GOLFSUISSE OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 3, JUNI 2018
HINTERGRUND
DAS WILL DER NEUE ASG-VORSTAND
PEOPLE&PLÄTZE
GENF MIT FAST NEUEM PLATZ
TRAVEL
DAS GOLFZENTRUM IN KANADA
SWISS CHALLENGE
SCHNEIDER SIEGT SOUVERÄN
EDITORIAL
LIEBE LESERINNEN UND LESER
D
er neu formierte Vorstand des Schweizerischen Golfverbandes ASG ist seit Mitte März im Amt und hat in den ersten 100 Tagen schon viel erreicht. Beim wichtigen Dossier Public Golf konnte sich die ASG mit ihren Partnern ASGI und Migros GolfCard bereits nach zwei Sitzungen auf alle wichtigen Eckpunkte einigen. Die ausgehandelten Punkte müssen nun noch in den entsprechenden Gremien genehmigt werden, danach werden sie den Clubs zu einer «Vernehmlassung» vorgelegt. Zu den Details der Vereinbarung kann ASGPräsident Reto Bieler derzeit nichts Konkretes sagen. Zuerst müsse die finale Version des Memorandum of Understanding von allen Beteiligten genehmigt und unterschrieben werden. Klar sei: «Auf dem Wege des Miteinander sind wir innerhalb recht kurzer Zeit ein gutes Stück vorangekommen.» Die beiden Public Golf-Organisationen ASGI und Migros GolfCard werden auch in der neuen Organisation stärker eingebunden. Die neu aufgestellte Kommission «Mitglieder» kümmert sich um den optimalen Kontakt zu den Clubs, aber auch zu ASGI und Migros GolfCard. «Uns ist es wichtig, dass alle Partner eingebunden sind, das heisst, auch Vertreter von 9-Loch-Plätzen, verschiedene Landesteile und eben auch die beiden Public-Golf-Organisationen», erläutert Jean-Marc Groh, der als Vorstandsmitglied die Kommission leitet. Ab Seite 24 finden Sie eine Übersicht über das neue Führungsteam, ihre wichtigsten Ziele und was sieben von 17 zusätzlichen Köpfen in den Kommissionen zu ihrem Engagement sagen. Als Sportverband unterstützt die ASG beispielsweise die Swiss Challenge in Sempach als Titelsponsor. Nach dem überraschenden Vorjahressieg von Joel Girrbach konnten die insgesamt 17 Schweizer am Start diesmal das Heimspiel nicht für einen Exploit nutzen. Die positivste Bilanz kann Amateur Neal Woernhard ziehen. Der 22-jährige Zürcher qualifizierte sich erstmals bei einem ProfiTurnier für das Finalwochenende. «Für mich ist das sicher das bisher schönstes Resultat, vor allem vor dem Heimpublikum», sagt Woernhard, der im Herbst zu den Profis wechseln will.
Diesen grossen Schritt bereits vollzogen haben die beiden Lausanner Schwestern Morgane und Kim Métraux. Die beiden holten für die Schweiz unter anderem Silber an den Weltmeisterschaften 2016 und je einmal Silber und Bronze an der EM. Nun haben sie erfolgreich ihr Studium in den USA abgeschlossen. Die 21-jährige Morgane bleibt in den USA und startet auf der Symetra Tour, Kim (23) beginnt ihre Profikarriere zunächst in Europa. Vom 20. bis 22. Juni kam auch sie auf der LET Access zu einer Art «Heimspiel». Die Premiere der Lavaux Ladies Championship fand nach Redaktionsschluss statt. Wie immer, informieren wir Sie aber auch online auf golfsuisse.ch über alle aktuellen Turniere und andere News. Unter Mygolfsuisse.ch können Sie sich für ihre persönlichen Wunsch-Events anmelden. Die Auswahl an Turnieren ist enorm. Ob Championship-Golf, Clubturnier oder eine private Runde. Geniessen Sie den Sommer auf dem Golfplatz. Er dauert bekanntlich in der Schweiz nicht ewig.
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GOLFSUISSE • OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 3, JUNI 2018
GOLFSUISSE OFFIZIELLES MAGAZIN DER ASG • AUSGABE 3, JUNI 2018
HINTERGRUND
DAS WILL DER NEUE ASG-VORSTAND
PEOPLE&PLÄTZE
GENF MIT FAST NEUEM PLATZ
TRAVEL
DAS GOLFZENTRUM IN KANADA
SWISS CHALLENGE
INHALT
Swiss Challenge Sieger Marcel Schneider (Foto: Emanuel Stotzer)
SCHNEIDER SIEGT SOUVERÄN
Planet Golf
Golf & Lebensart: Life, Style, Trends aus der Welt des Golfsports
Cover Story
Swiss Challenge: Marcel Schneider siegt mit Rekordscore
Hintergrund
Das will der neue ASG-Vorstand
06
Genf: Ein fast neuer Platz Niederbüren feiert und investiert Mattia Capella: Der Individualist Serie Golf historisch: Mode als Statement
My Game
Equipment: Die Driver-Übersicht Training: Loslassen lernen Gesundheit: Der Körper muss mithalten
20
Top Golf
VP Bank Ladies Open: Noemi Jiménez holt den ersten Titel Omega European Masters: John Daly erstmals im Wallis Swiss Seniors in Bad Ragaz: Neues Format, mehr Preisgeld The Open: Das «Biest» von Carnoustie
SPONSOR
Travel
Baden-Elsass: Von allem etwas Ontario: Das Golfzentrum Kanadas
Sänger Marc Trauffer
4 GOLFSUISSE 02-18
40 42 44
48 52 56 58
80
66 52
30 32 34 36
66 74
19th Hole
32
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People & Plätze
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PLANET GOLF
Ladies for Ladies
Alvaneu setzt auf Edel-All-Inclusive Obwohl Alvaneu einen mehrfach ausgezeichneten Golfplatz hat, bleiben die Mitgliederzahlen des Clubs stehen. Zwischen 2008 und 2018 sind die GreenfeeEinnahmen sogar um rund 300'000 Franken gesunken. Präsident Hans Christoffel setzt nun auf die Karte Luxus. An einer Pressekonferenz organisierte er einen Heliflug von Samedan nach Alvaneu-Bad, um das neue Premium-Angebot zu präsentieren: Im Edel-All-Inclusive sind unter anderem ein abendliches Dinner, reservierte Parkplätze direkt beim Clubhaus, ein Caddy respektive Electrocart und eine Massage im nebenan liegenden Bad- und Wellnesszentrum inbegriffen. Potenzielle Gäste können neu auch mit Bitcoins bezahlen. Der Tagespreis liegt bei 370 Franken, die Jahresmitgliedschaft für das Premium-Angebot kostet 11'250 Franken. Das sei vor allem auch eine Marketing-Aktion, sagt Christoffel, unter anderem sei man damit in einem Bericht im TV Südostschweiz erschienen. Ex-Skifahrer Marc Girardelli fliegt ab und zu mit dem Helikopter nach Alvaneu. «Dank unserer Höhenlage können die Helis unkompliziert auf der Wiese vor dem Bad landen, auch das wollen wir mit dem neuen Angebot unter die Leute bringen», sagt der Unternehmer.
Golfplatz Gonten
ZWEI REGIERUNGSRÄTE IN EINEM CLUB... Es war sein dritter Versuch, und beim dritten Wahlgang setzte sich Ruedi Eberle als «Säckelmeister» des Kantons Appenzell Innerhoden an der diesjährigen Landsgemeinde durch. Das Amt des Finanzchefs ist im kleinen Kanton ein Nebenamt. Hauptberuflich ist der 51-jährige SVP-Politiker Geschäftsführer des Golfplatzes Gonten. Dort arbeitet seit genau zehn Jahren auch CVP-Regierungsrat Politiker Ruedi Ulmann (rechts im Bild). Zusammen mit seiner Frau führt er das Golfrestaurant. Da Ulmann schon vor einem Jahr in den Regierungsrat gewählt wurde, hat der Club nun sogar zwei Männer im siebenköpfigen Gremium... 6 GOLFSUISSE 03-18
Die wohl bekannteste Charity Tour für Frauen in der Schweiz startet in die vierte Saison. Ladies for Ladies, wieder mit den beiden Botschafterinnen Dominique Gisin (Bild) und Elisabeth Esterl (Solheim-Cup-Teilnehmerin 2003), brachte in den vergangenen drei Jahren 190 000 Franken für die Krebsliga Schweiz ein und soll auch in dieser Saison zu einem Erfolg werden. Gespielt wird nach dem Turnier in Rheinblick noch am 10. Juli im Golfclub Heidental und am 5. September in Luzern. www.ladiesforladies.ch
PLANET GOLF
75. GV der
SWISS PGA Der Dachverband der Golf Professionals in der Schweiz wurde am 10. Januar 1943 gegründet, ursprünglich unter dem Namen «L'Association Suisse des Professeurs de Golf». Seit 20 Jahren heisst die Vereinigung «Swiss Professional Golfers Association , kurz Swiss PGA. ASG-Präsident Reto Bieler beglückwünschte die Vereinigung in einer kurzen Gastrede zum 75. Geburtstag. Die Golflehrer gehören für ihn «zu den wichtigsten Botschaftern des Golfsports». Gleichzeitig öffnet der Schweizerische Golfverband drei seiner regionalen Meisterschaften (wieder) für die Profis. Die ASG offeriert an jedem Anlass 10 000 Franken Preisgeld,
ASG-Präsident Reto Bieler (links) überreicht Swiss PGA Präsident Keith Marriott ein Jubiläumsgeschenk. erläuterte Swiss PGA Captain Marc Chatelain die Neuerung, die ab dieser Saison gilt. Zuvor wurde unter anderem Roberto Francioni (Davos) als «bester Lehrling» des vergangenen Jahres ausgezeichnet. Insgesamt sechs neue Diplome konnte Swiss PGA Präsident Keith Marriott überreichen, darunter Valeria Martinoli als einzige Frau. Mit elf neuen Mitgliedern und elf Austritten bleibt die Swiss PGA bei 386 Members. Die 120 Anwesenden im Golfpark Otelfingen hiessen alle Anträge des Vorstandes einstimmig gut. Unter anderem wird an der Generalversammlung traditionellerweise auch über jeden Einzelnen der aktuell vier neuen Lehrlinge abgestimmt.
PLANET GOLF
«Birdie»
kostete US-Profi den Cut Eigentlich steht ein «Birdie» für Glück und ein gutes Ergebnis. Nicht aber, wenn es sich um ein echtes Vögelchen handelt. Der amerikanische Golfprofi Kelly Kraft hatte in der zweiten Runde der RBC Heritage am 14. Loch das Grün mit einem 7er-Eisen angespielt. Im Flug traf der Ball jedoch einen grossen, schwarzen Vogel und landete deutlich zu kurz im Wasser. Kraft spielte daraufhin einen Doppel-Bogey. «Das hat mich den Cut gekostet, höchstwahrscheinlich», sagte der 29-jährige Texaner. «Ich habe das Eisen perfekt getroffen. Der Ball wäre mitten auf dem Grün gelandet, vielleicht nahe am Loch.» Seine Intervention bei den Regelhütern blieb erfolglos. Da der Vogel kein von Menschen errichtetes Hindernis wie etwa ein Strommast ist, konnte er den Schlag nicht wiederholen. Für Abergläubische: Der Vorfall auf der PGA Tour passierte an einem Freitag, dem 13. Für alle: Der Vogel flog offenbar unverletzt weiter.
SWISS GOLF TRAVELLER TROPHY IN HEIDENTAL GESTARTET Immer wieder ist SWISS zu Gast im Golfclub Heidental, wo die diesjährige SWISS Golf Traveller Turnierserie bei besten Wetterverhältnissen eingeläutet wurde. «Alle Turniere sind einmal mehr sehr gut gebucht, was uns sehr freut. Dieses Turnier war jedoch speziell beliebt», sagt Caroline Berchtold, verantwortlich für SWISS Golf Traveller. Die diesjährige Turnierserie startete Mitte Mai bei idealen Bedingungen auf dem hervorragend präparierten Golfplatz Heidental. Über 100 Teilnehmen8 GOLFSUISSE 03-18
de kämpften um Ruhm und Ehre. Aber auch das Preiskonzept überzeugte. Neu winken den Bestplatzierten, neben der Qualifikation für das Finalturnier im Domaine Impérial, attraktive Fluggutscheine von SWISS, die sie gleich für die nächste Golfreise einlösen können. So genossen die Mitglieder den Tag und die hervorragende Betreuung durch die bewährte SWISS Crew, Gastgeberin Corinne Vogt und SWISS Flight Attendant Mireille Aerne-Haag. Der Golfplatz Heidental hat sich erneut von seiner schönsten
Seite gezeigt. Jürg Moning, Manager des Golfclubs: «SWISS und Heidental, das passt einfach: beide versuchen immer Höchstleistungen zu zeigen und ihr Bestes für ihre Kunden zu geben – und meist gelingt es!» Für SWISS Golf Traveller geht die Reise weiter. Folgende Destinationen stehen auf dem «Flugplan»: 6. Juli Wallenried, 20. Juli Holzhäuern, 27. Juli Gams, 24. August Les Bois. Finalturnier 14. September Domaine Impérial.
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10. Migros Golf Challenge 2018
Das Turnier der Rekorde Am Sonntag, 15. Juli steht an acht attraktiven Locations das grösste Golfturnier der Schweiz an. Gespielt wird um Preise im Gesamtwert von mehr als 110 000 Franken. Zu knacken gilt es den Rekord von 1147 teilnehmenden Spielerinnen und Spielern. Der Name ist neu, alles andere ist geblieben: In allen sechs Golfparks, im Golfclub Limpachtal und zum ersten Mal auch im Golfclub Gerre Losone werden in einer oder zwei Serien Golferinnen und Golfer per Kanonenstart auf die 18 Löcher geschickt. Eine Attraktion für sich sind an der Migros Golf Challenge die Preise: Zu gewinnen gibt es 49 Reisen und 432 Sachpreise. Der Haupttreffer wird unter allen Teilnehmenden verlost. Der oder die Glückliche gewinnt einen Aufenthalt von sieben Tagen für zwei Personen im Fünfsternehotel Maximilian des Quellness Golfresorts Bad Griesbach samt je fünf Greenfees.
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Der Amerikaner Patrick König tourt 2018 im Wohnmobil von Golfplatz zu Golfplatz. Wir zeigen eine kleine Auswahl seiner Fotografien in der Koenig’s Selection. Diesmal den spektakulären Dunes Course im Prairie Club (Nebraska). Viele weitere Bilder finden Sie unter www.pjkoenig.com
Im Engadin
Drei-Tages-ProAM Ende August ist es wieder so weit: Das spezielle, dreitägige GolfersChoice ProAM lockt mit Spass, Kulinarik und den speziellen Plätzen von Zuoz und Samedan zum Jubiläumsjahr 125 Jahre Engadine Golf Club. Als Gast kann man den Pro gleich selber mitbringen, diese erhalten 1000 Franken Antrittsgeld und sind für zwei Nächte in einem der teilnehmenden Hotels eingeladen. Die Dreierteams können sich aber auch als Flight anmelden und erhalten dann einen Profi zur Verstärkung. Gespielt wird im lockeren Format 4 Ball 2 Best mit Auswahldrive. «Der gemeinsame Spass und das Erlebnis stehen bei uns an erster Stelle», erklärt Organisator Peter Bärtsch. Am Montag, 27. August, steht zudem eine Players Night im Hotel Castell auf dem Programm. Nach der zweiten gewerteten Runde kann man den Kurztrip im Engadin problemlos zu einer ganzen Ferienwoche verlängern. 10 GOLFSUISSE 03-18
PLANET GOLF
Rydercup
Überraschungsbesuch mit dem Pokal Die besten Golfer Europas und der Vereinigten Staaten spielen alle zwei Jahre um den Ryder Cup. Stephen Atkinson, ein britischer Fan und Amateurgolfer, hatte Europa-Kapitän Thomas Bjorn im Scherz geschrieben, er könne der Mannschaft leider nicht zur Verfügung stehen, auch die Position des Vizekapitäns sei wegen seines übervollen Terminkalenders leider nicht möglich. Mit dem Ryder Cup in der Hand machte sich der dänische Profi kurz danach zu einem Hausbesuch bei dem Fan auf. Atkinson fiel aus allen Wolken: «Das war der Hammer – ich mache die Tür auf, und da steht Thomas Bjorn vor mir, unglaublich», erzählt er später. «Wenn Sie keine Zeit haben, zu uns zu kommen, dann dachte ich mir, ich besuche Sie mal», sagte der Captain. Klar war Bjorn mit einer TV-Crew unterwegs. Nach einem kurzen Probespiel in Atkinsons Garten zeigte sich Bjorn erleichtert, dass Atkinson keine Zeit habe, beim Le Golf National in Frankreich für das europäische Team anzutreten.
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PLANET GOLF
20 Jahre
Golfarena Pfäffikon
Vom modernen Fitting-Center bis zum gemütlichen Stammtisch bietet die Golfarena in Pfäffikon alles, was das Golferherz begehrt. Kein Wunder, behauptet sich das Fachgeschäft seit 20 Jahren erfolgreich im Markt. Im Frühjahr 1998 eröffnete Esther Cavelti Stocker mit ihrem heutigen Mann Robert Stocker und Andrea Flüeler den ersten Golfshop am linken Zürichsee. Kompetente Beratung für Hardware und ein gutes Händchen für neue Modetrends waren und sind bis heute das Markenzeichen des Geschäfts.
Esther Cavelti Stocker führt das Geschäft mit Pascal Truniger, der von Andrea Flüeler vor 11 Jahren die Abteilung Hardware übernommen hat, mit Erfolg weiter. Im modernen 720° Fitting-Center findet der Spezialist mit Hilfe des FlightScope «KUDU» für jeden Spieler die richtigen Schläger. Auf rund 650 Quadratmetern Verkaufsfläche findet man alles, was das Golferherz begehrt. Vom Tee bis zum Driver, von Golfsocken bis zum Regenanzug. Die grosse Fashion-Abteilung bietet Damen- und Herrenmode aller bekannten Modelabels. Das besondere aber ist der Stammtisch im Hinterzimmer. Dort trifft man sich zum Schwatz oder wartet darauf, dass die gefittenen Schläger in der hauseigenen Werkstatt gleich angepasst werden.
Erste «Caddie Championship» Die Caddies sind von den Schweizer Golfplätzen (fast) verschwunden, der Zürcher Golfpro Franco Li Puma möchte sie mit der ersten Caddie Championship in Kyburg wieder zusammenführen.
Volvik
GESCHENKSET Hier muss man nicht warten bis Weihnachten: Die beiden aussergewöhnlichen Sondereditionen «Skull» und «Birthday» von Volvik sind das perfekte Geschenk für Golfer, die schon alles haben. Der neue Golfball aus der Vivid-Familie mit dem ersten matten Finish ist gut sichtbar. Bei niedrigen bis mittleren Schwunggeschwindigkeiten erzielen Sie damit maximale Weiten. Die limitierte Sonderausgabe ist ab Juli im Handel erhältlich. Das Set beinhaltet vier Golfbälle und einen Ballmarker. Empfohlener Verkaufspreis: 29 Franken. www.caligarigolf.ch 12 GOLFSUISSE 03-18
Bevor er die Lehre zum Swiss PGA Pro begann, war Franco Li Puma fünf Jahr lang Caddie im Golfclub Hittnau. Früher organisierten die Clubs für ihre Helfer alljährlich ein Turnier. Nun möchte Li Puma die ehemaligen und aktuellen Taschenträger aus der ganzen Schweiz zusammenbringen. «Da gibt es sicher viel zu erzählen und wir möchten daraus einen jährlichen Event machen», sagt der Organisator der ersten Caddie Championship. Gespielt wird am 12. Oktober im Golfclub Kyburg und dies Strokeplay minus das aktuelle Handicap. Weitere Informationen und Anmeldungen bei Franco Li Puma: f.lipuma@bluewin.ch
PLANET GOLF
Golfpark Nuolen wächst
Die neun neuen Greens wurden im vergangenen Herbst angesät, im Mai folgten die neuen Fairways im Golfpark Noulen oberhalb des Zürichsees. «Nun braucht die Natur etwa vier Monate, damit die Fairways wachsen können», erklärt Ulrich Widmer, Chef der Golfplatz-Betreiberin Kibag. Je nach Wetter sollten die zusätzlichen neun Bahnen im Herbst zur Verfügung stehen. Um die Grasnarben etwas zu schonen, will man den Platz vorerst den Mitgliedern vorbehalten. «Ab der nächsten Saison dürfen sich dann alle Gäste auf einen anspruchsvollen Par-72-Kurs freuen, der einen spektakulären Blick auf den Zürichsee, den Obersee, die Linthebene, aber auch in die Voralpen bietet», erklärt Widmer. Das Highlight wird der äusserste Bereich sein, wo die Abschläge 11 und 13 sowie die Greens 10 und 12 angesiedelt sind.
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«Wahnsinn»
in Wimbledon
Der «All England Lawn Tennis & Croquet Club» organisiert das älteste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt. Beim Saisonhöhepunkt im Juli platzt «Wimbledon» jeweils aus allen Nähten. Der benachbarte Wimbledon Park Golf Club sollte schon länger zur Erweiterung des Tennis-Mekkas herhalten. Das Problem: Das Gelände von 30 Hektaren gehört dem Tennisclub zwar schon seit 1993, ist aber bis 2041 an den Golfclub vermietet. Bereits vor drei Jahren haben die Verantwortlichen den Mitgliedern des Golfclubs 25 Millionen Pfund geboten, wenn sie vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen. Nun berichten englische Medien über ein doppelt so hohes Angebot. Umgerechnet gut 68 Millionen Franken sollen vom Tennis- zum Golfclub fliessen. Allerdings werden nur Mitglieder entschädigt, die länger als zehn Jahre im Club sind. Das sind rund 450 der 750 Members. Für ein Ja zum Vorschlag benötigt «Wimbledon» eine Dreiviertel-Mehrheit.
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FLASCHEN MIT DIMPLES Beim Kontakt mit der einzigartigen Wein-Etikette hat man das Gefühl einen Golfball zu berühren. Genial wie man die Dimples eines Golfballs auf die Labels gezaubert hat. Innert kürzester Zeit hat sich Marqués de Terán zu den besten Produzenten der Rioja hinaufgearbeitet. Der spanische Weinführer Guia Peñin und Tim Atkin (Master of Wine) bewerten die Weine durchwegs sehr gut. Die 14 GOLFSUISSE 03-18
moderne Bodega setzte von Beginn an auf Nachhaltigkeit. Die Lese erfolgt ausschliesslich von Hand. Ein Wein von Golfern für Golfer, denn die Besitzern der Bodega sind alles Golfspieler und in der vierten und fünften Generation Winzerfamilien der Rioja. Bezugsquelle: albatrosgolfwine.ch | ibervinos.ch
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CAPTAIN’S CORNER
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FRAU MUGGLI UND DIE SCHLAFWANDLER rau Muggli hat jetzt noch einmal betont, dass Träumer auf der Golfrunde an den Nerven sägten wie Donald Trump. Die geistige Umnachtung der Patienten trage nicht wirklich zu einem flüssigen Spiel bei. Leider sei das aber lediglich jenen klar, die «da» seien. Und Träumer seien eben abwesende Anwesende. Hinzu komme, dass die Träumer keine blasse Ahnung davon hätten, wo ihr Ball hingeflogen
sei, geschweige denn, mit welchem Schläger sie ihn als Nächstes vorantreiben würden, so sie ihn denn überhaupt fänden. Während sich jeder normale Spieler bereits auf dem Weg zum Ball Gedanken zum weiteren Vorgehen mache, irre der Träumer mit dem Fünfer-Hölzchen in den Sandbunker, weil er das halt noch vom letzten Schlag in der Hand halte. Ja und dann komme es exakt so, wie es kommen musste: zurück zum Bag, Sand-Wedge rausknübeln, rein in den Bunker, hau ruck! Nach dem Schlag den Sand rechen und dann aufs Grün stolpern. Zurück zum Bag, weil ohne Schläger. Putter holen, Fahne bedienen, hin- und herputten, einlochen und weiter. Auf dem nächsten Grün stelle der Kollege dann erstaunt fest, dass er den Putter am letzten Loch liegengelassen und dafür die Fahne eingesteckt habe. «Und 30 Minuten später fällt dem Traumtänzer ein, dass das Sand-Wedge noch irgendwo neben dem letzten Bunker liegt.» Träumer seien ausgesprochen begabte Schläger-, Headcover-, Ehefrauen- und Ballmarker-Liegenlasser. Träumer seien aber auch Divotnichtzurückleger, Pitchmarkenvergesser und Hosenladenoffenlasser. Träumer seien die Schlaf-
16 GOLFSUISSE 03-18
wandler unter den Golfern. Unbekümmert und furchtlos. Wer mit ihnen unterwegs ist, braucht eine Ausbildung als Sozialarbeiter oder als Kleinkindererzieherin. Oder noch besser einen Master in angewandter Psychiatrie (mit Schwerpunkt «provokative Therapie»). Ganz teuflisch sei die Kombination «Träumer» und «Messerli». Messerlis seien Menschen, die immer alles ganz genau wissen wollten. Logo, es mache ja auch einen enormen Unterschied, ob die Fahne nun 147 Meter entfernt sei oder 145. «Zwei Meter sind zwei Meter. Messerlis messen, bis die Batterie im Gerät raucht. Und das Spektrum reicht von ‹nur noch 481 Meter bis zur Fahne› über ‹16 Meter bis zum Wassergraben› bis hin zu ‹knapp 6,20 – sorry – 6,32 bis zum Loch›.» Frau Muggli musste zugeben, dass auch sie Distanzen messe und zu diesem Zweck eine Golfuhr am Handgelenk trage. Die zeige aber nur die Distanzen bis Anfang, Mitte oder Ende des Grüns. Erschwerend komme hinzu, dass das Teil – wohl aus antiterrortechnischen Gründen – eine eingebaute Ungenauigkeit habe. Wenn sie direkt neben ihrer Freundin Verena stehe und sie die Uhren nebeneinanderhielten, zeigten die meistens nicht die gleiche Entfernung an. Da könne es also gut vorkommen, dass auf der einen Uhr 145 Meter stünden und auf der anderen 147. Die Ungenauigkeit der Geräte rühre scheint’s daher, dass der Amerikaner nicht wolle, dass der Islamist so ein Teil zur Navigation seiner Interkontinentalraketen einsetze. Sie selber störe dieser Präzisionsmakel nicht gross, denn sie träume ja bloss vom Grün und wolle nicht bis ins Weisse Haus.
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Sonntag, 15. Juli 2018: Migros Golf Challenge Das grösste Golfturnier in der Schweiz!
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Jeder erste Spieler auf dem 37. Rang der kumulierten Netto-Rangliste jedes Kanonenstarts gewinnt die Teilnahme an einer Reise nach Andalusien für 2 Personen (Flüge, 3 Übernachtungen mit Verpflegung und Greenfees u. v. m.).
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LADIES FIRST
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ET-Chef: «Wir machen Fortschritte»
Mark Lichtenhein, Chairman der Ladies European Tour, ist guter Dinge, dass Frauengolf in Europa wieder bessere Zeiten erlebt. Hier die Antworten auf die Fragen von GOLFSUISSE. Der Turnierkalender für Frauen in Europa ist extrem dünn – wieso tun Sie sich so schwer, neue Turniere zu veranstalten? Im Moment müssen wir bei den Turnierveranstaltern und den Sponsoren vor allem zuerst einmal Vertrauen zurückgewinnen. Wir müssen zeigen, dass dies ein gutes Produkt ist. Es hilft uns natürlich nicht, wenn in der kompletten Presse zu lesen ist, dass die LET am Boden liegt. In Evian findet in diesem Sommer ein neues Turnier statt; wie sieht es mit den anderen Ländern Kerneuropas aus? Unser Hauptproblem sind im Moment Nordeuropa und Deutschland. Ein Grossteil der neuen Proetten, die in die Szene drängen, kommt aus Ländern wie Schweden, Finnland oder Norwegen. Wir haben da aber keine Turniere. Das müssen wir ändern. Viele junge Spielerinnen sind inzwischen auf der amerikanischen Symetra Tour und wandern ab – können Sie das noch verhindern? Natürlich ist die LET im Moment keine Konkurrenz für die LPGA Tour. Diese ist deutlich stärker besetzt und hat viel mehr Turniere. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass es ganz viele Proetten auf der Ladies European Tour gibt, die auf der LPGA Tour nicht unterkommen und denen die Spielstärke für diese Tour fehlt. Für diese Spielerinnen müssen wir hier in Europa mehr Spielmöglichkeiten schaffen. Wir haben in diesem Jahr einige neue Turniere, und ich denke, es wird aufwärts gehen.
18 GOLFSUISSE 03-18
Woods versus
Mullins
Grösser hätte die Showbühne kaum sein können: Tiger Woods forderte Troy Mullins im Mai bei seinem Charity Event Tiger Jam zu einem Longdriving-Wettbewerb heraus. Die Amerikanerin gehört zu den bekanntesten Longhitterinnen der Welt und hält einen persönlichen Rekord von 367,5 Metern (!). Sie gewann ausserdem 2017 den World Long Drive Mile High Showdown mit 342 Metern. Die sogenannte «Troian Goddess» war für Woods am Ende aber nicht gut genug. Zahlen über die Länge seines Drives gab es nicht, aber Mullins resümierte: «Tiger hat mich zu einem Long Drive Contest herausgefordert, aber dann eine richtige Bombe rausgehauen.»
Lydia Ko
DAS COMEBACK Ein Tattoo auf dem rechten Handgelenk von Lydia Ko zeigt das Datum ihres ersten Sieges auf der LPGA Tour: 27.4.2014. Nach dem furiosen Karriereauftakt des Teenagers aus Neuseeland folgte zuletzt aber eine längere Durststrecke. 22 Monate musste Ko auf ihren inzwischen 15. Sieg auf der amerikanischen LPGA Tour warten. Bei der LPGA Mediheal Championship brach Ko nun nach ihrem Sieg auch in Tränen aus – genauso wie ihr Coach und der Rest der Familie. Kein Wunder, wie ihre Freundin und Ex-Weltranglistenerste So Yeon Ryu befand: «Viele Leute fingen an, darüber zu reden, was mit Lydia Ko los sei. Sie wechselte ihren Coach, ihren Caddie, ihre Schläger. Viele Leute sprachen nur noch negativ über sie. Aber weil sie so eine nette Person ist, hat sie dazu nie etwas entgegnet. Sie behielt den ganzen Druck für sich.» Und konterte einfach mit einem Sieg.
Ladies-Captains spielen
«WIENER WALZER» Die Swiss Association of Ladies Golf Captains (SALGC) ist der Zusammenschluss aller Ladies Captains, Vize-Ladies Captains sowie vieler Ex-Ladies Captains der ASG-Clubs. Beim traditionellen Turnier nach der Generalversammlung hiess das Motto «Wiener Walzer». Die Ladies tanzten nicht im ¾-Takt über den wunderschönen Golfplatz in Interlaken. «Wiener Walzer» ist der Spielmodus: Bei Loch 1 zählt das beste Resultat des 3er- oder 4er-Flights, bei Loch 2 die zwei und bei Loch 3 die drei besten Resultate, dann beginnt es wieder von vorne. Die Wanderpokale für die besten Einzel-Ergebnisse gingen beide nach Klosters: Elisabeth Herger (links im Bild) gewann die Brutto-Wertung, Andrea Huber siegte «netto». www.salgc.ch
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Amateurinnen
Auf nach Augusta Frauen hatten die Offiziellen des Augusta National Golf Club bis dato nicht so wirklich im Fokus. Das ändert sich nun offenbar zumindest schrittweise. Nachdem der exklusivste Golfclub der Welt seit 2012 immerhin zwei Ladies zur Mitgliedschaft zuliess und beim jährlichen Drive-, Chip- und Putt-Event zu Beginn der Masters-Woche auch Mädchen mitmachen dürfen, wird 2019 eine Augusta National Women’s Amateur Championship stattfinden. Die Finalrunde des hochklassigen Turniers für Amateurinnen wird auf dem Platz von Augusta National ausgetragen, die ersten 36 Löcher werden auf dem Platz von Champions Retreat gespielt. Die Masters-Turnierwoche beginnt damit eigentlich schon am Wochenende vor dem ersten
Major-Turnier des Jahres: Am Samstag spielen die Frauen, am Sonntag die Kids das Finale von Drive, Chip & Putt. Ab Montag laufen dann zuerst die Proberunden, danach die offiziellen Spieltage des Herren-Turniers. Allerdings wurde auch bereits die erste Kritik an dieser Terminplanung laut: Zeitgleich mit dem Turnier findet mit der Ana Inspiration auch das erste Major-Turnier der Frauen statt, bei dem die besten Amateurinnen ebenfalls am Start sind. Die müssen sich nun entscheiden: eine Runde in Augusta National oder der Wettbewerb mit den Proetten. Tickets für das Amateurturnier in Augusta werden über eine Lotterie vergeben.
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COVER STORY
SCHNEIDER SIEGT MIT REKORDSCORE 20 GOLFSUISSE 03-18
COVERSTORY
Der Deutsche Marcel Schneider gewann die Swiss Challenge in Sempach mit einem neuen Turnierrekord überlegen. Die vier Schweizer im Final fielen zum Schluss noch etwas zurück. STEFAN WALDVOGEL
D
er 28-jährige Marcel Schneider landete einen eindrücklichen Start-Ziel-Sieg. Mit Startrunden von 63 und 64 Schlägen lag er bei Halbzeit schon 15 unter Par.So gut wie er war noch nie ein Spieler ins Finalwochenende gegangen. In diversen der bisherigen acht Austragungen der Swiss Challenge in Sempach hätte dies bereits zum Sieg gereicht... Schneider blieb aber weiter auf Rekordjagd, auch wenn er in der dritten Runde «nur» drei Birdies spielte. Das reichte dem Stuttgarter immer noch für einen Vorsprung von fünf Schlägen vor der finalen Entscheidung. Dort baute er schon am ersten Loch seine Führung nochmals aus. Mit drei weiteren Birdies auf den ersten vier Bahnen war die Siegerfrage eigentlich schon früh entschieden. Schneider leistete sich zwar erstmals in einer Runde zwei Bogeys, unter anderem mit einem Wasserball auf Loch 12. Doch richtig gefährlich wurden die Gegner für den Routinier nie. Am Schluss war nicht mehr die Frage nach dem Sieger im Zentrum, sondern vor allem, ob der Turnierrekord von –22 Schlägen nach vier Runden unterboten werden kann. Der Bestwert ist bereits acht Jahre alt, aufgestellt vom Italiener Alessandro Tadini. Allerdings war damals der Platz als Par 72 geführt, mittlerweile ist der gleiche Parcours mit 71 Schlägen als Vorgabe zu bewältigen. Schneider spielte seinen Ball auf dem letzten Loch etwas zu weit, landete im Bunker und rettete schliesslich das Par. Damit egalisierte der Deutsche den Turnierrekord und liess sich von den Kollegen mit einer Champagner-Dusche feiern. In absoluten Zahlen ist sein Sieg aber noch eindrücklicher. Mit total 262 Schlägen für vier Runden spielte er besser als alle anderen vor ihm auf dem Woodside Course. «Ich kann es nicht beschreiben, bin fast sprachlos», sagte Schneider gleich nach dem Sieg. «Vier Tage lang habe ich richtig super Golf gespielt, und darüber bin
ich sehr glücklich.» Zeit zum Feiern blieb ihm allerdings nicht. «Ich fahre gleich am Montag nach Österreich zum European Shot Clock Masters.»
GIRRBACH ENTTÄUSCHT
Anders die Saisonplanung für Joel Girrbach: «Mit dem ganzen Turnier kann ich einfach nicht zufrieden sein. Ich habe gemerkt, dass ich nach sechs Events in Folge etwas leer bin, und so bin ich froh, nun zwei Wochen Pause machen zu können», sagt der Sieger der Swiss Challenge vom Vorjahr. Obwohl er als Titelverteidiger an den Start ging, war das Heimspiel für Girrbach ein «Turnier wie jedes andere. Es beginnt immer wieder bei Null, und ich will bei jedem Event vorne mitspielen.» Zusammen mit Luca Galliano erhielt er zwar einen Preis für die beste Schweizer Leistung. «Ein 57. Rang bringt mir in Hinblick auf die Jahresrangliste nichts; um am grossen Final der Challenge Tour mitspielen zu können, benötige ich einfach Top-10-Ergebnisse», fasst der Thurgauer zusammen.
WOERNHARD BALD BEI DEN PROFIS
Für Amateur Neal Woernhard war schon der erste Finaleinzug bei den Profis ein grosser Erfolg. In den vergangenen vier Jahren hatte dies kein ASG-Spieler mehr an der Swiss Challenge geschafft. Obwohl er in der Schlussrunde mit 6 über Par noch weit zurückgeworfen wurde, war er mit dem Gesamtergebnis höchst zufrieden. «Solche Runden gibt es immer wieder, besser als Amateur als später, wenn es um Geld geht», sagt der 22-jährige Zürcher, der im Herbst ins Profilager wechseln will. «Für mich ist das sicher mein bisher schönstes Resultat, vor allem vor dem Heimpublikum», lacht der eher schmächtige Woernhard. Der Spieler vom Golfclub Breitenloo hatte sich im Winter in Südafrika intensiv auf die aktuelle Saison vorbereitet und dort teilweise ebenfalls hervorragende Resultate erzielt.
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COVERSTORY
Sieger Marcel Schneider, rechts die vier Schweizer im Cut: Luca Galliano und Neal Woernhard. Unten: Joel Girrbach und Marc Dobias.
SWISS CHALLENGE JUNIORS DAY, SPEZIALPREIS UND «LINKS-CHIPPEN» Vorbild ist der amerikanische Nachwuchswettbewerb «Drive, Chip and Putt». Das nationale Finale in Augusta wird jeweils sogar im Fernsehen übertragen. So weit ist man beim dritten Juniors Day der Swiss Challenge, organisiert von der ASG und der Swiss PGA, in Sempach (noch) nicht. Das Prinzip der drei Disziplinen ist aber das gleiche. 90 Kids aus 16 Golfclubs traten in der Einzel- und Teamwertung bei der Drive, Chip & Putt Competition gegeneinander an. Nach dem Hotdog-Schmaus auf der ClubhausTerrasse beobachteten die Junioren die Golf Professionals und holten sich Autogramme. Für alle gab’s zudem einen praktischen Rucksack, das passenden ASG-Cap, ein Zertifikat und vor allem einen erlebnisreichen Tag. Die Besten
22 GOLFSUISSE 03-18
in den diversen Alterskategorien von U10 bis U14 freuten sich zudem über die gewonnenen Medaillen und präsentierten sich damit stolz den Eltern und den übrigen Fotografen. Die Teamwertung ging an den Golf Club Rheinblick, gefolgt vom Golf Club Emmental 2 und Andermatt Realp.
WOERNHARD BALD BEIM SPITZENKOCH
Einen Spezialpreis auf «sicher» hatte der 22-jährige Amateur Neal Woernhard vom Golfclub Breitenloo. Er hatte sich mit einer starken 66er-Runde am zweiten Tag als einziger «Nicht-Profi» für das Final qualifiziert und war damit natürlich auch automatisch der beste
Amateur im 156-köpfigen Feld. Nach dem sensationellen dritten Rang von Mathias Eggenberger vor vier Jahren hatte sich kein ASG-Spieler mehr für das Wochenende qualifiziert. Diesmal durfte der neue ASG-Präsident Reto Bieler den Spezialpreis einem Klubkollegen überreichen. «Ich weiss, dass Neal sehr gern kocht, deshalb wollen wir ihm die Gelegenheit geben, einem Spitzenkoch über die Schulter zu schauen und dann natürlich bei ihm auch ein feines Essen zu geniessen», erzählt der langjährige Captain im Golfclub Breitenloo.
MIT «LINKS» BEIM APÉRO
Das Essen stand auch bei der traditionellen Player’s Night am Samstagabend im Mittelpunkt. Nach zwei kleinen Vorspeisen wurde ein perfektes Filet Wellington serviert. Noch vor dem Dessertbuffet spielte James Gruntz ein halbstündiges Konzert. Beim jazzig-poppigen Gig waren die meisten Profis nicht mehr dabei, schliesslich ging’s für sie am nächsten Tag auf dem Platz um Geld weiter. Swiss-Challenge-Sieger Marcel Schneider und die beiden Schweizer Joel Girrbach und Neal Woernhard hatten sich zuvor schon beim Apéro für eine besondere Challenge zur Verfügung gestellt. Mit einem Pitching Wedge für Linkshändler und einem Amateur-Putt-Partner massen sie sich zum Spass ebenfalls in der Chip&Putt-Competition. Immerhin war keiner der Turnierspieler mit seinem «Linksschlag» zu kurz.
«Bei den Profis ist die Leistungsdichte natürlich deutlich grösser, aber ich merke, dass ich bald so weit bin. So, wie es aussieht, werde ich gegen Ende Saison ins Profilager wechseln», sagt Woernhard zu seinen weiteren Plänen. Wenn er auf der Challenge Tour den Einzug ins Finalwochenende schaffe, gebe ihm das natürlich zusätzliches Selbstvertrauen und zeige, dass er auf dem richtigen Weg sei, fügt er an. Der gelernte Kaufmännische Angestellte arbeitet derzeit Teilzeit bei seinem Vater, betreibt daneben aber einen fast schon professionellen Trainingsaufwand, wie er sagt. Wohin ihn sein Profiweg bringen wird, steht derzeit noch nicht fest. Klar werde er die Q-School für die European Tour im Herbst bestreiten, er könne sich aber durchaus auch vorstellen, sein Glück auf der südafrikani-
schen Sunshine Tour zu versuchen. «Ich habe mittlerweile viele Freunde in Südafrika.»
DOBIAS MIT FIEBER
Bei Halbzeit war der Westschweizer Profi Marc Dobias bester Schweizer auf Rang 34. Allerdings war Dobias durch Fieber geschwächt. Noch vor dem Interview mit den Journalisten musste er ein Medikament schlucken. «So bin ich viel am Schlafen und deshalb total ausgeruht», lachte der Lausanner nach zwei Runden. Mit zwei Tagesergebnissen von 1 über Par fiel er am Wochenende dann aber noch auf Rang 63 zurück. Pech auch für den besten Schweizer nach dem ersten Tag. Mathias Eggenberger liess der 68 eine 74 folgen. Damit fehlte ihm genau ein Schlag fürs Weiterkommen.
HINTERGRUND
DAS WILL DAS NEUE ASG-FÜHRUNGSTEAM
Der neue ASG-Vorstand von links nach rechts: René Misteli, Lukas Eisner, Barbara Albisetti (Direktorin), Reto Bieler, Olivia Stoffel, Jean-Marc Wallach, Jean-Marc Groh und Markus Frank.
Der neue ASG-Vorstand hat sich frisch organisiert und viele fähige Köpfe in die Kommissionen geholt. Mit den nötigen Ressourcen will der Vorstand die diversen grossen Projekte der Zukunft meistern. Es war ein «historischer» Wechsel an der ASG-Delegiertenversammlung im März. Noch nie war ein Vorstand praktisch komplett erneuert worden. «Wir wollen einen Kulturwandel, und für den stehen wir als Team gemeinsam ein», fasst Präsident Reto Bieler zusammen. Schon kurz nach der Wahl traf sich der siebenköpfige Vorstand an einem Wochenende zum Workshop. Dabei habe man sich intensiv mit der Mission des Verbandes, den Kommissionen und den Rollen der einzelnen Vorstände befasst, erläutert Bieler. «Wir haben analysiert, wo wir genügend Ressourcen haben und wo wir uns für die Zukunft verstärken müssen.» 24 GOLFSUISSE 03-18
DEUTLICH MEHR KNOW-HOW
Softwares bei uns im Fachgremium», illustriert Bieler, der selber jahrelang für Siemens Nixdorf gearbeitet hat. Bieler erinnert daran, dass sich allein in den vergangenen 20 Jahren die Zahl der Golferinnen und Golfer in der Schweiz mehr als verdreifacht hat. Da sei klar, dass die passende Infrastruktur von Zeit zu Zeit angepasst werden müsse. «Das gilt speziell für den Bereich IT, aber natürlich auch für alle anderen Kommissionen.»
Als Beispiel erwähnt er hier etwa das «Megathema» IT-Infrastruktur. «Für unsere Clubs ist die Informatik matchentscheidend, neu haben wir Anwender von allen drei gängigen Golf-
So hat der neu formierte Vorstand für jeden Bereich die Mission und die wichtigsten Ziele definiert. Die neu aufgestellte Kommission Mitglieder kümmert sich um den optimalen
Der ASG-Vorstand arbeitet weiterhin ehrenamtlich. «Alle sind mit voller Energie dabei, doch alle haben neben ihrem Beruf nicht unendlich viel Zeit», weiss der Präsident. Die Kommissionen werden in der Regel durch ein Vorstandsmitglied geleitet. Wichtig sei, dass man sich viel mehr fachliches Know-how direkt aus den Clubs und von Spezialisten in den Kommissionen sichern konnte, sagt Reto Bieler.
WICHTIGSTE ZIELE
HINTERGRUND
Kontakt zu den Clubs, aber auch zu den beiden Public-Golf-Organisationen ASGI und Migros Golfcard. «Uns ist es wichtig, dass alle Partner eingebunden sind, das heisst, auch Vertreter von 9-Loch-Plätzen, verschiedene Landesteile und eben auch die beiden Public-Golf-Organisationen», erläutert Jean-Marc Groh, der als Vorstandsmitglied die Kommission leitet. «Wir stellen den regelmässigen Informationsaustausch zwischen der ASG und den Mitgliedern sowie unter den Mitgliedern selber sicher», formuliert der langjährige Captain im Golf&Country Club Schönenberg die wichtigste Aufgabe.Zudem wurde ein Teil der Kommissionen neu aufgeteilt. René Misteli ist beispielsweise der Verantwortliche für die GOLFSUISSE Media GmbH, und Präsident Reto Bieler übernimmt ad interim die Kommission «Kommunikation & PR». Misteli präsidiert zudem die Kommission Plätze, die in «Golfanlagen und Nachhaltigkeit» umbenannt wird. Der Präsident des Golfclubs Wylihof kann dabei auf fachliche Unterstützung, etwa durch Golfplatz-Architekt Erich Steiner oder Franziska Iten, Head-Greenkeeperin im Golfclub Entfelden, zählen. Gleich drei Kommissionen präsidiert Lukas Eisner. Der Captain vom Golfclub Heidental ist nun zuständig für Handicapping, Course Rating und Reglemente, zudem vertritt er den ASG-Vorstand in der Regelkommission. Das sei «sicher viel mehr Arbeit» als in seinem ersten Jahr im Vorstand ohne eigenes Ressort, erklärt der Chirurg, der als Chefarzt Departement Operative Medizin am Kantonsspital Olten tätig ist. Nun sei klar, dass man sich im Verband in erster Linie um den Sport kümmere, und als Freund des Golfsports versuche er mitzuhelfen, dass möglichst viele Menschen in der Schweiz ihren Spass auf dem grünen Rasen beibehalten. «Mit den neuen Regeln ab der nächsten Saison und dem neuen Handicap-System ab 2020 gehen uns vorerst die Themen nicht aus», erläutert Eisner. Reto Bieler
Er habe schon in kurzer Zeit sehr viele spannende Begegnungen mit tollen Menschen gehabt, sodass sich die Arbeit in den Kommissionen auf jeden Fall lohne.
DEN WANDEL ZEIGEN
«Wir spüren die Aufbruchsstimmung und wollen den Wandel auch gegen aussen zeigen», illustriert Bieler. Die allermeisten Golferinnen und Golfer hätten naturgemäss vor allem mit ihrem Club oder ihrer Public-Golf-Organisation zu tun. «Der Verband ist für viele Schweizer Golfer ein relativ abstraktes Wesen. Doch sie sollen wissen, was mit ihrem Mitgliederbeitrag passiert und was es sonst noch alles braucht, um die immer grössere Organisation auf die neuen Bedürfnisse abzustimmen», fügt er an. Vom Gesamtbudget stammen gut 4,3 Millionen Franken von den Clubmitgliedern, rund 3,2 Millionen von den Spielerinnen und Spielern der beiden Public-Golf-Organisationen ASGI und Migros Golfcard (siehe Grafik auf Seite 28) und rund 400’000 Franken von Swiss Olympic. Das Geld fliesst zu einem grossen Teil direkt in den Golfsport. Dazu gehören unter anderem die Junioren-Organisationen in den Clubs, die diversen Nationalteams, Coaches und Trainer, aber auch viele nationale Turniere in der Schweiz. «Wir sind ein Sportverband und konzentrieren unsere Arbeit auf den Breiten- und Leistungssport», illustriert Reto Bieler die klare Stossrichtung für die nächsten Jahre.
KLARE TRENNUNG
Dazu gehöre es auch, die strategische und die operative Verantwortung klarer zu trennen. Der Vorstand und die Spezialkommissionen kümmern sich um die strategische Ausrichtung. «ASG-Direktorin» Barbara Albisetti und Direktor «Leistungssport» Paolo Quirici setzen mit ihren Teams die Strategie im täglichen Geschäft dann um. «Wichtig ist, dass dies gemeinsam passiert; der Vorstand für die Strategie, die Mitarbeiter für die Umsetzung – aber alle zusammen», sagt Bieler. Barbara Albisetti bringt sich wie bis anhin in den Vorstand ein, hat dort aber kein Stimmrecht. Sie ist in erster Linie froh um die zusätzliche Unterstützung durch das Leitungsgremium. Gerade bei grösseren Projekten sei dies enorm wichtig. «Da werden uns auch die externen Fachleute der Clubs entscheidend weiterbringen», ist sie überzeugt.
Barbara Albisetti und Paolo Quirici. Die ASG ist mittlerweile der sechstgrösste Sportverband bei Swiss Olympic. Mit über 90’000 angeschlossenen Mitgliedern ist der Golfverband beispielsweise mehr als drei Mal so gross wie die Swiss Ice Hockey Federation oder Swiss Volley. Da sei klar, dass auch die Organisation mitwachsen müsse und vor immer neuen Aufgaben stehe, ergänzt die Direktorin, welche in Epalinges das neunköpfige Team führt. Im Bereich Sport ist ASG-Direktor «Leistungssport» Paolo Quirici zuständig für die insgesamt 19 Coaches, Trainer und nationalen Captains, wovon die meisten in Teilzeit für die ASG arbeiten. Die ersten Gespräche mit seinem neuen direkten Vorgesetzten, Markus Frank, seien sehr produktiv gewesen, erläutert der frühere Playing Pro. Dabei helfe es sicher auch, «dass wir uns seit gut 35 Jahren kennen und respektieren». Als immer noch aktiver Spitzenamateur sei er nah am Leistungssport und für ihn ein «sehr wichtiger Partner bei den anstehenden Projekten». Quirici verweist dabei insbesondere auf das geplante Nationale Leistungszentrum der ASG. «Da spüre ich seine Unterstützung deutlich. Nun geht es darum, die Ideen in einen konkreten Zeitplan umzusetzen.» GOLFSUISSE 03-18 25
HINTERGRUND
DIE KOMMISSIONEN UND IHRE MACHER In der Übersicht finden sie das neue Führungsteam mit ihren Missionen kurz zusammengefasst. LEISTUNGSSPORT
Stellt sicher, dass die Strukturen, Prozesse und Ressourcen für die Erreichung ambitiöser Ziele im Spitzensport (Amateure, Professionals) geschaffen, gepflegt und weiterentwickelt werden. Markus Frank Barbara Albisetti, Marc Chatelain, Marcel Meier, René Misteli, Paulo Quirici, Olivia Stoffel
REGELN
Olivia Stoffel
Stellt die korrekte Anwendung der R&A-Golfregeln sicher. Organisiert die Schiedsrichter. Rudi Achermann Lukas Eisner, Charles-André Bagnoud, Christine Pappert, Wouter Pijl, Daniel Waldmeier, Claudia Wörrle-Krakau
MITGLIEDER
Unterstützt die Mitglieder, nimmt ihre Anliegen auf und bringt die eigenen ein. Jean-Marc Groh François Lautens, Barbara Albisetti, Ennio Losa, Yves Thierrin, Astrid Viglino, Pascal Germanier
FINANZEN
Führt die Finanzen.
Lukas Eisner Barbara Albisetti, Corinne Manrau, Simin Öz-Hofstetter, Wouter Pijl, Jonathan Swan
Erstellt das Kommunikationskonzept für alle Bezugsgruppen und begleitet die Umsetzung.
KOMMUNIKATION
COURSE RATING
Reto Bieler (ad interim) Barbara Albisetti, Béatrice Fischer, Céline Saunier, Stefan Waldvogel
Lukas Eisner Carol Franz, Simin Öz-Hofstetter, Karin Van Randwijk
Herausgabe und Publikation von Medienprodukten im Zusammenhang mit den Aktivitäten und Zielen der Association Suisse de Golf (ASG).
HANDICAPPING
René Misteli Barbara Albisetti, Robert Steuer
Ratet sämtliche ASG-Plätze nach den Vorgaben des «USGA Course Rating System».
Lukas Eisner Barbara Albisetti, Marc Chatelain, Simin Öz-Hofstetter, Wouter Pijl
26 GOLFSUISSE 03-18
René Misteli Barbara Albisetti, Rolf Bernhard, Jan Driessens, Franziska Iten, Erich Steiner, Jonathan Swan
Jean-Marc Wallach Barbara Albisetti, Céline Amsler
Passt das «EGA Handicap System» an die lokalen Bedürfnisse an und setzt dieses um.
Lukas Eisner
Berät die Mitglieder bei Fragen zu Bau, Unterhalt, Betrieb und Nachhaltigkeit ihrer Anlagen.
REGLEMENTE
Regelt Angelegenheiten, die nicht in den ASG-Statuten, den R&A-Regeln, den Systemen der EGA oder der USGA geregelt sind.
René Misteli
GOLFANLAGEN & NACHHALTIGKEIT
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IT & PROZESSE
Führt die strategischen IT- und TechnologieThemen. Olivia Stoffel Jörg Eggen, Daniel Gauch, Ian Gibbons, Ramun Ratti, Mireille Schaller
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31%
VON MITGLIEDERN DER ASGI
DIENSTLEISTUNGEN MITGLIEDER
DAS SAGEN DIE NEUEN IN DEN KOMMISSIONEN Von den insgesamt 17 neuen Mitgliedern der diversen Kommissionen haben wir sieben um ein kurzes Zitat gebeten. Das erwarten sie und darauf freuen sie sich besonders.
FRANÇOIS LAUTENS
PASCAL GERMANIER
(Manager Golfclub Genève), Mitglieder-Kommission «Es ist eine grosse Ehre für mich, Mitglied dieser wichtigen Kommission zu sein. Die Beziehungen zwischen den Clubs und den Gremien der ASG waren immer ein grosses Anliegen. Das Ziel, diese Beziehungen zu verbessern ist heute prioritär und ich freue mich, bei diesem Projekt mitzumachen.»
YVES THIERRIN
(Managerin Golf Klosters), Mitglieder-Kommission «Ich hoffe, dass ich dank meiner langjährigen Arbeit und Erfahrung im Golfbusiness und -sport einige Inputs geben kann. Ich freue mich auf gute Gespräche und eine konstruktive Zusammenarbeit.»
(Generalsekretär ASGI), Mitglieder-Kommission «In einem sich im Umbruch befindenden Golfsport ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten zusammenfinden und jeder angehört wird, um den Herausforderungen von heute und morgen in einer konstruktiven Atmosphäre gerecht zu werden.»
(Manager Golfpark Otelfingen) Mitglieder-Kommission «Ich sehe mich als Teil eines Bindeglieds zwischen den Clubs, dem Public Golf und der ASG. Das ist eine spannende Herausforderung, denn am Ende des Tunnels ist wieder ein Licht aufgegangen, diesem muss nun Sorge getragen werden. Am meisten freue ich mich, im Team unterstützend wirken zu können.»
ASTRID VIGLINO
ENNIO LOSA
(Manager Golf Losone), Mitglieder-Kommission «Ich bin begeistert von der Idee, dass die Clubmanager direkt eingebunden werden. Wir erhalten ständig Rückmeldungen von unseren Mitgliedern und Gästen. Zusammen mit den anderen Regionen können wir der ASG sicher bei den Herausforderungen helfen.»
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DANIEL GAUCH
(Captain Golf Wylihof), IT-Kommission «Ich freue mich auf eine Neuausrichtung der Services und Prozesse, der IT der ASG und eine zielgerichtete Digitalisierungsstrategie. Die grösste Herausforderung dabei wird es sein, die zahlreichen Interessengruppen und deren Anforderungen an die IT zusammenzuführen und passende Lösungen zu konzipieren und umzusetzen.»
BEA FISCHER
(Präsidentin Golf&Country Club Hittnau), Kommunikations-Kommission «Dank meiner langen beruflichen Erfahrung bei der Credit Suisse kann ich mithelfen, der ASG zu einem gesamtheitlichen und modernen Kommunikationskonzept zu verhelfen. Dabei soll Bestehendes, das gut funktioniert, selbstverständlich beibehalten, aber mit neuen, frischen Elementen ergänzt werden. Ich freue mich auf eine konstruktive und auch freudvolle Zusammenarbeit.»
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PEOPLE & PLÄTZE
GENF
PRAKTISCH EIN NEUER PLATZ
Grün Nummer 16.
Seit Herbst 2015 wurde der Golfplatz von Genf faktisch neu gebaut, dazwischen musste er jeweils für die Rolex Trophy der Challenge Tour bereitstehen. Clubmanager François Lautens erzählt von der nötigen Logistik und freut sich mit seinen Mitgliedern über das gelungene Grossprojekt. STEFAN WALDVOGEL
«Einen Platz neu zu bauen, ist deutlich weniger kompliziert, als eine bestehende Anlage komplett zu überarbeiten», sagt François Lautens, seit fast 20 Jahren Geschäftsführer des Golfclubs Genf. Schliesslich gebe es bei frischen Parcours keine Spieler und keine heiklen Flächen für die Maschinen. «Bei uns standen den Mitgliedern auch während des grossen Umbaus immer zwischen 9 und 18 Löcher zur Verfügung; der Platz war jeweils bereit, um im August die Golfprofis der Rolex Trophy zu empfangen», illustriert der Projektleiter eine der Herausforderungen. Der Westschweizer Traditionsclub investierte 10,5 Millionen Franken in die «Totalrenovation» des 18-Loch-Parcours oberhalb des Genfersees. Unter anderem wurden alle 18 Greens und Teeboxen neu aufgebaut, 25 Fairway-Bunker neu platziert, eine automatische Bewässerung installiert, 34 Kilometer Drainage verlegt und 30 GOLFSUISSE 03-18
diverse ökologische Massnahmen durchgeführt, wie Lautens die wichtigsten Punkte aufzählt. Rein optisch hat sich wenig verändert. Auf Loch 13 entstand ein grosser zusätzlicher See, und das Flüsschen, das zwischen den Bahnen 8, 13 und 5 fliesst, liess man renaturieren. «Wir hatten ein sehr gutes Einvernehmen mit den lokalen und kantonalen Behörden», freut sich der Projektleiter. Man dürfe mit den Baumaschinen bis höchstens einen Meter an die Bäume heranfahren, erläutert Lautens. «Bei den tausenden von Bäumen auf dem Terrain war das eine zusätzliche Herausforderung.» Das lokale Stromwerk habe zudem während des Umbaus selber noch ein 800 Meter langes 130 000-Volt-Kabel unter dem Golfplatz verlegt. Dieses liegt nun gut 2,5 Meter tief in der Erde. Die Koordination der Bauplätze sei aber relativ kompliziert gewesen, erinnert sich der Clubmanager an die vergangenen Monate.
«VIEL BESSERE GREENS»
Für die Golfer die offensichtlichste Veränderung sind die neuen Greens. Sie seien bisher gemacht gewesen für «Schönwetter-Golf», erzählt Lautens. Mit dem komplett neuen Aufbau sollen sie auch bei Regenphasen oder Trockenheit praktisch genau gleich zu spielen sein. In der Neukonstruktion wird neben Kies und Sand nun erstmals ein Anteil an Keramik beigefügt. Bisher hätten die Greens das Wasser fast wie ein Schwamm aufgesogen und seien oft entsprechend weich gewesen. Nun sind sie praktisch immer gleich fest, schnell und hart. Das beobachteten beispielsweise auch die Teilnehmer der Léman Championship, dem ersten grossen Turnier nach der Renovation. Sieger Richard Heath spricht von «aussergewöhnlich guten, gleichmässigen und exzellent spielbaren Grüns». Der Generalsekretär des Europäischen Golfverbands lobt aber auch die übrigen Anpassungen: «Genf war schon bisher
PEOPLE & PLÄTZE
ein grossartiger Platz, nun wurde er noch einmal ganz deutlich aufgewertet.» Dabei war eine der wichtigen Neuerungen in diesem Frühling noch gar nicht richtig in Betrieb. Die Genfer investierten als erster Club in der Schweiz ins gleiche Green-Belüftungssystem wie im Augusta National. Damit wird den Greens automatisch Feuchtigkeit entzogen, falls es nötig ist. Da müsse man noch Erfahrungen sammeln, werde von den Spezialisten aber sehr gut beraten und geschult, erläutert Lautens. Mit dem System «SubAir» und den neu konstruierten Greens sei man nun für alle Wetterverhältnisse gerüstet. Die Mitglieder feierten den erfolgreichen Umbau mit einem grossen Fest am 23. Juni – natürlich mit einem «ausgebuchten» Turnier. Auch bei normalen Clubturnieren beobachtet der Manager eine leicht steigende Zahl von Mitspielern. Dabei ist die Auswahl gross: 100 Turniere stehen auf dem grossen Jahresplan, die wichtigsten werden direkt im Sekretariat übersichtlich präsentiert. Jährlicher Höhepunkt ist die Rolex Trophy Ende August (siehe Box).
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Für die Clubturniere gilt übrigens eine Handicap-Limite von 28. Das gleiche Mindest-Handicap wird von den Gästen erwartet, die während der Woche herzlich willkommen sind. «Wir machen keinen Preisunterschied zwischen Public Golfern und Clubgolfern, am Wochenende bleibt der Parcours aber den Members vorbehalten», erläutert der Clubmanager. Gäste dürfen zudem maximal drei Mal pro Jahr in Genf spielen. Offiziell müssen die Greenfee-Spieler die Dienste eines Caddies in Anspruch nehmen, das sei aber mehr wegen der Touristen, die sich einen Caddie gewohnt seien, führt Lautens aus. Als einer der ganz wenigen ASG-Clubs stellt Genf aber überhaupt noch Taschenträger zur
Verfügung, rund 30 Burschen aus dem nahen Frankreich. Sie sind vor allem am Weekend mit den Mitgliedern unterwegs. Die Runde kostet 50 Franken – klar, dass die meist nicht mehr ganz so jungen Members deutlich mehr bezahlen. Wichtiger als das Geld sind für Keith Marriott aber die «persönlichen Beziehungen, die öfters zwischen Kunden und Caddies entstehen». Der gebürtige Engländer arbeitet seit zwölf Jahren in Genf als Pro. Der Präsident der Swiss PGA ist einer von sieben (!) selbständigen Golf Pros, die den 750 Mitgliedern und 200 Junioren zur Verfügung stehen. «Wir sind ein sportlicher Club, wo traditionell viel trainiert und gespielt wird», erzählt Marriott. Einzelne – vor allem ältere – Mitglieder seien praktisch jeden Tag mit dem Pro am Spielen.
«GESCHENK AN DEN CLUB» Ursprünglich als privates ProAm gestartet, ist die Rolex Trophy im Golfclub Genf seit vielen Jahren Teil der European Challenge Tour. Das Feld ist auf 40 Profis begrenzt, gespielt wird im ProAm-Format. Am ersten Tag dürfen ausgewählte Junioren der Region im Team mit den Professionals antreten, in den drei anderen Runden können 90 Mitglieder beim ProAm mitspielen. «Diese Plätze sind heiss begehrt, darum wird intensiv gekämpft», weiss Clubmanager François Lautens. Die Turnierwoche im August sei das klare Highlight des Jahres. «Alle sind gefordert, Höchstleistungen zu vollbringen, und Rolex ist ein sehr grosszügiger Sponsor. Es ist quasi ihr Geschenk an den Club, und dies seit 40 Jahren», fasst er die spezielle Beziehung zur Genfer Uhrenmarke zusammen.
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PEOPLE & PLÄTZE
Das Clubhaus mit der umgebauten Damengarderobe. Musikalische Überraschung am Fest. Präsident Walter Hofmann und Toni Wild-Zollikofer, die seit 70 Jahren im Club ist.
OSGC NIEDERBÜREN FEIERT UND INVESTIERT Zum 70. Geburtstag «schenkt sich» der Ostschweizerische Golf Club Niederbüren einen Neubau mit zehn vermieteten Studios und viel mehr Platz für die Trolleys. Beides feierten die Mitglieder und Gäste mit einem grossen Turnier. STEFAN WALDVOGEL
N
ur wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, am 3. September 1948, fand die Gründungsversammlung im Restaurant Schäfli in Niederbüren statt. 26 der 48 Anwesenden schrieben sich direkt als Mitglied im Ostschweizerischen Golf Club (OSGC) ein und sammelten ein Startkapital von 54 000 Franken. «Grosszügige Bankdarlehen und die Übernahme einer beträchtlichen Anzahl von Anteilscheinen durch die Uzwiler Maschinenbaufirma Bühler ermöglichten es, die Bauarbeiten mit Volldampf voranzutreiben», heisst es dazu in der Clubchronik. Erster Präsident war der spätere Nationalrat Dr. René Bühler. Zusammen mit dem Druckerei-Unternehmer Max Paul Zollikofer und dem ehemaligen Spitzenskifahrer Hans Eidenbenz war Bühler massgeblich daran beteiligt, dass die Ostschweiz ihren ersten Golfplatz bekam.
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Im Krieg als Maisanbau-Fläche benutzt, verpachtete die Bürgerkorporation das Land nach zähen Verhandlungen an die kleine Gruppe Golfbegeisterter.
MILITÄRBARACKE ALS ERSTES CLUBHAUS
Heute unvorstellbar, standen den nun hundert Mitgliedern schon einige Monate nach der Gründung neun Löcher direkt neben der Thur zur Verfügung. Als erstes Clubhaus diente eine alte Militärbaracke aus Andermatt. Mit Transport, Umbau etc. kostete das erste Clubhaus «knappe 15 000 Franken». Damals sei es normal gewesen, dass die (weiblichen) Mitglieder an der Bar mitgeholfen haben; öfters bewirtete aber auch der Vorstand die Gäste bis spät nach der Polizeistunde, erzählt der aktuelle Clubpräsident Walter Hofmann (61).
Schon früh standen für die Mitglieder auch einfache Zimmer direkt neben dem Clubhaus zur Verfügung. «Eine zentrale Dusche für die Männer und eine für die Frauen, das war einfach nicht mehr zeitgemäss», erläutert Hofmann. Zudem sei der Aufwand für den Unterhalt des alten Holzhauses «stetig gestiegen». Die Mitgliederversammlung hat deshalb vor drei Jahren beschlossen, den sogenannten «Zwischentrakt» mit einem attraktiven Neubau besser zu nutzen. «Wir investieren rund 2,5 Millionen Franken in die grosse Trolleyhalle, samt modernen Studios im Obergeschoss und einer neuen Herrengarderobe», illustriert der Präsident, der schon als «einfaches» Vorstandsmitglied für das Projekt zuständig war. Man möchte auch in den kommenden 70 Jahren für die bestehenden und künftigen Mitglieder attraktiv bleiben, dazu gehöre neben dem Platz auch die passende Infrastruktur, erläutert er die Strategie des «offenen Privatclubs».
WARTELISTE FÜR DIE STUDIOS
Die Studios sind bei den Mitgliedern äusserst beliebt. Sie müssen sich für eine 10-jährige Miete verpflichten und die Hälfte des Gesamtbetrages sofort auf den Tisch legen, trotzdem besteht eine Warteliste von weiteren Interessierten. «Gerade bei älteren Mitgliedern sind die Ruhe und die Rückzugsräume sehr gefragt. Wir hätten sie auch problemlos verkaufen können, doch sollen diese Miet-
Am 11. Juni 1965 kam das grosse Hochwasser. Die spezielle Zufahrt über die Brücke. Eine Pause vor der alten Militärbaracke, die ursprünglich als Clubhaus diente. Die beiden ersten Präsidenten, Nationalrat Dr. René Bühler und Max Zollikofer «Puck» als Gastgeber im Clubhaus. einahmen dem Club erhalten bleiben», erzählt der international tätige Unternehmensberater der selber «erst seit 25 Jahren aktiv golft». Seine ersten Gehversuche auf dem Platz in Niederbüren machte er als etwa 20-Jähriger. «Mehr oder weniger freiwillig half ich Kollegen meiner Eltern als Caddie», erinnert er sich. Als Fussballfan sei es für ihn damals noch fast undenkbar gewesen, diesen komischen Sport einmal selber auszuüben.
wir mittlerweile recht gut schützen, der Platz bleibt aber natürlich sehr nahe am Fluss. Mittlerweile ist die Wahrscheinlichkeit von grösseren Überflutungen aber sehr klein», sagt Hofmann zur speziellen Lage direkt an der Thur.
ENGE ZUFAHRT
Sehr speziell ist auch die Zufahrt zum Golfplatz. Die bloss 2,5 Meter breite, einspurige
«Wir investieren rund 2,5 Millionen Franken in die grosse Trolleyhalle, samt modernen Studios im Obergeschoss und einer neuen Herrengarderobe» «Ich war zwar wegen meinen Eltern im Club, aber meist im Ausland, und so habe ich die ersten 20 Jahre kaum je hier gespielt», erzählt der studierte Dipl. Ing. ETH. Die früher recht häufigen Überschwemmungen durch die nahe Thur hat er persönlich nur einmal miterlebt. Das war im Juni 1994. Innert Tagen wurde die friedliche Thur zum reissenden Strom und hinterliess Schutt und Zerstörung auf dem Platz. Dies zum dritten Mal innert 20 Jahren. «Wir haben mit den Jahren gelernt, mit der Naturgefahr umzugehen. Die Gebäude können
Brücke bleibt wohl fast jedem im Gedächtnis, der zum ersten Mal zum Golfplatz Niederbüren fährt. Vor allem für die Warentransporte per LKW ist die Gemeindebrücke zu schmal, aber man habe keinerlei Interesse, die Brücke zu verbreitern, erläutert der Clubpräsident. «Man entschleunigt auf der Brücke und tritt auf der anderen Seite des Flusses in eine ganz eigene Welt ein, das fasziniert mich auch persönlich noch jedes Mal, wenn ich darüberfahre», erzählt Hofmann. Trotzdem bleiben dem dieses Jahr neu gewählten Präsidenten noch genügend Ziele für die kommenden Jahre.
Oberstes Ziel für sie als «offenen Privatclub» seien zufriedene Mitglieder und die bestmögliche Integration neuer Mitglieder, dazu wolle man «den besten Platz der Region» in den kommenden Jahren immer noch etwas besser machen, erläutert er die Strategie. Hier sei man an einer mittelfristigen Planung, die derzeit detailliert ausgearbeitet und den Mitgliedern vorgestellt werde. Es gehe aber nicht um neue Löcher oder Greens, sondern eher um einen effizienteren Unterhalt, etwa mit einer neuen Be- und Entwässerungsanlage, ergänzt er. Geplant ist auch, den Einsatz von Chemie in den kommenden Jahren weiter deutlich zu reduzieren. «Wir verwenden schon jetzt so wenig heikle Hilfsmittel wie möglich, wollen uns aber auch hier für die Zukunft rüsten», umschreibt der Clubpräsident.
70 JAHRE IM CLUB
Vor dem Blick in die Zukunft feierten die Mitglieder und Gäste Mitte Juni den 70. Geburtstag und die Einweihung des neuen «Studio-Gebäudes» mit einem grossen Fest. Insgesamt gut 150 Golferinnen und Golfer spielten an zwei 9-Loch-Turnieren um Punkte und Preise. Eine ganz spezielle Ehre ging an Toni Wild-Zollikofer. Die Tochter des Gründungsmitglieds Max Paul Zollikofer ist als Einzige seit genau 70 Jahren im Club. Sie ist zwar nicht mehr häufig auf dem Platz anzutreffen, doch kommt sie ab und zu mit Kolleginnen zum Mittagessen ins Clubrestaurant. Für ihre 70-jährige Clubtreue erhielt sie einen RestaurantGutschein im Grand Resort Bad Ragaz.. GOLFSUISSE 03-18 33
PEOPLE & PLÄTZE
SERIE «DER IDEALE WEG»
MATTIA CAPELLA: DER INDIVIDUALIST Die Familie Capella wohnt ganz nah beim Golfplatz von Ascona. So können ihre Kinder Mattia und Veronica selbstständig ins Training. Für die Eltern bleibt mit den nationalen Turnieren noch mehr als genug Aufwand. STEFAN WALDVOGEL Die beiden Geschwister Mattia und Veronica haben «am gleichen Tag mit Golf begonnen». Gut zehn Jahre nach dem Start erinnert sich der heute 15-jährige Mattia an die ersten Gehversuche mit dem Plastikschläger und passenden Bällen: «Ich habe den Plastikball ziemlich weit über die Bäume geschlagen, da 34 GOLFSUISSE 03-18
habe ich schon gemerkt, der Sport könnte etwas sein für mich.» Sein Vater Moreno war damals schon begeisterter Golfer, seit 2016 ist er zudem Captain im Golfclub Ascona. Wie die Eltern, begannen auch die Kinder zunächst mit Tennis und Golf. «Mattia war in beiden Sportarten sehr gut, so mussten wir uns schon
nach etwa zwei Jahren gemeinsam entscheiden», blickt Mutter Cornelia zurück. Weil die Familie, aber vor allem auch die Freunde, mehrheitlich auf dem Golfplatz anzutreffen gewesen seien, habe er sich für Golf entschieden, erinnert sich Mattia rückblickend. Beides seien Einzelsportarten, doch sei man beim Golfen zusätzlich in der freien Natur, und er könne problemlos alleine trainieren.
KONKURRENZ MEIST GRÖSSER
«Meine Schwester ist ein Jahr älter als ich, wir hatten aber nie eine Rivalität, und unser Spiel gleicht sich immer mehr an», erzählt der jüngere Bruder. Punkto Länge habe er schon fast aufgeholt, erzählt der schmächtige 15-Jährige, der mit Handicap 2,3 (!) natürlich ab Weiss abschlagen muss. Seit dieser Saison kämpft er bei den Junior Tour Events meist gegen ältere und kräftigere U16-Spieler. Der Start in die Saison sei aber trotzdem sehr erfolgreich gewesen. Im ersten Turnier in Lugano holte er sich in seiner Kategorie gleich den ersten Sieg, in Lipperswil musste er sich
DIE S NNENSTUBE PEOPLE & PLÄTZE
Drei Thermen Golfresort nur knapp geschlagen geben. Der Aufwand steigt in erster Linie für die Eltern: «Die U16-Turniere gehen nun über zwei Runden, dazu kommt die Proberunde am Freitag. Klar bin ich oder mein Mann immer dabei, auch wenn man während des Turniers nicht näher als 50 Meter an die Spieler herankommen darf», erzählt Cornelia Capella. Bei den U14-Turnieren habe sie bei der Proberunde zudem noch mitgespielt. Das gehe heute nicht mehr, und der Junior spiele am liebsten ohne Caddie oder andere Begleitung. «Am liebsten bin ich alleine, da kann ich mich besser konzentrieren», ergänzt das Golftalent.
OFT TRAINIERT ER ALLEINE
Das gelte übrigens auch fürs Training. Er freue sich jeweils auf die Zeit mit Coach Carlos Duran, der die beiden Geschwister im «Top-Eliteteam» gemeinsam fördert. Sehr oft gehe er zusätzlich nach der Schule auf den Platz, etwa aufs Putting Green. Da sei es natürlich schon sehr praktisch, dass die Familie nur wenige hundert Meter vom Platz weg wohnt. «Die Kinder sind so extrem selbstständig. Wenn wir nicht weg sind, ist Mattia auch in den Sommerferien jeden Tag auf dem Parcours», erzählt Mutter Cornelia. Dazu muss man wissen, dass im Tessin die Sommerferien zehn Wochen dauern und damit fast doppelt so lange wie in vielen anderen Kantonen... Mit so viel Golf während der ganzen Saison bleibt fast kein Platz für zusätzliche Golfferien mit der Familie. «Wir gehen meist in die Berge oder ans Meer, es tut ihm zwischendurch auch ganz gut, etwas anderes zu machen», erzählt Mutter Cornelia. «Solange dies nicht länger als zwei Wochen dauert, ist es auch für mich kein Problem», lacht ihr Sohn. Dank seinen guten Leistungen konnte er schon in seinen jungen Jahren mehrfach für die Schweiz im Ausland spielen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm etwa das Juniorenturnier in Evian, direkt im Anschluss ans Major der Frauen. «Der Parcours war gleich wie bei den Profis, brutal schnelle und schwere Greens, aber es war ein Supererlebnis», blickt er zurück. In Finnland habe er wegen der Mitternachtssonne kaum geschlafen, aber dennoch gut gespielt. Bei all diesen internationalen Einsätzen ist Capella jeweils der einzige Tessiner. «Wir reden im Team meist eine Mischung aus Französisch und Englisch. Das tut mir recht gut, weil ich in der Schule nicht unbedingt auf die Fremdsprachen stehe», erzählt Capella. Mathematik und Sport seien ihm viel näher und lieber, ergänzt er, der sich später einmal ein Studium als
«Elektronik-Ingenieur» vorstellen könnte. Ob er sich dereinst als Profi versuchen wird, kann er aktuell noch nicht sagen. «Derzeit sind für mich die Schule und der Sport gleich wichtig.» Nach der Sekundarschule beginnt er im September das vierjährige Gymnasium in Locarno. «In der Sportklasse ist es kein Problem, wenn ich an den Turnierwochenenden schon am Freitag fehle», erzählt Mattia. Seine Schwester Veronica spielt derzeit «wegen der Schule deutlich weniger Turniere». Solange die beiden am Wochenende die gleichen U14-Turniere bestritten, sei der Aufwand noch überschaubar gewesen. «Wenn sie an verschiedenen Orten spielen, ist es kaum mehr zu bewältigen, auch wenn wir uns als Eltern immer abwechseln», erzählt die Mutter. So ist die ganze Familie am ehesten im Winter gemeinsam unterwegs. Alle lieben das Skifahren, und hier sind die Unterschiede noch nicht allzu gross. Man bestreite zwar diverse Clubturniere gemeinsam in Ascona, bei den früher üblichen Matches zwischen Eltern und Kindern hätten sie aber seit gut zwei Jahren einfach keine Chance mehr, lacht die Handicap-12,2-Spielerin.
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SERIE: «DER IDEALE WEG»
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Bisher wurden die Kinder vor allem entsprechend ihrer Alterskategorie gefördert und allenfalls vom Verband unterstützt. Beim neuen Konzept von Swiss Olympic entscheidet nicht das Alter, sondern das aktuelle Niveau (siehe «Der ideale Athletenweg» in GOLFSUISSE 1/2018). Um dem neuen Förderungskonzept, das auch die ASG umsetzt, ein «Gesicht» zu geben, bringen wir in einer kleinen Serie Portraits von jungen Golferinnen und Golfern auf ihrem langen Weg. Nach dem Zürcher Miles Wennestam (10) im ersten Teil portraitieren wir hier den Tessiner Mattia Capella (15). Er wird aktuell in die Förderungsgruppe «Talent 4» eingeteilt. In dieser Phase befindet sich der Junior im Übergang zum Leistungssport. Für ASG-Elitecoach Carlos Duran ist Capella «vor allem im Kopf einige Jahre älter, als es das biologische Alter vermuten lässt». Er könne schon jetzt an den Turnieren unglaublich fokussiert sein und ziehe seine Schlagroutine schon fast wie ein Profi durch, fügt der langjährige Coach von Capella aus.
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PEOPLE & PLÄTZE
SERIE GOLF HISTORISCH (2)
MODE ALS STATEMENT Hickory-Golferinnen und -Golfer lassen die vergangene Mode wieder aufleben.
Heute sieht man die Profis in extravaganten Hosen oder auffälligen Farbkombinationen, die Frauen spielen in immer kürzeren Röcken. Es war ein weiter Weg von Krawatten und Korsets zur heutigen Golfmode. PETRA HIMMEL Im Golfsport ist das längst an der Tagesordnung. Profis, wie Rickie Fowler die mit schrillen Kombinationen an Shirts, Schuhen oder Socken für Schlagzeilen sorgen, gehören ebenso zum Tagesgeschäft wie die anhaltende Diskussion um die passende Länge der Frauenröcke auf den Fairways. Dabei war Mode auf dem Golfplatz zumindest bei den Männern in den Anfängen des Sports nicht wirklich ein Thema. Jene, die den Golfsport zuerst spielten, hatten weder das Geld noch die Zeit, sich ausgerechnet um Mode zu kümmern. Es waren die Schäfer in Schottland, die auf ihre Schafe aufpassten, meist in Kilts oder einfachem Gewand.
KRAWATTEN UND KNICKERBOCKER
Als zwischen 1700 und 1900 der Adel das Golfspiel für sich entdeckte, wurde auch die Bekleidung edler. Das Outfit sollte stilvoll sein und gleichzeitig sportlich wirken. Man trug mittellange Knickerbocker, taillierte Sakkos, lange Socken und natürlich Krawatten, die bei 36 GOLFSUISSE 03-18
windigem Wetter nicht immer hilfreich waren. Ab etwa 1900 aber waren die Knickerbocker nicht mehr wirklich en vogue. Die Herren fanden die langen Hosen trotzdem oft störend, weshalb sie diese gerne in die langen Strümpfe stopften. An den Jacketts aber hielt man nach wie vor fest, Golfkappen und Hüte sah man ab dann auf dem Platz regelmässig.
18. Jahrhunderts fragt man sich ohnehin, wie Ball und Schläger in dieser Aufmachung überhaupt bewegt werden konnten.
«HOCHGESCHLOSSEN»
Die Kleidung war ein Kunstwerk aus schier unzähligen Schichten. Zuerst die Strümpfe und Unterwäsche, dann ein Korsett mit Fischknochen darin, die einen festen Halt garantierten. Darüber ein Gestell, über das man anschliessend zwei Petticoats gleiten liess. Die weissen Blusen, die zur Standard-Bekleidung gehörten, hatten riesige Puffärmel, denen die Damen nur mit elastischen Bändern Herr werden konnten. Sie hielten den Stoff zusammen und ermöglichten so den Schwung.
Gut möglich, dass diese Lockerung bei dem einen oder anderen Golfer wieder den Wunsch nach Klassik weckt. Mitte des Jahrhunderts hatte sich die Einstellung allerdings gewandelt. Golf wurde deutlich sportlicher und auch die Outfits zogen mit. Statt der Jacketts entschieden sich die Männer für Woll-Sweater mit V-Kragen, gerne aus hochwertigem Cashmere. Die Krawatten wurden ausgemustert, Fliegen kamen auf. Abgemischt mit knallbunten Strümpfen war das Erscheinungsbild zum Teil durchaus auffällig. Mode war nun tatsächlich zu einem Statement auf dem Golfplatz geworden. Während die Herren, kaum, dass sie die Jacketts ausgemustert hatten, nicht wirklich ein Problem mit der Beweglichkeit beim Golfspiel hatten, kämpften die Frauen weit mehr mit den Unbequemlichkeiten der Mode. Golf war nämlich zumindest im 18. Und 19. Jahrhundert eine wirklich «hochgeschlossene» Angelegenheit. Bei genauer Betrachtung der Outfits zum Ende des
Die Blusen trug man selbstverständlich hochgeschlossen, mit eng sitzendem Kragen – so dass der Hals nach einer Runde Golf in der Regel wundgescheuert war. Die Hüte, die man aufsetzte, waren vor allem in dem oftmals stürmischen, schottischen Wetter ebenfalls extrem unpraktisch.
NÄGEL IN DEN SOHLEN
Nur die Schuhe hatten damals schon eine gewisse Ähnlichkeit mit den Modellen, die man bis vor kurzem verwendete. Nägel in den Sohlen sorgten schon damals für einen besseren Stand. Die damalige Kleidung war
PEOPLE & PLÄTZE
Ausdruck der Moral im England der Queen Victoria. Allein der Anblick eines Fussknöchels hätte für einen mittleren Skandal gesorgt. Insofern ist der Golfsport inzwischen einen weiten Weg gegangen. Selbst die mittellangen Röcke, mit denen eine Catherine Lacoste oder die Schauspielerinnen Katharine und Audrey Hepburn vor einem halben Jahrhundert über den Golfplatz liefen, erscheinen heute gänzlich antiquiert. Wobei Audrey Hepburn mit ihren weit schwingen Petticoat-Modellen wohl auch noch heute auf jedem Golfplatz ein Hingucker wäre. Jetzt aber tragen Golferinnen Röcke, die einem Tennisoutfit gleichen – Queen Victoria wäre angesichts des wenigen Stoffes wohl in Ohnmacht gefallen. Wobei man an dieser Stelle hinzufügen muss, dass das Thema Mode auch heute nicht gänzlich un-umstritten ist. Die Herren der Schöpfung sehnen sich nach wie vor an heissen Sommertagen nach einer Erleichterung in Sachen Hose: Zumindest bei Profitunieren sind Shorts aber immer noch tabu, bei Einspielrunden werden sie ab und an von den Caddies getragen. Die müssen beim Masters in Augusta,
dafür einen weissen Overall tragen. Überhaupt sind die Regeln zumindest in amerikani-schen Privatclubs häufig relativ streng. Damenröcke sollten bis auf Knielänge reichen. Tops sind sowieso tabu – aber das gilt auch auf den meisten Anlage in der Schweiz oder grossen Teilen Europas. Am lockersten ist die Herangehensweise inzwischen wahrscheinlich bei den Schuhen. Hier ist inzwischen jedes Sportmodell kein Problem. Klassische Spike-Schuhe sind Noppen-Modellen gewichen, selbst ein Paar in Jogging-Schuh-Optik fallen nicht mehr auf.
WUNSCH NACH KLASSIK
Gut möglich, dass diese Lockerung bei dem einen oder anderen Golfer wieder den Wunsch
nach Klassik weckt. Der junge Amerikaner Bryson DeChambeau jedenfalls tritt bei den Turnieren immer mit Hogan-Kappe auf und zieht häufig Knickerbocker und bunte Socken an – so wie es der verstorbene Payne Stewart, ebenfalls Amerikaner, häufig tat. Bei den Frauen erlebten zuletzt über das Knie reichende Strümpfe eine wirkliche Renaissance. Gepaart mit den schon angeführten, sehr kurzen Röcken bescherte es so mancher Spielerin reichlich Aufmerksamkeit auf Social Media. Das Fazit all‘ dieser Entwicklungen ist dabei einfach zu ziehen: Die Mode bleibt ein Aspekt, der un-trennbar mit dem Golfsport verbunden ist. Wer vier Stunden eine 18-Löcher-Runde bestreitet, will eben nicht nur gut spielen, sondern auch entsprechend aussehen.
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punkt in den Driver-Köpfen der G400-Serie von Ping wurde immer weiter nach unten hinten getrieben, um jedem Golfer ein Maximum an Spielkomfort zu bieten. Neueste Ideen anderer Schlägergiganten sind beispielsweise vollständig CNC-gefräste Schlagflächen, die bei den F8-Drivern von Cobra für ein Höchstmass an Präzision sorgen, oder beim exklusiven 0811 von PXG ein «Honigwaben-Insert» und kleine Gewichtsschrauben in der Sohle, mit der durch individuelle Verteilung verschiedene Ballflüge forciert werden können. Titleist setzt beim Modell 917 auf eine sogenannte «SureFit CG»-Technologie mit «Active Recoil Channel 2.0» für höhere Ballgeschwindigkeiten und die individuelle Anpassung des Schwerpunkts. Und das nicht ganz billige Modell TW 737 der japanischen Edelschmiede Honma (je nach Schaft ab zirka 1000 Franken)
Allem voran geht es darum, dass der Driver Ihnen zusagt, Sie mit ihm gerne und mit einem guten Gefühl am Ball stehen und die Performance stimmt. neue Technologien einfallen, natürlich stecken teilweise auch mehrere Jahre Entwicklungsarbeit in den neuesten Weitenjägern. So will man bei TaylorMade mit der Twist-Face-Technologie in den Drivern M3 und M4 den Markt revolutionieren. Callaway versichert, durch die Verbesserung ihrer Jailbreak-Technologie in Verbindung mit einer verfeinerten Schlagfläche in der RogueSerie die Top-Resultate der 2017er Epic-Serie erneut übertreffen zu können. Und der Schwer-
bietet ein innovatives Gewichtssystem, abgestimmt auf die unterschiedlichen Schwunggeschwindigkeiten der Golfer. Beim Cleveland Launcher HB fällt – neben dem günstigeren Preis – optisch sofort die Stufe in der Krone auf, die hauptsächlich für einen tiefen Schwerpunkt sorgen soll. Bezüglich des Preises lässt sich weiterhin ein Trend feststellen. Galten um die 500 Franken früher noch als überteuert, kosten aktuelle Driver der führenden Marken ohne Skrupel
Die Hersteller investieren viel in Forschung und Entwicklung. schnell mal deutlich mehr. Ganz abgesehen von Edelmarken wie Honma und PXG. Ob nun günstiger oder teurer, für niedrigere oder höhere Handicaps empfohlen, ob mit oder ohne Gewichtsverstellung oder vermeintlich bahnbrechende Technologien: Allem voran geht es darum, dass der Driver Ihnen zusagt, Sie mit ihm gerne und mit einem guten Gefühl am Ball stehen und die Performance stimmt. Parameter wie Loft, Flex und Länge des Schafts sowie die Gewichtsverteilung sollten optimal auf Sie abgestimmt sein. Für das richtige Set-up und die perfekte Kombination aus der Vielzahl an Schäften und Köpfen wäre ein professionelles Fitting mit Launch-Monitor-Analyse angeraten.
DAS BRINGEN VERSTELLBARE GEWICHTE Bei verstellbaren Gewichten im DriverKopf sind drei Faktoren spielentscheidend: die Richtung, in die das Gewicht verschoben wird, die Strecke, wie weit Sie das Gewicht verschieben, und wie schwer das Gewicht ist. Wenn Sie das Gewicht näher zur Schlagfläche bringen, werden Abflugwinkel und Spin Rate niedriger. Dabei nehmen Trägheitsmoment (MOI) und Fehlerverzeihbarkeit ab, während die Manövrierbarkeit des Balls zunimmt. Ein tiefer Schwerpunkt erzeugt wiederum weniger Spin und einen höheren Abflugwinkel. Merke: Die grössten Weiten erreichen Sie durch hohe Flugkurven mit wenig Spin; die Fehlertoleranz wird maximiert durch einen weit von der Schlagfläche entfernten Schwerpunkt.
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LOSLASSEN WIEDER LERNEN TRAINING
Die meisten Golfer wollen einen «sicheren» Schwung, vergessen dabei aber, wie wichtig das Loslassen ist. Hier einige Tipps für einen mutigen Release. MARCUS KNIGHT Als junger Golfer schaute ich gerne den Tour Pros zu. Ich versuchte zu kopieren, was immer die Besten zeigten. Für mich ein guter Weg, um mich zu verbessern. Ich glaube heute noch daran, die Profis als Beispiel zu nehmen. Wann immer es für uns auf realistische Weise möglich ist, solche körperlich anstrengenden Bewegungen auszuführen. Ich erinnere mich, dass die Superschläge der Stars jeweils beschrieben wurden als «genagelt» oder «tödlich». Der absolute Höhepunkt des Golfschwunges war der Treffpunkt. Es brauchte 42 GOLFSUISSE 03-18
Mut, ihn sauber zu kreieren, und auch fürs Loslassen der Kontrolle durch Arme und Schläger. Aber nur so entsteht die Explosion zwischen Schlägerkopf und Ball. Dieser emotionale Moment fehlt heute meistens bei unseren Golfschwüngen. Was einmal die Explosion beim Treffen des Balles war, ist heute ein schöner, ästhetischer Schwung. Viele Golfer scheinen nur noch daran interessiert zu sein, eine sichere Bewegung zu machen. Sie sind weniger interessiert am Gefühl eines richtigen Golfschlages. Dabei macht er – korrekt ausgeführt – total süchtig!
DER RICHTIGE RELEASE
Jedermann kann das! Es hilft, Geschwindigkeit zu generieren und maximieren, grössere Längen zu erreichen sowie mehr Ballkontrolle. Und es sieht erst noch besser aus. Wenn Sie Ihren Rückschwung beendet haben und Ihren Abschwung zum Ball starten, dreht
sich Ihr Körper. Diese Drehung baut Zentrifugalkraft auf; Schwerkraft zieht den Schläger nach unten und aussen, sodass diese beiden natürlichen Kräfte Ihren Schläger mit grosser Geschwindigkeit weg von Ihrem Körper bewegen. Alles, was Sie machen müssen, um den emotionalen Treffpunkt zu meistern, ist, es «laufen zu lassen». Drehen Sie einfach Ihren Körper und lassen Sie die Kräfte Ihre Arme voll strecken – das Gegenteil von Chicken Wings. Der Schwungradius erreicht die volle Weite, der Ball wird weggedrückt und der Schwung setzt sich fort bis zum vollen Finish hinter der Schulter. Ja, er könnte so einfach sein, dieser erstaunliche Moment des Releases. Aber Sie müssen mutig sein und Ihre Kontrolle im entscheidenden Moment des Schwunges loslassen können.
JUNIOREN MACHEN ES VOR
Alle Jugendlichen haben einen guten Release, weil sie die Stärke nicht haben, die Schwungkräfte zurückzuhalten. Der Schwung macht mit ihnen, «was er will». Je stärker wir aber sind, desto
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LOCKERER HALTEN
Senioren haben in der Regel nicht mehr die Flexibilität, viel Rotationsgeschwindigkeit aufzubauen. Aber viel zu viel Kraft in den Armen. Sie halten den Schläger zu verkrampft und die Ellbogen zurück. Vernichtend für die Schlägergeschwindigkeit! Versuchen Sie, den Schläger lockerer zu halten. Lassen Sie Ihre Arme und Schultern locker, wenn Sie Ihren Körper durch den Ball drehen. Suchen Sie das Gefühl, wie wenn Ihnen der Schläger aus den Händen fliegt. Vielleicht kommt dann das Gefühl, das Sie als Junior hatten, zurück. Lassen Sie Schläger und Ball den Job machen.
SEIEN SIE MUTIG
Der Moment des Treffens ist physisch. Der Hauptgrund, den Schläger nicht laufen zu lassen, ist mental. Wir trauen uns einfach nicht, die Kontrolle aufzugeben. Grosse Golfschläge sind nicht das Resultat von sicheren Schwüngen. Sie sind das Resultat von grossen Golfschwüngen, wo wir mutig sind und etwas riskieren. Auch Sie haben einen solchen Schwung! Etwas vom Besten, das ich von einem Golflehrer gehört habe, ist die Feststellung: Golfschwünge sind keinem Druck ausgesetzt – Golfspieler schon! Gewisse Leute halten Druck besser aus als andere. Wenn Sie einige Zeit auf der Range verbringen mit bedeutungslosen Range-Bällen, werden Sie es einfacher finden, loszulassen, da es nichts zu verlieren gibt. Vielleicht werden Sie nach einem kleinen Erfolg auf der Range den Mut aufbringen, es auch auf dem Platz zu versuchen. Es sind diese positiven Momente, die uns verbessern und auf eine nächste Ebene bringen.
mehr Potential haben wir, zurückzuziehen und einen schönen Schwung zu zerstören. Frauen tendieren dazu, ihre Driver gut zu schlagen. Der grosse Radius ergibt denselben Effekt wie bei den Junioren. Bei den kurzen Eisen und langsameren Schwüngen können Sie sich aber durchaus einem lockeren Release widersetzen.
Einen wunderbaren Ballflug zu kreieren benötigt Geschwindigkeit. Und diese Geschwindigkeit bedeutet Risiko. Hören Sie auf, den sicheren Golfschwung zu finden. Den gibt es nicht. Sie verdienen viel mehr das Gefühl, das süchtig macht. Es kommt am Ende eines wunderschönen, mutigen Releases. Stehen Sie aufrecht, locker, und «Let it go».
CHICKEN WINGS Ich bin kein Fan dieses Ausdrucks und verwende ihn in meinen Lektionen nicht. Aber es hinterlässt bei den Golfern ein sehr klares Bild, wenn die Arme und speziell die Ellbogen angezogen sind beim Treffpunkt. Das hauptsächliche Problem dieses Fehlers ist es, dass der Schwungradius kürzer wird. Die Schlägerkopf- Geschwindigkeit ist kleiner. Grundsätzlich ist das das Gegenteil vom Loslassen-Prinzip, das perfekte Schläge ermöglicht. Und perfekte Schläge sind doch der Traum eines jeden Golfers. Um das Problem zu beheben, sollten Sie nicht einfach versuchen, die Arme zu strecken. Das wäre nur eine Manipulation, und wir wären beim nächsten Problem. Nur das Loslassen und die Freigabe der Arme retten den Tag, aber Sie müssen sich mit «Kopf und Bauch» verpflichten. Die Arme beim Treffpunkt anzuziehen benötigt viel Kraft und Anstrengung. Golfer, die dieses Bild von sich haben, glauben, dass sie zu wenig tun, um ihre Arme zu strecken. Das Gegenteil ist der Fall. Sie machen zu viel und verlieren dabei viel Energie.
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MY GAME
DER KÖRPER MUSS MITHALTEN GESUNDHEIT Immer schneller, immer weiter. Das gilt auch für den Golfsport. Neue Technologien erlauben Schlägerkopf-Geschwindigkeiten im Elite- und im Breitensport, die früher nicht realisierbar waren. Das hat Konsequenzen für unseren Körper.
an. Und warum spielt wohl der Breitensportler so viel schlechter als der Profi, und warum sieht unser Schwung so «anders» aus? Klar, wir wollen nicht Profis werden, aber wir wollen doch alle möglichst lange und schmerzfrei den Golfsport geniessen können.
DR. KERSTIN WARNKE
Kommen wir also zum Thema Kraftstudio zurück. So beantworte ich diese Frage mit «Ja». Kaufe ich ein neues Set, dann rentiert es sich nur, wenn ich auch meine Kraft und Koordination verbessere. Und in einem Kraftstudio, wo alle mit der gleichen Intention trainieren, ist man wahrscheinlich besser und einfacher motiviert und in der Regel auch gut betreut. Und unabhängig davon ist dies sowieso die beste Investition für Selbstständigkeit und Mobilität beim Älterwerden. Das ist auch der Grund, warum die meisten Krankenkassen hierzulande einen Beitrag zum Fitnessabonnement leisten.
Den Golfball schneller und weiter zu schlagen bedeutet, dass der Sportler mehr allgemeine Kraft, aber vor allem deutlich mehr Kraft in der Rumpfmuskulatur benötigt. Beim Wurf eines Balles werden beispielsweise nur 40 Prozent der Kraft aus der Schulter-Arm-Muskulatur generiert. Der weitaus grössere Beitrag zur Wurfgeschwindigkeit wird in der Muskulatur des Rumpfes und der Beine generiert. Das gleiche Verhältnis gilt auch für den Golfschwung. Kaufen wir also ein neues Golfset mit der neuesten Schlägertechnologie, dann müssen wir erst recht an unserer körpereigenen Athletik arbeiten, sonst gibt es Rücken-, Knie- oder Handgelenks- respektive Ellenbogenschmerzen. Damit höre ich bereits die erste Frage: Muss man denn wirklich ins «Kraftstudio»? Für das Rumpfmuskeltraining nicht. Dafür 44 GOLFSUISSE 03-18
braucht es zunächst einmal keine grossen Geräte. Und mittlerweile gibt es so viele Apps, die einfach und korrekt anzeigen, wie Rumpfmuskelübungen richtig durchgeführt werden. Meine Betonung liegt auf «richtig», sonst ist es verschwendete Zeit!
ZUSÄTZLICHES TRAINING
Aber dann wird es für den einfachen Sportler £schon schwieriger: Gesässmuskeltraining, Oberschenkelmuskeltraining hinten und vorne, Armmuskel -und Schultermuskeltraining, Brustmuskeltraining. Und zum Schluss muss dieser Kraftaufbau in den einzelnen Muskelgruppen auch dynamisch und golfsportspezifisch umgesetzt werden. Jetzt höre ich schon viele stöhnen: Ist das nicht übertrieben, für ein wenig Golf und für mich? Nein! Schauen Sie sich doch die Trainingspläne der Profis oder gar unserer Nachwuchsspieler
Eine weitere Facette des Golfsports ist die «Entschleunigung». Eines der Trendwörter unserer Zeit. Was «entschleunigt» mehr als der Golfsport? Schnell Golf spielen klappt nie. Also besser sich Zeit lassen, sich besinnen, sich beruhigen! Also echt gesund für «Geist» und Körper, vor allem, wenn wir letzteren noch zusätzlich trainieren.
MY GAME
ZECKENZEIT Der Frühling brachte schon viele Sonnenund Hitzetage. Damit hat auch die Zeckensaison begonnen, und im Juli folgt dann die Mücken -und Bremsensaison. Seien Sie sich bewusst, dass wir bisher nicht alle Krankheiten kennen, die durch Zecken oder Mücken übertragen werden. Der beste Schutz ist deshalb, sich nicht stechen zu lassen. Vor Stichen schützt uns lange Kleidung. Unbedeckte Körperstellen mit Insektenschutz-Sprays – die auch gegen Zecken schützen – einsprühen. Zusätzlich kann man die Kleidung mit für uns ungiftigem Insektenschutz einsprühen, dies hält die Peiniger zusätzlich auf Abstand. Je jünger und gesünder wir sind, desto leichter kann unser Körper krankmachende Faktoren
WEITERE IMPFUNGEN
Europaweit sind Masern- und Mumps-Epidemien im Vormarsch und weltweit die Kinderlähmung. Diese Krankheiten werden durch sich schnell verbreitende Viren übertragen, gegen die wir keine Medikamente haben, eben nur diese Impfung. Die Impfung führt dazu, dass der Körper automatisch Abwehrstoffe bildet. Sollte das Virus in unseren Körper eindringen, verliert dieser keine Zeit damit, erst diese Abwehrstoffe bilden zu müssen. Er kann sie sofort abrufen und einsetzen. Anders als bei der Grippe: Beim MasernImpfstoff, oder auch bei Mumps, Röteln, Kinderlähmung, kennt man das Virus. Es verändert sich nicht. Der Impfstoff verhindert die Erkrankung und hilft damit, Epidemien
abwehren. Das bedeutet, wenn wir krank – beispielsweise erkältet – sind, ist unsere eigene körperliche Abwehr damit beschäftigt, die bereits vorhandene Erkrankung abzuwehren. Wir sind dann eine leichte Beute für angreifende Insekten und neue Erkrankungen. Also besser zu Hause im Bett bleiben und auskurieren, nicht Leistung bringen! Den Körper seine Arbeit erbringen lassen und ihn nicht zusätzlich belasten. In Gebieten mit hoher Zeckenbelastung sollen sich Förster, Bauern und damit auch Golfer gegen die Gehirnhautentzündung FSME (FrühSommerMeningoEnzephalitis), die durch Zecken übertragen wird, impfen lassen. Diese Impfung sollte nach heutigem Wissensstand alle zehn Jahre wiederholt werden. Wichtig: Sie schützt nicht vor allen Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, sondern nur gegen die Gehirnhautentzündung.
zu verhindern. Epidemien entstehen, wenn das Virus in hoher Dichte auf viele ungeimpfte Menschen trifft und sich deshalb schnell verbreiten kann. Deshalb mein persönlicher Appell: Bitte prüfen Sie Ihren Impfstatus oder lassen Sie diesen
durch Ihren Hausarzt prüfen. Das gilt natürlich nicht nur für Masern und Co., sondern auch für Wundstarrkrampf, Keuchhusten, FSME und so weiter. Damit schützen Sie sich und die ganze Gesellschaft. Schwerwiegende Impfnebenwirkungen sind heute sehr selten.
SPORTMEDIZIN ZENTRALSCHWEIZ Dr. med. Kerstin Warnke ist leitende Ärztin der Sportmedizin am Luzerner Kantonsspital und seit 2012 Chief Medical Officer der ASG. Im Auftrag des Luzerner Kantonsspitals ist sie zudem in der Sportmedizin Zentralschweiz tätig, seit Januar 2014 ein zertifiziertes Swiss Olympic Medical Center. Das Leistungsangebot und weitere Details finden sie unter: www.luks.ch/standorte/standort-luzern/sportmedizin-zentralschweiz
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TOP GOLF
Métraux Sisters sind nun Profi-Golferinnen
US Women’s Open
Valenzuela auf Rang 24 Auch beim zweiten Major des Jahres spielt die Schweizer Amateurin Albane Valenzuela vorne mit. Bei der Schlussrunde verlor sie beim US Open noch einige Ränge, doch der 24. Platz im Weltklassefeld ist ihr bestes Resultat an einem Major. Vor dem Final lag die 20-jährige Genferin auf dem höchst anspruchsvollen Parcours Shoal Creek in Alabama auf dem sensationellen 14. Zwischenrang. Zwei Doppelbogeys auf den Backnine verhinderten dann allerdings einen Top-15-Platz. Die 74er-Karte zum Schluss ergab ein Total von +3 fürs Turnier und den alleinigen 24. Rang. Als Profi hätte sie damit 50’000 Dollar verdient, als Amateurin muss sie natürlich aufs Preisgeld verzichten. Valenzuela hat schon mehrfach den Cut an einem Frauen-Major geschafft, unter anderem auch am US Open 2016.
Kim (links) und Morgane Métraux spielen ab sofort bei den Profis mit. Nach ihrer höchst erfolgreichen Zeit als Amateurinnen wechseln die beiden Westschweizer Schwestern Kim und Morgane Métraux ins Profilager. Die 21-jährige Morgane bleibt in den USA und startet auf der Symetra Tour, Kim (23) beginnt ihre Profikarriere zunächst in Europa. Die beiden Lausannerinnen holten für die Schweiz unter anderem Silber an den Weltmeisterschaften 2016 und je einmal Silber und Bronze an der EM. Dazu kommen bei beiden viele individuelle Erfolge, zuletzt im College Golf in den USA. Der fünfte Rang von Morgane Métraux in der Einzelwertung beim grossen Final im Mai war das beste Ergebnis einer Schweizerin und gleichzeitig der grösste Erfolg in der Geschichte der Universität Florida State. Beide haben zudem ihr Studium in den USA mit Bravour beendet. «Nun fühlen wir uns bereit für den nächsten grossen Schritt», sagen sie unisono. Wegen ihres guten Abschneidens bei der QSchool 2017 kann Morgane Métraux direkt auf der Symetra Tour in den USA starten. Dort qualifizieren sich die besten 15 Ende Jahr für die lukrative LPGA. Ihre Schwester Kim war bei der Q-School krank, erspielte sich aber immerhin ein eingeschränktes Spielrecht auf der Symetra Tour. «Ich habe für fünf Events der LET Access Tour eine Einladung erhalten, deshalb spiele ich nun vorerst zwei Monate in Europa, bis ich im August wieder nach Florida zurückkehre», erklärt Métraux ihre kurzfristigen Pläne. Im Herbst will auch sie möglichst oft in den USA spielen und sich für die Q-School optimal vorbereiten. Die beiden Schwestern wohnen nun im Lake Nona Golf&Country Club in Florida. Dort treffen sie höchstwahrscheinlich auf Golfstars wie Henrik Stenson, Ian Poulter oder die Neuseeländerin Lydia Ko. Sie und andere Profis nutzten die Basis in Orlando zwischen den Turnieren. 46 GOLFSUISSE 03-18
Der 24. Rang ist aber klar ihr bestes Resultat bei einem Grossanlass. Sie sei so insgesamt mit der Woche «happy». «Meine abschliessende Runde verlief nicht mehr ganz wie gewünscht, aber insgesamt war ich mit meinem Spiel zufrieden.» Trotzdem hat es diesmal nicht für die Ehre als beste Amateurin gereicht. Die Thailänderin Patty Tavatanakit klassierte sich auf dem fünften Rang, ihre Landsfrau Ariya Jutanugarn holte den Titel im Stechen und kassierte 900’000 Dollar.
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Vor der Finalrunde der Studenten-Weltmeisterschaft auf den Philippinen führte der Hittnauer Henry Tschopp mit drei Schlägen Vorsprung. Mit dem ersten Tagesresultat über Par musste er sich noch von zwei Japanern überholen lassen, er holt aber die erste Bronzemedaille seit vielen Jahren. «Die Medaille ist viel mehr, als wir zu Beginn des grossen Turniers erwarten konnten», sagt Delegationsleiter Marcel Meier. Es sei nicht einfach gewesen für Henry Tschopp, mit der feuchten Hitze und dem «Rummel» mit den Journalisten umzugehen, er habe aber «alles richtig gemacht». Seinen einzigen klassischen Fehlschlag produzierte er auf Bahn 16 der Schlussrunde, als er einen Ball in einen trockengelegten Fluss spielte und nicht mehr fand. Mit der 73 im Final kam der Zürcher auf einen Gesamtscore von -7. Der Japaner Daiki Imano rollte die Spitze dank der 66 oder 6 unter Par von hinten auf und gewann zwei Schläge vor seinem Landsmann Yuto Katsuragawa. Klar holten sich die Japaner auch den Nationentitel, dies mit einem riesigen Vorsprung vor Korea.
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Das Schweizer Frauentrio wurde schon vor Beginn der Weltmeisterschaft auf ein Duo dezimiert. Charlotte Alran musste wegen heftiger Brustschmerzen zunächst ins Spital und reiste dann zurück in die Schweiz. So blieb den Schweizerinnen kein Streichresultat. Mit total +14 fürs Turnier kam Azelia Meichtry auf den 10. Schlussrang. Christina Gloor teilte sich den 19. Platz in der Einzelwertung. Bei den Frauen dominierte wie erwartet Korea. Sie holten sich alle Einzelmedaillen und damit logischerweise auch die Nationenwertung mit riesigem Vorsprung vor den Französinnen.
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VP BANK LADIES OPEN 2018
NOEMI JIMENEZ HOLT ERSTEN TITEL 48 GOLFSUISSE 03-18
Erster Siegescheck für Noemi Jiménez.
Der Name ist bekannt, die beiden sind aber nicht verwandt. Die Spanierin Noemi Jimenez gewinnt die Jubiläumsausgabe des VP Bank Ladies Open in Gams mit 12 unter Par. Amateurin Vanessa Knecht, die einzige Schweizerin im Cut, machte mit der Par-Runde im Final noch einige Plätze gut. STEFAN WALDVOGEL
«Auf den letzten beiden Löchern war ich wirklich sehr nervös», erzählt die Siegerin direkt nach ihrem ersten Erfolg. «Ich wusste, ich benötige auf der 18 ein Birdie, und das habe ich zum Glück geschafft», freut sich die 24-jährige Noemi Jimenez. Nach zwei 69er-Runden war sie im zweitletzten Flight ins Finale gegangen. Dort begann sie gleich mit zwei Birdies und zeigte mit der 66 das beste Tagesresultat. Klar wird sie immer wieder auf ihren bekannten Namensvetter Miguel Ángel Jiménez angesprochen. Dann erklärt sie jeweils, wie weit verbreitet der Name in Spanien ist. Für sie ist der erste Sieg «einfach ein grossartiges Gefühl». Der Lohn für drei Tage höchst soliden Golfs mit bloss einem einzigen Bogey auf dem Parcours mit tückischem Rough.
ZWEI REKORDE ZUM START
So war das zur LET Access Series (LETAS) zählende VP Bank Ladies Open 2018 im GC Gams-Werdenberg spannend bis zum vorletzten Putt. Bei perfekten äusseren Bedingungen hatte die Französin Ariane Provot am ersten
Tag mit einer 62er-Runde (zehn unter Par – Turnierrekord) die Führung übernommen, knapp vor der Spanierin Carmen Alonso. Ihr war in der Auftaktrunde das Kunststück gelungen, für die Backnine nur gerade 28 Schläge (8 unter Par) zu benötigen! In der zweiten Runde gab es deutliche Verschiebungen in der Rangliste und mit der Belgierin Chloe Leurquin eine neue Leaderin, die mit drei Schlägen Vorsprung auf das Verfolgerquartett in den Schlusstag starten konnte. Doch auch dies sollte nicht für einen Sieg beim Jubiläumsturnier reichen. Die Belgierin verspielte ihren Vorsprung. Schlaggleich mit der bereits im Clubhaus wartenden Spanierin Elia Folch und einen Stroke hinter der gross aufspielenden Noemi Jimenez kam Leurquin auf den 18. Abschlag. Um ein Stechen zu erzwingen, hätte sie auf diesem kurzen Par 5 ein Birdie spielen müssen. Der zweite Schlag landete am Vorgrün, der lange Bergauf-Putt blieb aber deutlich zu kurz, so dass ein 3-Putt resultierte.
Im Clubhaus machten sich derweil bei der 24-jährigen Spanierin Noemi Jimenez Erleichterung und Freude breit: Ihr erster Sieg auf der LETAS war soeben Realität geworden. Der Erfolg kommt für die 24-Jährige nicht völlig überraschend, vor allem aber nicht unverdient: «Ich habe in den letzten Monaten wirklich hart trainiert und viel an meinem Golfspiel gearbeitet.» Beim ersten Saisonturnier auf der LETAS war sie auf Rang 3 gelandet, in Bossey hatte sie sich im Vorjahr nach einem verlorenen Stechen auf Rang 2 gespielt (siehe Box Seite 50).
KNECHT BALD IN DEN USA
Als einzige Schweizerin schaffte die Zürcher Amateurin Vanessa Knecht den Cut. In den vier bisherigen Ausgaben waren jeweils mindestens zwei Schweizerinnen im Final noch dabei gewesen. Knecht blieb nach zwei Durchgängen genau auf Par und hielt das Score auch am Finalsonntag nochmals zusammen. Mit einem schönen «Sandy Par» auf dem Schlussloch sicherte sie sich die 72er-Karte. Damit resultierte für die 20-Jährige vom Golfclub Bubikon der 39. Schlussrang im vergrösserten Feld von 132 Spielerinnen. «Ich stecke mitten in den Vorbereitungen für die Matura-Prüfungen und spielte deshalb ohne Erwartungen, was mir schliesslich sicher auch geholfen hat», sagte die einzige Schweizerin im Finaldurchgang gleich nach dem Turnier. «Mein Caddie Carlo Rampone hat mir sehr geholfen, und wir hatten zusammen auch noch viel Spass», fügte sie an. GOLFSUISSE 03-18 49
Beste Schweizerin in Gams: Amateurin Vanessa Knecht. Für die Amateurin Vanessa Knecht war das VP Bank Ladies Open der vierte Auftritt bei den Profis in Gams. Höchstwahrscheinlich wird sie im nächsten Jahr bei diesem «Superturnier» nicht mehr mitspielen. Nach der Matura zieht es auch sie zum Studium in die USA. Sie erhält von der Universität Wake Forest ein volles Stipendium und hofft, sich «dort auch golferisch noch stark zu entwickeln». Im August beginnt sie «wahrscheinlich mit Business Management» und spielt in der höchsten Division im US-Collegegolf. Zumindest kurzfristig will sie aber nochmals im ASG-Shirt antreten. «Zuerst freue ich mich, wenn ich für die Schweiz noch an der Team- und Einzel-Europameisterschaft spielen darf. Das sind für mich jeweils zwei klare Saison-Highlights», erzählt die Zürcherin, nachdem sie den vielen «Golf4Girls»-Mädchen die pinken Caps und Rucksäcke signiert hat. Sie waren auf ihren abschliessenden neun Bahnen die ständigen Begleiterinnen. «Megalässig, dass die Kleinen am Sonntag als Zuschauerinnen auf den Platz rausgekommen sind, das hat mich nochmals motiviert.»
ZUSÄTZLICHES HEIMSPIEL IN LAVAUX Mit dem VP Bank Ladies Open war die LET Access Tour nun bereits zum fünften Mal in der Ostschweiz zu Gast. Für die Schweizer Proetten war das Heimspiel eine herbe Enttäuschung, doch dank der Initiative der Genfer Agentur Pitch&Play hatten sie Ende Juni eine weitere – kurzfristige – Startgelegenheit auf einem ASG-Parcours. Die erste Lavaux Ladies Championship fand nach Redaktionsschluss statt. Die aktuellen Tagesberichte und Bilder finden Sie wie immer unter golfsuisse.ch. Die Profis auf der Ladies Tour sind froh um jede Startmöglichkeit. «Wenn wir kein
viel Farbe auf den Platz. Die Girls aus der ganzen Schweiz genossen den speziellen Tag mit gemeinsamem Spiel und dem eigenen Song, und sie begleiteten vor allem die einzige Schweizerin im Final als echte Fans. Zum Schluss der Runde gab es Autogramme von Vanessa Knecht, zwischendurch ein Gruppenbild mit dem neuen ASG-Präsidenten Reto Bieler, und natürlich kam das eigene Spiel nicht zu kurz. «Auch dank des fantastischen Wetters war der zweite Besuch beim VP Bank Ladies Open erneut ein fantastisches Erlebnis», fasst die Verantwortliche Claudia Wörrle-Krakau zusammen. «Die Girls freuen sich schon jetzt auf den gemeinsamen Tag beim Profiturnier in Bossey», ergänzt sie.
EIN LOCH «ALLES FALSCH»
Ernüchternd verlief das Turnier für die weiteren 17 Schweizerinnen im Feld, die alle über Par blieben und so den Cut der Top-45 verpassten. Pech hatte dabei vor allem die 16-jährige Zugerin Elena Moosmann. Sie war mit der Par-Runde nach dem ersten Tag noch knapp innerhalb der 45 Besten. Im zweiten Durchgang mit etwas mehr Wind lag sie auf den eher leichteren Backnine eins über Par und konnte den Rückstand nicht mehr aufholen. Mit total 145 Schlägen kam sie auf das gleiche Schlussresultat wie die beste Schweizer Proette. Valeria Martinoli war mit der 75 schlecht ins Turnier gestartet, steigerte sich dann aber deutlich. Besonders frustrierend war der zweite Tag für Turnierbotschafterin Melanie Mätzler. Sie war mit der 73er-Karte zum Start ganz nah am Cut und begann die zweite Runde auf Loch 10 gleich mit einem Birdie. Nach soliden neun Bahnen machte sie auf Loch 1 «einfach alles falsch», dazu kamen zwei Strafschläge, und so summierten sich auf dem Par 4 gleich 11 Schläge... 50 GOLFSUISSE 03-18
Flugticket brauchen, sondern mit dem eigenen Auto anreisen können, ist dies deutlich günstiger und angenehmer», formuliert Melanie Mätzler den grössten Vorteil. Im vergangenen Jahr organisierte Pitch&Play mit Gründer Alexis Sikorsky die Bossey Ladies Championship. Der Event im ASG-Club auf französischem Boden wird wie das VP Bank Ladies Open vom Schweizerischen Golfverband unterstützt. Zuletzt erspielten sich Caroline Rominger und Anaïs Maggetti in Bossey einen Top-10-Platz. Für die zweite Ausgabe von Mitte August wurde das Preisgeld von 45’000 auf 50’000 Euro erhöht.
VIELE GIRLS UND EIN MODEL Der Finalsonntag beim VP Bank Ladies Open stand ganz im Zeichen von «Pink», respektive den farbigen «Golf4Girls»-Mädchen im Alter von 7 bis 12 Jahren. Caps, Shirts, aber auch der spezielle Rucksack brachten
Dank einer Wildcard der Veranstalter konnte auch die Junioren-Trainerin des Golfclub Gams, Gianna Gilardi, erstmals bei den Profis mitspielen. Nach der ersten Runde lag die 20-jährige Bündnerin mit ihrer Par-Runde noch innerhalb der Cut-Linie. Während sie am Samstag um den Einzug ins Final kämpfte, musste ihr Vater Thomas als «Parkplatz-Wächter» die begehrten Abstellflächen verteilen. «Es ist wohl besser, ich stehe auf dem Parkplatz. Auf dem Golfplatz würde ich es vor lauter Nervosität nicht aushalten», erzählt er. Nach ihrer enttäuschenden 82er-Karte am zweiten Tag blieb dem Vater nichts anderes übrig, als seine Tochter zu
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Farbiger Spass bei den «Golf4Girls»-Mädchen, ganz rechts Model Sharmila Nicollet. trösten. Für die Bankpraktikantin war es trotzdem ein super Erlebnis: «Ich gehe mit einem positiven Gefühl aus dem Turnier. Nur schon, dass ich spielen durfte, war genial. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder klappt. Es ist cool, mit den Proetten zuspielen.» Für Sharmila Nicollet sind Profi-Turniere mittlerweile Routine. Die gebürtige Inderin mit französischem Vater ist in ihrer Karriere bereits
bei 67 Events der LET und LET Access gestartet. Allerdings mit mässigem Erfolg. Bisher hat sie dabei insgesamt bloss 16 000 Euro verdient. Nicollet arbeitet nebenbei als Model, und dies bringt offenbar mehr ein. Auf Twitter folgen ihr gut 500 000 (!) Menschen, auf Instagram nochmals 100 000. In Gams fragte sie deshalb an, ob man ihr einen Caddie, der von Sonntag bis Sonntag zur Verfügung stehen müsste, organisieren könne. Als dies nicht klappte, liess sie
einen Caddie aus Schottland einfliegen. Vorsorglich hatte sie sich gleich drei Hotelzimmer reservieren lassen, und sie liess die Gastgeber im Ungewissen, wo sie nächtigen würde. Ihr Caddie liess nach der zweiten Runde einen Schläger und den Regenschirm in der Garderobe zurück. Für das Model war klar, dass die gute Seele des Turniers, Gaby Nauer, die vergessenen Clubs direkt ins Zimmer 409 liefern lassen wird.
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79. OMEGA EUROPEAN MASTERS
ERSTMALS MIT JOHN DALY John Daly
Zweimal hat er sich kurzfristig abgemeldet, beim dritten Versuch setzen die Organisatoren des Omega European Masters in Crans-Montana auf den ersten Auftritt des amerikanischen Exzentrikers John Daly im Wallis. Turnierdirektor Yves Mittaz ist zudem bereits an den Vorbereitungen für das Jubiläumsturnier 2019. STEFAN WALDVOGEL «Unser wichtigster Spieler ist die Sonne», sagt Yves Mittaz im Gespräch mit GOLFSUISSE. Das Wetter sei entscheidend für den Erfolg bei den Zuschauern und natürlich auch für die Atmosphäre beim Traditionsturnier im Wallis. Anfang September scheint in Crans-Montana oft die Sonne, die Profis mussten aber auch schon in warmen Wollkappen antreten. Im vergangenen Herbst wurde das Turnier zeitweise durch dichten Nebel gestoppt. Am Samstag drückte der Regen auf die Zuschauerzahlen. Das Wetter können die Organisatoren der Omega European Masters nicht beeinflussen, deshalb kümmert sich Mittaz wie jedes Jahr um ein attraktives Teilnehmerfeld. «Wir haben viele laufende Gespräche mit Managern und Spielern, vieles hängt auch dieses Jahr vom FedEx-Cup ab», erläutert der Turnierdirektor. Vom 6. bis 9. September findet in den USA das zweitletzte Turnier der Finalserie statt. «Für alle, die bei der BMW Championship nicht 52 GOLFSUISSE 03-18
mehr dabei sind, werden wir kurzfristig zu einer höchst attraktiven Alternative», erläutert Mittaz. Sicher am Start in Crans-Montana sind beispielsweise Vorjahressieger Matthew Fitzpatrick, sein Landsmann Lee Westwood, der Österreicher Bernd Wiesberger und Publikumsliebling Miguel Angel Jiménez. Der Spanier wird bereits zum 28. (!) Mal im Wallis abschlagen. Jiménez hat das Turnier 2010 gewonnen, dies vor allem dank der Fabelrunde von 61 Schlägen in der zweiten Runde.
SHOWMAN JOHN DALY
Zum ersten Mal in der Schweiz ist dagegen der Amerikaner John Daly. «Er ist anders als alle anderen, und mit seiner verrückten Geschichte gehört er immer noch zu den ganz interessanten Namen für die Zuschauer», ist Mittaz überzeugt. Er habe nur positive Reaktionen auf die Ankündigung gehabt, ergänzt er.
Daly gewann in seinen besten Jahren zwei Major-Turniere (US PGA Championship 1991, British Open 1995). Seine Karriere war geprägt von Alkoholexzessen, Entziehungskuren, Prügeleien, Spielsucht, Prozessen, mehrmonatigen Sperren und gescheiterten Ehen. Nun ist es etwas ruhig um ihn geworden. Der 52-jährige Amerikaner spielte zumeist auf der US Senior Tour, insgesamt vier Mal teete er in dieser Saison auf der PGA Tour auf. Geblieben sind sein auffälliger Look und sein einzigartiger Schwung. «Long John» ist ein echter Showman, sowohl auf den Grüns wie auch auf der Bühne. Als Komponist, Sänger und Gitarrist hat er noch andere Trümpfe als andere Golfer zu bieten. Daly wollte schon 1994, knapp ein Jahr vor seinem unvergesslichen Sieg am British Open in St Andrews, in Crans-Montana teilnehmen. Er musste damals aber wenige Tage vor dem Start absagen, weil er nach einem Turnier in den USA eine Schlägerei angezettelt und sich dabei verletzt hatte. 2012 hatte er sich ebenfalls mit den Organisatoren geeinigt, meldete sich dann aber kurzfristig wieder vom Turnier ab. «Dass jemand kurzfristig absagt, passiert immer wieder», sagt Mittaz zum «enfant terrible». Allerdings sei auch Daly vernünftiger und ruhiger geworden. Der Amerikaner spielt vorher in Tschechien und in Dänemark, so fallen für
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Sorgt für Spektakel: Loch 13 im Golfclub Crans-sur-Sierre.
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Turnier», erläutert Mittaz. So gesehen sei man mit dem Datum sehr zufrieden. Zumal es 2019 gleich doppelt Grund zum Feiern gibt. Sponsor Omega wird 125, das Turnier wird im September zum 80. Mal im Golfclub Crans-sur-Sierre ausgetragen. Da werde man sicher etwas ganz Spezielles auf die Beine stellen, und die Vorbereitungen dafür seien bereits im Gange, erzählt der 58-jährige Turnierdirektor.
Traumaussicht im Wallis. Titelverteidiger Matthew Fitzpatrick kehrt zurück. die Organisatoren des Omega European Masters auch kaum Reisespesen an. Was das Engagement kostet, kann Mittaz nicht verraten; die Konditionen seien fair und Daly sei sicherlich nicht der teuerste Spieler im Feld, fügt er an. Die Verpflichtung eines Rory McIlroy würde rund eine Million Franken kosten. Mindestens so wichtig wie das Antrittsgeld sei aber das «richtige» Datum. Dieses Jahr steht Crans noch in Konkurrenz mit dem Final des FedExCups. 2019 ist das grosse Endspiel um den 54 GOLFSUISSE 03-18
10-Millionen-Dollar-Bonus bereits Ende August ausgespielt. Dabei hat sich das amerikanische Fernsehen durchgesetzt. Es soll vermieden werden, dass die bisher hauptsächlich im September durchgeführte, vier Turniere umfassende FedExCup-Finalserie mit den grossen amerikanischen Mannschaftssportarten Baseball, Football, Basketball, Eishockey kollidiert.
DOPPELTES JUBILÄUM 2019
«Weil wir nächstes Jahr nach dem Final sind, ergibt das ganz neue Perspektiven für das
Auch dafür wird im Wallis der Platz weiter umgebaut. Beim relativ schattigen Green Nummer 6 wird – wie im Augusta National – das sogenannte «SubAir»-System eingebaut. Damit wird den Greens falls nötig automatisch Feuchtigkeit entzogen. Man mache zuerst einen Test, bevor man die sehr teuren Maschinen für das System anschaffe, erläutert Mittaz. In den vergangenen sieben Jahren sind praktisch alle Fairways und Greens neu gebaut worden. Ab Oktober folgen dann noch die Bahnen 12,14, 15 und 16. Dann bleibt nur noch das Schlussloch «unbearbeitet». Mit der 18 sei man «noch nicht zufrieden», führt der Turnierverantwortliche aus. Hier verfolgt er schon länger einen grossen Plan. Das abschliessende Green möchte er am liebsten direkt beim grossen Badesee «Etang Long» realisieren. Das sei ein grosses und komplexes Projekt, das sich wegen den vielen Bewilligungen nicht einfach und schnell realisieren lasse, erläutert er auf eine entsprechende Frage. «Auf die Jubiläumsausgabe hin wird es nicht zu realisieren sein, aber so geht uns die Arbeit ganz sicher nicht aus.»
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Impressionen vom Swiss Seniors Open 2017, rechts Turnierbotschafter André Bossert.
SWISS SENIORS OPEN
«NEUES FORMAT, MEHR PREISGELD» Die 22. Ausgabe des Swiss Seniors Open in Bad Ragaz wird erstmals im ProAm-Format ausgetragen. Turnierdirektor Ralph Polligkeit erklärt im Interview, was er sich dadurch erhofft. Ralph Polligkeit, Sie organisieren diesen Juli bereits Ihr 18. Swiss Seniors Open. Wie kamen Sie auf die Idee für das neue Format? Profiturniere als ProAM sind keine neue Erfindung, jedoch für ambitionierte Amateure eine einzigartige Möglichkeit, in einem Tour Event zu spielen. Die Alfred Dunhill Links Championship auf der European Tour wird zum Beispiel schon ganz lange so ausgetragen und war für eine Änderung des Turnierformats auch eine Art Vorbild für mich. Dort wird allerdings aufgrund der grossen Teilnehmerzahl auf drei Plätzen gleichzeitig gespielt. Da das Feld bei den Senioren deutlich kleiner ist, können wir das Format bei uns in Bad Ragaz einfacher realisieren. Statt der 54 Spieler werden nun einfach 54 Profis und 54 Amateure auf dem Platz unterwegs sein. 56 GOLFSUISSE 03-18
Damit können Sie auch etwas mehr einnehmen? Das stimmt. Wir benötigen aufgrund von Sponsorenrückgängen zusätzliche Einnahmen. Aus diesem Grund mussten wir neue kreative Wege suchen, um diese Abgänge zu kompensieren. Insgesamt kostet uns das Turnier pro Jahr knapp eine Million Schweizer Franken. Wir hoffen, mit dem neuen Format neue Sponsoren anzusprechen, wollen aber gleichzeitig auch den bestehenden Partnern etwas Spezielles bieten. In der Regel kann man das Erlebnis von Turniergolf ja nicht kaufen, aber bei uns ist dies fortan möglich – und dabei war mir wichtig, dass es nicht nur für Sponsoren zugänglich ist, sondern auch für interessierte Einzelpersonen. Wie lief das neue Angebot bisher? Es hat bis zum heutigen Tag zwar noch einige freie Plätze, aber das Echo war bisher sehr gut. Ich bin zuversichtlich, in den kommenden Wochen alle Plätze verkaufen zu können. Hatten Sie erwartet, dass die Plätze einfacher zu verkaufen sind? 5000 Franken sind nicht direkt ein Schnäppchen. Das ist immer relativ, und man muss auch sehen, was im Paket alles inbegriffen ist. Sie
spielen schliesslich zwei Runden mit den besten Ü50-Spielern der Tour. Sie übernachten, gemeinsam mit Ihrer Begleitperson, zwei Nächte im Grand Resort Bad Ragaz. Ausserdem inkludiert sind die komplette Verpflegung (Essen und Getränke) während den Turniertagen, der GalaAbend und ein VIP-Ticket für den Finaltag. So gesehen ist es eigentlich schon fast günstig (lacht). Was kostet ein Startplatz bei der Alfred Dunhill Links Championship? Privatleute haben hier kaum Gelegenheit für eine Teilnahme. Wenn ich mich nicht irre, beträgt die Einschreibegebühr umgerechnet rund 125’000 Schweizer Franken. Es ist dann allerdings noch offen, ob man in diesem Jahr oder vielleicht erst im nächsten eingeladen wird... Mit Handicap 2 gehören Sie zur idealen Zielgruppe für das ProAM-Format im Turnier. Haben Sie es selber schon versucht? Leider nein. Die Alfred Dunhill wäre zwar ein Traum für mich, entspricht aber leider ganz und gar nicht meiner Geldbörse. Aber falls es bei den Swiss Seniors Open kurz vor Turnierbeginn noch einen freien Platz hat, melde ich mich
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vielleicht kurzfristig noch an. Schliesslich soll doch kein Platz verfallen – da «opfere» ich mich doch gerne! (lacht) Dann hätten Sie am Finaltag wieder Zeit fürs Turnier. Wieso können die Amateure eigentlich in der Schlussrunde, wenn es wirklich spannend wird, nicht mehr mitspielen? Zum einen geht es ja am letzten Tag noch um richtig viel Preisgeld – der Sieger erhält neu immerhin stolze Euro 48’000 – und zum anderen ist die Chancengleichheit unter den Pros hier sicherlich besser gewährleistet. Weiterhin wollten wir am letzten Tag das Turnier für die Zuschauer wiederum sehr spannend gestalten; auch der Zeitplan spielt eine Rolle. Nach der Runde geht es teilweise zu wie in einem Bienenhaus: Auf einmal haben es alle Pros eilig und müssen so schnell wie möglich zum Flughafen, um etwas Zeit daheim zu verbringen oder schon wieder zum nächsten Turnier zu gelangen. Wie reagieren eigentlich die Profis auf der Seniorentour auf das neue Format an der Seite der Amateure? Sehr gut, denn es ist für sie auch nichts Neues. Unter anderem werden schon das Scottish Senior Open oder das Winston Golf Senior Open so gespielt. Für die Profis ist es wichtig, dass die Staysure Tour (ehemals European Senior Tour) möglichst viele Events anbietet und dass das Swiss Seniors Open noch lange besteht. Mit unseren langjährigen und treuen Sponsoren Credit Suisse, Grand Resort Bad Ragaz und Zurich sowie dem neuen Turnierformat ist es uns dieses Jahr sogar möglich geworden, das Preisgeld von Euro 300’000 auf Euro 320’000 zu erhöhen. Der Circuit hat nach längerer Durststrecke auf den Erfolgsweg zurückgefunden und kann 2018 mit fünf neuen Turnieren im Kalender aufwarten. Damit ist die Tour im Vergleich zum Vorjahr bereits um ein Drittel gewachsen.
Was können Sie Ende Mai schon zum Teilnehmerfeld in Bad Ragaz sagen? Die Anmeldungen zeigen wie jedes Jahr ein sehr starkes Feld. Die Topspieler der Staysure Tour werden praktisch geschlossen bei uns antreten. Das Turnier ist bei den Professionals bekanntlich äusserst beliebt, denn sie werden samt Familien mehr als nur verwöhnt. Dabei zeigt sich bei diesem Gross-Event auch das Grand Resort Bad Ragaz seit Jahren immer sehr grosszügig, denn schliesslich können wir unsere Kompetenz als Golfdestination und perfekter Gastgeber so weltweit transportieren – und das mittlerweile seit 21 Jahren. So erwarte ich auch dieses Jahr hochstehendes Golf, hoffentlich mit unserem Turnierbotschafter André Bossert mit an der Spitze. Der einzige Schweizer im Feld erhält dieses Jahr neue Konkurrenz aus dem Nachbarland. Ich nehme an, Sie als gebürtiger Österreicher freuen sich über den ersten Auftritt von Markus Brier in Bad Ragaz? Ja klar, besonders, da ich «Maudi» schon seit fast 30 Jahren kenne. Markus Brier war der erste Österreicher, der auf der European Tour hatte gewinnen können. Das ist nun schon zwölf Jahre her, doch wir sind gespannt, wie er nach einer kurzen Pause bei den Senioren mithalten kann. «Maudi» Brier wird am 5. Juli 50 Jahre alt. Schon einen Tag später gibt der Wiener bei uns sein Debüt auf der Staysure Tour. Wir hoffen natürlich auch auf ein paar zusätzliche Fans aus dem nahen Österreich, die Brier wieder einmal in Action sehen wollen.
SWISS SENIORS OPEN Staysure Tour, 6. – 8. Juli 2018, GC Bad Ragaz; Eintritt frei. www.swiss-seniors-open.ch
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Turnierdirektor Ralph Polligkeit mit Vorjahressieger Philip Golding.
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Auch Wasser kann verhängnisvoll sein. 58 GOLFSUISSE 03-18
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CARNOUSTIE
DAS BIEST Die British Open kehrt im Juli nach elf Jahren Pause wieder zurück nach Carnoustie. Auf einen Platz, der Schauplatz des grössten Debakels in der Geschichte dieses Major-Turniers war und der auch in diesem Jahr als härtester Test der Saison gehandelt wird. PETRA HIMMEL
Wer über Carnoustie spricht, denkt zuerst einmal an Katastrophen. Solche, die gerade noch abgewendet wurden. Solche, die nicht mehr zu verhindern waren. Der Austragungsort der 147. British Open, etwa eine Stunde entfernt vom berühmten St. Andrews gelegen, weckt irgendwie stets dunkle Bilder. Zwar steht am Ende einer jeden British Open ein strahlender Sieger mit der Trophäe Claret Jug vor dem Clubhaus, aber zumindest in der jüngeren Vergangenheit sind die Finalrunden dieser Champions in Carnoustie nie Triumphzüge gewesen. Das gilt für Padraig Harrington, den Gewinner des Jahres 2007, genauso wie für Paul Lawrie,
der sich die Trophäe 1999 holte. Beide mussten in ein Playoff, in beiden Fällen wurde die letzte Stunde des Turniers geprägt von Tragik und Katastrophen. Wobei Jean Van De Veldes Versagen an Bahn 18 im Jahr 1999 (siehe Kasten), das letzten Endes zum Sieg von Paul Lawrie führte, bis heute als das grösste British-OpenDebakel aller Zeiten gilt. Acht Jahre später schien sich das Schicksal des Franzosen an der Bahn 18 für Padraig Harrington fast zu wiederholen. Als der Ire zweimal mit seinem Ball im Bächlein Barry gelandet war, gelang es ihm aber irgendwie, die Erinnerung an Van de Velde zu verdrängen: «Ich habe einfach den Gedanken, dass ich gerade den Open-Sieg
weggeworfen hatte, nicht aufkommen lassen», resümierte Harrington nach seinem Sieg, den er gegen Sergio Garcia im folgenden Playoff erspielte. «Wenn ich es aber getan hätte, wäre es für mich unglaublich schwer zu ertragen gewesen.»
TIEFE KRATER, ENGE FAIRWAYS
Vom 19. bis zum 22. Juli 2018 kehrt die British Open zum ersten Mal seit 2007 wieder nach Carnoustie zurück. 1931 wurde sie hier zum ersten Mal gespielt. Auf einem Platz, der zu den besten Linkskursen der Welt zählt und für viele Golfprofis mit das Härteste an Prüfungen ist, auf das man im Verlauf seiner Karriere stossen kann.
Die tiefen Krater sind typisch für Carnoustie.
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Der Wind hat hier an der Küste der Region Angus in der Regel eine ordentliche Stärke. Die Bunker sind das, was man ursprünglich im Golf unter dem Wort Hindernis verstand: tiefe Krater mit steilen, perfekt zurechtgestutzten Wänden und einer tiefen Sandfläche mittendrin. Manchmal ist ihr Grundriss so klein, dass man sie vom Abschlag kaum erkennt. Im Verlauf einer Runde aber stellt sich heraus: Sie sind perfekt platziert. So, dass sie als ideale Auffangbecken für Bälle von Golfern dienen, die am Abschlag einfach
nur drauflosgedonnert haben, statt strategisch an die Sache heranzugehen.
Golflegenden, einmal gesagt. Nein, bequem wird diese British Open sicher nicht.
Carnoustie ist mit fast 6700 Metern Länge ein Platz, der sich zieht. Genau genommen ist es der längste aller British-Open-Plätze, mit Fairways, die alles andere als breit sind. «Wenn hier der Wind bläst, ist dies der härteste aller BritishOpen-Plätze. Wenn der Wind nicht bläst, ist es wahrscheinlich immer noch der härteste», hat Sir Michael Bonnallack, eine der britischen
Die Golfwelt jedenfalls hat sich komplett verändert seit der letzten Auflage des Turniers. Jean Van de Velde ist inzwischen zum Senior avanciert und hat seinen Frieden mit der verpatzten Major-Chance gemacht. Padraig Harrington spielt immer noch auf der PGA European Tour – aber wirklich wettbewerbs-
GARCIA HADERTE
Miguel Ángel Jiménez tröstet seinen Landsmann Sergio García nach dem verlorenen Stechen 2007.
DIE GRÖSSTE KATASTROPHE IM GOLF Jean Van de Velde führt die British Open 1999 in Carnoustie mit drei Schlägen an, als er an den Abschlag von Bahn 18 kommt. Die Par-4Bahn ist 439 Meter lang. So entstand eine der grössten Katastrophen. • Schlag 1: Ein verzogener Driver. Der Ball fliegt über den Bach auf der rechten Fairway-Seite und landet dort. • Schlag 2: Kein Sicherheitsschlag zurück aufs Fairway, sondern ein gewagter Angriffsschlag mit dem Eisen 2 Richtung Grün. Der Ball triff die Zuschauertribüne, fliegt auf die Steinumrandung des Barry Burn 60 GOLFSUISSE 03-18
und von dort ins hohe Rough. • Schlag 3: Van de Velde hackt den Ball aus dem Rough in den Bach. • Schlag 4: Strafschlag, nachdem der Franzose beschlossen hat, zu droppen. • Schlag 5: Der Ball landet im Bunker am Grün. • Schlag 6: Bunkerschlag aufs Grün. • Schlag 7: Putt zum Playoff. Das verliert er gegen Paul Lawrie. Nasse Füsse für Jean Van de Velde.
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Strahlender Sieger: Padraig Harrington. fähig ist er nicht mehr. Aus dem euphorischen Amateur Rory McIlroy, der 2007 mit wilder Lockenmähne lustig vor sich hin spielte und am Ende als bester Amateur einen Preis holte, ist ein Mann geworden, der die Höhen und Tiefen einer Laufbahn kennengelernt hat. McIlroy, dem Linksgolf-Liebhaber, fehlt dieser British-Open-Titel. Er ist ein begnadeter Künstler mit dem Ball, ein Kämpfer. Furchtlos ist zweifellos ein Adjektiv, das auf ihn passt, und vielleicht ist er in diesem Jahr der Mann für Carnoustie. Sergio Garcia kommt hierher zurück, um ein Stück unrühmlicher Geschichte abzuschütteln. 2007 ging er als Führender mit sechs Schlägen Vorsprung auf Harrington in die Finalrunde, um am Ende im Playoff zu verlieren. Als er den möglichen Sieg verputtet hatte, jammerte er über sein unseliges Schicksal, gab Gott und irgendwelchen ausserirdischen Mächten die Schuld an seinem Unglück. Seitdem hat er einen Major-Sieg geholt, sein privates Glück gefunden und mental weit mehr Stärke gefunden. Ob er bereit ist für ein Biest wie Carnoustie, wird sich zeigen.
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PGA Catalunya Resort erweitert Angebot mit
neuen Villen
Die Erfolgsgeschichte der preisgekrönten Immobilienentwicklung PGA Catalunya Resort nahe Girona geht weiter. Nachdem im vergangenen Jahr nahezu alle Wohneinheiten verkauft wurden, entstehen 2018 mit La Selva und L`Alzina zwei neue Villenareale. Die Immobilien liegen rund um Spaniens Golfplatz Nummer eins, dem Stadium Course.
TERRACE VILLAS LA SELVA
Die Terrace Villas bieten einen Blick über den 18. Fairway des preisgekrönten Golfplatzes sowie die dahinter liegenden Berge. Entworfen wurden die Wohneinheiten vom spanischen Architekturbüro Lagula Architects. Die grosszügigen Villen haben drei Schlafzimmer sowie einen Garten, der uneingeschränkte Privatsphäre bietet. Sie liegen fussläufig zum Resident᾿s Club sowie zum Golf-Clubhaus und allen weiteren Angeboten des Resorts. Im Erdgeschoss der Objekte befindet sich der Wohn-Ess-Bereich und im oberen Stockwerk hat es drei Schlafzimmer, davon ein en-suite Master-Schlafzimmer. Die Bulthaup Designküchen sind mit Neff-Geräten ausgestattet. Insgesamt umfassen die Grundstücke einen Aussenbereich von rund 128 Quadratmetern und einen Innenbereich von 150 Quadratmetern. Die Terrassenvillen verfügen zudem über einen privaten Parkplatz, einen Lagerraum und einen gemeinschaftlichen Infinity Pool. Bis Ende 2018 werden 20 Immobilien gebaut, die ab einem Preis von 780’000 Euro zum Verkauf stehen.
DIE PERFEKTE SYMBIOSE Wohlfühlhotel, bei angenehmer Sommertem peratur Golf spielen, das Bergpanorama geniessen und sich kulinarisch verwöhnen lassen.
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Viel Tiroler Charme Direkt im Zieleinlauf der berühmten Streif-Abfahrt – wo der Mythos Streif gelebt wird, bezaubert das familiengeführte 4-Sterne-Hotel Rasmushof in Kitzbühel mit viel Tiroler Charme, Herzlichkeit und Gemütlichkeit. In den urigen Stuben oder auf der grossen Sonnenterrasse geniessen Sie Gerichte aus der regionalen und österreichischen Küche, mit viel Liebe zubereitet und serviert. Der einzigartige Weinkeller wartet mit über 400 verschiedenen Etiketten auf. Von den heimeligen Zimmern und Suiten aus blicken Sie in die atemberaubende Kitzbüheler Bergwelt. Der hauseigene 9-Loch-Golfplatz liegt direkt vor der Haustür, hier starten auch unzählige schöne Wanderwege. In nur wenigen Gehminuten ist das Stadtzentrum erreicht. www.rasmushof.at
Seehof Golf Deal 3 Übernachtungen inklusive 2 Abendessen, 2 × Greenfee für Davos, Benützung Bellavita SPA, plus 20 % Ermässigung für weitere Runden in Alvaneu und Lenzerheide Preis pro Person CHF 575
L᾿ALZINA DOPPELHAUS-VILLEN IM VIERTEL LA PINEDA
Die neuen L᾿Alzina Doppelhaus-Villen liegen direkt am fünften Loch des Stadium Course. Bis Mitte 2019 entstehen sechs Domizile mit einer Grösse von 445 Quadratmetern. Der Architekt Jaime Prous aus Barcelona zeichnet für das Design der Objekte mit vier Schlafzimmern verantwortlich. Inspiriert von der Kanareninsel Lanzarote gestaltete der Landschaftsgärtner Cesar Manrique die Aussenanlagen rund um die Doppelhäuser. Der Pool im Strandstil, der allen Bewohnern der Doppelhäuser zur Verfügung steht, eignet sich als Treffpunkt im Grünen. Die elegante, eckige Architektur der Häuser steht im Kontrast mit dem sanft zum Pool hin abfallenden Rasen. Die Innenräume der Doppelhaushälften sind offen gestaltet und laden zum familiären Zusammensein ein. Im Wohnbereich im Erdgeschoss sind traditionelle Terrakottafliesen verlegt. In den Schlaf-
zimmern sorgt Eichenholzparkett für Wärme und Gemütlichkeit. Die bodentiefen Fensterflächen lassen viel Licht und Grün ins Innere und bieten einen Panoramablick über den Golfplatz. Die Doppelhaushälften sind ab einem Kaufpreis von 1᾿100᾿000 Euro zu erwerben.
PGA CATALUNYA RESORT
Das PGA Catalunya Resort ist das Ergebnis einer 20-jährigen Entwicklung. Es verbindet zwei der besten Golfplätze Spaniens mit einem stilvollen Clubhaus, einem Residents Club und Immobilien mit höchsten Standards in einer der schönsten Gegenden Kataloniens. Ausserdem befinden sich zwei Hotels, das Fünf-Sterne-Designhotel Hotel Camiral und das Lifestyle-Hotel Lavida, im Resort. Weitere Informationen zum PGA Catalunya Resort finden Sie unter www.pgacatalunya.com.
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Golf Tour Graubünden 6 Übernachtungen inklusive Halbpension, Benützung Bellavita SPA, 2 Runden in Davos (inklusive Seehof & Schneider’s Golf Trophy 6. 7. 2018), je 1 × 18-Loch in Alvaneu, Zuoz und Lenzerheide, Transfers zu den Golfplätzen, Zwischenverpflegung für alle Runden Preis pro Person CHF 1410 Für alle Angebote gilt: Kein Einzelzimmerzuschlag.
Telefon 081 417 94 44 | info@seehofdavos.ch www.seehofdavos.ch
TRAVEL
Das Sonnenalp Resort brachte vor 40 Jahren den Golfsport ins Allgäu und setzt bis heute Massstäbe. Mittlerweile gehören drei Plätze mit insgesamt 45 Loch zum Angebot des Hauses. Perfekt gepflegt und sensibel in die Natur mit Bergpanorama eingefügt.
Sonnenalp-Oberallgäu
ABSCHLAG MIT ALPENBLICK
Die Leidenschaft für den Golfsport wird hier täglich neu geweckt, eine ähnlich perfekte Kombination aus Sport, Erholung und Naturerlebnis wird man nur schwer finden. Auf der Sonnenalp erwartet die Gäste ein perfektes Zusammenspiel aus der idyllischen Landschaft des Oberallgäus und erstklassigen Möglichkeiten zum Golfspiel. Den Weg zum perfekten Abschlag ebnen die Golfschule Sonnenalp sowie die Golfacademy Oberallgäu. Beide offerieren verschiedene, perfekt auf die Bedürfnisse des Spielers abgestimmte Kurse. Die zwei gemütlichen Restaurants direkt an den Plätzen runden das Angebot ab. Angebot Golfverliebt: 6 Tage / 5 Übernachtungen im Sonnenalp Resort und Golfsport inklusive Greenfee, ab 1465 Euro pro Person. www.sonnenalp.de
Vietnam & Kambodscha
Golf & Kultur
Die geführte Rundreise von Ende November führt Sie zu den besten Golfplätzen beider Länder. Die Kreuzfahrt in der Halong Bucht gehört ebenso zum Programm wie diverse spannende Stadtführungen. Ein Geheimtipp ist der Shootingstar Asiens nicht mehr. Vietnam bietet einen herausragenden Mix 64 GOLFSUISSE 03-18
aus asiatischer Kultur und erstklassigen Golfplätzen. Kambodscha wiederum ist eher ein neues Golferlebnis, begeistert aber durch exzellente Plätze im Schatten alter Tempel. Erleben Sie auf dieser Reise die besten Golfplätze der beiden Länder, renommierte 5*-Hotels der besonderen Art und eine Ihnen vielleicht noch fremde Kultur.
Etappen: Hanoi – Halong Bay – Danang – Siem Reap 14 Übernachtungen, 7 Greenfees, Stadtführungen, Kreuzfahrt in der Halong Bucht und Inlandflüge sowie deutschsprachige Reiseleitung. Preis: 5295 Euro im Doppelzimmer. www.golf-extra.com
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BADEN-ELSASS
VON ALLEM ETWAS
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TRAVEL
Baden-Baden ist bekannt als exklusivste Kurstadt Deutschlands, zusammen mit dem nahen Elsass lockt es auch zum ausgedehnten Genuss-Golfen. STEFAN WALDVOGEL Das Inselgrün im Golfclub Johannesthal.
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TRAVEL
«B
aden-Baden ragt wie ein Leuchtturm aus der deutschen Geiz-ist geil-Ödnis», schrieb die Sonntagszeitung kürzlich. Tatsächlich zeigt der kleine Stadtbummel in der Fussgängerzone vor allem diskrete Edelshops. Da kostet bei Oliver Maugé ein eleganter Frauenhut schon mal 1000 Euro, die Sommerjacke einer mir unbekannten Marke wird mit 4500 Euro angeschrieben. Erfreulich: Die feine Glacé, die an jeder dritten Ecke verkauft wird, kostet pro Kugel dann bloss wieder 1,20 Euro. Was ebenso auffällt, fast überall hört man Russisch, und viele Gäste stammen aus dem arabischen Raum. Laut offiziellen Zahlen aus dem Tourismusbüro kommen aktuell die meisten Gäste aus dem nahen Frankreich. Neben den bekannten Thermalquellen, dem internationalen Festspielhaus und vielen Museen lockt auch das berühmte Casino die Gäste immer noch in Scharen an. Wir logierten
als auf dem Platz. «Die Küche ist bekannt, und viele Baden-Badener fahren lieber auf den nahen Berg als in die volle Stadt, um das Mittagessen zu geniessen», erfahren wir später auf dem ganz anders gestalteten Golfplatz Baden-Hills von einem dortigen Mitglied.
FLACH IN BADEN-HILLS
Anders, als man vermuten könnte, liegt der 18-Loch-Platz völlig eben, etwas ausserhalb der Stadt, direkt neben dem ehemaligen Militär flughafen der Royal Canadian Air Force. Die kanadischen Soldaten hatten dort bereits in den 50er-Jahren einen Golfplatz für sich errichtet. Mittlerweile wird der Airpark als Regionalflughafen betrieben. Der Golf und Curling Club zählt rund 1000 Mitglieder, und die startenden respektive landenden Flugzeuge von Ryanair und Co. sind für die Gäste eher faszinierend als störend. «Wir bemerken sie gar nicht mehr», sagt Clubmitglied Anton, der mit uns auf der Runde ist. Der Platz neben der Landebahn bietet optisch wenig Spektakel, Wasser kommt beispielsweise eher selten richtig ins Spiel, doch bietet Baden-Hills alles für eine gemütliche Runde ohne jede körperliche Anstrengung.
«Die Küche ist bekannt, und viele Baden-Badener fahren lieber auf den nahen Berg als in die volle Stadt, um das Mittagessen zu geniessen» im nahen Badischen Hof, der seit knapp zehn Jahren von Radisson Blu geführt wird. Der Badische Hof, ursprünglich schon 1807 eröffnet, gilt als ältestes Luxushotel in Baden-Baden. Entsprechend sind die Zimmer eher klein, die Lage direkt neben der Fussgängerzone dafür perfekt. Der Badische Hof ist zudem eines von sieben Hotels, die als Partner der Golfregion Baden-Elsass fungieren und reduzierte Greenfees auf den Golfplätzen bieten.
KURZ, ABER TRICKY
Am Fusse des Fremersbergs leicht oberhalb der Stadt wird bereits seit mehr als 90 Jahren abgeschlagen. Der Golfplatz «Baden-Baden» wurde mehrmals umgebaut und angepasst, er bleibt allerdings grundsätzlich kurz und eng. Konkret misst er bloss 4260 Meter (Par 64), doch einfach zu spielen ist er deshalb nicht unbedingt. Vor allem auf den Frontnine geht es zwischen den Bäumen praktisch ständig auf und ab, auf den Backnine oberhalb des Clubhauses wird es etwas offener und flacher. Teils mit schönem Ausblick auf den Schwarzwald, meist mit vielen Bäumen rund um die Spielbahnen. Knackig und speziell ist auch der Schluss: Gleich vier teilweise recht lange Par 3 bilden die Bahnen 15 bis 18. Bei unserem Besuch waren jedenfalls mehr Besucher auf der schönen Restaurant-Terrasse 68 GOLFSUISSE 03-18
ZWEI SPITZENPLÄTZE IM ELSASS
Der Golfclub Soufflenheim auf der anderen Seite des Rheins trägt den Namen Baden-Baden ebenfalls im Namen. Bei der Gründung 1996 seien rund 80 Prozent der Mitglieder aus Deutschland gekommen, erläutert Club-Präsidentin Eva-Maria Lotter meine Frage. Mittlerweile hört man im Clubhaus etwa gleich viel Französisch wie Deutsch, auf dem 18-LochParcours dagegen hört und sieht man auch an einem schönen Sonntagmorgen kaum Mitspieler. Die verschiedenen Spielbahnen sind geschickt voneinander getrennt, zu beobachten gibt es vor uns dafür immer wieder Tiere. Im Sommer lebt ein Schwarm kanadische Wildgänse auf dem Platz. Sie bevorzugen den langgezogenen See zwischen dem 13. und dem 14. Loch. Ständige Gäste sind auch einige Schwanenpärchen mit ihren Jungen und sogenannte Sumpfbiber, die wir – wie viele andere – zunächst mit Bisamratten verwechselt haben. Natur pur und ein Golfplatz der Extraklasse, so kann man Soufflenheim auf den Punkt bringen. Insgesamt 18 (!) Seen sorgen für viel Abwechslung. Golfclub Baden-Baden, Impressionen aus der Kurstadt. Unten viel Wasser in Soufflenheim.
Sporthotel Ellmau **** Familie Unterlechner · A-6352 Ellmau 50 / Tirol Tel: (0043) 5358 / 3755 · Fax: (0043) 5358 / 2512 555 info@sporthotel-ellmau.com · www.sporthotel-ellmau.com
Traumferien in den Tiroler Bergen Umgeben von der einzigartigen Bergkulisse ist das Sporthotel Ellmau (15 Autominutenentfernt von Kitzbühel) ein Urlaubsparadies der Sonderklasse. Direkt gegenüber der Hotelanlage finden Golffans den 27-Loch-Platz «Wilder Kaiser», das Tor zur grössten Golfregion der Alpen. Durch seine optimale Sonnenlage dauert die Saison an diesem Golfplatz etwas länger als sonst wo. Nach etwa 20 Autominuten erreichen Sie den Kaiserwinkl Golf Kössen. Gäste unseres Hauses dürfen sich über Greenfee-Ermässigungen auf beiden Plätzen freuen. Wahre Golffreaks finden in der Umgebung noch zehn weitere 18-Loch-Plätze um die Herausforderung «Golf» so richtig auszukosten. Das Sporthotel Ellmau bietet auch das perfekte Alternativprogramm. Relaxen in unserem grosszügigem Aussenpool mit Liegewiese, Erlebnishallenbad, Saunalandschaft mit 7 verschiedenen Saunen und Whirlpool. Für Ihren Traumurlaub haben wir sehr ansprechende Pauschalpakete:
GOLF-UNLIMITED * 7 bzw. 4 Übernachtungen im gebuchten Zimmertyp * Sporthotel – Verwöhnpension * Relaxing – Golf – Massage (50 min) * Startgeschenk * Rundenverpflegung * bevorzugte Startzeitenreservierung * unlimitierte Anzahl an Tagesgreenfee am GC Wilder Kaiser an aufeinander folgenden Tagen * unlimitierte Benützung der Driving Range inkl. Bälle * unlimitierte Benützung von Leihtrolleys 4 Übernachtungen im DZ Landleben ab € 708 pro Person 4 Übernachtungen im DZ Sonnenblume ab € 760 pro Person 7 Übernachtungen im DZ Landleben ab € 1139 pro Person 7 Übernachtungen im DZ Sonnenblume ab € 1230 pro Person Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wir beraten Sie gerne. www.sporthotel-ellmau.com · info@sporthotel-ellmau.com
Weitere Clubs in der Umgebung: Bruchsal und Bad Herrenalb. Der Kurs von Bernhard Langer lässt im Normalfall immer die Variante eines risikoarmen Schlages zu, insgesamt gilt er aber zu Recht als höchst anspruchsvoll. Ab Weiss liegt das Slope Rating bei hohen 142, ab Rot sind es immer noch 133. Wer unter der Woche vor 9 Uhr abschlägt, kommt für
VIER WEITERE CLUBS
Neben den beiden Top-Plätzen auf der anderen Seite des Rheins und den beiden ganz unterschiedlichen 18-Loch-Anlagen von BadenBaden gehören vier weitere Clubs zur Golf region Baden-Elsass. Zur Auswahl stehen unter anderem noch die Courses in Bruchsal, in Bad HerrenalbBernbach, im Hofgut Scheibenhardt sowie der Golfclub Johannesthal. Bei unserem Kurzbesuch blieb bloss Zeit, um den Letztgenannten zu spielen. Im Kraichgauer Hügelland in der Nähe von Karlsruhe lohnt sich ein Cart. Die 18 Bahnen fügen sich harmonisch in die Landschaft ein, es geht aber bis auf drei Löcher meist bergauf oder bergab. Der Lohn sind teilweise wunderschöne Ausblicke.
Natur pur und ein Golfplatz der Extraklasse, so kann man Soufflenheim auf den Punkt bringen. bloss 56 Euro auf eine Traumrunde, der normale Preis am Weekend beträgt 95 Euro. Alle Gäste der sieben Golfhotels in der Golfregion Baden-Elsass profitieren zudem von einem Rabatt. Das gilt natürlich auch für den zweiten absoluten Spitzenplatz auf der französischen Seite des Rheins. Golf La Wantzenau liegt südlich von Soufflenheim, nur unweit von Strassburg. Auch hier dominiert das Wasser, doch ist das Gelände deutlich offener, die Fairways teilweise schon fast amerikanisch breit. Ganz ruhig spielt es sich hier vor allem im inneren Teil des Geländes; ein Teil der äusseren Bahnen führt entlang der Strasse, von Villen, Wohnhäusern und einem Industriegebiet. Der englische Designer Jeremy Pern schuf aber insgesamt ein golferisches Juwel.
Spektakulär ist beispielsweise schon Loch 4. Das Par 3 ist ab Gelb 154 Meter lang und führt zu einem tiefer gelegten Inselgrün. Auch danach kommt immer wieder Wasser ins Spiel. Besonders happig sind die Bahnen 7 bis 9, alle mit Stroke Index zwischen 1 und 5. Klar muss auf Loch 9 mit dem Namen «Entenweiher» nochmals übers Wasser aufs Green gespielt werden. Dafür sind dann die Startlöcher der Backnine zum «Erholen» gedacht. Insgesamt bietet der Par-73-Parcours viel Abwechslung und ein sympathisches Golfrestaurant. So wie die ganze Region: Von allem etwas für Geniesser.
ALTERNATIVE AUF DEM LAND Wen es fürs Logieren eher aufs Land zieht, ist beispielsweise im Waldhotel Grüner Baum gut aufgehoben. Das Vier-SterneHaus in Oberkirch verfügt über einen riesigen eigenen Garten und bloss 45 Zimmer und Suiten. Es liegt deutlich südlich von Baden-Baden, doch kann man als Hotelgast insgesamt zwölf Plätze im Radius von 50 Kilometern mit Greenfee-Ermässigung spielen. Am kürzesten ist der Weg zum Golfclub Urloffen mit seinen 45 Bahnen.
DIE SIEBEN PARTNERHOTELS Diese sieben Hotel in Baden-Baden gehören zur Golf-Region Baden-Elsass und bieten auf den Plätzen vergünstigte Greenfees an. • Brenners Park-Hotel & Spa (5* superior) • Dorint Maison Messmer Baden-Baden (5*) • Der kleine Prinz (4* superior) • Hotel Belle Epoque (4* superior) • Radisson Blu Badischer Hof Hotel (4* superior) • Atlantic Parkhotel (4*) • Hotel Magnetberg (3* superior) Weitere Infos unter: www.golfregion-baden-elsass.com
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KANADAS GOLF-HAUPTSTADT TORONTO
GOLFSUISSE 03-18 75
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Die Hauptstadt der kanadischen Provinz Ontario ist nicht nur zum Sightseeing top, sondern vor allem auch zum Golfen. Im Umkreis von einer Stunde Fahrtzeit liegen über 200 Golfplätze. Die Stadt Toronto betreibt fünf eigene Anlagen... STEFAN ENGERT
T
oronto ist «eine Art New York – aber unter Leitung von Schweizern». Der Satz von Schauspieler Peter Ustinov ist zwar nicht mehr ganz neu, beschreibt aber bis heute den Charakter der Stadt am Ufer des Ontariosees. Kanadas Wirtschafts- und Finanzzentrum, in dessen Grossraum über sechs Millionen Menschen leben, ist betriebsam, hat eine Skyline mit turmhohen Bürogebäuden, die streng geometrische Strassenanordnung, die Lage am Wasser und somit viele Gemeinsamkeiten mit dem «Big Apple». Aber gleichzeitig ist alles eine Nummer kleiner. Toronto ist nicht so hektisch, nicht so laut, die Wolkenkratzer sind nicht ganz so hoch, die Strassen breiter, alles erscheint sauberer, aufgeräumter, geordneter. Mehr noch als New York ist Toronto eine kosmopolitische, europäisch geprägte Stadt. Jeder zweite Einwohner ist zugewandert, über 200 ethnische Gruppen, die mehr als 140 Sprachen und Dialekte sprechen, bevölkern die Metropole.
Neighbourhoods» geprägt haben. Es wird viel geradelt in den Strassen, es gibt jede Menge Grünflächen, kleine Cafés und Restaurants mit Tischen unter freiem Himmel, Boutiquen, Galerien und Läden. Als Europäer fühlt man sich daher auf Anhieb wohl in dieser quirligen Metropole, die im Sommer mit ihrem breiten Freizeitangebot ein Traum für Touristen ist. Shoppingfans können die 30 Kilometer lange, unterirdische Fussgängerzone namens «Path» oder das Eaton Center mit über 200 Geschäften besuchen, Designerstücke im Bloor-YorkvilleViertel erwerben und Vintage-Schätze in der West-Queen-West-Nachbarschaft aufspüren. Feinschmecker freuen sich über kulinarische Spezialitäten aus aller Welt, das Künstlerherz schlägt in Galerien und Museen höher, und die schönsten Ausblicke auf die Stadt eröffnen sich von den Toronto Islands oder der Aussichtsplattform des 553 Meter hohen CN Tower, dem Wahrzeichen der Stadt.
TRAUM FÜR TOURISTEN
Toronto besticht aber nicht nur mit seinen Sehenswürdigkeiten, sondern ist auch eine grossartige Golf-City. Schottische Einwanderer brachten den Golfsport Ende des 19. Jahrhun-
Eine grosse Rolle dabei spielen europäische Einwanderer, die mit ihrem kulturellen Hintergrund und ihrer Lebensart die «City of 76 GOLFSUISSE 03-18
RIESENAUSWAHL AN PLÄTZEN
derts in die kanadischen Provinzen im Osten, der bereits 1876 gegründete Toronto Golf Club ist einer der ältesten auf dem nordamerikanischen Kontinent. Heute hat der Grossraum Toronto mit rund 250 Plätzen in einem Umkreis von einer bis anderthalb Stunden Fahrtzeit, 180 davon öffentlich, eine der höchsten Golfplatzdichten Nordamerikas. Die City of Toronto betreibt sogar fünf eigene Golfplätze auf ihrem Stadtgebiet... Nicht nur die Anzahl, auch die Bandbreite der zur Auswahl stehenden Plätze ist beeindruckend. Sie reicht vom einfachen, von den Kommunen selber betriebenen Plätzen (genannt Municipal) für schnelle, günstige Neun über eine breite Auswahl von sehr ordentlichen Parkland- und Links-Style-Courses bis zu den international durch die Gastspiele der PGA Tour bekannten Turnierplätzen mit Stadium-Charakter wie Angus Glen und Glen Abbey. Golfer können also aus dem Vollen schöpfen, das Besuchsprogramm der Stadt immer wieder mit Golfrunden im Umland unterbrechen oder nach einigen Tagen Toronto zu einem mehrtägigen Golfausflug nach Norden in die grandiose Wald- und Seenregion Ontarios aufbrechen, ins County
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Inland Links wie Heathland oder Parkland Courses wie Taboo sind typisch für das Golfangebot in Ontario. Muskoka, klassisches Wochenendziel der Besserverdiener aus der City.
«HEATHLANDS» ALS HIGHLIGHT
Immer einen Abstecher wert ist Osprey Valley, eine knappe Stunde nordwestlich vom Stadtzentrum im Vorort Alton gelegen. Die öffentliche 54-Löcher-Anlage besticht durch drei höchst ansprechende Plätze zu passablen GreenfeePreisen (in der Hochsaison 70 Franken wochentags, 90 am Wochenende, Cart 25 Franken) und ist auch für versiertere Spieler ein Leckerbissen. Designer aller drei Plätze ist Doug Carrick, einer der bekanntesten Platzarchitekten Kanadas, der, wie viele seiner Zunftkollegen, sehr schottlandaffin ist. Der 59-Jährige, im deutschsprachigen Raum durch sein Design des Fontana Golf Clubs bei Wien bekannt, liess sich bei zahlreichen Studienreisen nach Grossbritannien, wo er die grossen Links spielte, inspirieren, fotografierte unzählige Design-Details und brachte dieses Wissen in seine Arbeit ein. «Heathlands», den 1991 gebauten und besten der drei 18-LöcherPlätze, beschreibt Carrick als «Inland-Links»; Erdbewegungen liessen dünenartige Hügel und die typische Welligkeit von Links Courses entstehen. «Ich habe versucht, die Geländestruk-
tur und die Spielcharakteristik nachzuahmen, gerade um die Grüns herum, wo man durch kleine Buckel und Mulden typische Lagen etwa für Bump-and-run-Shots vorfindet», sagt Carrick. Das ist herausragend gelungen; «Heathland» hat alle Zutaten eines schottischen Links Course wie Hügel, Buckel, wellige Fairways, harte Grüns und Potbunker – selbst das widerspenstige Fescue-Gras spriesst an allen Ecken und Enden. Lediglich die an einigen Stellen angelegten Teiche wollen nicht so recht zur Links-Anmutung passen. Dennoch: Der Platz ist eine Augenweide, ebenso abwechslungsreich wie anspruchsvoll zu spielen.
«HOOT» UND «TOOT» NOCH DAZU
Der durchschlagende Erfolg und diverse Topplatzierungen in Bestenlisten veranlassten Jerry Humeniuk, den Besitzer der Anlage, Carrick mit zwei weiteren 18-Löcher-Plätzen zu beauftragen. 2001 und 2002 wurden «Hoot» und «Toot» eröffnet, in deren lustiger Namensgebung sich der unprätentiöse Umgang des Eigners mit dem Golfsport spiegelt. Hotel Piz Buin Alte Bahnhofstr. 1 7250 Klosters
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der Zuschlag erklärt sich allerdings mehr mit den Canadian-Open-Austragungen als durch die qualitative Alleinstellung der Plätze.
GÜNSTIGE ALTERNATIVEN
Der von Martin Hawtree designte Taradowah Course spielt sich wie ein waschechter schottischer Links.
«Hoot» führt durch einen Pinienwald mit grossen, sandigen Waste Areas, wie man sie auf Plätzen in North Carolina findet, und ist der einprägsamere und urwüchsigere der beiden Platzzwillinge. Findet auch Architekt Carrick, der unter vielen guten Bahnen Loch 15 heraushebt, ein Par 3, das auf voller Länge vom Abschlag bis hin zum erhöhten Grün von einer grossen Waste Area mit seitlichem Pinienbewuchs begleitet wird. «Die Bahn sieht so natürlich aus, als sei sie schon immer da gewesen. Dabei war hier vorher nichts, nur eine flache Kiesgrube», begeistert sich der Kanadier für die Umwandlung des Geländes. «Toot» ist lieblicher, ein wunderschön eingewachsener Parkland-Platz mit breiten Fairways über sanfte Hügel, altem Baumbestand und grossen, gelegentlich von Teichen verteidigten Grüns. Spass zu spielen machen alle drei; wer sich zwei Plätze an einem Tag vornehmen will, bezahlt dafür nur 125 Franken inklusive Cart.
NOCH MEHR LINKS
Wer Gefallen an Doug Carricks Design-Handschrift mit der prägnanten Links-Note gefunden hat, dem stehen noch weitere seiner Plätze in Greater Toronto zur Auswahl. Auch Copper Creek, Eagles Nest und Angus Glen mit zwei 18-Löcher-Plätzen sind nur rund eine Autostunde nördlich vom Stadtzentrum entfernt, alle vergleichsweise nahe beieinander gelegen in den Vorortstädten Kleinburg, Vaughan und Markham und jeder Platz für sich einen Besuch wert. Am bekanntesten und daher auch stark frequentiert durch Golfgruppen und Firmenevents ist Angus 78 GOLFSUISSE 03-18
Glen mit dem North und South Course, beide bereits Schauplatz der zur PGA Tour gehörenden Canadian Open. Der North Course, auf dem 2005 Jim Furyk die Canadian Open gewann, erweist der schottischen Herkunft der ehemaligen Besitzer alle Ehre. Auf dem flachen Farmgelände, wo vormals Rinder und Pferde weideten, liessen Doug Carrick und sein US-Kollege Jay Morrish einen linksähnlichen Turnierplatz mit der für Profis nötigen Länge von über 7000 Yards bauen. Charakterisiert wird er durch waschbrettartige Fairways, breite Rough-
Für dieses Greenfee kann man etwa drei Runden im Tarandowah Golfers Club spielen, dem Platz mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis in Greater Toronto, wie uns Kenner vor Ort versichern. Wer von Toronto aus den Ausflug zu den Niagarafällen unternimmt (wo mit dem John-Daly-Design «Thundering Waters» ein weiterer interessanter Platz liegt), sollte den Extra-Abstecher nach Springfield machen und diesen hochinteressanten Inland-Links spielen. Was der englische Platzarchitekt Martin Hawtree in ehemals flaches Ackerland gezaubert hat, ist mehr als sehenswert. Der harmonisch in die Landschaft eingepasste Platz mit sanften Buckeln, herrlichem Bewuchs, guten Grüns und nicht weniger als 186 Bunkern ist ein Golferlebnis, bei dem man nach der Runde fast ein schlechtes Gewissen hat angesichts eines Greenfees von nicht einmal 40 Franken wochentags.
TABOO ALS ERLEBNIS
Nicht komplett wäre ein Golftrip nach Toronto ohne eine Exkursion ins County Muskoka. Rund zwei Stunden fährt man nach Norden, bis man das riesige Wald- und Seengebiet erreicht hat. Mehr als 1600 Seen zählt die Region, an den grösseren finden sich zahlreiche Resorts wie Deerhurst, Grandview und Rocky Crest, um nur die Bekannteren zu nennen – und rund 20 Golfplätze. Das am Lake Muskoka gelegene Taboo Resort ist eines der schönsten Resorts in Ontario, der gleichnamige Platz liegt nicht weit entfernt und ist landschaftlich wie spieltechnisch ein Highlight.
Nicht komplett wäre ein Golftrip nach Toronto ohne eine Exkursion Die an der Oberfläche sichtbaren Gesteinsforins County Muskoka. mationen haben auch flächen mit kniehohem Fescue-Gras und über hundert, oft topfartige Bunker mit den linkstypisch mit Grassoden bewachsenen Wänden. Der South Course, auf dem 2002 die Canadian Open ausgetragen wurde, hat stärkeren ParklandCharakter, mehr Höhenunterschiede und noch längere Spielbahnen und ist schwieriger zu spielen, wohl auch, weil durch sieben grosse Teiche wesentlich mehr Wasser im Spiel ist. 2015 wurde er mit hohem Aufwand von MacKenzie/ Ebert, Renovierungsexperten für British-OpenPlätze, generalüberholt, dementsprechend ausgezeichnet war der Platzzustand. Mit 125 (South) beziehungsweise 145 (North) Franken gehören beide Plätze zu den teuersten in Ontario,
das Design des von Ron Garl gezeichneten Platzes beeinflusst, an einigen Stellen wohl auch inspiriert. Ob steinige Hänge die Spielbahnen säumen oder grössere Felsblöcke als natürliche Hindernisse im Fairway oder beim Grünanspiel frontal ins Spiel kommen – in jedem Fall bietet Taboo Golf ein faszinierendes und gelungenes Zusammenspiel von Natur und Golfplatzarchitektur. Wenn man allerdings nicht sein bestes Golf für diesen herrlich anzusehenden, aber ebenso schwierigen Golfplatz mitgebracht hat (mit einem Sloperating von 153 (!) von den hintersten Abschlägen hat er den höchsten Slope aller kanadischen Plätze), kann der Weg zum Clubhaus im doppelten Wortsinn steinig werden.
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19th HOLE
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Marc Trauffer in seinem Element. Der Brienzer wurde von Fotograf Adrian Bretscher für die Schweizer Illustrierte inszeniert.
MARC TRAUFFER
«NUR DER GENUSS ZÄHLT BEIM GOLFEN» Kein Schweizer Musiker hat bisher so viele Alben verkauft wie der Brienzer «Hobby-Sänger» Marc Trauffer. Der hauptamtliche Unternehmer ist zudem begeisterter Golfer, allerdings «ständiger Anfänger ohne jegliche Ambitionen». Bei ihm zählt der pure Genuss. INTERVIEW LIVIO PIATTI Marc Trauffer, Sie sind mit Ihren Mundartliedern vor allem in der Deutschschweiz bekannt. Wie erklären Sie einem Westschweizer das Wortspiel «Müeh mit de Chüeh»? Lustigerweise erhalte ich immer wieder Anfragen aus der Westschweiz. Dank den grossen Erfolgen in der nationalen Hitparade wurden auch die Medien in der Romandie auf das Phänomen 80 GOLFSUISSE 03-18
Trauffer aufmerksam. Viele Westschweizer kennen zudem unsere Holzkühe, welche wir im Brienzer Familienbetrieb seit vielen Jahren in Handarbeit herstellen. Wir sind glücklicherweise damit in allen grossen Spielwarengeschäften vertreten. So gesehen haben die Westschweizer kaum «Müeh mit de Chüeh». Aber ich kann schlicht und einfach zu
wenig gut Französisch. Aber ich bin übrigens gerade am Lernen. Wie erklären Sie jemandem, der Sie nicht kennt, Ihre Art von Musik? Schweizer Popmusik, vermischt mit Handorgel und Jodel. Ich verstehe mich als reinen Entertainer, fühle mich weder als Künstler noch als
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Liedermacher. Pure Unterhaltung ist mein Ziel, damit haben die Musikkritiker immer etwas Mühe. Ich mache ja schon gut 20 Jahre Musik; dass es seit 2014 so extrem gut läuft, habe ich natürlich selber nie erwartet. Im Gegensatz zu den allermeisten Hitparadenstürmern haben Sie ein eigenes Unternehmen, das nichts mit Musik zu tun hat. Ja klar, das geht in jeder Beziehung vor. Von Montag bis Donnerstag bin ich ab 6 Uhr im Büro. Meinen Mitarbeitern ist es egal, ob ich am Wochenende ein gutes Konzert hatte oder nicht. Sie erwarten mich frisch und fit im Büro. Wann bleibt dann überhaupt noch Zeit zum Golfen? Eben viel zu selten. Bis Anfang Mai war ich dieses Jahr erst auf zwei Runden. Aber im Sommer versuche ich schon ein- bis dreimal im Monat mit meinen Kollegen abzumachen. Das ist dann für mich ein fixer, fast schon heiliger Termin, und ich geniesse es jedes Mal. Was fasziniert Sie am meisten am Golfen? Es vereint alles, was ich liebe: die Gesellschaft von guten Freunden, Natur, Sport und vor allem Genuss. Das Essen und die Zigarre nach dem Essen gehören für mich in jedem Fall auch dazu. Für mich geht es ums Abschalten und Auftanken. Ich lasse meine beiden Handys immer im Auto, geniesse das Gefühl, nicht erreichbar zu sein, und freue mich gleichzeitig über die «Buebespieli». Wir schreiben in jeder Runde auf, und als mehr oder weniger Anfänger mit Handicap 39 kann man auch mal einen Single-Handicapper schlagen und ärgern. Das alles fasziniert mich immer wieder.
Wie sind Sie zum Golfen gekommen? Das war 2011. Ich war von Richi Christen an einem Schnuppertag des Golfvereins Haslital nach Weid-Hauenstein eingeladen worden. In meinem Team war er der einzige Single-Handicap-Spieler des Turniers. So haben wir gleich das erste Haslital Golf Open im Team gewonnen. Allerdings nicht wegen mir (lacht). Der erste Sieg hat gleich Ihren Ehrgeiz geweckt? Eher im Gegenteil. Ich habe im Golf null Millimeter Ambitionen. Wieso das? Das Handicap interessiert mich nicht, Golf ist reiner Plausch für mich. Mit 70 Angestellten im Unternehmen spüre ich die ganze Woche einen wirtschaftlichen Druck. Am Wochenende zahlen die Leute Eintritt, um mich zu hören und zu erleben. An jedem Konzert muss ich auf der Bühne «abliefern». Da freut es mich umso mehr, wenn ich in der Freizeit keinen Druck verspüre. Klar spielen wir immer um ein Nachtessen, aber wir lachen vor allem viel auf dem Platz und freuen uns über jeden gelungenen Schlag wie kleine Jungs. Welches ist Ihr Lieblingsschläger? Ganz klar der Driver. 200 Meter sind keine Seltenheit, meist fliegen sie auch gerade. Was ich gar nicht kann, ist das kurze Spiel. Ich weiss, das könnte man üben. Ich glaube aber, das verschiebe ich auf später. Wenn ich einmal nicht mehr auf der Bühne stehe, habe ich sicher mehr Zeit zum Trainieren. Aber wie gesagt, ich freue mich über jede Runde und jeden guten Schlag. Da bin ich schon zufrieden.
Was nervt Sie auf dem Golfplatz? Manchmal wünschte ich mir schon etwas mehr Toleranz und Lockerheit auf dem Golfplatz. Gerade bei Anfängern wie mir. Niemand schiesst absichtlich einen Ball aufs falsche Fairway. Das kann allen passieren, aber ich habe immer das Gefühl, die hohen Handicapper werden viel eher mal angeschnauzt. Klar kenne und respektiere ich die Regeln und die Etikette, es könnte bei uns auf den Golfplätzen aber durchaus auch etwas gelassener und lustiger zu und her gehen. Was darf im Bag nicht fehlen? Das Birdie-Wasser in Form eines übergrossen Golfballs. Immerhin durfte ich bisher einmal den feinen Whiskey hervornehmen.
GRATIS INS HALLENSTADION Exklusiv für die Leserinnen und Leser von GOLFSUISSE verschenkt Marc Trauffer 2 Mal 2 Tickets für seine grosse Jubiläumsshow «10 Jahre Trauffer» im Zürcher Hallenstadion. Am 23. November wird er zusammen mit Überraschungsgästen ein musikalisches Feuerwerk zünden. Danach gönnt sich Trauffer eine zweijährige Konzertpause. Wenn Sie an der Gratisverlosung mitmachen möchten, schicken Sie ein Mail mit dem Stichwort «Trauffer» an s.waldvogel@asg.ch.
«LEBENSLANG» IM VORSTAND Mit dem Golfclub Haslital begann die Golfkarriere von Marc Trauffer. Der 39-jährige Brienzer wurde gleich bei der Gründung im Jahr 2012 in den Vorstand gewählt. Eigentlich habe ich dafür keine Zeit, erzählt der Unternehmer. Deshalb habe er schon zwei Mal versucht, sein Amt abzugeben. «Als Revanche» hätten seine Kollegen ihn diesen Frühling nun «lebenslänglich» zum Vorstandsmitglied bestimmt, erzählt der Musiker. «Unsere Abteilungsversammlung ist jedes Jahr ein Riesengaudi, genau so soll es beim Golfen auch sein», sagt Trauffer. Der Traum vom eigenen Platz im Haslital bestehe weiterhin, ergänzt er. «Aber es ist gut möglich, dass es beim Traum bleibt.»
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