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GOLFSUISSE 2018-4 DE

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GOLFSUISSE • OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 4, AUGUST 2018

GOLFSUISSE OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 4, AUGUST 2018

EM

SCHWEIZER SILVER BOYS

147. THE OPEN

MOLINARIS TAKTISCHER SIEG

TURNIERE

KÜRZER UND KURZFRISTIGER

TRAVEL

GÜNSTIGER GEHEIMTIPP WALES


EDITORIAL

LIEBE LESERINNEN UND LESER

I

m schottischen Muirfield funktioniert die Golfwelt selbst im 21. Jahrhundert noch ein wenig anders als im Rest der Welt. Zumindest wenn Sie zum illustren Kreis der Members des Traditionsclubs gehören: Die Mitglieder beschreiben einen idealen Tag in ihrem Golfclub als «two-anda-half, two-and-a-half, two-and-a-half». Gemeint ist ein schneller klassischer Vierer am Vormittag gefolgt von einem ausgiebigen Mittagessen über zweieinhalb Stunden und weiteren 18 Löchern Golf, wieder als klas­ sischer Vierer. Einzelrunden nämlich dürfen in Muirfield nur Gäste spielen, Mitglieder spielen generell die traditionelle Form des Foursomes. Bei uns sehen die normalen Golftage etwas anders aus. Schon seit einigen Jahren werden beispielsweise in den Migros-Golfparks Bern und Holzhäusern mehr Runden über neun als über 18 Loch gespielt, bei vielen anderen ASG-Clubs zeigt der Trend in die gleiche Richtung: schneller und kürzer, damit neben dem Golf noch Zeit für andere Sachen übrig bleibt. Diese Tendenz zeigt sich auch bei den Turnieren: Die Zahl der Neun-Loch-Events hat sich schweizweit in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt, während die Teilnahme an herkömmlichen 18-LochStableford-Turnieren in vielen Clubs stagniert oder deutlich zurückgegangen ist. «Vor fünf Jahren hatten wir praktisch bei jedem Clubturnier 100 bis 120 Teilnehmer und eine Warteliste. Zuletzt sank die Beteiligung auf 60 bis 80 Leute», sagt Heinz Leuenberger, Manager im Golfpark Moossee. Die grosse Umfrage von GOLFSUISSE bei den ASGClubs zeigt ein ähnliches Bild: Mit Ausnahme des klassischen Presidents Cup und des Captains Prize locken die «normalen» Clubturniere weniger Golferinnen und Golfer an. Vor allem wollen immer weniger nach der Runde auf die Preisverteilung samt Nachtessen warten. Viele Clubs haben bereits reagiert. So bietet beispielsweise Heidental vermehrt Clubturniere ohne Siegerehrung an. Die heissen denn auch «Play and Go». Zu den ersten Veranstaltern mit diesem Kon­zept gehört auch die ASGI. Bei den ­ASGI-Open-Turnieren bekommen die Golfer nach der Runde ein «kaltes Plättli» und ein Getränk. Bei 37 und mehr StablefordPunkten erhalten sie einen Sofortpreis. ­«Diese Formel hat dermassen grossen

Anklang gefunden, dass auch die Clubmitglieder sich mehr solche Turniere in ihrem Heimclub wünschen», sagt ASGI-Generalsekretär Pascal Germanier. Ab Seite 32 lesen Sie, wie die Clubs ihre Turnierangebote angepasst haben und was Golferinnen und Golfer über ihre Erfahrungen berichten. Während bei den Clubspielern das Motto «immer kürzer und immer kurzfristiger» gilt, sieht es beim Spitzensport genau umgekehrt aus: Schon bei den U-16-Turnieren spielen die Junioren oftmals zweimal 18 Loch pro Tag. Golft man im Nationalteam, ist der Druck noch etwas grösser, wie es Nicola Gerhardsen, einer der Leistungsträger im «Silberteam», formuliert. Der 16-jährige Junior vom Golfclub Rheinblick war schon beim letztjährigen Aufstieg aus der zweiten Division dabei. Nun feiern die Schweizer U-18-Junioren mit dem zweiten Rang an der Team-Europameisterschaft in Tschechien einen der grössten Erfolge in der Geschichte der ASG. Zuletzt waren die Boys 2001 in einem Final. Den einzigen Schweizer EM-Titel holte 1972 (!) das damalige U-21-Team um Captain Martin Hodler mit einem Sieg über Schweden. Für Gerhardsen folgt schon bald der nächste Höhepunkt: Er qualifizierte sich für das Omega European Masters Anfang September in Crans-Montana. Bei den Profis dauern die Runden in der Regel länger als bei den Clubmitgliedern in Muirfield. Dafür spielen sie nur einmal 18 Loch pro Tag. Wie sich das Schweizer Grosstalent in Südafrika auf seinen ersten Auftritt bei den Profis vorbereitet, lesen Sie ab Seite 62. Mit sonnigen Sommergrüssen

Stefan Waldvogel

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GOLFSUISSE • OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 4, AUGUST 2018

INHALT

GOLFSUISSE OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 4, AUGUST 2018

Die Schweizer Silbermedaillen-Gewinner der U-18 Europameisterschaft: (von links) Cédric Gugler, Lorenzo Baldassarri, Aurélien Chevalley, Loïc Ettlin, Nicola Gerhardsen und Ronan Kleu. (Foto: Zdenek Sluka)

EM

SCHWEIZER SILVER BOYS

Planet Golf

147. THE OPEN

MOLINARIS TAKTISCHER SIEG

TURNIERE

KÜRZER UND KURZFRISTIGER

TRAVEL

GÜNSTIGER GEHEIMTIPP WALES

Golf & Lebensart: Life, Style, Trends aus der Welt des Golfsports

Cover Story

147. The Open: Francesco Molinari triumphiert mit Taktik

Hintergrund

Turnier-Teilnahme: Immer kürzer, immer kurzfristiger Umfrage bei Schweizer Golferinnen und Golfern ASG: «98 Prozent ist Breitensport»

06

People & Plätze

Nachwuchs-Serie Elena Moosmann: Die Bescheidene Welche Zwischenverpflegung soll es sein? Serie Golf historisch: Die ersten Regeln

SPONSOR

My Game

Equipment: Griffe und Schäfte sind wichtig Training: Pitch oder Chip das hilft Gesundheit: Der Fuss ist die Basis

26 SPONSOR

Top Golf

Evian Championship: Noch mehr Preisgeld am Genfersee Swiss Seniors in Bad Ragaz: Emotionaler Sieg 1. Lavaux Ladies Championship: Doppelter Erfolg Team-EM: Mit Hypnose zur Silbermedaille Omega European Masters: Premiere für Nicola Gerhardsen Ryder Cup: Das emotionalste Turnier der Welt

Travel

Günstiger Geheimtipp Wales Algarve: Die Plätze an der Perlenschnur

40

58 4 GOLFSUISSE 04-18

19th Hole

Radio-Moderator und Comedian Stefan Büsser

65 80

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S U I S S E

Bildmaterial nicht vertragsbindend.

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Z W E I T W O H N U N G E N

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A U S L Ä N D I S C H E

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g o l f r e s o r t - r e a l e s t a t e . c h

S T A A T S A N G E H Ö R I G E

I S T

E R L A U B T


PLANET GOLF

Perfekte Bedingungen in Samedan. Heimspiel für Olivia Stoffel (links unten) und alle Preisträger im Gruppenbild.

ASG Presidents & Captains Meeting

AARETALER DUO GEWINNT Zum 125-Jahr-Jubiläum von Golf Engadine trafen sich die Präsidenten und Captains der ASG-Clubs in Samedan. Beim VierballBestball-Turnier siegte die Equipe von Aaretal hauchdünn vor Sagogn und La Côte.

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Eine Klasse für sich waren wiederum Barbara Albisetti und Martin Kessler. Sie spielten zusammen 3 unter Par und gewannen darum die Brutto-Wertung. Die ASG-Direktorin und der ASG-Ehrenpräsident golften in der Kategorie «Gäste». Bei den Captains und Präsidenten harmonierte das Duo Anja Jörg und André

Krähenbühl vom Golfclub Aaretal am besten. Beide starteten mit Playing Handicap 14 und erspielten sich zusammen 43 Stableford-Punkte. Die Equipe von Sagogn mit Leo Cathomas und Erwin Senn erzielte einen Punkt weniger, Dritte wurden Cédric Perusset und Yves Seiler, das Team aus La Côte.


Zehntes ­ Extraloch ­entschied

Bei der Polish Open schreiben Matthieu Decottignies Lafon und Ondrej Lieser Golfgeschichte. Erst am zehnten Extraloch im­Stechen stand der Franzose Mathieu Decottignies Lafon als Sieger des Turniers auf der Pro Golf Tour fest.

K

oenig’s Selection

Der Amerikaner Patrick König tourt 2018 im Wohnmobil von Golfplatz zu Golfplatz. Wir zeigen eine kleine Auswahl seiner Fotografien in der Koenig’s Selection. Diesmal den spektakulären Scottsdale National in Arizona.Viele weitere Bilder finden Sie unter www.pjkoenig.com

Nur ein Sudden-Death-Playoff bei den Männern hat in der Geschichte des Golfsports länger ge­dauert: Im Jahr 1949 einigten sich Cary Middlecoff und Lloyd Mangrum bei der Motor City Open in Detroit darauf, den Sieg des PGATurniers nach elf Löchern und Gleichstand zu teilen.

70’000 Bälle zu verkaufen R.J. Smith hat es weniger auf Pars und Birdies abgesehen als auf Golfbälle. Seit fast 80 Jahren, seit dem ersten Caddie-Job mit 11, findet und hortet der mittlerweile 90-Jährige aus Minne­sota die Murmeln, spielt selbst nur gelegentlich und verbringt seine Zeit auf dem Platz lieber im Rough und im Gebüsch. Im Northern Hills Golf Course von Rochester beispielsweise ist Smith ein Mann der ersten Stunde. «Der Platz wurde 1976 eröffnet, und R.J. war seitdem jeden Tag zwei bis drei Stunden hier», berichtet Head-Pro Mike Manahan. So hat es Smith nunmehr auf 70’000 gefundene Golfbälle gebracht, die er in einem Schuppen lagert, jetzt aber verkaufen und den Erlös wohltätigen Zwecken zukommen lassen will. 8 GOLFSUISSE 04-18


DAIWA OFFICIAL D E ALE R 1 SINCE 199

Passionierte Golfer

GEWINNEN AT-HENAPREISE In der letzten Ausgabe von GOLFSUISSE lancierte at-hena einen grossen Wettbewerb. Nun stehen die Gewinner fest und die attraktiven Preise wurden den passionierten Golfern übergeben. Das auf Elektro Golf Trolleys spezialisierte Schweizer Unternehmen at-hena macht weiterhin von sich reden. Der Wettbewerb im GOLFSUISSE fand grossen Anklang. Mehrere tausend Golfer und Golferinnen nahmen am attraktiven Wettbewerb teil. Zu gewinnen gab es unter anderem einen at-hena Elektro Golf Trolley CLASSIC und einen at-hena Elektro Golf Trolley BASIC. Die drei Hauptgewinne gingen an: 1. Egon Waser, Solothurn (at-hena Elektro Golf Trolley Modell CLASSIC im Wert von 1590 Franken) 2. Beat Cotting, Flamatt (at-hena Elektro Golf Trolley Modell BASIC im Wert von 990 Franken) 3. Thomas Reutimann, Malters (at-hena Cartbag im Wert von 299 Franken) Wichtige Merkmale der Marke at-hena sind der hervorragende Service, die bedürfnisorientierte Beratung und die hohe Qualität der Produkte. Anfallende technische Defekte werden am at-hena-Standort in Dietikon oder bei den Fachhandelspartnern behoben. Sämtliches Zubehör sowie Ersatzteile aller Art sind im Zentrallager in Dietikon verfügbar. Das Schweizer Unternehmen wird vom Inhaber Thomas Mühlethaler geführt. Eine schnelle Logistik, optimale Kundenberatung und ein kompetenter Kundendienst runden den Vollservice ab. www.at-hena.ch

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PLANET GOLF

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at-hena

PLANET GOLF

Go the smart way.

125 Jahre Engadine Golfclub

«HAPPY BIRTHDAY» Am 1. August 1893 wurde auf dem Golfplatz Samedan das erste verbriefte Turnier ausgetragen. 125 Jahre später feierten 258 (!) Mitglieder und Gäste das spezielle Jubiläum mit einem erneuten Mixed Foursome und dem grossen Galaabend im Hotel Palace. Zwei Kanonenstarts um 7 Uhr und um 13 Uhr, meist in SechserFlights: Was nach einer endlosen Golfrunde tönt, war am 1. August im Engadin nur ein viereinhalb Stunden dauernder «Beziehungstest», wie es Clubpräsident Dumeng Clavuot formulierte. Beim Mixed Foursome schlagen abwechslungsweise die Frau und der Mann im Team ab. Wie vor 125 Jahren üblich, wurde beim Jubiläumsturnier Strokeplay gespielt, allerdings mit Beschränkung auf neun Schläge pro Loch. «Sorry Schatz» sei in ihrem gemeinsamen Flight zu einem Running Gag geworden, sagte auch ASG-Präsident Reto Bieler in seiner Rede beim grossen Galaabend. Der älteste Golfclub der Schweiz ist noch zwei Jahre älter als das legendäre Hotel Badrutt’s Palace in St. Moritz. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte Hans Badrutt zwei Mal die Auflösung des Clubs verhindert, und er war selber 20 Jahre lang Präsident des Golfclubs. Mittlerweile ist der Engadine Golf Club mit 1300 Mitgliedern nicht nur der älteste, sondern auch einer der grössten Clubs der ASG. Laut Clavuot sei man «gut aufgestellt», besonders freut er sich über die grosse Juniorenabteilung mit 170 Kindern. Ein Teil der Lärchen, die den Platz in Samedan prägen, sind laut dem Präsidenten bereits mehr als 700 Jahre alt. Damit auch die nachfolgenden Generationen etwas vom Jubiläum haben, liess der Club dank vielen privaten Spendern 125 zusätzliche Lärchen pflanzen. All dies wurde am Galaabend im Palace (auch) gefeiert. TV-Moderatorin Annina Campell führte charmant durch den Jubiläumsanlass. Neben den diversen Turniersiegern bat sie unter anderem auch Kjus-Chef Didi Serena und Verleger Micheal Ringier zu einem kurzen Talk auf die Bühne. Dabei verriet Serena unter anderem, wie er seine Zeit als Caddie auf dem Golfplatz Samedan erlebte, und Ringier erzählte, wie seine Eltern 1942 ihre Hochzeitsreise im Palace verbrachten und er deshalb wohl ein «5-Stern-Kind» sei. Bevor die Geburtstagsfeier im legendären King’s Club des Palace weiterging, gab’s noch ein gemeinsames Ständchen der Mitglieder und Gäste: natürlich «Happy Birthday» von Stevie Wonder.

Impressionen vom Jubiläums-Turnier und dem Galaabend, rechts ASG-Präsident Reto Bieler und Engadine Golf Präsident Dumeng Clavuot.

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PHIL UND TIGER PLANEN 10-MILLIONEN-DUELL Laut Golf.com planen Phil Mickelson und Tiger Woods ein Duell der Extraklasse. Ein 18-Löcher-Showdown zwischen den beiden Golflegenden. Im Pott liegen zehn Millionen (!) US-Dollar. Der Austragungsort: Las Vegas. Eigentlich ­sollte das TV-Event schon am 3. Juli stattfinden. Es gab jedoch Termin-Schwierigkeiten, doch Mickelson versprach: «Wir sind dran, einen anderen Termin zu finden.» Mickelson und Woods prägt eine langjährige Rivalität, die in den vergangenen Jahren jedoch in eine 12 GOLFSUISSE 04-18

freundschaftliche Beziehung mündete. Nicht zuletzt durch die US Task Force, die sich damit beschäftigt, den Ryder Cup in den USA zu behalten und der beide Stars angehören. Um das ganze Spektakel noch attraktiver für den Zuschauer zu gestalten, sollen Mikrophone die Interaktion zwischen den beiden mehr­ fachen Major-Siegern festhalten. «Man wird viele Kommentare hören, die man bei einer regu­lären TV-Übertragung nicht zu hören bekommt. Wir haben beide Spass am Trash-Talk», sagte Mickelson dazu.


PLANET GOLF

U18 Schweizermeisterschaft

Doppelerfolg für Nicola Gerhardsen

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Beim Championnat National Boys & Girls in Interlaken feierte Nicola Gerhardsen einen überlegenen Doppelerfolg. Der 16-jährige Junior vom GC Rheinblick spielte über vier Runden 12 unter Par und gewann damit beide Kategorien U16 und U18. Bei den Girls setzte sich die Einheimische Yael Berger unter anderem dank einer 65-er Karte im Final gegen Elena Moosmann durch. Die Zugerin musste sich nach der 64 zum Start mit dem Sieg bei den U16 Girls begnügen.

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So einfach geht‘s: Schlägerblatt-Rillen vorab gründlich mit Seifenwasser reinigen. Power Groove in einem 45-Grad-Winkel an jeder Rille ansetzen und mit wenig Druck drei Mal ganz durchziehen. Die Schlägerblatt-Rillen nochmals gründlich auswaschen und Power Groove mit etwas mehr Druck nun in senkrechter Stellung durch jede Rille hin und her ziehen. Einführungspreis 38 Franken (Versand 12 Franken). www.crown-golf.ch


PLANET GOLF Golfreisen Winter 2018/2019 Der ehemalige Chefarzt von Swiss ­ ­Olympic, Dr. med. Beat Villiger, beweist in seiner neusten Studie, dass Golfen gesund macht – und Golfen in Graubünden noch gesünder. Eine schwedische Studie mit über 300'000 Probanden zeigte bei Golfern eine um fünf Jahre verlängerte Lebensdauer gegenüber Nicht-Golfern. Ausserdem konnte bei Golfspielern eine deutliche Verbesserung der aeroben Fitness festgestellt werden, wohingegen das Risiko, während der sportlichen Tätigkeit einen Herz- oder Schlaganfall zu erleiden, im Vergleich zu anderen Sportarten deutlich geringer ist. Diese positiven Gesundheits­ effekte des Golfens treten selbstverständlich auch beim Golfen in Graubünden auf. Dr. med. Villiger streicht zudem die zahlreichen gesundheitlichen Vorzüge von Graubünden hervor. Zum einen die allergen- und schadstoffarme Luft. Zum anderen verstärken der reduzierte Luftdruck der mittleren Höhe und die hügeligen Golfplätze den gesundheitsfördernden Trainingseffekt. «Wir freuen uns sehr über die Studienergebnisse, die Golfen in Graubünden eine gesundheitsfördernde Wirkung bescheinigen. Deshalb haben wir mit einem Augenzwinkern eigens ein Bündner Golf-Präparat herstellen lassen», sagt Pius Achermann, Präsident des Bündner Golfverbands. Die 6er-Packung Golfbälle mit dem Logo von Graubünden Golf ist einer Medikamentenpackung nachempfunden und online im graubünden-Fanshop für 29 Franken erhältlich. www.graubuenden.ch/golf

DOPPEL-ASS Unglaubliche Hole-in-one-Konstellationen gibt es viele, aber Michael Lutgen hat etwas Besonderes geschafft. Der 42-Jährige wiederholte auf der 14 des New Prague Golf Club in Minnesota sein Ass, dass er zwei Tage zuvor mit einem Sechser-Eisen über rund 160 Meter erzielt hatte. Zuvor hatten seine Spielpartner sogar für 10 Dollar gewettet, dass er das neuerliche Hole-in-one nicht schaffen würde. Lutgen indes wollte eine 500 : 1-Wette, doch in weiser Voraussicht ging niemand darauf ein.

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PLANET GOLF

U14 Schweizermeisterschaft

Zwei Sieger, zwei Asse

Julien Bohnet und Marie-Caroline Viscolo holten sich in Interlaken den Schweizermeistertitel in der Kategorie U14. Beide spielten in zwei Runden starke 2 über Par und gewannen mit zwei Schlägen Vorsprung. Grund zur Freude hatten auch Florian Schäpper mit seinem Hole-in-One auf Loch 14 und Alex Steinhauser mit seinem Ass auf der 210-Meter langen Bahn 17 in der Schlussrunde.

Challenge Tour

Marco Iten auf

Platz 4

Kurz vor seinem 28. Geburtstag erspielte sich Marco Iten in Frankreich sein bestes Resultat auf der Challenge Tour: Einen vierten Rang ­ex-aequo mit total -11. Mit Tagesergebnissen von 72, 67, 66 und 68 spielte er sich in der Rangliste immer weiter nach vorne. Dank dem klar besten Saisonresultat auf der Challenge Tour konnte Iten am 26. Juli seinen Geburtstag mit einem sportlichen Grosserfolg feiern. In der Jahreswertung liegt Iten nun auf dem 48. Rang. Joel Girrbach, bester Schweizer, ist aktuell auf Platz 32, verzichtete aber auf das Turnier in Frankreich. 16 GOLFSUISSE 04-18


PLANET GOLF

Thailändischer Amateur mit Ass und Albatros Das passiert selbst Profis sehr selten: Auf der Finalrunde der AJGA’s ­Junior Golf Hub Championship notierte Conor Kelly fünf Schläge unter Par auf zwei Bahnen. Bahn 8, ein Par 3, rund 180 Meter, bezwang der thailändische Amateur mit einem Ass. Beim Par 5 gleich danach benötigte er auf den 440 Metern genau zwei Schläge. Nach anfänglichen Runden von 81 und 76 Schlägen landete der Thailänder bei einem Gesamtergebnis von +8 und dem geteilten 17. Rang. Die Finalrunde wird ihm dennoch für immer in Erinnerung bleiben.

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GOLFSUISSE 04-18 17


PLANET GOLF

Titan Stil-Ikonen von JuCad JuCad, Premium-Hersteller exklusiver, edler Golf Caddys, erhielt den German Brand Award 2018. Die Ehre gilt unter anderem den Top Caddys JuCad Phantom, drive SL Travel und Ghost. Das Titan-Trio zeichnet sich durch innovativste Technik und prämiertes Design aus. Mit seinen Einspeichen-Felgen gleitet der JuCad Phantom

anmutig über die Fairways – einzig in seiner Art. Der JuCad drive SL Travel ist ein echter Design-Klassiker: reisefreudig mit SportwagenPackmass, leistungsstark und superleicht. Der JuCad Ghost Titan, absoluter Newcomer mit Zweispeichen-Felgen und superleisen Brushless-Motoren, erhielt 2018 gleich drei namhafte Design-Auszeichnungen. Allen drei

Fünffacher Open-Champion

Thomson

gestorben

Der Australier Peter Thomson starb im Alter von 88 Jahren in seiner ­Geburtsstadt Melbourne. Er hat seit vier Jahren an einer Parkinson-­ Erkrankung gelitten. Der Golfplatz-Designer und Golfjournalist gewann zwischen 1954 und 1965 fünf Mal The Open Championship. Der «Hattrick» von 1954 in Royal Birkdale, 1955 auf dem Old Course und 1956 in Royal Liverpool ist im modernen Golf unerreicht. Thomson verbuchte im Lauf seiner Karriere insgesamt 84 ProfiErfolge, darunter auch ein Senior-Major, und wurde 1988 in die World Golf Hall of Fame aufgenommen. 18 GOLFSUISSE 04-18

Titan-Modellen sind vor allem das erstklassige Design, das kleine Packmass, neueste Technik wie Magnetstecker, Ladestandsanzeige am Caddy, Feststellbremse mit intelligenter Steuerungselektronik, optionale Fernsteuerung und natürlich die hohe Qualität handmade in Germany zu eigen. www.jucad.de


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CHF 2’659 p. P. im DZ | EZ-Zuschlag CHF 640

GOLF-RUNDREISE SÜDAFRIKA

ERSTER GOLFERSONG DER SCHWEIZ Ab sofort ist «Drive the Ball» auf allen gängigen Musikportalen erhältlich. Der Luzerner Unternehmer Hansjörg Thalmann liess sich auf dem Platz für den ersten Golfersong der Schweiz inspirieren. Der 34-jährige Hansjörg Thalmann ist hauptberuflich Partner des Startup- und Innovations­ zentrums «Kreativfabrik 62» in Oberkirch und Wirtschaftsdozent. Sein erstes «Mundart Rock-Pop»-Album veröffentlichte er schon vor acht Jahren, nun komponierte er den ersten englischen Song: «Drive the Ball», und gab sich den Künstlernamen «Jean Travel». Die Idee für das Lied kam Thalmann – wie könnte es anders sein – auf dem Golfplatz. «Beim Golfspielen fühle ich mich frei. Alle Sorgen sind meilenweit entfernt. Das Spiel gibt mir Power und ist ein super Ausgleich zum Alltag. Diese Emotionen hielt ich in meinem Lied fest», sagt der Komponist, der im Golfclub Sempach selber leidenschaftlich Golf spielt. Der Song kann ab sofort auf allen gängigen Musikportalen (z.B. i-Tunes, Spotify, usw.)­ ­gekauft oder gestreamt werden. Hier der Link: https://lnk.site/drive-the-ball

14. 01. – 26. 01. 2019 3 Übernachtungen im Pilanesberg Wildreservat, 5 Übernachtungen im Fancourt, 4 Übernachtungen in Somerset West, Frühstück und div. Dinner, 7 x Green Fee auf den besten Golfplätzen Südafrikas, Safari-Ausfahrten, Stadtführung Kapstadt und alle Transfers, u.v.m.

CHF 6’009 p. P. im DZ | EZ-Zuschlag CHF 1’340

GOLF & STRAND AUF MAURITIUS 22. 02. – 03. 03. 2019 9 Übernachtungen im Paradis Beachcomber Golf Resort inkl. Halbpension, 6 x Green Fee und Transfer, u.v.m.

CHF 3’609 p. P. im DZ | EZ-Zuschlag CHF 1’040 Ohne Flüge – Flüge und dazugehöriges Golfgepäck bieten wir Ihnen gerne zu tagesaktuellen Preisen an. Basierend auf Wechselkurs Stand 19.07.2018 (1 € = CHF 1’16)

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20 Jahre Golf Arena

20 LÖCHER IN AROSA

O

nCore Golf neuer Ball-Supplier der Swiss PGA

Die amerikanische Firma OnCore Golf Technologies Inc. wird offizieller Partner der Swiss PGA. «Wir teilen die Mission ‘Growing the Game’ und sind stolz auf die Zusammenarbeit», sagt Keith Marriott, Präsident der Swiss PGA. OnCore Golf wurde von den zwei jungen Unternehmern Bret Blakely und Steve Coulton gegründet und war die erste Firma, welche einen Ball mit einem hohlen Kern auf den Markt brachte. Max Pfefferlé, der die OnCore Bälle in der Schweiz vertreibt, freut sich über die Partnerschaft mit den Golf Professionals in der Schweiz. Irene Oberländer (Swiss PGA Generalsekretärin), Maxime Pfefferlé (OnCore Golf Swiss Distributor) und Hanspeter Herger (Swiss PGA Marketing).

Zum 20. Geburtstag der Golf Arena Pfäffikon wurden im Golf-Club Arosa zwei zusätzliche Par 3 vorbereitet und auch in die Wertung aufgenommen. Für die 20-Loch-Trophy schaltete Pccaddie.com übrigens eine neue Aus­werteform auf. Bei bestem Bündner Sommerwetter waren in Arosa Golferinnen und Golfer von 25 verschiedenen Clubs vertreten. Die Brutto-Wertung im zweier Scramble ging wie erwartet an die beiden Nationalspieler Henry Tschopp und Yeal Berger mit total 11 unter Par über die 20 Löcher. Beim Apéro und der Preisverteilung auf der sonnigen «Golfhuus»Terrasse durften sich die beiden Nachwuchsspieler und alle anderen glücklichen Gewinner sehr schöne Preise vom grosszügig bestückten Gabentisch aussuchen.

Neuer Ecco

«Street Style» Look Ecco präsentiert ihre neueste Kreation, den ECCO GOLF SOFT, eine ­ultimative Kombination aus Style und Performance mit dem einzigartigen «Street Style» Look. Der neue Schuh für Frauen ist in den Versionen «Low-cut» und «High-cut» erhältlich und vereint moderne Ästhetik mit einem Hybrid-Laufsohlen20 GOLFSUISSE 04-18

design. Stilsicher kommt dieser Schuh sowohl auf- als auch neben dem Golfplatz zum Einsatz. Ein breiteres Fussbett und höher geschnittene Seitenwände sorgen für erhöhte Stabilität und Balance, während die preisgekrönte ECCO DYNAMIC TRACTION SYSTEM® Aussensohle mit über 800 Traktionswinkeln herausragenden Grip auf jeglichem Untergrund bietet. Weitere Infos unter golf.ecco.com


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CAPTAIN’S CORNER

FRANK BAUMANN

FRAU MUGGLI GIBT AUF rau Muggli hat jetzt beschlossen, dass sie die Golfschuhe an den Nagel hängen werde. Jetzt, wo sie’s einigermassen können könne, sei das natürlich ein äusserst unglücklicher Moment, aber die Aktualität zwinge sie dazu. In den Golfferien in Spanien habe sie nämlich den Florian kennengelernt. Es sei absolut magisch gewesen: sie so am Tee 4 und er so auf dem Weg, der hinter dem Abschlag durchführt. Sie so mit dem Driver in der Hand und er so mit braunen Reitstiefeln und feinen Lederhandschuhen voll oben auf einem Pferd. Ein souschöner Hengst oder eine Stute oder so. Sie so: «Ou, das ist bestimmt ein Araber.» Aber dafür sah er zu europäisch aus. Und Spanier kam auch nicht in Frage, weil sie die kenne. Ja gut, sie dann so: «Buen día» und er so voll swissnessmässig und huärä-fründlich: «Grüezi». Ja und dann sei es irgendwie grad so eine Art Pfeil gewesen, der sie direkt hole-in-one-mässig ins Herz getroffen habe. Liebe auf den ersten

«Das Buch» ­speziell signiert

Blick würde sie jetzt noch nicht sagen wollen, da ja alles noch ganz frisch sei, aber schon doch intensiv. Ja gut und dann sie so: «Ah, Sie sind Schwiizer?» Und er so: «Ja und Sie, Sie sind d’ Frau Muggli.» Da habe es sie also grad ein bisschen tschudärät und ihr schier die Luft abgestellt. Und er so, er kenn sie drum aus den Medien und sie dann so: «Passen sie trotzdem auf, ich schlage jetzt dann ab.» Und er so: «Ja, aber doch hoffentlich in die andere Richtung.» Da musste sie natürlich schampar lachen, aber tatsächlich sei es ihr auch schon passiert, dass sie voll in die falsche Richtung gespielt habe. Auf Mallorca zum Beispiel, auf dem himmlischen Platz von Son Gual. Dort habe sie vom Abschlag 2 über einen dieser riesigen Bunker das Grün von Loch 3 und am Tee 14 das Grün 16 (über einen See) angegriffen. Aber gell, wenn der Architekt eine so komplizierte Anlage entwirft, dann darf er sich nicht wundern, wenn unsereiner mal in die falsche Richtung spielt.

Dies war die 40. und letzte Frau Muggli Kolumne im GOLFSUISSE. Jetzt kommt das Buch und Sie können es sich persönlich signieren lassen. Mit «Frau Muggli hat jetzt zugegeben» legt der Wörterseh-Verlag eine kurzweilige Sammlung der amüsanten Kolumnen von Frank Baumann vor, die in den letzten sechs Jahren bei uns abgedruckt wurden. Das perfekte Geschenk – und natürlich ein Muss für alle Muggli-Fans. Das Buch, es kostet 27.90 Franken, liegt ab Ende August in den Buchhandlungen. GOLFSUISSE Leserinnen und Leser können es, auf Wunsch auch signiert und/oder mit einer persönlichen Widmung, jetzt schon vorbestellen. Unter www.woerterseh.ch per Telefon 044 368 33 68 oder Mail leserangebot@woerterseh.ch.

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Zurück zur Begegnung mit Florian. Sie also so, ob er ein Auswanderer sei und er so, nein, er komme von Breitenloo. Sie natürlich grad so: «Wow, Breitenloo!». Sie habe dort schon ein Einladungsturnier auf dem Golfplatz gespielt (aber nicht gewonnen). Aber der Platz sei schön. Und er so, ja, er reite dort amigs vorbei, weil er sein Pferd in Oberwil habe. Und sie so: «Jetzt muss ich aber abschlagen.» Ja und dann habe sie natürlich einen vollen Kaffee zusammengespielt. Und Verena, die mit ihr auf der Runde gewesen war, habe nur gegigelet und gemeint, dass das etwas Ernstes und er bestimmt enorm reich sei, genau wie im Märchen. Und sie so: «Man muss manchen Frosch an die Wand schmeissen, bis mal ein Prinz draus wird.» Das alles erfahre ich kurz nach der entscheidenden Begegnung auf dem Golfplatz. Aber jetzt solle ich mich festhalten, hat Frau Muggli gesagt und mich am Arm gepackt: «Jetzt raten Sie mal, wer auf dem Rückflug in die Schweiz auf 16 C neben mir sass?» Verena? «Nein, die sass am Fenster. Auf 16 C sass ER!» Ja und jetzt habe sie ihn schon zweimal gedäität und es sei total romantisch gewesen, er sei praktisch genau auf ihrer Wellenlänge. Sie könne sich also gut vorstellen, mit dem Florian und seinem Hengst alt zu werden. Halt einfach ohne Golf. Das sei ein bisschen schade. Aber jetzt kommts: Damit sie zusammen in den Sonnenuntergang reiten können, habe er extra einen Tandem-Sattel für sein Ross machen lassen. «Ist das nicht romantisch?»


Golfresort startet zu neuen Ufern

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Das „Drei Thermen Golfresort“ in Bad Bellingen (einer der sonnigsten deutschen Ferienorte nahe der Grenzen zu Frankreich und der Schweiz), überzeugt mit seinem beeindruckendem Panorama, den Schweizer Alpen, des Schwarzwaldes und den Vogesen. Die 4 mit unterschiedlicher Topografie ausgestatteten anspruchsvollen Plätze begeistern Golfspieler jeder Stärke. Das größte Golfresort von Baden-Württemberg startet jetzt zu neuen Ufern. Mit einem Premium Golf und Tagungshotel und 3000 m² Wellnessbereichsangeboten sprechen wir ein neues Publikum an. Hier können Appartements erworben werden, die wir in einem Mietpool den Kunden zur Anmietung anbieten. Mit Teileigentum wird Lebensqualität und Rendite erworben.

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Half Moon Resort

FAMILIENVIERER

LADIES

Sie suchen nach dem perfekten Ausflug in die Karibik für den kommenden Winter? Die Lösung könnte die 2019 International Husband & Wife Championship im Half Moon Resort in Rose Hall auf Jamaica sein.

FIRST

Dort findet das Turnier inzwischen zum 35. Mal statt. Der genaue Termin ist 27. Januar bis 2. Februar 2019. Die Veranstaltung wird über drei Runden ausgerichtet, das Format ist Bestball und die Ehepaare spielen jeweils zusammen, wobei die Flights so zusammengestellt sind, dass ähnliche Handicap-Stärken in einer Gruppe sind. Gewertet werden verschiedene Netto- und Bruttoklassen. Das Traditionsturnier, das dank seines extrem internationalen Feldes Jahr für Jahr zig Ehepaare anzieht, setzt auf die perfekte Mischung aus Spielstärke und Alter. In den vergangenen Jahren reichten die Handicaps von 2 bis 40 und das Alter von 20 bis 80. www.husband-wife-golf.com

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etox-Programm

Eine entspannte Runde im Golf Club Franciacorta zwischen zwei Detox-Tagen? Wer diesen Sommer oder Herbst etwas für den Körper und das Gemüt tun will, bucht sich im italienischen Hotel L’Albareta ein, das in diesem Jahr vom Fachmagazin CNN Traveller zum «Spa Guide 2018 Winner» mit dem «Smartest Detox Escape» gekürt wurde. Das Hotel am kleinen Iseo-See, der bei weitem nicht so überlaufen ist wie der benachbarte Gardasee, gehört zur Gruppe der Relais & Chateaux Hotels und besticht durch seine wundervollen Blicke auf den See und die ruhige Lage. Das Spa wird von Chenot geführt und ist für seine Lymphdrainagen, Schlammpackungen und Jet-Bäder bekannt. Wer sich für eines der Detox-Programme entscheidet, fühlt sich aber nicht wie in einer medizinischen Klinik, sondern wie im Gesundheitsurlaub. Angeboten werden zum Beispiel Anti-Aging-Programme, Detox oder Weight Loss. Im Haus ist auch ein Osteopath. Die passenden Gerichte werden in den hauseigenen Restaurants serviert, die auf Spitzenniveau funktionieren. www.albereta.it

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Bridgestones

Super Soft Bridgestones neueste Sonderedition kommt aus dem Damensegment: Der e6 Soft Lady Pink Ball ist der 3-Piece-Ball mit dem weichsten Kern am Markt und ermöglicht damit auch Spielerinnen mit einer geringen Schwunggeschwindigkeit gute Längen und eine hohe Abflugbahn vom Abschlag weg. Die weiche Schale sorgt laut Herstellerangaben ausserdem für ein besonders weiches Gefühl. Die Sonderedition ist nun mit einer schimmernden Schale in Weiss erhältlich, die von einem grossen B-Logo in Pink/Rot geziert wird. Diese Variante des Balles wird nur in einem Produktionsdurchgang in den USA hergestellt und ist deshalb nur diesen Sommer erhältlich. Preis pro Dutzend: 49 Franken.


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Sei Young Kim

Rekordrunde

Niedriger geht es kaum: Mit einem neuen Rekordergebnis von 31 unter Par hat Sei Young Kim bei der Thornberry Creek LPGA Classic im Juli Geschichte geschrieben. Das Sensationsergebnis setzte sich aus 31 Birdies und einem Eagle zusammen, noch ein Rekord. Gleiches gilt für die Anzahl der Gesamtschläge: 257 – so wenige wurden bei einem Turnier über 72 Löcher noch nie benötigt. Auf dem Weg zum Sieg traf Kim übrigens 67 von 72 Grüns. Einziger Wermutstropfen in der ansonsten einmaligen Leistung war ein Doppel-Bogey in der zweiten Runde. Die 25-jährige Südkoreanerin ist allerdings bekannt für derartige Rekorde. Schon den Founders Cup 2016 hatte sie mit einem Ergebnis von 27 unter Par gewonnen und damit den Turnierrekord von Annika Sörenstam beim Turnier Standard Register Ping im Jahr 2001 egalisiert. Hier schoss die Schwedin auch die bis dato tiefste Turnierrunde auf der LPGA Tour: eine 59.

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147. THE OPEN

DER ITALIENISCHE TAKTIKER

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r war im Final mit Tiger Woods unterwegs und nicht im Zentrum des Interesses. Francesco Molinari spielte lange unter dem Radar, doch der ruhige Taktiker ist der «Champion Golfer of the Year». PETRA HIMMEL

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s gibt keinen Aspekt in seinem Spiel, den er nicht bedacht hatte. Francesco Molinari, der neue The-Open-Champion, hat über die Jahre gelernt, dass der Erfolg im Profigolf das Produkt vieler Einflüsse ist. Er hat Denis Pugh, seinen Schwung-Coach, vor Jahren engagiert und mit ihm eine Schlagbewegung entwickelt, die nicht nur einen erstklassigen Treffpunkt produziert, sondern vor allem Konstanz. So viel Konstanz, dass der Italiener an den zwei Finaltagen der Open kein einziges Bogey spielte. Molinari holte Dave Alred in sein Team, einen Briten aus Bristol, der sich einen Namen im Bereich der Leistungsanalyse gemacht hat, vor allem mit dem Rugbyspieler Jonny Wilkinson – einem Star in Grossbritannien. «Ich versuche, die Spiele unter dem Aspekt des Verhaltens zu betrachten», erklärte Alred in einem Interview mit der «Sunday Times». «Wie viel von der Vorbereitung ist relevant für das, was man später tun wird? Es gibt das Argument, dass bei einem Spiel mit unvorhersehbarem Ablauf – und das ist Golf zweifellos – auch das Training unvorhersehbar sein sollte.» Alred und Molinari haben monatelang auf diese Weise trainiert. Phil Kenyon schliesslich kümmert sich um das Putten des Italieners. Molinaris Schlag ist entschlossener geworden, sicherer. Den Ball am 18. Grün aus 1,5 Metern, der am Finalsonntag die alleinige Führung von 8 unter Par bedeutete und am Ende den Sieg, hätte man auch vorbeischieben können. Molinari hat tausende solcher kleiner Putts gemacht, um genau solch ein Versagen zu verhindern. Er mag keine unkalkulierbaren Situationen.

Der Italiener auf dem Weg zu seinem grössten Sieg.

Francesco Molinari ist ein ruhiger Typ, unauffällig, ein Familienmensch. Einer, der gerne unter dem Radar fliegt, auch wenn er in dieser Saison bereits vor Beginn der British Open einer der herausragenden Spieler in Europa war. Er hat die BMW PGA Championship in Wentworth im Mai gewonnen und das Quicken Loans National Turnier auf der US PGA Tour. Mit seinem Sieg bei der British Open ist er in der Weltrangliste bis auf Position 6 vorgerückt.

NICHT DIE HAUPTPERSON

Es mag dem 35-Jährigen geholfen haben, dass er selbst in der Finalrunde der British Open, umgeben von zig Kameras, Zuschauern und Fotografen, noch immer nicht die Hauptperson war, weil er zusammen mit Tiger Woods an den Start ging. «Es war ganz klar, dass in meinem Flight die Aufmerksamkeit nicht auf mich gerichtet war», resümierte Molinari später mit einem Lächeln. Dass er ausgerechnet mit Tiger Woods die Finalrunde absolvieren musste, war ein 28 GOLFSUISSE 04-18


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Erlebnis, an das er sich wohl ewig erinnern wird. Bis zur Bahn 11 nämlich erschien eher Woods als der wahrscheinliche Sieger als Molinari, der unverdrossen ein Par nach dem anderen herunterspielte, seine Runde aber nie mit einem Birdie so richtig in Fahrt zu bringen schien. Woods, mit 42 Jahren inzwischen durchaus einer der eher Älteren im Feld, hielt um 4.19 Uhr nach-

später verlor, nachdem er einen Ball in die Zuschauer geschlagen und schlecht gechippt hatte und am nächsten Loch noch zweimal im Rough gelandet war.

WOODS IST ZURÜCK

Die Magie war nach einem Doppel-Bogey und einem Bogey dahin, aber bei den Zuschauern blieb die Erkenntnis, dass Tiger Woods zurück an der Weltspitze ist. Mag sein, dass er nie seinen 15. Major-Sieg holt. Ziemlich sicher wird er nie wieder Weltranglistenerster sein. Aber sein Comeback, das Ende des vergangenen Jahres auf einem Weltranglistenplatz jenseits der 1000 begann, hat an der Open seinen Abschluss gefunden. Alle Welt weiss, Woods ist zurück. Wettbewerbsfähig, besser als mancher andere. In der Weltrangliste machte er einen Sprung auf Rang 50 und qualifizierte sich damit für die World Golf Championship. In Amerikas Ryder-Cup-Team im Herbst ist der Superstar wohl gesetzt. Egal, ob er sich noch automatisch qualifiziert oder nicht.

Francesco Molinari ist ein ruhiger Typ, unauffällig, ein Familienmensch. Einer, der gerne unter dem Radar fliegt, auch wenn er in dieser Saison bereits vor Beginn der British Open einer der herausragenden Spieler in Europa war. mittags plötzlich die geteilte Führung und stand ein paar Minuten später mit 7 unter Par sogar allein auf Position 1. Es war das erste Mal seit dem Finalsonntag des Masters 2011, dass Woods ein Major anführte. Berücksichtigt man, dass der Amerikaner dazwischen reichlich private Wirren und mehrere Rückenoperationen hinter sich gebracht hat, bleibt wohl nur Staunen. Auch wenn Woods die Führung schon kurze Zeit

Der Star gratuliert dem Sieger.

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Diese Rückkehr in eine Führungsposition fühlte sich für Woods nicht ungewohnt an. Der heisse Kampf um den Sieg in einem Major ist offenbar wie Fahrradfahren – man verlernt es nicht. «Ich habe das auf so viele unterschiedliche Arten erlebt. Es hat sich grossartig angefühlt, Teil dieser Mischung zu sein und mir meinen Weg in dieses Turnier zu ebnen», bilanzierte er selbst. Es war Molinaris Glück, dass er den Hype um einen Tiger Woods, den Massenauflauf im Finale, von Major-Turnieren her schon kannte. Der Italiener bestritt die Schlussrunde mit Phil Mickelson, als dieser die Open in Muirfield gewann. Er spielte Ryder-Cup-Matches gegen 30 GOLFSUISSE 04-18

Tiger Woods und hat den Menschenauflauf kennen gelernt. «Ich wusste, was auf mich zukommt», meinte er. «Ich war ruhig.» Ruhe wird er in den nächsten Wochen und Monaten kaum finden. Was aus seinem einwöchigen Sommerurlaub werden würde, konnte Molinari nach seinem Sieg kaum sagen. Dass er in Ruhe vor einem Cappuccino in Italien sitzen wird, war allerdings kaum vorstellbar. Francesco Molinari ist Italiens erster Major-Sieger. Der ruhigere von zwei Brüdern, der eigentlich immer als der untalentiertere gewann. Edoardo, sein Bruder, galt dagegen immer als das Megatalent. Der exaltierte

Molinari aber ist inzwischen weit weg von der Leistungsstärke seines Bruders. Er selbst, meinte Francesco Molinari, habe 1995 wie gebannt vor dem Fernseher gesessen, als sein Landsmann Costantino Rocca bei der British Open um den Sieg kämpfte. «Hoffentlich kann ich die Kinder ähnlich inspirieren, wie es mit mir damals war.»

EUROPA IST ZURÜCK

Eines jedenfalls ist sicher: Mit Molinaris Sieg hat Europas Profigolf-Szene ein Stück Selbstbewusstsein zurückgewonnen, nachdem die letzten fünf Major-Siege davor allesamt an amerikanische Profis gegangen waren. Die zwei letzten


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TUPFER VON GRÜN Linksgolf ist anders – die British Open in Carnoustie hat wieder einmal bewiesen: Es ist Weltklasse. Irgendwann am Finalsonntag der 147. The Open blinkt auf meinem Handy eine Text-Message auf: «So ein hässlicher, vertrockneter Golfplatz. Und das bei den British Open.» Die Freundin, die das schreibt, ist eine ziemlich gute Golferin, einstellig – aber Linksgolf kennt sie noch nicht. Kurze Zeit später analysiert Phil Mickelson vor Reportern: «Ein aussergewöhnliches Turnier und ein aussergewöhnlicher Golfplatz», lautet seine Bilanz. Mickelson hat seine erste British Open 1991 in Royal Birkdale bestritten. Er hat das Turnier 2013 in Muirfield gewonnen. Er gilt als Linksgolf-Fan, als einer, der gerne auch privat auf den grossen Championship-Plätzen der britischen Inseln spielt. Am Thema Linksgolf scheiden sich die Geister. Vor allem dann, wenn die Plätze wie während dieser British Open extrem braun und trocken aussehen. Royal Liverpool 2006 wirkte wie eine Mondlandschaft, der Old Course von St Andrews war im Jahr 2000 staubig braun. FairwayBewässerung findet auf Linksgolfplätzen nicht statt, die Natur regelt den Zustand des Platzes und seinen Schwierigkeitsgrad. «Es war tough, auch ohne Wind», resümierte Bernhard Langer die Anforderungen in Carnoustie. Der deutsche Altmeister weiss aus seiner langen Erfahrung: «Weil der Boden so hart war, musste man bei jedem Schlag das Verspringen des Balles einkalkulieren, und wie weit der Ball noch ausläuft. Legt man den Ball vor einem Hindernis ab und riskiert man, dass er noch reinhüpft in den Bunker? Spielt man daneben ins Rough oder über den Bunker ins hohe Rough?» Linksgolf ist das Spiel der Optionen, der zig Variationen an einem Loch. Am besten ist am Ende der Spieler, der aus allerlei Möglichkeiten die ideale Route wählt. «Das war hier ein super Setup», meinte Mickelson, «weil es an jedem Abschlag vier, fünf Möglichkeiten gab.» Die Anforderung, den Ball sauber zu treffen, ist auf braunem Gras nicht anders als auf grünem. Am Ende der Bahnen lagen auch in Carnoustie tadellos grüne Grüns. Zu dem Rekordergebnis, das viele Beobachter zu Beginn der Turnierwoche prophezeiten, ist es bei weitem nicht gekommen. Carnoustie, dessen drei Schlusslöcher als das härteste Finish im Major-Golf gelten, heisst nicht umsonst Car-nasty. Es ist kein hübscher, wohl aber ein erstklassiger Golfplatz. Farben können das nicht ändern. Grün allein ist eben bei weitem kein Qualitätsmerkmal.

Tiger Woods im Mittelpunkt des Interesses in Carnoustie. Spielpaarungen der British Open in Carnoustie bestanden aus Amerikanern: Kevin Chappell und Kevin Kisner, Xander Schauffele und Jordan Spieth. Vor dem Beginn des Ryder Cups im französischen Le Golf National im September hatte Europas Team eine Erfolgsstory also dringend nötig. Jene von Molinari wurde angereichert durch Rory McIlroy und Justin Rose, die sich am Ende auf dem gemeinsamen zweiten Platz wiederfanden. Wer in den vergangenen Monaten über die vermeintliche Schwäche des europäischen Teams stöhnte, wurde in diesem British-Open-Finale eines Besseren belehrt. Europas Profis mischen wieder vorne mit. GOLFSUISSE 04-18 31


HINTERGRUND

Die spezielle Turnier-Atmosphäre lockt weniger Spieler an.

TURNIERE

IMMER KÜRZER, IMMER KURZFRISTIGER Die Migros Challenge von Mitte Juli brachte mit 1308 Spielern einen neuen Teilnehmer-Rekord. Insgesamt zeigt der Trend aber in Richtung 9-Loch-Events. Zudem erfolgen die Anmeldungen immer kurzfristiger, wie die Umfrage von GOLFSUISSE zeigt. STEFAN WALDVOGEL

Trotz des gleichzeitig stattfindenden Finals der Fussball-Weltmeisterschaften war das grösste Golfturnier der Schweiz so gut besucht wie noch nie in der 10-jährigen Geschichte der Migros Challenge. Genau 1308 Golferinnen und Golfer massen sich einzeln und in Zweierteams auf den sechs Migros Golfparks in Limpachtal und im Golfclub Losone. Das sind gut 150 Spieler mehr als beim letzten Rekord vor fünf Jahren, wo «nur» in den Migros Golfparks abgeschlagen wurde. Insgesamt sei die Beteiligung bei den Turnieren in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben, sagt Hans-Peter Schild, Verantwortlicher für die Migros Golfcard. «Den grössten Einfluss auf die Teilnehmerzahlen haben die Wettervorhersagen und der Wochentag», sagt Schild aus seiner Erfahrung mit jährlich 22 Turnieren speziell für die Mitglieder der Migros Golfcard. Insgesamt organisiert die Migros inklusive 32 GOLFSUISSE 04-18

der Golfpark-Tour dieses Jahr 233 Turniere, 92 davon sind 9-Loch-Events.

SCHLEICHENDER PROZESS

Bei der ASGI sieht man einen klaren Trend «weg von klassischen Stableford-Turnieren über 18-Loch». Das sei ein schleichender Prozess der vergangenen fünf Jahre, entsprechend habe man den Turnierkalender angepasst, erläutert Ursula Joss, Geschäftsführerin der ASGI in der Deutschschweiz. Gefragt seien einerseits kurze und schlanke 9-Loch-Events, auf der anderen Seiten laufen auch die handicapwirksamen Turniere über drei Tage auf drei verschiedenen Plätze sehr gut, fügt Joss an. «Viele Leute wollen nach einem Turniertag nicht ewig lang auf die Preisverteilung und das Nachtessen warten, anderseits nehmen sie sich frei und geniessen die spezielle Atmosphäre des eher sportlichen Drei-Tages-Events», erläutert sie den scheinbaren Widerspruch.

IMMER KURZFRISTIGER

Bei Birdie Open zeigt man sich ebenfalls «sehr zufrieden» mit den Afterwork 9-LochEvents. «Die Leute wollen bei uns immer noch handicapwirksame Turniere spielen, aber nicht immer auf dem gleichen Platz», erläutert birdie-open.com-Präsident Dino Canepa. Auch er beobachtet ein immer kurzfristigeres ­Anmelden: «Früher schrieben sich die Golfer drei oder vier Wochen vorher ein, heute schauen sie auf die Wetter-App und buchen erst in den letzten Tagen. Das macht die Organisation natürlich deutlich anspruchsvoller», ergänzt er. Neuerdings organisiert das House of Swiss Golf als Betreiberin der Birdie-Open-Turniere sogar 3-Loch-Events im eigenen Golfpark ­Wädenswil. Diese ziehen laut Canepa ein deutlich jüngeres Publikum an als normale Turniere. Im Schnitt seien es bei den (nicht handicapwirksamen) Mini-Turnieren immerhin 20 bis 25 Spieler, sonst sei der Platz pro Tag höchstens 5 bis 6 Mal belegt. Auch bei den klassischen Clubs zeigt die Tendenz zu «kurz und kurzfristig». Die grössten Teilnehmerzahlen habe man mittlerweile bei den 9-Loch-Shotgun-Turnieren am Sonntag oder Samstag, sagt Roland Meyer, Manager im Golfclub Wylihof. «Wir mussten uns in den vergangenen Jahren den Bedürfnis-


HINTERGRUND

MARRAKECH

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sen der Mitglieder anpassen. Früher spielten etwa 80 bis 100 Leute an einem Turnier, heute splitten sie sich oft in Kleingruppen und organisieren so ihre eigenen Anlässe», beobachtet Meyer. Ähnlich tönt es beim 9-Loch-Club Thunersee. «Seit drei bis vier Jahren sinken die Teilnehmerzahlen bei uns kontinuierlich», sagt Manager Adrian Borter. Früher seien es im Schnitt 90 gewesen, heute sei man froh, wenn sich 60 Leute anmelden. Unter anderem habe man damit reagiert, dass sich die Spieler für einen gemeinsamen Flight anmelden können. Nach dem Motto: Wenn schon Turniere, dann mit Leuten, die man kennt und schätzt. Neue Ideen setzt auch der Golfclub Bodensee Weissensberg um: «Die durchschnittliche Beteiligung hat in den vergangenen Jahren sicher um 30 Prozent abgenommen», weiss Manager Christoph Fröhle. Unter anderem habe man neue Turnierformen ausprobiert. «Wir hatten dieses Jahr zum ersten Mal ein 6-Hole Team Matchplay, was sehr gut angekommen ist.»

WESTSCHWEIZ OFFENBAR SPORTLICHER

Interessanterweise funktionieren viele Clubs in der Romandie offenbar anders als in der Deutschschweiz. «Die grossen Turniere sind bei

uns mit 120 Teilnehmern praktisch immer ausgebucht», sagt Pascal Schmalen, Manager im Golfclub Crans-sur-Sierre. In Lausanne spielen in der Hochsaison ebenfalls jeweils gut 120 Golferinnen und Golfer, dies, obwohl bis Handicap 18,5 im Strokeplay-Format gewertet wird. Man sei ein sehr sportlicher Club, gleichzeitig sei der soziale Kontakt beim ausgiebigen Cocktail nach dem Turnier für viele sehr wichtig, erläutert Manager Pierre Rindlisbacher. Auch in Genf seien die sportlichen Turniere nach wie vor «sehr beliebt und oft schon bald ausgebucht», ergänzt Direktor François Lautens. «Wenn wir am Weekend kein Turnier haben, sind viel weniger Leute auf dem Platz.»

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In Lugano ist die Teilnehmerzahl in den vergangenen Jahren sogar um rund 20 Prozent gestiegen. Das Rezept: «Weniger klassische Nachtessen am Tisch, mehr ‚Steh-Diner’ vor der Preisverteilung.» Anders die Situation im nahen Ascona: «In den vergangenen fünf Jahren ist die Beteiligung an den Clubturnieren auch bei uns leicht zurückgegangen», sagt Heidi Castelletti. Dementsprechend würden im Club weniger Turniere durchgeführt. Ebenfalls habe man die Spielformen angepasst, konkret heisst das, weniger Turniere mit Einzelspielern und mehr mit Teamformat, etwa 4-BallBestball. GOLFSUISSE 04-18 33 golfbutler_golfsuisse_marakech_2018.indd 1

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HINTERGRUND

«LIEBER GUTSCHEINE STATT STAUBFÄNGER » Spielen Sie gerne Golfturniere? So einfach die Frage, so unterschiedlich die Antworten. Jürgen Sahli hat sich auf den Schweizer Plätzen umgehört.

Ganz unterschiedliche Turnier-Erfahrungen, von oben links: Claudia Penta Walker, Felix Hegglin, Freddy Theiler und Marco Canonica, der am liebsten Bälle gewinnt. «Ich spiele grundsätzlich keine Turniere mehr», gibt Jürg Braga zu. Auch nicht auf seinem Heimplatz Schloss Goldenberg. Er geniesse lieber freie Runden, die Spielformen Texas Scramble, Bestball, und lasse sein Handicap bei 18 «ruhen», fügt er an. Ein richtiger Turnierfreak ist hingegen Ruedi Walker. Wenn er nicht gerade auf seinem Heimplatz Rickenbach unterwegs ist, nutzt er jede ihm bietende Chance, an seinem Handicap zu feilen. «So 30 bis 40 Turniere kommen im Jahr schon zusammen.»

ANGST, DASS DAS HANDICAP HINAUFGEHT

Trotz seiner 40 Turniere wird er die Kommuni­ kationsfachfrau Claudia Penta Walker kaum in seinem Flight begrüssen können. «Mehr als 34 GOLFSUISSE 04-18

ein, zwei Turniere im Jahr sind es nicht. Ich mag diesen Druck nicht, weil ich dann schlecht spiele», begründet sie. Zudem möchte sie nicht, «dass mein 26er-Handicap bachab geht», erklärt

«Das gehört für mich einfach dazu», lacht sie und macht sich in ihrem Heimclub Schinznach Bad auf die Runde. Freddy Theiler vom Golfclub Oberkirch hat eben die Scorecarte für ein Einladungsturnier auf Golf Sempach abgeholt. «Ich liebe diese spezielle Turnieratmosphäre», erzählt er. «Dafür nehme ich auch in Kauf, dass mir die Lockerheit verloren geht», sagt Theiler, der jährlich bei rund zehn Turnieren hofft, sein aktuelles Handicap von 28,5 zu verbessern. Sein Clubkollege Felix Hegglin mag zwar Turniere, stört sich aber

«Weil bei diesen Anlässen meistens schöne Preise winken und auch kulinarisch etwas geboten wird» Penta ihren Respekt vor Turnieren. Wenn sie sich trotzdem durchringt, freut sie sich aber auf die Rangverkündigung und den geselligen Teil.


HINTERGRUND

daran, dass man sich jeweils so früh anmelden muss. «Was weiss ich, ob ich in vier Wochen Lust auf Golf habe?» Weniger an der Lust als an der Zeit fehlt es dem Unternehmer Erwin Baumgartner aus Tegerfelden. Zu mehr als vier Turnieren pro Saison reicht es ihm nicht. Und wenn, «dann geniesse ich jede Minute während und nach der Runde». Wenn an der Preisverteilung die Reden kurz und bündig sind und er seine Havanna geniessen kann, ist für den Spieler vom Golfclub Rickenbach ein Turniertag perfekt.

«BÄLLE, BÄLLE UND NOCHMALS BÄLLE»

wollen die Golferinnen und Golfer verschont bleiben von Pokalen, Zinntellern und anderen Staubfängern. Beliebt sind Gutscheine und «Bälle, Bälle und nochmals Bälle», wie es Marco Canonica auf den Punkt bringt. Turnierfreak Walker ist weniger bescheiden: Wenn es für die vorderen Ränge reicht, wünscht sich der bekennende Gourmet als Preis einen Gutschein vom Clubrestaurant.

Wie die Umfrage auf den Plätzen zeigt, lieben viele Golfer Turniere, sie wünschen sich aber ab und zu auch andere, lustigere Spielformen als Einzel-Stableford. Nach wie vor begehrt sind Einladungsturniere von Sponsoren. «Weil bei diesen Anlässen meistens schöne Preise winken und auch kulinarisch etwas geboten wird», heisst es etwa. Apropos Preise: Einem geschenkten Gaul schaut man zwar nicht ins Maul. Trotzdem

TURNIER-RUNDEN 18-LOCH

TURNIER-RUNDEN 9-LOCH

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2017

EDS-RUNDEN TOTAL Die Handicap-wirksamen Turniere über 18-Loch stagnieren in den vergangenen Jahren, bei den kurzen 9-Loch Events haben sich die Turnier-Runden seit 2012 mehr als verdoppelt. Den grössten Sprung gibt es bei den sogenannten EDS-Runden. Die Extra Day Scores kann man unabhängig von allen offiziellen Turniere jederzeit spielen.

15’000 12’000 9’000 6’000 3’000

Handicap-wirksam

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HINTERGRUND

Gemeinsam ein Leben lang spielen. Das kann man fast nur im Golf.

«98 PROZENT IST BREITENSPORT» Golf ist ein Spitzensport, bei dem es um Millionen geht. Für die meisten ist es aber ein Spiel, beim dem der lebenslange Spass in der Natur im Zentrum steht. Für diese Breitensportler unternimmt die ASG als Verband enorm viel. US-Open-Titelverteidiger Brooks Koepka bestritt sein allererstes Turnier als Profi dank einer Wildcard bei der Swiss Challenge 2012 auf Golf Sempach. Die nächsten beiden Jahre spielte er schon höchst erfolgreich das Omega European Masters in Crans-Montana, 2014 landete er auf dem dritten Rang. Mittlerweile ist Koepka als zweifacher Major-Sieger und Vierter der Weltrangliste ganz oben angekommen. Als Partner der Omega European Masters und der Swiss Challenge unterstützt der Schweizerische Golfverband ASG unter anderem diese wichtigen Events im Bereich Spitzensport. «Dieses Engagement ist breit bekannt, es ist gegen aussen sichtbar», sagt der neue ASG-Präsident Reto Bieler. Deutlich weniger offensichtlich 36 GOLFSUISSE 04-18

seien die vielen Aktivitäten, die dem Schweizer Breitensport zugutekommen. «In der neuen Organisation wollen wir den Sport neu aufstellen, klarer unterscheiden zwischen Leistungsund Breitensport und gleichzeitig Synergien nutzen, wo es Sinn macht», erläutert Bieler. Leistungssport-Direktor Paolo Quirici kümmert sich wie bis anhin um die Spitzenleute, ASG-Direktorin Barbara Albisetti realisiert die Projekte im Bereich Breitensport.

BREITES ANGEBOT

Dazu gehöre ganz viel, was auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich sei, erklärt Albisetti. Von den einheitlichen Tests für die Platzreife über die Umsetzung von Regeln bis zur einfachen

Buchung von Teetimes auf golfsuisse.ch. Vom Rating der einzelnen Plätze bis hin zur Anpassung und Umsetzung des Handicap-Systems, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Clubs und Betreiber stellen mit den Plätzen die wichtige Infrastruktur zur Verfügung, die ASG als Dachverband fördert und hilft im Hintergrund. «Wir kümmern uns nicht nur um bestehende Golferinnen und Golfer, sondern unterstützen die Clubs beispielsweise auch mit dem Programm ‘Golf4Schools’ und ‘Talente in der Nähe’», sagt Albisetti zum breiten Spektrum. Wichtig sei aber insbesondere auch die Trainerausbildung: «Hier arbeiten wir eng mit J+S zusammen, die Clubs erhalten zudem Hilfsmittel wie das Junior Captains Manual und eine finanzielle Entschädigung für ihre Juniorenarbeit», fügt sie weiter an. Zusätzlich werden beispielsweise pro Saison 154 (!) regionale und nationale Turniere allein für die Alterskategorien U12 und U14 durchgeführt. Sie alle zählen zur Jahreswertung, werden von der ASG geplant


HINTERGRUND

und koordiniert und in den einzelnen Clubs ausgetragen. Dazu kommen alle regionalen und nationalen Events, die vom Verband selber organisiert werden, beispielsweise die Schweizermeisterschaften für Amateure, Senioren und Seniorinnen oder die Interclub-Meisterschaften, Coupe Helvetique und viele mehr.

DIE «HALTUNG» ZÄHLT

MÄNNER

Alter 0 –18 19 – 30 31 – 40 41 – 50 51 – 60 61 – 70 71 – 100

Ein Leben lang Golf spielen BREITENSPORT

LEISTUNGSSPORT

International Erfolg haben

Die Schweiz (int.) repräsentieren

Übergang

Sportartspezifisches Engagement und/oder Wettkampf

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Anwenden und variieren der Bewegungsgrundformen

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Potenzial bestätigen

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Potenzial zeigen

Durchbruch und belohnt werden

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Insgesamt sind in der Schweiz derzeit genau zwei von drei Golferinnen und Golfern 50-jährig oder älter (siehe Grafik). Diverse Studien zeigen, dass Golfer im Schnitt rund fünf Jahre länger leben als Nicht-Golfer. «Der Breitensport wird also zukünftig für uns noch wichtiger», fasst ASG-Präsident Reto Bieler zusammen.

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Golf habe enorme Vorteile gegenüber anderen Sportarten. «Der Sport kann das ganze Leben lang gespielt werden, dank dem HandicapSystem gibt es einen fairen Vergleich zwischen den Spiel- und Altersklassen, aber auch zwischen den Geschlechtern, und bekanntlich ist Golf auch gesund», sagt Meier.

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Dominieren der Sportart

Für ihn ist die Ausbildung ein typischer Querschnittbereich, der sowohl den Spitzen- als auch den Breitensport betrifft. Analog dem Konzept von Swiss Olympic werde aber künftig auch ein Schwerpunkt «Foundation» in der ASGOrganisation aufgenommen. Dabei geht es um den Einstieg in den Sport, sei es als Junior oder im fortgeschrittenen Alter. «Hier haben wir verschiedene Ideen, die wir mit unseren Partnern, zum Beispiel Swiss Olympic, im Schweizer Golf umsetzen möchten», führt der Ausbildungschef aus.

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Für ASG-Ausbildungschef Marcel Meier gehören auch diese Events zum Breitensport. Dabei entscheide nicht das Handicap, sondern die eigene Einstellung, ob man sich als «Hobby»respektive Breitensportler fühle, erläutert Meier. «Damit sind wohl 98 Prozent aller Golferinnen und Golfer in der Schweiz beim Breitensport am richtigen Ort, auch wenn sie zwei oder drei Mal pro Woche auf dem Platz sind.» Das gelte auch für ihn persönlich. «Mit Handicap 5 steht bei mir die Freude am Spiel im Zentrum und nicht die Verbesserung einer Zahl», lacht der 55-Jährige. Anders sei es bei einem 10-Jährigen, der intensiv trainiere und das Handicap innerhalb von kurzer Zeit jeweils halbieren könne. «Seine Haltung zum Sport macht ihn dann später eventuell einmal zu einem Talent und hoffentlich einem Elitespieler, der die Schweiz international repräsentieren kann», illustriert Meier den Unterschied.

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PEOPLE & PLÄTZE

SERIE «DER IDEALE WEG»

ELENA MOOSMANN: DIE BESCHEIDENE Im vergangenen Jahr schoss Elena Moosmann in der Weltrangliste der Amateure von Platz 2600 in die Top 90. Diese Saison geht der rasante Aufstieg für die 16-jährige Zugerin weiter. «Nebenbei» wurde sie unter anderem noch Junioren-Schweizermeisterin im Unihockey. STEFAN WALDVOGEL 38 GOLFSUISSE 04-18

«Im Juni warst du genau sieben Tage in der Schule», sagt Mutter Erika Moosmann nach dem intensiven Blick auf das Handy. «OK», lautet die trockene Antwort von Tochter Elena. Wie viele Absenzen sich im ersten Jahr am Sportgymnasium Alpenquai in Luzern ansammelten, erfuhr sie nach dem Gespräch mit GOLFSUISSE ganz offiziell im Schulzeugnis. «Ich bin schon relativ viel weg, aber dank unserem sogenannten Tandem-Partner klappt es auch so», erzählt die 16-jährige Zugerin bescheiden. Vor oder nach den Turnierrunden im In- und Ausland greift sie zum Laptop oder Handy. Nicht, um damit zu spielen, sondern, um die nächsten Prüfungen vorzubereiten. «Elena kann auch beim Autofahren problemlos lernen. Kürzlich holte sie sich in der Mathe eine 5, ohne eine einzige Stunde mit normalem Unterricht», erzählt die Mutter stolz.


Sie sei froh, das erste Jahr ohne grössere Probleme gemeistert zu haben, ergänzt die stets gut gelaunte Spielerin vom Golfclub Ennetsee. Als ihre Lieblingsfächer bezeichnet sie Mathe, Chemie und Englisch, am wenigsten gern hat sie die Musikstunden.

WETTBEWERBE ÜBER ALLEM

Beim Sport hat sie «fast alles gern». Als Neunjährige begleitete sie ihre Eltern zum Minigolf, mit zehn absolvierte sie bereits die Platzreife im Golf. «Dieses Spiel hat mich sofort fasziniert, und so hat es sich ergeben, dass ich immer mehr hineingewachsen bin.» Bis vor gut eineinhalb Jahren trainierte sie bei Hochwacht Zug noch regelmässig Leichtathletik, im Handball traf man sie öfters als Torfrau an, im Eishockey und Fussball eher im Sturm. Mit dem Vater geht sie unter anderem Badminton spielen, aber in den Ferien beispielsweise auch sehr gern in einen Klettergarten. Schwimmen und Tennis gehören ebenfalls zu den sportlichen Nebenbeschäftigungen – dies neben rund zwanzig Stunden auf dem Golfplatz und beim Fitnesstraining. Vor allem im Winter frönt sie ihrer zweiten Leidenschaft: «Unihockey ist auch cool, da kann ich mich austoben und in einem klassischen Team spielen. Darauf freue ich mich jeweils, für mich ist das ein super Ausgleich», erzählt die MultiSportlerin. Dieses Jahr wurde sie als Stürmerin im Team von UHC Einhorn Hünenberg Schweizer Meisterin bei den Juniorinnen B. Für die kommende Saison wurde sie von einem anderen Zuger Team angefragt, und sie wird sich bald entscheiden, wo sie mittrainieren wird. «Elena mochte schon früh den sportlichen Wettbewerb, ob beim ‘Töggelen’ oder auf dem Putting Green auf der Terrasse; eigentlich habe ich nur selten eine Chance», lacht die 50-jährige Buchhalterin. Ihre Mutter sei eine sehr gute Putterin, darum erhalte sie im Wettkampf auch keine Handicap-Vorgabe, lacht die Tochter, die mittlerweile mit Handicap +4,4 geführt wird. Für alle wichtigen Turniere spielt dieses Handicap natürlich keine Rolle. Für die Qualifikation zählt in erster Linie die Position in der Weltrangliste. Hier machte Moosmann schon im vergangenen Jahr einen sensationellen Schritt von Platz 2600 unter die

Elena Moosmann mit ihrem Coach und Caddie Marc Campos. besten 90 Amateure, diese Saison werden die nächsten Schritte naturgemäss kleiner. Aktuell ist sie aber schon unter den Top 60 in allen Altersklassen. Zudem die zweitbeste Schweizerin nach Albane Valenzuela.

NÄCHSTES ZIEL ARGENTINIEN

Klar, dass sie an der Team-Europameisterschaft nun erstmals mit den Frauen und nicht mehr mit den Juniorinnen antrat (siehe Seite 58). Ein grosses Ziel bleibt noch für dieses Jahr: Anfang Oktober finden in Buenos Aires die Olympischen Jugendspiele statt. Je ein Junior und eine Juniorin zwischen 15 und 18 Jahren kann dort die Schweiz vertreten. «Das wäre schon noch cool, wenn ich mich für das Turnier in Argentinien qualifizieren würde», sagte sie lange bevor klar war, dass sie beim nächsten Highlight dabei sein kann. Dank ihren überzeugenden Leistungen und den Fortschritten in der Weltrangliste war sie beispielsweise im Juni nach Schweden eingeladen. «Beim Annika Invitational Europe wurden wir behandelt wie die Profis, gleichzeitig gab die ehemalige Weltklassespielerin Annika Sörenstam uns Juniorinnen wertvolle Tipps aus ihrer langen Karriere», erzählt Moosmann begeistert. Auch sportlich bleibt ihr das Turnier in bester Erinnerung. «Die 65 oder 7 unter Par war in dieser Saison mein bestes Resultat.» Sonst hält sie sich wenig mit Statistiken und Auswertungen auf. «Ich gehe die Runde im Kopf durch, dann weiss ich, woran es liegt, wenn es mal nicht so läuft wie gewünscht», bleibt sie ganz pragmatisch.

SERIE: «DER IDEALE WEG» Bisher wurden die Kinder vor allem entsprechend ihrer Alterskategorie gefördert und allenfalls vom Verband unterstützt. Beim neuen Konzept von Swiss Olympic entscheidet nicht das Alter, sondern das aktuelle Niveau (siehe «Der ideale Athletenweg» in GOLFSUISSE 1/2018). Um dem neuen Förderungskonzept, das auch die ASG umsetzt, ein «Gesicht» zu geben, bringen wir in einer kleinen Serie Portraits von jungen Golferinnen und Golfern auf ihrem langen Weg. Nach dem Zürcher Miles Wennestam (10) und dem Tessiner Mattia Capella (15) ist nun die 16-jährige Zugerin Elena Moosmann an der Reihe. Sie wird aktuell in die Förderungsgruppe «Elite 1» eingeteilt. Für ihren langjährigen Coach Marc Campos ist sie «wahnsinnig talentiert, gepaart mit einer unglaublichen Arbeitsethik und gleichzeitig mit extrem viel Spass am Golfen». Das seien die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere. «Ich kenne Elena schon seit vielen Jahren, und trotzdem kann sie mich noch immer positiv überraschen, sei es auf oder auch neben dem Platz», fügt er an.

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PEOPLE & PLÄTZE

WELCHE ZWISCHENVERPFLEGUNG SOLL ES SEIN? Andere Länder, andere Sitten. Während den Golfferien geniessen die meisten eine gemütliche Pause nach 9-Loch. Zuhause bleibt dafür kaum Zeit. GOLFSUISSE fragte nach, welche Zwischen­ verpflegung es sein soll. JÜRGEN SAHLI

Ei mit Brot als Energielieferant, so geht Tina Speck auf die Runde.

«What would you like, Sir?», lacht mich eine freundliche Frau an und überreicht mir eine Speisekarte. Dies gleich neben dem achten Grün im Golfclub Stellenbosch in Südafrika. Vor uns liegt noch die Neun, ein kurzes Par 3, dann geht es ins Halfway House in die «obli­ gatorische» Pause. Das gewählte Sandwich und das Bier stehen im kleinen, angenehm kühlen Raum bereit. Sobald wir uns setzen, macht sich der Flight vor uns wieder auf den Weg. Die obligatorischen Pausen begleiten uns auf der ganzen Reise durch Südafrika, und wie an vielen Touristenorten gönnt man sich in den Ferien eine gemütliche Runde. Da alle eine Pause machen (müssen), funktioniert es tadellos. Kein Gedränge an der Zehn. Aus­ geruht, entspannt und ge-stärkt geht es weiter. «Schönes Spiel!» Daran könnte man sich gewöhnen.

Schweizer Plätzen zum Thema befragte Immerhin finden sich in der Runde doch noch über­zeugte Befürworter der obligatorischen Pause. «Da bin ich absolut dafür», setzt sich Jürg Ammann ein. «Das ist für mich wie ein Reset, zudem lerne ich in der Pause meine Flightpartner besser kennen», erläutert der ASGI-Spieler.

GUETZLI BIS EIWEISS-SHAKE

Die Umfrage unter Golferinnen und Golfern zeigt, dass generell im Bag nur ganz wenig Verpflegung mitgenommen wird. Die bei den Profis an jedem Turnier zur Verfügung gestellten Bananen gelten immer noch als Klassiker. Doris Schmidli vom Golfclub Sempachersee

Eine obligatorische Pause im freien Spiel nach neun Löchern? Chasch dänke! Es muss vorwärtsgehen.

Zurück in der Schweiz, ist alles nur noch Erin­nerung. Eine obligatorische Pause im freien Spiel nach neun Löchern? Chasch dänke! Es muss vorwärtsgehen. Und zwar möglichst schnell. «Eine verordnete Pause kommt für mich absolut nicht in Frage», sagt Annelies Heiz. «Ich möchte nach dem Golfen auch noch Zeit für anderes haben», ergänzt die Spielerin vom Golfclub Sempachersee. Auch Daniela Frauchiger (Heidental) mag die Pause nicht. «Das zehnte Loch geht dann meistens in die Hosen.» «Der Unterbruch nach neun Löchern bringt mich komplett aus dem Spielrhythmus.» So wie Harry Knaus, Schweizer Mitglied im Südtiroler Golfclub Quellenhof, argumentieren noch einige, die GOLFSUISSE auf diversen 40 GOLFSUISSE 04-18

etwa schnaust auf der Runde am liebsten etwas Süsses. «Die Nussguetzli geben mir kurzfristig Energie, und es passiert auch nichts, wenn ich sie einmal im Bag vergesse», erzählt sie. Praktisch seien auch Oliven, ergänzt ihre Kollegin, die eher auf Salziges steht. Tina Speck (Oberkirch) betreibt vor der Runde etwas mehr Aufwand: Sie hat sich ihr Buffet auf dem Scorekarten-Halter aufgebaut: Ei mit Brot als Energielieferant für die 18-Loch-Runde. Ihr Clubkollege Peter Lipp setzt seit einiger Zeit auf einen «Eiweiss-Shake». «Ich habe vorher alles Mögliche als Zwischenverpflegung versucht, aber nichts bringt mir so viel


PEOPLE PLÄTZE Golf für&alle.

Karel Hruska schwört auf Wasser und Doris Schmidli schnaust Nussguetzli.

­ nergie wie der Eiweiss-Drink», erzählt der E Versicherungsbroker. Thomas Hauser schwört auf Pasta, die er je nach Lust und Hunger vor oder nach der Runde zu sich nimmt. Er gehört zu der recht grossen Gruppe, die während der Runde gar nichts isst. Obwohl immer wieder empfohlen, verzichten diverse Golferinnen und Golfer auch auf den Griff zur Wasserflasche. «Mir reicht ein Schluck Birdie-Wasser vor der Runde», ant­ wortet etwa Othmar Haag vom Golfclub Rickenbach lachend auf meine entsprechende Frage.

WASSER, WASSER, WASSER

Im Verlaufe der Diskussion kristallisiert sich Erstaunliches heraus: In den Golfferien lieben auch die «klassischen Pausenverweigerer» den Unterbruch bei Halbzeit. In dieser Frage ticken die Frauen gleich wie die Männer. «In den Ferien mache ich sehr gerne eine Pause, auf dem Heimplatz nicht», sagt beispielsweise Edith Bianchi vom Golfclub Heidental.

Ihr Vorschlag: «Man könnte ja die Zwischenverpflegung auf das Ende der Runde verschieben.» Ihre Klubkollegin Vreni Neuhaus zieht einen Lunchsack der Pause vor. «Mir kommt es viel mehr auf die richtigen Getränke an.» Für Karel Hruska vom GC Rheinblick gibt es nur ein richtiges Getränk, und das heisst «Wasser, Wasser und nochmals Wasser». Er wird von der Spezialistin unterstützt. Lena Kadlec ist Ernährungsexpertin mit Schwerpunkt Sport- und Golfernährung und Dozentin an der Sporthochschule Köln. Sie sagt: Eine Flasche stilles Wasser (mindestens 1,5 Liter auf 18 Loch) oder eine selbst gemischte Fruchtsaftschorle aus Wasser und Grapefruitsaft sorgen für eine gute Hydrierung und darf somit in keinem Golfbag fehlen. Um einen konstanten Blutzuckerspiegel zu gewährleisten, empfiehlt Kadlec gemischtes Studentenfutter (Nüsse und Trockenobst), Müsliriegel, Obst (Banane, Apfel, Birne), kleine Sandwiches (beispielsweise mit etwas Frischkäse und Honig) oder Fruchtbrote.

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SPONSOREN WOLLEN PAUSEN «Eine obligatorische Pause im freien Spielbetrieb wäre für mich eine Katastrophe», sagt Roland Meyer, Geschäftsführer im Golfclub Wylihof. «Das schnelle Spiel ist unser Ziel und ein Qualitätsmerkmal. Nach vier Stunden sollte man wieder zurück im Clubhaus sein.» Eine Umfrage bei den Mitgliedern bestätigt, dass bei Clubturnieren mehrheitlich keine ausgiebige Pause gewünscht wird. Eine kleine

Verpflegung genügt. Anders ist es bei Einladungsturnieren. «Da wird eine umfangreiche Verpflegung erwartet», schliesst Meyer aus den Ergebnissen der Befragung. «Die ausgiebige Pause ist auch im Interesse der Turniersponsoren, um mit den Kunden in Kontakt zu treten», weiss Meyer aus langjähriger Erfahrung.

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PEOPLE & PLÄTZE

Das «Turnier um den Silberschläger von 1744» gilt als das älteste offizielle Golfturnier der Welt. Dafür entstanden die ersten einfachen 13 Regeln, die als «Leith Code» bekannt wurden. Erst viel später übernahm die «Society of St Andrews Golfers» die Hoheit. PETRA HIMMEL Golf ist rein theoretisch eine unkomplizierte Angelegenheit. Ein Sport in der Natur, bei dem der Ball von der Position aus weitergeschlagen wird, an der er nach einem Schlag zur Ruhe gekommen ist. Eine Regelung muss man für den Beginn der Runde finden und für den Fall, dass man den Ball an einem Punkt des Spiels nicht mehr findet – aber ansonsten erklärt sich die Sache ja eigentlich von alleine. So unkompliziert jedenfalls betrachtete John Rattray das Golfspiel, das ihn in seiner Freizeit faszinierte, obwohl er in seinem Beruf als Chirurg im schottischen Edinburgh eigentlich wenig Zeit hatte. Trotzdem war er ein exzellenter Golfer und Mitglied bei den «Gentlemen Golfers of Leith», die man heute als «Honourable Company of Edinburgh Golfers», ersten Golfclub der Welt und Begründer der Golfregeln kennt. Schon vor der Gründung der Vereinigung trugen Golfer unter sich einzelne Matches aus. Gezockt wurde eben schon immer, wenn auch nicht um offizielle Preise. Im März 1744 aber traten die Gentlemen Golfers of Leith an die Stadtverwaltung von Edinburgh heran und baten um die Aussetzung eines Preises durch die Stadt – sie würden im Gegenzug das Turnier dazu organisieren. Der Finanzverantwortliche segnete den Wunsch ab, machte allerdings eine Auflage: Mehr als 15 Pfund sollte der Preis nicht wert sein. Man entschied sich für einen Schläger aus Silber.

SERIE GOLF HISTORISCH (3)

DIE ERSTEN REGELN 42 GOLFSUISSE 04-18

REGELN FÜR AUSWÄRTIGE

Die Turnierformalitäten waren schnell erledigt. Jeder Teilnehmer sollte fünf Schilling bezahlen. Der Sieger sollte ausserdem einen silbernen Ball stiften, der auf den Schläger gespiesst würde. Im Gegenzug sollte er den Titel «Captain of the Golf», also «Kapitän des Golfs» für ein ganzes Jahr erhalten. Spielen wollte man entweder zu zweit oder zu dritt, «wenn die Anzahl zu gross sein sollte». Wie immer wollte man auf den Links von Leith spielen, die zumindest die Golfer aus der Gegend perfekt kannten.


PEOPLE & PLÄTZE

Was aber mit jenen, die von auswärts kamen? Für die Golfer aus St Andrews, Bruntsfield oder anderen Städtchen brauchte man Regeln für die verschiedenen Hindernisse, die sich auf dem Golfplatz fanden. Die Herren aus dem Organisationskomitee setzten sich also zusammen und schrieben die Verhaltensregeln auf – es entstanden die ersten 13 Golfregeln, die bis heute die Basis aller Golfregeln sind und als der «Leith Code» bekannt wurden. Das «Turnier um den Silberschläger von 1744» gilt als das erste offizielle Golfturnier der Welt. Der Silberschläger mit den Bällen steht übrigens im Clubhaus des Royal & Ancient Golf Club von St Andrews.

Meisterstück an Einfachheit und Klarheit, wenn man bedenkt, mit welcher Menge von Regeln sich der Golfer heutzutage auseinandersetzen muss. Sie bedeuteten eine einheitliche Grundlage für das Spiel, das bis dahin von allen Golfern anders gespielt wurde – so, wie man es eben tagtäglich unter Freunden für richtig hielt.

UNTERSCHIEDLICHE BÄLLE

Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm die «Society of St Andrews Golfers» den Status als Regelpapst und löste Leith ab. Seitdem liegt die Oberhoheit in Sachen Regeln für den Golfsport dort. 1897 wurde der «Royal & Ancient Golf Club of St Andrews», wie er inzwischen hiess, von den Vertretern der existierenden britischen Clubs gebeten, ein einheitliches Regelwerk für alle aufzustellen. Die steigende Zahl an Teilnehmern bei den InterclubMeisterschaften hatte das nötig gemacht.

…es entstanden die ersten 13 Golfregeln, die bis heute die Basis aller Golfregeln sind und als der «Leith Code» bekannt wurden. Noch heute spiesst dort der aktuelle Captain zu Amtsbeginn einen silbernen Ball auf – oder einen goldenen, wenn es sich beim Captain um ein Mitglied der Royal Family handelt. Wer die Regeln ein wenig genauer betrachtet, lernt viel über die damalige Form des Spiels. «You must tee your ball within a club’s length of the hole», heisst es da zum Beispiel. Der Ball muss also innerhalb einer Schlägerlänge vom Loch aufgeteet werden. Warum vom Loch? Ganz einfach deshalb, weil es damals üblich war, jeweils ein Häufchen Sand aus dem Loch auszugraben, in das man gerade eingeputtet hatte, und damit eine Art neues Tee-Häufchen anzulegen. Die Bedeutung dieser ersten Regeln ist bis heute gross: Schliesslich waren sie geradezu ein

Mehr als ein Jahrhundert später gibt es ein einheitliches Regelwerk für die ganze Welt. Das allerdings war lange ebenfalls nicht so. Bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts gab es immer wieder Differenzen zwischen dem R&A und dem amerikanischen Golfverband USGA, die für das amerikanische und das mexikanische Golf zuständig sind. Sie hielten sich zwar an die gleichen Grundregeln, die Entscheidungen zu

spielend erholen

einzelnen Sonderfällen aber fielen immer wieder einmal anders aus. Diese unterschiedlichen Interpretationen wurden 1951 auf einer Konferenz, an der auch die Verbände Kanadas und Australiens teilnahmen, beigelegt. Wobei man sich selbst da noch nicht auf eine einheitliche Grösse der Bälle festlegen wollte, so dass die amerikanischen und die englischen Golfer danach noch einige Jahre mit unterschiedlich grossen Bällen spielten. Seit 1984 allerdings erschienen dann alle zwei Jahre die «Decisions on the Rules of Golf», die für alle Golfer weltweit gelten. R&A und USGA sprechen sich untereinander ab. Einen entscheidenden Schritt zurück zu mehr Einfachheit haben die Verbände mit der Einführung der neuen Golfregeln 2019 geplant. Dann werden die gegenwärtig 34 Golfregeln auf 24 reduziert. Das Hobby Golf soll wieder einfacher werden. So wie es ganz am Anfang einmal war. Silberschläger mit Bällen des Royal & Ancient Golf Clubs.

SERIE GOLF-GESCHICHTE Zum 125. Geburtstag von Golf Engadine blicken wir in einer kleinen Serie auf die Golfgeschichte zurück. In der nächsten Ausgabe beleuchtet Autorin Petra Himmel, wie sich die Rolle der Caddies in den vergangenen Jahren verändert hat.

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MY GAME MIT WOHLFÜHLFAKTOR ALLES IM GRIFF Den Griffen und Schäften wird oft nur eine untergeordnete Rolle im Golfspiel beigemessen. Dabei bilden die Gummistücke am Ende der Schäfte die wichtige Verbindung zwischen Schlägerkopf und Händen. SEBASTIAN BUROW

«Mit gut gepflegten Griffen können die Golferinnen und Golfer sogar einige Meter Länge gewinnen», versichert Marco Burger, EquipmentExperte bei HoleInOne Fitting. Seine Erklärung dazu. «Alte und rutschige Griffe erfordern einen grösseren Griffdruck und reduzieren das Freigeben der Handgelenke durch den Treffmoment.» Ist der Griff einmal durchgespielt, kann der Schläger leicht in der Hand verdrehen, und es wird nahezu unmöglich, square an den Ball zu kommen. Ausserdem liegen neue oder frisch behandelte Griffe deutlich angenehmer in der Hand und bieten bei Regen bessere Griffigkeit. «In der Regel reicht es, nach jeder Runde die Griffe mit einem leicht feuchten Tuch abzuwischen, um den gröbsten Schmutz zu entfernen, und danach trockenzureiben», rät Burger. 44 GOLFSUISSE 04-18

«Spätestens alle zwei Runden sollte dies geschehen.» Caddies auf der Tour haben dafür immer ein feuchtes Handtuch dabei.

ANFÄLLIG FÜR UMWELTEINFLÜSSE

Da Griffe meist aus Gummi bestehen, sind sie besonders anfällig für Umwelteinflüsse wie extreme Temperaturen sowie Nässe und UVStrahlen. Deshalb die Empfehlung des Experten, einmal im Jahr oder wenn die letzte Pflege schon eine Weile zurückliegt den Griffen mit einem kurzen Bad mit Fettlöser, gefolgt von schnellem, gutem Abrubbeln und eventuellem, leichtem Anschmirgeln, ein zweites Leben zu verschaffen, die Griffigkeit zu verbessern und die Haltbarkeit zu verlängern. Sollten Sie auf Ihren Griffen bereits einige stark abgenutzte Stellen finden – der Bereich des rechten Daumens (bei Rechts-

händern) ist besonders anfällig, sollten Sie in Erwägung ziehen, Ihre Griffe zu erneuern. Profis wechseln ihre Griffe etwa viermal im Jahr. Bei einem Amateur reicht diese Prozedur dagegen jedes zweite Jahr. Dies ist natürlich abhängig davon, wie viel Sie spielen. Griffhersteller empfehlen einen Wechsel nach 40 Runden.

ZWEI TYPEN VON GRIFFEN

Grundsätzlich unterscheidet man die beiden Griff-Typen Gummi und Cord mit der Unterteilung in härter, weicher, klebrig oder rau. Dabei gibt es verschiedene Strukturen: Ein «Wrap»Griff ähnelt durch seine Wicklungen dem Tennis-Griffband, die meisten Gummigriffe haben wiederum Vertiefungen (Rillen, Rechtecke, Dreiecke) für den besseren Halt. Bei sogenannten Cord-Griffen ist die Basis aus Gummi in den unterschiedlichsten Anordnun-


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gen von Fasern durchzogen. Griffe, die noch einen reinen Gummianteil haben, nennen sich Half-Cord-Griffe; wenn der Griff komplett von Fasern überzogen ist, ist es ein Full-Cord-Griff. Dabei hat das Material wenig mit dem Schlagergebnis zu tun, der Wohlfühlfaktor steht im Vordergrund. Der Halt sollte stimmen und die Griffgrösse passen. Stimmt diese nicht, greift man zu fest oder zu locker und die Kontrolle über den Ball geht verloren. Der Tipp vom Profi: Lassen Sie Hand und Finger ausmessen, um die exakte Griffgrösse zu ermitteln. Zudem hat nicht jeder Schaft und jeder Griff den gleichen Durchmesser. Eventuell benötigen Sie zusätzliche Tapes unter dem Griff. Und halten Sie den Griff an den Schaft, um die finale Optik zu überprüfen. Gefällt einem die Kombination aus Griff, Schaft und Schlägerkopf, zieht man den Schläger gerne aus dem Bag. Das ist eine Grundvoraussetzung, um mit Selbstvertrauen am Ball zu stehen.

SCHÄFTE AUS MEISTERHAND

Eine hochkomplexe Technologie steckt in den Schäften, und fast alle mit Rang und Namen werden in Japan produziert. Sie ist auch einer der wichtigsten Gründe, warum gute Schläger ihren Preis haben. Oder andersherum gesagt:

Wo es vielleicht noch halbwegs leicht ist, einen günstigen Schlägerkopf mit ordentlicher Leistung zu bieten, gibt es kaum richtig gute Schäfte zu kleinem Preis, und die Spreu trennt sich vom Weizen in entscheidenden PerformanceUnterschieden. Viele geraten beim Thema Schäfte ins Schwärmen von den Sterne-Versionen aus der Edelschmiede Honma. «Um einen Honma-Schläger herzustellen, braucht es bis zu hundert Mitarbeiter», wirbt die Traditionsmarke aus Sakata, eine Flugstunde von Tokio entfernt. Und «besonders aufwendig ist die Herstellung der Schäfte», versichert Gunnar von Hansen, Vertriebsleiter bei Honma Golf Europe in Zug. Die einzelnen Karbonschichten werden von Spezialisten einzeln auf einem Metallstab aufgewickelt und dazwischen jeweils manuell mit einem heissen Eisen geglättet. «So erhalten wir die höchste Qualität, deutlich besser als bei maschinell gefertigten Produkten auf dem Markt», erläutert von Hansen. Ergo erklären beste Materialien und feinste Handarbeit den hohen Preis. Bei der Top-Marke Beres können Kunden zwischen zwei und fünf

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Sternen wählen. Je nach Ausführung kostet der Driver zwischen 1079 und 5000 Euro. Klar würde «das Luxusprodukt» zudem individuell angefertigt und personalisiert.

VON FISCHERRUTEN INSPIRIERT

Eine andere Erfolgsgeschichte schreibt die Marke ONOFF, deren Schafttechnologie von sehr viel Know-how und Erfahrungswerten

der DAIWA-Fischerruten profitiert. Seit über sechs Jahrzehnten zählt die Marke als führend in der Fischerei: Die Bedingungen, unter denen die Karbonfaser-Ruten bestehen müssen, gelten als um einiges harscher als beim Golfsport. Dabei benutzen die Japaner eigens designte Kohlenstoffblätter, und sie übertragen diese Hightech

schon seit 18 Jahren auf superleichte, starke Schäfte von Golfschlägern der Marke ONOFF. «Der Clou bei Golfschäften sind Ringe und Schichten ohne Unterbrechungen», so die Entwickler. «Dicht gewebter Kohlenstoff wird mit solcher Präzision gerollt, dass der Schaft vom Kolben bis zum Zylinder gleichmäßig ist, wodurch eine effiziente Energiezufuhr und -freisetzung erreicht wird.» Die Produktpalette besteht aus den drei verschiedenen Serien Aka (japanisch für Rot), Kuro (Schwarz) und Lady, wobei für jedes Schlägermodell ein optimal abgestimmter Schaft entwickelt wurde.

SIND SIE EIN CORD- ODER GUMMI-TYP? Halb- oder Voll-Cord-Griffe sind empfehlenswert, wenn Sie eh immer einen Handschuh verwenden und nicht anfällig gegen Blasen an den Fingern sind. Sie sind gut für Spieler, die an den Handinnenseiten schnell schwitzen, deren Hände rutschen, sobald es feucht wird, die nichts von Regenhandschuhen halten und die ihre Griffe tendenziell öfters wechseln lassen. Gummigriffe sind etwas für Spielertypen, die auch gerne mal ohne Handschuh schwingen möchten, schon auch mal mit Blasen zu kämpfen haben, bei Nässe eh zum speziellen Regenhandschuh greifen, ihre Griffe nicht so oft wechseln möchten,und ein klebrigeres und weicheres Gefühl beim Griff bevorzugen.

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MY GAME

CHIP ODER PITCH? TRAINING

Der Drive ist für die Show, der Putt für Dough (englisch für Geld). So heisst der bekannte Spruch. Aber es ist immer das kurze Spiel, das den Tag rettet, wenn Sie die Grüns nicht treffen. Es gibt eine einfache, logische und leicht anzuwendende Methode. MARCUS KNIGHT

Zuallererst möchte ich klarstellen, dass Chip und Pitch für den Ballflug stehen und nicht für technische Unterschiede. Ein Chip fliegt tief und rollt dann aus. Der Pitch fliegt hoch und landet auf dem Grün in einem steilen Winkel, ohne gross auszurollen. Wie gesagt, der Chip und Pitch beschreibt nicht die notwendige Technik. Wenn Sie verschiedene Bewegungen dafür verwenden, macht das das Golf nur unnötigerweise kompliziert und einen dosierten Schlag schwieriger. In den meisten Situationen ums Grün herum haben wir verschiedene Optionen. Sei es ein Chip, Pitch oder Putt. Wenn Sie genügend Grünfläche zwischen sich und der Flagge haben, kann jeder der drei der korrekte Schlag sein. Zum Glück müssen wir nicht über den Schlag entscheiden, bevor wir den richtigen Schläger gewählt und die Distanz beurteilt haben. Sonst würde die Sache schwierig.

PUTTEN WENN IMMER MÖGLICH

Wenn Sie einen Chip spielen wollen, wählen Sie ein Eisen mit grösserem Loft, zum Beispiel ein 9er-Eisen (40 Grad). Wir müssen nur eine einfache, kleine Bewegung machen und den Schläger und den Ball die Arbeit ausführen lassen. Wenn wir einen weicheren Schläger auswählen, wie ein Sand oder Lob Wedge (56/60 Grad), müssen wir ziemlich arbeiten, um den Ball vorwärtszubewegen, weil diese Schläger grundsätzlich Höhe und Back Spin produzieren. Ich vertraue dem Schläger, der seinen Job macht, und vertraue dem Ball, der korrekt reagiert. Aber ich vertraue dem Golfer nicht wirklich! Also putten Sie wenn immer möglich. Wenn das nicht möglich ist, chippen Sie. Und nur, wenn Sie über einen Bunker spielen müssen oder bis zur Flagge wenig Grün ist, nehmen Sie ein weiches Eisen und spielen einen hohen Pitch. Wir haben einen Golfbag voll von Spielgeräten mit verschiedenen Lofts. Warum also stehen wir zum Ball in einer lächerlichen Haltung, die 48 GOLFSUISSE 04-18


MY GAME

einen guten Kontakt unmöglich macht, schwer zu wiederholen ist und bei der Distanzkontrolle reine Glückssache ist? Warum stehen wir zum Ball mit einem Pitching Wedge und halten den Griff vorwärts mit 10 Grad, sodass es denselben Loft bekommt wie ein Eisen 8, wenn wir ein Eisen 8 wählen und komfortabel zum Ball stehen können? In einer Position, die verständlich ist und wiederholbar. Wo wir locker sind und den Schläger leicht in den Händen halten, was es uns erleichtert, die richtige Länge für den Ballflug zu fühlen.

EINEN BALL VON UNTEN WERFEN

Wenn Sie eine gerade, aufrechte, normale Körperhaltung eingenommen haben, platzieren Sie den Schläger so hinter dem Ball, dass er nur minimal nach vorne lehnt, und richten Sie den Schlägerkopf direkt hinter dem Ball aus. Nun machen wir einen Schwung, der sich rhythmisch vom Ziel wegbewegt und dann, zurück durch das Gras, den Ball mitnimmt Richtung Ziel, bis der Schwung von alleine endet. Sie können den Schwung mit steifen Armen ausführen oder rückwärts und vorwärts mit mehr Hüftdrehung, wenn Sie es kompliziert haben wollen. Oder einfach so, wie ich das mache. Den Schläger so schwingen, wie wenn Sie einen Ball von unten werfen. Das bedeutet, dass Ihre Arme, Ellbogen und Handgelenke involviert sind und Ihr Körper sich gerade genug bewegt, um dem Schwung zu folgen – aber nicht mehr. Wenn Sie einen kleinen Schwung machen, sind Ihre Füsse näher beieinander. Für einen grossen Schwung müssen Sie Ihren Stand erweitern, für mehr Stabilität. Der untere Körperteil sollte Ihren Armschwung unterstützen, sich aber keineswegs wichtig anfühlen, weil alles Gefühl in Ihren Händen liegt.

LOCKER SEIN

Wie erzielen Sie die perfekte Länge mit Ihrem Chip oder Pitch? Ich höre täglich, dass die Leute glauben, ihr kurzes Spiel nicht dosieren zu kön-

nen. Trotzdem tun wir das auf jedem Grün, um den Ball ins Loch zu kriegen. Wir mögen gute und schlechte Tage haben, aber weil der Putting Stand einfach, logisch und wiederholbar ist, lernen wir während der Runde. Wir bringen auch längere Putts irgendwo in die Nähe des Loches – auch wenn wir an einem schlechten Tag dann die kurzen danebenschieben. Gute Dosierung braucht Gefühl! Und Gefühl kommt von locker sein, fokussiert, und loslassen können. Kontrolle verhilft uns nicht zu mehr Gefühl. Halten Sie den Griff nicht zu angespannt und bewegen Sie den Schläger nicht wie ein Roboter. Testen Sie das, indem Sie ein paar Bälle von unten auf verschiedene Ziele werfen. Sie werden bemerken, dass Ihre Knöchel, Knie, Hüften, Schultern, Ellbogen, Handgelenke, ja sogar Ihre Fingergelenke involviert sind. Und wir tun das alles instinktiv. Und das ist der Schlüsselfaktor! Wenn Sie Kontrolle über Ihre Schläge haben wollen, muss das Gefühl übernehmen. Tönt vielleicht ein bisschen komisch, aber probieren Sie es. Hunderte Male täglich machen wir sehr präzise Bewegungen mit unseren Handgelenken. Sei es eine Unterschrift, das Türschloss treffen oder beim Zähneputzen. Aber im Golf wird uns gesagt, dass wir unseren Händen und Gefühlen nicht trauen sollen. Ich bin überzeugt, dass das nicht stimmt.

HÖREN SIE AUF IHREN INSTINKT

Sie brauchen keine Regeln, wann welcher Schlag zu spielen ist. Bleiben Sie offen, folgen Sie Ihrem Instinkt. Spielen Sie den Pitch, wenn Sie sich gut fühlen. Und wenn Sie am Ball stehen und kein gutes Gefühl haben mit irgendeinem Schlag, forcieren Sie nichts, nur weil Sie denken, dass dies korrekt wäre. Finden Sie den Schlag, der zu Ihrem Gefühl passt, und improvisieren Sie einen Weg zum Ziel.

Links: Den Schläger so schwingen wie wenn man einen Ball von unten wirft. Halten Sie den Griff nicht zu angespannt, gute Dosierung braucht Gefühl, nicht Kontrolle. Das kurze Spiel ist der schönste Teil des Golfs. Ich hoffe, dass Sie dem Gefühl eine Chance geben. Der Moment, in dem Ihr Schläger mit dem Sweet Spot den Ball trifft, hoch und weich oder tief und vorwärts, vermittelt reines Vergnügen, mehr als einige Extrameter beim Drive, und belohnt Sie obendrein mit Punkten auf der Scorekarte. www.marcusknight.ch

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MY GAME

GESUNDE FÜSSE SIND DIE BASIS

A

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A B

C

GESUNDHEIT

Wir sind mitten in der Saison und haben schon einige Runden Golf gespielt. Unsere Form und Technik haben sich verbessert und wir nähern uns dem gesteckten Saisonziel. Und dann plötzlich passiert es: Schmerzen am Fuss. Was tun, damit der erfolgreiche «Run» nicht unterbrochen wird? DR. KERSTIN WARNKE

Die drei Bögen eines gesunden Fusses.

Ein gesunder Fuss ist stabil und aufgerichtet. Er verfügt über drei Bögen (siehe Bild): den inneren und den äusseren Längsbogen (Bogen A-C und Bogen B-C) und einen Querbogen (A-B) unter dem Mittelfuss, dort, wo die Zehen beginnen. Fussmuskeln, Sehnen und Bänder versuchen, diese Bögen zu halten und zu verspannen. Belasten wir zu viel, machen wir zu wenig Pausen, drückt der Schuh oder stimmt die Fussstatik nicht, dann kommt es zu Schmerzen. Wird beispielsweise der Längsbogen innen und/ oder aussen flachgedrückt und unsere Muskeln und Sehnen können dem Druck nicht entgegenwirken, dann kommt es zu Schmerzen an der Fusssohle und am Fersenbein. An diesem Punkt setzen die Sehnen und Muskeln an, die den Längsbogen sozusagen verspannen, und ziehen am Knochen. Irgendwann wird dieser Zug am Knochen zu gross und der Schmerz beginnt. Das hilft: Mit dem nackten Fuss über die Blackroll oder einen Tennisball hin- und herrollen. Der dabei entstehende Druck auf den Fuss sollte so hoch sein, dass er gut bis knapp ertragen wird. Dadurch entspannen sich Muskeln und Sehnen. Dehnen der Unterschenkelmuskulatur: Die Verkürzung der Unterschenkelmuskulatur erhöht die Spannung auf der Fusssohle. Mit richtigem Dehnen entspannt sie sich wieder. Hilft dies alles nicht, dann muss eine speziell für Sie angefertigte Masseinlage beim Orthopädie-


MY GAME

techniker ausgemessen und hergestellt werden. Diese Einlage muss dann langsam eingelaufen werden. Wird dagegen der Bogen am Quergewölbe (A-B) zu schwach – also das Quergewölbe ist zu flach oder inexistent –, dann empfinden wir Schmerzen an der Fusssohle über den Mittelfussköpfchen. Die Köpfchen der Mittelfussknochen seitlich des grossen Zehs drücken nach unten durch – meistens die Köpfchen des 2. und des 3. Zehs – und müssen plötzlich einen Teil unseres Körpergewichts tragen, obwohl dies sonst nicht ihre Aufgabe ist. Deshalb entstehen an diesen Orten Schwielen und Schmerzen. Bei dieser Problematik hilft in der Regel nur eine individuell angepasste Masseinlage, die das Ziel hat, das Quergewölbe wiederherzustellen respektive zu unterstützen. Damit drücken die Köpfchen der Mittelfussknochen nicht mehr nach unten durch. Mit dem Tennis- oder Golfball diese Stellen zu massieren führt in der Regel zu mehr Schmerzen.

Das Prinzip der heutigen Masseinlagen ist eine Mischung aus Unterstützung und Stimulation. Unterstützung der Fussstatik und Stimulation (Aktivierung) der Fussmuskeln und der Muskeln am Unterschenkel. Es sind also keine rein passiven Einlagen mehr.

GENÜGEND PLATZ IM SCHUH

Fussgymnastik, um die Muskeln zusätzlich zu stärken, ist nützlich, nicht jedoch, wenn akute, starke Schmerzen bestehen. Beispielsweise mit den Zehen einen Bleistift vom Boden hochheben oder ein Tuch immer wieder krallen. Das Fussgewölbe aktiv aufrichten, wobei die Ferse, der grosse und der kleine Zeh immer am Boden bleiben. Einbeinstand auf unterschiedlich stabilen Unterlagen. Jeder Mensch hat einen individuell anderen Fuss mit teilweise mehr oder weniger vorstehenden Knochen. Am häufigsten findet man solche prominenten Stellen am grossen und am kleinen Zeh sowie an der Ferse hinten. Trifft das auf Sie zu, dann sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Fuss ausreichend Platz im Schuh hat. Gleichzeitig darf das Material an diesen Stellen nicht zu hart sein. Der Schuhmacher oder der Orthopädietechniker kann diese speziell «weich» machen. Denn wenn diese sogenannten Prädilektionsstellen einmal gereizt sind, kann es langwierig werden. Deshalb ist Vorbeugen die beste Strategie.

Mittelfussköpfchen des 2. und 3. Zehs.

Wer Schmerzen am Fuss hat, der muss in der Regel hinken. Und wenn wir hinken, dann stimmt unsere ganze Körperstatik nicht mehr. Dies führt dann über kurz oder lang zu Knieund Rückenschmerzen. Damit sind schmerzfreie Füsse eine Grundbedingung für ein gutes Golfspiel.

FÜNF TIPPS ZUM GOLFSCHUH

1. Der Nachmittag ist zum Anprobieren von Golfschuhen besser geeignet, weil der Fuss gegenüber dem Morgen wegen der Belastung meist dicker und grösser ist. 2. Immer beide Schuhe anprobieren und ein paar Minuten damit herumlaufen. Der Schuh sollte sich bequem und stabil anfühlen. Fragen Sie den Verkäufer, ob Sie mit dem Schuh auch nicht nach innen oder aussen einknicken beim Gehen. 3. Golfschuhe haben in der Regel eine harte Fersenkappe. Achten Sie darauf, dass diese nicht drückt. 4. Die Spikes sollten Sie durch den Schuh hindurch nicht an der Fusssohle spüren. 5. Besitzen Sie bereits eine Einlage, dann sollten Sie diese mitnehmen und im Golfschuh anprobieren.

DR. MED. KERSTIN WARNKE Leitende Ärztin Sportmedizin, Luzerner Kantonsspital; Chief Medical Officer, Swiss Olympic, Rio 2016, Chief Medical Officer ASG.

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TOP GOLF Symetra-Tour

Erster Top 10 Platz für Morgane Métraux Neo-Proette Morgane Métraux holte bei der Donald Ross Classic im French Lick Resort auf der Symetra Tour in den USA einen starken achten Rang. Damit stehen die Chancen gut, dass sie auch 2019 auf der zweithöchsten Stufe in Amerika eine volle Tourkarte erhält. Mit Runden von 71, 67 und 68 Schlägen sicherte sich Morgane Métraux vom Golfclub Lausanne ihre erste Top 10 Rangierung auf der Symetra

Tour. Nach insgesamt fünf gespielten Events kann die erste Schweizerin auf dieser Stufe mit ihren Resultaten höchst zufrieden sein. Aktuell liegt sie auf Platz 64 der Jahresrangliste. Die besten 80 Spielerinnen Ende Jahr erhalten die volle Spielberechtigung auf der Tour, die besten 10 steigen direkt in die LPGA auf.

Europameisterschaft

MOOSMANN AUF PLATZ 20 An ihrer ersten Einzel-Europameisterschaft der Frauen holte die 16-jährige Elena Moosmann als beste Schweizerin den 20. Rang. Natalie Armbrüster und Vanessa Knecht schafften den Cut. Auf dem anspruchsvollen Heritage Course im Penati Resort (Slowakei) kämpfte Elena Moosmann lange vorne mit. Dies unter anderem dank einer 68-er Karte im dritten Durchgang. Im Final spielte sie ebenfalls solide, doch unter anderem mit drei Schlagverlusten auf den abschliessenden beiden Bahnen fiel die Zugerin auf Platz 20 zurück. Mit dem gleichen Tagesresultat von 76 Schlägen verlor auch Vanessa Knecht (Bubikon) zum Schluss noch ein paar Ränge. Sie beendete das Turnier als 43. Als dritte Schweizerin qualifizierte sich Natalie Armbrüster für den Cut und kam auf Platz 53. Neue Europameisterin ist die Spanierin Celia Barquin mit total –16 unter Par. Vor einem Jahr fand die 30. EM der Frauen in Lausanne statt, damals wurde die Genferin Albane Valenzuela Zweite. 52 GOLFSUISSE 04-18


TOP GOLF

25. EVIAN C ­ HAMPIONSHIP

NOCH MEHR PREISGELD Die 20-jährige Genfer Amateurin Albane Valenzuela startet zum vierten Mal bei der Evian Championship.

Die Jubiläumsausgabe des fünften Majors der Frauen findet dieses Jahr vom 13. bis zum 16. S­ eptember statt. Die 120 besten Spielerinnen der Welt kämpfen um insgesamt 3,85 Millionen Dollar Preisgeld. Amateurin Albane Valenzuela möchte bei ihrem vierten Auftritt erstmals im Final dabei sein. STEFAN WALDVOGEL

Die 20-jährige Genferin kennt den anspruchsvollen Parcours von Evian sehr gut. Zuletzt spielte Albane Valenzuela dort den Palmer Cup im Team Europa gegen die USA und gewann ihren Einzelmatch. Bei der Evian Championship fehlt ihr allerdings noch das grosse Erfolgs­ erlebnis. Anders als bei allen anderen Majors der Profis schaffte sie es in drei Versuchen nicht, auch in den beiden entscheidenden Runden am Wochenende noch dabei zu sein. Dank ihren hervorragenden Leistungen während der ganzen Saison erhielt sie von den Organisatoren auch dieses Jahr wieder eine Einladung ans Prestigeturnier. Unter anderem mit ihrem 24. Rang beim U.S. Women’s Open liegt Valenzuela in der Weltrangliste der Amateurinnen aktuell auf Rang 3. Nun möchte sie auch bei ihrem «Heimspiel» am Genfersee weitere Punkte sammeln.

200’000 DOLLAR MEHR

Die 116 Profis am Start kämpfen um ein noch­ mals­um 200’000 Dollar erhöhtes Preisgeld von insgesamt 3,85 Millionen Dollar. Damit ist

nur das U.S. Women’s Open von Anfang Juni höher dotiert als das abschliessende Major der Saison. Für die Ausgabe 2019 wird die Summe übrigens gleich nochmals erhöht. Gleichzeitig wird dann das Turnier vom September auf Ende Juli vorverlegt und damit direkt vor dem Ricoh Women’s British Open ausgetragen. Zu den grossen Favoritinnen der diesjährigen Ausgabe gehören (wie meistens) die Asiatinnen. Allen voran die Weltnummer 1 und Olympiasiegerin Inbee Park aus Korea, die zuletzt 2012 in Evian gewonnen hatte. Ebenfalls weit vorne erwartet werden die beiden thailändischen Schwestern Ariya und Moriya Jutanugarn, aktuell auf den Plätzen drei und neun des Rolex Rankings. Ariya Jutanugarn hat diese Saison unter ande­rem das U.S. Women’s Open für sich entschieden, vor zwei Jahren siegte sie beim British Open. Aktuell die beste Amerikanerin ist Lexi Thompson auf Platz fünf der Weltrangliste. Sie erspielte sich in dieser Saison zwar noch keinen Turniertitel, war aber bereits fünf Mal unter den Top 10. GOLFSUISSE 04-18 53


TOP GOLF

22. SWISS SENIOR OPEN

EMOTIONALER SIEG Trotz eines schlechten Starts in die Finalrunde setzte sich der Franzose Jean-François Remésy bei der 22. Swiss Seniors Open in Bad Ragaz nach einer langen Durststrecke durch. André Bossert klassierte sich als geteilter Achter in prominenter Gesellschaft. Er will den Siegespokal nicht mehr loslassen: Jean-François Remésy.

Es war einmal mehr eine hoch spannende Finalrunde beim Swiss Seniors Open in Bad Ragaz. An der Spitze des Leaderboards lösten sich im Final sechs Spieler stetig ab. Mit der besten Ausgangslage in die Finalrunde starteten Chris Williams (Südafrika) und Jean-François Remésy (Frankreich) bei –10 nach zwei Durch­ gängen. Williams erwischte einen Blitzstart und zog kurzzeitig davon, Remésy dagegen geriet mit zwei frühen Bogeys in Rückstand. «Zwei Approaches mit dem 52-Grad-Wedge und zwei Bogeys – nicht so, wie man sich den Start in den Sonntag wünscht. Dann erinnerte ich mich an 2004, als ich bei der Open de France ebenfalls mit zwei Bogeys in den Final gestartet war und das Turnier dann doch gewonnen hatte», erklärte Remésy nach seinem Sieg. Der Franzose kämpfte sich am Finaltag in Bad Ragaz zurück, blieb auf den letzten zwölf Löchern fehlerfrei und bot dem Publikum auf der Tribüne an Grün 18 ein Spektakel. Remésy war mit einem Schlag Vorsprung auf den mit ihm in der letzten Gruppe spielenden Waliser Phillip Price auf die letzte Bahn gekommen. Der Franzose platzierte seinen Abschlag suboptimal auf der rechten Seite des Fairways, der Weg zur Fahne führte über die Bäume. Millimeterarbeit, so schien es für die Zuschauer – Remésy behielt die Nerven und zauberte den Ball mit einem perfekten Wedge aufs Grün. Price musste nun angreifen, vertat sich bei der Schlägerwahl 54 GOLFSUISSE 04-18

STEFAN WALDVOGEL

und schlug den Ball auf die Tribüne. Nach einem Freedrop rettete der Waliser zwar das Par, doch für ein Stechen reichte es nicht. Remésy sicherte sich mit einem Zwei-Putt seinen ersten Sieg auf der Staysure Tour.

NEUN JAHRE AUF DEN SIEG GEWARTET

Mehr noch, dieser Titel und der Siegerscheck über 48’000 Euro bedeuteten für den 54-­Jährigen ­das Ende einer neunjährigen Durststrecke. Von Emotionen überwältigt sank

Remésy in die Knie, ballte die Hände zu Fäusten, liess sich gleichzeitig vom Publikum feiern und dankte den Zuschauern für ihre Unterstützung. «Es ist unglaublich. Ich habe so lange auf diesen Sieg gewartet und immer wieder an meinem Spiel gezweifelt. Die letzten Wochen aber spielte ich wirklich gut, nun ist das Selbstvertrauen definitiv zurück», freute er sich nach dem Siegesputt. Nun habe er sich auch mit der Schweiz ausgesöhnt. «Zuvor hatte ich nicht wirklich gute Erinnerungen, jetzt aber werde ich sehr, sehr gerne wiederkommen.»

André Bossert, bestes Saisonresultat, aber eine durchzogene Bilanz in Bad Ragaz.


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Einer der ersten Gratulanten war übrigens sein Landsmann Jean van de Velde, der – typisch Franzose – die Glückwünsche mit einem Wangenkuss und einer herzlichen Umarmung überbrachte. Jener Jean van de Velde, den Remésy 2004 in Paris bei der Open de France im Playoff besiegt hatte.

BOSSY MIT BESTEM ­SAISONRESULTAT

Weniger emotional, aber ebenfalls mit einem versöhnlichen Abschluss endete das Swiss ­Seniors Open 2018 für Turnierbotschafter André Bossert. «Tee to Green» zeigte der Schweizer eine solide Leistung, er haderte aber die ganze Woche mit dem Putting. «Bossy» kam ­«bogeyfrei» durch die drei Turniertage, sein einziger Schlagverlust resultierte am Freitag aus einem Doppelbogey an Loch 14. Am Samstag und am Sonntag spielte Bossert jeweils drei unter Par, seine Bilanz ist dennoch durchzogen: «Im Final habe ich viel besser geputtet als an den Tagen zuvor, und ausnahms­weise sind auch ein paar knappe Putts gefallen. So kann ich mein Resultat akzep­tieren, es lag nicht mehr drin. Eine bessere Platzierung verspielte ich in den ersten beiden Runden.» Am Ende war es bei ihm Platz acht – seine erste Top-10-Klas­sierung in dieser Saison.

«NEULING» PUNKTO LASER

Auf dem geteilten achten Schlussrang ist Bossert in prominenter Gesellschaft. Unter anderem klassierten sich auch Ian Woosnam (Wales), Peter Fowler (Australien, Swiss-­ Seniors-Open-Sieger 2011) und der Österreicher Markus Brier bei 6 unter Par fürs Turnier. Brier, der am Donnerstag vor dem Turnierstart in Bad Ragaz seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, spielte beim Swiss Seniors Open sein erstes Turnier auf der Staysure Tour. Mit dem Top-10-Ergebnis beim Debüt zeigte sich der Wiener zufrieden. Mehr noch, er fühlte sich auf Anhieb willkommen und wohl auf der Tour der Ü50-Profes­sionals. «Ich mag es, auf der Runde zwischen den Schlägen ein wenig zu plaudern. Barry Lane war in der ersten Runde ein wunderbarer Spiel- und Gesprächspartner, er hat mir viele Insidertipps zur Staysure Tour gegeben.» Er habe erst im Verlauf der ersten Runde realisiert, dass man bei den Senioren ein Lasergerät für die Distanzmessung einsetzen könne, erzählt der «Neuling». Ohne Laser habe er allerdings besser gespielt als in den beiden folgenden Runden, fügte der Wiener lachend an. Seinen runden Geburtstag hat er in Bad Ragaz im kleinen Familienkreis schon mal vorgefeiert. «Die grosse Sause folgt dann erst später», erzählt er den Journalisten direkt nach seiner Premiere.

«COOLE ERFAHRUNG FÜR ­AMATEURE» Die ersten beiden Tage spielten die Profis im ProAm-Format mit jeweils einem Amateur im Team. Prominentester Gast war Eishockey-Star Nino Niederreiter (im Bild), der gleich nach der Runde von einer Equipe des Schweizer Fernsehens für «sportaktuell» interviewt wurde. Dabei gab er zu, «äusserst nervös» gewesen zu sein. «Das hier ist etwas anderes, als vor 20 000 Fans Eishockey zu spielen. Dort weiss ich, was ich kann – im Golf ist es bekanntlich jeden Tag anders», lacht der Bündner, der seit acht Jahren in Amerika sein Geld verdient. Für Niederreiter war das Turnier das allererste ProAm und eine «sehr coole Erfahrung». «Ich habe versucht, den Profis möglichst viel abzuschauen und gleich auf dem Platz umzusetzen, aber das geht bekanntlich selten gut.» Vor allem rund um die Grüns sei es «wie ein anderes Spiel», sagt der Single-­Handicapper. Verleger Michael Ringier hat schon bei vielen ProAms mitgespielt, aber «noch nie innerhalb eines Turniers». «Wer, wie ich, die Wettkampf-Atmosphäre liebt, ist hier genau am richtigen Ort. Die beiden Run­ den mit Victor Garcia waren sehr angenehm, und ich gab mir Mühe, ihn nicht zu stören», erzählt der frühere Tennisspieler. Auch für ihn war dieTurnier­runde vor den Zuschauern speziell. «Beim Tennis bin ich bei jedem Matchball ruhig geblieben, hier will man den Ball wenn möglich nicht vor dem Publikum in den Wald hauen.» Das sei meistens gelungen, fügt er auf meine Nachfrage noch an. Ringier war eingeladen, doch für ihn ist klar: «Das Erlebnis ist die 5000 Franken ganz sicher wert.» «Gelohnt» hat sich das Turnier übrigens auch für die Stiftung Kinderhilfe Stern­ schnuppe. Dank den insgesamt 52 Birdies auf Loch 3 wurden an den drei Turnier­ tagen des Swiss Seniors Open CHF 10’400 für die «Birdies for-Good»-Charity gesammelt. Die Credit Suisse überwies diesen Betrag an die Stiftung.

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Kim Métraux: Starker Vierter Rang bei ihrem dritten Turnier als Profi.

1. LAVAUX LADIES ­CHAMPIONSHIP

DOPPELTER ERFOLG Für den Golfclub Lavaux war das Turnier der LET Access eine ­Premiere, für die Lausannerin Kim Métraux der dritte Auftritt bei den Profis. Die 1. Lavaux Ladies Championship war für beide ein Erfolg. THÉRÈSE OBRECHT HODLER

Blauer Himmel, blaue Fahnen, die Caddies und alle Helfer im blauen Überzug. Bei der ersten Ausgabe der Lavaux Ladies Championship im Golfclub Lavaux dominierte «Blau». Und vor allem an den ersten beiden Tagen kämpften die 109 Spielerinnen mit grosser Hitze auf dem coupierten Parcours. Erfreu­ licherweise qualifizierten sich 4 der total 13 Schweizerinnen am Start für den Cut. Im Final war dann nicht mehr die Wärme das grosse Thema, sondern der Wind. Die letzte Runde des LET-Access-Turniers auf dem perfekt präparierten Platz von Lavaux war alles andere als ein Spaziergang für die 47 Qualifizierten. Neo-Profi Kim Métraux ging mit zwei Schlägen Rückstand auf die zwei Leaderin56 GOLFSUISSE 04-18

nen Fanny Cnops und Marie Fourquier in die Entscheidung. Schon auf Loch 2 hatte sie ihre Siegeschancen mit einem Doppelbogey fast verspielt, bei Halbzeit lag sie erstmals im Turnier über Par. Auf den Back Nine hatte sie den Wind besser im Griff und beendete die Runde mit 74 Schlägen auf dem geteilten vierten Rang. «Ich wusste, dass bei dieser starken Bise alles möglich war, und konzentrierte mich auf die Löcher, die noch vor mir lagen», kommentierte die Lausannerin, die findet, dass sich das Leben als Proette nicht gross unterscheidet vom College Golf in den USA, abgesehen von den Hausaufgaben... «Ich bin zufrieden mit diesem 4. Platz in meiner dritten Woche auf der Profi-Tour, umso mehr, als ich in Lavaux mit dem Golfen begonnen hatte», fügte sie bei. Die 23-Jährige


TOP GOLF

war bei ihrem ersten Turnier auf LET Access noch knapp am Cut gescheitert, danach aber schon in der Tschechei die beste Schweizerin, und ebenfalls bei ihrem Heimspiel. Caroline Rominger, nach zwei Runden noch auf dem 7. Zwischenrang, hatte am letzten Tag etwas mehr Mühe und fiel auf den 19. Platz zurück. «Der Wind machte die Wahl der Schläger enorm schwierig», kommentierte die Bündnerin, die sich vor allem über ihre 68erRunde am zweiten Tag freute. Die Amateurin Azelia Meichtry brachte ebenfalls eine 77erRunde ins Clubhaus und belegte den 37. Rang. «Es ist cool, dass ich den Cut geschafft habe, ich weiss aber auch, dass eigentlich mehr dringelegen wäre», sagte die Walliserin, die in Südafrika studiert. Für Clara Pietri, die nach zwei Runden noch sechs Schläge hinter den Führenden lag, war der Final ein Tag zum Vergessen. Ihr Score von 84 warf sie auf den 44. Rang zurück.

2. BOSSEY LADIES CHAMPIONSHIP Im vergangenen August startete Pitch & Play mit ihrem ersten Turnier auf der LET Access in Bossey. Der ASG-Club auf französischem Boden südlich von Genf ist auch diesen Sommer wieder Gastgeber der Bossey Ladies Championship. Gespielt wird vom 15. bis 17. August, dabei geht es wiederum um 50’000 Euro Preisgeld. Der Eintritt ist frei. Die ASG ist Sponsor und Partner der LETAS-Turniere von Bossey und Lavaux.

Der Sieg ging an die 27-jährige Belgierin Fanny Cnops, eine Longhitterin, die auf der LET spielte, bevor sie wegen einer Verletzung am Handgelenk für zehn Monate ausfiel. Sie zeigte keine Schwächen mit einer bemerkenswerten 72er-Runde trotz des Windes am letzten Tag. Mit total minus sieben hatte sie am Ende drei Schläge Vorsprung auf die Zweitplatzierten, Therese Nerpin (Schweden) und Emie Péronnin (Frankreich).

ZWEITE AUSGABE NÄCHSTEN JUNI

Die Lavaux Ladies Championship kam sehr kurzfristig auf den Turnierkalender der LET Access. «Wir führten die ersten Gespräche mit dem Club erst vor einigen Monaten», sagt der Turnierdirektor Pierre-Antoine Missud. Die erste Bilanz ist sehr positiv, sowohl für die Genfer Agentur Pitch & Play, die das Turnier organisierte, als auch für den Golfclub Lavaux. Beide haben gemeinsam bereits eine Neuausgabe im nächsten Juni angekündigt. Dabei war das erste internationale Profi-Turnier eine echte Herausforderung für den Westschweizer Club. Manager Yannick Rosset hat nur lobende Worte für den Einsatz der Mitglieder, die teils Spielerinnen bei sich zuhause aufgenommen, Elektrocarts ausgeliehen oder gar den Bag einer Spielerin getragen haben, ganz zu schweigen von den rund dreissig freiwilligen Helfern: «Ohne ihren Goodwill hätten wir den Event kaum so gut über die Runden gebracht.» Zu den Freiwilligen gehörten beispielsweise Evelyne Flückiger und Veronica Morrison, zwei Clubmitglieder, die während vier Tagen im Einsatz standen. «Die Atmosphäre war grossartig,

Oben: Caroline Rominger, unten: Strahlende Siegerin Fanny Cnops.

wir machen das nächstes Jahr wieder», sagten die zwei Ladies unisono. Beide zeigten sich stolz auf das Grossereignis in ihrem Club und auch begeistert über die Leistung der meist jungen Proetten. Zum Erfolg trug auch das GreenkeeperTeam unter der Leitung des «Course Managers» Richard McGlynn bei. Trotz wochenlangen Unwetters präsentierte sich der Platz in einwandfreiem Zustand. Die seit zwei Jahren vom Golfclub Lavaux getätigten Investitionen und Renovationen haben sich eindeutig gelohnt (GOLFSUISSE Nr. 2/18), und die vier sonnigen Turniertage waren ein verdienter Bonus.

FRAUENGOLF UNTERSTÜTZEN

Laut Turnierdirektor Pierre-Antoine Missud hat die Zusammenarbeit zwischen dem Club

und dem Veranstalter Pitch & Play viel «positive Energie» generiert. «Unsere Agentur engagiert sich klar für das Frauengolf, und wir glauben auch an das Entwicklungspotential der Region Montreux Riviera mit all ihren tollen Golf­­plätzen», erklärt er. Missud hofft im kommenden Jahr auf eine grössere Zuschauerzahl und möchte auch das Preisgeld von aktuell 50’000 Euro verdoppeln. Das ist Zukunftsmusik für die Proetten, die für jede Möglichkeit, an Turnieren zu spielen, dankbar sind und die auch die verschiedenen Specials in Lavaux zu schätzen wussten. Dazu gehörten ein Fitnessraum, Massagen, Yoga und Kryotherapie in der GolFit-Anlage sowie das Gratis-Fitting auf der Driving Range und Kosmetik mit Pure Altitude. GOLFSUISSE 04-18 57


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Stolze Silbermedaillen-Gewinner: (von links) Aurélien Chevalley, Lorenzo Baldassarri, Ronan Kleu, Nicola Gerhardsen, Cédric Gugler, Loïc Ettlin und Captain Marc Vuillemin.

TEAM EM

MIT HYPNOSE ZUR SILBER­MEDAILLE Es ist der grösste Erfolg seit 17 Jahren: Die Schweizer Junioren holten an der Team-Europameisterschaft in Tschechien als Aufsteiger gleich die Silbermedaille. Geholfen hat unter anderem die spezielle Vorbereitung mit ­Hypnose. STEFAN WALDVOGEL 58 GOLFSUISSE 04-18


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gelaufen, und eine gute Vorbereitung garantiere noch kein gutes Resultat. In der zweitägigen Strokeplay-Qualifikation spielten sich die Junioren auf den guten sechsten Rang. Damit schafften sie das erste Zwischenziel, im sogenannten Flight A der besten acht Nationen um den Titel zu spielen.

VIEL MATCHPLAY TRAINIERT

Die definitive Rangierung basiert an der Team-­ Europameisterschaft dann auf den Direktbeg­ egnungen im Matchplay. Dieses habe man noch deutlich intensiver als in den Vorjahren trainiert, erläutert Chatelain, und das habe sich schliesslich ausbezahlt. Im wichtigen ersten Match gegen die favori­ sierten Engländer gewannen die Schweizer mit 4  :  3 und waren damit bereits unter den besten vier Nationen. Cédric Gugler und Ronan Kleu verloren zwar die erste Foursome-Partie, doch in den Einzelmatches holten die beiden die entscheidenden Punkte.

Oben: Cédric Gugler in Action. Unten: Gemeinsames Training im Golf Sempach. Vor dem Turnier wollte Coach Marc Chatelain kein Ziel bekannt geben: «Wir wussten, dass wir um die Medaillen mitspielen können, ich wollte dem Team aber keinen Druck von aussen auf­ setzen», erläutert er die Strategie. Die Vorbereitung begann schon mit dem Aufstieg aus der zweiten Division. Vier der sechs Junioren waren

ding begonnen, war schon lange vor dem Turnier vor Ort und arbeitete unter anderem mit Hypnose. «Die Boys wussten, sie können um die Medaillen mitspielen. Es war ganz tief in ihrem Unterbewusstsein eingeprägt, und sie haben fest an ihre Möglichkeiten geglaubt», fasst Chatelain die Ausgangslage zusammen.

«Wir wussten, dass wir um die Medaillen ­mitspielen können, ich wollte dem Team aber keinen Druck von aussen aufsetzen» ein Jahr später noch dabei und bildeten den Kern der Equipe. «Wir wussten, wir sind als individuelle Spieler stark, doch geht es an der Europameisterschaft vor allem darum, als Team aufzutreten», erläutert der Chef der Elite-­ Coaches. Man habe darum früh mit Teambuil-

Für ihn sei die Silbermedaille deshalb keine Sensation. «Für mich steht der Prozess selber im Vordergrund, und von daher spüre ich eine grosse Genugtuung, in der Vorbereitung und im Turnier selber vieles richtig gemacht zu haben.» Klar sei es an der EM selber optimal

Anders der Verlauf gegen Schweden. Hier gewannen die Schweizer bereits die beiden Foursomes, doch war die Partie gegen die Nordländer bis am Schluss höchst umstritten. Loïc Ettlin holte schliesslich den entscheidenden Punkt mit einem Birdie am ersten Extra­loch, nachdem er bereits die Löcher 17 und 18 gewinnen musste, um überhaupt ins Stechen zu kommen. Damit stand erstmals seit 2001 wieder ein Schweizer Team in einem EM-Final. Gegen die Spanier, die klaren Dominatoren der Qualifikation, reichte es dann allerdings nicht mehr für eine Überraschung. «Uns war klar, dass die Spanier punkto Weltrangliste deutlich besser platziert sind als wir, und so dauerte die Enttäuschung über die Niederlage bloss etwa 30 Minuten. Danach freuten wir uns über die erste Silbermedaille seit 17 Jahren», kommentiert Chatelain den Erfolg. Man habe viele Komplimente von anderen Nationen erhalten und nutze den Schwung gleich wieder für die Vorbereitung auf die nächste EM. Allerdings muss der Coach für 2019 nun ein neues Team aufbauen. Aufgrund der Altersbeschränkung auf 18 Jahre bleiben ihm nur die beiden «Leader» Nicola Gerhardsen und Loïc Ettlin als Kern der sechsköpfigen Equipe.

GIRLS AUF RANG 9

Die Juniorinnen verpassten den Flight der besten acht Nationen in Schweden knapp. Doch danach zeigten sie eine starke Leistung im Matchplay. So siegten sie im ersten Direktduell gegen Wales sehr klar mit 4 : 1. Auch die zweite Partie gegen Schottland ging an die Schweiz. Dank einem weiteren Erfolg gegen Frankreich holten sich die Juniorinnen den neunten Schlussrang. Die Partie war hart umkämpft. GOLFSUISSE 04-18 59


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Unter anderem mit einem Sieg von Klara Wildhaber am dritten Extraloch siegten die Schweizerinnen mit 3 : 2 und bestätigten damit den neunten Rang von 19 Nationen. Mit einem klaren 6 : 1-Sieg über Spanien holte sich Qualifikationssieger Italien den Titel bei den Juniorinnen.

FRAUEN AUF PLATZ 16

Die Schweizer Frauen spielten im Golfclub Murhof in Österreich. Nach der ersten von zwei Qualifikationsrunden fehlten ihnen bloss drei Schläge auf den erhofften achten Rang und damit die Teilnahme am Titelrennen der besten acht Nationen. Im zweiten Durchgang konnten sie sich nicht wunschgemäss steigern, sie benötigten als Team drei Strokes mehr. So fehlten am Ende vierzehn Schläge auf den achten Rang. Auch im Matchplay kämpften sie eher unglücklich. Nach der Niederlage gegen Tschechien verloren sie auch gegen die Slowakei und am Schluss noch gegen Gastgeber Österreich. «Das Team hat erneut nicht schlecht gespielt. Das Resultat ist klarer als der Leistungsunterschied, aber natürlich sind wir enttäuscht über den 16. Schlussrang von 19 Nationen», fasst Coach Beat Grossmann kurz zusammen. Schweden feierte den Titel mit einem Finalsieg gegen Frankreich.

MÄNNER VERPASSEN AUFSTIEG

Die Schweizer Männer kämpften in Polen um den direkten Wiederaufstieg aus der zweit­ höchsten Klasse. Nach der Strokeplay-Qualifi­ kation lagen die Schweizer an der Tabellenspitze, doch die Entscheidung um den Aufstieg fiel auch hier im Matchplay. Dabei konnten die Schweizer ihre Favoritenrolle in keiner der beiden Partien nutzen. Zuerst verloren sie hauchdünn gegen Belgien, in der entscheidenden Partie gegen Wales setzte es dann eine klare 2 : 5-Niederlage ab. Die Männer verloren bereits die ersten beiden Foursomes, kämpften sich dann etwas zurück und hatten am Ende ein wenig Pech. So verlor Jeremy Freiburghaus seinen Match auf Loch 20, und Perry Cohen unterlag mit einem Schlag. Trotzdem ist die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg gross. Belgien, Slowenien und Wales spielen nächstes Jahr wieder in der höchsten Kategorie. Dort gab es dieses Mal die grösste Überraschung: Aufsteiger Finnland setzte sich als Achter der Qualifikation in allen drei Matches durch und holte sich im Final gegen England den Europameister-Titel.

Die drei übrigen drei ASG-Teams (Ladies, Juniorinnen und Männer) mit ihren Betreuern, dazu viele Impressionen der Spielerinnen und Spieler. 60 GOLFSUISSE 04-18


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Er ist erst 16 und qualifizierte sich aus eigener Kraft für das Omega European Masters in Crans-Montana. Im Wallis trifft Nicola Gerhardsen Anfang ­September unter anderem Routiniers wie Miguel Angel Jimenez und John Daly. Vorher trainiert er aber noch intensiv in Südafrika. STEFAN WALDVOGEL Es ist eine ganz spezielle Saison für den Spieler vom Golfclub Rheinblick. Im Juli holte Nicola Gerhardsen mit dem Team an der Europameisterschaft der U18-Junioren die erste Medaille für die Schweiz seit 2001, nur eine Woche später gewann er die Schweizermeisterschaften der Junioren überlegen, und der nächste Höhepunkt folgt Anfang September. Als bester Amateur im Qualifikationsturnier Mémorial Olivier Barras sicherte er sich als jüngster Schweizer der Geschichte den Start beim Omega European Masters. «Klar freue ich mich riesig darauf. Es ist mein Aufritt bei den Profis, und angesichts der Zuschauer werde ich zu Beginn sicher nervös sein», blickt der Youngster voraus. Als junger Amateur habe er im Feld der gestandenen Professionals allerdings nichts zu verlieren, und das Erlebnis sei wohl unbezahlbar, fügt er an.

FRÜH NACH SÜDAFRIKA

Nicola Gerhardsen: Vom Junioren-Schweizermeister zum Turnier Profis in Crans.

OMEGA EUROPEAN MASTERS

NICOLA GERHARDSEN MIT 16 PREMIERE BEI DEN PROFIS 62 GOLFSUISSE 04-18

Sein mittelfristiges Ziel ist klar: Er will mit Golfen selber einmal Geld verdienen. Deshalb besucht er schon seit vergangenem Herbst die Kenako Golf Academy in Südafrika. «Dort kann ich das ganze Jahr optimal trainieren und gleichzeitig die Schule besuchen», erklärt er. Die Ausbildung sei weniger streng, doch mit der internationalen Matura könne er später überall studieren. Ende Juli ist er wieder nach Südafrika geflogen. «Ich werde mich intensiv auf den Grossanlass vorbereiten und dann gut zwei Wochen vor dem Omega European Masters in die Schweiz zurückkommen», sagt der grossgewachsene Junior zu seinen Plänen. Klar möchte er «wenn möglich den Cut überstehen», und wenn er wünschen könnte, würde er am liebsten mit Rafael Cabrera Bello in einen Flight eingeteilt. Gerhardsen hat den Spanier vor vier Jahren in dessen Heimclub auf Gran Canaria getroffen. «Dabei hat er mir 45 Minuten lang beim Putten geholfen, und wir haben uns gut unterhalten. Es wäre sehr schön und lustig, wenn wir nun


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sogar zusammen zwei Runden spielen könnten», erzählt er auf die entsprechende Frage. Und sonst würde er gerne mit Miguel Angel Jiménez spielen. «Ich finde ihn einfach total cool, lustig und entspannt», begründet Gerhardsen.

JIMÉNEZ BLEIBT DER ­LIEBLING DER ZUSCHAUER

Die Chancen, dass der junge Amateur im Wallis erneut auf Cabrera Bello trifft, sind eher klein. Der 34-Jährige spielte zuletzt vor acht Jahren am Omega European Masters. Sein 20 Jahre älterer Landsmann Jiménez war in seiner langen

als der Amerikaner», sagt beispielsweise Turnierdirektor Yves Mittaz. Auch als Ältester im Feld könne er durchaus noch vorne mitspielen, glaubt Mittaz. Bei seinen letzten vier Auftritten auf der European Tour spielte der Routinier keine einzige Runde über Par, die Italian Open schloss er mit einer beeindruckenden 63er-Karte ab. Mittlerweile scort der mit einer Österreicherin verheiratete Spanier vor allem auf der Cham­ pions Tour in den USA. Beim U.S. Senior Open verpasste er den Sieg bloss um einen Schlag, insgesamt hat er bei 54 Turnieren auf der

«Die wichtigsten Entscheidungen fallen nach der PGA Championship vom 12. August.» Karriere bereits 28 Mal beim Traditionsturnier mit dabei. Der charismatische Spanier ist noch immer der absolute Liebling der Zuschauer. «Auch wenn wir Jordan Spieth im Feld hätten, würde Jiménez wohl von mehr Leuten begleitet

US-Senioren-Tour 54 Mal den Cut geschafft. Jiménez fliegt extra für sein Lieblingsturnier aus den USA zurück. Für den Auftritt im Wallis braucht sogar der Star das Einverständnis seiner «Haupt-Tour» in den USA. Für Turnier-

direktor Mittaz ist der bekennende Weinlieb­ haber der unkomplizierteste Spieler: «Er sagte schon in Dubai zu, bei ihm gibt es nie Diskussionen. Alle im Wallis freuen sich, den Sympathieträger wiederzusehen, und er freut sich auf die treuen Fans», weiss Mittaz aus der Vergangenheit. Die Spanier gehörten für ihn «eigentlich schon immer zu den Lieblingen des Publikums». Sie seien eher emotional und heissblütig, gleichzeitig charmant und lustig. «Das schätzen die Leute, es hat mit Seve Ballesteros oder José María Olazábal begonnen und wird nun hoffentlich noch lange fortgesetzt», weiss Mittaz. Sehr gerne würde er den Masters-Sieger Sergio Garcia wieder einmal zum Turnier begrüssen. Der Spanier hat sich nach seinem Triumph in Augusta bekanntlich in sein Haus in CransMontana zurückgezogen. Weil es ihm beim FedEx Cup nicht wunschgemäss läuft, könnte ein Start des Omega-Botschafters bei seinem «Heimturnier» realistisch werden. Seine Priorität liegt derzeit bei der Qualifikation für den FedEx Cup und der Teilnahme am Ryder Cup. «Die wichtigen Entscheidungen fallen

Publikumsliebling Miguel Angel Jiménez kommt im Herbst zum 29. Mal nach Crans.

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nach der PGA Championship vom 12. August. Wir sind intensiv an der Arbeit, die konkreten Namen veröffentlichen wir aber erst, wenn die Sache klar ist», sagt Mittaz. Man werde aber sicher noch einige prominente Spieler begrüssen können.

JOHN DALY MIT ­KNIEPROBLEMEN

Schon im Mai kündigten die Organisatoren den erstmaligen Auftritt von John Daly in der Schweiz an. Der 52-jährige Amerikaner ist immer noch die widersprüchlichste Figur im

Golfsport und legt sich immer wieder gern mit Offiziellen an. Beim US Senior Open wollte er wegen Knieproblemen mit einem Golfcart antreten, die USGA lehnte dies aber ab. Danach verkündete Daly, «nie mehr ein Event der USGA» spielen zu wollen. Bei der American Family Insurance Championship durfte er im Cart fahren und wurde dort Siebter. Zuletzt spielte er nach einer erfolgreichen Operation die British Senior Open in St Andrews. Dort hatte er bekanntlich 1995 «The Open» im Stechen gegen Costantino Rocca gewonnen. Seine Knieprobleme entstanden übrigens nicht

beim Golfen. Sie sind die Folge eines Unfalls mit seinem Wohnmobil. «Laut meinen Informationen kann er wieder normal spielen, ich gehe nicht davon aus, dass es ein Problem geben könnte», sagt Mittaz über das «Enfant terrible» der US-Profis. Aus ganz unterschied­ lichen Gründen hatte sich Daly bereits 49 Mal bei einem PGA-Turnier kurzfristig wieder abgemeldet, dazu war er schon zwei Mal im Wallis angekündigt worden. «Diesmal klappt es. Die Zuschauer können sich auf ein farbiges Spektakel freuen», erklärt Mittaz vor dem Höhepunkt im Herbst.

Aussicht und Ambiance, beides ist bei der Omega European Masters einmalig.

DIE ANDEREN ­SCHWEIZER AM START Mit seinem klaren Sieg am Mémorial Olivier Barras hat sich der Westschweizer Profi Raphaël de Sousa (im Bild) ebenfalls für den Event der European Tour qualifiziert. Die beiden aktuellen Challenge-Tour-Spieler Joel Girrbach und Marco Iten konzentrieren sich auf die dortige Jahresrangliste und verzichten auf den Auftritt. Für die vier Schweizer Profis am Start gilt die Order of Merit der Swiss PGA. «Entschieden wird aber erst am 21. August», sagt Swiss PGA Captain Marc Chatelain. Dazu kommen neben Nicolas Gerhardsen drei weitere Amateure aus dem ASG-Kader. Da gleichzeitig in Irland die Amateur-Weltmeisterschaften ausgetragen werden, starten die drei besten in der Jahreswertung an der WM. Ein zusätzlicher Startplatz bekommt der Sieger des Championnats International de Suisse in Domaine Impérial.

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RYDER CUP

DER EMOTIONALSTE ­GOLF-EVENT DER WELT Der Ryder Cup in Paris Ende September wird ein Schauspiel der Extraklasse. Europa will die Trophäe z­ urück, aber Amerika stellt das prominentere Team. PETRA HIMMEL Eines ist sicher: Zumindest von den Bildern her wird dies ein überwältigender Ryder Cup sein. Paris wird seinen Charme spielen lassen und seine Historie ausspielen. Spielerfrauen in Abendkleidern beim Gang über den roten Teppich und Herren im Smoking bei einem der abendlichen Dinner Events im Vorfeld der Spieltage – wo passt das besser als in der Haupt­ stadt der Grande Nation? Der Eiffelturm als Kulisse, die Schlösser von Versailles um die Ecke – hier ist Kern-Europa, weshalb der Ryder Cup 2018 auch ein Schauspiel europäischer Einheit sein wird.

nationale Lager gespalten. Die Profi-Szene im Golfsport hat sich, anders als noch Ende des vergangenen Jahrhunderts, stark vermischt. Egal, ob der Engländer Justin Rose, sein Lands­ mann Ian Poulter oder der Schwede Henrik Stenson – die amerikanische PGA Tour ist längt der Hauptarbeitsplatz der Herren, die mit ihren Familien meist auch in Amerika wohnen, weshalb sich berufliche Verbundenheit mit den amerikanischen Kollegen versteht. Auch deshalb feiern zum Ende des Ryder Cup die Teams Europas und der USA stets ein gemein­ sames, ziemlich ausgelassenes Fest.

Europa gegen die USA – das klingt vor dem aktuellen politischen Hintergrund erst einmal ein wenig angespannt. Im Golfsport allerdings liegen die Dinge ein wenig anders. Zwar gilt der Ryder Cup als der emotionalste Golf-Event der Welt – seine spannungsgeladenen Matches sorgen für Rekordquoten bei den TV-Zahlen rund um den Globus –, die Hauptdarsteller allerdings sind eigentlich keineswegs in zwei

An den Tagen davor kann die Stimmung allerdings durchaus etwas angespannt sein. Nicht ganz so schlimm wie 1999 im Country Club in Brookline oder 1991 in Kiawah Island hoffentlich, wo der Ryder Cup durchaus kriegerische Ausmasse annahm und ein Teil der Amerikaner sogar mit Schirmmützen der US Army auftrat. Aber emotional eben und elektrisierend spannend.

USA IST FAVORISIERT

Auf den ersten Blick gehen die Titelverteidiger aus den USA als Favoriten ins Rennen auf dem Golfplatz Le Golf National, der mit seinen hohen Zuschauerwällen jenseits der Fairways GOLFSUISSE 04-18 65


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DIE (PROVISORISCHEN) TEAMS Europa Francesco Molinari Tyrrell Hatton Justin Rose Rory McIlroy Jon Rahm Tommy Fleetwood Alex Noren Paul Casey Plus vier Captain’s Picks von Thomas Bjørn* USA Patrick Reed Justin Thomas Dustin Johnson Jordan Spieth Brooks Koepka Rickie Fowler Bubba Watson Phil Mickelson Plus vier Captain’s Picks von Jim Furyk* *Die werden erst im September bekannt.

Die beiden Captains gemeinsam auf dem Eiffelturm.

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wie geschaffen ist für die grossen Zuschauermengen. Mit Justin Thomas, Jordan Spieth, Dustin Johnson, Patrick Reed und Rickie Fowler bietet das Team USA um Kapitän Jim Furyk einen Grossteil jener Spieler auf, die zuletzt das grosse Rad im Golfsport gedreht haben. Spieth, Thomas und Johnson haben seit 2015 jeweils die Weltrangliste angeführt, Patrick Reed ist der amtierende Masters Champion. Hinzu kommt ein Ryder-Cup-Veteran wie Phil Mickelson, der es allein schon mit zwei Europäern aufnimmt. Mickelson ist die Wildcard sicher, sollte er nicht zu jenen acht Spielern gehören, die sich automatisch qualifizieren. Interessant ist auch die Frage, in welcher Rolle Tiger Woods nach Paris reisen wird. Der 42-Jährige hat sich im Ryder-CupRanking inzwischen trotz der Tatsache, dass er erst zu Beginn des Jahres in den Qualifikationsprozess eingegriffen hat, unter die Top 35 vorgeschoben. Für einen Platz unter den Top 8 dürfte es bis Ende August, wenn die Qualifikation abgeschlossen ist, wohl kaum noch reichen – aber ein ernsthafter Wildcard-Kandidat ist der 14fache Majorsieger allemal. Zumal Woods, der zu Beginn seiner Ryder-Cup-Karriere

aufgrund seiner zurückgezogenen Art stets als eher ungeeignet für den Teamwettbewerb galt, inzwischen zu seiner Rolle als Teamplayer gefunden hat und damit durchaus inspirierend wirken könnte. Die Hoffnung der Europäer, Amerikas Mannschaft werde sich – wie so oft in der Vergangenheit – nicht als Team präsentieren, hat sich zu­letzt bei der eigenen 11 : 17-Niederlage in Hazeltine als Wunschtraum erwiesen. Nach dem Debakel von Gleneagles 2014, bei dem sich das Team USA im Rahmen der Abschluss-Pressekonferenz öffentlich in die Haare geriet, gründete die PGA of America die «Ryder Cup Task Force» aus Spielern, Trainern und Offi­ziellen, die sich mit der Optimierung aller Ryder-Cup-Prozesse beschäftigte. Der US-Sieg von Hazeltine bewies, dass der Ansatz Wirkung gezeigt hatte.

EUROPA MIT HEIMVORTEIL

Immerhin sieht die Ausgangslage für Europa in diesem Jahr deutlich besser aus als noch 2016, als man mit einer Mannschaft anreiste, die zur Hälfte aus Ryder-Cup-Anfängern bestand. Kapitän Thomas Björn hat nun die Möglichkeit, kurz vor dem Event vier Wildcards zu vergeben,


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Samuel Ryder (links) übergibt 1929 den Pokal an den englischen Captain George Duncan.

VERRÜCKT NACH GOLF: SAMUEL RYDER Er war golfverrückt. Und das, obwohl er den Golfsport erst für sich entdeckte, als er die 50 schon überschritten hatte. Da wurde Samuel Ryder Mitglied im Verulam Golf Club. 1910 war das, und der hagere Brite mit dem kurzen Schnauzbart war längst eine bekannte Grösse in seinem Wohnort St Albans. Der 1858 in Manchester geborene Sohn eines Getreide­unter­ nehmers hatte es mit einer gleichermassen eigentümlichen wie innovativen Geschäftsidee zu Wohlstand gebracht: Er verkaufte Blumensamen in Kleinstverpackungen im Versand­handel an britische Haushalte. Die Idee wurde zum Renner und Ryder zu einem reichen Mann. Einen Teil seines Vermögens investierte er in den Golfsport. Die Golf Professionals, die zu diesem Zeitpunkt in der gesellschaftlichen Hierarchie nicht allzu weit über den Caddies angesiedelt waren, nicht ins Clubhaus durften und wenig verdienten, lagen ihm besonders am Herzen. Ryder sponserte 1923 das Heath & Heather Professional Tournament für die besten 48 Professionals des Landes und danach das «International Match», bei dem vier Pros über 72 Löcher Matchplay um 1000 Dollar spielten. George Duncan und Abe Mitchell kamen aus Gross­ britannien, Walter Hagen und Macdonald Smith aus Amerika. Es war einer der Vorläufer des Ryder Cup, wobei es 1926 zu einem ersten grösseren Match zwischen den USA und Gross­ britannien in Wentworth bei London kam, das den Titel «International Professional Golf Match Great Britain versus United States of America» trug. Es fand zwischen der Qualifi­kation für die British Open in Sunningdale und der British Open selbst statt, so dass die Anreise für die Amerikaner kein Problem war. Trotz einer katastrophalen 1,5 : 13,5-Niederlage für das Team USA war die allgemeine Begeisterung für das Kontinental-Match gross. Vor allem Abe Mitchell entwickelte sich auf Seiten der Engländer zum Star – was sein Sponsor Samuel Ryder begeistert beobachtete. Beim anschlies­ senden gemeinsamen Essen der Teams in der Bar von Wentworth soll er verkündet haben, man müsse solch ein Match doch wiederholen. Und um der ganzen Sache sofort ein Gesicht zu verleihen, spendierte er – zumindest teilweise – eine kleine Trophäe aus Gold, die seitdem für so manchen Golfer der Inbegriff aller Golfpokale ist. Der Ryder Cup ist knapp 50 Zentimeter hoch und wurde 1927 kurz vor dem ersten offiziellen Match von der Mappin & Webb Company in London fertiggestellt. Sein Preis: 259 Pfund, die sich Samuel Ryder, die Inhaber der US-­ Zeitschrift Golf Illustrated und der Royal and Ancient Golfclub of St Andrews teilten. Der Ryder Cup war geboren.

was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der eine oder andere etablierte Ryder-Cup-Kumpel an den Start gehen wird. Ian Poulter, der zu den wahrscheinlich besten Matchplay-Typen Europas zählt, gehört ebenso zu den wahrscheinlichen Aspiranten wie Henrik Stenson. Für Aufatmen dürfte bei Björn sorgen, dass er mit Rory McIlroy, Justin Rose, Tommy Fleetwood und Jon Rahm vier Spieler der absoluten Weltspitze mit am Start haben wird, auch wenn weder Fleetwood noch Rahm bereits Erfahrung mitbringen. «Ich wollte immer den Ryder Cup spielen», gibt sich Rahm trotzdem kein bisschen ängstlich. «Das ist der Traum jedes Golfers. Es gibt einfach nichts Grösseres als den Ryder Cup. Es ist das einzige wirkliche Team-Event für uns Pros. Und das kann man sich mit elf anderen Jungs, dem Kapitän und den Vize-Kapitänen teilen.» Rahm und seine Kollegen können zudem auf den Heimvorteil setzen. Der Ryder Cup in Paris ist ein tou­ ristisches Ziel der Extraklasse für Golfer. In Kern-Europa wurde schliesslich noch nie gespielt; Ryder Cups finden zum Grossteil auf den Britischen Inseln statt. Ein Ausflug ins spanische Valderrama bildete 1997 die ­Ausnahme. Nun ist Frankreich zugegebenermassen nicht gerade eine Kernzelle des europäischen Golf­ sports. In den vergangenen 100 Jahren hat kein einziger Franzose eine British Open gewonnen. Nie hat ein Franzose eine entscheidende Rolle im Ryder Cup gespielt. Ganz im Gegenteil – der mit Abstand bekannteste französische Golfer, Jean van de Velde, ist aller Welt nur deshalb im Gedächtnis, weil er 1999 seinen nahezu sicheren British-Open-Sieg auf bemerkenswerte Weise am 18. Loch verspielte.

WILDCARD FÜR ­EINEN FRANZOSEN

Auch in diesem Jahr drängt sich nicht wirklich ein französischer Ryder-Cup-Protagonist auf. Dass ein Franzose eine Wildcard bekommen wird, ist aber eigentlich sicher – schliesslich will man die französische Zuschauerschaft als wichtigste Fantruppe für Europas Team gewin­ nen. Der wahrscheinliche Kandidat ist deshalb Alexander Levy, der immerhin unter den Top 20 der Qualifikationswertung auftaucht. Und, wer weiss – immer wieder hat sich im ­V­er­lauf eines Ryder Cups ein vermeintlich unwichtiger Spieler zu einer herausragenden Figur entwickelt. Wenn das Heimpublikum brüllt, das Blut in den Adern rast und der Puls angesichts der wichtigen Punkte im Matchplay hochschnellt, wächst der eine oder andere über sich heraus. Warum sollte es kein Franzose sein? GOLFSUISSE 04-18 67


T RAVEL WALES

GÜNSTIGER GEHEIMTIPP

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TRAVEL

Wales ist weit mehr als der Ryder-Cup-Platz Celtic Manor: Wilde Küsten, urwüchsige Landschaften und viele sehr gute Golfplätze zu moderaten Preisen – das Land des roten Drachen ist für Liebhaber von Seaside Courses ein höchst lohnendes Reiseziel. STEFAN ENGERT

Das 18. Grün von Royal Porthcawl.

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Der TwentyTen Course im Celtic Manor Resort (oben) und Royal Porthcawl, wo Bernhard Langer 2017 die Senior Open gewann (unten), gehören zu den besten Plätzen im Land. Wenn Sir Terry Matthews (75) Geschäfte macht, denkt er gerne gross. Als der schwerreiche Unternehmer 1980 ein Klinikanwesen in seinem walisischen Geburtsort Newport erworben hatte, um es in ein Hotel umzuwandeln, kannte er nur ein Ziel: «Das Hotel soll so gross werden, dass man es von London aus sehen kann. Und das ist nur der Anfang: Ich werde diesen Hügel zu einer Attraktion der ganz besonderen Art machen.» Viele Jahre später – und um geschätzte 150 Millionen Euro ärmer – hatte der Industri70 GOLFSUISSE 04-18

elle sein Ziel erreicht. Auf dem Hügel thronte, tatsächlich von den westlichen Aussenbezirken Londons aus sichtbar, das Celtic Manor House. Es ist das Kernstück eines riesigen Golf Resorts, das mit mittlerweile vier Hotels, mehreren Lodges, Konferenzzentrum, zwei Clubhäusern und drei Golfplätzen zu den grössten in Europa zählt. Und auch das Versprechen mit der Attraktion konnte Wales‘ erster Milliardär halten: 2010 holte er mit finanziellen Zusagen von mehr als 30 Millionen Pfund den Ryder Cup ins Celtic

Manor Resort; Europa gewann auf dem Twenty Ten Course in einer Regenschlacht 14,5 zu 13,5 gegen die USA.

WEITGEHEND UNENTDECKT

Seitdem kennt die Golfwelt Newport, aber Sir Terrys Hoffnung, «der Weltkarte des Golfs ein neues Land hinzuzufügen», hat sich nicht erfüllt. Wie eh und je ziehen Schottland und Irland die Golftouristen in Scharen an, Wales hingegen ist trotz des Ryder Cups und einer bis


TRAVEL

ins 19. Jahrhundert zurückreichenden Golftradition ein weitgehend unentdecktes Golfziel geblieben. Dies ist schon insofern unverständlich, als Wales einfach und relativ schnell erreichbar ist. Tatsächlich schafft man es nach Newport vom Londoner Flughafen aus über die M4 bei normaler Verkehrslage in wenig mehr als zwei Fahrtstunden. Das Celtic Manor Resort liegt gleich hinter der geographischen Landesgrenze zu England und ist daher ein guter Ausgangspunkt für Golftouren in Südwales, wo es Golfplätze zuhauf gibt. Die untere Landeshälfte ist deutlich dichter besiedelt als der Norden und hat demzufolge auch die höhere Golfdichte; die Mehrzahl der knapp 160 walisischen Golfplätze liegt in Süd- und Westwales.

HAPPIGER RYDER-CUPZUSCHLAG

Unter ihnen ragt der Ryder Cup Course des Celtic Manor Resorts aus mehreren Gründen heraus. Allein 30 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, neun bereits vorhandene Bahnen wurden dazu abgetragen, neun Löcher neu gebaut. Entstanden ist ein mit fast 7500 Yards von den Champion Tees bei Par 71 ultralanger, mit Wasserhindernissen und Bunkern gespickter Golfplatz modernster Bauart. Wie im Falle des irischen K-Clubs hat das sehr amerikanische Design des Parkland Course wenig landestypischen Charakter – wüsste man es nicht besser, könnte man den Platz auch in Pennsylvania oder Virginia vermuten. Andererseits: Spielt man den anspruchsvollen Parcours, empfindet man dies kaum als Nachteil – eher schon den saftigen Ryder-Cup-Zuschlag, den man für den Platz berappen muss. Umgerechnet gut 215 Franken beträgt das Greenfee unter der Woche (am Wochenende kostet es zusätzlich 20 Pfund), während man fast überall sonst in Wales für 45 bis 70 Pfund aufteen kann, übrigens auch auf den beiden anderen, allerdings wenig aufregenden, Plätzen des Celtic Manor Resort. Damit gibt der Twenty Ten Course (wie übrigens auch das Resort an sich) ein ziemlich falsches Bild von den Verhältnissen vor Ort ab. Denn die walisischen Golfplätze haben in ihrer Unterschiedlichkeit eines gemein: Sie sind ein Spiegel ihrer Region und geben in ihrer Gesamtheit den Charakter eines Landes wieder, das im Schatten des grossen Nachbarn England lebt.

SCHNÖRKELLOS UND AUTHENTISCH

Die Golfplätze sind so wie das Land auch: authentisch, bodenständig, schnörkellos, mit einer Qualität, die ohne Schleifchen oder Zierrat auskommt. Wer die Platzprominenz der schottischen und irischen Destinationen samt ihrer Herrenhäuser und Schlosshotels sucht, wird in

Wales eher weniger auf seine Kosten kommen. Wer dagegen neugierig auf Land und Leute ist und oft erstklassiges Golf für vergleichsweise wenig Geld zu schätzen weiss, hat hier eine Menge zu entdecken. Dies beweist die Liste der Platzbauer, die Altmeister wie James Braid, J.H. Taylor oder Harry Colt, aber auch neuzeitliche Grössen wie Trent Jones Jr. oder Jack Nicklaus aufweist. Sogar passionierte Golfhistoriker kommen auf ihre Kosten: Im Glanmorganshire Golf Club ersann Dr. Frank Stableford sein Punktesystem, das die Welt der Amateurgolfer revolutionierte. Und im Llanymynech Golf Club spielt man von Wales nach England und zurück, da die Landesgrenze durch den Platz verläuft. Der Parklandplatz bietet am 12. Loch den Blick auf sieben Shire Countries. Golfheld Ian Woosnam erlernte hier das Golfspiel.

PORTHCAWL FÜR WOODS «EIN MONSTER»

Prägend für walisisches Golf sind auf jeden Fall dessen Links Courses – kein Wunder bei einem Land mit rund 1000 Kilometern Küste. Bekanntestes Beispiel ist Royal Porthcawl, etwa 60 Kilometer westlich von Newport gelegen. Bernhard Langer gewann hier im Vorjahr mit der Seniors British Open seinen zehnten Major-Titel bei den Senioren. Dass ausserdem bislang sechs British Amateur Championships und der Walker Cup in Porthcawl ausgetragen wurden, sagt einiges aus über den Platz, der es von der öffentlichen Reputation her nicht mit Flaggschiffen wie St Andrews, Turnberry, Troon oder Birkdale aufnehmen kann – sehr wohl aber, was den sportlichen Anspruch angeht. Der Platz wäre gut genug für die Open Championship, hätte man die nötigen Freiflächen, heisst es in Fachkreisen. Eine Besonderheit von Porthcawl ist, dass die auf vielen Links Courses oft turmhohen Dünen fehlen. Man kann daher von fast jeder Bahn auf den Bristol Channel und die Swansea Bay sehen, an sonnigen Tagen ein unvergessliches Schauspiel. Andererseits bietet das relativ flache, von unzähligen Bunkern durchfurchte Gelände so gut wie keinen Schutz vor Wind, spieltechnisch geben diese Links daher auch bei Sonnenschein keinen Zentimeter Boden preis. Dies musste auch Tiger Woods erfahren, der 1995 beim Walker Cup (für Amateure das Pendant zum Ryder Cup) vom Winde verweht wurde und eine unerwartete Niederlage gegen den Engländer Wolstenholme einstecken musste. Porthcawl sei ein «Monster von Golfplatz», zeigte sich Tiger beeindruckt. «Die Bunker sind gross genug, um Panzer darin zu verstecken», schrieb ein US-Journalist damals. Ähnlich unwirtliche Bedingungen wie Woods muss

Sporthotel Ellmau **** Familie Unterlechner · A-6352 Ellmau 50 / Tirol Tel: (0043) 5358 / 3755 · Fax: (0043) 5358 / 2512 555 info@sporthotel-ellmau.com · www.sporthotel-ellmau.com

Traumferien in den Tiroler Bergen Umgeben von der einzigartigen Bergkulisse ist das Sporthotel Ellmau (15 Autominutenentfernt von Kitzbühel) ein Urlaubsparadies der Sonderklasse. Direkt gegenüber der Hotelanlage finden Golffans den 27-Loch-Platz «Wilder Kaiser», das Tor zur grössten Golfregion der Alpen. Durch seine optimale Sonnenlage dauert die Saison an diesem Golfplatz etwas länger als sonst wo. Nach etwa 20 Autominuten erreichen Sie den Kaiserwinkl Golf Kössen. Gäste unseres Hauses dürfen sich über Greenfee-Ermässigungen auf beiden Plätzen freuen. Wahre Golffreaks finden in der Umgebung noch zehn weitere 18-Loch-Plätze um die Herausforderung «Golf» so richtig auszukosten. Das Sporthotel Ellmau bietet auch das perfekte Alternativprogramm. Relaxen in unserem grosszügigem Aussenpool mit Liegewiese, Erlebnishallenbad, Saunalandschaft mit 7 verschiedenen Saunen und Whirlpool. Für Ihren Traumurlaub haben wir sehr ansprechende Pauschalpakete:

GOLF-UNLIMITED * 7 bzw. 4 Übernachtungen im gebuchten Zimmertyp * Sporthotel – Verwöhnpension * Relaxing – Golf – Massage (50 min) * Startgeschenk * Rundenverpflegung * bevorzugte Startzeitenreservierung * unlimitierte Anzahl an Tagesgreenfee am GC Wilder Kaiser an aufeinander folgenden Tagen * unlimitierte Benützung der Driving Range inkl. Bälle * unlimitierte Benützung von Leihtrolleys 4 Übernachtungen im DZ Landleben ab € 708 pro Person 4 Übernachtungen im DZ Sonnenblume ab € 760 pro Person 7 Übernachtungen im DZ Landleben ab € 1139 pro Person 7 Übernachtungen im DZ Sonnenblume ab € 1230 pro Person Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wir beraten Sie gerne. www.sporthotel-ellmau.com · info@sporthotel-ellmau.com


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72 GOLFSUISSE 04-18


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Prachtquartett: Die Links von Aberdovey, Nefyn, Tenby und Royal St. Davids.

übrigens auch Edward VIII. erlebt haben, als er den Platz im Dezember 1932 bespielte. Zu Ehren des «Prince of Wales» war beflaggt worden, aber es soll ein so heftiger Wind geblasen haben, dass ein Angehöriger der Küstenwache den Mast hinaufklettern musste, um die Fahne des Clubs zu sichern. Sie wäre ansonsten weggeblasen worden. Edward VIII., dessen Portrait im Clubhaus hängt, verlieh dem Club das königliche Attribut; es heisst, auf dem Golfplatz soll er eine deutlich bessere Figur gemacht haben als auf dem Thron. 1936 musste er nach nur zehnmonatiger Regentschaft auf Druck des Parlaments abdanken, weil er eine zwei Mal geschiedene bürgerliche Amerikanerin heiraten wollte.

PENNARD: FAST SCHON KITSCHIG SCHÖN

Wem der hartgesottene Links Course von Porthcawl nicht den Zahn gezogen hat, was

an windstillen Tagen durchaus möglich ist, kann am Nachmittag noch im nah gelegenen Pyle and Kenfig Golf Club aufteen. P&K, wie der Nachbarclub von Portcawl kurz genannt wird, ist ein ebenfalls herausragender Links mit nahezu identischer Geländestruktur und je neun Löchern, designt von Harry Colt und Philip Mackenzie Roos. Über die Gower Halbinsel geht es hinaus auf die Klippen des Pennard Golf Club, einer der optisch spektakulärsten Golfplätze Grossbritanniens mit seinem siebten Loch, das man am liebsten 18 Mal hintereinander spielen würde, wenn man dürfte. Hohe Klippen, tosende See, einsame Strände, Pferde, Wildblumen und die Ruinen eines Normannenschlosses aus dem 12. Jahrhundert – klingt wie Kitsch, ist aber so. In der Nähe: Tenby, der älteste Golfplatz von Wales, und Ashburnham, ein weiterer Hammer-Links.

UND NOCH VIEL MEHR LINKS

Wer mehr Zeit als eine Woche mitgebracht hat, kann sich nun nach Norden aufmachen. Über Aberdovey führt der Weg nach Royal St

David´s, den zweiten königlich geadelten Platz des Landes. Er gilt als der schwierigste Par-69Course des Königreichs. Acht Par-4-Bahnen mit über 400 Yards machen diesen Links Course zu einem echten Härtetest auch für sehr versierte Golfer. Allerdings wird man auch belohnt, man puttet mit der Kulisse des aus dem 13. Jahrhundert stammenden Harlech Castle. Um die Ecke liegt Porthmadog, das schwache erste neun hat, aber eine zweite Halbrunde, die zum Besten gehört, was man in Wales spielen kann. Krönender Abschluss im Norden ist der Nefyn & District Golf Club, der zwar kein waschechter Links ist, aber einige Bahnen hat, die wie die Start- und Landebahn eines Flugzeugträgers ins Meer hinausragen. Der auf den Klippen über der Caernarfon Bay gelegene Kurs wird wegen seiner Lage mit Old Head in Irland oder Pebble Beach in den USA in einem Atemzug genannt. Sehr eigenwillig: Der Club hat 26 Löcher. Der New und der Old Course teilen sich die ersten zehn Löcher, dann geht der Old hinaus auf die schmale Halbinsel «The Point» – Golf auf dem Deck eines Flugzeugträgers.

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ALGARVE

DIE PLÄTZE AN DER PERLENSCHNUR Zwischen Faro und Lagos ist Golf unlimited die Losung. Die Algarve punktet mit der Vielfalt an Plätzen, vor allem aber auch mit guter Qualität. PETRA HIMMEL 76 GOLFSUISSE 04-18


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SCHNELL AUF DEM PLATZ

Womit wir beim nächsten Pluspunkt wären: die Qualität der Anlagen. Verbaute Kurse, eingequetschte Anlagen oder wilde Designs findet man hier kaum. Stattdessen liegen erstklassige Plätze wie an der Perlenschnur aufgereiht – einer neben dem anderen. Wer in Faro aus dem – gerade erst sanierten – Flughafen kommt, kann sich die Golfschuhe anziehen, in den Mietwagen steigen und nach 15 Minuten am ersten Abschlag stehen. Quinta Do Lago, Vale Do Lobo, Pine Cliffs, Vilamoura, Amendoeira, Palmares und noch ein paar andere dazu: Die Fülle an Plätzen erinnert fast schon ans amerikanische Myrtle Beach. Innerhalb von einer Stunde Fahrtzeit könnte ein Golfer problemlos drei Wochen jeden Tag einen anderen Platz spielen. Golf unlimited. Die Konkurrenz führt auch zu einem heftigen Wettkampf um den Kunden. Teetimes-Online-Portale, Hotelanbieter, Reiseveranstalter: Sie alle winken mit dem besten Preis, dem attraktivsten Package.

ALTERNATIVE IM SOMMER

Allerdings ohne dabei in den Ramschmarkt abzusinken. Stattdessen punktet man an vielen Stellen mit überarbeiteten oder neu gestalteten Resorts. In Palmares, dem westlichsten und ursprünglichsten Ort auf unserer Reise, wurde neben den Platz mit dem Onyria ein ansprechendes kleines Hotel ohne viel Schnickschnack gebaut. In Carvoeiro hat man das Tivoli-Hotel einer umfassenden Runderneuerung unterzogen. Geblieben ist die fantastische Lage am Meer. Eine versteckte Bucht, der abendliche Blick auf die rot-gelben Klippen – die Baugenehmigung für solch exponierte Lagen würde man heute nicht mehr bekommen.

Für Anspruchsvolle: Das erste Anantara-Resort in Europa.

Alice Carlota weiss, Oktober und März sind hart. Dann kommen sie, die Zugvögel aus Schweden und England, die Deutschen und die Schweizer – all jene, die nach Sonne und tiefdunklen Grüns lechzen. «Dann sind alle Trolleys vergeben und alle Carts auf dem Platz, dann ist jede Startzeit gebucht», resümiert die Marketing-Chefin von Vilamoura mit einem leichten Lächeln. Portugal – vor allem dieser Küstenstreifen zwischen Faro und Lagos – boomt. Zweistellige Zuwachsraten an Touristen meldet das Fremdenverkehrsamt. Natürlich, man könnte den Boom auf die Sonne schieben, auf die unstabile politische Lage in der Türkei, Tunesien oder Ägypten. Womit man den Machern an der Algarve aber nicht gerecht werden würde. Diese Küste hat in der Vergangenheit auch ihre unschönen Zeiten erlebt, als der

Billigtourismus Oberhand zu nehmen schien, als sich die Finanzkrise lähmend über das ohnehin arme Portugal legte, als der Rest von Europa von der Algarve als dem kleinen Grossbritannien sprach und sich lieber für andere Destinationen entschied.

QUALITÄT HOCHHALTEN

Dem hat man sich in vielerlei Hinsicht entgegengestemmt. «Wir wollen die Qualität hochhalten, auch wenn die Greenfees dann teurer sind», erklärt Carlota das Konzept von Vilamoura. Die Dom Pedro Gruppe hat die fünf Plätze des Resorts gekauft und viel in Greenkeeping und Infrastruktur investiert. Der Platzzustand ist perfekt, wie übrigens auf allen der hier vorgestellten Parcours.

Der Trend geht zum gehobenen 4-Sterne- und 5-Sterne-Bereich. Im Anantara Vilamoura setzt man mit asiatisch angehauchter Ruhe, zurückgezogenem Design und einem Höchstmass an Service einen Gegenpol zum Gedränge der Golfer, das in der Hochsaison im März und Oktober eben nicht zu verhindern ist. Wer dem entgehen will, reist in den Sommermonaten bis Ende September. Dann ist der Strand voll, aber der Old Course von Vilamoura mit seinen hohen Pinien wirkt vergleichsweise ruhig. Fast 40 Jahre hat der Platz inzwischen auf dem Buckel. Er hat das Auf und Ab dieser Destination mitgemacht. Mal fehlte das Geld und er war schäbig gepflegt, mal wurden die Immobilien in der Umgebung für kleines Geld verhökert, mal zu Spitzenpreisen gehandelt. Jetzt gerade wirkt er eigentlich perfekt: wundervoll gepflegt, nicht zu überlaufen, im Reinen mit sich und seiner Umgebung. So sollte es bleiben. GOLFSUISSE 04-18 77


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SIGHTSEEING IN FARO

Hübsches Hafen- und Universitätsstädtchen, das sich trotz des Tourismus seinen Charme bewahrt hat. Die Altstadt mit der Kathedrale, die Karmeliterkirche Nossa Senhora do Carmo und das Kloster Nossa Senhora da Assuncao sind einen Tagesausflug wert. Faro hat eigentlich zu viel Charme, um es nach der Ankunft am Flughafen einfach links liegen zu lassen.

ESSEN & TRINKEN

Das Emo-Restaurant im Anantara Resort ist der Tipp für ein Spitzen-Dinner mit Stil. Die schönste Clubhaus-Bar und Terrasse hat das «Old Course»-Clubhaus. Hier herrscht noch familiäre Atmosphäre. Leider steht der Abriss an.

BEST BEACH BAR

Ruzios Beach Bar am Strand von Vilamoura hat alles, was man für einen perfekten Abend braucht: direkter Blick aufs Wasser, sehr gute lokale Küche zu fairen Preisen und Ambiente. Oben Impressionen von Tivoli Carvoeiro Cliffs und vom Anantara Vilamoura Resort. Unten der Old Course von Vilamoura.

GOLFEN LIEBLINGSPLATZ

Der Old Course von Vilamoura. 18 Löcher voller Charme, die obendrein ein gehöriges Mass an Präzision und Strategie erfordern. Die unzähligen Pinien sorgen für enge Fairways, die erhöhten Grüns sind klein und gut onduliert. Den Old Course gibt es seit 1969. Er hat Charakter und Klasse. Greenfee: über 160 Euro in der Hochsaison

TOUR-KALIBER

Der Victoria-Kurs von Vilamoura ist alljährlich Schauplatz des Portugal Masters der PGA European Tour. Erstklassiger Pflegezustand, ordentliche Länge, grosse Grüns und das eine oder andere Wasserhindernis sorgen für ein typisch amerikanisches Erscheinungsbild. Der Vorzeigeplatz des Vilamoura-Resorts. Greenfee: über 160 Euro in der Hochsaison

PREIS-LEISTUNGS-SIEGER

Die 27-Löcher-Anlage Onyria Palmares ist nicht in ein grosses Resort eingebettet. Man merkt es an den Preisen. Mit 105 Euro in der Hochsaison und unter 80 Euro in der Nebensaison ist dies 78 GOLFSUISSE 04-18

ein erstklassiger Tipp. Drei 9-Löcher-Schleifen, die sich vom Atlantik weg in eher hügeliges Gelände ziehen. Wirklich schwierige Grünkomplexe und interessant angelegte Bahnen. Die neun Löcher am Meer haben eher Linkscharakter. Vom Pflegezustand nicht so gut wie Vilamoura oder Amendoeira, aber immer noch sehr gut. Greenfee: 80 – 105 Euro

von Vilamoura. Trotzdem verströmt es eine Atmosphäre von enormer Ruhe. Herausragender Service, grosszügiges Spa mit Indoor-Pool, grosse Zimmer, schöne Pool-Anlagen und eigenes Golf Desk und Golf Coach im Haus – da bleiben wenig Wünsche offen.

HART & SCHWER

Atemberaubender Meerblick und eine pittoreske kleine Bucht: Der Blick von der Steilküste ist eben Algarve pur. Strahlend blaues Meer, rote Felsen. Das Hotel, das zur Gruppe der Minor Hotels gehört, wurde gerade von Grund auf renoviert. Schicke, moderne Zimmer (248), ein toller Blick, guter Service und überzeugende Restaurants. 15 Minuten zum nächsten Golfplatz. 4-Sterne-Resort für all jene, die eine Mischung aus Bade- und Golfurlaub suchen.

Hier hat sich das Design-Team von Nick Faldo ausgetobt: Der «Amandoeira Oceanico Faldo»Kurs hat alles, was selbst Spitzengolfer ins Schwitzen bringt: schwierige Abschlagssituationen, die ordentlich Länge fordern, stark ondulierte Grüns, hängende Fairways und reichlich Bunker und Hindernisse zwischendrin. Für den High-Handicapper zu schwer. Greenfee: 150 Euro

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Für Individualisten, Ruhesuchende, Anspruchsvolle. Das erste Anantara-Resort in Europa liegt perfekt am ersten Abschlag des Victoria-Kurses

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19th HOLE

STEFAN BÜSSER

VOM FAN ZUM FERIENGOLFER

Stefan Büsser auf der Bühne inszeniert von Fotograf Adrian Bretscher.

Der SRF 3 Moderator und Comedian Stefan Büsser begann schon als 10-Jähriger mit Golfen. Heute spielt er fast nur noch in den Ferien, und er hat seine Gefühle auf dem Platz inzwischen deutlich besser unter Kontrolle. INTERVIEW STEFAN WALDVOGEL 80 GOLFSUISSE 04-18

Stefan Büsser, was fasziniert Sie am Golfen? Es ist ein Psychosport, und man ist immer selber schuld. Beim Fussball oder einer anderen Mannschaftssportart kann man immer sagen, die anderen haben schlecht gespielt, weil man selber keinen Pass bekommen hat. Im Golf kann man auf niemanden «hässig» sein, ausser auf sich selbst.


19th HOLE

Sind Sie auf dem Platz öfters hässig auf sich selbst? Mittlerweile bin ich da relativ entspannt; ich spiele nur ein paar Mal pro Jahr und habe entsprechend keine allzu hohen Erwartungen an mein Golf. Als Jugendlicher bin ich öfters ausgeflippt, habe gestampft und mich fürchterlich aufgeregt, wenn der dritte Putt knapp am Loch vorbeiging. Mit 33 habe ich mich da nun etwas besser unter Kontrolle.

Wie sind Sie zum Golfen gekommen? Mein Vater spielte regelmässig und hat mich einmal in den Golfclub Rheinblick mitgenommen. Da war ich etwa 10 Jahre alt. Später hatte ich Wahl, am Sonntag in den Konfirmationsunterricht oder mit meinem Vater auf den Golfplatz zu gehen. Da war es für mich schnell klar. Nun bin ich halt nicht konfirmiert. Als 10-Jähriger ist man normalerweise nicht begeistert, wenn man nicht rumrennen kann. Wie war das bei Ihnen? Golf gefiel mir von Anfang an super. Ich spielte recht viel Unihockey, hatte relativ schnell ein Erfolgserlebnis und war äusserst ehrgeizig. Ich erinnere mich gut, dass ich gleich im darauffolgenden Sommer meine Grosseltern in Engelberg besuchte. Mein Grossvater lieferte mich morgens um 8 Uhr ab, dann schlug ich Bälle, bis mir die Hände wehtaten. In dieser Zeit hatte ich noch Ehrgeiz! Haben Sie damals auch von einer ProfiKarriere geträumt? Eigentlich nicht. Klar bewunderten wir damals Tiger Woods. Mit 14 war ich im offiziellen F anclub und zahlte jeden Monat 9.90 Dollar. Ich hatte ein gewisses Talent, aber mir war schnell klar, dass ich Golf lieber als Hobby statt als Beruf betreiben möchte. Auf der Bühne und hinter dem Radio-Mikrofon kann ich mein Talent besser ausleben. Sie arbeiten 60 Prozent für Radio SRF, haben eine eigene Comedy Show und viele andere Projekte. Wann haben Sie noch Zeit zum Golfen? Eben fast nur in den Ferien. Mein einziger freier Tag ist meist der Sonntag, da möchte ich mit meiner Verlobten Debi etwas unternehmen. Meist bleibt es bei wenigen Runden in den Ferien. Im August reise ich ein paar Tage allein nach Mallorca. Meine Eltern haben dort ein Haus, und dort spiele ich dann jeden Tag 18 Loch gegen meinen Vater. Wer gewinnt? Meistens ich. Mein Vater spielt viel öfter, weil ich kaum je Turniere spiele, ist mein Handicap eigentlich zu hoch, und er bezeichnet mich

immer wieder als Handicap-Schoner. Wieso spielen Sie kaum Turniere? Es ist eine Frage von Zeit und Lust. Wenn ich vier oder fünf Stunden unterwegs bin, möchte ich dies lieber mit Leuten machen, die ich kenne und schätze. Sind für Sie Turniere auch Stress? Nein, überhaupt nicht. Ich hatte nie Prüfungsangst und würde wohl auch bei einem Turnier gut abschneiden. Wie steht es mit dem Lampenfieber bei Ihren Live-Auftritten als Comedian? Die letzten fünf Minuten, bevor es dann auf die Bühne geht, sind immer schlimm. Da frage ich mich jeweils: «Warum tue ich mir das an?!» Sobald dann aber die ersten Lacher kommen, hat sich die Frage von selbst beantwortet. Sind Sie auch auf dem Golfplatz lustig? Dort mache ich keine Show, kann mich aber auch nicht verstellen. Ich würde sagen, mit mir ist es nicht langweilig auf dem Platz. Mögen Sie sich an eine besonders lustige Runde erinnern? Ja, im letzten Sommer mit Musiker Baschi und Komiker Marco Rima. Marco ist ja nicht mehr der Jüngste, aber er hat immer noch Energie für zwei. Wir haben ständig gelacht. Der Vorteil übrigens, wenn man mit Baschi spielt: Man lernt den ganzen Platz kennen, weil er kreuz und quer schlägt. Was wäre Ihr Traumflight? Da wäre sicher Justin Timberlake dabei, dazu wohl nochmals Baschi und sicher mein Vater, der mich entscheidend geprägt hat. Was ärgert Sie auf dem Platz? Ich habe kein Problem, wenn jemand schlecht spielt, Hauptsache, er spielt zügig. Ich bin und bleibe etwas ungeduldig. Wenn jemand aus 50 Metern den Laser hervorkramt, erneut misst und dann den Ball 30 Meter neben das Ziel haut, dann bringt mich dies schon auf die Palme. Für mich persönlich ein No-Go sind auch farbige Bälle, aber es soll Leute geben, welche diese einfach besser sehen. Bei mir ist es zum Glück noch nicht so weit. Wie halten Sie es mit der Kleideretikette? Ich bin nicht dafür, dass man auf dem Platz alles erlaubt, auf der anderen Seite bin ich auch ab und zu ohne Kragen-T-Shirt am Spielen. Hier ist Tiger Woods mit seinen Stehkragen immer noch ein Vorbild für mich. Wen das stört, der findet wohl auch, dass Hunde und Frauen nicht auf den Golfplatz gehören (lacht).

Und als Moderator der Swiss Music Awards.

STEFAN BÜSSER Mit 125'000 Fans auf Facebook, über 90'000 Followern auf Instagram und 55'000 YouTube-Abonnenten ist der 33-jährige Zürcher Stefan Büsser mit grossem Abstand der beliebteste Radio- und TV-Moderator der Schweiz im Netz. «Büssi» begann 2005 als Moderator, seit 2016 arbeitet er bei SRF 3 mit der eigenen Show «Büsser am Mittag». 2011 trat er erstmals als Comedian auf, sein aktuelles Programm heisst «Masterarbeit». Stefan Büsser moderiert am Schweizer Fernsehen zudem die Swiss Music Awards. Ausgerechnet am 1. April veröffentlichte der Comedian seinen Heiratsantrag an Freundin Deborah Rullo (27) auf Instagram. «Wenn alle anderen lustig sein wollen, mache ich Ernst», schrieb Büsser aus den Malediven und stellte die Bilder des schönen Moments ins Netz. Die Hochzeit ist für 2019 geplant. Die beiden sind seit drei Jahren ein Paar und wohnen gemeinsam in Zürich. Die Moderatorin bei Radio «Energy Basel» war mit ihrem Verlobten schon zwei, drei Mal auf der Driving Range. «Sie hätte wohl viel Talent, doch für sie hat es zu wenig Action», erzählt Büsser.

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IMPRESSUM

GOLFSUISSE GOLFSUISSE.CH

Offizielles Organ der ASG Association Suisse de Golf 21. Jahrgang, 6 Ausgaben pro Jahr HERAUSGEBERIN Golf Suisse Media Sàrl Place de la Croix-Blanche 19 1066 Epalinges VERLAGSLEITUNG René Misteli, Robert Steuer, Barbara Albisetti

VORSCHAU

CHEFREDAKTOR Stefan Waldvogel, s.waldvogel@asg.ch

In der fünften Ausgabe von GOLFSUISSE 2018 finden Sie neben vielen anderen Geschichten die folgenden Schwerpunkte:

REDAKTIONSANSCHRIFT Golf Suisse Media Sàrl Place de la Croix-Blanche 19 1066 Epalinges info@golfsuisse.ch AUTOREN Petra Himmel Sebastian Burow Marcus Knight Stefan Engert Thérèse Obrecht Hodler Kerstin Warnke Jürgen Sahli

Omega European Masters

FOTOGRAFEN Patrick Jantet, Getty Images, Tristan Jones, LET, Emanuel Stotzer, Hans-Peter Thoma, e621.ch, Deprezphoto, Crans-Montana, Livio Piatti, Rémy Steiner und Köbi Schenkel.

SPONSOR

LEKTORAT/ÜBERSETZUNG AGM Services, Thérèse Obrecht Hodler ANZEIGENVERWALTUNG Medien Verlag, Ursula Meier Rudi Dado 3, 7018 Flims Waldhaus T 044 946 01 51 umeier@medienverlag.ch

Hintergrund

Neue Regeln gelten ab der nächsten Saison. Das Wichtigste in einer Übersicht.

LAYOUT Sigelwerbung, Lyssach, sigel@sigelwerbung.ch DRUCK AVD GOLDACH AG Sulzstrasse 10-12, 9403 Goldach T 071 844 94 44, F 071 844 95 55 www.avd.ch ADRESSÄNDERUNGEN Bei Nichterhalt von ­GOLFSUISSE, falscher ­Sprachausgabe, Adress­änderungen und ­weiteren Mutationen wenden Sie sich an den ­Clubmanager (ASG-Club) oder an die ­Geschäftstelle (ASGI und ASG GolfCard Migros) MITGLIEDSCHAFTSPRESSE Adressiert per Post zugestellt an alle ­ Mitglieder der ASG-Clubs, ASGI, und ASG GolfCard Migros AUFLAGE Gesamt Deutsch Französisch

67 500 Exemplare 53 300 Exemplare 14 200 Exemplare

WEMF/SW-beglaubigt 2016/17 Gesamt 65 674 Exemplare Deutsch 52 067 Exemplare Französisch 13 607 Exemplare

Alles zum Herbst-Highlight im Wallis. Wie der Amerikaner John Daly seine erste Teilnahme am Traditions-Turnier erlebt und wie es dem 16-jährigen Zürcher Amateur Nicola Gerhardsen beim ersten Auftritt bei den Profis ergeht.

People & Plätze SPONSOR

Serie Golf historisch: Petra Himmel über die Entwicklung und die Aufgaben der Caddies.

Travel

Im Camper durch die Bretagne. Viel Klippen, viel Moules und viele gute Golfplätze, die bei den Touristen kaum bekannt sind.

19th Hole

Prominente Schweizer reden über sich und das Golfen: Eishockey-Spieler Raphael Diaz. Die nächste Nummer von GOLFSUISSE erscheint am 9. Oktober. In der Zwischenzeit liefern wir Ihnen alle News, Fotogalerien und Videos auf www.golfsuisse.ch.

82 GOLFSUISSE 03-18


Beim Golfen gibtʼs schon genug Handicaps. Wir bieten Ihnen Privilegien.

Mehr auf swiss.com/golf

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* Gültig auch für Codeshare-Verbindungen von TAP Air Portugal. Andere Codeshare-Verbindungen, alle myAustrian-Holidays-Flüge und Europaüge, die im Economy-Light-Tarif gebucht werden, sind hiervon ausgenommen.


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