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PETERSEN - 55 - 2026 - DE

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55 | 2026

ÜBER ZIEGEL UND VERANTWORTUNGSBEWUSSTE ARCHITEKTUR

Papirøen, Kopenhagen | Foto: Anders Sune Berg


Mitten im Innenhafen von Kopenhagen liegt die Insel Papirøen. Von links nach rechts zu sehen sind das Schauspielhaus, die Oper, das Vandkulturhuset (Wasserkulturhaus), die in diesem Artikel behandelte große Wohnsiedlung und ganz rechts die Brücke Inderhavnsbroen.

INSEL WIRD ZUR STADT Martin Søberg, Architekturhistoriker, Ph. D. Fotos: Anders Sune Berg Papirøen, mitten im Innenhafen von Kopenhagen, hat sich innerhalb weniger Jahre von einem geschlossenen Industriegebiet zu einem neuen, gemischten Stadtviertel gewandelt. Eine Reihe von Häusern unterschiedlicher Höhe richtet nun ihre großen Giebel dem Hafenbereich zu, der genau an dieser Stelle eine Biegung vollzieht. Hinter den schräg geneigten Fassaden der Giebelhäuser befinden sich 255 Wohnungen und ein Hotel, das über vier großen Hallen auf Straßenebene liegt, welche derzeit für Restaurants, Cafés, kulturelle Zwecke und Geschäfte in Betrieb genommen werden. Die Bebauung gruppiert sich wie ein klassischer Häuserblock um einen städtischen Raum mit dichter Baumbepflanzung, der wie eine fünfte, grüne und offene Halle den Rahmen für Märkte, Konzerte und andere öffentliche Veranstaltungen bilden kann. An der nordwestlichen Ecke der Insel entsteht derzeit ein Wasserkulturhaus, und an drei Seiten der Insel ermöglicht ein breiter Holzsteg den direkten Zugang zum Wasser, um den Blick auf die umliegende Stadt zu genießen. Am nördlichen bzw. südlichen Kai befinden sich zwei Reihenhaussiedlungen: im Norden die sogenannten Opernhäuser mit Blick auf die Oper, im Süden die Kanalhäuser mit direktem Zugang zum historischen Kanal Trangraven. Insgesamt umfasst Papirøen 188 Eigentumswohnungen, 85 Sozialwohnungen und ein Hotel mit 130 Zimmern, die sich auf die Giebelhäuser und die beiden Reihenhausanlagen verteilen. Alle neuen Gebäude auf Papirøen verfügen über Fassaden aus Ziegeln, die von Petersen Tegl geliefert wurden. Helle, gelbe Ziegel an den Giebelhäusern und Hallen, schwarz-graue Ziegel an den beiden Reihenhausanlagen und warmgraue Ziegel am Kulturzentrum am Wasser. Die Ziegel verbinden die Gebäude miteinander und treten zudem in einen Dialog mit den alten, gemauerten Lagerhäusern und Zeughäusern, die die Insel umgeben.

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Die Bebauung der Papirøen umgibt einen städtischen Freiraum mit zahlreichen Bäumen. Das Muster des Bodenbelags ist einem Scherenschnitt des Märchendichters Hans Christian Andersen nachempfunden.

Papirøen, Kopenhagen, Dänemark Bauherrschaft: Christiansholms Ø P/S (Danica Ejendomme, UNIONKUL und Nordkranen) Architekt: Cobe Landschaftsarchitekt: Inside Outside und Cobe Ingenieur: MOE (Artelia) Bauunternehmung: NCC Danmark Beratung: Via Trafik und Transsolar Fertigstellung: 2024 Ziegel: Giebelhäuser: Spezialziegel, Christiansholmer-Stein, entwickelt von Cobe in Zusammenarbeit mit Petersen Tegl auf der Grundlage von D71 Opernhäuser: Derselbe Ziegel wie bei den Giebelhäusern, jedoch in einer dunkleren Variante. Bei beiden Bauwerken sind die Ziegel in Betonelemente eingegossen, die von Ambercon hergestellt wurden. Kanalhäuser: Cover™ C56, 528 × 240 × 37 mm Lageplan Sowohl der Schnitt als auch der Lageplan waren Teil des Siegerentwurfs von Cobe aus dem Jahr 2016, der das Wasserkulturhaus noch nicht umfasste.

Querschnitt


Aufs Wasser ausgerichtet GROSSE MEHRZWECKHALLEN WERDEN VON GIEBELHÄUSERN GEKRÖNT, DIE EBENSO WIE DIE UMLIEGENDEN ALTEN, GEMAUERTEN LAGERHÄUSER RECHTWINKLIG ZUM HAFENKANAL ANGEORDNET SIND. HELLE, GELBE ZIEGELSTEINE UNTERSTREICHEN DIE VERBINDUNG ZWISCHEN DEN NEUEN GEBÄUDEN AUF PAPIRØEN UND IHREN HISTORISCHEN NACHBARN. Hohe, mit Ziegeln verkleidete Arkaden bilden einen Übergang zwischen den öffentlichen Außenbereichen und den großen Hallen im Erdgeschoss, die für Gastronomie, Kultur und Geschäfte vorgesehen sind.

Die Fassaden bestehen aus gegossenen Betonelementen. Die horizontale oder vertikale Anordnung der Ziegelsteine erzeugt Bänder und Flächen, die die Konstruktion unterstreichen.

Die großen Giebel zum Hafenkanal hin weisen unterschiedliche Höhen, Breiten und Gliederungen auf, sind jedoch eindeutig miteinander verwandt und von den umliegenden historischen Lagerhäusern inspiriert.

Der offizielle Name von der Insel lautet eigentlich Christiansholm, doch der andere Name hat sich im Volksmund eingebürgert, da die Insel von 1957 bis 2013 einige große Hallen zur Lagerung von Papier für Zeitungsdruckereien beherbergte. Die Geschichte der Insel reicht jedoch weiter zurück: Sie wurde 1696 künstlich angelegt und zunächst als Kielholplatz genutzt. Später ging die Insel in den Besitz der Marine über und wurde nach König Christian VI. benannt, bevor sie im 19. Jahrhundert für industrielle Zwecke genutzt wurde. Als die Papierlagerung eingestellt wurde, dienten die Hallen für einige Jahre als Lebensmittelmarkt, Galerie und Raum für kreative Berufe. Im Plan zur Umgestaltung von Papirøen schlug das Architekturbüro Cobe daher vor, die Idee der flexiblen, öffentlich zugänglichen Hallen im Erdgeschoss beizubehalten und diese mit einer Lagerhaus-Typologie zu kombinieren, wie man sie aus dem historischen Hafen kennt. Die Bebauung wurde aus Betonfertigteilen mit bis zu 11 Stockwerken errichtet, wobei die Fassaden obenhin nach hinten geneigt sind und in schmale, flache Dächer münden. Die Wohnetagen der Giebelhäuser decken die Fläche der unteren Hallen nicht vollständig ab, wodurch auf Teilen der Hallen Platz für begrünte Dachterrassen zur Nutzung durch die Bewohner entsteht. Dass es sich um eine Fertigteilbauweise handelt, wird durch die deutliche Gliederung der Fassaden mittels Pfeiler und Decken unterstrichen. Im Erdgeschoss bilden die Pfeiler hohe Arkaden, bevor sie sich nach oben als Rippen fortsetzen, die von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich profiliert sind.

Die Gebäude sind mit hellgelben Ziegeln verkleidet, die gut mit dem hellen Beton harmonieren und in hellem Mörtel verlegt sind. Mette Heide, Architektin und Projektleiterin bei Cobe, erklärt: »Das Gelungene an diesem monochromen Erscheinungsbild ist, dass man aus der Ferne die Farbe und die Geometrie wahrnimmt. Wenn man sich jedoch auf menschlicher Ebene, ganz nah an den Gebäuden, befindet, verspürt man den Wunsch, hinzugehen und sie zu berühren. Es handelt sich um eine Fertigteilbauweise, die wir angepasst und mit Textur und Materialität versehen haben.« Das Mauerwerk im Erdgeschoss wurde vor Ort errichtet, während die übrigen Stockwerke aus gegossenen Elementen bestehen. Cobe hat gemeinsam mit Petersen Tegl einen speziellen Stein für das Projekt entwickelt, der den Namen »Christiansholmer-Stein« erhalten hat. Er wird mit der Mörtelseite nach außen verlegt und ist an einigen Stellen senkrecht, an anderen waagerecht ausgerichtet, sodass Bänder und Felder entstehen, die den Rahmen des Bauwerks betonen. In der Mitte weist der Stein eine Vertiefung mit einer vierseitigen Abschrägung auf, die den Fassaden Relief verleiht und dafür sorgt, dass sich jene mit dem Wechsel des Lichts verändern. Die vierseitige Abschrägung der Vertiefung sorgt ebenfalls dafür, dass das Wasser unabhängig von der Position des Steins abfließt. Die Architekten wollten die Tatsache hervorheben, dass es sich um eine Fertigteilbauweise handelt, weshalb die flache Seite und die Ziegelverbände Teil eines authentischeren Ausdrucks wurden. »Wir arbeiten sehr gerne mit Ziegeln, denn wenn es sich um einen hochwertigen

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»Wir arbeiten sehr gerne mit Ziegeln, denn wenn es sich um einen hochwertigen Ziegel handelt, wird er mit der Zeit nur noch schöner und erfordert keine Instandhaltung.« Architektin Mette Heide

Die Vertiefungen in den Ziegeln verleihen den Fassaden ein feinteiliges Relief, das das wechselnde Licht der Sonne einfängt.

Als Bauunternehmer war NCC für die Montage der Elemente verantwortlich. Foto: Stine Skøtt Olesen /NXT

Ziegel handelt, wird er mit der Zeit nur noch schöner und erfordert keine Instandhaltung«, sagt Mette Heide. Ihre Kollegin, die Architektin und Projektleiterin Majbritt Lerche, erklärt: »Wir wollten etwas bauen, das nicht allzu neu wirkt, und da kommt man schnell auf den Ziegel. Durch den Brennvorgang erhält der Ziegel eine Patina, sodass er sich besser in die schönen, alten Gebäude aus gelbem Mauerstein einfügt, die rund um Papirøen stehen. Selbst die obersten, am stärksten gebrannten Steine, die normalerweise aussortiert werden, haben wir verwendet, um einem Neubau von Anfang an mehr Patina zu verleihen – und natürlich auch, um Ressourcen zu schonen.« Zwischen den Rippen befinden sich Fenster in wechselnden Formaten und Rhythmen, eingelassene Balkone oder Mauerflächen aus Sichtmauerwerk oder Putz. Auch die Giebelbereiche sind unterschiedlich: An manchen Stellen bestehen sie ausschließlich aus Balkonen mit unterschiedlich proportionierten Gitterwerken, an anderen Stellen gibt es Fenster oder vollständig geschlossene, gemauerte Giebel, die an alte Brandgiebel erinnern. Insgesamt entsteht so ein abwechslungsreiches Fassadenbild, in dem sich dieselben Elemente wiederholen, jedoch mit Variationen, ganz wie bei den Ziegeln selbst. »Die Ziegel unterscheiden sich alle ein wenig voneinander, und genau dafür ist Petersen Tegl bekannt«, erklärt Majbritt Lerche. »Wir befinden uns an einem Hafen, wo es ruhig ein wenig rough sein darf – das sieht eigentlich einfach immer schön aus.« 4

Der Christiansholmer-Stein verfügt über eine Vertiefung mit einer vierseitigen Abschrägung, sodass das Regenwasser unabhängig von der Ausrichtung des Steins von den Fassaden abfließen kann. Der Stein wurde speziell für dieses Bauprojekt von Cobe in Zusammenarbeit mit Petersen Tegl entwickelt.

Die Rippen in den Fassaden der sogenannten Opernhäuser fangen das Licht ein und markieren den zurückgesetzten Eingang zu jeder Wohnung, die sich über alle drei Stockwerke erstreckt.

Giebel, die sich in einer Reihe zum Kanal Arsenalgraven hin erstrecken. Hinter den Giebelfassaden befinden sich sowohl Sozialwohnungen als auch Eigentumswohnungen sowie ein Hotel.


Als gerade Zeile sind die Reihenhäuser direkt am Kanal gelegen, hier vom Opernpark aus gesehen. Die Holztüren im Erdgeschoss sind von der maritimen Architektur der Gegend inspiriert.

Überschusshäuser Petersen Tegl hat die Ziegel für alle neuen Gebäude auf Papirøen geliefert: wassergestrichene schwarz-graue Ziegel für die Reihenhäuser, wassergestrichene gelbe Ziegel für die Giebelhäuser und handgefertigte Spezialziegel in warmen Grautönen für das Wasserkulturhaus.

An den Fassaden der Opernhäuser wurden dieselben Ziegel wie bei den Giebelhäusern verwendet, die Ziegel sind hier jedoch besonders stark gebrannt, da sie ganz oben im Tunnelofen lagen.

SCHWARZ-GRAUE, EXTRASTARK GEBRANNTE ZIEGEL, DIE BEIM BRENNEN DER GELBEN ZIEGEL FÜR PAPIRØEN ÜBRIG BLIEBEN, VERLEIHEN DEN 'OPERNHÄUSERN' ENTLANG DER NORDSEITE DER WOHNANLAGE EINE MATERIALOPTIK, DIE GLEICHERMASSEN HAPTISCH ANSPRECHEND WIE AUCH KÜHL WIRKT.

Jedes der 11 Reihenhäuser umfasst drei Stockwerke und eine Terrasse mit Blick auf das Wasser. Die Fassaden der beiden oberen Stockwerke sind obenhin nach hinten geneigt, ähnlich wie bei den dahinterliegenden gelb-grauen Giebelhäusern auf Papirøen. Doppelte Rippen in der Tiefe eines ganzen Ziegelsteins verleihen der Fassade Relief und trennen die einzelnen Häuser der Reihe voneinander. Der dunkle Stein fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. »Einige der Gebäude hier sind mehrere hundert Jahre alt und standen lange Zeit inmitten von Rauch und Abgasen, sodass die gelben Ziegel fast schwarz geworden sind«, erklärt Majbritt Lerche, Architektin und Projektleiterin bei Cobe. »Die Ziegel werden in Stapeln im Tunnelofen bei Petersen Tegl gebrannt, weshalb die obersten sehr stark gebrannt sind. Wir haben die dunkel gebrannten Steine beiseitegelegt und für die Reihenhäuser verwendet.« Zum Wasser hin können die großen Glasflächen im Erdgeschoss durch schwarz lackierte Holztore verdeckt werden. Die Inspiration stammt von maritimen Gebäuden in der Nähe von Papirøen. »Wenn man hinüber nach Holmen und zu Arsenaløen blickt, sieht man so viele schöne Holztore. Um die Fassade in den Kontext einzubinden, haben wir daher mit dem Tormotiv gearbeitet.« Entlang der Kaimauer laden hohe Holzstufen zum Verweilen ein, um den Blick auf die Oper und den üppig bewachsenen Opernpark zu genießen. Im Kanal gibt es Anlegeplätze, sodass die eigenen Boote der Bewohner direkt vor der Haustür liegen können. 5


Die Kanalhäuser schließen an die historische Kesselschmiede an, deren klar definierte Volumen als Vorbild für die Formensprache der Reihenhäuser dienten.

Der Cover-Ziegel bedeckt sowohl die Fassaden als auch die Dachflächen und verleiht den Kanalhäusern zusammen mit den Fensterrahmen und Geländern in dunklen Farbtönen ein monolithisches Erscheinungsbild.

Eigenes Haus am Kai AM SÜDLICHEN KAI VON PAPIRØEN LIEGEN SIEBEN STADTHÄUSER MIT DIREKTEM ZUGANG ZUM WASSER. SCHWARZ-GRAUE COVER-STEINE AN FASSADEN UND DACHFLÄCHEN VERLEIHEN DEN HÄUSERN EIN EINHEITLICHES, FAST KRISTALLINES ERSCHEINUNGSBILD.

Die Kanalhäuser sind in Verlängerung der »Kedelsmedje« angeordnet, dem ältesten Gebäude von Papirøen, das 1909 aus rotem Backstein mit versetzten, schiefergedeckten Satteldächern erbaut wurde. Die Häuser knüpfen an die Gestaltungsprinzipien dieser Schmiede an und bilden eine Gruppe versetzter Baukörper mit ein bis drei Stockwerken und Satteldächern unterschiedlicher Höhe. Durch diese Versetzungen lassen sich die einzelnen Häuser leicht unterscheiden, ähnlich wie man es aus historischen Städten kennt, in denen die Häuser oft über einen längeren Zeitraum hinweg errichtet wurden. Loggien über die gesamte Gebäudebreite sowie holzverkleidete Terrassen und Bootsliegeplätze bieten den Bewohnern reichlich Möglichkeiten für das Leben im Freien. Zwei der Häuser verfügen zudem über eine verglaste Orangerie, die zwischen den Gebäudekörpern angeordnet ist. Fassaden und Dachflächen sind mit einem schwarz-grauen Cover verkleidet. Majbritt Lerche, Architektin und Projektleiterin im Architekturbüro Cobe, erklärt: »Die Häuser sind monochrom konzipiert, weshalb der Cover-Stein wie ein Schleier verwendet wird, der sich vollständig um sie herum legt.« Fenster, Türen und Geländer sind in einem entsprechend dunklen, warmen Farbton gehalten, sodass die Gebäude wie klar umrissene Monolithen wirken. Der Kanal Trangraven begrenzt die Häuser, und auf der gegenüberliegenden Seite liegt der Grønlandske Handels Plads, wo über Jahrhunderte hinweg Waren aus Grönland, Island und den Färöern per Schiff ankamen und in großen, gemauerten Lagerhäusern verarbeitet und gelagert wurden. Im Osten, am Ende der Häuserreihe und auf der anderen Seite des Kanals Arsenalgraven, befindet sich der Kuglegården, ein Komplex historischer Militärgebäude, von denen die ältesten im Jahr 1742 errichtet wurden, mit Fassaden aus gelben Ziegeln und Satteldächern aus schwarz glasierten Dachziegeln. Der schwarz-graue Cover-Stein bezieht sich auf die umliegenden historischen Gebäude. »Von der Größenordnung her orientieren sich die Stadthäuser an der 'Kedelsmedje', doch statt Kopien zu sein, sind sie eher reduzierte Paraphrasen«, erklärt Mette Heide, Architektin und Projektleiterin bei Cobe. »Der schwarze Cover wurde ausgewählt, um die helle, gelbe Farbe der übrigen Bebauung aufzugreifen, bezieht sich darüber hinaus aber auch auf die schwarzen Dächer des Kuglegården. Auf diese Weise wurden Verbindungen über die Kanäle hinweg und quer durch die Geschichte geschaffen.«

»Wir wollten etwas bauen, das nicht allzu neu wirkt, und da kommt man schnell auf den Ziegel. Durch den Brennvorgang erhält der Ziegel eine Patina, sodass er sich besser in die schönen, alten Gebäude aus gelbem Mauerstein einfügt, die rund um Papirøen stehen.« Architektin Majbritt Lerche 6


Modernes Langhaus in einer idealisierten Parklandschaft IN EINEM NATURSCHUTZPARK IM ZENTRUM NORDIRLANDS HAT DAS BELFASTER ARCHITEKTURBÜRO McGONIGLE McGRATH EIN MODERNES EINFAMILIENHAUS AUS HELLGRAUEN ZIEGELN ENTWORFEN.

Von Morten Birk Jørgensen, Architekt MAA, Dozent Fotos: Aidan McGrath

Der Ballyscullion Park in Nordirland, eine knappe Autostunde von Belfast entfernt, wurde Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt. Der Park sollte die Landschaft für ein größeres Landhaus vorbereiten, das jedoch nie fertiggestellt wurde. Erst ein halbes Jahrhundert später wurde ein noch heute bestehendes, zurückhaltenderes Wohnhaus als Mittelpunkt des Parks errichtet. Der Park wird durch eine teilweise umlaufende Mauer begrenzt und besteht überwiegend aus einer idealisierten, romantischen Landschaft mit großen, grünen Rasenflächen und vereinzelten, dichten Baumbeständen. Hier hat das Architekturbüro McGonigle McGrath den Bau eines freistehenden Einfamilienhauses für einen lokalen Unternehmer übernommen, der große Teile der Bauarbeiten selbst umgesetzt hat. Der Park und die umliegende Landschaft stehen unter Naturschutz, und die Lage des Wohnhauses am südwestlich ausgerichteten Rand eines kleinen Wäldchens wurde im Dialog mit der örtlichen Naturschutzbehörde festgelegt. Das neue Einfamilienhaus besteht aus einem zweiteiligen Langhaus mit einem bzw. zwei Stockwerken. Im Erdgeschoss sind die Küche, die Wohnräume sowie ein einzelnes Zimmer untergebracht, während ein angrenzender seitlicher Anbau im Norden den Großteil der Versorgungsbereiche beherbergt.

Im Obergeschoss befinden sich vier weitere Zimmer mit zwei dazugehörigen Badezimmern. In einem parallel dazu verlaufenden Flügel im Norden befinden sich Garagen und Abstellräume. Die beiden Flügel sind durch eine massive Gartenmauer verbunden, die den öffentlichen Zugang im Osten von den eher privaten Außenbereichen im Westen trennt. Insgesamt weisen die Baukörper eine einzigartige Komplexität auf. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass ein ursprünglich kleineres zweistöckiges Langhaus im Lauf der Zeit 'Wachstumsschübe' erfahren habe und um eine Etage erweitert worden sei, dass der kleine Anbau ein neuer 'Spross' sei und um einen eigenständigen Flügel ergänzt worden sei. Die Materialien und Details lassen jedoch deutlich erkennen, dass dies nicht der Fall ist – alles wurde in einem zusammenhängenden Bauprozess errichtet. Doch der vielschichtige Charakter des Komplexes unterstreicht die Einbindung des Bauwerks in die historische Landschaft. Auch die nach Süden ausgerichtete Hauptfassade ist architektonisch vielschichtig gestaltet. Die Oberlichter in der Dachfläche sind symmetrisch angeordnet, während die Öffnungen im ersten Stock als formale Wiederholungen wirken, als gehörten sie zu vier einheitlichen Räumen. Die Anordnung

Das Wohnhaus liegt an einem Waldrand im Ballyscullion Park und die Bäume bilden den Hintergrund für seine Hauptfassade zum Park hin. Die Anordnung der Fenster im Erdgeschoss orientiert sich an der inneren Gliederung des Hauses, während die daraus resultierenden, schlanken Mauerpfeiler den Rhythmus der Baumstämme im Unterholz aufgreifen.

Querschnitt

Erdgeschoss

Längsschnitt

Lageplan: Das Grundstück des Hauses ist dunkelgrau markiert.

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Die Gebäude zeichnen sich durch große, durchgehende Flächen aus glattem Mauerwerk aus, weshalb die Farbnuancen und -variationen im Rahmen des architektonischen Entwurfsprozesses gründlich untersucht wurden.

Die langgestreckten Baukörper des Wohnhauses fügen sich unaufdringlich in die denkmalgeschützte Parklandschaft mit ihren weiten, offenen Flächen ein.

Die konstruktiven Details des Gebäudes sind auf ein Minimum reduziert, und große Öffnungen, bei denen sich die Ziegel in den Laibungen fortsetzen, erinnern an Körper aus massivem Ton.

der Fenster im Erdgeschoss scheint durch einen »von innen nach außen«-Ansatz bestimmt zu sein. Der untere Teil des Flügels schließt mit einer großen, tief liegenden Öffnung und durchgehenden Mauerwerksabschnitten an die Giebel an. Das Mauerwerk wurde aus D91 im dänischen Standardformat ausgeführt. Der Stein weist eine raue Oberfläche in variierenden grauweißen Nuancen auf und ist mit einer leicht gelblichen Fuge verlegt, um einen warmen Kontrast zu den umgebenden Bäumen zu schaffen. Ein durchgängiger Läuferverband unterstreicht den Charakter der Oberfläche als Verblendmauer. Dennoch wirkt das Mauerwerk solide, was dadurch verstärkt wird, wie es sich in die Laibungen der tief sitzenden Fenster fortsetzt, an der Nordseite sogar mit einer Abschrägung. Tektonisch handelt es sich um eine ausgesprochen schlichte Architektur. Die Gebäude ragen direkt aus dem Gelände empor, ohne sichtbaren Sockelaufbau. Die Fensteröffnungen haben keinen Sturz und verfügen lediglich über eine sehr schmale Fensterbank. Am Dachfuß wird das Mauerwerk durch eine minimale Umschlagkante in den Zinkprofilen der Dachfläche abgeschlossen, ohne sichtbare Dachrinne, die Schatten auf die Fassade werfen würde. Diese schlichte tektonische Gestaltung nutzt die Eigenschaften der gebrannten Ziegel, um Wind, Sonne und Wasser standhalten zu können. Dadurch wird auch die Patinierung des Gebäudes gefördert, die sich bereits wenige Jahre nach der Errichtung subtil an den Fassaden abzeichnet. Feuchtigkeit und Spritzwasser vom Boden differenzieren die Farbnuancen vom Terrain das ganze Mauerwerk hinauf. Im Bereich der Fensteröffnungen werden die Wege des Wassers Unterschiede zwischen Bereichen mit Ablagerungen bzw. Abspülungen hervorheben und somit die Komposition sowie die Detailgestaltung der Fassaden unterstreichen. So wird sich das ohnehin schon zurückhaltende Bauwerk im Lauf der Jahre noch natürlicher in den Randbereich des kleinen Waldstücks im Ballyscullion Park einfügen.

Der helle D91 wird im Lauf der Zeit eine Patina entwickeln und damit das Haus mit der Zeit noch enger mit seiner Umgebung verbinden. Die Wahl der Ziegel erfolgte in dem Bewusstsein, dass robuste Materialien maßgeblich zur Lebensdauer eines Gebäudes beitragen.

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Die Garage und das Wohnhaus nehmen jeweils einen eigenen Flügel ein, die durch eine robuste Gartenmauer miteinander verbunden sind. So wird man bei der Ankunft von einem kleinen, offenen Innenhof empfangen.

Die Versorgungsbereiche sind überwiegend in einem an den Wohnflügel angrenzenden Nebengebäude untergebracht. Hier wiederholt sich die äußere Ziegelfassade des Hauptgebäudes als Innenfläche und unterstreicht den Charakter eines Zwischenraums. Der untere Teil des Wohnflügels besteht aus einem großen Raum mit hoher Decke und einem großzügigen Blick in den Park.

Die Qualität des Baumaterials ist das, was am längsten Bestand hat ARCHITEKT KIERAN McGONIGLE, PHD RIBA, ÜBER DEN ENTSCHEIDUNGSPROZESS BEI DER AUSWAHL DES ZIEGELS: Wohnhaus im Ballyscullion Park, Irland Bauherrschaft: Privat Architekt: McGonigle McGrath Ingenieur: Design ID Fertigstellung: 2022 Ziegel: D91DNF

Das erste Mal, als wir versuchten, Ziegel von Petersen zu verwenden, war im Rahmen eines Projekts auf dem ehemaligen Gaswerksgelände in Belfast. Wir interessierten uns für den K36 und erhielten Muster von der Ziegelei. Uns überzeugten die inhärente Qualität der Ziegel, die feinen Farbnuancen und natürlich das Format, das zu jener Zeit in Nordirland ungewöhnlich war. Kurz darauf erhielt unser Architekturbüro den Auftrag für das Projekt am Lough Beg, und da der voraussichtliche Standort des Hauses in einem Waldgebiet lag, waren wir der Meinung, dass ein robuster, hochwertiger Ziegel die richtige Wahl für die Fassaden sei. In unserem ersten Entwurf lag das Gebäude zwischen den Bäumen und war in D36 mit seinen sanften Rot- und Orangetönen ausgeführt. Wir sprachen mit dem Bauherrn darüber, dass die Qualität der Baumaterialien maßgeblich die Lebensdauer eines Gebäudes bestimmt. Die Ziegel von Petersen Tegl vermitteln diesen Eindruck von Qualität, kombiniert mit den geringen Abweichungen in Farbe und Form, was sie zur absolut richtigen Wahl machte. Im Zuge der Weiterentwicklung des Hausentwurfs mussten wir die Lage im Waldgebiet mit den Planungsbehörden abstimmen. Daraus ergab sich, dass das Haus in einer Lichtung am Waldrand mit dem alten Wald als Kulisse errichtet werden sollte. Nun zogen wir eine graue Farbpalette in Betracht, die sich harmonisch in die Baumstämme hinter dem Haus einfügen würde. Gleichzeitig verfeinerten wir den Rhythmus der Fenster, damit er mit dem Rhythmus der Bäume im Einklang stand. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich unser Bauherr die Idee, Ziegel von Petersen Tegl zu verwenden, voll und ganz zu eigen gemacht und hatte selbst begonnen, diese genauer zu untersuchen und Muster einzuholen. Wir hatten eine Reihe von Grautönen vorgeschlagen, und der Bauherr ergänzte diese um einige weitere, darunter D91. Er beschaffte größere Mengen an Mustern und ließ vor Ort Musterfelder anlegen, damit die Steine beurteilt werden konnten: einerseits sowohl aus der Nähe als auch aus der Ferne, da das Haus Teil der Landschaft ist, andererseits aber auch im nassen und im trockenen Zustand. Der Ziegel, der bei all diesen Tests am besten abschnitt, war der D91. 9


»Ich liebe den Bauprozess, doch die Arbeit in einer kommerziellen Realität ist eine enorme Herausforderung, bei der man oft am Rand des Überlebens balanciert. Infolgedessen ist Petersen Tegl für unsere Arbeit von grundlegender Bedeutung. Und ohne sie wären unsere Projekte weitaus weniger gelungen.« John Smart, Architekt

Petersen-Ziegel als architektonisches Dogma MIT DER ENTSCHEIDUNG, VON BEGINN EINES PROJEKTS AN EINEN BESTIMMTEN ZIEGEL ZU VERWENDEN, SCHAFFT ARCHITEKT JOHN SMART EINE ART POSITIVES DOGMA, DAS PRÄZISE UND RAFFINIERTE LÖSUNGEN VERLANGT. PETERSEN TEGL BESUCHTE IHN IN SEINEM HAUS IM SÜDEN LONDONS, UM MEHR ÜBER SEINE ARBEITSWEISE ZU ERFAHREN.

Von Ida Præstegaard, Architektin M Sc | Fotos: Ida Præstegaard und Edmund Sumner

John Smarts Arbeitsweise ist in gewisser Weise ungewöhnlich. Über drei eigenständige Unternehmen hat er den gesamten Bauprozess in einem Büro vereint. Craftworks ist das Architekturbüro. The Edition Group ist für die Entwicklung und Finanzierung zuständig, und Urban Eye Contractors führt die Bauarbeiten aus. »Normalerweise handelt es sich um drei verschiedene Bereiche. Hier sind sie vereint. An einem guten Tag ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Es handelt sich um eine Arbeitsweise, die ein seltenes Maß an Kontrolle über den gesamten Prozess ermöglicht, und durch genau diese Kontrolle konnten Projekte realisiert werden, die in fragmentierteren Prozessen nur selten möglich sind.« Dieses Modell ist die Grundlage für die drei Wohnbauprojekte, bei denen der Ziegelstein nicht nur eine ästhetische Entscheidung ist, sondern ein tragendes Prinzip sowohl für die Architektur als auch für die Arbeitsweise. Ein Weg der Suche

John Smarts Weg zum Beruf des Architekten verlief nicht geradlinig. Er begann als Techniker und studierte später an der Bartlett School of Architecture in London. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er in großen Architekturbüros, war anschließend jedoch als Bühnenbildner für Filmproduktionen tätig. »Die Architektur hat mich weiterhin angezogen, wenn auch nicht in ihrer herkömmlichen Form. Also begann ich, nach einer anderen Art zu suchen, Architekt zu sein.« Die Antwort lautete: Architekturentwickler. Bereits als Student kaufte Smart seine erste Wohnung, finanziert durch ein Studiendarlehen. Dies war der Beginn einer Praxis, in der er durch kleine Projekte nach und nach Erfahrung sammelte. 2003 erwarb er sein erstes Baugrundstück und führte das erste Projekt in eigener Verantwortung durch. »Es fühlte sich an wie eine Band, die ihr erstes Album aufnimmt«, sagt Smart. »Es gab kein Sicherheitsnetz. Ich war gleichzeitig Komponist, Produzent und Musiker, doch ich konnte mich davon überzeugen, dass diese Arbeitsweise funktioniert, auch wenn sie anspruchsvoll ist. Heute, 20 Jahre später, gibt es immer noch keine mittelmäßigen Tage. Entweder ist es fantastisch oder es ist schrecklich.« Dänemark als Wendepunkt

Die Finanzkrise brachte die Entwicklung zum Stillstand, und neue Projekte ließen sich nicht realisieren. Gleichzeitig kam seine erste Tochter zur Welt, und die Familie unternahm eine längere Reise nach Dänemark, woher seine Frau stammt. »Dieser Aufenthalt war entscheidend für meine architektonische Sichtweise. Über mehrere Monate hinweg besichtigte ich

Eine Dachkonstruktion aus Iroko verleiht den Räumen im Obergeschoss eine skulpturale und spielerische Note.

historische und zeitgenössische Ziegelbauten in Dänemark und Schweden. Unter anderem von Lewerentz und Lundgaard & Tranberg. Vor allem die Materialität und die handwerkliche Ausführung hinterließen einen tiefen Eindruck. Ich erlebte einen Respekt gegenüber den Materialien, den wir in Großbritannien nicht in gleicher Weise kennen.« Ein Besuch bei Petersen Tegl wurde zu einem konkreten Wendepunkt. Das eigene Zuhause als Referenz

Als die Familie nach London zurückkehrte, begann Smart mit dem Umbau ihres eigenen Hauses, das heute, 18 Jahre später, nach wie vor sowohl als Zuhause als auch als Referenz dient. Überall wurde Petersen Tegl verwendet. Als tragende Wände, Verkleidungen und Beläge. Drinnen und draußen. »Dieses Haus wurde zu einem Manifest und einem Bezugspunkt. Ein Ort, an dem sich Ziegel in der Praxis erproben ließen. Doch die Materialauswahl ist auch eine persönliche Geschichte. Eine Art architektonische Verbindung zwischen Dänemark und England, zwischen dem Hintergrund meiner Frau und unserem Leben in London. Ich glaube nicht, dass sie es als Hommage betrachtet«, sagt Smart mit einem Lächeln. »Aber genau das ist es.« Der Ziegel als Dogma

Alle von Craftworks realisierten Bauprojekte werden von Smarts festem Team aus Handwerkern ausgeführt, die seit mehr als zwanzig Jahren für ihn tätig sind und bei seinem Bauunternehmen Urban Eye Contractors angestellt sind. Die Erfahrung und das Können der Handwerker sind selbstverständlich entscheidend für die hohe Qualität der fertigen Häuser, ebenso wie eine feste Gruppe von Architekten im Planungsbüro von unschätzbarem Wert ist. Die drei jüngsten Wohnbauprojekte im Süden Londons unterscheiden sich erheblich hinsichtlich ihres Kontexts und ihrer Herausforderungen. Doch alle wurden mit C48 als durchgängigem Baumaterial realisiert. »Das war eine bewusste Entscheidung«, erklärt Smart. »Die Einschränkung ist kein Hemmnis, sondern ein Werkzeug. Indem ich das Material von Anfang an festlegte, habe ich eine Vielzahl von Entscheidungen vermieden und einen festen Gegenpol für die Gestaltung geschaffen. Eine Art positives Dogma, das die Architektur dazu zwingt, präziser und einfallsreicher zu werden. Der C48 verbindet die Häuser miteinander und verleiht ihnen eine klare, materialbezogene Identität.«

Die von Craftworks entworfene Villa Fontaine beherbergt neun Wohnungen. Das Nachbarhaus auf der rechten Seite ist das Eigenheim der Familie Smart.

John Smarts Vorliebe für Ziegel von Petersen Tegl zeigt sich an vielen Stellen in seinem Zuhause.

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Ein Ziegel, drei unterschiedliche Geschichten IN DREI PROJEKTEN, DIE ÜBER EINEN ZEITRAUM VON SIEBEN JAHREN PARALLEL ENTWICKELT WURDEN UND NAHE BEIEINANDER IN SÜDLONDON LIEGEN, UNTERSUCHTE DER ARCHITEKT JOHN SMART, WIE EINE KONSEQUENTE MATERIALAUSWAHL SEHR UNTERSCHIEDLICHE REAKTIONEN AUF ORT, MASSSTAB UND KONTEXT HERVORBRINGEN KANN. PETERSEN TEGL BESUCHTE JOHN SMART ZUHAUSE IN LONDON. Die Wand in der Küche wurde aus K57 errichtet.

Von Ida Præstegaard, Architektin M Sc | Fotos: Edmund Sumner

Villa Fontaine

Der K57 wurde auch als Pflasterstein in der Einfahrt verwendet.

Der Schornstein in John Smarts Homeoffice wurde aus K91 errichtet. Die Dielenböden bestehen aus Douglasie von Dinesen.

Die zurückgesetzten Balkone der Fassade und die reliefartig gemauerten Felder über den Fenstern schaffen eine Tiefenwirkung sowie ein markantes Spiel aus Licht und Schatten.

Die Villa Fontaine in 9 Sydenham Hill umfasst 9 Wohnungen, ist jedoch als kompakte, zeitgemäße Interpretation der Villentypologie konzipiert und wirkt eher wie ein einziges Wohnhaus als wie ein traditionelles Mehrfamilienhaus. Das Haus grenzt direkt an John Smarts eigenes Wohnhaus, wobei zwischen den beiden Gebäuden lediglich zwei Meter Abstand liegen. Der Ansatz bei diesem Bauvorhaben ist klassisch: mit Fassaden, die sich zur Straßenseite und zur Rückseite nach Süden hin, wo das Grundstück vier Meter abfällt, deutlich unterschiedlich präsentieren. Mit seinem Volumen und seinem mansarddachähnlichen Profil könnte man das Haus in der Dämmerung mit einer Villa aus dem 19. Jahrhundert verwechseln. Doch die konsequent umgesetzte Cover-Verkleidung an drei Fassaden und die Detailgestaltung, einschließlich der großen Fensterfronten, erzählen eine zeitgenössische Geschichte. Die Rückfassade des Hauses ist durchgehend homogen gestaltet, wobei rhythmisch angeordnete französische Balkone das einzige Motiv darstellen, das die Cover-Verkleidung unterbricht. In Richtung Sydenham Hill präsentiert sich das Haus streng symmetrisch mit zwei hervortretenden Erkerabschnitten aus Kolumba K48 und mit eingebauten französischen Balkonen in zweistöckiger Höhe, die zu beiden Seiten des Haupteingangs angeordnet sind. Die Gestaltung mit Rücksprüngen, Vorsprüngen und einem klaren Rhythmus verleiht dieser Fassade Charakter und Tiefe. Vor etwa 150 Jahren wurde in dieser Straße eine Reihe von Villen errichtet. Mit der Villa Fontaine führt John Smart diese Typologie in einer zeitgemäßen Interpretation wieder ein. Das Haus zeichnet sich durch authentische Materialien, harmonische Proportionen und eine klare architektonische Hierarchie aus, die sowohl dem historischen Kontext als auch der prominenten Lage respektvoll Rechnung trägt. Das Ergebnis ist eine zeitgemäße Villa, die den besonderen Charakter der Straße würdigt. Villa Fontaine, 9 Wohnungen, 9 Sydenham Hill, Camberwell, London Bauherrschaft und Projektentwickler: The Edition Group Architekt: Craftworks Bauunternehmung: Urban Eye Contractors Fertigstellung: 2024 Ziegel: Cover™ C48, 528 x 240 x 37 mm, Kolumba™ K48

Die vorspringenden Erker des Hauses haben hohe, schlanke Fenster nach Norden.

Die vorspringenden Teile des Gebäudes und ihre unterschiedlichen Ziegelverkleidungen fügen sich in sorgfältig ausgearbeiteten Details zusammen. John Smarts eigene Handwerker waren entscheidend für die präzise Ausführung dieser schönen und anspruchsvollen Handwerkskunst.

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Die Fassade ist streng und rhythmisch komponiert mit einheitlichen Fensterpartien, wobei die mit Holz verkleideten Brüstungsfelder Teil des Rhythmus sind. Die Mauerpfeiler sind im Binderverband gemauert, während die übrigen Mauerflächen im Läuferverband ausgeführt sind. Die sehr schmalen Fugen betonen das längliche Format der Steine und verleihen dem Mauerwerk ein dichtes, stoffliches Erscheinungsbild.

Die Innenausstattung aus Sperrholz bildet einen ruhigen Rahmen für den Blick auf den kleinen Innenhof, in dem der K57 auf den Terrassen zum Einsatz kommt.

Die Geometrie des Daches spiegelt sich im Wohnbereich wider, wo schräge Wände, große Fensterfronten und Oberlichter einen hellen und abwechslungsreichen Raumverlauf schaffen.

Gartengeschoss

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Erdgeschoss

Erstes Obergeschoss


»Ich hatte nie das Bedürfnis, Nachbildungen der Ziegel von Petersen Tegl zu verwenden. Mir ist durchaus bewusst, dass es viele Alternativen oder Nachahmungen gibt, aber das Original hat einen Farbton und eine Qualität, an denen ich festhalte. Für mich wirken die anderen ein wenig wie eine Coverband – sie sehen zwar ähnlich aus, aber es ist nicht dasselbe Erlebnis.« John Smart, Architekt Viele alte Bäume auf dem Grundstück wurden achtsam erhalten und bilden einen grünen Rahmen um die Häuser. In der Ferne zeichnet sich die Skyline von London über den Baumkronen ab.

Die origamiartige Geometrie des Hauses lässt Fassade und Dach in einer zusammenhängenden, gefalteten Form ineinander übergehen.

11 Fountain Drive, sechs Wohneinheiten, Camberwell, London Bauherrschaft und Projektentwickler: The Edition Group Architekt: Craftworks Bauunternehmung: Urban Eye Contractors Fertigstellung: 2026 Ziegel, Fassaden: Cover™ C48, 528 × 240 × 37 mm Ziegel, Pflasterung: Kolumba™ K48

11 Fountain Drive Von den Fenstern seines eigenen Zuhauses aus blickt John Smart hinunter in die Hinterhöfe seines jüngsten Wohnprojekts: ein weiteres Bauvorhaben, das mit dem Cover-Ziegel als Dogma sowohl einfühlsam als auch im Einklang mit seiner Umgebung gestaltet wurde. 11 Fountain Drive besteht aus sechs Wohneinheiten, verteilt auf zwei Häuser mit jeweils drei Wohneinheiten, die sich über vier Etagen erstrecken. Die Häuser bilden in ihrer Anordnung eine sanfte Kurve, die sich in der zickzackförmigen Geometrie widerspiegelt – was man als Origami im großen Maßstab beschreiben könnte. Die zur Straße hin gelegenen Erdgeschosse sind mit großen Glasflächen ausgestattet, darüber hinaus jedoch bestehen alle Fassaden aus Cover, was die Verbindung zwischen äußerst komplexen Formen und Winkeln ermöglicht hat. Dennoch ist es gelungen, die mit Ziegeln verkleideten Flächen fließend und homogen auszuführen. Die zahlreichen Knicke und Falten schaffen natürliche Nischen für überraschend und originell platzierte Oberlichter, durch die jede Menge variierendes Tageslicht in die Wohnungen eindringt. Glas, Holz und Cover treffen in präzisen Fugen aufeinander, fast wie bei Tischlerdetails – eine Konfiguration, die nur möglich war, weil Architekten, Ingenieure und Handwerker im selben Team zusammenarbeiten, wie bei Craftworks. Die gebrochenen Fassaden interpretieren das klassische Erkermotiv in einer skulpturalen und zeitgemäßen Form neu, wodurch man aus den Räumen einen schönen Blick die Straße hinauf und hinunter hat. Wenn man sich auf dem Grundstück 11 Fountaine Drive bewegt, fühlt man sich in eine hügelige Landschaft fernab der Großstadt versetzt, mit Ferienhäusern, die sich anmutig in die Natur einfügen. Der Komplex wird auch 'The Woods Edition' genannt, da er sorgfältig um die vorhandenen Bäume herum angelegt wurde. Die nach Süden ausgerichteten Terrassen sind mit Kolumba gepflastert, der dort endet, wo der Hang mit seiner natürlichen Vegetation beginnt. Dank der gekonnten Gestaltung von Raum und Licht sowie der feinfühligen Einbindung der Umgebung spricht der Ort sowohl die Sinne als auch den architektonischen Geschmack an. Es handelt sich um ein Bauprojekt, bei dem Natur, Materialien sowie handwerklicher Ehrgeiz und Kompetenz zu einer einheitlichen Erzählung verschmelzen.

Das hügelige Gelände wurde aktiv in die Anordnung der Häuser integriert und schafft eine natürliche Abschirmung sowie Privatsphäre rund um die Wohneinheiten.

Erdgeschoss

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Durchgehende Verglasungen im Erdgeschoss und große Fensterfronten in den oberen Stockwerken lassen viel Tageslicht in die Wohnungen strömen. Die Fensterrahmen wurden aus Iroko gefertigt.

161 Denmark Hill Das Mehrfamilienhaus mit 24 Wohnungen in Denmark Hill war John Smarts erstes Projekt, bei dem er mit einer bewusst reduzierten und konsequenten Materialauswahl arbeitete. Das 60 Meter lange, schmale Gebäude befindet sich auf einem Restgrundstück mit einer markanten, dreieckigen Geometrie, fast wie eine kleine Insel im städtischen Gefüge. Architektonisch präsentiert sich das Haus als skulpturales Volumen, das sensibel an die Grundstücksform angepasst ist. Die Gestaltung bricht zudem mit der traditionellen englischen Unterscheidung zwischen einer repräsentativen Vorderseite und einer sekundären Rückseite, und es präsentiert sich von allen Seiten gleichwertig. An beiden Längsseiten hat man Zugang zu den Wohnungen; in Richtung Denmark Hill geschieht dies unterhalb der leicht auskragenden oberen Stockwerke. Die Lage im dicht bebauten, urbanen Südlondon ist keine Einschränkung, sondern ein Vorteil, da das Gebäude je nachdem, ob man zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Oberdeck eines Busses vorbeikommt, unterschiedlich wahrgenommen wird. Die Form ist gleichermaßen spielerisch und kontrolliert und verleiht dem Gebäude eine klare Identität im Straßenbild. Der Ziegel C48 wurde als durchgehende, umhüllende Fassade verwendet, fast wie eine Schicht, die das Gebäude einhüllt. Er verleiht der Fassade Ruhe, Schwere und Materialität, während subtile Akzente aus Kork, Kupfer und rot gestrichenen Fensterdetails einen dezenten Kontrast schaffen, ohne das Gesamtbild zu stören. 161 Denmark Hill, 24 Wohnungen, Camberwell, London Bauherrschaft und Projektentwickler: The Edition Group Architekt: Craftworks Bauunternehmung: Urban Eye Contractors Fertigstellug: 2025 Ziegel: Cover™ C48, 528 × 240 × 37 mm

Das zurückgesetzte Erdgeschoss ist mit Kork verkleidet, dessen Gestaltung in Anlehnung an die Cover-Verkleidung erfolgt, sodass es sich von der Ziegelfassade unterscheidet und zugleich mit ihr harmoniert.

Wände und Decken der Wohnungen sind durchgehend aus Sperrholz gefertigt. In der Küche besteht der Boden aus Mikrozement, die Kücheneinbauten aus Esche.

John Smart, umgeben von seinem eng verbundenen Team aus Handwerkern und Architekten.

Querschnitt

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»Die Menschen bleiben oft vor Häusern stehen, die mit Cover verkleidet sind, weil das Material vertraut wirkt, sich aber nur schwer einordnen lässt. Petersen Tegl trifft einen ruhigen und präzisen Ton, bei dem die Qualität des Materials und der handwerklichen Ausführung die Aufmerksamkeit auf sich zieht.« John Smart, Architekt


Das keilförmige Gebäude folgt der Geometrie des Grundstücks. Die warmen Farbtöne der CoverVerkleidung knüpfen an die rote Backsteinarchitektur des Viertels aus verschiedenen Epochen an.

Am spitzen Ende des Gebäudes vermitteln die Raumgeometrie und der Blick in mehrere Richtungen das Gefühl, sich im Bug eines Schiffes aufzuhalten.

Erstes Obergeschoss

Die Küchen sind mit maßgefertigten Fronten ausgestattet, die an die charakteristische Überlappung der Cover anknüpfen.

Die Fenster des Hauses haben alle dieselbe Höhe, variieren jedoch in der Breite und sind 20 cm in die Fassade zurückgesetzt.

Die Cover in der gefalteten Fassade sind an den Ecken schräg geschnitten, sodass die Verkleidung präzise um die Knickstellen des Gebäudes herum verläuft.

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Auch die Unterseite der auskragenden Loggien ist mit Ziegeln verkleidet. Dies trägt zum schlichten, einheitlichen Erscheinungsbild der Häuser bei.

Die BALTIQUE-Siedlung liegt in direkter Verlängerung des historischen Teils von Travemünde und unmittelbar an der Trave, die hier in die Ostsee mündet.

Am Kai angelegt WIE EINE KLEINE STADT AUS KUBISCHEN HÄUSERN SCHMIEGT SICH DIE WOHNSIEDLUNG BALTIQUE AN DEN HAFENKAI DER OSTSEESTADT TRAVEMÜNDE. ZIEGELSTEINE IN UNZÄHLIGEN WARMEN FARBTÖNEN VERLEIHEN DEN KLAREN FORMEN DER GEBÄUDE ABWECHSLUNG UND TIEFE.

Von Martin Søberg, Architekturhistoriker, Ph. D. | Fotos: Anders Sune Berg und Arne Biederbeck Travemünde ist ein altes Fischerdorf, das sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Ausflugs- und Erholungsziel entwickelt hat, das jährlich mehr als eine Million Besucher anzieht. Die Stadt liegt an der Mündung der Trave, unweit der historischen Hansestadt Lübeck. Mehrere Fährverbindungen sorgen für die Anbindung an Städte rund um die Ostsee. Zudem ist Travemünde ein Zentrum für den Segelsport und die kommerzielle Fischerei. Das Baltique-Quartier ist als natürliche Erweiterung der Stadt nach Westen in Richtung Trave angelegt und bildet die eine Hälfte einer größeren Siedlung auf einem Gelände, das zuvor unter anderem als Parkplatz genutzt wurde. Während der nördliche Teil Mietwohnungen umfasst, beherbergt das Baltique-Quartier 251 Eigentums- und Ferienwohnungen sowie 12 Gewerbeeinheiten, die über zwei großen, teilweise unterirdisch gelegenen Parkhäusern angeordnet sind. Ein vom Architekturbüro ppp – Architekten & Stadtplaner entworfener Gesamtplan hat für die Kohärenz zwischen den beiden Abschnitten gesorgt, sowohl hinsichtlich der Gestaltung der Gebäudekörper und Freiflächen als auch bei der Materialauswahl, da alle Gebäude über Ziegelfassaden verfügen. BALTIQUE wurde im Rahmen einer Bauherrenpartnerschaft zwischen den Firmen NGEG und FRANK errichtet, und Arne Biederbeck, Geschäftsführer und Partner bei NGEG, berichtet: »Hier herrscht eine fantastische Atmosphäre, in der Fisch direkt von den Fischkuttern verkauft wird. Am Kai gibt es kleine Fischbuden, an denen man Fischbrötchen und andere Speisen kaufen kann. Die Atmosphäre ist auf eine gewisse Weise sehr authentisch, und ich glaube, das gefällt vielen sehr gut.« Als kubisch gestaltete Einheiten mit Flachdächern stehen die Gebäude in BALTIQUE rechtwinklig zueinander und variieren in ihrer Höhe zwischen zwei und vier Stockwerken. Die Bebauung ist in vier, durch Gassen getrennte Felder unterteilt. In drei der Felder umgeben die Gebäude einen gemeinsamen Innenhof mit gewundenen Wegen und üppiger Bepflanzung, deren Farbgebung von Hof zu Hof variiert. Da die Gebäude nicht zu eigentlichen Häuserblöcken zusammengefügt sind, ergeben sich von den Innenhöfen aus Ausblicke auf den Hafen. Der letzte Bereich umfasst einen einzelnen,

rechtwinklig zum Hafenkai angeordneten Gebäudeflügel mit einer dazugehörigen Gartenanlage entlang des gesamten Gebäudes. Die Gebäudekörper variieren in Größe Die Gebäude umgeben und Gestaltung. Zur Promenade hin sowie üppig begrünte, gemeinschaftliche Innenhöfe, von denen jeder seine an einigen anderen Stellen verfügen sie über eigene Farbgestaltung aufweist. Loggien, die sowohl Schutz vor Wind und Wetter bieten als auch den Blick von außen abschirmen. Die dahinter liegenden Wohnungen verfügen in der Regel über Balkone oder eine Kombination aus Balkon und Loggia, also stärker auskragende Außenbereiche, die in vielen Fällen einen Blick auf das Wasser eröffnen. Die Gewerbeflächen entlang der Promenade bieten die Möglichkeit für Gastronomie mit Außenbewirtung auf dem breiten, befestigten Areal. Zum Schutz vor Sturmfluten wurden die Wohnungen und Innenhöfe um ein halbes Stockwerk über das Geländeniveau angehoben, während die Gewerbeflächen und Tiefgaragen durch Rollläden geschützt werden können. Die Fassaden der Gebäude bestehen aus den wassergestrichenen D46-Ziegeln, die ein Farbenspiel in einer Vielzahl heller, rotbrauner Nuancen aufweisen. Arne Biederbeck erklärt: »Beim Fünfgiebelhaus in Kiel haben wir denNistkästen in verschiedenen kräftigen Farben, die selben Ziegel verwendet (veröffentlicht in großzügig in allen Gartenbereichen angebracht wurden, zogen schnell fliegende Bewohner an. Petersen Nr. 51). Wir wollten einen Ziegel, der hell, schön und lebendig ist. Viele Ziegel können etwas eintönig wirken, doch der D46 weist eine besonders gelungene Farbmischung auf. Wunderschön ist auch das dänische Normalformat, das etwas kleiner ist als das deutsche Standardformat. Das kleinere Format wirkt eleganter, insbesondere im Wohnungsbau.« »Wir haben uns einen Ziegel gewünscht, der hell, schön und Die warme Farbpalette der Ziegel wird lebendig ist. Viele Ziegel können etwas eintönig wirken, doch durch einen dunkelbraunen Farbton ergänzt, der D46 weist eine besonders gelungene Farbmischung auf.« der für alle Metallelemente der Gebäude Arne Biederbeck, Geschäftsführer und Gesellschafter der NGEG gewählt wurde, darunter Fenster, Balkonverkleidungen und Fallrohre. Im Erdgeschoss wurde das Mauerwerk mit einer Versetzung in jedem zweiten Verband ausgeführt, sodass ein Relief entsteht, das den Sockel der Gebäude markiert. »Was ich an den Petersen-Ziegeln so schön finde«, erzählt Arne Biederbeck, »sind nicht nur die verschiedenen Nuancen, sondern auch, dass die Ziegel so aussehen, als seien sie handgefertigt. Hier und da ein wenig schief und doch nicht zu sehr – eine wirklich schöne Ausführung.« Querschnitt

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Die Wohnanlage liegt direkt an der Hafenpromenade. Im Erdgeschoss befinden sich Gewerbeflächen mit der Möglichkeit, Gastronomie mit Außenbewirtung zu betreiben.

BALTIQUE, Travemünde, Deutschland Bauherrschaft: NGEG Norddeutsche Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH und FRANK Immobilien und Lebensformate GmbH Architekt: ppp – Architekten & Stadtplaner Generalunternehmung: PORR Hochbau Region Nord Fertigstellung: 2026 Ziegel: D46 DNF

»Wunderschön ist auch das dänische Normalformat, das etwas kleiner ist als das deutsche Standardformat. Das kleinere Format wirkt eleganter.« Arne Biederbeck, Geschäftsführer und Gesellschafter der NGEG

Die Wohnungen verfügen entweder über Loggien, Balkone oder eine Kombination aus beidem. Die Innenhöfe und Wohnungen wurden um ein halbes Stockwerk über das Geländeniveau angehoben, um Schutz vor Sturmfluten zu gewährleisten. Gleichzeitig verschafft dies den für die Öffentlichkeit zugänglichen Innenhöfen ein wenig mehr Privatsphäre.

Im Erdgeschoss erzeugen Versätze in den Verbänden ein schlichtes Relief. Die wassergestrichenen, klinkergebrannten Ziegel in hellen, rotbraunen Farbtönen verleihen den Fassaden Wärme und Abwechslung.

Lageplan

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Nach Süden hin öffnet sich das Erdgeschoss des Gebäudes zu einer großen Terrasse.

Zeitgemäße Antwort aus Ziegelstein

Carlanderska-Gesundheitszentrum, Göteborg, Schweden Mieter: Carlanderska-Stiftung Bauherrschaft: BRAX Projektutveckling

MIT DEM CARLANDERSKA-GESUNDHEITSZENTRUM IN GÖTEBORG FÜGT DIE CARLANDERSKA-STIFTUNG IHRER FAST 100-JÄHRIGEN GESCHICHTE EIN NEUES KAPITEL HINZU.

Von Ida Præstegaard, Architektin M Sc. Fotos: Ulf Celander Das 5500 m² große Carlanderska-Gesundheitszentrum liegt an einer stark befahrenen Kreuzung auf einem Grundstück, das lange Zeit unbebaut geblieben war. Das vierstöckige Gebäude befindet sich zwischen einem Gebiet mit Wohnblocks, das auf einer Stadtplanung aus den 1930er Jahren basiert, und einem Einfamilienhausviertel aus den 1970er Jahren. Die Aufgabe bestand folglich darin, das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Maßstäbe und architektonischer Ausdrucksformen zu vermitteln. Präzise Vorgaben hinsichtlich des Bauvolumens und der Bauhöhe legten die maximale Höhe sowie die Gesamtform fest: eine abgeschrägte Ecke zur Straßenkreuzung hin und ein stufenweise abgestufter Gebäudekörper, der sich an die umliegenden Wohnhäuser anpasst. Die Auswahl des Baumaterials knüpft an die lange Geschichte der Stiftung an, die in ihrer langjährigen Tätigkeit als Bauherrschaft fast ausschließlich Häuser aus Ziegel errichtet hat, während die Gestaltung eine zeitgemäße Identität erhielt. Architekt Tobias Fasth vom Architekturbüro Spring erklärt: »In Absprache mit unserer Bauherrschaft haben wir uns für einen wassergestrichenen, blau gedämpften Ziegel mit hellen, grauen Nuancen sowie weißlichen und mittelgrauen Tönen entschieden. Der Ziegel verleiht dem Gebäude ein ruhiges, einheitliches Erscheinungsbild, wobei das Mauerwerk je nach der dahinterliegenden Funktion variiert.« In den oberen Stockwerken wirken die Ziegelfassaden flach und unterstreichen die schlichte Geometrie des Gebäudes. Im Erdgeschoss hingegen erhält das Mauerwerk einen strukturierten Charakter. Hier sind die Steine an mehreren Stellen in der Fassadenebene versetzt, sodass ein Relief aus Vorsprüngen und Vertiefungen entsteht. »Insbesondere im Bereich der Fenster und Eingangsbereiche haben wir versucht, das Mauerwerk zu einem aktiven, architektonischen Element zu machen. Die versetzt angeordneten Steine schaffen Tiefe und ein Wechselspiel aus Licht und Schatten, das den Ausdruck der Fassade im Lauf des Tages verändert. Gleichzeitig wird der individuelle Charakter der Steine auf Augenhöhe deutlich und verleiht dem großen Institutionsgebäude eine menschlichere Dimension.« Der Ziegel stellt eine Verbindung zu den historischen Gebäuden der Carlanderska-Stiftung her, ohne diese zu kopieren. Stattdessen wird das Material in einer modernen Interpretation mit präzisen Details, tiefen Fensterlaibungen und einer Betonung des Mauerwerks weitergeführt.

Architekt: Spring Arkitektkontor Fertigstellung: 2025 Ziegel: D91 DNF

Der Baukörper senkt sich stufenweise in Richtung der niedrigeren Bebauung im Osten ab. Das ruhige Mauerwerk in hellen Grautönen unterstreicht den monolithischen Charakter des Hauses.

Querschnitt

Die nordwestliche Ecke des Gebäudes ist zur Straßenkreuzung hin abgeschrägt und sorgt für einen sanfteren Übergang zwischen den beiden Fassaden.

Lageplan

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Das Mauerwerk im Schlesischen Verband mit Köpfen und Läufern wird durch hervorstehende Steine variiert, die der Fassade Relief verleihen.


Die hellgraue Ziegelfassade harmoniert mit dem älteren, rotgelben Mauerwerk des Nachbargebäudes.

Verdichtung mit stofflichem Charakter IN BERLIN-MITTE STEHT EIN MEHRSTÖCKIGES WOHNHAUS, BEI DEM EINSCHRÄNKUNGEN IN PUNCTO LICHT, AUSSICHT UND PLATZ IN ARCHITEKTONISCHE QUALITÄTEN UMGESETZT WURDEN.

Von Ida Præstegaard, Architektin M Sc Fotos: Marc Timo Berg In der Fassadengestaltung kommen mehrere Möglichkeiten des Ziegels zum Ausdruck: ruhiges Mauerwerk im Läuferverband, Relief um die Ecke herum und handgefertigte Cover-Ziegel in denselben Grautönen.

Der Neubau passt sich dem Maßstab der bestehenden Bebauung an. Die zurückgesetzten Gebäudeteile lockern die Fassade auf und verleihen ihr ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild.

Der Ziegel zieht sich von der Fassade bis zur Dachfläche durch und vereint das Gebäude in einem einheitlichen Materialkonzept. Die metallverkleidete Dachgaube mit ihrer großen Fensterfront durchbricht die schräge Fläche und lässt das Tageslicht wunderschön in die oberste Wohnung strömen.

Nachdem der Bauherr eine Vielzahl eher generischer Immobilien an zentralen Standorten besichtigt hatte, beschloss er, gemeinsam mit dem Architekturbüro B KRAUS Z selbst ein Mehrfamilienhaus zu errichten. Die Wahl fiel auf ein Hofgrundstück in zweiter Reihe an der Brunnenstraße 34 in Berlin-Mitte. Das Grundstück ist dicht von Gebäuden und Brandmauern umgeben, doch gerade diese Gegebenheiten bildeten den Ausgangspunkt für die Gestaltung des Hauses. Der Neubau ist als Hofhaus konzipiert, das die Lücke zwischen den Hinterhäusern der Nachbargrundstücke schließt. Der Baukörper folgt den bestehenden Baufluchtlinien, während große Fensterfronten und eingelassene Nischen Tageslicht tief in das Haus hineinleiten. Fünf verschiedene Wohnungstypen mit einer Größe zwischen 55 und 220 m² sowie eine kleinere Gewerbeeinheit sind alle durch eine große räumliche Vielfalt geprägt. Der begrünte Innenhof, eine Dachterrasse und Balkone bieten attraktive Außenbereiche. Die Materialien – vorgefertigte Betonelemente, D91 und der handgefertigte C91 – schaffen eine ruhige und einheitliche Gebäudehülle, deren architektonischer Ausdruck im Zusammenspiel verschiedener Formate und Texturen entsteht. »Wir betrachten den Ziegel nicht als dekorative Verkleidung, sondern als integralen Bestandteil des architektonischen Konzepts«, erklärt die Architektin Bettina Kraus. »Während sich der Beton durch Präzision und Schwere auszeichnet, verleiht der wassergestrichene D91 den Fassaden eine feinere Struktur und eine dezente, lebendige Variation. Unser Anliegen ist es, dass Ziegel und Beton einander ergänzen und nicht kontrastieren. Die Struktur der Ziegel mildert die Schwere des Betons, während die klare Geometrie des Betons einen ruhigen Rahmen für den eher taktilen Charakter des Mauerwerks bildet.« Ein wichtiger Aspekt ist, dass an allen Flächen des Hauses dasselbe Material verwendet wurde: »Dach und Fassade sind als miteinander verbundene Teile eines einheitlichen Gebäudekörpers konzipiert. Dies verleiht dem Haus einen fast monolithischen Charakter, wobei Unterschiede in Textur, Maßstab und Licht für Abwechslung im ansonsten heterogenen Hinterhof sorgen.« Der Sichtbeton zieht sich durch den Eingangsbereich und die Innenräume der Wohnungen, wo er einen ruhigen Hintergrund für Naturstein, furnierte Holzoberflächen und Edelstahl bildet. Das Bauprojekt wurde für den Erich Mendelsohn Preis 2026 nominiert. Haus im Hinterhof, Brunnenstraße 34, Berlin Bauherrschaft: Privat Architekt: B KRAUS Z Konstruktion: Henning Ecker, IFB frohloff staffa kühl ecker Bautechnik: Johannes Kasche, Building Applications Ingenieure Rohbau und Mauerwerk: perdomo GmbH Fertigstellung: 2025 Ziegel, Fassaden: D91 DNF

Lageplan

Querschnitt

Ziegel, Dach: Cover™ C91, 528 × 170 × 37 mm

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Zwischen dem Yachthafen und dem Strandbad erheben sich die beiden dreieckigen Blöcke des Nicolinehus, gekrönt von breiten, stufenförmig angelegten Terrassen.

Vom Hafen zum Himmel DAS NICOLINEHUS IN AARHUS INTERPRETIERT DEN KLASSISCHEN HÄUSERBLOCK ALS RAHMEN FÜR EIN MODERNES STADTLEBEN IN UNMITTELBARER NÄHE ZUM WASSER NEU. DER GROSSE, OFFENE HAFENBEREICH UND DIE SCHLICHTEN LINIEN DER ARCHITEKTUR WERDEN DURCH GEDIEGENE MATERIALIEN KONTRASTIERT, DIE DEN GEBÄUDEN SUBSTANZ UND SCHWERE VERLEIHEN.

Von Martin Søberg, Architekturhistoriker, Ph. D. | Fotos: Anders Sune Berg

Die gemauerten Pfeiler der Fassade und die horizontalen Bänder aus abwechselnden Roll- und Grenadierschichten unterstreichen das dahinterliegende Tragwerk aus Betonpfeilern und -decken.

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Mit dem Yachthafen auf der einen Seite und dem öffentlichen Strandbad auf der anderen liegt das Nicolinehus mitten in Aarhus Ø, umgeben von Wasser. Aarhus Ø ist ein neues Stadtviertel in Aarhus, das sich wie eine große Mole in die Bucht von Aarhus erstreckt. Das Areal wurde ursprünglich als Containerhafen genutzt, doch seit 2007 findet eine Umgestaltung statt, die dem Stadtteil langfristig bis zu 12.000 Einwohner und 10.000 Arbeitsplätze schaffen soll. Die Bebauung ist in zwei dreieckige Häuserblöcke unterteilt, die durch eine schmale Gasse getrennt sind, welche sich diagonal durch das rechteckige Grundstück zieht. Die Dachterrassen erheben sich in entsprechenden schrägen Linien über den Wasserspiegel und ragen gen Himmel, nicht unähnlich den Bugspitzen zweier riesiger Schiffe, die gerade aneinander vorbeifahren. Wie eine kleine Stadt für sich umfasst das Nicolinehus zahlreiche Funktionen. Anders Tyrrestrup, Architekt und Gründungspartner des Architekturbüros AART, erklärt: »Das Nicolinehus besteht aus zwei Gebäuden, die in erster Linie Wohnraum beherbergen, aber auch den Lebensmitteleinzelhandel integrieren, den es hier draußen bisher überhaupt nicht gab.« Die Erdgeschosse sind für Geschäfte und Gewerbe vorgesehen, darunter ein größerer Lebensmittelladen und eine Markthalle mit Street-Food-Restaurants, die dazu beitragen, städtisches Leben in dieser Gegend zu schaffen. Zu den öffentlichen Einrichtungen gehören zudem ein Fitnesscenter sowie ein Restaurant und eine Weinbar auf dem Dach des nördlichsten Gebäudeteils. Die Anlage umfasst insgesamt 6000 m² Bürofläche, während der Großteil der Fläche aus 243 Wohnungen besteht, die sich auf acht Häuser, 175 Eigentumswohnungen im südlichen Gebäudeteil und 60 Mietwohnungen im nördlichen Gebäudeteils verteilen. Die Häuserblöcke umschließen jeweils einen gemeinsamen Innenhof. »Sie sind wunderschön, wenn sie blühen«, erzählt Anders Tyrrestrup. Das südliche Gebäude ist 17 Stockwerke hoch, während das nördliche 12 Stockwerke umfasst, zu denen noch die zwei Stockwerke der Tiefgarage hinzukommen. Die Form der Häuserblöcke ist von der älteren Bebauung in der Innenstadt von Aarhus inspiriert. Auch die Wahl des roten Ziegels stellt

eine Verbindung zur historischen Architektur der Stadt her, nicht zuletzt zum Dom, dessen hoher, gemauerter Westturm von der Anlage aus zu sehen ist, aber auch zu den massiven, gemauerten Zweckbauten mit Gewerbe- und Lagerhallen, die den Hafen prägen. »Wenn man hier mit den Menschen auf der Straße spricht, gefällt ihnen das Bauprojekt und nicht zuletzt der Ziegelstein, der sich so gut in die raue Hafenumgebung einfügt.« Zusammen mit Holz und Beton verleihen die Ziegelsteine dem Nicolinehus eine materielle Solidität. Das Mauerwerk besteht aus gewöhnlichen Ziegelsteinen, die sich aus zwei Arten zusammensetzen: D23, die vorwiegend in Rottönen gehalten sind, und D43, deren Farbton von Rot in eine Vielzahl brauner Nuancen übergeht. Das gesamte Erdgeschoss ist von Hand gemauert, während die darüberliegende Fassade aus Elementen von etwa drei mal vier Metern aufgebaut ist. Über dem Erdgeschoss verlaufen zwei Bänder aus Rollschichten, zwischen denen vier übereinander liegende Läuferschichten verlaufen. In ähnlicher Weise wird der Übergang zwischen den einzelnen darüberliegenden Stockwerken durch zwei Bänder aus Rollschichten unter und über zwei Läuferschichten markiert. Die Fassade lässt sich als ein Gitterwerk interpretieren, das aus den zusammenhängenden horizontalen Bändern und gemauerten Pfeilern besteht und die dahinterliegende Pfeiler-Decken-Konstruktion aus Beton widerspiegelt. Die Zwischenräume des Gitterwerks werden durch Fenster und Bereiche mit reliefartigem Mauerwerk ausgefüllt, wobei jede zweite Schicht leicht zurückgesetzt ist, sodass zarte Schatteneffekte entstehen. Dadurch wirken diese Bereiche etwas dunkler als das übrige Mauerwerk und betonen die Gitterstruktur. Fenster und Balkone verteilen sich asymmetrisch über die Fassaden und stehen im Kontrast zu den klar geschnittenen Dreiecksformen der Gebäude. Entlang der nordwestlichen Seite der Gebäude, zum Yachthafen hin, sowie zum Durchgang zwischen den Gebäuden verlaufen hohe, gemauerte Arkaden. »Wir setzen gerne Arkaden ein. An einem regnerischen Tag bieten sie Schutz, und zudem bringen die Arkaden den großen Maßstab herunter auf Augenhöhe.«


Die Balkone sind asymmetrisch über die Fassade verteilt und bieten den Bewohnern einen Ausblick auf die Stadt und die Bucht von Aarhus.

Das Mauerwerk besteht aus zwei verschiedenen Ziegeln, D23 und D43, die zusammen ein reichhaltiges Farbenspiel ergeben. Vorsprünge im Mauerwerk erzeugen Reliefwirkungen, die ebenfalls dazu beitragen, die Fassade lebendig wirken zu lassen.

Lageplan

Nicolinehus, Aarhus, Dänemark Bauherrschaft: Bricks Architekt: AART Landschaftsarchitekt: Schønherr Zwischen den beiden Blöcken der Bebauung verläuft eine Gasse, die in ihrem Maßstab an die Straßenverläufe im historischen Teil von Aarhus erinnert.

Ingenieur: Rambøll Generalunternehmung: NCC Danmark Fertigstellung: 2022 Ziegel: D23 (50 %) und D43 (50 %) DNF

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Vom Friedhof aus eröffnet sich der Blick auf ein in den 1930er Jahren errichtetes Wohnviertel.

Mauer als Grenze und Verbindung ZWEI MAUERELEMENTE HABEN IM NORDWESTVIERTEL VON KOPENHAGEN EINEN NEUEN AUFENTHALTSBEREICH GESCHAFFEN, IN DEM ABWECHSLUNGSREICHES MAUERWERK, DURCHBRÜCHE UND VORHANDENE BÄUME IN EINEM ENGEN ARCHITEKTONISCHEN ZUSAMMENHANG STEHEN.

Die Mauer ist in einem Rhythmus aus massiven Mauerabschnitten, offenen Feldern und Toren aufgebaut.

Felder mit perforiertem Mauerwerk durchbrechen die massiven Flächen und sorgen für Leichtigkeit. Die Mauer wird mit Hohlpfannen abgeschlossen, die zum Friedhof hin abfallen, sodass sie von der Straße aus kaum sichtbar sind.

Der Stadtraum umfasst zwei alte Birken, einen neu gepflanzten Ahorn und eine Kiefer. Rund um die Birken schaffen kleine, bühnenartige Plateaus mit Bänken ruhige Aufenthaltsorte.

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Von Ida Præstegaard, Architektin M.Sc. Fotos: Anders Sune Berg Am Skoleholdervej im Nordwestviertel von Kopenhagen verläuft die lange Südmauer des Friedhofs Bispebjerg – als markante Grenze zwischen der Stadtbebauung und den Grünflächen des Friedhofs. An einem der ursprünglichen Eingänge des Friedhofs hat das Landschaftsarchitekturbüro VEGA Landskab vor einigen Jahren die Mauer umgestaltet und einen neuen städtischen Raum geschaffen, der gleichermaßen als Eingang, Aufenthaltsort und Übergang zwischen der Straße und dem Friedhof dient. Der Ansatz ist einfach. 40 Meter der ursprünglichen Mauer wurden entfernt und stattdessen zwei neue Mauerabschnitte errichtet, die vom Bürgersteig zurückversetzt sind, sodass eine Nische im Straßenraum entsteht. Die beiden neuen Mauerabschnitte verlaufen jeweils auf einer Seite des Friedhofswegs und fügen sich so in das bestehende Wegesystem ein. Gleichzeitig bilden sie die Rückseite und die räumliche Begrenzung für einen kleinen Platz mit Bänken und großen vorhandenen Birken. Das Mauerwerk spielte eine zentrale Rolle bei der Integration der neuen Mauerelemente in die bestehende Friedhofsmauer. »Die ursprüngliche Mauer wurde während des Zweiten Weltkriegs als Beschäftigungsprojekt für die arbeitslosen Handwerker der Stadt errichtet. Die Mauer weist viele Farbnuancen und Variationen auf, und wir vermuten, dass sie aus Steinen verschiedener Restbestände errichtet wurde. Daher war es schwierig, einen einzigen neuen Stein zu finden, der das gesamte Spektrum wiedergeben konnte. Wir haben auf hellere, rote und orangefarbene Töne verzichtet und uns für einen dunkleren, hartgebrannten Ziegel mit einem reichen


Mauerwerk als Landschaftselement

Lageplan

Farbspiel entschieden, der dem Charakter der älteren Steine sehr nahekommt – und den Petersen Tegl liefern konnte«, erklärt Anne Galmar, Architektin und Partnerin bei VEGA Landskab. Die neuen Mauerabschnitte sind nicht als Kopien der bestehenden Mauer gedacht. Das Material schafft die Verbindung, während die Detailgestaltung dem Hinzugefügten seinen eigenen Charakter verleiht. »Große Flächen mit perforiertem Mustermauerwerk durchbrechen die massiven Flächen und verleihen der Mauer eine gewisse Leichtigkeit. Vom Friedhof aus lassen die Öffnungen die Stadt dahinter erahnen, während Passanten von der Straße aus durch das Mauerwerk einen Blick auf Bäume und Bepflanzung erhaschen können. Die Perforierung wird somit sowohl zu einem architektonischen Motiv als auch zu einer funktionalen Möglichkeit, eine Verbindung zwischen zwei unterschiedlichen Räumen herzustellen«, erklärt Anne Galmar. Die Mauer ist an ihrer höchsten Stelle etwa 3,3 Meter hoch, wobei das abschüssige Gelände für Höhenunterschiede sorgt. Rund um eine der großen Birken stellten die Wurzeln eine besondere Herausforderung für die Konstruktion dar. Hier wird ein Teil der Mauer von einem mit Ziegeln verkleideten Stahlträger gestützt, um das Graben in die Wurzelzone und eine Beschädigung des Baumes zu vermeiden. Der Platz ist ein Beispiel dafür, wie sich eine historische Anlage zur Stadt hin öffnen lässt, ohne ihren Charakter zu verlieren. Die Mauer ist weiterhin als Friedhofsmauer erkennbar, doch die Verschiebung, die Durchbrüche und die neuen Blickachsen verändern ihre Rolle: Sie ist nicht mehr ausschließlich eine Grenze, sondern fungiert nun auch als Verbindung, Aufenthaltsort und Einladung zwischen dem Friedhof und dem Alltagsleben des Stadtviertels. Öffentlicher Raum und Eingang zum Friedhof Bispebjerg, Skoleholdervej, Kopenhagen, Dänemark Bauherrschaft: Gemeinde Kopenhagen Landschaftsarchitekt: VEGA Landskab Bauunternehmung: Ebbe Dalsgaard Ingenieur: Troelsgaard Lichtdesign: Lightscapes Fertigstellung: 2021 Ziegel: D48 DNF

Das stark abfallende Grundstück etwas nördlich von Kopenhagen neigt sich deutlich zum Öresund hin. Um eine natürliche Abgrenzung rund um die Terrasse des Hauses zu schaffen, war eine niedrige Mauer erforderlich, und die Bewohner wünschten sich, dass diese mehr als nur ein funktionales Element sein sollte. Die Mauer sollte möglichst einen eigenen architektonischen Ausdruck erhalten. Inspiration fanden sie in einem der markantesten Bauwerke der neueren dänischen Architektur, dem »Fjordenhus« in Vejle – dem Hauptsitz von Kirk Kapital –, das von Sebastian Behmann in Zusammenarbeit mit Studio Olafur Eliasson entworfen wurde. Das Gebäude erhebt sich aus dem Vejle-Fjord als vier hohe, miteinander verbundene Zylinder. Das Mauerwerk der Fassaden, das sich aus Ziegeln in fünfzehn verschiedenen Farbtönen sowie glasierten Steinen zusammensetzt, erzeugt ein lebendiges Farbenspiel, das Assoziationen zu einem handgewebten Kelim-Teppich weckt. Die gleiche Idee wurde in einem deutlich kleineren Maßstab in dem Garten nördlich von Kopenhagen umgesetzt. Hier folgen die niedrigen Terrassenmauern den Höhenlinien des Grundstücks und bilden ein eigenständiges kleines Kunstwerk in der Landschaft. Die Farben des Mauerwerks schaffen ein lebendiges, aber harmonisches Gesamtbild. Die zahlreichen Nuancen finden sich sowohl in der wechselnden Vegetation des Gartens als auch in den verputzten Fassaden der italienisch inspirierten Villa wieder, sodass sich die Mauer als eigenständiges Element hervorhebt und sich dennoch auf natürliche Weise in den Ort einfügt. Gartenmauer, Tårbæk, Dänemark Bauherrschaft: Privat Fertigstellung: 2021 Ziegel: D33, D34, D35, D36, D37, D38, D42, D43, D46, D47, D48, D49, D73, D91, D99 DNF Fotos: Anders Sune Berg

Mit wenigen Mitteln gestalteter Innenhof Der kleine Innenhof zwischen den Gebäuden der WilhelmHansen-Stiftung in der Gothersgade 9-11 in Kopenhagen barg eine Reihe praktischer und architektonischer Herausforderungen. Kellertreppen, Abfallcontainer in Schuppen mitten im Innenhof, sichtbare Lüftungsanlagen und ein uneinheitlicher Bodenbelag verliehen dem Innenhof einen fragmentierten Charakter. Die Architektin Anne Krebs, die seit mehreren Jahren die Architektin der Wilhelm Hansen Fondens Hus ist, erhielt den Auftrag, den Innenhof neu zu konzipieren und die vielen notwendigen Funktionen in einem einheitlicheren architektonischen Konzept zu vereinen. Zu den Neuerungen gehört ein neuer Belag aus Kopfsteinpflaster, der nun eine zusammenhängende Fläche bildet, während drei niedrige Mauern die Kellertreppen an zwei der vier Seiten des quadratischen Innenhofs abschirmen. Für die Mauern wählte Anne Krebs den Kolumba K57, einen zu 100 % handgefertigten, bläulich-gedämpften Stein aus englischem Ton. Der K57 umfasst dunkelbraune Nuancen mit violetten Tönen und vereinzelten grün-gelben Partien, die durch hellen Tonschlamm entstehen, der dem feuchten Tonklumpen in der Holzform beigemischt wird. Das Farbenspiel des Steins bildet einen schönen Kontrast zu den mit Eisenvitriol verputzten Fassaden. In der Mitte des Innenhofs wurde ein hochstämmiger Felsenbirnenbaum gepflanzt, der aufgrund seiner kegelförmigen Krone ausgewählt wurde, die auch im Laufe der Jahre den Innenhof nicht dominieren wird. Neugestaltung des Innenhofs, Gothersgade 9-11, Kopenhagen, Dänemark Bauherrschaft: Wilhelm Hansen Fonden Architektin: Anne Krebs, Architektin MAA Fertigstellung: 2025 Ziegel: Kolumba™ K57 Fotos: Anders Sune Berg

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Multikünstler und Designer Henrik Vibskov.

Petersen in Vibskovs Universum Im Rahmen der 3daysofdesign Kopenhagen in diesem Sommer eroberte der Multikünstler Henrik Vibskov den Garten des dänischen Designmuseums mit der fast neun Meter hohen Installation The Umbrico Spiral. Die 18 roten und weißen Doppelspiralen bewegen sich wie Segel im Wind über einem Fundament aus zart hellem Kolumba K11 von Petersen Tegl. Ausgewählte Steine wurden von Vibskov von Hand mit grafischen Motiven graviert und mit schwarzem Sand gefüllt, sodass auch das Fundament aktiver Teil des Kunstwerks ist. Die Installation diente als Vorgeschmack auf 'Henrik Vibskov – The Exhibition', die im September eröffnet wurde und bis Februar 2027 zu sehen ist. Es handelt sich um Vibskovs bislang größte Einzelausstellung, die 25 Jahre seines Schaffens in den Bereichen Mode, Bühnenbild, Musik und Installationen vereint. The Umbrico Spiral bleibt als Teil der Ausstellung im Museumsgarten stehen und verbindet damit die diesjährigen 3daysofdesign mit der äußerst spannenden und umfassenden Präsentation von Vibskovs Werken im Museum. Ein Besuch in der Bredgade 68 in Kopenhagen ist bis Februar 2027 also wärmstens zu empfehlen!

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The Umbrico Spiral. Fotos: Daniel Rasmussen

K11, handgefertigt in Holzformen und handgraviert. Foto: Anders Sune Berg

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Het Steen, Antwerpen. Fotos: Kim Zwarts

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Grand Prix für Het Steen beim Erich Mendelsohn Preis 2026

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Bei der Preisverleihung am 4. September in Berlin wurde Het Steen in Antwerpen mit dem Grand Prix des Erich Mendelsohn Preises für Backstein-Architektur 2026 ausgezeichnet. Die Umgestaltung der historischen Burg wurde von noAarchitecten geplant, die für die Erweiterung eine Mischung aus den Petersen-Ziegeln D190, D55, D96 und D90 verwendet haben. Das Farbenspiel der Ziegel ist sorgfältig auf das ursprüngliche Mauerwerk des mittelalterlichen Gebäudes abgestimmt. Die Jury hob die Achtsamkeit bei der Umgestaltung hervor, bei der Neues und Bestehendes zu einem Ganzen verschmelzen, sowie die Tatsache, dass sich Het Steen als neuer öffentlicher Raum in der Stadt öffnet. Die Stadtteilschule Kirchwerder in Hamburg, entworfen von Thomas Kröger Architekten und ZRS Architekten, wurde mit einer besonderen Erwähnung ausgezeichnet. Ausgehend von den traditionellen Langhäusern der Gegend als architektonischem Ausgangspunkt sind die Fassaden mit einem speziell entwickelten Petersen Cover, mit dem charakteristischen dunkelbraunen Farbspiel des K57, verkleidet. Lesen Sie mehr in unserem Magazin Nr. 52. Ein drittes Petersen-Projekt, an der Brunnenstraße 34 in Berlin entworfen von B KRAUS Z, gehörte zu den 99 Projekten auf der internationalen Shortlist. Hier wurden die Fassaden mit D91 gestaltet, während das Dach mit handgefertigtem Cover C91 verkleidet ist. Lesen Sie mehr über das Projekt auf Seite 19.

INDIEN UND NAHER OSTEN AT L AS D E V E LO P M E N TS I N D I A T: +31642552517 E : I S H A N V I R @ AT L AS D E V E LO P M E N TS . N L S Ü DA M E R I K A I N G R I D K AT H R I N G R O K E T: +45 2047 9540 E : I KG @ P E T E R S E N - T E G L . D K TECHNIK UND STÜRZE ST E E N S PA N G H A N S E N T: +45 2142 7962 E : SS H @ P E T E R S E N - T E G L . D K HERAUSGEBER PETERSEN TEGL A/S N Y B Ø L N O R V E J 14 D K - 6 310 B R OAG E R T: +45 7444 1236 E: INFO@PETERSEN-TEGL.DK W W W. P E T E R S E N - T E G L . D K R E DA KT I O N I D A P R Æ ST E G A A R D , A R C H I T E K T I N M . S C . E: IPR@PETERSEN-TEGL.DK ANNETTE PETERSEN, ARCHITEKTIN M.SC. E: AP@PETERSEN-TEGL.DK GRAFIK ZANGENBERG DESIGN ÜBERSETZUNG A D H O C T R A N S L AT I O N S L E KT O R AT MICHAEL HANAK DRUCK ST R A N D BYG A A R D REPRO E H R H O R N H U M M E R STO N A U F L AG E 85.000

Stadtteilschule Kirchwerder, Hamburg. Foto: Anders Sune Berg

Brunnenstraße 34, Berlin Foto: Marc Timo Berg


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