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St. Pölten 2010

Special Olympics Edition

Frenkie Schinkels

Im SUMO-Exklusiv-Interview verrät er, was ihn beeindruckt

Kennedy-Clan

Warum sie die Special Olympics unterstützen

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pecial Olympic

04 Special Olympics – Was Schwarzenegger und die Kennedys damit zu tun haben 07 Medaillenjagd – Fünf Medaillen bei drei Wettkämpfen 08 Halb NÖ profitiert – Vorfreude bei St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler 09 Begegnung ohne Berührungsängste – Landesrätin Petra Bohuslav setzt auf Integration durch Sport 10 Ein siegreicher Sommer – Die Vielfältigkeit der Special Olympics 12 Mental Handicap Sportclub Wien – Fußball abseits der WM 14 Sonja: Ich kann nicht mehr loslassen 15 Treffsicher – Walter Schützenhöfer will eine Medaille im Stockschießen 16 Herausforderung Teamplay – Wie Mannschaftssportarten die sozialen Fähig keiten der einzelnen Menschen fördern 18 SUMO Exklusivinterview: Höchste Anerkennung von Profi-Fußballtrainer Mä Frenkie Schinkels rz 2 Sports? No Limits! – Special Olympics 19 No 01 0und Campus Radio im c-tv

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t. Pöltens Sommer steht im Zeichen zahlreicher Großevents – SUMO stellt euch in dieser Sonderausgabe ein besonderes Highlight vor, die Special Olympics. Beim Training und in persönlichen Interviews konnten wir uns selbst von der Vorfreude der TeilnehmerInnen mit mentaler Behinderung überzeugen. Umso mehr freut es uns, diese ins Rampenlicht zu rücken – denn genau dorthin wollen AthletInnen wie Tennisprofi Petra Künstner. Zahlreiche Top-Platzierungen kann auch die Schwimmerin Sonja Hrdy verzeichnen. Auf solche hofft Walter Schützenhöfer ebenso, allerdings in der Mannschaftssportart Stockschießen. Wo ihr ihn und weitere SportlerInnen anfeuern könnt, verrät euch eine Karte. Für ihr monatelanges Training in Vereinen wie dem MHSC Wien ernten die SportlerInnen besonderes Lob von Fußballtrainer Frenkie

Schinkels. Bürgermeister Stadler und Landesrätin Bohuslav schließen sich an und freuen sich natürlich auch über den wirtschaftlichen Aspekt des Großevents. Solltest ihr es nicht zu den Special Olympics schaffen, könnt ihr sie dennoch mitverfolgen: Campus Radio und c-tv sind für euch live vor Ort. Wir wünschen allen teilnehmenden SportlerInnen viel Erfolg, Spaß und viele ZuschauerInnen, die sie bei ihren Höchstleistungen anfeuern. Elisabeth Sonnleitner Peter Hofbauer Sag uns deine Meinung und nimm‘ direkt mit uns Kontakt auf! Elisabeth.Sonnleitner@sumomag.at Peter.Hofbauer@sumomag.at


Special Olympics

Die deutsche Fassung des internationalen Special Olympics Eides

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„Lass mich gewinnen! Wenn ich nicht gewinnen kann, so lass es mich dennoch mutig versuchen!“

www.eunicekennedyshriver.org

Was Schwarzenegger und die Kennedys damit zu tun haben


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om 17. bis 22. Juni 2010 finden die österreichischen Sommerspiele der Special Olympics erstmals in der Landeshauptstadt St. Pölten statt. Hinter der Sportveranstaltung für und mit Menschen mit mentaler Beeinträchtigung steckt außer viel Begeisterung und Engagement auf Seiten der SportlerInnen, OrganisatorInnen und HelferInnen auch eine langjährige Geschichte und Philosophie. SUMO verrät die Hintergründe. Eunice Kennedy Shriver, Familienmitglied des berühmten Kennedy-Clans und Aktivistin für Rechte von Menschen mit

Beeinträchtigung, gründete den Dachverband Special Olympics International bereits im Jahr 1968 in Washington DC. Von dort aus koordinieren die MitarbeiterInnen des Verbandes seither alle kontinentalen und nationalen Special Olympics-Vereine auf der ganzen Welt. Mittlerweile bestehen neben dem Hauptquartier in den USA auch sieben Büros, die auf ihren jeweiligen Kontinenten (wobei Asien und Afrika in mehrere Regionen aufgeteilt wurden) die Arbeit von nationalen Special Olympics-Verbänden unterstützen. Somit wurden die Special Olympics über die Jahrzehnte eine weltweite Initiative. Schon vor der Gründung von Special Olympics International engagierte sich Kennedy

Shriver, deren ältere Schwester mit einer mentalen Behinderung zur Welt gekommen war, für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Eine zentrale Aussage der Aktivistin bringt auf den Punkt, was sie mit dem Kampf für mehr Behindertenrechte erreichen wollte: „Ein geborgenes Leben.“ Diese zur damaligen Zeit auf der ganzen Welt völlig neue Idee hat seither die Leben von Millionen Menschen verändert.

Verbände in 180 Staaten Mittlerweile bereichern Verbände der Special Olympics in 180 Nationen das Leben von Menschen mit geistiger Behin-

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“The right to play on any field. You have earned it. Thre right to study in any school? You have earned it. The right to hold a job? You have earned it. The right to be anyones neighbour? You have earned it.“

6 Special Olympics

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Das oberste Ziel der Special Olympics ist es bis heute, die gesellschaftliche Integration von Menschen mit mentaler Behinderung zu fördern. Sportliche Höchstleistungen und Medaillengewinne spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die positiven Nebeneffekte von sportlicher Aktivität sind das eigentliche Ziel. Sport fördert beispielsweise die Fitness und körperlichen Fähigkeiten der TeilnehmerInnen, was deren Lebensqualität, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen deutlich steigert. Sport begünstigt außerdem den Abbau von Ängsten oder Stress und erhöht die allgemeine Leistungsbereitschaft der TeilnehmerInnen. Alle diese Fähigkeiten erleichtern den Umgang mit Alltagssituationen – Menschen mit

dirnberger

This year marks the first year in which the Special Olympics will be held in St. Pölten. The organisation established by Eunice Kennedy Shriver and supported by Arnold Schwarzenegger gives mentally disabled athletes from the age of 8 the opportunity to take part in 26 different sports against competitors from 180 different countries from across the globe. Integration and the desire to change attitudes and the improvement of life quality are the main goals of the Special Olympics. As the old saying goes, “It is not the winning that counts, but the taking part.“

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KÜstner, eunicekennedyshiver.org

Der Verband Special Olympics Österreich, ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Schladming, existiert seit 1993. Vereinspräsident ist der frühere Nationalratsabgeordnete Hermann Kröll, Ehrenpräsident niemand geringerer als Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der übrigens in der Steiermark geboren und auch der Schwiegersohn von Eunice Kennedy Shriver ist. Über sein Engagement für die Special Olympics sagte Schwarzenegger einst: „Der Grund, warum ich mich für die Special Olympics einsetze, ist nicht, dass ich meine Frau und meine Schwiegermutter nicht enttäuschen

Integration vorantreiben

geistiger Behinderung können aktiver am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Begegnung durch gemeinsame Sportausübung ermöglicht es den SportlerInnen, Beziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Besonders positiv wirkt sich das auf die Kommunikationsfähigkeiten der Menschen aus. Doch nicht nur die SportlerInnen profitieren von den Sportveranstaltungen der Special Olympics. ZuseherInnen, HelferInnen, BetreuerInnen und Angehörige sehen die Ernsthaftigkeit und die Freude, mit der die TeilnehmerInnen beim Sport sind. Die Horizonte von vielen Menschen konnten durch die Begegnung bereits erweitert und die Sicht auf die als häufig „so anders“ empfundenen Personen verändert werden. Die SportlerInnen werden als das wahrgenommen was sie sind: gleichberechtigte BürgerInnen.

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Verein bundesweit tätig

kann, sondern die Tatsache, dass mir die Augen geöffnet werden, wenn ich die SportlerInnen beim Wettkampf beobachte.“ Dutzende ehrenamtliche MitarbeiterInnen unterstützen die Arbeit des Vereins, der in ganz Österreich aktiv ist. Bundesweit werden jährlich circa 50 Sportveranstaltungen von Special Olympics Österreich unterstützt. Diese geben Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen beziehungsweise ihr Können untereinander zu messen. Zu diesen Sportveranstaltungen zählen auch die Sommerspiele in St. Pölten. Sie werden vom 17. bis 22. Juni 2010 als nationale Sommerspiele mit internationaler Beteiligung ausgetragen.

in short

derung. SportlerInnen ab acht Jahren stehen ganzjährig Trainingsmöglichkeiten für 26 verschiedene Sportarten zur Verfügung. Jedes Jahr werden weltweit etwa 15.000 Sommerbeziehungsweise Wintersportbewerbe durchgeführt – so auch in Österreich. Außerdem halten die internationalen Verbände alle zwei Jahre die Special Olympics World Games abwechselnd als Sommer- oder Winterspiele an verschiedenen Austragungsorten ab. Die Landesverbände schicken dort ausgewählte VertreterInnen ins Rennen. Zusätzlich wurden die europäischen Sommerspiele der Special Olympics seit 1981 viermal in unterschiedlichen europäischen Staaten ausgetragen. Die österreichischen SportlerInnen sind national sowie international zahlreich vertreten.


Medaillenjagd Fünf Medaillen bei drei Wettkämpfen

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etra (39) kann bereits einige bemerkenswerte Erfolge vorweisen: Bei den Special Olympics in Bludenz 2002 gewann sie Silber im Tennis, sowohl im Einzel- als auch im Doppelbewerb. Ihren Siegeszug setzte Petra bei den Special Olympics 2006 in Kapfenberg fort – sie gewann Gold im Tennis-Einzelbewerb. Ein besonderes Highlight war für sie die Verleihung der Medaille, denn diese wurde von keinem Geringeren durchgeführt als von ihrem Idol, der Tennislegende Thomas Muster. Gold im Einzel. Ex-Profi Thomas Muster gratuliert und würdigt die tolle Leistung.

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Auch heute noch schwärmt Petra von dieser Begegnung: „Das schönste Erlebnis war, als er mir die Medaille persönlich übergab.“ Aber nicht nur auf nationalen Plätzen konnte die Sportlerin mit DownSyndrom punkten. Das Jahr 2007 stellte für Petra eine große Herausforderung dar. Sie reiste zu den Special Olympics in Shanghai und stach auch dort durch ihre herausragenden Leistungen hervor. Eine Goldmedaille im Doppel und eine Bronzemedaille im Einzel kann Petra nun zusätzlich für sich verbuchen. Unterstützt und auf ihren Reisen begleitet wird Petra stets von ihrer Mutter Brigitte. Diese fördert ihre Tochter seit Anbeginn ihrer Karriere und ermöglicht Petra, diesen Sport professionell betreiben zu können. Petra Künstners gesamte Familie steht geschlossen hinter der Sportlerin. Auch die Gästebucheinträge ihrer persönlichen Homepage spiegeln Petras große Fancommunity und den Rückhalt ihrer FreundInnen wider. Nach einem Jahr intensiven Trainings in ihrem Verein „Sportclub Aktivity“, einem Sportverein für mentalbehinderte Menschen, wird sie auch heuer wieder alles geben. Ihren unbändigen Ehrgeiz und ihre Begeisterung macht Petra in ihrer Kampfansage an ihre KonkurrentInnen deutlich: „Ich mach sie alle kalt!“

Der Mensch hinter der Sportlerin Petra lebt gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrem Schwager in Lermoos in Tirol, wo die Familie ein Hotel betreibt. Hier arbeitet Petra seit ihrem 20. Lebensjahr fleißig mit. Durch ihren ganzen Lebenslauf zieht sich ihre Liebe zum Sport. Nicht nur Tennis hat es ihr angetan, auch Langlaufen und Kampfsport gehören zu ihren Favoriten. Wie auf ihrer eigenen Homepage www.petra-kuenstner.com zu lesen ist, malt Petra sehr gerne und professionell. Eine weitere Leidenschaft von Petra ist das Reisen, das bringt der Leistungssport wohl mit sich. Zu Hause in Lermos widmet sie auch einen großen Teil ihrer Freizeit ihrem Hund Lupinchen, welcher sie oft auf ihren Lauftouren begleitet. Eines liegt der Sportlerin mit Down-Syndrom besonders am Herzen: „Es wäre schön, wenn für Special Olympics genauso viel Geld zur Verfügung stehen würde wie für normale Olympische Spiele.“ TEXT

braunsdorfer

39-year-old Petra Künstner is a well-known and successful tennis player with Down’s syndrome. She will take part in the Special Olympics for the fourth time and has already won several prizes, for example a gold medal at the Special Olympics 2007 in Shanghai. As one can read on her homepage, crosscountry-skiing and martial arts are among her hobbies. She is very excited to be part of the games, but “it would be wonderful if the Special Olympics had the same financial resources as the classic games,” she mentions.

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Bürgermeister Stadler erklärt, dass Hotelbetriebe bis in den Osten von Wien ausgebucht sind aufgrund des hohen Andrangs zu den Special Olympics

Halb NÖ profitiert Vorfreude bei St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler

Beteiligen sich diese Organisationen auch an den Special Olympics? Ja, wir brauchen nämlich über 800 BetreuerInnen. Dabei möchte ich betonen, dass sich nicht nur St. Pöltner Vereine ehrenamtlich betätigen, sondern auch niederösterreichweit haben sich etliche caritative Vereinigungen gemeldet. Da sind alle dabei, die nur irgendwie helfen können. Wie haben Sie von den Special Olympics erfahren? Ich bin frisch im Amt gewesen vor fast sechs Jahren und habe eine Einladung vom Komitee der Special Olympics auf meinem Schreib-

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tisch gefunden. Die Tagesheimstätte ist hingefahren und ganz euphorisch sogar mit Pokalen zurückgekommen. Deshalb haben wir uns als Austragungsort beworben. Was macht den Reiz der Spiele aus? Das hat meine Innsbrucker Amtskollegin bei der Übergabe des Staffelholzes an mich gut formuliert: „Da ist so eine Herzlichkeit, so eine besondere Emotionalität. Das vergisst man nicht.“

„Da sind alle dabei, die nur irgendwie helfen können“ Was erhoffen Sie sich für Gastronomie und Wirtschaft? Wir rechnen mit mindestens 10.000 Nächtigungen in der Region. Jedes Hotel, jeder Nächtigungsbetrieb im Umkreis von 40 Kilometern ist über diese Zeit der Großveranstaltungen ausgebucht. Es profitiert also nicht nur St. Pölten, sondern halb Niederösterreich.

Welche Reaktion zeichnet sich in der Bevölkerung ab? Die St. PöltnerInnen reagieren mit Gespanntheit und zum Teil großer Vorfreude. Es gibt immer mehr Leute, die mich ansprechen, ob sie noch irgendwo mithelfen können. Worauf freuen Sie sich am meisten? Auf diese Freude. Die SportlerInnen werden uns eine Facette des Lebens eröffnen, die wir verlernt haben. Da ist man nicht davor gefeit, in der Euphorie auch einmal einen Kuss zu bekommen. (lacht) TEXT

sonnleitner

Matthias Stadler, mayor of the city of St. Pölten, is proud to see so many contributions by volunteers and institutions from all over Lower Austria. The city managed to successfully compete against other venues due to the top quality of its sports facilities. Apart from the emotionality and the warmth of the Special Olympics that Matthias Stadler finds very touching for everybody, the region will also benefit from the high number of overnight stays. Many people are looking forward to this special sports event and the mayor hopes to thereby raise the awareness and acceptance of people with special needs.

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Welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet St. Pölten für mental beeinträchtigte Menschen? Wir haben eine Tagesheimstätte und ein Behindertenwohnheim mit einem eigenen Verein, der dieses erhält, das Ambulatorium Sonnenschein. Es gibt jede Menge Selbsthilfegruppen, aber auch Caritas und Volkshilfe bieten spezielle Programme und Betreuungen an.


Begegnung ohne Berührungsängste Landesrätin Petra Bohuslav setzt auf Integration durch Sport

verstehen und zu akzeptieren und verbessern somit ihre Selbstständigkeit. Durch den gemeinsamen Sport können sie Beziehungen aufbauen und vertiefen sowie ihre Kommunikationsfähigkeit verbessern. Was haben die SportlerInnen von den Special Olympics? Sie lernen zu gewinnen und zu verlieren, sich Ziele zu stecken und diese zu verfolgen und nach Niederlagen wieder aufzustehen. Bei den Special Olympics steht aber nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund. Es soll eine olympische Brise zu spüren sein, die zeigt, was Menschen mit geistiger Behinderung leisten wollen und können. Ihre Leistung wird ihnen Selbstvertrauen geben und sie werden sich vielleicht danach im Leben besser zurechtfinden. Landesrätin Bohuslav überzeugte sich persönlich von den Trainingsfortschritten in der Tagesheimstätte.

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Reinberger, Schüttenkopf

Was hat Sie dazu veranlasst, die Special Olympics nach St. Pölten zu holen? Den Schwächeren in der Gesellschaft zu helfen ist eines der Leitziele im Land Niederösterreich. Ich war in der Landesregierung einige Jahre für Soziales zuständig. Dabei habe ich ganz tolle Erfahrungen gemacht mit Behinderteneinrichtungen, wo viele Menschen mit mentaler Beeinträchtigung sehr liebevoll betreut werden. Gleichzeitig habe ich gesehen, wie verbindend Sport sein kann und wie spielerisch hier Integration funktioniert. Deshalb die Idee, beides zu verbinden, um Menschen mit mentaler Behinderung Lebensfreude zu geben und sie in die Gesellschaft hereinzuholen. Wir haben uns wirklich sehr intensiv um diese Spiele bemüht, weil wir glauben, dass diese uns weiterbringen im täglichen Umgang mit mental beeinträchtigten Menschen. Was bedeuten die Spiele für Sie persönlich? Mich beeindruckt immer wieder die Herzlichkeit der Menschen. Begegnung ohne Berührungsängste, ohne Vorurteile, ohne Wenn und Aber. Wir vergessen im Alltagstrubel sehr leicht, wie wichtig und wertvoll es ist gesund zu sein. Mein persönlicher Wunsch war es daher, mit diesen Spielen die betroffenen SportlerInnen und ihre BetreuerInnen beim „Fest der Freude bei FreundInnen“ teilhaben zu lassen an der Schönheit dieses Lebens. Welcher Grundgedanke steckt für Sie hinter der Veranstaltung? Wir wollen Menschen mit geistiger Behinderung mit Sport ein gutes Stück weiterhelfen zu mehr Anerkennung und Teilhabe an der Gesellschaft. Integration muss noch viel mehr in die Köpfe der Menschen. Menschen mit mentaler Behinderung lernen bei den Sportbewerben, Regeln zu

„Integration muss noch viel mehr in die Köpfe der Menschen“ Ab welchem Zeitpunkt kann man bei einer Veranstaltung wie den Special Olympics von Erfolg sprechen? Ich hoffe, dass wir den Erfolg der Spiele an den Gesichtern der Menschen und an ihren Emotionen ablesen können. Wir wollen es schaffen, durch Spiel und Sport ihre körperliche Fitness und ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern. Ihre BetreuerInnen sollen danach merken, dass sich ihr Selbstvertrauen verbessert hat, Ängste und Stress abgebaut worden sind und sie Alltagssituationen leichter bewältigen. Was ist Ihr persönliches Highlight unter den Bewerben? Ich freue mich besonders auf die Mannschaftsbewerbe – beim Fußball oder Volleyball wird es sicher sehr lustig zugehen. Gespannt bin ich natürlich auch auf Tennis und die Schwimmbewerbe im Sommerbad. Ich habe bereits einige AthletInnen beim Training besucht und muss sagen: Es ist schön, dass es diese Spiele bei uns gibt und ich sehe, mit welcher Freude sich alle darauf vorbereiten. TEXT

sonnleitner

Regional Councillor for Business, Tourism and Sport, Petra Bohuslav, found the time to answer a few questions from Sumo, telling us that her experiences with disabled people while working for the regional government motivated her to bring the Special Olympics to St.Pölten. Her goals are to increase social integration and change people’s attitudes towards mentally disabled people through the games. She believes that football and volleyball will be some of the biggest successes.

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Ein siegreicher Sommer

Die Vielfältigkeit der Special Olympics Schon bald ist es soweit, die TeilnehmerInnen der Special Olympics befinden sich bereits in den Startlöchern. Rund 1.400 TeilnehmerInnen werden ihr Können in 17 Disziplinen unter Beweis stellen. Vom 17. bis zum 22. Juni kann man mit ihnen in neun verschiedenen Sportstätten mitfiebern. Mit dabei sind ebenso die mehr als 600 TrainerInnen und BetreuerInnen, welche die SportlerInnen unterstützen. Die SUMO-Karte zeigt dir, an welchen Sportstätten die unterschiedlichen Sportarten stattfinden. Weitere Informationen gibt es auf der Special Olympics-Website www.games2010.at

Im Sommerbad findet der Langbahn-Schwimmwettbewerb statt. Die Distanzen variieren von 50m bis 1.500m. Den meisten Anklang findet dabei die 200m-Distanz. Gerade die längeren Strecken erfordern von den 244 mental behinderten AthletInnen viel Biss.

Auf den zwölf Bahnen des Bowling-Centers NXP Bowling treten die SportlerInnen im Bowling gegeneinander an. In der knapp 1.600m² großen Anlage sorgen eine Bar und die NXP-Lounge für ein angenehmes Ambiente.

Für Stocksport-Fans ist die Stocksportanlage des 1. EV Stattersdorf mit ihren 14 Bahnen die richtige Adresse. Als Mannschaftssportart stellt der Stocksport besondere Herausforderungen an die Teamfähigkeit der TeilnehmerInnen.

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In der Stadtsportanlage spielen Fünfer-Teams mit ausschließlich mental beeinträchtigten SpielerInnen gegeneinander. Auch ein Unified-Team-Bewerb steht am Programm. Diese Teams bestehen jeweils aus vier SportlerInnen mit mentaler Behinderung und drei TrainerInnen.

Das 120.000m² große Areal der Landessportschule Niederösterreich wird Schauplatz mehrerer Disziplinen: Basketball, Leichtathletik, MATP (Motor Activities Training Program), Powerlifting, Radfahren, Rollerskating, Tennis, Tischtennis und Volleyball. Ein internationales Starterfeld freut sich auf die Wettkämpfe.

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In der Aquacity sorgen die Schwimmkurzbahnbewerbe für Begeisterung. Darunter versteht man Wettbewerbe bis 50m. Neben unseren österreichischen SportlerInnen werden auch AthletInnen aus Japan an den Start gehen.

Der Niederösterreichische Golfclub zieht alle Golffans hinaus auf die grüne Wiese. Insgesamt nehmen zehn AthletInnen an der 9-Loch-Runde teil.

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Im Reitclub St. Pölten-Hart nehmen insgesamt 94 AthletInnen an folgenden Wettkämpfen teil: Dressur, Klassischer Bewerb, Prix Caprilli und Heilpädagogisches Voltigieren (Einzel- und Gruppenbewerb). 63 von ihnen treten auch im Voltigieren an. TEXT

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ZVG, Reinberger, Vorlaufer

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In der Prandtauerhalle können bis zu 500 ZuschauerInnen den internationalen Boccia-TeilnehmerInnnen zujubeln. Bei dieser Variante des Boule-Spiels geht es darum, seine Kugeln durch Werfen möglichst nah an die Zielkugel zu bringen.


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The 17 disciplines of the Special Olympics will take place at the following venues: The „Landessportschule Niederösterreich“ will serve as the main location for basketball, roller-skating and power lifting. Bocce aficionados should visit the „Prandtauerhalle“, while swimming contests will be held at the „Aquacity” and the „Sommerbad“. Trendy curling can be seen at the „Stocksportanlage Stattersdorf“; the „Reitclub St. Pölten-Hart“ will attract horse-lovers to watch riding contests, whereas the golf course is ready at the „Golfclub”. Last, but not least, the “Stadtsportanlage” is the place to be for all soccer fans.

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Mental Handicap Sportclub Wien Fußball abseits der WM

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er 1993 gegründete Mental Handicap Sportclub Wien (MHSC) ist ein Verein, der mental behinderten Menschen die Ausübung verschiedenster Sportarten ermöglicht. Im Januar 2008 wurden für einige Sportangebote die „Fit für Österreich“-Qualitätssiegel erworben.

Zur Zeit hat er circa 350 Mitglieder und ist selbst Teil des Wiener und Österreichischen Behindertensportverband. Der MHSC möchte die motorische und kognitive Entwicklung mental behinderter Menschen fördern. Durch den Sport sollen ebenfalls die soziale Kompetenz sowie das Selbstvertrauen gestärkt werden.

Bewegung für alle Das Sportangebot des MHSC Wien richtet sich an mental behinderte und mehrfach behinderte Menschen. Vorwiegend Erwachsene nehmen an den Sportarten Boccia, Fußball, Tennis, Tischtennis, Kegeln, Schwimmen, Tanzen, Turnen und Nordic-Walking teil. Für Kinder und Jugendliche gibt es ein eigenes Sportprogramm, welches an Sonderschulen publik gemacht wird. Für die wirklich Sportbegeisterten des Vereins werden bundesweit

Sportwochen angeboten. In diesen wird natürlicherweise schwerpunktmäßig dem Sport nachgegangen, wobei neben dem Sport das gesellige Beisammensein nicht zu kurz kommt.

„Fit für Österreich“ Durch den Erwerb der „Fit für Österreich“-Qualitätssiegel kann SportlerInnen, bei denen im Rahmen von Gesundheitsuntersuchungen Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Bewegungsmangel attestiert werden, Bewegung angeboten werden. Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) unterstützt die Teilnahme an diesen zertifizierten Kursen mit einer Zuzahlung von bis zu 35 Euro jährlich. Voraussetzung für die finanzielle Förderung ist eine von dem Übungsleiter/der Übungsleiterin bescheinigte Anwesenheit von 75 Prozent des Kurses. Schriftführerin Irene L. Strobl berichtet: „Mit unseren „Fit für Österreich“-Bewegungsangeboten wollen wir die Qualität unserer Sportangebote unterstreichen, die Siegel haben wir im Jänner 2008 erworben. Die Förderung, die es in Wien seitens der WGKK gibt, wird noch wenig genutzt. Die Qualitätssiegel bestätigen auch die Ausbildung des Überungsleiters/der Übungsleiterin.“

Auf zu den Special Olympics Bei den meisten SportlerInnen des MHSC stehen Spaß an Bewegung und Geselligkeit im Vordergrund. Dennoch gibt es einige SpitzensportlerInnen, die sehr ehrgeizig sind und ihre Leidenschaft als Leistungssport betreiben. Die Teilnahme an den Special Olympics ist Diskussionsthema und bei einigen SportlerInnen sehr begehrt. Aufgrund begrenzter Möglichkeiten Urlaub zu nehmen und Kontingenten von Seiten der Special Olympics bleibt die Teilnahme oft nur ein Wunsch. Umso stolzer ist der Verein, dass er eine Delegation im Fußball entsenden kann. Die Mannschaft wird von Michael Hirsch trainiert und besteht aus den SportlerInnen Andreas Fuler, Dieter Hofmann, Daniel Kudla, Andreas Jung, Alexander Reixenartner, Arnold Schütz, Tanja Schibler, Patrik Stacher und Günther Zaillenthal. TEXT

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Das Fußballteam des MHSC freut sich über ein erfolgreiches Training.

The Vienna Mental Handicap Sports Club supports the development of physical abilities and social competences of mentally handicapped people by offering diverse sports programmes. This includes, for example, bocce, soccer, tennis, swimming, dancing and Nordic walking, and addresses adults and children alike. For most of the athletes, the central focus is on having fun practising together, but there are also ambitious participants who strive for competitive goals. Participating in the Special Olympics is a dream come true for every mentally handicapped athlete.

MHSC, SXC.HU

Weitere Informationen: www.mhsc.at


Living Office*

Wir tragen unsere Zukunft auf Händen! Wenn sich immer mehr Jungfamilien in St. Pölten ansiedeln und sich für Job und Kind entscheiden, dann hat das wohl besonders gute Gründe. Wie zum Beispiel das flächendeckende Angebot an Kindergärten, Nachmittagsbetreuung, Baurechtsgründen zu optimalen Konditionen, Mutter-Kind-Beratungsstellen oder rund 60 Kinder und Familien gerechte Spielplätze. Wussten Sie, dass die Stadt bis zum Jahr 2010 rund 14 Millionen Euro für Modernisierungsmaßnahmen und Neubauten von Kinderbetreuungsplätzen in die Hand nimmt? Also los, worauf warten Sie noch? In St. Pölten gehört die Zukunft den Kindern! Weitere Infos erhalten Sie bei der Bürgerservice-Hotline des Magistrats unter 02742/333-3000 oder www.st-poelten.gv.at


Sonja: „Ich kann nicht mehr loslassen“

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chwimmerin Sonja Hrdy (33) geht als eine der FavoritInnen bei den Special Olympics in St. Pölten an den Start. Die für das Training notwendige Disziplin hat sie bereits vor dem SUMO-Interview bewiesen: Zuerst die Geschirrtücher fertigbügeln, erst danach kann ihr Pressetermin wahrgenommen werden. Sonja ist wahrlich keine Anfängerin: Bei den Special Olympics in Kapfenberg 2005 triumphierte sie bereits mit „25m Gold und 50m Silber“, wie ihre Mutter stolz erzählt. „Das Schwimmen hat mir so gut gefallen, dass ich wieder teilnehmen möchte“, schwärmt Sonja. „Das interessiert mich, da kann man einfach nicht mehr loslassen.“ Kein Wunder also, dass Sonja auch dieses Jahr bei den Special Olympics in St. Pölten dabei ist.

„Dabei sein, das ist alles“ Seit Herbst befindet sich die mit Down-Syndrom geborene Waidhofnerin in der Intensivphase ihres Trainings. Dazu fährt sie jeden Donnerstag gemeinsam mit ihren FreundInnen Gerlinde, Ilse, Adi und Oliver begleitet von der Therapeutin Orsoyla Gröbl ins Schwimmbad Amstetten. Dort bereitet sie sich auf ihre Disziplinen vor: Brust und Freistil. Laut Sonja läuft das Training „sehr gut.“ Natürlich sei es anstrengend, aber „das legt sich“. SUMO gegenüber verrät sie, dass sie „privat auch noch trainiert.“ Jeden Freitag fährt sie mit dem Hometrainer und macht zusätzliches Hantel-Workout. Trotz ihrer bisherigen Erfolge gibt sich Sonja in ihren Erwar-

tungen bescheiden: „Einfach nur dabei sein, das ist alles.“

„Da muss man anpacken“ Seit Beendigung ihrer Schulpflicht am Sonderpädagogischen Zentrum in Waidhofen an der Ybbs besucht Sonja die Tagesheimstätte der Lebenshilfe. Diese bietet Menschen mit Behinderung Beschäftigungs- und Arbeitsmöglichkeiten sowie therapeutische Maßnahmen. Sonja arbeitet in der Außengruppe, die Verpackungsarbeiten in der Getränkefirma Eckes Granini Austria GmbH erledigt. „Das ist wirkliche Arbeit, da muss man anpacken“, erklärt Werkstättenleiter Franz Adelwöhrer, „aber es geht“, fügt Sonja sofort hinzu. Hier sei sie lieber tätig als in der Haushalts-, Keramik-, Mosaik-, Industrie-, oder Kreativgruppe, die unter anderem Bastelarbeiten herstellen.

In Männerbastion behauptet Dass sich Sonja nicht leicht unterkriegen lässt, hat sich rasch gezeigt: Sie arbeitete jahrelang in einer Tischlerei, einer „wahren Männerbastion, aber Sonja hat sich behauptet“, erinnert sich Franz Adelwöhrer nicht ganz unbeeindruckt. Für ihren Vater Michael Hrdy ist es das Wichtigste, „dass es ihr Spaß macht.“ Das wünscht er sich auch für die Special Olympics in St. Pölten, fügt aber mit einem Augenzwinkern hinzu, dass es „natürlich auch gern gesehen wird, wenn sie eine Medaille heimbringt.“

Sonja Hrdy (33), born with Down’s syndrome, is one of the favourites for the swimming disciplines breaststroke and freestyle. She already proved her talent at the Special Olympics in Kapfenberg in 2005, where she won both a gold and a silver medal. As an ambitious person, she has always worked very hard - even in a men‘s job, as a carpenter. Her training is intense, but taking part in the games is what really counts for Sonja.

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Walter Schützenhofer wurde vom ORF beim Training gefilmt.

Treffsicher Walter Schützenhöfer will eine Medaille im Stockschießen

Bald schon ist es soweit, dann wird die größte Sportveranstaltung Mitteleuropas für Menschen mit mentaler Behinderung in St. Pölten eröffnet. Was bedeutet es für dich, bei den Special Olympics dabei zu sein? Ich freue mich schon sehr auf die Special Olympics, vor allem auf die Eröffnung. Es macht viel Freude und Spaß. Unser Ziel ist es, eine Medaille zu gewinnen. Ich hoffe sehr, dass Arnold Schwarzenegger da sein wird – dann hole ich mir ein Autogramm von ihm. Es wird ein riesiges Erlebnis werden. Wie bereitet ihr euch auf die Spiele vor? Wir trainieren einmal pro Woche in Stattersdorf auf dem Stockschießplatz. Das ist auch der Austragungsort für die Stockschießbewerbe. Dieser Platz ist sogar überdacht, so können wir auch trainieren, wenn es regnet. Was ist es für ein Gefühl, wenn man auf dem Podium steht und eine Medaille verliehen bekommt? Es bedeutet sehr viel für mich. Man fühlt sich erfolgreich und ich habe Spaß dabei. Bist du vor einem Wettkampf nervös? Wenn wir mit dem Auto hinfahren noch nicht. Aber wenn ich dann schießen muss, bin ich schon ein bisschen nervös. Ich bin nämlich der Spieler, der die Mannschaft in Waidhofen an der Ybbs auf das Podest geschossen hat. Ich war der Letzte, der schießen musste und ich habe jedes Mal genau getroffen. Wie fühlst du dich, wenn du auf dem Platz stehst, umgeben von vielen ZuschauerInnen? Dann weiß ich, jetzt geht wirklich was. Angst habe ich keine. Ich versuche, mich dann nur auf das Spiel und nicht auf die ZuschauerInnen zu konzentrieren, damit ich alles richtig mache. Wie versteht ihr euch in der Mannschaft? Wir verstehen uns alle sehr gut. Es gibt keine Streitereien. Mit in unserem Team spielt auch meine Freundin. Habt ihr viele Fans? Viele aus unserem Wohnheim, die nicht bei den Special Olympics mitmachen, sind da und werden uns anfeuern. Was waren die schönsten Erlebnisse, die du durch das Stockschießen hattest? Im letzten Jahr war der ORF da und hat uns beim Training gefilmt. Das Tollste daran war, dass ich damals einen „Zehner“ getroffen habe.

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Albiez, Lebenshilfe

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albiez

Walter Schützenhöfer is a member of the Austrian curling team. In the past, he has been very successful both in the team- and in the single competitions. Now he is already looking forward to the Special Olympics, especially to the opening ceremony, where he hopes to meet Arnold Schwarzenegger. He has trained a lot to win his next medal, although he admits to be a little nervous before the competitions. The atmosphere in the team is very encouraging for Walter and a lot of friends will support him at the games.

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Herausforderung

Wie Mannschaftssportarten die sozialen Fähigkeiten der

Beim Boccia-Training versuchen die SportlerInnen, ihre Kugel möglichst nah neben der Zielkugel zu platzieren.

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Potential erkennen und einsetzen „Die Bewerbe sind so strukturiert, dass die SportlerInnen in einer Gruppe nur gegen Sport-

lerInnen mit einem vergleichbaren Leistungsniveau antreten. Die Sportarten sind dabei so gut es geht an die Bedürfnisse von Menschen mit mentalen und körperlichen Behinderungen angepasst“, erläutert die Behindertenbetreuerin. Interessant ist, wie man sich auf dieses internationale Sportereignis vorbereitet: Andreas Bankhofer, Mitarbeiter in der Lebenshilfe Bruck an der Leitha, erklärt, worauf man beim Training achten muss: „Eine besondere Herausforderung stellen die unterschiedlichen Ressourcen der TeilnehmerInnen dar. Die AthletInnen sollen ihr Potential erkennen und einsetzen – das müssen wir TrainerInnen ihnen vermitteln.“

Mit Hilfe alleine schaffen Die SportlerInnen, die an den Special Olympics teilnehmen wollen, haben bestimmte Aufnahmekriterien zu erfüllen, müssen ein offizielles Anmeldeformular mit ihren persönlichen und medizinischen Daten ausfüllen und bei ihrer Landesorganisation einreichen. Dieser Antrag

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„Das oberste Ziel von uns TrainerInnen ist, Menschen mit mentaler Behinderung in ihrem Bemühen zu unterstützen, als aktive und respektierte SpielerInnen an der Öffentlichkeit teilzuhaben“, so beschreibt Renate Zwicker ihre Aufgabe als Behindertenbetreuerin in der Tagesheimstätte St. Pölten und als Trainerin der Boccia-Mannschaft für die Special Olympics. In neun Mannschaftssportarten werden sich die AthletInnen messen und versuchen, den Sieg zu erreichen. Neben Basketball, Boccia, Bowling und Fußball können die SportlerInnen auch in Volleyball, Stocksport und im Heilpä-

dagogischen Voltegieren im Team antreten. Die Tagesheimstätte St. Pölten nimmt davon an zwei Mannschaftssportarten teil. „Wir werden in zwei Mannschaftssportarten, nämlich Boccia und Stockschießen und in einer Einzelsportart des Motor Activities Training Programs (MATP) starten“, erklärt Zwicker. Bei MATP handelt es sich um ein Trainingsprogramm, das für SportlerInnen mit schwerer Behinderung entwickelt worden ist und größeres Augenmerk auf Training und Aktivität als auf Wettkampf legt. Mit Hilfe des Programms ist ein Lehrplan entwickelt worden, der allen Menschen mit geistiger Behinderung nicht nur ein regelmäßiges Training, sondern auch die Teilnahme an Sportveranstaltungen ermöglicht. Somit wird es dem Grundsatz von Special Olympics gerecht, alle TeilnehmerInnen einzubeziehen.

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n den Wettkämpfen der neun Mannschaftssportarten wird den TeilnehmerInnen die Möglichkeit geboten, ihre Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen. Im Laufe der Vorbereitung werden den SportlerInnen nicht nur technische Fähigkeiten beigebracht. Sie trainieren auch ihre Wettbewerbsfähigkeit, stärken ihr Selbstbewusstsein und die Gesellschaftsfähigkeit.


Teamplay

einzelnen Mitglieder fördern

Unified-Teams fördern Integration Eine Besonderheit der Special Olympics sind die „Unified Teams“, bei denen behinderte und nichtbehinderte SportlerInnen für den Wettkampf Teams bilden. „Das ,Unified Team’

hat eine große Bedeutung für die Special Olympics, da es die sportlichen Möglichkeiten für die nach neuen Herausforderungen strebenden behinderten SportlerInnen und für ihre PartnerInnnen erweitert. Es wird die gesellschaftliche Integration intensiv gefördert und die AthletInnen können dadurch neue Erfahrungen sammeln“, so Zwicker. Bei der Teilnahme der Mannschaften an den Wettkämpfen steht nicht das Gewinnen im Vordergrund. „Denn alleine die Teilnahme an den Special Olympics bedeutet schon einen Gewinn für die SportlerInnen“, weiß Bankhofer. Durch die Teilnahme an Mannschaftssportarten wird das Selbstbewusstsein von Menschen mit Behinderungen massiv gestärkt. Außerdem wird den SportlerInnen mehr Anerkennung vermittelt und dadurch die Integration in die Gesellschaft gefördert sowie das Erfolgserlebnis an Veranstaltungen ermöglicht. „Die TeilnehmerInnen können mit entsprechender Anleitung und Förderung Spaß haben, lernen und profitieren“, ist sich auch Renate Zwicker sicher. TEXT

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„Joyful Games with Friends“ - In nine team disciplines, athletes will only compete against athletes who have a comparable level of performance. To this end, they must fulfill certain admission criteria. In so-called „unified teams“, disabled and able-bodied athletes form a team. The major advantage of joining the Special Olympics in a team discipline is that participants will achieve a higher level of social acceptance and are given the possibility to strengthen their self-confidence.

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muss auch ein ärztliches Attest enthalten. Wenn der Anmeldeprozess abgeschlossen ist, kann das Training beginnen. Dabei lautet das Motto der TrainerInnen: „Mit meiner Hilfe schaffst du es allein!“ Sowohl die Boccia-Gruppe der Tagesheimstätte St. Pölten als auch das Team der Lebenshilfe Bruck an der Leitha, das im Heilpädagogischem Voltegieren antritt, trainieren einmal wöchentlich rund zwei Stunden. „Bei den Bewerben wird der ,Olympische Gedanke’ („Dabei sein ist alles!“) natürlich betont. Da es sich bei den Special Olympics trotzdem um einen Wettkampf handelt − vielleicht um einen Wettkampf mit den eigenen Grenzen − spielt natürlich auch dieser keine untergeordnete Rolle“, betont Andreas Bankhofer.

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DER TREFFPUNKT FÜR SCHÜLER UND STUDENTEN

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Frenkie Schinkels empfiehlt jedem, sich die Special Olympics nicht entgehen zu lassen.

Höchste Anerkennung Fußball-TV-Experte Frenkie Schinkels im SUMO-Exklusiv-Interview

Welches Bild hast du vor deinen Augen, wenn du an die Special Olympics denkst? Ich sehe Menschen, sowohl Jugendliche als auch Erwachsene, die in einer eigenen Welt leben und für die es das Schönste ist, wenn andere Leute ihnen zujubeln und applaudieren. Sie haben unbeschreibliche Freude, wenn sie für ihre Leistungen Anerkennung erhalten. Wie siehst du diese Veranstaltung aus der Sicht eines ehemaligen Profisportlers? Erst wenn man älter ist, bemerkt man, was Menschen mit mentaler Behinderung und deren BetreuerInnen leisten. Als junger Mensch ist man immer mit sich selbst beschäftigt und bekommt das daher nicht so mit. Aber jetzt kann ich es genießen, wenn ich sehe, wie diese Menschen auf ihre Art Freude haben können. Bei den Special Olympics 2008 in Wolfsberg konntest du diese Veranstaltung bei einem Promispiel hautnah miterleben. Wie war das für dich? Es war ein Genuss, gemeinsam mit diesen Menschen Fußball zu spielen. Diese besonderen SportlerInnen schaffen es, dem Publikum Spaß am Zuschauen zu vermitteln. Jeder muss das einmal miterlebt haben. Also, kommt hin und lasst euch diese Chance nicht entgehen! Was macht für dich den besonderen Reiz dieser Veranstaltung aus? Sie gibt diesen Menschen die Möglichkeit ins Rampenlicht zu kommen, was sie sich auch aufgrund ihres imponierenden Einsatzes alle Mal verdient haben. Ihre Leistungen verdienen höchste Anerkennung und sind aufgrund der speziellen Voraussetzungen vergleichbar mit jenen von SpitzensportlerInnen. Wo siehst du abgesehen vom Leistungsniveau den größten Unterschied zum Profisport? Wichtig ist zu beachten, dass ProfisportlerInnen nie zufrieden sind. Eine Silbermedaille zählt nicht viel, weil sie nicht gewonnen haben. Die Special Olympics-TeilnehmerInnen denken

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jedoch nur positiv, weshalb für sie auch ein siebenter Platz ein toller Erfolg ist. Es treten Spaß und der gegenseitige Respekt in den Vordergrund. Der Respekt geht im Profisport leider viel zu oft verloren. Welchen Tipp kannst du als ehemaliger Profisportler den Special Olympics-TeilnehmerInnen mit auf den Weg geben? Es zählt der Olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“. Wenn man das Gefühl hat, alles aus sich herausgeholt und sein Bestes gegeben zu haben, macht es Spaß und sie können das Ereignis genießen. Was hast du dir gedacht, als du gehört hast, dass St. Pölten der nächste Austragungsort sein wird? Tolle Sache. Denn man muss als Stadtgemeinde nicht immer nur mit ansässigen Promis oder Firmen auffallen. Um so eine Veranstaltung

„Jeder muss das einmal miterlebt haben“ ausrichten zu können, bedarf es umfangreicher Organisation und harter Arbeit. St. Pölten steht für sein Organisationstalent und seine Kreativität, weshalb die Stadt mit dieser Veranstaltung große Sympathien gewinnen kann. Wie wirst du die Spiele mitverfolgen? Ich werde sie auf jeden Fall ein paar Mal besuchen, um die AthletInnen auf meine Art und Weise durch persönliche Motivationsgespräche und durch Einklatschen anzufeuern. Meinen Sohn werde ich mitnehmen, damit er sieht, was die TeilnehmerInnen leisten können: Nämlich die gleiche Leistung zu erbringen wie ein Profi – die auf ihrem Niveau beste! TEXT

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Frenkie Schinkels is a former soccer player and still a very successful soccer manager. He congratulates the city of St. Pölten on its organisational skills and looks forward to motivating and cheering up participants at the games, as he enjoys watching them indulge in moments of success and recognition. “These impressive athletes and their performance deserve every credit,“ says Schinkels, and is deeply convinced that they will perform as well as professionals do – simply giving their best.

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er ehemalige Fußballprofi und aktuelle Vienna-Fußballtrainer spricht über seine Begeistung für die Special Olympics, Unterschiede zum Profisport und seine Wahlheimat St. Pölten.

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Geschäftsführender Herausgeber: Peter Hofbauer, BA office@sumomag.at

Impressu

Ausbildungsmedium SUMO

Chefredaktion: Elisabeth Sonnleitner, redaktion@sumomag.at Campus Radio berichtet neben SUMO und c-tv von den Special Olympics.

No Sports? No Limits!

Special Olympics 2010 im c-tv und Campus Radio

Produktionsleitung: Philipp Salmutter, BSc, Christopher Scheidl produktion@sumomag.at

Zum Hören!

Produktionsteam: Brindlmayer Daniela, Kienböck Iris, Köfler Christiane Marketingleitung: Benjamin Fischer, marketing@sumomag.at Anzeigenleitung: Peter Hofbauer, BA anzeigen@sumomag.at Vertriebsleitung: Kevin Katzbeck, vertrieb@sumomag.at Fachliche Leitung: FH-Prof. Dipl. Päd. Corinna Haas

Während der Special Olympics 2010 berichtet Campus Radio St. Pölten täglich in einem mehrstündigen Livestream direkt vom Veranstaltungsgelände. In diesem wird über sportliche Ereignisse, Leistungen, Enttäuschungen, Freuden und Highlights berichtet. Mit dabei ist eine Delegation der Radiabled-Redaktion von Radio Fro, dem freien Radio in Linz. Die gehbehinderten RadiomacherInnen moderieren gemeinsam mit CR 94.4 die Live-Sendungen. Zu hören im Campus Radio St. Pölten und via Website (www.campusradio.at) weltweit – no limits eben!

Fachliche Beratung: Thomas Bredenfeld, Ulli Glantz (Riniger AG Zürich), Mag. Jakov Jakisic, Dr. Jan Krone, Gregor Kucera, Mag. Sybille Manhart, Dr. Claudia Riedmann, Stefan Schöffl, Tobias Thaler

Zum Sehen!

Englische Abstracts: in short Masterstudiengang Medienmanagement

///fh c-tv wird bei den Special Olympics 2010 täglich kurze TV Beiträge produzieren: Bilder von den Wettkämpfen, den unterschiedlichen Disziplinen, deren Vorbereitungen und natürlich den TeilnehmerInnen selbst. Spaß, Sieg, Schweiß und Scheitern. Den BesucherInnen und TeilnehmerInnnen wird jeweils am Ende eines Special Olympics-Tages ein Zusammenschnitt der Bilder präsentiert. ///fh c-tv steht für das Ausbildungsfernsehen der Fachhochschule St. Pölten am Institut für Medienproduktion. Es versteht sich als Labor für TV-Formate und Experimente mit dem Medium Fernsehen und Onlinevideo. Das c-tv Programm besteht  aus narrativen und experimentellen Videos, Clips und Animationen, Musikvideos, VJ, EB- und Studioproduktionen. Campus Radio St. Pölten Margit Wolfsberger lbwolfsberger@fhstp.ac.at Tel. 0699/1110 9997 www.campusradio.at Frequenz 94.4 mhz

///fh c-tv Rosa von Suess rosa.vonsuess@fhstp.ac.at Tel. 02742/313 228-0

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Wolfsberger, Von Suess

Coverfoto: Special Olympics, eunicekennedyshriver.org

Website: www.sumomag.at

Medienkooperation: Special Olympics Medieninhaberin/Herausgeberin: Fachhochschule St. Pölten, Matthias Corvinus-Straße 15, A-3100 St. Pölten. E-Mail: office@fh-stpoelten.ac.at, Tel.: 02742/313 228 Geschäftsführung: Dr. Maria Gabriela Ondrejkovics-Fernandes, DI Gernot Kohl, MSc Bankverbindung: Sparkasse St. Pölten, BLZ: 20256, Kontonummer: 00700002579

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Erscheinungsort: Verlagspostamt: 3100 St. Pölten

The FH Campus Radio (94.4 mhz or live stream) will broadcast the first of a series of 30-minute shows devoted to the Special Olympics on 22 April 2010 at 12.30pm. The reports will be produced by physiotherapy students under the leadership of Margit Wolfsberger and will cover a wide range of interesting and informative subjects as well as interviews with the athletes and their teams. On top of this, FH Campus Radio in cooperation with the Linz radio station Radio Fro will also broadcast directly from the games via live stream.

Druckproduktion: NGL mediamondial, Helmut Greis, Wilhelmsburgerstraße 23, 3151 St. Georgen-Ochsenburg

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Bildredaktionsleitung: Florian Pich, bildredaktion@sumomag.at Bildredaktion: Albiez Timo, Schüttenkopf Karin

Ab 22. April findet von 12.30 bis 13.00 Uhr eine wöchentliche Sendereihe auf Campus Radio St. Pölten (Frequenz 94.4 mhz oder Livestream) zu den Special Olympics 2010 statt. Die Beiträge werden von Studierenden des Studiengangs Physiotherapie unter der Betreuung von Margit Wolfsberger (Projektverantwortliche Offener Zugang im Campus Radio St. Pölten) produziert. Geplante Themen: Voltigieren und Hippotherapie, Menschen mit Behinderung in St. Pölten sowie eine Vorstellung von Special Olympics-Sportarten und deren besondere Reglements. Weiters gibt es Interviews mit Angehörigen, TrainerInnen, SportlerInnen, FunktionärInnen und TherapeutInnen.

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Redaktion: Albiez Timo, Baumgärtner Stephanie, Braunsdorfer Bettina, Dirnberger Georg, Hofbauer Peter, Krämer Jessica, Krittl Franziska

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Für den Inhalt von Inseraten haftet ausschließlich der Inserent. Für unaufgefordert zugesandtes Bild- und Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Jegliche Reproduktion nur mit schriftlicher Genehmigung der Medieninhaberin. Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Medieninhaberin: Fachhochschule St. Pölten GmbH, Matthias Corvinus-Straße 15, A-3100 St. Pölten.


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Digitale Medientechnologien, Master** Eisenbahn-Infrastrukturtechnik, Bachelor g Industrial Simulation*, Bachelor/Master** g IT Security, Bachelor g Information Security, Master g Medientechnik, Bachelor

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