Moskau stehen. Die 27-jährige Kristina arbeitet seit 2016 bei Noka Agro LLC. Sie stammt aus Tallinn in Estland und ist dort als Stadtmädchen aufgewachsen, wusste aber von klein an, dass sie mit Tieren arbeiten wolle. In Estland gibt es allerdings keine großen Bauernhöfe mit Kühen, wo sie ihren Traum verwirklichen konnte. Also beschloss sie nach ihrer Ausbildung in Estland, nach Moskau zu gehen und dort weiter zu studieren. Danach bekam sie eine Anstellung bei Noka Agro LLC. Als Senior Projektmanagerin arbeitet sie an Großprojekten des Unternehmens. Angefangen hat sie mit der Implementierung und Kontrolle von Produktionsnormen. Nach und nach betreute sie die Projekte immer häufiger in Eigenverantwortung. Schon bald wurde ihr Aufgabenbereich um Genetik und Viehzucht erweitert. Heutzutage ist sie kaum noch im Büro zu finden. Das gefällt ihr so gut an ihrer Arbeit. Sie ist immer unterwegs und jeder Tag ist wieder eine neue Herausforderung. Die Fürsorge für die Tiere sieht sie als eine ihrer Hauptaufgaben an. „Die Hauptaufgabe eines jeden Bauern besteht darin, das Leben der Tiere besser zu machen und für sie zu sorgen“, so Kristina.
WUSSTEN SIE, DASS KRISTINA ... ● sehr ehrgeizig ist und sich selbst viele Ziele steckt? Neben ihrem Job absolviert sie ein Masterstudium. ● nicht oft still sitzt? In ihrer Freizeit befasst sie sich gern mit Grafikprogrammen oder heimwerkelt in ihrem Appartement. ● das Sprichwort ‚Die Kuh an den Hörnern packen‘ einst sehr wörtlich genommen hat? Als sie einmal Auge in Auge mit einem Stier stand, sprang sie auf ihn drauf und packte ihn an den Hörnern.
Warum niederländische Kühe? Niederländische Kühe sind robuste Arbeitstiere. Sie passen gut in unsere Umgebung. Sie haben immer kräftige Beine, eine gute Euterform und Zitzenanordnung. Und sie passen sich leicht an unsere Techniken und an unser Futter an. Im Vergleich zu Kühen aus anderen Ländern kann man mit niederländischen Kühen einfach besser arbeiten. Unter unseren russischen Bedingungen zeigen sie die besten Ergebnisse. Endlose Möglichkeiten Russland hat ein großes Potenzial. Das Land könnte sich sogar schon selbst versorgen, aber dennoch gibt es immer neue ehrgeizige Unternehmer, die neue Bauernhöfe errichten möchten. Das wird immer so bleiben. Russland ist groß und die Möglichkeiten sind nahezu endlos. Deshalb glaubt Kristina, dass es immer Wachstumsmöglichkeiten geben wird. „Noka Agro LLC hat das Ziel, nicht nur Marktführer in Moskau, sondern in ganz Russland zu sein. Das ist zwar eine schwierige Aufgabe, aber ich glaube, dass wir sie meistern können.“
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Vorgestellt ...
DAS IST VAEX VAEX The Livestock Traders Reek, Niederlande Arad, Rumänien Handel mit: • Ferkeln • Schweinen • Sauen • Zuchtrindern • Ziegen • Schlachtkörpern und Fleisch + Eigene Transportabteilung AXIS EUROLINK + Eigener Ruhestall in Ungarn www.thelivestocktraders.nl
VAEX The Truck Traders Ravenstein, Niederlande • Handel mit neuen und gebrauchten Trucks und Viehtransportmitteln + Eigene Werkstatt www.thetrucktraders.nl
BUFFL Reek, Niederlande • Einbau von Truck-Einrichtungen www.buffl.nl
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