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Sudetendeutsche Zeitung Ausgabe 27 vom 7. Juli 2021

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„Musik ist alles für mich“ – Roland Hammerschmied im Interview (Seite 3)

Sudetendeutsche Zeitung Die Zeitung der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Reicenberger Zeitung 160. Jahrgang

HEIMATBOTE

Jahrgang 73 | Folge 27 | 2,80 EUR · 75 CZK | München, 9. Juli 2021

Paragraph 96

Die Förderung der Kulturarbeit gemäß § 96 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) war Thema einer Debatte im Bundestag. Anlaß war die Vorlage des Berichts der Bundesregierung über das Engagement in den Jahren 2019 und 2020.

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iel der im Jahr 2000 beschlossenen Förderregel ist es, „das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewußtsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes zu erhalten“. So werden über den § 96 auch Museen, Archive und Bibliotheken gefördert. Für das Jahr 2020 hatte der Bund insgesamt 31,16 Millionen Euro zur Verfügung gestellt – fast dreimal so viel wie beim Start des Förderprogramms im Jahr 2000. „Dies ist ein Erfolg für das Mit-

Auszüge aus dem Bericht der Regierung

� Eckhard Pols

Mit einem 35seitigen Bericht hat die Bundesregierung den Bundestag über die Maßnahmen zur Förderung der Kulturarbeit gemäß § 96 des Bundesvertriebenengesetzes in den Jahren 2019 und 2020 informiert.

nbestritten haben die Soldaten der Roten Armee einen hohen Blutzoll ... entrichtet. UnPols bestritten sind Eckhard die vorausge- (CDU/CSU) gangenen Verbrechen der Wehrmacht. ... Zur Wahrheit gehören aber auch die Hunderttausende deutschen Frauen, die 1945 Opfer von Massenvergewaltigungen wurden und von denen viele elend zugrunde gingen. ... Die Union hält am Postulat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ... fest: Wir müssen der historischen Wahrheit ins Auge sehen, „ohne Beschönigung und ohne Einseitigkeit“.

eben der Förderung von Museen, Bibliotheken, Einrichtungen der Forschung und der kulturellen Vermittlung wolle die Bundesregierung, so heißt es im Bericht, „Vorhaben anregen, die sich innovativ und kreativ mit dem Themenfeld auseinandersetzen und sich attraktiver, zeitgemäßer Formate bedienen“. Weiter schreibt die Bundesregierung: „Der internationale Dialog und das Verständnis für den europäischen Integrationsgedanken sollen gefördert, kulturelle Verflechtungen in den Blick genommen, Austauschprozesse gestärkt und national beschränkte Sichtweisen erweitert werden. Kooperationen mit Partnern im östlichen Europa im Sinne der Bewahrung des gemeinsamen Kulturerbes sind erwünscht. Aspekte von Flucht, Vertreibung, Deportation und Integration sind ebenso eingeschlossen wie Projekte zu deutsch-jüdischen Lebenswelten im östlichen Europa.“ Ein Höhepunkt im Berichtszeitraum sei die Fertigstellung und Eröffnung des Sudetendeutschen Museums in München gewesen. Zu den ebenfalls geförderten Institutionen gehört auch der Adalbert Stifter Verein. Hier fand insbesondere das 2019 auf dem Sudetendeutschen Tag vorgestellte Buchprojket „Mein Weg zu unseren Deutschen. Zehn tschechische Perspektiven“ Erwähnung, das das Kulturreferat für die böhmischen Länder beim Adalbert Stifter Verein mit dem Tschechischen Zentrum München realisiert hat.

B 6543

„Ein Erfolg für die Vertriebenen“

� Kulturförderung

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Postvertriebsstück · Deutsche Post AG · Entgelt bezahlt Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH · Hochstraße 8 · D-81669 München · eMail zeitung@sudeten.de

� Bundestag debattiert über den Bericht der Bundesregierung zur Förderung der Kulturarbeit nach dem Bundesvertriebenengesetz

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und und Länder haben entsprechend ihrer durch das Grundgesetz gegebenen Zuständigkeit das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewußtsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes zu erhalten, Archive, Museen und Bibliotheken zu sichern, zu ergänzen und auszuwerten sowie Einrichtungen des Kunstschaffens und der Ausbildung sicherzustellen und zu fördern. Sie haben Wissenschaft und Forschung bei der Erfüllung der Aufgaben, die sich aus der Vertreibung und der Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge ergeben, sowie die Weiterentwicklung der Kulturleistungen der Vertriebenen und Flüchtlinge zu fördern. Die Bundesregierung berichtet jährlich dem Bundestag über das von ihr Veranlaßte.

VOLKSBOTE

Wahrheit ins Auge sehen

Die Kulturarbeit nach dem Bundesvertriebenengesetz war Thema im Bundestag.

einander der Menschen in Osteuropa. Ein Erfolg für die Vertriebenen. Ein Erfolg für Verständnis und Verständigung“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann. Dies die-

ne dem friedvollen Miteinander und förderte das Verständnis füreinander, so Connemann: „Kultur baut und öffnet Brücken für Menschen.“ Trotz der deutlichen Etaterhöhung gäbe es aber noch „Luft

nach oben“, kommentierte Thorsten Frei die Debatte in einer Pressemitteilung. Der für VertriebeGitta Connemann ne, Aussiedler und deutsche Minderheiten zuständige Stellvertretende Vorsitzende der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion Thorsten Frei verglich die bundesweite Fördersumme mit dem Jahresetat eines großstädtischen Staatsoder Stadttheaters. Frei forderte deshalb weitere Anstrengungen, um „angesichts von vielen Millionen Deutschen mit Vertriebenenhintergrund und mehr als

DEBATTENBEITRÄGE DER REDNER IM BUNDESTAG � Wilhelm von Gottberg � Marianne Schieder � Thomas Hacker

Museen sind Aktivposten

Erfolgreiche Maßnahme

Versöhnung braucht Zeit

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� Erhard Grundl

� Bernd Fabritius

� Martin Rabanus

� Elisabeth Motschmann

eine Fraktion anerkennt die umfangreiche finanzielle Förderung für die musealen EinWilhelm von richtungen. Die Reali- Gottberg (AfD) sierung des Projekts „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ sowie die Fertigstellung des Sudetendeutschen Museums im vorigen Jahr sind zwei Aktivposten in der vorgelegten Bilanz. Gut so! Daß man nicht den menschlichen Anstand hatte, Frau Steinbach, die Initiatorin des Zentrums gegen Vertreibungen, zur Eröffnungsfeier am Montag einzuladen, mögen andere bewerten.

Absage an Paragraph 96 Revanchismus weiter stärken

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ein Vater wurde am 18. September 1925 in Wölschko, einem kleinen südböhmischen Dorf, Erhard Grundl geboren. Mit (Bündnis 90/Die 17 Jahren wur- Grünen) de er in den Kriegsdienst eingezogen, und mit 19 Jahren kam er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Er und seine Familie wurden nach dem Krieg aus ihrer Heimat vertrieben. Nicht alle überlebten diese Vertreibung. ... Gerade für meine Generation ist es unerläßlich, jeder Form des Revanchismus auch heute noch tagtäglich eine klare Absage zu erteilen.

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ir unterstützen im Sinne eines Europa der Vielfalt und der grenzüberschreitenden Verstän- Bernd Fabritius digung sowie (CDU/CSU) des kulturellen Austauschs mit den Maßnahmen nach § 96 BVFG nicht nur die Festigung der Identität der Deutschen in den Herkunftsgebieten, sondern wir tragen dadurch entscheidend zur Völkerverständigung in einem weiter zusammenwachsenden Europa bei. Die weitere Stärkung des § 96 BVFG bleibt damit auch in der kommenden Wahlperiode Aufgabe und Verpflichtung – aus Überzeugung.

96 des Bundesvertriebenengesetzes ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte. Gerne weise ich auch heu- Marianne Schiete wieder dar- der (SPD) auf hin, daß die Fördergrundlage, die diese Erfolgsgeschichte erst möglich macht, die sogenannte Konzeption 2000 ist. Sie stammt von der rot-grünen Bundesregierung und wurde im Jahre 2000 verabschiedet. Zu den geförderten Einrichtungen gehört neben der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung hier in Berlin eine ganze Reihe von Museen, die über ganz Deutschland verteilt sind.

Förderung des Dialogs

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ir fördern auf der Basis von § 96 des Bundesvertriebenengesetzes Museen, Bibliotheken, Martin Rabanus Einrichtungen (SPD) der Forschung und der kulturellen Vermittlung. ... Wir fördern damit den internationalen Dialog und das Verständnis für den europäischen Integrationsgedanken. Wir stärken Kooperationsprozesse. Genau darum geht es. Es geht nicht um Deutschtümeleien oder derlei Dinge mehr, sondern es geht um Kooperationen mit den Partnern des östlichen Europas, es geht um Integration, es geht um Verständigung.

lucht und Vertreibung sind keine Phänomene der Vergangenheit. ... Flucht und Thomas Hacker Vertreibung im 21. Jahr- (FDP) hundert lassen sich nicht mit nationalen Alleingängen begegnen, sondern nur mit gemeinsamer Entschiedenheit eines vereinten Europas. Zugleich müssen wir Geduld beweisen. Versöhnung braucht ihre Zeit, manchmal auch über Generationen. Sie braucht Aufmerksamkeit und Wertschätzung. ... Diese Versöhnungsarbeit der nach dem Zweiten Weltkrieg Vertriebenen kann nicht oft genug hervorgehoben werden.

Millionen auf der Flucht

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lucht und Vertreibung sind nicht nur Teil unserer eigenen Geschichte, sie sind Geschichte Eu- Elisabeth ropas, sie sind Motschmann Geschichte der (CDU/CSU) ganzen Welt. Sie sind auch heute bittere Realität. Im 21. Jahrhundert müssen weltweit Millionen von Menschen vor Krieg, Hunger und Verfolgung fliehen. Die Bilder aus Syrien, Irak und Jemen machen uns betroffen; sie machen uns nicht nur betroffen, sondern oft auch machtlos. Aber wir haben die Macht, ihr Flüchtlingsschicksal zu erleichtern, ihnen zu helfen.

drei Millionen (Spät-)Aussiedlern die historischen deutschen Ostgebiete im Bewußtsein des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes erhalten zu können“. Als Kernforderung nannte Frei: „Das Amt des Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten muß durch eine exponierte Stellung in der Bundesregierung gestärkt und die Bundesförderung nach § 96 BVFG wieder in einem Ressort zusammengeführt werden. Notwendig wäre auch eine spürbare Stärkung der Hilfspolitik für die deutschen Minderheiten in den 27 Staaten Europas und Zentralasiens. Sie sind durch ihre Brückenfunktion von unschätzbarem Wert, wenn es um Dialog, Frieden und deutsche Interessen in unserer Nachbarschaft geht.“ TF

� Simone Barrientos

Relikt aus dem Kalten Krieg

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as Bundesvertriebenengesetz ist ein Relikt des Kalten Krieges. Es ist ein Relikt der alten Bundesre- Simone Barrienpublik. tos (Die Linke) Der Diskurs um Flucht und Vertreibung nach 1945 wurde dominiert ... von revisionistischen Kräften. ... Flucht und Vertreibung waren die Folge des deutschen Vernichtungskriegs. Den mordenden Soldaten folgten Kriegsgewinnler und Profiteure, Industrielle und Fabrikanten, Protektoren und KZAufseher. Unter dem Motto „Blut und Boden“ richteten sie sich ein in den eroberten Gebieten, bis man sie davonjagte.

Sudetendeutscher Tag

Für das Treffen von Freitag, 16. bis Sonntag, 18. Juli in München sind Anmeldungen noch möglich S. 4

KURSE

1 CZK = 0,0391 EUR 1 EUR = 25,580 CZK

Neustart nach Pandemie

Deutsch-tschechisches Treffen in Haindorf S. 2

Egerland-Kulturhaus

Wiedereröffnung mit Ministerin Carolina Trautner S. 5

Landsleute im Vorstand

Wahlen bei der OMV der CDU/CSU S. 10

Verfassungsmedaille

Kreisheimatpflegerin Ingrid Leser geehrt S. 12


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AKTUELL · MEINUNG

Sudetendeutsche Zeitung Folge 27 | 9. 7. 2021

AUS UNSEREM PRAGER BÜRO Die Geschäftsführerin des Adalbert-Stifter-Vereins, Zuzana Jürgens, hat einen sehr eindrucksvollen Nachmittag im StrahovKloster anlässlich des 100. Geburtstags von Johanna Baronin Herzogenberg am 23. Juni organisiert. Die 2012 verstorbene Kunsthistorikerin hatte den Adalbert Stifter Verein als langjährige Geschäftsführerin in

PRAGER SPITZEN

Prag zu einer der wichtigen Institutionen des deutsch-tschechischen Dialogs gemacht. Vor der Veranstaltung fand Zuzana Jürgens noch den Weg in die Sudetendeutsche Botschaft des guten Willens auf der Kleinseite, um mit deren Leiter Peter Barton über die Zukunft der landsmannschaftlichen Arbeit in der Tschechischen Republik zu reden.

Tornado: 180 Häuser einsturzgefährdet

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Arbeitsgruppe „Dialog ohne Tabus“ des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums traf sich im Kloster Haindorf

Volle Agenda für einen Neustart nach der Pandemie Zu den effektivsten Arbeitsgruppen des von den Regierungen in Prag und Berlin ernannten Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums gehört die auf Initiative von Karlspreisträger Milan Horáček ins Leben gerufene mit dem Titel „Dialog ohne Tabus“.

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Haindorfer „Dialog ohne Tabus” (von links): Bernd Posselt, Stephanie Waldburg, Anna Knechtel, Alfred Miller, Jan Heinzl, Daniel Herman, Irene Novak, Raimund Paleczek (verdeckt), Libor Rouček und Monika Žárská. Nicht im Bild: Milan Horáček, Petra Laurin, Marian Švejda, Jaroslav Šonka und Johannes Kijas. Foto: Johannes Kijas nächsten Jahres, die Volkszählung in der Tschechischen Republik mit ihren Rückwirkungen auf die dort lebenden Deutschen, die Weiterentwicklung der gegenseitigen Sprachkenntnisse, der Ausbau des deutschsprachigen Unterrichts in den Kindergärten und Schulen der Grenzregionen, die Verbesserung der Straßen- und Eisenbahnverbindungen sowie der von gewissen Kräften geschürte Nationalismus und seine Überwindung. Im Mittelpunkt der Debatte standen außerdem die Notwendigkeit eines Kriegsgräber-Abkommens zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik, die aktuellen Tätigkeiten der deutschen Minderheit, die

sich breiter aufstellt und verjüngt, die künftige Kooperation mit dem Sudetendeutschen Museum in München, dem Isergebirgsmuseum in Neugablonz, dem Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz, dem Berliner Zentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung und dem Museum der Deutschen in der Tschechischen Republik, das demnächst in Aussig eröffnet werden soll, sowie die Stärkung von erfolgreich arbeitenden Begegnungszentren und einer europaweit ausstrahlenden Bildungsstätte, wie sie das Kloster Haindorf durch den unermüdlichen Einsatz von Jan Heinzl geworden ist. Bernd Posselt nannte sie Inseln der deutsch-tschechischen

Zusammenarbeit, die immer enger miteinander vernetzt werden müßten. Die Mitglieder des Arbeitskreises, die aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen – unter ihnen immerhin mit Milan Horáček und dem ehemaligen Kulturminister Daniel Herman die Träger des Karls-Preises 2014 und 2021 – erörterten eine Vielfalt von religiösen, kulturellen und politischen Aktionen, die für die zweite Jahreshälfte sowie für 2022 geplant sind. Die Sitzung der Arbeitsgruppe wurde auch dieses Jahr von Jan Heinzl und der Geschäftsführerin der Arbeitsgruppe, Stephanie Waldburg, hervorragend vorbereitet und organisiert.

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HEIMATBILDER Für den 2022er Kalender der Sudeten­ deutschen Landsmannschaft suchen wir schon jetzt schöne Farbfotos aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien.

Eine Jury wird dann aus den Bildern die­ jenigen aussuchen, die ein vielfältiges Bild der Volksgruppe zeigen und dem Wechsel der Jahreszeiten gerecht werden.

Die Landsmannschaft ruft erneut alle Hobbyfotografen auf, mit der Kamera die Heimat einzufangen. Gesucht werden Motive, die sich mit der Kultur und der Vielfalt der sudetendeutschen Heimat auseinandersetzen: stimmungsvolle Land­ schaften, historische Gebäude und grenz­ überschreitende Begebenheiten. Auch Winterbilder sind gefragt. Den Ideen und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

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Die digitalen Farbfotos sollen in höchster Auflösung (bitte alle Verkleinerungs­ optionen des Betriebssystems oder E­Mail­Programms abschalten!) per E­Mail an kalender@sudeten.de oder auf einem Datenträger (CD/DVD/USB­Stick) bis Dienstag, 31. August 2021 an die Sudetendeutsche Landsmannschaft (Hochstraße 8, 81669 München) geschickt werden.

15 000 Pilger beim Gottesdienst

m Wallfahrtsort Welehrad haben am „Tag der Slawenapostel Kyrill und Method“ rund 15 000 Pilger an einem Gottesdienst teilgenommen, den Dominik Kardinal Duka am Montag vor der Basilika zelebrierte. Mit dem Staatsfeiertag wird der aus Thessaloniki stammenden Brüder Kyrill und Method gedacht. Die beiden Priester und Gelehrten übersetzten im 9. Jahrhundert biblische und liturgische Texte in die slawische Sprache und schufen das glagolitische Alphabet. Mit dem „Tag der Verbrennung von Jan Hus“ war auch der Dienstag Staatsfeiertag in der Tschechischen Republik. JŠ

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er ehemalige Europaabgeordnete der Grünen leitet dieses Gremium gemeinsam mit seinem langjährigen Kollegen Bernd Posselt, zugleich Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe. An der zweitägigen Arbeitssitzung im Tagungszentrum Kloster Haindorf im nordböhmischen Isergebirge nahmen Persönlichkeiten aus der tschechischen Politik und Zivilgesellschaft, Vertreter der Sudetendeutschen Volksgruppe sowie Repräsentanten der deutschen Minderheit in den Böhmischen Ländern teil. Wie schon letztes Jahr war auch der tschechische Vorsitzende des Gesprächsforums und frühere Vizepräsident des Europaparlamentes, Libor Rouček, zu der Begegnung erschienen, die sich an die traditionelle Haindorfer Wallfahrt anschloß. Zentrale Themen waren die Vorbereitung der Jahreskonferenz des Gesprächsforums im November in Brünn, die Spätschäden und Nachfolgeprobleme der unkoordinierten Grenzschließungen während der Pandemie, der Neustart der deutsch-tschechischen Beziehungen, die bevorstehenden Wahlen in beiden Ländern, die tschechische EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte des

und 1600 Haushalte in den südmährischen Regionen Lundenburg und Göding sind von der Tornado-Katastrophe schwer getroffen worden, schätzt die Hilfsorganisation „Mensch in Not“. Auf Grund akuter Einsturzgefahr müssen mindestens 180 Häuser abgerissen werden. Die Bewohner seien deshalb langfristig auf Unterstützung angewiesen, sagte Václav Kučera, der die Hilfsaktionen koordiniert. Unterdessen gab die Diözesancaritas Brünn bekannt, daß bereits 263 Familien finanzielle Hilfe im Wert von 51 Millionen Kronen (2,04 Millionen Euro) erhalten haben. JŠ

Die Fotografen gewährleisten ausdrück­ lich, dass sie das Urheberrecht an den ein­ gereichten Fotos haben und diese frei von Ansprüchen und Rechten Dritter sind. Sie räumen dem SL­Bundesverband uneinge­ schränktes und unentgeltliches Nutzungs­ recht ein und erklären sich mit der Veröf­ fentlichung ihres Namens einverstanden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk

Hans Knapek folgt auf Günter Reichert Vorstandswechsel im Förderverein Sudetendeutsches Sozialund Bildungswerk: Als Nachfolge von Günter Reichert ist Hans Knapek zum Vorsitzenden gewählt worden.

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eue Stellvertreter sind Ortfried Kotzian und Christian Leber. In das Amt des Schatzmeisters wurde Robert Wild berufen, und Bernhard Goldhammer wurde als Schriftführer wiedergewählt. Beisitzer sind wie bisher Iris Wild sowie neu Mario Hierhager, der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Jugend. Es sei sehr zu bedauern, daß auf Grund der Corona-Pandemie viele eigene Veranstaltungen, wie das Oster- und das Adventsingen, nicht stattfinden konnten, sagte das für diesen Bereich verantwortliche Vorstandsmitglied Goldhammer. Um so erfreulicher sei es gewesen, daß sich beim Online-Ostersingen so viele treue Teilnehmer zugeschaltet hatten. Die in diesem Jahr ebenfalls

ausgefallene Fritz-Jeßler-Ostersingwoche soll von Donnerstag, 5. bis Sonntag, 8. August auf dem Heiligenhof als „Sommersingen“ nachgeholt werden. Das traditionelle Adventsingen ist im üblichen Rahmen von Donnerstag, 25. November, bis zum 1. Adventsonntag, 28. November geplant. Auf Grund der soliden Finanzlage des Fördervereins zeigte sich der neue Vorstand zuversichtlich, daß im kommenden Jahr nicht nur die Eigenveranstaltungen durchgeführt werden können, sondern daß auch die Unterstützungen für andere Vorhaben auf dem Heiligenhof wieder aufgenommen werden können, wie die deutsch-tschechische Kinderfreizeit im Sommer 2022. Dem Förderverein gehören derzeit 224 Mitglieder an, unter ihnen viele Orts-, Kreis-, Bezirksund Landesgruppen der Sudetendeutschen Landsmannschaft sowie mehrere Heimatkreise und Heimatlandschaften.

Regierung besetzt Zeman nicht nach

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m Mittwoch ist Pavel Zeman offiziell aus dem Amt als Oberster Staatsanwalt ausgeschieden. Zeman hatte seinen Rückzug (Sudetendeutsche Zeitung berichtete) mit zunehmendem Druck und politischer Einflußnahme begründet. Einen Nachfolger für das höchste Amt der Judikative gibt es noch nicht. Premierminister Andrej Babiš (Ano) will diese Entscheidung offenbar bis zu den Wahlen im Oktober ruhen lassen. JŠ

Prag klagt über fehlende Touristen

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rotz Lockerungen kaum Touristen: Die Auslastung sei „schwach“, klagen die Hoteliers in Prag. Außerdem würden die Gäste wegen der instabilen Coronalage ihre Zimmer zumeist im

letzten Moment, manchmal sogar erst am Anreisetag reservieren. Die Branche rechnet deshalb mit ähnlich schlechten Umsätzen wie im Vorjahr.

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Immer mehr Frührentner

it rund 28 Prozent weniger Rente müssen Arbeitnehmer in der Tschechischen Republik auskommen, die vorzeitg in den Ruhstand gehen. Und deren Anzahl wächst. Zum Ende des ersten Quartals 2021 waren es 656 700 Senioren beziehungsweise 28 Prozent der Ruheständler, so die tschechische Sozialversicherungsanstalt (ČSSZ). Im Durchschnitt erhalten Frührentner monatlich 13 738 Kronen (537 Euro). Das sind etwa 1600 Kronen (62,50 Euro) monatlich weniger als die normale Rente.

Nach EM: Darida verläßt Nationalelf

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ladimír Darida hat überraschend seinen Rückzug aus der tschechischen Fußballnationalmannschaft erklärt. Bei der EM hatte der Kapitän seine Elf bis ins Viertelfinale geführt. Der 30jährige Mittelfeldspieler von Hertha BSC begründet seine Entscheidung unter anderem damit, mehr Zeit mit seiner Familie und seinem Sohn verbringen zu wollen. Darida hat im Nationaltrikot 76 Spiele absolviert und acht Tore geschossen.

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Prague Pride ohne Umzug

as Festival Prague Pride findet vom 2. bis 8. August statt – allerdings pandemiebedingt ohne den traditionellen Umzug. Geplant sind zahlreiche Konzerte, Ausstellungen, Filmvorführungen und Diskussionveranstaltungen. Das Festival steht unter dem Motto „Coming Out“. Ziel der Veranstaltung ist es, für mehr Toleranz für sexuelle Minderheiten zu werben.

Basketballer lösen Olympia-Ticket

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it einem 97:72-Sieg über Griechenland hat sich die tschechische Basketball-Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert. Es ist die erste Olympia-Teilnahme seit 1980. Damals hatte das tschechoslowakische Team bei den Olympischen Spielen in Moskau den 9. Platz belegt.

Sudetendeutsche Zeitung

ISSN 0491-4546 Erscheint wöchentlich freitags. Redaktionsschluß Veranstaltungstermine: Freitag 18.00 Uhr. Redakationsschluß Montag 18.00 Uhr. Chefredaktion und verantwortlich für den Inhalt: Torsten Fricke, Nadira Hurnaus. Kulturredaktion: Susanne Habel. Korrespondent in Prag: Dr. Jaroslav Šonka; Korrespondentin in TeplitzSchönau: Jutta Benešová; Korrespondenten im Isergebirge: Stanislav Beran, Petra Laurin; Korrespondent in Berlin: Ulrich Miksch. Ständige Mitarbeit: Peter Barton, Markus Bauer, Josef Grimm, Professor Dr. Rudolf Grulich, Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Kathrin Hoffmann, Peter Pawlik, Herbert Ring, Karl Reitmeier, Hildegard Schuster, Lexa Wessel. Verlagsassistentin: Birte Rudzki. Anschrift für alle: Hochstraße 8, 81669 München. Redaktion: eMail zeitung@sudeten.de; Verlag: Telefon (0 89) 48 00 03 80, eMail svg@sudeten.de. Jahres-Abonnement 2021 Inland als Postvertriebsstück im Lastschriftverfahren 125,00 EUR einschließlich 7 Prozent Mehrwertsteuer. Ausland 154,00 EUR, Luftpost auf Anfrage. Reichenberger Zeitung (24 Ausgaben jährlich) 62,50 EUR, Neudeker Heimatbrief (12 Ausgaben jährlich) 31,25 EUR. Je Rechnung 2,00 EUR Aufschlag. Bankverbindung: Postbank München – IBAN: DE13 7001 0080 0005 7278 08, BIC: PBNKDEFF; Abbestellungen mit einer Frist von vier Wochen zum Vierteljahresschluß schriftlich an den Verlag. Anzeigenpreisliste Nr. 13 vom 1. Januar 2021; Anzeigengestaltung erst nach Auftrag. © 2021 Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft. Diese Zeitung ist mit allen Texten und Bildern urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, Vervielfältigung und Verwertung – insbesondere auch Weitergabe in Form von Kopien oder Einstellen ins Internet – sind ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urheberrecht nichts anderes ergibt. Mit vollem Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder der Sudetendeutschen Landsmannschaft wieder. Gerichtsstand und Erfüllungsort München. Kein Entschädigungsanspruch bei Nichterscheinen oder Nichtlieferung infolge Streik oder höherer Gewalt. Keine Gewähr für nicht angeforderte Manuskripte, Bilder, Dokumente, Datenträger und Daten. Alle datenschutzrechtlichen Vorschriften werden beachtet; Einzelheiten unter www.sudeten.de Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH, HRB München 3796. Geschäftsführer und verantwortlich für Anzeigen: Herbert Fischer. Alleiniger Anteilseigner: Sudetendeutsche Landsmannschaft, Hochstraße 8, 81669 München. Druck und Versand: Presse-Druck- und Verlags-GmbH, 86167 Augsburg.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.


AKTUELL

Sudetendeutsche Zeitung Folge 27 | 9.7.2021

Einer der Höhepunkte des Sudetendeutschen Tages ist der Volkstumsabend, der am Samstag, 17. Juli, in der Philharomie im Gasteig stattfindet. Moderator und Regisseur ist Roland Hammerschmied, der 1967 in Falkenau an der Eger geboren wurde und heute mit seiner Familie in Geretsried lebt. Herr Hammerschmied, Sie sind als Sohn einer deutschen Familien 1967 in der damaligen Tschechoslowakei zur Welt gekommen. Wie kam es, daß Ihre Familie nach dem Zweiten Weltkrieg nicht Opfer der Vertreibung wurde? Roland Hammerschmied: Meine Familie stammte aus Falkenau, wo auch ich geboren wurde. Damals arbeitete praktisch jeder im Kohletagebau. Auch meine Großeltern sollten damals mit ihren Kindern vertrieben werden. Sie hatten bereits ihr Haus verlassen müssen und waren für einen der nächsten Transporte vorgesehen, aber dann stellten die Tschechen fest, daß sie auch Menschen brauchen, die die Kohle abbauen. So konnten sie bleiben, durften aber nicht in ihre Häuser zurück, sondern mußten in Baracken leben. Wie haben sich Ihre Eltern kennengelernt? Hammerschmied: Über die Schule. Die beiden verband das gleiche Schicksal. In der Schule durften sie nicht Deutsch sprechen, daheim nicht Tschechisch. 1968, Sie waren damals noch nicht einmal ein Jahr alt, entschloß sich Ihre Familie zur Ausreise. Warum? Hammerschmied: Deutsche waren damals Bürger zweiter Klasse. Meinen Eltern wurde sogar vorgeschrieben, welchen Beruf sie ausüben dürfen. Mein Vater hatte noch Glück. Er wurde als Schlosser und Schmied in der Werkstatt des Bergbaus eingesetzt, aber meine Mutter mußte als Näherin arbeiten. Mit dem Prager Frühling wurden dann die Ausreiseregeln gelockert, und meine Eltern beschlossen, die Gunst der Stunde zu nutzen und sich freizukaufen. Freikaufen? Hammerschmied: Ja, man mußte damals einen bestimmten Betrag pro Kopf bezahlen, um eine Ausreisegenehmigung zu erhalten. Mit meinen Eltern und uns Kindern ist praktisch die ganze Familie in die Bundesrepublik übergesiedelt. Nur einer meiner Großväter sowie meine Tante, die mit einem Slowaken verheiratet war, sind geblieben. Wie kamen Sie nach Geretsried?

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� Interview mit Roland Hammerschmied, Moderator und Regisseur des Sudetendeutschen Volkstumsabends

„Musik ist alles für mich“

� Zur Person: Roland Hammerschmied �  Geboren am 10. November 1967 in Falkenau an der Eger. �  Verheiratet, zwei erwachsene Söhne. �  2003 Förderpreis Volkstumspflege der Sudetendeutschen

Landsmannschaft. �  2011 Kulturpreis der Stadt Geretsried. �  2016 Egerländer Kulturpreis „Johannes von Tepl“. �  2018 Bronzene Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern für ehrenamtliches kulturelles Engagement. �  2018 Isar-Loisach-Medaille für ehrenamtliche Volkstumspflege. �  Mitglied in der Sudetendeutschen Bundesversammlung. �  Zweiter Vorsitzender der Egerländer Gmoi Geretsried. Hammerschmied: Das war reiner Zufall. Eigentlich wollten meine Eltern nach Nürnberg, aber dann wurden wir zunächst im Aufnahmelager in Zirndorf und dann in Geretsried untergebracht. Die Gegend hat meinen Eltern gefallen, und so sind wir dort hängen geblieben. Konnten Sie eigentlich vor dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder nach Falkenau fahren? Hammerschmied: Ja, aber das war meist nicht sehr erfreulich. An der Grenze mußten wir oft drei, vier oder fünf Stunden warten und waren zahlreichen Schikanen ausgesetzt. Einmal mußte mein Vater sogar die Rücksitzbank des Wagens ausbauen. Ein anderes Mal mußte er sich an der

Grenze rasieren, weil er auf dem Paßfoto ohne Bart abgelichtet war. Und ein Cousin, der etwas älter war als ich, trug die damals in den 70er Jahren üblichen langen Haare. Der wurde dann gezwungen, sich an der Grenze die Haare schneiden zu lassen. Diese Schikane ging dann im Land weiter. Man mußte peinlich genau darauf achten, sich in der Kreisstadt bei der zuständigen Behörde an- und abzumelden. Auf dem Sudetendeutschen Tag führen Sie wieder als Regisseur und Moderator durch den Volkstumsabend. Wann haben Sie Ihre Liebe zur Musik und zum Volkstum entdeckt? Hammerschmied: Mein Opa hat oft zur Gitarre gegriffen. Und

Roland Hammerschmied vor dem Kulturzentrum Gasteig in München. Hier findet am Samstag, 17. Juli, der Volkstumsabend im Rahmen des Sudetendeutschen Tages statt. Foto: Torsten Fricke auch mit meinen Eltern habe ich als Kind viel gesungen. Ich wäre auch gerne zu den Tölzer Sängerknaben gegangen, aber wir hatten nur ein Auto, und so war es nicht möglich, daß meine Mutter mich zu den Proben fahren konnte. In der Schule bin ich dann in den Schulchor von Günter Löffler gegangen, dem späteren Vorsitzenden des Bayerischen Sängerbundes. Er hat uns unglaublich gefördert. Und von ihm habe ich die Leidenschaft für Chöre. Später habe ich dann eine Gitarre geschenkt bekommen und mir das Spielen selbst beigebracht. Mein Vater hatte außerdem ein Tenorhorn daheim, auf dem ich dann auch üben konnte. Mein Vater hat damals in zwei Blaskapellen gespielt und mir einiges beigebracht. Und dann wurden Sie auch noch Chorleiter. Hammerschmied: Über Günter Löffler sind wir jedes Jahr

zur Chorwoche des Bayerischen Sängerbundes nach Bad Feilnbach gereist. Dort wurde auch eine mehrteilige Ausbildung zum Chorleiter für Laienchöre angeboten, die über drei Jahre lief. 1986 habe ich dann die Prüfung abgelegt. Wann hatten Sie dann Ihren eigenen Chor? Hammerschmied: Im September 1992 haben wir den Chor „Mixed Voices“ gegründet. Unser Repertoire reicht von Jazzoder Popsongs über Modern Classics, Gospels und Spirituals bis hin zu klassischer geistlicher sowie zeitgenössischer Chormusik. Außerdem habe ich von 1997 bis 2014 im vielfach ausgezeichneten Rock- und Jazz-Chor „VoicesInTime“ von Stefan Kalmer gesungen. Dazu kommen noch die „Gartenberger Bunkerblasmusik“ und das „EnnoStrauß-Duo“. Dennoch sind Sie nicht haupt-

beruflich Musiker. Warum nicht? Hammerschmied: Meine Eltern waren der Meinung, daß der Bua etwas G‘scheites lernen soll. Damals war die Lage am Lehrstellenmarkt angespannt. Ich bin dann durch Zufall bei der Chemischen Fabrik Rudolf & Co. gelandet, die ein Sudetendeutscher nach der Vertreibung in Geretsried aufgebaut hatte. Da habe ich dann eine Ausbildung gemacht und bin heute Industriemeister Chemie. Wie bekommen Sie Musik, Beruf und Familie unter einen Hut? Hammerschmied: Ich habe Gott sei Dank eine Frau, die das mitmacht. Obwohl der Corona-Lockdown gerade uns Musiker mit Proben- und Auftrittsverboten schwer getroffen hat, muß ich feststellen, daß es auch mal sehr schön ist, ein Wochenende frei zu haben. Aber jetzt reicht es damit auch wieder. Ich freue mich sehr, daß es wieder los geht, wenn auch – wie beim Volkstumsabend – noch mit Einschränkungen. Sie singen, spielen zahlreiche Blasinstrumente und Gitarre, dirigieren Chöre – vielen Menschen würde es reichen, eines davon zu können. Hammerschmied: Jedes Kind ist musikalisch und kann singen – zumindest bis zu einem gewissen Niveau. Leider werden dann viele im Laufe der Jahre verbildet. Es wäre aber schön, wenn jeder Mensch im Laufe seines Leben lernen würde, ein Instrument zu spielen oder zu singen. Ihre beiden Söhne sind bereits in Ihre Fußstapfen gestiegen. Hammerschmied: Mein älterer Sohn hat schon als Baby ein Schlagzeug geschenkt bekommen, wahrscheinlich wollte man uns Eltern damit ärgern. Mit dreieinhalb Jahren ist er dann zum ersten Mal beim Sudetendeutschen Tag aufgetreten. Mein jüngerer Sohn ist ebenfalls begeisterter Musiker. Er ist ein sehr guter Posaunist und spielt alles in Grund und Boden, obwohl er früher das Instrument nicht anfassen und lieber Gitarre spielen wollte. Ich glaube, daß es für Kinder wichtig ist, möglichst viele Instrumente ausprobieren zu dürfen. Jedes Kind findet dann sein Instrument. Was hören Sie privat für Musik? Hammerschmied: Ich höre tatsächlich in erster Linie Blasmusik. Welche Bedeutung hat für Sie persönlich die Musik? Hammerschmied: Musik ist alles für mich. Torsten Fricke

� Laudatoren würdigen den ehemaligen Bundespräsidenten, der das Thema Vertreibung aus dem Erinnerungsschatten geholt hat

Franz-Werfel-Menschenrechtspreis für Joachim Gauck Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck ist am Samstag in der Frankfurter Paulskirche mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen ausgezeichnet worden.

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ie Jury zeichnete damit das umfangreiche und vielfältige Wirken von Joachim Gauck aus, der in unterschiedlichen Funktionen die Verletzung von Menschenrechten durch Völkermord, Vertreibung und Genozid immer wieder angeprangert hat. Nach der Begrüßung durch den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann würdigte der Vorsitzende der Stiftung, Christean Wagner, den Preisträger mit den Worten: „Wir wollen Sie ehren für Ihr jahrelanges unerschütterliches Eintreten gegen Flucht und Vertreibung. Sie sind ein Bundespräsident der klaren und mutigen Worte gewesen.“ Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte als Schirmherr des Franz-Werfel-Menschenrechtspreises:. „Der Preisträger Dr. Joachim Gauck hat

Preisträger Bundespräsident a.D. Dr. Joachim Gauck mit Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier (links) und (von rechts) Dr. Bernd Fabritius, MdB, Oberbürgermeister Peter Feldmann und Dr. Christean Wagner. Foto: ZgV sich das Gedenken an Flucht und Vertreibung, den Kampf gegen die Ursachen dieses Leids und den bedingungslosen Einsatz für Menschenrechte zur Lebensaufgabe gemacht. Er hat das Trauma der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg besonders in seine Betrachtungen aufgenommen.Immer wieder hat

Dr. Joachim Gauck betont, daß die Erinnerung an die Vertreibung ein bedeutender Teil der deutschen Geschichte ist.“ In seiner Laudatio auf den Preisträger betonte der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bernd Fabritius, daß sich Gauck schon früh für

ein Zentrum gegen Vertreibungen ausgesprochen und die Notwendigkeit eines Erinnerungsortes für die deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen erkannt habe: „Es widersprach Ihrem Grundverständnis von Würde und Recht, diesen Menschen und ihren Nachkommen ein sichtbares Zeichen staatlichen Gedenkens

für das erlittene Leid und Unrecht zu verweigern.“ Gauck habe sich immer wieder dafür ausgesprochen, daß die dauerhafte Erinnerung an die Vertreibung ein elementarer Teil deutscher Geschichte sei. „In bewundernswert konsequenter Haltung prägten Sie dann mit dem Begriff ,Erinnerungsschatten‘ eine vortreffliche Metapher für die Situation der Vertriebenen, die die letzten fünf Jahrzehnte bundesdeutscher Befindlichkeit psychologisch und gesellschaftlich zutreffend beschreibt.“ Joachim Gauck dankte der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen für die Auszeichnung. „Daß wir heute dort stehen, wo wir stehen, hat viel Engagement, Entschiedenheit und Standfestigkeit erfordert. Ich erinnere mich noch an den heftigen Gegenwind, den das Projekt eines Zentrum gegen Vertreibungen zunächst erfuhr. Es ist wohl keine Übertreibung, wenn ich heute sage: Wohl fast alle haben gelernt. Viele Betroffene, die imstande waren, über

den eigenen Schatten zu springen und ihr Leid in den historischen Kontext einzuordnen. Viele Liberale und Linksliberale, die erkannten, daß, wer das Leid von Deutschen anerkennt, die deutsche Schuld keineswegs leugnen muß, sondern einfach zur Kenntnis nimmt, daß Deutsche die Opfer deutscher Opfer wurden.“ Gauck machte zugleich deutlich, daß Flucht und Vertreibung keine Themen der Vergangenheit seien, sondern „daß aus dem selbsterfahrenen Leid von Flucht und Vertreibung der Deutschen in den letzten Jahrzehnten eine besondere Empathie für andere Menschen mit Flucht- und Vertreibungserfahrungen erwachsen konnte. Das halte ich für keine Selbstverständlichkeit.“ Der ehemalige Bundespräsident dankte der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen, daß „Sie mit diesem Preis dazu beitragen, daß wir uns nicht blind und taub stellen, sondern daß wir uns dafür sensibilisieren, immer wieder um das höchste Gutzu ringen: die Würde des Menschen.“


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TERMINE . AKTUELL

Sudetendeutsche Zeitung Folge 27 | 9.7.2021

Reportage auf YouTube

Schlössertour am Fuße des Riesengebirges In einer YouTube-Reportage stellt der Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Arne Franke das Hirschberger Tal am Fuße des Riesengebirges vor.

Wanderausstellung „Gerettete Denkmale – Zeugen der deutschen Kulturgeschichte“

St. Matthias – akut einsturzgefährdet

Der Innenraum der Kirche befindet sich in einem schlechten Zustand. „Gerettete Denkmale – Zeugen der deutschen Kulturgeschichte in der Tschechischen Republik“ lautet der Titel einer Wanderausstellung, die pandemiebedingt derzeit nicht öffentlich gezeigt werden kann.

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ezeigt werden historische Bauten, die Franke in seinem Kulturreiseführer „Das Schlesische Elysium“ beschrieben hat. Darunter sind drei ehemalige königlich-preußische Sommerresidenzen sowie die exzellent restaurierten Schloßhotels von Lomnitz und Stonsdorf. Das Buch ist im Verlag des Deutschen Kulturforums östliches Europa erschienen. Film und Buch sollen dazu beitragen, das deutschsprachige Kulturerbe in Mittel- und Osteuropa bekannt zu machen und gemeinsam mit den Nachbarländern zu bewahren. Die Reportage ist über den YouTube-Kanal Deutsches Kulturforum östliches Europa kostenfrei abrufbar.

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ie spätbarocke Kirche St. Matthias in Dolany bei Jitschin wurde in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts gebaut. Das Gotteshaus befindet sich auf einem ehemaligen Friedhof, der von einer Mauer aus grobbehauenen Sandsteinblöcken umgeben ist. Die Kirche ist ein einschiffiges gemauertes Langhaus mit abgerundeten Ecken und einer halbovalen Apsis. Der Turm befindet sich in der Mitte der Westfassade. Das Innere der Kirche ist überwiegend im Rokoko-Stil

geschmückt. Das Gebäude ist akut einsturzgefährdet. Der Verein Omnium übernahm 2018 die Kirche und den angrenzenden Friedhof, um sie wiederherzustellen. 2019 wurde eine baugeschichtliche Untersuchung durchgeführt, und gegenwärtig wird ein Restaurierungsprojekt vorbereitet. Die Kirche, ein Beispiel spätbarocker ländlicher Architektur, wird derzeit nicht genutzt. Trotz seines schlechten Zustands wird der ehemalige Friedhof aber oft von Touristen besucht. Die Wanderausstellung „Gerettete Denkmale“ wird von der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Christina Meinusch, unterstützt. Wenn Sie die Ausstellung in Ihrer Region zeigen wollen, wenden Sie sich bitte an meinusch@sudeten.de.

VERANSTALTUNGSKALENDER Freitag, 9. bis Sonntag, 11. Juli, 35. Braunauer Heimattag des Heimatkreises Braunau/Sudetenland auf dem Heiligenhof. Anmeldung: Heimatkreis Braunau, eMail info@ heimatkreis-braunau.de. Samstag, 10. Juli, 14.00 Uhr, SL-Ortsgruppe Königsbrunn/Wehringen/Klosterlechfeld: Muttertagfeier (Wir feiern auch die Väter), Fischerheim Wehringen, In der Aue 5. Sonntag, 11. Juli, SL-Landesgruppe Bayern: Gedenken anläßlich Hans „Johnny“ Kleins 90. Geburtstags. 12.00 Uhr Kranzniederlegung am Grab auf dem Friedhof in Bernau am Chiemsee; 13.00 Uhr Gedenkfeier mit Landesobmann Steffen

Hörtler, MdL Klaus Stöttner, MdL Sylvia Stierstorfer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, sowie MdB a. D. und MdEP a. D. Milan Horáček im Gasthof Zum Alten Wirt, Kirchplatz 9. Auskunft: SL-Landesgruppe Bayern, Telefax (0 89) 48 00 03 96, eMail Geschaeftsstelle@sudeten-by.de Mittwoch, 14. Juli, 19.30 Uhr, Adalbert Stifter Verein, Lyrik D–CZ. Blick auf die junge Lyrikszene in Tschechien und Deutschland. Capitol, Bild & Bühne, Bayreuther Straße 4, Sulzbach-Rosenberg, Eintritt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Anmeldung: Telefon (0 96 61) 8 15 95 90 oder eMail info@ literaturarchiv.de

So wurde beim Sudetendeutschen Tag 2018 am Volkstumsabend getanzt.

Freitag, 16. bis Sonntag, 18. Juli, 71. Sudetendeutscher Tag in München. Programm und Anmeldung siehe unten. Samstag, 17. Juli, 7.00 Uhr, SL-Ortsgruppe Königsbrunn/ Wehringen/Klosterlechfeld: Anmeldung bis 15. Juli bei Obmann Kurt Aue: Telefon (08 21) 8 85 37 56, eMail sudetenaue@ koenigsau.de Donnerstag, 22. bis Freitag, 23. Juli, Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Verband der deutschen Kultur, Interdisziplinäre Online-Fachtagung mit Diskussion zum Thema „Lebenswelten von Rußlanddeutschen in der Sowjetunion nach 1953 und

Bild: Fischer

Freitag, 16. bis Sonntag, 18. Juli – vollständiges Programm auf www.sudeten.de

Sudetendeutscher Tag: Jetzt anmelden Sudetendeutscher Tag in München. Veranstaltungsorte sind das Sudetendeutsche Haus, das Sudetendeutsche Museum, das Haus des Deutschen Ostens sowie das Kulturzentrum Gasteig. Komplettes Programm unter www.sudeten.de.

Freitag, 16. Juli, 10.00–18.00 Uhr: Gelegenheit zum Besuch des Sudetendeutschen Museums. 14.00 Uhr: Sudetendeutsche Stiftung und SL-Bundesverband: Verleihung der Sudetendeutschen Kultur- und Förderpreise sowie des Sudetendeutschen Volkstumspreises im Gasteig. Festrede: Carolina Trautner, Bayerische Staatsministerin.

Samstag, 17. Juli 10.00–18.00 Uhr: Gele-

genheit zum Besuch des Sudetendeutschen Museums. 10.00 Uhr: Heilige Messe in St. Michael. 14.00 Uhr: Festakt mit Verleihung des Europäischen KarlsPreises der Sudetendeutschen Landsmannschaft im Gasteig. Festrede: Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident und Schirmherr der Sudetendeutschen Volksgruppe. 19.00 Uhr: Volkstumsabend im Gasteig.

Sonntag, 18. Juli 9.00 Uhr: Veranstaltungen im Sudetendeutschen Haus. 10.00–18.00 Uhr: Gelegenheit zum Besuch des Sudetendeutschen Museums.

Teilnahme Für die Teilnahme am Sudetendeutschen Tag ist eine verbindliche Anmeldung bei der

SL erforderlich. Sudetendeutsche Landsmannschaft, Hochstraße 8, 81669 München, Telefon (0 89) 4 80 03 70, eMail info@sudetendeutscher-tag.de

Festabzeichen Mit dem Kauf des Festabzeichens unterstützen Sie die Arbeit der Sudetendeutschen Volksgruppe. Bestellung bei info@sudetendeutschertag.de Bankverbindung: IBAN DE73 7509 0300 0002 1114 70. Bitte beachten: Mit dem Erwerb des Festabzeichens ist nicht automatisch der Eintritt zu den Veranstaltungen gewährleistet (siehe Teilnahme).

Sondersendung im TV Das Bayerische Fernsehen berichtet in einer Sondersendung am Sonntag, 18. Juli, von 23.30 bis 23.45 Uhr über den 71. Sudetendeutschen Tag.

bis heute“. Die Tagung wird live auf dem Youtube-Kanal der Kulturstiftung übertragen www. bit.ly/kulturstiftungvideo und anschließend als Aufzeichnung bereitgestellt. Für eine direkte Beteiligung auf der Konferenzplattform Zoom sind Anmeldungen bis zum 20. Juli möglich an eMail veranstaltungen@ kulturstiftung.org Freitag, 23. Juli, 18.30 Uhr, Ackermann-Gemeinde Würzburg, Gemeinschaftsgottesdienst. Meßfeier mit Pfarrer Klaus Oehrlein im Freien, anschließend gemütliches Beisammensein in Euerfeld, BruderKlaus-Kapelle. Bitte Gläser, Teller und Besteck mitbringen. Freitag, 23. bis Sonntag, 25. Juli, Sudetendeutscher Rat: Marienbader Gespräche zum Motto „Die Vertreibung – ein Zukunftsthema. Geschichte – Gegenwart – Perspektiven“. Anmeldung: Sudetendeutscher Rat, Telefon (0 89) 48 00 03 60, eMail sudetenrat@aol.com Sonntag, 25. Juli, 15.00 Uhr: Deutsch-tschechischer Gottesdienst in der Sankt-JakobusKirche in Schwaden (Kreis Aussig) Anmeldung: Brigitta Gottmann, Telefon (0 23 51) 5 11 53, eMail brigitta.gottmann@ t-online.de Mittwoch, 28. Juli, 19.00 Uhr, Adalbert Stifter Verein, „Adalbert Lanna – der verlorene Ruhm“, Vortrag von Johannes Jetschgo. Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, 81669 München, Anmeldung: https:// eveeno.com/adalbert-lana Freitag, 30. Juli, bis Montag, 2. August, SL-Landesgruppe Bayern: Informationsfahrt der Landesgruppe Bayern nach Mähren und Niederösterreich mit der Möglichkeit zur Teilnahme am Brünner Versöhnungsmarsch am Samstag, 31. Juli. Anmeldung: SL-Landesgruppe Bayern, Hochstraße 8, 81669 München, per eMail Geschaeftsstelle@sudetenby.de oder per Telefax (0 89) 48 00 03 96. Samstag, 31. Juli, 15.00 Uhr: Gedenkveranstaltung auf der Elbbrücke an das Massaker in Aussig von 1945. 18.00 Uhr: Andacht in der Pfarrkirche. Anmeldung: Brigitta Gottmann, Telefon (0 23 51) 5 11 53, eMail brigitta.gottmann@t-online.de. Samstag, 7. August, Akkermann-Gemeinde: „Deutschtschechisches Picknick auf dem Vyšehrad. Dialog – Kultur – Begegnung“ in Prag. Anmeldung und weitere Informationen auf der Webseite https://www.ackermanngemeinde.de/picknick.

„Von der Baracke zum eigenen Heim“ Dienstag, 13. Juli, 18.00 bis 20.00 Uhr auf Zoom: „Von der Baracke zum eigenen Heim – Spuren der Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern nach 1945. ,Flüchtlingsorte‘ und Wohnungsbauprojekte“, Gespräch mit Prof. Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des HdO Die Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus deutschen Siedlungsgebieten Ostmitteleuropas sowie aus den östlichsten Provinzen des Deutschen Reichs nach dem Zweiten Weltkrieg brachte etwa zwölfeinhalb Millionen Deutsche in das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Diese große Zahl an Menschen stellte die Siegermächte vor ein riesiges Problem: Wie soll man in einem vom Krieg gezeichneten und vielerorts zerstörten Land 12 Millionen Menschen unterbringen und ernähren? Alleine nach Bayern kamen dadurch rund zwei Millionen Menschen deutscher Sprache, was einer Bevölkerungsvermehrung von 28 Prozent entsprach. Der Vortrag verfolgt anhand von Beispielen die konkrete Aufnahme und die Unterbringung dieser neuen Bewohner Bayerns von den Grenzdurchgangslagern und Lagersiedlungen bis zum Wohnungsbau der 1950er und 1960er Jahre. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung per eMail bis zum Vortag 15.00 Uhr unter hoertler@heiligenhof.de. Heiligenhof · Alte Euerdorfer Straße 1 · 97688 Bad Kissingen Telefax (09 71) 71 47 47 info@heiligenhof.de · www.heiligenhof.de

Dr. Ingrid Schiel über die Frauenbewegung

Nobis Maxima Victoria

Donnerstag, 15. Juli, 19.00 Uhr: „Nobis Maxima Victoria – Unser größter Sieg“, Vortrag von Dr. Ingrid Schiel. Der Handlungsspielraum der Frauenbewegungen innerhalb der ethnischen Minderheiten Rumäniens war in der Zwischenkriegszeit durch den Staat und die jeweiligen politischen Selbstorganisationen vorgegeben. Einige Gruppierungen verfügten jedoch über Kontakte zur Internationalen Frauenbewegung. Auf der nationalen Ebene hatte dieser Effekt unter andem zur Folge, daß diese Organisationen als gesellschaftliche Akteure wahrgenommen wurden – und als solche wiederum versuchten, direkten Einfluß auf die Nationsbildungsprozesse vor Ort zu nehmen. Der 1915 gegründete Frauenweltbund zur Förderung internationaler Eintracht mit seinem Sitz in Genf war über-

zeugt, durch seine Erziehungsideale die Minderheitenproblematik im neu entstanden Großrumänien lösen zu können. Der Bund und seine internationalen Sektionen traten für eine Umformung der Nachkriegsgesellschaften und den weltweiten Frieden ein. Siebenbürgen diente als exemplarisches Wirkungsfeld, in dem der Erfolg der Erziehungsmethoden des Bundes gemessen werden konnte, die von Königin Maria unterstützt wurden. Dr. Ingrid Schiel (geboren 1974) ist Geschäftsführerin des Siebenbürgen-Instituts in Gundelsheim sowie Leiterin der dortigen Siebenbürgischen Bibliothek Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München. Anmeldung erforderlich unter Telefon (0 89) 4 49 99 30 oder per eMail an poststelle@hdo.bayern.de


AKTUELL

Sudetendeutsche Zeitung Folge 27 | 9.7.2021

5 Mut tut gut

Liebesstrom aus der Fülle des Himmels

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Elke Trübswetter, stellvertretende Bundestrachtenwartin, erklärt Schirmherrschaftsministerin Carolina Trautner die neue Ausstellung im Egerlandhaus.

Foto: STMAS

Schirmherrschaftsministerin Carolina Trautner würdigt beim Egerlandtag in Marktredwitz die Leistungen der Vertriebenen

Die Egerländer – „Die besten Vorbilder, die wir haben können“

Im Rahmen des Egerlandtages ist die Wiedereröffnung des Egerland-Kulturhauses in Marktredwitz gefeiert worden. Die Festrede hielt Schirmherrschaftsministerin Carolina Trautner. Und für alle Sudetendeutschen gratulierte der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt.

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n seiner Begrüßung bedankte sich Volker Jobst, Bundesvüarstäiha der Egerländer, ausdrücklich bei Staatsministerin Carolina Trautner. „Der Bund der Egerländer Gmoin ist als Teil der Egerland-Kulturhaus-Stiftung dem Freistaat Bayern sehr dankbar für die finanzielle Förderung der ModerBundesvüarstäiha nisierungsarbeiten Volker Jobst an und in unserem Egerland-Kulturhaus. Wir sind sehr froh, daß im Rahmen des heutigen Egerlandtages formell die Wiedereröffnung des Egerland-Kulturhauses gefeiert werden kann.“ Man sei außerdem sehr stolz auf die Verwirklichung der Trachtenausstellung „Egerländer Trachten – lebendige Heimat“, die ebenfalls im Rahmen des Egerlandtages eröffnet wurde. „Heute ist ein sehr schöner Tag. Wir feiern den Abschluß einer Baumaßnahme, die uns seit 2015 gefordert hat. Dieses Gebäude ist jetzt fit für die Zukunft“, sagte der Oberbürgermeister von Marktredwitz, Oliver Weigel, der zugleich Vorsitzender der Egerland-Kulturhaus-Stiftung ist. Oberbürgermeister Auch Weigel beOliver Weigel dankte sich ausdrücklich für die Unterstützung durch den Freistaat, der die 3-Millionen-Euro-Maßnahme mit 2,2 Millionen Euro unterstützt hatte. Der Landrat von Wunsiedel, Peter Berek, erklärte, daß es extrem wichtig sei, „daß Tradition ein Haus“ hat, „eine Stätte, wo man hingehen kann“. Berek: „In Marktredwitz wird Brauchtum vieler Generationen bewahrt, geschützt und weiter gegeben.“ Der Sprecher der SudetendeutLandrat Peter Berek schen Volksgrup-

„Johannes von Tepl“-Preis

Gerald Güntner ausgezeichnet

Den Gottesdienst am Egerlandtag zelebrierten Monsignore Petr Fořt (links) und Pater Ferdinand Kohl. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Gartenberger Bunkerblasmusik aus Geretsried. Fotos: Wetzka

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eine Erzählungen sind eine Bereicherung der sudetendeutschen Nachkriegsliteratur“, so Laudator Dr. Wolf-Dieter Hamperl (rechts) bei der Verleihung des Johannes von Tepl-Preises an den in Eger geborenen Germanisten Gerald Güntner (Mitte). Links: Bundesvüarstäiha Volker Jobst. pe, Bernd Posselt, sprach in seiner Festrede über das Thema Vertreibung und Trennung, mit dem einst die Menschheitsgeschichte begonnen hatte. Auch im Zuge der Corona-Pandemie habe es wieder viel Trennendes zwischen der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland gegeben. „Da wurde auch viel National-Egoismus wiederbelebt“, kritisierte Posselt. „Der Egerlandtag 2021 zeigt eindrucksvoll, wie heimatverbunden die Egerländer Volksgruppensind“, sagte Staatssprecher ministerin CaroliBernd Posselt na Trautner in ihrer Festrede und fügte hinzu: „Wer wie Sie die Gemeinschaft so hingebungsvoll erlebt, kann mit Freude in die Zukunft blicken. Ihre Identität ist stark. Ihre Kultur gibt Ihnen Kraft. Sie geben uns so viel, und Sie sind die besten Vorbilder, die wir haben

können.“ Bayern, so die Ministerin, haben von Anfang an die Herausforderung angenommen, stets an die jahrhundertelange Geschichte der Sudetendeutschen sowie an deren Vertreibung und Deportation zu erinnern. „Deshalb stärken wir regionale Museen der Sudetendeutschen“, so Trautner. Sie seien begehbare Schätze, weil sie einen sehr wichtigen Teil der deutschen Geschichte im gesellschaftlichen Bewußtsein halten. Am Ende ihrer Festrede in der Stadthalle von Marktredwitz wandte sich die Staatsministerin direkt an die Egerländer: „Wir dürfen nie vergessen, was Ihnen widerfahren ist. Willkür, Entrechtung, Enteignung, Vertreibung, Mord. Die Verbrechen, die an Ihnen begangen wurden, gehören zu Ihrer Identität. Das zu wissen, ja, sogar selbst erlebt zu haben, und sich trotz allem für ein friedliches Miteinander in Bayern, Deutschland und Europa einzusetzen: Das ist das wahre Verdienst aller Heimatvertriebenen, insbesondere der vielen Egerländerinnen und Egerländer. Meinen höchsten Respekt vor Ihrer Lebensleistung!“

Festakt in der Stadthalle

Unter den Gästen Volker Dittmar (Leiter Egerlandmuseum), Toni Dutz (Bürgermeister Wiesau als Vertreter des Landrats von Tirschenreuth), Dr. Wolfgang Freytag (Ministerialrat im Sozialministerium), Dr. Robert Grötschel (Egerlandmuseum), Gerald Güntner (Preisträger des Egerländer Kulturpreises „Johannes von Tepl“), Steffen Hörtler (Stellvertretender Bundesvorsitzender der SL, Landesvorsitzender SL-Bayern), Johannes Kijas (Bundesgeschäftsführer der Paneuropa-Union), Miroslav Makovička (Geschäftsführer und Gründer des Guts Bernard), Dr. Birgit Seelbinder ( Alt-OB Marktredwitz), Pfarrer Josef Triebenbacher (Marktredwitz), Lothar Friedmann (Leiter Hauptamt a.D. Marktredwitz), Klaus Haussel (Stadtrat Marktredwitz und Mitglied EKH-Kuratorium), Matthias Standfest (Stadtrat Marktredwitz, Mitglied EKH-Kuratorium), Stefan Walberer (Leiter Hauptamt Marktredwitz).

er österreichische Schriftsteller Heimito von Doderer war eine Gallionsfigur der österreichischen Literatur im 20. Jahrhundert. Noch vor seinen berühmten Werken „Die Strudelhofstiege“, „Die Dämonen“ und „Die Merowinger oder Die totale Familie“ veröffentlichte er 1938 den Kriminalroman „Ein Mord, den jeder begeht“. Hauptfigur ist der aus gutem Hause stammende Conrad Castiletz. Diesen befällt eine Faszination für die verstorbene Schwester seiner Ehefrau, deren Tod nicht natürlich war. In detektivischer Arbeit will er den Mord aufklären und kommt am Ende zum Ergebnis, daß er selber unbewußt den Tod seiner Schwägerin verursacht hatte. Das Buch ist nur oberflächlich betrachtet ein Kriminalroman. Es läßt sich ebenso als spannender Entwicklungsroman lesen, in dem es um die Identitätssuche des Protagonisten geht. Wie so oft in literarischen Werken gibt der erste Satz die Denk- und Interpretationsrichtung vor: „Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer. Später erst zeigt sich, was darin war. Aber ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider oder auch Kostüme wechseln, wie er will.“ Ich bin an diesem Satz hängengeblieben. Er läßt mich in meine Kindheit zurückgehen und nach den Prägungen suchen, die mir von dort mitgegeben wurden. Was rinnt an mir von Jugend an herunter, ohne daß ich darauf Einfluß habe? Kleider und Kostüme wechsele man, wie man wolle, sagt Doderer. Mit ihnen ändern sich wohl auch manche Einstellungen. Vielfach sind solche Änderungen dadurch bedingt, daß das Leben stets neue Begegnungen, neue Erfahrungen und neue Herausforderungen birgt. Aber zugleich ist wahr: Gänzlich hinauswachsen kann man nicht über das, was in den ersten Lebensjahren grundgelegt wurde. Die Qualität der Elternbeziehung und der Erziehung, die sozialen Umstände des Aufwachsens, einzelne Kindheitserlebnisse prägen ein Leben lang. Im Moment, da ich dies niederschreibe, erinnere ich mich intensiv an das schwierige Schicksal der Vertreibung, mit dem viele Leser dieser Zeitung in ihrer Kindheit konfrontiert waren. Heimito von Doderer verwendete in seinem Einleitungssatz des Romans „Ein Mord, den jeder begeht“ das Bild vom Eimer, der einem jeden von Kindheit an übergestülpt sei und von dem es ein Leben lang herunterinne. Es ist ein wenig ermutigendes und aufbauendes Bild. Bei allem, was wir an schwierigen Prägungen von unseren frühen Jahren mitbekamen, sollten wir uns auch immer fragen: Wofür dürfen wir im Blick zurück auf unsere Kindheitsjahre dankbar sein? Was haben wir damals empfangen, das uns bis heute positiv beeinflußt und uns zu liebenswerten Menschen macht? Und überhaupt: Christlich gedacht fließt an uns seit allem Anfang der Strom der Liebe und Gnade Gottes herunter. Die Taufe, welche die allermeisten von uns im frühesten Kindesalter empfingen, ist ein lebensprägendes Zeichen dafür. Dieser Strom kommt nicht aus einem Eimer, sondern aus der Fülle des Himmels. Pater Dr. Martin Leitgöb CSsR Seelsorge der Pfarrei Ellwangen-Schönenberg


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FORUM

Sudetendeutsche Zeitung Folge 27 | 9. 7. 2021

� Biographie über Pfarrer Vinzenz Brauner aus Zuckmantel im Altvatergebirge

LESERBRIEFE

Märtyrer in der NS-Zeit Herausgegeben vom Klub přátel Zlatých Hor, das heißt Klub der Freunde Zuckmantels, erschien eine Biographie über den Zuckmanteler Pfarrer und Bürgermeister Vinzenz Brauner. Der Autor Jan Larisch, Caritasdirektor und Kirchenhistoriker in Mährisch Ostrau, recherchierte sorgfältig auch in der deutschsprachigen Literatur und stellt einen arbeitsamen Geistlichen und Politiker vor. Otfrid Pustejovsky übersetzte das Buch und ergänzte weitere Fußnoten, die viele vor allem kirchliche Aspekte erläutern.

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arisch zeichnet das Bild eines erfolgreichen Mannes aus einfachen Verhältnissen, der am 8. November 1877 im kleinen Ort Salisfeld bei Zuckmantel in Nordmähren zur Welt kam. Seine Ausbildung machte er in Weidenau, einer Niederlassung des Bistums Breslau in seinem österreichisch-schlesischen Teil. Dann studierte er in Olmütz. In Breslau arbeitete er auf Betreiben des Bischofs an einer Promotion. Er konnte diese aber nicht abschließen. Wegen Priestermangels

diente er nämlich in Jauernig zuerst als Kaplan, dann als Pfarrer. Da er weder den Deutschnationalen noch den Sozialisten zugeneigt war, wurde seine Ablösung durchgesetzt. Ganz anders war es an seiner neuen Stelle in Zuckmantel. Ausführlich wird beschrieben, wie er sich in allen Bereichen für die Bevölkerung einsetzte, wie er Gebäude sanierte, unermüdlich für die sozialen Belange und das kirchliche und öffentliche Wohl arbeitete. Kein Wunder, daß er zum Stadtrat und schließlich zum Bürgermeister gewählt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen in das rein deutsche Zuckmantel tschechische Beamte mit ihren Familien. Den Kindern erteilte er Religionsunterricht, und auch sein kluger Umgang mit den neuen Mitbürgern trug zum Ausgleich bei. Während seiner Zeit in der Politik ermöglichte er Josef Pfitzner, einem jungen Mann aus dem nahen Petersdorf, ein Studium in Breslau. Pfitzner schrieb

Hiermit abonniert man diese Zeitung Ich/wir bestelle/n zum Bezug per Postzustellung die m   Sudetendeutsche Zeitung mit Reichenberger Zeitung · Heimatbote · Heimatruf Die Zeitung der Sudetendeutschen Landsmannschaft wöchentlich (125,00 EUR im Jahr) m   Reichenberger Zeitung Nordböhmische Umschau 24 Ausgaben (62,50 EUR im Jahr) m   Neudeker Heimatbrief für die Heimatfreunde aus Stadt und Landkreis Neudek 12 Ausgaben (31,25 EUR im Jahr)

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Fragwürdiges Gutachten

als Ergebnis seiner Forschungen die Chronik von Zuckmantel, die 1924 erschien. Er machte Karriere an der deutschen Universität Prag, wo er bald als bedeutender deutsch-tschechischer Historiker galt. Nach 1935 unterlag er aber der deutschnationa-

seinen 60.  Geburtstag friedlich feiern. Doch mit der Unterzeichnung des Münchener Abkommens trat er am 30. September 1938 als Bürgermeister zurück. Vereine, Organisationen und Stiftungen wurden abgeschafft. Deren Vermögen wurde eingezogen. Die Caritas wurJan Larisch: „Vinzenz de beseitigt, den KlosterBrauner. Pfarrer und schwestern der Unterricht Bürgermeister der Stadt untersagt. Pfarrer Brauner Zuckmantel in deutsch- wurde ständig überwacht. tschechischer Um- Am 4. Mai 1941 wurde er bruchszeit“. Von Otfrid verhaftet. Die Bevölkerung Pustejovsky ins Deut- versuchte zu protestieren. sche übertragen. Klub Doch in der Nacht wurpřátel Zlatých Hor, Zuck- de der Geistliche heimlich mantel 2021; 110 Seiten, nach Troppau ins Gefängnis rund 15 Euro. (ISBN 978- überführt, wo er schwer lei80-270-9459-2) den mußte. Am 7. Juni 1941 wurde er entlassen mit der len Denkweise, wurde nach dem Auflage, den Sudetengau und Einmarsch der deutschen Trup- Schlesien binnen 48 Stunden zu pen in Prag Oberbürgermeister verlassen. Über Umwegen kam und auf Grund tatsächlicher Un- er nach Sommerfeld in die Nietaten 1945 hingerichtet. derlausitz, wo er in der DiaspoZuckmantel lag direkt an der ra Seelsorge betrieb. Am 31. DeGrenze zum Reich und litt unter zember 1942 erlag er den Folgen hoher Arbeitslosigkeit. Die Un- der Mißhandlungen im Gefängzufriedenheit der deutschen Be- nis. Sein Leichnam wurde nach völkerung wuchs und bot dem Zuckmantel überführt. nationalsozialistischen GedanBesonders in der Vertreibung kengut einen nahrhaften Boden. war die Gestalt Vinzenz Brau1937 fand eine Veranstaltung des ners ein Eckpunkt des Heimatlokalen Deutschen Kulturver- gedenkens. Schließlich hatte er bandes statt, zu der Brauner als die Wallfahrtsstätte Maria Hilf Pfarrer und Bürgermeister maß- am Berg ausgestalten lassen und geblich beitrug. Allerdings kam maßgeblich zur Weiterentwickes zu einem massiven Auftreten lung dieses Altvater-Kleinodes der Sudetendeutsche Partei von beigetragen. Konrad Henlein und FreudenAber auch in der Heimat gestürmen der Bevölkerung. riet sein Wirken nicht in VergesPfarrer Brauner konnte trotz- senheit. Heute betrachtet ihn das dem noch mit all‘ seinen Gläubi- Bistum als einen Märtyrer der gen, Deutschen und Tschechen, NS-Zeit. Margaretha Michel Den Zweiten Weltkrieg übersteht die Wallfahrtsstätte Mariahilf bei Zuckmantel unversehrt. Die Kommunisten verbieten Gottesdienste. Die Kirche verfällt. 1973 wird sie gesprengt. 1991 genehmigt das Erzbistum Olmütz die Wiederherstellung des Wallfahrtsortes. 1992 beginnt der Neubau. 1995 feiern der Olmützer Erzbischof Jan Graubner, der Apostolische Nuntius Giovanni Coppa, der Oppelner Bischof Alfons Nossol, der aus Ober Lindewiese vertriebene Pfarrer Adolf Schrenk, 30 weitere Priester und 12 000 deutsche, tschechische, polnische und slowakische Gläubige Einweihung.

Werke, den Flick-Konzern und die SS unter Heinrich Himmler, die Kupferwerke Pömmerle wurden an die Emil Hammerschmid eit einigen Jahren überprü- KG verkauft. Osterloh schreibt, fen meist links-grüne Grup- die sudetendeutschen Behörden pen historisch überkommene hätten weder eigene Kandidaten Straßennamen und stellen sie in ins Gespräch bringen noch vom Frage. So sollen in Düsseldorf Reich protegierte Bewerber ver13 Namen verschwinden, darun- hindern können. ter Namen von Kolonialisten und Dieses grundlegende Werk von Persönlichkeiten mit „Bela- von Osterloh wurde bei dem stungen“ aus der NS-Zeit. Düsseldorfer „Kurz-Gutachten“ Diese vermutet ein namenlo- nicht berücksichtigt, ein unverser Kurz-Gutachter auf zwei Sei- zeihlicher Fehler. Für Packheiser ten auch bei dem langjährigen war Seebohms DemokratieverBundesverkehrsminister Hans- ständnis offenkundig fragwürChristoph Seebohm (1903– dig, und er wirft ihm tendenziell 1967), gebürtiger Oberschlesier antidemokratische Äußerungen und bekennender Sudetendeut- vor oder grenzwertige Positioscher. Sein Urteil: „Nähe zum nen. Die deutliche Benennung Rechtsextremismus/Profiteur im des Unrechts der Vertreibung der Dritten Reich.“ Er Sudetendeutschen stützt sich auf Verdurch Seebohm ist öffentlichungen von für Packheiser Revi2010 und 2018, unter sionismus und fortanderem eine Vorwährende Agitation studie von Christian für die SL. Packheiser, der die Aus all dem geht Verkehrsministerihervor, daß es Packen der Bundesrepuheiser nicht um eiblik Deutschland und ne objektive Darstelder „DDR“ auf Kontilung des Unternehnuitäten und Transmers und Politikers formationen zur Zeit Hans-Christoph See- geht, sondern um eides Nationalsozialis- bohm auf einem Wahl- ne Disqualifizierung mus untersucht. See- plakat von 1961. und Verurteilung aus bohm nennt er eipolitischen Gründen. nen „revisionistischen Hardliner Ihm paßt nicht, daß Seebohm rechter Couleur“. die Rechte der vertriebenen SuObwohl es nur eine Vorstudie detendeutschen einforderte. Er sein soll, und er zu geringe Ar- geht mit politischer Voreingechivmaterialien über den Unter- nommenheit an sein Thema hernehmer Seebohm aus der Zeit an, schreibt teilweise bei dem Hivor 1945 beklagt, kommt er doch storiker Gilad Margalit aus Tel zu zahlreichen negativen Urtei- Aviv ab, dem an Seebohm nicht len. So behauptet er, es bestehe gefiel, daß dieser das Vertriebeder Verdacht einer ominösen Nä- nen-Problem in der Nachkriegshe zum NS-Regime, dessen tat- zeit universalisieren wollte. sächliche Nähe zum NS-Regime In der Tat war das Recht auf die sei ungeklärt. Heimat für Seebohm ein GrundNach dem Anschluß des Sude- recht jedes Menschen, das er getenlandes im Oktober 1938 sei ei- sichert und bei einer Verletzung ne Bereicherung zu Lasten jüdi- wiederhergestellt wissen wollte. scher Anteilseigner bei Seebohm Packheiser kann seine zum Teil anzunehmen. Dessen Familie be- massiven Verdächtigungen nicht saß seit 1864 eine Minderheits- belegen, setzt sie aber rufschädibeteiligung an Bergwerksbetrie- gend in die Welt. ben im Egerland. Das von zwei Düsseldorfer BeIn Jörg Osterlohs „Judenver- hördenvertretern abgesegnete folgung im Reichsgau Sudeten- Kurz-Gutachten ist fragwürdig, land 1938–1945“ (München politisch einseitig und metho2006) taucht der Name Seebohm disch unkorrekt. Man kann nur nicht auf, wohl aber die Egerlän- hoffen, daß der Rat der Stadt dieder Bergbau-AG. Die „Arisierun- sen falschen Ratschlag zurückgen“ der tschechisch-jüdischen weist und keine Umbenennung Petschek-Konzerne wurden von befürwortet. Alles andere wäre der Berliner Reichsregierung und ein grotesker Anschlag auf alle mit Hilfe der Deutschen Bank so- vertriebenen Sudetendeutschen wie der Dresdner Bank durchge- und vertriebenen Deutschen. Rüdiger Goldmann führt. Die größten Unternehmen 40595 Düsseldorf gingen an die Hermann-Göring-

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Geburtsjahr, Heimatkreis ________________________________

PERSONALIEN Datum, Unterschrift ____________________________________ Ich/Wir ermächtige/n die Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH (SVG), Hochstraße 8, 81669 München, Gläubiger-Identifikationsnummer DE04SVG00000003583, Zahlungen von meinem/ unserem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein/weisen wir unser Kreditinstitut an, die von der SVG auf mein/unser Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Ich kann/Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstat­tung des belasteten Betrages verlangen. Dabei gelten die mit meinem/unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Wenn sich meine Kontodaten ändern, teile ich dies der SVG unverzüglich mit. Kontobezeichnung (Kontoinhaber) _______________________ _____________________________________________________ Kontonr. oder IBAN ____________________________________ Bankleitzahl oder BIC ___________________________________

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„Jeder Tag ist ein Geschenk“ lautet einer der Titel auf dem 2002 erschienenen Jubiläumsalbum „Ein ganzes Leben lang“. Der Sänger des Liedes, Teddy Parker, starb am 17. Juni, zwei Monate nach seinem 83.  Geburtstag, in München.

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ein Name Teddy Parker, den er seit etwa 1960 trug, steht in der Todesanzeige in der „Süddeutschen Zeitung“ in Anführungszeichen. Es war auch sein offizieller, im Paß eingetragener Name, unter dem er seit Ende der Fünfziger bekannt war. Doch geboren wurde er am 17. April 1938 in Südmährens Hauptstadt Brünn als Claus Herwig. Vom Brünner Todesmarsch 1945 waren er und seine Familie nicht betroffen, da der Großvater die Familie aus Brünn weggebracht hatte. Die Lager Prag und Pilsen waren zunächst die Stationen der Vertreibung. USAmerikaner brachten sie schließlich nach Bamberg, wo die Familie in einem Lager und dann in einer kleinen Wohnung lebte. 1955 zog sie nach München. Da Claus Herwig schon während der Gymnasialzeit in einem Kirchenchor gesungen hatte, nahm er 1956 – ohne es zu wissen, angemeldet von den Schul-

� Schlagersänger und BR-Moderator aus Brünn

Teddy Parker † freunden – an einem Sängerwettstreit teil und belegte den ersten Platz. Ein Jahr vor dem Abitur nahm er die erste Schallplatte auf, Auftritte in USA-Clubs erhöhten seinen Bekanntheitsgrad. Mit seinem richtigen Namen, aber auch unter sieben bis acht weiteren Namen sang er bis Mitte der siebziger Jahre für das Plattenlabel „Tempo“ Coverversionen bekannter Hits und Schlager ein. Ab Ende der Fünfziger und Beginn der Sechziger wirkte er zudem in rund 20 Musikfilmen mit. Der Durchbruch war 1963 der Schlager „Nachtexpreß nach Saint Tropez“. In der ZDF-Hitparade sang er 1971 seinen Hit „Wie eine Ladung Dynamit“. Sein zweites Standbein war die Tätigkeit beim Bayerischen Rundfunk. Zuerst ab Ende der 1960er Jahre als Musikredakteur, wo er unter anderem den legendären „Club 16,“ das „Schla-

gerkarussell“ oder „Die deutsche Schlagerparade“ moderierte. Dann ab 1983 als Programmchef der Bayerischen Rundfunkwerbung, wo er die Sendung „Wünsch dir was – Teddy Parker präsentiert Ihre Wunschmelodien“ erfand und namhafte TVModeratoren wie Dieter-Thomas Heck oder Karl Moik in sein Team holte. Mit 60 Jahren, also 1998, beendete Teddy Parker seine Rundfunk- und Sängertätigkeit, erfüllte nur noch die laufenden Verträge. Der letzte Auftritt in seinen 40 Jahren als Sänger war beim Silvesterball zur Jahrtausendwende in der Nürnberger Meistersingerhalle. In den vier Jahrzehnten war er in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien und Frankreich unterwegs. Einem Hobby blieb er aber auch nach dem 60. Geburtstag treu – der Jagd. Ende der 1970er Jahre suchte er eine Jagd und

fand im niederbayerischen Rohr die Möglichkeit, mit einem älteren Rohrer eine Jagd zu pachten. Seither war er fast jede Woche hier und lernte auch die ansässigen Benediktiner-Patres, deren Geschichte und das Schicksal des Konvents kennen. Im Ruhestand widmete er sich zudem mit seiner Frau Ingrid der Kunst, der Musik und Ausfahrten mit seinem Cabrio. Darüber hatte er 1963 im Schlager „Hätt‘ ich ein weißes Sportcoupé“ gesungen. Nun ist die Lebensfahrt von Teddy Parker zu Ende gegangen. Eindeutig äußerte er sich im Interview mit dieser Zeitung (Ý SdZ 37/2018) über die BenešDekrete: „Die Beneš-Dekrete sind gegen jedes Völkerrecht. (…) Die Beneš-Dekrete müssen vom Tisch, das wäre eine deutliche Geste. Ich habe den Mord­ aufruf, der im Radio von Beneš gesendet wurde, bis heute im Ohr: ,Tod allen Deutschen!‘ Jede halbe Stunde kam dieser Ausspruch. Und das war ein Mordaufruf, als der Krieg bereits vorbei war.“ Es bleibt nur, den Titel eines weiteren Liedes auf dem Jubiläumsalbum von Teddy Parker zu zitieren: „Vielen Dank für die schönen Jahre“. Markus Bauer


Installation von Krištof Kintera „Paradise now“ mit zu Hirschgeweihen verwandelten Absperrgittern vor der Säuleninstallation „Venceremos/Sale“ (2006) von Magdalena Jetelová. Ende Juni trafen sich Kristina Larischová, Generalkonsulin der Tschechischen Republik in München, und Axel Bartelt, Regierungspräsident der Oberpfalz, im Kunstforum Ostdeutsche Galerie (KOG). Gemeinsam besuchten sie die Ausstellung „Grenzen in der Kunst. Tschechische Kunst in drei Generationen“ (Þ siehe Bericht unten). Das Thema der Ausstellung nahmen die beiden Politiker zum Anlaß für Überlegungen über das Neben- und Miteinander zwischen Bayern und der Tschechischen Republik. Als Museum, das sich auf Kunst aus dem östlichen Europa spezialisiert, versteht sich das KOG im Bereich der Kunst und Kultur als Mittler zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn.

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egen der Corona-Pandemie war eine öffentliche Vernissage zur aktuellen Ausstellung „Grenzen in der Kunst. Tschechische Kunst in drei Generationen“ im KOG nicht möglich gewesen, geschweige denn die Präsenz von Ehrengästen. Daher verschafften sich Ende Juni Kristina Larischová, die Generalkonsulin der Tschechischen Republik in München, und Axel Bartelt, der Regierungspräsident der Oberpfalz, bei einer kurzen Führung einen Eindruck von der Ausstellung. Im Anschluß äußerten sich Larischová und Bartelt. Etwa zur Halbzeit der Ausstellung – und angesichts positiverer Corona-Bedingungen – war

Magdalena Jetelová: „The Essential Is No Longer Visible“ aus der Serie „Atlantic Wall“ (1994–1995) und „Why“ aus der Serie „The Pacific Ring of Fire“ (2017/18). Bilder: Kristof Kintera, Magdalena Jetelová, Uwe Moosburger, KOG.

� Tschechische Generalkonsulin im Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Mosaikstein des Miteinanders es für KOG-Direktokonsulin. Das rin Agnes Tieze ein Thema „Grenze“ erfreulicher Termin, werde aus ganz Larischová und Barunterschiedlitelt sowie weiteren chen Perspektiven Ehrengästen wie Jiří und mit verschieRosenkranz, Direktor denen künstlerides Tschechischen schen Mitteln verZentrums Münmittelt. Das zeige chen, und Wolfgang sich am Werk „PaSchwarz, Kulturreradise now“ von ferent im AdalbertKrištof Kintera aus Stifter-Verein, die im Außenbereich Ausstellung zu zeivor dem KOG aufgen. Verhindert war gestellten AbMarek Nekula, Leisperrgittern, die ter des Bohemicums zu HirschgeweiPassau/Regensburg, hen verformt worder die Ausstellung den seien. stark unterstützt hatEbenso erinnerte. Ganz besonders te Larischová an dankte Tieze Bartelt den ursprünglich für die positive Prü- Generalkonsulin Kristina Larischová überreicht Regierungspräsident Axel Bartelt überreicht ein Ge- geplanten StartBild: Markus Bauer termin der Ausfung im Vorfeld, wo- schenk. durch eine Fördestellung im Herbst rung durch den Kulturfonds Bay- werken von Magdalena Jetelová, ser Zeiten sei sie mit dem Regie- 2020 und die durch die Verschieern möglich geworden sei. also der ökologischen Katastro- rungspräsidenten der Oberpfalz bung teilweise neu nötig geworAls eine „einzigartige Ausstel- phe dieser Tage, die in einem kontinuierlich in Kontakt gewe- denen Verhandlungen über Leihlung“ und auch als „gutes Zeug- sehr viel weiteren Sinn grenz- sen, um die Lage zu erleichtern, gaben mit Museen, Galerien und nis der deutsch-tschechischen überschreitend sei. „Das The- so Larischová. Privatbesitzern – zum Teil auch Zusammenarbeit“ bezeichnete ma der Grenzen ist leider zuletzt „Die Viten der drei Künstler in Böhmen. So habe manches Kristina Larischová die Präsenta- sehr aktuell geworden“, nahm dokumentieren auch die Verän- umstrukturiert und geändert tion. Fasziniert zeigte sie sich un- Larischová Bezug auf die Grenz- derungen und die historischen werden müssen. Mit dem Dank ter anderem von der Darstellung schließungen während der Co- Perioden der Tschechischen Re- für dieses zusätzliche Engageder Gletscherschmelze in Kunst- rona-Lockdowns. Während die- publik“, erklärte die General- ment und für die Gewährung ei-

Die KOG-Ausstellung „Grenzen in der Kunst“ zeigt seit Ende Mai tschechische Künstlerpositionen aus drei Generationen. „Grenzen ziehen und Entgrenzen, Verschließen und Öffnen als vielschichtige gesellschaftliche Erscheinung sind die Themen dieser Ausstellung“, sagt Direktorin Agnes Tieze über das Ziel der großen Präsentation.

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KULTUR

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er Bogen der ausgestellten Werke spannt sich über politische Veränderungen und Ländergrenzen hinweg von den zwanziger Jahren bis 2019. Konzipiert wurde die Ausstellung vor dem Hintergrund des interdisziplinären Forschungsprojekts „Grenzen in nationalen und transnationalen Erinnerungskultu-

ren zwischen Tschechi- � Aktuelle Ausstellung in Regensburg en und Bayern“. Die drei Künstler stammen aus drei Generationen. Die älteste ist die Pragerin Toyen alias Marie Čermínová (1902–1980). Toyen hatte gemeinsam mit ihrem Part- widmet sie sich seither zunehmend uniner, dem 1899 in Böhmisch Rothwas- versellen Themen, wobei das Phänomen ser/Kreis Landskron geborenen Maler der Grenze eine zentrale Konstante ihJindřich Štyrský, den Artifizialismus ent- res Schaffens bleibt. wickelt, eine poetisch-abstrakte StilrichKünstler Nummer drei ist der Prager tung als Gegenpol zum Surrealismus. Krištof Kintera (*1973), der sich in Form Die zweite Künstlerin in der Aus- von Skulpturen, Assemblagen und Instellung ist Magdalena Jetelová, gebo- stallationen dezidiert und oft humorren 1946 im nordböhmischen Semil, die voll mit aktuellen Themen der Gegen1985 nach Deutschland emigrierte. Hier wart auseinandersetzt. Indem er Alltags-

gegenstände isoliert und sie in einem neuen Kontext wieder zusammenführt, äußert er sich zur Lage. Die Ausstellung wurde möglich dank der Zusammenarbeit mit verschiedenen tschechischen Leihgebern, so der Westböhmischen Galerie in Pilsen, der Galerie Zdeněk Sklenář in Prag, der Private Collection SbírKa Prague, der Collett Prague/Munich sowie privater Leihgeber und den Archiven der Künstler. sh

Drei Generationen

nes außergewöhnlichen Blicks jenseits der Grenze(n) schloß Larischová. Dieses Miteinander sei „keine gespielte Herzlichkeit, sondern gelebte Freundschaft“, stellte Regierungspräsident Bartelt in seinem Statement fest. Und dazu könne auch diese Ausstellung beitragen – als „Mosaikstein des guten Miteinanders zwischen Deutschland und dem Nachbarland mit der längsten gemeinsamen Grenze, der Tschechischen Republik“, so Bartelt.

„Gutes Zeugnis der Zusammenarbeit“ Konkret zeige die Präsentation verschiedene künstlerische Ansätze und Elemente. Alle Sinne würden dabei angesprochen, meinte der Regierungspräsident. Das KOG würdigte er als „das wichtigste Kunstmuseum mit einer herausragenden Sammlung und einem einzigartigen Fokus“ in Ostbayern und weit darüber hinaus. Bezugnehmend auf das Thema der Ausstellung stellte Bartelt, dessen Mutter aus Aussig stammt, fest, daß Kunst selbst keine Grenzen kenne, ja grenzenlos sei. Insgesamt zeigte er sich auch sehr angetan von der im Jahr 2018 neu konzipierten Schausammlung mit einer „beeindruckenden künstlerischen Vielfalt“ und natürlich von der 2006 entstandenen Säulen-Installation „Venceremos/Sale“ von Magdalena Jetelová vor dem Gebäude. Markus Bauer

Bis Sonntag, 15. August: „Grenzen in der Kunst. Tschechische Kunst in drei Generationen“ in Regensburg, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Dr.-JohannMaier-Straße  5. Dienstag bis Sonntag 10.00–17.00 Uhr. Eintritt 6, ermäßigt 4 Euro. Im Museum FFP2 Maske; keine Anmeldung oder Corona-Test nötig. Katalog (Hatje Canz, Berlin 2020) 128 Seiten, 21 Euro.

Toyen: „Oblázky večera/Kieselsteine des Abends“ (1937); Magdalena Jetelová: „The Essential Is No Longer Visible“ (2021); Krištof Kintera: „The End of Words III“ (2014–2015) und „Past Thinking About Future When Watching You“. (2016). Bilder: Kristof Kintera, COLLETT Prague | Munich, Magdalena Jetelová, Uwe Moosburger, KOG, VG Bild-Kunst, Bonn.


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KULTUR

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Jiří David: „Ich du er ich“ (2019), „Nennen Sie nicht den Verlust, der ist uns eingraviert durch die Vagina“ (2019), „Blaue Schatten an blauen Tagen“ (2019) und zwei Vasen (auf Holzblöcken). Mitte: „Weißer Schatten“ (2017), „Schwarze Sonne“ (2017), „Zu nah“ (2017). Rechts vier Installationen aus der Serie „Paradies 2–4 km“.

� Ausstellung im Tschechischen Zentrum München

Die Schönheit und ihr Horizont trag zum Glück“ in der Galerie der Künstler aus und zuletzt 2015 bei der Biennale der Künstler im Münchener Haus der Kunst. Und nun sind wieder etliche neue Werke in München zu sehen. Mit der Werkschau „Am verkleinerten Horizont der Schönheit sehe ich unzählige ihrer Wracks“ präsentiert das TZM Davids vielfältiges künstlerisches Schaffen. Der Kurator der Ausstellung hat aus dem sehr umfangreichen Werk von Jiří David einige Beispiele ausgewählt und versucht, die Bandbreite von Jiří Davids Schaffen anzudeuten. Neben Bildern sind auch einige von den „Gefährlichen Vasen“ zu sehen, wie Jiří David sie nennt. Diese zarten, durchscheinenden Behälter sind nicht als rein kunstgewerblichen Objekte zu betrachten, aber man spürt die hohe Qualität der traditionellen böhmischen Glaskunst. „Mit ,Am verkleinerten Horizont der Schönheit sehe ich unzählige ihrer Wracks‘ versuchen wir, in einem räumlich begrenzten Rahmen eine dichte Ausstellung zu präsentieren und die Bandbreite von Davids Schaffen anzudeuten“, erläutert Zelechovsky. Parallel zur Ausstellung im TZM beteiligt sich Jiří David an „Impulse 2021“, einem Kunstprojekt im öffentlichen Raum im Rahmen der diesjährigen Stadtteilwoche AllachMenzing-Pasing. Seine Statue „Es kommen Tage, an denen Schatten mehr wiegen als Körper“ ist neben Arbeiten anderer Künstler noch bis Sonntag, 1. August hoch oben am Rande des Daches des Bürgerzentrums in der Pasinger Rathausgasse zu sehen. Susanne Habel

Im Tschechischen Zentrum München (TZM) eröffnete die Ausstellung „Am verkleinerten Horizont der Schönheit sehe ich unzählige ihrer Wracks“. Der Künstler Jiří David, der Ausstellungskurator Pavel Zelechovsky und TZM-Direktor Jiří Rosenkranz waren vor Ort, obwohl wegen der Coronaverbote keine Vernissage stattfinden durfte.

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iří David bezeichnet sich selbst als visuellen Künstler“, erläutert Jiří Rosenkranz. Das sei jedoch nicht alles, so der Direktor, denn Jiří David schreibe auch, meist Gedichte. „Und reine Poesie sind auch viele Titel seiner Kunstwerke.“ Er wurde 1956 in Rumburg geboren. Während seiner Studienzeit an der Akademie der Bildenden Künste Prag war er Mit­ initiator der verbotenen, heimlichen Gruppenausstellungsserie „Konfrontationen“. 1987 gründete er gemeinsam mit gleichaltrigen Künstlerkollegen die Gruppe „Tvrdohlaví“. Sein umfangreiches vielschichtiges Werk umfaßt Malerei, Zeichnungen, Objekte, Skulpturen, Bilder: Susanne Habel, Jiří David (1) Fotografien, Videos, Installatio- TZM-Direktor Jiří Rosenkranz, Kurator Pavel Zelechovsky und der Künstler, Jiří David. nen und Kunst im öffentlichen Raum. Spätestens 2002 gelang er mit einem kontrovers diskutierten 16 Meter breiten „Neon-Herz“ an der Außenfassade der Prager Burg ins öffentliche Bewußtsein. Nach 2002 unterrichtete David an der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag (UMPRUM) in Prag. Er lebt und arbeitet in Prag-Königsaal. Seit Ende der achtziger Jahre hatte Jiří David weltweit Einzelausstellungen, so 1988 in London, 1991 in Graz 1998 in Basel, 2006 in Moskau, 2009 und 2014 in Warschau. 2015 stellte er in Moskau sowie Preßburg und auf der Biennale in Venedig aus, wo seine Kunstinstallation „Apotheose“ Aufsehen erregte, sowie 2018 in der chinesischen Hauptstadt Peking. In München stellte er schon 1991 bei der von Pavel Zelechovsky Jiří Davids Ölbild „Zdena im Garten“ (2019) und die Serie „Our Garden“ (2014) mit einer seiner Vasen. Rechts Jiří Davids Statue in München-Pasing mit dem Tikuratierten Ausstellung „Bei- tel „Es kommen Tage, an denen Schatten schwerer wiegen als Körper“, Teil des Projektes „Impulse 2021“.

Jiří David: „Sonne“ (2017) …

… „Beklemmung“ (2017) …

…  „Weißes Kanu“ (2021).

Bis Freitag, 23. Juli: „Am verkleinerten Horizont der Schönheit sehe ich unzählige ihrer Wracks“ in München (AltstadtLehel), Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstraße 7. Montag bis Mittwoch 13.00–17.00, Donnerstag 13.00–19.00, Freitag 12.00–15.00 Uhr. Internet https://munich.czechcentres. cz/de/


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VERBANDSNACHRICHTEN � OMV

Zwei Landsleute im Vorstand in der CDU/CSU gewählt. Zalders Mutter stammt aus Reichenberg zwischen Iser- und Jeschkengebirge und sein Vater aus Hohenelbe im Riesengebirge. Ein Spitzenergebnis bei ihrer Wahl erzielte die Schatzmeisterin der Vereinigung, die o wurde Egon Primas mit UdVF-Landesvorsitzende und 98  Prozent der Delegier- BdV-Vorsitzende von Badentenstimmen erneut zum Bun- Württemberg sowie Stellverdesvorsitzenden der in der tretende Obfrau der SL-KreisCDU/CSU organisierten Ver- gruppe Stuttgart, die ehemaeinigung der Vertriebenen, lige Bundestagsabgeordnete und Stuttgarter Stadträtin Iris Ripsam. Sie wurde mit 97,71 Prozent in ihrem Amt bestätigt. Ihre Mutter stammt aus dem Kreis TetschenBodenbach im Elbetal, ihr Vater aus Sternberg im Altvatergebiet. Christoph Zalder wurde anschließend noch mit 94,4 Prozent zum Mitgliederbeauftragten gewählt. Bei der Tagung schauten auch die Bei der Wahl des OMV-Bundesvorstandes beiden Vorsitzenwurden die Stuttgarter CDU-Stadträtin Iris den der UnionsRipsam als Bundesschatzmeisterin und Chri- parteien, die Mistoph Zalder als Stellvertretender Bundesvor- nisterpräsidensitzender der OMV bestätigt. Bild: OMV ten Armin Laschet MdL (CDU) und Flüchtlinge, Aussiedler und Markus Söder MdL (CSU), per Spätaussiedler gewählt. Pri- Video-Grußbotschaft vorbei. mas ist auch Landesvorsit- Dabei stellten sie sich klar an zender des Bundes der Ver- die Seite der OMV und ihrer triebenen in Thüringen sowie Anliegen. Die beiden Spitzen Mitglied des Präsidiums des der Union würdigten den verBundes der Vertriebenen. ständigungspolitischen EinAuch aus baden-württem- satz der Vertriebenen, Ausbergischer Sicht gab es bei siedler und deutschen Minden OMV-Bundesvorstands- derheiten. wahlen erfreuliche ErgebnisEckhard Pols MdB, Vorsitse, wurde doch der Stellvertre- zender der Gruppe der Vertende Landesvorsitzende der triebenen, Aussiedler und Union der Vertriebenen und deutschen Minderheiten der Flüchtlinge (UdVF) Baden- CDU/CSU-BundestagsfraktiWürttemberg und SL-Landes- on, faßte in seinem Grußwort vorstandsmitglied, Christoph die Ergebnisse seiner Arbeit Zalder aus Stuttgart, mit 94,3 zusammen und dankte PriProzent wieder zu einem der mas und der OMV für die enfünf Stellvertretenden Bun- ge Abstimmung in politischen desvorsitzenden der Ost- und Fragen, durch die viel erreicht Mitteldeutschen Vereinigung worden sei. Helmut Heisig Die Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung in der CDU/ CSU (OMV) fand sich Ende Juni online zu ihrer Bundesdelegiertentagung zusammen. Höhepunkt des digitalen Treffens war die Wahl des neuen Bundesvorstandes.

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Der Vorstand der SL-Landesgruppe Bayern vor dem HDO in Münschen: Felix Vogt, Bezirksobmann Schwaben, Margaretha Michel, Bezirksobfrau Oberfranken sowie Landeskulturreferentin und Stellvertretende Landesobfrau, Bernhard Moder, Beisitzer, Dr. Wolfgang Theissig, Beisitzer, Leonhard Schleich, Stellvertretender Landesobmann, Johann Slezak, Bezirksobmann Oberbayern, Dr. Dorith Müller, Beisitzerin, Eberhard Heiser, Bezirksobmann Mittelfranken, Dr. Sigrid Ullwer-Paul, Landesfrauenreferentin, Andreas Schmalcz von der Landesgeschäftsstelle, Alfred Kipplinger, Bezirksobmann Unterfranken und Stellvertretender Landesobmann, Dieter Heller, Stellvertretender Landesfinanzreferent, Landesobmann Steffen Hörtler und Hannelore Heller, Landesfinanzreferentin, mit Christina Meinusch, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen.

� SL-Landesgruppe Bayern

Ein intensiver Blick zurück und ein optimistischer Blick voraus Unter dem Motto „Gedenken an die Vergangenheit – Blick in die Zukunft“ stand die erste Präsenzsitzung des Vorstandes der SL-Landesgruppe Bayern Ende Juni in München.

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iesen Termin nutzte der SLLandesvorstand, um zweier Männer zu gedenken: Rudolf Ritter Lodgman von Auen (* 21. Dezember 1877 in Königgrätz, Österreich-Ungarn; † 11.  Dezember 1962 im oberbayerischen München) und General Lev Prchala (* 23. März 1892 in Schlesisch Ostrau, Österreich-Ungarn; †  11. Juni 1963 im steiermärkischen Feldbach). Lodgman und Prchala waren jeweils für ihre Volksgruppe nach den schrecklichen Jahren des Krieges und der Vertreibung unter schwierigen Umständen die ersten Schritte der Verständigung gegangen. Diese Schritte sind niedergelegt im Wiesbadener Abkommen vom 4. August 1950. Prchala war 1958 der erste Träger des Europäischen Karls-Preises der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Lodgman erhielt den Preis 1960 als dritter. Anläßlich 70 Jahre Wiesbadener Abkommen im vergangenen Jahr hatten der SL-Bundesverband, der Sudetendeutsche Rat und die Kulturstiftung der deut-

schen Vertriebenen mit Unter- 2. Juli 90. Geburtstag feierte und stützung der Hessischen Landes- damit ein authentischer Zeitzeuregierung eine Festschrift heraus ge ist, an diese beiden Männer, gegeben. Coronabedingt fand die das Wiesbadener Abkommen damals keine Feierstunde statt. maßgeblich ausgehandelt hatten. Rudolf Lodgman von Auen Zwei Tage später, am 6. August, und General Lev Prchala, fanden war Vogler Zeuge der Verkündinebeneinander auf dem Mün- gung der Charta der deutschen chener Waldfriedhof ihre letz- Heimatvertriebenen vor dem zerte Ruhe. Deshalb gedachten die störten Schloß in Stuttgart. bayerischen Landsleute im BeiNach diesem würdigen Gesein von Reinfried Vogler, dama- denken fand in der Gaststätte liger Präsident der Sudetendeut- Zum Alten Bezirksamt im Haus schen Bundesversammlung, der des Deutschen Ostens die Voreinst wegweistandssitzung senden Polistatt, an detiker. Und sie ren erstem Teil legten einen auch Reinfried Kranz nieder. Vogler als LandesobGast teilnahm. mann Steffen Christina Mei­ Hörtler sagnusch, die te, er sei stolz, neue Heimatdaß man diese pflegerin der erste Sitzung General Lev Prchala und Rudolf Rit- Sudetendeutnach vielen ter Lodgman von Auen. schen, war einMonaten nutzgeladen worte, um an ein historisches Ereig- den, um sich und ihre Pläne für nis der eigenen Volksgruppe zu ihre Arbeit vorzustellen. Zu dieerinnern. Ein Ereignis, welches ser Arbeit der Heimatpflege auch wegweisend und in jenen zählt bereits seit vielen Jahren Jahren kurz nach der Vertrei- die grenzüberschreitende Zubung und dem Niederrasseln des sammenarbeit mit den heimatEisernen Vorhangs mitten durch verbliebenen Landsleuten, aber Europa bei Weitem nicht selbst- auch mit immer mehr Tschechen, verständlich gewesen sei. die an einer Zusammenarbeit mit Mit bewegenden Worten er- ihren deutschen Landsleuten ininnerte Reinfried Vogler, der am teressiert sind. Die Grundlage

dafür ist sicherlich auch im Wiesbadener Abkommen zu finden. Besondere Freude fand die Tatsache, daß mit Alfred Kipplinger und Leonhard Schleich auch die beiden Stellvertreter von Landesobmann Steffen Hörtler gekommen waren, die seit vielen Monaten aufgrund schwerer Erkrankungen sich in stetiger Rekonvaleszenz befinden. Sie gehen auf diesem Weg langsam, aber stetig voran. HDO-Wirtin Annerose Kloos, die sich nach vielen Monaten der Zwangspause auch wieder über Leben in ihrer Gaststätte freute, trug mit dem kulinarischen Teil dazu bei, daß alle am Abend zufrieden nach Hause fuhren. Die Landsleute des Vorstandes hatten sich nach langer Zeit endlich wieder persönlich treffen können, und mit der Kranzniederlegung wurde eines wichtigen historischen Ereignisses gedacht. Die Vorstellung der Heimatpflegerin und die konkrete Planung verschiedener heimatpolitischer Aktionen der Landesgruppe bei dieser Sitzung unterstrichen, daß die Volksgruppe auch in dieser Krisensituation ihren gemeinschaftlichen Zusammenhalt bewahrt hat und optimistisch und mit vollem Gestaltungswillen in die Zukunft blickt. Andreas Schmalcz

� SL-Ortsgruppe Königsbrunn/Wehringen/Lechfeld

Wahlen und Museumsbesuch Mitte Juni fand die Delegiertenversammlung der bayerisch-schwäbischen Ortsgruppe Königsbrunn/Wehringen/ Klosterlechfeld unter Hygienevorschriften im Königsbrunner Restaurant Krone statt.

pe Augsburg-Land zum Sudetendeutschen Tag nach München am Samstag, 17. Juli einen Bus für 20 Personen einsetzen wolle. Anmeldungen unter Telefon (08 21) 8 85 37 56.

M

Links das Grab von Rudolf Ritter Lodgman von Auen, rechts das von General Lev Prchala, in der Mitte der Kranz der SL-Landesgruppe Bayern mit einer schwarz-rot-schwarzen Schleife. Hinter den Grabsteinen stehen Johann Slezak, Alfred Kipplinger, Hannelore Heller, Reinfried Vogler, Präsident der Sudetendeutschen Bundesversammlung, Steffen Hörtler, Stellvertretender SL-Bundesvorsitzender, Andreas Schmalcz und Dieter Heller.

it Anton Kurz und Horst Bergmann wurden zwei neue Kassenprüfer gewählt, da Josef Rzehak und Margot Simnacher aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden waren. Kurz erhielt von den beiden VizeOrtsobfrauen Christa Eichler und Krimhilde Bergmann die Ehrenurkunde für 30jährige Treue. Am Nachmittag besuchte der SL-Vorstand das Königsbrunner Lechfeldmuseum. Kreis- und Ortsobmann Kurt Aue gab bekannt, daß die SL-Kreisgrup-

Vizeobfrau Christa Eichler überreicht Anton Kurz die SL-Ehrenurkunde. Bild: Walter Eichler


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Sudetendeutsche Zeitung Folge 27 | 9. 7. 2021

Dux

Ladowitz

Klostergrab

Ossegg

für die Kreise Dux, Bilin und Teplitz-Schönau

Bilin

Teplitz-Schönau

Heimatlandschaft Erz- und Mittelgebirge – Landschaftsbetreuer: Dietmar Heller, Hillenloher Straße 10, 87733 Markt Rettenbach, Telefon (0 83 92) 9 34 72 77, Telefax 9 34 72 78, eMail dietmar.heller@deheller.de. Heimatkreis Bilin – Patenstadt Gerolzhofen; Heimatkreisbetreuer: Dietmar Heller. Internet www.heimatkreisbilin.de. Heimatkreis Dux – Patenstadt Miltenberg; Heimatkreisbetreuer: Klaus Püchler, In den Seegärten 35a, 63920 Großheubach, Telefon (0 93 71) 9 94 01, eMail klauspuechler@web.de. Heimatkreis Teplitz-Schönau – Patenstadt Frankfurt am Main; Heimatkreisbetreuer: Erhard Spacek, Franz-Schubert-Straße 13, 01796 Pirna, Telefon (01 60) 95 32 07 27, eMail spacek@ teplitz-schoenau-freunde.org. Redaktionsschluß: Freitag der Vorwoche. Redaktion: Lexa Wessel, eMail heimatruf@ sudeten.de

Graupen

Niklasberg

Moldau/Erzgebirge – Teil I

Symbolischer Lückenschluß Ende Juni kam es zum III. Symbolischen Lückenschluß des vom Krieg zerstörten deutschböhmischen Bahngleises zwischen der Moldauer und Freiberger Eisenbahn. Ein MenschenGleis sorgte für Spektakel.

D

WIR GRATULIEREN Unseren treuen Heimatruf-Abonnenten sehr herzliche Glück- und Segenswünsche zum Geburtstag im Juli: Bilin. Reeh Otto Peter, Hollerstraße 7a, 80995 München, 26. Juli 1937. Wisterschan/Kreis Teplitz-Schönau. Miksch Rudolf, 10 Rue du Bout-Sirop, F-95450 Frémainville, 22. Juli 1926.

er tschechische Europaabgeordnete Tomáš Zdechovský (KDU-ČSL) und der Vertreter des Oberbürgermeisters der sächsischen Stadt Freiberg, Steve Johannes Ittershagen, eröffneten als führende Unterstützer der Initiative Freiberg–Most– Teplitz die III. Symbolische Neuanbindung zwischen der Moldauer und Freiberger Eisenbahn. Dieser III. Symbolische Lückenschluß verlief im Rahmen des Programms „Moldau. Die Station Endlos“ oder „Moldava. Nekonečná stanice“ der Künstleragentur Modragon. Schauspieler und Prominente bildeten unter der Grenzbrücke Moldau–Neurehefeld ein Menschen-Gleis: eine symbolische Erneuerung des nach dem Krieg vor 76 Jahren zerstörten deutschböhmischen Verbindungsgleises.

Ehrenbürgerin und Ehrengast Hana Truncová.

Tomáš Zdechovský MdEP und Steve Johannes Ittershagen. Bild: Petr Fišer

Auch der Moldauer Bahnhof erwachte zu neuem Leben. Bei der Eröffnung standen starke Unterstützer dieses Projekts auf der Grenzbrücke, während sich unter der Brücke die sammelten, die am symbolischen Lückenschluß teilnehmen wollten. Zu Beginn versuchten einige Unterstützer per Mikrofon den Gästen die derzeitige Situation des Projekts zu erklären. Zunächst sprach Schauspielerin Viktorie Knotková, und sie sprang auch später als Dolmet-

scherin ein. Sie ist eine langjährige Unterstützerin des Projekts. Ihr akzentfreies Deutsch hat sie als Dramaturgin am Theater Bremen erworben. Sie kündigte einen ganz besonderen Ehrengast an: Die 96jährige Hana Truncová, neue Ehrenbürgerin der Stadt Teplitz-Schönau und Zeitzeugin der Geschehnisse im Erzgebirgsraum. Truncová war bis 1943 Mitglied des Redaktionsteams der deutschen Erzgebirgszeitung in Teplitz-Schönau unter Gustav

Müller. Trotz ihres hohen Alters arbeitet sie in der Redaktion der neuen zweisprachigen Erzgebirgszeitung mit. Mit fester Hand ergriff die alte Dame das Mikrofon und erzählte zweisprachig von ihren früheren Erlebnissen. Kritischer wurde es, als Ittershagen das Wort ergriff. Als Hauptverbindungsperson zwischen den deutschen und tschechischen Vertretern des Lückenschlußprojekts meinte er, er habe bei der Zahl 20 aufgehört zu zählen, wie oft er die Grenzbrükke in Moldau überschritten habe. Und dennoch komme keine rechte Bewegung in das Projekt. Die Regierung des Freistaates Sachsen habe zwar vor zwei Jahren versprochen, einen Finanzierungs- und Realisierungsplan zu erarbeiten. Doch immer wieder anfallende Wahlen und nicht zuletzt die Corona-Pandemie hätten die Regierung vor andere Probleme gestellt. Die fehlenden acht Kilometer Bahngleise seien 1945 in von 14 Tagen entfernt worden. Und nun dauere es viele Jahre, um sie zu erneuern. Fortsetzung folgt

TERMINE Donnerstag, 12. bis Sonntag, 15. August: 7. Kreistreffen in der Heimat. Donnerstag eigene Anreise nach Teplitz-Schönau, Hotel Prince de Ligne (Zámecké náměstí 136); 19.00 Uhr dort Abendessen. Freitag 9.00 Uhr Abfahrt nach Melnik mit Besichtigung des Schlosses und Weinverkostung; Mittagessen im Schloßrestaurant; anschließend Besichtigung der Peter-und-Paul-Kirche und des Beinhauses; Weiterfahrt nach Leitmeritz; dort Abendessen im bischöflichen Brauereigasthof. Samstag 9.00 Uhr Abfahrt nach Ober-Georgenthal; dort Besuch des Schlosses Eisenberg; danach Fahrt über das Erzgebirge auf den Mückenberg; dort Mittagessen; anschließend Bus- oder Seilbahnfahrt nach Graupen mit Spaziergang über den Mariascheiner Kreuzweg; 17.00 Uhr Abendessen im Hotel; 19.00 Uhr dort Jubiläumskonzert der Nordböhmischen Philharmonie. Sonntag eigene Fahrt zur

Heiligen Messe in der Barockkirche Mariä Himmelfahrt in Zinnwald, Uhrzeit wird mitgeteilt. Änderungen vorbehalten. Kostenbeitrag inklusive drei Übernachtungen, Frühstück, bewachtem Parkplatz, Bus, allen Mahlzeiten, Besichtigungen, Führungen, Weinverkostung, Seilbahnfahrt und Konzert pro Person im Doppelzimmer 390 Euro, im Einzelzimmer 440 Euro. Getränke außerhalb des Frühstücks auf eigene Rechnung. Verbindliche Anmeldung bis Montag, 2. August, durch Überweisung des Reisepreises auf das Konto Erhard Spacek – IBAN: DE35 7008 0000 0670 5509 19, BIC: DRESDEFF700. Bitte Anschrift und Namen der Reiseteilnehmer angeben, sonst Mitteilung mit diesen Angaben an eMail spacek@ teplitz-schoenau-freunde.org Wegen Corona müssen bitte alle einen gültigen Impfpaß sowie einen FFP2-Nasen- und Mundschutz mitführen.

Zinnwald: Die barocke Kirche Mariä Himmelfahrt während der Dachsanierung 2017.

Menschen ahmen mit ihren Körpern die Bahngleise nach. Das 56. Musikfestival Ludwig van Beethoven von 27. Mai bis 27. Juni konnte gerettet werden. Vergangenea Jahr hatte man es kurzfristig wegen Corona abgesagt. Heuer war man schlauer und bereitete für die Besucher 14 Online-Konzerte in acht Festival-Städten vor.

B

is zum letzten Moment warteten die Organisatoren, ob sie die Konzerte live veranstalten können oder ins Internet verlagern müssen. Roman Dietz, Direktor der Nordböhmischen Philharmonie Teplitz und Festival-Organisator: „Das Festival vorzubereiten, bedeutet monatelange Vorbereitung, deshalb war die Online-Version im Prinzip die einzige Lösung, um das diesjährige Festival zu retten. Das Festival 2020 mußten wir absagen, und das wollten wir heuer nicht noch einmal erleben.“ Die Philharmonie nutzte ihre Erfahrungen aus den vorhergehenden Monaten von Digitalaufnahmen bei symphonischen und Kammerkonzerten. Nicht nur in Teplitz wurde aufgezeichnet, sondern auch an weiteren sieben Orten. „Von Anfang wollten wir die Konzerte dem Publikum nicht live. Wir zogen ein hochprofessionelles Ergebnis vor. Jedes einzelne Konzert ist aufgezeichnet und durchläuft ei-

Bild: Ivo Beneš

Auf Gleisrelikten unter der Grenzbrücke.

Teplitz-Schönau

Festival gerettet ne spezielle Bearbeitung sowohl seitens der Akustik als auch des Bildmaterials. Unter anderem entstand dadurch auch ein einzigartiges Archiv, nicht nur für das Festival selbst, sondern auch für die Städte, die sich am Festival beteiligen und das Material für ihre eigene Propaganda verwenden können“, sagte Magdaléna Jenčíková, Mitarbeiterin des Vorbereitungsteams. Die Aufzeichnung des Festivals, das zu den höchsten Erlebnissen klassischer Musik im Bezirk Aussig gehört, ist auch organisatorisch anspruchsvoll. Die

Produktion trifft auf verschiedene technische Bedingungen, die mit dem gewählten Ort zusammenhängen. Das Filmteam machte seine ersten Erfahrungen im Schloß von Klösterle an der Eger und setzte die Arbeit im Schloß von Tetschen-Bodenbach fort. Darauf folgten Aufnahmen im Ossegger Kloster, in Imling im Neuschloß und in den Kirchen in Brüx, Komotau und Leitmeritz. Ponte Records führte die Dreharbeiten unter dem erfahrenen Regisseur Jaromír Malý durch. „Unser Dank gehört all denen, die das Festival langfristig unter-

Chefdirigent Petr Vronský dirigiert das Eröffnungskonzert. Bild: Nordböhmische Philharmonie Teplitz

Bilder (2): Jutta Benešová

stützen. Sei es nun die Stadt Teplitz-Schönau, das Kulturministerium, der Staatsfonds Kultur, der Bezirk Aussig oder auch die einzelnen Städte, in denen die Konzerte stattfinden. Ohne sie hätte das Festival selbst in dieser Form nicht entstehen können“, sagte Dietz. Das 56. Musikfestival Ludwig van Beethoven stand unter der Schirmherrschaft des Kulturministers Lubomír Zaorálek, des Oberbürgermeistes von TeplitzSchönau, Hynek Hanza, und des Bezirkshauptmanns von Aussig, Jan Schiller. Das Programm wurde auch in seiner Online-Form nicht eingeschränkt. Gleich als Eröffnungskonzert erklang in Teplitz-Schönau zu Ehren Ludwig van Beethovens die Neunte Symphonie mit der „Ode an die Freude“. Die Nordböhmische Philharmonie Teplitz und der Tschechische philharmonische Chor Brünn spielten unter der Leitung des Teplitzer Chefdirigenten Petr Vronský. Das Publikum, bereits Monate an Online-Aufführungen als einzige Unterhaltungsquelle gewöhnt, nahm regen Anteil. Auch nach dem Festival ist es möglich, die Konzerte, die verschiedenen Orte und die Mitwirkenden auf www.beethovenfestival.cz zu sehen. Jutta Benešová


HEIMATBOTE

Sudetendeutsche Zeitung Folge 27 | 9.7. 2021

Bischofteinitz

FÜR DEN KREIS BISCHOFTEINITZ

Ronsperg

11 Hostau

Heimatkreis Bischofteinitz – Patenstadt Furth im Wald. Heimatkreisbetreuer: Peter Pawlik, Palnkamer Straße 73a, 83624 Otterfing, Telefon (0 80 24) 9 26 46, Telefax 9 26 48, eMail peter-pawlik@t-online.de, Internet www.bischofteinitz.de. Spendenkonto: Heimatkreis Bischofteinitz, Raiffeisenbank Chamer Land – IBAN: DE55 7426 1024 0007 1343 20, BIC: GENODEF1CHA. Heimatbote für den Kreis Bischofteinitz – Redaktionsschluß: Donnerstag der Vorwoche. Verantwortlich von seiten des Heimatkreises: Peter Pawlik. Redaktion: Nadira Hurnaus, eMail post@nadirahurnaus.de

Blick auf die Altstadt von Bischofteinitz.

Heuer feiert Bischofteinitz sein 670jähriges Bestehen. Josef Bernklau erinnert an die 600-Jahr-Feier und mithin an die Stadtgeschichte.

I

m Vorwort seiner Festschrift zur 600-Jahr-Feier schreibt Josef Hüttl, Erzdechant von Bischofteinitz: „Am 29. Juli 1951 feiert die vertriebene Bevölkerung der Kreisstadt Bischofteinitz in Schwäbisch Gmünd das Jubiläum ,600 Jahre Stadt Bischofteinitz‘. Trotz aller Not und der schwierigen Lage soll den Verhältnissen entsprechend die Feier gehalten werden. Bischofteinitz, hart an der Sprachgrenze gelegen, war stets ein Bollwerk im Kampfe um die Erhaltung des Deutschtums und seiner das öffentliche Leben des Landes Böhmen mitbestimmenden Kultur. Die Bevölkerung der Jubelstadt ist aber durch die ,humane‘ Vertreibung des Jahres 1945 allein in Deutschland über 114 Landkreise verstreut. Vielen, die heute in der Vertreibung um das tägliche Brot hart kämpfen müssen, ist aber eine Teilnahme an der Feier nicht möglich. Außer anderen Gesichtspunkten war auch dies entscheidend für das Wagnis der Herausgabe einer eigenen Festschrift. Doppelt erfreulich ist daher, daß gerade das ,Scherflein der Witwe‘, anders können die Pfennige unserer Vertriebenen nicht gewertet werden, das Erscheinen der Festschrift in einem 21 Jahre lang leitete der Maler Václav Sika die Tauser Galerie Špillar. Dort stellte er auch viele bayerische Künstler aus. Nun sind seine Bilder im Grenznuseum Neugedein zu sehen.

S

ika arbeitete auch mit dem Kunst- und Kulturverein Freiraum in Furth im Wald zusammen. Dessen Vorsitzendem Alfred Bruckner war es zu verdanken, daß die Galerie Špillar seit 2016 der Kulturkooperative KoOpf angehört. „Die Galerie erschien uns aufgrund der langjährigen Kulturarbeit nahe Furth im Wald als geeignet“, so Bruckner. Daß sie seit Jahrzehnten Künstler aus der deutschen Nachbarschaft präsentiere, sei nationenübergreifendes Netzwerken. Ruheständler Václav Sika hat den Pinsel noch nicht aus der Hand gelegt. Bis 30. August präsentiert er im Grenzmuseum

670 Jahre Bischofteinitz – Teil I

Alles ertrinkt in den Wellen der Wiedersehensfreude solchen Umfange ermöglichte. Mögen diese Opfer, die hierfür gebracht wurden, in der großen Opferschale unseres Volkes ihren Wert finden für die Wiedererlangung unserer geliebten Heimat! Nicht eine Festschrift ist es in der uns vertrauten, herkömmlichen Art. Sie mußte abgestimmt werden auf die über unser ganzes deutsches Vaterland zerstreuten Menschen unserer Jubelstadt mit den ganz neu geschaffenen Verhältnissen.“ Max Lotter berichtet 1951 im Heimatboten über die 600-JahrFeier in Schwäbisch Gmünd: „Die Heimat rief und alle, alle kamen. So könnte man, ein historisches Wort verlierend, von der Teinitzer 600-Jahr-Feier sagen. Es kamen ihrer viel mehr, als man erwartet hatte. Die Zahl 3000 wurde weit überschritten, mit 400 Teilnehmern hatte man gerechnet. Den gastfreundlichen Gmündern wurde das Dasein der Bischofteinitzer auf Weg und Steg anschaulich vor Augen geführt. ,Hie gut Teinitz allerwege!‘, hätte man stolz und freudig ausrufen mögen.

Der erste Besuch der Teinitzer galt ihren Toten. Im Schweigemarsch, Bischof und Seelsorger an der Spitze, wanderte man zum Friedhof hinaus zum Mahnmal der Vertriebenen. Die innige Verbundenheit der Lebenden mit ihren in verlassenen Gräbern ruhenden Helden und Märtyrern kam in der Gedenkrede des Heimatseelsorgers Josef Hüttl zu ergreifendem Ausdruck. Diese Verbundenheit klang aus den Worten, die bei der Niederlegung eines Kranzes am Grabmal gesprochen wurden: ,Ihr seid uns entrissen, vergessen nicht! Wir suchen euch droben im ewigen Licht.‘ Das Münster war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Die Einstimmung in den Sinn der Feier vermittelte die Festpredigt des Erzdechan-

Grenzmuseum Neugedein

Stilleben und Portraits Neugedein Landschaftsgemälde, Stilleben und Portraits sowie Ob-

jekte. Wie beliebt Sika ist, zeigte die große Gästeschar bei der Ver-

Karl Reitmeier, das Gemälde und Václav Sika.

ten Josef Hüttl. Hier, an diesem Ort und in dieser Stunde erlebten die Bischofteinitzer das Werden und Erblühen ihrer Stadt in einer hinreißenden Darstellung, die, brennendes Heimweh wekkend, zugleich Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft einflößte. Während der Bischofsmesse sangen die Teinitzer ihre geliebte Deutsche Messe von Franz Schubert. Das war die Weihestunde, der Höhepunkt. Was vorausgegangen war, der Begrüßungsabend, und was folgte, der Festnachmittag, war ein echtes Volksfest. Die Wellen der Wiedersehensfreude schlugen so hoch, daß alle Darbietungen, die Festrede nicht ausgenommen, darin ertranken. Man wollte nichts sehen, nichts hören; nur fühlen und nissage. Musikalisch stimmte der Tauser Frauenchor „Canzonetta“ ein, der seine neue CD vorstellte. Jana Podskalská, Leiterin des Neugedeiner Kulturzentrums Blauer Stern, begrüßte die Gäste im Park des Grenzmuseums. Unter den Ehrengästen war VizeBürgermeisterin Věrka Říhová. Michal Lazorčík, Kurator der Ausstellungen in der Klattauer Galerie Klenová, stellte den Künstler und seine Werke vor. Anschließend sprach Václav Sika selber noch zu den Gästen. Dabei überraschte er Karl Reitmeier mit einem seiner Werke als Dank für Reitmeiers Berichterstattung über die tschechische Kunst und Kultur in Bayern. Schließlich wurde die Ausstellung in den Räumen des Grenzmuseum besichtigt. Alle zeigten sich beeindruckt von den Werken von Václav Sika. lr

temperamentvoll in Händedruck und Umarmung ausdrücken, daß man endlich wieder beisammen war, daß man zusammengehörte. Das war der schönste Erfolg der Feier, der Veranstalter und Teilnehmer höchlich befriedigte.“ Schulrat Josef Drachsler geht in seiner Festrede auf die Stadtgeschichte ein: „Wie würden unsere Herzen jauchzen, wenn wir heute in unserer Heimat weilen könnten! Gerne würden Sie mir dann in jene fernen Zeiten folgen, als unsere Voreltern in das Land kamen und aus grüner Wurzel den Boden rodeten, mit ihrem Schweiß und Blut düngten, um ihr Heim zu gewinnen. Eigentlich könnten wir heute auf über 1000 Jahre zurückblikken, wenn wir an die Gründung von Tein – so hieß unser Städtchen ursprünglich – denken. Der deutsche Name Bischofteinitz rührt daher, daß die Stadt über 450 Jahre den Bischöfen und Erzbischöfen von Prag gehörte. Im tschechischen Namen kommt der Name Bischof überhaupt nicht vor, denn dieser be-

weist, daß das Dorf Horschau bei Bischofteinitz älter ist als die Stadt und früher Gorschau-Tein lautete. Der Name Tein findet sich auch sonstwo in deutschen Landen und bedeutet Ort am Wasser. Die Meinungen des mährischen Geschichtsforschers Berthold Bretholz (1862–1936) und des vor kurzem verstorbenen Professors der ältesten deutschen Universität, Wilhelm Wostry (1877– 1951), eines Kindes der deutschen Hopfenstadt Saaz, stehen sich diametral gegenüber. Am Südufer des Baldwassers – so hieß die Radbusa früher – entstand um 900 eine Handelssiedlung, welche der Prager Bischof nach Gründung des Sitzes 973 in eine Kirche und später in ein Kollegiatsstift umwandelte. Der erste Bischof von Prag, der Sachse Dietmar, bereiste seine Diözese durch acht Jahre. Davor gehörte das Gebiet zur Diözese Regensburg, welche es auch christianisierte. Dietmar teilte sein Gebiet in 13 Archidiakonate mit unterstellten Diakonaten. Auch Bischofteinitz wurde ein Archidiakonat, aber ohne Diakonate, weil das Gebiet zu klein war. Zu dem Archidiakonat Tein gehörte die Gaubehörde in Tuhorst (Taus). Der alte Handelsweg nach Ratisbona (Regensburg) führte über Tuhorst und Cham. Er war aber nur ein Saumweg, also für Traglasten. Fortsetzung folgt

Blick auf Kschakau.

Ortsbetreuerecke

H

erzlich gratulieren wir im Juli Ingrid Hartzmann, ehemalige Ortsbetreuerin von Kschakau, am 6. zum 76. Geburtstag; Franz Metschl, Ortsbetreuer von Schüttwa, am 10. zum 82. Geburtstag; Ernst Hitzler, Ortsbetreuer von Dingkowitz, am 15. zum 92. Geburtstag und Anna

Holzmann, ehemalige Ortsbetreuerin von Schlewitz, am 24. zum 87. Geburtstag. Wir wünschen alles Gute, Gottes Segen sowie noch viele Jahre in guter Gesundheit und danken für den steten und tatkräftigen Einsatz für unsere Heimat! Peter Pawlik Heimatkreisbetreuer


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Sudetendeutsche Zeitung Folge 27 | 9. 7. 2021

Heimatbote für den Kreis Ta<au

Heimatkreis Tachau – Patenstadt Weiden in der Oberpfalz. Heimatkreisbetreuer: Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Aubergstra­ße 21, 83352 Altenmarkt, Tele­fon (0 86 21) 6 36 27, Telefax 64 75 27, eMail wolf-dieter.hamperl­ @online.de. In­ter­net www.tachau.de. Tachauer Heimatmuseum: Kulturzentrum Hans Bauer, Schulgasse 3a, 92637 Weiden, Telefon (09 61) 81 41 02, Telefax 81 41 19, eMail museum@tachau.de. Spendenkonto: Heimatkreis Tachau, HypoVereinsbank Nürnberg – IBAN: DE38 7602 0070 0002 0824 54, BIC: HYVEDEMM460. Heimatbote für den Kreis Tachau – Redaktionsschluß: Donnerstag der Vorwoche. Redaktion: Nadira Hurnaus, eMail post@nadirahurnaus.de

TERMINE

Das Deckenfresco zeigt Daniel mit dem abgeschlagenen Kopf des Goliath. Unten der Gnadenaltar der Haider Loreto. Bilder: Siegfried Zeug

… die deutsche Messe in Haid.

Pfarrer Georg Hartl zelebriert …

� Haid

Pilgermesse in der Loreto Am Nachmittag des dritten Junisonntags fand der zweite deutschsprachige Gottesdienst des zweiten Coronajahres in der Loreto in Haid statt. Siegfried Zeug berichtet.

konnten wir die Vorgaben Masken und Abstand gut einhalten. Christl Kaas aus Waidhaus trug die Lesung vor, und

die sehr gut deutsch sprechende Tschechin Anna Freiberg aus Tachau las das Coronagebet vor.

U

nter den 18 Gläubigen war unser Heimatkreisbetreuer Wolf-Dieter Hamperl, der aus dem oberbayerischen Altenmarkt angereist war. Aus Würzburg war Pfarrer Klaus Oehrlein gekommen. Der Haider Pfarrer Pater Martin Duchoslav hatte es dagegen nicht weit gehabt. Pfarrer Georg Hartl aus Waidhaus zelebrierte den Gottesdienst. Dieser fand wegen der pandemischen Ansteckungsgefahr nicht wie sonst in der Kapelle, sondern im Umgang vor dem Klattauer Altar statt. So

Dr. Wolf-Dieter Hamperl und Pfarrer Klaus Oehrlein.

In seiner Predigt spannte der Waidhauser Pfarrer einen Bogen vom Sturm auf dem See Genezareth zum Sturm der Zeiten. In dem Sturm der Zeiten woge heute das Schiff Kirche. Das verband er mit der immer aktuellen Bitte: „Herr, bleibe bei uns!“ Das neue Mesnerehepaar, Jan und Michaela Moravec, hatte wie üblich im Bogengang Kaffee und Kuchen zur Selbstbedienung vorbereitet. Das lud nach dem Gottesdienst zu Gesprächen ein. Pater Martin verteilte bei dieser Gelegenheit ein sehr schönes, von ihm gemaltes Aquarell mit Blick auf die Haider Nikolauskirche. Weitere Termine sind schon geplant (Ý rechts). Die Zukunft sieht rosig aus.

� Bayerische Verfassungsmedaille in Silber

Ilse Aigner ehrt Ingrid Leser Am 1. Dezember hätte Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner 39 verdienten Bayern die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber verleihen sollen, darunter unserer Landsmännin Ingrid Leser. Doch Corona grätschte dazwischen. Neuer Termin war der 25. Juni. Der Rahmen war zwar feierlich, aber Familie und Freunde durften nicht dabei sein.

Ein ganz zentrales Anliegen ist es Ingrid Leser, daß sich die Ober­ pfälzer ihrer Identität bewußt bleiben, ihre Musik und Lieder, ihre Tänze und ihren Dialekt pflegen, etwa im von ihr seit

die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Bayern und der Tschechischen Republik zu fördern. Vom ersten Tag der Grenzöffnung an, seit 30 Jahren gilt ihr

I

lse Aigner nannte die Gründe für die Verleihung an Ingrid Leser: „Seit 1982 – also seit fast vier Jahrzehnten – engagiert sich Ingrid Leser als Kreisheimatpflegerin für Tanz, Musik, Tracht und Brauchtum im Landkreis Tirschenreuth und leitet seit 1999 den Zweigverein Bärnau des Oberpfälzer Waldvereins. In beiden Funktionen setzt sich die frühere Lehrerin dafür ein, daß das kulturelle Erbe der Ober­ pfalz lebendig bleibt. Sie vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Brauchtum der Oberpfalz und macht sie mit ihrer Heimat und Kulturgeschichte vertraut.

Jahren geführten Tanzkreis. Außerdem bringt sie sich im Kulturund Festspielverein Wir im Bärnauer Land und im Verein Via Carolina ein, dessen Zweck es ist,

Bestreben Schul- und Vereinspartnerschaften und dem gegenseitigen Kennenlernen. Im Geschichtspark Bärnau-Tachov arbeitet sie als Museumsführerin.

Sie war zudem im Stadtrat aktiv, in der Kirchenverwaltung, als Schöffin beim Jugendschöffengericht Weiden und Tirschenreuth und ist aktives Mitglied in vielen örtlichen Vereinen. Ihr reiches Wissen über die heimatliche Geschichte und Kultur und die des Nachbarlandes vermittelt sie regelmäßig in Vorträgen und bei Fahrten ins Nachbarland. Als Mundartsprecherin hat sie sich auch im Radio einen Namen gemacht. ,Heilige Nacht auf Stiftländisch‘ hatte Max Schnurrer verfaßt und mit Ingrid Leser gemeinsam überarbeitet. Leser hatte die Geschichte schließlich gelesen. Die Lesung wurde auf CD aufgenommen. In rund 15 Weihnachtslesungen wurde sie in vier Jahren zur Weihnachtszeit in den verschiedenen Kirchen des Stiftlandes bis zum Tode von Max Schnurrer vorgetragen.“ Heimatkreisbetreuer WolfDieter Hamperl gratuliert im Namen aller Tachauer. Doch nicht nur die Tachauer Landsleute sind stolz auf Ingrid Leser. Nadira Hurnaus

n  Samstag, 10.  Juli, Tachau-Heiligen: Der Verein Via Carolina feiert 30 Jahre Grenzöffnung. 9.00 Uhr Treffen bei der Reitschule mit Übergabe eines Freundschaftsbaumes zur Pflanzung; anschließend Wanderung nach Bärnau und Paulusbrunn. 14.00 Uhr dort beim Böttgerdenkmal/Noutstoa Übergabe eines Baumes der Tschechen und Gedankenaustausch. n  Sonntag, 11.  Juli, Bärnau und Paulusbrunn: Bergfest mit Heimattreffen. 9.00 Uhr Freilicht-Gottesdienst bei der Steinbergkirche mit der Stadtkapelle; Getränke bietet das Schützenhaus, Gasthof zur Post ist geöffnet, beim Landgasthof Zum Kaltn gilt Voranmeldung. n  Sonntag, 11.  Juli, Hals: Nach dem Bergfestgottesdienst Fahrt vom Gedenkstein oberhalb der Steinbergkirche nach Hals zum Friedhof und nach Ringelberg zum Gefallenendenkmal. n  Donnerstag, 15. Juli, 18.00 Uhr, Haid: Gedenkkonzert für Monsignore Vladimír Born (1938–2016) im Rahmen des 15. Tschechischen Orgelfestivals mit Organist Adam Viktora und Sopranistin Gabriela Eiberová in der Sankt-Nikolaus-Kirche. Für Zweifach-Geimpfte keine Quarantäne-Pflicht nach Rückreise. n  Sonntag, 18.  Juli, 14.00 Uhr, Paulusbrunn: Ökumenische Andacht zur Einweihung des historischen Böttgerweges bei der Hans-Nigl-Kapelle an der Grenze zu Bärnau mit dem orthodoxen Pfarrer Eugen Bakoš aus Brand, dem orthodoxen Erzpriester und Kanzler des Metropoliten, Josef Hauzar aus Marienbad, dem katholischen Pfarrer Konrad Amschl aus Bärnau sowie der Bärnauer Blaskapelle. Auskunft: Ingrid Leser, eMail leser. baernau@t-online.de n  Sonntag, 18.  Juli, 15.00 Uhr, Haid: Deutschsprachige Messe in der Loreto; anschließend Kirchkaffee in der Sakristei. Für Zweifach-Geimpfte keine Quarantäne-Pflicht nach Rückreise. n  Sonntag, 1.  August, 10.00 Uhr, Neulosimthal: Gottesdienst anläßlich des Sankt-Anna-Festes mit Monsignore An-

dreas Uschold in GeorgenbergHinterbrünst am Gedenkstein beim Kastanienhof. Bereits am Vorabend gemütliches Beisammensein. Auskunft: Albert Kick, Faislbach 5, 92697 Georgenberg, Telefon (0 96 58) 3 15. n  Sonntag, 15. August, 15.00 Uhr, Haid: Deutschsprachige Messe in der Loreto; anschließend Kirchkaffee in der Sakristei. Für Zweifach-Geimpfte keine Quarantäne-Pflicht nach Rückreise. n  Samstag, 28. bis Sonntag, 29. August: 32. Heimatkreistreffen in Weiden in der Ober­ pfalz. Samstag 8.15 Uhr Abfahrt nach München zum Besuch des Sudetendeutschen Museums; 18.00 Uhr gemütliches Beisammensein mit Egerländer Wirtshausmusik im Gasthof Ratskeller in Weiden. Sonntag 9.00 Uhr Feier am Tachauer Gedenkstein in der Kurt-SchumacherAllee; 10.15  Uhr Versammlung der Mitglieder des Heimatkreisvereins mit Neuwahlen im Kulturzentrum Hans Bauer, Schulgasse  3a; 12.00  Uhr dort Ausstellungseröffnung; 13.00 Uhr Mittagessen auf Einladung der Patenstadt im Ratskeller. Anmeldung: Wolf-Dieter Hamperl, Adresse siehe Impressum. n  Freitag, 10. bis Sonntag, 12. September, Haider Loretofest: Freitag 17.00 Uhr Heilige Messe und Primizsegen mit Neupriester Pater Tomáš Kadlec aus Taus. Samstag 10.00 Uhr Wallfahrtsgottesdienst mit Bischof Tomáš Holub aus Pilsen in der Loreto; anschließend Prozession mit der schwarzen Muttergottes durch den Park zur Schloßkapelle; 19.00 Uhr deutsche Pilgermesse mit Pfarrer Georg Hartl aus Waidhaus in der Loreto; anschließend Kirchkaffee in der Sakristei. Sonntag 8.00 Uhr Heilige Messe mit Pater Martin Duchoslav in der Pfarrkirche Sankt Nikolaus. n  Sonntag, 17. Oktober, 15.00 Uhr, Haid: Deutschsprachige Messe in der Loreto mit Bischof em. Friedhelm Hofmann aus Würzburg; anschließend Kirchkaffee in der Sakristei. Für Zweifach-Geimpfte keine Quarantäne-Pflicht nach Rückreise.

WIR GRATULIEREN Wir gratulieren folgenden treuen Abonnenten des Tachauer Heimatboten zum Geburtstag im Juli und wünschen Gesundheit und Gottes überreichen Segen. n  Tachau. Am 2. Margarete Axmann (Schillerstraße), Wohnheim Sankt Martin, Kapuzinerstraße  11, 86842 Türkheim, 95

Jahre, und am 22. Anna Wagner/Hermann (Schillerstraße), 99 Jahre. Gernot Schnabl Stadtbetreuer n  Schossenreith. Am 4. Schwester Gudula Reiss (Oilnbauern), 87 Jahre, und am 29. Willi Zimmert (Schlaomwilli), 86 Jahre. Josef Magerl Ortsbetreuer

Ortsbetreuerecke

H

erzlich gratulieren wir im Juli Manfred Kasseckert, Ortsbetreuer von Ringelberg, am 2. zum 67. Geburtstag, Franz Josef Schart, Ortsbetreuer von Godrusch, am 4. zum 72. Geburtstag, Gernot Schnabl, Stellvertretender Kreisbetreuer und Stadtbetreuer von Tachau, am 5. zum 84. Geburtstag, Helmut Gleißner, Ortsbetreuer von Paulusbrunn, am 10. zum 74. Geburtstag und Werner Schlosser, Ortsbetreuer von Strachowitz, am 25. zum 81. Geburtstag. Wir wünschen alles erdenklich Gute, Gesundheit sowie Gottes reichen Segen und danken für ihre Arbeit für unsere Heimat. Sieglinde Wolf Stellvertretende Heimatkreisbetreuerin


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Sudetendeutsche Zeitung Ausgabe 27 vom 7. Juli 2021 by Sudetendeutsche_Zeitung - Issuu