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Sudetendeutsche Zeitung 8. April 2022 Ausgabe 14 und 15

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Festlicher Gottesdienst für den Seligen Kaiser Karl und die Ukraine (Seite 3)

Sudetendeutsche Zeitung Die Zeitung der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Reicenberger Zeitung 161. Jahrgang

HEIMATBOTE

Jahrgang 74 | Folge 14 + 15 | 2,80 EUR · 75 CZK | München, 8. April 2022

VOLKSBOTE

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� Neues Förderprogramm für grenzüberschreitende Initiativen aufgelegt

Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds unterstützt Projekte für die Ukraine � Verlag und Redaktion

Frohe Ostern Liebe Leserinnen und Leser der Sudetendeutschen Zeitung, wir wünschen Ihnen von Herzen frohe Ostern.

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egen der Feiertage erscheint die nächste Ausgabe der Sudetendeutschen Zeitung am Freitag, 29. April. Darin werden Sie auch ein ausführliches Programm für den 72. Sudetendeutschen Tag finden, der über Pfingsten vom 3. bis 6. Juni in Hof und der Euregio Egrensis stattfinden wird.

MdB Rita HaglKehl, Co-Vorsitzende des Verwaltungsrates, mit Martin Kastler, Bundesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde, und dem tschechische Staatssekretär Jindřich Fryč. Foto: Abgeordnetenbüro Hagl-Keh

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds fördert ab sofort Projekte, die Deutsche und Tschechen gemeinsam auf die Beine stellen, um Opfern des russischen Völkermordes an der Ukraine zu helfen.

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eutsche und Tschechen verbinde seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine eine große Solidarität mit den ukrainischen Bürgern, erklären Petra Ernstberger und Tomáš Jelínek den Auslöser für das neue Förderprogramm. Die beiden Geschäftsführer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds: „Viele Menschen haben den Wunsch, jetzt nicht einfach ihren Alltag weiterzuleben, sondern Zeit, Energie und Geld für die Menschen in der Ukraine und die vielen Geflüchteten aufzubringen. Wir unterstützen daher im Rahmen eines

Sonderförderprogramms auch kurzfristige deutsch-tschechische Initiativen zugunsten der Ukraine.“ Mit Unterstützung des Fonds organisierten Deutsche und Tschechen gleich mehrere gemeinsame Projekte für ukrainische Bürger. So stellten etwa namhafte deutsche und tschechische Künstler wie Magdalena

� Zusammenarbeit

Tschechische Zukunftsfonds auch seiner Kernaufgabe. So wurden jetzt Fördermitteln in Höhe von insgesamt 1 031 114 Euro für 141 neue deutsch-tschechische Projekte freigegeben. „Wenn sich Menschen gemeinsam für ein Thema begeistern oder die Freude an kulturellen Erlebnissen teilen, dann ist das der schönste und einfachste Weg, einander näherzukommen. Wir danken allen, die auch und gerade jetzt, wo Nachrichten von Haß und Zerstörung dominieren, unermüdlich den Weg der gegenseitigen Verständigung suchen“, betonten Jindřich Fryč und Rita Hagl-Kehl, die in die Funktion der Co-Vorsitzenden des Verwaltungsrats gewählt wurden. Seit 1998 hat der Zukunftsfonds insgesamt rund 70,3 Millionen Euro für über 12 000 Projekte zur Verfügung gestellt.

� Neue Ausstellung des Adalbert Stifter Vereins im Sudetendeutschen Haus

Lipavský empfängt Schenk

Kulturelle Brücken in Europa – Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945 Vor über hundert Jahren, am 23. Juni 1921, wurde Johanna von Herzogenberg auf Schloß Sichrow bei Turnau in Böhmen geboren, die den Adalbert Stifter Verein als Geschäftsführerin und Vorstand über viele Jahre geprägt hat.

Der tschechische Außenminister Jan Lipavský (Piraten) hat am Dienstag den Chef der sächsischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, Oliver Schenk, empfangen. Es war das erste persönliche Treffen der beiden Politiker.

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hemen waren unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie die Versorgung ukrainischer Geflüchteter sowohl in Tschechien als auch in Sachsen. Lipavský hatte bereits im Vorfeld in einem ARD-Interview härtere Sanktionen gefordert: „Rußland muß komplett aus dem Swift-System ausgeschlossen werden.“ Das Geld, das unter anderem Deutschland für Gas- und Kohlelieferungen an Rußland überweise, diene Moskau nur dazu, den Angriffskrieg zu finanzieren. „Wir müssen dafür sorgen, daß der Krieg so schnell wie möglich aufhört, und dazu müssen wir die Geldflüsse beenden.“

Jetelová, Jan Švankmajer, Ruprecht von Kaufmann oder Uwe Henneken ihre Werke für eine gemeinsame Benefiz-Auktion zur Verfügung, bei der in der Prager Galerie Cermak-Eisenkraft über 120 000 Euro zusammenkamen. Der Erlös geht an ukrainische Künstler. Der gemeinnützige Verein Centrum svaté Zdislavy in

Deutsch Gabel in Nordböhmen bietet gemeinsam mit dem Freien Schulträgerverein aus Zittau/ Hartau ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine praktische Integrations-Sprachkurse an. Das Freiwilligenzentrum in Aussig und der Pirnaer Verein Aktion Zivilcourage unterstützen in gemeinsamer ehrenamtlicher Arbeit ukrainische Flüchtlinge in der Region, indem sie ihnen Sprachunterricht und Hilfe bei administrativen Angelegenheiten anbieten sowie Kleider und Lebensmittel verteilen. Die Sächsische Mozartgesellschaft wiederum widmete die Einnahmen aus ihrem deutschtschechischen Frühlingskonzert teilweise geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine und integriert diese in ihre musikalischen Aktivitäten. Neben der Hilfe für die Ukraine widmet sich der Deutsch-

Blumen zur erfolgreichen Promotion: Johanna von Herzogenberg am 13. März 1943 in Prag. Foto: Sudetendeutsches Institut

en runden Geburtstag der 2012 verstorbenen Kunsthistorikerin und Schriftstellerin hat der Adalbert Stifter Verein zum Anlaß genommen, um eine Ausstellung über das Vertreibungsschicksal des Adels zu konzipieren. Gezeigt wird die Ausstellung „Kulturelle Brücken in Europa. Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945“ in der Alfred-Kubin-Galerie im Sudetendeutschen Haus in München. Bei der Vernissage am Donnerstag, 21. April, 18.30 Uhr, wird Tomáš Czernin, Mitglied des Senats des tschechischen Parlaments, die Festrede halten. Die Ausstellung läuft bis zum 26. Juni und wird von einem Begleitprogramm umrahmt.

Ferdinand und Henriette Kinsky in den 1930er Jahren. Foto: Privatarchiv Familie Ferdinand Kinsky

� Konstituierende Sitzung des neuen Vorstands in der nordböhmischn Elbestadt

Landesgruppe Bayern tagt erstmals in Aussig Zum ersten Mal hat eine konstituierende Sitzung eines neu gewählten Vorstands der SL-Landesgruppe Bayern in Aussig stattgefunden.

W Kranzniederlegung für die Opfer des Massakers von Aussig am 31. Juli 1945 mit Landesobmann Steffen Hörtler (Mitte). Foto: Wagnert

ir wollten ein Zeichen setzen, daß wir als Sudetendeutsche das grenzüberschreitende Engagement für die deutsch-tschechische Freund-

schaft ernst nehmen“, erklärt Obmann Steffen Hörtler. Mit dem Tagungsort Aussig habe man auch die Gelegenheit genutzt, sich gemeinsam die Ausstellung „Unsere Deutschen“ anzuschauen. „Das ist die erste Ausstellung in der Tschechischen Republik, die das Schicksal der Sudetendeutschen thematisiert, und damit ein Mei-

lenstein im Aussöhnungsprozeß. Deutsche und Tschechen müssen ihre gemeinsame Geschichte ohne Vorbehalte aufarbeiten, um die Zukunft positiv zu gestalten. Dazu gehört auch, daß wir gemeinsam der Opfer von Haß und Gewalt gedenken.“ Zum Program der Landesgruppe Bayern gehörte deshalb auch eine Kranzniederlegung an der

Gedenktafel auf der Elbebrücke. Hörtler: „Der von Putin entfesselte mörderische Angriffskrieg auf die Ukraine führt zu unendlichem Leid. Ich hätte mir so gewünscht, daß nach der Vertreibung der Deutschen 1945/46 so etwas in Europa nie wieder geschieht. Sich gegen Haß und Nationalismus zu stellen, ist heute wichtiger denn je.“ Bericht: S. 9


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AKTUELL · MEINUNG

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14 + 15 | 8. 4. 2022

AUS UNSEREM PRAGER BÜRO

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er stellvertretende Ministerpräsident der Tschechischen Republik und gleichzeitig Arbeits- und Sozialminister , Marian Jurečka, bekleidet auch den Posten des Vorsitzenden der Christlich-Demokratischen Union (KDU-ČSL). SL-Büroleiter Peter Barton folgte seiner Einladung in die altehrwürdige Stadt Olmütz, die Hauptstadt der gleichnamigen Region. Jurečkas Büro hatte für Barton vor diesem Termin mehrere Treffen organisiert, die eine hoffnungsvolle Zusammen-

arbeit zwischen den früheren und heutigen Bewohnern dieser Gegend versprechen. So führte Barton dort Gespräche unter anderem mit den stellvertretenden Hauptmännern der Region, Ivo Slavotínek (KDUČSL) und Jan Šafařík (Koalition für die Olmützer Region), sowie den Ratsherrn Aleš Jakubec für Bildung und Jan Žůrek für Kultur. Nach den Begegnungen mit meist christlich-demokratisch orientierten Kommunalpolitikern und Bürgermeistern der Region Olmütz folgte ein Mittagessen mit Jurečka, bei dem ihm Barton die aktuel-

PRAGER SPITZEN len Ziele der Arbeit der Sudetendeutschen Landsmannschaft in der Tschechischen Republik auf umfangreiche Weise vorstellte. Barton wurde von Irene Nowak begleitet, die Mitglied des Vorstandes des Kulturverbandes der Deutschen ist. Sie stellte dem Vizepremierminister die Arbeit der heimatverbliebenen

Prag gratuliert Viktor Orbán

P Deutschen in der Tschechischen Republik vor und erläuterte die Geschichte dieser bereits 1969 entstandenen Organisation.

Seminarwochenende „Lebendige Erinnerungskultur“ auf dem Heiligenhof

Collegium Carolinum: Fokus auf die böhmische Geschichte Bildung und Wissenschaft spielen für eine lebendige Erinnerungskultur eine zentrale Rolle. Das hat sich auch beim Seminarwochendende der Sudetendeutschen Landsmannschaft gezeigt, das unter dem Motto „Lebendige Erinnerungskultur“ auf dem Heiligenhof stattgefunden hat. Zum ersten Mal hat dort das Collegium Carolinum seine Arbeit vorgestellt.

deten Prager Karlsuniversität. Das CC selbst knüpfe teilweise an die Geschichte der Karl-Ferdinands-Universität an, so Lunow. Das CC betreibe Grundlagenforschung, wie zum Beispiel beim in Gießen angesiedelten Projekt Sudetendeutsches Wörterbuch. Im Rahmen dieser kontinuierlichen Forschungsarbeit werden die verschiedenen deutschen Mundarten der historischen böhmischen Länder erschlossen und dokumentiert. Das in München herausgegebene Biographische Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder enthält Informationen zu Leben und Werk von historischen Persönlichkeiten, die in den böhmischen Ländern gewirkt haben. Hinzu kommen Habilitationsprojekte, wie Kriminalität der anderen, Staatliche Strukturpolitik, Sprachwandel in den Zuwanderungsgebieten von Vertriebenen oder Die Transformation der Erinnerung an die Zwangsmigration. Zu den Forschungsprojekten gehörten zum Beispiel im Bereich politische und soziale Ordnungen Die Kriminalität der Anderen: Ethnizität und Kriminalität in den preußischen Ostprovinzen und den böhmischen Ländern im langen 19. Jahrhundert, im Be-

Ulrike Lunow, Geschäftsführerin des Collegium Carolinum, stellte die Forschungseinrichtung vor. Oben: Der Lesesaal in München. Fotos: Schuster/Collegium Carolinum reich Umwelt- und Infrastrukturgeschichte Grenzen der Erschließung: Staatliche Strukturpolitik in zwei europäischen Bergregionen im Systemvergleich (1945–1989), im Bereich Religionsgeschichte Handbuch zur Kirchen- und Religionsgeschichte der Slowakei, im Bereich Digitale Geschichtswissenschaft: Korrespondierende Wissenschaft: Die Historiker der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen, im Bereich Sprache und Literatur Sprachwandel in den Zuwan-

derungsgebieten von Flucht und Vertreibung. Sprachgebrauch und Sprachwahrnehmung bei Alteingesessenen und immigrierten Vertriebenen in Mecklenburg seit 1945, sowie im Bereich Erinnerungs- und Migrationsgeschichte: Die Transformation der Erinnerung an die Zwangsmigrationen des Zweiten Weltkriegs im Lokalen. Die Vorstellung der Wissenschaftlichen Bibliothek im Sudetendeutschen Haus stieß ebenfalls auf großes Interesse. Die in Deutschland und Europa einzigartige wissenschaftliche Bibliothek mit rund 170 000 Medieneinheiten (Bücher, Nachschlagewerke, graue Literatur und ältere Zeitschriften) sowie zahlreichen laufenden Zeitschriften ist die größte wissenschaftliche Spezialsammlung zur Geschichte der böhmischen Länder, der Tschechoslowakei sowie Tschechiens und der Slowakei außerhalb dieser beiden Länder. Tipp der Referentin: Über die Website www.collegiumcarolinum.de kann man über den Online-Katalog von zu Hause oder auch vor Ort im Lesesaal in der Münchner Hochstraße im umfangreichen Bestand recherchieren. Hildegard Schuster

Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

De Vries warnt vor Diskriminierung

Die Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion hat eine Delegationsreise nach Polen unternommen, um sich in der Woiwodschaft Oppeln einen Eindruck von der Situation der deutschen Minderheit zu verschaffen.

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azu erklärt der Vorsitzende der Gruppe, MdB Christoph de Vries: „Der deutschen Minderheit in Polen droht auf Grund der massiven Einschränkung des muttersprachlichen Deutschunterrichts an Schulen mittel- bis langfristig der Verlust der kulturellen Identität. Durch die Verordnung des pol-

Corona: Fiala sagt Berlin-Besuch ab

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ls interdisziplinäre wissenschaftliche Gesellschaft vereint das Collegium Carolinum (CC) international renommierte Wissenschaftler, die sich mit der Geschichte und Gegenwart Tschechiens und der Slowakei sowie des östlichen Mitteleuropa beschäftigen. Das dazugehörige Institut initiiert und unternimmt Forschungen zur Geschichte der böhmischen Länder und Ostmitteleuropas. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf dem 19. und 20. Jahrhundert. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Religionsgeschichte, Erinnerungsgeschichte, Migrationsgeschichte, Regionalismusund Föderalismusgeschichte sowie Umwelt- und Infrastrukturgeschichte. Ulrike Lunow, Geschäftsführerin des Collegium Carolinum, beeindruckte die rund 60 Seminarteilnehmer mit ihrem lebendigen Vortrag über die Aufgabenfelder des CC. Lunow, die Neuere und Neueste Geschichte mit Schwerpunkt Osteuropa studiert hat, erläuterte, daß das Collegium Carolinum mit Standorten in München, Gießen und Prag als außeruniversitäres Forschungsinstitut akademisch ausgerichtet sei. 1956 per Regierungsbeschluß des Bayerischen Landtags gegründet, gehört zu den Aufgaben des CC die Erforschung der Geschichte und Kultur der Gebiete des heutigen Tschechien und der Slowakei. Der Name beziehe sich auf das Hauptgebäude der 1348 gegrün-

remierminister Petr Fiala (ODS) und Staatspräsident Miloš Zeman haben dem ungarischen Regierungschef Viktor Orbán zur Wiederwahl gratuliert. Fiala sagte, er sei überzeugt, daß sich Ungarn nach den Parlamentswahlen aktiver an einer „Lösung für die russische Aggression in der Ukraine“ beteiligen werde. Präsident Zeman betonte in seinem Gratulationsschreiben, daß sich die Beziehungen zwischen Tschechien und Ungarn „auf einem hervorragenden Niveau“ bewegen würden und daß die Zusammenarbeit im Rahmen der VisegrádGruppe weiter Priorität haben sollte. Orbáns Partei Fidesz war bei den Wahlen am Sonntag in Ungarn mit über 53 Prozent der Stimmen der klare Wahlsieger.

nischen Bildungsministeriums, die ab 1. September 2022 in Kraft tritt, wird der Deutschunterricht als Minderheitensprache von drei auf eine Wochenstunde gekürzt. 50 000 Kinder sind hiervon betroffen. Dies ist eine eindeutige Diskriminierung und ein eklatanter Verstoß gegen die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen.“ Laut den Rektorinnen der betroffenen Grundschulen in der Woiwodschaft Oppeln, dem Zentrum der deutschen Minderheit mit 300 000 Angehörigen in Polen, sind die Auswirkungen der Mittelkürzung um zehn Millionen Euro schon jetzt zu spüren. Polenweit drohe rund 500

MdB Christoph de Vries (CDU). Deutschlehrern die Entlassung. Das Schulwesen der deutschen Minderheit sei nach 30 Jahren Aufbauzeit – bis 1990 war in der kommunistischen Volksrepublik die deutsche Sprache verboten

– auf der Kippe, so de Vries. Der Hamburger Bundestagsabgeordnete mit sudetendeutschen Wurzeln fordert: „Die PiS-Regierung muß ihre Entscheidung, die alten nationalistischen Reflexen geschuldet ist und die deutsch-polnische Freundschaft belastet, sofort zurücknehmen.“ Die Bundesregierung habe, so der CDU-Politiker, den Ernst der Lage nicht erkannt und keine Anstrengungen unternommen, um die PiS-Regierung zum Einlenken zu bewegen. Christoph de Vries: „Die zuständige Bundesinnenministerin Faeser ist jetzt gemeinsam mit Außenministerin Baerbock gefordert, hier umgehend zu intervenieren.“

um zweiten Mal hat der tschechische Premierminister Petr Fiala seinen Antrittsbesuch beim Nachbarn Deutschland kurzfristig absagen müssen. Im März war der russische Angriffskrieg auf die Ukraine der Grund für die Absage, jetzt eine Coronaerkrankung des Regierungschefs. Ursprünglich geplant war, daß Fiala am Mittwoch sowohl Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als auch Bundeskanzler Olaf Scholz trifft. Wann die Berlin-Reise nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Fiala hatte sich nach seiner Coronaerkrankung für eine Woche in Isolation begeben und danach erklärt, erst langsam wieder die Regierungsgeschäfte aufzunehmen.

Unternehmer spendet für Waffen

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ür Waffenkäufe hat der tschechische Internet-Unternehmer Ivo Lukačovič 100 Millionen Kronen, umgerechnet 4,1 Millionen Euro, an die Ukraine gespendet. Anlaß war das Massaker der russischen Armee an der Zivilbevölkerung in Butscha.

Tennis: Sechs Frauen in den Top 50

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rfolg für das tschechische Tennis: Barbora Krejčíková ist trotz Verletzung weiter auf dem zweiten Platz der Weltrangliste. Die Tschechin liegt damit direkt hinter Iga Świątek aus Polen, die

die Liste nach dem Rücktritt der Australierin Ashleigh Barty anführt. Krejčíková kuriert derzeit eine Ellbogen-Verletzung aus. In den Top Ten der Welt befindet sich mit Karolína Plíšková zudem eine weitere Tschechin, sie nimmt aktuell Platz sieben ein. Weitere vier Tennisspielerinnen des Landes befinden sich unter den besten 50.

Tschechien führt Battle-Group

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schechien hat am Montag die Führung der Nato-Mission in der Slowakei übernommen, um mit einem Aufgebot von rund 2000 Soldaten den Schutz der Nato-Ostflanke vor einem russischen Angriff zu verstärken. Neben Tschechien, das laut Parlamentsbeschluß bis zu 650 Soldaten in die Slowakei schicken kann, beteiligen sich Deutschland, die USA, Polen, Slowenien, die Niederlande und die Slowakei an der sogenannten BattleGroup.

Škoda bekommt einen neuen Chef

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koda hat am Montag bestätigt, daß Klaus Zellmer ab Juli als Vorstandsvorsitzender die Führung beim tschechischen Autobauer übernimmt. Vorgänger Thomas Schäfer steigt zum Vorstandsvorsitzenden der Marke Volkswagen auf. Zellmer ist derzeit noch Vertriebsvorstand bei Volkswagen und war zuvor 23 Jahre lang bei Porsche tätig.

260 000 Visa für Ukraine-Flüchtlinge

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schechien hat seit Beginn des russischen Völkermordes rund 260 000 Spezialvisa für ukrainische Flüchtlinge ausgestellt, hat das tschechische Innenministerium bekanntgegeben. Die Visa erlauben Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind, bis zu einem Jahr in Tschechien zu bleiben. Die Geflohenen erhalten damit Zugang zum Gesundheitssystem, dem Arbeitsmarkt und sozialen Dienstleistungen. Der Ukraine-Krieg war auch das Hauptthema des Treffens der Vorsitzenden der Parlamente aus Tschechien, Österreich und der Slowakei in Prag. Erstmals hatte bei diesem sogenannten Austerlitz-Format die Vorsitzende des tschechischen Abgeordnetenhauses, Markéta Pekarová Adamová (Top 09), den Vorsitz inne.

Sudetendeutsche Zeitung

ISSN 0491-4546 Erscheint wöchentlich freitags. Redaktionsschluß Veranstaltungstermine: Freitag 18.00 Uhr. Redakationsschluß Montag 18.00 Uhr. Chefredaktion und verantwortlich für den Inhalt: Torsten Fricke, Nadira Hurnaus. Kulturredaktion: Susanne Habel. Korrespondent in Prag: Dr. Jaroslav Šonka; Korrespondentin in TeplitzSchönau: Jutta Benešová; Korrespondenten im Isergebirge: Stanislav Beran, Petra Laurin; Korrespondent in Berlin: Ulrich Miksch. Ständige Mitarbeit: Peter Barton, Markus Bauer, Josef Grimm, Professor Dr. Rudolf Grulich, Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Kathrin Hoffmann, Peter Pawlik, Herbert Ring, Karl Reitmeier, Hildegard Schuster, Lexa Wessel. Verlagsassistentin: Birte Rudzki. Anschrift für alle: Hochstraße 8, 81669 München. Redaktion: eMail zeitung@sudeten.de; Verlag: Telefon (0 89) 48 00 03 80, eMail svg@sudeten.de. Jahres-Abonnement 2021 Inland als Postvertriebsstück im Lastschriftverfahren 125,00 EUR einschließlich 7 Prozent Mehrwertsteuer. Ausland 154,00 EUR, Luftpost auf Anfrage. Reichenberger Zeitung (24 Ausgaben jährlich) 62,50 EUR, Neudeker Heimatbrief (12 Ausgaben jährlich) 31,25 EUR. Je Rechnung 2,00 EUR Aufschlag. Bankverbindung: Postbank München – IBAN: DE13 7001 0080 0005 7278 08, BIC: PBNKDEFF; Abbestellungen mit einer Frist von vier Wochen zum Vierteljahresschluß schriftlich an den Verlag. Anzeigenpreisliste Nr. 13 vom 1. Januar 2021; Anzeigengestaltung erst nach Auftrag. © 2021 Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft. Diese Zeitung ist mit allen Texten und Bildern urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, Vervielfältigung und Verwertung – insbesondere auch Weitergabe in Form von Kopien oder Einstellen ins Internet – sind ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urheberrecht nichts anderes ergibt. Mit vollem Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder der Sudetendeutschen Landsmannschaft wieder. Gerichtsstand und Erfüllungsort München. Kein Entschädigungsanspruch bei Nichterscheinen oder Nichtlieferung infolge Streik oder höherer Gewalt. Keine Gewähr für nicht angeforderte Manuskripte, Bilder, Dokumente, Datenträger und Daten. Alle datenschutzrechtlichen Vorschriften werden beachtet; Einzelheiten unter www.sudeten.de Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH, HRB München 3796. Geschäftsführer und verantwortlich für Anzeigen: Torsten Fricke. Alleiniger Anteilseigner: Sudetendeutsche Landsmannschaft, Hochstraße 8, 81669 München. Druck und Versand: Presse-Druck- und Verlags-GmbH, 86167 Augsburg.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.


AKTUELL

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14 + 15 | 8. 4. 2022

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Den feierlichen Gottesdienst zelebrierten Erzbischof Nikola Eterović (links), der Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus, Bischof Bohdan Dzyurak (rechtes Foto rechts), und Pfarrer Martin Popp (mittleres Foto).

� Feierlicher Gottesdienst in Münchens ältester Kirche St. Peter

Gebete für den Seligen Kaiser Karl und für den Frieden in der Ukraine Bis zur letzten Bank gefüllt – wie in Vor-Corona-Zeiten – war Münchens ältestes Gotteshaus St. Peter beim Gedenkgottesdienst für den von Papst Johannes Paul II. seliggesprochenen Kaiser Karl von Österreich, den der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, und der Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus, Bischof Bohdan Dzyurakh, am Freitag zelebriert haben.

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ie mit Fahnen- und Trachtenabordnungen der Egerländer und der Kuhländler farbenprächtig gestaltete Messe, zu der die Paneuropa-Union und die Sudetendeutsche Landsmannschaft unter Vorsitz des langjährigen Münchner Europaabgeordneten Bernd Posselt eingeladen hatten, war sowohl dem 100. Todestag des am 1. April 1922 im Exil auf Madeira verstorbenen Habsburgers als auch dem Frieden für das ukrainische Volk gewidmet, dem sich der Monarch stets besonders verbunden gefühlt hatte. Nuntius Eterović, ein gebürtiger Kroate, erteilte den Versammelten im Auftrag von Papst Franziskus dessen Apostolischen Segen. Der Erzbischof verurteilte in seiner Predigt den Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine: „Mit diesem Angriffskrieg der Russischen Föderation wurden fundamentale Normen des internationalen Rechts gebrochen und ein Sicherheitssystem zerstört, das sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa entwickelt hat. Es ist nicht erlaubt, in ein souveränes und unabhängiges Land einzumarschieren, um die demokratisch gewählte und rechtmäßige Regierung zu stürzen und ein ganzes Volk unterwerfen zu wollen.“ Der junge Kaiser Karl sei mitten im Ersten Weltkrieg an die

Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und Präsident der Paneuropa-Union Deutschland, errinnerte in der vollbesetzten Kirche an das Friedensengagement von Kaiser Karl. Fotos: Egon Lippert/Torsten Fricke

Hielt die Schriftlesung: Johannes Kijas von der Paneuropa-Union.

Sorgten für die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe: Die „Gartenberger Bunkerblasmusik“ mit Roland Hammerschmied.

Regierung gekommen und habe sich mit aller Kraft für den Frieden eingesetzt. Wenn er auch nach menschlichen Maßstäben gescheitert sei, so habe er damit doch ein christliches Vorbild gegeben. Der Nuntius wies darauf hin, daß 1922, im Todesjahr des Monarchen, die Paneuropa-Union gegründet wurde, eine dem Frieden in Europa gewidmete Organisation, deren Präsident Karls ältester Sohn, Otto von Habsburg, lange Zeit gewesen sei. Es gelte dafür zu beten und zu arbeiten, daß jedes Land in Frieden und Freiheit leben könne – ohne Tyrannei und Diktatur. „Der Friede möge mit Gottes Hilfe auf unseren geliebten Kontinent Europa zurückkehren, der dem Seligen Kaiser Karl und seiner ganzen Familie bis in unsere Tage so sehr am Herzen lag und liegt“, so der Erzbischof. Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und Präsident der Paneuropa-Union Deutschland, würdigte Karl I., der auch der letzte König von Böhmen war, als Friedenskaiser, der sein ganzes Leben als Pflichterfüllung gegenüber Gott empfunden habe. Daher sei er als einziger führender Politiker und Monarch der neueren Geschichte von der Katholischen Kirche selig gesprochen worden. Er habe als jemand, der das Leiden der Soldaten an der Front gesehen habe, alles Menschenmögliche versucht, um den Ersten Weltkrieg zu beenden, das unter dem Kriegsrecht suspendierte Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichstages wieder einberufen, das erste Sozialministerium der Welt geschaffen und außerdem einen ukrainischen Wissenschaftler an die Spitze eines neuen Ministeriums für Volksgesundheit gestellt. 1919 ins Exil geschickt, „erkannte er prophetisch, daß durch die Zerschlagung Mitteleuropas

Kaiser Karl verstarb vor hundert Jahren am 1. April 1922. ein Vakuum entstanden war, das zuerst durch eine deutsche Diktatur und dann durch eine russische ausgefüllt zu werden drohte.“ 1922 als nur 34-jähriger an der Spanischen Grippe gestorben, habe er sich diesen Entwicklungen nicht mehr aktiv entgegenstemmen können, setze aber „als Christ und Staatsmann bis heute Maßstäbe für ein freies, friedliches und soziales Europa, dem die Ukraine hoffentlich möglichst bald angehören kann.“ Unter den Konzelebranten war der Vorsitzende der Kaiser-Karl-Gebetsliga in Deutschland, Pfarrer Martin Popp, unter den Ehrengästen der Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, MdL Robert Brannekämper, der mütterlicherseits Wurzeln im Schönhengstgau hat, mehrere Mitglieder des diplomatischen und des konsularischen Korps, der Münchner Stadtrat Michael Dzeba, zugleich Botschafter des Souveränen Malteserordens in Kroatien, die SL-Bundesvorstandsmitglieder Hans Knapek – in Egerländer Tracht – und Prof. Ulf-Bernd Broßmann, Max Strauß, Sohn des verstorbenen Schirmherrn, sowie die Bundesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft, Brunhilde Reitmeier-Zwick.

Den festlichen Einzug der Sudetendeutschen verfolgen (erste Reihe von links) Bernd Posselt, Stephanie Waldburg (Paneuropa-Union) und Stadtrat Michael Dzeba sowie (zweite Reihe) Max Strauß und MdL Robert Brannekämper.


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Sudetendeutsche Zeitung Folge 14 + 15 | 8. 4. 2022

In Hof und der Euregio Egrensis

72. Sudetendeutscher Tag vom 3. bis 6. Juni

as große Volksgruppentreffen steht unter dem Motto „Dialog überwindet Grenzen“. Traditionelle und neue Veranstaltungsformen des Sudetendeutschen Tages sind von Freitag, 3. bis Sonntag, 5. Juni in der Freiheitshalle von Hof geplant. Dem sollen zwei „Sudetendeutsche Wochen“ mit Einzelveranstaltungen vieler Träger in der Euregio Egrensis vorgeschaltet werden. Erstmalig dauert die Begegnung bis Pfingstmontag. Am 6. Juni werden Ausflüge und eine Gebetswallfahrt auf dem Pro-

gramm stehen. Ein Höhepunkt des Sudetendeutschen Tags ist die Verleihung des Europäischen KarlsPreises der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Preisträger ist in diesem Jahr der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj. Damit wollen die Sudetendeutschen, so der Sprecher und damit oberste politische Repräsentant der Sudetendeutschen Volksgruppe Bernd Posselt, „gegen Putins Angriff auf Herz und Seele Europas protestieren und Solidarität mit dem tapferen ukrainischen Volk bekunden. Selenskyj ist durch seine Tapferkeit und sein Augenmaß einer der bedeutendsten Europäer der Gegenwart.“

Bis Freitag, 30. September: Sonderausstellung „Unser Mut. Juden in Europa 1945–48“. Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Stresemannstraße 90, Berlin. Samstag, 9. April, 10.00 Uhr, SL-Landesgruppe Hessen: Landesversammlung mit Ansprache von Staatsminister Peter Beuth. Wilhelm-Kempf-Haus 1, Wiesbaden. Samstag, 9. April, 10.00 Uhr, SL-Landesgruppe BadenWürttemberg: Landesversammlung. Haus der Heimat, Schloßstraße 92, Stuttgart. Samstag, 9. April, 14.00 bis 18.00 Uhr, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen: Böhmisch-Mährisch-Schlesischer Ostermarkt. Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Begrüßung und Eröffnung: Sylvia Stierstofer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Christina Meinusch, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Dr. Ortfried Kotzian, Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung. 15.00 bis 17.00 Uhr: Angebot für Kinder und Jugendliche: Eierkratzen und Eiermalen mit Nadja Schwarzenegger. 15.00 Uhr: Buchvorstellung „Atlas der Volkstrachten der Tschechischen Republik“ mit Autor Jan Kuča. Musikalische Umrahmung: Böhmerwälder Sing- und Volkstanzgruppe München. Samstag, 9. April, 15.00 Uhr: „Es wird wieder gepauert“. Thomas Schönhoff trägt Frühlings- und Ostergeschichten in paurischer Mundart von Walter Beer, Emma Hollmann, Marie Hübner und Heinz Kleinert vor. Isergebirgs-Museum Neugablonz, Bürgerplatz 1, Kaufbeuren. Donnerstag, 21. April, 18.30 Uhr, Adalbert Stifter Verein: Vernissage der Ausstellung „Kulturelle Brücken in Europa: Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945“. Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 26. Juni. Alfred-Kubin-Galerie, Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Freitag, 22., 17.00 Uhr bis Sonntag, 24. April, 13.00 Uhr, Seliger Gemeinde: Frühjahrsseminar. Evangelisches Bildungswerk, Markgrafenstraße 34, Bad Alexandersbad. Samstag, 23. April, 15.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Erlangen und Ackermann-Gemeinde Erlangen: „Aus Jaroslav Hašek. Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“. Lesung von Dr. Hildegunt Kirschner (Erlangen). Café Rathsstift, Rathsberger Straße 63, Erlangen. Sonntag, 24. April, 11.00 bis 14.00 Uhr, SL-Ortsgruppe Stuttgart-Weilimdorf: Fest der

Nationen. Gemeindehaus Salvator Giebel, Giebelstraße 15, Stuttgart. Montag, 25. April, 17.30 Uhr, Kulturreferat für die böhmischen Länder: Film „Landschaft im Schatten (Krajina ve stínu, CZ 2020)“. City 46, Kommunalkino, Birkenstraße 1, Bremen. Montag, 25. April, 19.00 Uhr, Sudetendeutsche Landsmannschaft, Bundesverband, Sudetendeutsche Heimatpflege, Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising, Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste: „Böhmen macht Weltgeschichte – Der unbekannte Wallenstein“. Vortrag von Prof. Dr. Stefan Samerski. Sudetendeutsches Haus, Adalbert-Stifter-Saal, Hochstraße 7, München. Dienstag, 26. April, 19.00 Uhr: „Rumänien – Treffpunkt Orient–Okzident.“ Bebilderter Vortrag von Peter von Kapri. Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Dienstag, 26. April, 20.00 Uhr: „Deutsche und Tschechen im ausgehenden 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, Vortrag von Prof. Dr. Stefan Samerski. Münchner Burschenschaft Sudetia, Augustenstraße 109, München. Mittwoch, 27. April bis Freitag, 10. Juni, BdV: Wanderausstellung des HDO „Mitgenommen – Heimat in Dingen“. Haus der Heimat. Friedrichstraße 35, Wiebaden. Mittwoch, 27. April, 15.00 Uhr, Kulturreferat für die böhmischen Länder: Finissage zur Ausstellung „Verblichen, aber nicht verschwunden. Eine Spurensuche im Böhmerwald“. Foyer der Philosophischen Fakultät der Universität Aussig, Pasteurova 13, Aussig. Donnerstag, 28. April, 19.00 Uhr: „Die Deutschen in der Sowjetunion in der letzten Phase von deren Existenz 1985–1991.“ Vortrag von Dr. Viktor Krieger. Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Donnerstag, 28. April, 19.00 Uhr: Sudetendeutscher Heimatrat: Online-Treffen. Freitag, 29. April, 18.00 Uhr: „Die Revolution ist die Maske des Todes. Der Tod ist die Maske der Revolution.“ Musikalische Lesung mit Alexandra Lachmann (Sopran), Elke Jahn (Gitarre) und Uli Hoch (Lesung). Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Samstag, 30. April bis Sonntag, 1. Mai, 10.00 bis 18.00 Uhr: Wiederöffnung des Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) mit der neuen Dauerausstellung „Mehr Raum für

Der 72. Sudetendeutsche Tag findet über Pfingsten vom 3. bis 6. Juni 2022 in Hof und in der Euregio Egrensis statt.

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Wein-Tagung

Carl Kostka und die Deutschdemokratische Freiheitheitspartei Samstag, 9. April, 16.00 bis 18.00 Uhr: Online-Seminar: „Carl Kostka und die Deutschdemokratische Freiheitspartei zwischen nationalen Ansprüchen und liberalem Gedankengut“. Gespräch mit der Historikerin und Publizistin Susanne Keller-Giger. Der Politiker und Sekretär der nordböhmischen Handels- und Gewerbekammer Carl Kostka (1870–1957) stand von 1929 bis Frühjahr 1938 der sudetendeutschen Stadt Reichenberg als Bürgermeister vor. Zusammen mit seiner Partei, der Deutschdemokratischen Freiheitspartei (DDFP), entwickelte er sich vom Kritiker der neu entstandenen Tschechoslowakei zu einem verläßlichen Verteidiger der Republik. Anmeldung unter eMail info@heiligenhof.de oder unter Telefon (09 71) 7 14 70. Heiligenhof · Alte Euerdorfer Straße 1 · 97688 Bad Kissingen Telefax (09 71) 71 47 47 info@heiligenhof.de · www.heiligenhof.de

VERANSTALTUNGSKALENDER die Donau“. Eintritt ist frei. Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm, Schillerstraße 1, Ulm. Samstag, 30. April, 14.30 Uhr, SL-Ortsgruppe StuttgartWeilimdorf: Monatsnachmittag mit Bezirksvorsteherin Ulrike Zich. Haus der Begegnung, Giebelstraße 14, Stuttgart. Samstag, 30. April, 16.30 Uhr: „Wir sind nicht ahnenlos – 100 Jahre Familienforschung in der Region Düsseldorf“. Festakt und Eröffnung der Jubiläumsausstellung, die bis zum 27. Mai läuft. Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Montag, 2., 9.00 Uhr bis Freitag, 6. Mai, 18.00 Uhr, Seliger-Gemeinde München-Dachau: Informationsfahrt nach Prag und Reichenberg. Auf den Spuren von DSAP und SOPADE. Dienstag, 3. Mai: Kulturwallfahrt „Bayern und Böhmen, Ludmilla, bayerische Rauten und mehr“ mit SL-Bundeskulturreferent Prof. Dr. Ulf Broßmann. Abfahrt: 8.00 Uhr, Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Planmäßige Rückkehr: 19.00 Uhr. Anmeldung: anmeldung@ sudeten.de oder schriftlich an Sudetendeutsche Landsmannschaft, Kulturwallfahrt, Hochstraße 8, 81669 München. Dienstag, 3. Mai, 19.00 Uhr: „Königsberg erinnern. Versuch einer philosophischen Ortsbestimmung“. Vortrag von Prof. Dr. Hans-Ulrich Baumgarten. Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Mittwoch, 4. Mai, 19.00 Uhr, Deutsches Kulturforum östliches Europa: Eröffnung der Wanderausstellung „Die Schaleks – eine mitteleuropäische Familie“ (läuft bis 12. Juni). Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Teilbibliothek 4, Heumarkt 2, Bamberg. Donnerstag, 5. Mai, 19.00 Uhr: „4074 Tage – Tatorte der NSU-Morde“. Eröffnung der Ausstellung, die bis zum 13. August läuft. Gerhart-HauptmannHaus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Donnerstag, 5. Mai, 20 Uhr: Kolloquium „Ukraine–Rußland: die grundliegenden Konflikte“ mit Kurzvorträgen von Dr. Otfried Kotzian, Vorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung, und Dr. Florian Kührer-Wielach, Leiter des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IGKS) an der Ludwig Maximilians-Universität. Münchner Burschenschaft Sudetia, Augustenstraße 109, München. Samstag, 7., bis Sonntag, 8. Mai, Heimatkreis Hohenelbe/ Riesengebirge: 60. Bundestreffen in Marktoberdorf. Anmel-

dung und weitere Informationen per eMail BaumgartlGerhard@tonline.de oder telefonisch unter (0 83 42) 4 05 28. Samstag, 7. Mai, 14.00 Uhr, SL-Ortsgruppe Königsbrunn/ Wehringen/Klosterlechfeld: Muttertagsfeier. Fischerheim, In der Aue 5, Wehringen. Samstag, 7. Mai, 14.00 Uhr, SL-Ortsgruppe Roth: 70-Jahr-Feier. Festvortrag Landesobmann Steffen Hörtler, Ehrungen, musikalische Umrahmung, böhmischer Nachmittag. Festzelt am Vogelbeerbaum, Otto-Schrimpff-Straße 17, Roth. Mittwoch, 11. Mai, 19.00 Uhr: Lesung Marek Toman „Lob des Opportunismus“ im Rahmnen der Ausstellung „Kulturelle Brücken in Europa: Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945“. Moderation Zuzana Jürgens , Adalbert Stifter Verein. Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Mittwoch, 11. Mai, 19.00 Uhr: „Oberschlesische Aussiedler in NRW. Zwischen lokaler Integration und regionaler Zugehörigkeit“. Vortrag von Dr. Marius Otto. Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Donnerstag, 12. Mai, 19.00 Uhr, Vernissage: Zwei Häuser eines Herrn – Kirchen und Synagogen in der Slowakei“. Die Ausstellung mit Fotos von Monika und Ľubo Stacho läuft bis 26. Juni. Evangelische Kirchengemeinde Am Humboldthain, Gustav-Meyer-Allee 2, Berlin. Montag, 16. Mai, 17.00 Uhr, Ackermann-Gemeinde: Nepomukgottesdienst. Asamkirche, Sendlinger Straße, München. Samstag, 21. Mai, 15.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Erlangen und Ackermann-Gemeinde Erlangen: „Das Sudetendeutsche Museum in München und sein Pendant, die Dauerausstellung ,Unsere Deutschen‘ in Aussig/ Ústí nad Labem“. Vortrag von Christoph Lippert (Herzogenaurach). Café Rathsstift, Rathsberger Straße 63, Erlangen. Sonntag, 22. bis Mittwoch, 23. Mai, Ackermann-Gemeinde: Kulturfahrt nach Südwestmähren mit Stationen in Trebitsch, Teltsch, Znaim, Stift Neureich und Schloß Jarmeritz. Anmeldung und nähere Informationen unter eMail muenchen@ ackermann-gemeinde.de Montag, 23. Mai, 18.00 Uhr: „Das deutsch-russische Jahrhundert“. Autorengespräch mit Prof. Dr. Stefan Creuzberger. Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Donnerstag, 26. Mai, 19.00 Uhr, BdV Augsburg-Stadt und Augsburg-Land: Maiandacht.

Busreise ins Weinviertel Mittwoch, 25. bis Sonntag, 29. Mai: Studienreise und Tagung „Geschichte und Gegenwart des Weinbaus im niederösterreichischen Weinviertel und in den Nachbarregionen in Ostmittel- und Südosteuropa“. Das Haus des Deutschen Ostens bietet in Kooperation mit der Gesellschaft für Geschichte des Weines und der Sudetendeutschen Heimatpflegerin eine Studienreise nach Retz in Österreich an. Im Mittelpunkt der dort stattfindenden Tagung stehen Geschichte und Gegenwart des Weinbaus im Weinviertel und in den Nachbarregionen in Ostmitteleuropa. Namhafte Referen-

Mit dem Chor der Banater Schwaben und dem Blasorchester Königsbrunn in der Pfarrkirche St. Ulrich in Königsbrunn. Donnerstag, 26. Mai, 15.00 Uhr, SL-KG Roth-Schwabach: Maiandacht am VertriebenenGedenkstein Vogelherd. Im Vogelherd, Schwabach. Samstag, 28. Mai, 14.30 Uhr, SL-Ortsgruppe StuttgartWeilimdorf: Jahreshauptversammlung mit Ehrungen. Haus der Begegnung, Giebelstraße 14, Stuttgart. Samstag, 28. Mai, 19.00 Uhr: Konzert „Verflechtungen. Einflüsse von Volksmusik, Tanz und Märchenwelten in der böhmischen Kunstmusik“ mit dem Klavierduo Jost Costa und dem Musikwissenschaftler Joachim Kremer. Veranstalter: Adalbert Stifter Verein und Kulturreferat für die böhmischen Länder. Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Dienstag, 31. Mai, 18.00 Uhr: „Hana oder Das böhmische Geschenk“. Poetisches Portrait der tschechischen Germanistin Hana Jüptnerová mit Tina Stroheker. Erinnerungen an die 2019 verstorbene tschechische Dissidentin, Christin und Brükkenbauerin Hana Jüptnerová. Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Dienstag, 31. Mai, 19.00 Uhr, Adalbert Stifter Verein und Ústav pro studium totalitních režimů: 100 Jahre PaneuropaBewegung mit Bernd Posselt und Martin Posselt im Rahmen der Ausstellung „Kulturelle Brücken in Europa: Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945“. Moderation: Viktoria Großmann (Süddeutsche Zeitung). Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Freitag, 3. bis Montag, 6. Juni: 72. Sudetendeutscher Tag in Hof und der Euregio Egrensis (weitere Informationen siehe oben). Dienstag, 7. Juni, 19.00 Uhr: „Der Mann aus Prag. Ein besonderer Abend über Franz Kafka“. Musikalische Lesung mit Christiane Lemm und Kalle Kubik. Gerhart-HauptmannHaus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Freitag, 17. Juni, 10.30 Uhr, SL-Ortsgruppe Königsbrunn/ Wehringen/Klosterlechfeld: Totengedenken. Mahnmal der Sudetendeutschen am Friedhof Wehringen mit Pfarrer Hubert Ratzinger. Samstag, 18. Juni, 8.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Erlangen und Ackermann-Gemeinde Erlangen: Eintägige Busfahrt nach München ins Sudetendeutsche Museum. Busbahnhof Erlangen. Anmeldung bei: Christoph Lippert, Telefon (0 91 32) 97 00 oder eMail

ten setzen dabei in ihren wissenschaftlichen Vorträgen einen besonderen Schwerpunkt auf die historische und aktuelle Rolle der deutschen Minderheiten im Weinbau, in Mähren, der Slowakei, Ungarn und Rumänien. Exkursionen und die Besichtigung der Weinkeller unter der Retzer Altstadt ergänzen das Programm. Das HDO bietet den Tagungsteilnehmern ein Reise-Gesamtpaket (inklusive Busfahrt ab München und Übernachtungen für 895 Euro im Einzelund 825 Euro im Doppelzimmer) an. Anmeldung und weitere Informationen unter Telefon (0 89) 4 49 99 30 oder per eMail an poststelle@hdo.bayern.de

erlangen@ackermann-gemeinde .de Samstag, 18. Juni, 14.30 Uhr, SL-Ortsgruppe StuttgartWeilimdorf: Monatsnachmittag. Haus der Begegnung, Giebelstraße 14, Stuttgart. Montag, 20. Juni, 17.30 Uhr, SL-Kreisgruppe Stuttgart, UdVF Stuttgart und BdV: Veranstaltung zum Weltflüchtlingstag. Podiumsdiskussion mit Marion Gentges, Ministerin der Justiz und für Migration, Serkan Eren von der Hilfsorganisation STELP, Stadträtin Iris Ripsam, MdB a.D. und BdV-LV. Moderation: Florian Hummel, Landesvorsitzender der Jungen Union Baden-Württemberg. Kursaal, Königsplatz 1, Stuttgart-Bad Cannstatt. Dienstag, 21. Juni, 19.00 Uhr, Adalbert Stifter Verein und Ústav pro studium totalitních režimů: „Adel heute“ – Podiumsdiskusion im Rahmen der Ausstellung „Kulturelle Brükken in Europa: Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945“. Moderation: Stephan Löwenstein (FAZ). Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Sonntag, 26. Juni bis Samstag, 2. Juli, SL Österreich: Sudetendeutsche Ferienwoche in Seeboden am Millstätter See. Anmeldung: Tourismusbüro Seeboden, Telefon (00 43 47 62) 8 12 55 12, eMail lisa.noisternig@ ktn.gde.at Samstag, 2. Juli, 10.00 bis 17.00 Uhr, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege in Kooperation mit der Sudetendeutschen Heimatpflege: Liederlust im Vierklangrausch. Gesungen werden Lieder aus Bayern und dem Sudetenland. Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Teilnahmegebühr 25 Euro. Anmeldung: www. heimat-bayern.de Samstag, 23. Juli: Brünner Versöhnungsmarsch. Die Landesgruppe Bayern organisiert eine Reise mit zwei Bussen (Nordund Südbayern) von Freitag, 22. Juli bis Montag, 25. Juli. Samstag, 23. Juli, 15.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Erlangen und Ackermann-Gemeinde Erlangen: „Na Uteku – Auf der Flucht“. Der Film dokumentiert das Schicksal der jüdischen Kaufmannsfamilie Weinstein aus Troppau. Anschließend Filmgespräch mit dem Troppauer Dieter Aust. Café Rathsstift, Rathsberger Straße 63, Erlangen. Samstag, 17. bis Samstag, 24. September, Ackermann-Gemeinde: Zu Fuß durch Nordböhmen: deutsch-tschechische Pilgerwanderung von Aussig nach Altbunzlau. Anmeldung und nähere Informationen unter eMail muenchen@ackermanngemeinde.de


AKTUELL

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14 + 15 | 8. 4. 2022

5 � Mut tut gut

Wunderkraft der Liebe

W Hausherrin Dr. Gundula Bavendamm.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, eröffnete die erste Sonderausstellung des Berliner Dokumentationszentrums.

Prof. Dr. Mirjam Wenzel. Fotos: Ulrich Miksch

� Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung zeigt die Sonderausstellung „Unser Mut. Juden in Europa 1945–48“

Juden nach dem Holocaust: Der lange Weg zurück ins Leben Nun ist auch der letzte Raum des neuen Dokumentrationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin eingeweiht. Zum ersten Mal präsentiert das Zentrum eine Sonderausstellung im Parterre des umgestalteten Deutschlandhauses. Zu Gast ist das Jüdische Museum Frankfurt am Main mit seiner im vergangenen Jahr in Frankfurt gezeigten Ausstellung „Unser Mut. Juden in Europa 1945–48.“

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iese Präsentation thematisiert den Neubeginn der etwa dreieinhalb Millionen Juden von vormals 11 Millionen in Europa, die der systematischen Ermordung durch die Nationalsozialisten entgehen konnten und nicht vertrieben oder geflohen waren. In verschiedenen Lagern – Displaced Persons Camps – meist unter alliierter, häufig amerikanischer Obhut entwickelte sich wieder jüdisches Leben in Europa, von dem die Ausstellung Zeugnis ablegt. Nach 1948, der Gründung des Staates Israel, werden die Camps nach und nach aufgelöst, viele der Bewohner wandern nach Israel aus, aber einige bleiben auch aus verschiedensten Gründen in Deutschland. Bei der Eröffnung erklärte die Direktorin des Dokumentationszentrums, Dr. Gundula Bavendamm, warum die Aufarbeitung dieses Teils der Geschichte ebenfalls wichtig für das Gesamtthema Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist: „Flucht und Vertreibung aus Deutschland beginnen Anfang der 1930er Jahre unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Unser Verständnis des Begriffs ,Vertreibung‘ schließt die bitteren Erfahrungen der jüdischen Bevölkerung mit ein. Das ist die Botschaft, die wir mit der Präsentation in diesem Haus verbinden.“ Die zur Eröffnung erschienene Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, erinnerte in ihrem Grußwort zuerst an den Ukrainer Borys Romantschenko, der vier KZs überlebt hatte und bei der Befreiung aus dem KZ BergenBelsen als 19-jähriger nur noch 34 Kilogramm wog. Er kehrte in seine Heimat zurück, studierte an der Bergbauakademie in Charkiw und arbeitete als Ingenieur. „Dort ist er vor wenigen Tagen 96 Jahre alt in seiner Wohnung verbrannt. Getötet von einer Bombe, die sein Haus

getroffen hatte. Die Angriffe der russischen Armee auf die Universitätsstadt Charkiw dienen nach der Logik ihrer Führung der Entnazifizierung der Ukraine. Es gibt keine Worte des Trostes. Es bleiben nur Trauer und Zorn. Trauer um Borys Romantschenko und Zorn über die Perfidie mit der die Mörder ihr Tun rechtfertigen.“ Dann sprach sie zur Ausstellung: „Wir wollen eine Ausstellung eröffnen, die an die Folgen von Ausgrenzung und Vertreibung erinnert, an die Folgen der Shoa, an die Folgen des letzten großen

Dr. Kata Bohus.

lichen Forschungen zur Situation der Jüdinnen und Juden im Nachkriegs-Europa und vertieft sie um lokalgeschichtliche Studien zu sieben ausgewählten Orten. Es ist die erste Ausstellung, die die jüdische Erfahrung der Nachkriegszeit in eine gesamteuropäische Perspektive rückt.“ Mirjam Wenzel nannte unter anderem Amsterdam und Budapest, wo sich jüdische Gemeinden wieder nachhaltig etablieren. Sie erinnerte an das italienische Bari, einen Transitraum, von dem aus viele ins gelobte Land Israel aufbra-

Milan Horáček und Dr. Bernd Fabritius.

Krieges in Europa, an Millionen getöteter und entwurzelter, vertriebener Jüdinnen und Juden. (…) Meine Generation war, je länger der Krieg zurücklag, nur zu überzeugter, daß ,Nie wieder Krieg‘ eine europäische Gewißheit geworden war. Wir dachten, wir hätten den Krieg vertrieben aus Europa. Nun müssen wir lernen mit seiner Gegenwart zu leben, ohne uns von der eigenen Angst besiegen zu lassen, ohne uns der eigenen Ohnmacht zu ergeben. Wir müssen Mut haben. Und wir müssen lernen, die Zeichen der Zeit besser zu deuten, als wir das bisher getan haben. Diese Ausstellung kann uns dabei helfen.“ Anschließend fügte die Staatsministerin mit Verweis auf die beiden anwesenden Zeitzeugen hinzu: „Ihre Erinnerungen können dabei helfen, und ich danke Ihnen, daß Sie Ihre Erinnerungen mit uns teilen.“ Dann meldete sich die Direktorin des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main, Prof. Dr. Mirjam Wenzel, zu Wort. Sie gab den zahlreichen Zuhörern, darunter auch Milan Horáček und Dr. Bernd Fabritius vom BdV, einen guten Überblick über die seit 2016 währende Arbeit an der Konzeption. „Die Ausstellung basiert auf neuen geschichtswissenschaft-

Abraham Ben.

chen. Oder die deutschen Städte Frankfurt am Main und Berlin, in denen jüdische Gemeinden wieder entstehen, wobei die DP-Camps im Westteil der geteilten Stadt während der Berlin-Blockade 1948 vollständig nach West-Deutschland evakuiert wurden. Und sie referierte über Dzierżoniów, dem früheren Reichenbach in Niederschlesien, wo sich unter polnischer Obhut kurzzeitig eine jüdische Kommune unter Führung des damals kommunistisch orientierten Jakub Egit bildet, der später nach Kanada auswandert und dessen Lebenserinnerungen an diese Zeit in der Ausstellung anzuhören sind. Erst hieß diese Stadt jiddisch Rychbach, dann wurde sie polonisiert und 1946 nach dem Bienenforscher Johann Dzierzon benannt. Es war der Versuch, ein jüdisches Schtetl in einer vormals deutschen Stadt, deren Einwohner entweder vor der Front geflohen oder dann von den polnischen Behörden vertrieben worden waren, zu errichten. Viele Gewerke hatten dort ihren Platz. Ein in Polen sehr bekanntes Bakelit-RadioModell wurde in dieser Stadt produziert und ist in der Ausstellung zu sehen. Und auch in der größeren Stadt Waldenburg, polnisch Wałbrzych, die in der Nähe

Daten zur Ausstellung

Die Sonderausstellung „Unser Mut. Juden in Europa 1945–48“ läuft bis zum 30. September. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10.00 bis 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Jeden Mittwoch um 17.00 Uhr findet eine öffentliche Führung in Deutsch, jeden Dienstag um 17.00 Uhr in Englisch statt. Die Ausstellung wird von einem Veranstaltungsprogramm begleitet, das auf der Webseite www. flucht-vertreibung-versoehnung.de veröffentlicht wird.

lag, gab es einen solchen Ansiedlungsversuch von Displaced Persons, der nach der Gründung Israels auch von polnischer Seite beendet wurde. Auf dieses Kurzzeit-Intermezzo jüdischer Besiedlung in Wałbrzych geht wohl auch die Herkunft des bekannten Sportmoderators Marcel Reif (als Marc Nathan Reif) zurück, der dort 1949 zur Welt kam. Mirjam Wenzel verwies auf den Epilog der Ausstellung, der die Gründung des Staates Israel als Zäsur charakterisiert, an dem die unmittelbare Nachkriegszeit des Neubeginnens für die überlebenden Juden endete. Er enthält aber auch die rechtlichen Fortschritte, die nach Ansicht der Ausstellungsmacher vor allem jüdische Juristen erreichten mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes der UNO. Dann schilderte die ungarische Kuratorin Dr. Kata Bohus, die vier Jahre an der Ausstellung mit vielen internationalen Partnern zusammengearbeitet hatte, die wichtigsten Botschaften und historischen Grundkonzepte der Ausstellung. Am Schluß ergriff der 1947 in Bamberg als Sohn jüdischer Displaced Persons geborene Abraham Ben das Wort. Er verbrachte seine Kindheit vor allem im DP-Lager Föhrenwald in Oberbayern. Er hob an: „Grüß Gott und Schalom. Es ist mir eine große Ehre und Anerkennung, heute vor Ihnen sprechen zu dürfen und an eine Zeit zu erinnern, die für uns Kinder der Himmel auf Erden war. Aber für die Erwachsenen war es genau das Gegenteil. Viele waren krank und perspektivlos. Aus Ghettos und Lagern befreit, zurückgekehrt zu Orten, an die sie verschleppt oder verbannt worden waren. Sie waren auf der Suche nach Familie, Freunden und Heimat. Auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit. Ein Platz, um die Ruhe und den Frieden zu finden und um endlich ohne Angst leben zu können. Sie alle brauchten wohl psychische, aber auch physische Erholung. In den DP-Lagern lebte man wie einst im Schtetl. Jiddisch war die gemeinsame Sprache, da alle aus verschiedenen europäischen Ländern stammten und zusammengewürfelt waren. Man konnte endlich wieder Schabat und alle jüdischen Feiertage feiern. Der Zusammenhalt war sehr, sehr groß. Wir Kinder waren das Wertvollste, was sie hatten, und wir waren mehr als nur gut behütet. Viele Freundschaften von damals bestehen bis heute im Inund Ausland. Und ganz besonders gilt das für alle Föhrenwalder. Ehrlich gesagt, wollte niemand da bleiben im Land der Täter. Aber auch das Leben schreibt seine eigenen Geschichten. Viele waren aus verschiedenen Gründen gezwungen zu bleiben. Nach und nach baute man sich ein neues Leben auf. Mittlerweile sind so viele Jahre vergangen und mehrere Generationen haben hier eine Heimat gefunden. Bitte lassen Sie uns allgemein aufpassen und daran arbeiten, daß es auch so bleibt.“ Ulrich Miksch

ir lassen uns nicht vom Haß hinreißen. Wir verteidigen unsere Heimat aus Liebe. Wir kämpfen aus Liebe zu unserem Volk, aus Liebe zu dem, was in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde. Wir kämpfen aus Liebe zur Zukunft, aus Liebe zu den nachfolgenden Generationen.“ So beschrieb mein ukrainischer Mitbruder Andriy Rak kürzlich die Motivation für den Kampfeswillen und die Durchhaltekraft der Bevölkerung seines Landes. Als Provinzial der Lemberger Provinz unserer Ordensgemeinschaft nahm er per Videoschaltung an einer Sitzung der europäischen Redemptoristenprovinzen in Rom teil. Ich war bei dieser Sitzung in Präsenz anwesend und habe Raks Erklärung noch deutlich im Ohr. Wie mich hat es alle anderen im Saal berührt. Als ich die Sätze in der Mittagspause auf mich wirken ließ, fiel mir das berühmte Gedicht von Erich Fried über die Liebe ein: „Es ist Unsinn, sagt die Vernunft. Es ist, was es ist, sagt die Liebe.“ Der Dichter läßt noch viele weitere Einsprüche gegen die Liebe ihre Stimme erheben. Die Berechnung fürchtet Unglück, die Angst warnt vor Schmerz, die Einsicht mahnt vor Aussichtslosigkeit. Dem Stolz gilt die Liebe als lächerlich, der Vorsicht als leichtsinnig, der Erfahrung als unmöglich. „Es ist, was es ist“, sagt die Liebe immer wieder am Ende der einzelnen Gedichtstrophen. Liebevolles Denken und Handeln ist nicht in erster Linie rational zu argumentieren. Die Liebe hat ihre eigenen Gründe und Begründungen. Man kann sie häufig nicht in Worte fassen, weil sie aus den emotionalen Tiefenschichten des Herzens kommen. Eine Botschaft von Erich Fried ebenso wie meines ukrainischen Mitbruders scheint zu sein: Wer an die Liebe glaubt, muß mit Wundern rechnen, die jeder sonstigen menschlichen Evidenz spotten. Wenn Christen auf der ganzen Welt nun wieder die Karwoche und Ostern feiern, wenn wir uns neuerlich auf das Leiden und Sterben sowie auf die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus besinnen, dann ist auch dieses Geschehen nur für jemanden verständlich, der um die Wunderkraft der Liebe weiß. Nur aus Liebe hat sich Jesus am Palmsonntag nach Jerusalem begeben, wohlwissend, welch grausames Schicksal ihn dort erwarten würde. In Liebe hat er seinen Jüngern am Gründonnerstag die Füße gewaschen und mit ihnen Mahl gehalten, obwohl ihre mangelnde Standhaftigkeit vorauszusehen war. Das Kreuz des Karfreitags zeigt die scheinbare Ohnmacht und Aussichtslosigkeit der Liebe in letzter Konsequenz. Doch wahr ist: Man kann zwar einen einzelnen Menschen töten, man kann aber nie und nimmer die Liebe töten. Das ist das Geheimnis der Auferstehung Jesu, die wir in der Osternacht und am Ostersonntag feiern. Die Liebe hat eine ungemein große Macht. Sie ist wahrlich eine Wunderkraft, die sich nicht ausrotten und nicht totreden läßt. Auf diese Weise motiviert sie zum Guten und manchmal, wie das Beispiel der Ukraine zeigt, eben auch zum Kampf. Wer wirklich an die Liebe glaubt und sich von der Liebe leiten läßt, der wird vor allzu vielen rationalen Einsprüchen gegen sie nicht einknicken. Dr. Martin Leitgöb CSsR Seelsorger der Pfarrei Ellwangen-Schönenberg


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FORUM

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

Landschaftsökologe mit Wurzeln im Altvater

Beim nächsten Wald wird alles anders Es gibt immer wieder Zufälle, die man sich nicht ausdenken kann. Über einen solchen Zufall berichtet Margaretha Michel.

KSČM stellt Zeitung ein

Adieu „Haló noviny“ Die Tageszeitung „Haló noviny“, de facto Parteiorgan der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM), wird am 28. April ihr Erscheinen einstellen.

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nde März traf das KSČMZentralkomitee diese Entscheidung. Die Kommunistischen Partei besitzt die Aktiengesellschaft Futura. Diese gibt die Tageszeitung heraus. Die Sprecherin der Partei, Helena Grofová, sagte, daß die Zeitung „Haló noviny“ eine Auflage von etwa 6000 Exemplaren habe. Sie ergänzte, daß die neue Wochenzeitung mit der selben Auflage, in einem ähnlichen Papierformat und mit einem kleineren Redaktionsteam geplant sei. Nach Angaben der Zeitung „Haló noviny“ war die Diskussion über ihre Einstellung stür-

misch und die Abstimmung noch stürmischer. Am Ende stimmten 55 Mitglieder des Zentralkomitees für die Beendigung der Herausgabe der Zeitung. Neun Mitglieder waren dagegen und fünf enthielten sich. Im Jahr 1991 hatte die Herausgabe der Zeitung „Haló noviny“ begonnen. Seit Herbst wurde über die Zukunft der Tageszeitung spekuliert. Die Kommunistische Partei ist nach den Wahlen im letzten Jahr aus dem Unterhaus verschwunden. Der langjährige Parteivorsitzende Vojtěch Filip wurde durch die Europaabgeordnete Kateřina Konečná ersetzt. Kateřina Konečná erklärte auf dem Wahlkongreß der Partei im Herbst, sie wolle aufgrund des dramatischen Rückgangs der staatlichen Beiträge die Zeitung der Situation anpassen. Stanislav Beran

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14+15/2022

Nordmährischer Kämpfer

Am 22. April feiert Johann Slezak, ein Kämpfer aus dem nordmährischen Altvatergebiet und langjähriger Obmann der SL-Bezirksgruppe Oberbayern, 85. Geburtstag in München-Aubing.

Johann Slezak 85

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ohann Slezak kam in Mährisch Aussee bei Hohenstadt zur Welt. Sein gleichnamiger Vater litt unter den Folgen von Kinderlähmung und war Gemeindesekretär in Zautke bei Hohenstadt. Seine Mutter Anna war eine geborene Drost und kümmerte sich in Zautke um Sohn Johann und Tochter Helene. Der Krieg endete, die Russen kamen, dann die Tschechen. „Ich sah, wie die meinen Vater zusammenschlugen und verhafteten. Dann sperrten sie ihn ins KZ in Hohenstadt.“ In einer Nacht-und-Nebel-Aktion brachte ein tschechischer Bauer Anna Slezak und ihre Kinder zurück nach Aussee. Von dort wurden sie 1946 im Waggon Nr. 24 vertrieben. Sie strandeten auf einem Einödhof bei Dorfen, heute Teil der Gemeinde Burgkirchen an der Alz in Oberbayern. Dem Vater gelang eine dramatische Flucht dorthin. Wegen seiner Lähmung fand er keine Arbeit. Mit Gelegenheitsarbeiten hielt er die Familie zehn Jahre

Am 11. April feiert der überzeugte Egerländer Adalbert Schiller, Obmann der oberfränkischen SL-Kreisgruppe Hof, in Naila seinen 85. Geburtstag.

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eine Großtante Gertrud Mehnert kam nach dem Ersten Weltkrieg nach Ziegenhals in Oberschlesien direkt an der tschechischen Grenze. Ihr Mann arbeitete dort als Ingenieur in einer Mühlenfabrik, wahrscheinlich bei der Firma Haasmann. 2007 lernte ich bei einer Sitzung mit Bernd Posselt in Nürnberg Vera Scheurer kennen. Sie erzählte begeistert von einem Niklasdorf. Ich konnte damals mit dem Namen nichts anfangen. Nach der Sitzung ging ich zu einer Familienfeier. Tante Trudes Tochter Raue Tellesz war auch gekommen. Ich berichtete hingerissen von Vera Scheuer. Raue, von der ich wußte, daß sie vor Kriegsende in Lauban im Isergebirgsvorland in Niederschlesien gelebt hatte, sagte: „Ich kenne Niklasdorf, ein schöner Ort bei Ziegenhals. Ich und meine drei Geschwister sind dort in die Volksschule gegangen. Unsere Mutter wollte als ehemalige

Anhand einer Rezension konnten wir bei der Zusammenkunft näher darauf eingehen. Seit Dezember ist dieses Buch im Handel und hat inzwischen gute Kritiken bekommen. Ich las es mit großem Interesse. Unser Landsmann Hans Jürgen Böhmer ist ein anerkannter Vegetations- und Landschaftsökologe. Er habilitierte im Fach Landschaftsökologie an der TU München. Er forschte in verschiedenen Regionen, vor allem in Tropenwäldern. Er legt in seinem Buch dar, daß in der Natur die Zusammenhänge komplexer sind und je nach Betrachter unterschiedlich wahrgenommen werden. Er spricht sich dabei für eine ideologiefreie Sichtweise aus. Er wünscht sich langfristige Betrachtungen und auch die Berücksichtigung von älteren Forschungen, die nicht immer in englischer Sprache vorliegen. Er fordert weniger viele und schnelle Publikationen und eine gewisse Muße, um Dinge sorgfältiger zu untersuchen. Etwas mehr Gediegenheit könnte auch die Brükke zwischen Natur- und Geisteswissenschaften stärken.

PERSONALIEN

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österreichische Lehrerin, daß wir die Mutter nach dem Krieg. Nun in bessere Schulen gehen als im mußten die Kinder ihre Mutter Reich, und die waren für uns in am Friedhof selber begraben. der neuen ,Tschechei‘. Wir sind Dann wurden sie nur mit einivon Ziegenhals die vier Kilome- gen Habseligkeiten aus der Heiter mit der Bahn nach Niklasdorf mat vertrieben. In Deutschland gefahren.“ riß man die Kinder auseinander. Einige Jahre später ging es Die älteren Schwestern kamen mit Bernd Posselt über in Dienst, der Jundas Isergebirge nach ge wurde ins RuhrgeBreslau und Oppeln biet ins Bergwerk geund schließlich nach schickt und die zwei Niklasdorf, wo wir Jüngsten kamen geDank Vera Scheurer trennt in Pflegefamilieine eindrucksvolle en, wo es ihnen nicht Begegnung mit Lehbesonders erging. rern, Pfarrer und BürAlle fünf Vogtkingermeister hatten und der entwickelten sich die imposante Kirche dennoch gut. Bis jetzt besichtigten. ist dies eine GeschichErst danach stell- Hans Jürgen Böh- te wie viele. te ich fest, daß an mei- mer: „Beim nächEine der Töchter ist nem Wohnort Pegnitz sten Wald wird al- regelmäßig bei unsein Oberfranken und les anders. Das Öko- ren Zusammenkünfin der Umgebung ei- system verstehen“. ten. Sie hat immer wiene Reihe von Vertrie- Hirzel-Verlag, Stutt- der über ihren Sohn benen aus dem Alt- gart 2021; 208 Sei- Hans Jürgen Böhmer vater lebt. Eine dieser ten, 24 Euro. (ISBN erzählt. Er war einst Familien ist die Fami- 978-3-7776-2922-3) Schüler bei mir und lie Vogt, die ein beist als Ökologe weltsonders tragisches Schicksal er- weit tätig. Dann kündigte sie uns litten hatte. Die Vogts hatten fünf sein neuestes Buch „Beim nächKinder. Der Vater fiel im Krieg, sten Wald wird alles anders“ an.

lang über Wasser. Dann arbeitete er in der Gemeinde Burgkirchen. Johann junior ging zur Volksschule im benachbarten Halsbach. Der Halsbacher Pfarrer, Dekan Krönbeck, finanzierte ihm ein paar Jahre den Besuch des Gymnasiums der Salesianer in Burghausen. Dann machte Johann eine Lehre als Elektriker und ging zur Marine nach Kiel. Dort lernte er „Fischkopf“ Karin Winter kennen. Und lieben. Sie heirateten und lebten fortan in München. Karin schenkte ihrem Johann drei Kinder, und Johann machte sich als Fachmann für Gebäudeleittechnik selbständig. Er gründete die Firma JS-Regeltechnik. Nach der deutschen Wiedervereinigung gründete er eine zweite Firma in Thüringen. Ab dem Jahr 2000 zog er sich sehr allmählich aus dem Berufsleben zurück. Lange zuvor war er CSU-Mitglied geworden, zum CSU-Ortsvorsitzenden und für 13 Jahre zum Bezirksrat avanciert. Als Bezirksrat machte er sich dafür stark, daß der Freistaat weiter-

hin die Heimatpflege der Sudetendeutschen finanziert. In den 1980er Jahren wurde er auch in der SL aktiv. 1992 bis 2013 war er Obmann der Kreisguppe München, Oberbayerns Bezirksobmann ist er seit 2007 und damit kraft Amtes im Landesvorstand. Der Bundesversammlung gehört er seit vier Wahlperioden an. Stolz ist Slezak, daß Otto von Habsburg, den er einen Freund nennt, Gast bei seinem 70. Geburtstag war. Heute trägt das Foyer im Sudetendeutschen Haus in München Habsburgs Namen. Und das sei sein Verdienst, so Slezak. Ebenso, daß es dort ein Würfel-Zimmer zur Erinnerung an Alfred Würfel, Mitbegründer der Sudetendeutschen Stiftung, gebe. Auf seine Kappe gehe auch das Sudetendeutsche Wappen in der Bayerischen Vertretung in Berlin und in der Bayerischen Repräsentanz in Brüssel. Außerdem habe er einst eine Sudeten-Strophe für die Bayernhymne gedichtet, von der der damalige Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber begeistert gewesen sei. Sehr stolz ist Slezak vor allem auf seine Kieler Karin. Sie leite unermüdlich und mit gro-

Überzeugter Egerländer

ertl Schiller kann man sich ohne seine Egerländer Tracht kaum vorstellen. Sei es bei der Wallfahrt nach Vierzehnheiligen, beim Sudetendeutschen Tag oder bei den vielen Volkstumsnachmittagen in Naila: immer schmückt er mit Flodara und Joppe malerisch die Bilder. Er kam in Elschelin im Kreis Mies als neuntes Kind des Landwirts Johann Schiller und Marie Woratschka zur Welt. Mit seinen Eltern und zwölf Geschwistern strandete er nach der Vertreibung über Furth im Wald und nach 14tägiger Odyssee in Bad Steben im Hofer Raum. Dort erhielt die 15köpfige Familie in einem Raum des dortigen Parkschlößchens Zuflucht. Insgesamt hausten 300 Vertriebene in dem

Adalbert Schiller 85 Gebäude. Alles extrem eng, aber mit dem Schloßpark hatten die Kinder einen einzigartigen Spielplatz. Nach drei Jahren bekamen die Schillers eine zweite Stube dazu. Als ehemaliger Bauer mit Landwirtschaftsschule mußte sich der Vater mühsam als Arbeiter verdingen. 1952 konnten die Schillers in ein Doppelhaus der katholischen Arbeitersiedlung in Naila umziehen. Bertl war ein eifriger Fußballer. Noch heute interessiert er sich für den Sport. Nach der Schulzeit lernte er Automechaniker, machte mit 17 Jahren die Gesellenprüfung und mit 24 den Meister. Sein Lehrherr schlug ihm vor, in den Verkauf zu wechseln, da er als Sportler sehr bekannt war. Er arbeitete 40 Jahre lang für seine Autofirma. Und

Landsleute seien oft von weit her gekommen, um beim Landsmann Schiller ihre Autos zu kaufen, so Gernot Wildt in seiner Würdigung zum 70. Geburtstag. Er ist bei der KAB, machte im Alter noch zehnmal das Goldene Sportabzeichen und arbeitet für den Siedlerverein vor Ort. Um mit seinen vier Töchtern durchs Meer kreuzen zu können, machte er den Bootsführerschein. Mittlerweile ist er stolzer Großvater von sieben Enkeln. 1973 trat Bertl nach dem Tod des Vaters und auf Wunsch der Mutter der SL Naila bei. Er hatte zahlreiche Funktionen auf Orts-, Kreis- und Bezirksebene. Er war sogar jahrelang Stellvertretender

ßem Erfolg die letzte Münchener SL-Ortsgruppe München WestPasing. Sie sei die gute Seele der 15 bis 20 Sudetendeutschen, die sich bis heute monatlich träfen. „Wenn die Geschichte nicht aufgearbeitet wird, kommt sie wieder. Das sehen wir jetzt in der Ukraine“, sagt Slezak, der kampfeslustige Gegner unserer Satzungsänderung. Wie jede Familie verträgt auch die Sudetendeutsche Familie Pros und Contras. Prosit – möge es nützen – und von Herzen alles Gute wünsche ich meinem AltvaterLandsmann. Nadira Hurnaus

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uch Volksgruppensprecher Bernd Posselt gratuliert: „Seit Jahrzehnten habe ich mit Hans Slezak, diesem kämpferischen Nordmährer aus der Altvater-Region, gestritten – oftmals Seite an Seite, zuweilen aber auch gegeneinander. Bei letzterem handelte es sich stets um inhaltliche Meinungsverschiedenheiten, niemals aber um Persönliches. Für seine Leistungen in vielen Ehrenämtern darf ich ihm und seiner lieben Frau jedenfalls danken. Gern denke ich an die harmonischeren Zeiten unseres Miteinanders, etwa beim gemeinsamen Singen oder seinen Besuchen beim Europaparlament in Straßburg. Für die Zukunft wünsche ich ihm viel Gesundheit und Gottes Segen.“ Bezirksobmann von Oberfranken. Seit 2009 ist er Obmann der SL-Kreisgruppe Hof. Das war damals ein schwieriger Übergang. Der ernsthaft erkrankte Otto Schwager gab als dominante Figur in der Region nur schweren Herzens sein Amt ab. Bertl Schiller wurde vom Land für seine Leistungen mit der Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet und erhielt die Lodgman-Medaille. Er fährt auch gerne in die Heimat, zu der er intensive Kontakte pflegt. Die SL-Bezirksgruppe gratuliert dem Jubilar herzlich, wünscht ihm viel Gesundheit und hofft, daß er mit seinem prächtigen Gewand und dem Flodara noch lange an unseren Veranstaltungen mitwirkt. Er kann dann weiterhin sagen: „Die Mitarbeit in der Landsmannschaft hat mich gefordert und mir Spaß gemacht.“ Margaretha Michel


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KULTUR

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14 | 8. 4. 2022

SL-Bundeskulturreferent Professor Dr. Ulf Broßmann, Dr. Andreas Wehrmeyer, Linus Köhring, Volksgruppensprecher Bernd Posselt, Amelie Bertlwieser, Professor Armin Rosin, Susanne Habel, Vojtěch Šulko, Heimatpflegerin Christina Meinusch, Heimatkreisbetreuer Erich Buchholz, Vorstandsvorsitzender Dr. Ortfried Kotzian und dessen Tochter, die Sängerin Iris Marie Kotzian. Bilder: Egon Lippert

� Förderpreise 2021 der Sudetendeutschen Landsmannschaft in München verliehen

Ehrungen für junge Nachwuchstalente Im Sudetendeutschen Haus in München verlieh die Sudetendeutsche Landsmannschaft bei einer Festlichen Stunde ihre letztjährigen Förderpreise an Nachwuchstalente. Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, und Ortfried Kotzian, Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung, hielten Festansprachen. SL-Bundeskulturreferent Ulf Broßmann überreichte mit Posselt die Preise, deren Dotierung über das Haus des Deutschen Ostens (HDO) durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales – dem Schirmherrschaftsministerium – gefördert wird. Die Sudetendeutsche Stiftung bezuschußte die Veranstaltung.

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er Mensch lebt nicht vom Brot allein“, zitiert Posselt aus der Heiligen Schrift. Dies habe jemand bei einer Kulturveranstaltung während der Jugoslawienkriege in den neunziger Jahren zu ihm gesagt, um ihm die Wichtigkeit der Kulturpflege während Kriegszeiten klarzumachen. Jetzt sei wieder Krieg, angezettelt von Wladimir Putin, den der russische Präsident schon seit mehr als 20 Jahren systematisch vorbereitet habe. „Dieser Krieg muß unverzüglich aufhören“, fordert Posselt. „Die Ukraine gehört eindeutig zu Europa und zu dessen gemeinsamem Kulturerbe.“ Kultur spiele eine Hauptrolle im Leben einer Volksgruppe, besonders wenn das materielle Erbe nicht mehr vorhanden sei. „Daher bin ich froh und stolz, daß es immer wieder junge Menschen gibt, die sich der Kultur widmen“, lobt der Sprecher die jungen Förderpreisträger, denen er herzlich gratuliert. Zuvor hat Ortfried Kotzian die vielen Gäste der Preisverlei-

Ansprachen von Bernd Posselt … hung im Adalbert-Stifter-Saal begrüßt und eine umfassende Rede gehalten (Ý Seite 8). Der Vorstandsvorsitzende der Sudetendeutschen Stiftung dankte den Preisträgern, denen er ebenfalls herzlich gratuliert. Unter den Teilnehmern der Festveranstaltung ist auch Kotzians Tochter, die Sängerin IrisMarie Kotzian. Sie begrüßte die Gäste schon zum Auftakt musikalisch: „Grüß enk Gott, alle miteinander“ aus Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ sang sie, begleitet von Christoph Weber am Flügel. Ulf Broßmann läutet dann die Vorstellung der Förderpreise ein. Das Programm müsse leicht geändert werden, so der SL-Bundeskulturreferent, da wegen des plötzlichen Wintereinbruchs einige Teilnehmer noch nicht eingetroffen seien. Dann kann Broßmann doch starten und eröffnet die Verleihung an die vier Preisträger. Jurymitglieder und Laudatoren sind Heimatpflegerin Christina Meinusch, Andreas Wehrmeyer, Direktor des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg, SL-Bundeskultur-

… Dr. Ortfried Kotzian … referent Ulf Broßmann und ich, die Berichterstatterin. Wir verlesen die Laudationes auf die Preisträger. Alle Preisträger präsentieren sich dazu mit kleinen Kostproben aus ihrem verdienstvollen Schaffen. Zuerst gibt es eine Videobotschaft vom Preisträger für Publizistik. Der tschechische Kulturanthropologe Ondřej Valchář meldet sich per Zoom aus dem Braunauer Ländchen und freut sich auf der Leinwand über seine Ehrung, nachdem einige Szenen seines Filmes auf der Leinwand zu sehen waren. Den Preis erhielt er für seinen Film

Volkstumspreisträger Vojtěch Šulko, Laudatorin Christina Meinusch und Bernd Posselt.

… und Professor Dr. Ulf Broßmann.

Förderpreise 2021 Preis für Darstellende und Ausübende Kunst: Pianistin Amelie Bertlwieser (* 1994 in Miltenberg) aus Bonn. Förderpreis für Literatur und Publizistik: Sozialanthropologe Ondřej Valchář (* 1994 in Wekelsdorf) aus Pardubitz/Pardubice. Förderpreis für Musik: Komponist Linus Köhring (* 2000 in Bad Frankenhausen/Thüringen) aus Wien. Preis für Volkstumspflege: Zitherspieler Vojtěch Šulko (* 1992 in Pilsen) aus Netschetin/Nečtiny.

„Kde domov můj – Die verlorene Heimat“, den er liebevoll gedreht, geschnitten und ins Netz gestellt hatte. „Im Film beschreibt Valchář Schicksale von Landsleuten im Braunauer Ländchen, die nach dem Zweiten Weltkrieg teils bleiben durften, teils vertrieben wurden“, lese ich vor. Valchářs historisches Interesse sei durch die deutsche Vergangenheit seiner Geburtsstadt Wekelsdorf angeregt worden, über die er mehr habe wissen wollen. Seinen Preis nimmt stellvertretend der Braunauer Hei-

matkreisbetreuer Erik Buchholz entgegen. Er erinnert daran, daß im Braunauer Ländchen schon vor 20 Jahren ein Versöhnungskreuz errichtet worden sei, ganz im Sinne des Förderpeisträgers Valchář. Den Preisträger für Musik stellt sein Laudator Andreas Wehrmeyer vor. Wehrmeyer charakterisiert den blutjungen Komponisten Linus Köhring als „Vollblutmusiker“. Köhring, der väterlicherseits böhmische Wurzeln habe, habe schon mit 21 Jahren sein Studium abgeschlossen. „Köhrings Musik ist dem Hörer auf eine sympathische Art zugewandt und hinterläßt den Eindruck des Unbefangenen und Leichten, zuweilen mit einer gewissen ironischen Beimischung“, erläutert der Laudator. „Linus Köhring ist ein hochproduktiver Komponist, der einen für sein junges Alter respekt­ einflößenden Werkkatalog in den unterschiedlichsten Gattungen und Besetzungen vorgelegt hat“, lobt Wehrmeyer. Als Beispiel seines Schaffens spielt der Förderpreisträger für Musik eine eigene Komposition. Seine Sona-

te I mit dem Titel „Kugelmugel“ bietet eine moderne Interpretation dieser alten Musikgattung. Auch die Preisträgerin für Dastellende und Ausübende Kunst liefert eine musikalische Kostprobe. Amelie Bertlwieser ist die Enkelin des aus Deutsch Reichenau im Böhmerwald stammenden Johann Bertlwieser. Bereits mit 14 Jahren sei sie als Jung­ studentin an der Würzburger Musikhochschule aufgenommen, gelenkt und gefördert worden, berichtet Laudator Armin Rosin. „Nach dem Abitur und einem ordentlichen Studium, das sie 2020 mit dem Master abschloß, hat sie schon vielfältige Erfahrungen als Aushilfe an ersten Positionen gemacht.“ Seit Sommer 2021 spiele sie die Solo-Klarinette in einem namhaften Orchester, nämlich dem der Beethovenhalle in der Bundesstadt Bonn. Die Preisträgerin stimmt ihre Soloklarinette, bietet dann als Dankesständchen das „Capriccio“ von Heinrich Sutermeister und erntet großen Applaus. Großen Applaus erhält auch der Volkstumspreisträger, den wohl fast jeder im Saal kennt. Den Zitherspieler Vojtěch Šulko präsentiert die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen. Christina Meinusch beschreibt begeistert die Leistungen dieses Mitglieds der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik: „Der Zitherspieler, Trachtenträger, Volkstänzer, kurz – engagierte Egerländer – gehört zu den wenigen, noch aktiven Zitherspielern in der Tschechischen Republik“, betont die Laudatorin. Dank seiner vielen öffentlichen Auftritte seit 2008, unter anderem seit 2011 zusammen mit seinem Vater Måla Richard Šulko als Duo „Målaboum“, sei der Zitherspieler schon weit bekannt. Bitte umblättern

Musikpreisträger Linus Köhring, Laudator Dr. Andreas Wehrmeyer und Bernd Posselt.


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KULTUR

Volkstumspreisträger Vojtěch Šulko tritt mit seinem Vater Richard auf, der singt. So treten auch bei der Förderpreisverleihung Vater und Sohn gemeinsam auf. Vojtěch Šulko sitzt an seiner Zither und begleitet Måla Richard bei dessen Gesang. Die Lieder „Es war amål a Mülleri“, „Öitza spånn i meine Rösla vur d‘ Kutschn“ und „Haint scheint da Moun(d sua schäin“ legen Zeugnis ab von der absolut authentischen Präsentation der „Målaboum“. Rund um die Preisverleihung gibt es immer

wieder Musik. Iris Marie Kotzian singt ein Potpourri aus passenden Titeln. Nach „Music in the Night“ von Erich Wolfgang Korngold trägt sie die Lieder „Námluvy“ sowie „Letní večer“ von Emmi Destinn und das „Lied an den Mond“ aus „Rusalka“ von Antonín Dvořák vor. Und zum Schluß der Feierstunde gibt es noch eine Überraschung. Die Sängerin soll noch einmal vortreten und wird selbst

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14 + 15 | 8. 4. 2022

Die ganze Familie Šulko ist in Tracht gekommen.

� Fortsetzung von Seite 7

Ehrungen … ausgezeichnet. Iris Marie Kotzian hat zwar selbst schon 2004 den SL-Förderpreis für Darstellende und Ausübende Kunst bekommen, aber seither so viele groß-

artige Einsätze für die Landsleute geleistet, daß sie nun mit der Adalbert-Stifter-Medaille geehrt wird. SL-Bundeskulturreferent Ulf Broßmann lobt sie als „ideen-

reiche Moderatorin und als ausdrucksreiche Gesangssolistin mit schauspielerischem Talent“. Iris Marie Kotzian bedankt sich gerührt nach Broßmanns liebevoller Laudatio. Noch bevor die Gäste der Einladung der Sudetendeutschen Stiftung zum Umtrunk und Empfang folgen können, bietet Iris Marie Kotzian als Zugabe das neckische Lied „Ich lade Sie ein, Fräulein“ dar. Das Couplet

Linus Köhring trägt am Flügel seine eigene Sonate vor. Amelie Bertlwieser spielt ein Capriccio. Erik Buchholz vertritt Ondřej Valchář bei der Preisübergabe durch den Sprecher .

Christoph Weber begleitet am Flügel Iris Marie Kotzian. tumspflege und anderes in allen Facetten und alles, was das Gemeinsame einer Gesellschaft ausmacht und ihr Sinn gibt. Dieser Tatsache sind seit mehreren Jahrzehnten die Kulturund Förderpreisverleihungen der s herrscht Krieg in Europa! Sudetendeutschen geschuldet. Krieg ist der größte Feind des Die Sudetendeutschen haben Menschen. Er vernichtet und tö- nach einem furchtbaren Krieg ertet Menschen fahren müssen, und ihre Kulwas Kulturvertur. Mit dem lust bedeutet. Verlust kultuMit der Vertreireller Prägunbung aus ihrer gen wird die angestammten Welt ärmer und Heimat wurde das menschliihnen alles geche Leben seinommen, im ner über JahrKleinen wie im hunderte geGroßen, was ihschaffenen re Kultur und ihAusdruckskraft re Identität ausberaubt. Kultur gemacht hat. Sie ist ein Wert an mußten sich in sich. Sie repräder Folgezeit, in sentiert in den der neuen HeiDr. Ortfried Kotzian unterschiedmat – für vielichsten Forle war das Baymen Malerei, Bildhauerei, Lite- ern – darauf besinnen, was ihre ratur, Musik, Architektur, Volks- Kultur war. Was ist spezifisch suWir dokumentieren hier die Begrüßungsansprache von Ortfried Kotzian anläßlich der Verleihung der Kulturellen Förderpreise der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Auszügen.

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Bilder: Egon Lippert stammt aus dem Singspiel „Axel an der Himmelstür“ des Brünner Komponisten Ralph Benatzky. Alle summen es später beim Empfang im Otto-von-Habsburg-Foyer des Hauses. In seinen Schlußworten sagt Broßmann: „,Erbe ist Auftrag‘, so steht es auch auf der Rückseite der Adalbert-Stifter-Medaille.“ Der SL-Bundeskulturreferent freut sich, daß auch die aktuellen Preisträger diesen Auftrag angenommen sowie das fruchtbare Erbe ihrer Vorfahren aufgenommen hätten. „Der grenzüberschreitende Aspekt der Förderpreise wird gerade für die Jugend, aber auch für das Überleben unseres Kulturerbes immer wichtiger“, so Broßmann. Die bisherigen Leistungen der Preisträger hätten die Nachwuchstalente eindrucksvoll vorgestellt. „Mit den Preisen sollen sie eine besondere Ermutigung und Förderung für künftige außerordentliche Leistungen erfahren!“ Susanne Habel

Professor Dr. Ulf Broßmann mit Adalbert-Stifter-Medaille, Iris Marie Kotzian mit Urkunde und Bernd Posselt.

� Festrede von Ortfried Kotzian

Leistungen detendeutsch? Was war es wert, bewahrt und weitergetragen zu werden? Wie kann in einer modernen Zeit, der Kern einer Herkunftsheimat neu entdeckt und neu gestaltet werden? Mit all diesen Fragestellungen haben sich mittlerweile ganze Generationen von sudetendeutschen Wissenschaftlern, Künstlern, Kulturträgern und Kulturvermittlern auseinandergesetzt. Ermutigend ist, wenn auch in diesem Jahr nach den Schwierigkeiten der Corona-Pandemie die sudetendeutschen Förderpreise wieder vergeben werden können und nicht nur die kulturellen Traditionen der Sudetendeutschen fortgesetzt werden, sondern auch ein europäischer Geist von den kulturellen Leistungen unserer Preisträger Be-

sitz ergreift, der das grauenhafte Kriegsgeschehen auf unserem Kontinent kurzzeitig in den Hintergrund treten läßt. Wenn wir uns von den weltpolitischen Ereignissen lösen und nur auf uns und unsere sudetendeutsche Volksgruppe schauen, so können wir aus mehreren Gründen eine gewisse Zufriedenheit nicht verhehlen. l  Unser Sudetendeutsches Museum ist seit Mai vergangenen Jahres durchgehend geöffnet gewesen. Es ist gut besucht, und die Normalität ergreift von ihm Besitz, denn seit gestern kostet es einen sehr moderaten Eintritt. l  Die Museums-Homepage ist ebenfalls seit gestern freigeschaltet und für jedermann zugänglich.

l  Die Modernisierungsmaßnahmen des Sudetendeutschen Hauses sind bis auf einige wenige Projekte von der Sudetendeutschen Stiftung so weit vorangetrieben worden, daß ihr Abschluß absehbar erscheint. l  Mehrere Sonderausstellungen haben bewiesen, daß unsere Kulturarbeit auf Nachhaltigkeit angelegt ist und wir der Erinnerungskultur jenen Platz zuweisen, der ihr gebührt. Ich könnte nun weiter schwärmen, aber ich will es nicht tun, weil sonst meine Begrüßungsansprache unendlich lang werden würde. Warum erzähle ich das alles? Weil wir in den vergangenen Jahren wegen der Pandemie nur wenig Gelegenheit hatten, all das zu erklären, was sich trotz der Pandemie in unserem schönen Sudetendeutschen Haus verändert hat. Wir alle sind heute im Sudetendeutschen Haus zusammengekommen, um die kulturellen Förderpreise der Sudetendeutschen in vier Sparten an vier zu ehrende junge Persönlichkeiten

zu vergeben. Kulturelle Förderpreise können nur an Personen unter 35 Jahren verliehen werden. Sie dienen dazu, nachzuweisen, daß es im Zusammenhang mit der Kultur der Sudetendeutschen eine Menge zu entdecken, zu erschließen und kennenzulernen gilt. Nur wer bereit ist, sich auf sudetendeutsche Themen einzulassen, sich seiner sudetendeutschen Wurzeln bewußt zu werden und sich die Freude über das Entdeckte, Erforschte nicht nehmen zu lassen, wird das Positive an der Ehre, kultureller Förderpreisträger der Sudetendeutschen zu sein, verstehen und für sein Leben fruchtbar machen. Ich darf den diesjährigen Preisträgern, die ich hiermit ganz besonders in unserer Mitte willkommen heiße, zurufen: „Bewahren Sie sich ihren Forschergeist, ihre Entdeckerfreude und ihre kulturelle Schaffenskraft! Ihr Leben und ihre Einbindung in die kulturellen Leistungen ihrer Zeit wird eine große Bereicherung erfahren!“


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VERBANDSNACHRICHTEN

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

� BdV-Landesverband Hessen

Erfolg trotz Corona Zu einem Jahresgespräch hatte Hessens Innenminister Peter Beuth Anfang April Margarete Ziegler-Raschdorf, Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, sowie Siegbert Ortmann, Vorsitzender des BdV-Landesverbandes Hessen, in sein Ministerium eingeladen.

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Günther Wohlrab, Helga und Kurt Aue, Josef Paul, Dr. Dorith Müller, Dr. Sigrid Ullwer-Paul, Margaretha Michel, Steffen Hörtler, Dieter und Hannelore Heller, Dr. Petr Koura, Andreas Schmalcz, Johann Slezak, Toni Dutz, Bernhard Moder, Roswitha und Dr. Wolfgang Theissig sowie Evi Dutz vor dem Aussiger Stadtmuseum, das die Ausstellung „Unsere Deutschen“ beherbergt. Bilder: Horst-Peter Wagner

� SL-Landesgruppe Bayern

Erste Sitzung in der Heimat Mitte März hatte die SL-Landesgruppe Bayern in München einen neuen Vorstand gewählt (Þ SdZ 11/2022), Ende März traf sich dieser neue Vorstand zu seiner konstituierenden Sitzung in der Heimat im nordböhmischen Aussig.

aber heute unterstellen, daß der Anschlag auf das Depot und auch die angebliche Reaktion eines Teils der tschechischen Bevölkerung eine gezielte Aktion

Hörtler sind viele Unterlagen des Vorgangs immer noch für die Historiker unzugänglich. Am 31. Juli 2005 enthüllte der damalige Aussiger Oberbürger-

frau und Landeskulturreferentin Margaretha „Gretl“ Michel mit der Silbernen Verdienstmedaille der SL-Landesgruppe Bayern. Orden und Urkunde wurden ihr

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n München hatten die Delegierten zur Landesversammlung der SL-Landesgruppe Bayern ihren Obmann Steffen Hörtler mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt. Um ein Zeichen zur Versöhnung zu setzen, hatte Hörtler zur konstituierenden Sitzung nach Aussig eingeladen. Auf der Aussiger Beneš-Bücke legte Steffen Hörtler mit seinen Vorstandskollegen einen Kranz nieder. Dabei erläuterte er, daß am 31. Juli 1945 gegen 15.30 Uhr eine mächtige Detonation im Munitionsdepot im Stadtteil Schönpriesen erfolgt sei. Man habe für die Explosion die deutschen Partisanenorganisation Werwolf verantwortlich gemacht. Unter Führung des tschechoslowakischen GeheimdienstofSteffen Hörtler ehrt Margaretha Michel mit der Silberfiziers Bedřich Pokorný – der nen Verdienstmedaille der SL-Landesgruppe Bayern. auch den Brünner Todesmarsch Links Kaiser Franz Joseph I. und Toni Dutz. organisiert haben soll – habe eine entsetzliche Hetzjagd auf die Deutschen eingesetzt, und der Abteilung Z des tschechoslo- meister Petr Gandalovič auf der nun in ihrer Heimat im Elbetal zwar gegen alle Deutschen, derer wakischen Innenministeriums, Dr.-Edvard-Beneš-Brücke eine überreicht. sie habhaft geworden seien. Er- des OBZ, gewesen seien. Ziel der Gedenktafel für die Opfer des Allerdings gab es noch eine wachsene, Verletzte, sogar Kin- Aktion sei gewesen, einen für das Massakers an den deutschen Zi- Überraschung. Von den verblieder im Kinderwagen seien vilisten als Zeichen der benen Deutschen waren auch in die Elbe geworfen worVersöhnung. Die Inschrift Hansi Adamec und Erna Schwarz den. Selbst in Dresden solist deutsch und tsche- gekommen. Die wenigen Heilen Leichen in der Elbe anchisch und lautet: „Zum matverbliebenen treffen sich geschwemmt worden sein. Gedenken an die Opfer noch regelmäßig im Café des Erkennbar seien die der Gewalt vom 31. Ju- neuen Museums. Deutschen an ihren weili 1945“. Daß es sich dabei Am Sonntagvormittag beßen Armbinden gewesen, ausschließlich um Deut- suchte der Vorstand das Colledie sie seit dem Ende des sche handelte, wird nicht gium Bohemicum, um die AusZweiten Weltkriegs in der erwähnt. stellung „Unsere Deutschen. Tschechoslowakei hätten Nach dem Einchecken Naši Němci“ in Augenschein zu tragen müssen. Hinweise in das Clarion Congress nehmen. Museumsdirektor Petr auf ein geplantes VerbreHotel ging die bayerische Koura, führte sehr sachkundig in chen habe der Historiker Delegation in die Bräustu- das Thema ein und stand für alle Otfrid Pustejovsky im Pra- Der Kranz der SL Bayern auf der Aussiger Brücke. be Na Rychtě, früher Ma- Fragen zur Verfügung. ger Innenministerium geresch, um ihre konstituAuf der Ferdinandhöhe genoß funden. Ausland klar erkennbaren Grund ierende Sitzung abzuhalten. Er- man zum Abschied ein vorzügliNach Erkenntnissen der For- zu schaffen, die restlose Vertrei- ster Tagesordnungspunkt war ches Mittagessen bei Kaiserwetschung und aus geheimen tsche- bung der Deutschen aus dem Su- die Auszeichnung der langjähri- ter und einem herrlichen Blick chischen Unterlagen könne man detenland zu vollziehen. Laut gen sehr aktiven Vize-Landesob- über die Stadt. Kurt Aue/al/sz

Margaretha Michel, Hansi Adamec, Steffen Hörtler, Andreas Schmalcz und Erna Schwarz.

Museumsdirektor Dr. Petr Koura führt die Landsleute aus Bayern durch die neue Ausstellung.

der seit 2020 auch Vorsitzender des DEBWH ist, Beuth und Ziegler-Raschdorf mitgebracht. „Ziel und Anspruch des DEBWH ist, durch Aufklärung, ­ Kontakte und Begegnungen zu einer Verständigung, einem entspannten Umgang und letztlich zur Versöhnung der Deutschen aus den Vertreibungsgebieten mit der dortigen Bevölkerung beizutragen. Die mehr als 100 verständigungspolitischen Reisen hatte die Bundesregierung finanziell unterstützt.“ Das Hessische Innenministerium habe die Festschrift mit 6000 Euro sowie bereits 2020 den Aufbau eines modernen Webauftritts mit 3700 Euro gefördert. Minister Peter Beuth bekräftigte die hohe Wertschätzung für die Arbeit der Ehrenamtlichen. Es seien die Ehrenamtlichen, die sich dafür einsetzten, das historische und kulturelle Erbe ihrer Heimat zu bewahren. Auch zeichne sie das unbedingte Streben zur Mitwirkung an einem in Frieden und Freiheit zusammenlebenden Europa aus. Ziegler-Raschdorf unterstrich die Erhöhung der Fördermittel. Damit habe sich der BdV-Landesverband erheblich besser personell aufstellen können, was zu einer Professionalisierung seiner Arbeit geführt und zeitgemäße, digitale Projekte ermöglicht habe. „Der Aufgabenbereich Flucht und Vertreibung schüttelt damit sein bisweilen als verstaubt empfundenes Image ab und beweist auch nach 76 Jahren seine Bedeutung für das Geschichts- und Gesellschaftsverständnis in unserem Land.“ Ziegler-Raschdorf betonte, daß alle vom BdV Hessen beantragten Projekte bewilligt worden seien, ein eindeutiger Beleg für die starke und verläßliche Vertriebenenpolitik in Hessen. Dabei stehe die Autonomie des BdV Hessen als ehrenamtlicher Verband außer Frage, werde von der Hessischen Landesregierung respektiert und unterstützt. Am Ende waren alle einig, daß es weiterhin Aufgabe sei, zu überlegen, wie man sich künftig aufstellen wolle, um dem ge-

nnenminister Peter Beuth interessierte sich besonders für die Arbeit des BdV als des größten Vertriebenenverbandes in Hessen während Corona. Er hob die Bedeutung des Themas „Heimatvertriebene und Spätaussiedler“ hervor, denn nahezu ein Drittel der hessischen Bürger habe selbst oder über die familiäre Abstammung ein Vertreibungsoder Aussiedlerschicksal. „Wir alle wissen, wie sehr die Heimatvertriebenen ihre neue Heimat bereichert, was sie kulturell mitgebracht und auch ökonomisch geleistet haben. Sie hatten einen wesentlichen Anteil am politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau unseres Landes. Daß wir dieses Miteinander und die Eingliederungsleistung heute als Selbstverständlichkeit betrachten, gehört zweifellos zu den großen Errungenschaften der deutschen Nachkriegsgeschichte. Was wir in Jahrzehnten geschaffen haben, dürfen wir nicht innerhalb von Jahren wieder vergessen. Deshalb müssen wir die Erinnerung lebendig halten. Dies ist nicht nur die Pflicht der Heimatvertriebenen, Flüchtlinge, Deportierten und ihrer Nachkommen, sondern die Pflicht von uns allen“, so der Minister. Siegbert Ortmann zog eine positive BdV-Bilanz. So sei gelungen, verschiedene Projekte auf den Weg zu bringen, die auch in Zeiten von Covid-19 hätten umgesetzt werden können. Er danke dem Hessischen Innenministerium für die finanzielle Förderung der Projekte. Corona habe der Digitalisierung im Themenbereich „Flucht und Vertreibung“ sogar einen kräftigen Schub verliehen. Beispiele seien die Erstellung von Webseiten, viele neue digitale Formate wie Auftritte auf Facebook und Instagram, virtuelle Ausstellungen, Podcasts und YouTube-Projekte. „Dies alles sind beeindruckende Beispiele dafür, daß auch in der Corona-Pandemie Projekte umgesetzt wer- Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf, Inden können, nenminister Peter Beuth und BdV-Landesvorsitzender Bild: LBHS von denen wir Siegbert Ortmann. langfristig profitieren werden“, unterstrich Ort- setzlichen Auftrag gemäß Pamann. Wichtig sei ihm die Selb- ragraph 96 des Bundesvertrieständigkeit und Unabhängigkeit benengesetzes zum Erhalt der Kultur der Vertreibungsgebiedes BdV. Ortmann betonte, daß die te auch in den kommenden JahBdV-Landesgeschäftsstelle gut ren nachkommen zu können. aufgestellt sei und qualifizier- Schließlich sei es gemeinsames te Mitarbeiter mit modernen Ar- Ziel, daß die Vertriebenenarbeit beitsplätzen habe. Die Geschäfts- auch in Zukunft ihren Stellenleitung bilde mit dem BdV-Vor- wert behalte. Dazu beitragen solle auch stand ein hervorragendes Team. Mit den hauptamtlich Beschäf- ein neues Digitalportal, welches tigten seien die ehrenamtlichen sich mit „Flucht und VertreiBdV-Landesvorstandsmitglieder bung im globalen Kontext“ bebestens gerüstet, die satzungsge- schäftigen werde und für das der mäßen Verbandsstrukturen der BdV-Hessen bereits Fördergelheutigen Zeit anzupassen und der beim Hessischen Innenministerium beantragt habe. Denn für die Zukunft auszubauen. Das Deutsch-Europäische Bil- Kenntnisse über die Kultur der dungswerk in Hessen (DEBWH), historischen deutschen Ostgewelches 1990 auf Initiative des biete und das Wissen um die ErBdV-Landesverbandes Hessen eignisse von Flucht und Vertreigegründet worden sei, so Ort- bung der Deutschen nach dem mann, habe 2020 auf sein 30jäh- Zweiten Weltkrieg müßten für riges Jubiläum zurückgeblickt. jeden Bürger, für jeden SchüLeider habe dies wegen Coro- ler zur Bildungs-Grundausstatna nicht gebührend gefeiert wer- tung gehören, stimmten Peden können. Daher sei eine Fest- ter Beuth, Margarete Zieglerschrift herausgegeben worden. Raschdorf und Siegbert Ortmann Je ein Exemplar hatte Ortmann, überein.


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VERBANDSNACHRICHTEN

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

� 13. Ostdeutscher Ostermarkt in Stuttgart

Wischauer erstmals dabei H

Aussiedlerbeauftragte in Friedland.

� Beauftragte für Heimatvertriebene und Aussiedler

Kriegsflüchtlinge sollen nicht nach Friedland Gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Professor Bernd Fabritius, besuchten die Niedersächsische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Editha Westmann, die Hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland, Johann Thießen, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Minderheiten – AGDM, Bernard Gaida, und der Beauftragte der Nord­rhein-Westfälischen Landesregierung für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern, Heiko Hendriks, die Aufnahmeeinrichtung für deutsche Spätaussiedler im niedersächsischen Friedland.

D

as „Tor zur Freiheit“ genannte Grenzdurchgangslager Friedland ist die offizielle Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Niedersachsen und liegt im niedersächsischen Landkreis Göttingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden darin vertriebene Deutsche aus den ehemals deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland zeitweilig untergebracht. Die britische Besatzungsmacht hatte es auf dem Gelände der nach Friedland ausgelagerten landwirtschaftlichen Versuchsanstalt der Universität Göttingen errichtet und am 20. September 1945 in Betrieb genommen. Vor Ort informierte sich die Delegation über den aktuellen Stand des Härtefallverfahrens und die besonderen Herausforderungen der Spätaussiedleraufnahme in Krisenzeiten. Der Bundesbeauftragte Bernd Fabritius bedankte sich im Namen der Delegation bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung für den oft bis an die Grenze der Belastbarkeit gehenden und mit viel Empathie erbrachten Einsatz. Heiko Hendriks ergänzte: „Es ist beeindruckend zu sehen, mit wieviel Herzblut die Mitarbeiter vor Ort versuchen, jeder und jedem gerecht zu werden.“ Fabritius warb um Verständnis dafür, daß viele vom Krieg Betroffene jede Möglichkeit nutzten, um sich zu retten. Dennoch bat er dringend darum, die für die unterschiedlichen Gruppen von Betroffenen vorhandenen unterschiedlichen Hilfsmöglichkeiten einzuhalten.

Die Vorsprache von Menschen, die mangels Anerkennungsvoraussetzungen als Spätaussiedlerin oder Spätaussiedler zur Vermeidung einer Ablehnung gerade nicht nach Friedland reisen sollten, sondern den allgemeinen, für Kriegsflüchtlinge geltenden Schutz in den üblichen Aufnahmeeinrichtungen der Länder und Kommunen in Anspruch nehmen könnten, führe zu einer erheblichen Behinderung der jeweiligen Verfahren. An diese Betroffenen, die also die deutsche Abstammung und ausreichend Sprachkenntnisse noch nicht nachweisen könnten, appelliere er, so Fabritius, unbedingt erst dann nach Friedland zu reisen, wenn die Voraussetzungen auch erfüllt seien und bewiesen werden könnten. Davor könne ein Aufenthalt im vorübergehenden Schutzstatus, etwa bei Verwandten und Bekannten oder öffentlichen allgemeinen Flüchtlingsaufnahmestellen, bis zu sechs Monaten dafür genutzt werden, die fehlenden Voraussetzungen zu erfüllen. Hierbei leistet beispielsweise die Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland mit ihren örtlichen Beratungsstellen wertvolle Hilfe. Die Vertreter der anwesenden Selbstorganisationen bat Fabritius, diese Regelungen zur Hilfe möglichst breit und sowohl auf Ukrainisch als auch auf Russisch ihren Mitgliedern zur Kenntnis zu bringen. Auch verwies er auf die umfassenden Informationen auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamtes.

Aussiedlerunterkünfte im Grenzdurchgangslager Friedland.

Wieland MdEP, den neuen Bundestagsabgeordneten Maximilian Mörseburg sowie die Stadträtin Bianka Durst und die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Nord, Sabine Mezger, begrüßen. Auch die Gebiets- und Heimatgliederung der Sudetendeut-

de dabei. Von der Heimatgliederung waren die Egerländer Gmoi z‘ Stuttgart, der Egerländer Singund Tanzkreis Stuttgart, die Heiandwerkliche Kunst, kulimatgruppe Stuttgart des deutnarische Köstlichkeiten und schen Böhmerwaldbundes und die Ausstellung „Arabica und Alte Heimat – Verein heimatMuckefuck. Kaffeegeschichtreuer Kuhländer sowie erstmals ten zwischen Ostsee und die Wischauer SprachinSchwarzem Meer“ bot selgruppe zum Ostdeutder Ostdeutsche Osterschen Ostermarkt gemarkt, der nach zweijähkommen. riger Coronapause wieNeben der Sudetender zahlreiche Besucher deutschen Landsmannlockte. Sogar Petrus steuschaft präsentierten zahlerte einen leuchtenden reiche weitere LandsFrühlingstag bei. Die Ermannschaften, Vereine öffnung wurde von eiund Verbände ostdeutner jugendlichen Geigerscher Regionen ihre gruppe der Deutschen handwerkliche Kunst aus Rußland begleitet. und boten kulinarische Unter den BesuKöstlichkeiten an. chern konnte der baAußer einer Tomboden-württembergische la mit ostdeutschen GeLandesvorsitzende der winnen bot eine CafeDeutschen Jugend in Iris Ripsam bei den Wischauern Rosina Reim und Mo- teria die Möglichkeit, Europa (DJO), Hart- nika Ofner-Reim. beim Bummel durch den mut Liebscher, auch wieOstermarkt eine kleine der politische Prominenz wie die schen Landsmannschaft war ver- Pause einzulegen, was von sehr Vorsitzende des BdV-Landesver- treten. Für die SL-Landesgrup- vielen Besuchern wahrgenombandes Baden-Württemberg, Iris pe Baden-Württemberg war men wurde. Der Erlös der TomRipsam, den Vizepräsidenten des Landesfrauenreferentin Ilse von bola kam Flüchtlingen aus der Europäischen Parlaments, Rainer Freyburg mit der Klöppelrun- Ukraine zugute. Ende März fand der 13. Ostdeutsche Ostermarkt im Haus der Heimat in Stuttgart statt.

Nach der Gedenkfeier vor dem Vertriebenenkreuz am Wallfahrtsort Maria Einsiedel.

� SL-Kreisgruppe und BdV-Kreisverband Groß-Gerau/Hessen

Für freie Volksgruppen Unter dem Leitwort „Für ein Europa freier Völker und Volksgruppen“ begingen Hessens SLKreisgruppe und BdV-Kreisverband Groß-Gerau den Tag der Selbstbestimmung. Anlaß für die Gedenkfeier in Maria Einsiedel waren die Demonstrationen der Sudetendeutschen für ihr Selbstbestimmungsrecht nach dem Ersten Weltkrieg. Am 4. März 1919 erschoß tschechischoslowakisches Militär wahllos 54 Kinder, Frauen und Männer.

H

elmut Brandl vom BdVKreisverband Groß-Gerau erläuterte den Hintergrund. Nach dem Zerfall der Donaumonarchie und der Errichtung der Tschechoslowakei am Ende des Ersten Weltkrieges hätten die Sudetendeutschen in DeutschÖsterreich leben wollen. Das hätten sie in Demonstrationen für ihr Recht auf Selbstbestimmung zum Ausdruck gebracht. Sie hätten sich dabei auf dieses von USPräsident Wilson als Grundprinzip einer Friedensordnung proklamierte Recht berufen. „Wir begehen diesen Tag stellvertretend für alle Menschen weltweit, denen das Selbstbestimmungsrecht auch heute noch versagt bleibt“, sagte Brandl weiter. Die Gedenkfeier werde von Geschehnissen in Osteuropa überlagert. „Seit dem 24. Februar müssen wir erleben, daß diese Geißel der Menschheit, der Krieg, zurückkehren konnte.“ Lediglich eine ältere Frau und ein Politologe aus dem Bekanntenkreis hätten auf Befragen etwas sagen können zum in der UN-Charta anerkannten Selbst-

bestimmungsrecht der Völker, bedauerte Birgit Weinmann. Die Vorsitzende des Vereins Memor fragte, ob wir unsere bestehenden Verhältnisse, unsere Selbst-

sammenstehen, uns gegenseitig auffangen und vor allem Eintreten für Frieden, für ein respektvolles Miteinander, das ein Recht auf Selbstbestimmung vorbehaltlos gewährt.“ Adamu Mamo Kebede Kaplan weiß sehr genau, was Krieg Maximilian Eichler und der Verlust der Selbstfeiert Gottesdienst bestimmung bedeuten. Der in der Pilgerhalle. Kriegsflüchtling aus Äthiopien fand vor den Teilnehmern der Gedenkstunde eindrucksvolle Worte: „Ich will Frieden, weil ich den Krieg kennengelernt habe.“ Er liebe die Menschen, weshalb er Frieden brauche. Durch Gewalt würden niemals Probleme gelöst. „Ich weine um uns und die vielen Menschen in der Ukraine. Krieg ist ein Zeichen der Schwäche.“ Dem Gedenken vorausbestimmung als so selbstver- gegangen war eine Eucharistie­ ständlich empfänden, daß wir sie feier mit Kaplan Maximilian nicht einmal mehr wahrnähmen. Eichler in der Pilgerhalle. Man „Das als so selbstverständlich wisse, welche hohen Güter Levon uns akzeptierte Selbstbe- ben, Freiheit und Frieden seien, stimmungsrecht wurde seit sei- so Eichler. Er forderte dazu auf, ner Anerkennung an vielen Or- besonders für die vor dem Krieg ten der Welt auf das Schlimm- flüchtenden Menschen zu beten. ste mißachtet.“ Es gehe immer Unter den Gästen befanden Hand in Hand mit zwei Voraus- sich Trachtenabordnungen der setzungen: mit der Bereitschaft Egerländer Gemeinden z‘ Kelder Nachbarn, die Grenzen und sterbach und z‘ Bischofsheim. die Souveränität des anderen zu Die musikalische Gestaltung lag akzeptieren und zu respektieren, bei der BdV-Musik- und Singund mit Selbstverantwortung. gruppe. Von ihr hörten die Gäste Die russischen Machthaber das Riesengebirgs- und das Ostträten nicht nur das Recht ihres preußenlied. Das Gedenken ging Nachbarlandes mit Füßen, sie mit der ukrainischen Hymne zu legten das Land in Schutt und Ende: „Noch sind der Ukraine Asche, bedrohten uns alle durch Ruhm und Freiheit nicht gestorden Beschuß eines Atomkraft- ben. Verschwinden werden unwerkes und, ganz schlimm, sie sere Feinde wie Tau in der Sonforderten ihr Volk über die Ar- ne, und auch wir, Brüder, werden mee zum Morden auf. Herren im eigenen Land sein. Schließlich forderte Wein- Leib und Seele geben wir für unmann: „Lassen Sie uns daher zu- sere Freiheit.“

Angela und Florian Novotny

� SL-KG Anhalt-Bitterfeld

Tänze, Schlager und Duette Mitte März fand im Musikhotel Goldener Spatz in Jeßnitz die diesjährige Frauentagsfeier der sachsen-anhaltinischen SLKreisgruppe Anhalt-Bitterfeld statt.

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rotz Corona und der damit verbundenen Schwierigkeiten hatte doch eine ganze Menge Mitglieder den Weg nach Jeßnitz gefunden. Sicherlich stand auch der Drang dahinter, sich endlich einmal wieder mit Landsleuten zu treffen und sich im Gespräch auszutauschen. Lange genug hält uns Corona nun schon in seinem Bann. Kreisobfrau Anni Wischner eröffnete die Veranstaltung. Der Situation geschuldet, fand sie einfühlsame Worte. Sie hoffe, so Wischner, daß bald wieder zu normalen Verhältnissen und einem vernünftigen Verbandsleben zurückgekehrt werden könne. Nach der Begrüßung und Klärung von organisatorischen Fragen wurden Kaffee und Kuchen gereicht und die Zeit genutzt, um sich über alle möglichen Probleme auszutauschen. Danach eröffnete Angela Novotny die Frauentags-Gala. Ein stimmungsvolles Schlagerprogramm begann mit Liedern von Roland Kaiser, Maite Kelly, Angela Berg, Helene Fischer und anderen rund um die Liebe und das Glück. Genau das Richtige für die Frauentagsgäste. Angela Novotny, Sohn Florian und das gesamte Personal wirkten bei diesem Programm mit. Es gab Duette von Angela Novotny mit Sohn Florian sowie Tanzeinlagen von Franziska Rahlf und Florian. Krönender Abschluß war das Duett „Warum hast Du nicht nein gesagt“ von Angela und Florian. Das war wie immer ein unterhaltsamer Nachmittag, bei dem alle Gäste, egal ob Frau oder Mann, eine Blume bekamen. Abschließend dankte Kreis­ obfrau Anni Wischner Angela Novotny für den gelungenen Nachmittag. Ein Dankeschön gilt Anni Wischner, die alles organisiert hatte, und dem Team von Angela Novotny für die kulturelle Umrahmung und die gastronomische Versorgung. Klaus Arendt

Franziska Rahlf und Florian Novotny


SLÖ-Landesgruppe Steiermark

Kulturstiftung

Stuben gehen ins Netz Das Hessen-Team des Leuchtturmprojekts „Virtuelle Heimatsammlungen“ der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen war Anfang März im mittelhessischen BeselichObertiefenbach zu Gast.

I

m Dachgeschoß der ehemaligen Schule ist eine Heimatstube, deren Träger das Katholische Männerwerk Sankt Aegidius Obertiefenbach ist. Die Sammlung zeigt seit 1998 neben Objekten der Vertriebenen auch Alltagsgegenstände aus Hessen und regionaltypische Exponate aus dem Basaltabbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die damals 1200-Seelen-Gemeinde Obertiefenbach 500 Heimatvertriebene aufgenommen, die vor allem aus Böhmen und Mähren stammten. Sie prägten fortan das Ortsbild mit, und dies spiegelt auch die Heimatsammlung. Dort sind vor allem Objekte aus dem Sudetenland ausgestellt. Die Arbeit der Kulturstiftung unterstützten vor Ort besonders Johann Weis und Dieter Pytlik, Vorstandsmitglieder im Katholischen Männerwerk Obertiefenbach und Vertreter der Heimatstube, sowie Franz-Josef Sehr, ebensfalls Vorstandsmitglied im Katholischen Männerwerk Obertiefenbach sowie Leiter und Ansprechpartner der Heimatstube. Das Team der Kulturstiftung digitalisierte ausgewählte Exponate der Vertriebenensammlung für die Projektwebseite www. heimatsammlungen.de. Zudem wurden die Räumlichkeiten für eine 360-Grad-Ansicht abgelichtet und die digitalisierten Ausstellungsstücke für ihren virtuellen Auftritt vorbereitet. Auf der Projektseite wird die Heimatsammlung schon bald in ihren kulturellen Kontext eingebettet und mit vielen Zusatzinformationen zu sehen sein. Das Leuchtturmprojekt „Virtuelle Heimatsammlungen in Hessen“ der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen wird finanziell vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport gefördert und dient der Erhaltung des deutschen kulturellen Erbes aus dem östlichen Europa. Es knüpft an das bereits seit über zwei Jahren erfolgreich in Nordrhein-Westfalen laufende Projekt „Virtuelle Heimatsammlungen in NRW“ an.

Johann Weis, Dieter Pytlik und Franz-Josef Sehr

In der Heimatstube sind vor allem Objekte aus Böhmen und Mähren ausgestellt.

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VERBANDSNACHRICHTEN

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

Letzte Sitzung in Graz Ende März veranstaltete die SLÖ-Landesgruppe Steiermark ihre Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen in Graz.

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SL-Ortsobmann Harald Riedel, Hans Knapek (dritter von links), Bürgermeister Harald Stadler (dritter von rechts), daneben Landesbeauftragte Sylvia Stierstorfer und Regensburgs SL-Kreisobmann Franz Weschta.

SL-Ortsgruppe Neutraubling/Oberpfalz

Vorstand bestätigt Ende März fand nach zweijähriger Coronapause die Jahreshauptversammlung der oberpfälzischen SL-Ortsgruppe Neutraubling im Hotel am See statt.

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m Mittelpunkt der beschlußfähigen Versammlung standen die Wahl des Vorstands und die Ehrung von Mitgliedern für langjährige Treue oder für hervorragende Verdienste um Heimat und Volksgruppe. Ortsobmann Reinhard Riedl konnte neben den Mitgliedern auch einige Ehrengäste begrüßen. Dies waren Neutraublings Erster Bürgermeister Harald Stadler, Sylvia Stierstorfer MdL, Landesbeauftragte für Aussiedler und Vertriebene, Hans Knapek, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk sowie Mitglied der Sudetendeutschen Bundesversammlung, Erik Waengler, Sohn des langjährigen Ortsobmannes Ferdinand Waengler, Monika Riedl, Stadt-

rätin und Vüarstäihare der Eghalanda Gmoi z‘ Neutraubling, Gertrud Schmitzer, Obfrau der SL-Ortsgruppe Obertraubling, und Franz Weschta, Obmann der SL-Kreisgruppe Regensburg. Zum Gedenken an sechs verstorbene Mitglieder erhoben sich alle zu einer Gedenkminute von ihren Plätzen. Bürgermeister Stadtler und Landesbeauftragte Stierstorfer sprachen Grußworte. Dem folgten die Rechenschaftsberichte des Obmanns Riedl, der Kassiererin Margit Hauke und der Kassenprüferin Monika Riedl. Auf Antrag wurde der Vorstand ohne Aussprache einstimmig entlastet. Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Vorstand für weitere zwei Jahre bestätigt. Margit Hauke wurde für 15, Albert Stöckl für 25, Reinhard Riedl und Gerlinde Zimmermann wurden für 30, Hans Knapek wurde für 40, Franz Zettl für 50 und Erik Waengler für 55 Jahre Treue zur SL geehrt.

Darüber hinaus zeichnete Kreisobmann Franz Weschta Margit Hauke, Reinhard Riedl, Gertrud Schmitzer und mich, Helmut Schöppl, für langjährige und hervorragende Dienste für Heimat und Volksgruppe mit dem vom Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, verliehenen Ehrenzeichen der Sudetendeutschen Landsmannschaft aus. In der allgemeinen Aussprache wurde die Bedeutung der Arbeit und Aktivitäten aller Art durch die Vertriebenenverbände und ihre Einrichtungen hervorgehoben, auf zahlreiche interessante und hochrangig besetzte Veranstaltungen hingewiesen und zum Besuch der Sudetendeutschen Museen und Bildungsstätten aufgefordert. Abschließend dankt Obmann Riedel den Mitgliedern und den Ehrengästen und beendete die Jahreshauptversammlung mit einer Einladung zur Brotzeit. Helmut Schöppl

andesobmann Helge Schwab eröffnete die Sitzung. Dem folgte ein Totengedenken für die kürzlich verstorbene ehemalige Geschäftsführerin Anni Pachernig (1924–2021). Ehrengast war SLÖ-Bundesobmann Gerhard Zeihsel, der mit Gattin Reinhilde aus Wien gekommen war. Zeihsel hielt eine ausführliche Rede über die Geschichte der Ukraine, die Parallelen zum Schicksal unserer Volksgruppe aufweist. Außerdem erwähnte er die Tätigkeit des Sudetendeutschen Pressedienstes (SdP) und die stete Arbeit für die Heimatzeitung „Sudetenpost“, die seit sechs Jahren in Wien produziert wird. Nach dem für in Ordnung befundenen Kassastand erfolgte die Entlastung des Kassiers und des Vorstandes in Einstimmigkeit.

Am Kopfende Gerhard Zeihsel sitzend und Helge Schwab stehend.

Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ostdeutsche Gedenktage Kürzlich erschienen drei neue Bände der von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen herausgegebenen Reihe über ostdeutsche Gedenktage.

S

Links Ortsobfrau Gerda Ott, dritte von rechts Kreisobfrau Waltraud Illner.

Illner und Willi Richter

SL-Ortsgruppe Stuttgart-Bad Cannstadt/Baden Württemberg

Mitglieder geehrt Im Rahmen ihres jüngsten Monatstreffens zeichnete die baden-württembergische SL-Ortsgruppe Bad Cannstadt im Haus der Heimat in Stuttgart Anfang März eine Reihe von Landsleuten aus. Ortsobfrau Gerda Ott berichtet.

U

nsere langjährigen und verdienten Mitglieder sind seit Jahren in der SL-Ortsgruppe auf verschiedene Weise aktiv. So war Anni Fochler, geboren im Altvatergebiet und wohnhaft in Stuttgart, jahrelang Schriftführerin. Sie führte das Teilnehmerbuch und gestaltete es liebevoll. Außerdem schrieb sie Geburtstagsglückwunschkarten an die Mitglieder. Ingrid Friede, ebenfalls im Altvatergebiet geboren und wohnhaft in Stuttgart, war jahrelang Stellvertretende Ortsobfrau. Sie plante die jährlichen Ausflüge der Ortsgruppe in hervorragender Weise, organisierte und leitete sie. Mitzi Greipel, geboren im Böhmerwald und wohnhaft in

Stuttgart, ist und war Mädchen für alles. Wo es anzupacken gilt, da packt sie mit an, ob Tisch dekken, Kaffee kochen, Essen ausgeben, spülen oder servieren. Alles, was im Bereich Küche zu organisieren ist, das nimmt sie tatkräftig in die Hände und kümmert sich in bewährter Art darum. Sie ist bei der Durchführung von Veranstaltungen im Haus der Heimat nicht mehr wegzudenken. Ruth Junkert, geboren in Baden-Württemberg und wohnhaft in Kornwestheim, ist seit Jahren Stellvertretende Ortsobfrau und somit unterstützende Hilfe in allen Bereichen, die die Ortsgruppe betreffen. Bereits im Dezember waren Mitzi Greipel für zehn und Willi Richter für 20 Jahre Treue zur SL geehrt worden. Nun wurden Ingrid Friede und Anna Fochler für zehn sowie Johanna Hofmann für 15 Jahre Treue zur SL geehrt. Kreisobfrau Waltraud Illner hatte es sich nicht nehmen lassen, die Landsleute persönlich zu ehren und war deshalb zu Gast bei der Ortsgruppe Bad Cannstadt.

Für alle Geehrten gilt gleichermaßen, daß sie ihre Liebe zur Heimat oder der ihrer Vorfahren und das Interesse an heimatpolitischen Themen auszeichnen. Darüber hinaus nehmen alle immer regen Anteil an den Veranstaltungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft auf Orts-, Kreis- und Landesebene, so am 4.-März-Gedenken, an der Chartafeier, am Tag der Heimat, am Ostermarkt, am Adventssingen, an Kulturtagungen oder an Vorträgen im Haus der Heimat. Sie sind alle treue Besucher unserer Monatstreffen, wo sie sich ebenfalls engagieren und einbringen. Dieses Ehrenzeichen soll ein Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für die geleistete Arbeit und den Einsatz sein, verbunden mit dem Wunsch auf weitere treue Mitarbeit und Unterstützung. Ich gratuliere den Geehrten ganz herzlich – auch im Namen der Ortsgruppe Stuttgart-Bad Cannstatt – zu dieser besonderen Auszeichnung.

Die Besonderheit des diesjährigen Wahlvorschlags ist die Übernahme der Haupt-Vorstandsämter durch die Mitglieder der sudetendeutschen akademischen Landsmannschaft Zornstein zu Leoben sowie die Übersiedelung des Grazer Büros zu der Studentenverbindung in die Universitätsstadt Leoben. Nach der Präsentation des Wahlvorschlages wurde dieser einstimmig angenommen und bestätigt. Bedanken möchte sich der neue Vorstand bei der langen und äußert guten Führung des alten Vorstandes, insbesondere bei Professor Helge Schwab, der weiterhin die Aufgabe des Ersten Landesobmannstellvertreters ausüben wird. Der neue Obmann Stefan Felix ließ sich für die Sitzung krankheitsbedingt entschuldigen, ist jedoch gemeinsam mit seinen Vorstandsmitgliedern, darunter Schriftführer Wolfram Waldl, voller Tatendrang und Vorfreude für die gestartete Amtsperiode.

eit dem Erscheinen der „Ostdeutschen Gedenktage“ für 2017 und 2018 sind fast drei Jahre vergangen. Um so mehr freut sich die Kulturstiftung, daß das Land Nordrhein-Westfalen über die Bezirksregierung Köln Mittel für die Bände 2019, 2020 und 2021 bereitstellte. Die Reihe konnte nun unter dem Titel „Historisch Ostdeutsche Gedenktage“ fortgeführt werden. 2019: Der Reigen der gewürdigten Persönlichkeiten spannt sich von dem ostpreußischen Dichter Simon Dach, dem oberschlesischen Historiker Helmut Neubach, der westpreußischen Malerin Juli Wolfthorn und dem Egerländer Komponisten Ferdinand Pfohl bis zum ostpreußischen Widerstandskämpfer Heinrich Burggraf und Graf zu DohnaSchlobitten und dem Posener Theologen Joseph Klinke. Als für den Raum prägende Ereignisse sind nicht weniger erinnernswert der Erste Prager Fenstersturz von 1419 und der Umsturz in Rumänien von 1944. 2020: Neben bekannten Persönlichkeiten wie dem böhmischen Priester und Märtyrer Johannes Sarkander, der aus Königsberg stammenden Bildhauerin und Grafikerin Käthe Kollwitz, dem Prager Schriftsteller Franz Werfel und dem pommerschen Schauspieler Claus Biederstaedt werden hier auch weniger bekannte ge-

würdigt, wie der aus dem Rheinland stammende, vor allem in Kroatien wirkende Architekt Hermann Bollé, der siebenbürgische Medizinhistoriker Thomas Breier oder die Cellistin und KZÜberlebende Anita Lasker-Wallfisch. Als nicht nur für die Region bedeutend werden solch unterschiedliche Ereignisse wie die Gründung des Prämonstratenserordens 1120 und der Brünner Todesmarsch 1945 dargestellt. 2021: Erneut gilt es, mit prägnanten Beiträgen Leben und Wirken von Persönlichkeiten des historischen deutschen Ostens zu beleuchten. Diese sind diesmal etwa dem niederschlesischen Philosophen und Publizisten Rudolf Haym, der Bromberger Literaturwissenschaftlerin Renate Gerlach Damaschke, dem aus Mähren stammenden Opernund Kammersänger Leo Slezak, dem in Königsberg geborenen Präsidenten der Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa – OKR und dem böhmischen Maler und Grafiker Markus Lüpertz gewidmet. Das Prager Blutgericht von 1621, die Volksabstimmung in Oberschlesien 1921, die Gründung der Akkermann-Gemeinde 1946 werden als prägende historische Ereignisse behandelt. Die drei in Bonn 2021 erschienenen Bände haben je rund 250 Seiten und kosten je 9,80 Euro. Sie sind im Buchhandel erhältlich oder bei der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Godesberger Allee 72–74, 53175 Bonn, Telefon (02 28) 9 15 1213 eMail kontakt@ kulturstiftung.org


Reicenberger Zeitung

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Stadt und Kreis Reichenberg

Kreis Deutsch Gabel

Nordböhmi[e Um[au

Redaktion: Nadira Hurnaus, Baiernweg 5, 83233 Bernau, Telefon (0 80 51) 80 60 96, eMail rz@sudeten.de

Das ehemalige Franziskanerkloster Haindorf Mitte März.

Bilder: Stanislav Beran

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

Kreis Friedland

Kreis Gablonz

Ukrainische Flüchtlinge in Kloster Haindorf.

� Haindorf

Franziskanerkloster gewährt Ukrainern Asyl Kurz nach dem Angriff der Russen auf die Ukraine half auch das Kloster in Haindorf den Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine flohen. Schon am 1. März kamen die ersten Flüchtlinge in Haindorf an. Gegenwärtig steht die gesamte Unterbringungskapazität des Klosters den Flüchtlingen zur Verfügung, vorerst bis Ende April.

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m Jahr 2001 gründete das Bistum Leitmeritz in dem ehemaligen Franziskanerkloster Haindorf das Internationale Zentrum der geistlichen Erneuerung. Hier fanden nun vor allem ukrainische Mütter oder Großmütter mit Kindern ein Dach über dem Kopf. Das Kloster ist bereits weitgehend selbstverwaltet. Dank der Zusammenarbeit mit der Stadt Haindorf, der Grundschule und den Freiwilligen wird nicht nur die Grundversorgung sicherstellt, sondern werden auch Aktivitäten für Kinder und Tschechischkurse für Erwachsene organisiert. Neben dem Kloster-Team kümmern sich viele Freiwillige mit Rat und Tat um die Frauen und Kinder. Das Kloster hat Kontakt mit Arbeitgebern, Lebensmittelbanken und Lieferanten aufgenommen und nimmt notwendige Sachspenden entgegen.

Die Kapazität des Klosters liegt normalerweise bei 64 Plätzen. Mitte März fanden bereits 80 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine Unterschlupf in dem ehemaligen Franziskanerkloster: 14 Männer, 44 Frauen und 22 Kinder. Das Problem mit der Unterkunft wird mit zusätzlichen Betten gelöst. Wegen der Unterbringung der Flüchtlinge hat das Kloster die ursprünglichen Reservierungen von Touristen bis Ende April storniert. Jeden Tag um neun Uhr findet im Kloster ein Treffen statt, bei dem die Arbeiten in der Küche, in der Wäscherei, im Speisesaal oder bei der Reinigung der Gemeinschaftsräume an die Ukrainer verteilt werden. Dank der Lehrer der Grundschule von Haindorf begann recht bald der Tschechischunterricht im Kloster. Die Schule bereitete auch Kurse für die Kinder vor. Was die Helfer in dem Kloster in Haindorf leisten und geleistet haben, ist beeindruckend. Großer Dank gebührt vor allem Lenka Sidunová und ihren Mitarbeitern für ihren großen Einsatz. Das Kloster ist nicht der einzige Ort in Hain­ dorf, in dem Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine untergebracht sind. Zehn Flüchtlinge wohnen auch in der Pension Dvůr und 15 im Haindorfer Ortsteil Ferdi­ nandsthal. Da die Kapazität des Klosters bereits erschöpft ist, werden weitere Flüchtlinge in der Emil-SimonVilla untergebracht. Die Villa ist ein seltenes historisches

Art-déco-Gebäude vom Anfang die Unterkünfte, und das MiniMehr als die Hälfte der Flüchtdes 20. Jahrhunderts. Wegen sterium für regionale Entwick- linge in der Tschechischen Repuder Umwandlung der Villa im lung bereitet Subventionen für blik sind Kinder, und vier FünfPark an der Liebwerdaer Straße die Gemeinden für die Anschaf- tel der Erwachsenen sind Frauin Hain­dorf zu einer Flüchtlings- fung und die Renovierung von en. Unter den Kindern sind die unterkunft sind die Haindorfer Wohnungen vor. meisten Mädchen und Jungen auf der Suche nach Möbeln und Geräten, die der Gemeinde gespendet oder langfristig geliehen werden können. Gesucht werden Betten, Schlafsofas, Kleiderschränke, Kühlschränke, Waschmaschinen, Wäschetrockner und Fernseher. Das historische Gebäude im Ortsteil Lerchenfeld, in dem von 1945 bis 2020 ein Kindergarten untergebracht war, steht seit der Räumung des Kindergartens Ende Dezember 2020 leer. Die Tschechische Republik ist an die Grenze der Flüchtlingszahl Auch die leere Emil-Simon-Villa (Ý RZ 31/2021) wird Zufluchtsort. angelangt, die sie ohne größere Probleme aufnehmen Nach Erfahrungswerten aus zwischen sechs und 15 Jahre alt, kann. In den ersten drei Wochen früheren Migrationswellen Kinder und Jugendliche, die nornach dem russischen Angriff sei- könnte die Tschechische Repu- malerweise die Schule besuchen en 270 000 Kriegsflüchtlinge aus blik eine Zahl von Flüchtlingen würden. der Ukraine in der Tschechischen aufnehmen, die zwei Prozent ihBei den Erwachsenen stehen Republik eingetroffen. Dies er- rer Bevölkerung entspricht. Das Frauen unter 65 Jahren an der klärte Premierminister Petr Fiala sind etwas mehr als 200 000 Men- Spitze. Viele Männer aus der (ODS) auf einer Pressekonferenz. schen. Fiala sagte, die Tsche- Ukraine, die in der TschechiNach Meinung von Fiala muß chische Republik sei eines der schen Republik arbeiteten, kehrdie Tschechische Republik neu- Zielländer der Neuankömmlin- ten dagegen in ihre Heimat zuerliche Maßnahmen ergreifen, ge und auch eines der Länder, rück, um zu kämpfen. Viele Firum eine weitere hohe Zahl von die die Migrationswelle am be- men bieten den Familien ihrer Neuankömmlingen unterzubrin- sten bewältigten. Er fügte hinzu, ukrainischen Mitarbeiter Untergen. Er erwähnte die bevorste- daß die Tschechische Republik stützung und freie Stellen an. henden Änderungen der Geset- die höchste Zahl an registrierten Flüchtlinge mit einem Aufentze bezüglich Visa, Sicherheit, Flüchtlingen pro Einwohner ha- haltsvisum werden nach der VerBildung und Beschäftigung von be. Das Innenministerium habe abschiedung des zur DiskussiFlüchtlingen. Die Regierung ei- bisher rund 180 000 Visa für die on stehenden Gesetzes freien nigte sich auch auf Beiträge für Aufnahme ausgestellt. Zugang zum tschechischen Ar-

Klassenzimmer für die Erwachsenen, oben der Stundenplan für den Tschechischunterricht.

Spielzimmer für die Kinder.

beitsmarkt haben; sie werden keine Arbeitserlaubnis benötigen. Fast 100 000 Flüchtlinge meldeten sich bei der Fremdenpolizei, die meisten, mehr als 43 000, in Prag, die wenigsten in der Region Zlin, wo die Zahl der registrierten Personen unter 5000 liegt. In der Hauptstadt sind 650 Menschen in Notunterkünften in Turnhallen untergebracht. Die Tabelle mit den genauen Zahlen wird täglich aktualisiert. Drei Gesetze zur Erleichterung des Zugangs zu Arbeit und Krankenversicherung für Ukrainer und ihre Kinder zu Schulen wurden vom Senat verabschiedet und von Staatspräsident Miloš Zeman unterzeichnet. Die Regierung genehmigte die Entsendung von bis zu 650 tschechischen Soldaten zu der neuen 2000 Mann starken N ­ ATO-Truppe in der Slowakei. Die Mission soll die Verteidigung der NATO-Ostflanke nach dem Einmarsch Rußlands in die Ukraine stärken. Das Kommando über die multinationale Einheit, der auch Truppen aus Deutschland, Polen, Slowenien, den Niederlanden und den USA angehören werden, übernehmen die Soldaten der tschechischen Armee. Einige der Soldaten sollen auch humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge leisten. Der Entsendung der Soldaten muß noch das Abgeordnetenhaus zustimmen. Stanislav Beran


REICHENBERGER ZEITUNG

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

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Seilbahn zum Jeschken

Reparatur oder Neubau? Die Seilbahn von Reichenberg zum Jeschken, die seit einem Unfall mit Todesfolge Ende Oktober außer Betrieb ist, soll möglichst bald repariert werden.

E 1892 eröffnete Theodor Cloin das Café Post in Reichenberg.

Seilbahn zum Jeschken

Die Polizei hilft Nicht zuletzt die Polizei von Gablonz und Reichenberg hilft ukrainischen Flüchtlingen.

D

ie Stadt Gablonz organisierte Mitte März im Eurozentrum eine Sammlung von Gebrauchsgegenständen für die Flüchtlinge aus der Ukraine. Diese wurden für Überlebenspakete verwendet, die einen Schlafsack, eine Isoliermatte, eine Decke, ein Handtuch, die wichtigsten Hygieneartikel, Fertignahrung, Plastikgeschirr und -besteck enthalten. Mitarbeiter der Stadtverwaltung dankten allen, die beigetragen hatten, und weitete die Sammlung aus. Die Sammelstelle befindet sich im Gebäude der Stadtpolizei und ist an Werktagen geöffnet. In Reichenberg dient das Café Post, das sich derzeit im Besitz der tschechischen Polizei befindet, als vorläufiger Aufenthaltsraum für die Flüchtlinge. Dieses historische Gebäude, das die Polizei für repräsentative Anlässe nutzt, ist vorübergehend ein Zufluchtsort für ukrainische Flüchtlinge. Den Polizeibeamten der Region Reichenberg gelang, schnell eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Das Schicksal der Ukrainer, insbesondere der Kinder, ließ keinen kalt. Auch unter den Polizeibeamten wogte eine Welle

der Solidarität. In wenigen Stunden lieferten sie eine Fülle von Spielzeug, Malutensilien und Naschwerk, um die Not dieser unschuldigen Menschen zumindest etwas zu lindern. So wurde auch ein Kinderspielzimmer eingerichtet. In diesen historischen Kaffeehausräumen, die im Wiener NeoRokoko-Stil erbaut wurden und eine große historische und architektonische Bedeutung für die Region haben, konnten sich vor allem Frauen mit Kindern, oft ganze Familien, nach einer anstrengenden Reise aus ihrer Heimat in Sicherheit ausruhen und erholen. Auch die griechisch-katholische Gemeinde in Reichenberg beteiligte sich an der Aktion der Polizei, indem sie ehrenamtliche Dolmetscher zur Verfügung stellte und Lebensmittel und Hygieneartikel lieferte. „Ich möchte mich bei allen Bürgern der Tschechischen Republik für ihre Solidarität bedanken. Ich weiß zu schätzen, wie groß Ihr Herz ist. Wir werden nie vergessen, was Sie für uns getan haben. Gleichzeitig möchte ich allen danken, die sich an der Hilfe für die Kriegsflüchtlinge beteiligt haben, sei es seitens der Polizei oder anderer Institutionen“, sagte der griechisch-katholische Pfarrer Ivan Semotjuk. Stanislav Beran

Gablonzer Galerie

Kunst gegen Krieg Die städtische Galerie MY in Gablonz änderte kurzfristig ihr Ausstellungsprogramm und organisierte eine Benefiz-Ausstellung. In dieser Ausstellung, die Mitte März feierlich eröffnet wurde, stellen 20 Künstler aus der Region Gablonz und Reichenberg aus und demonstrieren damit ihre Ablehnung gegen Rußlands Angriff auf die Ukraine.

D

ie Ausstellung wurde innerhalb weniger Tage ins Leben gerufen. Sie brachte Künstler verschiedener Generationen, künstlerischer Auffassungen und kreativer Ansätze in einem Ausstellungsraum zusammen. Vertreten sind Maler, Bildhauer, Grafiker, Medailleure, Fotografen, Glaskünstler und Designer. Einigen gelang, in kurzer Zeit Werke zu schaffen, die von unserer Gegenwart inspiriert sind. Die meisten Künstler zeigen je-

doch Werke, die früher entstanden und nach dem Sinn des Lebens und der Humanität fragen. Meistens stellen sich Menschen diese Frage erst, wenn sie mit schlimmen Tatsachen konfrontiert werden. Die Künstler äußern sich in ihren Kunstwerken gegen den Krieg. Wie viele Musiker und Theaterkünstler, die mit Benefizaufführungen die Ukraine unterstützen, unterstützt auch die Gablonzer Galerie mit ihrer Ausstellung die Ukraine und bekundet ihre Solidarität mit dem Land. Der Titel der Ausstellung in der städtischen Galerie MY ist der Text des legendären Liedes „Válka je vůl“/„Krieg ist ein Ochse“) der Brünner Rockgruppe Synkopy 61, das in den 1960er Jahren geschrieben wurde und auf die damaligen Kriegskonflikte reagierte. Das Geld, das während der Ausstellung gesammelt wird, wird für humanitäre Hilfe im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt verwendet. In diesem Fall geht es ins Kloster Haindorf, das zu einem Zufluchtsort für ukrainische Kriegsflüchtlinge wurde ( Seite 12). Stanislav Beran

Zu den Exponaten gehört Jana Hunterovás Bild „Karpatenukraine 2017“.

Die Ausstellung „Válka je vůl“ in der städtischen Galerie MY läuft bis 10. Juni Dienstag 13.00–17.00 und Mittwoch bis Samstag 10.00–12.30 und 13.00– 17.00 Uhr.

in Memorandum über eine Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Seilbahn unterzeichneten Anfang März Vertreter der Tschechischen Bahn, der Region Reichenberg, der Stadt Reichenberg und der Gesellschaft Tatry Mountain Resorts Jeschken, die Mieterin des Skigebiets am Jeschken ist. Das Ziel der Vereinbarung ist, gemeinsam die beste und effektivste Zusammenarbeit zu finden. „Die Seilbahn gehört zum Schatz unseres Unternehmens, deshalb wollen wir sie möglichst bald reparieren, und zwar in einer Form, die den Bewohnern und Besuchern von Reichenberg möglichst viele Vorteile bringt“, sagt Jiří Ješeta, Vorstandsmitglied der Tschechischen Eisenbahn (ČD). Die neue Seilbahn soll die touristische Entwicklung des gesamten Jeschken-Kamms erlauben, gleichzeitig aber die Umwelt schonen. Die Arbeitsgruppen aller vier Partner befassen sich mit drei Möglichkeiten der Erneuerung. Die erste Möglichkeit ist die Reparatur der ursprünglichen Seilbahn, die um neue Sicherheitsfunktionen ergänzt werden müßte. Die zweite Möglichkeit eine neue moderne Seilbahn an der alten Stelle. Die dritte Möglichkeit ist eine neue Seilbahn mit verlängerter Strecke bis zur Straßenbahnhaltestelle in Ober Hannichen. Die dritte Variante bie-

tet den Touristen wohl den größten Nutzen. „Die Arbeitsgruppen analysieren alle diese Lösungen. Neben dem bestehenden Pendelsystem mit zwei großen Kabinen ist noch eine Variante mit einem Umlaufsystem mit einer größeren Anzahl von kleineren Kabinen im Spiel“, bestätigte Ješeta. „Experten schätzen die Renovierung auf drei bis vier Jahre, für eine neue Seilbahn wird man vier bis fünf Jahre brauchen“, sagte

ken soll saniert werden. Und so könnte irgendwann einmal die Seilbahn die Touristen direkt in das neue Hotel fahren“, ergänzte er. Die Reichenberger Seilbahn wurde von der Firma Franz Wiesner zwischen 1932 und 1933 gebaut. 1971 bis 1975 wurde sie umfassend rekonstruiert. In einer Kabine fanden bis zu 35 Personen Platz. Sie erreichte ein Tempo von 36 Kilometern pro Stunde. Die Trasse zum Jeschken ist

vom Berg zur Talstation abgestürzt. Bei dem Unfall kam ein Mitarbeiter ums Leben. Er war in der für 35 Personen ausgelegten Kabine alleine unterwegs. Den 13 Passagieren in der zweiten Kabine geschah nichts. Sie blieb 15 Meter über dem Boden am Seil hängen, weil der Schaffner die Notbremse gezogen hatte. Einsatzkräfte retteten die Passagiere über Höhenleitern. Der Absturz passierte nur einen Tag, bevor die Seilbahn wegen einer

Das Memorandum über ihre Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Seilbahn zum Jeschken unterzeichnen die Vertreter der Tschechischen Bahn, der Region Reichenberg, der Stadt Reichenberg und der Gesellschaft Tatry Mountain Resorts Jeschken, die Mieterin des Skigebiets am Jeschken ist. Bild: Milan Drahoňovský der Reichenberger Oberbürgermeister Jaroslav Zámečník. Weder die Tschechische Bahn noch die Stadt Reichenberg seien mit dieser Situation zufrieden und wollten den ganzen Prozeß beschleunigen. Auch der Regionalhauptmann Martin Půta hofft, daß der Seilbahnbau nicht zu lange dauern wird. „Auch das Berghotel auf dem Gipfel des Jesch-

1188 Meter lang. Die untere Station liegt 600 Meter über dem Meeresspiegel, die obere 1000 Meter hoch. Am höchsten Punkt schwebten die Kabinen 30 Meter über der Erde. Eine Fahrt dauerte vier Minuten. Das heißt, pro Stunde transportierte die Bahn bis zu 1050 Personen. Eine Kabine der Seilbahn war am 31. Oktober auf dem Weg

technischen Inspektion vorübergehend stillgelegt werden sollte. Das war das erste Unglück der Zweikabinenseilbahn. Die Polizei ermittelt noch wegen des Verdachts der Fahrlässigkeit. Doch der Neubau der Seilbahn hängt nicht davon ab. Die Ergebnisse, einschließlich eines Abschlußberichts, sollen bis Juni zur Verfügung stehen. Petra Laurin

Kommunalwahlen in der Region Reichenberg im Herbst

Einer geht, drei wollen bleiben Die Vertreter der Städte in der Region Reichenberg werden ihre Positionen bei den Kommunalwahlen im Herbst größtenteils verteidigen.

nen“, sagte Čeřovský, der zu den dienstältesten Stadträten in Gablonz gehört und im Mai 67 Jah-

E

macht mir die Arbeit Spaß, so daß ich gerne weitermachen würde“, sagte Zámečník. Seiner Meinung nach wird die Wahlgruppierung Bürgermeister für die Region Reichenberg wie vor vier Jahren mit TOP 09 und KDUČSL kandidieren. Auch Jitka Volfová von der ANO möchte Bürgermeisterin von Böhmisch Leipa bleiben. „Wenn meine Kollegen mir ihr Vertrauen schenken. Wir haben viele tolle Projekte vorbereitet, auf die Böhmisch Leipa schon seit 20 bis 30 Jahren wartet. Und wir haben noch weitere Pläne, die wir gerne verwirklichen würden. Es macht mir Spaß,

ine Ausnahme ist Jiří Čeřovský, der ODSOberbürgermeister von Gablonz. Er wird nicht mehr kandidieren und sich aus der Politik zurückziehen. Noch ist nicht entschieden, wer die Kandidatenliste der ODS in der zweitgrößten Stadt der Region Rei- Jiří Čeřovský und Jitka Volfová chenberg anführen wird. Ein möglicher Kandidat wä- re alt wird. Er wollte sich nicht re Miloš Vele, der vor vier Jah- dazu äußern, wer die Liste der ren der ODS-Spitzenkandidat Kandidaten anführen wird. „Das war und in den beiden vorange- Parlament wird darüber entscheigangenen Wahlperioden Vertre- den. Der Präsident hat ter des Oberbürgermeisters und noch keinen Wahltermin später Vize-Bürgermeister für festgelegt.“ Wirtschaft war. Der Reichenber„Ich werde nie wieder für ein ger OberbürgermeiAmt kandidieren, und mein Na- ster Jaroslav Zámečník me wird nicht auf dem Wahlzet- will sein Amt verteiditel stehen. 32 Jahre im Stadtrat gen. „Vier Jahre Amtsund 15 Jahre im Rathaus sind ge- zeit sind relativ kurz, um nug. Jetzt sollen die Jüngeren alle Pläne und Projekund Schnelleren antreten. Ich te durchzuführen, daher mache keine Kommunalpolitik möchte ich einiges in der mehr und habe ganz andere Plä- zweiten Amtszeit zu Enne mit der Politik im Allgemei- de bringen. Außerdem Jaroslav Zámečník und Michael Canov

für die Menschen zu arbeiten, und ich würde diese Arbeit gerne fortsetzen, damit wir Böhmisch Leipa zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger weiter verbessern können“, sagte Volfová. Sie ist seit 2014 Mitglied des Stadtrats von Böhmisch Leipa und seit vier Jahren Bürgermeisterin. Der Kratzauer Bürgermeister Michael Canov von der Bewegung Bürgermeister für die Region Reichenberg will ebenfalls sein Amt, nicht nur im Rathaus, sondern auch im Senat, verteidigen. Auf die Frage, ob das für ihn nicht zu viel sei, antwortete Canov: „Besonders im Senat kann sich diese Kombination aus Senator und Bürgermeister manchmal auszahlen. Es waren die Senatoren, die auch Bürgermeister sind, die es geschafft haben, eine Entschädigung für die Gemeinden während der Corona-Zeit durchzusetzen. Außerdem setzten sie eine Änderung bei der Finanzplanung der Steuern und eine Erhöhung des Anteils, der an die Gemeinden und Landkreise geht, durch.“ Stanislav Beran

KREIS DEUTSCH GABEL Heimatkreis und Gemeindebetreuer gratulieren zum Geburtstag im April, wünschen alles Gute und Gesundheit sowie den Kranken baldige Genesung und betrauern die Verstorbenen. Heimatkreis – Geburtstag. Am 18. Steffi Runge, Ortsbetreuerin von Kunnersdorf, KätheKollwitz-Straße 3, 08499 Mylau, 70 Jahre. Wir gratulieren herzlich, wünschen alles Gute, vor al-

lem Gesundheit, und danken für die ehrenamtliche Mitarbeit für unsere Heimat. Othmar Zinner Hennersdorf – Sterbefall. Am 14. März starb Bruno Vogt aus Haus Nr. 138 im Alter von 94 Jahren. Er lebte im Seniorenzentrum in Moringen. Er war zuletzt der älteste Bewohner von Hennersdorf. Er hinterläßt eine Tochter und einen Sohn, mit Angehörigen. Ihnen sprechen wir unsere herzliche Anteilnahme aus.

Die Traueranschrift lautet Brigitte Starke, Zur Eichenburg 1A, 37176 Nörten-Hardenberg. Kurz vor seinem 90. Geburtstag verschied Franz Künstner aus Haus Nr. 46, zuletzt wohnhaft in 78224 Singen, Bruderhofstraße 37. Altersbedingte Gebrechen führten zu seinem Ableben. Seiner Frau Adelheid und seiner Familie gilt unser Mitgefühl. Wir wünschen allen Kraft und Gesundheit für die Zukunft. Rosl Machtolf/Schäfer

Schönbach – Sterbefall. Am 10. März verstarb kurz nach ihrem 89. Geburtstag Christa Schwarz/Puschmann aus Haus Nr. 13. Sie verlor auch letztes Jahr erst ihren Sohn, kurz danach ihren Gatten Ernst Schwarz. Er war Zahnarzt und stammte aus Karlsbad. Christa hat dank unserer Heimatzeitung Schönbach nie vergessen. Im Namen unserer Schönbacher gilt ihren Angehörigen unser tiefes Beileid. Inge Zelfel/Schmiede Inge


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Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

Dux

Ladowitz

Klostergrab

Ossegg

für die Kreise Dux, Bilin und Teplitz-Schönau

Bilin

Heimatlandschaft Erz- und Mittelgebirge – Landschaftsbetreuer: Dietmar Heller, Hillenloher Straße 10, 87733 Markt Rettenbach, Telefon (0 83 92) 9 34 72 77, Telefax 9 34 72 78, eMail dietmar.heller@deheller.de. Heimatkreis Bilin – Patenstadt Gerolz­hofen; Heimatkreisbetreuer: Dietmar Heller. Internet www.heimatkreisbilin.de. H ­ eimatkreis Dux – Patenstadt Miltenberg; Heimatkreisbetreuer: Klaus Püchler, In den See­gärten 35a, 63920 Großheubach, Tele­fon (0 93 71) 9 94 01, eMail ­klauspuechler@web.de. Heimatkreis Teplitz-Schön­au – Paten­stadt Frankfurt am Main; Heimatkreisbetreuer: Erhard Spacek, Franz-Schubert-Straße 13, 01796 Pirna, Telefon (01 60) 95 32 07 27, eMail spacek@ teplitz-­schoenau-freunde.org. Redak­tionsschluß: Freitag der Vorwoche. Redaktion: Lexa Wessel, eMail heimatruf@ sudeten.de

Neben dem Badehaus von 1530 mit dem Wappen von Wrzesowitz entspringt unterirdisch die Urquelle.

Teplitz-Schönau

Graupen

Niklasberg

Die Badehäuser nach 1793 wurden früher alle einzeln betrieben.

� Teplitz-Schönau – Teil I

Rekonstruktion des Kurhauses Beethoven Teplitz-Schönau ist als ältestes Kurbad in Böhmen auch heute noch stolz auf seine wunderschönen Kurhäuser. Über das Kaiserbad und das Steinbad der Teplitzer Architekten Adolf Siegmund und Gustav Adolf Jirsch berichteten wir bereits. Das größte der Teplitzer Sanatorien, das Kurhaus Beethoven, hat aber eine ganz andere Entstehungsgeschichte. Jutta Benešová berichtet.

G

anz der Nähe des Kurhauses Beethoven entspringt die stärkste Quelle der Teplitzer Thermalquellen: die Urquelle. Ihre wohltuende Wirkung hatten wohl bereits römische Soldaten auf ihren Eroberungszügen kennengelernt, wie alte römische Münzen im Quellschacht zeigen. Aber Votivfunde keltischen Schmuckes in der Duxer Riesenquelle lassen ahnen, daß auch die Teplitzer Quellen weit zurück bis in die Urzeit ihre Verehrer hatten. Die Legende über die Quellfindung durch einen Schweinehirten im Jahr 762 nach Christus

ist in die Geschichte der Stadt Teplitz eingegangen. Aber die ersten schriftlichen Belege stammen erst aus dem Jahr 1158 über die Gründung eines Benediktinerinnenklosters „ad aqua calidas“ durch die böhmische Königin Judith. So ist es verständlich, daß in der Nähe der Urquelle die ersten öffentlichen Bäder entstanden, in denen die Menschen gezielt das wohltuende Thermalwassers auf sich wirken ließen. Dies wurde auch bald den jeweiligen Besitzern der Teplitzer Herrschaft bewußt, die im Laufe der Jahrhunderte diese Gabe der Natur zum Ruhme ihrer Stadt förderten. In diesem Zusammenhang wird Wolf von Wrzesowitz genannt, dem wir um 1530 ein bereits steinernes Badehaus zu verdanken haben, das auch heute noch Teil des Sanatoriums Beethoven ist. Im Laufe der Jahrhunderte kamen an diesem Platz in der Nähe der starken Urquelle weitere Bäder hinzu wie das jüdische Sophienbad oder Extrabäder für die aristokratischen Gäste der je-

weiligen Teplitzer Herrscherfamilien. Dabei ist besonders die Bautätigkeit des Fürsten Johann Nepomuk von Clary und Aldringen nach dem Großbrand 1793 hervorzuheben. Auch die Stadtgemeinde hatte Interesse am Kurgeschäft. Davon zeugten das Stadtbad und ein Spital. In der Nähe der Urquelle in der Badegasse gab es verschiedene Logierhäuser mit berühmten Hausnamen wie Goldene Sonne, Grünes Kreuz, Pelikan, Goldene Harfe und Goldener Brunnen. Diese lassen uns noch heute mit ihren Gedenktafeln wissen, welche berühmten Persönlichkeiten diese Quellen wegen ihrer Heilkraft einst aufsuchten. So können wir mit Recht sagen, daß das heutige Areal des Kurhauses Beethoven zusammen mit dem nicht mehr existierenden Badeplatz und dem Schloßplatz einst das eigentliche historische Kurviertel der Stadt war. Das Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung hinterließ auch im Kurbetrieb tiefe

Die Logierhäuser in der Badegasse gehören inzwischen durchgängig zum Kurhaus Beethoven.

Wunden. Doch im Wesentlichen wurde Teplitz-Schönau nicht bombardiert. Und viele Kurhäuser, die während des Krieges vor allem als Lazarett dienten, hielten weiterhin ihren Kurbetrieb aufrecht. Die Teplitzer und Schönauer Kurhäuser wurden 1948 verstaatlicht, und die Stadt hatte keinen Einfluß mehr auf den Kurbetrieb. Somit war es nicht möglich, die vielen einzelnen Badehäuser, die in Teplitz rund um die Urquelle im Laufe der Jahrhunderte entstanden waren, betriebsfähig zu halten. In die einstigen Logierhäuser in der Badegasse zogen fremde Zuwanderer aus dem Landesinneren als Bewohner ein. Das Herrenhaus, in dem der preußische König Friedrich Wilhelm III. etliche Jahrzehnte während seines Aufenthalts in Teplitz gewohnt hatte, und das prachtvolle Kurgartengebäude, welches Ende des 19. Jahrhunderts anstelle eines kleinen Spitals an das Herrenhaus angebaut worden war, waren nun bis Ende der 1970er Jahre geschlossen. Die Fenster

waren mit Holzverschlägen vernagelt. Und rund um diesen Kern des Kurviertels kam es zum unwiederbringlichen Verlust der historischen Gast- und Wohnhäuser auf dem Badeplatz. Die Nachkriegsabrisse in diesem Bereich zerstörten unwiederbringlich das ursprünglich malerische Flair dieser Gassen. Die anliegenden Bereiche mit krummen Gässchen und ein Teil der Badegasse, von der nur der obere Teil bewahrt wurde, verschwanden. Letztlich blieb dort nur ein Torso der ursprünglichen Objekte, die aus ihrem Kontext herausgerissen worden waren. Das Zentrum von Teplitz sollte durch Abrisse sowie einen Neuaufbau im Stil des „realen Sozialismus“ ein modernes Aussehen erhalten. Das erste Objekt, welches im Rahmen der Regenerierung des Teplitzer Zentrums vollendet wurde, war der Kurkomplex Julius Fučík, das heutige Kurhaus Beethoven beziehungsweise seine Rekonstruktion und Umbauten. Die Realisierung erfolgte 1980 bis 1982 nach einem Ent-

wurf des Architekten Lubomír Košek von Zdravoprojekt Prag, konkret aus dem staatlichen Projektierungsinstitut Karlsbad. Das Kurhaus setzt sich aus einem Ensemble der restlichen architektonisch wertvollen Gebäude zusammen, das unmittelbar an den historischen Kern der Stadt anknüpft. Dabei enthält es elf denkmalgeschützte Objekte im Empire- und klassizistischen Stil, welche vorwiegend nach dem Großbrand der Stadt 1793 errichtet wurden. Die Badegasse mittendrin war damals die Verbindung des Schloßplatzes mit dem jüdischen Viertel, welches nach dem Abriß in den 1950er Jahren zur Parkanlage Friedensplatz wurde. Der Architekt mußte sich in seinem Projekt vor allem mit der Zergliederung der Baumasse und der Lage des gesamten Komplexes abfinden. Die einzelnen historischen Objekte haben dort ein unterschiedliches Höhenniveau und verschiedene Gliederungen der Fassaden. Fortsetzung folgt

Das Herren- und Kurgartenhaus mit dem Eingang zum Teplitzer Kurhaus Beethoven.

TERMINE n  Montag, 13. bis Donnerstag, 16. Juni: Übernachtungsangebot des Teplitzer Kurhauses Beethoven. Auskunft und Buchung: Michal Sincak, eMail: info@lazneteplice.cz n  Donnerstag, 16. bis Sonntag, 19. Juni: 8. Kreistreffen in der Heimat. Donnerstag eigene Anreise nach Teplitz-Schönau, Hotel Prince de Ligne (Zámecké náměstí 136); 19.00 Uhr dort Abendessen. Freitag 9.00 Uhr Abfahrt zur Talsperre Flayh mit Besichtigung der Sankt-Johannes-der Täufer-Holzkirche; Mittagessen in Teplitz-Schönau; anschließend Spaziergang mit Jutta Benešová und Besichtigung der

Stadtbibliothek, Seumekapelle und Sankt-Elisa­ beth-Kirche; Fahrt nach Ossegg; dort Abendessen im Brauereigasthof Zum schwarzen Adler. Samstag 9.00 Uhr Abfahrt nach Aussig; dort Besuch der Ausstellung „Unsere Deutschen – naší němci“ im Stadtmuseum; danach Rückfahrt über das Mittelgebirge zum Mittagessen; 18.00 Uhr festliches Konzert in der Beuroner Kapelle zur Einweihung des neuen Altars mit dem Leitmeritzer Bischof Jan Baxtant; anschließend Buffet und Getränke im Presbyterium der Kapelle. Sonntag eigene Heimreise. Änderungen vorbehalten. Kostenbeitrag inklusive drei Über-

nachtungen, Frühstück, bewachtem Parkplatz, Bus, allen Mahlzeiten, Besichtigungen, Führungen, und Konzert pro Person im Doppelzimmer 420 Euro, im Einzelzimmer 480 Euro. Getränke außerhalb des Frühstücks und des Konzerts auf eigene Rechnung. Verbindliche Anmeldung bis Sonntag, 22. Mai, durch Überweisung des Reisepreises auf das Konto Erhard Spacek – IBAN: DE35 7008 0000 0670 5509 19, BIC: DRESDEFF700. Bitte Anschrift und Namen der Reiseteilnehmer angeben, sonst Mitteilung mit diesen Angaben an eMail spacek@ teplitz-schoenau-freunde.org


HEIMATBOTE

Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

Bischofteinitz

Ronsperg

FÜR DEN KREIS BISCHOFTEINITZ

15 Hostau

Heimatkreis Bischofteinitz – Patenstadt Furth im Wald. Heimatkreisbetreuer: Peter Pawlik, Palnkamer Straße 73a, 83624 Otterfing, Telefon (0 80 24) 9 26 46, Telefax 9 26 48, eMail peter-pawlik@t-online.de, Internet www.bischofteinitz.de. Spendenkonto: Heimatkreis Bischofteinitz, Raiffeisenbank Chamer Land – IBAN: DE55 7426 1024 0007 1343 20, BIC: GENODEF1CHA. Heimatbote für den Kreis Bischofteinitz – Redaktionsschluß: Donnerstag der Vorwoche. Verantwortlich von seiten des Heimatkreises: Peter Pawlik. Redaktion: Nadira Hurnaus, eMail post@nadirahurnaus.de

Sichrowa

Der Engel des Herrn am Hulzoierkreiz Franz Vogl erinnert sich an die österliche Ratschenzeit in seinem Heimatdorf Sichrowa.

I

Schmolauer Theaterspieler zu Ostern 1933.

Schmolau

Nur Männer essen Adlasoja nerstages durch das Dorf. Und auch am Karfreitag wurde früh, mittags und abends anstelle des Glockengeläutes geratscht. Die am Gründonnerstag gelegten Hühnereier, die „Adlasoja“, durfm Gründonnerstag „flogen die ten die Männer essen. Das sollte sie Glocken nach Rom“, das heißt, mit stark machen und gleichzeitig vor eidem letzten Glockenschlag um neun nem Leistenbruch bewahren. Diese EiUhr vormittags verstummten sie bis zum er wurden gefärbt und am Ostersonntag Karsamstag. In dieser Zeit mußten die von den Kindern ihren vom Kirchgang Ratschnbuben mit ihren Ratschen und heimkehrenden Vätern entgegengetraPuchern das ausgefallene Glockenläu- gen und übergeben. ten ersetzen. In Schmolau besorgten Am Karfreitag, dem Todestag des das Ratschen Schulbuben, die in zwei Heilandes, wurde gewöhnlich bis zum Gruppen durch den Ort zogen. Die ei- Lichtanzünden am Abend streng gefane Gruppe bediente immer den Ortsteil stet. Am Karfreitag ging man in die KirRatschin und die andere das Dorf. Bei- che nach Weißensulz zum Herrgottden Gruppen, die Ratschiner und die schmatzn, das heißt, man kniete beim Dörfer, besaßen einen eigenen Sammel- Heiligen Grab nieder und küßte die platz außerhalb des Dorfes, der jeweils Wundmale des Gekreuzigten. Hochstein genannt wurde. Wurde dieDer Karsamstag stellte im dörflichen ser in der Karwoche von einem frem- Leben einen ereignisreichen Tag dar. den Gruppenmitglied besucht, so muß- Am diesem Tag begannen die Ratschente der Eindringling damit rechnen, mit buben bereits um vier Uhr morgens Fäusten und Stecken wieder vertrieben mit ihrem letzten Zug durch das Dorf zu werden. Der Grund für diese Feind- in der Karwoche. Allerdings gingen sie seligkeit zwischen den Ratschinern und die Strecke nun in umgekehrter Richden Dörfern war jedes Jahr derSudetendeutscher Streit umTag 2022 tung wie an den beiden vorhergegan– Festabzeichen das Ratschen auf der Pallamühle, das je- genen Tagen ab, das heißt, sie begande Gruppe erledigen wollte. nen ihr Ratschen bei der letzten GeAm Gründonnerstag um zwölf Uhr betsstation. Gebetet wurde aber nicht begannen die Ratschenbuben zum er- mehr. Vielmehr zogen die Ratschenbusten Mal durch das Dorf zu ziehen, um ben nun von Haus zu Haus, um überall mit ihren Ratschen und Puchern das den Lohn für ihr Ratschen abzuholen. So Zeichen für das Mittagsgebet zu geben. wurde vor jedem Haus zuerst geratscht Dabei waren die Wegrichtung, das Tem- und anschließend das folgende Sprüchpo und die Dauer des Ratschens sowie lein aufgesagt: „Wir Ratschner Buma die Gebetsstationen genau vorgeschrie- tatn a bittn umra Osta Flätn, umra rotes ben. Voran schritt der Vorbeter, Ei, was die Henna zättn, was der dem die anderen Buben Kaiser (in späteren Jahren mit den Ratschen und der Präsident) schlogn den Puchern folgten. läßt.“ Danach erhielDiese meist von den ten sie von der Hausälteren Buben gefrau Geld oder Eier tragenen Puchern geschenkt. Nachwaren große Holzdem das Sammeln kästen, mit denen beendet war, zogen ein klapperndes die Ratscherbuben i n d et Geräusch erzeugt zu ihrem Sammelüberwnzen G re werden konnte. Unplatz. Dort erfolgterwegs knieten die te die Verteilung der I Ratschenbuben bei jeEier, wobei die GroUN der Gebetsstation nieder ßen den Löwenanteil beJ . 3. B I S 6 und beteten im Chor dem kamen, also der Vorbeter Vorbeter nach. Das Beten beenund die Pucherdreher. Die kleideten sie dann stets mit dem Satz: „Wir neren Buben freuten sich aber dennoch ratschen, wir ratschen den Englischen über ihre Eier und trösteten sich damit, Gruß, den jeder katholische Christ be- daß sie auch einmal einen Pucher tragen ten muß.“ Wobei Englisch nichts mit oder sogar Vorbeter werden würden. England zu tun hatte, sondern für EnKaum waren die Ratschenbuben wiegel stand. Begleitet von den Geräuschen der zu Hause, als auch schon um neun der Ratschen und Puchern setzte sich Uhr die Glocken aus Rom zurückkamen. der Zug danach wieder in Bewegung, Bereits beim ersten Glockenschlag wurbis sich das Ganze bei der nächsten und de es in den Häusern lebendig. So lief den folgenden Stationen wiederholte. man in den Garten und schüttelte die In der gleichen Weise zogen die Rat- Obstbäume, damit sie reichlich Früchschenbuben am Abend des Gründon- te tragen. Im Stall mußten die Tiere Neben den üblichen Osterbräuchen hatte sich in Schmolau auch der Brauch eingebürgert, am Ostermontag ein Laientheaterstück aufzuführen.

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aufgetrieben werden, die während des Läutens nicht liegen bleiben durften. Der Imker klopfte an den Bienenstock, um den Bienen anzusagen, daß die am Gründonnerstag gestorbenen Glokken wieder auferstanden seien. Schließlich schüttete man auch eine Tasse voll Weihwasser, das man von der Weihe des Taufwassers am Morgen in der Kirche mitgebracht hatte, aufs Dach, damit das Haus vor Blitzschlag und Feuer verschont bleibt. Der Höhepunkt des Osterfestes war die Auferstehungsfeier, die am Abend des Karsamstags in der Weißensulzer Kirche stattfand. Bereits am Nachmittag rüsteten sich alle Dorfbewohner für den Kirchgang. Die Freiwillige Feuerwehr hatte eigens zu diesem Anlaß eine Zusammenkunft im Vereinslokal angesetzt. Der feierliche Kirchenzug wurde von den Feuerwehrmännern in Uniform angeführt und von einem Schwarm Schulkinder begleitet. Unterwegs mußten die Buben Eichenlaub als Schmuck für die Helme besorgen. Auf dem festlich geschmückten Sammelplatz der Vereine in Weißensulz angekommen, reihte sich auch die Schmolauer Feuerwehr in den Prozessionszug ein. Aus allen Richtungen des Kirchensprengels waren dort die Gläubigen und Vereine zusammengeströmt. In der Dämmerung begann in der überfüllten, festlich geschmückten und erleuchteten Kirche die Auferstehungsandacht. Nach dem feierlichen Gottesdienst verließ der Prozessionszug die Kirche und zog an den hell erleuchteten Fenstern vorbei durch die Straßen. Noch vor Sonnenaufgang gingen die Mädchen und Frauen am Ostersonntag mit einem Krug los, um aus den fließenden Gewässern das Osterwasser zu schöpfen und sich damit zu waschen. Dadurch sollten sie gesund und schön bleiben und vor Hautkrankheiten geschützt werden. Auf ihrem Gang durften sie aber nicht gesehen werden und vor allem kein Wort sprechen. Am Abend des Ostermontags führte die Dorfjugend jedes Jahr ein Theaterspiel auf, das die jungen Leute während der Fastenzeit mit viel Eifer geprobt hatten. An diesen Abenden fanden sich alle Ortsbewohner im Dorfwirtshaus ein, um sich die meist lustigen Theaterstücke nicht entgehen zu lassen. Die Stücke hießen „Sie lieben sich“, „Beim Kreuzel im grünen Tannengrund“ oder der „Meineid-Bauer“. Manche dieser Theaterspiele waren ein so großer Publikumserfolg, daß sie zu einem späteren Termin wiederholt werden mußten. Einige wurden sogar in Weißensulz aufgeführt.

n der Karwoche gingen wir Sichrowarer Bou(b)m auf die Dorfstraße zum Ratschen, denn unsere Dorfglocke, die auf dem Dach bei dem Anwesen Nr. 8 (Glockn) angebracht war, läutete am Gründonnerstag beim Morgengebet zum letzten Mal. Sie erklang erst wieder am Karsamstag gegen neun Uhr vormittags. Darauf warteten alle Leute. Wenn der erste Glockenschlag ertönte, liefen sie samt den Kindern in die Obstgärten hinter den Höfen. Dort schüttelten sie Baum um Baum, um ihn vom Winterschlaf aufzurütteln und im kommenden Jahr eine gute Ernte zu haben. Soweit man über die Gärten schauen konnte, waren die Menschen alle am Schütteln und Rütteln. Wir Buben hatten schon Wochen vorher unsere Ratschen und Klappern von den Dachböden geholt, um eventuelle Reparaturen durchzuführen. Wo es nötig war, mußten unsere Großväter neue Klappern oder Ratschen herstellen. Unsere Väter konnten dies nicht, denn sie waren alle als Soldaten an den Fronten. Am Gründonnerstag versammelten wir uns schon eine Stunde vor dem Mittagsläuten unten beim Dorfanfang. Beim Weber schlugen wir Nägel in die Kellerwand und hängten dort unsere Ratschen und Klappern auf. Bei meinem Besuch in Sichrowa 43 Jahre später staunte ich sehr: Unsere eingeschlagenen Nägel waren noch da, aber stark verrostet. Damals dachte ich: „Vielleicht benutzen die Tschechenbuben sie für ihre Ratschen.“ Endlich war es zwei Uhr geworden. Unser Hauptmann, der älteste von uns Dorfbuben, stellte uns in Zweierreihen auf. Die Jüngsten kamen nach vorn, er selber auch. Mucksmäuschenstill erwarteten wir das Kommando: „Eins, zwei, drei!“ Da setzte das Ratschen und Klappern ein. Es wurde dreimal im gleichen

Takt hintereinander geratscht. Meistens von den Älteren, was vorher geübt worden war, damit ja kein falscher Schlag gemacht wurde. Nun durften alle aus Leibeskräften ratschen. Die Gruppe marschierte die Straße hinauf bis zur Dorfmitte. Dort kam das Kommando: „Halt!“ Alle standen ruhig da, bis das neue Kommando „Eins, zwei, drei!“ erscholl, dann fingen wir wieder von vorne an. Das wurde durch das Dorf noch öfters wiederholt. Wieder am Dorfanfang angelangt, wurde das Ratschen zunächst eingestellt. Nach 500 Metern Fußmarsch zur „Ounöd“ bei den drei Häusern angekommen, die zu Sichrowa gehörten, führten wir auch dort unsere Ratschenkunst vor. Anschließend versammelten wir uns beim „Hulzoierkreiz“, knieten auf unsere Ratschenkästen nieder und beteten den „Engel des Herrn“. Der Hauptmann machte den Vorbeter, denn manchmal blieben wir stecken. Bis zum Karsamstag wurde das Ratschen jeweils zum Gebetläuten wiederholt. Wenn in der Früh einer verschlafen hatte, wurde er aus den Federn geholt. Weil es damals an den Türen oder Häusern noch keine Klingeln gab, wurde fest an die Haustüren geschlagen oder an die Fenster geklopft. Denn um Punkt sechs Uhr früh mußte das Morgenratschen beginnen. Am Karsamstag gingen wir gleich nach dem Frühratschen von Haus zu Haus, um unseren Ratschenlohn abzuholen. Wie es Brauch war, bekamen wir meistens Eier, manchmal Geld. Das wurde alles im Haus des Hauptmanns gerecht verteilt. Er mußte zugleich seinen Hauptmannstitel ablegen. Die Vorratscher bekamen ein Ei mehr. Danach trug jeder seine Eier im Hut heim, wo ihn seine Familie mit großer Freude erwartete. Traurig brachte jeder seine Ratschn oder Klapper auf den Dachboden. Aber er konnte sich ja seines Ratschenlohnes erfreuen. Und außerdem war mittlerweile Ostern gekommen mit der wunderschönen Auferstehungsfeier.

Die Ratschnbuam von Sichrowa 1943: vorne Hans Säckl, Josef Wenisch, Wenzel Schwind und Ernst Kastl, hinten Franz Wolf, Josef Säckl, Karl Prey, Otto Vogl, Karl Schwind und Franz Vogl sowie ganz links der kleinste Ratschnbua Adolf Wenisch.

WIR GRATULIEREN Im April gratulieren wir herzlich folgender Abonnentin des Bischofteinitzer Heimatboten und wünschen Gottes Segen:

Weißensulz. Ilse Maier (Tochter von Kafmoa Mine), 76 Jahre. Regina Hildwein Ortsbetreuerin

Ortsbetreuerecke

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erzlich gratulieren wir im April Heidrun Böttinger, Ortsbetreuerin von Bischofteinitz, am 2. zum 74. Geburtstag; Franz Neudecker, Ortsbetreuer von Pollschitz, am 5. zum 83. Geburtstag; Christine Spaderna, Ortsbetreuerin von Frohnau, am 9. zum 91. Geburtstag; Gertrud Schieberl, ehemalige Ortsbetreuerin von Obermedelzen, am 17. zum 88. Geburtstag; Rudolf Stockert, ehe-

maliger Ortsbetreuer von Waldersgrün, am 17. zum 90. Geburtstag und Anneliese Seidl, Ortsbetreuerin von Schmolau, am 19. zum 76. Geburtstag. Wir wünschen alles Gute, noch viele Jahre in guter Gesundheit und danken für den steten und tatkräftigen Einsatz für unsere Heimat! Peter Pawlik Heimatkreisbetreuer


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Sudetendeutsche Zeitung Folge 14+15 | 8. 4. 2022

Heimatbote für den Kreis Ta<au

Heimatkreis Tachau – Patenstadt Weiden in der Oberpfalz. Heimatkreisbetreuer: Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Aubergstra­ße 21, 83352 Altenmarkt, Tele­fon (0 86 21) 6 36 27, Telefax 64 75 27, eMail wolf-dieter.hamperl­ @online.de. In­ter­net www.tachau.de. Tachauer Heimatmuseum: Kulturzentrum Hans Bauer, Schulgasse 3a, 92637 Weiden, Telefon (09 61) 81 41 02, Telefax 81 41 19, eMail museum@tachau.de. Spendenkonto: Heimatkreis Tachau, HypoVereinsbank Nürnberg – IBAN: DE38 7602 0070 0002 0824 54, BIC: HYVEDEMM460. Heimatbote für den Kreis Tachau – Redaktionsschluß: Donnerstag der Vorwoche. Redaktion: Nadira Hurnaus, eMail post@nadirahurnaus.de

Kreisbetreuer Wolf-Dieter Hamperl beschäftigt sich in dieser vorösterlichen Ausgabe mit einschlägigen Gemälden aus dem Egerland.

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ie vielleicht einige schon erfahren haben, wurde ich im November zum Vorsitzenden des Egerer Landtags gewählt. Der Verein vertritt die Interessen der Vertriebenen aus Stadt und Kreis Eger und wurde Anfang der 1950er Jahre im oberpfälzischen Amberg gegründet. Amberg übernahm bereits 1954 die Patenschaft über die vertriebenen Egerer. Der Verein Egerer Landtag hatte nach dem Tod seines Vorsitzenden Alois Zimmermann keine Führung mehr und stand vor der Auflösung. Da ich unter dem ehemaligen Vorsitzenden Lorenz Schreiner in den 1980er Jahren viel Zeit und Energie in das Buch „Kunst in Eger“ investiert hatte, konnte ich den Gedanken, daß der Verein sich auflöst, nicht ertragen, und erklärte mich bereit, den Vorsitz des Vereins zu übernehmen. Meine Hauptaufgabe bestand bisher darin, den Buchbestand zu inventarisieren und die umfangreichen Archivalien in Vereins- Das „Abendmahl“ von einem Egerer Maler der Familie Wolf. archiv, Heimatkundliches Archiv und Fotoarchiv zu gliedern. Die weitere Arbeit wird darin be- � Egerländer Kunst zur Karwoche stehen, das Vereinsarchiv weiter zu bearbeiten. Meine Arbeit für den Heimatkreis und Heimatkreisverein Tachau wird dadurch nicht beeinträchtigt werden. Das verspreche ich. Bei den Aufräumarbeiten fanden sich in den Regalen der Geschäftsstelle auf dem Amberger Promenadeplatz ganz hervor- bei waren auch drei gemalte Hei- Die Malerei der Gesichter, der ragende Exponate Egerer und ligenbilder und zwei Malereien Arme und Beine, der Landschaft Egerländer Volkskunst. Zu ihnen zum Schmuck von Geburtstags- ist gekonnt, ebenso die Kompogehören die hier abgebilgrüßen oder Patenbrie- sition und Farbgestaltung. Leideten Bilder. fen. der hat das Bild durch die unDas Bild „Das Ein besonders sachgemäße Lagerung gelitten. er letzte Abendschön bemaltes Die Maler der Familie Wolf sind Kreisrat des Heimahl“ ist eine Papier ist das im „Zunftbuch der Miniatur- und matkreises, des Heigute Aquarellletzte Abend- Freihandmaler“, das sich im Egematkreisvereins und ich malerei, die mahl. Es zeigt rer Stadtarchiv erhalten hat, seit der Egerer Madie Apostel 1832 genannt. Ihr letzter Sitz war ganz persönlich wünschen lerfamilie Wolf um Christus die Steingasse 11 in Eger. allen Lesern unseres Tachzugeordnet am großen Eine weitere Entdeckung war auer Heimatboten ein frowerden kann. Tisch vereint. ein Kreuzweg. Er besteht aus 15 hes Osterfest und schöne Der letzte Sproß Im Hintergrund Stationen. Jede Station ist rund Frühlingstage. der Familie, Susehen wir Vor- 30 Zentimeter hoch. Im Zentrum Wolf-Dieter sanne Wolf, überhangtapisserien, befinden sich AquarellmalereiHamperl gab in den 1970er Scheinarchitektuen eines unbekannten Egerer

Bild: Waltraud Hamperl

Kaiserin Helena und Johannes von Nepomuk

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Jahren zahlreiche Dokumente wie Lehrzeugnisse und Erwerbsscheine ihrer Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert dem Archiv in Amberg. Da-

ren, rechts ein Wandschrank mit Zinntellern und Gefäßen. Die Apostel im Vordergrund liegen – wie bei den Römern – auf Polstermöbeln.

Malers von hoher Qualität. Sie sind durch sehr dünnes Glas geschützt. Die Holzrahmen sind mit dünnem Spiegelglas beklebt, in das Ornamente und Blüten ein-

graviert sind. Leider sind einige Gläser gebrochen oder auch herausgefallen. Eine Restaurierung ist dringend notwendig. Eine derart wertvolle Arbeit befindet sich im Germanischen

Nationalmuseum in Nürnberg in der Volkskundeabteilung. Weitere derartige Arbeiten sind mir nicht bekannt. Der Kreuzweg stammt wohl aus einer kleineren Kirche oder Hauskapelle in

Kreuzwegstation 1 „Jesus vor König Herodes“, Station 12 „Der gekreuzigte Jesus und die Schächer“ und Station 14 „Jesus im Grab“. Rechts oben die Stationen mit Rahmen. Bilder (4): Annalena Hamperl

� Pfraumberg am 20. April 1945

WIR GRATULIEREN

Schwarzer Freitag vor 77 Jahren Am 20. April jährt sich zum 77. Mal der schwarze Freitag, an dem kurz vor Kriegsende US-amerikanische Brandbomben die Stadt Pfraumberg zerstörten. Ungefähr vier Fünftel aller Gebäude fielen den Flammen zum Opfer.

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er gebürtige Pfraum­berger Josef Hüttl weist in diesem Zusammenhang auf den Erlebnisbericht des bereits verstorbenen

Pfraumberg vor seiner Zerstörung am 20. April 1945.

Eger oder im Egerer Landkreis. Ein beiliegender Zettel weist darauf hin, daß eine Klosterfrau aus dem Dorf Mühlessen das Kunstwerk rettete. Wie es in den Besitz des Vereins gekommen ist, ist leider unbekannt. Es handelt sich um eine hochkarätige volkstümliche Arbeit. Die Malereien sind am oberen Rand mit Nummern versehen und zeigen von Nummer 1 bis Nummer 15 folgende Szenen: „Jesus vor König Herodes“, „Jesus nimmt das Kreuz auf sich“, „Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz“, „Jesus begegnet seiner Mutter“, „Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen“, „Jesus mit Veronika“, „Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz“, „Jesus begegnet einer weinenden Frau mit ihrem Kind“, „Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“, „Jesus wird seiner Kleider beraubt“, „Jesus wird ans Kreuz geschlagen“, „Kreuzerhöhung“, „Schmerzhafte Muttergottes mit ihrem toten Sohn“, „Jesus im Grab“; „Kreuzauffindung durch die heilige Helena“. Eine Besonderheit der Egerer Region und des Stiftlands um das Kloster Waldsassen ist wohl, daß die Kreuzauffindung durch die Kaiserin Helena in Jerusalem dargestellt wird. Die heilige Helena wird in den Kirchen des Stiftlands besonders verehrt, zahlreiche Darstellungen finden sich dort. Eine 16. Station wurde dadurch verändert, daß im Zentrum eine Statue des heiligen Johannes von Nepomuk umgeben von Klosterarbeiten steht. Diese ist in einem äußerst schlechten Zustand. So finden sich immer wieder herausragende Werke unserer Volkskunst, die es zu erhalten gilt.

Pfraumberger Arztes Rudolf Kaderschafka hin. Dieser steht in „Tachau – Heimatbuch einer deutschen Stadt in Böhmen“. Das Buch wurde von Josef Schmutzer herausgegeben und erschien 1970 im Eigenverlag des Vereins zur Erhaltung alten Kulturguts des Tachauer Gebiets in Weiden in der Oberpfalz. Er wird in der nachösterlichen HBDoppelnummer 16+17 abgedruckt.

Wir gratulieren folgenden Abonnenten des Tachauer Heimatboten herzlich zum Geburtstag im April und wünschen alles Gute, Gesundheit und Gottes reichen Segen. n  Ringelberg. Am 5. Rosa

Lechner/Träger (Peitschahansn), 86 Jahre. Manfred Kaßeckert Ortsbetreuer

n  Lusen, Tholl. Am 18. Maria Baier/Scharnagl (Tholl Nr. 15) in Vohenstrauß-Allenstadt, 83 Jahre. Heidi Renn Ortsbetreuerin n  Roßhaupt. Am 27. Josef Zintl, 82 Jahre, und am 29. Alois Salfer, 78 Jahre. Helga und Heribert Kett Ortsbetreuer

Ortsbetreuerecke

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erzlich gratulieren wir im April Gerhard Stich, Ortsbetreuer von Hals, am 10. zum 78. Geburtstag und Paula Marterer, Kassenleiterin, am 26. zum 82. Geburtstag. Wir wünschen alles Gute, Gesundheit sowie Gottes Segen und danken für alle ehrenamtlich geleistete Arbeit für unsere Heimat. Sieglinde Wolf


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Sudetendeutsche Zeitung 8. April 2022 Ausgabe 14 und 15 by Sudetendeutsche_Zeitung - Issuu