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ARCHI·TEKTUR

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„Reichtum besteht nicht darin, große Besitztümer zu haben, sondern nur wenige Bedürfnisse zu haben.“ Epiktetus, Philosoph

ARCHI·TEKTUR PLURAL REALITIES WS 2021/22, FAKULTÄT ARCHITEKTUR TECHNISCHE HOCHSCHULE NÜRNBERG GSO Lea Körber 1


Tek·tur /Tektúr/ Substantiv, feminin [die]

1. Deckstreifen mit dem richtigen Text, der über eine falsche Stelle in einem Buch geklebt wird 2. Blatt mit Ergänzungen, das in Bücher, Broschüren [..] eingeklebt wird

Begriffsursprung

tectura „Übertünchung“ wörtlich „Bedeckung“ (spätlateinisch), tegere „bedecken“ (lateinisch)

Die Erde und die unterschiedlichen Lebensformen darauf entwickelten sich über Millionen von Jahren. Der Mensch ist eine davon. Im Laufe der Jahrhunderte entstand aus seiner Spezies eine hochentwickelte Zivilisation. Zu Beginn jedoch erwuchsen aus ihm Gemeinschaften die gemeinsam jagten und sammelten, aber auch wohnten. Damals dienten dem Menschen Höhlen als Behausungen, später Zelte. Er fürchtete Unwetter, da sein Verstand diese nicht erklären konnte, und wilde Tiere. Als Nomade versuchte er den kalten Jahreszeiten zu entkommen und zog den Tierherden hinterher, um die Nahrungsquelle nicht aus den Augen zu verlieren. Die Evolution schritt fort und der einstige Wanderer ließ sich an einem festen Ort nieder. Er erfand den Ackerbau und die Viehwirtschaft und auch die Anzahl an wilden Tieren, die dem Menschen gefährlich hätten werden können, hatte über die vielen vergangenen Jahre abgenommen. Der Mensch lebte fort an in einem selbst errichteten Heim, an einem Ort den er selbst wählen konnte. Aus dieser Sesshaftigkeit entstand nach einigen hundert Jahren, das Bedürfnis des Wohnens. Nach dieser langen Entwicklung stellt sich jedoch die Frage, ob der Wunsch nach einem zu Hause, einem Wohnort, anders begründet werden kann, als aus dem Blickwinkel der Evolution. Zum Beispiel als eine in die Außenwelt übertragene Emotion, etwa um den Sinn des eigenen Daseins zu ergründen. So zu sagen eine tiefgründigere Emotion, die dem Menschen als Jäger und Sammler lange verborgen blieb. Die Sesshaftigkeit des Menschen entwickelte sich jedoch zu mehr als einem Bedürfnis sich zurück zu ziehen und Schutz vor Unwettern zu suchen. Der Mensch schuf das zu Hause mit Eigentumsanspruch auf dem Flecken Erde, auf dem er sich niedergelassen hat und verteidigte diese, auch gegen Artgenossen. Doch konnte er die Erde einfach in Parzellen teilen und behaupten das ihm ein Teil davon zustünde?

Wenn niemandem der Planet Erde gehört, kann dann überhaupt Eigentumsanspruch darauf bestehen?

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Durch das Verhalten des Menschen als Individuum einer überlegenen Spezies, kam bald der Irrglaube auf, dass auch Unterschiede innerhalb der Lebensform Mensch minderwertig wären. Zumindest galt dies als Ausrede dafür bestimmte Menschengruppen ohne Grund in Kriegen zu ermorden, zu versklaven und auszuschließen. Der Mensch wird sich sozusagen selbst zu viel. Er versteht die Welt nicht mehr - aber hat er sie denn jemals verstanden? Nur weil er sich selbst als überlegen wahrnimmt, trifft er Entscheidungen für die Tiere, die Umwelt und den gesamten Planeten. Sollte der Mensch nicht auf Grund seiner Fähigkeiten als eine Art Beschützer all derer fungieren, die ihre Stimmen nicht erheben können und sich trotz seiner Stellung als Privilegierter in die Reihen der ihm Unterstellten einfügen? Durch die Schülerbewegung friday’s for future, die etwa im Frühjahr 2019 aufkam, wird deutlich, dass ein Umdenken in der jüngeren Gesellschaft stattfindet. Es scheint fast so, als entstünde ein neues Verständnis für den Planeten und seine Lebensformen. Dennoch macht sich das Gefühl breit, dass die Masse an Menschen nicht verstanden hat worum es dabei wirklich geht. Die Gier und der weitverbreitete Glauben an den Anspruch auf Eigentum treibt Menschen dazu maßlos zu expandieren. Doch bringt das Eigentum auch meist Verpflichtungen mit sich. Bebaut man einen Flecken Erde sollte ein Verständnis dafür aufkommen, dass dieser nur geliehen ist. Es ist meistens nicht leicht das eigene Wohlbefinden zu übergehen und anderes vorne an zu stellen, jedoch sollte die Einsicht, dass wir nur als Besucher auf dem Planeten Erde leben, einkehren. Der Mensch muss begreifen, dass eine symbolische Beziehung zwischen dem Planeten und seinen Lebensformen nötig ist, um aus der kurzen Zeit auf der Erde das Bestmöglichste zu machen. So sollte auch in der Architektur ein Umdenken stattfinden. Der Mensch sollte ein Bewusstsein dafür entwicklen mit den noch übrigen Rohstoffen besser zu wirtschaften und der Erde nicht mehr Schaden hinzuzufügen, als bereits entstanden ist. Der Umgang mit dem zu Hause und der Natur müssen einem neuen Ansatz unterstellt werden. Natürlich muss die Möglichkeit bestehen, dass sich der Mensch einen Rückzugsort schafft, der den Umwelteinflüssen trotzt. Das maßlose Überbauen und Versiegeln der Erdoberfläche führt jedoch zu einem Paradoxon. Dieses beruht auf der Idee des Menschen Raum zum Wohlbefinden entstehen zu lassen, den umliegenden Naturraum jedoch anteilig zu verringern, welcher die Lebensgrundlage einer jeden Lebensform auf der Erde bietet. Letztendlich ist nicht der einzelne Mensch, dafür verantwortlich. Es ist die globale Zivilisation, welche die Erdoberfläche ungehalten ausnutzt. Die Symbiose die einst zwischen dem Menschen, als Jäger und Sammler, und dem Planeten Erde herrschte schwindet im Laufe der Zeit immer offensichtlicher dahin. Die Architektur als Überbegrifflichkeit von überbauten Flächen ist menschengeschaffen und kann deshalb nur durch diesen ein neues Image erhalten. Eines das den Planeten nicht zu einem lebensfeindlichen Ort heranwachsen lässt,

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sondern den Raum bietet, das die Existenz aller Lebensformen uneingeschränkt ermöglicht. Auch die des Individuums Erde. Durch sich entzweiende Handlungsstränge, den der Entwicklung der Zivilisation des Menschen und dem der Erde entstand eine Dualität. Um diese zu Überwinden muss der Mensch zu seinen Wurzeln zurückfinden. Dazu gehört ebenfalls Tektur der Architektur. Ein Umdenken, welches ermöglicht, den Fortschritt mit Hilfe des Planeten zu entwicklen und nicht auf dessen Kosten.

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RASS

EIN FILM DER

ZIVILISATION

DAS EIGENHEIM

BASIEREND AUF EINER AUSERGEWÖHNLICHEN, WAHREN GESCHICHTE

Das Eigenheim.

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Hinter dem Wunsch nach einem Zuhause verbirgt sich eine grausame Wirklichkeit

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DER FLÄCHENFRASS EXTENDED DIRECTOR‘S CUT

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DAS EIGENHEIM

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Weiterführende Literatur Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume (Film, 2019), Brendan McCarthy, John McDonnell John Wyndham: “Wem gehört die Erde?” [The Chrysalids, 1955], Suhrkamp, Frankfurt/M. 1988 (übersetzt von Tony Westermayr)

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