GOLFSUISSE OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 5 • OKTOBER 2018
OMEGA EUROPEAN MASTERS
FITZPATRICK SCHLÄGT WIEDER IM STECHEN ZU
HINTERGRUND DIE NEUEN REGELN
PUBLIC GOLF
DIE GEMEINSAME LÖSUNG
RYDER CUP VIVE L’EUROPE
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EDITORIAL
«FRIEDENSPFEIFE STATT KRIEGSBEIL »
S
o titelte die Neue Zürcher Zeitung ihren grossen Bericht nach der ersten gemeinsamen Pressekonferenz von ASG, ASGI und Migros zum Thema Public Golf. Die NZZ erläuterte die Hintergründe des nun gelösten Konflikts. «In der Schweizer Golfszene drohte die Spaltung, weil sich die Association Suisse de Golf (ASG) stur gezeigt hatte und sich das Geschäft mit den Handicap-Karten der Public-GolfOrganisationen unter den Nagel hatte reissen wollen. Mit dem Wechsel an der Spitze der ASG von Jean-Marc Mommer zu Reto Bieler änderten sich Umgangston und Zielsetzung.» Tatsächlich lobten alle Beteiligten die fairen Verhandlungen und präsentierten eine tragfähige Lösung für die Zukunft. Das wichtigste Prinzip: Statt mit kündbaren Verträgen werden die beiden Public-GolfOrganisationen ASGI und Migros GolfCard direkt in den Statuten des Verbandes eingebunden. Für sie wird eine neue MitgliederKategorie geschaffen. Laut dem gemeinsamen Vorschlag des ASG-Vorstandes und der beiden PublicGolf-Organisationen sollen sie zudem mehr Stimmrechte und je einen Sitz im Leitungsgremium des Verbandes erhalten. Im Gegenzug engagieren sich die beiden Organisationen finanziell deutlich stärker. So wird beispielsweise der Jahresbeitrag von ASGI und Migros von 300 auf 50’000 Franken erhöht, dazu kommt ein zusätzlicher Sportförderungsbeitrag von 90 Franken pro Mitglied. «Die Delegiertenversammlung im nächsten März wird über den gemeinsam erarbeiteten Lösungsvorschlag entscheiden. Wir hoffen stark, dass wir die nötige Mehrheit von zwei Dritteln der Clubs hinter uns haben», sagte ASG-Präsident Reto Bieler vor den Medien. «Die ersten Reaktionen seien durchaus positiv», fügte er an. Das gleiche gelte auch für den zweiten Vorschlag des Vorstandes. «Wir wollen den Aufbruch auch nach aussen zeigen und uns in «Swiss Golf» umbenennen. Dies auch in Anlehnung an praktisch alle grossen Sportverbände, die Mitglied bei Swiss Olympic sind», erläuterte der Präsident den Journalisten an der Pressekonferenz in Crans-Montana.
Ab Seite 28 lesen Sie alle wesentlichen Details zur gemeinsamen Lösung im wichtigen Dossier Public Golf und zum neuen Namen des Verbandes.
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Ein weiterer Schwerpunkt im aktuellen GOLFSUISSE sind natürlich die neuen Regeln, die ab 2019 für alle Golferinnen und Golfer weltweit gelten. Die Regeln werden vereinfacht und sollen zudem das Spiel schneller machen. Damit Sie sich schon jetzt auf die nächste Turniersaison vorbereiten können, finden Sie alle wichtigen Änderungen in der Übersicht auf Seite 22. Ab sofort gilt übrigens für alle Mitglieder der ASG-Clubs und Public-Golf-Organisationen ein unschlagbares Angebot: Dank eines neuen Vertrags mit Swisscom profitieren Schweizer Golferinnen und Golfer von extrem günstigen Konditionen bei den Handytarifen. Hier lohnt sich der Wechsel auf jeden Fall und für jeden neuen Vertrag fliesst zudem ein Franken in die Sportförderung des Verbandes. Die Details zum Angebot finden Sie auf Seite 6.
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GOLFSUISSE • OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 5 • OKTOBER 2018
GOLFSUISSE OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 5 • OKTOBER 2018
OMEGA EUROPEAN MASTERS
INHALT 12
Matthew Fitzpatrick (Foto: Patrick Jantet)
FITZPATRICK SCHLÄGT WIEDER IM STECHEN ZU
Planet Golf
Omega European Masters: Matthew Fitzpatrick, der Meister der Greens
Hintergrund
Die neuen Regeln ab 2019: Schneller und einfacher
People & Plätze
ASG: Neue Basis für Public Golf Die Wetterextreme schaden allen Serie: Golf historisch Aurélien Chevalley, der leidenschaftliche Kämpfer
SPONSOR
My Game
Equipment: Den Bag richtig ausmisten und neu packen Training: Zeit für den «Schwungservice»
22
Top Golf
41. Ryder Cup in Paris: Die Highlights Evian Championship: Das abschliessende Major der Frauen Rolex Trophy in Genf: Kim Koivu siegt überlegen WM der Amateure: Schweizer Teams spielen vorne mit Bossey Championship: Caroline Rominger auf Platz drei
Travel
Im Camper durch die Bretagne Das Comeback der Türkei
19th Hole
Eishockeyspieler Raphael Diaz
36
PUBLIC GOLF
DIE GEMEINSAME LÖSUNG
RYDER CUP VIVE L’EUROPE
06
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32 34 36 38
40 42
46 52 54 56 58
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DIE NEUEN REGELN
Golf & Lebensart: Life, Style, Trends aus der Welt des Golfsports
Cover Story
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HINTERGRUND
52
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Kevin Stadler
Fan von zerbrochenem Schläger getroffen
STRICK IST CHIC ZEIT FÜR EINE NEUE MASCHE
In der zweiten Runde der WinCo Foods Portland Open hämmerte Kevin Stadler, Sohn des ehemaligen Masters-Champions Craig Stadler, seinen Schläger vor Frust so hart in den Boden und gegen seinen Fuss, dass dieser brach und der Schlägerkopf einen in der Nähe stehenden Fan am Kopf traf. «Das war ein verrückter Unfall», erklärte Orlando Pope, Regeloffizieller der Web.com Tour. Der Zuschauer wurde vor Ort versorgt, musste allerdings im Anschluss daran in einem Krankenhaus mit sechs Stichen genäht werden. Ansonsten blieb er zum Glück unverletzt. Stadler verpasste den Cut beim letzten regulären Event der Web.com Tour.
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«BERNER BUDDIES» sind Firmen-Matchplay-Meister Der Final der Schweizer Matchplay-Firmenmeisterschaft forderte die Organisatoren und die 32 qualifizierten Teams im Golfpark Moossee zu Höchstleistungen. Sieger im «Kurz-K.O.System» über jeweils sechs Löcher wurde das Team «Berner Buddies» mit Guido Schranz und Harry Stämpfli. Der Modus machte aus dem Finalturnier von golf4companies (www.g4c.golf) ein spezielles Erlebnis. Innerhalb von 18 Loch mussten die Teams vier Matches gewinnen, um sich für den Final über sechs Loch zu qualifizieren. Viele freiwillige Chauffeure (Greenkeeper, Marschalls und einige mehr) fuhren die Teams kreuz und quer über den Platz, um rechtzeitig für die neuen Matches auf der korrekten Teebox zu sein. Im finalen Showdown auf der 6-Loch-Anlage setzte sich bei der 13. Ausgabe der Matchplay-Serie das Team «Berner Buddies» gegen «l’Artisan Glacier» aus der Romandie (mit Paolo Gervasi und Servais Micolot) durch. Den dritten Rang erspielte sich das Berner Schmuck-Atelier Nadja Schenk, sie schlugen mit dem letzten Putt die Titelverteidiger von Team Vision Inside AG. 8 GOLFSUISSE 05-18
La Reserva de Sotogrande is the first residential community of its kind on the Costa del Sol, a paradise for families with a sophisticated selection of leisure activities including a 18-hole championship course as well as an exquisite portfolio of residences.
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K
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Der Amerikaner Patrick König tourt 2018 im Wohnmobil von Golfplatz zu Golfplatz. Wir zeigen eine kleine Auswahl seiner Fotografien in der Koenig’s Selection. Diesmal den spektakulären We-Ko-Pa Golf Club bei Scottsdale. Viele weitere Bilder finden Sie unter www.pjkoenig.com
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Wettbewerb
Gewinnen Sie ein Albatros Wine-Set Die einzigartigen Wein-Labels mit dem Golfball Feeling: Mit etwas Glück gewinnen Sie eines der zwei Sets von Albatros Golf & Wine, bestehend aus je einer 75cl-Flasche BIRDIE, EAGLE und ALBATROS, offeriert von der Firma ibervinos sa. Senden Sie eine Mail an wettbewerb@ibervinos.ch mit Ihrer Adresse, die ist nötig für den Versand. Vergessen Sie bitte nicht Ihr Geschlecht (M oder W) anzugeben. Je ein Set ist für Frauen und Männer reserviert. Das Mindestalter für die Teilnahme ist 16 Jahre. Einsendeschluss ist der 30. November 2018. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn ist nicht übertragbar und kann nicht in bar ausbezahlt werden.
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SWISS ICE HOCKEY GOLF CHALLENGE in Blumisberg Eishockeyspieler sind auch auf grünem Grund starke Sportler. Das bewiesen die Spieler, Trainer und Funktionäre der Nationalmannschaft sowie der National League im Golf & Country Club Blumisberg an der Swiss Ice Hockey Golf Challenge. Wie in den Vorjahren mit am Start war NHL-Spieler Nino Niederreiter. «Ich habe schon drei- oder viermal mitgespielt. Es ist ein cooles Turnier und ein toller Platz», erklärt Niederreiter, der sich mit 29 Punkten den Bruttosieg sichern und mit sagenhaften 339 (!) Metern auch den «Longest Drive» verbuchen konnte. Das Preisgeld von 10'000 Franken ging jeweils zur Hälfte an den EHC Chur (Heimatclub von Bruttosieger Niederreiter) und die SCL Tigers (Club von Yannick Blaser, Sieger Nettogruppe B).
SWISS ORGANISIERT
«SWISS ist Partner und offizielle Airline der Swiss Ice Hockey Federation, und wir sind stolz, dass wir die Hockey-Familie nicht nur an ihre Wettkämpfe und wieder nach Hause fliegen, sondern auch auf dem Golfplatz unterstützen dürfen», sagt Bernhard Christen, Head of Marketing. «Seit 2017 hat uns der Verband die Turnierorganisation für ihre Eisprofis anvertraut, denn die SWISS Golf Traveller Turniere geniessen einen exzellenten Ruf und sind in der Golfszene sehr beliebt. Uns verbindet klar die Leidenschaft für Höchstleistung – wie man es als Golfer ebenfalls kennt.»
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Classic Hickory Championship
Favoriten siegen
Bei der ersten Hickory-Schweizermeisterschaft im Golfpark Waldkirch setzten sich die beiden Profis Richard Adby und Roberto Francioni im Team-Wettbewerb wie erwartet durch. Das Duo spielte im Format Chapman Four mit den historischen Schlägern eine Par-Runde. Auch im Einzel-Strokeplay siegte der Favorit. Paul Burkhard (Hittnau) war mit Playing Handicap 0 am Start.
Adam Scott im
HickoryFieber Der Australier Adam Scott konnte diese Saison kein Turnier gewinnen, dafür hat er im Sommer eine neue Leidenschaft entdeckt. An seinem offiziellen Wohnsitz in Crans-Montana spielte er während einer ganzen Woche Hickory Golf. Das speziell für ihn gefittete JBL Hickory Set ist mit Schäften ausgestattet, so dass eine Schlägerkopfgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern gespielt werden kann. Das entspricht einem modernen Eisen 5. Sein Manager und Vater Phil Scott sagt dazu: «Adam kam nach jeder Runde mit einem grossen Smile zurück, auch wenn er «nur» Par gespielt hatte.» 12 GOLFSUISSE 05-18
at-hena
PLANET GOLF
Go the smart way.
TITAN «Der unglaublich Schöne»
Von links nach rechts: Michel Barras, Guido Geiger und Clive Woodford.
Erstes ASGS Championnat Suisse Seniors 70+/75+/80+ Nachdem die ASGS 2017 eine Interclubmeisterschaft für 60-Jährige und älter (IC60+) lanciert hatte, ging sie dieses Jahr einen Schritt weiter. Das erste «Championnat Suisse Seniors» mit den drei Altersklassen 70+, 75+ und 80+ wurde erfolgreich im Golfclub Montreux ausgetragen. In der Hauptkategorie (70+) spielten 38 Senioren um die neue Meisterschaft. Als erster Sieger konnte sich Guido Geiger vom Golfclub Waldkirch ehren lassen. Er setzte sich im Dreier-Stechen gegen Michel Barras (Siders) und Clive Woodford (Genf) im ersten Extraloch durch. Das beste Tagesergebnis mit 77 (!) Strokes spielte Jean-Pierre Gasser (Crans-sur-Sierre) in der Kategorie 75+, vor den beiden Altmeistern Albino Bellini (Luzern) und Toni Putzi (Bad Ragaz). Geruhsamer ging es in der Kategorie 80+ zu und her. Als Sieger mit 91 Strokes konnte sich Anthony Morris vom Golf de Bonmont ausrufen lassen.
CLUBMEISTERIN MIT DREI ASSEN Die englische Amateur-Golferin Ali Gibb, 51, trat zur Titelverteidigung der Clubmeisterschaften im Croham Hurst Golf Club an. Dort passierte etwas Unglaubliches: Sie spielte binnen fünf Stunden drei (!) Asse. Die Handicap-6-Spielerin hatte in ihrer Karriere schon drei Mal ein Hole-in-one erzielt, nun «verdoppelte» sie die Glückszahl in den beiden Runden der Meisterschaft. Dass sie ihren Titel erfolgreich verteidigen konnte, wundert bei dem Glück niemanden. Doch alles klappte auch bei ihr nicht. Sie notierte auf Runde eins eine 9 zum Abschluss und zum Auftakt von Runde zwei eine 8.
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PLANET GOLF
1876 Tage musste er auf einen Sieg warten: Bei der Tour Championship in Atlanta setzte Tiger Woods seinem Comeback die Krone auf. Justin Rose sicherte sich den 10-MillionenDollar-Extrabonus erst auf dem letzten Loch. Tiger Woods war gerührt wie selten. Die Zuschauer tobten und feierten ihr Idol, wie man es lange nicht mehr gesehen hat. Fünf Jahre musste der Superstar auf einen Sieg auf der PGA Tour warten, ausgerechnet im Final der besten 30 des Jahres schlug er eiskalt zu. Mit dem 80. Sieg in seiner Karriere hätte er beinahe noch die Jahreswertung gewonnen. Mit einem Birdie auf dem Schlussloch schaffte es der Engländer Justin Rose schliesslich doch noch. Damit ist die aktuelle Weltnummer eins der dritte Europäer in den vergangenen sechs Jahren, der den höchst lukrativen FedEx Cup für sich entscheiden konnte.
BALD NUR NOCH EIN SIEGER
Comeback FedEx Cup: Tiger krönt sein
Ab nächster Saison gilt die Devise «The winner takes it all». Es gibt dann nur noch einen «Sieger»; wer die Tour Championship gewinnt, ist automatisch auch der Beste der Jahreswertung. Ab der kommenden Saison erfolgt kein PunkteReset mehr vor der Tour Championship. Stattdessen erhalten die 30 Spieler einen «Schlagbonus» für das letzte Playoff-Turnier. 2019 startet der Führende in der FedEx-Cup-Wertung mit einem Ergebnis von zehn Schlägen unter Par in das Saisonfinale. Der Zweitplatzierte bekommt beispielsweise einen Bonus von acht Schlägen. Netter Nebenaspekt für die Profis: Insgesamt verdoppelt sich der Preisgeld-Pool des FedEx Cup von 35 Millionen Dollar auf insgesamt 70 (!) Millionen Dollar.
Bodensee Weissensberg
REKORDSPENDE zum Jubiläum
Das Charity-Turnier «Golfen mit Herz» fand diesen Herbst bereits zum 15. Mal im Golfclub Bodensee Weissensberg statt. Dabei wurde die Rekordsumme von 111'111.11 Euro gesammelt. Präsident Benno Kienreich begrüsste mehr als 140 Golferinnen und Golfer, die es sich trotz des schlechten Wetters nicht nehmen liessen, die Turnierserie zu unterstützen. Ziel der Veranstaltung war es, zum ersten Mal die Schallmauer von 100'000 Euro an Spendengeldern zu erreichen. Das sensationelle Ergebnis von exakt 111'111.11 Euro wird von der Stiftung «Golfen mit Herz» unmittelbar und unbürokratisch krebskranken Kindern und deren Familien in der Region zur Verfügung gestellt. 14 GOLFSUISSE 05-18
PLANET GOLF
at-hena übernimmt AgentGolf in der Schweiz
Die auf Elektro Golf Trolleys spezialisierte Firma at-hena in Dietikon ZH übernimmt per sofort die Elektro-Golf-Trolley-Produkte von AgentGolf und stärkt so ihre Marktstellung. Das leistungsstarke, achtköpfige at-hena-Team übernimmt für die bestehenden Schweizer AgentGolf-Kunden den Service, die Reparaturen und das Ersatzteillager. at-hena gewährleistet so den Kundendienst der im Einsatz stehenden Modelle. at-hena bietet hochwertige Elektro Golf Trolleys zu einem sehr fairen Preis-/Leistungsverhältnis an. Das Team entwickelt, produziert und repariert seine Produkte in der Schweiz. Hier werden ein schneller und einwandfreier Kundendienst sowie hohe Produktequalität geboten. www.at-hena.ch
Meilenstein in
Amden
Seit Oktober 2017 gibt es die IG Golfplatz Amden-Arvenbüel. Mit der Zusage der Landbesitzer wurde diesen Sommer ein wichtiger Meilenstein für die geplante 9-Loch-Anlage erreicht. Die Gemeinde und der Kanton sind mit allen Unterlagen und dem Antrag für die definitive Eintragung im Richtplan bedient worden. «Beide sind unserem Projekt wohlgesinnt und unterstützen uns sehr effizient und pragmatisch», sagt Andreas Wenzel, Präsident der Interessengemeinschaft Golfplatz Amden-Arvenbüel. «Im Sommer 2019 erwarten wir dann den vom Bund abgesegneten definitiven Richtplaneintrag, der uns berechtigt, eine detaillierte Baueingabe einzureichen», fügt er an. Bisher fliegen die Bälle «nur» auf der Driving Range, doch sind derzeit gut 150 Leute in der IG zusammengeschlossen. Ein erster Entwurf des kanadischen Architekten Les Furber steht. Wann der Platz bespielbar sein wird, ist laut Wenzel noch nicht klar. Unter anderem muss die Finanzierung sichergestellt werden. «Gleichzeitig suchen wir weiterhin Mitglieder für unsere Interessengemeinschaft.»
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PEACH GOLF
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Erster womogolfcup.ch
Ein voller Erfolg
Bei bestem Wetter fand Anfang September der erste Schweizer womogolfcup.ch statt. Auf den drei Plätzen von Les Bois, Payerne und Vuissens gab es unter anderem ein Ass und zwei runde Geburtstage zu feiern. Insgesamt 56 Personen mit 30 Wohnmobilen nahmen an der Premiere teil. Die gemeinsamen Interessen, Golf und Reisen mit Wohnmobil, liessen die Gesprächsthemen nie versiegen. Die Bedingungen auf den Plätzen in der Westschweiz waren hervorragend, und es wurde
insgesamt sehr gut gespielt. Dank des Hole-inone in Vuissens von Beatrix Marquis kamen am Abend alle Teilnehmer in den Genuss von Champagner. Ein weiteres Highlight: Gleich zwei Personen feierten ihren runden Geburtstag am womogolfcup.ch. Einmal 70 Jahre und einmal 80 Jahre.
NEUAUFLAGE 2019 GESICHERT
entschieden, den Anlass nächstes Jahr wieder durchzuführen. Vom 9. bis 13. September wird der womogolfcup.ch in Graubünden stattfinden. Auf dem Programm stehen die Plätze Brigels, Sagogn und Sedrun. Neu werden die Wohnmobile in Brigels während der gesamten Dauer stationiert sein und die Spieler mit ShuttleBussen zu den verschiedenen Plätzen gefahren.
Nach diesem tollen Erfolg haben sich die Organisatoren Paul und Rosalia Gerber
Holzhäusern
ProAm plus
Vom Frühstücksbuffet über das gemeinsamen Einspielen der Amateure mit ihrem Pro bis zur «Afterwork Show». Das erste «International ProAm presented by Caroline Rominger» im Golfpark Holzhäusern war weit mehr als ein «normales» ProAm. Auch für die Organisatorin bedeutete der Event ein «Plus». Die Schweizer Proette schrieb das Konzept dazu in ihrer Diplomarbeit zur Ausbildung im Eventmanagement an der HTW in Chur. «Da hat es mich gereizt, die Theorie in die Praxis umzusetzen, und die Reaktionen der Pros und Amateure waren durchwegs positiv», freut sich die Bündnerin über die gelungene Premiere. Für die Amateure gab es viel zu lernen, gleichzeitig wurden sie dank den grosszügigen Sponsoren auch mit vielen schönen Preisen belohnt. Ex-Skistar Marc Girardelli erhielt beispielsweise einen kompletten Regenanzug von Kjus, verlost wurde zudem ein at-hena Elektro-Trolley im Wert von 990 Franken. Tatjana Portmann (Bild) gewann den Spezialpreis «Chippen» mit dem Linkshänder-Schläger dank einer sensationellen Annäherung von 22 Zentimeter zum Loch. Nach Apéro riche und Preisverteilung war das ProAm in Holzhäusern aber noch nicht zu Ende. Die schwedische Mehrfach-Weltmeisterin im Longest Drive, Sandra Carlborg, demonstrierte im langen, roten Rock die Spezialdisziplin «Longest Drive». Für einen neuen persönlichen Rekord von 401 Yards (!) reichte es Carlborg nicht ganz. Für ein nächtliches Spektakel sorgte sie mit ihrem verlängerten 7-Grad(!)-Driver aber allemal. 16 GOLFSUISSE 05-18
PLANET GOLF
Migros Junior Major
NEUAUFLAGE NACH 16 JAHREN Den diesjährigen Final des Migros Junior Majors in Oberkirch sicherte sich der Golfclub Ennetsee vor Winterberg und Sempachersee. Wie das Turnier 2019 aussehen wird, ist noch offen. Nachdem die Luzerner Firma Frey & Cie den «Junioren Ryder Cup» 2002 ins Leben gerufen und während zehn Jahren gesponsert hatte, führte die Migros das Migros Junior Major im gleichen Spielmodus dieses Jahr zum sechsten und letzten Mal durch. Was aber nicht heisst, dass das höchst beliebte Turnier verschwindet. An der Rangverkündigung versprach HansPeter Schild, Leiter ASG GolfCard Migros, dass es 2019 eine Neuauflage geben werde. Noch sei aber nicht ganz klar, «in welchem Kleid das Turnier daherkommen wird».
GOLFPARADIES IN PORTUGAL 5-TÄGIGE GOLF-GRUPPENREISE AN DIE SILBERKÜSTE PORTUGALS Das erstklassige Boutique Hotel Evolutee Royal Obidos & Spa***** liegt unmittelbar neben von Severiano Ballesteros entworfenen Royal Obidos Golfplatz und garantiert eine unvergessliche Reise in eine der schönsten Regionen Portugals. Neben den kulinarischen Highlights befi nden sich die drei inkludierten Golfplätze, welche unterschiedlicher nicht sein könnten, in nächster Nähe und sorgen für Golfvergnügen der Extraklasse.
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SIE Entfernt das Headcover vom Driver, schreitet zum Abschlag, teet ihren abgenudelten pinken Ball (den sie schon seit Anfang Saison spielt) auf ein rotes Tee mit Schweizerkreuz. Macht einen vorsichtigen Probeschwung. Stellt fest, dass ihre Unterhose kneift. Zupft ihren Rock und den linken Träger des Büstenhalters zurecht, der unter dem ärmellosen Polo hervorguckt. Holt aus, haut drauf, schnappt sich das Tee, steckt es in eine winzige Tee-Tasche am Bund, stülpt die Hülle über den Driver, versorgt ihn im Bag, schnappt den Trolley und marschiert schnurstracks zu ihrem Ball, der 163 Meter weiter vorne in der Mitte des Fairways liegt. Mit ihrem Schneewittli, einem weissen Dreierhölzli vom vorletzten Sommer, toppt sie die Kugel so, dass sie fadengerade 150 Meter weit über die Spielbahn hoppelt. Beobachtet ihren Mann beim Probeschwingen. Meint: «Könnte im Wasser gelandet sein, aber vielleicht finden wir ihn.» Entscheidet sich fürs Eisen 7 und landet mit dem dritten Schlag auf dem Grün. Freut sich hennenmässig. Hilft ihrem Mann beim Suchen. Findet seinen Ball im Semi-Rough neben dem Wasser. Beobachtet ihren Mann im Bunker. Sucht auf dem Grün vergeblich nach ihrer Pitchmarke, bessert drei fremde Einschlaglöcher aus, die irgendwelche Vollpfosten vergessen haben. Der erste Putt ist drei Meter zu lang, der zweite landet dafür sauber im Spaghetti-Teller und mit dem dritten locht sie zum Bogey ein. Freut sich wie ein Marderweibchen, das soeben an einem Aston Martin V12 Vanquish das Zündkabel durchgenagt hat, und jubiliert «Buuugiii»!
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frankbaumann.c ER
Entfernt das Headcover von seinem neuen TaylorMade M3 460CC Driver (8.5°), schreitet selbstsicher zum Abschlag, teet einen nigelnagelneuen Titleist Pro V1 auf ein extralanges weisses Tee. Macht zwei, drei energische Probeschwünge, stellt sich hinter den Ball, fixiert das Fairway wie ein Marder das Zündkabel an einem Aston Martin V12 Vanquish. Macht einen weiteren kraftvollen Probeschwung, geht in die Ansprechposition, stellt fest, dass seine Unterhose hinten kneift, rückt sie zurecht, macht noch einen Probeschwung, nimmt abermals die Ansprechposition ein, holt aus, schwingt wie ein Weltmeister. Kommt von aussen an den Ball, macht ein Beautyfinish und sieht, wie der schöne Pro V1 rechts ins Biotop slicet. Hackt den neuen Driver, fuckfuckfuck! brüllend, auf den Abschlag. Schreitet zum Trolley, wummert den Driver so in das Bag, dass der Boden unten rausbricht, zottelt fluchend Richtung Biotop. Droppt einen neuen Pro-V1-Ball. Liegt zwei. Zückt ein Rescue, macht drei Probeschwünge, haut drauf, landet um ein Haar im Wasser, 60 Meter vor dem Grün. Liegt drei. Vertraut auf sein Sandwedge und toppt den Ball in den Bunker links vom Grün. Beim dritten Versuch liegt er auf dem Grün, drei Meter neben der Fahne. Sieben. Der zweite Putt lippt aus. Aller guten Dinge sind drei, er schreibt eine Zehn. Lässt den Putter durch die Luft wirbeln, kann ihn nicht auffangen, kann nicht ausweichen, wird am Hinterkopf getroffen. Schoppt den Scheissschläger wütend und mit entsprechender Wucht in das Bag, klemmt sich den Mittelfinger zwischen Sandwedge und Putterkopf ein. Sieht das Leuchtfeuer von Holland und hört auf zu atmen.
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LADIES FIRST
Die Long-Drive-
Queens
Long Driving liegt voll im Trend – nicht nur bei den Männern. Auch die Frauen entdecken den Sport zunehmend für sich – oftmals auf eher ungeplante Art und Weise. Jüngstes Beispiel: Emily Tubert, die eigentlich im zweiten Jahr auf der LPGA Tour aktiv ist und dort mit einer durchschnittlichen Drive-Länge von fast 250 Metern zu den Spielerinnen mit den weitesten Schlägen zählt. An Long-Drive-Wettbewerben hatte die Amerikanerin bis dato eigentlich kein Interesse, trat zusammen mit drei anderen Proetten aber bei einem Show-Wettbewerb bei der ShopRite LPGA Classic an. Dort nahm sie der Long Drive Coach Bobby Peterson unter seine Fittiche. Emily Taubert stellte fest, dass Long Driving etwas anders funktioniert als ein normaler Drive auf der Tour. Statt mit einem 45-Inch-Driver, mit dem normale Frauen oftmals ohnehin schon kämpfen, gehen Long Driverinnen mit einem 48-Inch-Modell an den Start. «Die Schwünge an sich sind eigentlich sehr ähnlich, aber mit dem längeren Driver braucht man einfach länger, um den Rückschwung abzuschliessen. Da muss man einfach mehr Pause am Ende fühlen, bevor man mit dem Durchschwung beginnt», erläutert sie den Ansatz. Ausserdem hat der Driver nur fünf oder sechs Grad Loft statt der neun Grad, die ansonsten im Profibereich der Frauen üblich sind. Das Ergebnis jedenfalls konnte sich sehen lassen: Taubert holte sich sofort bei ihrem ersten richtigen Turnierstart mit 290 Metern den Sieg.
Thompson
KÄMPFT MIT DEN REGELN Lexi Thompson bleibt die Vorzeigegolferin Nummer 1, wenn es um Regelkonflikte geht. Zuletzt erwischte es die Amerikanerin bei der Indy Women in Tech Championship, bei der eine Platzregel das Aufheben und Reinigen des Balles erlaubte. Thompson, nach sechs Birdies auf den ersten neun Löchern der Runde drei gerade mitten in einer fulminanten Aufholjagd, hatte ihren Abschlag am zehnten Loch rechts auf das Nachbar-Fairway gedonnert, als sie ihren Ball dort aufhob, um ihn zu reinigen. Pech gehabt – dafür kassierte sie einen Strafschlag. Der Grund: Sie hatte ihren Ball zwar auf einem Fairway aufgenommen, es war aber nicht «ihres», auf dem sie sich regulär mit ihrem Ball hätte befinden sollen. Erfreulicherweise bewahrte sie der Regeloffizielle Marty Robinson vor noch Schlimmerem. Er eilte herbei und informierte sie über den Regelverstoss, bevor Thompson den Ball zurücklegen und wieder spielen konnte. In dem Fall nämlich hätte sie für das Spielen des Balles von einer falschen Stelle (20-7) zwei Fehlschläge kassiert. So blieb es bei einem, nach Regel 18-2: «Ball in Ruhe durch Spieler, Caddie oder Ausrüstung bewegt». 20 GOLFSUISSE 05-18
PLANET GOLF Golfreisen Winter 2018/2019
Hoffnungsträgerin Georgia Hall Nein, wenn Georgia Hall zum Shoppen geht, erkennt sie niemand. Die Britin ist alles andere als ein Star, andererseits aber die grosse Hoffnung des europäischen Frauengolfs. Inzwischen nämlich ist die 22-Jährige die einzige Europäerin, die es unter die Top Ten der Weltrangliste geschafft hat und damit in den Reigen der Asiatinnen und Amerikanerinnen vorgedrungen ist. Die Tochter eines Steinlegers hat sich mit dem Sieg bei der Women‘s British Open ihren ersten Major-Sieg geholt, nachdem sie im vergangenen Jahr bereits ein eindrucksvolles Debüt im europäischen Solheim-Cup-Team gegeben und ausserdem die Geldrangliste der – zugegeben etwas dürftigen – Ladies-European-Tour- Rangliste gewonnen hatte. Mit ihrem Triumph bei der Women’s British Open in Royal Lytham & St Annes sicherte sich Hall nicht nur ein Preisgeld von 420'000 Dollar, sondern war vor allem die
erste englische Siegerin des Turniers seit 2004. Für Vater Wayne war der Triumph allerdings keine Überraschung. Der begeisterte Golfer gehört zu jenen, die von Geburt seiner Tochter an von einer Profikarriere träumten. Georgia Hall nämlich trägt ihren Vornamen nur deshalb, weil sie 1996 während der Masters-Turnierwoche geboren wurde. Nick Faldo gewann das Turnier, und weil der Augusta Country Club im Bundesstaat Georgia liegt, beschloss Wayne Hall, seine Tochter ebenfalls so zu nennen. Immerhin: Die begabte Georgia holte sich den Sieg bei der 2013 British Ladies Amateur Golf Championship, was als erstes Indiz dafür genommen wurde, dass hier echtes Talent vorhanden war. Seit ihrem Wechsel auf die LPGA Tour in diesem Jahr hat Hall ihr Niveau noch einmal deutlich nach oben geschraubt und wird inzwischen mit den Superstars unter den Youngsters wie Brooke Henderson oder Nelly Korda verglichen. Bei der Cambia Portland Classic schoss sie wie im Vorbeigehen eine 63er-Runde und düpierte damit wieder einmal die Konkurrenz, auch wenn es am Ende nur für den zweiten Rang reichte.
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OMEGA EUROPEAN MASTERS
FITZPATRICK DER MEISTER DER GREENS Matthew Fitzpatrick feiert zum zweiten Mal in Serie in Crans-Montana 22 GOLFSUISSE 05-18
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Die Arena bei Loch 13.
Er sieht aus wie ein Teenager, aber er puttet wie ein Altmeister. Dank seiner starken Leistung auf den schwierigen Greens in Crans-Montana verteidigt Matthew Fitzpatrick den Titel beim Omega European Masters. Das gelang zuletzt Severiano Ballesteros vor genau 40 (!) Jahren.
Kurz darauf war die Ausgangslage nach dem Abschlag auf Bahn 18, für den Engländer schlechter, doch wiederholte er das erfolgreiche Prozedere, während Bjerregaard das nötige Birdie nicht schaffte. Fitzpatrick gilt auf der Tour als einer der besten Putter, dies ganz ohne «Firlefanz» und mit einem Gerät auf das er schon 15 Jahre vertraut. «Einfach klassische Old School», wie es sein Landsmann und TV-Kommentator Marcus Knight formuliert. Ganz so einfach war sein insgesamt fünfter Sieg auf der European Tour nicht.
STEFAN WALDVOGEL
«Es war hart, ich habe heute nicht mein bestes Spiel gezeigt, umso mehr freue ich mich über den Sieg an diesem absolut traumhaften Ort», freut sich der Fussball-Fan aus Sheffield direkt nach der Entscheidung. 1978 konnte der legendäre Spanier Severiano Ballesteros den Titel in Crans-Montana zuletzt erfolgreich verteidigen. «Einen Erfolg mit Seve zu teilen, ist schon speziell», kommentiert er. Doch mit dem 2011 verstorbenen grossen Spanier, der dem Par-70-Kurs in Crans-Montana den Namen gab, will er sich nicht vergleichen lassen – es wäre zu viel der Ehre. «Ich bin zufrieden und glücklich über einen weiteren Sieg – mehr nicht», sagte er in britischem Understatement. Auch dass er nicht ins Europa-Team für Ryder-Cup nominiert wurde, war für ihn klar: «Dieser Erfolg kam vielleicht eine Woche zu spät», sagte er. Doch er beklagte sich nicht darüber, bei der Vergabe der
D
er 24-jährige Engländer Matthew Fitzpatrick war mit zwei Schlägen Vorsprung in die Schlussrunde gestartet, doch die Konkurrenz liess nicht locker. Vor allem der Däne Lucas Bjerregaard zeigte eine starke Leistung und setzte mit der sonntäglichen 63-er Karte oder total 17 unter Par die Marke im Clubhaus. Fitzpatrick war schlecht in den Final gestartet, lag lange Zeit in der Verfolgerposition und benötigte auf der Schlussbahn ein Birdie um ins zweite Stechen seiner Karriere zu kommen. Mit einer perfekten Annäherung und dem sicheren Putt zum Birdie liess er die Türe für seinen fünften Sieg auf der European Tour offen.
KEIN VERGLEICH MIT SEVE
Wildcards von Captain Thomas Björn übergangen worden zu sein. «Ich spielte diesen Sommer nicht gut genug und verstehe, dass er auf erfahrenere Leute setzt.» 2016 war er als Neuling im Europa-Team dabei, diesmal hätte er einen Sieg bei der Made in Danmark Ende August benötigt, um sich selber für den Grossanlass zu qualifizieren.
UNGLÜCKLICH KÄMPFENDER FRANZOSE
Der klare «Pechvogel» des mit 2,5 Millionen Euro dotierten Turniers im Wallis war der Franzose Mike Lorenzo-Vera. Er hatte im Dreikampf mit Bjerregaard und Fitzpatrick zeitweise ebenfalls geführt. Am 14. Loch, einem relativ einfachen Par-5, griff er das Grün aus schwieriger Lage mit dem zweiten Schlag an. Sein Ball landete unspielbar im Gebüsch, er kassierte einen Strafschlag und nach einem schlechten Putt einen Doppelbogey. Trotz dem herben Rückschlag kämpfte er sich zurück. Bis zu seinem Wasserball auf der abschliessenden Bahn 18 hatte auch der 33-Jährige aus Montpellier eine Chance aufs Stechen. Zuletzt blieb ihm bloss der alleinige dritte Rang. Lorenzo-Vera wartet damit immer noch auf seinen ersten Sieg auf der Tour. 2015 war während des Turniers im Wallis sein Vater gestorben, worauf er überstürzt abreiste. «Ein Sieg hier wäre für meinen Vater», hatte er vor der Finalrunde gesagt, die er im Duo mit Fitzpatrick absolvierte. GOLFSUISSE 05-18 23
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Russell, die sichtlich stolz fürs Erinnerungsbild mit den Alphornbläsern posieren. Der allererste Gratulant war Turnier-Direktor Yves Mittaz, der Fitzpatrick herzhaft in die Arme genommen hat. Er hatte schon vor der Entscheidung betont, wie wichtig ein prominenter Name als Sieger sei. Umgekehrt lobte der Sieger an der Pressekonferenz mehr als üblich: «Crans gehört zu meinen liebsten Turnieren. Die ganze Woche ist aussergewöhnlich, ich habe noch nie ein schlechtes Wort über das Turnier gehört», schwärmt er. «Yves leistet aber auch hervorragende Arbeit.» Dass ihm als vergleichsweise eher schmächtigem Golfer das rote Siegerjackett mindestens zwei Nummern zu gross ist, stört ihn offensichtlich nicht. Der eigentliche Lohn, der Siegercheck von 416 660 Euro, zählt da eindeutig mehr.
KEIN SCHWEIZER IM FINAL
Der Däne Lucas Bjerregaard verliert das Stechen gegen den Engländer. Für den jungen Engländer war der Erfolg in der Schweiz bereits der fünfte Titel auf der European Tour, dies nur wenige Tage nach seinem 24. Geburtstag, den er am 1. September gefeiert hatte. Vor einem Jahr holte er sich den Titel im Stechen gegen den Australier Scott Hend erst im dritten Extraloch, diesmal erledigte er die
Aufgabe deutlich zügiger. Damit ist Fitzpatrick schneller bei fünf Siegen, als dies bisher einem Spieler von der Insel gelungen ist. Nick Faldo benötigte beispielsweise ein gutes Jahr länger, um dies zu erreichen. Wie vor einem Jahr feierte der Mann mit dem «Babyface» seinen Grosserfolg zusammen mit seinen Eltern Sue und
Die Schweizer Profis am Start blieben dagegen alle ohne «Zahltag». Erstmals seit 2015 schaffte es kein Einheimischer ins Finalwochenende. Die zwei momentan Besten des Landes, Joel Girrbach und Marco Iten, konzentrieren sich weiterhin auf die Challenge Tour. Benjamin Rusch hatte nach dem ersten Tag eine sehr gute Ausgangslage, war innerhalb der Top 20 klassiert. Im zweiten Durchgang kassierte er unter anderem ein Doppel- und ein Triple-Bogey und fiel mit der Runde von 5 über Par weit zurück. «Ich habe zu viel über den Cut studiert, zuviel steuern und kontrollieren wollen, statt mein
DREI GROSSE NAMEN, VIER NEUE BAHNEN
2019 in Crans-Montana am Start: Tommy Fleetwood, Rory McIlroy und Sergio García. 24 GOLFSUISSE 05-18
Bekannte Golfer sind noch kein Garant für gute Ergebnisse. Das zeigte sich auch bei der diesjährigen Ausgabe des Omega European Masters. Der Amerikaner John Daly, der Spanier Miguel Angel Jiménez oder der Deutsche Martin Kaymer schafften es alle nicht ins Wochenende. Daly, der «Exzentriker» mit auffälliger Figur und Outfit, war das erste Mal im Wallis, kämpfte sich mit einer alten Verletzung über den Platz und verschwand nach der zweiten Runde direkt im «PhysioTruck». Eher kurz war denn auch sein Auftritt als Musiker. Im neuen Partyzelt trat der Amerikaner als Gitarrist und Sänger auf, allerdings war nach zwei Stücken schon wieder Schluss. Ob er 2019 wieder am Start ist, scheint eher fraglich. «Einmal hat er als Publikumsmagnet funktioniert, jedes Jahr wollen ihn die Fans vielleicht doch nicht sehen», formuliert es Turnier-Direktor Yves Mittaz. Trotz einer vergleichsweise mässigen Besetzung wurde die 72. Austragung des Turniers ein Erfolg. Mit 51 600 Zuschauern kamen 3500 mehr als
letztes Jahr. Dies war gemäss Mittaz vor allem seinem «wichtigsten Spieler zu verdanken, dem schönen Wetter.» Die Sonne kann auch Mittaz nicht garantieren, deshalb investieren die Turnierverantwortlichen jedes Jahr in den Platz. Man habe in den vergangenen 12 Jahren bereits 12 Millionen Franken für diverse Verbesserungen eingesetzt, weitere vier Millionen werden ab Oktober verbaut. Die Bahnen 12, 14, 15 und 16 werden komplett neu gemacht. «Allein der neue Rasen dafür kommt auf eine Million Franken zu stehen», erzählt Mittaz, der Rest werde für die Umbau-Arbeiten eingesetzt. Bis zum nächsten Frühsommer sollen die Spielbahnen bereits wieder zur Verfügung stehen. Dann wartet nur noch eine grosse Baustelle auf Mittaz. Mittelfristig möchte er die Schlussbahn ganz neu gestalten. Das 18. Green soll dereinst im Badesee, direkt neben dem bestehenden Fairway, entstehen. «Die Politiker davon zu überzeugen wird sehr schwierig, aber wir arbeiten daran und
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Spiel einfach laufen zu lassen», kommentiert der Thurgauer direkt nach dem enttäuschenden Aus. Rusch spielt üblicherweise zwei Klassen tiefer auf der Pro Golf Tour. «Meine Mitspieler hier in Crans waren insgesamt nicht besser als ich, doch sie sind sich einfach mehr gewöhnt vor
ich vor allem zu Beginn des Turniers etwas nervös», sagt der Junior, der erstmals in seiner Golf-Karriere bei den Profis mitspielen konnte. Dabei habe er gemerkt, dass er bei den Abschlägen durchaus mit den besten mithalten könne. «Der Unterschied liegt eindeutig beim kurzen Spiel, rund um die Grüns herum», ergänzt er. Hier habe er von den Profis enorm viel profitiert und wisse nun noch genauer was er trainieren müsse.
«Crans gehört zu meinen liebsten Turnieren. Die ganze Woche ist aussergewöhnlich, ich habe noch nie ein schlechtes Wort über das Turnier gehört» Publikum mit dem Druck umzugehen», fasst er zusammen. Am Ende musst sich Rusch mit dem 98. Rang von 156 Spielern zufrieden geben. Mit zwei stabilen Runden von 71 und 72 Schlägen klassierte sich der erst 16-jährige Nicola Gerhardsen auf dem genau gleichen Platz. Der Glattfelder war der jüngste Schweizer, der je mit den besten Profis Europas am Omega European Masters in Crans-Montana spielen konnte. Er hatte sich aus eigener Kraft für den Grossanlass im Wallis qualifiziert. «Die vielen Zuschauer war ich mir nicht gewohnt, klar war
hoffen in ein paar Jahren das ultimative Schlussloch präsentieren zu können», sagt der Turnierdirektor zu den mittelfristigen Aussichten. Deutlich konkreter wurde er vor den Medien beim Ausblick auf die nächste Ausgabe des Omega European Masters. Zusammen mit Raynald Aeschlimann, CEO des Titelsponsors, präsentierte er drei ganz prominente Stars, die 2019 im Wallis abschlagen werden: Rory McIlroy, Sergio Garcia und Tommy Fleetwood. Alle gehören zum diesjährigen Ryder-Cup-Team und alle sind vertraglich mit Omega verbunden. Das Star-Trio war in früheren Jahren auch schon im Wallis am Start gewesen, mittlerweile kämpfen sie um die deutlich grösseren Preisgelder auf der PGA Tour. Die höchst lukrative Finalserie im FedEx-Cup endet im nächsten Jahr bereits am 25. August und damit zwei Wochen früher als aktuell. Das Omega European Masters startet 2019 schon am 29. August, damit erstmals ohne direkte Konkurrenz mit dem FedEx-Cup. Während viele Turniere in Europa mit finanziellen Schwierigkeiten kämpften und staatliche
Sein sportliches Ziel hat er «nicht ganz erreicht». «Ich wäre natürlich sehr gern auch im Final am Wochenende noch dabei gewesen, aber mit dem Resultat bin ich nicht unzufrieden», kommentierte der Jüngste im Feld der Profis. Bevor er Ende Oktober wieder nach Südafrika fliegt, um dort die Schule zu besuchen und vor allem zu trainieren, folgt schon bald der nächste Höhepunkt für Gerhardsen. Dank seinen starken Leistungen in dieser Saison wurde er vom Schweizerischen Golfverband und Swiss Olympic für die «Youth Olympic Games» selektioniert. Sein erstes Profi-Turnier wird er aber wohl ein Leben lang nicht vergessen: «Es war ein sehr schönes Erlebnis und Golfprofi ist definitiv das, was ich in meinem Leben machen will», fasst er zusammen.
Hilfen benötigten, sei man dank dem Engagement von Omega in der Lage, den Event von Jahr zu Jahr noch weiter zu verbessern, freut sich Mittaz über den «fantastischen Partner».
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Dieser sorgte nicht nur auf, sondern auch neben dem Golfplatz für viel Unterhaltung fürs Publikum. Sei es mit einem «One-MillionShoot-Out» auf Loch 13, dem Plauschputting mit diversen Show- und Sportgrössen oder dem «Schweizer Test» von vier bekannten, internationalen Golfern. Im Festzelt mussten unter anderem Miguel Angel Jiménez oder Andrew «Beef» Johnston im Stil von Tell einen Apfel vom Kopf eines Jungen schiessen. Mit dem Golfball und der verwendeten Puppe war dies deutlich weniger gefährlich als beim «Original», dafür für das Publikum auch deutlich lustiger. Der Extrapreis ging an Jiménez. Kein Wunder, schliesslich war der Spanier dieses Jahr schon zum 29. Mal beim Turnier im Wallis und gilt damit schon fast als halber Schweizer.
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HINTERGRUND NEUE REGELN
EINFACHER UND SCHNELLER Ab 2019 gelten weltweit die neuen Golfregeln. Sie sollen das Spiel vor allem schneller und einfacher machen. Hier die wichtigsten Änderungen für Sie im Überblick. Die Golfregeln wurden bisher in einem Zyklus von vier Jahren überarbeitet und angepasst. Die jüngsten Anpassungen durch die Verantwortlichen des R&A und der USGA gelten als die grösste Regelrevision seit über 30 Jahren. Das Ziel: Das Spiel soll schneller und die Regeln einfacher und verständlicher für alle werden. Dabei steht der vielleicht wichtigste Grundsatz nicht einmal in den Regelbüchern: «Das Prinzip «Ready Golf» ist eine Empfehlung, die von den Clubs und Verbänden umgesetzt werden soll», erklärt Daniel Waldmeier, Mitglied im ASG Rules Committee. Wer zum Schlag bereit ist, spielt. Das wird heute schon in vielen Privatrunden praktiziert. Ab dem nächsten Jahr soll das Prinzip auch bei den offiziellen Turnieren gelten. Gespielt wird dann nicht mehr zwingend nach der «Ehre» oder der Distanz zum Loch, sondern es schlägt derjenige Spieler zuerst, der bereit ist und spielen kann, ohne andere Golfer zu gefährden. Das werde das Spiel sicher schon mal deutlich beschleunigen, wie seine private Erfahrung gezeigt habe, gibt sich Waldmeier überzeugt. Wird die von den Regelgremien vorgesehene Zeit von 40 Sekunden für einen Schlag (darin enthalten sind auch Distanzmessung, Schlägerwahl und Probeschwünge!) eingehalten, wird dies das Spiel nochmals beschleunigen. «Die 26 GOLFSUISSE 05-18
European Tour hat in Österreich einen Versuch mit der 40-Sekunden-Regel gemacht; die Spielzeiten sind damit deutlich kürzer geworden», erläutert Waldmeier ein aktuelles Beispiel. Die neuen Regeln gelten weiterhin gleichsam für Profis und Amateure, allerdings könnten die Auswirkungen allenfalls unterschiedlich sein. So sind beispielsweise Distanzmessgeräte bei den meisten Amateur-Turnieren, aber etwa auch auf der Senioren-Tour der Pros, bereits regelmässig im Einsatz. Die Spieler der PGA und der European Tour durften die Hilfsmittel bislang nur in den Probe- und ProAm-Runden benutzen. Mit den neuen Regeln gilt der Grundsatz: Distanzmessgeräte sind erlaubt, sofern deren Verwendung nicht durch eine Platzregel ausdrücklich verboten wird. Es dürfen aber bloss Distanzen gemessen werden, weiterhin untersagt sind Angaben zu Wind, Neigung etc.
NEUE MÖGLICHKEITEN FÜR CLUBS
Von den neuen Regeln sind nicht nur die Spielerinnen und Spieler betroffen, auch die Clubs sollen mithelfen, die Runden schneller über den Rasen zu bringen. Deshalb wurde der neue Begriff «Penalty Area» geschaffen. Diese umfassen die heutigen Wasserhindernisse, sind aber nicht auf Flächen begrenzt, welche Wasser enthalten können müssen. Die Clubs können beliebige Flächen als «Penalty Area» bezeichnen. Dort gelten dann annähernd die gleichen Regeln zur Erleichterung wie heute bei Wasserhindernissen. Heisst dies, dass nun alle «Out of Bounds»Pfosten in der Schweiz verschwinden, wie da und dort vermutet wird? Dies sei theoretisch zwar möglich, aber nicht erwünscht, weil nicht im Sinn der Autoren und weil die Charakteristik
eines zu spielenden Lochs oder gar des Golfplatzes fundamental verändert würde, formuliert es Regelexperte Waldmeier. «Niemand will, dass die Spieler den Ball vom Acker eines Bauern oder vom Grundstück eines anderen Nachbarn weiterschlagen.» Neu können die Clubs beliebige Flächen als sogenannte «No Play Zones» bezeichnen. Das könnten beispielsweise ein schönes Blumenbeet oder bestehende Biotope sein, illustriert Waldmeier. Die Erleichterungsvarianten für die Spieler, wenn ihr Ball in einer «No Play Zone» liegt, sind gleich wie bei den heute schon existierenden Biotopen und Naturschutzgebieten, welche allerdings durch eine Behörde zu solchen erklärt werden mussten. Bei sehr vielen Clubs werde sich an den Platzmarkierungen wenig bis gar nichts ändern, glaubt Waldmeier, zudem bleiben auch die Platzregeln weiterhin bestehen. «Man kann schlicht nicht alles in die allgemeingültigen Regeln reinpacken», weiss der Schiedsrichter. Das Spiel werde nicht neu erfunden. «Der Alltagsgolfer, der sich schon bisher an die Regeln hielt, muss sich eigentlich nur zwei Sachen merken: Der Ball wird neu auf Kniehöhe gedroppt, und der Ball muss beim Droppen innerhalb der sogenannten «Relief Area» liegen bleiben», fasst er zusammen. Allerdings helfe es, die verschiedenen neuen Möglichkeiten zu kennen, welche die Regeln in schwierigen Situationen bieten. Für Anfänger könnte es beispielsweise interessant sein, den Ball im Bunker für unspielbar zu erklären und ihn neu auch hinter dem Bunker droppen zu dürfen. «Dafür gibt es zwar zwei Strafschläge, aber der Spieler hat dank den neuen Regeln eine Option mehr.»
HINTERGRUND
DIE ÜBERSICHT
Hier die wichtigsten Anpassungen unter dem Motto «einfacher und schneller».
EINFACHER
SANDBERÜHRUNG IM BUNKER (REGEL 12)
Es ist zwar nach wie vor nicht gestattet, vor einem Schlag aus dem Bunker dessen Beschaffenheit zu prüfen und den Schläger vor oder hinter dem Ball aufzusetzen. Auch das Verbessern der Spiellinie (z.B. durch Einebnen von Fussabdrücken) und Probeschwünge mit Sandberührung führen nach wie vor zu Strafschlägen. Allerdings wird die beiläufige Berührung des Sandes nicht mehr bestraft. So dürfen Sie sich beispielsweise auf den Schläger abstützen, während Sie im Bunker warten müssen, und nach einem verpatzen Bunkerschlag (der den Ball nicht aus dem Bunker bringt) den Schläger aus Frust in den Sand schlagen, ohne sich dabei strafbar zu machen.
UNSPIELBARER BALL IM BUNKER (REGEL 19)
Bisher gab es nur eine Möglichkeit, den Ball, der (unspielbar) im Bunker liegt, mit einem Strafschlag von ausserhalb weiterzuspielen: der Spieler musste zurück zum Ort des letzten Schlags. Neben den beiden, ebenfalls mit einem Strafschlag verbundenen, Möglichkeiten innerhalb des Bunkers weiterspielen zu können, bieten die neuen Regeln nun noch eine weitere Spielmöglichkeit an: Der Ball darf auf der rückwärtigen Verlängerung der Linie vom Loch durch die Lage des unspielbar erklärten Balls, ausserhalb des Bunkers, gedroppt werden. Dies kostet Sie allerdings einen zusätzlichen Strafschlag. Siehe Bild rechts unten.
BODEN- UND WASSERBERÜHRUNG IN PENALTY AREAS (REGEL 17)
Im Gegensatz zum heutigen Wasserhindernis dürfen Sie den Schläger am Boden oder im Wasser aufsetzen und sogar einen Probeschwung mit Bodenberührung machen, wenn Sie den Ball aus einer Penalty Area spielen müssen.
Bilder unten: Lose Blätter und andere Naturstoffe darf man im Bunker neu entfernen. Neu darf man auch ausserhalb des Bunkers einen Ball droppen, allerdings mit einem zusätzlichen Strafschlag.
LOSE NATURSTOFFE IN BUNKER (REGEL 12) UND PENALTY AREAS (REGEL 15)
Die Herausforderung des Balls im Bunker besteht darin, den Ball aus dem Sand zu schlagen, und nicht, dies aus einem mit Blättern und Tannzapfen übersäten Bunker zu tun. Deshalb dürfen Sie neu Blätter, Zweige, Steine, Äste und andere lose Naturstoffe in Bunkern und Penalty Areas straflos entfernen. Der Ball darf sich dabei allerdings nicht bewegen. Siehe Bild rechts. GOLFSUISSE 05-18 27
Zum Suchen eines Balls bleiben nur noch 3 Minuten, bis er als verloren gilt…
BALL BEIM SUCHEN BEWEGT (REGEL 7)
Wenn Sie, Ihr Partner oder Ihr Caddie Ihren Ball beim Suchen unabsichtlich bewegen, fällt mit den neuen Regeln kein Strafschlag mehr an. Der Ball muss aber weiterhin zurückgelegt (und im Bunker die Lage wiederhergestellt) werden.
EINGEBETTETER BALL (REGEL 16)
Die in vielen Clubs und den allermeisten Turnieren bereits angewendete Platzregel, einen in einer nicht kurz gemähten Fläche (also abseits des Fairways) eingebetteten Ball straflos aufnehmen, reinigen und droppen zu dürfen, wurde jetzt in die Regeln integriert. Die Ausnahme, dass ein in einem Bunker, in einer Penalty Area oder in Sand im Gelände eingebetteter Ball gespielt werden muss, wie er liegt, bleibt bestehen. Übrigens: Sollte ein Ball nach einem Droppvorgang (erneut) eingebettet sein, muss der Ball neu gespielt werden, wie er liegt.
BALL TRIFFT SPIELER ODER DESSEN AUSRÜSTUNG (REGEL 11) & «DOPPELSCHLAG» (REGEL 10)
Trifft der Ball nach dem Schlag versehentlich den Spieler oder dessen Ausrüstung, wird in Zukunft kein Strafschlag mehr fällig. Dasselbe gilt, wenn Sie mit Ihrem Schlag den Ball mehr als einmal berühren.
SCHNELLER
SUCHZEIT & PROVISORISCHER BALL (REGEL 18)
Die Zeit, die einem Spieler zur Verfügung gestellt wird, um seinen Ball zu suchen und zu identifizieren, wurde von fünf auf drei Minuten verkürzt. Spielen Sie sofort einen provisorischen Ball, obwohl Sie neu auch zurückgehen dürfen, um einen provisorischen Ball zu spielen, auch wenn sie schon mit der Suche nach dem Ball begonnen haben. 28 GOLFSUISSE 05-18
BALL IDENTIFIZIEREN (REGEL 7)
Neu dürfen Sie einen Ball identifizieren, ohne dass Sie dafür Ihren Marker oder eine andere Person, welche das Identifizieren überwachen soll, informieren müssen. Nach wie vor muss aber der Ball markiert werden, bevor Sie ihn berühren! Der Ball darf weiterhin nur soweit wie zur Identifikation nötig gereinigt werden und muss, falls er aufgehoben wird, zurückgelegt werden.
HILFE BEIM EINNEHMEN DES STANDES ZUM SCHLAG (REGEL 10)
Das korrekte Ausrichten zum Schlag ist ein wichtiger Aspekt des Golfspiels und Teil der notwendigen Fähigkeiten eines Spielers. Sie dürfen daher beim Einnehmen des Standes keine Hilfe mehr in Form eines Schlägers oder anderen Objekts, den oder das Sie auf den Boden legen oder stellen, oder Ihres Caddies in Anspruch nehmen.
HINTERGRUND
TREFFEN DES FLAGGENSTOCKS & BALL ZWISCHEN FLAGGENSTOCK UND LOCHRAND EINGEKLEMMT (REGEL 13)
Um das Spiel zu beschleunigen, muss der Flaggenstock nicht mehr aus dem Loch entfernt werden. Trifft der Ball den Flaggenstock, der im Loch steckt, ist dies straflos, auch bei einem Schlag auf dem Grün. Der Flaggenstock darf aber auch weiterhin nicht als Ballstopper hinter das Loch gelegt werden! Ist Ihr Ball im Loch zwischen Flaggenstock und Lochrand eingeklemmt, gilt er neu bereits dann als eingelocht, wenn sich bloss ein Teil des Balls unterhalb der Lochkante befindet. Der Flaggenstock muss also nicht mehr zwingend entfernt werden, damit der Ball ins Loch fällt und als eingelocht gilt. Siehe Bild rechts.
DISTANZMESSGERÄTE (REGEL 4)
Generell dürfen Sie Distanzmessgeräte verwenden, es sei denn, eine Platzregel verbietet deren Gebrauch. Es gilt aber nach wie vor: Der Gebrauch von Geräten, welche andere, dem Schlag dienliche Messungen vornehmen, ist verboten, es sei denn, diese Funktionen sind beim Distanzmessvorgang ausgeschaltet.
Neu darf die Flagge beim Putten im Loch bleiben und getroffen werden...
ÜBRIGE REGELN
SCHLÄGERLÄNGE (ERKLÄRUNG)
Nehmen Sie zum Abmessen einer oder zweier Schlägerlängen den längsten Schläger, den Sie im Bag haben. Es dürfen allerdings keine Putter verwendet werden!
DROPPEN (REGEL 14)
Die für jeden Spieler wohl am häufigsten anzutreffende Änderung der Golfregeln betrifft das Droppen des Balls. Neu muss der Ball aus Kniehöhe gedroppt werden. Mit Kniehöhe ist die Höhe des Knies des Spielers in aufrechter Position des Unterschenkels gemeint. Die Droppvorgänge wurden vereinheitlicht: Jeder Ball muss in einer sogenannten «Relief Area» gedroppt werden (siehe Box). Der Ball muss nun – eben aus Kniehöhe – in diese Relief Area gedroppt werden (der Spieler darf dabei ausserhalb der Relief Area stehen) und muss in dieser liegen bleiben. Rollt der Ball aus der Relief Area hinaus (egal, wie weit), muss er erneut in der Relief Area gedroppt werden. Rollt er erneut zu weit, muss er am Ort, wo er beim zweiten Droppversuch zuerst auf den Boden trifft, hingelegt werden.
SPEZIELLE REGELN AUF DEM GRÜN (REGEL 13)
Neben Einschlaglöchern von Bällen und Unebenheiten durch alte Lochpfropfen dürfen Sie nun praktisch alle Beschädigungen (also auch solche durch Spikes, nicht aber solche, welche durch die Natur entstanden sind oder Aerifizierungslöcher), ausbessern. Sie dürfen dazu aber nur gebräuchliche Werkzeuge verwenden! Bewegen Sie Ihren Ball auf dem Grün versehentlich (z.B. weil Ihnen der Putter aus der Hand fällt oder weil Sie einen Probeschwung zu nahe am Ball machen), ist dies straflos, sofern der Ball zurückgelegt wird. Wenn Sie Ihren Ball auf dem Grün markieren, aufnehmen und zurücklegen und er sich danach bewegt (auch wenn von selbst oder durch Wind), muss er zurückgelegt werden. GOLFSUISSE 05-18 29
DIE WICHTIGSTEN NEUE BEGRIFFE GELÄNDE (GENERAL AREA)
Bezeichnet alle Gebiete auf dem Golfplatz mit Ausnahme des Abschlags (Teeing Area) und des Grüns des zu spielenden Lochs sowie alle Penalty Areas und Bunker.
NO PLAY ZONE (SPIELVERBOTSZONE)
Penalty Areas oder ungewöhnliche Platzverhältnisse, von welchen das Spielen des Balls durch die Spielleitung verboten wurde.
PENALTY AREA
Beinhaltet die heutigen Wasserhindernisse sowie neu jegliche von der Spielleitung entsprechend markierte Fläche auf dem Golfplatz. Es gibt rote und gelbe Penalty Areas (unterschiedliche Erleichterungsmöglichkeiten).
RELIEF AREA (ERLEICHTERUNGSBEREICH)
Fläche, in welcher der Spieler einen Ball bei Anwendung einer Regel droppen muss. Sie ist definiert durch einen Referenzpunkt (z.B. nächster Punkt der Erleichterung, hinter dem Einschlagloch des eingebetteten Balls, Eintrittspunkt in die Penalty Area, etc.) und – je nach Regel, welche zur Anwendung kommt – durch eine oder zwei Schlägerlängen um diesen Referenzpunkt herum, jedoch nicht näher zum Loch.
SPIELLINIE (LINE OF PLAY)
Beinhaltet neu auch die Puttlinie.
TIERLOCH (ANIMAL HOLE)
Jedes Loch im Boden, welches durch irgendein Tier (ausser Würmer und Insekten oder insektenähnliche Tiere) gegraben wurde, jedoch nicht ein einzelner Fuss- oder Hufabdruck.
Ganz oben: Es wird neu aus Kniehöhe gedroppt. Oben: Der Ball darf nicht mehr aus Schulterhöhe fallengelassen werden. Unten: Aus Kniehöhe mit aufrechter Position des Unterschenkels. Ganz unten: So ist es nicht erlaubt. 30 GOLFSUISSE 05-18
HINTERGRUND
POCKETGUIDE
GOLFREGELN KOMPAKT Die Illustrationen zu den Regeländerungen stammen aus dem Pocketguide «Golfregeln kompakt» vom Autor Yves C. Ton-That. Der mehrfach preisgekrönte Ratgeber des Zürchers enthält die Lösung zu allen immer wiederkehrenden Regelfällen auf dem Golfplatz und ist mit über 1,5 Millionen verkauften Exemplaren das erfolgreichste Golfbuch der Welt. Im Sommer ist die völlig überarbeitete Neuauflage mit den ab 2019 gültigen Regeln in Deutsch erschienen, Ende Oktober folgt die französische Ausgabe. Neu ist die Kurzzusammenfassung der wichtigsten Regeländerungen auf den ersten Seiten des Buchs, dank der man sich rasch einen Überblick verschaffen kann, um von sämtlichen neuen Erleichterungen zu profitieren. Das Buch ist zur Verwendung auf dem Platz konzipiert und verfügt über ein handliches Taschenformat, strapazierfähiges, wasserabweisendes Papier sowie ein solides Schutzcover. Da jeder Regelfall bebildert ist, findet man die richtige Lösung im Handumdrehen, und die Regeln werden leicht verständlich und anhand konkreter Spielsituationen erläutert. Besonders praktisch ist die Aufteilung in Register, die dem tatsächlichen Spielverlauf entsprechen: Abschlag, Fairway & Rough, Bunker usw. Das Auffinden der richtigen Stelle wird damit zum Kinderspiel. Erhältlich unter www.expertgolf.com sowie in vielen Clubs und Golfshops.
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«Golfregeln kompakt 2019 – Der praktische Regelführer zur Verwendung auf dem Platz», von Yves C. Ton-That, 52 Seiten, farbig illustriert mit Spiralbindung, ISBN 978-3-906852-14-0, 18.90 Franken.
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PEOPLE & PLÄTZE GOLFVERBAND
NEUE BASIS, NEUER NAME An der ersten gemeinsamen Pressekonferenz von ASG, ASGI und Migros präsentierten die Verantwortlichen die Basis für die neue Zusammenarbeit mit den Public-Golf-Organisationen. Parallel dazu will der Schweizerische Golfverband seinen Namen ändern. Im März wählten die Delegierten des Schweizerischen Golfverbandes einen fast vollständig neuen Vorstand mit Reto Bieler als Präsidenten. Er formulierte seine fünf wichtigsten Ziele: 1. Wir brauchen einen Kulturwandel, im Verhalten und im Auftritt. Der «Spirit of the Game» leitet uns dabei. 2. Wir müssen Strukturen, Prozesse, Rollen und Aufgaben klären. 3. Wir sind ein Sportverband und greifen nicht ins Marktgeschehen ein. Wir subventionieren niemanden, wir geben keine eigene Karte heraus. 4. Wir müssen die Machtverhältnisse den Marktanteilen anpassen. 5. Wir brauchen eine ASG-Konkordanz. Die beiden Public-Organisationen sollen im Vorstand mit je einem Sitz vertreten sein. «Der Golfmarkt hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren komplett verändert. Wir leben in einer Sharing-Wirtschaft, und der Anteil der Public-Golfer ist von 0 auf fast 40 Prozent angestiegen», begründet er die nötigen Anpassungen.
GEMEINSAMER VORSCHLAG
«Dank den intensiven, aber äusserst fair geführten Diskussionen innerhalb der breit abgestützten Arbeitsgruppe können wir nun bereits einen sehr konkreten Vorschlag für die künftige Partnerschaft mit den Public-Golf-Organisationen vorlegen», sagte Reto Bieler als Präsident des Dachverbandes. 32 GOLFSUISSE 05-18
Sie traten erstmals gemeinsam vor die Medien (v.l.n.r.) Andreas Cadisch (Migros), Franz Szolansky (ASGI), Barbara Albisetti (ASG), Reto Bieler (ASG), Pascal Germanier (ASGI) und Hans-Peter Schild (Migros).
Statt wie bisher in zwei separaten Verträgen mit der ASGI und der Migros soll das Verhältnis in den Statuten geregelt werden. «Die Delegiertenversammlung im nächsten März wird über den gemeinsam erarbeiteten Lösungsvorschlag entscheiden. Wir hoffen stark, dass wir die nötige Mehrheit von zwei Dritteln der Clubs hinter uns haben», sagte Bieler vor den Medien. Das sind die wichtigsten Eckpunkte des gemeinsam erarbeiteten Vorschlags: • Die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Golfverbandes, als oberstes Organ, soll die Lösung in den Statuten absegnen. Bisher waren die Vereinbarungen vertraglich geregelt. • In den Statuten der ASG soll eine neue Mitgliederkategorie «Public-Organisationen» (kurz PO’s) eingeführt werden. Die ASGI und die Golfcard Migros waren bisher Mitglieder der Kategorie «Angeschlossene Vereinigungen». • Die PO’s bezahlen einen Jahresbeitrag von neu 50'000 Franken statt wie bisher 300 Franken. • Jedes Aktivmitglied eines Clubs oder einer PO entrichtet einen identischen ASG-Beitrag. Dieser wird von der Delegiertenversammlung festgelegt, bisher war dieser für die PO’s vertraglich im gleichen Sinn geregelt. • Pro Aktivmitglied entrichtet jede PO zusätzlich einen jährlichen «Golfsport-Förderungsbeitrag» von 90 Franken, bisher vertraglich auf 65 Franken festgelegt. Davon entfallen 60 Franken auf die Förderung der Clubs. Diese Aktionen werden direkt zwischen den
PO’s und den Clubs vereinbart. Es werden eine Jahresplanung und ein Reporting erstellt. Die verbleibenden 30 Franken pro Mitglied werden zur gemeinsamen Sportförderung von ASG, ASGI und Migros eingesetzt. Die ASG beteiligt sich ihrerseits mit 15 Franken pro PO-Aktivmitglied. • Die PO’s erhalten an der Delegiertenversammlung pro 1000 Mitglieder 3 Stimmen, im Maximum wären es 70 Stimmen. Aktuell hiesse das: Die ASGI hat 51 und die Migros 54 von total 815 Stimmen. Bisher galt je 1 Stimme pro PO von insgesamt 712 Stimmen. • Der Vorstand beantragt, je einen Vertreter der ASGI und der Migros in den Vorstand zu wählen, bisher waren beide Organisationen im Gremium nicht vertreten. • Die PO’s verzichten auf die Herausgabe einer eigenen Handicap-Karte. Die Migros prüft, die bestehende Karte bereits Ende 2018 vom Markt zu nehmen, wird dies aber sicher spätestens auf Ende 2019 tun. Für Hans-Peter Schild, Leiter der ASG GolfCard Migros, ist dieser Vorschlag «ein guter und vor allem tragfähiger Kompromiss». Die Verankerung in den Statuten sei der richtige Weg, eine gewisse Mitsprache im Vorstand sei wichtig für eine Organisation, die «mehr neue Golfspieler ausbildet als alle Clubs zusammen», wie es Schild formuliert. «So ist die Migros auch bereit, mehr für die Sportförderung zu zahlen, dank der neuen Vereinbarung werden zudem auch die Clubs direkt von unserem Engagement profitieren», sagt Schild.
20 JAHRE PUBLIC GOLF Am 6. Mai 1998 wurde der Schweizer Verband der unabhängigen Golfer (ASGI) offiziell gegründet, erster Präsident war ASG-Vorstandsmitglied Yves Hofstetter, und die ASG hatte bei der Gründung die Mehrheit im Komitee der ASGI. Initiant Pascal Germanier bezog sein erstes Büro und beschäftigte eine Teilzeitsekretärin. «Damals sah die Golfszene in der Schweiz ziemlich anders aus als heute», erinnert sich Germanier. «Viele Clubs hatten lange Wartelisten. Die Leute gingen deshalb über die Grenze und schlossen sich den nahen gelegenen Clubs an. Es wimmelte damals von Handicap-Karten ausländischer Clubs und Organisationen. Die Karte der Fédération Française de Golf (FFG) für 42 Euro war am beliebtesten, und sie öffnete die Türen fast aller ASG-Clubs.» Ähnlich formuliert es ASGI-Generalsekretär Pascal Germanier: «Von der Einigung profitieren alle. Um Golf in der Schweiz weiterzuentwickeln, braucht es alle, auch Leute, die nicht in einem traditionellen Club aufgewachsen sind.» Mit dem Einbezug der ASGI in die Kommission der Mitglieder sei ein wichtiger Schritt gemacht worden. Nun hoffe er mit der StatutenÄnderung auf eine noch bessere Akzeptanz der clubfreien Golfer.
SWISS GOLF STATT ASG
Die Delegierten des Schweizerischen Golfverbandes entscheiden am 16. März 2019 über die vom Vorstand vorgeschlagenen Anpassungen. Gleichzeitig möchte das Führungsgremium auch den offiziellen Namen, das Logo und den gesamten Auftritt anpassen. Seit vielen Jahren
lautet die offizielle Bezeichnung «Association Suisse de Golf», kurz ASG. Der Name ist für Reto Bieler «sperrig», das Logo mit den goldenen Schlägern «mehr als nur überholt». «Wir wollen den Aufbruch auch gegen aussen zeigen und uns umbenennen. Der Vorstand hat sich einstimmig für «Swiss Golf» entschieden. Dies auch in Anlehnung an praktisch alle grossen Sportverbände, die Mitglied bei Swiss Olympic sind», erläutert der Präsident. Die ersten Vorschläge für den neuen Auftritt sind derzeit beim Vorstand. «Bei einem Ja der Delegierten werden wir aus Kostengründen nicht alles auf einen Schlag anpassen, sondern stufenweise vorgehen», erklärt Bieler. «Aber Swiss Golf zeigt klar, wofür wir stehen. Wir sind der Dachverband des ganzen Schweizer Golfs.»
PUBLIC GOLF: DIE ENTWICKLUNG 40’000
ASGI
ASG MIGROS GOLFCARD
35’000 30’000 25’000 20’000 15’000 10’000 5’000 0 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Damals war der ASGI-Generalsekretär in einem Practice und Pitch&Putt in La Sarraz im Norden Lausannes tätig. Er sah das Potenzial einer Schweizer Handicap-Karte und überzeugte den Dachverband von dieser Idee. «Es ist klar, dass niemand bei der ASG mit dem grossen Potenzial der unabhängigen Golfer gerechnet hatte. Man ging davon aus, dass diese Spieler künftig einige Hundert ausmachen würden», ergänzt er. Am Ende des ersten Jahres waren genau 116 Mitglieder bei der ASGI eingeschrieben. Doch dann ging es schnell und steil nach oben (siehe Grafik). «Zugegebenermassen waren auch wir überrascht, wie gross das Bedürfnis für die unabhängigen Golfer war», blickt Germanier auf die Anfänge des Public Golf in der Schweiz zurück. Drei Jahre zuvor war die Migros mit ihrem ersten Golfpark in Holzhäusern in den Markt eingestiegen. Ihr Motto: «Golf für alle». Die Migros baute danach bis 2007 sechs weitere Anlagen, immer mit einem «konventionellen» ASG-Golfclub im Spielrecht. Vor genau zehn Jahren lancierte der Grossverteiler zusätzlich zu den Clubs noch die ASG GolfCard Migros. Hier ist die Nachfrage noch schneller gewachsen, so dass die Migros im vergangenen Jahr erstmals mehr Mitglieder auswies als die ASGI.
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PEOPLE & PLÄTZE
DIE WETTEREXTREME SCHADEN ALLEN
Zuerst der lange, harte Winter, dann die Hitze und Dürre im Sommer. Die Natur und damit auch die Golfplätze haben ein extremes Jahr hinter sich. Für Experten ist sicher: «Das Wasser wird noch mehr zu einem Riesenthema.» STEFAN WALDVOGEL Pascal Guyot ist schon 25 Jahre im Geschäft. So herausfordernd wie in dieser Saison sei die Arbeit als Greenkeeper aber noch nie gewesen , sagt der Präsident der Swiss Greenkeepers Assocation. Die enormen Gegensätze von sehr kaltem Winter und extremer Trockenperiode schadeten der Natur. Dies gleich doppelt, erläutert der Head Greenkeeper im Golfpark Moossee: «Wenn die Nässe von oben kommt, bilden die Graspflanzen kaum Wurzeln nach unten, und wenn es zu trocken wird, fehlen ihnen dann diese Wurzeln, und das Gras zieht sich als Selbstschutz quasi zurück.»
BRAUN STATT GRÜN
Die Folgen waren diesen Sommer offensichtlich. Praktisch alle Plätze im Schweizer Mittelland färbten sich mehr oder weniger braun. «Wir mussten mit den Wasservorräten vorsichtig umgehen, und da reichte es für die Fairways 34 GOLFSUISSE 05-18
während einiger Wochen nicht mehr», illustriert Guyot die Situation im eigenen Club. Ähnlich tönt es aus der Ostschweiz: «Die Wassermenge wurde bei uns von 100 auf 60 Kubikmeter zurückgestuft, was noch knapp für die Greens reichte», sagt Pipo Schödler, Manager im Golfclub Erlen. Zusätzlich zur eigenen Quelle wurden täglich noch 15 Kubikmeter Wasser zugekauft. Im nahen Golfclub Lipperswil zeigen die Bilder die dramatische Situation im Sommer: «Es war unter anderem wegen des vielen Windes noch viel trockener als 2003», kommentiert Manager Ian Gibbons. Zudem seien schon der März und der April sehr regenarm gewesen, so dass der Boden «keinerlei Reserven» hatte. Die Fairways zu bewässern habe man deshalb komplett aufgegeben, die Greens wurden in Lipperswil «alle drei bis vier Tage, dafür sehr intensiv gewässert», führt Gibbons aus. Als «Vorsichtsmassnahme» habe man im August eine Zeitlang zudem das Tageskontingent von 240 Kubikmeter Wasser von der Gemeinde bezogen. Eigentlich sei es aber nicht das Ziel, Wasser in Trinkqualität zu verwenden, und deshalb werde man künftig die Gewässer auf dem Platz besser mit dem bestehenden Speichersee vernetzen, fügt er an. Auch beispielsweise im Fricktal spielten die Golferinnen und Golfer seit Juli nicht mehr auf grüner Unterlage: «Die Spielbahnen sind
braun», sagte Geschäftsführer Heiner Herzog diesen Sommer in der Aargauer Zeitung. Jeweils über Nacht läuft auf den Greens und den Abschlägen die Bewässerungsanlage. Das Wasser dafür stamme aus der nahe gelegenen Quelle, sagt Herzog. Für die Bewässerung der gesamten 21 Hektaren – umgerechnet rund 30 Fussballfelder – reiche es allerdings nicht.
KEINE ENDLOSEN VORRÄTE
«Ausser vielleicht auf den Bergplätzen kämpften alle Greenkeeper in Europa mit der extremen Trockenheit», weiss Verbandspräsident Guyot. Eigentlich könne man mit Überschwemmungen und Nässe weniger gut umgehen als mit zu wenig Wasser. «Doch wenn es so lange so heiss und trocken ist wie diesen Sommer, wird es für alle kritisch», fügt er an. Für ihn ist klar: «Das Wasser wird auch in den kommenden Jahren ein Riesenthema sein.» Es stehe nicht endlos zur Verfügung, und man könne die abgelaufene Saison mit weniger Greenfee-Einnahmen und höheren Kosten für die Bewässerung nicht einfach «abhaken». Der Verband kümmere sich unter anderem bei der Weiterbildung um das wichtige Thema, sei aber beispielsweise auch im Gespräch mit den Herstellern von Saatgut für die Gräser. «Sie sind daran, neue Gräser zu züchten, die besser mit der Trockenheit umgehen können», erläutert Guyot. Allerdings sei dies ein gewisser Widerspruch zum Problem von zu viel Wasser auf dem Boden. «Beides gleichzeitig geht bisher nicht.»
PEOPLE & PLÄTZE
Nach dem langen Winter folgte die grosse Dürre. Pascal Guyot, Präsident der Swiss Greenkeepers Assocation.
NEU ANSÄEN
Für die Greenkeeper bedeutete das extreme Wetter vor allem aber zusätzliche Arbeit. «Bei uns waren im Sommer immer zwei bis vier Leute mit dem Schlauch unterwegs, um die heiklen Stellen nachzuwässern. Ein Greenkeeper kümmerte sich praktisch ausschliesslich um die insgesamt 1000 «Regner», die bei unserer Anlage in der Nacht zum Einsatz kommen», illustriert Guyot. Klar musste man speziell die Fairways etwas weniger mähen, da das Gras bei der Trockenheit kaum wuchs. «Wir sparen wohl ein paar tausend Liter Diesel, aber der Aufwand ist insgesamt doch deutlich gestiegen», fügt er an. Gleichzeitig erwartet er für die kommenden Monate deutlich höhere Ausgaben für das Saatgut. Man werde bis Oktober schauen, wie gut sich die Grasnarben von der stressigen Zeit erholt haben. Je nach Ergebnis müssten dann grosse Rasenflächen neu angesät werden, und «dafür brauchen wir wohl eine eigene Maschine», schaut Guyot ins Budget für das nächste
Jahr. Auch Gibbons geht davon aus, dass im Herbst und im Frühling grossflächig nachgesät wird. «Die Gräser benötigen nach dem brutal
nahen Bach. «Dank der Suhre konnten wir unsere Anlage auch im Hitzesommer bewässern.» Dazu werde auf dem 18-Loch-Platz nie Trinkwasser verwendet, versichert Iten. Getränkt werde auf der 22 Hektaren grossen Anlage ausschliesslich mit Regenoder Suhrewasser.
«Es war unter anderem wegen des vielen Windes noch viel trockener als 2003» heissen Sommer ‘Nachhilfe’; das trifft die Clubs in der Ostschweiz vielleicht am meisten, aber Schäden beklagen wohl alle Clubs, die nicht sehr hoch gelegen sind», fasst der Präsident der Association Swiss Golf Managers zusammen.
DIREKT AM FLUSS
Etwas weniger stark betroffen vom Thema Wasser sind beispielsweise die beiden Golfplätze in Schinznach-Bad und Oberentfelden. Ihr Vorteil: Sie liegen an der Aare beziehungsweise der Suhre. Einen «Glücksfall» nennt Franziska Iten, Head Greenkeeperin im Golfclub Entfelden, den
Das Rezept von Greenkeeperin Iten: «Nur alle vier oder fünf Tage bewässern.» Täglich Wasser zu geben sei ein Fehler. Der Grund: Statt tief in den Boden zu wachsen und dort nach Feuchtigkeit zu suchen, gewöhnen sich die Wurzeln an die tägliche Bewässerung. So bleiben sie nahe an der Oberfläche, was sie deutlich weniger widerstandsfähig macht. Eine Technik, die auch auf dem Golfplatz in Schinznach-Bad angewendet wird – allerdings nicht auf der gesamten, 100 Hektar grossen Anlage. «Der Boden ist dafür nicht überall gleich gut geeignet», sagt Greenkeeper Franz Kleinert.
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PEOPLE & PLÄTZE
SERIE GOLF HISTORISCH (4)
CADDIES: VON KNABEN ZU PROFIS Ursprünglich waren damit Wasserträger gemeint, erst später wurden aus den Caddies die Helfer auf dem Golfplatz. Bei uns sind sie weitgehend verschwunden, doch im Profi-Geschäft wurden die Caddies immer wichtiger.
Aus der exotischen Beschäftigung wurde ein durchaus üblicher Beruf. Henry Longhurst, einer der bekanntesten Golf-Autoren aller Zeiten schrieb einst «ein guter Caddie ist mehr als ein Assistent. Er ist ein Führer, Philosoph und ein Freund.»
PETRA HIMMEL
«Ein guter Caddie ist mehr als ein Assistent. Er ist ein Führer, Philosoph und ein Freund.»
Es gibt nicht viele Punkte im Golfsport, die sich ein Brite von einem Franzosen kopieren würde, beim Thema Caddie aber ist genau dieses der Fall. Der Begriff selbst, Caddie, nämlich stammt ursprünglich vom französischen «cadet» und tauchte im Englischen erstmals 1610 auf, das Wort «caddie» erstmal 1634. Gemeint war allerdings zuerst einmal nicht jemand, der die Golfschläger trug, sondern ein Junge, der Wasser in die Häuser brachte. Später kamen allgemeine Transportaufgaben, eben auch die von Golfschlägern hinzu. Im Nachschlagewerk Shorter Oxford Dictionary wird der Caddie als klassischer Golf-Helfer auf dem Platz erst 1857 konkret aufgeführt. 36 GOLFSUISSE 05-18
In den Golfclubs waren Caddies lange Zeit durchaus üblich – auch der heutige Weltklassegolfer Bernhard Langer verdiente sich auf diese Weise,
genauso wie sein Bruder Erwin, sein erstes Taschengeld. Caddies allerdings waren ursprünglich in der Wertschätzung noch ein gutes Stück unter den Professionals angeordnet, für die in einem britischen Club noch Mitte des 20. Jahrhunderts alles andere als grosse Bewunderung herrschte. In der Regel legten die Clubs für die Caddies kleine Hütten an, in denen sich diese aufhalten konnten, bis die Mitglieder sie für eine Runde benötigten.
Diese Tradition hat sich bis heute nur in den grössten und etabliertesten Clubs weltweit gehalten. Auf dem Old Course von St Andrews etwa existiert bis heute ein Caddy-Haus und nahezu jeder Flight am ersten Abschlag wird auch von Caddies begleitet. In Südamerika, Südafrika oder Asien sind Caddies ebenfalls noch weit verbreitet, weil die Löhne deutlich geringer sind als im europäischen Raum und viele Erwachsene auf diese Weise oftmals eine komplette Familie ernähren. 50 Franken Durchschnittsgehalt für eine Runde, dazu ein vernünftiges Trinkgeld – das ist in Ländern wie Malaysia oder auch China gleichwertig mit einem guten Job, während in den USA – wo Traditionsclubs ebenfalls viel Wert auf Caddies legen – meist Studenten oder Schüler im Einsatz sind.
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In der allgemeinen Wahrnehmung verbindet man mit dem Wort Caddie inzwischen meist jene Taschenträger, die auf den weltweiten Profitouren im Einsatz sind und zum Teil durchaus im Rampenlicht stehen. Die Professional Caddies Association (PCA) bietet für
DIE S NNENSTUBE PEOPLE & PLÄTZE
Drei Thermen Golfresort fällig werden. «Schock, Glückgefühl, reine Freude. Die Bandbreite der Emotionen ist riesig», so beschrieb Micah Fugitt 2014 seine Gefühlslage, nachdem sein Spieler Billy Horschel den FedEx-Cup-Bonus von zehn Millionen Dollar abgeräumt hatte und er selbst eine Million Dollar kassierte.
Das Resort mit 4 Golfplätzen
FLUFFY, DER HEIMLICHE STAR
Neulinge in dem Berufsstand sogar Ausbildungsprogramme an. Generell ist der Beruf für all jene wie geschaffen, die gerne Golf spielen aber offenbar in der Analyse der Spielumstände deutlich begabter sind als beim eigenen Herausspielen guter Scores. Der Caddy-Job nämlich ist eigentlich Knochenarbeit. Er beginnt mit der Erstellung herausragender Grünbücher – die allerdings ab nächstem Jahr nur noch begrenzt erlaubt sein werden. Hier nimmt der Caddie jede Welle und jede Steigung auf. Das Erkennen der Windrichtungen und –stärken, die Analyse des Bahnverlaufs und das richtige Gefühl für die Dynamik einer Spielrunde machen einen guten Caddie aus. Der Lohn für die Arbeit variiert. Ein absoluter Spitzencaddie geht pro Jahr mit einem Verdienst von über einer Million Dollar nach Hause – basierend auf der Tatsache, dass er am Preisgeld seines Spielers mitverdient. Acht Prozent sind im Spitzensegment ein üblicher Ansatz, wobei die Gehälter frei verhandelt werden und Caddies auch damit leben müssen, dass sie von heute auf morgen auf der Strasse stehen. Manchmal ereilt die glücklichen Taschenträger aber auch der grosse Geldsegen, wenn ein Spieler gewinnt und die üblichen zehn Prozent Beteiligung
Angesichts der Tatsache, dass Weltklasseprofis oft mehr Zeit mit ihren Caddies verbringen als mit ihren Ehefrauen, haben sich über die Jahrzehnte Paarungen gebildet, die mehr Freundschaften als Arbeitsverhältnissen ähnelten. Tony Navarra etwa verbrachte zwölf Jahre an der Seite von Greg Norman. Herman Mitchell war das fixe Gegenstück zu Lee Trevino. Die perfekte Beziehung offenbar, immerhin erspielten die zwei zusammen sechs Major-Titel und der staubtrockene Mitchell war stets die perfekte Ergänzung zum extrem redefreudigen Trevino.
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Sein Kollege Arnold Palmer verliess sich bei den British Open auf James Anderson, der nur bei der Austragung 1964 eine Ausnahme machte, als Palmer nicht antrat. Da war Anderson der Caddie von Tony Lema – und der gewann.
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Unter den Spitzen-Caddies der Neuzeit ist Mike Cowan, genannt Fluffy, die Nummer 1. Der Mann mit dem dicken Schnurrbart arbeitete zuerst 18 Jahre lang für Peter Jacobsen, bevor er einen dreijährigen Einsatz bei Tiger Woods hatte. 1999 wechselte er zum Amerikaner Jim Furyk – und ist immer noch an seiner Seite. Superstar Tiger Woods arbeitete am längsten mit dem Neuseeländer Steve Williams zusammen. Von 1999 bis 2011 waren die beiden ein extrem erfolgreiches Team. Die Beziehung endete allerdings unschön, als Williams begann, Interna aus Woods Leben auszuplaudern und damit die goldene Regel für Caddies missachtete: Ackern und schweigen.
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PEOPLE & PLÄTZE
SERIE «DER IDEALE WEG»
AURÉLIEN CHEVALLEY: DER LEIDENSCHAFTLICHE KÄMPFER Aurélien Chevalley wurde wenige Tage nach Beginn des Jahrtausends geboren. Der Walliser war Teil des Junioren-Teams, das in diesem Sommer völlig überraschend die Silbermedaille bei den Europameisterschaften gewann. 2019 steht er vor einer doppelten Herausforderung: die neue Alterskategorie im Golf und das Kaufmännische Diplom. THÉRÈSE OBRECHT HODLER
Die Familie Chevalley lebt in Le Bouveret, einem Dorf am Ende des Genfersees, nur einen Steinwurf vom Yachthafen entfernt. Es wäre für Aurélien logischer gewesen, zu segeln als Golf zu spielen, umso mehr, als sein Vater ein Segelboot besitzt. Aber es war der Grossvater, der sich durchsetzte und die sportliche Karriere von Aurélien bestimmte. «Er nahm mich mit fünf Jahren auf den Golfplatz, und ich hatte Spass mit meinen kleinen Schlägern», erinnert sich Aurélien. Der Spass dauerte ein paar Jahre, dann begann Aurélien Stunden zu nehmen und zu trainieren. Mit zwölf nahm er an den ersten ASG-Turnieren teil. «Es lief gut, und ich wurde ins regionale Kader aufgenommen», fährt er fort. Seine Trainer waren zuerst Nicolas Sulzer und dann Jean-Luc Burnier. 2014 kam er ins Walliser Kader unter Steve Rey, einem ehemaligen Spieler der European Tour, der heute immer noch sein Trainer ist, ihn technisch und strategisch betreut und ihm auch beibringt, wie er zwischen den Turnieren und Golfsaisons arbeiten muss. Aurélien erinnert sich an seine unbeschwerten Jahre: «Golf scheint in jungen Jahren so viel einfacher. Man schlägt den Ball, ohne sich viele Fragen zu stellen.» Ab 2015 kommen die Erfolge: Schweizer Juniorenmeister U16, Finalist U16/U18, Sieg bei einem U16 Junior Tour Event. Auch 2016: Westschweizermeister, Sieger U16/U18 Junior Tour Event, und er schafft den Cut an zwei Turnieren im Ausland. 2017 erreichte er mehrere Podestplätze bei Schweizer Turnieren und gehörte zur Juniorenmannschaft, die bei der Europameisterschaft in die erste Liga aufstieg. Auf Facebook beschrieb er
seine Turniere, viele davon im Ausland. Sätze wie «Ich habe den Cut verpasst und mein Spiel war schrecklich» wechseln sich ab mit «Ich bin glücklich, weil ich sehr gut gespielt habe».
MIT BUS, BAHN UND GOLFBAG
Aurélien, von eher zurückhaltender Natur, hat Durchsetzungsvermögen, das ist offensichtlich. Seine Tage sind bis ins Detail geplant und ziemlich kompliziert. Er reist mit dem Zug und dem Bus, meistens mit dem Golfbag über der Schulter. Nach Martigny, wo er zur Schule geht, nach Sitten ins Krafttraining am Montag und an den anderen Tagen, um Golf zu spielen, entweder in Sion mit dem Walliser Kader oder im Golf de Montreux in Aigle, allein und mit seinem Privatcoach Jacky Bagnoud. Und dann mit dem Bus nach Hause. «Er war immer sehr willensstark», sagt Christine, seine Mutter, «und ich finde es toll, dass er in seinem Alter eine sportliche Karriere verfolgt und auch in der Schule erfolgreich ist.» Mit ihrem Mann begann sie in Villars, dem Heimclub von Aurélien, Golf zu spielen, «um zu verstehen, worüber geredet wird». Wann immer möglich begleiten die Eltern Chevalley ihren Sohn an die Turniere. Und wie alle Eltern junger Sportler kennen sie auch die schwierigen Momente, in denen die Erfolge seltener sind und sich Zweifel einschleichen. So wie dieses Jahr. Aurélien sagt, er habe «Mühe mit seinem Schwung» und kämpfe bei den Turnieren, um das Schlimmste zu verhindern. «Zum Glück retten mich jeweils das kurze Spiel und das Putten.» Trotz allem gab es den grossen Erfolg mit der Juniorenmannschaft in der Tschechischen Republik. Dies war
sowohl golferisch als auch kameradschaftlich ein «aussergewöhnliches Erlebnis». Das ganze Team nahm an den Hypnose-Sitzungen teil, die Captain Marc Vuillemin dort organisert hatte. Aurélien fand, dass ihm die Hypnose ein zusätzliches Quäntchen Gelassenheit im Wettkampf brachte. Das Programm für 2019 wird happig: Aurélien wird die Alterskategorie wechseln und an grösseren Turnieren teilnehmen. Ausserdem muss er in Martigny das Kaufmännische Diplom abschliessen, bevor er in Brig ein fünftes Jahr «Sport und Studium» mit Maturaabschluss in Angriff nimmt. Obschon Aurélien manchmal träumt, «er sei ein Profi und gewinne PGATurniere», möchte er auch Medizin studieren, wohl wissend, dass «beides zusammen enorm herausfordernd» ist. Vorerst trainiert er als über 18-Jähriger weiterhin im Regionalkader und nimmt das Auf und Ab im Golf als «gute Lebensschule».
SERIE: «DER IDEALE WEG» Bisher wurden die Kinder vor allem entsprechend ihrer Alterskategorie gefördert und allenfalls vom Verband unterstützt. Beim neuen Konzept von Swiss Olympic entscheidet nicht das Alter, sondern das aktuelle Niveau (siehe «Der ideale Athletenweg», GOLFSUISSE 1/2018). Um dem neuen Förderungskonzept, das auch die ASG umsetzt, ein «Gesicht» zu geben, bringen wir in einer kleinen Serie Portraits von jungen Golferinnen und Golfern auf ihrem langen Weg. Nach dem Zürcher Miles Wennestam (10) porträtierten wir den Tessiner Mattia Capella (15) und die Zugerin Elena Moosmann (16). Jetzt stellen wir den Westschweizer Aurélien Chevalley (18) vor. Er gehört dem Walliser Regionalkader an. Laut Coach Steve Rey hat Aurélien «zwei verschiedene Persönlichkeiten». «Er ist extrovertiert und fröhlich im Training, völlig in sich gekehrt und manchmal hadernd in den Turnieren.» Er sei ein leidenschaftlicher Golfer, immer schon auf dem Green am Üben. «Aurélien wartet nicht, bis ich komme. Er muss, wie alle, noch lernen, seine Emotionen in den Griff zu kriegen.» Dass er gegenwärtig mit seinem Swing kämpft, habe mit seinem Alter zu tun: «Er ist stark gewachsen, schlägt den Ball aggressiver und mit viel mehr Kraft. Somit macht er auch etwas mehr Fehler. Das wird sich mit der Zeit stabilisieren.»
GOLFSUISSE 05-18 39
MY GAME MUST-HAVES IM
(HERBST-)GOLFBAG
Der Herbst ist der beste Zeitpunkt, um den Golfbag «auszumisten» und gleich für die Golfferien neu zu packen. Der kleine Leitfaden soll Ihnen helfen, nichts zu vergessen. SEBASTIAN BUROW 40 GOLFSUISSE 05-18
Allzu oft sind es die kleinen Dinge, die zum Erfolg führen und ein gutes von einem schlechten Ergebnis unterscheiden. Für einen guten Score sind in Sachen Equipment natürlich vor allem die passenden Schläger verantwortlich, gefolgt von gut sitzenden Schuhen und Handschuhen, der optimalen Bekleidung für alle Witterungsverhältnisse sowie einer praktischen Tasche auf einem das Spiel unterstützenden Gefährt. Damit ist dem Golfequipment aber noch nicht genügend Beachtung geschenkt, denn nach der Saison ist vor der
Saison, und das nächste Auswärtsspiel – beispielsweise in den Winter-Golfferien – lässt (hoffentlich) nicht lange auf sich warten. Aus dem Bag sollte alles Unnötige eliminiert und die sinnvollen Dinge am richtigen Ort verstaut sein. So sind Sie bestmöglich vorbereitet und können sich voll und ganz dem Spiel hingeben. Zusätzliches Equipment ist in den Golfferien wie auch bei Herbstrunden auf Ihrem Heimatplatz nicht zwingend notwendig und stets zu einem grossen Teil Geschmackssache.
MY GAME
DIESER LEITFADEN MIT EINIGEN «MUST-HAVES» WIRD IHR SPIEL IN NAH UND FERN NACH VORNE BRINGEN: • Ein Handtuch ist nicht nur ein Handtuch: Mit der Fähigkeit, ein Vielfaches des eigenen Gewichts an Wasser aufzusaugen, eignen sich Mikrofaser-Handtücher ideal als Rundenbegleiter.
• GPS- oder Laser-Entfernungsmesser: Sie sind bei Turnieren zugelassen und erleichtern das Spiel ungemein – natürlich vorausgesetzt, man hat sie griffbereit und weiss sie auch patent einzusetzen, ohne Zeit zu verlieren.
• Handschuhe plus: Ein Ersatzhandschuh ist (fast) obligatorisch. Aber der Clou für die Regenrunde ist ein Erste-Hilfe-Handschuh, wie man ihn aus dem Verbandskasten kennt. Dieser sorgt auch bei der grössten Nässe für hundertprozentigen Halt.
• Stift plus Stift: Neben einem Schreibwerkzeug zum Ausfüllen der Scorekarte sollten Sie noch einen Wedding oder Sharpie zur Markierung Ihrer Bälle dabei haben. Gegebenenfalls noch eine Schablone einpacken zur Kennzeichnung und als Hilfe für die Puttlinie.
• Der Glaube versetzt Berge: In Tees, Pitchgabeln und Ballmarkern steckt die Magie. Klar, die Stäbchen sollten die ideale Länge für den Drive sowie für Abschläge mit den Eisen haben; die Gabel ist besser mit einem Dorn als mit zweien, und der Marker soll auf den Grüns hinter Ihrem Ball ebenfalls nur seinen Zweck erfüllen. Es gibt diese kleinen Helferchen aber auch in schön und einmalig. Viele Profis halten hierbei an Erinnerungsstücken fest und schwören auf deren positive Wirkung.
• Sonnencreme und Mückenspray: Es empfiehlt sich, Sprühsonnencreme zu benutzen, um nicht mit schmierigen Fingern schwingen zu müssen. Mückenspray hilft, sich vor Unannehmlichkeiten auf der Runde zu schützen. Gerade in der Nähe von Teichen oder auf sumpfigen Plätzen herrscht bei sommerlichen Temperaturen schnell einmal «Krieg der Stechmücken». Da ist jener im Vorteil, der von vornherein mit einem guten Mückenspray ausgestattet ist. Zudem schützen diese Mittelchen oft auch gegen die ungeliebten Zecken. In Zeckenregionen sollten Sie auch ein Werkzeug dabei haben, um sie zu entfernen – wir empfehlen Zeckenkarten.
• Die kleine weisse Kugel: In acht von zehn Bags finden wir Unmengen von Bällen, und kaum einer gleicht dem anderen. Wir hoffen aber sehr, dass niemand jemals mehr als ein Dutzend Bälle auf einer Runde verlieren wird. Also der Ratschlag: Packen Sie auch für die Golfferien mit mehreren Runden nur gute Bälle ein. Und nehmen Sie dann von einem Lieblingsball (nur) sechs bis zwölf einwandfreie Modelle ins Golfbag.
• Erste-Hilfe-Kit: Blasen an Fingern oder Füssen können eine Runde genauso ruinieren wie kleine Blessuren bei der Ballsuche im Gebüsch. Stellen Sie sich ein kleines ErsteHilfe-Kit zusammen mit einigen Pflastern, Tapes und einem kleinen Taschenmesser mit Pinzette. Zudem können Kopfschmerztabletten oder eventuell etwas gegen allergische Reaktionen sowie Augentropfen hilfreich sein.
• Essen und Trinken nicht vergessen: Eine Golfrunde geht meist vier bis fünf Stunden, und man verbrennt in dieser Zeit mehr Energie als bei einer durchschnittlichen JoggingRunde. Achten Sie auf eine leicht verdauliche Ernährung, trinken Sie oft und frühzeitig. • Regelbuch: Es gibt kompakte Regelbücher mit wasserdichtem Umschlag, die gut ins Golfbag passen und nicht so leicht zerknittern. • Auf eine Wind- oder Regenjacke kann man teilweise sogar fast verzichten, wenn man ein gutes Halstuch im Gepäck hat. Zudem kann ein zweites paar Socken sowohl bei Hitze als auch bei Nässe wahre Wunder wirken und Sie leichtfüssig auf die Zielgerade bringen. • Sonne satt: Es ist wirklich verwunderlich, warum Golfer so selten Sonnenbrillen tragen, obschon der Rasen so stark reflektiert und eine spezielle Tönung der Gläser zudem Kontraste verfeinert, so dass Sie dem Ball noch besser folgen und ihn wiederfinden können. Zudem raten wir bei sengender Hitze tunlichst zu einem Sonnenhut. • Murphy‘s Law: Wenn Sie einen Regenschirm dabei haben, wird es wahrscheinlich trocken bleiben. Tipp: Es gibt spezielle Golfschirme und praktische Schirmhalter für die Trolleys, und wenn es dann wirklich regnen sollte, hängen Sie am besten ein zweites Handtuch in das Gestänge des Schirms.
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GOLF
GOLFSUISSE 05-18 41
MY GAME
TRAINING
ZEIT FÜR DEN «SCHWUNGSERVICE» Die Golfsaison geht langsam zu Ende, und für die meisten von uns ist das traurig. Aber jetzt kommt auch die Zeit, wo Sie am meisten tun können für die nächste Saison. Quasi der Winterservice für Ihren Schwung. MARCUS KNIGHT
Viele von Ihnen haben sicherlich bemerkt, dass sich Ihr Golfspiel in den ersten Frühlingswochen freier anfühlt. Im Laufe des Sommers wird es schwieriger. Die Golfrunden werden vielleicht frustrierender. Unser Kopf ist voll von zu vielen Informationen und Schwunggedanken. Während der Saison – und speziell dieser mit traumhaftem Wetter – verbringen wir die meiste Zeit auf dem Platz. Während wir um Punkte kämpfen, werden unsere Schwunggedanken beeinflusst von Emotionen, Erfahrungen und dem Druck, den wir uns erwartungsgemäss selber auferlegen. Wie ein Schneeballeffekt, der sich durch die gesamte Saison hindurchzieht. Einige Golfspieler unterbrechen diesen, indem sie zwischendurch üben, mit dem Golflehrer sprechen oder in die Ferien verreisen. Für den ambitionierten Golfer ist das schwierig. Wir alle wollen auf dem Golfplatz stehen. Aber es kommt der Augenblick, wo Ihr Motor einen Service braucht. Der Winter ist der perfekte Zeitpunkt für einen Ölwechsel, für neue Pneus, um sich für die nächste Saison vorzubereiten.
ZURÜCK ZU DEN GRUNDLAGEN
Es gibt so viele verschiedene Informationen über den Golfschwung, und es scheint, dass es von Woche zu Woche komplizierter wird. Den grössten Teil meines Tages verbringe ich damit, meine Spieler an die Grundlagen zu erinnern, die wir vor langer Zeit gehört haben, die klar und einfach sind und von denen wir überzeugt sind, dass wir sie befolgen. Aber die Realität sieht bekanntlich anders aus. Sie wissen inzwischen, dass ich ein grosser Fan des freien Durchschwunges durch den Ball und des Loslassens bin. Bevor wir jedoch zu diesem Teil kommen, müssen wir ein paar Sachen ansprechen, die Ihren Fokus und strenge Kontrolle brauchen.
DIE VIER GRUNDLAGEN:
1. Korrekte Ballposition Für Eisen-Schläge sollte der Ball in der Mitte der beiden Fersen liegen, das Gewicht 50/50 verteilt. Das bedeutet, dass sich Ihre Nase direkt über der Rückseite des Balls befindet. Hölzer und Hybride spielen Sie innerhalb der linken Ferse, den Driver von der linken Ferse (als Rechtshänder). 42 GOLFSUISSE 05-18
2. Neutraler Griff Vier Finger und der Daumen sind zusammen bei beiden Händen. Die linke Hand umfasst den Griff, sodass der Daumen rechts vom Zentrum liegt. Die rechte Hand ist angefügt, sodass der Daumen leicht links vom Zentrum liegt. Der Druck ist eher leicht, aber doch genügend fest, um den Schlägerkopf zu aktivieren (für Rechtshänder). 3. Halten Sie Ihren Kopf ruhig Halten Sie Ihren Kopf ruhig beim Rückschwung, Abschwung und Treffmoment, und folgen Sie erst dann dem Ball. Beenden Sie den Schwung bis zur Endstellung.
«DRUCKMATTE» KANN HELFEN
Und hier noch ein letzter Tipp, sofern Sie die Möglichkeit haben, ihn auszuprobieren. Es hat meinen eigenen Schwung nachhaltig verändert und auch meine Ansicht zur Schwungbewegung. Es nennt sich «Druckmatte» und misst die Kräfte auf dem Boden, welche Ihre Körperbewegungen bei einem Golfschwung verursachen. Wie und wo sich Ihr Gewicht bewegt, von der Ansprechhaltung bis zur Endstellung, begleitet von der Aufzeichnung des Schwungs – eine perfekte Rückkoppelung.
4. Drehen Sie sich voll ab Es ist sehr wichtig, locker und mutig zu sein, um den Rücken so weit vom Ziel abzudrehen, wie es für Sie möglich ist – immer unter der Voraussetzung, dass Sie den Kopf ruhig halten können. Nur so erreichen Sie die gewünschte Schlägerkopf-Geschwindigkeit.
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Wenn Sie all diese notwendigen Grundlagen des Golfschwungs begriffen haben, haben Sie die halbe Schlacht gewonnen. Bleibt das Üben, um die schlechten Gewohnheiten in neue, gute zu verwandeln. Was bedeutet, dass Sie im Winter vor den Golfbällen stehen.
SICH NICHT QUÄLEN
Wenn es wirklich kalt ist, lohnt sich die Driving Range nicht. Wenn doch, wärmen Sie sich gut auf und halten Sie Ihre Lektionen kurz und einfach. Der Schwung braucht einen Motor. Den Schwung können Sie mit irgendeinem Schläger üben. Quälen Sie sich nicht, einen gefrorenen Ball mit einem Driver oder Eisen 5 zu bewegen. Nehmen Sie ein Eisen 9. Obwohl die Ballposition anders ist, können Griff, ruhiger Kopf und Rückschwung perfekt geübt werden. Und wenn Sie den Ball nicht sauber treffen, tun Ihnen die Finger weniger weh. Wenn Sie können, verbringen Sie die Wintermonate in einem warmen Klima. Als Alternative gibt es heute viele Indoor-Möglichkeiten. Auch da können Sie im T-Shirt spielen. Ich empfehle Ihnen auch da das 9er-Eisen. Wenn Sie es nicht lassen können, benützen Sie längere Schläger. Die Temperaturen in der Halle sind ja in der Regel angenehm. Ich weiss, es gibt viele Golfspieler, die nicht gerne Indoor spielen. Aber wenn Sie mal auf der Matte stehen, werden Sie automatisch Ihre Gewohnheiten ändern und nächstes Jahr besser spielen. Die Begrenzung der Matte hilft Ihnen, parallel zur Linie Ball - Ziel zu stehen, was automatisch die Ballposition verbessert. Die Oberfläche ist perfekt eben, auf der Sie stehen, und erlaubt Ihnen, Ihr Körpergewicht zu jeder Zeit zu spüren.
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Ich für mich fand heraus, dass ich bei der Schwungauslösung nicht 50/50 stand, wie eigentlich angenommen. Grundsätzlich war meine Gewichtsverschiebung nicht korrekt, sodass ich beim Treffmoment zu wenig Druck auf den Ball brachte. Meine Schwungbewegung war daher nicht effizient genug. Was mich an meinem neuen «Spielzeug» begeistert: Es geht um das Gefühl! Ich muss mein Gewicht am richtigen Ort spüren. Wenn ich auf dem iPad sehe, dass ich in der richtigen Position bin, und dann fühle, wie das ist, ändert das mit der Zeit komplett mein Schwungverhalten – zum Guten. Alles mit Gefühl. Besseres Golf liegt vor Ihren Füssen und ist ganz einfach. Einige Schwünge pro Woche während den Wintermonaten verändern Ihre Gewohnheiten. Davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt. Das Resultat ist ein glücklicher Sommer auf den Fairways. Gehen Sie raus diesen Winter und benützen Sie die ruhigen Monate. Der Erfolg ist Ihnen nächstes Jahr garantiert. www.marcusknight.ch
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Die Genferinnen (v.l.n.r.): Marie-Christine de Werra, Caroline Sturdza, Lorraine Mulliez, Isabelle Dumont, Fanny Richelme und Léa Maréchal. Die Lausanner Männerteam (v.l.nr.): Joshua Dinouard, Patrick Monney, Jasper Jonathan Sikora, Robert Foley, Sasha Wortelboer und Richard Heath.
Interclub A1
GENF UND LAUSANNE SIEGEN Westschweizer Dominanz beim Interclub: Bei den Frauen gewinnt die Equipe von Genf deutlich vor Lausanne. Bei den Männern holen sich die Lausanner den Titel hauchdünn vor den Genfern. Bossey wird zwei Mal mit einer Bronzemedaille belohnt. Vor einem Jahr waren die Frauen vom Golfclub Genf Zweite geworden. Diesmal übernahmen sie in Maison Blanche von Anfang an die Spitze. Dies vor allem mit dem starken Foursome von Lorraine Mulliez und Caroline Sturdza mit 4 unter Par. In den entscheidenden Einzelrunden lieferte Juniorin Sturzda erneut das beste Resultat mit +3. Zusammen mit dem soliden 44 GOLFSUISSE 05-18
Spiel ihrer Kolleginnen summierte sich der Vorsprung am Ende auf 13 Schläge vor den nächsten Verfolgerinnen. Bei den Lausannerinnen zeigte ebenfalls eine Juniorin das beste Einzelresultat. Ginnie Lee brachte eine 74 ins Clubhaus. Vor allem dank der 68er-Karte von Audrey Haddad holte Bossey noch auf, kam bis auf drei Schläge an Lausanne heran und holte den dritten Rang. Domaine Impérial unterstrich die Westschweizer Dominanz mit dem vierten Platz vor Domat/Ems.
KNAPPE ENTSCHEIDUNG
Bei den Männern in Esery setzte sich Seriensieger Lausanne wie im Vorjahr gegen Genf
durch. Allerdings war diesmal die Entscheidung viel knapper. Nach dem ersten Tag hatte die Equipe von Bossey noch in Führung gelegen. Lausanne war in den Einzeln aber erneut am ausgeglichensten und setzte sich mit total +20 an die Spitze. Die Genfer liessen sich nicht abschütteln und kamen bis auf einen Schlag heran. Dies unter anderem mit der 71er-Karte von Nicolas Marin. Bossey konnte dagegen nicht nochmals zulegen, freut sich aber über die Bronzemedaillen. Mit Gastgeber Esery platziert sich ein weiterer Westschweizer Club auf dem vierten Rang. Dies schlaggleich mit Sempachersee.
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British Girls
Yael Berger holt Bronze
Yael Berger gewann die ersten vier Matches bei der British Girls’ Open. Im Halbfinal verlor sie gegen die starke Österreicherin Emma Spitz. Beim wichtigsten Turnier der Juniorinnen bedeutet dies zum zweiten Mal in Folge Bronze für die Schweiz. Vor einem Jahr war Elena Moosmann bis ins Halbfinal vorgestossen und hatte sich damit den dritten Platz geholt, diesmal spielte sich Yael Berger (Interlaken) im Matchplay bis unter die besten vier Spielerinnen im grossen Feld. «Bei erneut sehr schwierigen Bedingungen hat siech tapfer gekämpft, gegen die überragend aufspielende Emma Spitz aber keine richtige Chance gehabt», fasste Coach Marc Campos den Halbfinal in Ardglass zusammen. Die Österreicherin war beispielsweise schon vor zwei Jahren beim VP Bank Ladies Open der Profis ganz vorn dabei. Im Final besiegte Spitz im Österreicher-Duell auch noch Isabella Holpfer.
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RYDER CUP
Das Team Europa holt den Ryder Cup zurück, die Fans im Le Golf National bei Paris feiern ihre Helden. 46 GOLFSUISSE 05-18
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RYDER CUP
VIVE L’EUROPE Das Team Europa gewinnt auf heimischem Boden zum sechsten Mal in Folge gegen die USA. Paris feiert erfolgreich ein Golf-Festival der Extraklasse und Sergio Garcia avanciert zum erfolgreichsten europäischen Ryder-Cup-Spieler. PETRA HIMMEL
Das Ende dieser Geschichte kam so passend: Ein kleiner, ruhiger Mann holte den entscheidenden Punkt zum Sieg der Europäer beim Ryder Cup 2018 in Paris Le National. Tränen standen in den Augen von Francesco Molinari, als Phil Mickelson am 16. Abschlag entschied, dass die Partie zu Gunsten des Gegners gelaufen war, nachdem er selbst mit seinem Abschlag den Ball ins Wasser befördert hatte. Es war in diesem Moment die passende Entscheidung des Amerikaners, weil sie jenem Europäer die Ehre des Ryder-Cup-Helden verlieh, der sie am meisten verdient hatte.
Vierer mit seinem neuen Freund und perfekten Partner Tommy Fleetwood geholt und auch im Einzel von Beginn an dominiert. Der Italiener ist der erste Europäer, der jemals fünf Siegpunkte in einem Ryder-Cup-Match geholt hat. «Es bedeutet mir so viel, so viel mehr als Major-Siege und alles», stammelte der 35-Jährige glücklich. Er ist kein lauter Kämpfer, kein überschäumender Freudentänzer wie die Mitstreiter Ian Poulter oder Sergio Garcia, sondern eher eine stille und bedächtige Natur. Trotzdem ist er ein Siegertyp und das prägende Gesicht dieses europäischen Erfolges.
Francesco Molinari, der British-OpenChampion 2018, der unauffällige Star im Team der zwölf aus Europa, hatte vier Punkte im
Der Triumph der Europäer, die am Ende mit 17,5 zu 10,5 Punkten gewannen und sich dafür
Ein stolzer Captain Thomas Björn und sein Erfolgsteam.
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ALS AUSSENSEITER AM START
für die Niederlage von vor zwei Jahren auf amerikanischem Boden revanchierten, kam in dieser Höhe überraschend. Genaugenommen hatte so manch ein Insider mit einem ErdrutschSieg der Amerikaner gerechnet, auch wenn diese bei den vergangenen fünf Ryder Cups auf europäischem Boden nie gesiegt hatten. Egal,ob Dustin Johnson, Patrick Reed, Tony Finau oder Justin Thomas – die Long-Driving-Truppe wirkt auf den ersten Blick stets überwältigend. Abgemischt mit einem Putt-Experten wie Jordan Spieth, einem wiedererstarkten Superstar Tiger Woods und dem Alt-Magier Phil Mickelson erschienen die Amerikaner auf den ersten Blick durchaus extrem stark. Zumal hinter den europäischen Wild-CardEmpfängern Ian Poulter und Sergio Garcia in
Bilder rechts: Emotionen pur nach dem sechsten Heimsieg in Serie für die Europäer.
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Die Fans feiern ihn wie einen Rockstar: «Rookie» Tommy Fleetwood. Sachen Form durchaus ein dickes Fragezeichen stand und auch die Leistungsfähigkeit der Rookies Alex Noren, Thorbjörn Olesen, Tyrrell Hatton, Jon Rahm und Tommy Fleetwood nur schwer einzuschätzen war.
DAS BLATT SCHNELL GEWENDET
Der Auftakt der Veranstaltung in Paris schien denn auch die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen. Eine deutliche 1:3-Niederlage im Vierball Bestball bestätigte die Überlegenheit der Amerikaner erst einmal. Danach allerdings wendete sich das Blatt rasant und deutlich. Dies vorab dank des klaren 4:0 für Europa im Klassischen Vierer, gefolgt von 3:1 im Vierball und 2:2 im Klassischen Vierer am Samstag. In die Einzel des Sonntags startete man mit einer Führung von 10:6.
Der souveräne Auftritt der ersten zwei Tage hatte beim US-Team ohnehin wenig Raum für Hoffnung am Schlusstag gelassen, doch als die Amerikaner 3,5 Punkte aus den ersten Matches ergattert hatten und die ersten Spekulationen über ein kaum vorstellbares Comeback über die Anlage von Le National geisterten, machten die Europäer kurzerhand Schluss mit allen Gerüchten. Ausgerechnet zwei Rookies beendeten die Träume der USA. Thorbjörn Olesen walzte geradezu über Jordan Spieth hinweg und liess ihm beim 5&4-Sieg keine Chance. Kurze Zeit später punktete der Spanier Jon Rahm auf dem 17. Grün mit 2&1 gegen Tiger Woods. Nein, der 23-jährige Spanier, obwohl der jüngste Spieler dieses Ryder Cups, lässt sich nicht schrecken von grossen Namen. Er ist ein Bulle auf dem Platz. Schlaggewaltig 50 GOLFSUISSE 05-18
und emotional. Vom zarten Nervenkostüm eines Ryder-Cup-Anfängers weit entfernt. Es folgte der Sieg von Ian Poulter auf dem 18. Grün gegen Dustin Johnson, mit dem der Amerikaner seine erste Niederlage in einem Ryder-Cup-Einzel kassierte und der Brite seine unglaubliche Bilanz auf fünf Siege, null Niederlagen und ein geteiltes Match erhöhte. Nachdem Paul Casey sein Match gegen Books Koepka mit immerhin einem halben Punkt geteilt hatte, fehlte nur noch der Punkt von Molinari zum Sieg.
ERFOLGREICHSTER SPIELER
Wirkliche Sorgen musste sich Teamchef Thomas Björn also nie um sein Team machen – oder vielleicht sollte man es andersherum sagen: Der Däne hatte diesen Ryder Cup und sein Team so im Griff, dass nie Gefahr bestand, die Kontrolle könnte ihm aus den Händen gleiten. Die Vorbereitung des Erfolges hatte früh begonnen – Björn inspizierte Spieler und Platz, liess die europäischen Spieler bei der Open de France zur Vorbereitung antreten und entschied sich am Schluss mit der Wildcard-Vergabe an die zwei Routiniers Sergio Garcia und Ian Poulter für den Faktor Erfahrung. Der Spanier, der als Spielpartner eines insgesamt zumindest in den Vierern enttäuschenden Rory McIlroy eindeutig inspirierend wirkte, erwies sich ebenso als glückliche Wahl wie Poulter, der bei Ryder Cups wie auf Knopfdruck anfängt zu funktionieren. Für beide ist der Ryder Cup das Highlight ihrer Karriere, was sich am Ende auch an ihren Leistungen ablesen lässt. Sergio Garcia ist am Ende dieses Ryder Cups zum erfolgreichsten europäischen Ryder-Cup-
Spieler aller Zeiten avanciert. Mit insgesamt 25,5 erzielten Punkten zog der Spanier an RyderCup-Legenden wie Nick Faldo, Bernhard Langer oder Severiano Ballesteros vorbei. «Es war mir eine absolute Ehre, hier dabei zu sein», lautete das emotionale Fazit des Mannes, der 1999 sein Debüt bei diesem Mannschaftswettbewerb gab.
IM SCHLOSS GESTAUNT
Der Auftritt in Paris wird ihm wohl als ein besonderes Ereignis im Gedächtnis bleiben. Die Organisatoren nämlich schafften es, den Ryder Cup in seiner Aussendarstellung noch einmal zu verbessern. Die Auftaktveranstaltung im Schloss Versailles war dabei zweifellos ein Highlight, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Die Einfahrt im Schlosshof, der Empfang unter vergoldeten Lüstern und vor endlos langen Sälen brachte selbst die durchaus verwöhnte Klientel der Golfprofis zum Staunen. Auf dem Platz von Le National selbst sorgten enorm grosse Tribünen und VIP-Zelte, riesige Fernsehwände und der Stadium-Charakter des Platzes für ein riesiges Spektakel, das 270 000 (!) Zuschauer live verfolgten. Dass sich der Albatros-Kurs obendrein mit seinem extrem engen Bahnenverlauf und dem hohen strategischen Anspruch bei insgesamt frostigen Temperaturen als echte spielerische Herausforderung erwies, hob auch den sportlichen Wert der Veranstaltung. Kritiker fanden sich auf der Anlage kaum, unzählige Fans des Golfsports dagegen viele. Die Botschaft, dass der Ryder Cup ein Massen-Event ist, das mit seiner Emotionalität einfach mitreissend wirkt, bleibt haften.
TOP GOLF
BEZIEHUNG MIT HINDERNISSEN Tiger Woods’ Bilanz beim Ryder Cup bleibt negativ. Die letzten acht Einsätze als Teamspieler hat der Superstar alle verloren. Dazu auch noch den Match gegen den Spanier Jon Rahm. Da stand er – schmerzverzerrtes Gesicht. Die Kappe ins Gesicht gezogen. So, als wolle er versinken vor den tausenden von Zuschauern am Fairwayrand. Der erste Gedanke des Zuschauers: Er hat sich wieder verletzt, der Rücken hat nicht gehalten, der Körper des Tiger Woods macht einfach nicht mehr mit. Keine dieser Vermutungen war richtig. Der Schmerz, den man da über das Gesicht des 42-Jährigen wandern sah, galt seinem Golfschlag. Der Ball Richtung Fahne war zu kurz, im Wasser gelandet. Der Match mit Patrick Reed gegen Francesco Molinari und Tommy Fleetwood stand aus der Sicht der Amerikaner schlecht. Das Versagen war abzusehen – und Versagen bereitet diesem Ausnahmesportler Schmerz, körperlichen Schmerz. Nein, dieser Ryder Cup war wieder einmal keine Veranstaltung für Tiger Woods. Als Sieger der Tour Championship war er nach Paris gereist. Bei der Eröffnungsfeier wurde der Amerikaner mehr bejubelt und gefeiert als jeder einzelne Europäer. Tausende von Zuschauern zollten seiner Lebensleistung Tribut. Er ist ein Ausnahmesportler – aber beim Ryder Cup meint dieses Spiel es einfach nicht gut mit ihm.
ACHT MAL VERLOREN
Seine Niederlagen-Quote bei seinen letzten acht Matches im Vierball Bestball oder Klassischen Vierer liegt bei 100 Prozent. In Paris war er bei jeder seiner drei Partien
gegen Molinari und Fleetwood – egal, ob mit Bryson DeChambeau oder Patrick Reed an der Seite – eigentlich chancenlos. «Ich habe drei Matches verloren und hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass ich schlecht gespielt habe», analysierte er selbst die Lage mit versteinertem Gesicht. «Das ist das Frustrierende am Ryder Cup. Ich bin eigentlich ziemlich p… off.» Tiger Woods und der Ryder Cup – das bleibt eine komplizierte Beziehung: Der überragende Einzelsportler stand in diesem Teamevent bis dato immer irgendwie als Verlierer im Rampenlicht. «Der Ryder Cup ist nicht Woods’ bevorzugte Art des Golfspiels», resümierte sein Ex-Trainer Butch Harmon zu Beginn der Karriere des Amerikaners. Woods brillierte im Einzelsport Golf als extremer Individualist, der sein eigenes Spiel stets konsequent in den Mittelpunkt stellte. Woods war der Weltranglistenerste mit dem Tunnelblick. Der Youngster, der schon als 20-Jähriger alles zu wissen schien. Der Major-Sieger, der von klein auf eine Selbstdisziplin erlernte, deren alleiniges Ziel es war, das eigene Golf ins Zentrum aller Bemühungen zu setzen. Bei gleichzeitiger Ausschaltung aller Einflüsse der Umgebung. Beim Ryder Cup aber sollte er zum harmonischen Teammitglied werden, sich öffnen, gemeinsame Strategien entwickeln. Das funktionierte nie oder zumindest nicht besonders gut. Sein Start als Ryder-CupAnfänger in Valderrama 1997
verlief mit 1,5 Punkten aus fünf Einsätzen katastrophal. Über die Jahre wurden die Bilanzen teilweise etwas besser, sensationell waren sie nie. Die Ausgangslage in diesem Jahr aber war eine andere: Woods’ Position gegenüber seinen Spielpartnern ist deutlich offener. Aus dem Einzelgänger ist ein Spieler geworden, der durchaus auch Anschluss sucht. Woods ist teamfähig geworden – es war die Ironie des Schicksals, dass er in Paris bei drei ViererEinsätzen dreimal auf die Sensationspaarung Molinari und Fleetwood traf, die zum Dreamteam der kompletten Veranstaltung avancierte. Woods’ Analyse stimmte: Er spielte nicht schlecht, aber in diesem Fall reichte es schlichtweg nicht gegen überragend aufspielende Gegner. Insofern war es auch ein tragischer Ryder Cup. Woods, der bereit war, alles zu geben, hatte keine Chance. Der Ryder Cup wird wohl stets ein dunkler Fleck in seiner Karriere bleiben. Tiger Woods bei der Eröffnungszeremonie.
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EVIAN CHAMPIONSHIP
DAS KARRIEREWUNDER STANFORD Die Evian Championship endete mit dem emotionalen und überraschenden Sieg der 40-jährigen Amerikanerin Angela Stanford. Die Genfer Amateurin Albane Valenzuela scheiterte am Cut. PETRA HIMMEL «Ich bin dankbar und so glücklich für all jene zuhause, für alle, die immer zu mir gehalten und mich nie aufgehalten haben.» Es war eine emotionale Angela Stanford, die der Evian Championship 2018 am Ende ihren Stempel aufdrückte. Da stand eine in eine US-Flagge eingehüllte 40-Jährige, die den Pokal in der Hand hielt und Richtung Himmel blickte. Warum auch immer, das Schicksal hatte es an diesem Sonntag gut mir ihr gemeint und ihrer Karriere einen neuen Höhepunkt beschert. «Gott ist lustig», resümierte sie mit Tränen in den Augen. «Er schnappt dich völlig unerwartet, wenn man denkt, dass man eigentlich ohnehin schon durch ist. Es ist erstaunlich.» Angela Stanford holte sich ihren ersten Major-Sieg bei ihrem 436. (!) Start bei einem LPGA-Turnier. Im Jahr 2000 war die Texanerin ins Profilager gewechselt. Über elf Millionen Dollar an Preisgeldern hat sie bis heute erspielt, trotzdem wurde sie mit ihren nur sechs Turniersiegen nie zu den wirklich Grossen der Szene gerechnet. Angela Stanford ist ein Dauerbrenner, der es immer wieder in ein Solheim-Cup-Team schaffte und zäh um Siege und Ergebnisse kämpfte. Ein Star, ein Social-Media-Crack, war sie nie. Da ihre an Brustkrebs erkrankte Mutter inzwischen ums Überleben kämpft, war ihr 52 GOLFSUISSE 05-18
Fokus fast schon ein wenig vom Golfen weggerückt. Ihre 68er-Finalrunde zum Gesamtergebnis von 12 unter Par und 272 Schlägen bedeutete am Ende einen Schlag Vorsprung auf ein vierköpfiges Verfolgerfeld mit ihren drei Landsfrauen Amy Olson, Mo Martin und Austin Ernst sowie der Koreanerin Sei Young Kim. Dabei benötigte Stanford eine ganze Portion Glück. Amy Olson hätte ein Par am letzten Loch gereicht, um sich das letzte Major des Jahres zu sichern. Sie beendete das Turnier jedoch mit einem Doppel-Bogey und verlor mit der 74er-Runde (+3) die Spitzenposition.
MAJOR-TITEL BREIT VERTEILT
Mit dem Sieg der Amerikanerin ergibt sich im Hinblick auf die Major-Turniere ein überraschend gemischtes Sieger-Tableau, das keineswegs asiatisch dominiert ist. Pernilla Lindberg machte bei der ANA Inspiration den Auftakt als europäische Siegerin, gefolgt von Ariya Jutanugarn aus Thailand, bei der U.S. Women’s Open. Der Titel bei der KPMG Women’s PGA Championship ging an Sung Hyun Park aus Korea. Die Britin Georgia Hall schliesslich holte sich ihren ersten Major-Titel bei der Ricoh Women’s British Open. Mit Stanford ging
immerhin einer der fünf grossen Titel an die USA. Ariya Jutanugarn bekam im Zuge der Evian Championship den Rolex Annika Major Award für die konstantesten Leistungen verliehen. Die 22-Jährige hatte nicht nur ein Major gewonnen, sondern bei der ANA Inspiration und der Ricoh Women’s British Open jeweils den geteilten vierten Platz belegt. Aus Schweizer Sicht verlief die Evian Championship enttäuschend. Die grossen Erwartungen der Genferin Albane Valenzuela, die mit einer Wildcard ins Feld gerückt war, scheiterten frühzeitig. Mit insgesamt 8 über Par nach zwei Runden scheiterte sie klar am Cut. Am ersten Tag war sie mit zwei Bogeys verhalten gestartet, den zweiten Durchgang begann die 20-Jährige deutlich besser, doch mit drei Bogeys auf den abschliessenden drei Bahnen fiel sie nochmals zurück. Dabei waren die Spielverhältnisse in Evian so gut wie selten zuvor – zumindest, wenn man über die Jahre spricht, in denen die Turnierorganisatoren mit einem Termin im September auskommen mussten. Weitgehend sonnig, präsentierte sich das Resort am Genfersee perfekt. Die Spielerinnen jedenfalls gerieten angesichts der Ausblicke, des Essens und des Platzes wieder einmal ins Schwärmen. «Ich rolle mich bei all dem Essen quasi von Par zu Par», amüsierte sich zum Beispiel die Puerto Ricanerin Maria Torres, die an den ersten zwei Tagen mit 65 und 69 Schlägen in Führung lag, dann aber zurückfiel. Neben Angela Stanford sorgte auch sie mit ihrer Turniergeschichte für Aufsehen. Während des dramatischen Hurrikans in Puerto Rico 2017 befand sie sich in ihrer Heimat und verpasste beinahe die Registrierung für die Qualifying School der LPGA. Als sie diese letztlich spielte, holte sie sich die letzte zu vergebende Tourkarte in einem Playoff. Torres ist übrigens die erste Proette aus Puerto Rico mit einem regulären Spielrecht auf der LPGA.
NEUES DATUM FÜR 2019
Trotz des insgesamt exzellenten Feldes und des hohen Preisgeldes von insgesamt 3,8 Millionen Dollar blieb die Medienresonanz des grössten Frauenturniers in Kontinentaleuropa auch in diesem Jahr verhalten. Die Organisatoren hoffen, dass dies sich im nächsten Jahr ändert, wenn die Evian Championship in den Juli wandert und vom 25. bis 28. Juli ausgetragen wird. Sie ist damit Teil des «European Swing» der LPGA und Ladies European Tour. Darin enthalten sind ausserdem die Aberdeen Standard Investments Ladies Scottish Open und die Ricoh Women’s British Open. Angela Stanford freut sich still über den ersten Major-Sieg.
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ROLEX TROPHY
KIM KOIVU SIEGT ÜBERLEGEN Der Finne Kim Koivu gewinnt die Rolex Trophy in Genf am Ende mit sechs Schlägen vor Marcel Schneider und steigt so direkt auf die European Tour auf. Joel Girrbach und Marco Iten holen sich im exklusiven Feld wichtige Punkte für die Jahreswertung. STEFAN WALDVOGEL
Nur zehn Tage vor dem Traditionsturnier in Genf hatte der Finne Kim Koivu als erster Einheimischer die Finish Challenge gewonnen. Für den zweiten Titel in seiner jungen Profikarriere musste der 27-Jährige in seiner Heimat zuerst gegen den Schotten Robert MacIntyre ins Stechen. Bei der Rolex Trophy wollte sich Koivu diesen zusätzlichen Stress ersparen. Er begann das Turnier gleich mit einem neuen Platzrekord von 62 Schlägen oder 10 unter Par. Bei Halbzeit vergrösserte sich sein Vorsprung auf fünf Strokes. Dies bei 17 unter Par, was genau dem Siegerscore 2017 entsprach. Trotzdem war die Sache noch nicht entschieden. Nach einer 72er-Runde im dritten Durchgang musste Koivu den Lead erstmals teilen. Marcel Schneider, der Sieger der diesjährigen Swiss Challenge in Sempach, machte dank der zweiten 67er-Karte des Turniers die fünf Schläge Rückstand wett. So lag der Vorteil vor der Schlussrunde beim Deutschen, er ging als Letzter mit den drei Amateuren auf den Parcours. Statt des üblichen Direktduells der Führenden spielen die Profis bei der Rolex Trophy auch im Final noch «alleine», sprich im Flight mit den Clubmitgliedern und Gästen des Sponsors. So oder so war aber schnell klar, dass Koivu der Dominator der Finalrunde war. Der 27-jährige Finne spielte schon auf seinen Frontnine sechs Birdies, während Schneider gleich sechs Schläge mehr benötigte. Diesen komfortablen Vorsprung spielte Koivu ohne Probleme ins Clubhaus. 54 GOLFSUISSE 05-18
Der Finne Kim Koivu jubelt in Genf über seinen klaren Erfolg.
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Einladung Mit total 22 unter Par holte er sich den Titel, eine Rolex und – für ihn noch wichtiger – den direkten Aufstieg auf die European Tour. Für Koivu war der Sieg in Genf bereits der dritte Erfolg auf der Challenge Tour in dieser Saison, und dies bedeutet den automatischen Aufstieg in die erste Liga. Der Finne wechselte erst im Dezember 2017 ins Profilager, setzte sich aber dort schnell in Szene. Schon das vierte Turnier der Challenge Tour, das neue Yunnan Open in China, konnte er für sich entscheiden.
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ZWEITBESTES RESULTAT FÜR GIRRBACH
imgrossenAuditoriumderSchulthessKlinik. DieTeilnehmerzahlistbeschränkt. AnmeldungperE-Mailangolf@kws.ch.
Bester Schweizer beim Heimspiel war Joel Girrbach auf dem geteilten sechsten Rang. Vor dem Final hatte er sich mit einer starken 67er-Karte bis in die Top 3 gespielt. Im letzten Durchgang lief es vor allem auf den Grüns nicht mehr ganz wunschgemäss: «Leider blieb mein Putter diesmal etwas kalt», formuliert der Thurgauer. Die 70er-Karte zum Schluss brachte ihn auf ein Total von -13, und das ergibt den sechsten Rang. Nach dem zweiten Platz in Prag im Juli ist dies sein zweitbestes Resultat in der laufenden Saison. «Ich bin mit dem Top-10-Resultat natürlich sehr zufrieden. Ich spielte solide und machte wenig Fehler, das zahlt sich auch bei den wichtigen Punkten im Jahresranking aus.» Marco Iten spielte seine beste Runde mit -6 ebenfalls am dritten Tag. Im Final gelangen ihm dann bloss noch zwei Birdies. Zusammen mit einem Schlagverlust und 15 Par ergibt das eine 71er-Karte. Die total 8 unter Par bedeuten für den Zürcher den 20. Rang im Feld. Für Iten ist dies das viertbeste Ergebnis in seinem ersten Jahr auf der Challenge Tour. Dank den vergleichsweise hohen Preisgeldern im exklusiven Feld verbessern die beiden Schweizer Profis ihre Position in der Jahreswertung der Challenge Tour. Girrbach macht neun Plätze gut (neu Rang 26), Iten verbessert sich von 60 auf 55. Die 45 Besten reisen Ende Saison ans grosse Finale nach Ras al Kaimah. Mit einer Top-Platzierung könnte sich Joel Girrbach auch noch unter die besten 15 spielen, die in die European Tour aufsteigen. Ihm fehlen aktuell 12'000 Euro auf den Schweden Anton Karlsson. Iten muss seine Position noch leicht verbessern, um beim lukrativen Foshan Open in China sicher dabei zu sein. Dort geht es dann ab dem 18. Oktober um 500'000 Dollar Preisgeld.
EXKLUSIVE TRADITION
Beim ältesten Turnier auf der Challenge Tour – die Rolex Trophy wird seit 1989 ohne Unterbruch ausgetragen – sind bloss die 40 Besten der Tour am Start. Marco Iten erhielt
Golf und der Fuss Eine Veranstaltung des Golf Medical Center der Schulthess KlinikmitanschliessendemApéro
Programm Joel Girrbach spielt sich auf Rang acht. eine Wildcard, und für den Zürcher war es «sicher die speziellste Woche» auf der Tour. «Das Feld ist sehr exklusiv, es wird jeden Tag mit anderen Partnern im ProAm gespielt, und das ganze ‚Drumherum’ ist viel exklusiver als bei den allermeisten Turnieren auf der Challenge Tour», erläutert Iten. Man nehme das riesige Engagement von Rolex in allen Bereichen wahr. «Es ist quasi das luxuriöse Aushängeschild der ganzen Tour», fasst er seine Eindrücke in Genf zusammen. Klar sei das Format für die Profis «gewöhnungsbedürftig». «Es ist schon noch etwas anderes, ob man ein normales ProAm spielt oder ob es richtig zur Sache geht», erläutert er. Man müsse gleichzeitig etwas Rücksicht auf die Gäste nehmen, aber dürfe sich nicht ablenken lassen. Iten spielte unter anderem mit den Verantwortlichen des Tennisturniers in Wimbledon und mit diversen Clubmitgliedern aus Genf. Dabei gab es für ihn eigentlich nur einen Unterschied: «Da habe ich französisch statt englisch gesprochen», sagt er auf eine entsprechende Frage. In der Regel müssen sich die Spieler selber um günstige Unterkunft und Nachtessen kümmern. «In Genf werden die Profis ganz anders verköstigt, da gibt es jeden Abend ein Edelbuffet zu einem bestimmten Thema. Am Mittag können wir im Restaurant einfach von der Karte bestellen, ohne jeden Gedanken an die Kosten», erzählt Iten von den Besonderheiten in Genf. Nicht geändert hat der 28-Jährige seine Gewohnheit punkto Unterkunft: «Ich habe eigentlich wie immer eine Wohnung gemietet, das kommt deutlich günstiger als die Übernachtungen in einem Hotel.»
Begrüssung Dr.med.TomasDrobny,LeiterGolfMedicalCenter Präsentation Videoclip «Golf und der Fuss» (mit Kommentar von Bossy) AndréBossert,PlayingProundGolfExperteGMC Hauptreferat «... wenn der Fuss schmerzt» Dr.med.PascalRippstein,ChefarztFusschirurgie, SchulthessKlinik Mit dem richtigen Golfschuh zum besseren und schmerzfreien Spiel ... MarioMalgaroli,Geschäftsführer«Orthopodo»,Baden, Luzern,Aarau ...im Gespräch mit FrankBaumann,BestsellerAutorundGolf-EntertainingPro Wie halte ich meine Füsse fit und in Form? GabiTobler,HeadInstructorAlbatrosTraining BeatGrossmann,TPILevelIIIcertified,SwissPGA GolfProundHead-ProGolfschuleUnterengstringen Diskussion (Fragen und Antworten) Apéro riche www.golfmedcenter.ch
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AMATEUR-WM
SCHWEIZER TEAMS NAHE AN DER SPITZE Die beiden stark verjüngten Equipen halten an den Weltmeisterschaften in Irland vorne mit. Die Frauen klassieren sich auf Rang 11, die Männer kommen im grossen Feld von 72 Nationen in die Top 15. STEFAN WALDVOGEL
Vor zwei Jahren erspielten die Geschwister Kim und Morgane Métraux und Azelia Meichtry in Mexiko für die Schweiz eine sensationelle Silbermedaille. Die Métraux-Sisters haben mittlerweile erfolgreich ins Profi-Lager gewechselt, und so kam in Irland ein stark verjüngtes Team zum Einsatz. Zusammen mit Albane Valenzuela (Nummer 6 der Weltrangliste) kämpften die beiden Juniorinnen Elena Moosmann (Ennetsee) und Yael Berger (Interlaken) gegen die starke Konkurrenz. Nach einem eher enttäuschenden Start steigerte sich das Trio im
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Carton House Golf Club bei Dublin von Runde zu Runde um jeweils genau zwei Schläge. «Vom Abschlag bis zum Green war die Leistung Weltklasse; um noch weiter vorne mitspielen zu können, hätten einfach deutlich mehr Putts fallen müssen», kommentiert Coach Beat Grossmann. Teamleaderin Albane Valenzuela erspielte sich auf den beiden unterschiedlichen Plätzen ein persönliches Ergebnis von -5, das brachte sie in der inoffiziellen Einzelwertung auf Platz 8.
«Mit der erfahrenen Albane Valenzuela und den beiden Juniorinnen, die erstmals an der WM mit dabei waren, hatten wir eine sehr gute Mischung. Alle drei haben ihre Leistung gebracht, und wir haben doch etliche europäische Equipen hinter uns gelassen, gegen die wir an der EM noch unterlagen», fügt der Coach an. Den 11. Rang teilt sich die Schweiz übrigens mit Schweden und Irland. Die Schweizerinnen (v.l.n.r.): Elena Moosmann, Captain Gabi Tobler, Yael Berger und Albane Valenzuela.
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SILBER UND GOLD FÜR DIE USA
Der Titel bei den Frauen ging mit 10 Schlägen Reserve auf Japan an Seriensieger USA. Von den bisher 28 Weltmeisterschaften der Frauen konnten die Amerikanerinnen damit genau die Hälfte (!) für sich entscheiden. Allerdings liegt der letzte Sieg bei der Espirito Santo Trophy exakt 20 Jahre zurück. Deutlich knapper war das Titelrennen bei den Männern. Dank eines Superfinish setzte sich Dänemark schliesslich alleine an die Spitze, dies mit einem Traumresultat von -13 aus den zwei gewerteten Runden des Finals. Einzel-Europameister Nicolai Hojgaard unterschrieb eine 66, sein Bruder Rasmus eine 67. Nach der Silbermedaille von 2010 holten sich die Skandinavier erstmals Gold, dies einen Schlag vor dem Seriensieger USA und drei vor Spanien. So knapp wurde die WM übrigens vor genau 50 (!) Jahren in Australien entschieden.
PERRY COHEN GANZ VORNE
Auch die Schweizer Männer reisten mit einem stark verjüngten Team an die 31. Weltmeisterschaften in Irland. Mathias Eggenberger und Marco Iten wechselten nach der letzten WM in Mexiko zu den Profis, einzig Jeremy Freiburghaus verblieb für die Eisenhower Trophy in der ASG-Equipe. Zusammen mit Perry Cohen und dem 17-jährigen Junior Loïc Ettlin verbesserte sich das Trio gegenüber 2016 um einen Rang. Den 15. Platz teilen sich die Schweizer diesmal mit Japan, gleich dahinter folgt übrigens Schweden. Die klar beste Einzelleistung gelang dem 23-jährigen Cohen. Der in den USA lebende Doppelbürger hatte das Turnier mit einer sensationellen -8 begonnen, zum Schluss legte er nochmals ein eindrückliches Finish hin. Dies mit fünf Birdies auf den letzten sechs Bahnen zur -5. Die insgesamt 17 unter Par nach vier Durchgängen brachte ihn in der Einzelwertung auf den sehr starken dritten Rang. Der inoffizielle Titel ging an den Spanier Alejandro Del Rey, der sogar noch sechs Schläge weniger benötigt hatte. Jeremy Freiburghaus blieb in allen vier Durchgängen unter Par, seine beste Leistung war die -3 in der Schlussrunde. Junior Loïc Ettlin beendete seine erste WM mit der zweiten Par-Runde des Turniers. Trotzdem musste er sich im Team vier Mal mit dem Streichresultat begnügen. «An einer Weltmeisterschaft ist der Druck natürlich noch um einiges grösser als an den meisten anderen Turnieren, und es war für ihn
Die Schweizer (v.l.n.r.): Captain Billy Vassilios Karageorgakis, Loïc Ettlin, Jeremy Freiburghaus und Perry Cohen. sicher nicht ganz einfach, doch ich bin sicher, dass er bei der nächsten WM 2020 in Hongkong einer der Teamleader sein wird», kommentiert Coach Philippe Freiburghaus.
die WM, er machte praktisch keine Fehler, und der dritte Rang in der Einzelwertung zeigt sein Potential», ergänzt Freiburghaus.
Insgesamt sei wohl noch etwas mehr drin gelegen, ergänzt der Vater und Coach von Jeremy Freiburghaus. «Jeremy hat solide gespielt, aber auf den Greens hätte ich ehrlich gesagt noch etwas mehr von ihm erwartet. Um ganz vorne mitzuspielen, müssen einfach mehr Putts fallen, das zeigte sich einmal mehr im Direktvergleich mit den besten Nationen.» Höchst erfreulich sei der Auftritt von Perry Cohen gewesen. «Dank vielen guten Ergebnissen in der Saison ging er mit sehr viel Selbstvertrauen in
Für Perry Cohen und Jeremy Freiburghaus war die Weltmeisterschaft in Irland der Abschluss ihrer Amateurkarriere. Beide versuchen diesen Herbst ihr Glück auf der Qualifying School der European Tour. «Wir kommen sehr gut miteinander aus; es wäre schön, wenn wir uns mindestens für die Challenge Tour qualifizieren könnten, dann würden wir nächstes Jahr wohl meist zusammen an die Turniere reisen», blickt Jeremy Freiburghaus schon mal nach vorne.
BALD BEI DEN PROFIS
WM-JUNIORINNEN: SCHWEIZERINNEN AUF RANG 7 Trotz eines Dämpfers zum Schluss der Finalrunde verteidigten die Schweizerinnen an den Weltmeisterschaften der Juniorinnen in Kanada den guten siebten Rang. Nur zwei Wochen nach der WM der Frauen spielten Elena Moosmann (Ennetsee) und Yael Berger (Interlaken) auch bei den World Juniors für die Schweiz, dies zusammen mit Klara Wildhaber vom Golfclub Sempachersee. Vor allem die 16-jährige Zugerin Moosmann überzeugte. Sie spielte an den ersten drei Tagen ganz vorne mit und war auch im Final noch gut unterwegs. Mit einem etwas enttäuschenden Finish fiel sie in der Einzelwertung vom siebten auf den elften Rang zurück. An der wichtigeren Teamwertung änderte sich für die Schweiz aber nichts mehr.
«Der Finish war etwas enttäuschend, aber der siebte Rang bleibt ein grossartiges Resultat», fasst Coach Nora Angehrn die Reise nach Kanada zusammen. Der Titel ging nach Italien, das das Team aus den USA im Stechen schlagen konnte. GOLFSUISSE 05-18 57
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2. BOSSEY LADIES CHAMPIONSHIP
CAROLINE ROMINGER AUF PLATZ 3 An der zweiten durch Pitch&Putt organisierten Bossey Ladies Championship teilte Caroline Rominger den ausgezeichneten dritten Rang, nur drei Schläge hinter der Spanierin Elia Folch, die ihren ersten Sieg auf der LET Access feierte. THÉRÈSE OBRECHT HODLER
Schönes Wetter während des ganzen Turniers, ein perfekt hergerichteter Platz und Golf auf hohem Niveau: Ddie zweite Ladies Championship hat das Engagement des Golf & Country Club Bossey, ein ASG-Club auf französischem Boden, für das Frauengolf vollauf bestätigt. In der letzten Runde der 51 besten von insgesamt 123 Spielerinnen hielt die Spannung bis zum 12. Loch an. Die Finnin Sanna Nuutinen, die seit dem ersten Tag (mit einer 63-er- Runde) an der Spitze stand, und die Spanierin Elia Folch, beide bei -8 vor der Entscheidung, lieferten sich ein ausgeglichenes Duell. Doch plötzlich häuften sich unerklärliche Fehler bei Sanna Nuutinen. Die zierliche, nervenstarke Elia Foch spielte indessen ihre Runde solide zu Ende. Ihre Karte von 69 Schlägen, genügte für ihren ersten Sieg auf der Profi-Tour und ihren grösstenr Erfolg nach dem zweiten Platz am diesjährigen VP Ladies Open in Gams. Von ihren spanischen Kolleginnen wurde die Siegerin mit einer Champagner-Dusche auf dem letzten Green empfangen.
SOLIDE SCHWEIZERINNEN
Von den acht Schweizer Proetten und sechs Amateurinnen im Feld qualifizierten sich Caroline Rominger und Melanie Mätzler, sowie die Amateurin Pauline Tainton (Domaine Impérial) für den Cut. Rominger bestätigte ihre ansteigende Formkurve mit einer 67-er- Runde zum Schluss und beendete das Turnier auf dem ausgezeichneten dritten Platz, ex -aequo mit der Engländerin Meghan McLaren. «Mein Spiel war die ganze Woche solide, die Drives lang und gerade, und ich traf extrem viele Greens», kommentierte die Bündnerin, mehr als zufrieden mit ihrem besten internationalen Resultat in dieser Saison. Sie rückt damit auf den 19. Platz in der Jahreswertung der LET Access Tour vor, und ihre volle Spielberechtigung für 2019 ist bereits gesichert. Oben: Caroline Rominger auf dem Weg zum Podestplatz. Unten: Die Spanierin Elia Folch siegt erstmals auf der LET Access. 58 GOLFSUISSE 05-18
Melanie Mätzler, mit ihrem Vater am Bag, spielte ihr bestes Resultat auch in der letzten Runde mit 69 Schlägen (-2) und beendete das Turnier auf dem geteilten 22. Rang. «Eine Runde unter Par ist immer gut, und auch die anderen zwei Ergebnisse waren solide», sagte die Ostschweizerin, die sich vor allem darüber freut, dass die gesundheitlichen Probleme der letzten Saison überwunden sind. Dritte Schweizerin im Final war die 22-jährige Amateurin Pauline Tainton, die ihr erstes Profi-Turnier auf dem 46. Rang beendete. Ihr Highlight war das Score von -5 auf den Back Nine der zweiten Runde. Sie wird bald für ihr viertes und letztes Studienjahr nach Florida zurückkehren. Im amerikanischen College Golf lerne sie, «auf dem Platz positiv und entspannt zu sein.». Nach dem «super Erlebnis» von Bossey wolle sie vielleicht doch ihr Glück als Proette versuchuen.
SPORT AN ERSTER STELLE
Wie beim Lavaux Ladies Championship, das im Juni ebenfalls durch die Genfer Agentur Pitch& Putt organisiert wurde, waren die Spielerinnen dankbar, eine weiteres Turnier auf der LET Access Tour spielen zu können, während sich die Ladies European Tour neu organisiert. Die ASG ist Partner und Sponsor beider Turniere. Der französische Golfverband unterstützt Bossey, das sich nahe bei Genf, aber in Frankreich befindet. Für den Direktor des Golfclubs Bossey, Stéphane Turin, entspricht dieses Turnier genau der Philosophie des Clubs und wird auch von der grossen Mehrheit der Mitglieder unterstützt. Rund 40 Freiwillige trugen täglich zum reibungslosen Ablauf bei, logierten zum Teil Spielerinnen oder lieheihten ihnen ihre Carts aus. «Dieses Turnier stärkt das sportliche Image unseres Clubs, der sich für die Entwicklung des Frauengolfs engagiert und der mittelfristig intern ein hohes sportliches Niveau erreichen will», fasst Turin zusammen.
«BOSSEY WILL IN DER REGION EINE REFERENZ WERDEN»
Der Präsident des Golf & Country Club de Bossey, Guillaume Fouquet, erläutert im Gespräch mit GOLFSUISSE verschiedene Projekte und die Strategie des ASG-Clubs auf französischem Boden. In den Schweizer Turnieren, wie vor kurzem beim Interclub Damen und Herren, ist Bossey mit zwei dritten Plätzen oft sehr gut klassiert. Wie unterstützt Ihr Club die guten Spieler und vor allem den Nachwuchs? Wir haben sportliche Ambitionen seit der Gründung unseres Clubs. 2011 haben wir ein Projekt über zehn Jahre lanciert, mit dem Ziel, im Grossraum Genfersee eine Referenz im Golfsport zu werden. Dieses Projekt beinhaltet die Verbesserung der Trainings-Infrastruktur, vor allem eine neue Chip&Pitch-Anlage. Unsere Indoor-Aanlage mit Simulator und Trackman wurde zudem um ein Wintergrün erweitert. Zwei Schwerpunkte sollen diese Neuerungen nachhaltig machen: Unsere Golfschule mit 130 Junioren, die durch den Club gefördert werden. Dann auch die Trainingslager für unsere besten Spielerinnen und Spieler, die Entgeltung der Spesen bei Turnieren und jeden Winter ein Stage in Marokko. Anlässlich der zweiten Bossey Ladies Championship im August wurde der von Robert Trent Jones II 1985 designte Platz von allen Seiten gelobt. Wie viel Arbeit und Geld wird in den Unterhalt und die Erneuerung des Platzes investiert? Wir planen gegenwärtig die komplette Erneuerung der Bewässerungsanlage, die Sanierung einer gewissen Anzahl von Wegen und den Bau der neuen Chipping-Zone. In Zahlen ausgedrückt betragen unsere jährlichen Investitionen rund 300'000 Euro.
Stolzer Bossey-Präsident Guillaume Fouquet. Auch grosse Projekte finanziert der Club mit Eigenmitteln, ohne Kapitalbeschaffung oder Mäzenat. Bossey gehört gleichzeitig der ASG und dem französischen Golfveband an. Wie verhält es sich mit dieser doppelten Zugehörigkeit? Wie gehören seit 1987 der ASG an, unser Firmensitz ist in Genf, und 80 Prozent unserer Mitglieder sind Schweizer. Wir arbeiten mit der ASG vor allem in Sachen Junioren- und Kaderausbildung zusammen. Nicolas Sulzer, ASG Elite Coach, benutzt zum Beispiel unsere Indoor-Anlage im Winter. Unsere Beziehungen mit dem französischen Verband betreffen vor allem das Training, die Weiterbildung des Personals, Steuerfragen, die Nachhaltigkeit und die Wassernutzung. Da sich unser Platz in Frankreich befindet, ist es wichtig, dass eine grössere Organisation unsere Interessen vertritt. Wir versuchen übrigens jedes Jahr sowohl mit der ASG als auch mit der FFG ein Turnier zu organisieren, wie zum Beispiel den Grand Prix de Haute-Savoie, der zum World Amateur Ranking zählt. Die doppelte Nationalität unseres Clubs ist somit eher ein Vor- als ein Nachteil.
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T RAVEL Als ehemalige britische Kolonie hat Golf auf Sri Lanka eine lange Tradition. Alpha Golftours bietet neu eine Reise mit privatem Fahrer und Guide an.
Neue Golfrundreise in
Die Insel im Indischen Ozean bietet enorm viel: Die UNESCO-Weltkulturerbestätte Kandy, die Ruinenstadt Sigiriya sowie der Felsentempel von Dambulla geben faszinierende Einblicke in das kulturelle Erbe. Geheimnisvolle und artenreiche Nationalparks, blütenweisse Strände, üppige Teeplantagen sowie die Golfplätze mit ihren ehemals britischen Traditionen begeistern ebenso.
Sri Lanka
Die geführte Reise beginnt in der Hauptstadt Colombo. Die erste Golfrunde spielen Sie auf dem Royal Colombo Golf-Course. Er wurde bereits 1879 von den Briten gebaut und zählt damit zu den ältesten Golfplätzen in Asien. Als Abschluss steht dann der erst 2016 eröffnete Golfplatz Shangri-La Hambantota auf dem Programm. alphagolf.ch
Interview mit Joel Girrbach
«BIN EIN GROSSER SÜDAFRIKA-FAN» Joel Girrbach, Playing Professional und neuer Markenbotschafter von Travelhouse Golf, begleitet 2019 je eine Gruppenreise nach Portugal und Südafrika. Auf diesen Reisen gewährt er einen exklusiven Einblick in das Leben eines Tour Professionals und nimmt die Golferinnen und Golfer mit auf spektakuläre Plätze. Neu sind Sie als Markenbotschafter von Travelhouse unterwegs – bleibt da überhaupt noch Zeit für internationale Golfturniere? Joel Girrbach: Ja, natürlich. Ich bin nach wie vor Golf Pro und werde mich voll und ganz darauf konzentrieren. Die Golfreise-Begleitung ist etwas ganz Neues für mich, und ich bin gespannt, wie dies bei den Teilnehmenden ankommen wird. Es werden keine Unterrichtsreisen sein,
sondern spezielle Erlebnisse. Wir möchten den Kunden von Travelhouse die Chance geben, während der Reise mit mir auf den besten Plätzen zu spielen und einiges über das Tour-Leben zu erfahren. Welche Bedeutung hat das Reisen für Sie? Es ist ein sehr grosser Teil meines Lebens geworden. Ich spiele Turniere auf der ganzen Welt und bin dadurch fast jede Woche auf einem anderen Flughafen. Welche Highlights erwarten die Teilnehmenden bei den von Ihnen begleiteten Golfreisen? Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber eins ist sicher: Es wird sich lohnen, und die Reisen wird man so schnell nicht vergessen. Wir werden auf tollen Plätzen spielen und atemberaubende Landschaften sehen. Ich bin ein grosser Fan von Südafrika. Die Golfplätze, das Wetter, das Essen und einfach das gesamte Land sind genial. Ich kann es jedem Golfer wärmstens empfehlen, mindestens einmal im Leben auf einem südafrikanischen Platz gespielt zu haben. Was haben Sie nach dem Saisonende für die Winterferien geplant? Ich werde über Neujahr mit meiner Familie in New York sein. Da die Turnierpause nicht allzu lange dauert, geht es danach gleich ins Trainingscamp nach Südafrika, wo ich im Anschluss eine Golf- & Safari-Rundreise mit Travelhouse begleite.
Neue Gourmet-, Golf- & Boutique-Reisen Neu:
Golfferien in Jordanien Bei den Begriffen «Golf» und «Jordanien» denken die meisten wohl an den Golf von Aqaba, die Bucht am Nordende des Roten Meeres. Genau an dieser Bucht findet man einen ausgezeichneten Golfplatz, der eine Reise nach Jordanien definitiv wert ist. In Aqaba, der Ferienregion am Roten Meer im Süden von Jordanien, entsteht derzeit auf einem 43 Quadrat-Kilometer grossen Gebiet mitten in der Wüste eine grüne Oase mit 17 Kilometer langer neuer Küstenlinie. Die Lagunenlandschaft Ayla soll aus Einkaufs-, Tagungs- und Erholungszentren inklusive weisser Sandsträande und öffentlicher Parks bestehen. Am 01. Dezember 2018 eröffnet das neue 5* Hotel Hyatt Regency Aqaba Ayla in Jordanien und ist mit direkter Lage am Ayla Golfplatz ein interessantes neues Golfreiseziel. Ab sofort ist es auch bei dem Golfreise-Spezialisten golf.extra im Angebot. Bereits Ende September 2016 wurde hier der 18-Loch Championship Golfplatz von Ayla eröffnet. Der Platz, der von Greg Norman designt wurde, gilt schon jetzt als einer der besten des Mittleren Ostens. Er liegt in 120 Hektaren üppiger Landschaft mit sensationellem Meerblick. Wasser ist auch auf dem Platz ein zentrales Merkmal. Fast alle Löcher verfügen über Wasserhindernisse – vom Wasserfall bis zum See. Für die, die neben dem Golfs spielen auch noch die Sehenswürdigkeiten des Landes entdecken wollen, ist das Hyatt Regency Aqaba Ayla ebenfalls ideal. Gemeinsam mit der Felsenstadt Petra und der Wüste Wadi Rum bildet Aqaba das sogenannte «Goldene Dreieck».
Die neue Firma Peach Golf ist spezialisiert auf Luxus Golf- & Boutique-Reisen in Südafrika, individuell zugeschnitten auf Ihre Vorlieben. «Wir organisieren wirklich alles auch noch so Aussergewöhnliche für Ihren Aufenthalt, von Ihrer Ankunft in Südafrika bis zu Ihrer Abreise», sagen Heidi und Peter Troesch, die beiden Gründer der neuen Firma. Die Spezialisten kennen versteckte Plätzchen in Südafrika, die besten Restaurants, die schönsten Golfplätze etc. «Unsere persönliche Beratung und Betreuung ist unser grösster Trumpf», verspricht das Ehepaar mit Wurzeln in der Schweiz und in Asien, mehr als 30 Jahren Afrika-Erfahrung und 20 Jahren Aktivitäten im internationalen 5-SterneLuxus-Hotelmanagement.
Peach Golf besitzt und/oder betreibt einmalige «PI Signature Residences» in Südafrika nach internationalem 5-Sterne-Standard. Zurzeit bietet die Firma ein Luxus-Penthouse mit vier Zimmern und atemberaubendem Ausblick auf den Tafelberg an, sowie, ebenfalls in Kapstadt, ein Boutique Gästehaus mit sechs Zimmern und eigenem Putting- und Chipping-Green, Sauna und Schwimmbad. Zum Aufenthalt gehören ganz spezielle kulinarische Höhepunkte – von GourmetFrühstück über Strand-Picknick-Korb und Golfer-Snack, bis zu Gourmet-Mittag- und Abendessen und natürlich, am Abend, dem bereits legendären «Sundowner»-Apéro mit Cocktails und Gourmet-Häppchen. www.peach-international.com
ENTWARNUNG AM KAP Im letzten Winter machte die Wasserknappheit in Südafrika internationale Schlagzeilen. Mittlerweile gibt es eine klare Entwarnung am Kap. Erhebliche Regenfälle und sogar Schneefälle in der Kap-Region haben dazu geführt, dass die Wasserdämme bereits über 70 Prozent gefüllt sind. Inzwischen gibt es in Südafrika rund 500 professionell angelegte Golfplätze, 100 davon gehören nach Meinung von Golfexperten zu den schönsten der Welt. Gerade wenn bei uns im Winter die Grüns im Wasser oder im Schnee versinken, blüht der afrikanische Sommer. Bequem fliegt man abends los und sitzt bereits am nächsten Morgen ausgeruht auf einer sonnigen Frühstücksterrasse, ganz ohne Jetlag. Den Golfferien am Kap steht deshalb nichts mehr im Wege. Golf Buddies hilft Ihnen gerne bei der Organisation. www.golfbuddies.co.za GOLFSUISSE 05-18 61
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3330 KILOMETER IM CAMPER DURCH DIE BRETAGNE
Die grösste französische Halbinsel ist bekannt für Austern und für die 2700 Kilometer lange Atlantikküste. Die Bretagne ist (auch) ein Paradies für Camper. GOLFSUISSE ging auf Entdeckungstour und fand dabei natürlich spannende Links-Plätze. STEFAN WALDVOGEL Golf Cornouaille (Green 4) aus der Vogelperspektive.
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«Dank des TGV sind wir schon fast ein Vorort von Paris», sagt Xavier des Déserts, langjähriger Präsident des Golfplatzes in Carantec. Der kleine Badeort am nordwestlichen Ende der Bucht von Morlaix lockt schon lange Ferienhausbesitzer sowie Touristen aus Frankreich an. Ausländische Gäste bringt ihn erster Linie der nahe Campingplatz, der zudem auf der Scorekarte prominent Werbung betreibt. Die Bretagne hat offiziell 798 Campingplätze, aber «nur» 32 Golfplätze. Statt direkt mit dem TGV starten wir die Tour durch das «Land am Meer» mit dem kompakten, aber höchst praktischen VW Camper. Die Einführung beim Spezialisten Citypeak dauert eine Stunde, dann sind die technischen Finessen des rollenden Hotelzimmers erklärt, etwa, wie aus der Seitenwand in wenigen Sekunden der Campingtisch aufgestellt wird. Auf der Autobahn quer durch Frankreich fährt sich der VW Ocean wie ein normaler PKW, gleichzeitig bleibt man dank den eigenen Betten an Bord völlig flexibel. Dies nutzten wir schon bei unserer ersten Station, dem Touristenmagneten Mont-Saint-Michel. Gleich nach der Ankunft am Abend besuchten wir den Klosterberg und konnten damit den Massen problemlos aus dem Weg gehen. Das kleine Örtchen Cancale ist berühmt für seine Austern, Saint-Malo für seine Altstadt.
DINARD MIT VIEL GESCHICHTE
Weniger bekannt sind hierzulande die verschiedenen Golfplätze der Region. Dabei hat vor allem Dinard eine sehr lange Tradition, er gilt als zweitältester Golfplatz von ganz Frankreich. Der Club wurde 1887 von britischen Soldaten, die in der Nähe stationiert waren, gegründet. Hier zeigt sich, wie abwechslungsreich die Bretagne ist, denn dieser Platz ist ein Muss für Golfliebhaber – mit gut 5300 Metern für heutige Verhältnisse äusserst kurz und «nur» Handicap 68. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Die ersten Bahnen sind «Links light» und liegen teilweise zwischen den Bäumen, richtig spektakulär wird es dann ab Loch 6. Hier staunt sogar unser irischer Mitspieler John Fitzgerald und zückt die Kamera. «Das ist ein wahrer Linksplatz. Deshalb liebe ich ihn», kommentiert der Familienvater, der selber auf einem 64 GOLFSUISSE 05-18
Camping in der Region übernachtet. Dort habe es ebenfalls 18 Löcher, doch Dinard sei deutlich spezieller, sagt der Mann aus dem Land mit den meisten Linksplätzen.
AUSGEBAUT
Zumindest teilweise als Linksplatz gilt auch der nahe Golf Saint-Cast. Dieser wurde ebenfalls bereits 1926 eröffnet, aber erst 1995 auf 18 Löcher ausgebaut. «Wo der heutige Parkplatz steht, war beispielsweise eine Spielbahn», erzählt Golfdirektor Philippe Lefeuvre nach der Runde. Nach dem Umbau entstanden neun neue Löcher, zumeist auf einem erhöhten Plateau mit schöner Aussicht. Ganz zum Schluss geht es dem Meer entlang auf natürlich geformten Fairways zurück zum schmucken Clubhaus. Hier spielen wir mit einem französischen Paar aus Bordeaux. Immer wieder zückt sie das Handy, fotografiert ihren Mann und die Umgebung. Zuhause sei es fast zu heiss, in der Bretagne sorge der Golfstrom für ein angenehmes Klima. Man sei ein typischer Touristenplatz, fügt Lefeuvre an. Weil der Ort im Sommer zu wenig Hotelzimmer habe, seien die vielen Campingplätze immer wichtiger geworden, erzählt er nach der Runde weiter.
PROFIS ZÜCKEN DIE KAMERA
Wer es gerne anspruchsvoller hat, kommt in Pléneuf-Val-André auf seine Kosten. Hier treffen sich jährlich im August die Spieler der Challenge Tour. Der Parcours auf einem Plateau oberhalb der Küste beginnt mit einem sanften Par 5, dann folgt aber schon das schwerste Loch, gefolgt von einem recht langen Par 3. Richtig spektakulär sind dann vor allem die Bahnen 10 und 11. Zunächst geht es «blind» steil hinunter, beim nächsten Abschlag lohnt sich der kleine Aufstieg auf die Teebox der Profis für den spektakulären Ausblick. «Egal, wie oft sie den Platz schon gespielt haben, hier zücken die Spieler während der Runde ihre Kameras», erzählt Clubmanager Laurent Jouanno. Das Turnier der Challenge Tour habe dem relativ jungen Platz enorm viel gebracht, ist er überzeugt. Auffallend hier, wie auf allen bespielten Anlagen in der Bretagne: Die Grüns sind schnell und spurtreu, die Greenfee für Schweizer Verhältnisse mit gut 50 Euro im Schnitt recht günstig.
Das gilt ebenso für den einzigen klassischen Parkland Course, den wir auf unserer Reise gespielt haben. Golf de Quimper-Cornouaille feiert nächstes Jahr seinen 60. Geburtstag, entsprechend dominieren hier riesige, wunderschöne Bäume das Bild des Parcours. Das gilt speziell für den «alten Teil», aber teilweise auch für die erst 1992 neu erstellten Bahnen 8 bis 16, die etwas weitläufiger sind, dazu ab und zu mit Blick auf die Bucht. Insgesamt bietet der Platz viel Abwechslung, einige kleinere Höhenunterschiede sowie teilweise tückisches Wasser. Hier entscheidet nicht unbedingt die Länge, sondern eher Genauigkeit. Ein Spielgenuss ist es allemal.
ZURÜCK ANS WASSER
Nochmals südlich steuern wir Ploemeur Océan an. Wieder haben wir den Campingplatz direkt daneben gebucht. Obwohl wir schon morgens um 9 Uhr starten, sind schon erstaunlich viele Franzosen unterwegs. Sie lassen uns stressfrei durchspielen, schliesslich sei man in den Ferien und geniesse die eindrückliche Sicht auf den Atlantik. Erst vor kurzem hat man die Spielreihenfolge umgedreht. So führt der Parcours nun zuerst am Meer entlang durch einige Dünen. Dank den relativ breiten Fairways stören uns die diversen blinden Schläge überhaupt nicht, vielmehr sind wir erneut von den hervorragenden Grüns begeistert. Dank den vielen nach vorn gesteckten Teeboxen sind zudem die Scores zum Schluss überdurchschnittlich gut. Auf den geplanten Besuch der «Belle-Île» mit dem 14-Loch-Linksplatz müssen wir diesmal verzichten. Aber für uns als Neu-Camper und Neu-Entdecker der Bretagne ist klar, wir fahren nochmals hin. Nicht nur wegen den Golfplätzen, auch dank der langen keltischen Geschichte, der eigenen Sprache und den bekannten Megalithen. Unweit vom Golf von Morbihan befinden sich die Steinfelder von Carnac, sie gelten als die grössten MegalithAnlagen der Welt. Die aufrecht stehenden grossen Steine wurden hier um 4500 vor unserer Zeitrechnung aufgestellt. Heute sind davon noch weit über 2800 in mehreren Gruppierungen zu sehen. Ebenfalls nicht verpassen sollte man die historische Stadt Vannes mit ihren Fachwerkhäusern und die Künstlergemeinde Pont-Aven. Hier locken mittlerweile 60 Galerien um die Gunst der Tagestouristen. Nach den Erfolgen der Krimi-Buchreihe «Kommissar Dupin» aus der Bretagne seien die Besucherzahlen aus Deutschland um 70 Prozent gestiegen, erzählt die Frau vom lokalen Tourismusbüro. Im nahen Ploemeur Océan sehen wir dann die ersten deutschen Golfgäste. Sie lassen sich die verschiedenen Rabatte der Blue-Green-Gruppe erklären. Impressionen aus Vannes, der langen Küste, Klosterberg Mont-Saint-Michel und diverse Plätze der Region.
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Spezialist Bentour vermeldet doppelt so viele Buchungen wie vor einem Jahr. Auch dank des freien Falls der türkischen Lira dürfte sich das Comeback von Belek in nächster Zeit sogar noch beschleunigen. GOLFSUISSE hat sich vor Ort umgeschaut und Erstaunliches bemerkt. JÜRGEN SAHLI
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DAS COMEBACK DER TÜRKEI
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ei den Golfprofis scheint die Lust auf die Türkei wieder grösser zu sein als auch schon. Nach prominenten Absagen in der Vergangenheit sind die «Turkish Airlines Open» vom 1. bis 4. November in Belek hervorragend besetzt. Schliesslich geht es beim ersten Finalturnier der European Tour um sieben Millionen Dollar, die «Turkish Airlines Open» gehört zur höchst lukrativen Rolex-Serie. Vorjahressieger Justin Rose kommentiert schon fast euphorisch: «Ich hatte immer eine grossartige Zeit in der Türkei, die Gastfreundschaft und die Rahmenbedingungen sind unvergleichlich. Ich kann es kaum erwarten, zurückzukehren.» Eine Aussage, die nach den Golfferien in Belek auch von mir sein könnte. Nur, öffentlich mache ich sie nicht mehr. Ich gebe es zu: Ich habe es getan! Ich bin kürzlich zum Golfen in die Türkei geflogen. Und ich gestehe: Es war wunderbar! Diese beiden Sätze reichen, um in Golferkreisen schief angeschaut zu werden. «Aus politischen Gründen gehen wir nicht mehr in die Türkei», gibt mir meine Tischnachbarin im Golfclub Entfelden zu verstehen. Damit ist meine Charme-Offensive für die schönen Golfplätze, die hervorragende Hotellerie und die freundlichen Menschen in Belek schon im Keim erstickt. Seit dem Anschlag im Januar 2016 in Istanbul und dem Putschversuch im Juli 2016 schwingen die Golfer ihre Schläger lieber in Spanien oder Portugal und bleiben den 15 Plätzen in Belek an der Mittelmeerküste fern. Aber auch die Golfer vergessen schnell. Tatsächlich muss man sich in Belek wieder um die besten Startzeiten bemühen und an den reich gedeckten Buffets in den Hotels Schlange stehen. Von Januar bis April 2018 reisten laut offiziellen Zahlen 51 520 Schweizerinnen und Schweizer in die Türkei. Das ist ein Plus von gut 34 Prozent. Klar ist nur ein kleiner Teil davon auf den Golfplätzen anzutreffen, doch auch dort wird es schon fast wieder eng.
«BUCHUNGEN WIE IN DEN BESTEN JAHREN»
Deniz Ugur, CEO von Bentour, dem grössten Anbieter von Golfreisen in die Türkei, spricht von «doppelt so vielen Buchungen wie im Vorjahr». «Wir sind wieder auf dem Niveau von 2014 und 2015, welche für uns gute Jahre gewesen sind», sagt Ugur im Gespräch mit GOLFUISSE. Er kennt die Bedenken der Schweizer Golfer, ist sich aber sicher, dass die Qualität der Plätze und Hotels und das gute Pinienwälder sind das Wahrzeichen der Golfplätze in Belek.
Preis-Leistungs-Verhältnis auch die grössten Skeptiker wieder in die Türkei locken werden. Die Buchungen für die Wintermonate bis März 2019 scheinen ihm Recht zu geben. Einen zusätzlichen Schub erwartet der Bentour-Chef auch vom erweiterten Flugangebot von Edelweiss nach Antalya in den Wintermonaten. Nicht so ganz an das Comeback glauben andere Schweizer Golfreisen-Spezialisten. Peter Knecht von Columbus Tours verzeichnet zwar mehr Buchungen. «Der Preis steht klar im Vordergrund», sagt Knecht. Auch Roly Petermann von Green Golf merkt, dass die Türkei wieder anzieht: «Wir haben deutlich mehr Buchungen.» Viele seiner Kunden geben ihm aber unmissverständlich zu verstehen, dass die Türkei im Moment aus Prinzip ein absolutes No-Go ist.
«TEETIME 6.45 UHR»
Das sehen allerdings längst nicht alle Golftouristen so. Das freut beispielsweise Orhan Metin. Jetzt hat der Pro auf dem Golfplatz National wieder Gäste und damit auch viel Arbeit. «Heute ist der Platz ausgebucht!»,
Viel los war aber auch auf den beiden 18-LochChampionship-Pätzen Glorya Old Course (Par 72) und New Course (Par 72). Auf dem Old Course lauern 63 Bunker und sieben Seen, die an sieben Löchern ins Spiel kommen. Beim etwas einfacheren New sind es bloss vier. Aber insgesamt gilt: Für Anfänger sind die Plätze nicht geeignet. Die Handicap-Begrenzung 36 macht hier durchaus Sinn. Wer nicht vier Stunden oder mehr unterwegs sein mag, dem bietet sich der attraktive 9-Loch-Platz Gloria Verde an.
DAS HIGHLIGHT CARYA
Mit dem Sultan Course (Par 71) und dem Pasha Course (Par 72) besitzt der Antalya Golf Club zwei Plätze, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Man kann es drehen und wenden, wie man will, der Sultan ist für Anfänger fast nicht zu bewältigen. Selbst guten Spielern ist empfohlen, genügend Bälle einzupacken. Viel entspannter geht es auf dem Pasha zu und her. Er ist der kürzere der beiden Plätze, bietet aber trotzdem spektakuläre Löcher. Golfvergnügen ist garantiert, und sei es wegen des oft freien Blickes auf das Taurus-Gebirge. Ein absolutes Highlight ist der Golfplatz Carya (Par 72), auf dem seit drei Jahren die Turkish Airlines Open ausgetragen werden. Das dicht angelegte Heidekraut verwandelt den Platz in ein wahrhaft spektakuläres Naturerlebnis. Dazu kommt der Gedanke, dass man als zahlender Greenfee-Spieler vor (fast) denselben Herausforderungen steht wie Tiger Woods, Rory Mcllroy, Justin Rose oder Martin Kaymer. Aber der Platz ist fair zu uns Amateuren und bietet Spektakel. Wo kann man schon an der Villa von Barack Obama vorbeispielen, die vor drei Jahren extra zum G20-Gipfel für den US-Präsidenten gebaut worden war, oder beim 16. Loch ab Weiss vom Dach einer Villa abschlagen? Wem das alles noch nicht reicht: Der Carya kann auch nachts unter Flutlicht gespielt werden.
«Ich hatte immer eine grossartige Zeit in der Türkei, die Gastfreundschaft und die Rahmenbedingungen sind unvergleichlich. Ich kann es kaum erwarten, zurückzukehren.» sagt Metin in seiner Funktion als Starter, und schickt uns um 6:45 Uhr (!) auf die Runde. Bei der relativ spontanen Buchung der Ferien war dies offenbar die einzige Teetime. Für Frühaufsteher ist das kein Problem, zudem ist man so deutlich schneller wieder im Clubhaus respektive im Hotel. Der 1994 eröffnete National gehört in Belek quasi zum «Pflichtprogramm». Der Championship-Platz (Par 72) führt durch alte Kiefernwälder und Eukalyptusbäume. Der National gehört mit über 6400 Metern zu den längeren von mittlerweile 15 (!) Plätzen in der Region. Das 18. Loch wird als eines der bekanntesten Löcher Europas angepriesen. Es ist zwar eher kurz, doch das Grün muss über das Wasser angespielt werden. Tröstlich: Bei Ballverlust sagt einem das Publikum auf der Clubhaus-Terrasse gerne, wo genau der Ball im See gelandet ist. Dank unserer frühen Startzeit konnten wir die Runde ohne die Beobachter zu Ende spielen.
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RAPHAEL DIAZ
«LOSLASSEN LERNEN»
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19th HOLE
Fürs Fotoshooting nimmt der Eishockey-Spieler einen Teil seiner Ausrüstung auf den Golfplatz.
Als Captain führte er die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft diesen Frühling zur sensationellen WM-Silbermedaille. Fürs eigene Golfspiel blieb Raphael Diaz vom EV Zug «sicher zu wenig Zeit». Dafür organisierte er im August höchst erfolgreich sein eigenes Charity-Turnier für den Hockey-Nachwuchs. INTERVIEW STEFAN WALDVOGEL
Raphael Diaz, was fasziniert Sie am Golfen? Dort hast du eigentlich keine Gegner ausser dir selber. Das ist für einen Hockey-Spieler wie mich zuerst gar nicht so einfach gewesen, und es fasziniert mich immer noch. Vor allem geniesse ich aber die Ruhe und die Natur. Wir sind während vielen Monaten entweder in Garderoben, Krafträumen oder der Eishalle. Da schätze ich den Gegensatz, geniesse die freien Stunden draussen. Und dass es beim Golf keine «Body Checks» gibt, schätze ich übrigens auch (lacht). Was ist für Sie eine ideale Golfrunde? Ich bin zwar ehrgeizig, doch gleichzeitig stehen auf dem Rasen der Spass und die Freude ein-
deutig im Zentrum. Mit lustigen Leuten im Flight ist es angenehmer als mit langweiligen, aber das geht wohl allen so. Wie zeigt sich Ihr Ehrgeiz auf dem Platz? Ich möchte endlich etwas konstanter werden, gleichzeitig investiere ich aber praktisch nichts ins Training. Das führt dann öfters dazu, dass ich einen total verkrampften Slapshot vom Hockey auch mit dem Golfschläger versuche. Das geht eigentlich nie gut, doch fällt man unter Druck öfters auf solche Gewohnheiten zurück. Ich muss mich immer wieder zwingen, die Ruhe zu bewahren, die Nerven nicht zu verlieren und neu zu fokussieren. Dafür hat man ja während einer Golfrunde genug Zeit.
Klar bin ich auch mal frustriert, wenn es nicht klappt und der Ball direkt im Gebüsch landet. Können Sie vom Golfen auch etwas für Ihren Beruf auf dem Eis profitieren? Eine gewisse Ruhe und der richtige Fokus helfen sicher auch beim Hockey. Für einen guten Pass braucht es eine Art innere Ruhe, wie beim Golfen ist «loslassen» eine wichtige Eigenschaft auf dem Eis. Anderseits gilt, auf dem Golfplatz muss man möglichst locker sein, in den harten, direkten Duellen benötigt man dagegen eine andere Körperspannung. Mich fasziniert der Gegensatz. Im Mai wurden Sie mit der Nationalmannschaft in Dänemark Vize-Weltmeister, seit dem August sind Sie täglich im Training mit dem EV Zug. Wann bleibt da noch Zeit fürs Golfen? Eben zu wenig. Faktisch sind es die Monate Juni und Juli, einen Teil davon war ich mit meiner Frau Myriam noch in den Ferien. Ich hoffe, dass ich nach meiner Eishockey-Karriere deutlich mehr auf dem Golfplatz anzutreffen bin als aktuell. GOLFSUISSE 05-18 71
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Raphael Diaz organisiert mit Florian Zimmermann die Charity-Trophy für den Eishockey-Nachwuchs. Sie sind jetzt 32 Jahre alt. Wie lange können Sie im harten Hockey-Geschäft noch ganz vorne mitspielen? Mein Vertrag mit Zug läuft noch drei Jahre. Solange ich gesund bleibe, möchte ich bis mindestens 35 noch spielen. 2020 findet die WM bekanntlich in der Schweiz statt, da wäre ich natürlich sehr gern nochmals dabei. Zwei Jahre später sind die nächsten Olympischen Spiele. Eine vierte Teilnahme wäre für mich natürlich der «Hammer». Aber erst einmal beschäftigt mich die aktuelle Saison mit dem EV Zug.
persönliches Anliegen. Meine Eltern konnten sich den Eishockeysport für mich und meine Schwester nicht einfach so leisten. Zuerst durfte ich nicht, weil die Eltern fanden, es sei zu teuer, ich solle zum Fussball. Aber mit fünfeinhalb Jahren setzte ich meinen Kopf doch durch. Auch weil die Mutter einen Job annahm, um mir die Ausrüstung zu kaufen. Für meinen spanischen Vater war Hockey relativ exotisch. Richtig gut findet er den Sport übrigens auch heute noch nicht. Zu gefährlich, findet er. Zu aggressiv (lacht).
Trotzdem finden Sie noch Zeit, einen eigenen Charity-Anlass zu organisieren. Im August fand in Holzhäusern die 4. Diaz Golf Trophy zu Gunsten des Hockey-Nachwuchses statt. Was ist Ihre Motivation? Der Anlass wird in erster Linie von meinem Freund und Berater Florian Zimmermann organisiert. Er hatte die Idee und übernimmt die meiste Arbeit. Mir ist es wichtig, etwas zurückzugeben. Es freut mich, jedes Jahr die Diaz Golf Trophy durchführen zu dürfen, den Leuten ein gutes Erlebnis zu bieten und gleichzeitig Geld für den Eishockey-Nachwuchs zu sammeln. Dieses Jahr kam der stolze Betrag von 32'000 Franken zusammen. Da ich selber aus einfachen Verhältnissen stamme, ist mir dies ein
Hat er es mal mit Golfen versucht? Nein. Er ist eher auf dem Fahrrad anzutreffen.
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Sie spielten in Ihrer Zeit in Kanada auch dort auf dem Rasen; was sind für Sie die grössten Unterschiede? Die Kanadier sind sportverrückt, Hockey, aber auch Golf sind sehr populär. Wir spielten in Montreal praktisch mit dem ganzen Team jeweils ein Turnier vor dem Saisonstart... Gleichzeitig geht es auf den Golfplätzen deutlich lockerer zu und her als bei uns. So trifft man an vielen Orten die Leute mit der Bierflasche in der Hand, und bei Bluejeans schaut niemand hin. Bei uns sind die Sitten in den vergangenen Jahren zum Glück auch etwas lockerer gewor-
den. Mich stören die Regeln und die Etikette persönlich nicht, aber ich finde es gut, wenn die Jungen nicht gleich abgeschreckt werden. In meinem Umfeld beobachte ich recht viele, die frisch anfangen. Da hat die Migros mit ihren Golfparks sicher viel geleistet, ich persönlich fühle mich in Holzhäusern immer wohl.
RAPHAEL DIAZ Der aktuelle Captain der Eishockey-Nationalmannschaft wurde am 9. Januar 1986 in Baar geboren. Es war unser Glück, dass wir nahe der Eishalle aufgewachsen sind, sagt der Zuger mit spanischem Vater. Raphael hat unter anderem seine vier Jahre ältere Schwester zum Sport gebracht. An den Olympischen Spielen in Pyeongchang war Daniela Diaz das erste Mal als Trainerin der Eishockey-Frauen dabei. Die Spiele in Südkorea waren die ersten, welche die Geschwister «gemeinsam» bestritten. Diaz spielt seit 2016 zum dritten Mal für den EV Zug in der Verteidigung, ab 2011 war er unter anderem bei den Montréal Canadiens, den Vancouver Canucks und den New York Rangers unter Vertrag.
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CHEFREDAKTOR Stefan Waldvogel, s.waldvogel@asg.ch
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FOTOGRAFEN Patrick Jantet, Getty Images, Tristan Jones, LET, Emanuel Stotzer, Hans-Peter Thoma, e621.ch, Deprezphoto, Crans-Montana, Livio Piatti, Rémy Steiner und Köbi Schenkel.
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