GESUNDHEIT DER TIERE • EUROPAS SCHWEINEZUCHT IM WANDEL • TRANSPORT VON A BIS Z • VOM FERKEL ZUM TELLER • ZUSAMMENARBEIT MIT EDOARDO RROTANI • DREI TREUE KUNDEN IM RAMPENLICHT • VAEX AKTIV IN ITALIEN
Gesundheit der Tiere
Ein Morgen mit Jeroen (Aufladen der Ferkel)
Europas Schweinezucht im Wandel
Die Vision von Robert Hoste
Transport von A bis Z
Europäische Tierschutztransportverordnung Interview mit Isabel Pinto (ANTA)
Was macht VAEX?
Vom Ferkel zum Teller
Von Dänemark nach Albanien
Zusammenarbeit mit Edoardo Rrotani (Milchvieh)
Rumänien
Drei treue Kunden im Rampenlicht
Von Parma bis Palermo: VAEX aktiv in Italien
Cappuccino, Kekse und Kontrolle
Percilla über 9 Jahre VAEX
Kochen mit Bart – Beefsteak Tatar
Von der Herausforderung zum Unternehmertum in der Milchviehhaltung
Interview mit Marijn Dekkers (Rabobank)
„ Es ändert sich viel, das merken wir alle.“
Sie halten wieder unser Magazin den Händen. Wir freuen uns immer, Ihnen zu zeigen, woran wir arbeiten. Nicht aus Angeberei, sondern einfach, um Ihnen mitzuteilen, was in unserer Welt so alles vor sich geht.
Wir nehmen Sie mit vom Schweinestall in den Niederlanden zu einer Milchviehbranche in Albanien. Die Themen dieser Ausgabe: Tiergesundheit, Transport, Veränderungen in Europa und wie wir damit umgehen. Wir berichten auch über Kollegen, wie Jeroen und Percilla. Geschichten aus dem wahren Leben.
Es ändert sich viel, das merken wir alle. Vorschriften, Tierseuchen, Märkte ... es bleibt in Bewegung. Wenn man flexibel bleibt und klar handelt, kann man ziemlich weit kommen. Das ist auch genau das, was wir bei VAEX weiterhin tun. Gemeinsam.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Durchblättern des Magazins. Hoffentlich können wir Ihnen vermitteln, wie vielseitig der Viehhandel wirklich ist.
Viele Grüße
Dies ist eine Ausgabe von: VAEX THE LIVESTOCK TRADERS
Heijtmorgen 19, 5375 AL Reek, Niederlande, T: +31-486472250
Adäquates Handeln bei Krankheitsdruck: So hält VAEX den Handel in Schwung
Es ist ein Jahr, in dem in Europa die Tiergesundheit im Fokus liegt. Während in einem Land die Lage wieder stabil zu sein scheint, kommt es in einem anderen Land zu neuen Ausbrüchen: von der Blauzungenkrankheit in den Niederlanden bis zur Afrikanischen Schweinepest an verschiedenen Orten in Europa. Als Handelspartner muss man wachsam bleiben. Und vor allem: gut informiert.
Das PRRS-Virus ist keine meldepflichtige Krankheit, wie einige der anderen später in dieser Ausgabe besprochenen Krankheiten. Sie bleibt jedoch innerhalb der Schweinebranche ein wichtiges Thema. Ursprünglich sind die meisten Betriebe PRRS-positiv. Immer häufiger kommt es jedoch zu ganzen Regionen oder Gruppen von Betrieben, die PRRS-negativ sind. Es gibt bei diesem Thema kein Richtig oder Falsch. Aber es ist interessant zu sehen, wie sich dies in den jeweiligen Ländern und Regionen Europas unterscheidet. In Gebieten mit vielen Schweinen ist es schwierig, die Betriebe PRRS-negativ zu bekommen. Das kann nur mit einer gemeinsamen Herangehensweise gelingen. Im Gegensatz dazu ist es in Regionen mit weniger Schweinen einfacher, das Virus fernzuhalten.
UNGARN: 2014 kündigte das Land an, PRRS-frei werden zu wollen. Später wurde es sogar zur Pflicht. Mit strikten Maßnahmen (z. B. Depopulation-Repopulation und Importverboten für PRRS-positive Tiere) ist das bis 2021 gelungen. Es ist seither offiziell das erstes PRRS-negative Land – eine beachtliche Leistung.
DÄNEMARK: Auch Dänemark hat sich verpflichtet, ein vollständig PRRS-freies Land zu werden. Derzeit müssen alle Betriebe jährlich ihren PRRS-Status melden. Es gibt bereits eine PRRS-negative Region. Das weitere Vorgehen muss noch festgelegt werden.
SPANIEN: Neben den europäischen und US-amerikanischen PRRS-Varianten ist hier vor einigen Jahren eine dritte Variante aufgetaucht: der Rosalia-Stamm. Diese aggressive Variante verursacht große Probleme, da es noch keinen Impfstoff dagegen gibt. Wenn es zu Ausbrüchen kommt, hat dies enorme Auswirkungen auf die Produktionszahlen der Schweinebetriebe.
ITALIEN: Im Norden Italiens ist die Schweinedichte hoch, so dass fast alle Betriebe PRRS-positiv sind. Sie ziehen es daher vor, PRRS-positive Tiere zu kaufen und sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß geimpft sind.
OSTEUROPA: Neue Zuchtbetriebe in Osteuropa beginnen oft mit PRRS-negativen Tieren. Da die Schweinedichte dort geringer ist, kann dieser Status einigermaßen problemlos gehalten werden.
NIEDERLANDE: In einigen Regionen ist die Schweinedichte sehr hoch, so dass es schwierig ist, die Betriebe PRRS-negativ zu machen. Doch dank eines kooperativen Ansatzes und guter Gesundheitsprotokolle gelingt dies immer häufiger. Andere Betriebe entscheiden sich dafür, ihre Tiere zu impfen.
WIE ASP NACH EUROPA KAM
2007 Georgien (Genotyp II) → Ausbreitung nach Russland/ Weißrussland.
2014 Erste EU-Fälle: Baltische Staaten & Polen (insbesondere Wildschweine).
Normalerweise trat die ASP vor allem in Osteuropa auf. Dieses Jahr rückte sie ein ganzes Stück näher. Auch in Belgien kam es zu einem Ausbruch. Die dortige Situation zeigt jedoch, dass die Krankheit auch wieder verschwinden kann. Letztes Jahr wurden infizierte Wildschweine in Deutschland nahe der niederländische Grenze gefunden. Bei Ausbrüchen greift die Regierung mit strengen Überwachungsmaßnahmen sofort ein. Dies erfordert besondere Aufmerksamkeit beim Transport: zusätzliche Reinigungsrunden, klare Anweisungen für die Fahrer und eine genaue Überwachung der von uns gefahrenen Strecken. Denn eines wissen wir mit Sicherheit: Prävention ist besser als Intervention.
So breitet sich die Krankheit aus
Die ASP bewegt sich auf zwei Wegen durch Europa. Langsam über Wildschweine und vor allem über den menschlichen Verkehr: Material, Fahrzeuge und kontaminierte Fleischprodukte. Diese Kombination erklärt, warum es immer wieder Phasen der Ruhe gibt, gefolgt von neuen Ausbruchspunkten auf der Karte. Sie verläuft nicht linear. Es handelt sich eher um eine Wellenbewegung.
Maßnahmen bei einem Ausbruch
Die Behörden arbeiten mit Zonen, Überwachung und – in freier Wildbahn – manchmal mit Zäunen, um das Gebiet klein zu halten. Bei Wildschweinen bleiben die Infektionen oft länger im Umlauf. Bei Hausschweinen sollte die weitere
Ausbreitung durch schnelles Handeln verhindert werden. Dieses Wechselspiel zwischen Wild- und Hausschweinen bestimmt das Tempo des Ausbruchs.
Jahreszeiten und Muster
Sie beeinträchtigen den Handel in Rumänien, Serbien, Kroatien und Italien. Dortige Regionen werden regelmäßig „abgeriegelt“. Die Folgen: Änderungen der Strecken, Verschiebungen bei Sendungen und schnelle Anpassungen unserer Pläne.
Die ASP verhält sich nicht saisonal wie die Grippe. Aber alles, was mit ihr zu tun hat, unterliegt einem Rhythmus. Viel Verkehr auf den Straßen, Migrationsströme von Wildtieren, Freizeitaktivitäten und Handelsströme erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Einschleppung neuer Arten. Daher gibt es Phasen, in denen sich die Karte wochenlang kaum bewegt, gefolgt von Momenten, in denen plötzlich viel los ist.
Wie wird es weitergehen?
Die Erwartung: Die ASP bewegt sich weiter mit Europa. Nicht linear, sondern in sich wiederholenden Mustern, Wildtierclustern, gelegentlich in einem Betrieb, dann wieder abnehmend durch Maßnahmen. Wer die Karte, die Regeln und die Berichte liest, stellt fest: Dieser Zyklus wiederholt sich immer wieder. Es gibt noch keinen Impfstoff gegen die ASP. Prävention, Hygiene und strenge Kontrollen bleiben weiterhin wichtig.
Visuelle Übersicht über Infektionsherde in Europa (Herbst 2025)
MAUL- UND KLAUENSEUCHE: ZUSAMMENARBEIT ZAHLT SICH AUS
In Deutschland trat Anfang 2025 der erste Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS) auf. Kurz darauf kamen Meldungen aus Ungarn und der Slowakei. Das brachte den dortigen Handel vorübergehend zum Erliegen, da die Krankheit hoch ansteckend ist. Das Virus kann leicht über Fahrzeuge, Kleidung oder Futtermitteltransporte übertragen werden.
Die Krankheit befällt hauptsächlich Rinder, aber auch Schweine können sich leicht anstecken. Schweine werden in der Regel nicht wirklich krank. Sie können jedoch Träger des Virus sein und es verbreiten. Darum ist eine schnelle, strenge Kontrolle unerlässlich. Rinder können Fieber entwickeln und Blasen im Maul und an den Beinen bekommen, wodurch sie weniger fressen und schlechter laufen.
Trotz der sich verändernden Marktsituation suchen wir kontinuierlich nach neuen Transportstrecken und Möglichkeiten, um unsere Kunden weiterhin bedienen zu können. Flexibilität und Zusammenarbeit machen den Unterschied aus – insbesondere in Zeiten, in denen sich die Umstände schnell ändern können.
WAS MACHT VAEX KONKRET?
Sobald irgendwo in Europa eine Krankheit ausbricht, handeln wir schnell. Unsere Herangehensweise:
Mit unserem großen europäischen Netzwerk suchen wir weiterhin nach Lösungen.
Zusammen mit unseren Transportpartnern finden wir alternative Verladeorte.
Klare Empfehlungen zu Hygiene, Belüftung und Schutz.
Anpassung der Strecken, wenn Länder (vorübergehend) abgeriegelt werden.
BLAUZUNGENKRANKHEIT: BESSER DENN JE VORBEREITET
Die Blauzungenkrankheit ist nicht verschwunden. In den Niederlanden, Belgien und Deutschland sind erneut Infektionen aufgetreten – oft an denselben Hotspots wie im Jahr zuvor. Innerhalb der EU ist das Virus weit verbreitet. Grenzüberschreitender Rindertransport ist nur mit einem aktuell durchgeführten negativen Test gestattet. Für die Ausfuhr in Länder außerhalb der EU gelten strengere Auflagen: manchmal bis zu 30 Tage Quarantäne in einem zugelassenen Betrieb mit strenger Überwachung, manchmal aber auch gar keine Exporterlaubnis.
Wir arbeiten mit aktuellen Informationen. Gemeinsam mit den Behörden prüfen wir, wie wir auf Angebot und Nachfrage reagieren können: Was sollte man tun und was besser lassen? Was genau ist erforderlich, um weitermachen zu können?
Die Gesundheit der Tiere in Europa ist nach wie vor eine Herausforderung, die uns je nach Region und Krankheit mit sich ändernden Situationen konfrontiert. Die Blauzungenkrankheit ist immer noch in weiten Teilen Europas präsent.
Ein Beweis mehr, dass es wichtig ist, auf dem Laufenden zu bleiben, schnell zu handeln und zusammenzuarbeiten. Bei VAEX verfolgen wir die Entwicklungen genau und setzen dieses Wissen in praktische Lösungen für unsere Kunden und Geschäftspartner um. Wir denken nicht in Problemen, sondern in Strecken, Aktionen und Zusammenarbeit.
WUSSTEN SIE, DASS ...
in Europa jetzt neue Impfstoffe gegen die BTV-3 genehmigt wurden?
die Blauzungenkrankheit seit den ersten Ausbrüchen 2006 zu einem strukturellen Risiko in der EU geworden ist?
es seit mehreren Jahren keine gnitzenfreie Jahreszeit mehr gibt, da die Mücken im Stall aktiv bleiben?
„Blauzungenkrankheit oder ASP: Wir bleiben in Bewegung. Durch gute Zusammenarbeit und Flexibilität halten wir den Handel am Laufen.“
Dirk, VAEX The Livestock Traders
Möchten Sie mehr über die gesundheitliche Situation in einem bestimmten Land oder über besondere Transportvorschriften erfahren? Wenden Sie sich dann bitte an Ihren festen Ansprechpartner bei VAEX.
EIN MORGEN BEIM AUFLADEN DER FERKEL MIT JEROEN
Es ist noch früh in Reek. In der VAEX-Kantine steht der Kaffee bereits auf dem Tisch und Jeroen van Oort nimmt sich die erste Tasse. Er unterhält sich kurz mit seinen Kollegen über den heute bevorstehenden
Transport und geht dann zu seinem Amarok. Seit
Jahren hilft er beim Aufladen der Ferkel. Er kennt die Arbeit, die Menschen und die Tiere in- und auswendig.
Heute begleiten wir ihn.
Der Tag beginnt mit der Planung Jeroen weiß normalerweise schon einen Tag im Voraus, wohin die Reise geht. „Oft sind es feste Adressen, die ich jede Woche besuche. Da kenne ich die Landwirte und die Betriebe schon ziemlich gut“, sagt er. Die heutige Fahrt geht nach Goch am Niederrhein. Die Planung erfolgt über die VBL, mit der VAEX täglich zusammenarbeitet. „Da steht alles drin: wo ich hinfahre, wie viele Ferkel ich aufladen muss, wann der Tierarzt kommt ... Das kontrolliere ich immer sofort. Man will nicht zu spät kommen, denn wenn der Tierarzt zu lange braucht, hat man ein Problem.“
Immer vorbereitet
Im Amarok liegen allerlei Gegenstände: Sprühdosen zum Markieren der Ferkel und eine Rassel. Latzhosen und Stiefel bekommt er normalerweise beim Bauern. „Das meiste ist dort für mich vorbereitet. Zur Sicherheit nehme ich aber auch selbst alles mit, was ich brauche. Dann kann ich sofort loslegen.“
Darum macht diese Arbeit Spaß
auch stimmen. Ich bin im Grunde das Bindeglied zwischen diesen dreien.“
Immer Zeit für einen kleinen Plausch
Auf dem Hof nimmt sich Jeroen immer Zeit, um kurz zu plaudern. „Früher hat man sich auch gelegentlich zum Kaffee hingesetzt, manchmal gab es sogar einen kleinen Imbiss. Heutzutage ist das Tempo meistens höher. Ich finde den persönlichen Kontakt einfach wichtig. Das macht auch die Arbeit angenehmer.“
„Wir gehören wirklich zu den Spitzenproduzenten Europas. Das darf man durchaus öfter mal erwähnen“
Für Jeroen liegt die Befriedigung in der Arbeit mit lebenden Tieren. „Kein Arbeitstag gleicht dem anderen. Man ist unterwegs, sieht viele Betriebe, und wenn alles ordnungsgemäß aufgeladen und der Kunde zufrieden ist, dann war mein Tag erfolgreich.“ Er hat immer ein Auge darauf, wie es den Ferkeln geht. „Ich fühle mich verantwortlich. Ich möchte, dass es gut läuft.“
Blick für Details
Beim Aufladen geht es nicht nur darum, die Ferkel in den Lkw zu laden. Im Sommer gibt es Hitzeprotokolle. Es ist immer eine Herausforderung, die Tiere ruhig und gut verteilt aufzuladen. „Man muss darauf achten, dass es nicht nur schnell vonstattengeht, sondern auch ruhig. Die Kommunikation mit Fahrer, Landwirt und Tierarzt muss
Unterwegs ruft er regelmäßig Kollegen oder die Planungsabteilung an. „Diesen Kontakt braucht man. Manchmal gibt es neue Informationen über den Verkauf oder es muss noch etwas verändert werden. Ein Anruf und wir sind wieder auf dem Laufenden.“
Zufrieden nach Hause gehen Ein guter Tag für Jeroen: Alles ist ordnungsgemäß aufgeladen und unterwegs. „Dann muss man nur noch warten, bis sie ankommen. Ich frage oft nach, ob alles gut gelaufen ist. Manchmal gebe ich den Fahrern noch Tipps – beispielsweise wenn die Wetteraussichten schlecht sind. Das gehört einfach dazu.“
Stolz auf den Beruf
Viele Menschen haben keine Ahnung, wie viel Organisation hinter einem Stück Fleisch steckt, so Jeroen. „Niederländische Bauern arbeiten sehr gut und halten sich an strenge Regeln. Wir gehören wirklich zu den Spitzenproduzenten Europas. Das darf man durchaus öfter mal erwähnen.“
Wenn man mit Jeroen unterwegs ist, merkt man schnell: Bei dieser Arbeit geht es um Erfahrung, Aufmerksamkeit und gute Zusammenarbeit. Die Arbeit ist viel mehr als nur aufladen und losfahren. Alles muss stimmen: für die Tiere, den Landwirt und den Kunden.
EUROPAS SCHWEINEZUCHT IM WANDEL
Robert Hoste: Chancen und Trends
Die Schweinezucht in Europa ist immer in Bewegung. Manchmal macht uns eine Krankheit einen Strich durch die Rechnung. Ein anderes Mal sind es neue Vorschriften oder plötzliche Preisschwankungen.
Der Fachberater für Schweinehaltung Robert Hoste ist seit über dreißig Jahren in der Branche tätig und hat in der Zeit viel miterlebt. Seiner Meinung nach hat jedes Land seine eigene Geschichte. Überall gibt es Chancen, man muss nur aufmerksam genug sein.
Die Produktion verschiebt sich Im vergangenen Jahrzehnt sind deutliche Verschiebungen zu erkennen. Spanien hat sich zu einem modernen und wettbewerbsfähigen Anbieter entwickelt. Neue Ställe, eine starke Fleischindustrie und Exporte nach China haben die Branche dort beflügelt. Doch die Rosalia-Variante von PRRS verursacht Probleme. Dadurch können leicht 20 bis 40 Prozent der Tiere wegfallen.
Die Folge: Millionen von Ferkeln werden jetzt aus den Niederlanden und Deutschland nach Spanien gebracht. „Das ist jetzt für den Export von Vorteil“, sagt Hoste. „Aber irgendwann haben die das natürlich wieder im Griff. Man muss also vorausdenken.“
„Nicht
noch mehr Schweine, sondern eine höhere Gewinnmarge. Das ist es, worum es geht.“
Herausforderungen, denen sich alle stellen müssen
Ob Brabanter Schweinebauer, Transporteur von Ferkeln nach Spanien oder Geschäftspartner einer Integration in Ungarn – manchen Themen begegnet man überall.
Die Gesundheit steht immer an erster Stelle. Die ASP und das PRRS-Virus können in kurzer Zeit enorme Schäden verursachen. Hinzu kommt die Launenhaftigkeit des Marktes. Der Krieg in der Ukraine ließ die Preise für Futtermittel 2022 innerhalb von vier Monaten von 348 € auf 457 €
In Osteuropa stellt die Afrikanische Schweinepest eine ständige Bedrohung dar. Nicht-kontaminierte Betriebe laufen oft gut – vor allem mit Hilfe staatlicher Subventionen. Dennoch ist die Produktion pro Sau dort im Durchschnitt niedriger als im Westen. Das macht Ferkel aus Ländern wie den Niederlanden und Dänemark besonders interessant. In West- und Nordwesteuropa (Niederlande, Deutschland, Belgien) ist der Schweinebestand rückläufig. Strenge Umweltvorschriften, Auflagen fürs Tierwohl und Aufkaufprogramme führen zu einem Rückgang der Schweinebestände. Dänemark ist die Ausnahme: Dort liegt der Schwerpunkt auf der Ferkelerzeugung und dem Export. Im Durchschnitt wurden 34,8 Ferkel pro Sau und Jahr abgesetzt, fast drei mehr als in den Niederlanden.
pro Tonne steigen. Natürlich herrscht auch ein gesellschaftlicher und rechtlicher Druck: strengere Auflagen fürs Tierwohl, Umweltvorschriften, langwierige Genehmigungsverfahren.
Chancen erkennen und ergreifen
Doch Hoste sieht in jeder Situation eine Chance. „Nicht noch mehr Schweine, sondern eine höhere Gewinnmarge. Darum geht es“, sagt er. Mit Marktprogrammen kann Mehrwert geschaffen werden, wie z. B. Beter Leven oder ähnliche Tierwohl-Label in anderen Ländern. Auch Exporte in Länder mit hoher Nachfrage und geringer Produktion können interessant sein.
Was die Technologie betrifft, bleibt Hoste auf dem Boden der Tatsachen: „Intelligente Technologie kann nur dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn auch die handwerkliche und betriebswirtschaftliche Seite stimmt. Wer an die Technologie als Problemlösung für alle Fälle glaubt, wird enttäuscht werden.“
Ein Aspekt sorgt seiner Meinung nach jedoch wirklich für einen entscheidenden Unterschied: nämlich die Zusam-
„Der Trick: Nicht nur auf die Mengen schauen, sondern
darauf, was der
Markt schätzt. Darin liegt oft der eigentliche Gewinn.“
menarbeit innerhalb der Kette. Gute Vereinbarungen mit den Abnehmern über Mengen, Qualität und Preise sorgen für Stabilität. „Durch die Zusammenarbeit mit Einkäufern und Lieferanten entgeht man dem alltäglichen Wahnsinn und kann Preisschwankungen und andere Risiken gemeinsam bewältigen.“
Blick nach vorn
Hoste geht davon aus, dass West- und Nordwesteuropa in den kommenden Jahren weiter schrumpfen. Es bleibt jedoch ein Ferkellieferant für andere europäische Länder. Andere Regionen dahingegen halten ihre Position oder verzeichnen sogar einen leichten Anstieg. Den Ferkelhandel zwischen den Ländern wird es so lange geben, wie es Preisunterschiede gibt.
Seine Empfehlung: Investieren Sie weiter in Qualität, reagieren Sie auf die Marktnachfrage und seien Sie flexibel. „Finden Sie heraus, worauf Ihr Kunde wirklich Wert legt. Das kann Gesundheit der Tiere, Tierwohl oder Liefersicherheit sein. Zeichnen Sie sich in einer Sparte aus.“
„Es geht immer darum, möglichen Problemen zuvorzukommen. So schaut‘s aus.“
TRANSPORT VON A BIS Z Weiter für den besten Start
Warum Ferkel manchmal weit reisen und wie wir das richtig regeln
Es ist früh, und am Ladeplatz ist es noch ruhig. Zwei Viehtransporter legen den Rückwärtsgang ein. Es riecht nach frischem Sägemehl, es duftet nach Kaffee, die Papiere liegen bereit. In einer Stunde sind wir unterwegs in den Süden: Niederländische Ferkel auf dem Weg in spanische Ställe. Auf der anderen Seite Europas wartet ein leerer Stall, das Futter steht bereit, das Wasser läuft. „Wir liefern Tiere, die anderswo nur schwer zu züchten sind“, berichtet Dirk Govers von VAEX The Livestock Traders. „Dann muss man manchmal sehr viele Kilometer zurücklegen, um Qualität am richtigen Ort abzuliefern.“
Warum diese Kilometer zählen
Jeder, der im Schweinehandel tätig ist, weiß: Der Markt ist nirgendwo perfekt. Eine Region hat viel Aufzuchtkapazität und zu wenig Ferkel, eine andere hat gute Ställe, will aber einen genetischen Sprung machen. Die Niederlande sind traditionell stark in den Bereichen Zucht und Gesundheit. Die jahrelange Selektion auf Futtereffizienz, Einheitlichkeit und Wachstum bringt Tiere hervor, die anderswo einen Unterschied machen. Hinzu kommt, dass nicht jedes Land über die Infrastruktur oder die Größenordnung verfügt, um schnell genügend eigene Ferkel zu züchten. Dann ist der gezielte Transport kein Luxus, sondern ein logisches Glied in der Kette.
Alle Transporte, die länger als acht Stunden dauern, werden als Fernverkehr bezeichnet. Beispielsweise die Fahrten nach Nordspanien. Dafür gelten besondere Anforderungen und sie erfordern zusätzliche Aufmerksamkeit. Nicht nur wegen der Vorschriften, sondern auch, weil ein ruhiger Transport sich positiv auf die Tiere auswirkt.
Wie bereitet man eine solche Fahrt richtig vor?
Der Fernverkehr beginnt nicht am Tag der Abreise, sondern viel früher.
• VAEX plant die Fahrten lange im Voraus.
• Die Exportinspektion wird beantragt: mit klaren Informationen zur Tiergruppe, zu Zielort, die zu fahrende Strecke und das genaue Fahrzeug.
• Ein Tierarzt untersucht die Tiere an der Ladeklappe. Er prüft, ob der Fahrplan korrekt ist und die Tiere fit sind. Erst dann darf mit dem Aufladen begonnen werden. Die Fahrzeuge sind für diese Art von Fahrten ausgestattet. Dazu zählen:
• GPS-Ortung und Temperatursensoren pro Fach.
• Trinkwassersysteme, die auch unterwegs funktionieren.
• Stroh oder Einstreu für Komfort und Griffigkeit.
Was passiert unterwegs?
Auf langen Fahrten sind immer zwei Fahrer anwesend. Nicht nur, um nicht allein zu sein. Sondern auch, um durchfahren zu können und einen klaren Kopf zu behalten.
Für Ferkel planen wir Ankunft und Entladen innerhalb von 24 Stunden. Das gelingt nur mit einer klaren Planung und ruhigen Fahrweise. Keine Vollbremsungen, keine wilden Kurven – man transportiert schließlich lebende Tiere.
Bei jedem Stopp oder Fahrerwechsel kontrolliert das Team die gleichen Aspekte: Liegen die Tiere ruhig? Gibt es
überall Wasserdruck? Laufen die Ventilatoren? Bleibt die Temperatur stabil? Wenn etwas an gepasst werden muss, machen wir das sofort. „Man vermeidet Ärger, indem man ihm zuvorkommt“, sagt einer der Fahrer. „So schaut‘s aus.“
Ankunft: Was sieht man?
Wenn alles gut gegangen ist, merkt man das sofort beim Entladen. Die Ferkel steigen ruhig aus, trinken schnell und schnüffeln am Futter. Die Aufnahme verläuft reibungslos.
Die Tiere sind neugierig und aufmerksam. Das ist wichtig: Ein Tier, das entspannt ankommt, hat einen besseren Start.
Auch der Schweinezüchter kann den Unterschied sehen: eine gleichmäßige Gruppe, aktiv und ohne sichtbaren Stress.
Was bringt das?
Ein gut organisierter Transport gewährleistet vorhersehbare Partien, die einheitlich, gesund und für das Betrieb des Abnehmers geeignet sind. Auf diese Weise kann man schneller handeln, Leerstand beschränken und genetische Fortschritte erzielen, ohne selbst züchten zu müssen.
Was tun wir fürs Tierwohl?
Tierwohl fängt nicht erst auf dem Lastwagen an, sondern schon bei Auswahl und Fitness. Wir verladen alle geeig-
Vorbereitung
Exportkontrolle und Veterinäruntersuchung
„Mein Tag war erfolgreich, wenn die Ferkel ordnungsgemäß in ihren Ställen liegen und sich am Futter gütlich tun“
Transport
GPS- und Temperaturüberwachung, Tränksysteme und Belüftung in Betrieb
Verladung
Ruhige und überwachte Verladung mit Gesundheitscheck an der Verladerampe
Ankunft
Sofortige Fütterung und Tränkung, Tierwohl gewährleistet
neten Tiere. Zweifelhafte Fälle bleiben zurück und werden möglicherweise zu Pigarné gebracht (dem Schlachthof, der auf die Verwertung von Ferkeln spezialisiert ist, die nicht für den weiteren Mastprozess geeignet sind). Während des Verladens sind Exporteur, Fahrer und Tierarzt zugegen. Unterwegs sorgen Klimaanlage, Wasser und Platz für stabile Bedingungen. Sensoren zeichnen alles auf, GPS zeigt die Strecke an. Das ist keine Spielerei – sondern dient als Steuerungsinformationen und Transparenz für Kunden und Aufseher. So werden Tierwohl und Qualität gleichzeitig garantiert.
Schnell und tierfreundlich für die Ferkel
• im Voraus koppeln wir Tiere und Bestimmungsort, samt ordnungsgemäßem Gesundheitsstatus
• zugelassene Wagen mit Klimaanlage, Trinkwasser und Einstreu
• zwei Fahrer, ruhiges Fahren, feste Kontrollpunkte
• Strecken und Fahrzeiten gesichert, Fahrtdaten (Temperatur, GPS) verfügbar
• nach Ankunft sofortige Aufnahme und Nachbetreuung des Kunden
Hinter den Kulissen
Schauen Sie sich einfach mal an einem Aufladetag bei uns um. Sie werden den Arbeitsrhythmus schnell merken.
Waage auf Null, Papierkram in Ordnung, Einstreu mit steigender Außentemperatur etwas dicker. Ein Nicken des Tierarztes, die letzte Kontrolle der Trinkleitungen, Ladeklappen schließen. Kein Spektakel, sondern volle Konzentration. Ja, auch wenn man 1500 Kilometer vor sich hat, sollte man das in Ruhe angehen.
Zusammenfassend
Fernverkehr hört sich großartig an. Aber im Grunde ist es ganz einfach: das richtige Tier, auf die richtige Art und Weise, an den richtigen Ort bringen. Manchmal ist es gleich um die Ecke, manchmal ist es über die Pyrenäen. Wenn man sich gut vorbereitet, behutsam fährt und die Tiere nicht aus den Augen lässt, entpuppen sich diese Kilometer als Investition für einen besseren Start. Davon profitiert die gesamte Kette vom Händler bis zum Tierhalter und vom Futtermittellieferanten bis zum Schlachthof.
Schauen Sie sich um Scannen Sie den QR-Code und werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen – von der Ladeklappeninspektion in den Niederlanden bis zum Entladen in den Ställen in Spanien.
NEUE REGELN MÜSSEN DURCHFÜHRBAR SEIN.
AUCH FÜR TIER UND LANDWIRT
Isabel Pinto (ANTA) über die Anpassung der europäischen Tierschutztransportverordnung
Die europäische Tierschutztransportverordnung wird sich demnächst ändern. Das betrifft jeden in der Branche: vom Viehhalter bis hin zum Spediteur. Isabel Pinto, Präsidentin des spanischen Industrieverbands ANTA, verfolgt die Entwicklungen aufmerksam. In diesem Interview teilt sie ihre Ansichten zu den vorgeschlagenen Änderungen mit und erklärt, warum gute Absichten nicht immer zu besseren Ergebnissen führen. „Die neuen Vorschriften sollen das Tierwohl verbessern, aber sie müssen auch durchführbar bleiben.“
Reisen, ruhen und rechnen Laut Pinto dreht sich die Diskussion hauptsächlich um drei Punkte: Reisezeiten, Temperaturen und Ladedichte. „Viele Menschen vergessen, dass der größte Stress für ein Tier beim Be- und Entladen entsteht“, sagt sie. „Wenn wir die maximale Fahrzeit von 24 auf 21 Stunden verkürzen (wie jetzt vorgeschlagen), kommt es zu mehr Be- und Entlademomenten. Das ist dem Tierwohl alles andere als zuträglich.“
Auch das Thema Temperatur wirft Fragen auf. „Wir setzen uns schon seit einiger Zeit dafür ein, dass nicht nur die tatsächliche Temperatur im Laderaum gemessen wird, sondern auch die Gefühlstemperatur. Schließlich ist ein Schwein, das in Südspanien lebt, an andere Bedingungen gewöhnt als eines aus Nordeuropa. Das sollte in den Vorschriften berücksichtigt werden.“
Dann ist da noch die Frage der Ladedichte, also wie viele Tiere auf einmal transportiert werden können. „Die vorgeschlagene neue Berechnungsmethode führt in der Praxis zu unbrauchbaren Ergebnissen. Wir müssen dafür sorgen,
dass die Regeln auch für die Menschen, die die Arbeit machen, umsetzbar bleiben.“
Großes Engagement in Spanien
Diese Veränderungen halten die Branche auf Trab. Das ist auch an den zahlreichen Reaktionen auf die Konsultation der EU-Kommission abzulesen: mehr als 3100. Kein Zufall, findet Pinto.
„In Spanien sind sich Spediteure und Viehhalter über die Auswirkungen dieser Vorschriften ziemlich im Klaren.
Jeder weiß: Das betrifft uns in der Praxis, jeden Tag. Daher ist es nur logisch, dass es ein großes Engagement gibt. Bei ANTA stellen wir auch fest, dass die Mitarbeiter aktiv mitdenken und reagieren. Sie wollen Regeln, die für Mensch und Tier funktionieren."
Spanien und die Niederlande: zwei Welten Obwohl es sich um europäische Vorschriften handelt, werden sie von Land zu Land sehr unterschiedlich angewandt.
„In den Niederlanden gibt es oft eine strengere Auslegung“, erklärt Pinto. „Dort ist die Überwachung strenger,
mit mehr zentraler Kontrolle und digitaler Überwachung.“
In Spanien ist die Situation anders. „Wir haben es mit verschiedenen Regionen zu tun, von denen jede ihren eigenen Ansatz hat. Dies führt manchmal zu weniger Einheitlichkeit und macht die Überwachung komplexer.“
Diese unterschiedliche Herangehensweise kann zu Verwirrung führen, vor allem im grenzüberschreitenden Verkehr, sagt sie. „Eine europäische Harmonisierung würde dabei enorm helfen.“
Neue Regeln, neue Sorgen
Die Änderungen stellen die Spediteure vor erhebliche Herausforderungen. So bedeutet beispielsweise eine kürzere maximale Fahrzeit, dass die Strecken angepasst werden müssen, mit mehr Zwischenstopps oder dem Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge. „Das macht die Arbeit logistisch komplizierter und verursacht höhere Kosten“, sagt Pinto.
Der digitale Aspekt der neuen Verordnungen ist auch ein Thema. „Natürlich ist es gut, mit Systemen zu arbeiten, die Fahrten aufzeichnen und Temperaturen überwachen.
Aber das erfordert Investitionen, Ausbildung und Zeit. Für Kleinunternehmer ist das ein aufwändiger Schritt.“ Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen Auslegungen in den einzelnen Ländern. „Das macht es schwierig, international zu arbeiten. Wenn wir in jedem Land andere Regeln anwenden müssen, macht das die Sache nicht einfacher.“
Chancen für die Zukunft
Pinto sieht aber auch Chancen. „Wenn wir richtig an die Sache herangehen, könnten die neuen Vorschriften für klarere Regeln und eine bessere digitale Kontrolle sorgen.
Dies dient nicht nur dem Tierwohl, sondern auch der Professionalisierung der Branche.“ Eine Bedingung ist, dass die Regeln realistisch bleiben. „Sie sollten sich an der Praxis orientieren. Keine ausgefallenen Pläne auf dem Papier, die sich im Stall oder auf der Straße als undurchführbar erweisen.“
Aktive Rolle der Branche ANTA kümmert sich für die Spanier um die Angelegenheit. „Wir haben uns aktiv an der öffentlichen Konsultation beteiligt und stehen in Kontakt mit Abgeordneten aller Parteien", sagt Pinto. „Wir tauschen Informationen aus, geben Anregungen und arbeiten mit anderen Organisationen in anderen Ländern zusammen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen ausgewogene, praktikable und klare Regelungen."
Das ist auch notwendig, betont sie, denn die Auswirkungen dieser neuen Vorschriften werden groß sein. „Dies wird ein Wendepunkt für die gesamte Branche. Wir alle wollen das Gleiche: uns gut um die Tiere kümmern. Aber es muss auch für die Mitarbeiter praktikabel bleiben, die jeden Tag die Arbeit erledigen.“
Gleiche Regeln in ganz Europa Schließlich richtet Pinto einen klaren Appell an Brüssel: „Es sollten für alle die gleichen Spielregeln gelten. Die Branche braucht Klarheit, Einheitlichkeit und eine faire Behandlung. Es bringt nichts, wenn jedes Land weiterhin seine eigene Interpretation anwendet.“
„Es ist an der Zeit, dass Europa zeigt, dass es wirklich zusammenarbeiten kann – im Interesse der Tiere, der Landwirte und der Spediteure.“
„Es sollten für alle die gleichen Spielregeln gelten.“
VAEX?
VOM FERKEL ZUM TELLER WAS MACHT
Ein Einblick in ein Handelshaus mit Charakter
Wer VAEX sagt, sagt Schweine. Bereits seit den 1970er Jahren werden von Reek aus wöchentlich Tausende von Ferkeln und Schweinen an Kunden in ganz Europa verkauft. Aber hinter diesen Zahlen steckt viel mehr als nur Handel. Im Laufe der Jahre hat sich VAEX zu einem dynamischen Unternehmen entwickelt, das über ein breites Netzwerk, intelligente Nebengeschäfte und eine bodenständige Mentalität verfügt. Zeit, einen Blick in unter die Haube zu werfen.
Europäische Ferkel – darum dreht sich alles Der Ferkelhandel ist der Motor von VAEX. Jede Woche werden Tausende von Tieren an Kunden in Spanien, Italien, Kroatien, Serbien, aber auch in Ländern wie Ungarn, Deutschland, Polen, Griechenland, Bosnien usw. geliefert. Keine Massenware, sondern Maßarbeit. Denn jedes Unternehmen hat andere Anforderungen an Genetik, Gewicht, Gesundheit und Planung.
Das Besondere an VAEX ist die Kombination aus Kenntnis des EU-Markts und kurzen Kommunikationswegen. Durch den täglichen Kontakt mit Lieferanten und Einkäufern weiß das Team genau, was los ist und kann schnell handeln.
Mehr als nur Ferkel
Neben Ferkeln handelt VAEX auch mit Schlachtschweinen und Zuchtjungsauen. Mit steigenden genetischen Anforderungen und besseren Zuchtprogrammen entscheiden sich immer mehr Betriebe für spezialisierte Zuchtjungsauen.
VAEX ist daran beteiligt, weil das Unternehmen über europäische Kontakte verfügt und Verbindungen herstellt.
Auch in der Rinderbranche ist VAEX kein Unbekannter. Wir handeln inner- und außerhalb Europas hauptsächlich mit Zuchtrindern (hauptsächlich trächtigen Färsen) – sowohl mit Milch- als auch mit Fleischrassen. Mit einem zuverlässigen Netzwerk und der Kenntnis der veterinärmedizinischen Anforderungen in den einzelnen Ländern kann VAEX auch diesen Markt gut bedienen.
Vom lebenden Tier zum Fleisch Seit einigen Jahren ist VAEX auch am anderen Ende der Kette tätig. Pigarné ist ein auf Ferkel spezialisierter Schlachthof. Dort werden für die weitere Zucht ungeeignete Ferkel dennoch voll genutzt. Die Schlachtkörper gehen direkt in die Länder und die fleischverarbeitende Industrie, in denen Ferkelfleisch konsumiert wird – dazu zählen insbesondere Deutschland, Südosteuropa und Asien.
Blick auf Europa
VAEX denkt über die bestehenden Linien hinaus. So prüft das Unternehmen derzeit, ob und wie es beim Verkauf von rumänischen Schweinebetrieben helfen kann. In Westeuropa geben viele Landwirte auf oder suchen Zuflucht in anderen europäischen Ländern. Die dortige Branche ändert sich rasant. Mit den richtigen Geschäftspartnerschaften
Schweinehandel Zuchtjungsauen
Europäischer Ferkelhandel
Pigarné (Ferkelschlachthof)
kann VAEX eine verbindende Rolle spielen. Auch in Italien gibt es neue Chancen. Mastschweine werden dort selbst gemästet. Das verschafft uns mehr Einblick in die Anforderungen unserer Kunden.
Immer in Entwicklung
Was VAEX auszeichnet, ist der Wille zu kontinuierlicher Innovation. Nicht schrill, sondern entschlossen. Durch geschickte Kombinationen zwischen verschiedenen Märkten, Dienstleistungen und Ländern bleibt das Unternehmen relevant. Kein Tag ist wie der andere, aber der rote Faden ist immer klar: zuverlässiges Handeln, mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Ob es sich um eine Lieferung von Ferkeln nach Süddeutschland, eine Partie Zuchtjungsauen für ein italienisches Unternehmen oder ein Geschäft mit gefrorenen Ferkeln für den Balkan nach Osteuropa handelt – bei VAEX wissen Sie immer, woran Sie sind. Das ist vielleicht die größte Stärke von allen.
Rinder
GEMEINSAMER AUFBAU
EINER MILCHVIEHBRANCHE Von Dänemark nach Albanien:
„Wenn man die richtigen Tiere und Menschen um sich hat, kann man viel erreichen“
Eine lange Fahrt über Berge und durch Täler führte kürzlich eine Gruppe dänischer Färsen vom hohen Norden in den sonnigen Süden: nach Albanien. Nicht irgendeine Lieferung, sondern ein neuer Schritt in der Zusammenarbeit zwischen VAEX und dem albanischen Händler Edoardo Rrotani. Eine Zusammenarbeit, die seit 15 Jahren auf Vertrauen, Qualität und einer gemeinsamen Vision für die Zukunft der Milchviehhaltung in Albanien beruht.
Vom Mastschwein zur Milchkuh
Edoardo Rrotani ist kein Unbekannter im Viehhandel. Er startete seinen Betrieb 2004, damals noch mit einem breit gefächerten Angebot: Schweine, Kälber, Mast und Handel. „Eine Zeit lang hatte ich sogar eine eigene Schweinefarm mit rund 2000 Mastschweinen“, berichtet er. „Aber schlussendlich habe ich damit aufgehört. Es wurde uninteressanter. Der Handel hat mich immer mehr in seinen Bann gezogen.“
Heute konzentriert sich Edoardo ganz auf den Handel mit jungen Kälbern und tragende Färsen. Das macht er nicht allein: Seit 2010 arbeitet er eng mit VAEX The Livestock Traders zusammen. Diese Zusammenarbeit begann über ein Internetportal, wurde aber bald zu etwas viel Größerem. „Am Anfang war es eine rein geschäftliche Angelegenheit. Aber im Laufe der Jahre sind wir fast wie eine Familie geworden.“
Vertrauen als Fundament
Was macht diese Zusammenarbeit so stark? Für Edoardo ist die Sache klar: Vertrauen und gegenseitiger Respekt. „Ich habe mich damals für VAEX entschieden, weil es ein bekannter Name in Europa ist. Mit Dirk Govers und seinem Team habe ich sehr korrekte Leute getroffen“, sagt er. „Zuverlässigkeit ist für mich am wichtigsten. Wenn ich mit jemandem zusammenarbeite, muss ich mich auf ihn verlassen können.“
Diese Zuverlässigkeit gilt in beide Richtungen. Edoardo ist auch bei VAEX ein bekannter und geschätzter Partner geworden. Gemeinsam bauen sie seit Jahren ein stabiles Netzwerk zwischen Westeuropa und Albanien auf. Das Ziel: die Förderung und Entwicklung der dortigen Schwei ne- und Milchviehhaltung.
Warum gerade dänische Färsen?
Die jüngste Lieferung von tragenden Färsen aus Dänemark ist ein gutes Beispiel dafür. Laut Edoardo entsprechen die dänischen Tiere perfekt der Nachfrage auf dem albanischen Markt. „Unsere Kunden wollen Tiere mit guter Genetik und hoher Produktivität“, erklärt er. „Die Färsen aus Dänemark sind ideal für kleinere Bauernfamilien. Sie sind stark, geben viel Milch und passen gut zu unseren Betriebsbedingungen.“
Die Auswahl wird stets sorgfältig getroffen. Keine Massen ware, sondern gezielte Suche nach der richtigen Tierart für den richtigen Kunden. „Jede Lieferung ist Maßarbeit. In diesem Punkt denken die Leute von VAEX wirklich mit uns. Das ist eine Menge wert.“
Ein Markt voller Herausforderungen ... und Chancen
Albanien befindet sich im Bereich der Milchviehhaltung noch in der Entwicklungsphase. Nur zwanzig Prozent des nationalen Milchbedarfs werden vor Ort erzeugt. Der Rest kommt aus anderen Ländern (Ungarn, Bosnien und Serbien). „Das ist auf lange Sicht natürlich nicht tragbar“, sagt Edoardo. „Wenn wir vorankommen wollen, müssen wir investieren. In bessere Ställe, besseres Futter und vor allem: bessere Genetik.“
„Durch den Import von guten Färsen bieten wir unseren Landwirten die die Möglichkeit, neue Betriebe zu gründen und bestehende Betriebe zu verbessern.“
Hier kommt der Import tragender Färsen ins Spiel. Das ist laut Edoardo der Motor für Innovation: „Durch den Import guter Färsen geben wir unseren Landwirten die Möglichkeit, neue Betriebe zu gründen und bestehende Betriebe zu verbessern.“ Diese Verbesserungen sind sichtbar. Immer mehr Landwirte stellen auf moderne Haltungsformen um. Es werden neue Melkställe gebaut, Futter und Pflege stehen stärker im Vordergrund und auch junge Unterneh mer wagen wieder Investitionen.
Gemeinsam in die Zukunft
Für Edoardo ist die Zukunft klar: weiter bauen, weiter zusammenarbeiten und weiter verbessern. „Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber ich glaube daran. Solange wir weiter in Qualität investieren, wird es uns gut gehen.“ Er sieht daher in der Zusammenarbeit mit VAEX einen wichtigen Teil dieser Zukunft. „Ohne gute Partner schafft man das nicht. Aber wenn man die richtigen Leute um sich hat, kann man viel erreichen. Darum sind wir so zufrieden mit VAEX. Gemeinsam kommen wir voran.“
Eine solide Grundlage
Die Geschäftspartnerschaft mit Edoardo Rrotani ist ein gutes Beispiel dafür, wie VAEX sich für starke, nachhaltige Tierhaltungsformen über die Niederlande und den Schweinehandel hinaus einsetzt. Ob Ferkel nach Spanien oder Färsen nach Albanien – es geht immer um Maßarbeit, Qualität und Vertrauen. Egal, ob die Reise in Dänemark beginnt oder in Albanien endet: Wenn das Fundament stimmt, kann man bauen. „Unsere Branche braucht Milch. Und Milch beginnt mit einer guten Kuh.“
KATI UND PALL ANDOR II
Eine Zusammenarbeit, die uns mit Stolz erfüllt
In Rumänien arbeitet VAEX seit Jahren mit einer Reihe von treuen Kunden und Lieferanten zusammen. Ohne sie wäre unsere Arbeit gar nicht möglich. Deshalb fanden wir es höchste Zeit, diese besonderen Geschäftsbeziehungen offiziell richtig zu würdigen. Unsere Geschäftsführerin Carmen und unsere Vertriebskollegin Cecilia reisten an, um sich persönlich bei drei Geschäftspartnern mit einem besonderen Geschenk zu bedanken. Eine großartige Gelegenheit, um sich gemeinsam über den bisherigen Weg auszutauschen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.
VERES AGRO
Eine feste Größe seit 2019
Veres Agro ist inzwischen als Ferkellieferant für VAEX Romania unverzichtbar. Seit Dezember 2019 hat dieser Betrieb über 300.000 Ferkel ausgeliefert – eine beeindruckende Zahl, die die Grundlage für diese langfristige Zusammenarbeit bildet.
Mit einem Sauenbetrieb von 4000 Sauen, 10.000 Mastschweinen und 2000 Hektar Ackerland betreiben sie einen echten Familienbetrieb. Es fühlt sich vertraut und angenehm an, mit solchen Unternehmern zu arbeiten. Bei einem gemeinsamen Abendessen überreichte Carmen einen handgefertigten Teller als Zeichen der Wertschätzung. „Es ist etwas ganz Besonderes, mit einem Familienunternehmen wie Veres Agro zu arbeiten“, sagt Carmen. „Man ist zuverlässig und denkt immer mit. Das macht die Zusammenarbeit so wertvoll.“
Treue Kunden von Anfang an Bleibende Erinnerungen
Kati und die Familie Pall sind von Anfang an treue Kunden von VAEX Romania. Die Geschäftspartnerschaft begann mit der Lieferung von Mastschweinen für ihren Schlachthof. Inzwischen ist das Unternehmen stark gewachsen. Es gibt eine Sauenfarm und Aufzuchtstationen. VAEX liefert sowohl Ferkel als auch Mastschweine. Auch im Transportbereich haben wir uns gefunden: Über VAEX The Truck Traders haben sie einen gebrauchten Viehtransporter gekauft.
„Uns verbindet eine langfristige Perspektive“, sagt Cecilia. „Wir arbeiten seit über 15 Jahren zusammen. Das ist nur mit gegenseitigem Vertrauen möglich. Wir kennen uns in- und auswendig.“
Eine Geschäftsbeziehung, die seit 2008-2009 besteht und im Laufe der Jahre nur noch stärker geworden ist - ein Paradebeispiel für gegenseitiges Vertrauen.
HORATIU UND VASILE
Manche Kunden haben nicht nur einen geschäftlichen Wert, sondern auch einen besonderen Platz im Herzen. Für Carmen trifft das sicherlich auf Horatiu und Vasile zu – die Unternehmer hinter Knitwear, Adem Prod und Ultra Suin. Tatsächlich war dies der allererste rumänische Betrieb, an den sie Ferkel verkaufte.
Carmen erinnert sich lachend: „Wir wollten gemeinsam von Budapest in die Niederlande fliegen. Ich war pünktlich im Flugzeug, aber Horatiu und Vasile haben ihren Flug verpasst. Anstatt aufzugeben, setzten sie sich ins Auto und fuhren bis in die Niederlande. Sie kamen gerade noch rechtzeitig zum Aufladen der Ferkel an. Danach ging‘s zurück nach Rumänien. Ich bin alleine zurückgeflogen. Das ist eine Erinnerung, die ich nie vergessen werde – sie zeigt, wie engagiert sie sind.“
GEMEINSAM VORANKOMMEN
Diese drei Beispiele zeigen, wie wichtig dauerhafte Beziehungen in unserer Branche sind. Vertrauen, Loyalität und gegenseitiger Respekt sind die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir bei VAEX sind stolz auf unsere rumänischen Geschäftspartner und freuen uns auf viele weitere Jahre, in denen wir gemeinsam großartige Ergebnisse erzielen werden.
VON PARMA NACH PALERMO: VAEX AKTIV IN ITALIEN
So schlägt VAEX bereits seit fast 50 Jahren eine Brücke zwischen den Niederlanden, Dänemark und der italienischen Schweineindustrie.
Eine lange Geschichte in Italien
Alles begann mit den Gebrüdern Govers: Toon und Leo. Am 1. Januar 1976 fuhren Leo und seine Frau José Govers bei dichtem Nebel zur Schweinemesse in Mailand, um einen Kommissionär zu finden. Den haben sie mit Pino Boglio aus Genua gefunden. Über sein Netzwerk ging im Frühjahr 1976 die erste Lieferung von Schlachtschweinen an Pelisero in Baldichieri d'Asti (I).
Was mit Vertrauen und einem Händedruck begann, entwickelte sich zu einem stetigen Strom.
Italien mit seiner starken Fleischund Schinkenverarbeitung war für VAEX der ideale Partner.
Heute: Dänische Duroc-Ferkel für Nordund Mittelitalien
Während sich VAEX früher auf Schlachtschweine konzentrierte, liegt der Schwerpunkt in Italien heute vor allem auf der Lieferung von Duroc-Ferkeln aus Dänemark. Duroc-Ferkel liefern ein ausgewogenen Verhältnis zwischen magerem und fettem Fleisch, und das schmeckt man auch in den Endprodukten. Außerdem sind sie besser in der Lage, zu den für Italien so typischen schweren Schweinen heranzuwachsen (oft über 170 kg).
„Es begann mit der ersten Ladung nach Turin. Alles auf Vertrauensbasis und per Handschlag.“
Dadurch sind Schinken und Koteletts größer. Für eine längere, bessere Reifung. Schinken ist der Schlager der italienischen Schweineproduktion!
Wachstum und Professionalisierung
In den 1980er und 1990er Jahren lag der Schwerpunkt auf Schlachtschweinen und, in geringerem Maße, auf Ferkeln. Schlachthöfe in ganz Italien, von Nord bis Süd, wurden beliefert. In jenen Jahren wuchsen wir schnell und hatten bald einen festen Platz auf dem italienischen Markt.
1992 wählten wir den Namen, der bis heute geblieben ist: VAEX, kurz für VArkens EXports (Schweineexporte) Leo Govers hat sich selbst „Italienisch“ beigebracht ... oder na ja, eine lustige Mischung aus Spanisch, Italienisch und eigenem Dialekt. Wirklich urkomisch. Auch alte Vertriebskollegen aus den 1990er Jahren wie Peter Smulders kamen hinzu, der dann von Ezio Bocca abgelöst wurde. Anfang der 2000er Jahre übernahm die neue Generation die Geschäftsführung und schloss sich mit Dirk Govers in Italien zusammen, während Pim Govers sich Spanien zuwandte. Unter uns piesacken wir uns natürlich gegenseitig, wo das Essen besser schmeckt. Italien blieb ein wichtiger Markt, aber auch in anderen Teilen Europas wurden immer mehr Kunden gewonnen.
Nord und Süd: zwei Welten
Roberto De Pol, seit 2017 Vertreter von VAEX in Italien, sieht einen deutlichen Unterschied zwischen Nord- und Süditalien. Im Norden geht es um Größe, gute Logistik und Wachstum, im Süden um kleine Familienbetriebe mit starken regionalen Produkten. Beide arbeiten mit VAEX: der Norden für Volumen und Strukturlieferungen, der Süden für Qualität und Tradition. VAEX bedient beide Seiten.
Fingerspitzengefühl beim Handeln
In den Anfangsjahren wurden die Geschäfte oft buchstäblich am Küchentisch abgewickelt – in Italien ist das
durchaus immer noch üblich. Eine Tasse Kaffee dazu, und dann ab zum nächsten Kunden. Der persönliche Kontakt stand immer im Mittelpunkt. Das hat sich bei VAEX bis heute nicht geändert.
Vertrauen ist das Schlüsselwort
Was sich in all den Jahrzehnten immer bewährt hat: Vertrauen. Sowohl auf niederländischer als auch auf italienischer Seite wissen alle, dass Vereinbarungen eingehalten werden, Qualität geliefert wird und bei Problemen immer jemand erreichbar ist.
Dieses Vertrauen ist vielleicht der Hauptgrund dafür, dass VAEX immer noch fest auf dem italienischen Markt verankert ist. Mit der Konzentration auf Duroc-Ferkel aus Dänemark versuchen wir, einen Beitrag für die italienischen Schweinebranche zu leisten.
Ausblick
Italien ist für VAEX nach wie vor ein wichtiger, chancenreicher Markt. Die Nachfrage nach Qualität, Zuverlässigkeit und mitdenkenden Partnern wird immer größer. „Solange wir diese Aufgabe erfüllen können“, sagt Roberto, „wird Italien ein Land bleiben, in dem sich VAEX wie zu Hause fühlt.“
Somit schließt sich der Kreis: von dem einen Lastwagen, der 1976 nach Turin fuhr, hin zu einer modernen, soliden Geschäftspartnerschaft, die heute aus der italienischen Schweinebranche nicht mehr wegzudenken ist.
Verschiedene Ladungen auf dem Weg nach Italien in den 1980er/90er Jahren
Toon Govers wählt Schweine für italienische Kunden aus.
WO DER SCHINKEN WELTBERÜHMT WIRD
ITALIENS KULINARISCHER STOLZ
Italien und Schinken gehören zusammen. Denken Sie an die Namen Parma und San Daniele. Das sind DOP-Produkte: Denominazione di Origine Protetta bzw. geschützte Ursprungsbezeichnung. Einfach gesagt: Diese Schinken müssen nach strengen Regeln produziert werden. Das Schwein muss in Italien geboren, aufgezogen und geschlachtet werden. Es gibt Regeln für Futter, Genetik und Alter. Daran müssen sich die Züchter halten. Die Regeln werden vom Consorzio streng überwacht.
Neben diesen DOP-registrierten Produkten werden in Italien auch viele hochwertige, schmackhafte Trockenschinken und Salumi ohne diese Registrierung hergestellt. Für diese Erzeugnisse ist der Ursprung nicht festgelegt. Die Ferkel oder Schweine können auch aus dem Ausland stammen. Das bietet die Möglichkeit, Qualität und Verfügbarkeit zu einem vernünftigen Preis anbieten zu können.
Qualitätsgrundlage: schwere Schweine
Für die Herstellung von italienischem Trockenschinken werden schwere Schweine mit einem Gewicht von 165 bis 180 Kilo verwendet. Für die Produktion von Parmaschinken sogar bei einem vorgeschriebenen Mindestalter von 9 Monaten. Warum? Ganz einfach: Es geht ums richtige Gewicht für die Trockenschinken sowie die richtige Fettdicke. Schwerere Schinken haben eine größere Fettdicke, die dem Schinken den richtigen Geschmack verleiht.
Die spezifische Genetik spielt hier eine Schlüsselrolle. Es gibt Kreuzungen von Italian Large White, Italian Landrace und Duroc. Duroc ist besonders wichtig: Es verleiht dem Fleisch ein ausgezeichnetes Gleichgewicht zwischen mager und fett. Das intramuskuläre Fett (der feine Marmorierungseffekt) spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Von der Genetik zum Geschmack
Der Erfolg des italienischen Schinkens beginnt in den Ställen. Die richtige Genetik und das richtige Futter entscheiden darüber, wie sich das Fleisch während der Reifung verhält. Ein zu mageres Schwein trocknet zu schnell aus, ein zu fettes Schwein ergibt keine feine Textur. Es ist dieses empfindliche Gleichgewicht, das die Produzenten suchen.
Viele Erzeuger entscheiden sich daher für Kreuzungen mit DurocSchweinen: Sie liefern in der Regel genau das richtige Gleichgewicht zwischen magerem und fettem Fleisch, das für das unverwechselbare Aroma und Geschmackserlebnis erforderlich ist.
Fiocco della Valtellina
Crudo di Cuneo
Prosciutto di Parma
Prosciutto di Norcia
Vom Norden in den Süden:
So leisten schwere Schweine und VAEX einen Beitrag zu Italiens Stolz
Das Netzwerk dahinter
In Italien gibt es zwei Produktlinien, nämlich DOP-Schinken (bei dem die Herkunft aus Italien gesichert ist und der Produktionsprozess kontrolliert wird) und Produkte ohne DOP-Registrierung bei denen die Herkunft keine Rolle spielt. Wenn Schweine oder erzeugte Produkte nicht der DOP-Registrierung entsprechen müssen, beliefert VAEX seine italienischen Kunden mit Duroc-Ferkeln (insbesondere aus Dänemark) und bei zusätzlicher Nachfrage mit schweren Schlachtschweinen.
Für den italienischen Schweinehalter hat der Import von Ferkeln den Vorteil, dass die technischen Betriebsergebnisse im Durchschnitt besser sind als bei Tieren italienischer Herkunft. Der Vorteil der Haltung von Schweinen italienischer Herkunft mit DOP-Registrierung: Der Ertrag des Schweins ist aufgrund des Schutzes dieses Marktes und des Produkts höher.
Ob es sich um den berühmten Parmaschinken oder eine kleine regionale Spezialität handelt – immer liegt das Geheimnis in der Kombination von Tradition, schweren Schweinen und Geschäftspartnern, die wissen, was für Qualität erforderlich ist. Dabei spielt VAEX eine Rolle, die bis 1976 zurückreicht und im Laufe der Jahre immer stärker geworden ist.
WUSSTEN SIE, DASS ...
VAEX eine eigene italienische GmbH gegründet hat, um näher am Kunden zu sein und besser auf den Markt reagieren zu können?
auch Zuchtjungsauen an italienische Landwirte verkauft werden, die damit ihren eigenen Viehbestand verbessern können.
VAEX neben dem strukturellen Ferkelhandel regelmäßig mit schweren Schweinen handelt, die für die Herstellung von italienischem Schinken und anderen regionalen Produkten benötigt werden?
Prosciutto di San Daniele
GEMEINSAMES WACHSTUM IN ITALIEN
Leidenschaft von Generation zu Generation ZU BESUCH BEI S.A.I.M.
Die Geschichte der Società Agricola S.A.I.M. zeigt, wie tief die Liebe zur Schweinehaltung in Italien ist. 1984 begannen die Großeltern des heutigen Besitzers „mit einer Hütte aus Stroh und zwei Sauen“. Innerhalb von zehn Jahren entstanden „zwei Ställe mit fast zweitausend Plätzen und eine eigene Mischfutterfabrik“, sagt der heutige Betriebsleiter.
Sein Vater machte unermüdlich weiter. Seit 2009 ist er selbst am Ruder: „Ich habe Vertrauen gewonnen, konnte investieren und meine Ideen umsetzen. Unter großen Opfern habe ich einen zusätzlichen Stall für achthundert Tiere gebaut und den ganzen Hof verbessert.“ Jetzt gibt es Platz für 2600 Mastschweine.
Die größte Inspirationsquelle? Seine Großmutter: „Sie war eine echte Bäuerin ... sie hat mir die Liebe zu den Tieren beigebracht.“ Diese Leidenschaft zahlt sich aus: „Wir erreichen Erträge und Futterverwertungen, die früher undenkbar waren."
Zusammenarbeit mit VAEX
SAIM arbeitet bereits seit sieben Jahren mit VAEX zusammen. „Es ist eine Zusammenarbeit, die immer auf Verbesserungen ausgerichtet ist. VAEX achtet auf jedes Detail, und das hilft uns zu wachsen.“
Zugleich sind die Regeln streng. „Wir halten uns streng an die Vorschriften der Gesundheitsbehörden vor Ort. Das kostet viel Zeit und Geld. Wenn man jedoch die richtige Einstellung hat, funktioniert es. Wir liefern ein hochwertiges Produkt, das in vielen Ländern Bewunderung hervorruft.“
Blick in die Zukunft
Dennoch macht er sich Sorgen über den Mangel an Nachfolgern in dieser Branche. „Viele junge Menschen entscheiden sich nicht mehr für diesen Beruf. Es ist ein
wunderbarer Beruf, voller Leidenschaft und Zufriedenheit. Es sollte eigentlich eine Ausbildung geben, um junge Menschen besser vorzubereiten und zu begeistern. Nur so können wir die Branche am Leben erhalten.“
Seit fast 30 Jahren unter Schweinen
Eine persönliche Einschätzung des italienischen Marktes von VAEX-Berater Roberto De Pol
„Ich arbeite jetzt seit fast 30 Jahren in der Schweinebranche", sagt Roberto De Pol. Seine Aufgabe: „Kontakte pflegen, neue Kunden finden, Chancen erkennen“. Dazu gehören beispielsweise die kürzlich gestarteten Initiativen soccida und VAEX Commerciale. Was ihm daran gefällt: „Der direkte Kontakt mit den Menschen ... zu verstehen, was sie brauchen."
Unsicherheitsfaktor Afrikanische Schweinepest „Es herrscht eine große Unsicherheit“, erklärt Roberto. „Die Preise sind jetzt gut, aber ein infiziertes Wildschwein kann eine ganze Region zum Erliegen bringen. Der Preis kann von 2 Euro pro Kilo auf 1,50 Euro fallen – da kann man dann überhaupt nichts dran machen.“ Dies ist für viele Landwirte natürlich frustrierend.
Darüber hinaus haben die Unternehmen mit hohen Produktionskosten, strengeren Vorschriften und Personalmangel zu kämpfen. Doch Roberto sieht auch Chancen: „Unternehmen, die weiter in Genetik und Leistung investieren, werden überleben. Zumal immer mehr kleine Anbieter verschwinden.“
Schweres Schwein, einzigartiger Geschmack Italien ist weltberühmt für seinen Parmaschinken und San-Daniele-Schinken. Dafür braucht‘s schwere Schweine (>170 kg), auch für größere Schinken. „Duroc-Schweine bieten das richtige Gleichgewicht zwischen mager und fett.“
Nord- und Süditalien unterscheiden sich in dieser Hinsicht erheblich. „Im Norden gibt es mehr Größenvorteile und eine bessere Logistik. Im Süden sind es eher kleinere Unternehmen mit wunderbaren regionalen Produkten, aber sie bleiben eher lokal.“
Der Klick mit VAEX
Seine Zusammenarbeit mit VAEX begann auf einer Fachmesse in Hannover. „Ich habe Dirk kennengelernt, und es hat sofort Klick gemacht. Wir haben dann mit der Ferkel-
lieferung an Landwirte angefangen, die für einen neuen Vertriebsweg offen waren.“
Was macht VAEX seiner Meinung nach zu einem so guten Geschäftspartner für italienische Kunden? „Die Mentalität. Dirk ist ein professioneller Typ, der Vertrauen schafft und weiß, dass kein Kunde gleich ist. Und: Wir liefern Qualität. Fast nie Probleme mit den Ferkeln, das hilft enorm.“
Auch das Serviceniveau ist hoch. „Wenn es Probleme gibt, gehen wir sie sofort an. Wir arbeiten hier mit unserem eigenen technischen Berater, Dr. Merlini, der direkt mit den dänischen Tierärzten zusammenarbeitet. Die Kunden spüren, dass wir mit ihnen mitdenken und ihnen nicht einfach etwas aufzwingen.“
Percilla über neun Jahre bei VAEX
CAPPUCCINO, KEKSE UND KONTROLLE
Wenn Sie bei VAEX wegen einer Bestellung oder Rechnung anrufen, haben Sie wahrscheinlich
Percilla am Apparat. Seit über neun Jahren sorgt sie für einen reibungslosen Vertriebsinnendienst. Vom ersten Auftrag bis zur letzten Rechnung behält sie den Überblick, achtet auf Details und hat dabei immer einen Cappuccino (und zwei Kekse) in Reichweite.
„Mein Tag beginnt immer mit einem Cappuccino und zwei Keksen. Das Frühstück fällt meistens aus. Das Koffein brau che ich dann dringend, weil mein kleiner Sohn immer noch nicht durchschläft.“
Von Zeitarbeiterin zur festen Größe
Percilla kam als Schwangerschaftsvertretung ins Unternehmen. „Ich hatte mich eigentlich auf eine Stelle in der Verwaltung beworben. Das hat aber nicht geklappt. Wenig später wurde ich angerufen, ob ich vorübergehend in der Planung einspringen wolle. Und jetzt bin ich schon seit neun Jahren dort!“
Manchmal denkt sie noch an dieses erste Gespräch zurück. „Ich wurde nach dem Unterschied zwischen einem Eber und einer Sau gefragt ... Keine Ahnung! Da stand ich dann, völlig unvorbereitet. Zum Glück haben sie gesehen, dass ich gut ins Team passe.“
Präzision über alles Ihre Arbeit ist vielseitiger, als die meisten Leute denken. „Ich erfasse die Daten der Fahrer, verarbeite sie im System und stelle sicher, dass alles korrekt ist, bevor eine Rechnung versandt wird. Die Leute denken manchmal: Das ist doch nur Kopieren von Daten. Aber es geht um viel mehr. Es muss genau passen. Sonst läuft‘s im ganzen Prozess
„Was die Arbeit so interessant macht, ist der Kontakt mit Menschen.“
schief.“ „Ein kleiner Tippfehler kann große Folgen haben. Deshalb arbeite ich präzise und prüfe alles doppelt.“
Persönlicher Kontakt
Warum macht die Arbeit so viel Spaß? Der Kontakt mit Menschen. „Ich habe täglich Kontakt mit Kollegen, Kunden und Lieferanten. Es ist schön, wenn man jemandem wirklich helfen kann, weiterzukommen. Oder einfach nur ein Gespräch über Urlaub, Kinder oder was auch immer. Diese persönliche Note ist mir wichtig.“
Sie ist auch begeistert von der Atmosphäre bei VAEX. „Wir haben ein angenehmes, informelles Arbeitsklima. Ein Späßchen an der Kaffeemaschine oder ein gemeinsames Lachen bei einem Betriebsausflug. Das macht die Arbeit nicht nur angenehmer, sondern auch leichter.“
Carpaccio und Van der Valk Neben ihrer Arbeit hat Percilla ihre eigenen Leidenschaften, wie zum Beispiel Carpaccio. „Dafür kannst du mich mitten in der Nacht aufwecken“, sagt sie und lacht. Ihre Liebe zu den Van der Valk Hotels
ist ebenfalls etwas Besonderes. „Seit unserer Verlobung steht es auf unserer Wunschliste, dort zu übernachten. Wir haben es schon 36 Mal geschafft! Mit Kindern wird es etwas komplizierter. Spaß macht es mir aber immer noch.“
Und dann ist da noch ihre sportliche Seite. „Ich bin jahrelang fanatisch geschwommen: sechsmal pro Woche. Jetzt ziehe ich immer noch gelegentlich meine Bahnen. Es fühlt sich frischer an als im Fitnessstudio. Das gefällt mir immer wieder.“
Zufrieden und stabil
Wenn Percilla für einen Tag bei VAEX arbeiten würde, säße sie auf Dirks Stuhl. „Natürlich nur für die angenehmen Seiten“, lacht sie. „Die wirkliche Verantwortung würde ich nicht tragen wollen.“
Sie hat keine großen Pläne für die Zukunft. „Ich bin einfach zufrieden. Ich hoffe, dass alles stabil bleibt – privat und beruflich. Das ist mir viel wert.“
Kochen mit Bart
„Um ganz ehrlich zu sein“, grinst Bart. „Ich koche nicht sehr oft selbst. Meistens setze ich mich an den gedeckten Tisch oder gehe irgendwo essen. Im Restaurant bestelle ich am liebsten Beefsteak Tatar. Einer dieser Klassiker, die man zu Hause eher weniger zubereitet. Aber dieses Mal dachte ich: Weißt du was? Ich probiere es selbst aus. Ich muss sagen: Nicht schlecht.“
BEEFSTEAK TATAR
AUS DER KÜCHE, NICHT VON DER SPEISEKARTE
Für 2 Personen
Qualität über alles Bart weiß besser als jeder andere, wie wichtig die Her kunft von Fleisch ist. „Wenn man Beefsteak Tatar zuberei tet, muss man sich zu Hundert Prozent sicher sein, dass man gutes Fleisch hat. Frisch, fair produziert und von einem guten Metzger. Das ist die Grundlage. Man isst es roh und schmeckt daher sofort, ob es von guter Qualität ist. Deshalb wähle ich immer Rindfleisch, von dem ich weiß, woher es kommt. Wie bei VAEX geht es um den Respekt vor dem Tier und um Vertrauen.“
Zutaten:
• 250 g frisches Rindfleisch (Beefsteak oder Lendenstück, vom Metzger geschnitten)
• 1 Eigelb
• 1 kleine Schalotte, fein gehackt
• 1 TL Kapern, fein gehackt
• 1 TL Gewürzgurke, fein gehackt
• 1 TL Senf
• 1 TL Worcestershiresauce
• Pfeffer und Salz
Optional: ein Spritzer Tabasco oder etwas Petersilie
Zubereitung:
Achten Sie darauf, dass das Fleisch wirklich frisch ist. Lassen Sie es vom Metzger von Hand zerkleinern (oder machen Sie es selbst mit einem scharfen Messer). Das Fleisch in einer Schüssel mit Schalotten, Kapern, Gewürzgurken, Senf und Worcestershiresauce mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und ggf. etwas Tabasco hinzufügen. Zu einem schönen runden Tartar formen, auf einen Teller legen und oben eine Vertiefung für das Eigelb machen.
Einfach ausprobieren
„Nicht zu viel drüber nachdenken, einfach machen“, sagt Bart. „Mit guten Zutaten und etwas Aufmerksamkeit kommt man sehr weit. Wenn es beim ersten Mal nicht ganz perfekt klappt? Na ja, das gehört eben dazu. Man lernt es von selbst. Das Wichtigste ist, dass man Spaß dran hat. Für
mich war es eine kleine Herausforderung, das zu Hause zuzubereiten. Aber ich war überrascht, wie gut es geklappt hat.“
Einfach genießen
Laut Bart liegt die Stärke gerade in der Einfachheit. „Ich habe mein Beefsteak Tatar mit knusprigem Brot, Essiggurke und frischem Salat serviert. Mehr braucht man nicht. Es zahlt sich eben aus, wenn man gutes Fleisch hat. Dann braucht man keine Geschmacksverstärker. Das ist eigentlich genau das, wofür wir bei VAEX auch stehen: Ehrlichkeit, Qualität und unverfälschter Geschmack.“ Bart lacht: „Natürlich schmeckt das Essen im Restaurant auch gut. Aber ich muss zugeben: Wenn ich es selbst zubereite, macht es mehr Spaß und schmeckt besser. Man weiß einfach, was man auf dem Teller hat. Man hat es schließlich selbst abgesegnet. Das nenne ich reinen Genuss.“
VON DER HERAUSFORDERUNG ZUM UNTERNEHMERTUM IN DER MILCHVIEHHALTUNG
Die niederländische Milchwirtschaft befindet sich im Umbruch.
Die Erträge schwanken, Genehmigungen sind nur schwer zu bekommen und gesellschaftliche Debatten sorgen für Unsicherheit. Marijn Dekkers, Bereichsleiter bei der Rabobank und selbst in dieser Branche aufgewachsen, sieht dennoch viele Perspektiven. „Wer sich durchsetzen kann, dem eröffnen sich Perspektiven. Die Nachfrage nach Milch ist nach wie vor gut und die Unternehmer wollen vorankommen."
Von Haus aus Branchenkenner
Marijn kennt die Milchviehhaltung wie seine Westentasche. Er ist auf dem Milchviehhof der Familie in Zeeland aufgewachsen. „Das ist in mir verankert“, sagt er. „Das Schöne an dieser Branche: Es sind fast immer Familienbetriebe. Es geht um Lebensmittelproduktion, Langfristigkeit und Kontinuität. Genau da liegen meine Interessen.“ Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er zunächst einige Jahre neben der Arbeit in der Bank zu Hause im Betrieb mit und wechselte dann ganz zur Bank.
Er arbeitet bereits seit vielen Jahren bei der Rabobank – in den vergangenen 13 Jahren als Branchenleiter für die Milchviehbranche. „In dieser Funktion unterstütze ich unsere Lebensmittel- und Agrarteams im ganzen Land. Zu meinem Arbeitsbereich gehören Vorträge, Schulungen, Strategie, Visionsarbeit und natürlich die vielen Kontakte mit Unternehmern. So bleibe ich nah an der Praxis.“
Gewinn und Verlust liegen nah beieinander
Dass die Branche eine Herausforderung darstellt, steht außer Frage. „Die Milchpreisschwankungen können jährlich zwischen zehn Cent mehr oder weniger liegen“, erläutert Marijn. „Dieser Unterschied wirkt sich enorm auf das Einkommen aus.“ Gleichzeitig steigen die Kosten,
z. B. für die Entsorgung von Gülle, Energie und Land. Der Milchviehhalter kann jedoch seinen Preis nicht selbst erhöhen. Man muss schon kreativ sein, um diesen steigenden Kosten die Stirn bieten zu können.“
Deshalb, sagt er, gibt es immer mehr Landwirte, die ihr Ertragsmodell erweitern oder vergrößern. „Neben dem Wachstum der Betriebe sehen wir neue Aktivitäten: Molkereiprodukte in Eigenproduktion, Energieerzeugung und Gastronomie. Andere schließen sich Nachhaltigkeitsprogrammen an, um den Milchpreis im bestehenden Umfang zu erhöhen. Man merkt, dass die Unternehmer nach Möglichkeiten für Mehrwert suchen.“
Stickstoff und Genehmigungen wiegen schwer Seit 2019 ist das Stickstoffdossier in den Niederlanden (Maßnahmen zur Reduktion von Stickstoffemissionen) ein allgegenwärtiges Thema. Die Erteilung neuer Lizenzen erweist sich als schwierig, was wiederum die Expansion behindert. Die Abschaffung der Ausnahmeregelung, die es erlaubt, mehr Gülle auf Grasland auszubringen, hat ebenfalls große Auswirkungen. „Die Landwirte müssen heute mehr Gülle entsorgen. Diese Kosten haben sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Das hat sich wirklich zu einer heftigen Belastung entwickelt.“
Darüber hinaus wird der Markt von der Debatte über die standortgebundene Tierhaltung überschattet. „Nehmen wir mal an, dass es bald wirklich einen Standard geben wird: eine Höchstanzahl von Kühen pro Hektar. Dann ist es klug, jetzt darüber nachzudenken. Wie kann ich zusätzliche Flächen an meinen Betrieb angliedern? Es beruhigt, wenn man solche Szenarien im Voraus durchspielt.“
Vorsichtiger Optimismus
Marijn ist ganz bestimmt nicht gedrückter Stimmung. Im Gegenteil. „Die Grundlage ist gut. Die Niederlande sind ein echtes Milchland: Wir haben das passende Klima, umfassendes Wissen, gute Unternehmer und eine starke Verarbeitungsindustrie mit kurzen Wegen. Die Nachfrage nach Milch ist weltweit nach wie vor gut. Das Angebot kann damit kaum mithalten. Das bedeutet: Wo ein Wille ist, ist ein Weg und damit auch Perspektive.“
Auch bei den Unternehmern sieht er Investitionsbereitschaft. „Trotz der Unsicherheit wollen die Landwirte weitermachen. Man kann nicht zehn Jahre lang stillstehen. Das ist nicht gut fürs Unternehmen.“ „Landwirte wollen nicht
zehn Jahre lang stillstehen, sie möchten vorankommen.“
Manchmal bedeutet das Vergrößerung der Betriebsfläche, manchmal extensiveres Arbeiten. Aber immer mit Blick auf die Zukunftssicherheit.
Technologie als leiser Motor
Ein Schlüsselfaktor für diese Zukunft ist die Technologie. Melkroboter sind inzwischen weit verbreitet. Im Datenbereich gibt es jedoch noch eine Menge Luft nach oben, so Marijn. „Wir verfügen über umfassende Informationen, aber wir nutzen sie noch nicht optimal. Hier gibt es echte Chancen. Daten können helfen, effizienter zu füttern, die Gesundheit der Kühe besser zu verfolgen oder Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.“
Mit Nachhaltigkeit Geld verdienen
Nachhaltigkeit ist ein Schlüsselwort in den Niederlanden. Programme von Genossenschaften (z. B. FrieslandCampina, Arla und Eko Holland) zahlen eine Prämie für nachhaltig erzeugte Milch. „Das ist ein Punkt, von dem die Landwirte wirklich profitieren können“, unterstreicht Marijn. Es gibt auch Unternehmer, die ihre Molkereiprodukte
selbst herstellen oder direkt verkaufen und sich auf diese Weise ihren Nachhaltigkeitsanspruch in Euro auszahlen zu lassen.
Aber international ist es schwieriger. „Die niederländischen Verbraucher sind durchaus bereit, für Nachhaltigkeit in die Tasche zu greifen. Aber in Deutschland oder Asien geht es eher um den Preis. Dort konkurrieren wir mit Ländern wie Neuseeland oder den USA, wo die Kosten niedriger sind. Das macht es außerhalb der Niederlande schwierig, Nachhaltigkeit wirklich in klingende Münze umzusetzen. In den Niederlanden ist das kein Problem, international gestaltet sich das schwieriger.“
Internationale Ströme: ein logisches Puzzle
Die Branche ist stark mit dem internationalen Handel verflochten. In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise Schlachtkühe aus Kroatien und Milch aus Deutschland importiert, um die niederländische Verarbeitungskapazität aufrechtzuerhalten. „Das sind meist nur vorübergehende Lösungen“, erläutert Marijn. „Kurzfristig ist das sinnvoll. Strukturell würde das nichts bringen, weil es weniger nachhaltig ist. Dennoch wird es immer ein Ungleichgewicht geben.
Und hier kommt eine Partei wie VAEX ins Spiel: Sie kann durch ihr Netzwerk dort einspringen, wo Bedarf besteht, sowohl im Inland als auch im Ausland.“
Junge Unternehmer schaffen Vertrauen
Trotz aller Hürden bemerkt Marijn in der neuen Generation eine Menge Energie. „Junge Landwirte schauen weiter als ihre Nase lang ist. Sie kooperieren, investieren in Daten und Technologie und sind an Ungewissheit gewöhnt.
„Landwirte wollen nicht zehn Jahre lang stillstehen, sie möchten vorankommen.“
Das schafft Vertrauen.“ Seine Empfehlung an die Milchviehhalter: „Man muss die eigene Buchhaltung kennen und zukunftsorientiert bleiben. Verlassen Sie sich nicht nur auf die Bank oder einen Berater, sondern nehmen Sie Ihre Pläne selbst in die Hand. Dann kann man bewusste Entscheidungen treffen, , sei es in Bezug auf Land, Umfang oder Nachhaltigkeit.“
Es gibt wirklich eine Perspektive
Die Branche steht vor großen Herausforderungen, aber die Zukunft bietet auch Chancen. Marijn fasst es so zusammen: „Es gibt wirklich eine Perspektive. Die Nachfrage nach Milch bleibt bestehen, die Technologie hilft uns, voranzukommen, und Nachhaltigkeit kann ein Ertragsmodell sein. Den Unternehmern, die bleiben, steht eine glänzende Zukunft bevor.“
Von Freitag, dem 31. Oktober, bis Montag, dem 3. November, reisten wir mit 13 Personen nach Spanien – hauptsächlich Schweine-züchter, die ihre Ferkel wöchentlich an Spanien liefern.
Wir bekamen einen großartigen Einblick in die spanische Schweinebranche: faszinierende Präsentationen, Betriebsbesuche und gute Gespräche mit unseren Partnern vor Ort. Natürlich blieb auch Zeit, um gemeinsam die spanische Küche zu genießen und ein Spiel von Real Madrid zu sehen – ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird.
Eine Reise voller Wissen, Erfahrung und Verbindung: genau das, wofür VAEX steht.
TAG DER OFFENEN TÜR BEI
Am Freitag, den 27. September, öffneten sich für die Vertreter der Branche die Türen des Schlachthofs Pigarné in Lichtenvoorde. Die Besucher wurden durch den Betrieb geführt. Er konzentriert sich auf die Schlachtung von Jungschweinen aus der Sauenhaltung, den so genannten Schlachtferkeln.
Es handelt sich um eine eigene Kategorie von Tieren, die oft ein wenig aus dem Blickfeld gerät. Tiere, die nicht
LEO FEIERT SEINEN 75. GEBURTSTAG!
Jahrelang war er in der Branche voll aktiv. Jetzt hält er sich mehr im Hintergrund, ist aber immer noch an den Geschehnissen beteiligt. Er war Mitbegründer von VAEX und hat etwas bewegt, indem er einfach tat, was nötig war. Leo, vielen Dank für alles. Ich hoffe, du bleibst noch lange am Ball!
groß genug sind für die reguläre Schlacht. Aber es wäre schade, wenn man sie nicht verwerten würde. Pigarné beweist, dass man diese Tiere tatsächlich ordnungsgemäß und verantwortungsvoll verwerten kann. Bei der Besichtigung wurde deutlich, wie das gemacht wird: sauber, effizient und mit Aufmerksamkeit für das Tier.
Auch VAEX ist an dieser Entwicklung beteiligt – u. a. mit der Lieferung von Schlachtferkeln. Als Bindeglied zwischen Landwirt, Schlachthof und Markt trägt VAEX zur Wertschöpfung in Teilen der Kette bei, die oft weniger sichtbar sind.
Der Nachmittag gab einen realistischen Einblick in eine Nische, die im Stillen wichtige Arbeit leistet – für das Tier, den Landwirt und die Branche insgesamt.
Tolle Tage! Unsere italienischen Kunden besuchten erstmals die Niederlande. In Reek haben wir sie mit Brabanter Würstchen im Teigmantel begrüßt. Nach einem kurzen Meeting bei VAEX The Truck Traders ging‘s weiter zur Führung bei Pigarné.
TOUR DE BOER:
Anschließend sind wir zusammen nach Dänemark gereist. Dort drehte sich alles um Wissensaustausch und Inspiration. Wir besuchten einen Exportbetrieb und einen Schweinezüchter, damit sie sehen konnten, wo und wie ihre Duroc-Ferkel geboren werden. Es ist schön zu sehen, wie jeder Betrieb und jeder Markt auf seine eigene Art und Weise funktioniert, aber die Leidenschaft für das Handwerk klingt überall gleich.
DER WEG VOM BÜROSTUHL ZUM STALL IST KURZ
Manchmal muss man kurz die Stiefel anziehen. Während unserer Tour de Boer gehen die Bürokollegen hinaus, um sich den Stall anzusehen. Nicht hinter dem Computer, sondern bei den Tieren. So bekommt man wirklich ein Gefühl für die Arbeit, die wir alle leisten.
Um ganz ehrlich zu sein: Es ist nicht nur lehrreich, sondern macht auch viel Spaß. Einen Blick in den Stall werfen, Fragen stellen und sehen, wie der Schweinehandel funktioniert.