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G1_BWL_01_LV_Unternehmens-_und_Geschäftsmodelle_4-G101-2609_A_Ansicht

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Urs Saxer Thomas Tobler Heinz Rüfenacht

NEU

1. Ausgabe 2026/27

Grundlagen Wirtschaft & Recht

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Betriebswirtschaft

Unternehmens- und Geschäftsmodelle Ausgabe für Lehrperson

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© STR Teachware. Der Inhalt dieser Broschüre ist urheberrechtlich geschützt. Urheberrechtliche Regeln zur Verwendung im Unterricht siehe Innenseite.


Lehrmittelreihe «Grundlagen Wirtschaft und Recht» Betriebswirtschaft Modul 1 «Unternehmens- und Geschäftsmodelle» Ausgabe für Lehrperson

Aktualisierungen 7. Auflage 2026/2027

Urheberrechtliche Regelungen für Lehrpersonen Die vorliegende Print-Broschüre bzw. PDF-Datei ist urheberrechtlich geschützt. Für Lehrpersonen gelten die folgenden urheberrechtlichen Regeln: ■ Lehrpersonen dürfen für den Unterricht in ihrer Klasse Ausschnitte oder einzelne Seiten des Werks kopieren – nicht aber ganze Kapitel. ■ Aus erworbenen Werken dürfen Lehrpersonen neue Materialien für ihren eigenen Unterricht zusammenstellen. Es ist allerdings strafbar, diese Materialien an Dritte weiterzugeben, selbst wenn diese an der gleichen Schule unterrichten. ■ Abgesehen von obigen Ausnahmen ist es verboten, die Print-Broschüre oder Teile daraus zu kopieren und öffentlich zugänglich zu machen. ■ Mit dem Kauf der PDF-Datei erwerben Sie eine persönliche Lizenz. Diese ist nicht übertragbar. Jede Nutzerin / jeder Nutzer dieses Lehrmittels benötigt eine eigene Lizenz. ■ KI-Systeme: Das Hochladen von Seiten, Kapiteln, Aufgaben, Lösungen, Grafiken oder Dateien dieses Lehrmittels in Chatbots oder in andere KI-Systeme ist ohne Zustimmung des Verlags nicht erlaubt. Ausschliesslich das vom Verlag freigegebene Glossar darf von Lernenden für den persönlichen Lerngebrauch und von den Lehrpersonen für den persönlichen Unterrichtsgebrauch mit KISystemen verwendet werden. Bei Verletzung des Urheberrechts haften Sie als Lizenznehmer / Lizenznehmerin persönlich.

Link Zusatzmaterial

Zusatzmaterial Link zu den Folien und ergänzenden Materialien.

Link Glossar

Glossar Link zu den wichtigsten Begriffen dieses Moduls.

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1. Auflage 2026/2027 © copyright STR teachware GmbH, St. Gallen, www.strteachware.ch Umschlag: schmizz communicate 360° GmbH, Schaffhausen Druck: Copy + Print AG, Schaffhausen


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Unternehmens- und Geschäftsmodelle

Die moderne Wirtschaft lebt von einer grossen Vielfalt an Unternehmen, die unterschiedlichste Bedürfnisse abdecken und sich in Grösse, Rechtsform, Eigentumsverhältnissen und Ausrichtung unterscheiden. Diese Vielfalt ermöglicht eine dynamische Wirtschaftslandschaft, in der traditionelle Betriebe ebenso Platz finden wie innovative Start-ups. Gleichzeitig müssen Unternehmen laufend auf Entwicklungen in ihrer Umwelt reagieren und Zielkonflikte zwischen verschiedenen Anspruchsgruppen bewältigen. Ein klar formuliertes Leitbild, eine stimmige Strategie und gut abgestimmte Prozesse bilden dabei die Basis für wirkungsvolles Handeln. Wertschöpfung entsteht, wenn Unternehmen echten Nutzen für Kunden und Gesellschaft schaffen. Die Analyse und Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen sowie der Einsatz geeigneter Frameworks sind entscheidend, um Innovationen hervorzubringen und langfristig erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen.

Kompetenzen aus dem Rahmenlehrplan Gymnasiale Maturitätsschulen mit möglichem Lektionenbudget für Grundlagenfach und Schwerpunktfach

Grundlagen

Schwerpunkt

1a. Die Vielfalt der Unternehmen anhand von Merkmalen vergleichen. (z.B. Wirtschaftssektor, Branche, Grösse, Eigentumsverhältnisse, Profitorientierung, Rechtsform)

4

6

1b. Anhand von Unternehmensmodellen Wechselwirkungen zwischen dem Unternehmen und der Unternehmensumwelt erläutern und unternehmerische Entscheidungen in Zielkonflikten beurteilen. (z.B. Umweltsphären, Anspruchsgruppen)

4

8

1c. Mittels eines Geschäftsmodells Elemente und Erfolgsfaktoren der unternehmerischen Tätigkeit aufzeigen. (z.B. Business Model Canvas, Business Model Navigator, Innovation)

2

4

1d. Prozesse der strategischen Unternehmensführung erläutern und auf Beispiele anwenden. (z.B. Situationsanalyse, Strategieentwicklung und -umsetzung, Evaluation; Businessplan)

12

Theorie

Übungen

Aufgaben / Projekte

Vielfalt von Unternehmen 1 Bedürfnisse ohne Ende – vielfältige wirtschaftliche Aktivitäten .............................. 2 2 Wirtschaftssektoren und Branchen ........................................................................ 5 3 Unterschiede in Grösse, Eigentum, Rechtsform und Profitorientierung.................... 6

1 Bedürfnisse und Güter ............ 22 2 Sektoren und Branchen .......... 24 3 Unterschiede Unternehmen .... 24

A Unnötige Bedürfnisse?............... 43 B Unternehmen in Ihrer Region .... 44

Unternehmensmodelle – Analyseinstrumente für Zielkonflikte 4 Unternehmen und ihre Umwelt ............................................................................ 10 5 Umweltsphären – Entwicklungen im Umfeld ......................................................... 11 6 Anspruchsgruppen – Zielkonflikte als Normalfall.................................................... 13 7 Unternehmenskonzept – Wechselwirkungen im Fokus........................................... 14 8 Prozesse – Abläufe und Wertschöpfungsketten...................................................... 15 9 Zwei Unternehmensmodelle im Vergleich ............................................................. 16

4 5 6 7 8 9

C D E F

Geschäftsmodelle – Ideen systematisch entwickeln 10 Von der Geschäftsidee zum Geschäftsmodell ........................................................ 18 11 Geschäftsmodelle visualisieren und weiterentwickeln ............................................ 19

10 Geschäftsideen ....................... 40 11 Geschäftsmodelle ................... 40

Zusammenhänge erkennen, Zusammenleben gestalten 12 Unternehmerisch denken und handeln ................................................................. 21

12 Unternehmerisch handeln ....... 41

Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Unternehmen und Umwelt ..... Umweltsphären ...................... Anspruchsgruppen.................. Unternehmenskonzept ........... Prozesse – Wertschöpfung ...... Unternehmensmodelle ...........

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

27 28 31 33 34 35

(Ausgabe für Lehrperson)

Unternehmensmodell konkret ... 45 Konzept für Schülerzeitung ....... 49 Denken in Prozessen.................. 53 Bestes Unternehmensmodell? ... 54

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G Geschäftsmodelle entwickeln .... 56

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H Unternehmen für wen?.............. 58 I Begründet entscheiden ............. 59

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Bedürfnisse ohne Ende – vielfältige wirtschaftliche Aktivitäten

Aus der Vogelperspektive betrachtet, bietet der Wirtschaftsraum Schweiz ein faszinierendes Bild: Etwa 5,1 Mio. Beschäftigte arbeiten in mehr als 600 000 Unternehmen1). Viele dieser Wirtschaftsteilnehmer sind eng miteinander verflochten. Rohstoffe und Fertigprodukte werden durch Transportunternehmen auf der Schiene oder Strasse, in der Luft oder eventuell auf dem Schiffsweg vom Lieferanten zum Kunden geliefert. Innerhalb eines einzelnen Unternehmens arbeiten viele Angestellte in unterschiedlichen Abteilungen zusammen und ergänzen sich in ihren Arbeitsbereichen je nach Position, Ausbildung und Fertigkeiten. Die Güter- und Personenströme machen nicht an der Grenze Halt: Rohstoffe werden aus dem Ausland eingeführt, Fertigprodukte und Dienstleistungen in alle Welt verkauft, Touristen besuchen die Schweiz als Ferienland, und Schweizerinnen und Schweizer verbringen ihre Ferien häufig im Ausland. Näher hingezoomt wird ersichtlich, dass zwischen den Wirtschaftsteilnehmern ein Wettbewerb stattfindet und dass keinesfalls vollkommene Harmonie besteht. Auf dem Mobilfunkmarkt bieten beispielsweise Swisscom, Sunrise und Salt fast identische Produkte an. Die Unter­nehmen versuchen sich deshalb durch ihre Werbung voneinander abzu­heben, um für sich selbst so viele Kunden wie möglich zu gewinnen. Unternehmen, die nicht erfolgreich arbeiten, scheiden aus dem Wirtschaftsprozess aus. Die Angestellten ver­ lieren ihre ­Arbeitsplätze, Eigentümer und weitere Kapitalgeber ihr investiertes Kapital. Auf der Suche nach einer neuen Stelle konkurrenzieren sich auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ­gegenseitig: Für eine neu ausgeschriebene Stelle in einem Unternehmen bewerben sich vielleicht 50 bis 100 Personen gleichzeitig. Die Wirtschaftsteilnehmer entscheiden sich in den meisten Fällen aufgrund des Preises für das eine oder andere Produkt. Ein Unternehmen bezieht seine Rohstoffe konsequent beim günstigsten Lieferanten. Ein anderes Mal ist vielleicht die Qualität ­eines Produktes oder einer Dienstleistung ausschlaggebend. Ein Arbeitgeber entscheidet sich aufgrund von Ausbildung, Erfahrung und Fachwissen, Leistungsbereitschaft, Team- und Kommunikationsfähigkeit für eine bestimmte Angestellte. Die vielen Rund 800 000 Pendlerinnen und Pendler hatten wirtschaftlichen Aktivitäten erfordern somit Ende 2024 einen Zeitbedarf für den Arbeitsweg von allen Beteiligten eine Vielzahl von Ent(ein Hinweg) von mehr als 45 Minuten. scheidungen. 1)

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«Unternehmen» wird auch als «Betrieb», «Geschäft» oder «Firma» bezeichnet, wobei «Firma» den rechtlichen Begriff für den Namen eines Unternehmens darstellt.

Unsere Bedürfnisse gelten als Ausgangspunkt des wirtschaftlichen Handelns. Unter einem Bedürfnis verstehen wir das Empfinden eines Mangels und den damit verbundenen Wunsch, diesen Mangel zu beheben. Wir haben Durst oder Hunger (d. h. einen Mangel an Flüssigkeit und Nahrung) und möchten deshalb etwas trinken oder essen (d. h. den Mangel beseitigen). Wenn jemand einen Mangel empfindet und über genügend Geldmittel verfügt, erwirbt er oder sie ein bestimmtes Produkt oder stellt das gewünschte Gut selbst her. ■ Gliederung der Bedürfnisse Unterscheidung der Bedürfnisse nach …

… der Dringlichkeit

… dem Bedürfnisträger

… dem Gegenstand

Existenzbedürfnisse

Individualbedürfnisse

materielle Bedürfnisse

Wahlbedürfnisse

Kollektivbedürfnisse

immaterielle Bedürfnisse

Grundbedürfnisse Luxusbedürfnisse

Mit den Existenzbedürfnissen werden die absolut lebensnotwendigen Bedürfnisse nach Nahrung, Kleidung und Unterkunft befriedigt. Sie sind in den ärmsten Ländern dieser Welt auch heute noch von zentraler Bedeutung. In den reichen, hoch entwickelten Volkswirtschaften sind die lebensnotwendigen Bedürfnisse weitgehend befriedigt. Hier haben die Menschen die Wahl, welche weiteren Bedürfnisse befriedigt werden sollen; entsprechend spricht man von Wahlbedürfnissen. Die Grund­ bedürfnisse umfassen dabei diejenigen Bedürfnisse, die sich aus dem allgemeinen sozialen und gesellschaftlichen Lebensstandard ergeben. Dies können beispielsweise Wohnungseinrichtungen, Haushaltgegenstände, kulturelle Freizeitbedürfnisse wie Kino, Konzerte oder ­Theateraufführungen sein.

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Luxusbedürfnisse (z. B. ein Luxus- oder ein Zweitauto, teurer Schmuck oder eine Zweitwohnung) können sich nur Leute in gehobenen Einkommensklassen leisten. Die einzelnen Bedürfniskategorien sind nicht fix definiert. Die Zuordnung zu Grund- oder Luxusbedürfnissen ist fliessend und von den Wertvorstellungen der Gesellschaft einer bestimmten Epoche abhängig. Was für Ihre Grosseltern noch ein Luxusbedürfnis war, z. B. ein Geschirrspüler, gehört heute zur Standardausstattung einer gut ausgestatteten Mietwohnung und spiegelt damit ein Grundbedürfnis vieler Wohnungsmieter wider. Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit ist jene zwischen Individual- und Kollektiv­ bedürfnis. Der Entscheid für den Kauf eines Smartphones geht von einer individuellen Person aus – wir sprechen deshalb von einem Individualbedürfnis. Im Gegensatz dazu können Kollektivbedürfnisse nur von mehreren Menschen zusammen (im Kollektiv) befriedigt werden. Grossprojekte wie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Neue Eisenbahn-AlpenTransversale (NEAT), ein zweiter Autobahntunnel durch den Gotthard, aber auch die gesamte Landesverteidigung können praktisch nur durch den Staat realisiert werden. Schliesslich können wir die Bedürfnisse danach unterscheiden, ob sie auf Gegenstände abzielen, die man anfassen kann ( materielle Bedürfnisse), oder ob sie im religiösen, emotionalen oder geistigen Bereich befriedigt werden ( immaterielle Bedürfnisse). Beispiele für immaterielle Bedürfnisse sind das Verlangen nach Macht, Ansehen, Geborgenheit oder Gerechtigkeit.

■ Die Bedürfnisse nach Maslow Unabhängig von der eben vorgestellten Gliederung der Bedürfnisse nach ihrer Dringlichkeit hat der Soziologe Abraham Maslow eine «Bedürfnispyramide» mit fünf unterschiedlichen Bedürfnis­kategorien entwickelt. Gemäss seiner Theorie sollten die Bedürfnisse der jeweils unteren Stufe vollständig befriedigt sein, bevor die nächsthöheren Bedürfnisse für das menschliche Handeln überhaupt bestimmend werden.

5. Bedürfnis nach Selbst­ verwirklichung 4. Bedürfnis nach Wertschätzung

3. Soziale Bedürfnisse

■ Bedürfnisse ohne Ende

2. Sicherheitsbedürfnisse

Auch in wirtschaftlich hoch entwickelten Ländern, in denen man vermuten würde, es seien sämtliche Bedürfnisse aller Menschen erfüllt, tauchen immer wieder neue Bedürfnisse auf: Obwohl die Menschen in den hoch entwickelten Industriestaaten nicht (mehr) an Hunger leiden, gibt es immer wieder neue Nahrungsmittel, die einfacher oder schneller zubereitet werden können. Auch das Grundbedürfnis nach Kleidung ist in diesen Gesellschaften für die meisten Menschen vollständig abgedeckt. Trotzdem bieten Kleidergeschäfte Saison für Saison mit viel Erfolg neue Kleidungsstücke an, die von der Kundschaft auch gekauft werden, während noch gute, funktionsfähige Kleider über Kleidersammlungen karitativer Organisationen entsorgt werden (ein weiterer Hinweis dafür, dass Der Rolls-Royce La Rose Noire Droptail gilt heute als teuerstes neues Strassenfahrzeug der Welt; sein der Übergang von Existenz- zu Grund- und Preis wird auf rund 30 Millionen US-Dollar geLuxusbedürfnissen stark zeit- und gesellschätzt. schaftsabhängig ist).

Grundlagen Wirtschaft und Recht

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1. Grundbedürfnisse (physiologische Bedürfnisse)

Die fünf Bedürfniskategorien nach Maslow sind: ■ Grundbedürfnisse (= physiologische Bedürfnisse, z. B. Nahrung, Wärme, Schlaf, Selbst­ erhaltung, Sexualität oder Bewegung) haben eine körperliche Grundlage. ■ Unter den Sicherheitsbedürfnissen ist z. B. die Absicherung eines erreichten ­Ein­kommens oder des Arbeitsplatzes zu verstehen, aber auch das Absichern vor den Folgen von Unfall oder Krankheit durch eine entsprechende Versicherung. ■ Soziale Bedürfnisse umfassen Zugehörigkeitsbedürfnisse zu einer Gemeinschaft, zu ­einem Freundeskreis oder den Wunsch nach Geborgenheit in der Familie. ■ Das Bedürfnis nach Wertschätzung äussert sich im Wunsch nach Anerkennung durch soziale Beziehungen (Achtung, Lob, Ruhm oder soziales Ansehen durch die Stellung in der Gesellschaft). ■ Selbstverwirklichungsbedürfnisse beinhalten das Streben nach Freiheit und ­Unabhängigkeit, das Bedürfnis, sich weiterzuentwickeln.

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

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(Ausgabe für Lehrperson)

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Wieweit wir ein bestimmtes materielles Bedürfnis befriedigen können, hängt häufig davon ab, ob wir über ausreichende Geldmittel verfügen, um uns etwas kaufen zu können. Wenn Menschen mit ihren Bedürfnissen über genügend Kaufkraft verfügen, entsteht eine Nachfrage am Markt. Die Unternehmen versuchen, mit ihrem Angebot an Sachgütern oder Dienstleistungen dieser Nachfrage zu entsprechen. Die Unternehmen stellen durch den Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Wissen, ­Kapital und Boden Güter her und bieten diese am Markt an. Unter dem Produktionsfaktor Arbeit verstehen wir die Erwerbsarbeit der Menschen. Neben der reinen Arbeit ist auch Wissen (Know-how) für die Herstellung von Sachgütern oder Dienstleistungen notwendig. Nur wenn man weiss, wie etwas erfolgreich produziert und vermarktet werden kann, ist man am Markt erfolgreich. Zum Produktionsfaktor Kapital zählen wir das in den Unternehmen vorhandene Sachkapital. Dazu gehören Gebäude, Maschinen, Werkzeuge oder Computer, die den Produktionsprozess überhaupt erst ermöglichen. Der Produktionsfaktor Boden (oder ­Natur) dient als Grundlage für Unternehmensstandorte, Verkehrswege oder Wohnraum. Er ist aber auch die Grundlage für die Landwirtschaft und den Tourismus und liefert die Rohstoffe für die Produktion von materiellen Gütern. ■ Wirtschaftliche Güter Die von Unternehmen hergestellten Produkte bezeichnen wir als wirtschaftliche Güter. Nur wenn Güter knapp sind, sind die Wirtschaftsteilnehmer überhaupt bereit, dafür einen Preis zu bezahlen. Ist ein Gut nämlich in unbeschränktem Mass vorhanden, kann es nicht bewirtschaftet werden und hat deshalb keinen Preis. Man spricht dann von einem «freien Gut». Freie Güter sind in der Natur in einer derartigen Menge vorhanden, dass niemand bereit ist, dafür einen Preis zu bezahlen. Beispiele dafür sind Luft oder Wasser. Allerdings werden ursprünglich freie Güter infolge des Bevölkerungswachstums und der entsprechenden wirtschaftlichen Aktivitäten zunehmend knapp; sie bekommen damit den Charakter von wirtschaftlichen Gütern. Sobald frisches, sauberes Wasser knapp wird und nicht (mehr) frei ver­fügbar ist, werden die Wirtschaftsteilnehmer bereit sein, einen Preis dafür zu bezahlen – es wird sich ein Markt bilden, in welchem Unternehmen gegen Bezahlung Wasser anbieten. Das Gut Wasser ist damit zu einem wirtschaftlichen Gut geworden, das bewirtschaftet wird. Sachgüter (materielle Güter) können angefasst werden. Sie sind entweder in der Natur bereits vorhanden oder sie werden von Menschen hergestellt. Im Gegensatz dazu sind im­ materielle Güter nicht gegenständlich; sie sind körperlich nicht vorhanden und können deshalb nicht angefasst werden. Beispiele für Dienstleistungen sind die Informationsvermittlung via Internet, der bargeldlose Zahlungsverkehr oder die juristische Beratung einer Anwältin. Solche Leistungen können nicht «gelagert» werden, es gibt kein Eigentum an ihnen, und sie sind unsichtbar. Sie sind aber wie viele Sachgüter das Ergebnis von Produktionsprozessen.

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■ Gliederung der Güter nach verschiedenen Kriterien nach Verfügbarkeit

Freie Güter sind in unbeschränktem Mass vorhanden und haben keinen Preis

Wirtschaftliche Güter werden von Unternehmen auf den Märkten angeboten

nach Gegenständlichkeit

Sachgüter (materielle Güter) können angefasst werden

Immaterielle Güter sind nicht physisch (körperlich) vorhanden

Dienstleistungen

Rechte

nach Verwendungszweck

Konsumgüter dienen dem Konsum

Investitionsgüter werden im Wirtschaftsprozess verwendet, um Güter herzustellen

nach Nutzungsdauer

Gebrauchsgüter dienen einer längerfristigen Nutzung, können wiederholt gebraucht werden

Verbrauchsgüter dienen der einmaligen Nutzung, werden mit ihrem Einsatz verbraucht

Die andere Kategorie von immateriellen Gütern sind Rechte. Damit umschreibt man z. B. die Nutzung eines Patentes (dem Recht zur alleinigen Nutzung und Verwertung einer Erfindung) oder einer Lizenz (einer Genehmigung, eine patentierte Erfindung nutzen zu dürfen). Auch die verschiedenen Nutzungen aus Verträgen wie z. B. Arbeitsleistung aus einem Arbeitsvertrag oder die Benutzung von Räumen aus einem Mietvertrag gehören zu den Rechten. Wenn Güter direkt dem Konsum der privaten Haushalte dienen, sprechen wir von Kon­ sumgütern. Beispiele dafür sind Nahrungsmittel, allgemeine Gebrauchsgegenstände, Unterhaltungselektronik, Wohnungseinrichtungen oder Kleider. Investitionsgüter nennen wir G ­ üter, die im Wirtschaftsprozess verwendet werden. Mithilfe von Werkzeugen, Maschinen und Rohstoffen werden letztlich Konsumgüter (oder wiederum Produktionsgüter) hergestellt. Ein Bleistift, der von einem Grafiker verwendet wird, ist beispielsweise ein Investitionsgut, weil damit an der Erbringung der Dienstleistung «Grafik» mitgewirkt wird; derselbe Bleistift einer Schülerin ist ein Konsumgut, weil damit kein anderes wirtschaftliches Gut hergestellt wird.

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Wirtschaftssektoren und Branchen

Um die rund 600 000 Unternehmen zu gliedern und zu charakterisieren, wird häufig ihre Zugehörigkeit zu einem der drei Wirtschaftssektoren bzw. zu einer bestimmten Branche oder einem Wirtschaftszweig verwendet. Unter einer Branche verstehen wir die Zusammenfassung von Unternehmen, die gleichartige Produkte herstellen oder gleichartige Dienstleistungen erbringen. Zum ersten oder primären Wirtschaftssektor zählen Unternehmen, die sich mit der Gewinnung von Naturerzeugnissen befassen. Es sind dies Betriebe aus den Wirtschaftszweigen Land-, Forstwirtschaft und Jagd sowie Fischerei und Fischzucht und Bergbau. Gesamtschweizerisch arbeiten heute nur noch gut 3 % aller Beschäftigten in diesem Sektor. Der zweite oder sekundäre Wirtschaftssektor umfasst Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Industrie, aus der Energie- und Wasserversorgung sowie dem Baugewerbe. In diesem Sektor sind gut ein Fünftel (21 %) aller Beschäftigten tätig. Die Branchenübersicht – die weitere Unterteilung eines Wirtschaftssektors – zeigt ein sehr vielfältiges Bild, sind doch im Wirtschaftszweig «Verarbeitendes Gewerbe, Industrie» sowohl kleinere gewerbliche Betriebe als auch grosse Industrieunternehmen vom Nahrungsmittelbereich über Holzverarbeitung, die chemische Industrie, den Metall- und Maschinenbau bis hin zum Fahrzeugbau vertreten. Die Unternehmen des dritten oder tertiären Sektors stellen keine materiellen Güter her, sondern erbringen Dienstleistungen (= immaterielle Güter), die in vielen Fällen bei ihrer Herstellung bzw. ihrem Konsum verbraucht werden (= Verbrauchsgüter). Beschäftigungsmässig ist der tertiäre Sektor in unserem Land der wichtigste Bereich. Hier arbeiten drei Viertel (76 %) aller Beschäftigten. Der Dienstleistungssektor umfasst ebenfalls eine Vielzahl unter­schied­licher Branchen. So ist der Tätigkeitsbereich von Handelsbetrieben, beispielsweise eines Kleider­ geschäftes, kaum mit demjenigen eines Treuhandbüros vergleichbar; Banken offerieren völlig andere Dienstleistungsprodukte als eine Bergbahn, und die vielfältigen Dienstleistungen einer Stadtverwaltung können nicht mit den Leistungen eines Kantonsspitals verglichen werden.

Wirtschaftssektoren Rohstoffgewinnung Erster (primärer) Sektor

Fabrikation / Verarbeitung Zweiter (sekundärer) Sektor

Die Sektoren werden weiter unterteilt in Wirtschaftszweige (= Branchen) ■ Land-, Forstwirtschaft, Jagd, ­Fischzucht ■ Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, z. B.­  Gewinnung von Natursteinen (Granit, Marmor), Gewinnung von Sand und Kies (Kieswerke)

■ Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren – Nahrungs- und Genuss­ mittel, Getränke, Tabak – Textilindustrie und ­Leder­verarbeitung – Holzwaren (ohne Möbel) – Papierherstellung und ­Druckgewerbe – Kokerei, Mineralöl­ verarbeitung – Chemische Industrie – Gummi- und Kunststoff­ verarbeitung, Glas-, ­Beton-, keramische ­Industrie – Metallindustrie – Elektronische und ­optische Geräte – Elektrische Ausrüstungen – Maschinenbau – Fahrzeugbau – Herstellung von Möbeln – Reparatur und Instal­lation von Maschinen ■ Energieversorgung ■ Wasserversorgung, ­Abwasser- und Abfall­ entsorgung ■ Baugewerbe (Hoch- und Tiefbau, Ausbaugewerbe)

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

Dienstleistungen Dritter (tertiärer) Sektor

■ Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen ■ Verkehr, z. B. Eisenbahn, Transport- und Speditions­ unternehmen, Post- und Kurierdienste ■ Gastgewerbe, z. B. Hotels und Restaurants ■ Medien und IT-Dienstleistungen ■ Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ■ Grundstücks- und ­Wohnungswesen ■ Freiberufliche Dienstleistungen, z. B. Rechts- und ­Unternehmensberatung, ­Architektur- und Ingenieur­ büros, Werbung und ­Marktforschung ■ Sonstige Dienstleistungen, z. B. Personal- und Stellen­ vermittlung, Reisebüros, ­Sicherheitsdienste und Gebäudebe­treuung ■ Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung ■ Erziehung und Unterricht, d. h. Schulen aller Art und ­aller Stufen ■ Gesundheits- und Sozial­ wesen, z. B. Spitäler, Arztpraxen, ­Alters- und Pflegeheime ■ Kunst, Sport und Erholung, ­z. B. Bibliotheken und ­Museen, ­Fitnesszentren ■ Sonstige (persönliche) Dienstleistungen, z. B. Coiffeurund Kosmetiksalons

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Quelle: NOGA 2025 (BFS)

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

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Unternehmensgrösse, Rechtsform, Eigentumsverhältnisse und Profitorientierung

■ Verschiedene Unternehmensgrössen In allen drei Wirtschaftssektoren gibt es Mikro-, Klein-, Mittel- und Grossunternehmen. So kommen die Frühstücksgipfeli auf dem Morgentisch vielleicht aus einer gewerblichen Kleinbäckerei, einem sogenannten Mikrounternehmen mit bis zu 9 Angestellten; sie könnten aber auch in einer Grossbäckerei mit über 1000 Angestellten gebacken worden sein. ■ Gliederung der Unternehmen nach ihrer Grösse (2023) ■ Anzahl Unternehmen ■ Anzahl Beschäftigte

1 533 591

1 400 000 1 182 353

1 200 000

989 490

1 000 000

928 094

Grossunternehmen sind in der Lage, ihre Produkte und Dienstleistungen zu günstigeren Verkaufspreisen anzubieten, weil sie die Herstellungskosten auf eine grosse Verkaufsmenge verteilen können. Zudem sind häufig nur Grossunternehmen mit ihren speziellen Maschinen und ihrem grossen Know-how in der Lage, bestimmte Produkte überhaupt herzustellen. Grossunternehmen spielen deshalb eine zentrale Rolle im Aussenhandel. Ein Klein- oder Mittelunternehmen kann z. B. kein komplettes Gasturbinenkraftwerk zur Erzeugung von elektrischem Strom liefern, wie es der Grossbetrieb ABB (Asea Brown Boveri) in seinem Sortiment anbietet. KMU verfügen oft auch nicht über Vertriebskanäle im Ausland, und ihr internationaler Bekanntheitsgrad ist deshalb in der Regel gering. Die «Handelszeitung» erstellt jährlich eine Auflistung der grössten Unternehmen der Schweiz aufgrund des erwirtschafteten Umsatzes. Der Verkaufsumsatz ist zwar das am häufigsten verwendete Vergleichskriterium für die Unternehmensgrösse. Daneben werden aber je nach Branche – neben der Anzahl der Beschäftigten – noch weitere Kriterien wie z. B. die mögliche Kapazität eines Transportunternehmens, die Produktionsmenge (der Output), die Anzahl der Filialen, das Vermögen (Bilanzsumme) bei Banken, die Prämienerträge bei Versicherungen oder das Honorarvolumen bei Treuhandunternehmen herangezogen.

800 000 600 000

■ Die grössten Unternehmen der Schweiz, nach Umsatz (2025)

547 074

400 000

Rang 2025

200 000

51 412

9 334

0 Mikrounternehmen (1 bis 9 Besch.)

Kleine Unternehmen (10 bis 49 Besch.)

Mittlere Unternehmen (50 bis 249 Besch.)

1 698 Grosse Unternehmen (250 und mehr Besch.)

Quelle: BFS, Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT), Neuer Datensatz 2023

In der Öffentlichkeit wird «die Wirtschaft» oft durch Schlagzeilen von Umstrukturie­rungen in Grossbetrieben dargestellt. In Wirklichkeit wird die Schweizer Wirtschaft allerdings durch die kleinen und mittleren Unternehmen (= KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten* geprägt. KMU machen über 99 % aller Unternehmen aus, 2/3 aller Arbeits­kräfte arbeiten in KMU, und nur 1/3 sind in Grossunternehmen beschäftigt. Innerhalb der KMU spielen Mikrounternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten eine bedeutende Rolle: Mit gut 1,1 Mio. Beschäftigten entfallen auf diese Kategorie mehr als 1/4 aller Arbeitsplätze. Vor allem im Bereich der persönlichen Dienstleistungen dominieren Kleinunternehmen, weil viele Dienstleistungen sehr kundenbezogen sind. * Unter einem «Beschäftigten» verstehen wir eine Vollzeitstelle; dies entspricht bei Belegung einer Stelle durch mehrere Teilzeitbeschäftigte einem Vollzeitpensum.

Firma

Hauptsitz

Umsatz in Branche Mrd. CHF

1

Vitol

Genf

ca. 281

Energie-, Rohstoff-, Mineralölhandel

2

Glencore

Baar

ca. 203

Rohstoffhandel, Bergbau

3

Cargill International

Genf

ca. 126

Agrar-, Lebensmittel-, Rohstoffhandel

4

Gunvor Group

Genf

ca. 118

Energie- und Rohstoffhandel

5

Mercuria Energy Group

Genf

ca. 105

6

Nestlé

Vevey

89.5

Energie- und Rohstoffhandel Nahrungsmittel

7

Roche Holding

Basel

61.5

8

Novartis

Basel

ca. 44.7

Pharma, Diagnostik

9

Coop-Gruppe

Basel

35.5

Handel, Produktion

10

Migros-Gruppe

Zürich

32.5

Handel, Dienstleistungen, Industrie

11

ABB

Zürich

12

Kühne + Nagel International

Schindellegi

c i s n A ca. 27.2 24.5

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Pharma

Elektrotechnik, Automation, Industrie

Logistik und Spedition

Quelle: Eigene Zusammenstellung nach Unternehmensangaben 2025.


■ Verschiedene Eigentumsverhältnisse Wem gehören eigentlich die vielen unterschiedlichen Unternehmen, die Landwirtschaftsbetriebe, Handels- und Produktionsbetriebe, Banken, Versicherungen, Reisebüros, Hotels oder die öffentlichen Verwaltungen? Jedes dieser Unternehmen hat eine bestimmte Trägerschaft. Im Falle von Einzelfirmen sind die Eigentumsverhältnisse klar: Die Unternehmerin ist gleichzeitig Eigentümerin. Es sind allerdings auch andere als rein private Eigentumsverhältnisse möglich. Bei den Eigentumsverhältnissen gibt es drei Möglichkeiten: Private ­ Unternehmen

Gemischtwirtschaftliche ­Unternehmen

Staatliche (öffentliche) ­Unternehmen

sind vollständig in ­Privateigentum

neben Privatpersonen ist auch der Staat Teilhaber am Unternehmen

sind vollständig im ­Eigentum des Staates

■ Novartis ■ Nestlé ■ UBS

■ Schweizerische Nationalbank ■ Flughafen Zürich AG ■ Swisscom

■ SBB ■ Die Post ■ SUVA

■ Private Unternehmen In einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung wird durch die in der Verfassung festgelegte ­Eigentumsfreiheit garantiert, dass das Eigentum des Einzelnen geschützt wird. Durch ein weiteres Grundrecht, die Wirtschaftsfreiheit, wird festgelegt, dass jede Person ihren Beruf oder ihr Gewerbe frei wählen kann. Entsprechend diesen Grundsätzen befindet sich der Grossteil aller Unternehmen in den Händen von Privatpersonen. ■ Staatliche Unternehmen Die Berücksichtigung und der Ausgleich der unterschiedlichen Interessen in der Gesellschaft, das «Wohl der Allgemeinheit», auch «öffentliches Interesse» oder «Service public» genannt, führen dazu, dass bestimmte Dienstleistungen von staatlichen (öffentlichen) Unternehmen angeboten werden. Staatsbetriebe begründen ihr Vorhandensein damit, dass bei privatwirtschaftlicher Geschäftstätigkeit die Interessen von einzelnen Gesellschaftsgruppen, wie z. B. erschwingliche Preise oder die gleichmässige Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, zu wenig berücksichtigt werden. Wenn die staatlichen Unternehmen andererseits das alleinige Recht zum Verkauf der Produkte besitzen, erhalten sie eine Monopolstellung und sind damit keinem direkten Konkurrenzdruck mehr ausgesetzt.

Grundlagen Wirtschaft und Recht

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■ Die SBB: Ein privates Bahnunternehmen würde die Preise der Nachfrage ent­sprechend festsetzen. Die Fahrkarten für selten befahrene Strecken würden teurer, u ­ nrentable Strecken gar ganz geschlossen. Die Verkehrsverbindungen in entlegene O ­ rtschaften wären bei privatwirtschaftlichen Verkehrsbetrieben nicht mehr im ­gleichen Ausmass gewährleistet. ■ Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ist als staatliches Unternehmen eingerichtet worden, um Handwerks- und Gewerbebetriebe mit erhöhter Unfallgefahr zu tragbaren Prämien zu versichern. ■ Mit staatlichen Spitälern soll eine gleichmässige Gesundheitsversorgung der Bevöl­ kerung erreicht werden. ■ Die Dienstleistungen der Post werden zu einheitlichen Preisen auch in entlegenen ­Gebieten angeboten: So wird ein Brief innerhalb von Zürich für den gleichen Preis b ­ efördert wie ein Brief von Zermatt im Wallis nach Brülisau bei Appenzell. Der Staat kann aber auch noch anders Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen nehmen: einer­ seits durch Vorschriften, die eine einheitliche Regelung bewirken. Dieses Verfahren wird beispielsweise bei der Zulassung von Telefonapparaten angewandt. Um auch ohne Monopolstellung einen reibungslosen Telefonverkehr sicherzustellen, legt das BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) fest, welche Erfordernisse private Telefonapparate zu erfüllen haben. Eine zweite Möglichkeit besteht in der Erteilung von Betriebsbewilligungen (Konzessionen) an private Unternehmen. So hat die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) als privatrechtliches Unternehmen die Konzession verbunden mit einem staatlichen Programmauftrag erhalten. Im Vergleich zu Privatsendern, die sich fast ausschliesslich über Werbeeinnahmen finanzieren müssen, machen bei der SRG die Werbeeinnahmen nur rund 30 % der Gesamteinnahmen aus. Die übrigen 70 % der Einnahmen stammen aus Empfangsgebühren der Konsumentinnen und Konsumenten. Dadurch muss sich die SRG bei der Programm­gestaltung nicht nur an Einschaltquoten orientieren, und es können vertiefende Informa­tionssendungen oder kulturelle Sendegefässe für kleinere Publikumsgruppen ins Programm aufgenommen werden. ■ Gemischtwirtschaftliche Unternehmen Der Staat kann sich auch durch blosse finanzielle Beteiligung einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens sichern. Sind an Unternehmen sowohl der Staat als auch Privatpersonen beteiligt, so bezeichnen wir diese Form der Trägerschaft als gemischtwirtschaftlich. Auch hier wird eine staatliche Beteiligung durch den «Service public», das öffentliche Interesse, begründet. Ein aufsehenerregendes Beispiel dafür war das finanzielle Engagement des Bundes und vieler Kantone beim Aufbau einer Nachfolgegesellschaft für die gescheiterte Swissair, die heutige SWISS. Weitere Beispiele gemischtwirtschaftlicher Unternehmen sind die Schweizerische Nationalbank, die Flughafen Zürich AG und viele Elektrizitätswerke.

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

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(Ausgabe für Lehrperson)

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

■ Verschiedene Rechtsformen Mit der Rechtsform wird der rechtliche Rahmen eines Unternehmens definiert. Dies betrifft in erster Linie die Beziehungen des Unternehmens gegen aussen. So bestimmen z. B. die Haftungsvorschriften, wie ein Unternehmen für seine Schulden haftet. Dann wird aber bei Gesellschaftsunternehmen durch die Rechtsform auch die rechtliche Beziehung der Gesellschafterinnen und Gesellschafter untereinander bestimmt. Dabei geht es beispielsweise um Fragen, wieweit die einzelnen Teilhaber das Unternehmen gegenüber Dritten verpflichten dürfen oder wie allfällige Gewinne oder Verluste auf die Gesellschafterinnen und Gesellschafter aufzuteilen sind. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Einzel- und Gesellschaftsunternehmen: ■ Übersicht über die wichtigsten Rechtsformen der marktwirtschaftlichen ­Unternehmen in der Schweiz sowie deren Anzahl (Stand 2023)

293 865

Einzelunternehmen

327 557

Gesellschaftsunternehmen Handelsgesellschaften

Genossenschaften 3 243

Personengesellschaften

Mischformen

Kapitalgesellschaften

Beispiel

Beispiel

Beispiel

Kollektivgesellschaft

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Aktiengesellschaft

14 922

141 030

123 912

Quelle: BFS, Statistik der Unternehmensstruktur

An einem Einzelunternehmen, oft auch als Einzelfirma bezeichnet, ist eine einzelne Person «beteiligt»; diese ist alleinige Eigentümerin. Es gibt entsprechend keine Abgrenzungs- oder Vertretungsfragen zu regeln, das Gesetz sieht nicht einmal eine spezielle Rechtsform «Einzelunternehmen» vor; bei rechtlichen Problemen gelten die gleichen Bestimmungen wie für eine Privatperson. Das Kapital stammt von einer einzigen Person. Sie kann frei entscheiden, und ein allfälliger Gewinn kommt ausschliesslich ihr zugute. Bei einem Verlust haftet sie allerdings auch unbeschränkt, sogar mit ihrem Privatvermögen. Ein Einzelunternehmen eignet sich für kleinere Betriebe, die nicht allzu viel Kapital benötigen. Beispiele sind etwa Ladengeschäfte, Gewerbebetriebe oder kleinere Treuhandbüros.

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Bei Gesellschaftsunternehmen sind von der ursprünglichen Idee her zwei oder mehr Personen an einem Unternehmen beteiligt. Die rechtlichen Grundlagen werden in einem Vertrag oder mit Statuten definiert. Deren Inhalt kann allerdings nicht völlig frei bestimmt werden, sondern die Gesellschafter müssen sich, je nach ihren Interessen und dem Zweck des Unternehmens, an eine der im Gesetz (dem Obligationenrecht, OR) vorgesehenen Rechtsformen halten. Seit 2008 kann bereits eine einzelne Person eine Aktiengesellschaft oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen. Sogenannte Ein-Personen-AGs oder -GmbH sind somit Gesellschaftsunternehmen mit einem einzigen Gesellschafter. Bei den Handelsgesellschaften steht als Hauptzweck die Erzielung von Einkommen für die Gesellschafter im Vordergrund, dagegen ist bei der Genossenschaft die gemeinsame Selbsthilfe der Zweck des Zusammenschlusses. Beispiele dafür sind landwirtschaftliche Genossenschaften oder Bau- und Wohngenossenschaften. Bei einer Kollektivgesellschaft, dem typischen Beispiel einer Personengesellschaft, steht die Mitarbeit der einzelnen Gesellschafter im Geschäft im Vordergrund. Dagegen ist das Hauptmerkmal von Kapitalgesellschaften, z. B. Aktiengesellschaften, die Kapitalbeteiligung und -beschaffung. Bei kleineren Unternehmen führt das Motiv der Risikoverteilung häufig zur Rechtsform der Kollektivgesellschaft. Mehrere Personen teilen sich die Geschäftsführung auf, d. h., sie arbeiten gemeinsam aktiv und in leitender Funktion im Geschäft. Für die Schulden haftet zunächst das Gesellschaftsvermögen; zusätzlich haften die Gesellschafterinnen und Gesellschafter unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen. Im Gegenzug hat auch jeder Gesellschafter Anspruch auf einen Teil des Reingewinnes. Grössere Unternehmen benötigen häufig viel Kapital; dazu eignet sich die Aktien­ gesellschaft (AG). Bei einer AG erhalten die Eigentümer für das zur Verfügung gestellte Kapital Wertpapiere in Form von Aktien (englisch «shares») und werden deshalb «Aktionäre» oder «Shareholder Shareholder» genannt. Eine persönliche Mitarbeit im Unternehmen wird nicht verlangt. Für die Verbindlichkeiten des Unternehmens haftet allein das Geschäftsvermögen. Die Aktionäre können bei Verlusten im Gegensatz zu Einzelunternehmern oder Kollektivgesellschaftern maximal bis zu ihrer Kapitaleinlage belangt werden. Allfällige Gewinne werden ihnen anteilsmässig zu ihrem Kapitalanteil als Dividende vergütet. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft wurde ursprünglich für Unternehmen mit grossem und langfristigem Kapitalbedarf gestaltet. Weil bei der Gründung einer AG mindestens CHF 100 000.– Aktienkapital erforderlich sind, davon mindestens CHF 50 000.– einbezahlt (liberiert), wird die AG heute auch für kleinere Unternehmen mit wenigen Aktionären verwendet, die damit ihre Haftung auf die Kapitaleinlage begrenzen können. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) bildet eine Kombination der personenbezogenen Kollektivgesellschaft und der kapitalbezogenen Aktiengesellschaft. Dadurch eignet sich die GmbH für Unternehmen, in denen die Gesellschafter die Geschäftsführung persönlich wahrnehmen möchten (analog der Kollektivgesellschaft), ohne aber mit i­hrem gesamten Privatvermögen zu haften (analog der AG).

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Die GmbH ist durch das geringere Mindestkapital (CHF 20 000.–) eine «günstige» Alternative zur AG. Sie eignet sich eher für kleinere, personenbezogene Unternehmen. Durch die Möglichkeit, auch als Einzelperson eine GmbH gründen zu können, hat sie als «Einzel­ unternehmen mit beschränkter Haftung» in den letzten Jahren zusätzlich an Attraktivität gewonnen. Genossenschafterinnen und Genossenschafter wollen in erster Linie ihre gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen wahrnehmen. Bei landwirtschaftlichen Genossenschaften ist dies beispielsweise der gemeinsame Ein- und Verkauf von Saatgut, Dünger und landwirtschaft­ lichen Produkten (wie Kartoffeln, Weizen oder Mais), bei Wohnbaugenossenschaften das ­Erstellen von Wohnungen. Ein allfälliger Gewinn wird in der Regel nicht ausbezahlt, sondern fällt in das Genossenschaftsvermögen. Grössere Unternehmen mit der Rechtsform einer Genossenschaft sind die Raiffeisenbanken oder die Fenaco, eine Selbsthilfeorgani­sation der Bauern, mit den vor allem in der Ostschweiz bekannten Volg-Läden. Auch das grösste Detailhandelsunternehmen der Schweiz, die Migros, hat die Rechtsform der Genossenschaft, wobei hier der ursprüngliche Selbsthilfegedanke für viele Kundinnen und Kunden nicht (mehr) im Vordergrund steht, muss man doch nicht Genossenschafterin Auch Coop ist ein genossenschaftlich organisiertes oder Genossenschafter sein, um in ­einem Unternehmen mit gut 2,5 Millionen Mitgliedern. Migros-Geschäft einzukaufen.

■ Unterschiede in der Profitorientierung Unternehmen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Grösse, Rechtsform und Eigentumsstruktur, sondern auch in ihrer Ausrichtung auf Gewinn. Die Profitorientierung beeinflusst, welche Ziele ein Unternehmen verfolgt und wie es seine Leistungen am Markt anbietet. Die Profitorientierung bestimmt, ob ein Unternehmen vor allem wirtschaftliche Ziele verfolgt oder gesellschaftliche Aufgaben erfüllt. Während private Unternehmen in Konkurrenz stehen und rentabel arbeiten müssen, konzentrieren sich öffentliche Unternehmen und NonProfit-Organisationen auf Dienstleistungen für die Allgemeinheit.

Profitorientierte Unternehmen

Nicht profitorientierte Unternehmen (Non-Profit-Organisationen)

Die Mehrheit der Schweizer Unternehmen ist gewinnorientiert. Ihr Ziel ist es, durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen einen finanziellen Überschuss zu erwirtschaften. Dieser Gewinn dient der Weiterentwicklung des Unternehmens und der Entschädigung der Eigentümer.

Nicht profitorientierte Organisationen verfolgen primär gesellschaftliche oder gemeinnützige Ziele. Sie arbeiten kostendeckend und verwenden allfällige Überschüsse für ihren Zweck, nicht für die Ausschüttung an Eigentümer.

■ Nestlé (Nahrungsmittelkonzern) ■ Roche und Novartis (Pharmaunternehmen) ■ Migros Bank, UBS (Finanzbranche) ■ Ricola oder Lindt & Sprüngli (Lebensmittel/Zuckerwaren) ■ Coop (Detailhandel; profitorientierte Geschäftsfelder, obwohl genossenschaftlich organisiert)

■ Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK) ■ Caritas Schweiz ■ Stiftung Pro Senectute ■ Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften ■ Schweizer Tierschutz STS ■ Auch viele Kultur- und Sportvereine gehören in diese Kategorie.

■ Müssen Unternehmen Gewinne machen? Ja, profitorientierte Unternehmen müssen langfristig Gewinne erzielen, damit sie überleben können. Ein Unternehmen braucht Gewinn, um ... ■ ... in die Zukunft zu investieren. Neue Maschinen, bessere Computer und neue Produkte verursachen Kosten. Ohne Gewinn kann ein Unternehmen nicht wachsen oder sich verbessern. ■ ... Rücklagen zu bilden. Falls etwas schiefgeht (z. B. weniger Kunden, ein Schaden, eine Krise), braucht ein Unternehmen Geldreserven. Der Gewinn hilft, ein Sicherheits­polster aufzubauen und auch in Krisen Arbeitsplätze zu erhalten. ■ ... Eigentümerinnen und Eigentümer bzw. Aktionärinnen und Aktionäre zu entschädigen. Wer sein Geld in ein Unternehmen steckt, erwartet, dass es sich lohnt. Gewinne sind die Belohnung für dieses Risiko.

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Unternehmen und ihre Umwelt

Ein «Modell» ist eine vereinfachte Darstellung der Wirklichkeit: Eine Modelleisenbahn oder das Modell eines geplanten Schulhausneubaus bilden die Wirklichkeit verkleinert und vereinfacht ab. Ein Modellflugzeug mag zwar wie ein echtes, verkleinertes Flugzeug aussehen, sein Aufbau, der Antrieb oder die Steuerung sind aber viel einfacher gestaltet als bei einem richtigen Flugzeug. Auch ein Stadtplan bildet das Häuser- und Strassengewirr einer Stadt vereinfacht ab. Und trotz dieser Vereinfachung hilft uns ein Plan, in einer unbekannten Stadt die Orientierung zu behalten und beispielsweise ein Hotel zu finden. Eine Modelleisenbahn als Hobby ist für den Erbauer und Betreiber ein Vergnügen – eine Freizeitbeschäftigung, mit der eine bestimmte Bahnanlage stark verkleinert dargestellt und betrieben wird. Das Unternehmensmodell ist dagegen nicht etwa das Modell eines Fabrikgebäudes, sondern die grafische Darstellung der wichtigsten Zusammenhänge, die bei der Führung eines Unternehmens zu beachten sind. Mithilfe eines solchen Modells können wir besser verstehen, wie ein Unternehmen funktioniert. Es hilft den Verantwortlichen in der Geschäftsleitung, den Gesamtüberblick zu behalten, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und Wechselwirkungen besser zu erkennen. Ein Unternehmen handelt nicht isoliert, sondern ist Teil eines grösseren Systems aus Anspruchsgruppen und Umweltsphären. Wer ein Unternehmen verstehen will, muss deshalb nicht nur einzelne Teile betrachten, sondern vor allem ihre Beziehungen und Wechselwirkungen erkennen. Viele Unternehmensmodelle bestehen aus drei Elementen: dem Unterneh­ men im Zentrum, den darum herum angeordneten Umweltbereichen (wir sprechen von «Um­ weltsphären») sowie den darin eingebetteten Anspruchsgruppen, auf Englisch Stakeholder. weltsphären» ■ Das Unternehmen im Zentrum kann beispielsweise ein Landwirtschaftsbetrieb, ein Produktionsbetrieb, ein Handelsbetrieb, eine Bank, ein Hotel oder Unterauch eine Gemeindeverwaltung sein. nehmen «Betrieb» wird umgangssprachlich häufig mit «Unternehmen» gleichgesetzt, ist betriebswirtschaftlich aber nicht dasselbe. Mit einem Betrieb wird in der ­Betriebswirtschaftslehre eine einzelne ­Produktionsstätte bezeichnet. Häufig besteht ein Unternehmen aus verschiedenen Betrieben, man spricht ja bezeichnenderweise auch von Filial­betrieben. Der Begriff «Firma» bezeichnet den rechtlichen Namen eines Unternehmens.

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■ Anspruchsgruppen/Stakeholder sind Einzelpersonen, Gruppen, OrganiKonkurrenten Kapitalgeber sationen oder Unternehmen, die bestimmte Erwartungen an das UnternehLieferanten Kunden Untermen stellen, z. B. Kundinnen und nehmen Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten, Konkurrenten und Kapitalgeber. Auch Staat Mitarbeitende der Staat stellt Ansprüche an ein UnterNGOs Institutionen nehmen. NGO steht für Non-GovernMedien mental Organizations; NGOs sind Nichtregierungsorganisationen, z. B. WWF, Greenpeace oder das Rote Kreuz. Unter Institutionen verstehen wir gesellschaftliche Einrichtungen wie Verbände, Vereine, Parteien, Aktions­gruppen. Zu den Medien zählt man alle Kanäle und Organisationen, die Informationen öffentlich verbreiten, zum Beispiel Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, Online-Portale, Nachrichtenplattformen sowie digitale Plattformen, auf denen Nutzerinnen und Nutzer Inhalte erstellen, teilen, kommentieren und weiterverbreiten, zum Beispiel Instagram, TikTok, YouTube, LinkedIn oder X (soziale Medien). Ökologische ■ Umweltsphären – Ein Unternehmen Soziale Umweltsphäre Technologische sollte die allgemeinen Entwicklungen Umweltsphäre Umweltsphäre und Trends in seinem Umfeld ­laufend verfolgen. Erfolgreiche Unternehmen beobachten die für sie ­ be­ deutsamen Vorgänge aus den Bereichen GesellUnterschaft (Soziologie), Natur (Ökologie), nehmen Technik, Wirtschaft (Ökonomie) und der Rechtsordnung systematisch. Nur so kann die Unter­nehmensleitung rechtzeitig auf mög­liche Veränderungen reagieren. Während das Unternehmen Rechtliche Ökonomische Umweltsphäre Umweltsphäre mit seinen Anspruchs­ gruppen, z. B. Kunden, Mitarbeiterinnen oder Lieferanten, in einem direkten Austausch steht, wirken die Neuerungen und Tendenzen in den Umweltsphären eher indirekt auf das Unternehmen ein und sollten deshalb gezielt beobachtet werden. Es ist zu beachten, dass auch ein Ereignis in einer aussenliegenden Sphäre direkt auf das Unter­nehmen einwirken kann. Zudem beeinflussen die Entwicklungen in den Umweltsphären sowohl andere Umweltsphären als auch Anspruchsgruppen und das Unternehmen.

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Umweltsphären – Entwicklungen im Umfeld

Mithilfe der verschiedenen Umweltsphären können Unternehmen die für sie bedeutsamen Entwicklungen in ihrem Umfeld systematisch analysieren.

Ökologische Soziale Umweltsphäre Technologische Umweltsphäre Umweltsphäre

Oft werden Veränderungen in anderen Umweltsphären erst durch deutlich sichtbare Umweltschäden ausgelöst. Solche Ereignisse können dazu führen, dass Anspruchsgruppen ihr Verhalten oder ihre Erwartungen gegenüber Unternehmen anpassen. In Bereichen wie Gewässerschutz oder Luftreinhaltung legt der Staat deshalb verbindliche Rechtsvorschriften fest. ■ Die soziale Umweltsphäre

■ Die ökologische Umweltsphäre

Unternehmen

«Ökologie» bedeutet «Lehre vom Haushalt der Natur»; die Ökologie untersucht somit die Beziehungen und Abhängigkeiten der Lebewesen innerhalb ihrer ökologischen Umwelt. Jede wirtschaftliche Tätigkeit beRechtliche Ökonomische Umweltsphäre Umweltsphäre einflusst die Umwelt in irgendeiner Form. So sind Rohstoffe aus der Natur die Grundlage für viele wirtschaftliche Prozesse, und am Ende der Nutzungsdauer bleiben Abfälle übrig. Unternehmen und Haushalte verbrauchen Energie und geben Abwärme an die Umwelt zurück. Der gleiche Sachverhalt trifft für Luft und Abgase, Wasser und Abwässer zu. In den letzten hundert Jahren haben sich die Wirtschaftstätigkeit und damit auch unsere Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen enorm entwickelt. Mit dem Wirtschaftswachstum hat in vielen Bereichen auch die Umweltbelastung zugenommen. Beispiele dafür sind der globale Temperaturanstieg und seine Folgen für das Klima, die Veränderungen der Ozonschicht über den Polen sowie die Verminderung der Artenvielfalt. Unternehmen sind in eine natürliche Umwelt eingebettet und nutzen natürliche Grundlagen wie Rohstoffe, Energie, Luft und Wasser. Neben wirtschaftlichen Zielen gewinnen deshalb Fragen des Umweltmanagements und der Ressourcennutzung an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die langfristige Entwicklung eines Unternehmens. Auch der Staat beeinflusst das Verhalten von Unternehmen und Haushalten, indem er mit umweltrechtlichen Vorgaben versucht, Umweltbelastungen zu begrenzen. Umweltschutz wird teilweise als Einschränkung persönlicher Freiheit wahrgenommen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Unternehmen und Haushalte ihre Verhaltensweisen so gestalten können, dass neben wirtschaftlichen Interessen auch die natürlichen Grundlagen berücksichtigt werden. Nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der heute lebenden Generation zu erfüllen und zugleich Rohstoffe, Energie, Luft und Wasser für künftige Generationen zu erhalten.

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In der sozialen Umweltsphäre wird das Zusammenleben in der menschlichen Gemeinschaft betrachtet. In jeder Zeit entwickeln sich dabei neue, grundlegende Einstellungen und Überzeugungen (Werthaltungen und Normen), die sich auf das Verhalten der Menschen auswirken. Die Gesellschaft erwartet von den Mitmenschen bestimmte Verhaltensweisen. Da die Ziele und Interessen der einzelnen Menschen gewissen Zeitströmungen unterliegen, ändern sich diese Rollenerwartungen im Laufe der Zeit immer wieder. Die Formen des Zusammenlebens der Menschen haben sich bei uns stark gewandelt. Grossfamilien mit 8 bis 15 Kindern wurden im Laufe der Zeit durch Kleinfamilien mit 1 bis 2 Kindern abgelöst. Neben traditionellen Wohn- und Lebensformen (Vater, Mutter und Kinder) gibt es Einelternfamilien, Single-Haushalte und Patchwork-Familien. Das Aufkommen von immer mehr Single-Haushalten hat z. B. starke Auswirkungen auf die Packungsgrös­sen im Lebensmittelhandel. Im Bildungswesen werden digitale Kompetenzen bereits früh gefördert. Dadurch gehören digitale Geräte und Anwendungen heute in vielen Haushalten, Schulen und Betrieben zum Alltag. Gleichzeitig verändert der technologische Wandel die Anforderungen in der Arbeitswelt: Berufliche Kenntnisse müssen laufend erweitert und aktualisiert werden. Weiterbildung gewinnt deshalb an Bedeutung, und Bildungsanbieter entwickeln entsprechende Angebote für unterschiedliche Zielgruppen. In der politischen Diskussion hat sich einerseits ein Trend zur Polarisierung bemerkbar gemacht. Die grossen politischen Parteien befinden sich in einem permanenten Wahlkampf. Die Medien (Tageszeitungen, Sonntagszeitungen, Fernsehen) haben diesen Trend aufgenommen und teilweise gefördert. Auf der anderen Seite beklagen Politikerinnen und Politiker bei vielen Abstimmungen eine gewisse «Politikverdrossenheit» weiter Bevölkerungskreise. Während in letzter Zeit Austritte aus den Landeskirchen zugenommen haben, verzeichnen einzelne neue religiöse Gemeinschaften Zulauf. Gleichzeitig werden Meditationskurse, esoterische Literatur, Selbsterfahrungsgruppen und ähnliche Produkte s­ owie Dienstleistungen vermehrt nachgefragt. Je nach Denk- und Anschauungsweisen (Mentalität), Werthaltungen und Normen des Einzelnen werden sich Veränderungen, die ihren Ursprung in der sozialen Sphäre haben, schliesslich auf die ökonomische, rechtliche oder technologische Umweltsphäre unterschiedlich auswirken.

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

■ Die technologische Umweltsphäre Innerhalb der technologischen Umweltsphäre wird die Entwicklung der verschiedenen Fertigungsmöglichkeiten und Arbeitstechniken untersucht, die zur Herstellung von Produkten und zur Erbringung von Dienstleistungen eingesetzt werden. Im Laufe der Zeit haben sich dabei immer neue Techniken entwickelt. Dieser technische Fortschritt hat sich in zwei Richtungen vollzogen. Durch Verfahrensverbesserungen wird das gleiche Produkt kostengünstiger hergestellt. In der Automobilindustrie wurde die Handarbeit in der Serienfertigung heute weitgehend durch Roboter ersetzt. Im Versicherungswesen erfolgte die Berechnung von Leistungen früher mit Tabellen und Handbüchern; heute können im Beratungsgespräch mithilfe des Notebooks verschiedene Varianten direkt berechnet und verglichen werden. Dank moderner Technologien können beispielsweise Billette direkt auf dem Smartphone gekauft oder mit Funktionen wie EasyRide automatisch erfasst und abgerechnet werden, ohne dass sie am Schalter oder Automaten gelöst werden müssen. Bei Produktverbesserungen gelingt es mithilfe von Erfindungen, eine bessere Qualität beim Produkt zu erreichen oder ein neuartiges Produkt herzustellen. Mit OLED-, 4K- oder 8KBildschirmen wird zum Beispiel eine deutlich höhere Bildqualität bei Fernseh- und Videoübertragungen erreicht als mit älteren Bildschirmtechnologien. Wenn ein Unternehmen die technologischen Entwicklungen nicht beachtet, kann es sein, dass seine Produkte oder Dienstleistungen durch neuartige Produkte der Konkurrenten verdrängt werden. Das Unternehmen muss sich deshalb dauernd fragen: «Was macht die Konkurrenz, was wird an Universitäten und Hochschulen entwickelt?» Entsprechende Informationen können z. B. aus Zeitschriften oder durch Messebesuche beschafft werden. Da die Forschungs- und Entwicklungsarbeit viel Zeit benötigt, müssen Entscheidungen im Zusammenhang mit den technologischen Entwicklungen frühzeitig getroffen werden.

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wegung. Dagegen gehen in einer Rezession die Produktion und die Umsätze zurück. Weil die Konjunkturentwicklung von vielen verschiedenen Faktoren abhängig ist, ist es für Unternehmen häufig schwierig, Prognosen zu stellen. Der zunehmend weltweite Handel und Wettbewerb um Kunden und Produktionsstandorte (infolge sinkender Transport- und Informa­ tionskosten) machen es gerade für KMU nicht einfacher, wirtschaftliche Tendenzen frühzeitig erkennen und einschätzen zu können. Viele Unternehmen müssen sich deshalb in wirtschaftlichen Fragestellungen auf Analysen und Stellungnahmen von Fachleuten (Konjunkturfachstellen von Hochschulen oder Banken) verlassen. ■ Die rechtliche Umweltsphäre Wo immer Menschen zusammenleben, braucht es bestimmte Ordnungsregeln. Zwar halten wir Menschen uns auch ohne die vom Staat erlassenen Vorschriften an bestimmte Regeln. Anstandsregeln, Umgangsformen oder Wertvorstellungen von «Gut und Böse» akzeptieren wir auch ohne Gesetze. Durch die steigende Bevölkerungszahl und die zunehmende wirtschaftliche Tätigkeit mit einer immer komplexeren Arbeitsteilung wurden im Laufe der Zeit immer mehr durch den Staat erlassene Regeln für das Zusammenleben nötig: So hat sich die Seitenzahl der Amtlichen Sammlung der Schweizerischen Gesetze seit dem 2. Weltkrieg von 1500 Seiten auf über 3000 Seiten verdoppelt. Weil sich die Wertvorstellungen der Gesellschaft im Laufe der Zeit ändern, müssen auch die Rechtsvorschriften veränderbar sein und neuen Gegebenheiten angepasst werden, um Spannungen in der Gesellschaft zu vermeiden. Ein Unternehmen muss somit die für seine Tätigkeit relevanten Gesetzesvorschriften und auch ­deren Änderungen und Aktualisierungen kennen. Dies können Rechtsfragen im Zusammenhang mit E-Commerce (= elektronischer Handel, Handel via Internet) sein, es kann aber auch den Mutterschaftsurlaub oder das Kündigungsverfahren im Arbeitsrecht betreffen. Rechtsfragen werden in grösseren Unternehmen vornehmlich von den entsprechenden Fachpersonen, den Juristinnen und Juristen bzw. Anwältinnen und Anwälten bearbeitet.

■ Die ökonomische Umweltsphäre Alle Unternehmen sind von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen abhängig, die sie selber praktisch nicht beeinflussen können. Wirtschaftliche Vorgänge und Zusammenhänge, die Branchen, Regionen, einzelne Länder oder die gesamte Weltwirtschaft betreffen, werden im Fachgebiet Volkswirtschaftslehre untersucht. Je nach Unternehmen interessiert sich die Geschäftsleitung für unterschiedliche volkswirtschaftliche Grössen wie z. B. die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP), die Entwicklung des privaten Konsums, die Bautätigkeit oder die Teuerung. Für Unternehmen, die ihre Produkte importieren oder expor­tieren, sind die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland (Aussenwirtschaft) wichtig, wie z. B. Änderungen bei Einfuhr- und Ausfuhrbestimmungen oder die Wechselkursentwicklung des Euro. Die wirtschaftliche Gesamtlage bezeichnen wir als Konjunktur. In einer Hochkonjunktur befindet sich die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit, gemessen am BIP, in einer Aufwärtsbe-

■ Wechselwirkungen zwischen den Umweltsphären Entwicklungen in einer Umweltsphäre können auch Auswirkungen auf andere Umweltsphären haben: Verfahrens- und Produktverbesserungen in der technologischen Umweltsphäre verdrängen häufig bestehende Produkte. Dadurch kann die Zahl der Arbeitslosen in gewissen Branchen oder Ländern ansteigen (ökonomische Umweltsphäre). Dank des technischen Fortschritts kann die Arbeitszeit verkürzt werden. Dies ist mit ein Grund für die vermehrte Nachfrage nach Freizeitangeboten (soziale Umweltsphäre); dadurch wird die Umwelt stärker belastet (ökologische Umweltsphäre). Oft sind gewisse Herstellungsverfahren mit R ­ isiken verbunden. An den Betrieb von Kernkraftwerken werden deshalb strenge gesetzliche Auflagen gestellt (rechtliche Umweltsphäre). Nach der Katastrophe von Fukushima wurde in vielen Ländern der Ausstieg aus der Atomtechnologie gefordert bzw. neu diskutiert.

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Anspruchsgruppen – Zielkonflikte als Normalfall

Zwischen dem Unternehmen und seinen Anspruchsgruppen (Englisch: Stakeholder) bestehen gegenseitige Erwartungen und Forderungen. Anspruchsgruppen können Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen oder andere Unternehmen sein.

Konkurrenten

Lieferanten

■ Zielneutralität Von einer Zielneutralität sprechen wir, wenn sich zwei Ziele gegenseitig überhaupt nicht beeinflussen, wenn sie vollständig voneinander unab­hängig sind.

Kapitalgeber

Unternehmen

Kunden

Institutionen

Unternehmen Kunden

Staat

Mitarbeitende NGOs Institutionen Medien

■ Unterschiedliche Interessen

Anspruchsgruppen verfolgen unterschiedliche Interessen: Gewerkschaften erwarten gute Arbeitsplätze, Kapitalgeber Gewinne und Umweltschutzorganisationen den Schutz der natürlichen Grundlagen wie Boden, Wasser und Luft. Ein Unternehmen kann meist nicht alle Forderungen gleichzeitig erfüllen. Die Unternehmensleitung muss deshalb die verschiedenen Anliegen gewichten und einen möglichst guten Ausgleich finden. Vergleicht man die Ansprüche, Interessen und Ziele der Anspruchsgruppen, ergeben sich drei Möglichkeiten: Zielharmonie, Zielneutralität und Zielkonflikte.

Der Anspruch des Turnvereins auf ­einen alljährlichen Sponsoringbeitrag verhält sich neutral zum Anspruch der Kunden nach einem Produkt mit e­ inem hohen Preis-Leistungs-Verhältnis. Beide Ziele sind unabhängig ­voneinander, das Preis-Leistungs-­Verhältnis der Produkte hat mit einem allfälligen Sponsoringbeitrag nichts direkt zu tun.

■ Zielharmonie

■ Zielkonflikte – der Normalfall

Eine Zielharmonie liegt bei «gleichlaufenden» Zielen vor. Die Erreichung des Ziels einer Anspruchsgruppe ­ begünstigt (oder verstärkt gar) die ­ Erreichung des Ziels einer anderen ­Anspruchsgruppe.

Für Unternehmen schwierig zu entscheiden sind die häufig vorkommenden Zielkonflikte. Davon sprechen wir, wenn die Erreichung eines Zieles die Verwirklichung eines anderen Zieles beeinträchtigt oder gar verunmöglicht. Mitarbeitende

Kapitalgeber

Konkurrenten

Lieferanten

Kapitalgeber

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Mitarbeitende NGOs Institutionen Medien

Kapitalgeber

Unternehmen Institutionen

Der Anspruch der Aktionäre nach e­ inem hohen Gewinn begünstigt auch die Erwartung des Turnvereins (Institutionen) auf einen Sponsoringbeitrag für das jährliche BeachVolleyball-­Turnier. Nur bei guten Gewinnen wird das Unternehmen auch Sponsoringbeiträge auszahlen können.

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Lieferanten

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Kunden

Wenn die Aktionärinnen und Aktionäre einer Aktiengesellschaft einen hohen Gewinn erwarten, so verträgt sich dieser Anspruch nicht mit dem Anspruch der Mitarbeitenden nach besseren So­zialleistungen und zusätzlichen Ferientagen. Höhere Sozialleistungen und F­ erientage verursachen höhere Kosten, was bei gleichbleibendem ­Ertrag den Gewinn schmälert.

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Unternehmenskonzept – Wechselwirkungen im Fokus

Unter einem «Konzept» verstehen wir ganz allgemein die Darstellung eines Vorhabens. Ein Unternehmenskonzept ist eine Darstellungshilfe zur Erfassung und Beurteilung unternehmerischer Probleme und Entscheidungen. Mithilfe des Konzepts können Auswirkungen und Wechselwirkungen von Entscheidungen in den Bereichen Leistung, Finanzen und So­ziales übersichtlich dargestellt werden. Unternehmenskonzept Absichten und Grundsätze

Leistung Finanzen

Soziales

Leitbild

(Purpose, Vision, Mission, Werte)

Ziele Umsetzung Massnahmen Ressourcen, Prozesse

Strategie

■ Der Leistungsbereich umfasst dabei Fragestellungen im Zusammenhang mit der Unternehmensleistung: Welche Bedürfnisse wollen wir bei den Kunden abdecken, und welche Produkte und Dienstleistungen stellen wir dazu her? ■ Der Bereich Finanzen enthält Fragen nach finanziellen Aspekten wie beispielsweise der Finanzstruktur oder der Gewinnerwartung. ■ Schliesslich werden im Bereich Soziales die Beziehungen des Unternehmens zu den Mitarbeitenden und zu Anliegen aus Gesellschaft und Umwelt definiert. Die Absichten und Grundsätze verkörpern den obersten «Wegweiser» für die Unternehmenstätigkeit. Es sind dies die grundlegenden Wertvorstellungen, die im Unternehmen gelten sollen, z. B. das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt. Dazu gehören auch die grundlegenden Verhaltensregeln (Normen), die das Zusammenleben und -arbeiten im Unternehmen koordinieren, wie beispielsweise Ehrlichkeit und Offenheit. Im Leitbild werden die wichtigsten Absichten und Grundsätze für die Öffentlichkeit und die Mitarbeitenden formuliert. Das Unternehmensleitbild kann wesentlich zur Unternehmensidentität (= Corporate Identity) beitragen, indem es die folgenden Fragen beantwortet: ■ «Wer sind wir?» ■ «Was ist Sinn und Ziel unserer Tätigkeit?» ■ «Wie verhalten wir uns gegenüber den Ansprüchen der Anspruchsgruppen?» Ein gut formuliertes Leitbild beschreibt die grundlegende Ausrichtung eines Unternehmens.

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In der heutigen Managementsprache wird es häufig mit den Begriffen Purpose, Vision, Mission und Werte konkretisiert: Der Purpose hält den übergeordneten Zweck fest, die Vision das angestrebte Zukunftsbild, die Mission den konkreten Auftrag und die Werte die Grundsätze des Handelns. Inhaltlich enthält ein Leitbild Aussagen zu allen drei Bereichen des Unternehmenskonzeptes: Leistung, Finanzen und Soziales; z. B. zum Nutzen für die Kundschaft, zur finanziellen Zielsetzung oder zum Umgang mit wichtigen Anspruchsgruppen. Die Migros hat Ende 2025 die Vision 2035 verabschiedet. Ihr Leitgedanke lautet «Eine lebenswerte Schweiz für alle». Diese Vision baut auf drei Elementen auf: Migros als erste Wahl im Alltag, die starke Migros-Gemeinschaft sowie die Nutzung des wirtschaftlichen Erfolgs zum Wohl der Gesellschaft. Aussagen zum Bereich Soziales zeigen sich unter anderem im Engagement für Kultur und Bildung, in der Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und Genossenschafterinnen und Genossenschaftern sowie im sozialverträglichen und ressourcenschonenden Handeln. Aus den allgemein formulierten Grundsätzen auf höchster Ebene müssen konkrete, messbare Ziele für die drei Bereiche Leistung, Finanzen und Soziales abgeleitet werden. Im Gegensatz zum Unternehmensleitbild sind diese Ziele der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Ein Unternehmen möchte beispielsweise seine jährlichen Umsatzziele den Konkurrenten nicht bekannt geben. Mit der Strategie definiert das Unternehmen schliesslich den Weg zur Erreichung seiner Ziele. Darin wird festgelegt, wie, d. h. mit welchen Massnahmen (Mittel und Verfahren), die im Leitbild festgelegten Absichten und Grundsätze im täglichen Geschehen umgesetzt werden sollen. Es muss z. B. bestimmt werden, welche konkreten Betriebsmittel (Maschinen, Werkzeuge, Fahrzeuge usw.) notwendig sind und wie das notwendige Kapital beschafft werden soll (Finanzierungsverfahren). Mit wie vielen Mitarbeitenden soll die Betriebsleistung erbracht werden, und welche Lohn-, Qualifikations- und Weiterbildungsgrundsätze gelten? Wie sollen die Produkte und Dienstleistungen verkauft, d. h. an die Kundinnen und Kunden gebracht werden? ■ Strategie regelmässig überprüfen und bei Bedarf anpassen

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Weil sich die Verhältnisse im Laufe der Zeit ändern können, muss eine Strategie von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. Als Grundlage dafür dient zunächst die Analyse des eigenen Unternehmens (Wo sind wir stark? Welches sind unsere Schwächen?) sowie eine Analyse der Umweltsphären des Unternehmens: Gibt es z.B. neue technologische Errungenschaften, sind neue Konkurrenten auf dem Markt, oder hat sich die Wirtschaftslage massiv verändert? Aufgrund solcher Vorarbeiten kann schliesslich eine veraltete Strategie den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

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Prozesse – Abläufe und Wertschöpfungsketten

Betrachten wir ein Unternehmen prozessKonkurrenten Kapitalgeber orientiert, geht es um die Strukturierung der Abläufe und Vorgänge, die tagtäglich Führungsprozesse in einem Unternehmen stattfinden. Unter Lieferanten Kunden Geschäftsprozesse einem Prozess verstehen wir eine Reihe Supportprozesse von Aufgaben, die in einer vorgegebenen Abfolge zu erledigen sind. Dabei lauten die Staat Mitarbeitende zentralen Fragestellungen: «Wie lässt sich NGOs Institutionen ein Prozess bestmöglich abwickeln?» und Medien «Wie müssen die einzelnen Prozesse miteinander verbunden werden?» Durch solche Fragen sollen die verschiedenen Abläufe in einem Unternehmen optimiert und konsequent auf den Kundennutzen ausgerichtet werden. Nach dem Modell der Prozessorganisation unterscheiden wir drei Kategorien von Prozessen: Führungsprozesse, Geschäftsprozesse und Supportprozesse. ■ Führungsprozesse beinhalten Aufgaben, welche die Führung und Organisation des ­gesamten Unternehmens betreffen. Dafür ist das oberste Management verantwortlich (entsprechend werden solche Prozesse auch als Managementprozesse bezeichnet). ­Inhaltlich geht es z. B. um die periodische Anpassung der Unternehmensstrategie, um die Planung und Kontrolle von Zielen und Massnahmen. Auch die Mitarbeiterführung oder die Erstellung des Budgets, d. h. die Festlegung der finanziellen Richtwerte für die Unternehmenstätigkeit der nächsten Geschäftsperiode, sind Führungsprozesse. Ebenfalls auf dieser Ebene angesiedelt ist das Controlling, die laufende Überprüfung und Steue­rung der Geschäftsprozesse (unter anderem mithilfe der Daten aus der Betriebsbuchhaltung). Auch die Umsetzung einer umfassenden, systematischen Q ­ ualitätssicherung (z. B. ISOZertifizierung oder EFQM-Modell) ist ein typischer Prozess dieser Kategorie. ■ Geschäftsprozesse betreffen direkt die Herstellung der Produkte bzw. die Bereitstellung von Dienstleistungen und deren Verkauf. In einem Produktionsbetrieb gehören die Beschaffung der Rohstoffe, die Produktion und der Absatz der Fertigprodukte dazu. Solche Prozesse werden manchmal auch als Kernprozesse bezeichnet. Sie sind immer direkt auf den Kundennutzen ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht die praktische G ­ eschäftstätigkeit wie z. B. die Durchführung von Werbeaktionen, die Bearbeitung von Offerten und die Abwicklung von Aufträgen. Bei Industrieunternehmen, z. B. in der Chemie, spielen zudem die angewandte Forschung und Entwicklung eine zentrale Rolle.

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■ Damit die Geschäftsprozesse möglichst reibungslos ablaufen können, braucht es bestimmte Grundlagen. Dafür verantwortlich sind die Supportprozesse (oder Unterstützungsprozesse). Diese umfassen die Bereitstellung der Infrastruktur und interne Dienstleistungen wie zum Beispiel die Einstellung von Personal oder die Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Das Erstellen des Geschäftsberichtes am Jahresende, das Ausarbeiten von Rechtsgutachten bei Streitigkeiten oder auch sämtliche Arbeiten des Hausdienstes sind weitere Beispiele für Supportprozesse. ■ Ein Beispiel aus der Versicherungsbranche kann die verschiedenen Prozesskategorien veranschaulichen: Die Planung, Koordination und Qualitätskontrolle von Beratungsgesprächen bei der Kundschaft bilden einen Führungsprozess, der auf oberster Managementebene abläuft. Das eigentliche Beratungs­gespräch führt der Versicherungsvertreter durch. Dazu gehören Gesprächsführungs­muster für verschiedene Versicherungen, die Abgabe der notwendigen Unterlagen an die Kundschaft und die Auswertung der Kundenbesuche; dies alles wird in einem Geschäfts­prozess definiert. Die Bereitstellung des Notebooks (Hardware) mit den ver­sicherungsspezifischen Programmen (Software) zur Registrierung und Dokumentation der Kundenkontakte und zur Erfassung des Versicherungsantrags ist ein typischer Supportprozess. Diese Computerunterstützung wird von der IT-Abteilung der Versicherungsgesellschaft geleistet («IT» steht für das englische «information technology», also Informations- und Daten­verarbeitung). In den Geschäftsprozessen wird die Hauptwertschöpfung (dies ist – vereinfacht – die Differenz zwischen Verkaufserlös und Gesamtkosten) des Unternehmens erarbeitet. Unterstützt werden die Geschäftsprozesse durch die Supportprozesse, und gesteuert werden Geschäfts- wie auch Supportprozesse durch die Führungsprozesse.

Führungsprozesse

Geschäftsprozesse

Supportprozesse

■ Wertschöpfungsketten machen sichtbar, wie in einem Unternehmen aus einzelnen Tätigkeiten Schritt für Schritt ein Produkt oder eine Dienstleistung entsteht. In jeder Stufe wird zusätzlicher Wert geschaffen. Bei einem Joghurt der Migros beginnt die Wertschöpfung z. B. mit der Beschaffung der Milch, führt über die Verarbeitung, Verpackung, Lagerung und den Transport bis zum Verkauf in der Filiale. Unterstützt werden diese Schritte durch Prozesse wie Qualitätskontrolle, Marketing, Personalplanung, Informatik und Rechnungswesen. Die Betrachtung als Wertschöpfungskette zeigt, welche Abläufe besonders wichtig für den Kundennutzen sind und wo Kosten entstehen. Dadurch können Unternehmen prüfen, ob einzelne Tätigkeiten schneller, günstiger, nachhaltiger oder kundenfreundlicher organisiert werden können.

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Zwei Unternehmensmodelle im Vergleich

Beispiel 1: St. Galler Management-Modell (Rüegg-Stürm & Grand, 2020)

Managementaufgaben, die ein Unternehmen bewältigen muss (Aufgabenperspektive) ■ Im Zentrum des St. Galler Management-Modells steht das Unternehmen mit seinen Tätigkeiten, Strukturen und Entwicklungsaufgaben. Das St. Galler Management-Modell unterscheidet dabei Prozesse, Ordnungsmomente und Entwicklungsmodi. Prozesse beschreiben wiederkehrende Abläufe im Unternehmen. Ordnungsmomente geben diesen Abläufen Orientierung und Struktur. Entwicklungsmodi zeigen, wie ein Unternehmen verbessert oder erneuert wird. Zu den Prozessen gehören Managementprozesse, Geschäftsprozesse und Unterstützungsprozesse. Managementprozesse umfassen die Führung und Steuerung des Unternehmens, zum Beispiel Planung, Entscheidungsfindung und Kontrolle. Geschäftsprozesse betreffen die eigentliche Leistungserstellung für die Kundinnen und Kunden, zum Beispiel Entwicklung, Produktion, Verkauf oder Beratung; ein Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen für Kundinnen und Kunden Nutzen schafft und daraus Erträge erzielt. Unterstützungsprozesse schaffen die Voraussetzungen dafür,

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dass Management- und Geschäftsprozesse funktionieren, zum Beispiel Personalwesen, Finanzen, Informatik oder Infrastruktur. Zu den Ordnungsmomenten gehören unter anderem Strategie, Struktur, Kultur und Governance. Die Strategie zeigt, welche langfristigen Ziele ein Unternehmen verfolgt und wie es diese erreichen will. Die Struktur legt fest, wie Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege im Unternehmen geordnet sind. Die Kultur umfasst gemeinsame Werte, Denkweisen und Verhaltensmuster. Governance beschreibt die Grundsätze und Regeln, nach denen ein Unternehmen geführt, kontrolliert und gegenüber wichtigen Anspruchsgruppen verantwortet wird. Die Entwicklungsmodi machen sichtbar, dass Unternehmen sich laufend weiterentwickeln müssen. Optimierung bedeutet, bestehende Abläufe, Strukturen oder Leistungen zu verbessern. Erneuerung geht weiter: Sie beschreibt grundlegende Veränderungen, wenn ein Unternehmen neue Wege einschlagen oder sich an stark veränderte Bedingungen anpassen muss. ■ Rund um das Unternehmen stehen verschiedene Anspruchsgruppen/Stakeholder. Dazu zählen zum Beispiel Kunden, Mitarbeitende, Kapitalgeber, Lieferanten, Konkurrenten, Staat und Medien. Diese Gruppen haben unterschiedliche Erwartungen an das Unternehmen und beeinflussen seine Entscheidungen. Zwischen Unternehmen und Stakeholdern bestehen laufende Austauschbeziehungen. Anspruchsgruppen stellen dem Unternehmen zum Beispiel Arbeit, Kapital, Wissen, Leistungen oder gesellschaftliche Akzeptanz zur Verfügung. Umgekehrt erwarten sie etwa Lohn, Rendite, Produkte, Aufträge, Steuern, Verantwortung oder verlässliche Informationen. Interaktionsthe­ men prägen die Beziehungen zwischen Stakeholdern und Unternehmen. Es handelt sich um Anliegen und Interessen, Normen, Werte und Ressourcen, welche zwischen den Anspruchsgruppen ausgehandelt werden müssen. Sie machen sichtbar, worum es in der Beziehung zwischen Unternehmen und Anspruchsgruppen konkret geht und wo Zielkonflikte entstehen können. ■ Die Umweltsphären Gesellschaft, Natur, Technologie und Wirtschaft zeigen, in welchem Umfeld ein Unternehmen handelt. Veränderungen in der Umwelt beeinflussen die Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungen eines Unternehmens. Gesellschaftliche Erwartungen, ökologische Entwicklungen, technologische Neuerungen oder wirtschaftliche Veränderungen können neue Chancen eröffnen, aber auch Risiken und Anpassungsdruck erzeugen. Unternehmen müssen Entwicklungen in ihren Umweltsphären deshalb beobachten, einordnen und darauf reagieren. So wird sichtbar, dass Unternehmensführung nicht nur nach innen gerichtet ist, sondern immer auch vom Umfeld und dessen Veränderungen geprägt wird.

c i s n A

ar l p m e x e hts


Ökologische Umweltsphäre Soziale Umweltsphäre ische Umweltsphäre Technolog che Umweltsphäre s i m o Ö k on e Umweltsphäre h c i l t h c Re

Konkurrenten

Unternehmenskonzept

Leistung Finanzen Soziales

Absichten und Grundsätze

Leitbild

Lieferanten

(Purpose, Vision, Mission, Werte)

Kapitalgeber

Führungsprozesse Geschäftsprozesse

Ziele Umsetzung Strategie

Massnahmen, Ressourcen, Prozesse

Staat

ten fest, nach welchen Grundsätzen gehandelt werden soll. Die Strategie beschreibt anschliessend den Weg zu den langfristigen Zielen, und Prozesse zeigen die wiederkehrenden Abläufe, mit denen die Leistung erstellt und das Unternehmen geführt wird. Prozesse werden auch in diesem Modell in drei Gruppen unterteilt: Führungsprozesse (Managementprozesse), Geschäftsprozesse und Supportprozesse (Unterstützungsprozesse).

Kunden

Supportprozesse

Mitarbeitende NGOs Institutionen Medien

Beispiel 2: Unternehmenskonzept-Modell (STR teachware, 2026) Unternehmensentscheide in den Bereichen Leistung, Finanzen und Soziales ■ Während das St. Galler Management-Modell das Unternehmen über die Begriffe Ordnungsmomente, Entwicklungsmodi und Prozesse erklärt, beschreibt das Unternehmenskonzept-Modell das Unternehmen über den Begriff Unternehmenskonzept Unternehmenskonzept. Dieses zeigt, welche Absichten und Grundsätze ein Unternehmen verfolgt, welche Ziele es sich setzt und wie es diese Ziele in der Umsetzung verwirklicht. Dabei lassen sich drei zentrale Bereiche unterscheiden: Leistung, Finanzen und Soziales. Leistung beschreibt, welche Produkte oder Dienstleistungen ein Unternehmen anbietet. Finanzen zeigen, wie ein Unternehmen Erträge erzielt, Kosten deckt und wirtschaftlich bestehen kann. Soziales macht sichtbar, wie ein Unternehmen Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Gesellschaft und weiteren Anspruchsgruppen übernimmt. Das Leitbild fasst die grundlegende Ausrichtung eines Unternehmens zusammen. In der heutigen Managementsprache wird es häufig mit den Begriffen Purpose, Vision, Mission und Werte beschrieben: Der Purpose erklärt den übergeordneten Zweck des Unternehmens, die Vision beschreibt ein angestrebtes Zukunftsbild, die Mission zeigt, welchen Auftrag das Unternehmen erfüllt, und die Werte halGrundlagen Wirtschaft und Recht

1

■ Die Anspruchsgruppen/Stakeholder stehen rund um das Unternehmen und haben unterschiedliche Erwartungen an dessen Tätigkeit. Zu ihnen gehören Kunden, die gute Produkte oder Dienstleistungen erwarten, Mitarbeitende, die Lohn, Sicherheit und sinnvolle Arbeitsbedingungen wünschen, sowie Kapitalgeber, die dem Unternehmen Geld zur Verfügung stellen und dafür eine angemessene Rendite erwarten. Lieferanten stellen Vorleistungen bereit und erwarten verlässliche Geschäftsbeziehungen. Konkurrenten beeinflussen das Unternehmen durch Wettbewerb um Kunden, Preise und Innovationen. Der Staat setzt rechtliche Rahmenbedingungen und erhebt Steuern. NGOs, Institutionen und Medien beobachten Unternehmen, vertreten öffentliche Anliegen und können die Wahrnehmung eines Unternehmens in der Gesellschaft beeinflussen. ■ Die Umwelt bildet den äusseren Rahmen des Einführungsmodells und zeigt, welche Entwicklungen von aussen auf ein Unternehmen einwirken. Die ökologische Umweltsphäre liegt ganz aussen, weil natürliche Lebensgrundlagen wie Klima, Rohstoffe, Energie und Umweltbelastungen alle wirtschaftlichen Tätigkeiten langfristig prägen. In diesem Modell liegt die rechtliche Umweltsphäre dem Unternehmen am nächsten, weil neue Gesetze, Vorschriften oder Gerichtsurteile die Tätigkeit eines Unternehmens besonders direkt beeinflussen können. Unternehmen müssen rechtliche Entwicklungen deshalb aufmerksam verfolgen und rechtzeitig darauf reagieren. ■ Weshalb gibt es unterschiedliche Unternehmensmodelle?

ar l p m e x e hts

Es gibt verschiedene Unternehmensmodelle, weil sie je nach Zeitbudget, Fachbegriffen und Zielgruppe unterschiedlich gut passen. Für eine Einführung eignet sich ein übersichtliches Modell mit wenigen Begriffen, zum Beispiel das Unternehmenskonzept-Modell; für eine Vertiefung kann ein umfassenderes Modell sinnvoll sein, zum Beispiel das St. Galler Management-Modell.

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

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(Ausgabe für Lehrperson)

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

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Von der Geschäftsidee zum Geschäftsmodell

■ Geschäftsidee

■ Mehrwert für Kundschaft und Gesellschaft

Am Anfang jeder Unternehmensgründung steht die Geschäftsidee. Sie beschreibt den grundlegenden Einfall, der ein bestimmtes Problem lösen oder einen besonderen Nutzen für Kundinnen und Kunden schaffen soll. Dabei handelt es sich meist um ein Produkt oder eine Dienstleistung; die Geschäftsidee beantwortet die Frage: «Was will ich anbieten?» Die Geschäftsidee hinter dem E-Bike besteht darin, eine umweltfreundliche, effiziente und komfortable Alternative zum herkömmlichen Fahrrad und zum Auto für den Stadt- und Freizeitverkehr anzubieten. Das E-Bike löst das Problem körperlicher Anstrengung bei längeren oder hügeligen Strecken und ermöglicht es auch weniger sportlichen Menschen, mobil und flexibel unterwegs zu sein. Der elektrische Antrieb schafft einen spürbaren Mehrwert im Alltag – sei es für den Weg zur Arbeit, den Einkauf oder Ausflüge in der Freizeit. Mit dem E-Bike wird ein Produkt angeboten, das ökologische Mobilität mit Geschäftsidee E-Bike modernem Lebensstil verbindet.

Unternehmerinnen und Unternehmer starten selten mit einem fertigen Geschäftskonzept. Stattdessen identifizieren und verfeinern sie zunächst eine erfolgsversprechende Idee. Im Zentrum steht üblicherweise ein klarer Kundennutzen, ein sogenanntes Wertversprechen. Kundinnen und Kunden haben bestimmte Bedürfnisse, die sie befriedigen wollen. Dabei sollen Annehmlichkeiten geschaffen und/oder Unannehmlichkeiten beseitigt werden. So bieten E-Bikes gegenüber klassischen Fahrrädern den Vorteil, dass man mit weniger körperlicher Anstrengung von A nach B gelangt und weniger verschwitzt ist. Damit eine Geschäftsidee im Markt erfolgreich ist, muss ein Unternehmen seine Zielgruppe(n) sehr gut kennen. Es muss klar sein, an wen sich das Wertversprechen richtet. Die entsprechenden Kundenbeziehungen und Verkaufskanäle müssen aktiv gepflegt werden. Viele erfolgreiche Unternehmen schaffen jedoch nicht nur Mehrwert für die direkten Kunden, sondern sorgen auch für eine Wertverteilung in der Gesellschaft. So kann eine E-BikeHerstellerin dazu beitragen, dass weniger Menschen auf ein Auto angewiesen sind und weniger Stau entsteht. Zudem schafft das Unternehmen Arbeitsplätze und generiert Steuern für den Staat. ■ Wertschöpfung in Unternehmen

■ Geschäftsmodell Aufbauend auf der Geschäftsidee entsteht anschliessend das Geschäftsmodell. Es beschreibt, wie die Idee wirtschaftlich tragfähig umgesetzt wird. Dazu gehören Überlegungen zu Zielgruppen, zum Wertversprechen, zu Einnahmequellen, zur Kostenstruktur sowie zu den notwendigen Ressourcen und Prozessen. Das Geschäftsmodell bildet somit die strukturelle und wirtschaftliche Logik hinter der ursprünglichen Idee. Das Geschäftsmodell beschreibt, wie diese Idee in ein wirtschaftlich funktionierendes Angebot überführt wird. Es richtet sich an Zielgruppen wie Pendlerinnen und Pendler, Seniorinnen und Senioren, Freizeitradlerinnen und -radler oder Touristinnen und Touristen. Das zentrale Wertversprechen lautet: «Schneller, entspannter und nachhaltiger ans Ziel.» Einnahmequellen sind neben dem Verkauf von E-Bikes auch Vermietung, Leasingmodelle, Reparaturservices, Zubehörverkauf oder App-basierte Dienstleistungen wie Streckenplanung und Akkuüberwachung. Die Kostenstruktur umfasst Entwicklung, Produktion, Logistik, Marketing und Kundenservice. Notwendige Ressourcen sind physische Komponenten wie Rahmen, Akku und Motor, qualifiziertes Personal, Vertriebskanäle sowie digitale Infrastruktur. So entsteht ein marktfähiges, nachhaltiges Mobilitätsangebot für eine umweltbewusste und komfortorientierte Gesellschaft.

Um das gegenüber der Kundschaft geäusserte Wertversprechen einlösen zu können, muss das entsprechende Produkt oder die Dienstleistung zunächst geschaffen werden. Ein Unternehmen sollte daher wissen, wie es die Wertschöpfung ausgestaltet. Dies hängt von den verfügbaren Ressourcen ab. In unserer arbeitsteiligen Wirtschaft sind viele Unternehmen auf einzelne Aktivitäten spezialisiert. Sie sind daher auf vielfältige Partnerschaften angewiesen. So greifen E-Bike-Hersteller beispielsweise für Motoren, Akkus, Bremsen und viele weitere Komponenten auf ein ganzes Netzwerk von Lieferanten zurück. Für die langfristige Überlebensfähigkeit des Unternehmens ist es zudem zentral, dass ein Teil des geschaffenen Werts in das Unternehmen zurückfliesst. Dies geschieht in Form von Erträgen, die in der langen Frist grösser sein sollten als die Kosten. Wenn eine gewisse Wertabschöpfung möglich ist, kann das Unternehmen Gewinne in neue Entwicklungen investieren. Nur wenn ein E-Bike-Unternehmen in der Lage ist, aus dem Verkauf von Produkten genügend Einnahmen zu generieren, um die Kosten zu decken, wird das Unternehmen im Markt bestehen können.

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11 Geschäftsmodelle visualisieren und weiterentwickeln Ein Geschäftsmodell beschreibt die Erfolgsfaktoren eines Unternehmens. Es zeigt auf, wie ein Unternehmen seine Ziele erreicht, indem es Mehrwert schafft. Die optimale Konfiguration des Geschäftsmodells ist ein wichtiger Bestandteil jedes erfolgreichen Unternehmens. Ein Geschäftsmodell ist jedoch selten stabil, sondern muss aufgrund sich ändernder Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse laufend angepasst werden. Jedes Geschäftsmodell kann anhand von vier Fragen umfassend beschrieben werden: ■ ■ ■ ■

Was ist unser Wertversprechen? Für wen werden Werte generiert? Wie werden Werte geschaffen? Wie viel des Werts wird abgeschöpft?

Meist werden Geschäftsmodelle mit strukturierten Darstellungen, sogenannten Frameworks, abgebildet. Sie machen die zentralen Elemente eines Unternehmens übersichtlich sichtbar.

■ Business Model Navigator Bei einer innovativen Geschäftsidee werden mehrere der vier Fragen eines Geschäftsmodells «Was? Für wen? Wie? Wie viel?» auf eine neuartige Weise beantwortet. Dabei spricht man von Geschäftsmodell-Innovation. Es müssen nicht immer alle vier Fragen völlig neu beantwortet werden. Oft genügt es, wenn mehrere Bereiche neu kombiniert oder anders gelöst werden. Der Business Model Navigator ist eine Methode der Universität St. Gallen zur systematischen Entwicklung von Geschäftsmodellen. Er geht davon aus, dass viele neue Geschäftsmodelle nicht vollständig neu erfunden werden, sondern durch die Rekombination bekannter Geschäftsideen und Geschäftsmuster entstehen. Dazu stellt der Business Model Navigator 55 verschiedene Muster bereit, zum Beispiel für Preisgestaltung, Vertrieb, Nutzung statt Besitz, Abonnemente oder Plattformmodelle. Diese Muster dienen als Vorlagen und können auf das eigene Geschäft übertragen werden. So werden beispielsweise mit einem Flatrate-Abo für E-Bike-Sharing-Angebote ein neues Wertversprechen und eine neue Wertabschöpfung geschaffen: Die Kundschaft erhält komfortable Mobilität ohne eigenes E-Bike (Was?) und bezahlt dafür einen monatlichen Fixpreis (Wie viel?). Gleichzeitig muss das Unternehmen klären, für welche Zielgruppen das Angebot besonders attraktiv ist, zum Beispiel Pendlerinnen, Studierende oder Touristinnen (Für wen?). Ebenso muss es organisieren, wie die E-Bikes bereitgestellt, gewartet, aufgeladen, repariert und per App gebucht werden können (Wie?).

Was für Werte bieten wir unserer Kundschaft an? (Kundennutzen)

WAS?

Wertangebot Für wen generieren wir unsere Werte? (Kundensegmente)

WER?

Wie schaffen wir unsere Werte? (Wertschöpfungskette)

Wertschöpfung

Erfolgsmechanik WIE VIEL?

WIE?

Wie viel des Werts bleibt uns? (Wertabschöpfung)

Business Model Navigator, angelehnt an Gassmann, Frankenberger und Csik (2017)

Grundlagen Wirtschaft und Recht

1

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Der Business Model Navigator hilft, Geschäftsideen nicht nur spontan zu entwickeln, sondern systematisch zu prüfen: Welche bekannten Muster könnten passen? Welche Fragen des Geschäftsmodells verändern sich dadurch? Und wie kann die neue Idee so umgesetzt werden, dass sie für Kundschaft und Unternehmen einen Nutzen schafft?

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

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■ Business Model Canvas Das Business Model Canvas («Geschäftsmodell-Leinwand») ist ein visuelles Werkzeug zur strukturierten Darstellung und Entwicklung von Geschäftsmodellen. Es hilft, die zentralen Elemente eines Geschäftsmodells – wie Kundensegmente, Wertangebote, Kanäle, Einnahmequellen und Schlüsselressourcen – übersichtlich auf einer Seite zu erfassen und Zusammenhänge zu erkennen.

Durch die einfache Visualisierung fördert das Business Model Canvas ein gemeinsames Verständnis im Team, unterstützt die Ideenentwicklung und erleichtert die systematische Weiterentwicklung sowie Anpassung von Geschäftsmodellen.

c i s n A Business Model Canvas, angelehnt an Osterwalder (2010)

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12

Unternehmerisch denken und handeln

Unternehmerisch denken heisst, wirtschaftliche Entscheidungen nicht isoliert zu betrachten. Unternehmen stehen immer in Beziehung zu Anspruchsgruppen: Kundinnen und Kunden erwarten überzeugende Leistungen, Mitarbeitende faire Arbeitsbedingungen, Kapitalgeber eine angemessene Rendite, der Staat regelkonformes Verhalten und die Gesellschaft einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen. Solche Erwartungen lassen sich nicht immer gleichzeitig erfüllen. Zielkonflikte gehören deshalb zum unternehmerischen Alltag. Entscheidungsprozess: Schritte zur begründeten Entscheidung. Der Entscheidungsprozess hilft, solche Situationen systematisch zu bearbeiten: Zuerst wird die Problemstellung geklärt. Danach werden Interessen, Aussagen und Grundlagen geprüft. Anschliessend werden Lösungsalternativen entwickelt und anhand geeigneter Kriterien beurteilt. Dazu gehören ökonomische, soziale, ökologische und individuelle Werte.

Interessen von Anspruchsgruppe A 6 Wertbasiert entscheiden

2 Interessen klären Aussagen prüfen

Unternehmerisch handeln bedeutet, Chancen und Risiken sorgfältig abzuwägen und daraus begründete Entscheidungen abzuleiten. Geschäftsmodelle zeigen, wie Werte versprochen, geschaffen, verbreitet und abgeschöpft werden. Unternehmensmodelle helfen, Anspruchsgruppen, Umweltsphären, Strategien und Prozesse im Zusammenhang zu verstehen. Wer unternehmerisch denkt und handelt, entwickelt tragfähige Lösungen, übernimmt Verantwortung und ist bereit, aus Unsicherheit gestaltend zu handeln.

Spannungsfeld A Freiheit vs. staatliche Regeln

3 Lösungsalternativen entwickeln

4 Beurteilungskriterien festlegen Interessen von Anspruchsgruppe D

(Soziale, ökonomische, ökologische, individuelle Werte)

1

Freiheit Autonome Sicherheit

Interessen von Anspruchsgruppe C

Ökonomische Werte

Individuelle Werte

Innovation

Fairness

Selbstverantwortung

Wettbewerb

…

Würde Gesundheit …

…

Generationengerechtigkeit

Entscheidungsprozess: Fakten, Kriterien und Werte gemeinsam betrachten und die Konsequenzen für verschiedene Interessen berücksichtigen. Eigene Darstellung in Anlehnung an Euler & Kühner, Iconomix.

Grundlagen Wirtschaft und Recht

Leistung

Toleranz

(Optionen aus Sicht der Interessen)

(Machtverhältnisse analysieren)

Effizienz

Vertrauen

Soziale Werte

Spannungsfeld B Tiefe Preise vs. faire Löhne

Gewinn

Gerechtigkeit Solidarität

(Faktencheck: Belege Daten, Quellen, Kontext)

1 Betriebswirtschaftliche Problemstellung formulieren

5 Konsequenzen für Betroffene abschätzen

Interessen von Anspruchsgruppe B

Wertekompass: Orientierung für begründete Entscheidungen. Der Wertekompass macht sichtbar, dass unternehmerische Entscheidungen nicht allein an Gewinn, Effizienz oder Wettbewerb ausgerichtet werden sollten. In Zielkonflikten bieten auch Werte wie Fairness, Vertrauen, Nachhaltigkeit, Verantwortung und Sicherheit eine wichtige Orientierung. Sie helfen, verschiedene Interessen abzuwägen und eine Entscheidung nachvollziehbar zu begründen.

Artenvielfalt

Klimaschutz

Intakte Natur

Spannungsfeld D Wohlstand heute vs. Kosten morgen

ar l p m e x e hts

Nachhaltigkeit

Ökologische Werte …

A

nsic

Spannungsfeld C Wachstum vs. Ressourcen schonen

Wertekompass: Übersicht über individuelle, soziale, ökologische und ökonomische Werte, die Entscheidungen beeinflussen können. Eigene Darstellung in Anlehnung an Euler & Kühner, Iconomix.

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

b) Bedürfnisse können nach ihrer Dringlichkeit in Existenz- und Wahlbedürfnisse und nach dem Bedürfnisträger in materielle und immaterielle Bedürfnisse ­gegliedert werden.

F

. . . nach Bedürfnisträger in Individual- und Kollektivbedürfnisse . . . nach Gegenstand in materielle und immaterielle Bedürfnisse

c) Grund- und Luxusbedürfnisse sind Unterkategorien der Wahlbedürfnisse. Die Zuordnung einzelner Güter zu diesen beiden Gruppen ist auch von den Wertvorstellungen einer Gesellschaft abhängig.

d) Wenn in einer Gesellschaft nach den Grund- auch die Luxusbedürfnisse ­abgedeckt sind, stagniert die Wirtschaft auf hohem Niveau.

R

F

Bedürfnisse sind unbegrenzt (dies ist eine grundlegende Tatsache der Wirtschaft)

e) Das Selbstverwirklichungsbedürfnis steht gemäss der Theorie von Maslow an der Spitze der fünfstufigen Pyramide.

f) Die sozialen Bedürfnisse sind gemäss Maslow durch das Bedürfnis nach ­sozialem Ansehen bzw. der Stellung in der Gesellschaft definiert.

Soziale Bedürfnisse umfassen Zugehörigkeitsbedürfnisse zu einer Gemeinschaft.

R F

A

B

Immaterielles Bedürfnis

. . . sind die Bedürfnisse der Menschen

Materielles Bedürfnis

F

Kollektivbedürfnis

a) Ausgangspunkt für wirtschaftliches Handeln ist die Werbung, welche die ­verfügbaren Waren und Dienstleistungen den Konsumenten bekannt macht.

Zu welchen Bedürfniskategorien gehören die ­folgenden Aussagen? Es sind Mehrfachnennungen möglich.

Individualbedürfnis

Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.

Bedürfniskategorien

Luxusbedürfnis

Übung 1.2

Grundbedürfnis

Bedürfnisse

Seite 22

Wahlbedürfnis

Übung 1.1

1

Existenzbedürfnis

Grundlagen Wirtschaft und Recht

C

D

E

F

G

H

X

X

a) Marc Bucher hätte gerne ein Streaming-Abo für Surround-Sound.

X

b) Beatrice Kummer sieht sich Filme lieber in ­einem «­ richtigen» Kino an. Sie freut sich auf das neue M ­ ultiplex-Kino in ihrer Stadt.

X

c) Politiker fordern eine «zweite Röhre» (Autobahn­tunnel) durch den Gotthard.

X

X

d) Carla Biasotto aus Affoltern am Albis ­verbringt fast j­edes Wochenende in ihrer Zweitwohnung im Tessin.

X

X

e) In der Auffangstelle in Kreuzlingen werden Asyl­suchende mit dem Nötigsten versorgt.

X

f) Rund 60 % aller Schülerinnen und Schüler des Bildungs­zentrums Bolgen verpflegen sich in der Mensa.

(X)

g) Oliver besucht die Grundschule ­( 2. ­Primarklasse) in ­seiner Wohngemeinde.

X

h) Irène, seine Klassenkameradin, besucht in der Nachbar­gemeinde zusätzlich zwei Lektionen «English f­ or Kids» bei einer Privatlehrerin. i) Roberto trainiert pro Woche zweimal in ­einem Fitnesscenter. j) Simone feiert mit ihrem Mann Leon den 5. Hochzeits­tag in einem exklusiven Fein­ schmecker-Restaurant.

A

X

X

X X

X

X

X

X

X

X

X

X

X

X

X

ar l p m e x e hts

X

nsic

X

X X

X

X

X

X

X

X

X

(X)

X X


Übung 1.4

c) Erst wenn die Bedürfnisse mit genügend ­Kaufkraft ausgestattet sind, entsteht am Markt ein Angebot.

F

. . . entsteht am Markt eine Nachfrage. d) Unternehmen stellen Güter durch den Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Wissen, Kapital und Boden (Natur) her.

e) Sauberes Wasser war früher vielerorts frei verfügbar und deshalb ein wirtschaftliches Gut. Erst wenn es durch Verschmutzung knapp wird, verliert es seinen Preis.

Verbrauchsgüter

B

C

D

E

F

G

H

X

X

f) «Konsumgüter» ist der Überbegriff für die Gesamtheit der von den ­Unternehmen hergestellten Güter.

R F

F

«Wirtschaftliche» Güter ist . . . g) Unter einer Lizenz verstehen wir das Recht zur alleinigen Nutzung oder ­Verwertung einer Erfindung.

b) Schleifmaschine in einer Schreinerei

X

c) Heizöl im Tank eines Einfamilienhauses

X

d) Mietvertrag für das Auto einer Touristin

frei verfügbare Güter = freie Güter, knappe Güter = wirtschaftliche Güter

F

X X

X

X

X

X

(X)

f) Sitzgruppe im Wohnzimmer der Familie G ­ erber

X

X

g) Werkstattgebäude einer Malerei

X

i) Der Arbeitsvertrag einer Angestellten bei ­einem Reisebüro

X

j) Mobilfunk-Lizenz für das Gebiet der Schweiz

X

k) Nachtessen im Kreis von Freunden und ­Freundinnen

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

(X)

X

c i s n A

X

X X

X X

X X

X

h) Hotelübernachtung eines Aussendienst­ mitarbeiters

X

X

e) Mietauto auf dem Areal einer Auto­vermietung

. . . Patent (Lizenz = Genehmigung, ein Patent zu nutzen)

1

A a) Finanzberatung einer Bank für eine Schreinerei

. . . auf die Nachfrage der Menschen.

Grundlagen Wirtschaft und Recht

Gebrauchsgüter

F

Investitionsgüter

b) Das Angebot der Unternehmen trifft am Markt auf die Bedürfnisse der Menschen.

Konsumgüter

R

Rechte

a) Unternehmen stellen durch den Einsatz der Produktionsfaktoren Güter her und bieten diese am Markt an.

Zu welcher Güterart gehören die folgenden ­Güter? Es sind Mehrfachnennungen möglich.

Dienstleistungen

Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.

Verschiedene Güterarten

Immaterielle Güter

Wirtschaftliche Güter

Sachgüter

Übung 1.3

X

X

X

X

X

X

X

X

(X)

X

ar l p m e x e hts X

X

Seite 23


Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Übung 2 Verschiedene Wirtschaftssektoren

Übung 3.1

Bestimmen Sie, welchem Wirtschaftssektor (1, 2 oder 3) die folgenden Unternehmen bzw. Tätigkeitsbereiche einzelner Unternehmen angehören.

f) Textilbetrieb g) Kieswerk h) Spital i) Oberflächenbeschichtung j) Spielwarengeschäft

2 2 1 3 2

l) Bereich «Baumschulen»

1

m) Bereich «An- und Verkauf»

3

n) Bereich «Renovation alter Möbel»

2

A. Läubli, Fischerei und Fischhandel

1

p) Bereich «Handel mit Nordseelachs»

3

q) Bereich «Fisch-Räucherei»

2

3

umfasst Unternehmen mit gleichartigen Produkten / DL

c) Mikrounternehmen sind Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten.

d) Welche zusätzlichen Kriterien können neben der Anzahl Beschäftigter und dem Umsatz für Grössenvergleiche sinnvoll sein? Ordnen Sie die passenden Kriterien zu.

F

R

A

B

C

D

E

F

X

d1) Detailhandel X

d2) Banken

Ist die folgende Aussage richtig (R) oder falsch (F)? Setzen Sie den zutreffenden Buchstaben in das Kästchen und korrigieren Sie stichwortartig allfällige Fehler. r) Eine Branche umfasst alle Unternehmen, die im gleichen Wirtschaftssektor tätig sind.

F

. . . Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten

Antiquitäten Hermann Zwicker

o) Bereich «Fischfang»

b) Unter KMU verstehen wir Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten.

Output (Produktionsmenge)

e) Metallwalzwerk

2

3

R

Kapazität

d) Bauunternehmen

3

k) Bereich «Planung Gartenanlagen»

a) In der Schweiz sind über 99 % aller Unternehmen sogenannte KMU; ­sie ­beschäftigen rund zwei Drittel aller Arbeitskräfte.

Anzahl Filialen

c) Kantonalbank

3

Arni, Gartenbau und Planung

Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.

Vermögen (Bilanzsumme)

b) Modegeschäft

1

Verschiedene Unternehmensgrössen

Prämienerträge

a) Landwirtschaftsbetrieb

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Honorarvolumen

1

Grundlagen Wirtschaft und Recht

X

d4) Transportunternehmen d5) Energieerzeugung

d7) Produktionsbetriebe

ar l p m e x e hts X

d3) Versicherungen

d6) Treuhandunternehmen

X

A

nsic

X

X

X

X


b) Erschwingliche Preise und eine regional gleichmässige Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sind Beispiele für das öffentliche Interesse an staatlichen Unternehmen.

c) Staatliche Unternehmen sind vollständig im Eigentum des Staates.

R R

R

d) Bei gemischtwirtschaftlichen Unternehmen sind neben Privatpersonen auch der Staat oder staatliche Stellen am Unternehmen beteiligt.

R

e) Gemischtwirtschaftliche Unternehmen werden häufig mit dem Service public beziehungsweise mit dem öffentlichen Interesse begründet.

R

f) Der Staat kann private Unternehmen auch über Vorschriften oder Konzessionen beeinflussen.

g) Gemischtwirtschaftliche Unternehmen heissen so, weil sie ihre Produkte oder Dienstleistungen sowohl dem Staat als auch Privatpersonen verkaufen.

Lesen Sie die folgenden Aussagen aus der Sicht der gründenden Person. Ordnen Sie jeder Aussage die Rechtsform zu, die am besten zu den genannten Vorstellungen passt.

1

B

C

D

E

X

Ich will allein entscheiden und den Gewinn allein behalten; das Risiko trage ich selbst.

b)

Ich will die Geschäftsführung persönlich wahrnehmen, aber die Haftung auf das Geschäftsvermögen begrenzen.

c)

Ich will ein Unternehmen gemeinsam mit zwei Studienkolleginnen führen, die ebenfalls aktiv mitarbeiten und eine persönliche Haftung akzeptieren.

d)

Ich benötige für mein Unternehmen viel Kapital; die Kapitalgeber sollen nicht persönlich mitarbeiten.

e)

Ich schliesse mich mit insgesamt 15 Personen zusammen, um eine nachbarschaftliche KITA zu organisieren, weil in unserer Siedlung keine KITA besteht.

f)

Ich will ein Unternehmen mit beschränkter Haftung gründen; ich kann jedoch nur CHF 25 000.– als Eigenkapital einbringen.

X

g)

Ich will mit mehreren Personen ein Unternehmen führen, persönliche Haftung soll ausgeschlossen sein. Das Eigenkapital von CHF 50 000.– können wir gemeinsam einbringen.

X

h)

Ich will ein Unternehmen gründen, bei dem viele Personen mit kleinen Anteilen beteiligt sind und gemeinsam von günstigeren Leistungen profitieren.

Ans

Weil Staat und Private am Unternehmen beteiligt sind.

Grundlagen Wirtschaft und Recht

A a)

R F

Genossenschaft

a) Bei den Eigentumsverhältnissen unterscheidet man private, gemischtwirtschaftliche und staatliche Unternehmen

Für die Wahl einer passenden Rechtsform ist entscheidend, welche Ziele die Gründerinnen und Gründer verfolgen: Wer soll entscheiden? Wer soll mitarbeiten? Wie viel Kapital wird benötigt? Wie stark soll die persönliche Haftung begrenzt werden?

AG

Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.

Verschiedene Rechtsformen

GmbH

Übung 3.3

Kollektivgesellschaft

Verschiedene Eigentumsverhältnisse

Einzelunternehmen

Übung 3.2

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

X X

e x e s icht

X X

ar l p m X

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

1

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

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Übung 3.4 Profitorientierte und nicht profitorientierte Unternehmen Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie den entsprechenden Buchstaben in das Kästchen und korrigieren Sie falsche Aussagen auf den leeren Linien. a) Profitorientierte Unternehmen wollen langfristig einen finanziellen Überschuss erwirtschaften.

f) Ordnen Sie die folgenden Unternehmen und Organisationen wie folgt zu: A = profitorientiertes Unternehmen B = nicht profitorientierte Organisation

R

A b) Non-Profit-Organisationen dürfen keine Überschüsse erzielen.

F

können Überschüsse erzielen, aber keine Gewinne ausschütten c) Gewinne dienen profitorientierten Unternehmen nur dazu, Eigentümerinnen und Eigentümer zu entschädigen.

F

auch für Investitionen und als Reserven für schlechte Zeiten d) Öffentliche Unternehmen und Non-Profit-Organisationen konzentrieren sich stärker auf Leistungen für die Allgemeinheit als auf Gewinnausschüttungen.

e) Ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen ist automatisch eine NonProfit-Organisation.

Auch genossenschaftlich organisierte Unternehmen können profitorientierte Geschäftsfelder haben, z. B. Coop.

R

F

B

X

f1)

Nestlé

f2)

Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK)

f3)

Roche

f4)

Caritas Schweiz

f5)

Migros Bank

f6)

Stiftung Pro Senectute

f7)

Coop

f8)

Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft

f9)

Lindt & Sprüngli

X X X X X X X X

f10) Schweizer Tierschutz STS

X

f11) Kultur- oder Sportverein

X

c i s n A

ar l p m e x e hts


Modellbegriff

Übung 4.2

Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien. a) Ein Modell bildet die Wirklichkeit möglichst vollständig ab.

F

b) Modelle helfen dabei, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.

R

c) Ein Übersichtsplan zeigt alle Strassen eines Ortes genau so, wie sie in der Wirklichkeit verlaufen.

F

... zeigt nur jene Strassen, die für Orientierung wichtig sind. d) Modelle vereinfachen die Wirklichkeit, damit man Zusammenhänge besser erkennen kann.

e) Ein Unternehmensmodell zeigt das Unternehmen genau so, wie es in der Realität aussieht.

R F

vereinfacht wichtige Zusammenhänge im Unternehmen und in seiner Umwelt f) Eine Landkarte ist ein Modell, weil sie ein Gebiet verkleinert und vereinfacht darstellt.

Anspruchsgruppen und Sphären

Welche Begriffe passen zu den folgenden Aussagen? Ordnen Sie zu. 1 2 3 4 5

Unternehmen Anspruchsgruppen / Stakeholder Umweltsphären Direkte Wechselwirkung Indirekter Einfluss

Ziffer

Übung 4.1

a) Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die Erwartungen an ein Unternehmen stellen. b) Allgemeine Entwicklungen im Umfeld eines Unternehmens, z. B. in Gesellschaft, Natur, Technik, Wirtschaft oder Recht.

1

3

c) Ein Hotel beobachtet, dass Gäste vermehrt nachhaltige Angebote erwarten. Diese Entwicklung gehört zur sozialen und ökologischen Umgebung des Unternehmens.

3

d) Kundinnen und Kunden kaufen ein Produkt, Mitarbeitende leisten Arbeit, Lieferanten liefern Waren. Zwischen ihnen und dem Unternehmen besteht ein Austausch.

4

e) Neue gesetzliche Vorschriften zum Datenschutz wirken auf ein Unternehmen ein, auch wenn sie nicht von einzelnen Kundinnen oder Lieferanten ausgehen.

5

f) Ein Produktionsbetrieb, eine Bank, ein Hotel oder eine Gemeindeverwaltung können im Zentrum eines Unternehmensmodells stehen.

R

c i s n A Grundlagen Wirtschaft und Recht

2

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

1

ar l p m e x e hts

Seite 27


Grundlagen Wirtschaft und Recht

1

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Seite 28

Soziale Sphäre

Technologische Sphäre

Ökonomische Sphäre

Rechtliche Sphäre

Viele Entwicklungen im Umfeld eines Unternehmens können sich auf dessen Geschäftstätigkeit auswirken. Um den Überblick zu behalten, ordnen Unternehmen solche Beobachtungen den fünf Umweltsphären zu: ökologische, soziale, technologische, ökonomische und rechtliche Umweltsphäre. Ordnen Sie die fett gedruckte Beobachtung der zutreffenden Umweltsphäre zu. Bei einzelnen Entwicklungen sind auch zwei Zuordnungen denkbar.

Ökologische Sphäre

Übung 5.1 Umweltsphären

A

B

C

D

E

a) Auf der Messe «Druck und Papier» wird eine neue Druckmaschine vorgestellt: Das neue Druckverfahren bringt qualitativ stark verbesserte Druck­ möglichkeiten, was sich auch auf unseren Verkaufsertrag auswirken wird.

X

b) Ein neuer Gesamtarbeitsvertrag in der Branche senkt die Höchstarbeitszeiten der Arbeitskräfte. Wir werden deswegen entweder zusätzliche Arbeitskräfte anstellen oder leistungsfähigere Maschinen anschaffen.

X

c) Weil die Abfall- und Recyclingproblematik einen immer höheren Stellenwert einnimmt, plant der Verwaltungsrat die Aufnahme einer speziellen ­Recy­cling-Zeitschrift ins Verlagsprogramm.

X

d) Die traditionelle Familie wird zunehmend in Frage gestellt. Herkömmliche Familienzeitschriften haben deshalb geringere Absatzchancen.

X

e) Eine geplante Besteuerung der Energie wird unsere Stromkosten erhöhen.

X

f) Die kürzlich erfolgten Zinssenkungen haben die Kredite verbilligt, weshalb wir eine Betriebserweiterung unserer Druckerei in Erwägung ziehen.

X

g) Seit Zeitungen vermehrt auf Smartphones, Tablets und in News-Apps gelesen werden, verringern sich auch die Absatzzahlen der gedruckten Zeitungs­ausgaben, was für uns zu tieferen Umsätzen führen könnte.

X

X

h) Ein wichtiges Element der bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU ist die volle Personenfreizügigkeit. Im Bereich der hochqualifizierten Stellen ist es seit Inkrafttreten dieser Verträge für die Unternehmen in der Schweiz einfacher, entsprechende Arbeitskräfte zu finden.

X

ar l p m e x e hts

i)

Seit immer mehr Unternehmen einen zunehmenden Teil ihres Budgets für Werbemassnahmen im Internet einsetzen, gehen die Inserateeinnahmen in unseren Zeitschriften kontinuierlich zurück.

X

j)

Für den geplanten Neubau unseres Druck- und Medienzentrums lassen wir von einem Planungsbüro einen Umweltverträglichkeitsbericht erstellen, der die Auswirkungen auf Boden, Wasser und Luft sowie die Lärmsituation und die Abfallkonzeption aufzeigt.

X

c i s n A

X

k) Gemäss Baubewilligungsverfahren (Bau- und Umweltschutzgesetz) müssen wir zusammen mit dem Baugesuch für das geplante Druck- und Medien­ zentrum auch einen Umweltverträglichkeitsbericht einreichen. l)

Die im Verhältnis zum Ausland hohen Bodenpreise in der Schweiz können dazu führen, dass die Erstellung eines weiteren Produktionsgebäudes im Ausland billiger zu stehen kommt.

X

X


Ökologische Sphäre

Soziale Sphäre

Technologische Sphäre

Ökonomische Sphäre

Rechtliche Sphäre

A

B

C

D

E

m) Meldungen über eine schleppende Wirtschaftsentwicklung haben dazu geführt, dass die Leute sparsamer sind als früher. Wir spüren einen Rückgang bei den Abonnements unserer teuren Luxuszeitschriften.

X

n) Weil Kundinnen und Kunden Abonnemente vermehrt online abschliessen, müssen wir unsere Website und den Bestellprozess einfacher gestalten.

X

o) Anzeichen für Klimaveränderungen haben in letzter Zeit stark zugenommen. Wissenschaftliche Beiträge müssen zur besseren Verständlichkeit mit ­aufwendigen Grafiken ergänzt werden, was die Produktionskosten der einzelnen Ausgaben erhöht.

X

X

p) Aufgrund der seit längerer Zeit günstigen Wechselkursverhältnisse haben die Reiseaktivitäten nach Übersee zugenommen. Wir haben dies an den g ­ estiegenen Verkaufszahlen unseres Reisemagazins bemerkt.

X

q) Der Staat plant zur Sicherung seiner Einnahmen ein neues Steuergesetz, das höhere Steuern auf dem Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften vorsieht und damit den Verkaufspreis erhöhen wird. r) Die neue, voll digitalisierte Drucksetztechnik erlaubt es, bis kurz vor Redaktionsschluss noch Bilder in die neue Ausgabe aufzunehmen. Wir müssen die Entwicklung beobachten, um unseren gegenwärtigen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz nicht zu verlieren.

c i s n A Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

X X

ar l p m e x e hts

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

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Soziale Sphäre

Technologische Sphäre

Ökonomische Sphäre

Rechtliche Sphäre

Für ein Unternehmen ist es wichtig, Entwicklungen möglichst frühzeitig zu erkennen, damit es genügend Zeit hat, sich verschiedene Reaktionsund ­Gestaltungsmöglichkeiten zu überlegen. Vielfach liegt der Ursprung von Entwicklungen, die in einzelnen Umweltsphären beobachtet werden, in ­früheren ­Veränderungen der anderen Umweltsphären. Ordnen Sie bei den möglichen Gründen für die folgenden Entwicklungen jeweils die fett gedruckte Aussage der entsprechenden Umweltsphäre zu.

Ökologische Sphäre

Übung 5.2 Wechselwirkungen zwischen den Umweltsphären

A

B

C

D

E

a) An einer Mobilitätsmesse wird ein neues Fahrerassistenzsystem vorgestellt.

X

1. Das neue System wurde entwickelt, weil die Kundschaft zunehmend mehr Wert auf den Sicherheitsaspekt beim Autofahren legt.

X

2. Das neue System konnte entwickelt werden, weil in der Hochkonjunktur hohe Gewinne erzielt wurden und der Industrie damit Geld für die Forschung zur Verfügung stand. 3. Das neue System wurde entwickelt, weil die im alten System verwendete Bremsflüssigkeit bei Servicearbeiten zu Problemen beim Rezyklieren führte.

X X

4. Das neue Bremssystem musste entwickelt werden, weil das alte Bremssystem Ursache einiger Unfälle war und in der Schweiz nicht mehr z­ ugelassen wurde.

X

b) Der Staat prüft eine kilometerabhängige Abgabe für Fahrzeuge mit Verbrennermotor.

X

1. Die neue Steuer kann realisiert werden, weil ein neuer Kilometerzähler entwickelt wurde, der durch die Fahrzeughalter nicht manipuliert werden kann. 2. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, um die in der Politik vorgebrachte Forderung des Verursacherprinzips («Wer die Luft mehr belastet, soll auch mehr bezahlen») zu erfüllen.

X X

ar l p m e x e hts

3. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, weil der Bundesrat aufgrund einer Rezession mehr Einnahmen zur Finanzierung der allgemeinen Bundes­aufgaben benötigt. 4. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, weil dadurch ein Beitrag zur Verminderung der steigenden Luftbelastung durch den Automobilverkehr ­erwartet wird.

c i s n A

X

X


C D

A Kapitalgeber

D NGOs/Institutionen / Medien

C Mitarbeitende

F

Lieferanten

b) Welche Anspruchsgruppen des Unternehmens sind mit den folgenden Umschreibungen angesprochen? 1. Organisationen, die Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen erwarten.

NGOs / Institutionen

Forderung a)

… Auszahlung eines Gewinnanteils am Ende des Geschäftsjahres

b)

… fristgerechte Bezahlung der offenen Rechnungen

c)

… faire Aussagen in der Werbung

d)

… faire Berichterstattung über den Geschäftsverlauf

e)

… ein fortschrittliches Ferienreglement

f)

… möglichst wenig Luftbelastung durch die ­Produktion

g)

… zeitgemässe Entlöhnung

C

D

E

F

G

X X

X

3. … erwarten persönliche Förderung und individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten.

… Produktionsbedingungen, die sozialen ­Mindeststandards entsprechen

Mitarbeitende

i)

4. Gruppe, die eine offene und ehrliche ­Informationspolitik erwartet.

… Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte für Abwasser aus dem Produktionsprozess

Medien

j)

… regelmässig eingehende Bestellungen

k)

… Zusatzleistungen und ein guter Service

c i s n A

Staat

(X)

X

(X)

X X

h)

Grundlagen Wirtschaft und Recht

B

X

Konkurrenten

6. ... erwarten gute Verzinsung und sichere Rückzahlung des investierten Kapitals.

A

X

2. Diese Gruppe erwartet eine konstruktive Mitarbeit im Branchenzusammenschluss.

5. Wir erwarten von dieser Gruppe öffentliche Leistungen zu angemessenen Preisen.

Konkurrenz

Staat

Lieferanten

Kunden

Unternehmen

Staat

F

A

Die verschiedenen Anspruchsgruppen stellen unterschiedliche Forderungen an das Unternehmen. Welche Anspruchsgruppe setzt sich vor allem für die unten stehenden Forderungen ein? Ordnen Sie die aufgeführten Forderungen der zutreffenden Anspruchsgruppe zu. Mehrfachnen­ nungen sind möglich; ordnen Sie jedoch höchstens zwei Anspruchsgruppen zu.

Institutionen / NGOs

Konkurrenten

Forderungen der Anspruchsgruppen

Mitarbeitende

a) Wie heissen die fehlenden Anspruchsgruppen? Ordnen Sie den Buchstaben A bis F die richtigen Begriffe zu.

Übung 6.2

Kunden

Anspruchsgruppen eines Unternehmens

Kapitalgeber

Übung 6.1

(X)

X X

X

ar l p m e x e hts X

X

(Fremd-)Kapitalgeber

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

Übung 6.3

1

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Aussagen zu Zielkonflikten

Übung 6.4

Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien. a) Wenn ein Unternehmen originell, informativ und ehrlich wirbt, ergeben sich keine Zielkonflikte.

b) Im Vergleich der Ansprüche von Institutionen mit denjenigen der Kunden ­können wir uns gut eine Zielneutralität vorstellen.

c) Wenn eine Eigentümerin bzw. ein Eigentümer gleichzeitig das Unternehmen leitet, wie dies in KMU-Betrieben der Fall ist, ergeben sich keine Zielkonflikte.

Anspruch 1 a)

R

e) Bei einem Zielkonflikt muss das Unternehmen einen Ausgleich zwischen ­den Ansprüchen der Anspruchsgruppen und den eigenen Zielen erarbeiten.

b)

F

Kapitalgeber erwarten einen hohen Gewinn.

Staat und NGOs erwarten tiefere Emissionen.

Das Unternehmen investiert in eine sauberere Produktion.

Zielharmonie: Beide Ansprüche zielen in die gleiche Richtung.

R

c)

R F

Ein Sportverein wünscht einen Sponsoringbeitrag.

Kundinnen und Kunden erwarten eine hohe Produktqualität.

Zielneutralität: Die beiden Ansprüche können voneinander unabhängig sein. d)

f) Wenn der Staat die Einhaltung von Umweltschutzgesetzen erwartet, was auch von Greenpeace gefordert wird, sprechen wir von «Zielneutralität».

Kundinnen und Kunden erwarten tiefe Preise.

Anspruch 2

Zielkonflikt: Tiefere Preise können bei gleichen Kosten den Gewinn schmälern.

Zwischen Ansprüchen weiterer Anspruchsgruppen sind ­Zielkonflikte auch in einem KMU möglich.

d) In der Industrie ergeben sich häufig Zielkonflikte zwischen Wachstum und möglichst geringer Umweltbelastung.

Zielharmonie, Zielneutralität oder Zielkonflikt?

Entscheiden Sie, ob zwischen den beiden Ansprüchen Zielharmonie, Zielneutralität oder ein Zielkonflikt besteht. Begründen Sie Ihre Entscheidung in einem Satz.

F

Für Kunden und Konkurrenten zutreffend; mit anderen ­Anspruchsgruppen sind Zielkonflikte dennoch möglich.

Seite 32

Mitarbeitende wünschen mehr Ferientage.

Kapitalgeber erwarten möglichst tiefe Kosten.

Zielkonflikt: Zusätzliche Ferientage können die Kosten erhöhen.

… von Zielharmonie g) Lieferanten wünschen hohe Verkaufspreise, Kunden tiefe Einkaufspreise. Deshalb besteht zwischen diesen Ansprüchen häufig Zielharmonie.

Ansprüche von Kunden und Lieferanten führen häufig zu ­Zielkonflikten (Lieferpreise versus Verkaufspreise ).

F

c i s n A

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Übung 7.1

Leitbild

Das Leitbild eines Unternehmens kann Aussagen zu den drei Bereichen Leistung, Finanzen und Soziales enthalten. Die folgenden sechs Fragen helfen, Leitbilder, Visionen oder Unternehmensziele diesen Bereichen zuzuordnen. Leistung

Finanzen

Soziales

1) Welche Bedürfnisse befriedigen wir mit ­unseren Produkten und Dienstleistungen?

3) Welche sind unsere Ziele bezüglich der Renta­ bilität * des eingesetzten Kapitals?

2) Welchen Anforderungen bezüglich Qualität und Preis entsprechen unsere Leistungen?

4) Welches sind unsere Vorstellungen zu Gewinn und zur Gewinnverwen­ dung?

5) Welche Grundsätze bestimmen unser Verhalten gegenüber den An­ spruchsgruppen (Kapitalgeber, Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten, Konkurrenten)?

*) Mit der Rentabilität (oder der Rendite) bezeichnen wir das Verhältnis zwischen erwirtschaftetem Gewinn und eingesetztem Kapital.

6) Welche Haltung nehmen wir gegenüber dem Staat ein, und wie sind wir gegenüber gesell­ schaft­lichen An­liegen eingestellt (Anspruchsgruppen Staat und Institutionen, NGOs)?

Ordnen Sie die (teilweise vereinfachten) Aussagen aus Leitbildern, Visionen oder Zielsetzungen verschiedener Unternehmen den sechs Fragen zu. Setzen Sie die passende Nummer ein; Mehrfachnennungen sind möglich.

a)

Wir verbessern Produkte und Dienstleistungen laufend und setzen ­zudem ökologische und soziale Standards bei Arbeits- und Produktionsbedingungen.

b) Wir bieten den Eigentümern einen attraktiven Ertrag auf dem ­eingesetzten Kapital.

1

(3), 4, 5

Unsere Marktleistung erzeugt Kundenbegeisterung wegen ihres ­grösseren N ­ utzens. Der Markterfolg basiert auf den Pfeilern Qualität, Marken­profilierung, Innovation, Ausbildung, Beratung und Service.

1, 2

d) Nachhaltige Gewinne, ausreichende Liquidität und ein konsequentes, kostenbewusstes Handeln ermöglichen: Wachstum zu realisieren, den Wert der Unternehmensgruppe zu steigern, die Unabhängigkeit zu bewahren und Partnerschaften attraktiv zu erhalten.

4

e)

Wir tragen Sorge zur Umwelt und setzen die Ressourcen respektvoll und wirtschaftlich ein.

6

f)

Mit den erzielten Gewinnen soll die Sicherheit der Mitarbeiter gewähr­ leistet und das eingesetzte Kapital verzinst werden.

4

g) Unsere Kunden stehen im Zentrum […] Wir begegnen unseren Kunden freundlich und zuvorkommend.

5

h) Wir wollen unsere Kunden in finanziellen Fragen als verlässlicher ­Partner durch das Leben begleiten.

1

c)

i)

Wir streben eine angemessene Balance zwischen ökologischem Handeln, gesellschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlichem Erfolg an.

6, 3

j)

Wir sind der Gesellschaft verpflichtet, indem wir kulturelles, soziales und ökologisches Engagement unterstützen und mit einem Teil unseres Ertrags zum Gemeinwohl beitragen.

6

k)

Wir sichern unseren Gästen ein Höchstmass an persönlichem Service und Annehmlichkeiten zu. Stets geniessen unsere Gäste ein herzliches, entspanntes und dennoch gepflegtes Ambiente.

1, 2

l)

Wir streben in den kommenden drei bis fünf Jahren eine Eigenkapital­ rendite nach Steuern von 8 bis 12% an.

c i s n A

Grundlagen Wirtschaft und Recht

2, 5, 6

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Übung 8 Prozesse und Wertschöpfungsketten

Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien. a) Das Unternehmenskonzept dient hauptsächlich der Kommunikation nach aussen und richtet sich primär an die Öffentlichkeit.

F

… Darstellungshilfe zur Erfassung / Beurteilung unternehmerischer Entscheidungen. Kommunikation nach aussen mit Leitbild

b) Der Bereich Leistung im Unternehmenskonzept befasst sich mit den Bedürfnissen der Kundschaft und den dafür erbrachten Produkten und Dienstleistungen.

c) Absichten und Grundsätze beschreiben konkrete, messbare Ziele, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden.

R F

... beschreiben grundlegende Wertvorstellungen / Verhaltensregeln. Ziele werden daraus abgeleitet und bleiben meist intern

d) Purpose, Vision, Mission und Werte können ein Leitbild konkretisieren und die grundlegende Ausrichtung eines Unternehmens beschreiben.

e) Die Strategie legt fest, mit welchen Massnahmen die im Leitbild formulierten Absichten und Grundsätze im Alltag umgesetzt werden sollen.

f) Die Ziele im Unternehmenskonzept werden in der Regel nicht veröffentlicht, weil sie strategische Informationen enthalten können, die der Konkurrenz nicht bekannt werden sollen.

R R R

... sowohl Anliegen von Mitarbeitenden als auch gesellschaftliche und ökologische Anliegen berücksichtigt.

Ein Prozess ist eine Reihe von Aufgaben, die in einer vorgegebenen Abfolge zu erledigen sind. b) Ordnen Sie die folgenden Aussagen der zutreffenden Kategorie von ­Prozessen zu.

A

B

C

b1) Hier wird die Hauptwertschöpfung des Unternehmens erarbeitet.

X

b2) Diese Prozesse sind direkt auf den Kundennutzen ausgerichtet, sie werden manchmal als Kernprozesse bezeichnet.

X

b3) In diesen Prozessen geht es um die Planung und Kontrolle von Zielen und Massnahmen.

X

b4) Auch die Umsetzung der Qualitätssicherung (z. B. ISO-Zertifizierung) ist ein typischer Prozess dieser Kategorie.

X

b5) Die Durchführung einer Werbeaktion gehört zu dieser Kategorie von Prozessen.

X

(x)

b6) Die Leistungen der IT-Abteilung zählen zu dieser Art von Prozessen.

X

b7) Hier geht es um die Bereitstellung der Infrastruktur in einem Unter­ nehmen.

X

b8) Wenn eine Schalterangestellte einer Bank für eine Kundin Australische Dollar bereit macht, so ist dies ein …

X

ar l p m e x e s und Transport t Beschaffung > Verarbeitung > Verpackung > Lagerung h c i Ans > Verkauf

c) Bringen Sie die folgenden Schritte der Wertschöpfungskette eines Joghurts in eine sinnvolle Reihenfolge: Verkauf in der Filiale – Beschaffung der Milch – Lagerung und Transport – Verpackung – Verarbeitung der Milch zu Joghurt.

(Beispiele: Umsatz-, Gewinn-, Marktanteils- oder Renditeziele) g) Im Bereich Soziales des Unternehmenskonzeptes werden nur die internen Beziehungen zu den Mitarbeitenden definiert.

a) Wie definieren wir den Begriff «Prozess»?

Supportprozesse

Unternehmenskonzept

Seite 34

Geschäftsprozesse

Übung 7.2

1

Führungsprozesse

Grundlagen Wirtschaft und Recht

F


Übung 9.1

Unternehmenskonzept-Modell

Die folgenden Auswahlaufgaben enthalten jeweils zwei miteinander verknüpfte Aussagen. Entscheiden Sie sich für die passende Antwortmöglichkeit und korrigieren Sie falsche Teilaussagen in wenigen Worten.

Ökologische Umweltsphäre Soziale Umweltsphäre ische Umweltsphäre Technolog he Umweltsphäre o k Ö n o mi s c Rechtliche Umweltsphäre

Konkurrenten

Unternehmenskonzept

A + weil +

B +/+

C +/–

D –/+

E –/–

Beide Aussagen richtig, ­Verknüpfung trifft zu

Beide Aussagen richtig, ­Verknüpfung trifft nicht zu

Erste Aussage richtig, zweite Aussage falsch

Erste Aussage falsch, zweite Aussage richtig

Beide Aussagen falsch

Absichten und Grundsätze Lieferanten

Leistung Finanzen

Kapitalgeber

Soziales

Leitbild (Purpose, Vision, Mission, Werte)

Führungsprozesse Geschäftsprozesse

Ziele Umsetzung Strategie

Massnahmen, Ressourcen, Prozesse

Staat

Kunden

Supportprozesse

Mitarbeitende NGOs Institutionen Medien

a) Unternehmen, die bei ihren Entscheidungen die Interessen der Anspruchsgruppen analysieren, sind erfolgreicher, weil damit die Unternehmensstrategie widerspruchs­ frei wird. A + weil +

B +/+

C +/–

D –/+

E –/–

c) Die Gestaltung der Prozesse in einem Unternehmen ist für die gesamte Wertschöpfung bedeutend, weil durch die konsequente Ausrichtung der Arbeitsabläufe auf den Kundennutzen Kosten gespart werden können. A + weil +

B +/+

C +/–

D –/+

E –/–

Mit der Unternehmensstrategie wird der Weg aufgezeigt, wie die definierten Ziele erreicht werden sollen; diese Strategie wird nicht «automatisch» widerspruchsfrei. b) Im Leitbild eines Unternehmens werden grundlegende Absichten und Grundsätze veröffentlicht, weil die Unternehmensstrategie den Weg zu den langfristigen Zielen beschreibt.

A + weil +

B +/+

C +/–

(kein Zusammenhang)

Grundlagen Wirtschaft und Recht

1

D –/+

E –/–

d) Unternehmen, die bei ihren Entscheidungen die Interessen der Umweltsphären ­analysieren, sind erfolgreicher, weil mit der Analyse der Umweltsphären zukünftige ­Veränderungen besser erkannt und verarbeitet werden können.

ar l p m e x e s Umweltsphären. Anspruchsgruppen haben Interessen (Ansprüche), nicht t h c i Ans (Der zweite Teil der Aussage stimmt.) A + weil +

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

B +/+

C +/–

(Ausgabe für Lehrperson)

D –/+

E –/–

Seite 35


Grundlagen Wirtschaft und Recht

Übung 9.2

1

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Seite 36

St. Galler Management-Modell

a) Notieren Sie im St. Galler Management-Modell (Rüegg-Stürm & Grand, 2020) die entsprechenden Fachbegriffe bei den Elementen Stakeholder, Umweltsphären, Prozesse, Ordnungsmomente, Entwicklungsmodi und Interaktionsthemen.

c i s n A

ar l p m e x e hts


Prozess

Ordnungsmoment

Entwicklungsmodus

Interaktionsthema

b) Notieren Sie für die folgenden Vorgänge den passenden Fachbegriff. Ordnen Sie anschliessend jeden Vorgang dem passenden Element des St. Galler Management-Modells zu: Prozess, Ordnungsmoment, Entwicklungsmodus oder Interaktionsthema. Kreuzen Sie dazu die richtige Spalte an.

A

B

C

D

Element

Nr.

Vorgang

Fachbegriff

1

Bei Swiss wird grosser Wert auf Pünktlichkeit, Sicherheit und freundlichen Service gelegt. Solche gemeinsamen Grundhaltungen gehören zur …

Kultur

2

Eine Bäckerei kauft Mehl ein, backt Brote und verkauft sie am Morgen an die Kundschaft. Solche Tätigkeiten, mit denen direkt Leistungen für die Kundschaft entstehen, gehören zu den …

Geschäftsprozesse

3

Ein Modegeschäft schliesst seine Filiale und verkauft neu hauptsächlich über einen Online-Shop. Das Unternehmen verändert sich grundlegend; dies ist eine …

Erneuerung

4

Mitarbeitende fordern bessere Arbeitsbedingungen, während die Unternehmensleitung die Kosten tief halten möchte. Hier prallen unterschiedliche … aufeinander.

Anliegen und Interessen

5

In einem Hotel ist genau festgelegt, wer für Empfang, Reinigung, Küche und Buchhaltung zuständig ist. Diese Aufteilung zeigt die … des Unternehmens.

Struktur

6

Die IT-Abteilung sorgt dafür, dass die Kassen im Detailhandel funktionieren. Solche internen Hilfsleistungen gehören zu den …

Unterstützungsprozessen

7

Ein Unternehmen legt fest, dass Ehrlichkeit, Respekt und Offenheit im Umgang miteinander wichtig sind. Dabei geht es um …

Normen und Werte

8

Die Geschäftsleitung der Migros entscheidet, in den nächsten Jahren stärker auf regionale Produkte zu setzen. Diese langfristige Ausrichtung nennt man …

Strategie

9

Ein Restaurant verkürzt die Wartezeit, indem Bestellungen neu direkt mit Tablets aufgenommen werden. Der Service für die Gäste wird dadurch verbessert; dies ist eine …

Optimierung

10

Die Geschäftsleitung von Coop plant neue Filialen, überprüft Umsatzziele und entscheidet über grössere Investitionen. Solche Führungsaufgaben gehören zu den …

Managementprozess

11

Ein Lieferant stellt einem Produktionsbetrieb Rohstoffe zur Verfügung; das Unternehmen bezahlt dafür den vereinbarten Preis. Dabei werden … ausgetauscht.

Ressourcen

12

Der Verwaltungsrat einer AG kontrolliert die Geschäftsleitung und legt wichtige Regeln der Unternehmensführung fest. Dies ist Teil der …

Governance

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Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

X X X X X X X X X

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X

X

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

Übung 9.3

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Seite 38

Zwei Unternehmensmodelle im Vergleich – welches Modell eignet sich wofür?

Entscheiden Sie bei den folgenden Vergleichsaspekten, welches Unternehmensmodell sich besser eignet. Je nach Abschnitt geht es darum, welches Modell aussagekräftiger, einfacher anzuwenden oder für eine bestimmte Zielgruppe geeigneter ist. Kreuzen Sie das passende Modell an und begründen Sie Ihre Wahl stichwortartig. Ökologische Umweltsphäre Soziale Umweltsphäre ische Umweltsphäre Technolog he Umweltsphäre Ö k on o m i s c e Umweltsphäre h c i l t R ec h

Konkurrenten

Unternehmenskonzept Absichten und Grundsätze Lieferanten

Leistung Finanzen

Kapitalgeber

Soziales

Leitbild (Purpose, Vision, Mission, Werte)

Führungsprozesse Geschäftsprozesse

Ziele Umsetzung Strategie

Massnahmen, Ressourcen, Prozesse

Staat

Kunden

Supportprozesse

Mitarbeitende NGOs Institutionen Medien

UnternehmenskonzeptModell (STR teachware, 2026)

St. Galler ManagementModell (Rüegg-Stürm/Grand, 2020)

Begründung

A

Aussagekraft des Modells

A1

Welches Modell zeigt die Entwicklungen im Umfeld eines Unternehmens differenzierter?

A2

Welches Modell zeigt genauer, worüber ein Unternehmen mit Kundinnen oder anderen Gruppen in Beziehung steht?

x

Interaktionsthemen differenziert

A3

Welches Modell zeigt das Unternehmen im Inneren differenzierter?

x

Mehrere interne Elemente sichtbar

A4

Welches Modell zeigt besonders einfach, welche Ziele ein Unternehmen in verschiedenen Bereichen verfolgt?

A5

Welches Modell zeigt genauer, wie ein Unternehmen geführt, gegliedert und nach gemeinsamen Grundhaltungen ausgerichtet wird?

x

A6

Welches Modell zeigt besser, ob ein Unternehmen bestehende Abläufe nur verbessert oder sich grundlegend neu ausrichtet?

x

Fünf Umweltsphären, rechtliche Umweltsphäre zusätzlich

x

ar l p m e x e Innere Orientierung genauer s t h dargestellt c i ns AUnterscheidet zwei Arten Zielbereiche Leistung, Finanzen und Soziales

x

von Veränderung


UnternehmenskonzeptModell (STR teachware, 2026)

St. Galler ManagementModell (Rüegg-Stürm/Grand, 2020)

B

Aufwand für die Anwendung

B1

Welches Modell ist einfacher zu verstehen, weil es mit weniger Begriffen arbeitet?

B2

Welches Modell verlangt mehr Vorwissen?

B3

Welches Modell lässt sich schneller auf ein einfaches Unternehmen anwenden?

B4

Welches Modell ist aufwendiger, wenn ein Unternehmen umfassend analysiert werden soll?

C

Zielgruppe und Einsatzbereich

C1

Welches Modell eignet sich besser für eine erste Einführung in Unternehmensmodelle?

C2

Welches Modell eignet sich besser für eine vertiefte Analyse im Studium oder in einer anspruchsvollen Weiterbildung?

x

Differenzierter und anspruchsvoller

C3

Welches Modell eignet sich besser für Geschäftsleitungen, die viele Zusammenhänge im Unternehmen und in der Umwelt gleichzeitig beachten müssen?

x

Gesamtzusammenhänge besser sichtbar

C4

Welches Modell eignet sich besser, wenn man rasch erkennen soll, wie aus allgemeinen Absichten konkrete Ziele und Massnahmen entstehen?

x

Begründung

Übersichtlicher Aufbau

x x

Mehr Fachbegriffe und Zusammenhänge Rasche Zuordnung möglich

x

x

Detailliertere Analyse

Einfacher und übersichtlicher

x

Absichten, Ziele und Massnahmen direkt verbunden

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(Ausgabe für Lehrperson)

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

1

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)

Übung 10 Von der Idee zum Geschäftsmodell

Übung 11

Alia hat folgende Geschäftsidee: Sie vermietet hochwertige Kinderkleider im Abo. Eltern wählen online die passende Grösse und erhalten monatlich ein Paket mit Kleidern. Zu klein gewordene Kleider werden zurückgeschickt, gereinigt und an andere Familien weitervermietet.

1)

Eltern erhalten passende Kinderkleider, ohne diese ständig neu kaufen zu müssen.

2)

Das Angebot richtet sich an Familien mit kleinen Kindern.

3)

Die Kleider werden nach der Rückgabe gereinigt, kontrolliert und erneut verschickt.

4)

Alia erzielt Einnahmen durch monatliche Abo-Gebühren.

5)

Die Kundschaft spart Platz, reduziert Fehlkäufe und erhält regelmässig passende Kleider.

6)

Für den Betrieb braucht Alia eine Online-Plattform, ein Lager, Reinigungspartner und einen Versanddienst.

7)

Besonders angesprochen werden Eltern, die nachhaltig konsumieren möchten.

8)

Kosten entstehen für den Einkauf der Kleider, Reinigung, Lagerung, Versand und die Online-Plattform.

9)

Die Kleider können mehrfach genutzt werden, statt nach kurzer Zeit ungetragen im Schrank zu bleiben.

10) Alia muss organisieren, dass zurückgesendete Kleider rasch wieder für andere Familien bereitstehen.

Kundensegmente

Wertschöpfungskette

Wertabschöpfung

A Was wird versprochen? B Für wen werden Werte geschaffen? C Wie werden Werte geschaffen? D Wie viel des Werts wird abgeschöpft?

Kundennutzen

Ordnen Sie die Aussagen zur Geschäftsidee den vier Grundfragen eines Geschäftsmodells zu.

A

B

C

D

X

Seite 40

Business Model Navigator

Der Business Model Navigator hilft Unternehmen, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Welche Aussagen zum Business Model Navigator sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien. a) Die 55 Muster des Business Model Navigator können als Vorlagen dienen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

R

b) Eine Geschäftsidee ist nur innovativ, wenn alle vier Fragen «Was? Für wen? Wie? Wie viel?» vollständig neu beantwortet werden.

F

Es reicht, wenn mehrere Fragen neuartig beantwortet werden. c) Ein Café führt ein monatliches Kaffee-Abo ein: Die Kundschaft bezahlt einen fixen Betrag und kann täglich einen Kaffee beziehen. Damit wird vor allem die Frage «Wie viel?» neu beantwortet.

R

d) Wenn ein Online-Shop neu Gratisrücksendungen anbietet, betrifft dies nur die Zielgruppe und nicht die Art, wie Werte geschaffen werden.

F

X X X X

Auch Abläufe, Kosten und Kundennutzen verändern sich. e) Ein Restaurant übernimmt das Muster «Flatrate» und bietet für einen Fixpreis unbegrenzt Getränke an. Das ist ein Beispiel für die Nutzung eines Geschäftsmodell-Musters.

X X X

ar l p m F e x e hts

f) Mit dem Business Model Navigator können Unternehmen ihre Buchhaltung auch einfacher führen.

c i s n A

für systematische Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

X X

R


Übung 12.1 Unternehmerisch denken und handeln – Schritte im Entscheidungsprozess erkennen Ein Getränkehersteller prüft, ob Einweg-Plastikflaschen durch eine nachhaltigere Verpackung ersetzt werden sollen. In der Tabelle sind sechs Überlegungen aus diesem Entscheidungsprozess aufgeführt. Tragen Sie dazu in der Spalte rechts die Bezeichnung des entsprechenden Prozessschrittes ein.

Schritt Überlegung 1

2

Interessen von Anspruchsgruppe A

Interessen von Anspruchsgruppe B

3

2

6

4

5 Interessen von Anspruchsgruppe D

1 4

3 5 Interessen von Anspruchsgruppe C

Entscheidungsprozess: Die Grafik zeigt, wie ein Unternehmen eine schwierige Entscheidung systematisch vorbereitet und begründet trifft.

Grundlagen Wirtschaft und Recht

1

6

Bezeichnung Prozessschritt

Der Getränkehersteller prüft, ob Einweg-Plastikflaschen durch eine nachhaltigere Verpackung ersetzt werden sollen, ohne die Produkte deutlich zu verteuern.

Problemstellung formulieren

Kundinnen und Kunden, Detailhandel, Kapitalgeber und Umweltorganisationen haben unterschiedliche Interessen; dazu werden Daten zu Kosten, CO₂Ausstoss, Rücklaufquoten und Reinigung geprüft.

Interessen klären, Aussagen prüfen

Als mögliche Lösungen werden Mehrweg-Glasflaschen, leichtere Recycling-PET-Flaschen mit Rücknahmesystem oder die Beibehaltung der heutigen Verpackung mit Verbesserungen geprüft.

Lösungsalternativen entwickeln

Die Geschäftsleitung legt Kriterien fest: ökologische Wirkung, Kosten, Kundennutzen, Lieferfähigkeit, Akzeptanz im Detailhandel und einfache Umsetzung.

Beurteilungskriterien festlegen

Die Folgen werden abgeschätzt: Glas senkt Abfall, erhöht aber Transportkosten; ein Rücknahmesystem entlastet die Umwelt, verlangt jedoch von Kundinnen, Kunden und Filialen zusätzlichen Aufwand.

Konsequenzen für Betroffene abschätzen

ar l p m e x e hts

Das Unternehmen entscheidet sich für Recycling-PET mit Rücknahmesystem, weil Nachhaltigkeit, EffiziWertbasiert entscheiden enz, Kundennutzen und Verantwortung möglichst ausgewogen berücksichtigt werden.

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

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Grundlagen Wirtschaft und Recht

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Übung 12.2 Werte bei Unternehmensentscheiden erkennen

Effizienz

Solidarität

Freiheit Autonome Sicherheit

Individuelle Werte

Toleranz

Ökonomische Werte Innovation

Fairness

Selbstverantwortung

Wettbewerb

…

Würde Gesundheit …

…

Generationengerechtigkeit

Artenvielfalt

Klimaschutz

Intakte Natur

Ökologischer Wert

Sozialer Wert

Individueller Wert

C

D

X

2)

Ein Unternehmen investiert in ein neues digitales Angebot, das den Kundennutzen erhöht.

Innovation

X

3)

Ein Unternehmen achtet darauf, dass ein neues Projekt langfristig einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet.

Gewinn

X

4)

Ein Unternehmen stellt seine Fahrzeugflotte schrittweise auf Elektrofahrzeuge um.

Klimaschutz

X

5)

Ein Unternehmen reduziert Verpackungsmaterial und verwendet wiederverwertbare Rohstoffe.

Nachhaltigkeit

X

6)

Ein Unternehmen verzichtet auf den Bau eines neuen Lagers in einem ökologisch wertvollen Gebiet.

Intakte Natur

X

7)

Ein Unternehmen bezahlt Lieferanten pünktlich und behandelt kleinere Partner verlässlich.

Fairness

X

8)

Ein Unternehmen unterstützt Mitarbeitende in einer schwierigen Lebenssituation mit flexiblen Lösungen.

Solidarität

X

9)

Ein Unternehmen informiert Kundinnen und Kunden offen über Lieferprobleme und Preisänderungen.

Vertrauen

X

10)

Ein Unternehmen ermöglicht Mitarbeitenden, ihre Arbeitszeit teilweise selbst einzuteilen.

Autonomie

11)

Ein Unternehmen verbessert den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz über die gesetzlichen Vorgaben hinaus.

12)

Ein Unternehmen bietet Weiterbildungen an, damit Mitarbeitende mehr Verantwortung übernehmen können.

…

Wertekompass: Die Grafik hilft zu erkennen, welcher Wertebereich bei einem Entscheid besonders im Vordergrund steht.

B

Effizienz

Nachhaltigkeit

Ökologische Werte

A

Ein Unternehmen senkt unnötige Lagerbestände und verbessert die Produktionsplanung.

Leistung

Vertrauen

Massgebender Wert 1)

Gewinn

Gerechtigkeit

Soziale Werte

In der Tabelle finden Sie verschiedene wertbasierte Unternehmensentscheide. Ordnen Sie jeden Entscheid dem passenden Bereich des Wertekompasses zu. Setzen Sie dazu ein Kreuz in die richtige Spalte.

Ökonomischer Wert

Unternehmen treffen Entscheidungen nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien. Oft spielen auch ökologische, soziale und individuelle Werte eine wichtige Rolle.

ar l p m e x e Gesundheit s t h c i Ans Selbstverantwortung X X X


Aufgabe A Unnötige Bedürfnisse? – Beispiel Schönheit Lesen bzw. hören Sie den SRF-News-Beitrag «Mädchen geraten durch soziale Medien stärker unter Druck». Der Beitrag thematisiert, wie idealisierte Körperbilder auf Social Media Unsicherheiten verstärken können; besonders Mädchen stehen laut der zitierten ZHAW-/ Swisscom-Studie stärker unter Druck, bestimmten Schönheitsidealen zu entsprechen.

c) Welcher Bedürfniskategorie nach Maslow lässt sich das Bedürfnis nach Schönheit zuordnen?

Wertschätzung (Anerkennung, Aufmerksamkeit, Likes) auch soziale Bedürfnisse: dazugehören evtl. Selbstverwirklichung: eigener Stil

d) Handelt es sich eher um ein Meist Wahlbedürfnis, gepflegtes Aussehen Grund-, Wahl- oder Luxus- verständlich, nicht lebensnotwendig bedürfnis? bei teuren Produkten/Behandlungen:

Luxusbedürfnis

Link Audio (04:40)

Beantworten Sie anschliessend die folgenden Fragen: a) Welches Schönheitsideal wird im Beitrag beschrieben?

Makelloses Aussehen, schöne Haut, weisse Zähne, schlank/trainiert, oft inszeniert, gefiltert, bearbeitet

b) Welche Rolle spielen Social Media bei der Entstehung oder Verstärkung dieses Bedürfnisses?

Ideale ständig sichtbar, Algorithmen verstärken ähnliche Inhalte, häufiger Vergleich mit anderen, Gefühl: «Ich genüge nicht»

Grundlagen Wirtschaft und Recht

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e) Ist das Bedürfnis nach Schönheit aus Ihrer Sicht unnötig, verständlich oder problematisch?

Nicht grundsätzlich unnötig verständlich: sich wohlfühlen problematisch bei Druck und Vergleich kritisch bei unerreichbaren Idealen

f) Wer sollte darüber entscheiden dürfen, ob ein solches Bedürfnis unnötig ist?

Grundsätzlich: einzelne Person Eltern/Schule: kritisch begleiten Gesellschaft: Schönheitsideale hinterfragen Staat: Regeln zu Werbung, Jugendschutz, Transparenz

g) Welche Verantwortung haben Plattformen, Influencerinnen und Influencer sowie Unternehmen der Beauty-Branche?

Plattformen: Algorithmen/Filter transparenter machen Influencer:innen: Vorbildwirkung beachten Unternehmen: Unsicherheiten nicht ausnutzen, Werbung klar kennzeichnen.

h) Formulieren Sie eine begründete Antwort auf die Frage «Schönheit – ein unnötiges Bedürfnis?»

Schönheit ist nicht einfach unnötig, hängt mit Anerkennung und Selbstwert zusammen. Problematisch wird der Druck durch unrealistische Ideale. Kritischer Umgang mit Werbung, Influencern und Plattformen sinnvoll

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Aufgabe B Unternehmen in Ihrer Region Unternehmen unterscheiden sich nach verschiedenen Merkmalen: Wirtschaftssektor, Branche, Grösse, Eigentumsverhältnisse, Rechtsform und Profitorientierung.

Individuelle

a) Suchen Sie Unternehmen und Organisationen aus Ihrer Region und ordnen Sie diese den verschiedenen Kategorien zu. Verwenden Sie dafür Webseiten der Unternehmen, Handelsregistereinträge, Gemeindeseiten, Branchenverzeichnisse oder eigene Ortskenntnisse.

Nr.

Merkmal

1

Primärer Sektor / Branche

b) Welche Unternehmensarten prägen Ihre Region besonders stark?

2

Sekundärer Sektor / Branche

3

Tertiärer Sektor / Branche

4

Mikrounternehmen

5

Kleinunternehmen

6

Mittleres Unternehmen

7

Grossunternehmen

8

Privates Unternehmen

9

Staatliches Unternehmen / öffentliche Organisation

10

Gemischtwirtschaftliches Unternehmen

11

Einzelunternehmen

12

GmbH

13

AG

14

Genossenschaft

15

Verein / Stiftung

16

Profitorientiertes Unternehmen

17

Nicht profitorientierte Organisation

c) Welche Rechtsformen kommen besonders häufig vor?

d) Was sagt die Unternehmensstruktur über die wirtschaftliche Bedeutung Ihrer Region aus?

e) Formulieren Sie ein kurzes Porträt Ihrer Region in 6–8 Sätzen. Verwenden Sie dabei mindestens fünf der folgenden Fachbegriffe: Wirtschaftssektor, Branche, KMU, Grossunternehmen, Eigentumsverhältnisse, Rechtsform, AG, GmbH, Genossenschaft, profitorientiert, nicht profitorientiert, Service public.

Antworten

Beispiel aus Ihrer Region

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Aufgabe C Unternehmensmodell konkret Führen Sie in einem von Ihnen ausgewählten Unternehmen ein Interview durch. Notieren Sie zu den untenstehenden und allenfalls weiteren, eigenen Fragen stichwortartig die Antwor­ ten. Beachten Sie, dass Unternehmen evtl. nicht zu allen Fragen Auskunft geben können. Falls das ausgewählte Unternehmen ein Leitbild veröffentlicht hat, konsultieren Sie vor­gängig dieses Dokument. Ökologische Umweltsphäre Soziale Umweltsphäre ische Umweltsphäre Technolog he Umweltsphäre Ö k on o m i s c Rechtliche Umweltsphäre

Konkurrenten

Unternehmenskonzept Absichten und Grundsätze Lieferanten

Leistung Finanzen Leitbild

Umsetzung Massnahmen, Ressourcen, Prozesse

Strategie

Staat

Unternehmen:

Telefon / E-Mail für allfällige Rückfragen: Führungsprozesse

Supportprozesse

Kunden

Hier

lgende üb können Sie fo

erfachliche Ko

mpetenz trai

nieren:

n gsstrategie anen. 11 Planun im Voraus pl be g einer Aufga Die Ausführun agen tfolio nachtr im Excel-Por Merkpunkte,

Mitarbeitende

liche Link überfach en nz te Kompe

NGOs Institutionen Medien

Kapitalgeber

Antworten

Kontaktperson:

Kapitalgeber

Geschäftsprozesse

Ziele

Individuelle

Sektor / Branche:

Soziales

(Purpose, Vision, Mission, Werte)

Bereiten Sie sich mithilfe der Stichworte auf eine kurze Präsentation über Anspruchsgruppen, Umweltsphären und Zielkonflikte des befragten Unternehmens vor.

1 Wer ist Eigentümer des Unternehmens?

2 Welche Rechtsform hat das Unternehmen?

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3 Wie hoch ist ungefähr das Eigenkapital?

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Mitarbeitende

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4 Wie viele Mitarbeitende haben Sie angestellt?

Individuelle

Antworten

5 Wie hoch ist ungefähr die Lohnsumme, die Ihr Unternehmen bezahlt?

Kunden

6 Was verkaufen Sie wem? Welches sind Ihre drei wichtigsten Kundengruppen?

7 Welchen Verkaufsumsatz müssen Sie ungefähr erzielen, um keinen Verlust zu erzielen?

Lieferanten

Konkurrenten

Staat

8 Woher beziehen Sie die verschiedenen Produkte und Waren, die Sie zur Produktion bzw. zum Verkauf benötigen?

9 Wie sieht Ihre Konkurrenzsituation im Moment aus?

10 Mit welchen Amtsstellen haben Sie regelmässig Kontakt?

11 Welche Arten von Steuern müssen Sie regelmässig bezahlen?

NGOs

12 Bei welchen Verbänden sind Sie Mitglied?

Institutionen Medien

13 Welche Vereine oder Institutionen unterstützen Sie, und welchen Geldbetrag wenden Sie ungefähr dafür auf?

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14 Welche rechtlichen Vorschriften beeinflussen Ihre Unternehmenstätigkeit massgebend? Rechtliche Umweltsphäre

Individuelle

Antworten

15 Haben Sie Schwierigkeiten, Arbeitskräfte zu finden? Wenn ja, weshalb? Ökonomische Umweltsphäre

16 Wie wirkt sich eine Veränderung der Zinssätze bei Ihnen aus?

17 Wirken sich die Bodenpreise auf Ihr Unternehmen aus?

18 Wie stark sind Sie von der Konjunkturlage abhängig?

19 Welche Auswirkungen haben sinkende oder steigende Wechselkurse für Sie?

20 Gab es in den letzten Jahren Erfindungen, neue Produkte oder neue Verfahrenstechniken, die in Ihrem Unternehmen eingeführt wurden? Technologische Umweltsphäre

21 Haben Sie im Hinblick auf den Umweltschutz Änderungen in der Geschäftstätigkeit vorgenommen? Ökologische Umweltsphäre

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22 Haben Sie bei den Mitarbeitenden, den Kunden, Lieferanten oder den Kapitalgebern Änderungen in ihren typischen Verhaltensweisen festgestellt? Soziale Umweltsphäre

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Wenn ja, welche?

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Drei Fragen zum Schluss

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23 Welche Gründe haben gerade zu diesem Standort des Unternehmens geführt?

Individuelle

Antworten

24 Was macht Ihnen zurzeit am meisten Sorgen?

25 Was stimmt Sie optimistisch?

Zusätzliche Fragen

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Aufgabe D Konzept für eine neue Schülerzeitung Am ersten Schultag des neuen Schuljahres finden alle Klassen in ihrem Fächli das folgende Schreiben:

Platz für Ihre Ideen

Individuelle

Antworten

An: alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule Von: Rektorat Liebe Schülerinnen und Schüler Bis vor zwei Jahren existierte an unserer Schule eine Schülerzeitung mit dem Namen «Impuls». Wie Sie wissen, konnte die Zeitung seither nicht mehr erscheinen, weil niemand bereit war, die redaktionelle Verantwortung zu übernehmen. Ich habe immer wieder versucht, einzelne Schülerinnen und Schüler zur Mitarbeit zu motivieren, bekam aber immer Absagen. Meistens wurde dies mit konzeptionellen Mängeln der alten Zeitung begründet. Die Leserinnen und Leser empfanden den «Impuls» offenbar zudem als zu teuer. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, noch vor Weihnachten eine neue Schülerzeitung zu lancieren. Sie soll sich klar vom alten «Impuls» unterscheiden und somit einen eigentlichen Neustart darstellen. Für die erste Nummer hat sich die Präsidentin der Schülerorganisation bereit erklärt, die redaktionelle Leitung (ad interim) zu übernehmen. Um ihr die Arbeit möglichst zu erleichtern, gelange ich heute mit der Bitte an Sie, sich Gedanken über ein sinnvolles Konzept für die neue Schülerzeitung zu machen. Damit Ihrer Kreativität Flügel wachsen können, hat sich der Chefredaktor einer grossen Schweizer Zeitung bereit erklärt, mit den Autoren des besten Vorschlags einen «Blick» hinter die Kulissen seiner Redaktion zu werfen und während eines gemeinsamen Essens Fragen zu beantworten. Die Lehrkräfte des Fachbereichs «Wirtschaft und Recht» werden bei jeder Klasse eine Doppelstunde zur Einführung ins Thema verwenden und bei der Gruppenbildung (4 – 6 Personen) behilflich sein. Ich erwarte Ihre Konzeptvorschläge bis Ende nächster Woche in meinem Fach. Freundliche Grüsse Die Rektorin

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a) Überlegen Sie sich, wie eine Nullnummer der neuen Schülerzeitung aussehen könnte. Gestalten Sie auf einem Flipchart die Titelseite und das Inhaltsverzeichnis.

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b) Ergänzen Sie Ihren Vorschlag mit einem Unternehmenskonzept zur Realisierung der neuen Schülerzeitung. Bereich

Leistungen

Finanzen

Soziales

Absichten und Grundsätze

Die Schülerzeitung informiert und unterhält die Schülerinnen und Schüler der Schule. Sie greift Themen aus dem Schulalltag auf und macht unterschiedliche Meinungen sichtbar.

Die Zeitung soll finanziell tragbar sein. Sie muss keinen Gewinn erzielen, darf aber die Schule oder die Schülerorganisation langfristig nicht belasten.

Die Schülerzeitung fördert Mitwirkung, Kreativität und Eigenverantwortung. Sie berichtet fair, respektvoll und kritisch.

Ziele

Die Zeitung erscheint viermal pro Jahr. Jede Ausgabe enthält Beiträge zu Schule, Kultur, Sport, Politik, Freizeit und Meinungen der Schülerschaft.

Für die erste Ausgabe stehen genügend Mittel für Druck, Gestaltung und administrative Arbeiten zur Verfügung. Ab der zweiten Ausgabe sollen die laufenden Kosten möglichst durch Inserate / Beiträge gedeckt werden.

In der Redaktion arbeiten Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassenstufen mit. Beiträge werden nur veröffentlicht, wenn sie namentlich gekennzeichnet und sachlich vertretbar sind.

Umsetzung: Massnahmen

Eine feste Redaktion plant die Ausgaben, sammelt Beiträge und erstellt das Inhaltsverzeichnis. Freie Mitarbeitende können einzelne Artikel, Interviews, Fotos oder Illustrationen beisteuern.

Die Schülerorganisation gewährt ein Startdarlehen oder Startkapital. Weitere Einnahmen entstehen durch Inserate, Sponsoring im schulischen Rahmen oder freiwillige Beiträge.

Ein Ehrenkodex regelt Sprache, Quellen, Umgang mit Kritik und Persönlichkeitsrechte. Die Redaktion achtet auf eine faire Vertretung verschiedener Meinungen und Klassenstufen.

Umsetzung: Ressourcen

Die Redaktion nutzt schulische Informatikmittel, Layoutprogramme, Kameras oder Smartphones sowie Vorlagen für die Gestaltung. Für die gedruckte Ausgabe wird eine externe Druckerei beigezogen.

Für die erste Ausgabe werden rund 7000 Franken Startkapital für Druckkosten, Gestaltung und administrativen Aufwand bereitgestellt. Die Buchhaltung wird mit einfachen Hilfsmitteln geführt.

Die Redaktion erhält einen eigenen Arbeits- oder Sitzungsraum. Eine Lehrperson oder das Rektorat begleitet das Projekt beratend, ohne die redaktionelle Eigenständigkeit unnötig einzuschränken.

Umsetzung: Prozesse

Die Redaktion legt Redaktionsschluss, Themenplanung, Korrekturlesen, Layout, Druckfreigabe und Verteilung fest. Die Zeitung wird gedruckt und zusätzlich digital zugänglich gemacht.

Einnahmen und Ausgaben werden laufend erfasst. Vor jeder Ausgabe wird geprüft, ob die Finanzierung gesichert ist. Die Rechnung wird regelmässig kontrolliert und der Schülerorganisation offengelegt.

Redaktionssitzungen finden regelmässig statt. Beiträge werden vor der Veröffentlichung nach sachlichen, sprachlichen und rechtlichen Kriterien geprüft. Konflikte werden zuerst innerhalb der Redaktion und bei Bedarf mit einer Begleitperson geklärt.

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c) Analysieren Sie die Leserbriefe zur ersten Ausgabe der neuen Schülerzeitung. Ordnen Sie die Rückmeldungen den Bereichen Leistungen, Finanzen und Soziales zu, halten Sie die wichtigsten Kritikpunkte fest und notieren Sie, wie die Redaktion auf die Leserbriefe reagieren soll. Leserbrief

1) Echt geil, was Ihr in dieser kurzen Zeit aus dem Boden gestampft habt. «Eugen» ist wirklich unterhaltsam, nur leider noch viel zu brav. Wie wär’s mit einigen erfundenen Geschichten aus dem Schulalltag; das merkt doch eh keine Sau! Marco, 2ma

2) Ehrlich gesagt fand ich schon die alte Schülerzeitung öde. Aber was Ihr bietet, ist das Geld nun wirklich nicht wert. Ich empfehle Euch dringend, auf weitere Nummern zu verzichten und stattdessen ein gutes Buch zu lesen. Dann merkt ihr, wie sinnvoll Druckerschwärze auch noch genutzt werden kann. Susanne, 4nc

3) Unser Sohn brachte letzte Woche die erste Nummer von «Eugen» mit nach Hause. Als überzeugte Christen waren wir wirklich entsetzt über die teilweise blasphemischen Inhalte einzelner Artikel. Das Ganze wurde durch die Bagatellisierung von Drogenkonsum und vorehelichem Geschlechtsverkehr noch verschärft. Wie sollen sich junge Menschen heute eigentlich noch zu seelisch gereiften Erwachsenen entwickeln, wenn sie sogar in der Schule solch negativen Einflüssen ausgesetzt sind? Wir bitten Sie, bei allfälligen weiteren Ausgaben von «Eugen» auf eine Gratisabgabe an alle Schüler zu verzichten. Hans und Maria Breitenmoser

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Anspruchsgruppe

Bereich

Wichtigster Kritikpunkt

Reaktion / Auswirkungen

Kunden

Leistungen / Soziales

Die Zeitung wird als unterhaltsam wahrgenommen, enthält aber offenbar erfundene Geschichten aus dem Schulalltag.

Die Zeitung soll unterhaltsam bleiben, aber klar zwischen Fakten, Meinung, Satire und erfundenen Beiträgen unterscheiden.

Kunden

Leistungen / Finanzen

Die Zeitung wird als wenig lesenswert und als Verschwendung von Geld kritisiert.

Die Redaktion muss die Qualität der Beiträge verbessern und zeigen, dass die eingesetzten Mittel sinnvoll verwendet werden.

Institution (Kirche)

Soziales / Leistungen

Eltern kritisieren blasphemische Inhalte sowie die Darstellung von Drogenkonsum und Geschlechtsverkehr.

Die Redaktion muss prüfen, welche Inhalte für eine Schulzeitung angemessen sind und wie kontroverse Themen verantwortungsvoll behandelt werden.

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Leserbrief

4) Als altgedienter Lehrer unserer Schule unterstütze ich selbstverständlich jede Aktivität, die zu einem besseren Schulklima beiträgt. Was «Eugen» angeht, bezweifle ich allerdings, ob dieses Ziel erreicht wird. Immerhin ist es nicht besonders originell, sich über das hohe Alter gewisser Lehrer oder deren schütteren Haarwuchs lustig zu machen. Auch der Abdruck humoriger oder peinlicher Lehrersprüche ist nicht dazu angetan, das Klima zwischen Schülern und Lehrern zu verbessern. Zumal dann nicht, wenn, wie in meinem Fall geschehen, Sätze aus dem Zusammenhang herausgerissen wiedergegeben werden. Der in «Eugen» zitierte Satz stammt aus meiner rund einstündigen Einführung in ein Werk der klassischen Literatur und hat nichts mit meiner persönlichen Haltung gegenüber Frauen zu tun. Da solche Zitate durchaus auch in der weiteren Öffentlichkeit rufschädigend wirken können, werde ich im Wiederholungsfalle von der Schulleitung ein Verkaufsverbot für die neue Schülerzeitung verlangen. Prof. Hans-Jakob Sturzenegger

5) Als Sie uns vor einigen Wochen anfragten, ob wir den Neustart Ihrer Zeitung mit einem finanziellen Beitrag unterstützen würden, sagten wir gerne zu, weil wir einerseits Ihr Engagement belohnen wollten und weil andererseits die Kanti zu unseren treuesten Kunden gehört. Wir platzierten ein ganzseitiges Inserat und zahlten dafür einen überdurchschnittlich hohen Preis. Nun mussten wir zu unserer Bestürzung feststellen, dass wir damit ein Presseerzeugnis unterstützt haben, das unseren Qualitätsvorstellungen weder in inhaltlicher noch in formaler Hinsicht entspricht. Damit könnten wir zur Not noch leben. Was allerdings nicht toleriert werden kann, ist die Tatsache, dass das von uns vertriebene Produkt auf der dem Inserat direkt gegenüberliegenden Seite durch ein Mitglied der Redaktion lächerlich gemacht wird. Der völlig unsachliche Artikel über angebliche Mängel unseres Computersystems hat unseres Erachtens in einer Schülerzeitung nichts zu suchen. Wir werden deshalb in Zukunft darauf verzichten, Ihre Zeitung mit Werbegeldern zu unterstützen. Hans Meier, Geschäftsführer Meier Computer AG

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Anspruchsgruppe

Bereich

Wichtigster Kritikpunkt

Reaktion / Auswirkungen

Staat

Soziales / Leistungen

Persönliche Angriffe, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und mögliche Rufschädigung belasten das Verhältnis zwischen Lehrpersonen und Schülerschaft.

Es braucht klare Regeln für faire Berichterstattung, Persönlichkeitsrechte und den Umgang mit Zitaten.

Kapitalgeber

Finanzen / Leistungen / Soziales

Ein Inserent fühlt sich durch unsachliche Kritik direkt neben seinem Inserat geschädigt und will die Unterstützung einstellen.

Die Zeitung muss Inserate klar von redaktionellen Beiträgen trennen und sachliche Produktkritik sicherstellen.

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Aufgabe E Denken in Prozessen: Swiss – jede Sekunde zählt Schauen Sie den Filmausschnitt «Swiss – jede Sekunde zählt» an.

d) Im Video wird im Zusammenhang mit Prozessoptimierung die Frage gestellt, ob beim Kabinenpersonal die «Zitrone ausgepresst» sei. Erläutern Sie, was mit diesem Bild der ausgepressten Zitrone gemeint ist.

Die ausgepresste Zitrone steht für einen stark optimierten Prozess; aus dem Prozess wurde bereits viel herausgeholt; Link Video (09:08)

weitere Verbesserungen werden schwieriger; der zusätzliche Nutzen wird immer kleiner.

a) Was wird optimiert? Beschreiben Sie, welche Art von Prozessen im Film im Zentrum steht.

e) Wo liegt das Optimum beim Zitronen-Auspressen?

Optimiert werden Geschäftsprozesse beim Kabinenpersonal; im

Das Optimum liegt dort, wo der zusätzliche Nutzen einer weiteren

Zentrum stehen Abläufe an Bord wie Vorbereitung, Service,

Optimierung noch grösser ist als der zusätzliche Aufwand;

Teamarbeit und Bordverkauf.

wird zu stark optimiert, können Stress, Fehler oder Qualitätsver-

b) Wie wird optimiert? Erklären Sie, wie die Tätigkeiten des Kabinenpersonals analysiert und verbessert werden.

Tätigkeiten werden beobachtet und Arbeitsschritte analysiert; mit Kaizen werden unnötige Wege, Wartezeiten und Doppelspurigkeiten schrittweise reduziert. c) Wofür wird optimiert?

Effizienz, Qualität und Belastung. f) Nehmen Sie Stellung: Gibt es bei Prozessoptimierungen Grenzen? Berücksichtigen Sie die Sicht des Unternehmens und der Mitarbeitenden.

Prozessoptimierungen haben Grenzen; für das Unternehmen sind sie sinnvoll, solange Zeit, Kosten, Qualität oder Umsatz verbessert werden; für Mitarbeitende werden sie problematisch, wenn Stress,

Optimiert wird, solange der Grenznutzen grösser ist als der zusätzliche Aufwand; das Unternehmen nutzt Arbeitszeit besser, die Mitarbeitenden gewinnen klarere und ruhigere Abläufe.

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luste entstehen; sinnvoll ist ein Ausgleich zwischen

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ar l p m e x Ziel sind effiziente Abläufe ohne zu hohe Arbeitsbelastung. e s t h c i Ans Überlastung oder Demotivation entstehen;

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Aufgabe F Bestes Unternehmensmodell? Vergleichen Sie die folgenden drei Unternehmensmodelle und beantworten Sie die untenstehenden Fragen.

■ Modell A: Unternehmenskonzept-Modell (STR teachware, 2026) Ökologische Umweltsphäre Soziale Umweltsphäre ische Umweltsphäre Technolog che Umweltsphäre s i m o n o k Ö Rechtliche Umweltsphäre

Konkurrenten

Unternehmenskonzept Absichten und Grundsätze Lieferanten

■ Modell B: St. Galler Management-Modell (3. Generation) (Rüegg-Stürm & Grand, 2020)

Leistung Finanzen

Soziales

Leitbild (Purpose, Vision, Mission, Werte)

Führungsprozesse Geschäftsprozesse

Ziele Umsetzung Massnahmen, Ressourcen, Prozesse

Kapitalgeber

Strategie

Staat

Kunden

Supportprozesse

Mitarbeitende NGOs Institutionen Medien

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■ Modell C: St. Galler Management-Modell (4. Generation) (Rüegg-Stürm & Grand, 2017)

a) Notieren Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Modelle.

Gemeinsamkeiten: - Ähnliche Elemente: Prozesse - A und B haben Umwelt und Anspruchsgruppen differenziert; (Hinweis C: blauer Ring = Umwelt /oranger Ring = Anspruchsgruppen) Unterschiede: - Umweltsphären: Modell A zusätzlich rechtliche Umweltsphäre - ähnliche Elemente haben unterschiedliche Begriffe, z. B. A: Führungsprozesse heisst bei B: Managementprozesse

b) Bestimmen Sie das geeignetste der drei Modelle und begründen Sie Ihre Wahl anhand von Kriterien.

Kriterien: Einsatzzweck, Zielgruppe, verfügbare Zeit A: geeignet für Einführung, einfach und prozessorientiert, weniger Fachbegriffe B: geeignet für BWL-Studium, differenzierter und mehr Fachbegriffe C: geeignet für Managementpraxis, Sinnhorizonte und

ar l p m e x e s Deshalb gibt es kein allgemein bestes Modell, sondern t h c i je nach Ziel ein geeigneteres Modell Ans Entscheidungsaspekte

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Aufgabe G Geschäftsmodelle entwickeln mit Business Model Navigator In ihren empirischen Forschungsarbeiten haben Gassmann/Frankenberger & Csik bedeutende Geschäftsmodelle der letzten fünfzig Jahre hinsichtlich Regelmässigkeiten systematisch analysiert und daraus 55 Muster von erfolgreichen Geschäftsmodellinnovationen beschrieben. Sehen Sie sich das Video Geschäftsmodell-Innovation an und beantworten Sie die untenstehenden Fragen.

c) Jetzt sind Sie an der Reihe: 1) Wählen Sie ein Unternehmen, für welches Sie eine Geschäftsmodellinnovation vorschlagen werden. 2) Analysieren Sie nun das bestehende bzw. naheliegende Geschäftsmodell anhand der vier Fragen (Was? Für wen? Wie? Wie viel?) 3) Entwickeln Sie nun eine innovative Variante. Ziel ist es, nicht nur logisch naheliegende Verbesserungen vorzuschlagen, sondern bewusst neue, überraschende oder unkonventionelle Lösungsansätze zu entwerfen. Wählen Sie dazu eine der 55 Musterkarten auf der Website BMI Lab / Business Model Navigator und wenden Sie dieses Muster auf Ihr Unternehmen an.

Link Video (8:29)

a) Wie viel Prozent der Innovationen sind ganz neuartig? Wie viel Prozent der Innovationen sind Anpassungen von bestehenden erfolgreichen Geschäftsmodellen?

10% ganz neu, 90% Anpassungen b) Eines der 55 bedeutenden Geschäftsmodelle heisst Razor-and-Blade. Das «Muster» besteht darin, dass ein Basisprodukt günstig oder sogar gratis angeboten wird. Das Komplementärprodukt, das zum Basisprodukt benötigt wird, ist hingegen teuer und erbringt den Hauptumsatz des Unternehmens. Welche Unternehmen haben dieses Muster für ihre Produkte angepasst?

Gillette (Rasierapparat + Klingen), HP, Brother (Drucker + Toner) Apple (iPod + iTunes), Nespresso (Kaffeemaschinen + Kapseln)

Link Website

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4) Visualisieren und begründen Sie Ihr neues Geschäftsmodell und präsentieren Sie, welchen Mehrwert Ihre kreative Rekombination des ausgewählten Musters für die Kundinnen und Kunden sowie für das Unternehmen schafft und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.


■ Ausgewähltes Unternehmen

Individuelle Antworten ■ Beschreibung des ausgewählten Musters Hie

Individuelle Antworten, z.B. Cross Selling (Zwei Fliegen mit einer Klappe) Add-on (Separate Verrechnung von Extras)

folgende üb r können Sie

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■ Mehrwert

Individuelle Antworten

■ Chancen

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■ Risiken

Individuelle Antworten

Grundlagen Wirtschaft und Recht

ar l p m e x e hts liche Link überfach Kompetenzen

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Aufgabe H Unternehmen für wen? – Vom Shareholder-Value zum Stakeholder-Verständnis Sehen Sie sich den Film «Was ist echte unternehmerische Nachhaltigkeit?» an. Achten Sie besonders darauf, wie sich der Zweck von Unternehmen vom reinen Shareholder-Value hin zu einem umfassenderen Stakeholder-Verständnis verändert. Fassen Sie die vier Stufen in der unten stehenden Tabelle stichwortartig zusammen. Link Video (09:37)

Stufen

Kurzbeschreibung / Ziel der unternehmerischen Tätigkeit

· · · · · · · · · ·

Beispiele von Unternehmen

Ausschliesslich wirtschaftliche Orientierung; Werte wie Umsatz, Gewinn, Marktanteile, Shareholder-Value Umweltschutz ist Aufgabe des Staates Wirtschaftliche Ziele stehen nach wie vor im Vordergrund Umweltschutz ist Mittel zum Zweck (Kosten sparen) Verfeinertes Shareholder-Value-Modell Dreidimensionale Wertschöpfung («Triple-Bottom-Line») Unternehmen setzt sich ökonomische, ökologische und soziale Ziele.  Nachhaltigkeitsstrategien und -pläne Was sind die ökologischen und gesellschaftlichen Probleme? Welchen Beitrag können Unternehmen zur Lösung leisten? Nachhaltige Unternehmen berücksichtigen alle Stakeholder

b) Welche gesellschaftlichen Probleme bzw. Herausforderungen sehen Sie im Bereich der ökologischen Umweltsphäre? Welche Lösungen könnten konkrete Unternehmen dazu anbieten?

Individuelle Antworten

·

General Electric (Jack Welch)

·

Walmart (US-Warenhauskette)

·

Unilever (Lebensmittelkonzern)

· ·

SV-Group (Gemeinschaftsgastronomie) IKEA (Flüchtlingshaus)

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c) Welche gesellschaftlichen Probleme bzw. Herausforderungen sehen Sie im Bereich der sozialen Umweltsphäre? Welche Lösungen könnten konkrete Unternehmen dazu anbieten?

Individuelle Antworten

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Aufgabe I

Begründet entscheiden – Unternehmensentscheide beurteilen

Die Bergbach Getränke AG produziert Mineralwasser, Fruchtschorlen und Eistee in der Schweiz. Das Unternehmen ist in der Region gut verankert, beschäftigt 85 Mitarbeitende und arbeitet eng mit regionalen Lieferanten, Detailhändlern und Gastronomiebetrieben zusammen. Viele Kundinnen und Kunden schätzen Bergbach als traditionsreiches Unternehmen, das für Qualität, Regionalität und umweltbewusstes Handeln steht. Bisher verwendet die Bergbach Getränke AG vor allem Glasflaschen und Mehrweggebinde. In den letzten Jahren sind jedoch die Kosten für Energie, Transport und Verpackungsmaterial deutlich gestiegen. Zudem wünschen sich einzelne Detailhändler leichtere Gebinde, weil diese einfacher zu lagern und zu transportieren sind. Auch ein Teil der Kundschaft fragt vermehrt nach handlichen Flaschen für unterwegs, etwa für Schule, Arbeit, Sport oder Reisen. Die Geschäftsleitung prüft deshalb, einen Teil des Sortiments neu in leichten PET-Flaschen anzubieten. Durch PET-Flaschen könnten Transportkosten gesenkt, neue Kundengruppen erreicht und die Preise stabil gehalten werden. Gleichzeitig würden mehr Kunststoffverpackungen anfallen. Umweltorganisationen kritisieren diesen Schritt, weil sie eine Schwächung des Mehrwegsystems und eine Zunahme von Verpackungsabfällen befürchten. Der Detailhandel hingegen begrüsst tiefere Preise, geringeres Gewicht und eine einfachere Logistik. Die Entscheidung ist für die Bergbach Getränke AG deshalb anspruchsvoll: Eine PET-Linie könnte wirtschaftliche Vorteile bringen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Gleichzeitig könnte sie dem glaubwürdigen, regionalen und umweltbewussten Image des Unternehmens schaden. Die Geschäftsleitung muss entscheiden, ob ein Teil des Sortiments künftig in leichten PET-Flaschen angeboten werden soll.

a) Antrag an die Geschäftsleitung

Punkt Titel / Struktur 1

Ausgangslage, Entscheid über PET-Linie; Zielkonflikt zwischen Problem Kosten, Kundennutzen, Umweltverantwortung und Vertrauen

2

Wichtigste Interessen

Kundschaft: günstige und praktische Produkte; Detailhandel: einfache Logistik; Mitarbeitende: sichere Arbeitsplätze; Eigentümer: Rentabilität; Umweltorganisationen: weniger Kunststoff; Region: glaubwürdiges Unternehmen

3

Geprüfte Alternativen

Keine PET-Linie; vollständige Umstellung; begrenzte Einführung; Recycling-PET; Ausbau Mehrwegsystem

4

Zentrale Kriterien

Kosten, Transportaufwand, Verkaufspreis, Absatzchancen, CO2-Bilanz, Kunststoffverbrauch, Recyclingquote, Image, Vertrauen

5

Erwartete Folgen

Positiv: tiefere Transportkosten, neue Kundengruppen, bessere Marktchancen; negativ: mehr Kunststoff, Kritik von Umweltorganisationen, mögliches Imageproblem

6

Antrag an die Geschäftsleitung

Begrenzte Einführung ausgewählter Produkte in Recycling-PET während eines Jahres; Glas und Mehrweg bleiben bestehen

Formulieren Sie einen gut strukturierten und ausführlich begründeten Antrag an die Geschäftsleitung. Ihr Antrag soll zeigen, wie Sie den Zielkonflikt zwischen Kosten, Kundennutzen, Umweltverantwortung und Vertrauen beurteilen. Bereiten Sie sich anschliessend auf eine Kurzpräsentation von 3 Minuten vor. Notieren Sie dazu die Gliederung und die wichtigsten Stichworte für Ihre Präsentation.

Grundlagen Wirtschaft und Recht

1

Stichworte

7

Begründung des Entscheids

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

ar l p m e x e swirtschaftliche Vort Ausgewogener Kompromiss: h c i teile nutzen, ökologische Ans Folgen begrenzen, Transparenz schaffen, Vertrauen sichern

(Ausgabe für Lehrperson)

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b) Beurteilung von Anträgen / Entscheidungen In der unten stehenden Tabelle finden Sie vier Anträge an die Geschäftsleitung. Bewerten Sie jede Schülerantwort mit 1 bis 4 Punkten und bestimmen Sie die überzeugendste Antwort. Antwort

Punkte

Begründung

2 Punkte

Die Antwort erkennt ein wichtiges wirtschaftliches Kriterium: Kosten, Wettbewerbsfähigkeit und Kundschaft. Der Entscheid bleibt aber einseitig. Ökologische Folgen, Interessen anderer Anspruchsgruppen und mögliche Alternativen werden nicht geprüft.

A

Ich würde die PET-Flaschen einführen, weil das Unternehmen dadurch Kosten spart und wettbewerbsfähig bleibt. Wenn andere Anbieter günstiger sind, verliert Bergbach sonst Kundinnen und Kunden.

B

Ich würde die PET-Flaschen nicht einführen, weil Kunststoff schlecht für die Umwelt ist. Ein Unternehmen sollte Verantwortung übernehmen und nicht nur auf den Gewinn schauen.

2 Punkte

Die Antwort berücksichtigt Verantwortung und ökologische Werte. Sie bleibt jedoch ebenfalls einseitig, weil wirtschaftliche Folgen, Kundenerwartungen, Detailhandel und mögliche Zwischenlösungen nicht einbezogen werden.

C

Ich würde zuerst genauer prüfen, welche Folgen die Umstellung hat. Wichtig wären Daten zu Transportkosten, CO₂-Bilanz, Recyclingquote, Kundenbedürfnissen und Reaktionen des Detailhandels. Danach könnte man verschiedene Alternativen vergleichen, zum Beispiel PET nur für einzelne Produkte, Recycling-PET oder ein verbessertes Mehrwegsystem.

3 Punkte

Die Antwort orientiert sich deutlich am Entscheidungsprozess. Sie klärt zuerst Fakten, Interessen und Grundlagen und nennt mehrere Alternativen. Ein eigener begründeter Entscheid fehlt jedoch noch. Deshalb ist die Antwort noch nicht vollständig.

D

Ich würde eine begrenzte Einführung mit Recycling-PET beschliessen. Gleichzeitig müsste Bergbach die Glas- und Mehrweggebinde beibehalten, die Umweltwirkung transparent ausweisen und nach einem Jahr prüfen, ob die Ziele erreicht wurden. So werden Kosten, Kundennutzen, Nachhaltigkeit und Vertrauen berücksichtigt.

4 Punkte

Die Antwort verbindet einen klaren Entscheid mit einer differenzierten Begründung. Sie berücksichtigt Kosten, Kundennutzen, Nachhaltigkeit und Vertrauen. Zudem schlägt sie eine realistische Zwischenlösung vor und überprüft die Folgen nach einer Testphase. Der Zielkonflikt wird nachvollziehbar bearbeitet.

c) Bewertungskriterien Formulieren Sie in drei bis fünf Sätzen, wie eine Entscheidung gut begründet werden müsste.

Überzeugend ist eine Entscheidung dann, wenn sie die Schritte im Entscheidungsprozess berücksichtigt:

Grundlagen Wirtschaft und Recht

1

ar l p m e (3) Lösungsalternativen entwickeln (4) Beurteilungskriterien festlegen x e s t ch i (5) Konsequenzen für Betroffene abschätzen s n A (1) Problemstellung formulieren (2) Interessen klären, Aussagen prüfen

(6) wertbasiert entscheiden

Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle

(Ausgabe für Lehrperson)

Seite 60


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str teachware Seit 1993 entwickeln wir gemeinsam Unterrichtsmaterialien für Wirtschaft und Recht auf der Sekundarstufe II. Ausgangspunkt unserer Überlegungen sind immer die konkrete Umsetzung im Unterricht, die Denk- und Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler. Unser Anspruch: Lehrpersonen sollen mit unseren Unterlagen professioneller, gelassener und mit Freude unterrichten können. Schülerinnen und Schülern wollen wir das Rüstzeug und ein vertieftes Verständnis von wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhängen mitgeben, damit sie im privaten und beruflichen Umfeld bewusst handeln, entscheiden und mitgestalten können. Autoren ■ Dr. Urs Saxer war bis 2025 Wirtschaftslehrer an der Kantonsschule Schaffhausen und Brückendozent am Institut für Wirtschaftspädagogik (IWP) der Universität St. Gallen. urs.saxer @ strteachware.ch ■ Thomas Tobler, mag. oec., ist Wirtschaftslehrer und Rektor an der Kantonsschule Stadelhofen, Zürich. thomas.tobler @ strteachware.ch ■ Heinz Rüfenacht, lic. oec., war bis 2014 Wirtschaftslehrer am Bildungszentrum Wirtschaft, Weinfelden. heinz.ruefenacht @ strteachware.ch

Über Rückmeldungen und Anregungen freuen wir uns sehr. Gerne nehmen wir Ihr Feedback auf info @strteachware.ch entgegen.

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Wir wünschen Ihnen einen interessanten und anregenden Unterricht mit Ihren Lernenden.

Sommer 2026 Urs Saxer, Thomas Tobler, Heinz Rüfenacht

Lektorat: Judith Henzmann, Versus Verlag

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STR Teachware GmbH | Rötelistrasse 16 | CH-9000 St. Gallen | strteachware.ch


Grundlagen Wirtschaft und Recht Zusammenhänge verstehen, Zusammenleben gestalten Betriebswirtschaft

Betriebswirtschaft

Volkswirtschaft

Recht

1 Unternehmens- und Geschäftsmodelle

4 Ökonomische Modelle und Konzepte

9 Tradition und Evolution

2 Unternehmensethik

5 Wirtschaftliche Entwicklungen, planetare und soziale Belastungsgrenzen

10 Macht und Verantwortung

3 Finanzwirtschaftliche Zusammenhänge

6 Einkommen und Ungleichheit

11 Schuld und Sanktion 12 Berechtigung und Verpflichtung

7 Geld und Finanzstabilität 8 Globalisierung und Welthandel

str teachware Online Shop Alle Kapitel sind als Print-Broschüre und digital erhältlich. Bestellungen: shop.strteachware.ch

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