Ausgabe 3 | erscheint vierteljährlich | September 2025 Poste Italiane Spa, Versand im Postabonnement, D.L. 353/2003 (conv. in L. 27.02.2004 Nr. 46) Art. 1, Comma 1, NE Bozen • Sonderheft Nr. 1 zur Nr. 16 „Südtiroler Landwirt“ vom 12.09.2025 • Gebühr bezahlt – Taxe Percue
Südtirols Autonomie
Nachdem Südtirol nach dem 1. Weltkrieg Italien zugesprochen wurde begann für Südtirol eine Phase der „Italienisierung“, die Südtirols Bevölkerung vor neue Herausforderungen stellte. Nach Jahrzehnten voller Spannungen und Konflikte zwischen italienischem Staat und deutschsprachiger Minderheit wurde das erste Autonomiestatut 1948 verabschiedet. Die Autonomiereform sichert uns weitreichende Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse zum Schutz von Sprache und Kultur. Kernpunkte des Autonomiestatuts sind sprachliche Gleichstellung, finanzielle Autonomie und Schutz der ethnischen Gruppen.
Michael Mitterer
SBJ-Landesführungsmitglied
DAS MAGAZIN DER SÜDTIROLER BAUERNJUGEND
AKTUELLER STAND DER AUTONOMIEREFORM
Senator Meinhard Durnwalder zum
Thema
Seite 2—3
„Mehr Eigenständigkeit für Südtirol“
PORTRAIT
Benedikt Terzer und seine Funktion als Geschäftsführer des Jagdverbandes über die wichtig Seite 4—5
HANDMÄHEN
Der Landesentscheid und die Europameisterschaft 2025
Seite 9—11
Die Autonomiereform
Die Notwendigkeit einer Reform des Autonomiestauts ergibt sich daraus, dass seit der Verfassungsreform im Jahr 2001 die Rechtsprechung des Verfassungsgerichthofs zu einer zunehmenden Aushöhlung der Kompetenzen Südtirols geführt hat.
Der Ursprung der Reform war die entsprechende Absichtsbekundung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in ihrer programmatischen Regierungserklärung vom 25. Oktober 2022.
Zur Ausarbeitung dieses Verfassungsgesetzentwurfes wurde eine technische Arbeitsgruppe eingesetzt, welche sich in mehreren Sitzungen intensiv mit der Reform beschäftigt hat und deren Text die Grundlage für den nunmehrigen Verfassungsgesetzentwurf zur Abänderung des Autonomiestatuts bildet.
Autonomiereform nimmt Fahrt auf
Die Ziele der Autonomiereform
Die Autonomiereform verfolgt drei wesentliche Ziele: Erstens die Abschaffung bestehender Schranken der Gesetzgebungsund Verwaltungskompetenzen, zweitens die Wiederherstellung mit teilweiser Erweiterung der genannten Kompetenzen, die durch die Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofs beeinflusst wurden, und drittens den Schutz sowie die zusätzliche Absicherung der Autonomie.
Die Ausweitung und Präzisierung der autonomen Zuständigkeiten betreffen folgende Bereiche (Art. 4, Art. 8 und Art 9 ASt)
• Ordnung der Landesämter und des zugeordneten Personals, einschließlich der Regelung des Arbeitsverhältnisses und der damit verbundenen Tarifverhandlungen Die Zuständigkeiten werden durch die Regelung der Arbeitsverhältnisse und der damit verbundenen Tarifverhandlungen ergänzt.
• Raumordnung, einschließlich Urbanistik, Bauwesen und Bauleitpläne
Der Bereich Raumordnung wird mit der Bezeichnung Raumentwicklung umfassender definiert und schließt Bauwesen, Raumordnung und Bauleitplanung ein.
• Straßenwesen, Wasserleitungen und öffentliche Verträge im Interessenbereich der Provinz, die öffentlichen Arbeiten, Dienstleistungen und Lieferungen betreffend
Die Zuständigkeit erstreckt sich nun auf Straßenwesen, Wasserleitungen und öffentliche Verträge einschließlich Vergabeverfahren samt Phase der Vertragsausführung für Bau-, Dienstleistungs- und Lieferaufträge.
• Direkte Übernahme, Gründung, Organisation, Betrieb und Regelung von öffentlichen Dienstleistungen von provinzialem und lokalem Interesse, einschließlich der Abfallwirtschaft
Die Kompetenzen betreffen zukünftig die Übernahme in Eigenverwaltung, Errichtung, Organisation, Betrieb und Regulierung von öffentlichen Diensten im provinzialen und lokalen Interesse, einschließlich der Abfallwirtschaft.
• Wasserbauten der dritten, vierten und fünften Kategorie, kleine und mittlere Wasserableitungen zur Erzeugung von elektrischer Energie; Eine neue Zuständigkeit für kleine und mittlere Wasserableitungen zu hydroelektrischen Zwecken wird eingeführt. Nicht betroffen sind Großableitungen zur Erzeugung elektrischer Energie, die bereits im Art. 13 des Autonomiestatus geregelt sind.
• Schutz der Umwelt und des Ökosystems im Interessenbereich der Provinz, einschließlich der Regelung des Wildtiermanagements Neu eingeführt werden Zuständigkeiten im Bereich Umweltschutz und Ökosystem, einschließlich Wildtiermanagement.
• Handel:
Im Bereich Handel wird aus der sekundären eine ausschließliche Zuständigkeit verankert.
Insbesondere für die Landwirtschaft interessant sind die neuen Sachgebiete Wildtiermanagement (Bär und Wolf), mit entsprechenden neuen Befugnissen der Landeshauptleute auch in Bezug auf die öffentliche Ordnung und Sicherheit, sowie Umweltschutz und Ökosystem, eine Befug-
nis, die Südtirol bis zur Verfassungsreform von 2001 durch bestehende Kompetenzen wie dem Landschaftsschutz, der Landwirtschaft, der Jagd, dem Gesundheitswesen oder der Raumordnung ausgeübt hatte und nun ausdrücklich als ganzheitlicher Bereich dem Land übertragen wird. Interessant für die Landwirtschaft sind auch die gestärkten Kompetenzen im Bereich Raumordnung, öffentliche Vergaben und kleine und mittlere Wasserableitungen.
Aktueller Stand und Ausblick
Der zwischen Oktober und Dezember 2024 von der technischen Arbeitsgruppe ausgearbeitete Text wurde Ende des Jahres 2024 dem Ministerratspräsidium übermittelt. Im April 2025 wurde der überarbeitete Entwurf der Reform von Roberto Calderoli, dem Minister für regionale Angelegenheiten und Autonomien, welcher gleichzeitig auch den Vorsitz in der technischen Arbeitsgruppe führte, den Landtagen und dem Regionalrat weitergeleitet.
Der Südtiroler Landtag, der Trentiner Landtag und der Regionalrat Trentino-Südtirol haben in der Folge im Mai 2025 ihre positiven Stellungnahmen abgegeben. Diese drei Gutachten wurden anschließend dem Ministerratspräsidium sowie dem Minister für regionale Angelegenheiten und Autonomien übermittelt.
» Senator Meinhard Durnwalder berichtet über den aktuellen Stand der Autonomiereform
Was bedeutet Autonomie?
Autonomie heißt Selbstverwaltung. Südtirol kann in vielen Bereichen wie Schule, Sprache, Kultur, Raumordnung oder Finanzen eigene Gesetze erlassen und Entscheidungen treffen. Ziel ist es, die sprachlichen Minderheiten zu schützen und ein friedliches Zusammenleben zu sichern.
Der Ministerrat in Rom hat am 12. Juni 2025 den Verfassungsgesetzentwurf zur Reform des Autonomiestatuts der Region Trentino-Südtirol einstimmig genehmigt. Die erste Lesung im Parlament erfolgt in der Abgeordnetenkammer und mit der Genehmigung im Plenum ist im Oktober 2025 zu rechnen. Anschließend erfolgt die erste Lesung im Senat.
Es wurde zudem vereinbart, dass nach der ersten der zwei vorgesehenen Lesungen in beiden Kammern die Übermittlung an die Republik Österreich erfolgt.
Die zweite Lesung in den beiden Parlamentskammern muss innerhalb des Endes der Legislaturperiode erfolgen, ansonsten verfällt der Text wieder.
Benedikt Terzer
Die Jägerschaft enga- giert sich ehrenamtlich für Wild- und Landschafts- schutz, pflegt Lebensräume, rettet Kitze und Wildbestände.reguliert
„Die Jagd ist in Südtirol unverzichtbar für den Schutz von Wald und Kulturlandschaft. Erfahrungen aus dem Nationalpark Stilfser Joch und aus dem Kanton Genf zeigen: Ohne jagdliche Regulierung vermehrt sich das Wild unkontrolliert, was langfristige Schäden und Gesundheitsrisiken für Tiere nach sich zieht. Natürliche Gleichgewichte entstehen in Kulturlandschaften nicht von selbst – der Mensch muss eingreifen, um Wildbestand und Lebensraum in Balance zu halten.“
Für Jagd und Natur
Die Jagd in Südtirol ist mehr als ein Hobby – sie ist ein aktiver Beitrag zum Schutz von Wald, Wild und Kulturlandschaft. Benedikt Terzer, 35 Jahre alt, Geschäftsführer des Südtiroler Jagdverbandes, kennt diese Verantwortung aus nächster Nähe. Aufgewachsen in Südtirol besuchte er das humanistische Gymnasium „Walther von der Vogelweide“ in Bozen mit klassischer Fachrichtung. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Innsbruck und Mailand (Università Cattolica) und arbeitete danach an Forschungsprojekten zur Südtirol-Autonomie. 2015 stieg er als Direktionsassistent beim Jagdverband ein, vier Jahre später übernahm er die Geschäftsführung.
Zur Jagd kam Terzer schon als Kind. „Als ich in die Grundschule ging, erzählte mir der Firmpate meines Vaters beim Äpfelklauben von der Jagd. Irgendwann nahm er mich mit, ich war vielleicht sechs oder sieben Jahre alt. Wir unternahmen einige Pirschgänge, doch erlegen konnten wir nie etwas. Einmal kam ein Rehbock bis unter den Hochsitz – und mein Begleiter machte gerade ein Nickerchen“, erzählt er schmunzelnd. Für ihn verbindet die Jagd Spannung und Ruhe gleichermaßen: „Man weiß nie, was einen erwartet. Gleichzeitig spürt man die Stille der Natur, das tut gut.“ Als Geschäftsführer eines Verbandes mit rund 6.200 Mitgliedern und 60 Mitarbeitern trägt Terzer große Verantwortung. „Wir sind einerseits Interessensvertreter von Jagd und Wild, gleichzeitig haben wir den öffentlichen Auftrag, die Südtiroler Jagdreviere zu verwalten. Die Jagd in Südtirol ist bis ins kleinste Detail geregelt – von Jagdkarten über Datenbanken bis zu Abschussplanungen und Versicherungen“, erklärt er.
Warum die Jagd so wichtig ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Im Nationalpark Stilfser Joch hatten Jagdgegner 1983 ein Jagdverbot durchgesetzt. Wenige Jahre später vermehrte sich das Rotwild so stark, dass große Schäden im Wald entstanden und die Wildseuche Paratuberkulose ausbrach. Auch im Schweizer Kanton Genf wurde 1974 die Jagd per Referendum verboten. Als sich dort das Wild unkontrolliert vermehrte, mussten Beamte eingestellt werden, um die Abschüsse zu übernehmen – bis heute auf Kosten der Steuerzahler. „Wir leben in einer Kulturlandschaft. Natürliche Gleichgewichte entstehen hier nicht von selbst. Es braucht den Menschen, der korrigierend eingreift und Wildbestand und Lebensraum in Balance hält“, betont Terzer.
Die Jagd ist aber weit mehr als die Erfüllung von Abschussplänen. In Südtirol arbeitet die Jägerschaft eng mit Land- und Forstwirtschaft zusammen. Kitzrettung, Lebensraumpflege und unzählige ehrenamtliche Stunden tragen dazu bei, die Kulturlandschaft lebendig zu erhalten.
Gleichzeitig sieht Terzer verschiedene Herausforderungen, die die Jagd heute prägen: „Es gibt rechtliche, gesellschaftliche und ökologische Aspekte, die uns beschäftigen. Rechtlich müssen wir dringend handeln, etwa bei der Liste der jagdbaren Arten – beim Goldschakal zum Beispiel. Gesellschaftlich beobachten wir eine zunehmende Entfremdung von der Natur – viele Menschen haben den Bezug zur Realität verloren. Da müssen wir bereits bei den Jüngsten ansetzen und massiv in Bewusstseinsbildung investieren.“
» Benedikt Terzer ist der Geschäftsführer vom Jagdverband
Besonders wichtig ist für Terzer die Autonomiereform: „Seit 1990 wurde Südtirols primäre Zuständigkeit in der Jagd vom Verfassungsgericht mehrmals beschnitten. Wichtige Kompetenzen wie die Festlegung der jagdbaren Arten und der Jagdzeiten müssen unbedingt zurückgeholt werden.“
Auch die Umwelt stellt die Jägerschaft vor Herausforderungen: „Waldgrenzen verschieben sich, Almen verwildern, Lebensräume gehen verloren. Klimawandel und steigender Parasitendruck setzen den Wildtieren zu.“
Für die Zukunft wünscht sich Terzer engagierten Nachwuchs und mehr Wertschätzung: „Jede Generation leistet wichtige ehrenamtliche Arbeit und zeigt ihren Mehrwert – etwa bei Dorffesten mit Wildspezialitäten.“
Agrialp
Die Südtiroler Bauernjugend ist auch in diesem Jahr auf der Landwirtschaftsmesse Agrialp mit einem Stand vertreten. Sie findet dieses Jahr von Donnerstag, 20. bis Sonntag, 23. November in der Messe Bozen satt und steht unter dem Motto „Unternehmen Bauernhof“. Wir laden die Gäste an unserem Stand ein, die Landwirtschaft Südtirols spielerisch zu entdecken. Für die Erwachsenen wird ein Spiel vorbereitet, bei dem sie Logos richtig erraten müssen. Für die jungen Besucher wird ein Memory mit alten und modernen Arbeitsutensilien und Maschinen vorbereitet, die sie dann richtig zuordnen müssen. Bei beiden Spielen gilt: Wer alles richtig errät, bekommt als Preis ein heimisches Produkt. Wir freuen uns auf euren Besuch beim SBJ-Messestand!
Landeslehrfahrt nach Triest
Es sind noch Plätze frei!
Von Freitag, 14. November, bis Sonntag, 16. November, fahren wir gemeinsam nach Triest, wo uns ein abwechslungsreiches Programm erwartet.
Infos und Anmeldung im SBJ-Landessekretariat unter 0471 999401 oder 339 659 6809.
16. November 2025
Alle Ortsgruppen, die zwischen dem 1. Juli und 30. September eine Veranstaltung organisiert und damit gewerbliche Einnahmen erwirtschaftet haben, müssen die MwSt.-Schuld am 16. November mittels F24 elektronisch einzahlen. Wenn das SBJ-Landessekretariat die Zahlung vornehmen soll, ist der Auftrag dazu von den Ortsgruppen schriftlich, mittels F24 Formular bis zum 5. November zu erteilen. Es gilt der Steuerkodex 6033.
Online-Formular: sbj.it/service
Die finale Runde: Das Online-Voting
Kreative Jungbäuerinnen und Jungbauern aus allen Landesteilen haben sich beim Innovationspreis IM.PULS der Südtiroler Bauernjugend beworben. Nun stehen die drei Finalisten fest. Am 21. Oktober beginnt das Online Voting.
Bis zum 11. September hatten Südtirols Jungbäuerinnen und Jungbauern die Möglichkeit, ihre innovativen Projekte einzureichen. Insgesamt gingen elf Bewerbungen ein. Auf die Gewinner warten Einkaufsgutscheine im Gesamtwert von 5.000 Euro bei der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft .
Aus den eingereichten Ideen wählte die Jury zunächst sechs Projekte aus, die am Samstag, 20. September, persönlich vom Teilnehmer/der Teilnehmerin vorgestellt wurden. Nach intensiver Disskusion wurden schließlich jene drei Projekte ausgewählt, die ins Finale einziehen. Vom 21. Oktober bis zum 6. November können alle Südtirolerinnen und Südtiroler auf www.sbj.it/de/innovationspreis ihre Stimme abgeben und mitentscheiden, welches Projekt den Preis gewinnt. Fest steht schon jetzt: Es wird spannend!
Bundesentscheid 4er-Cup und Reden in Hohenems
Vom 10. bis 13. Juli 2025 fand in Hohenems in Vorarlberg der Bundesentscheid 4er-Cup und Reden der Landjugend Österreich statt. Insgesamt nahmen 15 Gruppen aus ganz Österreich teil – auch eine Delegation der Südtiroler Bauernjugend war mit dabei. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten ihr Wissen zu aktuellen, allgemeinen und internationalen Themen unter Beweis stellen. Außerdem waren Kreativität und Geschicklichkeit gefragt: Sechs kreative Stationen und vier Actionparcours sorgten für Spaß und Abwechslung.
Das Team aus Südtirol bestand aus Landesleiterin Viktoria Kössler, Bezirksleiterin Vera Oberrauch, Landesführungsmitglied Jakob Eisenstecken und Bezirksausschussmitglied Niklas Unterholzner. Sie erreichten den 13. Platz – und waren damit sehr zufrieden, wenn man bedenkt, dass die anderen Gruppen sich bereits
durch zwei Wettbewerbe in ihrer Region für den Bundesentscheid qualifizieren mussten. Begleitet wurde die Gruppe von Landesobmann Raffael Peer und Landessekretärin Anna Schenk.
„Das Besondere am Bundesentscheid ist, dass so viele junge Menschen aus ganz
Gemeinsam stark: Südtiroler und Tiroler Jungbauern im Austausch
Seit 1984 verbindet die Südtiroler Bauernjugend (SBJ) und die Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend (TJB/LJ) eine enge Freundschaft. Jedes Jahr treffen sich die beiden Jugendorganisationen zu einem gemeinsamen Austausch, um voneinander zu lernen und die Beziehungen zu festigen. In diesem Jahr fand das Treffen von Freitag, 12. September, bis Samstag, 13. September, in Südtirol statt.
Nach der gemeinsamen Ankunft in Bozen führte der erste Programmpunkt die Gruppe nach Kurtatsch. Dort erwartete die jungen Leute ein Mittagessen im Restaurant Terzer, gefolgt von einer Weinexpedition durch die einzigartigen Weinlagen. Mit Begeisterung folgten die Teilnehmer den Erklärungen rund um Anbau und Terroir, während die Verkostung die Qualität und Vielfalt der Weine eindrucksvoll unter Beweis stellte. Dabei wurde auch intensiv über die Bedeutung und die Zukunft der Weinwirtschaft in Südtirol diskutiert. Am Abend lud SBJ-Landesobmann Raffa-
el Peer zu ihm in seinen Garten ein, bei dem in gemütlicher Runde viel Raum für Austausch und Diskussion blieb. Neben persönlichen Gesprächen stand vor allem auch die Förderung der Junglandwirte im Mittelpunkt – ein Thema, das beide Organisationen als zentral für die Zukunft der Landwirtschaft ansehen.
Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, bevor die Gruppe ein besonderes Highlight erwartete: die Besichtigung der vertikalen Farm Profarms. Diese innovative Form der Landwirtschaft zeigte eindrucksvoll, wie moderne Technik und Nachhaltigkeit zusammenspielen können, um Lebensmittelproduktion neu zu denken.
„Der Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt uns immer wieder, wie wertvoll dieser Austausch ist. Wir lernen voneinander, entwickeln Ideen für gemeinsame Projekte und stärken gleichzeitig unsere Freundschaft“, betont SBJ-Landesleiterin Viktoria Kössler.
Österreich zusammenkommen. Man lernt sich kennen, tauscht sich aus und es entstehen viele neue Freundschaften“, sagte SBJ-Landesleiterin Viktoria Kössler. Ein besonderer Höhepunkt war die Siegerehrung am Samstagabend, bei der eine tolle Stimmung herrschte und gemeinsam gefeiert wurde.
„Auch nach über 40 Jahren Freundschaft ist es schön zu sehen, dass wir uns immer wieder inspirieren können – sowohl fachlich als auch persönlich“, ergänzt Landesobmann Raffael Peer.
Die Vertreter der beiden Organisationen blicken auf zwei intensive Tage voller spannender Einblicke und guter Gespräche zurück – und sind sich sicher: Die Freundschaft wird noch sehr lange bestehen.
Am Donnerstag, 10. Juli lud die Junge Wirtschaft Südtirol zum Sommercocktail beim Larcherhof in Rentsch. Der Fokus wurde in diesem Jahr auf den Wert der Wirtschaft für die gesamte Bevölkerung in Südtirol gelegt. Nicht nur Umweltbelastung und Verkehr, die Wirtschaft hat auch gute Seiten. Südtirol lebt von starken Unternehmen – ein wirtschaftlicher Rückgang würde die gesamte Bevölkerung Südtirols treffen. Es wurde angesprochen, welche Folgen das für uns alle hätte und warum eine starke Wirtschaft unser aller Zukunft sichert. Über hundert Teilnehmer/innen sind der Einladung gefolgt.
Impulsvortrag
SBJ-Landesobmann Raffael Peer, aktuell Vorsitzender der Jungen Wirtschaft, begrüßte alle herzlich zum diesjährigen Sommercocktail und übergab das Wort an Prof. Dr. Alex Weissensteiner, Rektor der Freien Universität Bozen, der für einen Impulsvortrag eingeladen wurde. Er beleuchtete die wirtschaftliche Situation in Südtirol und wie es aussehen würde, wenn die Wirtschaft zurückgehen würde. Im Anschluss an den interessanten Vortrag hatten die Teilnehmer noch die Möglichkeit Fragen an den Rektor und an Landesrätin Rosmarie Pamer zu stellen.
Die jungen Wirtschaftsverbände im Test
Nach dem Vortrag wurden die Teilnehmer bunt gemischt in Kleingruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhielt einen Zettel mit Antwortmöglichkeiten und Bildern. Raffael Peer führte durchs PUB-Quiz, welches Fragen zum Allgemeinwissen enthielt und Fragen zur Wirtschaft in Südtirol und auf der ganzen Welt. Das Quiz kam bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
„Nur gemeinsam können wir Südtirols Lebensqualität sichern.““
Raffael
Peer
» Die Junge Wirtschaft Südtirol mit Prof. Dr. Alex Weissensteiner, Rektor der Freien Universität Bozen und der Landesrätin Rosmarie Pamer
sehr gut an und sorgte für eine lockere Atmosphäre. Fragen wie „Welches ist das teuerste Gewürz der Welt?“ und „Welches ist das umsatzstärkste Unternehmen in Südtirol?“ brachten die Gruppen zum Diskutieren und sorgten für Spannung. Auch das Zuordnen von Währungen war für die Gruppen eine lustige Herausforderung. Zum Abschluss bedankte sich Peer bei allen Helfern und der Siegergruppe wurde eine Tafel Schokolade überreicht.
Die Junge Wirtschaft Südtirol ist die Jugendorganisation des Südtiroler Wirtschaftsringes – ein Zusammenschluss der Nachwuchsorganisationen von fünf großen Wirtschaftsverbänden Südtirols: der Hotelier- und Gastwirtejugend, der Jungunternehmer im Unternehmerverband Südtirol, der Jungen im hds, der Junghandwerker sowie der Südtiroler Bauernjugend.
» Die Sieger des „PUB-Quiz“ erhielten eine Schokolade
Scharfe SensenDer Landesentscheid im Handmähen
Landesmeisterin darf sich Maria Burchia aus Enneberg nennen, Landesmeister ist Jonas Alber aus Vöran. Bei den Senioren holten sich Filomena Profanter Fischnaller aus St. Peter/Villnöß sowie Anton Wallnöfer aus Lichtenberg/Prad den Sieg.
Am Samstag, 19. Juli, trafen sich die besten Mäher und Mäherinnen in Prad am Stilfserjoch, um am Landesentscheid im Handmähen teilzunehmen, insgesamt 100 Felder wurden abgemäht. Auch in diesem Jahr wurde die Veranstaltung gemeinsam mit der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund ausgetragen.
Beim Mähen kommt es jedoch nicht nur auf die Schnelligkeit und Kraft an. Nachdem die Teilnehmer das Feld abgemäht haben, wurde von den sechs Schiedsrichtern noch die Sauberkeit der Mahd bewertet. Denn die Bewertungszeit ergibt sich aus der gestoppten Mähzeit sowie der Sauberkeit der Mahd, die mittels eines Schlüssels in einen Zeitzuschlag umgerechnet wird.
„Es ist schön, wenn das mähen mit der Sense jung und Alt verbindet und wir zusammen diese wertvolle tradition weiterführen“
Theresia
Agreiter Larcher
Die diesjährigen Sieger
Bei den Damen siegte Maria Burchia aus Enneberg (1:38,74) vor Katja Mittelberger aus Vöran (2:05,30) und Petra Unterholzner aus Hafling (3:02,95). Bei den Männern hat Jonas Alber aus Vöran (3:59,58) das Feld am schnellsten abgemäht. Auf Platz zwei folgte ihm Klaus Lanziner aus Kastelruth (4:02,77) und Platz drei holte sich Georg Spiess aus Sarntal (4:06, 07). Bei den Junioren konnte sich Andreas Burchia aus Enneberg (5:23,46) den Sieg holen. Platz zwei belegte Manuel Pedevilla ebenfalls aus Enneberg (5:50,26).
Landesmeisterin darf sich Maria Burchia aus Enneberg nennen, Landesmeister ist Jonas Alber aus Vöran. Landesmeisterin und Landesmeister werden die jeweils Ersten in den Kategorien Frauen und Männer, die unter 35 Jahre alt sind. Beim Staffel Mähen traten insgesamt fünf Gruppen
» Der Landesmeister Jonas Alber aus Vöran und die Landesmeisterin Maria Burchia aus Enneberg freuten sich über ihren Sieg
zu je drei Teilnehmern gegeneinander an. Das beste Team bildeten Jan Agreiter und Gabriel Comploi und Maria Burchia die als Frau das Team abrundete. In diesem Jahr trauten sich insgesamt 37 Gaudi-Mäher an die Sensen. Bei diesem wird nicht der oder die Schnellste prämiert, sondern derjenige, der sich am nächsten zum Mittelwert mähte, dies gelang in diesem Jahr Franz Kaufmann.
Auch Senioren zeigen „Schneid“
In der Kategorie „Senioren“, die die Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund austrug, ging es ebenfalls darum, die Geheimzeit – den aus den Einzelergebnissen errechneten Mittelwert – so genau wie möglich zu erreichen.
Dieser Aufgabe stellten sich in Prad am Stilfserjoch 10 Teilnehmerinnen und 33 Teilnehmer über 60 Jahre. Routiniert und professionell gingen die insgesamt 43 Mäher an den Start und mähten die für den Wettbewerb vorgesehenen Felder in der Größe von 12 Quadratmetern ab.
Mähkönigin und Mähkönig der Senioren Bei den Frauen holte sich schließlich Filomena Profanter Fischnaller aus Villnöß den Sieg. Mit ihrer Zeit von 2:21,24
war sie an die Geheimzeit der Frauen (2:31,38) am nächsten herangekommen. Bei den Männern siegte Anton Wallnöfer aus Lichtenberg/Prad. Mit seiner Zeit von 1:39,38 hatte er die Geheimzeit der Männer (1:39,65) am nächsten erreicht. Den zweiten Platz errangen Greti Lun Oberrauch vom Ritten und Josef Ritsch aus Villnöß. Den dritten Platz sicherten sich Veronika Gander Kofler aus Matsch und Hans Lantschner aus Karneid. Tagesschnellste waren Katharina Gruber Niederwanger (Rain in Taufers, 1:35,17) und Ernst Kaserer (Trumsberg, 0:42,20). Als älteste Teilnehmende starteten Filomena Profanter Fischnaller (Villnöß, Jg. 1934) und Johann Grasser (Eyrs, Jg. 1938). Den Titel „Traditionellster“ erhielt Gottfried Grattonava (St. Andrä) für sein uriges Auftreten.
Ein großes Dankeschön gilt den Sponsoren: Ligogi, ANDI Baggerarbeiten, Rieku und Andreas Niederwieser ohne die, die Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.
Europameisterschaft im Handmähen
Inmitten idyllischer Landschaften und grünen Wiesen kämpften am vergangenen Wochenende in Thundorf /Ainring in Bayern über 140 Athleten und Athletinnen um den Sieg in den einzelnen Kategorien und den begehrten Titel des Europameisters und der Europameisterin im Handmähen. Franz Locher holte sich in der Kategorie „Legenden“, den dritten Platz und kletterte somit aufs Siegertreppchen.
„Diese Ausgabe der EM im Handmähen sollte ein großer Triumpf für Österreich und die Schweiz werden: Elisabeth Stangl holte sich erneut den EM-Titel bei den Damen und Reto Fuchs aus der Schweiz holte sich Gold bei den Herren. Acht Nationen nahmen an der EM teil: Südtirol, Österreich, das Baskenland, Slowenien, Tschechien, die Slowakei, Bayern und die Schweiz.
„Jeder einzelne Teilnehmer hat eine einzigartige Technik und Stil, was den Wettbewerb noch spannender macht“
Raffael
Peer
Mähen auf hohem Niveau
Neben der Schnelligkeit war auch die Genauigkeit sowie die Sauberkeit ausschlaggebend für die Bewertung der Jury. Auf die Herren wartete ein Wettbewerbsfeld in der Größe von 100 Quadratmeter, bei den Damen und bei den Junioren waren es 35 Quadratmeter wobei es bei den Legenden 25 Quadratmeter waren. Raffael Peer, Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend, der das Team vom Rand aus anfeuerte.
Freundschaften unter den Nationen Neben der sportlichen Herausforderung war die Europameisterschaft im Handmähen auch ein Treffpunkt für Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft. Zwischen den Wettbewerben tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erfahrungen aus, gaben Tipps weiter und lernten voneinander. „Wir haben viele Freundschaften geknüpft und viele neue Eindrücke gewonnen und freuen uns schon sehr 2027 alle in Südtirol willkommen zu heißen“, resümiert der Vorsitzende des Mäherteams Markus Greif.
» Die Südtiroler Athleten bei der EM im Handmähen.
» Georg Spiess beim Dengeln seiner Sense.
» Franz Locher holte sich platz drei in der Kategorie „Legenden“
Top-Ergebnisse für Südtiroler Handmäher
Auch wenn es dieses Mal nicht für den Sieg gereicht hat, können alle Teilnehmer stolz auf ihre Leistung sein. Das beste Ergebnis erzielte Georg Spies aus dem Sarntal. Er landete auf Platz 11. von insgesamt 66 Teilnehmern bei den Herren. Daniel Lanziner erzielte den 26. Platz, Klaus Lanziner mähte sich auf Platz 29., Jan Agreiter auf Platz 31., Jonas Kastlunger sicherte sich den 37. Platz, Gabriel Comploi den 39. Florian Spiess mähte sich auf den 44. Platz, Lukas Paris auf den 61., Peter Obwegs sicherte sich den 62. und Martin Locher den 64. Platz.
Bei den Damen landete Maria Burchia auf dem 18. Platz und Katja Mittelberger auf dem 24. Platz.
In diesem Jahr schickte das Südtiroler Mäher Team auch zwei Junioren an den Start. Pedevilla Manuel konnte sich den11 Platz sichern und Burchia Andreas Platz 9. Eine weitere Neuheit war in diesem Jahr die Kategorie „Legenden“, Hier erzielte Simon Oberrauch Platz 9. und Landesrat Franz Locher kletterte mit dem dritten Platz aufs Siegertreppchen.
Europameisterschaft 2027 in Südtirol Für die Austragung der Europameisterschaft im Handmähen gibt es eine Rotation und 2027 wird sie in Südtirol stattfinden. Vom 27.-29.08.2027 treffen die Besten Mäher und Mäherinnen im Sarntal aufeinander.
Unterstützt wurde das Team Südtirol durch Mila BERGMILCH SÜDTIROL.
» Eine starke Truppe reiste zur Europameisterschaft
Landesentscheid im Handmähen der Südtiroler Bauernjugend in Prad am Stilfserjoch
Wie auf Wolke sieben
Ehre, wem Ehre gebührt: Angelika!
» Unsere liebe ehemalige Landesleiterin, Angelika Springeth, wurde mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet – eine der höchsten Ehrungen für ehrenamtliches Engagement! ��
Angelika hat sich über viele Jahre mit Herzblut und Leidenschaft für unsere Jugend, für Gemeinschaft und Tradition eingesetzt. Ihr Engagement in den Jugendvereinen und ihre Arbeit für die Südtiroler Bauernjugend sind für uns alle ein großes Vorbild. ��
Wir sind unglaublich stolz auf dich, Angelika, und danken dir von Herzen für alles, was du für uns und die Gemeinschaft getan hast. Deine Energie, dein Einsatz und deine Herzlichkeit bleiben unvergessen – du hast uns gezeigt, wie wertvoll Zusammenhalt, Freude und Engagement sind.
Wie Angelika selbst sagt: „Es fühlt sich an wie auf Wolke sieben.“ Und wir fühlen dasselbe – mit dir feiern wir diese wohlverdiente Auszeichnung!
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