07 | 2021 17,50 €
SMALL THINGS, BIG IMPACT SCHUHE & ACCESSOIRES FRÜHJAHR/SOMMER 2022
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NEW CAMEL ACTIVE bags
WOMENSWEAR COLLECTION AW21
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Editorial
Cheryll Mühlen, Chefredakteurin
Wir tasten uns langsam wieder heran – an das Leben in der Innenstadt. Vielleicht bewegen wir uns noch etwas skeptisch umher, gehen wenige bis gar keine Risiken ein, aber die Branche trifft und begegnet sich endlich wieder. Ende Juli in Hofheim-Wallau, bald erneut in Düsseldorf oder auch international wie jüngst zur Copenhagen Fashion Week in Dänemark. Aber nicht nur Branchen treffen sich, auch privat ist man wieder viel unterwegs. Die Innenstädte sind geöffnet, die Endkonsument:innen zeigen sich kauffreudig und das Leben findet vor allem wieder außerhalb der eigenen vier Wände statt – auch wenn der Hochsommer sich mancherorts nie wirklich entfaltet hat. In den letzten Wochen wurden gute, wichtige und notwendige Impulse gesetzt, die der Einzelhandel auch zu spüren bekam und nun für sich zu nutzen wissen muss. Vor allem die Segmente Schuhe, Taschen und Accessoires erfreuen sich wieder einer wachsenden Notwendigkeit, nachdem für die kleinen bis großen ‚Nice-to-haves‘ im Lockdown kaum bis gar kein Bedarf mehr bestand. Aber wenn der Mensch wieder in die Gastronomien, Theater, Museen, Kinos, Städte, überall dorthin darf, wo er die letzten Monate nicht sein durfte, möchte er sich auch ‚schmücken‘. Was kann es also Besseres geben, als ihn mit neuen, spannenden Angeboten zu belohnen? Die neue Frühjahr-/Sommersaison 2022 bietet die Chance, an den E-Commerce verlorene Kund:innen langfristig zurückzugewinnen. Durch guten Service, einen ansprechenden PoS, neue digitale Lösungen, aber auch und vor allem durch neue, reizvolle und diverse Portfolios, die sich von denen der Wettbewerber absetzen. Nutzen wir den Sommeraufschwung also für ein Neudenken alter Strukturen, die es nun zu brechen gilt. Zeigen Sie Charakter, heben Sie Ihre individuelle Stärke hervor, schärfen Sie die Sinne und bilden Sie klare Trends ab. In diesem Sinne: Auf eine erfolgreiche Ordersaison!
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Whatever I do.
josef-seibel.de
josef-seibel.de
New Season Styles Spring & Summer 2022
Jonah 02
Titel TM Shooting Fotografin Lina Zangers Hemdbluse & Hose Rabens Saloner Brosche Sabinna
Up & Coming
Inhalt
08 MARKEN UND MACHER:INNEN 10 BODYWEAR TO WATCH 11 NEWCOMER Komrads / Løci
Trend Preview
12 EDITOR’S PICK
14 CONTENT-STRATEGIEN IM CHECK Welcome to the Social Media Jungle
Industrie & Handel
16 THINK INC. Die Zukunft digitaler Pressetage
28 SHOES & ACCESSORIES – ORDERTRENDS F/S 2022 The Big Easy 40 STATEMENTS Investition in Innovation 42 TM FASHION SHOOTING Big Little Things
Green Screen
18 THE FOLKLORE Online-Plattform für afrikanische High Fashion
54 CANO/ RETRACED Faire Schuhproduktion
20 ANWR GROUP Wir brauchen Mut
58 LANIUS Der vegane Sneaker
22 JOSEF SEIBEL Tradition verpflichtet
60 KEYLIME Wo ein Wille, da auch ein Weg
24 CAMEL ACTIVE The Adventure Feeling
62 NEUBAU EYEWEAR Sustainable Avantgarde
26 GALLERY SHOES & FASHION Zahlreiche Rückkehrer
Gedankengut 64 Die Qual der Wahl
66 Impressum / Index
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TM Fashion Shooting Hemdbluse Rabens Saloner
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Up & Coming
ZURÜCK IN DIE 2000ER Iphoria – Die Faszination der Mode für die frühen 2000er-Jahre hört nicht bei Low-Rise-Jeans und Haarspangen auf. Auch unsere Handys bekommen jetzt ein Y2K-Makeover: Baumelnde Handy-Anhänger, auch Phone Charms genannt, feiern ihr Comeback. Pünktlich zum Revival und von der Nostal giegepackt, offeriert uns das Designlabel Iphoria gleich vier brandneue Versionen des Kult-Access oires. Die farbenfrohen und perlenbesetzten Anhänger der Berliner Marke fangen die lebendige Ästhetik der ‚Early 2000s‘ perfekt ein und werden wohl schon bald auf so manchem Spiegel-Selfie als verspielter Eyecatcher zu sehen sein. ▶ iphoria.com
RAUSGEGANGEN! Tamaris – Den aktuell weitverbreiteten Drang nach Bewegung und Natur im Blick, wagt sich die Damenschuhmarke Tamaris erstmals in das Outdoor-Segment. Ab der Frühjahr-/ Sommersaison 2022 startet das Label der Detmolder Wortmann-Gruppe mit einer Kapsel, die Frauen künftig sowohl für die Stadt als auch für die Natur rüsten soll. Dabei spannen die Modelle ‚T-Walk‘, ‚T-Travel‘ und ‚T-Hike‘ den Bogen zwischen City Wear und High Performance Gear und überzeugen nicht nur mit ihrer Funktionalität, sondern auch mit ihrem schlanken, femininen Design. Für diese Balance hat Tamaris speziell neue Technologien entwickelt, darunter das wasserundurchlässige Flyknit-Material. ▶ tamaris.com
FEEL THE DIFFERENCE Asics – Mit einer klaren Verankerung im Runningmarkt lässt es sich der japanische Sportgigant Asics nicht nehmen, das Lauferlebnis weiter zu optimieren. Mehr als 81 Prozent aller Läufer:innen seien nämlich unsicher, ob sie in dem für sie geeigneten Laufschuh unterwegs sind. Mit dem ‚Feel the Difference Lab‘ soll sich das nun ändern: Das Pilotprojekt gibt Verbraucher:innen beim Kauf eines Laufschuhs die Möglichkeit eines persönlichen Online-Beratungsgesprächs mit individueller Laufanalyse. Teilnehmer:innen erhalten dann eine Empfehlung für passende Modelle sowie Auskunft über die richtige Laufschuhgröße. Asics startet das Projekt zunächst mit dem eigenen Sortiment, will es künftig aber auf wichtige Asics-Retailpartner ausweiten. ▶ asics.com
LIFE’S A BEACH Stetson – Sommer, Sonne, sanfte Brise. Inspiriert vom Strandleben präsentiert die Heritage Brand Stetson zum Frühjahr/Sommer 2022 entspannte Styles, die regelrecht zu einem Tag am Meer einladen. Lässige Silhouetten und zeitlose Schnitte werden mit traditioneller Handwerkskunst und einem großen Farbspektrum zu einer smarten Kollektion kombiniert, die auf dem Wasser, an Land, im kühlen Schatten sowie im Strandcafé funktioniert. Ob Strohhüte, Bucket Hats oder Basecaps – die Highlights aus dem Hause Stetson schützen im Sommer 2022 nicht nur vor Sonnenstichen, sondern sehen auch noch verdammt gut aus. ▶ stetson.eu
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LESS STRESS Inuikii – Das Independent-Schuhlabel Inuikii steht für luxuriöse, furchtlose Designs, die Stereotypen trotzen und die Individualität der Träger:innen strahlen lassen. Im Sommer 2022 geht es erneut farbenfroh und gewohnt komfortabel zu. Ganz nach dem Motto ‚less stress, more comfort‘ werden im Rahmen der ‚Feet Plus Orthopedically-Designed‘-Reihe auch diesmal wieder Slides mit einem besonderen Fußbett ausgestattet. Daneben wurden die markentypischen Wintersneaker neu interpretiert: Mit einer superleichten Sohle, Canvas-Topping und sonnigen Farbakzenten ist der ikonische Style ab sofort sommertauglich. ▶ inuikii.com
GROSSE VISIONEN Les Visionnaires – Nach Deutschland folgt nun auch Österreich: Erst in diesem Jahr von Liebeskind-Mitgründer Semih Simsek ins Leben gerufen, erweitert das in Düsseldorf ansässige Leder-Accessoire-Label Les Visionnaires bereits sein B2B-Geschäftsfeld und kooperiert dafür mit der österreichischen Vertriebsagentur Scorpio Fashion. Seit Ende Juli werden die Kollektionen aus hochwertigen Taschen im Salzburger Showroom der Agentur präsentiert. Die Expansion nach Österreich ist für die Brand der erste Schritt in Richtung einer internationalen Markteinführung. In Deutschland arbeitet Les Visionnaires mit der Agentur Ben and mit Showrooms in Düsseldorf und München zusammen. ▶ les-visionnaires.com
ZUKUNFTSTRÄCHTIG Josef Seibel – Im Zuge seiner Neuausrichtung stellt das internationale Schuhunternehmen Josef Seibel in seiner Hauensteiner Produktionsstätte auf 100 Prozent Ökostrom um. Schritt für Schritt integriere man schadstoffreduziertes und emissionsarmes Handeln in seine Zukunftspolitik, so das Traditionsunternehmen. Dazu gehören auch der Einsatz nachhaltiger Materialien wie chromfrei gegerbtes Leder sowie die Verwendung pflanzlicher Farbstoffe. Allein durch den zertifizierten Ökostrom könne man von Juni 2021 bis Ende 2022 bereits 310 Tonnen CO2 einsparen, lautet die Prognose des Unternehmens. Mehr zur Neuausrichtung von Josef Seibel lesen Sie ab Seite 22. ▶ josef-seibel.de
DIE KRAFT DER NATUR Allbirds – Das Label Allbirds hat eine Mission: mit der Kraft der Natur Höchstleistungen zu erzielen. Dafür verwendet die Marke für ihre Active wear größtenteils natürliche Alternativen mit besserer CO2 -Bilanz als jener der im Segment typischen synthetischen Fasern. Die Leggings, Tank Tops und Shorts der neuen ‚Natural Run‘-Kollektion sind der Beweis, dass das ungewöhnliche Konzept aufgeht: Sie schneiden nach zwei Jahren Entwicklungszeit, 70 Entwürfen und tausenden von Tests im Marktvergleich in Sachen Atmungsaktivität, Schweißabsorption, schneller Trocknung und angenehmer Dehnbarkeit genauso gut ab wie die ‚Unnatural‘-Konkurrenz. ▶ allbirds.com
Up & Coming
BODYWEAR TO WATCH YOU ARE BEAUTIFUL
Amina Muaddi x Wolford – Für eine besondere Kapsel haben sich Wolford und die Designerin Amina Muaddi zusammengefunden. Herausgekommen ist eine Auswahl an 17 Teilen, darunter hautschmeichelnde Strumpfhosen und Leggings sowie Bodys, Kleider und ein Catsuit mit integrierten Schuhen, die der modernen Weiblichkeit huldigen. Hochwertige Qualitäten wie Latex, Spitze, Viskose-Jersey und veganes Leder unterstreichen den exklusiven Charakter der Kapsel.
FOTO: BY ROGER WEISS
▶ wolford.com ▶ aminamuaddi.com
INNOVATION VS. WEGWERFKULTUR Hēdoïne – Anna Rauch und Alexandra Tymann haben die Brand Hēdoïne gegründet, um die perfekte Strumpfhose zu entwickeln, die neue Maßstäbe in Bezug auf Haltbarkeit, Komfort und Nachhaltigkeit setzt. Ein Statement gegen die Wegwerfkultur in der Modebranche. Im September wird nun eine der ersten kompostierbaren und dabei laufmaschenresistenten Strumpfhosen in einer 30-Denier-Qualität gelauncht – der Startschuss für eine komplette Biodegradable Tights Collection. Um den ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz konsequent zu verfolgen, wird auch das Packaging der Strumpfhosen zu 100 Prozent recycelbar sein. ▶ hedoine.de
KEEP ON MOVING
© SPEIDEL GMBH
Speidel – Der Wäschespezialist Speidel bringt mit der Serie ‚Muse – inspired by movement‘ eine Sportswear-Auswahl heraus, die aus recycelten und schnell nachwachsenden Materialien gefertigt ist. Das Unternehmen setzt damit auf eine nachhaltige Zukunft. Die Kollektion umfasst acht Styles, die sich untereinander kombinieren lassen und bei denen Tragekomfort und Bewegungsfreiheit im Fokus stehen. Die Serie ‚Muse – inspired by movement‘ ist ab Liefertermin Januar 2022 im Handel und online verfügbar. ▶ speidel-lingerie.de
NEW COMER LOW IMPACT – HIGH QUALITY Komrads – Mit den geringstmöglichen Auswirkungen auf den Planeten, so das Motto, unter dem das nachhaltige Schuhlabel Komrads Sneaker aus komplett wiederverwendeten und recycelten Materialien kreiert. 2015 von Mark Vandevelde und Partnerin Greet Goegebuer in Belgien gegründet, hat es sich die Marke zum Ziel gemacht, respektvoll mit Res sourcen umzugehen. Zum Einsatz kommt ökologisches Apfelleder, das aus Abfällen der Apfelsaftindustrie hergestellt wird. Darüber hinaus werden recycelte Baumwolle und Polyester aus recycelten PET-Flaschen verwen det. Die Sohlen der Modelle bestehen zu 100 Prozent aus rec yceltem Gummi, welches natürlich und ökologisch unbedenklich eingefärbt wird. Für die neue Linie ‚ONCS‘, die in Kürze gelauncht wird, wurden Sneaker aus recyceltem Plastik aus den Ozeanen hergestellt. Umweltfreundliche Produktion bezieht sich jedoch nicht allein auf das Produkt, sondern ist auch ein wichtiger Faktor bei der Wahl der Produktionspartner. Bei Komrads konzentriert man sich vor allem auf kleinere, nachhaltig agierende Partner. Die Verbraucher:innen sollen überzeugt sein, die richtige Sneaker-Wahl getroffen zu haben. /ay ▶ komrads.world
VEGANER LUXUS Løci – Erst im April 2021 von den beiden Unternehmern Emmanuel Eribo und Philippe Homsy gegründet, verspricht das in London ansässige Schuhlabel Løci schon jetzt das ‚nächste große Ding‘ zu werden. Die gänzlich vegane Sneaker-Marke wurde mit der Vision kreiert, nachhaltige Premiumschuhe in limitierter Auflage zu offerieren. Das ist auch gelungen: Die Sneaker überzeugen nicht nur mit ihrem lässigen Design, sie werden auch komplett aus recyceltem Material wie Meeresplastik vom Mittelmeer und der Atlantikküste Afrikas sowie aus natürlichem Kork und Bambus hergestellt. Daneben verfolgt Løci die fortschrittliche Produktionsmethode der ‚vertikalen Integration‘, die es erlaubt, die monatliche Produktion bedarfsgerecht hoch- oder herunterzufahren, um die Umweltbelastung gering zu halten. Im Einklang mit dieser Philosophie werden alle Schuhe in einem Vorort von Porto, Portugal, von Hand gefertigt. Jedes Paar sei als Hommage an die Kunstfertigkeit und den hohen Standard der portugiesischen Schuhmacherei zu betrachten, so das Unternehmen. On top werden zehn Prozent des Gewinns von jedem verkauften Paar für den Meeresschutz und den Schutz bedrohter Meeresbewohner gespendet. Luxus, den man sich mit gutem Gewissen gönnen darf. /ay ▶ lociwear.com
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FOTO: © IMAXTREE
Editor’s Pick
REINE KOPFSACHE Viele Trends kommen und gehen, bis sie wieder zurückkehren. Dazu zählt auch das Kopftuch, das zuletzt als Bandana in den 90ern und frühen 2000ern von sich reden machte. Zwei bis drei Jahrzehnte später feiert der sommerliche Kopftuch-Look jetzt sein unerwartetes Comeback – allerdings etwas erwachsener. Zahlreiche Modehäuser wie Dior, Max Mara, Roksanda oder Isabel Marant integrierten das neue Accessoire-Must-have bereits mehrfach in ihre Kollektionen und Runway-Looks. Kein Wunder, erweist sich das Bandana 2.0 doch als wandelbarer Alleskönner und gibt sich von cool und edgy bis hin zu elegant und chic.
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Industrie & Handel
Als Instagram-Chef Adam Mosseri Ende Juni ankündigte, die Plattform werde sich in Zukunft primär auf Videos statt auf Fotos konzentrieren, war der Aufschrei groß, zwingt dies doch Influencer:innen wie Business Accounts dazu, die eigene Content-Strategie zu überdenken.
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FOTO: © ISTOCK
Welcome to the Social Media Jungle
Videos führen zu einem höheren Engagement und somit auch zu mehr Umsatz – das gilt ganz sicher seit TikToks unaufhaltsamer Erfolgswelle. Die chinesische App ist vor allem bei der Gen Z beliebt, aber auch immer mehr Millennials, Baby-Boomer, zahlreiche Fashion Brands und, ja, auch die Tagesschau haben mittlerweile einen TikTok-Account. Das musste auch Instagram neidlos anerkennen und zog im letzten Jahr mit der eigenen Version, Instagram Reels, nach. Doch das reicht der SuperSocial-Media-App nicht mehr: Die Plattform wird künftig nicht länger primär die Foto-App sein, in die sich alle einst verliebt haben, sondern es seinen Konkurrenten wie TikTok und YouTube gleichtun und mit mehr Video-Content auftrumpfen. Waren die sogenannten Reels, die kurzen Clips, die man auf Instagram erstellen und über die Plattform teilen konnte, anfangs auf 15 Sekunden beschränkt, wurde das Zeitfenster rasch auf 30 Sekunden erhöht. Nun sollen noch längere Videos möglich sein.
Und das innerhalb eines Posts oder einer Story. Dass dahinter großes Potenzial steckt, hat Instagram schon lange verstan den und baut auch diese Funktion in den nächsten Monaten weiter aus. Unternehmen, die sich auch postpandemisch im digitalen Handel weiterentwickeln wollen, sollten sich daher mit diesem Feature schnellstmöglich vertraut machen. Im Zuge dessen gilt es außerdem, sich mit den ‚Buy now, pay later‘-Angeboten von beispielsweise Klarna zu befassen. Gerade jüngere User:innen, die vor der klassischen Kreditkarte zurückschrecken, nutzen bevorzugt diese Bezahlmethode und entscheiden sich dank der 14-Tage-Zahlungsfrist eher für einen Kaufabschluss. Speziell für Marken, die sich eine jüngere Zielgruppe erschließen wollen, ist das nicht uninteressant.
DIE ZUKUNFT LIEGT IM VIDEO
CLUBHOUSE – JA ODER NEIN?
Das bedeutet für alle User:innen, privat oder beruflich: Wer die eigene Followerschaft aufrechterhalten oder gar wachsen lassen möchte, sollte sich zukünftig mit der Erstellung von Bewegtbildern besser vertraut machen, um mit den aktuellen Social-Media-Trends mithalten zu können und den Algorithmus zu seinem Vorteil zu nutzen. Wichtig: Bislang macht der Instagram-Algorithmus zwischen Foto- und Video-Content keinen Unters chied, dennoch performen Videos bereits jetzt deutlich besser. Einer der Gründe: User:innen widmen ihnen längere Aufmerks amkeit, als es bei Fotos der Fall ist. Außerdem ‚belohnt‘ Instagram Accounts, die neue Funktionen anwenden. Wer sich Instagram Reels zunutze macht, kann somit mit einem besseren Account-Wachstum rechnen.
Interessiert und neugierig, vielleicht aber auch skeptisch sind viele, wenn es um die vergleichsweise junge Plattform Clubhouse geht. Die interaktive, audiobasierte App erlebte zu Beginn des Jahres einen regelrechten Hype und galt mit ihrer ‚By invitation only‘-Mitgliedschaft als buchstäblich exklusiver Club. Das erklärt im Gegenzug, warum Clubhouse vielen noch immer als eher undurchsichtig erscheint. Dabei bietet die App vor allem Markenbotschafter:innen, Macher:innen, Kreativen und Meinungsbildner:innen Raum – ganz ohne die Notwen digkeit, Foto- oder Video-Content zu erstellen. Denn hier wird im reinen Audioformat kommuniziert, über zeitgeistige Themen von Lifestyle über Gesellschaft bis hin zu Business.
Ein weiterer Vorteil des Video-Contents: Er wird derzeit nicht nur häufiger aufgerufen als andere Arten von Inhalten, sondern bleibt in der Regel auch deutlich länger im Umlauf. TikTokVideos beispielsweise können noch Wochen oder gar Monate nach ihrer Veröffentlichung in der sogenannten For You Page auftauchen und so immer wieder für Views sorgen. Ein Feature, das sich Instagram ebenfalls von TikTok abgeschaut hat: Zukünftig werden auch Inhalte von Accounts angezeigt, die man nicht abonniert hat.
Klar ist: Die Social-Media-Welt wird immer vielfältiger. Zwar spielen auch Twitter und Facebook mit den ihnen eigenen Funktionen weiterhin eine Rolle, aber sie sind längst nicht mehr die wichtigsten Instanzen, wenn es um die Sichtbarkeit im Netz geht. Um diese sicherzustellen, sollten Unternehmen nicht nur darauf achten, welches Tool zu ihnen passt – sie sollten auch ihre Zielgruppe damit erreichen können. Wer mehrere Generationen ansprechen möchte, sollte seine Kommunikation entsprechend vielseitig gestalten und die Präsenz auf verschiedenen Plattformen gewissenhaft pflegen. Doch die wohl wichtigste Regel, um im Social Media Jungle nicht unterzugehen: Haben Sie keine falsche Scheu vor neuen Möglichkeiten und machen Sie sich mit den Tools in Ruhe vertraut. #goals
USER-FRIENDLY SHOPPING Wachstum muss aber nicht ausschließlich durch Reichweite kommen, sondern kann auch durch Umsatz definiert sein. Shopping-Funktionen gibt es mittlerweile fast überall – ob bei Instagram, Pinterest oder Snapchat. Gerade in der Pandemie und insbesondere für kleine Einzelhändler:innen erwies sich dieses Tool als E-Commerce-Alternative zum klassischen Onlineshop. Endkonsument:innen lassen sich quasi ohne Umwege zum Kauf animieren: Ein Bild. Ein Klick. Eine Kaufabwicklung.
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16 Die Zukunft digitaler Pressetage
Think Inc.
Industrie & Handel
Aus physischem Get-together wird zunehmend ein digitales Click-together. Spätestens seit der Pandemie etablieren sich virtuelle Veranstaltungen, die das Erlebnis der Kollektionsschau digital abbilden. Um sich hier abzuheben, bedarf es kreativer Strategien. Innovativer Input kommt von der Münchner Kommunikationsagentur Think Inc. Managing Director Holger Petermann über seinen Virtual Space als Teil der Omni-Welt und über die Zukunft digitaler Pressetage.
Interview Franka Schmid
Lieber Herr Petermann, inwieweit hat sich die Pressearbeit in Ihren Augen seit der Pandemie verändert? Die Anstrengung lag darin, nicht zu stagnieren, son dern die Agentur weiterzuentwickeln und neue Impulse im Markt zu setzen. Neben möglichen analogen Kontaktpunkten in der Agentur oder unseren Showrooms haben wir auch digital unseren Anspruch umgesetzt. So entwickelten wir die Hybrid Press Days und daraus unter dem Meta-Begriff Omni eine Welt, die es ermöglicht, je nach Bedarf unseren Zielgruppen Inhalte so zur Verfügung zu stellen, wie sie es brauchen oder auch wünschen. Zu jeder Zeit und von jedem Ort aus. In diesem Jahr gingen Sie mit einem Virtual Space, der den Gamingkult der 90er Jahre aufgreift, an den Start. Was inspirierte Sie zu dieser Themenwelt? Wir haben uns an den Bedürfnissen von Menschen orien tiert: Was fehlt ihnen, was wünschen, was brauchen sie und was könnte ihnen Freude bereiten? Zoom- oder Microsoft-Teams-Meetings waren in aller Munde, uns kamen sie aber zu eindimensional vor. Der Nutzen ist OK, aber die Emotion fehlt und vor allem ein wichtiger Aspekt: die zufällige Begegnung, der Flurfunk, die Heimat, das Persönliche und die Erinnerung an den Ort, wo man sich begegnet ist. Unser Virtual Space bietet das, alles gehalten im Look der Pixelgrafiken der 90er. Retrospektiv eine Zeit, in der wir begannen, digital zu denken, und in der wir außerdem viel Spaß hatten. Inwiefern können Presse und Influencer:innen auch digital emotionalisiert werden? Wie wird eine Verbindung zwischen Produkt und Medienpartner durch den Bildschirm geschaffen? Wir haben beste Erfahrungen, wenn wir Ideen für einzelne Plattformen entwickeln und alles unter das Markendach setzen, ohne den Anspruch zu haben, dass jede Maßnahme alles leisten muss. Darüber hinaus schaffen
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wir Interaktion zwischen Menschen. Da entsteht sehr viel emotionaler Austausch. Auch hier geht es um die Vereinigung der oft getrennten analogen und digitalen Welten. Welche Chancen ermöglichen Virtual Press Days in Zukunft, auch auf internationaler Ebene? Dank eines Virtual Space ist man schneller überall und wieder zurück. Wir nutzen die virtuellen Press Days schon heute, um mit unseren Agenturpartnern aus Tokio, New York, Italien, UK etc. zu arbeiten, und das Schöne ist: Die digitale Welt können wir uns hier selbst schnell gemeinsam gestalten und nutzen. Wie ist Ihre Prognose für das laufende Jahr? Fassen Sie auch physische Pressetage wieder ins Auge? Unser Konzept heißt Omni: Das bedeutet, wir sind da, wo unsere Zielgruppe ist und wo die Zusammenarbeit Sinn und Spaß macht. Es ist also keine Frage von Entweder-oder, sondern vielmehr ein Sowohl-alsauch. Wir wollen persönlich reisen, uns treffen, uns austauschen. Deswegen wird es bei uns auch wieder physische Press Days geben. ▶ thinkinc.de
Holger Petermann, Managing Director Think Inc.
18 The Folklore
Online-Plattform für afrikanische High Fashion Mode ist weltumspannend: Im Zuge der Globalisierung werden Bekleidung, Schuhe und Accessoires aus aller Herren Länder konsumiert. Insbesondere afrikanische Modedesigner:innen befinden sich derzeit auf dem Vormarsch. Ihre Kollektionen sind jedoch international schwer zu erstehen. The Folklore wirft seit geraumer Zeit als E-Commerce-Shop ein neues Licht auf den Kontinent und liefert den Designer:innen eine Sales-Plattform. Text Franka Schmid
Erst kürzlich launchte die Brand Karl Lagerfeld eine Kapsel-Kollektion mit Kenneth Ize. Ein Designer, der seit 2020 in aller Munde ist. Der Nigerianer wuchs im österreichischen Linz auf und studierte in Wien. Seine afrikanischen Wurzeln bringt Ize als Designer jedoch stets mit ein. Seine farbig gestreiften Entwürfe und handgewobenen Stoffe zeigen Neuinterpretationen afrikanischer Handwerkstechniken. In enger Zusammenarbeit mit nigerianischen Weber:innen entstanden so Kollektionen, die afrikanische Mode auf internationales Niveau heben. Kenneth Ize ist nicht der einzige afrikanische Designer, der derzeit gefeiert wird. Mit ‚The Folklore‘ gründete Amira Rasool 2017 eine E-Commerce-Plattform für afrikanische High Fashion. Die Idee entstand, nachdem sie für ihren Master in Afrikanistik von New York nach Kapstadt gezogen war. Als sie die südafrikanische Modeszene erkundete, war sie von der Vielfalt und Kreativität der dortigen Designer:innen fasziniert. Jedoch fehlte es an allen Ecken: an medialer Aufmerksamkeit, Marketing-Maßnahmen, digitalem Abverkauf. Rasool sah eine Marktlücke: Mit ihrem digitalen Concept Store präsentiert sie Labels, die eine kuratierte Online-Präsenz verdient haben. Auch redaktionelle Inhalte finden sich auf der Website. Sie beschäftigen sich mit der Musik und der Kultur, die den afrikanisch inspirierten Stil umgeben. Rasool präsentiert die Designer:innen so, dass sie bei den Verbraucher:innen sichtbar werden. Bei der Auswahl der Partner:innen setzt die Gründerin auf offene Kommunikation, Transparenz und wählt Stoffe und Kollektionsstücke gemeinsam mit den Designer:innen aus. Was ihnen oftmals fehlt, sind schlichtweg Handelspartner:innen und Verkaufsplattformen, die die Kollektionen international zugänglich machen. Hier kommt die Plattform ‚The Folklore‘ ins Spiel.
AFRIKANISCHES ERBE UND ZEITGENÖSSISCHE KULTUR Zu einer der bekanntesten Marken zählt das Label Orange Culture: Bereits 2011 gab Designer Adebayo Oke-Lawal sein Fashion-Debüt und erhielt bis heute zahlreiche Auszeichnungen. Darunter der renommierte ‚International Woolmark Prize‘. Dennoch blieb es für den Designer schwierig, seine Kollektion an ein globales Publikum zu bringen. Trotz großen Talents und Renommee fehlt es oft an Klientel durch mangelnde Verkaufsstrukturen. Neben Orange Culture sind auch Designer wie Nicholas Coutts oder die beiden Johannesburger Mmuso Potsane und Maxwell Boko auf ‚The Folklore‘ präsent. Das Mode-Duo kreiert nachhaltige Kollektionen nach ethischen Gesichtspunkten, die vom afrikanischen Erbe und der zeitgenössischen Kultur inspiriert sind – mit besonderem Schwerpunkt auf Tailoring. Ein gut durchdachter Designprozess, der ein Gefühl von Wertschätzung und Qualität vermitteln soll. ‚The Folklore‘ verschafft US-amerikanischen und europäischen Konsument:innen einen besseren Zugang zu Luxusgütern aus Afrika – auf kuratierte und ethische Weise – und erzählt gleichzeitig einem neuen Publikum Geschichten eines faszinierenden Kontinents, statt eine falsche Idee von ‚afrikanischem Luxus‘ zu vermitteln. ▶ thefolklore.com
Industrie & Handel
NICHOLAS COUTTS
ORANGE CULTURE
ORANGE CULTURE
NICHOLAS COUTTS 19
Wir brauchen Mut ANWR Group
Frank Schuffelen, Sprecher des Vorstands der ANWR Group eG 20
FOTO: PER SCHORN FOTOGRAFIE
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Industrie & Handel
Die vergangenen Monate waren hart für den Einzelhandel. Doch genau deshalb ist jetzt die beste Zeit für den Aufbruch. Ein Gastbeitrag von Frank Schuffelen, Sprecher des Vorstands der ANWR Group eG. Die Monate, in denen der stationäre Einzelhandel seine Geschäfte schließen musste, die Kräfte und Nerven gekostet haben, sind vorbei. Seit ein paar Wochen dürfen viele Geschäfte wieder öffnen, Kund:innen wieder in die Einkaufsstraßen strömen und bummeln, shoppen, sich beraten lassen von den vielen großartigen Händler:innen vor Ort. Dieses Momentum müssen wir nutzen und zusammen den #Aufbruch in ein neues Zeitalter des Handels einläuten – ein vernetztes, ein gemeinsames, ein vitales. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Denn der wichtigste Lösungsanbieter muss der Handel sein. Viele Händlerkolleg:innen haben die vergangenen Monate bereits aktiv genutzt, um digitale Formate, Absatzwege und Zugänge zu Kund:innen aufzubauen. Jetzt, da die Geschäfte wieder offen haben, geht es darum, nicht in alte Muster zu verfallen, sondern die digitalen Kanäle weiterzuführen und sogar auszubauen. Das gilt umso mehr für die, die in den vergangenen Monaten nichts gemacht haben. Sie müssen handeln, bevor es zu spät ist.
Der Status quo könnte besser sein, das ist keine Frage. Der Einzelhandel hat massive Einbußen hingenommen und zum Schutz der Gesellschaft die eigene Geschäftsgrundlage geopfert. Jetzt stehen viele Betriebe komplett ohne Eigenkapital da, die meisten Rücklagen sind aufgezehrt. Und das in einem ohnehin schon harten Wettbewerbsumfeld mit Onlineplayern als Konkurrenz, für die der Lockdown ein Umsatzgarant war.
Nur wer digital und stationär gut aufgestellt ist, wird den Aufbruch schaffen. Die Händler:innen brauchen eine digitale Sichtbarkeit und Anbindung an digitale Shops und Marktplätze ebenso wie die persönliche Fachberatung vor Ort, ein attraktives Shopkonzept und eine verlängerte Ladentheke. Wer seine Produktdaten im Griff hat, kann Verfügbarkeit sowie Lieferfähigkeit schnell herausfinden und seinen Kund:innen mitteilen. Wer weiß, wann er welchen Artikel zu welchem Preis am besten platziert, der hat im Wettbewerb die Nase vorn. Dabei ist ein modernes Handelscockpit, das die Händler:innen bei diesen Fragen unterstützt, unerlässlich.
Deshalb braucht es Lösungen von drei Seiten: der Po litik, der Gesellschaft und vom Handel selbst. Von der Politik erhoffe ich mir feste Zusagen für Konzepte und Pläne für eine vitale Innenstadt und Steuergesetze, die den Online-Handel mit dem stationären gleichstellen. Von der Gesellschaft wiederum wünsche ich mir Solidarität. Jeder entscheidet, ob seine oder ihre Einkaufsstraßen lebendig bleiben, ob der Laden um die Ecke überleben wird. In der Pandemie haben viele Menschen die Vorzüge erkannt – darauf müssen wir nun aufbauen.
Für all diese Schritte braucht es Mut – und zwar solchen zur Veränderung. Den von der Krise getroffenen unternehmerischen Einzelhändler:innen will ich hiermit zurufen: Traut euch! Traut euch, Neues zu probieren. Traut euch, die Weichen zu stellen. Traut euch, jetzt zu handeln.
Die ANWR Group eG mit ihrer Zentrale im hessischen Mainhausen gehört zu den erfolgreichsten und umsatzstärksten Handelskooperationen in Europa. Die genossenschaftlich organisierte Unternehmensgruppe optimiert Prozesse und stellt Handels- und Kommunikationsplattformen für den selbstständigen Einzelhandel zur Verfügung. Der ANWR-Unternehmensgruppe sind über ihre beiden Kreditinstitute – DZB Bank GmbH und Aktivbank AG – rund 20.000 mittelständische Unternehmen angeschlossen.
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Josef Seibel
TRADITION VERPFLICHTET Zum 135-jährigen Unternehmensjubiläum eröffnete Josef Seibel sein neu designtes Erlebnis- und Besucherzentrum. Gleichzeitig markiert die Schuhfabrik mit einem neuen Markenauftritt den Weg in die fünfte Generation. Geschäftsführerin Franziska Seibel erzählt, wie der Spagat zwischen Tradition und Modernität gelingt.
Industrie & Handel
Interview Lisa Dartmann
Wie sieht die neue Josef-Seibel-Schuhfabrik aus und was erleben die Besucher:innen dort? Wir stehen seit 1886 für fachmännisches Schuhhandwerk und Komfort. Das neue moderne Design der Schuhfabrik unterstreicht unseren hohen Anspruch. Es soll den Besucher:innen einen Einblick in die Produktion ermöglichen und über die Unternehmensgeschichte und Herstellung informieren. Voraussichtlich im September wird der Komplex um einen Gastronomie-Bereich erweitert. Die Traditionsmarke hat sich für die Zukunft neu aufgestellt. Welches Rebranding-Konzept verfolgen Sie? Die Leidenschaft für das Handwerk treibt uns an. Wir haben während Corona mit voller Energie an dem neuen Konzept gearbeitet und den Markenkern gestärkt. Die neue JosefSeibel-Strategie basiert auf einer Markenphilosophie, die unsere Haltung zu den Themen Tradition, Nachhaltigkeit, Komfort, Qualität und Material, Performance und Fashion definiert. Wie sieht der neue Markenauftritt konkret aus und was verändert sich am POS? Wir haben ein flexibles Designsystem und setzen künftig verschiedene Messages in der Kommunikation ein. Unser Markenlogo wurde neu und modern konzipiert, weg von der Farbe hin zu klarem Schwarz und Weiß. Wir setzen das Logo entweder alleinstehend oder als Statement ein. Mit dem Zusatz des Gründungsjahres 1886 verweisen wir stolz auf unsere Tradition.
Die Website wurde grundlegend überarbeitet und gibt in klarer moderner Struktur einen informativen Überblick zu allen Themen. Wir möchten weg vom reinen Onlineshop, dafür persönlicher werden und einen Einblick hinter die Kulissen bieten. Auch die Social-Media-Kanäle zeigen in der Bildsprache und in den Storys eine neue Optik. Sie machen uns neugierig auf die neue Kollektion. Welche Produktlinien sind wegweisend? Für unsere zeitgemäße Ausrichtung stehen die neuen Linien ‚1886‘ und ‚Spirit of Nature‘ – in Hauenstein entworfen und produziert, verbinden sie Herkunft und Tradition mit Modernität. Die Sneaker-Kollektion ‚1886‘ lässt sich über einen Konfigurator online oder live vor Ort individuell mit variablen Designelementen gestalten. Mit ‚Spirit of Nature‘ bieten wir eine umweltfreundliche Kapsel, für die ausschließlich chromfrei gegerbte Ober- und Futterleder verwendet werden. Welche nachhaltigen Prozesse forcieren Sie? Durch die Sanierung wurde die Energieeffizienz der Gebäude und Maschinen deutlich verbessert. Zudem haben wir den Produktionsstandort in Hauenstein auf 100 Prozent Ökostrom umgestellt. Mit dem zertifizierten Ökostrom sparen wir bis Ende 2022 prognostiziert 310 Tonnen CO2 ein und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Außerdem sind wir seit 2018 Mitglied der cads e. V., einer Kooperation für abgesicherte Standards in der Herstellung nachhaltiger, schadstofffreier und umweltverträglich hergestellter Schuhe. ▶ josef-seibel.de
Franziska Seibel, Geschäftsführerin Josef Seibel
24 Camel Active Bags
Camel Active
The Adventure Feeling 24
Industrie & Handel
Camel Active präsentierte Anfang 2020 seine erste Womenswear- Kollektion und lancierte parallel mit dem Lizenzpartner Beheim International Brands die passende Taschenlinie. Drei Saisons sind vergangen – Zeit, gemeinsam mit Christine Beheim, Managing Director Beheim International Brands, und Heike Köhler, Head of Design, ein Resümee zu ziehen. Interview Deniz Trosdorff
Neben der Herrenlinie von Camel Active Bags zeichnen Sie seit 2020 auch für die Damenmodelle verantwortlich. Mit welchen Erwar tungen und Zielen sind Sie in die Entwicklung der Women’s Collection von Camel Active Bags gestartet? Christine Beheim: Durch den Launch der Camel Active Womenswear und die damit verbundene Neupositionierung von Camel Active haben wir die Hoffnung und Erwartung, mit den neuen Taschenstyles neue Händler:innen und Endverbraucherinnen zu erreichen. Mit dem neuen Design wollten wir zudem den Auftritt der Marke am PoS unterstützen.
Heike Köhler (l.) und Christine Beheim
Heike Köhler: Wir wollten von Anfang an eine Nische finden, in der wir modischen Ansprüchen gerecht werden und gleichzeitig technisch andere und komfortable Lösungen für die Konsumentin anbieten – natürlich immer entsprechend der CamelActive-DNA. Auch die Camel Active Womenswear Collection bedient diese Nische und schafft den Spagat zwischen casual Outdoorwear und technischen Features, die es zu entdecken gilt. Intern nennen wir es das ‚Adventure Feeling‘. Unsere Aufgabe war es, diesen Ansatz bei den Damen- und auch bei den Männertaschen umzusetzen: Modelle zu kreieren, an denen man jedes Mal neue Details entdeckt. Welche Zielgruppe haben Sie dabei im Visier? CB: Als Zielgruppe definieren wir jüngere oder jung gebliebene Konsument:innen, die urban ausgerichtet sind, die sich outdoor aktiv bewegen. Der Anspruch ist ganz klar lifestylig und modern definiert.
Wie sind Sie in den letzten Saisons bei den Designs der Camel Active Bags Collection vorgegangen? CB: Bei den Herren gab es natürlich Heritage-Linien, die wir weiterentwickelt haben, aber bei den Frauen sind wir tatsächlich bei null gestartet und haben neue Silhouetten kreiert. Wir wollten etwas Neues und Unvergleichbares schaffen. HK: Unsere Taschengruppen haben wir mit einer neuen Handschrift versehen. Dennoch haben wir uns immer wieder gefragt: Was läuft weiter, was können wir ergänzen, was ist die Basis der Kollektion und bis zu welchem Punkt können wir gehen, ohne die Einkäufer:innen und Endkonsument:innen zu überfordern? Wir nehmen neue Elemente dazu, die sich dem Gesamtgefüge anpassen und Authentizität ausstrahlen. Am Ende des Tages müssen die Produkte als Camel Active wahrgenommen werden. Bei den bestehenden Modellen justieren wir nur durch kleine Details nach, um gegenwärtigen Ansprüchen an Design und Funktion gerecht zu werden. Mit welchen Erwartungen starten Sie in die Saison Frühjahr/Sommer 2022? HK: Wir spüren endlich eine allgemein positive Stimmung. Das bestärkt uns in unserem Vorhaben, unsere Womenswear-Kollektion den Einkäufer:innen zu präsentieren. Wir sind sehr auf ihre Reaktionen gespannt. CB: Wir haben die Modelle weiterentwickelt, sukzessive ausgebaut, sodass wir nun eine in sich stimmige Auswahl bieten, die dem aktuellen Zeitgeist entspricht. Wir können es kaum erwarten, uns wieder physisch mit unseren Kund:innen über unsere Produkte auszutauschen. ▶ camelactive.com ▶ beheim.de
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Ulrike Kähler, Managing Director Igedo Company
ZAHLREICHE RÜCKKEHRER Interview Lisa Dartmann
Erst die Mode, dann die Schuhe. Die Gallery Shoes & Fashion vom 29. bis 31. August auf dem Areal Böhler in Düsseldorf ist mit über 400 Brands fast komplett ausgebucht. Viele Marken kehren zurück und die Erwartungen sind hoch. Ulrike Kähler, Managing Director Igedo Company, blickt positiv nach vorn: Der Markt zieht wieder an.
Industrie & Handel
Die Gallery Fashion & Shoes ist gelaufen. Endlich wieder eine physische Veranstaltung. Wie geht es Ihnen jetzt? Wie lautet Ihr Fazit? Kein Vergleich zu früheren Veranstaltungen, doch es waren auch in dieser Zeit 300 Brands vertreten. Von der Organisation her lief alles perfekt und es gab wieder einen Shuttle. Es ist alles gut gelaufen, aber trotzdem brauchen wir auf der Gallery und in Düsseldorf generell mehr Frequenz. Es ärgert mich, wenn der Einzelhandel nicht kommt. Da entgehen ihm wichtige Orderimpulse, denn gerade in diesen Zeiten muss sich der Handel inspirieren lassen und sich informieren. Nur so kann es für alle weiter nach vorne gehen. Sehr gut funktioniert hat das Showroom-Konzept. Sie hatten ein hochkarätiges Rahmen programm mit Informationen zu maßgeblichen Themen. Wie war da die Resonanz? Das war eine Punktlandung. Diese Kompetenzplattform geht weit über das
reine Ordergeschäft hinaus und ist eine echte Bereicherung für die Branche. Alle führenden Köpfe der Mode waren auf dem Podium, um die aktuelle Lage im Handel zu diskutieren. Mit diesem Spitzen-Get-together stellen wir als Igedo Company unsere Kompetenz als Initiatorin für das internationale Mode geschäft unter Beweis. Obwohl auch hier die Frequenz zu wünschen übrig ließ, lassen wir uns nicht abschrecken und werden das Rahmenprogramm weiterhin pflegen und ausbauen. Gleiches gilt für die Podiumsdiskussion des ‚Future Female Fashion Forums‘. Die nächste Gallery Shoes & Fashion steht bevor. Was erwartet uns auf dem Areal Böhler? Wir haben viele treue Weggefährt:innen. Das Areal ist mit über 400 Brands sehr gut ausgelastet. Wir freuen uns auf die Veranstaltung zum regulären Termin und begrüßen zahlreiche Rückkehrer wie Gabor, Högl, Gant, Fly London, Sioux und viele andere. Die Rückmeldungen aus der Schuhbranche sind insgesamt positiv und
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alle möchten wieder dabei sein. Produkte anfassen zu können, ist gerade bei der Schuhorder enorm wichtig. Natürlich gelten auch hier die üblichen Corona-Schutzmaßnahmen. Das Rahmenprogramm ist wieder gut gefüllt und die Besucher:innen können die schöne Atmosphäre auf dem Areal und die neue Gastronomie entspannt genießen. Wie ist Ihre Einschätzung: Wie geht es der Schuhbranche? Alle freuen sich, dass es endlich wieder losgeht. Im Einzelhandel läuft es recht ordentlich. Wichtig ist es jetzt, nach neuen Inspirationen für die Läden Ausschau zu halten. Die Schuhbranche macht mir Freude, es gibt sehr viele mittelständische Unternehmen und die Kontakte sind sehr herzlich und persönlich. Für Schuhe und Accessoires ist die Gallery Shoes die wichtigste Messe, denn hier finden die Besucher:innen alle relevanten Impulse und Marken. ▶ gallery-shoes.com
E H T G I B SY A E 28
FOTO: GANT
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Trend Preview
Nach den Entbehrungen der vergangenen Monate geht es im Frühjahr/Sommer 2022 wieder darum, dekorative Statements zu setzen. Aber bitte easy und entspannt! Die Accessoire-Themen bewegen sich zwischen sportiver Preppyness, kerniger Handwerklichkeit und farbenfroher Expression.
Text & Trends Karolina Landowski
E
ntspannte Looks und geerdete Momente treffen in der kommenden Saison auf sportive Retro-Infusionen und werden kontrastreich gewürzt mit starken Farben und exzentrischen Over-the-Top-Momenten. Ob Sandalen oder Shopper: Volumen ist key! Wattierungen und Steppungen sorgen für extrachunky Silhouetten, Flechtungen für eine artisanale Handwerklichkeit quer durch die Produktgruppen. Slides und Sandalen, Sneaker und Slipper heben den Komfort-Gedanken auf ein neues Level und stehen für den modischen Treiber der Saison: Easyness. Eine extreme Lässigkeit, die auch von den neuen KeyAccessoires unterstrichen wird.
ALL-WHITE VS. FARBRAUSCH
Zwingend auf den Orderblock gehören Basecaps und Bucket Hats, die im Handumdrehen aus jedem Outfit einen zeitgemäßen sportiv-coolen Look zaubern. Cleane Retro-Sneaker setzen mit runden Formen und betonten Böden klare sportive Akzente – als Low Top oder bestens besprochene High-Top-Variante. Im Styling mit hochgezogenen Tennissocken und in Kombination mit Bermudas im Boxy-Fit bilden sie einen der wichtigsten Key-Looks der Menswear. Viele Brands setzen auf eine stärkere Bodenbetonung, die aber immer leicht und flexibel sein muss. Aber auch Plimsoles sind Basis für neuartige Umsetzungen auf Canvas, allen voran in Pastell. Retro-Runner und Tennissneaker in klassischem Weiß und mit dezentem Colourblocking zwischen Pastell und Primärfarben und legere Loafer und SlipOns aus Nubuk und Velours, dazu Nylonrucksäcke und Ultralightweight-Bags stehen für eine gepflegte Easyness und Leichtigkeit in Farbe wie Material.
Es darf in Sachen Farbe aber vor allem wieder krachen! Sandaletten und Mules in Candycolours und Signalfarben wie Apfelgrün, Pink, Knallrot, Orange und Kanariengelb sorgen für starke ‚Hier bin ich!‘-Akzente. Einen spannenden Kaufanreiz bietet Farbe vor allem im Taschensegment: Großzügige Shopper aus Nylon und Micro Bags in knalligen Kolorits setzen jetzt partielle plakative Statements. Logo-Patches, Prints und Prägungen machen die Taschen zusätzlich zum Hingucker – entweder als Kontrast oder tonal auf das Outfit abgestimmt. Dank seidiger Nylonqualitäten aus recyceltem Polyester werden Beutel und Bucket Bags dabei zu stylischen Leichtgewichten.
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Die Farbrange spiegelt den Spagat der Saison zwischen Minimalismus und Expression wider: Neben der dominierenden Farbe Weiß zieht sich auch der monochrome Look in Nuancen wie Biscuit oder Blush durch die Produktgruppen. Helle, optimistische Pastelle wie Peppermint, Rosé und Lavender verleihen Schuhen und Taschen eine Leichtigkeit ohne allzu viel Süße. Leinen und Baumwolle in pflanzlichen Tönen von Schilf bis Olive oder in authentischen Undyed-Optiken bilden gemeinsam mit pflanzlich gegerbten Ledern in warmen Erdtönen die Basis für natürliche Looks.
Trend Preview ZWISCHEN KOMFORT UND EMOTION Weite Silhouetten in der Womenswear wie auch in der Menswear geben die Richtung vor: Zu Wide Pants sind voluminöse bis klobige Schuhe weiter erwünscht. Gepaart mit dem gesteigerten Anspruch an Komfort bedeutet das auf die Kollektionen übersetzt: Slides und Chunky Sandals mit Puffy-Riemen in hellen monochromen Neutrals begleiten die Everyday-Looks, entweder unifarben oder mit tonal leicht abgesetzter Sohle. Auch bei den Männern. Plattformen und Profile stehen für jede Menge Paddings – Wattierungen und Fältelungen für ein maximales Volumen. „Weiche Glattleder und edle Nubuks verleihen den neuen Modethemen Schlauch, Polsterungen und Flechtungen ihre Wertigkeit“, sagt Torsten Tesche, Head of Design bei Paul Green. Neben den breiten Leisten geht es partiell aber auch etwas feiner zu. Softness pur zeigen minimalistische Ballerinas und ungefütterte Slipper aus weichstem Nappa auf flachen Nullböden. Mules und Sandaletten kommen mit raffinierten Riemchen, auf Karree-Böden und mit breitem Trapezabsatz. „Sommerliche Easyness entsteht durch monochrome Fußbettsandalen auf extraleichter Sohle sowie Knoten- und Flechtdetails“, sagt Sonja Balodis, Geschäftsführerin Design bei Marc Cain. Viele Hersteller setzen jetzt erst recht auf eine innovative Formensprache, bestätigt auch Torsten Tesche: „Gerade in dieser Saison ist es für uns wichtig, in allen Produktgruppen neue Designs zu zeigen – eine Neuinterpretation von Loafer-Typen und lässigen Espadrilles, aber auch Anlasspumps sowie modische Combat Sandals und Pantoletten sollen die Konsumentin emotional abholen und zum Kauf verführen!“
LANDLUFT UND HANDWERK Sustainability haben sich für Frühjahr/Sommer 2022 immer mehr Brands auf die Fahnen geschrieben. Neben recyceltem Meereskunststoff verarbeiten Unternehmen wie Lloyd und Scotch & Soda Garne aus 100 Prozent recyceltem Post-Consumer-Polyester sowie nachhaltig gegerbtes Leder im Schaft und im Innenfutterbereich. Natur bleibt auch wichtigste Inspirationsquelle für Farbe und Materialien. Handwerkliche Flechtungen sind als Detail unverzichtbar. Riemchensandalen und Wickelsandaletten kommen mit feinen Kordel-Effekten. Breite Flechtmuster setzen Sneaker und Shopper in Szene. Trekking-Sandalen, softe Velours-Sneaker und lässige Espadrilles überzeugen mit handwerklicher Machart. Die Basis sind
neben Canvas vor allem Velours und Nubukleder in gewaschenen Erdfarben und Grünschattierungen zwischen Schilf und dunklem Khaki. Trekkingsandalen werden mit breiten Bändern und Camouflage-Colourblocking akzentuiert. Helle sportive Böden verleihen den Styles eine Modernität und bilden einen frischen Kontrast zu der natürlichen Farbpalette. Schmuck bewegt sich zwischen filigranen Ketten und Medaillons bis hin zu Multi-Ketten mit Steinen, Muscheln und Ethno-Ornamentik, angelehnt an die Farbintensität und Folklore der südlichen Erdhalbkugel. Von da aus geht es rauf aufs Land: Natur ist hier Zufluchtsort und Hoffnungsträger. Accessoires voller Poesie in pastelligen Farben und floralen Mustern stehen für die Sehnsucht nach Harmonie: Strohhüte, Nicki-Tücher und Basecaps schlagen die Brücke zwischen Gardening und Romantik. Beim Tik-Tok-Trend ‚Cottage Core‘ inszenieren sich Gen Zs im nostalgischen Landhauslook zwischen Blumenwiesen und Bauernromantik – mit Millefleurs-Blusen mit gerüschten Krägen und Farmer Dresses mit naiven Vichy-Karos. Naturverbundenheit mischt sich mit Nostalgie zu einem Feel-Good-Thema voller Positivität und Poesie, das längst die Kollektionen erreicht hat und sich ideal für dekorative Themen und emotionale Zusatzverkäufe eignet. Denn die neue Preppyness der Saison machen Tücher, Fou lards und kleine Carrés aus Seide und Baumwolle erst perfekt. Als Kopftuch getragen oder als Nicki lässig um den Hals gebunden sind sie der perfekte Stylingpartner zu Polohemden und sommerlichem Feinstrick. Die Saison ist reif. Sie verspricht die Reaktivierung schöner Zeiten, von der Nostalgie in ein wohlwollendes Licht getaucht. Romantik kommt mit teils rebellischem Unterton. Lust auf Anlass, auf Party, auf modischen Exzess – nach der langen Abstinenz darf es in Sachen Accessoires von allem etwas mehr sein. Mehr Spiel, mehr Power, mehr Attitüde. Alles ist erlaubt, alles ist möglich.
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„Als Familienunternehmen mit langer Tradition ist nachhaltiges Unternehmertum Teil unserer Wertevorstellungen. Gleichermaßen sind langfristige, gewachsene Lieferanten-beziehungen ein wesentlicher Garant für unseren Erfolg.“ Moritz Hamm, CEO Hamm Market Solutions Bei der Herstellung unserer Produkte liegt uns viel daran, stetig mehr nachhaltige und umweltschonende Materialien einzusetzen und den hohen Qualitätsansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden. Als Mitglied der Leather Working Group (LWG) unterstützen wir eine umweltverträgliche, transparente Lederproduktion entlang der gesamten Lieferkette. Unsere Innensohlen enthalten einen Recovery Foam aus recyceltem Polyurethan (PU). PU gilt als umweltfreundlich, da es recycelt und wiederverwendet werden kann, wodurch Abfall vermieden wird. Die Wiederverwertbarkeit und lange Haltbarkeit des Materials macht den Recovery Foam zu einem nachhaltigen Produkt. Wir setzen auf ein verantwortungsvolles Handeln, indem all unsere Geschäftspartner unserem Verhaltenskodex folgen und sich unseren Werten anschließen. Als Hamm Market Solutions stehen wir bei allen durch uns entwickelten Kollektionen für den respektvollen Umgang mit Ressourcen und leisten damit unseren Anteil für den Erhalt unserer Umwelt!
GANT verfolgt die Philosophie, hochwertige, modisch zeitlose Produkte mit einer langen Lebensdauer zu entwickeln. So verwenden wir in der gesamten Kollektion ausschliesslich LWGzertifizierte Leder. Wir setzen überwiegend textile Obermaterialien und Linings aus recycelten Materialien und nachhaltiger Baumwolle sowie Innensohlen aus Recycled Recovery Foam ein.
In der gesamten Kollektion verwenden wir LWG-zertifizierte Leder und recycelte Materialien. Um eine ausgewogene Balance zwischen Qualität, Komfort und Nachhaltigkeit zu erzielen, setzen wir vor allem auf recyceltes Leder, Nylon aus recyceltem PET und Obermaterialien aus schnell nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel Hanf.
Wichtig in der Kollektion ist die Verwendung von LWGzertifiziertem Leder, recycelten Materialien für Uppers, Linings und Sohlen sowie Recycled Recovery Foam. Darüber hinaus gibt es eine Capsule-Kollektion für Damen und Herren, die vorwiegend aus nachhaltigen Komponenten besteht.
HASSIA
AIGNER TAMARIS
TOM TAILOR DENIM MARC O’ POLO SHOES
SURI FREY GREEN LABEL WINDSOR
SHADES OF WHITE Entspannte Everyday-Looks in monochromen Neutrals von Weiß und Offwhite bilden die Basis für die neue gepflegte Cosyness. Weite Silhouetten und sportive Details werden kombiniert mit komfortablen, voluminösen All-white-Sneakern und Chunky Sandals auf Profilen und Plattformen. Utility Boots, cleane Slipper und Slides kommen im tonalen Materialmix, mit Steppungen und Wattierungen, minimalistische Ballerinas und SlipOns auf flachen Nullböden. Abgeräumte Sneaker setzen mit runden Retro-Formen klare Akzente. Modulare Utility Bags und unkomplizierte Pouches werden crossbody getragen und bieten den nötigen Stauraum für die wichtigsten Dinge des Alltags. Ultraflache Brustbeutel hüllen Smartphone und Checkkarten in feinstes Nappaleder. Shopper sind entweder ultrasoft oder zeigen eine grafische lineare Strenge. Neu und wichtig: Der Mix aus Weiß und Beige.
Trend Preview
VALENTINO
SURI FREY
CAMBIO
AIGNER
COLOR ATTACK! SCOTCH & SODA
Starke Farben als Statement – ob bei Sneakern, Party-Pumps oder feinen Sandaletten. Allen voran Pink, Gelb, Rot, Orange, Apfelgrün und Kobaltblau stillen den Durst nach Statement-Colours. Der große Nachholbedarf in Sachen Anlass und Party sorgt im Sommer 2022 für eine starke Range an Mules und Sandaletten auf mittelhohen Stilettoabsätzen. Nach vielen Saisons, in denen allein Volumen die Schuhmode bestimmte, wird es jetzt auch wieder feiner, filigraner, eleganter. Raffinierte Riemchen, Karrees und spitze Formen setzen den Fuß extravagant in Szene. Sneaker und Sandalen in Signalfarben kommen auf intensiv-weißen Böden. Großzügige Shopper aus Nylon in Uni oder mit Feel-Good-Prints setzen jetzt plakative Zeichen. Allover-Signal-Farben wie Pink und großzügige Logo-Patches und Prägungen machen die Taschen zum Hingucker. Must-have sind knallige Micro Bags aus Leder oder seidigen Nylons. HASSIA
Trend Preview BRAX
CIVIDINI
ARA
EMILY & NOAH CAMEL ACTIVE
PICARD
RIANI
CRAFTED NATURE Natur bleibt eine wichtige Inspirationsquelle für Farbe und Materialien. Handwerkliche Flechtungen sind als Detail unverzichtbar. Artisanale Flechtsandalen kommen auf Plateausohlen und mit stabilen Blockabsätzen. Wickelbänder und Riemchen aus Baumwoll-Kordeln setzen Spann und Wade in Szene. Vegetabil gegerbte Sneaker, Slides und Sandaletten werden mit filigranen Lasercuts akzentuiert. Moderne Flechtoptiken verleihen Taschen in Trapez-Shapes handwerklichen Detailreichtum. Tote Bags aus Undyed-Canvas und Leinen bekommen durch Besätze aus cognacfarbenem Leder einen klassischen, zeitlosen Appeal. Makramees, Patchworks und folkloristische Webtechniken werden auf großzügigen Shoppern in grafischen Kontrasten umgesetzt. Den UtilityGedanken übersetzen modulare Crossbody-Bags aus Leder neu.
ARA BAGS
PREPPY PIECES VALENTINO
COMMA CASUAL IDENTITY College trifft Campus: Rugbystreifen und Ringel auf Sneakern und Taschen, applizierte Embleme und Patches und das Basecap als Accessoire der Saison setzen im kommenden Sommer sportive Preppy-Akzente. Clean, gepflegt und optimistisch. Im Fokus des Key-Stylings aus Denim, Poloshirt und Blouson: cleane Retro-Sneaker und lässig zur Schau getragene Tennissocken. Retro-Sneaker als High-Top oder Tennis-Styles in gerundeten Shapes zeigen sich im monochromen Materialmix oder mit partiellen Farba kzenten von Pastell bis Orange. Bucket Bags und Shopper in maritimen Streifen-Looks machen richtig Lust auf Sommer. Sportive Nylonbags und Wende-Shopper sind perfekte universelle Begleiter durch den entspannten Alltag.
MARC CAIN SPORTS
LLOYD
GANT
PUFFY & PADDED
RIANI
WINDSOR
MARC CAIN
HÖGL
Soft Skills: Paddings, Wattierungen und Steppungen sorgen bei Sandalen wie Shoppern für weiche chunky Formen mit viel Volumen und Komfort. Slides, Sandalen und Sneaker kommen in hellen monochromen Neutrals von Blush bis Peach. Puffy Sandals mit extrabreit gepolsterten Riemen, Schlauchdetails, Raffungen und Knoten gehören zu den Trendmodellen der Saison. Taschen aus Nappa oder Nylon werden ultrasoft gesteppt und wattiert und mit überdimensional gepolsterten Puffy-Riemen versehen.
MARC CAIN
S.OLIVER SHOES
TAMARIS
SWEET COTTAGE
Pastelle, Millefleurs, Vichy-Karos und Flechtungen bestimmen das nostalgische Bild des Themas Cottage Core. Farben entsprechen den sanf ten Tönen trockener Botanicals. Fessel-Sandalen mit handwerkli chen Makramee-Riemchen, Slides aus Bast und Fußbett-Sandalen in Pastellfarben treffen dabei auf kernige Clogs, Korbtaschen mit Marktcha rakter auf Nylon Bags mit floralen Prints. Schlapphüte, romant ische Peter-Pan-Krägen, Gürtel in Häkeloptik und Broschen mit Stoff blüten komplettieren den modernen Landhaus-Look.
LUISA CERANO
SABINNA
LOAFER LOVE
Perfekter Übergangsschuh und eine Alternative zum Sneaker: Loafer entsprechen einer neuen Gepflegtheit und spielen mit Retro-Reminiszenzen ebenso wie mit dem unkomplizierten Gefühl, einfach bequem in einen Schuh zu schlüpfen. KeyStyles sind neue Penny Loafer mit überdimensionalen Gliederketten und markanten Profilsohlen in hellen Neutrals. Als perfekte Mischung aus Klassik und Komfort wandelt der klassische Lederschuh stilistisch auf neuen Pfaden – zwischen minimalistischem Slipper, Pantoffel-Variante mit offener Fersenpartie, sportivem Style auf bequemer Sneakersohle und Colour-Blocking auf markantem Profil.
MARC O’ POLO SHOES
CAPRICE JOOP
SCOTCH & SODA
SEASIDE SEEBERGER
MARC CAIN Das aufgestaute Fernweh der letzten Monate verdichtet sich zu einer stilistischen Reise in den Süden. Von fernen Urlaubszielen inspiriert sind Espadrilles, Slides und Sandalen mit floralen Prints in gebrannten Erd- und Aquatönen, in Keramikfarben und mit tropischen Florals. Exotische Blütenprints entfalten ihre ganze Pracht auf geknoteten Riemchen und luftig-drapierten Schlauchkordeln. Grafische Drucke auf Tuniken, Tüchern und Bucket Hats versprühen Summer Vibes.
GABOR CINQUE
STATEMENT SANDALS CAMBIO
GANT
Chunky Slides und Sandalen bringen eine sportive, bequeme und oft sehr farbige Erdung der neuen Key-Looks. Die Zutaten: Ein komfortables Fußbett, extrabreite, gepaddete, wattierte oder farblich kontrastierende Riemen und eine moderate Plattformsohle mit Profil. Sportsandalen mit breiten Riemen, Schnallen und Kontrastböden setzen stilistisch in Sachen Klobigkeit noch eins drauf. Neben Leder und wasserfestem EVA sind Canvas und Frottee elementar für die Gestaltung der kreativen Bandagen.
MARC CAIN HÖGL
Comfort first! Auch bei den Männern sind bequeme Sandalen und Slides mit Fußbett die Basis für superrelaxte Alltags-Looks. Ob zum hellen Summer Suit, zur fließenden Wide Pants oder zur melierten Sweat-Bermudas – cleane Riemen aus Velours- und Nubukleder in hellen Naturfarben oder all-black unterstreichen ideal die neuen legeren Silhouetten. Sei es der lässige Brustbeutel oder der perfekte Weekender für den City Trip: Hochwertige und langlebige Materialien und cleane Schnitte bestimmen die Taschenmodelle. Form follows function!
PIERRE CARDIN
SLIDE AWAY!
BRIONI
STRELLSON
LLOYD
GANT
WINDSOR
RETRO SPORTS
LLOYD
S.OLIVER SHOES
SCOTCH & SODA
EARTH EXPLORER
Passend zu den entspannten PreppyLooks des Sommers ist das EverydayEssential in der Menswear der HighTop-Retro-Sneaker. Neue Kaufanreize bieten lässige Bootsschuhe auf Sneakerböden und supersofte Slipper und Pantoffel-Loafer. Die Farbrange reicht von cleanem Weiß und Offwhite über Sand und Taupe bis zum Klassiker Blau in allen Facetten. Sportive Rucksäcke, Bowling Bags und Weekender bieten viel Stauraum und sind dank Nylon dabei ultraleicht und jederzeit einsatzbereit. Mobilität und Sportivität gehen Hand in Hand. Mit modularen Pouches und Brustbeuteln hat Mann auch auf kurzen Wegen alles griff bereit.
ANERKJENDT CAMEL ACTIVE
Kernige Sandalen mit TrekkingCharakter werden aus robusten Ledern umgesetzt. Modern interpretierte Bootschuhe, Mokassins und Loafer kommen mit markanten Stitchings und deutlichen handwerklichen Details. Bequeme Espadrilles aus ultraweichen Nappaledern sind bestickt mit ethnischen Motiven. Immer unterwegs und alles dabei! Nach den Entbehrungen der Pandemie wird Mobilität plötzlich zum wichtigsten Gut. Das macht sich auch in einer großen Range an Herrentaschen bemerkbar. Vom Backpack mit aufgesetzten Multi-Pockets bis hin zu überdimensionalen Shoppern, Messengern und Weekendern in Camouflage-Farben.
MARC O’ POLO SHOES
BRIONI
Investition in Innovation Minimalistischer Komfort oder Party-Pieces in Statement-Farben: Wie gestalten sich die Schuh- und Taschenkollektionen für Frühjahr/Sommer 2022? TM hat sich unter einigen Brands nach den spannendsten Produkten, Farben und Themen umgehört.
Karl-Heinz Lauterbach, Managing Director, Marc O’Polo Shoes
Die enge Anlehnung an den textilen Bereich von Marc O’Polo sorgt bei Shoes und Accessoires für mehr Modernität und einen noch klareren Fokus. Scandinavian Simplicity bestimmt unsere Stilistik und das reduzierte, zeitlose Design ebenso wie unser nachhaltiger Anspruch. Die Farbpalette ist mit sommerlichen hellen Nuancen, leuchtenden Highlights und klassischen Farben an die Hauptkollektion angelehnt. Die Jahre des unüberlegten Konsums sind vorbei. Unsere Produkte müssen Komfort bieten und praktikabel sein. Preppyness bestimmt die Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2022. Bei Schuhen sind Hybrid-Styles sehr wichtig. Zu unseren Key-Styles gehören der Chunky Hybrid Sneaker mit femininem Wedge, Slip-on-SneakerHydride low top oder high top sowie unser neuer Loafer. Bulky Sneaker sind weiterhin essenziell. Softe Hobo Bags in neuen Shapes, wie die Banana Bag, sind unsere Taschen-Favoriten. Ebenso wie recycled Nylons und Puffernylon Bags in neuen Formen. ▶ marc-o-polo.com
Peter Schwarz, Sales Manager D-A-CH, Benelux, Aigner
Karim Choukair, Geschäftsführer und Designer, Melvin & Hamilton In dieser Pandemiezeit werden ausschließlich innovative Kollektionen bei den Kund:innen das Rennen machen. Klassiker oder Carry-Over-Schuhe braucht man in seinem Schuhschrank nicht mehr. Seit jeher setzt Melvin & Hamilton auf Farbe in seinen Kollektionen. Nachhaltige, vegetabile Materialien und das unnachahmliche ‚Finishing‘ sind die DNA der Marke. Sanfte Pudertöne, aber auch kräftige Sommerfarben von Gelb, Fuchsia bis Mild Orange sind ein starkes Statement für die neue Kollektion. Innovative Themen wie nachhaltige Holzclogs mit überproportionierten Accessoires sind bereits jetzt ein ‚Must-have‘-Artikel. Von der Cupsole bis zur Chunky Sandale, vom edlen Tieffußbett bis zum leichten Flechtloafer werden diese neuen Modethemen die Kauflust anregen. ▶ melvin-hamilton.de
Minimalismus und Party-Pieces, Farbe und Non-Color, groß und klein, knautschig und konstruiert schließen sich in unserer Kollektion für Frühjahr/Sommer 2022 nicht aus. Nicht umsonst haben wir sie ‚Untitled‘ genannt. Das lässt uns viel Spielraum und die Möglichkeit, auf all die Bedürfnisse der Aigner-Kundin in der dann hoffentlich hinter uns liegenden Pandemie einzugehen. Wir merken bereits jetzt, dass die vielen auf das kommende Jahr verschobenen Feste die Nachfrage nach Pochettes und kleinen Taschen zum Ausgehen anheizen. Auf der anderen Seite funktionieren weiche, voluminöse Beutel mit sportiven Logo-Straps genauso gut. Hier wird der durch die Krise verstärkte Wunsch nach Cosyness bedient. Da darf es dann auch gerne mal ein kräftiges Orange oder Grün sein, während der cleanere Teil der Kollektion oft in hellen Natur- und Blushtönen bis hin zu reinem Weiß daherkommt. Das Motto für die nächste Saison lautet eindeutig ‚Anything goes‘! ▶ aignermunich.de
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Statements
Peter Frericks, Brand Manager/ International Sales Manager, Scotch & Soda Footwear
Die Schuhkollektion Scotch & Soda präsentiert im Frühjahr/Sommer 2022 wieder eine große Auswahl an angesagten und Retro-Runner-inspirierten Sneakern für Damen und Herren, in verschiedenen Pastelltönen und auch multicolored sowie in knalligen Pop-Up-Farben wie Papaya, Rose und Grün. Die ausgefallenen Farbkombinationen mit einem hohen Materialmix entsprechen dem ‚Aloha-Spirit von Hawaii‘, dem Saisonthema der Textilkollektion von Scotch & Soda. Im weiteren Verlauf der Saison werden die Modelle offener und der Fokus liegt auf trendigen Flatsandals und Slippern mit einzigartigen hawaiianischen Textildrucken. Nachhaltigkeit wird für uns immer wichtiger. So verwenden wir in der gesamten Kollektion LWG-zertifizierte Leder und recycelte Materialien für unsere Obermaterialien, Linings und Außensohlen. Außerdem setzen wir auf recyceltes Leder, Nylon aus recyceltem PET und Obermaterialien aus schnell nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel Hanf. Booties mit einem frühen Liefertermin runden das Thema ab. ▶ hamm-footwear.com // scotch-soda.com
Melanie Gotic, Head of Design & Product Management, Roberto Design International
Gepflegter Minimalismus gepaart mit unbeschwerter Lässigkeit ist das Credo der Cinque-Kollektion Frühjahr/Sommer 2022. Wir setzen auf klarlinige Formgebung, hochwertige Materialien, raffinierte Details und eine homogene Farbwelt. Neben standigen Taschen mit markanten Reißverschlüssen und aufgesetzten Vortaschen im Utility-Look werden lässige Beutel in Veloursleder gezeigt. Das Thema Flechtung wird in softem Kalbleder umgesetzt und modern interpretiert. Einen Hauch Sportivität bringen genarbte Rindsleder weich und lässig zu Bowling Bags und Umhängebeuteln verarbeitet. Mit hochwertigem Ziegenleder setzen wir auf Farbe, raffinierte Elemente und Schnittführung. Dezent eingesetzte Metall-Accessoires, Pipings und markante Nähte sowie eine offenkantige Verarbeitung unterstreichen den Anspruch an die Handwerkskunst. Ergänzt wird die Lederkollektion durch hochwertige Nylonmaterialien. Ein echter Hingucker sind hierbei die Shopperformen in geprintetem Strukturnylon mit Jungle-Optik. ▶ roberto-design.com // cinque.de
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Unser Kollektionsmotto ‚Keep on dancing‘ steht symbolisch für Zuversicht und die neu entfachte Freude an der Mode. Sneaker bestechen durch ihre femininen Details und besondere Farbakzente. Highlights sind außerdem Sandalen im Leder- und Neopren-Mix mit aufwendiger Sohle sowie kurze Gummistiefel mit sportiven Details. Es kommen verspielte Materialien mit Perleffekt zum Einsatz, um die Feminität zu unterstreichen. Absoluter Eyecatcher sind sportive Sneaker mit semitransparenter Farbsohle. Sommerliche Easyness entsteht durch monochrome Fußbettsandalen auf extraleichter Sohle sowie Knotenund Flechtdetails. Geflochtene Riemensandalen aus Raffia komplettieren die sommerlichen Looks. Wattierte Riemensandalen auf stabilem Absatz und Kassetten-Sneaker mit grobem Strickeinsatz überzeugen durch ihre sportive, gleichzeitig feminine Eleganz. Durch die Verwendung von irisierenden Materialien werden die einzelnen Modelle besonders in Szene gesetzt. ▶ marccain.de
Sonja Balodis, Geschäftsführerin Design, technische Entwicklung, Fertigung, Beschaffung & Marketing, Marc Cain
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big
little things. Fotografin Lina Zangers @ Sonja Heintschel Produktion Cheryll Mühlen & Deniz Trosdorff Model Hanna Fischer
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OBERTEIL & ROCK FASSBENDER MULES SIMON MILLER ÜBER VESTIAIRECOLLECTIVE.COM
KLEID RABENS SALONER TASCHE ZAMT
OBEN HAARREIF SABINNA BLUSE C&A RECHTS HEMDBLUSE MADS NØRGAARD TASCHE ZAMT
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KRAGEN SABINNA OHRRING JUWELENKIND
BRILLEN VIU EYEWEAR
KLEID FASSBENDER OHRRING JUWELENKIND SNEAKERS WODEN
OBERTEIL & ROCK FASSBENDER TASCHE FOLKDAYS
KETTE HEY SOHO
HEMDBLUSE & HOSE RABENS SALONER BROSCHE SABINNA
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Ethik & Ästhetik
Die Schuhbranche steckt hinsichtlich Nachhaltigkeit noch in den Startlöchern. Zu komplex seien die Lieferketten, unmöglich, jede Zutat nachzuverfolgen, sind häufig fallende Argumente von Schuhherstellern. Aber die Nachfrage der Kon sument:innen nach fairen Produkten und nicht zuletzt das ab 2023 in Kraft tretende Lieferkettengesetz wird auch in der Footwear für nachhaltige Verä nderungen sorgen.
Green Screen
IN LOVE WITH MEXICO
Text & Interview Cynthia Blasberg Fotos Cano
Pioniergeist haben Philipp Mayer und Lukas Pünder bei der Gründung von Cano definitiv bewiesen. Die Story ihres Footwear-Labels beginnt in Mexiko, wo Mayer ein Auslandssemester im Rahmen seines Studiengangs ‚International Business & Management‘ verbringt, sich verliebt und beschließt, mit seinem Schulfreund Lukas ein Start-up zu gründen, um mit den traditionellen me xikanischen Huarache-Sandalen in die Schuhbranche einzusteigen. Faire Herstel lung steht dabei von Beginn an im Zentrum, und tatsächlich kennen die beiden nach wie vor alle Mitarbeiter:innen der direkten Lieferanten vor Ort. Mittlerweile sind außer dem zwei Cano-Teammitglieder in Mexiko, um noch näher an der Produktion zu sein.
Kapselkollektionen, in denen mit inno vative n Mate rialie n wie Apfe lle de r ode r Färbemitteln aus Gardenienblüten für Nachhaltigkeit geworben wird, finden sich immer häufiger in den Sortimenten konventioneller Schuhmarken. Das ist begrüßenswert, reicht aber nicht. Standardverfahren wie Chromgerbung sind nach wie vor für extreme Umweltzerstörungen verantwortlich, wenn Gerbereien den Einsatz der Chemikalien nicht mit größter Sorgfalt managen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Gründungen von Green-Footwear-Labels wie N.O.R.A – Fatto in Italia, Alinaschuerfeld oder Cano. Und Sneaker in eco und fairer Ausführung gibt es mittlerweile fast wie Sand am Meer. Nicht nur von Veja, sondern auch von Fla mingos’ Life, ACBC, Nat-2 und Genesis – um nur einige zu nennen. Das mögen (noch) keine Global Player sein. Dennoch weist jede dieser Brands den Weg in eine nachhaltige, transparente Richtung. Carsten Richter, Gründer des Distributors Keylime, sagt, Pioniergeist helfe weiter und keine Angst davor, Fehler zu machen. Er hat sein 2010 gegründetes Unternehmen im Jahr 2018 transformiert und arbeitet seitdem nur noch mit nachhaltigen Brands zusammen. (Lesen Sie dazu auch das Interview ab Seite 60.)
Das Sortiment ist seit der Gründung 2016 stetig erweitert worden und Modelle wie Chelsea Boots gehören zum festen Reper toire. Cano ist geradezu exemplarisch, wenn es darum geht, wie man eine nachhaltige Schuhmarke gründen kann und an Herausforderungen wächst. So wurden im Lauf der Zeit Lederlieferanten gewechselt, weil sie den Mindestanforderungen nicht standhielten und auch nicht bereit waren, ihre Prozesse nachhaltig anzupassen. Inzwischen stammen alle Leder von Gerbereien, die entweder von der Leather Working Group zertifiziert sind oder bei hauseigenen Audits von Cano verbindlich sämtliche angefragten Informationen liefern.
CHROMGERBUNG
LEATHER WORKING GROUP
Nach wie vor werden circa 85 Prozent aller Leder mit Chrom gegerbt. Die
Die Leather Working Group (LWG) ist als Multi-Stakeholder-Initiative aus
eingesetzten Chrom-III-Salze gehen in der Regel eine stabile, nicht gesund-
Akteur:innen von Industrie, Handel, NGOs und wissenschaftlichen Instituten
heitsgefährdende Verbindung mit dem Leder ein. Bei der Chromgerbung fallen
entstanden. Ziel: Die Bedingungen in Gerbereien und bei Zwischenhändler:innen
dennoch toxische Chemikalien an, die sich – unsachgemäß entsorgt – im Boden
transparenter machen und nachhaltig verändern. Im Fokus steht die Evaluierung
anreichern und über Abwässer in die Umwelt gelangen. Zum Beispiel wurden
von Umwelteinflüssen durch die Lederherstellung. Zu den weltweit rund 1.000
2012 von Gerbereien in Dhaka, Bangladesch, nach Schätzung von Human Rights
Mitgliedern gehören auf Markenseite auch Adidas, Dr. Martens und Timberland,
Watch täglich rund 21.000 Kubikmeter mit Chemikalien wie Chrom belastetes
außerdem nachhaltige Brands wie Toms und Veja.
Wasser in den Fluss Buriganga geleitet. Anfang 2020 hat der Oberste Gerichtshof von Bangladesch per Dekret Behörden dazu zwingen müssen, gegen rund 230
▶ leatherworkinggroup.com
Fabriken vorzugehen, um die Öko-Katastrophe in den Griff zu bekommen.
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Green Screen VOLLE TRANSPARENZ Dennoch kommt man bei Cano regelmäßig an Grenzen. Beispielsweise konnten Mayer und Pünder noch nicht zufriedenstellend gewährleisten, dass keine Lederhaut aus Massentierhaltung stammt. Diese und andere Schwierigkeiten haben die Gründer inspiriert, ein weiteres Start-up auf die Bahn zu bringen. Gemeinsam mit Peter Merkert – ebenfalls ein Schulfreund – haben sie Retraced gegründet. Eine Plattform, auf der Unternehmen ihr Nachhaltigkeitsmanagement in der Liefer kette verbessern können. Wir haben Philipp Mayer im Interview nach Learnings, vegetabiler Gerbung und der Verifizierung von Rohmaterialien gefragt.
Bei den Boots haben wir das Problem, dass wir kein rein pflanzlich gegerbtes Leder nutzen können. Das Leder wird beim Erhitzen und Verformen brüchig und bekommt Risse. Wir beziehen daher unser Leder von Lefarc, einer international arbeitenden Gerberei aus Mexiko, die von der LWG zertifiziert ist und die höchsten Standards einhält, was die Nutzung von Chemikalien, die Wasseraufbereitung und Sicherheit am Arbeitsplatz angeht. Darüber hinaus ist uns besonders wichtig, dass wir den sogenannten Goodyear Welt für die Besohlung unserer Boots nutzen. Dank dieser traditionellen Tech nik sind die Schuhe zum einen besonders lange haltbar und können problemlos immer und immer wieder neu besohlt werden. Außerdem ist der Gummiabsatz unserer Schuhe aus recycelten Autoreifen hergestellt. Ganz auf Gummi können wir leider nicht verzichten, da die Schuhe sonst zu rutschig wären.
Ihr stellt mit Cano unter Beweis, dass auch im Segment Footwear ökologisch unbedenkliche Produktion und faire Herstellung möglich sind. Was denkt ihr, warum sich die konventionelle Schuhbranche mit Nachhaltigkeit so schwertut?
Mit eurem Start-up Retraced habt ihr einen Baustein für mehr Transparenz in den Lieferketten und somit mehr nachvollziehbare Nachhaltigkeit gelegt. Inwie fern basiert Retraced auf euren Erfahrungen mit Cano?
Ich glaube, die größte Schwierigkeit ist zu definieren, was Nachhaltigkeit überhaupt bedeutet. Wir werden zum Beispiel oft dafür kritisiert, dass wir uns nachhaltig nennen, obwohl wir Produkte aus Leder produzieren. Deshalb denke ich, dass viele konventionelle Marken sich nicht trauen, über Nachhaltigkeit zu sprechen. Sie befürchten eher, stark kritisiert zu werden, als für ihr Bemühen Anerkennung zu erhalten. Das sehen wir zum Beispiel bei unserem Retraced-Kunden Ricosta. Die Brand macht bereits sehr viel, um in ihren Lieferketten die Nachhaltigkeitsstandards aller Lieferanten zu überprüfen und zu verbessern. Wagt aber den Schritt zur Außenkommunikation bisher nicht.
Retraced ist aus Cano geboren. Wir haben am eigenen Leib erfahren, wie viel Aufwand es ist, Nachhaltigkeitsinformationen von Lieferanten einzusammeln, auszuwerten und letztendlich nach außen zu kommunizieren. Daher haben wir uns dazu entschlossen, gemeinsam mit unserem alten Schulfreund Peter Merkert Retraced zu gründen und allen Modeunternehmen eine Plattform zu bieten, das Nachhaltigkeitsmanagement in der Lieferkette zu verbessern.
Wo seid ihr auf Prozesse, zum Beispiel bei der Ger bung, gestoßen, die gemeinhin als nachhaltig gelten, es aber nicht unbedingt bis ins letzte Detail sind?
Kannst du uns die wesentlichen Merkmale von Retraced erklären? Retraced ist eine Plattform, die wie eine Art Social Network – beispielsweise LinkedIn – funktioniert: Ich habe mein persönliches Profil und bin in einem Unternehmen aktiv. Das kann entweder eine Brand, ein Hersteller oder ein Zulieferer sein. Als Unterneh men bin ich dann mit allen weiteren Unternehmen vernetzt, mit denen ich arbeite. Sprich: Unterneh men, von denen ich entweder Ware beziehe oder denen ich Ware liefere. Jedes Unternehmen kann auf unserer Plattform Informationen wie Zertifikate, Auditberichte, Wasser- und Energieverbrauch hochladen und diese mit seinem Netzwerk teilen. Auf diese Art lässt sich der eigene Anforderungskatalog definieren und man erhält eine Übersicht über den Status quo der Nachhaltigkeit seiner Lieferkette. Darüber hinaus sehe ich, wo mir noch gewisse Informationen fehlen und mit welchen Lieferanten ich ins Gespräch kommen muss, um Korrekturmaß-
Ein Leder kann zum Beispiel als vegetabil gegerbt beworben werden, sobald einer der drei aufeinanderfolgenden Gerbprozesse vegetabil ist. Deshalb achten wir darauf, dass wir unsere vegetabilen Leder nur noch in den Farben produzieren, bei denen eine komplett pflanzliche Gerbung garantiert werden kann. Ansons ten kommunizieren wir es auch nicht als vegetabil gegerbtes Leder, wie bei unseren Chelsea und Charro Boots. Boots sind ja in der Herstellung auch deutlich komplexer als die im Vergleich dazu simplen Huaraches. Was sind denn die größten Herausforderungen bei der Einhaltung eurer hohen nachhaltigen Standards?
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nahmen einzuleiten. Sobald ich alles beisammen habe, kann ich die Informationen für Konsument:innen einsehbar, also transparent machen. Retraced bietet sehr umfassende Funktionen, um möglichst komplexe Einsicht zu geben. Da gibt es sicher einige Hürden. Beispielsweise stelle ich mir die Verifizierung der Rohmateria- lien teilweise schwierig vor. Die Verifizierung von Rohmaterialien ist in der Tat sehr schwierig – um diese sicherstellen zu können, bedarf es eines Engagements der gesamten Lieferkette. Ein schönes Beispiel, dass es möglich ist, haben wir mit Artistic Milliners, einem Denim-Produzenten aus Pakistan, der vorrangig Baumwolle von BCI, Biobaumwolle und Tencel zur Herstellung seiner Jeans verwendet. Hier arbeiten wir mit 500 Baumwollfarmer:innen in Rahim Yar Khan, Pakistan zusammen, um jedes Kilo Baumwolle vom Feld bis zur Jeans zu verfolgen. Dies erfordert allerdings, dass die Baumwollbauern und -bäuerinnen Informationen in unserer App pflegen und die nachgelagerten Lieferanten wie die Ginning Mill, Spinnerei, Weberei und alle weiteren in den Prozess involvierten Firmen ebenfalls auf unserer Plattform aktiv sind. Hierbei sprechen wir von der Traceability-Funktion, die für bereits fortgeschrittene Unterneh men interessant ist. Die meisten unserer Kund:innen nutzen im Augenblick Funktionen wie Lieferantenbewertungen, LieferkettenMapping, Vendor Management und die Endkonsument:innenKommunikation über QR-Code und Onlineshop. Mit Retraced bietet ihr auch hinsichtlich des Lieferkettengesetzes genau die Plattform, die Unternehmen in Zukunft brauchen. Hat sich die Ankündigung des Lieferkettengesetzes bereits in der Nachfrage nach Retraced niedergeschlagen? Definitiv. Seitdem das Gesetz verabschiedet wurde, bekommen wir mehr und mehr Anfragen von konventionellen Unternehmen. Was besonders spannend ist, weil diese Unternehmen noch nicht unter das Lieferkettengesetz fallen würden, sich aber jetzt schon im Nachhaltigkeitsmanagement besser aufstellen wollen. Es ist sehr schön, diese Bewegung zu sehen. ▶ thecanoshoe.com ▶ retraced.co
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ET VOILÀ – LA SNEAKER VÉGÉTALIENNE
Obermaterial & Schnürsenkel Tencel & gestricktes Garn
Innensohlenbezug Tencel
Innensohle Naturlatex
Sohle Schaumstoff & recyceltes Gummi
Lanius Lanius hat ihre erste Active Athleisure Capsule lanciert – gefertigt aus Econyl, Biobaumwolle und Tencel. Ein weiteres neues Kapitel schlägt die Green Fashion Brand aus Köln mit ihrem veganen Sneaker auf. Lanius hat bereits seit 2019 Footwear im Sortiment, aber der ‚Sustainable Sneaker‘ ist das erste komplett vegane Modell. Das Obermaterial besteht aus atmungsaktivem Tencel und auch die Innensohle aus Naturlatex ist mit Tencel bezogen. Die Sohle aus Schaumstoff und recyceltem Gummi ist besonders leicht und gibt dem Sneaker die notwendige Flexibilität beim Laufen. Die Modelle sind in den Grundfarben Berry, Black und Crème mit farblich absetzten Details auf die Athleisure Capsule abgestimmt. ▶ lanius.com
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WO EIN WILLE, DA AUCH EIN WEG Keylime
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in Schloss aus dem 15. Jahrhundert, umgeben von Wäldern und Seen ist Heimat des in Brüggen befindlichen Headquarters von Keylime, Distributor für nachhaltige Schuhe und Sneaker. Geschäftsführer Carsten Richter hat sein 2010 gegründetes Unternehmen im Jahr 2018 transformiert und seitdem den Fokus auf Green Footwear wie Flamingos’ Life, Newlab und seit Neuestem ACBC und Youmans gelegt. Im Interview erläutert er, dass ökologische Verantwortung, faire Produktion und Transparenz auch im Segment Schuhe gut funktionieren können. Interview Cynthia Blasberg
Konventionelle Footwear-Brands argumentieren oft, transparente Lieferketten seien nicht bis zur letzten Zutat und zum letzten Lieferanten möglich. Wie denkst du darüber?
in diesem Kreislauf. Uns ist neben nachhaltigen Attributen das Mindset der Menschen hinter der Marke wichtig. Damit meine ich, dass wir eng und langfristig mit unseren Markenpartnern zusammenarbeiten und mit ihnen unsere Vision teilen wollen.
Es ist nach meinem Dafürhalten falsch anzunehmen, ein Material oder ein Lieferant könne nicht hinsichtlich nachhaltiger und fairer Aspekte geprüft werden. Das ist heutzutage ohne Probleme möglich – vorausgesetzt, der Wille ist da. Es stimmt allerdings, dass alternative, vegane Materialien, die die Eigenschaften eines Leders aufweisen sollen, in der Verarbeitung anders reagieren. Es bedarf viel Erfahrung in der Schuhproduktion, ausgeprägter handwerklicher Fähigkeiten und des Wunsches sich weiterzuentwickeln. Pioniergeist hilft da sicher auch und man sollte keine Angst haben, Fehler zu machen.
Das Label Anything Can Be Changed, kurz: ACBC, ist der neueste Zugang bei Keylime. Was zeichnet die Brand aus? Die italienische Brand ACBC ist ‚Certified B Corporation‘ – als eine der wenigen Schuhmarken überhaupt, denn die B-Corp-Zertifizierung ist eine der strengsten. Ethische Grundsätze müssen in Firmenstatuten verankert sein und natürlich spielt Nachhaltigkeit eine sehr große Rolle sowie totale Transparenz. ACBC hat in den letzten zwei Jahren zehn Awards gewonnen – so erst im Juni 2021 den Nachhaltigkeits-Award bei der Monte-Carlo Fashion Week. Forschung und Entwicklung spielen für ACBC eine große Rolle wie auch die modische Ausrichtung der Kollektion. Zudem gibt es diverse Kooperationen mit Brands wie Philippe Model, Missoni, Armani und Pantofola d’Oro, mit dem Ziel, diese für mehr Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.
2018 habt ihr euch in Richtung Nachhaltigkeit transformiert. Hat sich eure Arbeit als Distributor und Importeur verändert, seitdem ihr nur noch Eco & Fair Footwear Labels als Kunden habt? Wir führen in unserer Position als Distributor und Importeur mit unseren Agenturen und Kund:innen ohnehin sehr intensive Gespräche, die von beiden Seiten offen und transparent sind. Wir erläutern, welche Konditionen möglich sind und welche nicht und auch beispielsweise die Wichtigkeit, Transportkosten zu berechnen, beziehungsweise, dass diese bezahlt werden sollten. Wir kommunizieren die Wettbewerbsvorteile unserer Marken, erklären jedes Detail und bieten im Store Produktschulungen an. Unsere Neuausrichtung im Jahr 2018 war eine enorm wichtige und richtige Entscheidung. Wir haben viel über Nachhaltigkeit gelernt und lernen jeden Tag weiter dazu. Wir haben uns eine große Kompetenz in diesem Segment angeeignet und pflegen äußerst vertrauensvolle und positive Beziehungen zu all unseren Geschäftspartner:innen
Ein weiterer Neuzugang ist Youmans. Der Gründer von Youmans – der Name ist eine Kompo sit ion aus Young und Humans – glaubt an gleiche Rechte, gleiche Möglichkeiten und gleiche Pflichten für alle. Er möchte eine Community schaffen, in der es um Inklusion geht und nicht um Exklusion. Die Marke wurde erst im letzten Jahr gegründet. Die Sneaker sind vegan und bestehen aus biologischen und recycelten Materialien. Händler:innen können zwei verschiedene Außensohlen wählen. Produziert wird natürlich fair und nachhaltig in einem kleinen Familienbetrieb in Spanien. ▶ key-lime.de
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62 Anfang 2021 hat sich Neubau Eyewear als Tochterunternehmen vom Mutterkonzern Silhouette International gelöst, nicht zuletzt, um die eigenen Ideen von Nachhaltigkeit auch in die Vertriebs- und Marketingstruktur zu integrieren. Gefertigt werden die Brillen nach wie vor – gemäß ‚Made in Austria‘ – in den Produktionsstätten von Silhouette International. Im Interview erläutert Daniel Liktor, Global Brand Director von Neubau, sein Verständnis einer neuen, nachhaltigen Avantgarde. Interview Cynthia Blasberg
Ein Leitgedanke von euch lautet: Changing the Perspective. Er unterstreicht eure feinsinnige Designsprache und fordert zugleich dazu auf, den Blick auf nachhaltige Produktionsprozesse im Segment Eyewear zu lenken. Was sind die größten Herausforderungen bei einer umweltfreundlichen Produktion? Mit der Vision ‚Changing the Perspective‘ wollen wir unsere klare Haltung zeigen – mit der Prämisse, den Status quo immer wieder infrage zu stellen und neue Impulse zu setzen. Für uns bei Neubau geht die Leidenschaft für Premium-Fashion mit dem Bewusstsein für einen respektvollen Umgang mit der Natur einher. Unsere Brillen werden aus innovativen und nachhaltigen Materialien gefertigt, wie zum Beispiel naturalPX, welches zu 65 Prozent aus dem Öl der Rizinuspflanze gewonnen wird, oder auch natural3D, das sogar zu 100 Prozent daraus besteht. Der Anspruch, ein nachhaltiges Brillenlabel zu sein, hört für uns außerdem nicht bei der Auswahl der Materialien auf. Wir produzieren in einem Linzer Wasserschutzgebiet und stellen höchste Nachhaltigkeitsansprüche, deren Erfüllung durch den Einsatz von Solarenergie und anderer erneuerbarer Energien sowie durch Filterung der Abluft und des Abwassers gewährleistet ist. Diese Art der Produktion ist kostenintensiver und kann insbesondere zu Beginn eine große Herausforderung darstellen. Wir glauben allerdings, dass die Zukunft in der ganzheitlichen nachhaltigen Produktion liegt. Ihr bezeichnet Neubau als Pionier einer ‚Sustainable Avantgarde‘. Kannst du uns das etwas näher erläutern? Unser Label wurde inspiriert von internationalen Creative Hubs und dem Künstlerviertel ‚Neubau‘ in Wien und durch den Einsatz von innovativen Techno-
logien und Materialien gilt es als Pionier in Sachen nachhaltiger Ästhetik. Unsere Vision ist es, mehr Premium zu den Menschen zu bringen. Premium bedeutet für Neubau Nachhaltigkeit, Verantwortung und Design. Denn wir glauben, dass dies die beste Art ist, sich um unseren Planeten zu kümmern, und der einzige Weg, den Konflikt zwischen dem Wunsch nach einer besseren Welt und einem guten Leben aufzulösen. Obwohl es mittlerweile zahlreiche biobasierte Materialien gibt, die beispielsweise erdölbasierte Kunststoffe ersetzen können, finden sie in der Realität unserer Verbrauchsgüter kaum statt. Ähnlich wie Biobaumwolle in der Mode noch immer ein Nischendasein führt. Wie erklärst du dir das? Und wie kann man das ändern? Wir waren eines der ersten Brillenlabels, welche Polymer-Fassungen aus 65 Prozent beziehungsweise sogar 100 Prozent biobasierten Materialien hergestellt haben. Weltweit werden derzeit nur 0,5 Prozent aller Kunststoffe auf Grundlage pflanzlicher Rohstoffe produziert. Diese Art der Produktion benötigt allerdings auch eine gewisse Zeit und die Verwendung hochqualitativer Materialien spiegelt sich im Preis wider. Damit distanzieren wir uns deutlich von der Fast-Fashion-Branche. Neubau hat keine klassischen Kollektionen und unsere Frames sind niemals ‚out of style‘. Wir stehen hinter unserer Vision und finden, dass qualitative, nachhaltige Produkte ihren Preis haben. Dieses Denken ist allerdings noch nicht überall verbreitet, weshalb wir dazu aufrufen, die Perspektive zu verändern. ▶ neubau-eyewear.com
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Neubau Eyewear
Daniel Liktor, Global Brand Director Neubau Eyewear
Sustainable Avantgarde
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Die Qual der Wahl
Am 26. September 2021 ist es so weit: Deutschland wählt eine:n neue:n Bundeskanzler:in. Allein das Gendering an dieser Stelle würde von einigen Parteien erst zum Problem hochstilisiert und dann instrumentalisiert werden. Aber das ist ein anderes Thema. Warum die Wahl diesmal besonders schwer zu treffen ist. Text Cheryll Mühlen
Der ARD-Deutschlandtrend vom 5. August 2021 hat ergeben: Hätte Deutschland sich bis dato für eine:n Kanzler:in entscheiden müssen, läge Olaf Scholz von der SPD mit 35 Prozent in Führung. 29 Prozent der Wahlberechtigten machten knapp zwei Monate vor der Wahl jedoch keine Angaben oder wussten noch nicht, wem sie ihre Stimme letztlich geben werden.
GENERATIONEN-GAP
FOTO: © ISTOCK
Die Zahlen von ZDF Info vom 8. August 2021 zeigen, dass die Altersgruppe 70 Jahre und älter bei der kommenden Bundestagswahl mit 21,3 Prozent die größte Gruppe der Wahlberechtigten stellt. An zweiter und dritter Stelle folgen zahlenmäßig die 50- bis 59-Jährigen und 60- bis 69-Jährigen. Durchaus nicht unproblematisch aus der Sicht junger Generationen wie der Gen Z und Alpha, über deren Zukunft die Wahl ja ganz besonders entscheidet und die vor nicht allzu langer Zeit noch von vielen (Älteren) dafür belächelt wurden, ihre Freitage für etwas anderes zu reservieren als Sinuskurven und Bockspringen – den Kampf um ihre Zukunft nämlich. Doch heute, nach nationalen und internationalen Flutkatastrophen sowie schier unzähligen Bränden, wirkt diese Generation plötzlich nicht mehr so vorlaut.
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Gedankengut
Jüngst hat die skandinavische Vogue die Klimaaktivistin Greta Thunberg aufs Cover gesetzt und damit gleichzeitig auch ein Statement. Ihre Generation wird das Sagen haben (müssen). Schade, dass im Jahr 2021 viele aus dieser Generation noch nicht wahlberechtigt sind oder eben nur wenige Prozent an den Wahlurnen ausmachen (die 18- bis 20-Jährigen stellen aktuell lediglich 3,4 Prozent der Wahlberechtigten).
NACH MIR DIE SINTFLUT Es ist doch so: Man sagt jungen Menschen gerne mangelnde Erfahrung nach und spricht ihnen das Verständnis für komplexe gesellschaftliche, politische sowie wirtschaftliche Zusammenhänge ab, aber ich lehne mich einmal ein wenig aus dem Fenster und behaupte, dass auch hier gilt: Alter schützt vor Torheit nicht. Viele machen vermutlich ihr Kreuz dort, wo sie es schon vor zig Jahren gemacht haben. Denn: „Wer will schon gendern? Und was heißt hier Klimaerwärmung? Der Sommer ist doch so kalt und regnerisch.“ Fakt ist: Der vermeintlich ‚erwachsene‘, ‚erfahrene‘ Mensch mag Veränderung manchmal nicht so besonders. Nach ihm die buchstäbliche Sintflut? Veränderung tut not, zweifellos, und gerade deshalb lassen mich Wahlsprüche wie „Für mehr Freude am Erfinden als am Verbieten.“ nachdenklich werden. Denn welche freudvollen Erfindungen helfen, wenn die blühenden Landschaften oder gar die wiederbelebten Innenstädte unter Wasser stehen? Es lohnt sich durchaus, gewisse Dinge zu verbieten – und damit zu verändern –, weil sie ohnehin schon viel zu lange toleriert wurden. Und es ist allerhöchste Zeit, dass das mal endlich jemand macht.
Impressum
WENN AUCH SIE ZU WORT KOMMEN MÖCHTEN ... ... melden Sie sich unter: redaktion@textilmitteilungen.de Telefon: +49 (0)211 8303-0 Chefredaktion Cheryll Mühlen (cm) +49 (0)211 8303261
Bezugspreise: TM erscheint mit 10 Ausgaben p.a. inkl. 1 Ausgabe MENSWEAR
Redaktion Cynthia Blasberg (cb) -217 Lisa Dartmann (ld) +49 (0)172 2016612 Karolina Landowski (kl) Franka Schmid (fs) Deniz Trosdorff (dt) -121 (Modeleitung) Aylin Yavuz (ay)
Inland Jahresvorzugspreis bei Vorauszahlung inklusive Versandkosten und Mehrwertsteuer (7%) 1 Jahr € 229,00 // 2 Jahre € 310,00 Jahressonderpreis für Fachschüler/Studenten € 70,00 (gegen Vorlage einer gültigen Bescheinigung)
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Index ACBC 55, 60, 61 Adidas 55 Aigner 32, 33, 40 Alinaschuerfeld 55 Allbirds 09 Amina Muaddi 10 Anerkjendt 39 ANWR Group eG 20, 21 Ara 34, 35 Armani 61 Artistic Milliners 56 Asics 08 Beheim International Brands Brax Brioni
24, 25 34 38, 39
C&A 46 Cads e. V. 21 Cambio 33, 38 Camel Active 24, 25, 34, 39 Cano 54, 55, 56, 57 Caprice 37 Cinque 37, 41 Cividini 34 Comma 35
Dr. Martens
55
Emily & Noah
34
Fassbender Flamingos’ Life Fly London Folkdays
42, 49, 50 55, 60, 61 27 50
Gabor 27, 37 Gallery Fashion & Shoes 26, 27 Gallery Shoes & Fashion 26, 27 Gant 27, 28, 35, 38 Genesis 55 Hamm Footwear Hassia Hēdoïne Hey Soho Högl
41 32, 33 10 51 27, 36, 38
Igedo Company 26, 27 Inuikii 09, 66 Iphoria 08 Joop
37
Josef Seibel Juwelenkind
09, 22, 23 48, 49
Karl Lagerfeld 18 Kenneth Ize 18 Keylime 55, 60, 61 Komrads 11 Lanius 58 Leather Working Group 55, 56 Lefarc 56 Les Visionnaires 09 Lloyd 30, 35, 38, 39 Løci 11 Luisa Cerano 36 Mads Nørgaard Marc Cain
47 30, 35, 36, 37, 38, 41 Marc O’Polo 32, 37, 39, 40 Melvin & Hamilton 40 Missoni 61 Mmusomaxwell 18
Nat-2 55 Neubau Eyewear 62, 63
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Newlab 61 Nicholas Coutts 18, 19 N.O.R.A – Fatto in Italia 55 Orange Culture
18, 19
Pantofola d’Oro Paul Green Philippe Model Picard Pierre Cardin
61 30 61 34 38
01, 07, 45, 52, 53 Retraced 56, 57 Riani 34, 36 Ricosta 56 Roberto Design International 41
Simon Miller 43 Sioux 27 Speidel 10 Stetson 08 Strellson 38 Suri Frey 32, 33 Tamaris 08, 32, 36 The Folklore 18, 19 Think Inc. 16, 17 Timberland 55 Tom Tailor 32
Rabens Saloner
s.Oliver Sabinna
36, 39 01, 36, 46, 48, 53 Scotch & Soda 30, 33, 37, 39, 41 Seeberger 37 Silhouette International 62
Valentino 33, 35 Veja 55 Viu Eyewear 44, 49 Windsor 32, 36, 39 Woden 49 Wolford 10 Youmans
60, 61
Zamt
45, 47
VKP NETTO 34,95 EURO BESTELLUNGEN UNTER SERVICE@TEXTILMITTEILUNGEN.DE ODER TELEFON +49 (0) 211 – 8303100
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